Dienstag den 2. September 1881 sr-. 201 »• Erscheint tLgllch mit «nsnchrne bei Monta-S. 0«r<«n t Schulftraße 7. Gießen, am 30. August 1884. Betreffend: Die Ausführung des Unfallversicherungsgesetzes. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Dem M- Wildenhayn, Gruben-Repräsentant in Gießen, ist durch Grobherzogliches Ministerium der Finanzen die nachgesuchte Erlaubniß zur Vornahme von VermessungS- und Vorarbeiten für eine Nebenbahn von Keffelbach-Londorf über Daubringen nach Lollar, zum Anschluß an die Main-Weser- frrti* vierteljährlich 2 Korf 20 Pf. mit Bringerioha. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Bahn, ercheilt worden. Gießen, am 30. August 1884. ^ovembrr ein ^dchen. Nur n können, wollen Llicenstraße^ eiött us baumwollene der bei Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grobherzoglichen Bürg erweist er eien des Kreises. Unter Bezugnahme auf die unserer Bekanntmachung vom 2. L M. (Anzeiger Nr. 180) beigedruckte Anleitung fordern wir Sie auf, ein Veneichniß aller in Ihren Gemeinden vorhandenen Betriebsunternehmer, welche unter den § 1 des obigen Gesetzes fallen, alsbald aufzustellen und binnen ö Tagen an uns einzusenden. Jede Verzögerung ist zu vermeiden. Dem Namen des Unternehmers ist die Art des Betriebs und die Zahl der von ihm beschäftigten Arbeiter beizufügen. r „ c p n p Wenn keine anmeldepflichtigen Unternehmer in einer Gemeinde vorhanden sind, so ist dies ebenfalls innerhalb der festgesetzten Frist uns anzuzeigen. Dr. Boekmann. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. b Neustadt 6. llenflmästiro Wkstanlagc 11. Kampfern deS Llohd Reise Amerika S e 5 nitn jrschowj a. ML 485 f, Gieße«. ecken Ausfihning zu Müller) rika! I überall- ■ iner, 5245 > terth^L—V 'ber ein m mit ebenes Tyvmafi^^ und 'E '^ularbeiM Ziehen. , d. < i|ildhurfl'b 2 Dhausen l 7 iiiiuüf- tteW Zum Sedanfest! Im Kreislauf des Jahres ist wiederum der Tag gekommen, an welchem vor nunmehr 14 Jahren die deutschen Heere auf den blutgetränkten Gefilden rron Sedan die letzte Armee des dritten Kaiserreiches zu Boden schmetterten und den stolzen Franzosenkaiser selbst gefangen nahmen. Wohl folgten hierauf noch lange und harte Kämpfe mit den Heeren der sranzösischen Republik, ehe der für Deutschland so glorreiche Friede verkündet werden konnte, dennoch aber wird die Schlacht von Sedan mit Recht als der entscheidende Wendepunkt in dem deutsch-französischen Riesenkampfe und als der eigentliche Geburtstag der deutschen Einheit betrachtet. Mit voller Berechtigung feiern wir Deutsche daher den 2. September als unser größtes nationales Fest, als den Tag der im Schlachtgewühl erfolgten politischen und nationalen Wiedergeburt Deutschlands und so schickt man sich in allen deutschen Gauen auch diesmal an, denselben in der seiner Bedeutung entsprechenden würdigen Weise zu feiern. — Man begegnet hierbei immer wieder der Meinung, daß das Sedanfest sich überlebt habe, daß seine Feier nicht mehr zeitgemäß sei und daß schließlich deren stete Wiederholung eine Provocation der französischen Nation bedeute. Nichts kann aber irriger sein, als gerade letztere Anschauung, denn dem Charakter des deutschen Volkes liegen Hohn und Spott aus den besiegten Gegner wahrlich fern und bei den Franzosen selbst hat sich schon längst die Einsicht eingebürgert, daß es edlere Motive sind. welche uns alljährlich von Neuem diese Feier begehen lassen. Wer aber, der sich zu den wahrhaft patriotisch Denkenden rechnet, wollte im Ernst behaupten, daß die Sedanseier nicht mehr zeitgemäß sei? Gerade sie bildet für unser Volk eine immer wiederkehrende patriotische Anregung, eine stete Erinnerung an jene große und erhebende Zeit von 1870 und 71 und diese Erinnerung soll nicht nur allen denen, welche jene gewaltige Epoche in unserer vaterländischen Geschichte noch selbst mit erlebt haben, immer lebendig vor Augen stehen, sondern auch auf die Heranwachsende Generation übergehen. Unsere Jugend soll durch die Sedanfeier an die heldenmüthigen Kämpfer von 1870 und ihre großen Thaten erinnert werden und sich hieran ein Beispiel treuer Pflichterfüllung und ausopfernder Vaterlandsliebe nehmen; für uns Alte aber soll die Feier des Sedansestes eine ernste Mahnung sein, sowohl der Tausende deutscher Männer, welche in dem großen Kampfe den Heldentod sür's Vaterland starben, als auch seiner noch unter uns lebenden Theilnehmer in Dankbarkeit zu gedenken, die Angehörigen der gefallenen Helden zu trösten und zu unterstützen, dann jedoch auch, das mit dem Einsätze so kostbarer Kräfte Errungene festzuhalten und uns dessen allzeit würdig zu erweisen. ES sind dies heilige Pflichten und nur durch deren Erfüllung kann das deutsche Reich im Sinne seiner erlauchten Schöpfer weiter wachsen und gedeihen. Diese Pflichten nun, ste rüst uns der Sedantag wieder in's Gedächtniß, zugleich mit der eindringlichen Mahnung, an ihm alle politischen und consessionellen Gegensätze bei Seite zu stellen und uns nur als Deutsche, als Angehörige Eines großen Stammes zu fühlen. In diesem erhebenden Sinne ist der Tag von Sedan immerdar begangen worden und in dieser weihevollen und patriotischen Stimmung, die allen kleinlichen Zank und Hader der Parteien vergessen macht, wird das deutsche Volk hoffentlich auch diesmal seinen größten Ruhmestag feiern. Deutschland. Berlin, 30. August. Se. Maj. der Kaiser empfing heute auf Schloß Babelsberg den franzöfischen Botschafter Courcel in Audienz. Der Letztere wurde darauf zur katserlichen Tafel gezogen, an welcher mehrere Mitglieder des Königshauses, sowie der Krigsminister und einige andere Generäle theilnahmen. Berlin, 30. Aug. Inmitten der täglich intensiver werdenden Wahlbewegung anläßlich der kommenden Reichstagswahlen bildet das Sedanfest, vor dessen Zeier wir stehen, ein neutrales Gebiet, einen Punkt, auf welchem das Auge, ermüdet und verletzt durch den Anblick, welchen der immer leidenschaftlicher entbrennende Kamps der politischen, wirthschaftlichen und leider auch religiösen Gegensätze darbietet, mit Genugthuung weilen kann. Gerade das Sedansest, unser einziges nationales Fest, steht seinem ganzen Wesen und Charakter nach thurmhoch über dem brandenden Meere der Partei-Leidenschaften, es fragt nichts nach dem religiösen und politischen Glaubensbekenntnisse des Einzelnen, nichts darnach, ob er Freihändler oder Schutzzöllner ist, hier handelt es sich nur darum, die Erinnerung an die großen Errungenschaften der Jahre 1870 und 71 wieder auszufrischen und diese Errungenschaften dem Volke wieder in's Gedächt- niß zurückzurusen. Die Feier des Sedantages ist ein Appell an die patriotische Gesinnung des Einzelnen und wir hoffen, daß das Unkraut der Partei- und Jrtterrssen-Politik die Liebe zu dem gemeinsamen Vaterlande unser Aller noch nicht so weit überwuchert hat, um die Erinnerung an jene große und erhebende Zeit jetzt schon verblassen zu lassen. Möge der Verlauf der Sedanfeier auch diesmal beweisen, daß dieser Appell kein vergeblicher gewesen ist! — Der Besuch, welchen der französische Botschafter am Berliner Hofe, Baron de Courcel, dem Fürsten Bismarck auf dessen hinterpommerschem Tusculum abgestattet hat, ist begreiflicher Weise eifrigst commentirt worden. Es lag hierbei der Gedanke nahe, daß es sich nm eine Vermittelung Deutschlands in dem Streite zwischen Frankreich und China handeln könne und in diesem Sinne sind denn meist auch die betr. Commentare gehalten. Nun bringt aber das ministerielle Journal „Paris" eine Note, in welcher die Journale gewarnt werden, bezüglich des Besuches Courcel's in Varzin Muthmaßungen und Commentare anzustellen, welche aus keiner authentischen Basis beruhen und durchaus ungenau sind. Diese Warnung richtet sich gegen den größten Theil der Pariser Presse, welche sortfährt, die Frage der Vermittelung Deutschlands in China oder der Allianz Deutschlands und Frankreichs in den verschiedensten Tonarten zu discutiren. Große Klarheit hat dieses merkwürdig gewundene Dementi in die Sachlage nicht gebracht. — Der erste Abschnitt der französischen Flottenaction in den chinesischen Gewässern, der Angriff auf Fu-tscheu und die chinesischen Forts am Minfluffe, hat in glänzendster Weise für die französische Waffenehre geendet. Die chinesische Flotte, soweit sie vor Fu-tscheu versammelt war, ist bis aus zwei Sckfffe vernichtet und die Forts am Minfluffe sind sämmtlich zerstört und dies Alles in wenig Tagen und unter geringen Verlusten französischerseits. Als nächste Objecte der französischen Operationen werden die Insel Formosa, welche Fu-tscheu gegenüberliegt, und die weiter südlich gelegene Insel Hainan bezeichnet und gedenken die Franzosen auf ersterer zunächst die reichen Kohlengruben von Keelung zu besetzen. Die Zerstörung der Forts am Minfluffe scheint aber vorläufig den kriegerischen Muth der Chinesen noch nicht gedämpft zu haben, wenigstens deutet die Vertreibung des französischen Consuls und der französischen Kaufleute aus Kanton, welche auf ergangenen Befehl des Vicekönigs von Kanton erfolgte daraufhin, daß die Chinesen bis jetzt noch an keine Nachgiebigkeit gegen- über Frankreich denken. In Kanton wurde sogar die Kathedrale von Pöbel- Hausen bestürmt, doch schritten die chinesischen Truppen ein und vertrieben die Ruhestörer. Inzwischen kommen auch aus Tongking Nachrichten von erneuten Zusammenstößen zwischen den Franzosen und den Schwarz-Flaggen, die damit endeten, daß die letzteren unter bedeutenden Verlusten ihrerseits in die Berge zurückgeworsen wurden. Das Delta des Rothen Flusses befindet sich in Sicherheit. Die französischen Operationen gegen Langson sind wegen der heißen Witterung aufgeschoben worden; General Regner hat sich aus Phulanggin zurückgezogen und sein Hauptquartier nach Bacninh verlegt. — Die Frage der Ausführbarkeit oder Nichtaussührbarkeit der zum Entsätze General Gordon's geplanten M-Campagne nimmt jetzt die Aufmerk- samkeit der englischen Regiemng in erhöhtem Maße in Anspruch. Schon vor einiger Zeit wiesen englische Generäle darauf hin, daß die Benutzung der Wasserstraße des Nil bei der erwähnten Expedition auf große Schwierigkeiten stoßen pfirbe and nun hat der von einer Recognoscirung aus Ober-Egypten. nach Kairo zurückgekehrte General Stephenson geradezu erklärt, daß die Expedition auf dem Nil überhaupt unausführbar sei. Bekanntlich wird aus diese Meldungen hin General Wolseley, der Sieger von Tel-el-Kebir, nach Egypten abgehen, um sich über die Sachlage zu informiren. Falls er sich von der Richtigkeit der Meldung des Generals Stephenson überzeugt, so wird der englischen Regierung nichts übrig bleiben, als die Expedition nach Khartum von Suakim, also von der Küste des Rothen Meeres aus, abgehen zu lassen, wenn überhaupt nicht das Cabinet Gladstone in seinen unberechenbaren Entschlüssen den ganzen Plan fallen läßt. — Die Verdrießlichkeiten zwischen der Schweiz und Italien scheinen kein Ende zu nehmen. Nachdem kaum erst die Spannung, welche durch die rigorosen Grenzsperr-Maßregeln der italienischen Regierung sich zwischen letzterer und dem Bundesrathe erhoben hatte, wieder so ziemlich beigelegt ist, droht das Treiben des italienischen Consuls in Lugano neue Differenzen herbeizuführen. Derselbe „macht" trotz seiner osficiellen Eigenschaft stark in irredentistischer Propaganda und agitirt lebhaft für die Losreißung des Kantons Tessin von der Schweiz. Die Berner Regierung hat dem italienischen Minister des Auswärtigen, Mancini, über dieses Treiben in aller Freundschaft Vorstellungen gemacht und hoffentlich wird derselbe dem Signor Consul die gebührende Lection ertheilen. — Die Maßnahmen gegen die Cholera für Genf sollen am 1. September wieder aufgehoben werden, wenn bis dahin in Gens kein neuer Cholerafall vorkommt. Hesterreich. Auffee, 30. Aug. Das Allgemeinbefinden des gestern von der Trissel- wand herabgestürzten Prinzen Joseph von Sachsen-Koburg hat sich wesentlich gebessert und giebt volle Hoffnung auf Genesung. Professor Billroth ist hier angekommen. Kossand. Haag, 3C. August. Die Regierung hat den Kammern einen Gesetzentwurf zur Abänderung de8 Art. 198 der Verfassung oorgelegt, wonach während der Dauer der Regentschaft keinerlei Aenderung in der Thronfolge stattfinden darf. Belgien. Brüssel, 30. August. Die Repräsentantenkammer hat heute die Be- rathung des Schulgesetzes beendet und das Gesetz, bei der Schlußabstimmung im Ganzen, mit 80 gegen 49 Stimmen angenommen. Irankreich. Paris, 30. August. Eine Depesche des Admirals Courbet aus Picargu vom 29. d. M., AbendS 4 Uhr, dankt für die der Flottenmannschaft gezollte Anerkennung und meldet, daß alle Batterien am Minfluß zerstört seien. Sämmtltche Schiffe hätten gestern den Minfluß verlassen und würden heute auf der Rhede von Wentschu ein- Ireffen. Die Verluste der Franzosen betrug 10 Todte, darunter 1 Osficier und 41 Verwundete, darunter 5 Offictere. Mehrere Batterien der Forts von Mtngan und Kimpat waren kasemattirt, mit eisernen Brustwehren gepanzert und mit 14- und 21-Centimeter- GeschÜtzen armtrt. — Der Consetlpräsident Ferry hat im Namen der Regierung dem Admiral Courbet den Dank der Nation ausgesprochen. — General Bri^re de l'Jsle wird den General Mtllot nur provisorisch in dem Trupprncommando in Tongking ersetzen. — Die Flotten-Abthetlungen tn den Gewässern von Tongking und China sollen künftig ein einziges Geschwader unter der Bezeichnung „Geschwader des äußersten Ostens" bilden. — „National" will wissen, daß Admiral Courbet unbeschränkte Vollmacht für die Operationen gegenüber China erhalten hätte. England. London, 30. August. Ein Reuter'sches Telegramm auS Shanghai von heute meldet, vas französische Geschwader habe die Mündung des Mtnflusses verlassen, Über seine Bestimmung sei Zuverlässiges nicht bekannt. Die chinesischen Befehlshaber hätten Befehl erhalten, französische Kriegs- und Handelsschiffe, die tn den VertragShäfen an- kämen oder dieselben verließen, anzugreifen; die augenblicklich in den gedachten Häfen befindlichen französischen Handelsschiffe seien aufgefordert worden, diese Häfen sofort zu verlassen. Italien. Rom, 30. August. Cholerabericht. Gestern sind in den Provinzen Aquila, Bergamo, Bologna, Campobasso, Cremona, Cuneo, Genua, Massa e Carrara, Neapel, Parma, Turin inSgesammt 117 Erkrankungs- und 56 Todesfälle — davon in Busca 21 Erkrankungen und in Spezzia 24 Erkrankungen und 6 Todesfälle — vorgekommeu. Telegraphische Depeschen. Wollff'S telegr. «orresposrderrz-Vrrrearr. Potsdam, 31. August. Die Tauffeterlichkett des dritten Sohnes Sr. König!. Hoheit des Prinzen Wilhelm sand in dem als Taufkapelle hergerichteten Btbltothek- zimmer Friedrichs deS Großen statt und verlief vollkommen programmmäßig. Ihre Mchestät die Kaiserin war schon Vormittags im Stadtschloß etngetroffen, der Prinz Arnulph von Bayern mit Sr. K. Hoheit dem Prinzen Wilhelm um V-2 Uhr. Seine Majestät der Kaiser und Se. K. K. Hoheit der Kronprinz langten gegen 2 Uhr im Stadtschloß an. Kurz vorher war auch der hohe Täufling durch die Hofdame v. Gers- dorff von der Villa Liegnttz dahin gebracht worden. Gegen V23 Uhr trafen mit einem Extrazuge von Berlin die Minister, Generäle, sowie die übrigen geladenen Hofbeamten und Staatswürdenträger ein. Die Tauffeter begann mit einem Gesänge deS Berliner Domchors; hierauf folgte die Taufrede des OberhofpredtgerS Dr. Kögel Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin, Se K. K. Hoheit der Kronprinz, Ihre K. Hoheiten die Prinzen Wilhelm, Heinrich und Leopold, der Prinz Arnulph von Bayern, Der Erbgroßherzog von Baden, die Prinzessin Louise von Holstein und die übrigen geladenen Toufzeugen und Gäste standen im Halbkreise vor dem Altar. SDte Erb, Prinzessin von Meiningen, welche den hohen Täufling aus den Händen der Oberhof- metstertn der Kaiserin, der Gräfin Perponcher, an der Thüre der Kapelle entgegen, genommen hatte, hielt denselben während der Taufrede. Bet dem eigentlichen Taufacte hielt Se. Majestät der Kaiser den hohen Täufling. Der Prinz erhielt die Namen: Adalbert Ferdinand Berengar Victor. Der Rufname des jungen Prinzen ist Adalbert. Während des eigentlichen Taufaktes wurden im Lustgarten die Geschütze gelöst. Unmittelbar an die Tauffeter schloß sich ein großes Galadtner, bei welchem Se. Majestät der Kaiser da« Hoch aus den jungen Prinzen Adalbert ausbrachte; während der Tafel spielte die Musik des 1. Garde - Regiments zu Fuß. Anläßlich der Feier waren die öffentlichen und viele Prtvatgebäude festlich geschmückt. Kopenhagen, 31^ August. Die Versammlung der evangelischen Allianz ist gestern eröffnet worben. Dr. Kalkar begrüßte die Versammlung, Namens welcher der Lordmayor von London, Fowler, dankte. Ferner sprachen noch Gras Bernstorff aus Berlin und Pressensä aus Paris. Rom, 31. August. sCholerabertcht.j Gestern sind in den Provinzen Bergamo 17 Erkrankungen und 6 Todesfälle, in Bologna 2 Todesfälle, tn Campobasso 3 Erkrankungen und ebensoviel Todesfälle, in Cuneo 32 Erkrankungen, davon in BuSca 12 und 17 Todesfälle, in Spezzia 33 Erkrankungen und 17 Todesfälle, in Massa e Carrara 3 Todesfälle, in Parma 4 Erkrankungen und 3 Todesfälle, in Turin 2 Erkrankungen jmb 2 Todesfälle, in der Stadt Neapel 1 Todesfall vorgekommen. Lokale-. Gießen, 1. September. Unsinniges rasches Fahren um die Straßenecken hätte gestern beinahe ein Menschenleben gekostet. Auf der Frankfurter Sttaße jagte gestern Mittag der Knecht eines Mineralwasserfabrikanten mit seinem Wagen um die Ecke am ChausseehauS und überfuhr einen fremden Mann, welcher seinen Sohn nach der Klinik verbringen wollte. Anstatt dessen mußte er selbst sich dort verbinden lassen, denn drei Wunden an einem Bein bat er durch den Vorfall davongetragen. Menn die Polizei gegen ein solch' tolles Fahren energisch vorgeht, so verpflichtet sie sich das Publikum zu Dankbarkeit und ein gehöriger Denkzettel lehrt die bctr. Fuhrleute und Kutscher viel eher ruhiger fahren als alles Ermahnen. — Eine solenne Keilerei mit Zaunlatten wurde heute Nacht auf dem Wiesecker Weg auSgefochten. Vermischtes. Frankfurt, 28. August. Der „Franks. Beob." schreibt: Die Westendhalle war heute Vormittag bas Ziel zahlreicher Besucher, welche dem berühmten Afrika- reisenden Stanley ihre Aufwartung machen wollten, da dieser nach dem „Frkf. Journ." „mit Familie" in besagtem Gasthaufe abgesttegen sein sollte. Herr Stanley wunderte sich außerordentlich über die vielen Besuche, konnte aber über Congosrage, Colonisation und Negerhand.l absolut keine Auskunft geben. Darüber wunderten sich nun die Besucher und schließlich wunderten sich die Kellner, daß wegen eines ehrsamen Geschäftsreisrndkn aus Bradford (et macht in Leder) so viel Aufhebens gemacht werde! Am Congo aber ist er nie gewesen, da die Neger keine Schuhe tragen und kein Leder brauchen. — lieber die Jahre 84 wird aus Reutlingen geschrieben: Die Aufzeichnungen über Weinpreise und Herbstbertcht gehen etwa zurück bis in's 12. Jahrhundert. ES darf als ein merkwürdiges Zusammentreffen bezeichnet werden, daß fett 700 Jahren die Jahreszahl 84 ohne Ausnahme ausgezeichnete Weinjahre waren. Vielleicht ist eS manchem Leser von Interesse, hierüber Näheres zu erfahren. Das Schriftchen von Dekan DillenuS: „Chronik von Weinsberg", nach Quellen und Aufzeichnungen von CrusiuS, Pfaff, Jäger, Steinhofer, Memminger u. a. Geschichtsschreibern berichtet darüber wie folgt: 1184 außerordentlich früher Jahrgang. Ernte im Mai. Weinlese im August. 1284 gab eS vielen und guten Wein. 1384 Wein gut. 1484 ein köstlich fruchtbar Jahr; dürrer und warmer Sommer und doch, wenn eS nöthig war, gute Regen. Daher alles wohl gerathen und ein Ueberfluß worden, daß die Maß besten Weins 1 Psg. gegolten. Man konnte ein volles Faß für ein leeres haben, eine Maß Wein für ein Et. (Nach CrusiuS.) 1584 wieder ein fruchtbares Jahr. Ueberfluß an allem. Wegen des großen, schon in Mitte September beginnenden HetbsteS ein Faß iheurer als der gute Wein, wovon viel in Bütten und Zübcrn eingeschlagen werden mußte. Mißbrauch dieser Gabe Gottes wegen UnwerthrS. Man machte sogar Kalk damit an. (CrusiuS ) Weinrechnung von Stuttgart: 2 fl. 38 fr. 3 hlr., Lauffen 1 fl. 59 fr., Brackenheim 1 fl. 49 fr. 1684. Wein nach Menge und Güte erwünscht. 1784. Trockener warmer Sommer mit einer guten Ernte. Der Herbst ertrug vielen Wein von mittlerer Güte. Wetnrechnung offic. vom 29. November 13 fl. per Eimer. Möge der Jahrgang 1884 den guten Rus seiner Vorgänger in dieser Beziehung bewahren. AuS Thüringen, 28. August. Eine für die weitesten Kreise hochinteressante Rechtssache hat vor Kurzem ihre endgllttge Entscheidung durch das Reichsgericht gefunden. Der jüngst verstorbene Rechtsanwalt Barthel in München-Bernsdorf bei Gera ließ durch einen Gerichtsvollzieher auS Neustadt a. Orla eine Zwangsvollstreckung auf Grund eines rechtskräftigen Uriheils bet einem tn Auma wohnenden Manne vornehmen. Der Gerichlsoollzteher erhielt die fragliche Schuldsumme von 1400 JL von dem Schuldner in Auma, lieferte sie aber weder an den Rechtsanwalt Barthel noch an dessen Mandanten den Gläubiger ab, sondern verschwand mit dem Geld nach Amerika. Darauf verklagte Barthel dm FiscuS um Schadenersatz bet dem zuständigen Gericht, dem Landgericht in Gera. Dieses wies die Klage ab, indem e8 in oem Urthetl ausführte, daß der Staat (Fiscus) nicht haftpflichtig für die Gerichtsvollzieher sei. Auf dagegen beim Ober- landeSgericht Jena eingelegte Berufung hob dieses das Urthetl des Geraer Landgerichts aus und erklärte den Fiscus für haftpflichtig. Die dagegen von dem letzteren beim Reichsgericht eingelegte Revision hatte ben Erfolg, daß das Urthetl des Oberlandesgerichts tn Jena aufgehoben und das Urthetl deS Geraer Landaertchts wieder hergestellt wurde, wonach also dem Gläubiger, der durch den Gerichtsvollzieher um seine 1400 JL gekommen ist, kein Regreßanspruch an den Fiscus zusteht, da Letzterer für die Gerichtsvollzieher nicht baftpflichtig ist. — Ein Jagdunglück der traurigsten Art hat in Vendenhetm bei Straßburg große Aufregung hervorgerufen. Dem Gutsbesitzer Michael Bastian aus Mundols- heim ist das Schreckliche widerfahren, daß er auf der Jagd seines Bruders Sohn, einen sehr begabten jungen Mann, erschossen hat. Der junge Johannes Bastian hatte seinen Oheim beim Jagen begleitet, ihm daS Wild und die Jagdtasche getragen. Plötzlich zeigte sich ein Hase, der junge Bastian warf sich zu Boden, um dem Oheim nicht im Schüsse zu stehen. Nachdem der erste Schuß gefallen war, sprang Johannes Bastian auf; in demselben Augenblick aber hatte der Onkel aus seiner doppelläufigen Flinte einen zweiten Schuß abgegeben, da der erste sein Ziel verfehlt hatte, und die ganze Ladung drang dem Neffen in den Hinterkopf. Der derart Verletzte war auf der Stelle tobt. Man kann sich die Verzweiflung des Oheims denken, der seinen Neffen innig liebte und stets mit äußerster Anhänglichkeit seinem Bruder, dem Vater des Ge- tödteten, zugethan war. — (Deutsche in Südafrikas Die „Köln. Ztg." veröffentlicht einen Reisebericht aus Süd-Afrika, dem wir folgende interessante Steue entnehmen, dte von der Ansiedelung der seiner Zeit von England angeworbenen Fremdenttgton in King W lliamS Town, der Hauptstadt von Britisch Kaffraria handelt. Die Legion, die fast gänzlich au8 Deutschen und vorwiegend aus Schleswig-Holsteinern bestand, wurde, so heißt e8 tn dem genannten Blatte, auf Helgoland versammelt; ehe sie indessen nach der Krim ein- geschifft werden konnte, war der Krieg zu Ende und man beschloß, dte ganze Gesellschaft wenn möglich mit Kmd und Kegel nach Südafrika zu tranSpoctiren. Das Experiment gelang über alles Erwarten. Jeder erhielt ein kleines Stück Land, denn Ackerbauer, nicht Viehzüchter sollten sie werden und damit überließ man sie ihrem Schicksal. Don den 2000 Deutschen liefen Diele weg, von denen man nie wieder gehört, andere wurden Soldaten, andere Schulmeister, andere Kaufleute und nicht wenige von den Letzteren haben sehr bedeutendes Vermögen erworben, der große Rest aber blieb bei der Scholle und diese sind eS, welche die einst öde Umgebung von King Williams Town in einen blühenden Gemüse-, Obst- und Blumengarten verwandelt haben. Die Leute haben rastlos gearbeitet, viel mehr, alS sie in ihrer Heimaih gearbeitet bnben würden; sie haben sogar ihren Grundbesitz mit 1 ß. für ben Acre im Laufe der Jahre abbezahlt. Inmitten von Kaffraria also eine deutsche Ackerbaucolon-e! Ich fühle mich lebhaft an Südbrastlien erinnert, wenn ich an Sonntagen herausritt und die Bauern 3UJ Ätr^* roanbern sah; ba kam ich durch ein „Braunschweig", „Hannover" oder „Berlin , die Leute waren gesund, wohlgenährt und vergnügt, dabei echt deutsch und selbst die Landschaft mit dem dunkeln Walde und den freundlichen Bauernhäusern ennnertt an die Hetmath! Heutzutage sprechen die Legionäre fammt ihren Kindern alle noch deutsch. Auf dem Markte in King wurde in der Gemüse-, Obst-und Blumen- Abtheilung nur deutsch gesprochen. Die bntte Generation wird tndetz wohl dte Muttersprache kaum noch in der Schule lernen, sondern englisch. “ Vielfach findet man noch, auch in unserem Vaterlande, dte Ansicht verbrettet, k mmf1* Schweizerhonig, auch „Tafelhonig" genannt, wegen seiner Echtheit HS; u , m ^er zu Lande probudrten reinen Bienenhonig vorzuztehen Der- schiedene Analysen constotiren, daß derselbe stark mit Stärkezucker versetzt ist und die königl. technische Deputation zu Berlin hat in einem Gutachten erklärt, daß der sogen. fUtg nach den angestellten Ermittelungen au8 Stärkesyrup bestehe und deshalb derselbe mit 15 JL wie Syrup, nicht mit 3 JL wie Honig zur Verzollung Sr werben müße AuS der Jllustrirten Bienen-Zeitung entnehmen wir folgendes für sogen. „Taselhonig": „Man nehme auf 25 Kilo Crystall-Synip 4-5 Kilo echten, gereinigten, ausländischen (nicht Schweizer) Honig, mische diese Substanzen gehörig durcheinander und der Taselhonig ist fertig." AuS diesem einen Recept ersieht man f®on, rote arg man noch auf die Unwissenheit und auf die Liebhaberei zu „Billig und schlecht fpeculirt. Doch auch die Bereitung des hierbei größtentheilS zur Verwendung kommenden Cryftall-Syrups sollte uns allen Appetit an tolchem Gebräu schon verleiden, denn derselbe wird mittelst Schwefelsäure aus Kartoffelstärke hrrgestellt uvd muß der häufige Genuß desselben unbedingt schädlich wirken. Noch schlimmer sieht eS aus mit dem „weltberühmtm Trauben-Brust'Honig". Hierzu lautet daS Recept: »Man löse mtt etwas Wasser auf warmem Wege Farin-Zucker auf; isk btt Sttahbmg auS MuudolS- öruberS Sohu, I Bastian batte itraatn. Plötz- m Oheim nicht lang Johannes boppiflaufotn hatte, und die )te war auf btt r seinen Neffen Later des neu Reisebericht dkrAnsiebelung ß.aiamß Tom. jt gSvzli-h aus jo heißt eS in h der Krim ein- iie ganze Gesell- iportiten. DaS AM Land, denn man sie W >ie wieder gehört, richt wenige m Rest aber blied «»* ifH haben- Die ! Jeitet HJ laufe der Jahre Ich fühle tn>ch utibbteSag L°S S'S %*5 Äs 'N w [iereU*J" Zn- fHtßf ^LtriU sK Ä/r st« nun bu ÄS! ,*Sft ^^tchen oon Lungen von ’bjtn beridjitt ?£®'tafi en, eine Most Ueberflui an MeS ein Faß agen werden sogar Jtaif Hk., Lauffen ute erwünsch!. ertrug vielen il- per Eimer, stt Beziehung hochinterrffante ^ichSgericht ge- iSdors bet Gera ollstreckung auf nne vornehmen, dem Schuldner sen Mandanten darauf verklagte i Landgericht in daß der Staat -n beim Oberer Landgerichts lateren btitn I Oderlandes, tder hergesteüt seine 1400 X c dir Gerichts- en,dAk IQ bte sn h !U$S bnfdbe gut oufgtlbfl, fo läßt man foldjtn circa eine Stunde st-b-n nimmt ben Echaum faubtr ab, mischt bann unter ben aufgeUften Zucker auf 25 Silo wenigstens 13 S Io Erystall-Syeup, ferner ta. 2 Liter spanischen Wein weihe Quality und schliehtlch einige Tropfen Trauben-Oel, ober -Acib-c genannt. Wo ist bitt bet fionta ? .Und solches ®ebrüu", sagt mit Recht die Illustrirte Bienen,eitung soll eine Traubenkur ersetzen, soll bet Husten-, Hais-, Prust- unb fiungenletben die ausgezeichnetsten Dienste leiften? Die ausgezeichnetsten Dienste! Jawohl, icbensollS aber - bem Tobten- gräber, nur nicht bem Sefbenben." - Wir oerSffentlichrn bieseS Vmabren ber Hoistg. fSIschu-g lediglich aus bem Grund, um das Publikum mehr hinzuzeehen zu dem billigen, gesunden und durch keine (QnftliAe Mischerei zu erfejenben reinen Bienenhonig. — sVacante Stellen für MllilSranwarter im Bereiche de» 11. Armee-EorpS.Z EmS, @emeinbenermaltung. Ratbsschreiber, 1500—1860 ^ Gehalt. Neustadt (Orla), $oftamt, LandbrieftrSger, 552 X Gebalt. ßanau, pberbQrgermeifieramt, Expedient, 600 M. Gebalt. Mainz, Postamt, Pockettrager, 930 JL Gehalt. — Im Bezirk ber Grohh. Hess.(25)Dwision: Gießen, Realschule, Pedell, Echuldiener und Heizer, 800.* ncbft frder Wohnung und Brand. ___ Handel und Derkedr. Grün berg, 30. August. (Fruchtpresse.) Weizen JL 16 70, Korn JL 16.50, Gerste JL 14Hafer -*L 11.8», Erbsen JL 21.00, Linsen JL 00.00, Lein ** 00.00, Samen JL 23.20, Kartoffeln 0.00, Wicken 0.00. Frankfurt, 30. August. Aui dem heutigen Markt kostete der Centncr Hcu X 2.70—3.10, Stroh JL 1.90—2.70, Eier das Hundert JL 5 20—6.00, Butter 1 Qualität JL 1.15, 2. Qualität JL 1.30, Kartoffeln (neue) per Eentncr JL 2.25—3.o0, Kohlrabi 3-5 & vr. St., Erbsen 100 Kg. 24.00—32.00 Rothkraut pr. St. 20—30 Poularden JL 0-0, Huhn 1.50—2.20, 1 Ente JL 3.00—4.00, 1 Taube 60—00 J), Habn JL 1.70—2.00, Gans JL 4—0.00, Welsche JL 7-12.-_____________________ 731) Ueber die Höbe der Kosten, welche die Einrückung einer Ancelge in eine o*!er mehre Zeitungen verursacht, wird man eich niemals enttinsofet eohen, wenn xnae von der Annoncen - Expedition von H.llJkS B.t'STEBX Je !■ Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft erfordert, die auch hfnsichte der für den jeweiligen Zweck geeigneten BlÄtter auf Grund reichet Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässig en Rath ertheilt Kepertoir der vereinigten Ztadttheater ju Frankfurt a. M. Opernhaus. DievStag den 2. September: Iphigenie in Aulis. Mittwoch den 3 September: Dte weihe Dame. Hierauf: Coppelta II. Akt. Außer Abonnement. Donnerstag den 4. September: Gastspiel des Herrn Perottt. Der Troubadour. (Maurtco: Herr Perottt.) Freitag den 5. September: Teil. (Oper) Außer Abonnement. SamStag den 6. September: Martha. Sonntag den 7. September: Gastspiel des Herrn Perottt. Die Stumme von Porttct. (Masaniello: Herr Perottt.) Schauspielhaus. Dienstag dm 2. September: Dte Maler. Mittwoch den 3. September: Götz von Berlichingcn. Donnerstag den 4. September geschloffen. Freitag den 5. September: Der Probepfetl. Samstag den 6. September: Zum ersten Male: Der Salontyroler. Lustspiel in 4 Akten von G. v. Moser. Sonntag den 7. September: Zum erstm Male wied-rholt: Salontyroler. Montag dm 8. September: Der Richter von Zalamea. Kirchliche Anzeigen der ruangrl. Gemeinde. Dienstag den 2. September. Vormittags 9Vr Uhr, Gottesdienst zur Feier des Sedansestes, Pfarrer Schlosser. ,, Die Kollekte ist zum Besten der Kaiser - Wilhe lms - Stiftung für deutsche Invaliden bestimmt. Temperatur am 1. September (Mittags zwischen 11 und 12 Uhr). Wafferwarme der Lahn Id1/»0 R- — Luftwärme 17s/ao R. im Schatten. Rübs amen. Bekanntmachung. In der heutigen Sitzung des Auf- sichtäraths der Actien - Gesellschaft „Vogelsberger Bergwerks - Verein zu Gießen" ist an Stelle des am 31. d. Mts. ausscheidenden seitherigen Directors, Herrn Richard Jäckel zu Gießen, Herr Heinrich Arnoldt von Berlin zum interimistischen Gesellschaftsdirector erwählt worden; derselbe zeichnet die Firma. Gießen, den 30. August 1884. Grobherzogliches Amtsgericht Gießen. I. V.: 5716 _______Langsdorfs.________ Grummklgras- Vcrjteigcrung. Mittwoch den 3. September wird auf dem Rathhause in Watzenborn, um 9 Uhr beginnend, das Grummetgras von den cameral- fiskalischen Wiesen der Oberförsterei Schiffenberg versteigert werden. Umnittelbar nach der Grummetgras- Versteigerung sollen auch versteigert werden: 100 Wellen Vuchenreistg und 2 Rm. Buchenstockholz. Gießen, 27. August 1884. 5609 I. V.: Walther. Das Grmnmetgras von der canieralfiscalischen Sorau- wiese bei Daubringen wird Donnerstag d. 4. September, Nachlnittags 2 Uhr, bei Wirth Walter zu Daubringen versteigert. Treis a/L., den 30. August 1884. Großh. Oberförsterei Tre s a/L. Amendt. 5700 itzrummelgras- Versteigrruag. Mittwoch den 3. September soll das GrummetgraS von den Wiesen der Herren I. S. Busch (frbttt, iS. Ehr. Spruck Erben, Karl Löber Erben, Dr. Melchior, L. Labroiffe Erben, Ehr. Jughard, Friedrich Schwan, Wetzlar, Dr. Bogt, Mendorf, von den Meinigen und noch verschiedenen anderen versteigert werden. Anfang 9 Uhr am Reuenwegerthor, Nachmittags 2 Uhr auf der Steiansmark. ^Gießen, den 29. Zlugust 1884. 5642 Müller. Allgemeiner Anzeiger. Die Einwohnerschaft wird freundlichst ersucht, zur Erinnerung an den Tag von Sedan am 2 Septbr. die Häuser zu schmücken. Gießen, den 27. August 18844. 5649 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. B r a m m. zuzuweisen. 5436 J. Rothenberger, gerichtlich bestellter Taxator 8. Lindenplatz 8. V ersteigeFMBigeii aller Art insbesondere von Mobiliar, Waaren u. dgl., werden von mir unter Zusicherung der gewissenhaftesten und promptesten Ausführung übernommen; auch bin ich bereit, einzelne Gegenstände für die von mir zeitweise veranstalteten Versteigerungen in Commisfion zu nehmen. Gefällige Aufträge beliebe man mir mündlich oder schriftlich Allee - Verein für FrauenbilcLung u. Erwerb veranstaltet DienStag den 2. und Mittwoch den 3. September. Morgens von 10—12 Uhr, Nachmittags von 2—5 Uhr in dem Vereins- Lokale auf dem Asterweg eine Ausstellung der Arbeiten der Merlanen wozu Eltern, Freunde und Gönner der Anstalt freundlichst eingeladen werden. Die Curse des Winterhalbjahrs beginnen am 6. October a. c Anmeldungen nimmt entgegen $628 der Vorstand. unter Garantie und bewährtester Construction, bei billigster Preisnotirung, liefert und stellt auf Carl Stohr L Ludwrgsplatz- Theoretisch und technisch ricbttge Herstellung und vorzügliche Leitungsfähigkei kann durch viele Atteste nachgewiesen werden. _________________________________4241 Prima Kieler Bücklinge zum Rohessen _ empfiehlt 5713 ________S. Elsoffer. 10 Viertel schöner Hafer auf dem Halm zu verkaufen. 5708____Carl Deines. Neue Heller Linsen empfiehlt 5473 & Elsoffer. Gebrannten Kaffee in bekannten guten Qualitäten pr- Pfund JL. 1.20, 1.40, 1.60 und Perlkaffee JL. 1.80, sowie gebrannte Gerste empfiehlt Robert Stuhl, 5481___________Neustadt 23. Tricot-Taillkn in großer Auswasl billigst bei 5717 Fh. Schlatter, Grummetgras- Versteigermlg. Freitag den 3. September, von Morgens 10 Uhr an, soll das GrummetgraS von den Garbenteicher Gemeindewiesen versteigert werden. Der Anfang ist auf der Weidwiese zu Erbach. Garbenteich, den 30. August 1884. Großh. Bürgermeisterei Garbenteich. Schwarz. 5701 Arbeitsbersteigerung. Freitag den 5. September, - Nachmittags Vz6 Uhr, soll die Goffepflasterung zu G a r b e n t e i ch, veranschlagt zu 493 Mark, auf dem Gemeindehaus daselbst wenigstnehmend versteigert werden. Garbenteich, den 30. August 1884. Großh. Bürgermeisterei Garbenteich. Schwarz. 5702 Versteigerung des diesjährigen GrummetgraseS von sämmtlichen hiesigen Pfarrwiesen Freitag den S. September, Vormittags 11 Uhr, bei Herrn Gastwirth Duill dahier. Wieseck, am 30. August 1884. 5699 Drescher, Pfarrer. Donnerstag den 4. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, sollen auf der Bürgermeisterei Burkhardsfelden die zur Instandsetzung der Ortsdurchfahrt Burkhardsfelden und der Strecke Burkhardsfelden- Hattenrod nothwendigen Pflaster« u. Handarbeiten öffentlich loos- weise an die Wenigstnehmenden versteigert werden. Grünberg, den 1. September 1884. I. A.; Maringer, 5709 Bez.-Bauaufseher. IeUgevotenes. Bergmann’* Briginal-Theerschweselseifk von Bergmann & Co., Frankfurt a. M- Allein ed)te§, erstes und ältestes Fabrikat in Deutschland. Anerkannt von vorzüglicher Wirkung gegen alle Arten Hautunreinigkeiten, Sommersprossen, Frostbeulen, Finnen rc- Vorräthig ä Stück oO H bei Emil Fischbach, Selrersweg, 213 Gustav Gerhardt, Lindenplatz. 5684 Zwei gut erhaltene Tonnen mit allem Zubehör stehen billig zu verkaufen. Bahnhofftraße Nr. 22. Ger. Bücklinge, „ Flundern, Neue Apfelsinen, Neue Weintrauben in 5711 C. <-. 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Numismatikers, Herrn Geheimen Rath Dr. Wahlmann, habe ich das mir von demselben übergebene und von den Herren Gebrüder von Schenk in Heidelberg in den Handel gebrachte „Doppelt geschlemmte Silicium" einer qualitativen sowie quantitativen analystischen Prüfung unterzogen und dabei festgestellt, daß dieses Putzpulver in sinniger Weise durch mehrfachen Schlemmprozeß aus Kryolith 8Na El. + Al Fl3 gewonnen und somit ein neu gefundenes Calciumsilicat ist. Der Fluorgehalt ist an Flußspat, Natrium und Aluminium gebunden und wirkt ersteres entschieden reinigend auf alle Metalle, welche oxidirt erscheinen, während der Aluminiumgehalt ein Angreifen selbst der weichsten Metalle absolut verhindert. Doppelt geschlemmtes Silicium besitzt ein sehr geringes specifisches Gewicht, die damit verbundene Feinheit, welche bei Absiebung durch ein Sieb von 2000 Maschen pro □Zentimeter keinen Rückstand ergab, machen dieses Pulver zum Reinigen der Metalle außerordentlich geeignet und kann daher dasselbe empfohlen werden. Aus fünfmal zwölf Versuchen auf den verschiedensten Metallen wurden bei den Analysen keine Spuren von abgeputzten Metall- theilchen vorgefunden, wahrend Gegenversuche mit Putzpomade, .Putzkalk und besonders Dribbel solche im überreichen Maße ergaben. Eine Abschrift vorstehenden Gutachtens geht mit Erlaubniß des Herrn Auftraggebers an die Herren Gebrüder von Schenk m Heidelberg. Wien, den 28. Dezember 1883. gez. Prof. Dr. Sander. Prima neue holl. Vollhäringe vom letzten Fang in haltbarer, vorzüglicher Waare, sind eingetroffen und offerire solche zu 5 Pfg. pr. Stück. Bei größeren Abnahmen billiger. 5714 Ä Elsoffer, Zur cosmetisch - hygieinischen Pflege von Mund und Zähnen. 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Ein Schüler sucht über die Ferien noch 2 oder 3 Thellnehmer zu einem Kursus; desgleichen eine Schülerin. «Je JB. Ober, 5707 ___ in der Stadt Mainz, 1 Tr. links. ^Krieger-Kerem Gießen.^ Sedan-Feier am Dienstag den 2. September er. Nachmittags 4 Uhr: Versammlung im Vereinslocal. Abmarsch nach dem Friedhof zur Schmückung der Denkmale. Von 6 Uhr ab: Festbankett in Wenzel's Saal. Nur Mitglieder, welche das Verbands-Abzeichen angelegt, haben für sich, zwei erwachsene Familienmitglieder und Kinder freien Eintritt. Nichtmitglieder zahlen 23 Pfg. Eintrittsgeld. NB. Die Mitglieder werden gebeten, möglichst zahlreich am 23ormittag^ Gottesdienst theilzunehmen.5696 5633 Für eine ruhige Familie wird ein Logis von 4 Zimmern, mit gutem Keller und kleinem Lagerraum zu miethen gesucht. Gefl. Offerten mit Preisangabe werden unter K. B. an die Exped. d. 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Kaninchen kauft jederzeit 5718 Dietz, Dienstmann. 5719 Ein tüchtiges Dienstmädchen wird auf sofort gesucht auf dem Westphälischen Hof. 5710 Die Beleidigung gegen den Metzgergehilfeu Herrn Wilh. Klein nehme ich hiermit zurück. Hub. Paugh. a s h A l n m» F v r? sj Mit den neuen Schnelldampfern des Norddrulschcn Lloyd kann man die Reise von Bremen nach Amerika machen. Näheres bei dem General-Agenten M. Abraham in Mains lurd dessen ’Kgenten 523 Carl Loos, Kirchenplatz, Gießen. Hermann Vogt, Reichelsheim. 5693 Ein Hausburfche gesucht, welcher mit Gartenarbeit vertraut ist. Adolf Zinßer, Weinhändler. Möbel-Transport von Ludwig Bender tileeeen. Auch per Bahn ohne Umladung, sowie Verpackung von Glas, Porzellan rc. besorgt billigst unter Garantie 1584 Ludwig Bender, Marktstr. 2. Die Lithographische Anstalt und Steindruckerei von 2550 <7. Reinecke Neuen-Bäue 17 empfiehlt sich in allen vorkommenden lithographischen Arbeiten bestens. Lehrlingsstelle. 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