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Der größte Theil der Garnison ging zu den Belagerern über, der andere Theil nebst einer Schaar von 200Q Flüchtlingen, meist Weiber und Kinder, entfloh in der Richtung nach Korosco zu, über ihr Schicksal fehlt jede Kunde. Mit dem Falle von Berber ist für Gordon und die Garnison von Khartum, menschlichem Ermessen nach, jede Aussicht auf Rettung abgeschnitten. Schulstraße 7. Vo!itifche Übersicht. Gießen, 1. Mai. Die Reichstagssitzung vom vergangenen Montag bot kein außergewöhnliches Interesse dar. In zweiter Lesung wurde der Gesetzentwurf, betr. die Anfertigung von Phosphor-Zündhölzern, mit dem Anträge Baumbach, wonach zur Erleichterung des Uebergangs und zu Gunsten der Hausindustrie das Gesetz erst in zwei Jahren in Kraft tritt, angenommen. Bei der dritten Lesung, betr. die Novelle zum Hülfskassengesetz, wurden die Beschlüsse der zweiten Lesung im Wesentlichen aufrechterhalten; schließlich genehmigte das Haus definitiv das ganze Gesetz. In der nächsten Sitzung, am Mittwoch, standen verschiedene Anträge aus der Mitte des Hauses, darunter auch der fortschrittliche Antrag auf Entschädigung unschuldig Verurtheilter, auf der Tagesordnung. Am Sonntag Nachmittag sand eine längere Conferenz des preußischen Staatsministeriums statt, woraus der Reichskanzler wiederum eine fast einstündige Audienz beim Kaiser hatte. Die Sitzung des Staatsministeriums, wie die Unterredung zwischen dem Kaiser und dem Fürsten Bismarck sollen sich nut der Frage wegen eines Gesetzes bezüglich der Sprengstoffe beschäftigt haben. Bekanntlich ist diese Angelegenheit bereits in der Samstags-Sitzung der Socia- listengesetz-Commission zur Erörterung gelangt, wobei die Enthüllungen des Abg. Richter über ein bei der Niederwald-Feier beabsichtigtes Dynamit-Altentat einen tiefen Eindruck machten. Am gestrigen Mittwoch hat in Darmstadt die Vermählung der Prinzessin Victoria, der ältesten Tochter unseres Großherzogs, mit dem Prinzen Ludwig von Battenberg stattgesunden. Aus San Remo wird gemeldet, daß die Rückkehr des Königs von Württemberg nach Stuttgart Mitte Mai zu erwarten sei. In der egyptischen Conferenzfrage ist noch kein neues Moment in verzeichnen. Anscheinend hängen die Bedingungen, unter denen die Conferenz zusamnrentreten soll, von der Haltung Frankreichs ab und über letztere ist zur Zeit noch nichts bekannt. Die Orientreise des österreichischen Kronprinzen-Paares hat in ihrem zweiten Theile, der Heimreise, fast noch glänzendere Bilder ausgewiesen, als während der Hinreise und des Aufenthaltes in Konstantinopel. Namentlich gestaltete sich der Empfang der hohen Reisenden in den jüngsten KönigSstädten Europas, in Bukarest und Belgrad, zu einer bedeutungsvollen Kundgebung für das künftige Herrscherpaar Oesterreich-Ungarns und der überaus herzliche Verkehr des kronprinzlichen Paares mit den rumänischen und den serbischen Majestäten ist sicher ein neues Symptom für die wachsende Intimität in den Beziehungen zwischen der habsburgischen Monarchie und den Balkan- Staaten. Ebenso erscheinen die Beziehungen zwischen Oesterreich und Bulgarien durch den Empfang des österreichischen Thronfolger-Paares in Varna einerseits, wie anderseits durch die ungewöhnlich auszeichnende Aufnahme, welche dem Fürsten Alexander gelegentlich seiner Darmstädter Reise vom Wiener Hofe zu Theil geworden ist, im günstigsten Lichte. — Aus Belgrad, wo das kronprinz- liche Paar am Montag Vormittag eintraf, meldet man, daß sich der König und die Königin nach dem im königlichen Palais stattgefundenen Diner mit ihren Gästen nach der Festung begaben, wo das Erbprinz-Alexander-Bataillon aufmarschirt war. Aus der Hin- wie auf der Rückfahrt wurde das kronprinz- liche Paar von der Bevölkerung mit enthusiastischen Ziviorufen begrüßt. Am kommenden Sonntag finden in ganz Frankreich die Municipalraths-Wahlen statt, die hier mehr wie die Gemeinderaths-Wahlen in andern Ländern einen politischen Charakter tragen. Die verschiedenen Parteien entfalten schon seit Wochen eine rege Agitation und namentlich die Monarchisten entwickeln eine besondere Rührigkeit. Letzteres hat seinen Grund darin, daß bei den letzten in verschiedenen Wahlkreisen stattgefundenen Ersatzwahlen zur Depu- tirtenkammmer hie und da unerwartet conservative Candidaten gewählt wurden, was aus monarchistischer Seite dahin gedeutet wird, daß sich in Frankreich wieder die conservative Strömung stärker bemerklich mache und dieser Umstand soll nun bei den Municipalraths-Wahlen ausgebeutet werden. Speciell in Paris, wo sich Monarchisten, gemäßigte Republikaner, Radikale und Intransigente bekämpfen, verspricht sich der eigentliche Wahlkampf ebenso hitzig wie interessant zu gestalten. In der russischen Hauptstadt ist am vergangenen Sonntag die Vermählung der Prinzessin Elisabeth von Sachsen-Altenburg mit dem Großfürsten Constantin Constantinowitsch mit großem Glanze gefeiert worden; die Trauung selbst wurde sowohl nach griechisch-katholischem, als auch nach protestantischem Ritus vollzogen. Prinzeß Elisabeth scheint demnach nicht zum orthodoxen Glauben übergetreten zu sein, welcher Vorschrift sich sonst alle ausländischen Prinzessinnen, welche nicht der griechischen Kirche angehörten und sich mit russischen Großfürsten vermählten, unterwerfen mußten. Das Ergebniß der am 27. April stattgefundenen Neuwahlen zu dm spanischen Cortes ist ein vollständiger Sieg des Ministeriums Canovas del Castillo, lieber 300 der neu gewählten Deputirten sind regierungsfreundlich, so daß das Cabinet Canovas del Castillo in den Cortes unter allen Umständen auf eine sichere Majorität rechnen kann. Außerdem sind sämmtliche Führer der Opposition wieder gewählt worden, unter ihnen auch Castellar in Huesca. Für den Wahltag hatten die Anhänger Zorilla's ein Pronunciamento geplant, das aber durch zahlreiche Verhaftungen rechtzeitig vereitelt wurde. Leider ist der Wahltag nicht ohne einen ernsteren Mißklang vorübergegangen; zwischen Badajoz Darmstadt, 30. April. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aus Anlaß der Vermählung Ihrer Großh. Hoheit der Prinzessin Victoria von Hessen und bei Rhein mit Sc. Durch!, dem Prinzen Ludwig von Battenberg einer Anzahl von zu Freiheitsstrafen verurtheilten Personen die noch zu verbüßenden Strafen ganz ober theilweise zu erlassen geruht. — Ihre König!. Hoheiten Prinz und Prinzessin von Wale« mit dem Prinzen Albert Victor und den Prinzessinnen Luise, Victoria und Maud sind gestern Abend um 8 Uhr 21 Min. hier eingetroffen und von Sr. König!. Hoheit dem Großberzog am Ludwigs-Bahnhof empfangen worden. — Gestern Abend 10 Uhr fand vor dem Palais Sr. Gr. Hoh. des Prinzen Alexander zu Ehrendes Hohen Brautpaares eine Serenade statt, zu welcher Se. Kaiser!. Hoheit der deutsche Kronprinz, J.J. K.K. H.H. die Erbprinzessin von Meiningen, die Prinzessin Victoria und der Prinz Heinrich von Preußen sich einfanden. Von der Großh. Familie waren anwesend: Se. Kgl. Hoheit der Großherzog, Ihre König!. Hoheit die Frau Prinzessin Carl, J.J. K. Gr. Gr. H.H. der Erbgroßherzog, die Prinzessinnen Victoria, Elisabeth und Irene, die Prinzen Heinrich, Wilhelm und Alexander; Se. Hoheit der Fürst von Bulgarien, J.J. D.D. die Prinzessin von Battenberg, die Prinzen Ludwig, Heinrich und Franz Joseph von Battenberg. Die Festivität dauerte bis gegen 1 Uhr. — Bei der gestern vor dem Palais Sr. Großh. Hoheit des Prinzen Alexander stattgehabten Serenade brachte Herr Oberbürgermeister Ohly, indem er den Gefühlen der Bevölkerung und den auf das Wohl und das Glück des jungen Paares, Ihrer Großh. Hoheit der Prinzessin Victoria und Sr. Durch!, des Prinzen Ludwig von Battenberg, gerichteten Wünschen Ausdruck gab, ein Hoch auf das Hohe Paar aus, in das die vor dem Palais Versammelten begeistert einstimmten. Herr Oberbürgermeister Ohly, die beiden Beigeordneten der Residenz, die Comitö-Mitglieder und der Kapellmeister de Haan hatten darauf die Ehre, zu dem Hohen Paare und zu den Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften in das Palais befohlen zu werden. Telegraphische DepescheK. Worff's Lrlrgr. Coxresporrderrz-WrrersV. Darmstadt, 30. April. Heute Nachmittag 5 Uhr fand in der hiesigen Hofkirche die Vermählung der Prinzessin Victoria mit dem Prinzen Ludwig'von Battenberg statt. Der Trauung, welche von dem Oberhofprediger Bender vollzogen wurde, wohnten außer den Mitgliedern der Großh. Familie die Königin von England, Ihre K. K. Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin, Ihre K. K. Hoheiten Prinz Wilhelm, Prinz Heinrich, Prinzessin Victoria von Preußen und die Erbprinzessin von Meiningen; ferner Prinz und Prinzessin von Wales nebst Kindern Albert, Victor, Luise, Victorie und Maud, Prinzessin Beatrice, Landgraf und Landgräsin von Hessen, Erbprinz von Anhalt und Fürst Alexander von Bulgarien bei. Bei dem Jawort ertönten von einer im Schloßgarten ausgestellten Batterie 36 Salutschüsse. Der Trauung folgt eine Cour vor den Neuvermählten, darauf folgte Galadiner. Das Wetter ist prachtvoll. Berlin, 30. April. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde der von den Abgeordneten Straßmaun und »Zelle eingebrachte Antrag, betreffend die Abänderung der Städteordnung in Bezug auf die Emthetlung der Wahlbezirke und der Ergänzungswahlen, mit großer Majorität angenommen. Der RegterungScommtffar erklärte im Laufe der Debatte, daß diese Angelegenheit erst bet der gleichmäßigen Neugestaltung der verschiedenen Städteordnungen zu regeln sei. — Ferner wurde auch der von dem Abgeordneten Bachem gestellte Antrag auf Abänderung der Städteordnung der Rheinprovinz in Hinsicht auf den Wohnsitz der Beamten in etwas veränderter Fassung angenommen. — Die nächste Sitzung findet morgen statt; für dieselbe,wurbc die Schluß- und definitive Abstimmung über die Jagdordnung und da8 Communal- steuergesetz auf die Tagesordnung gestellt. Der Präsident bezeichnet hierbei die möglichst schleunige Erledigung des CommunalsteuergesetzeS als wünschenswerth, damit dasselbe rechtzeitig dem Herrenhause zugrhen könne, da andernfalls die Session bis zu einem Allen unerwünschten Termin ausgedehnt werden dürfte. — Die Commission des Reichstags für das Acttenpesetz hat die Artikel 209 d (Zeichnung und ZeichnungSschein) und 209 e (Aufstchtsrath) nach den Anträgen deS Abgeordneten Reifert angenommen. Bei der Generaldiskussion über Artikel 209 f und die folgenden Artikel (Prüfung und Hergang der Gründung u. s. w.) trat der Abgeordnete Reifert für die seinen Amendements zu Grunde liegende Prospecttheorie ein, während der BundeScommtssar Hagens das System der Vorlage nachdrücklich ver- theidigte; die Diskussion mußte jedoch wegen deS Beginns der Sitzung des Reichstags abgebrochen werden. — Die Commission für das Unfallgesetz genehmigte die Paragraphen 11 (die Ermittelung der versicherungspflichtigen Betriebe) und 12 (die freiwillige Bildung von Berufsgenossenschaften) unverändert; der Paragraph 13 wurde mit dem von dem Abgeordneten Lohren gestellten Anträge, nach welchem innerhalb 10 Jahren der Reservefonds in der Höhe des einmaligen Jahresbedarfs und in dem Beharrungszustande 618 zum Betrage von 20 Millionen anzusammeln sei, angenommen. Der von dem M» gtotbnelen t>. gestellte Antrag, die Zinses d-r R-s-rv-iond», nachdem der letztere die statstenmSßige HSHe erreicht hat, den Einnahmen ,u Überweisen, sowie der Antrag des Abg. Buhl, den R-s-rv-sondS wieder »u er,Sn,en, wenn derselbe in Anspruch flceommen war, wurden ebenfalls angenommen. 8 — Der Reichstag überwies heute den Antrag/ bett, die Entschädigung für rm- fcbulbfg erlittene UntersuchungS- und Strafhaft, an eine besondere Commission. Bet der Debatte hob der Bundescommissar Lenthe hervor, daß nicht eine l^e Aufhebung eines ursprünglich verurthetlenden Erkenntnlssrs einen Beweis dafür bitte, daß die Vervrtherlung unschuldig erfolgt sei. Die Presse habe einzelne sensationelle Falle arg übertrieben; die Regierung sei über diese Frage noch nicht schlüssig geworden. Der Aba. Koystr, welcher in erster Lmie den verurtheilenden Richter mit seinem Vermögen haftbar machen wollte, wurde wegen Beleidigung des Richterstandes zur Ordnung ge- rufcn- — Die Anträge Reichensverger und Munckel wegen Wiedereinführung der Berufung werden derselben Commission wie der Antrag Phil'pps-Lenzmann überwiesen. Reichensperger und Munckel befürworten ihre Anträge, wahrend Hartmann diese Frage noch nicht für spruchreif hielt. — Nächste Sitzung Freitag. . , PortSmouth, 30. April. Der Transportdampser „Crocodtle" ist heute in den Hafen eingelaufen. Aus den angestellten Ermittelungen hat sich ergeben, daß die Cholera bereits einige Tage nach Abgang des Schiffes von Bombay an deffen Bord ausbrach; es erkrankten 8 Soldaten, von denen 6 außerordentlich rasch, zum Theil in weniger als einer Stunde nach der Erkrankung, der Krankheit erlagen. An Bord hatte das Schiff im Ganzen 1242 Personen. , , c P L. . Madrid, 30. April. Das amtliche Blatt zeigt an, daß dre Osficrere, welche das Depüt von Santa Coloma in Catalonien veriaffen hatten, um den Versuch zu machen, das Land zum Ausstande zu bringen, diesen Morgen ge- sanaen genommen sind. Mangano wurde getödtet und seine Bande zerstreut. Petersburg, 30. April. In dem Gnuvernement Kasan ist der Landschaft in Rücksicht auf die vorjährige Mißernte auf tbr Ansuchen eine Unterstützung von 377 000 Rubel überwiesen worden; außerdem sind der von der Mißernte betroffenen Bevölkerung einige Privilegien in Bezug auf die Zahlung der Steuern und daS Reisen zum Aufsuchen von Arbeit eingeräuml worden. Ruch den dem Ministerium des Innern zugegangenen Berichten genügen die gegenwärtig der Landschaft zur Verfügung stehenden Mittel für die nothwendigsten Bedürfnisse zur Verpflegung der Bevölkerung und Be. stellurg^der^Felder^ gemeldet wird, waren bei Krossnajo Gorka 2 Dampfer sichtbar. In dem Eise zeigten sich bei Kronstadt überall große offene Stellen, so daß die Eröffnung der Schifffahrt bald erwartet werden kann. New-Aork, 30. April. Ein Telegramm aus Havanna meldet: Im Pulvermagazin von San Jose sand gestern eine Explosion statt. Die benachbarten Gebäude sind stark beschädigt. Die Zahl der Tobten ist noch nicht fest- gestellt, es sind aber bereits mehrere Leichen ausgefunden. Vermischtes. Darmstadt, 30. April. sLermählungsfeier I. Gr. H. der Prinzessin Victoria mit Sr. Durchlaucht dem Prinzen Ludwig von BattmbergO Im Laufe deS gestrigen Tages bedeckten sich die Straßen mit Schmuck von Flaggen und Grün. Die Schmückung deS LulsenplatzeS, der Wllhelmtnrnstraße und der oberen Rheinstraße durch die Stadt wurde vollendet. Einen prachtvollen Anblick gewährten diese Stadttheile. Inmitten der Straßen zieht eine durch Guirlanden verbundene Reihe von Flaggenmasten und Fichtenbäumen, ebensolche Reihen umgeben das Ludw-gsmonument auf demLuisruplotz, von dessen Spitze sich Guirlanden nach den Masten unten herabziehen. Vor dem Main-Neckar «Bahnhof erhebt sich eine Reihe von Masten mit Flaggen; Guirlanden ziehen über die Rhemstraße beim Eingang von den Bahnhöfen aus. Eine zahlreiche Menge bewegt sich den ganzen Tag über durch die Straßen, um die Stadt im Festesglanz zu betrachten und d'.e Ausfahrten der Herrschaften zu erwarten. M t Eintritt der Dunkelheit begann dre electrische Beleuchtung des Luiscnplatzes, welche in sehr wirkungsvoller Weise den weiten Raum glänzend erhellte. Zu gleicher Zeit wurde auch die ell ctrische Beleuchtung des Main-Neckar-Bahnhofs (durch die Firma Gräf hier hergestellt) in Betrieb gesetzt; der Platz vor den Bahnhöfen wurde dadurch fast wie von Tageslicht erhellt. Einzelne Gebäude (wie die Hotels „Darmstädter Hof* und „Traube") hatten illuminirt, am Casino sah man zwei verschlungene gekrönte ^zwischen Sternen, von zahlreichen Gasflammen gebildet ebenso einen brillanten Reichsadler über dem Portal des Reichspostgebäudes. Um 10 Uhr traf der Zug der Darmstädter Gesangvereine auf dem mit Menschen dicht bedeckten Lutseuplatze ein, geleitet von der Capelle des Großh. Leibgarde.Regiments Nr. 115, und dir Serenade vor dem Palais Sr. Großh. Hoheit des Prinzen Alexander nahm ihren Anfang. Um 11 Uhr rückte der Zug durch die Rheinstraße und Neckarstroße wieder ab. Darmstadt, 30. April. Nachdem über Nacht die Stadt noch ihren letzten Frstschmuck angelegt hatte, gewähren die Straßen bet dem herrlichen Wetter, welches heute an dem zur Vermählung der Prinzessin Victoria mit dem Prinzen Ludwig von Battenberg festgesetzten Tage hier herrscht, einen freundlichen Anblick. Die Bewohner selbst haben sehr viel zur Decoration ihrer Häuser gethan. Der Mittelpunkt der Ausschmückung, der Börsenplatz, ist mit eingepflanzten Masten und Fichtenbäumen, durch Guirlanden verbunden, mit Wappen, Ernblemen, Fahnensternen reich versehen. Die Estrade am Fuße des Ludwtgsmonumentes, von dessen hoher Gallerte mächtige Nadelgewinde in kühnem Wurfe, wie die Decken eines großartigen Zeltes nach den Mastsp tzen ringsum verlaufen, ist noch am frühen Morgen durch Topfgewächse in gewaltigen Kübeln flankirt worden. Auch zeigte die Stadt, deren Physiognomie nach alledem bedeutend heiterer geworden, schon früh eine stärkere Frequenz als grstern; namentlich wimmelte e8 von Uniformen. Natürlich nahm der Verkehr in den Haupt- paffagen am Nachmittag von Stunde zu Stunde zu, je näher der Termin für denjenigen Act herannahte, der die ganze Festfreude und Aufregung hervorrtcf. Gegen 4 Uhr schob und wälzte sich die Menschenmasse nach Möglichkeit nach dem Neuen Palais einerseits und dem Residenzschlosse andererseits, die dazwischen liegenden Wege vollkommen Überflulhend, um den angekündigten Wagenzug nicht zu versäumen, der aber in Wahrheit nicht stattfand, da alle Herrschaften gesondert ihre Residenzen verließen. Prinzessin Victoria fuhr zusammen mit der Königin von England und dem Großherzoge und sah als Braut reizend aus. Der Bräutigam fuhr allein mit seiner Mutter, der Prinzessin von Battenberg. Innerhalb des Schlosses hatten sich inzwischen die zur Feier geladenen Herren und Damen — die Standesherren, Mitglieder des diplomatischen Corps und des Staatsmtnisteriums, die Präsidenten der zweiten Kammer, sowie der Landescollegicn, die Generale und Regiments-Commandeure, der Oberbürgermeister rc. — im unteren Raum der Hofkirche versammelt; ebenso in der Kirchen- Gallerie: der Staatsminister, der Vorstand des Großh. Cabinets, die Hofchargen und Adjutanten des Großh. Hauses, sowie das Gefolge der fürstlichen Gäste. Letztere selbst nebst dem Großherzoge begaben sich in die Assemblee-Zimmer, wohin die Braut, tue sich 'Mit den Damen ihres Gefolges in den Zimmern des Großherzogs aufgehalten, von der Prinzessin Karl geleitet wurde. Daselbst vollzog der Staatsmintster als Minister des Großh. Hauses den Standesact in Gegenwart sämmtlicher hohen Herrschaften, die sich darauf, als der Großherzog den Beginn der kirchlichen Ceremowe befohlen, in die Hofkirche verfügten. Zunächst nach den dienstthuenden Chargen folgte die Königin Victoria von England mit dem Erbprinzen und der kleinen Prinzessin Alix an der Hand. Der eigentliche Brautzug folgte durch den weißen Saal, in welchem die Zuschauer auf Karten zugelasfen waren, über die Treppe im inneren Schloßhof nach der Hofkirche in nachstehender Ordnung: 2 Fouriere; die der Braut aufwartenoen Kammerherren; der StaatSmimster, die Hofchargen, General- und Flügeladjutanten, sowie der Vorstand des Großh. Cabinets; der Hofceremonienmeister; die Prinzessin Braut, geführt vom Großherzog und dem Prinzen Alexander; der Bräutigam, geführt von der Prinzessin Karl und der Prinzessin Battenberg; die Oberhofmeisterin und die . Hofdamen. Beim Eintritt in die Kirche wurde das Brautpaar von den Hofgeistlichen empfangen. Die Ceremonie verlief sehr schnell, die Trauung vollzog Oberhofprediger Bender. In dem Augenblicke, in welchem das Brautpaar die Ringe wechselte — kurz nach V26 Uhr — wurden dreimal je 12 Kanonenschüsse von der Rampe des Schlosses abgefeuert. Nach der Trauung war Galatafel im Schloß, an welcher alle anwesenden Fürstlichkeiten, mit Ausnahme der Königin von England, die sofort nach dem Neuen Palais zurückkehrte, theilnahmen. Neu eingetroffen waren noch gestern Abend der Prinz und die Prinzessin von Wales nebst dem Prinzen Albert Victor und den Prinzessinnen Louise, Victoria und Maud, sowie heute Morgen Prinz Wilhelm von Preußen, der Landgraf und die Landgräfin von Hessen und der Erbprinz von Anhalt- Auf längere Zeit, ca. 14 Tage, wird nur der Fürst von Bulgarien bleiben. Der deutsche Kronprinz und die Kronprinzessin, die bet der oben erwähnten Auffahrt der Wagen am Nachmittag nicht bemerkt werden konnten, weil sie lm Schlosse selbst logirev» waren nach einer Meldung der „Darmst. Zig." heute Vormittag 8 Uhr 58 Minuten in Begleitung der Erbprtnzesstn von Meiningen, sowie der Prinzessin Victoria und des i Zrtnzen Heinrich von Preußen nebst Gefolge nach Heidelberg zu einem Besuche bei der dort weilenden Kaiserin von Oesterreich gereist. (Fr. Ztg.) — Die „Darmst. Ztg." schreibt: Wir hatten gestern Gelegenheit, im Großherzoglichen Neuen Palais einen Blick auf die kostbaren und zahlreichen Geschenke zu werfen, welche Ihrer Großherzoglichen Hoheit der Prinzessin V'ctoria anläßlich Höchst- ihrer bevorstehenden Vermählung mit Seiner Durchlaucht dem Prinzen Ludwig von Battenberg dargeboten worden sind. Wenn wir nun den Ve,such wagen, im Nach- tehenden eine Uebersicht von den Namen der Geber und den Geschenken zu entwerfen, so kann das nur in dem Sinne geschehe«, daß wir von vornherein auf eine Vollständigkeit in der Auszählung verzichten. Ihre Majestät die Königin Victoria: Zwei Haarnadeln mit Brillanten und Perlen, eine silberne Tafelgarnitur, ShawlS, Stoffe, Sp tzen rc.; Ihre Königliche Hoheit die Frau Prinzessin Carl: einen Schmuck von Brillanten und Smaragden, bestehend auS Broche, Kreuz und Ohrringen; Ihre Majestät die Königin von Bayern: ein Armband; Seine Großher-ogliche Hoheit der Prinz Alrxander und Ihre Durchlaucht die Prinzessin von Battenberg: ein Diadem; Seine Kaiserliche Hoheit Großfürst Sergius von Rußland: eine Broche; Seine Königliche Hoheit der f Herzog von Albany: ein Armband; Ihre Kaiserliche Hoheit die Herzogin von Edinburg: etn Medaillon; Ihre Königliche Hoheit die Erbprtnzesstn von Meiningen: ein Armband; Ihre Kaiserlich Königlichen Hoheiten her Herzog und die Herzogin von Edinburg, der Prinz und die Prinzessin Christian von Schleswig-Holstein, der Herzog und die Herzogin von Eonn- aught, die Prinzessin Louise und ihr Gemahl, der MarquiS of Lome, der f Herzog und die Herzogin von Albany, die Prinzessin Beatrice: ein Dessert-Service, gemalt und mit Monogramm; Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Bestice von England: einen Ofenschirm, selbst auf Leder gemalt; Ihre Kaiser!. König!. Hoheiten der Herzog und die Herzogin von Connaught: ein Präsentirbrett; Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Louise, Marquise of Lome: eine Totlettengarnitur; Ihre Großherzogliche Hoheit die Prinzessin Elisabeth: einen Ofenschirm, von der Geberin Höchstselbst auf Leder gemalt: Ihre Groß herzoglichen Hoheiten die Prinzen Heinrich und Wilhelm: eine Schreib- parnitur in gemaltem Porzellan; Seine Grotzherzogliche Hoheit der Prinz Eduard von Sachsen-Weimar: zwei Windlichter; II. DD. die Prinzen Heinrich und Franz Joseph von Battenberg: ein Theeservice; Lord Sackville: einen Bleisttslhalter; der Alice-Frauen- verein: einen Ofenschirm; Fräulein v. Löw: ein Präsentirbrett; Fräulein Bauer: etn Bracelet; Graf Seckendorfs, ein Kinderportrait, von ihm selbst gemalt, die Höchstsrlige Großherzogin Alice darstellend; Lord Henry Lennoc: Toilettenspiegel und Bürsten in Stlbergarnitur; Stadt Darmstadt: zwei silberne Candelaber; die Frauen und Jungfrauen Darmstadts: ein silbernes Taselservick; die Damen und Herren der Hofstaattnr einen Theekcssel; Mr. Christop. SykeS: zwei Wärmeschüsseln; Mr. Jocelyne: ein Paar Leuchter; die Damm und Herren vom Gefolge der Königin: etn- Bowle; die Offtderr der Yacht „OSborne": eine Bowle; Commerzienrath Morle in Mainz: zwei Schaalen in Muschelform; Mr. und Mrs. Jerningham: eine Casfette; Sir Harry Keppel: ein Flacon und etn Papierwesser; Lady Biddulph: eine Lampe; Herr Kanne: ein ceffatre; Mr8. Scudamor-, Wllkinson, Shaw und Radcliffe: einen Fächer mit Monogramm ; Miß Graham: einen Ofenschirm; General Read: ein Tintenfaß; die Herren BackeS u. Hobey aus F rma Schrcger: ein Photographirrähmchm; Dr. Sahl: einen Ofenschirm; Mr. Tylor: einen ArbtttSkorb; der Vorstand drs Altceveretns für Frauenbildung und Erwerb: eine gestickte Decke; Hofvergolder Zaun: einen Spiegel; die Kinber deS Ntedrr - Ramstädter Stifts: Handtücher; Frau Geh. Obrrrechnungsrath Strecker: ein alldcutschrs Gedeck; di- Hofschauspielrrinnen Eppert, Berl und Ethel: ein Kissen; Frau KünzelRotb: etn Fußftühlchen; Hof-Möbelhändler Trier: einen Damenschreibtisch; Frl. Bassing: eine Portiere; Miß Htldgard: ein Buch; Frl. v. Schenk: ein Fremdenbuch; Frl. v. Münch: zwci Rquarellb ldcr; die htesiaen englischen Damen: eine Schreibgarnitur in Bronce; Hofbuchbinder Deuffel: eine Schreibmappe; Chäplain Cummin: eine Bibel; die HauSossicianten: eine Standuhr. Frankfurt 0. M-, 29. April. sArbeitScslonie für Reffen.] Gestern Abend fand die erste Versammlung des Localcomii^S für Errichtung einer Arbeitscolome für das Großherzoglhum Hessen und die Provinz Hessen-Nassau statt. Den Vorsitz führte Herr Oberbürgermeister Dr. M'quel, nach dessen einlertenben Worten Herr Polizeipräsident von Hergenhahv das Wort ergriff, um die Wichtigkeit dcr zu begründenden Anstalt hervorzubeben. Derselbe betonte, daß zum ersten Mole hier ein Werk der Wohlthätigkeit geschaffen werde, an welchem nicht nur Männer aller politischen Parteien, sondern auch aller Confessionen und sogar aller Richtungen innerhalb der einzelnen Confessionen, sich bethetttgen könnten. Mit der vorgeschlagmen Fassung dcs Aufrufs erklärten sich die Anwesenden (etwa ICO) einverstanden. Die Veröffentlichung wird alsbald erfolgen. Alsfeld. In der letzten GeneraloersaMmlung hiesiger ©rction deS Vogels berger Höhenclubs wurde bezüglich der für diesen Sommer zu unternehmenden Ausflüge folgendes Programm aufgestellt. Für den Monat Mai; 1) Bctheiligung an der von dem Central»Ausschuß in Scholten arrangirten Parthie auf den Gleiberg bei Gießen, 2) Parthie nach Schwär, und O^ffnen eines Hünengrabes; für den Monat Juni: 3) Parthie auf den Herzberg, unter Betheiligung der Secttonen Lauterbach. Schlitz und Hersfeld. 4) Parthie in die Eiben; für Juli: 5) Parthie auf die Steinkout und in den Frieö'schen Garten, 6) Beiheiligung an der alljährlich stattfindenden gemein- schafilichen Parthie auf den Hohenroihskopf; für August: Parthie auf die Hardtmühle, 8) Theilnahme an dem von der Scction Lauterbach arrangirten Hainigfcst und für September: 9) Parthie nach Nieder - Gemünden, in Gemeinschaft mit den Sectionen Homberg-Schweinsberg und Grünberg. — sJmmobilien.^ Ein in M'lwaukee erscheinendes Blatt bringt folgende originelle Notiz: „Eine junge Dame von Oswego verlor, während sie in den Covcert- faa! trat, eine Augenbraue Der junge Mann, der sie begleitete, erblickte letztere am Boden und fiel-in Ohnmacht — er glaubte nämlich, das Ding, das auf dem Teppich lag, sei sein Schnurrbart." — [Äamtnerbienerloßif] „Durchlaucht ist gesonnen, sich an der Wohlthätigkeits- Lotterie für verschämte Arme zu betheiligen; ich bitte daher, die besseren Loose etwas zurück;»halten."_____________ , HaWdet ünd Verkehr. Limburg, 30. April. Nother Weizen X 16.90, weißer Weizen X 16.70, Korn X 12.30, Gerste X 10.20, Hafer X 8.30, Erbsen X —, Kartoffeln X — Frankfurt, 30. Llpril. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Hcr X 2.50-3.40, Stroh X 3.10—3.35, Eier das Hundert X 4 30—5.70, Butter 1. Qualität X 1.00, 2. Qualität X 1.15, Kartoffeln per Centner X 2.00—2.25, Kohlrabi 30-40 4 pr. St, Erbsen 100 Kg. 19.50—27.50 X, Rothkraut pr. St. 00—00 Poularden X 0—0, Huhn -/-L 1.50—2.20, 1 Ente X 3.00—4.00, 1 Taube 60—00 A, Hahn X 1.70—2.00, Gans X 0—0.00, Welsche X 7-12.— Verkäufe und Verpachtungen, Betheiligungen, Stehen-Vakanzen etc. werden am sichersten durch 2lnnoncen in zweckentsprechenden Zeitungen zur Kenntms der bez. Reflektanten gebracht; die einlautenden Offerten werden den Inserenten iw Original zugesandt. Nähere Auskunft ertheilt die Annoncen-Expedition von Rudolt Moffe, Frankfu r t a. M-, Roßmarkt Nr. 3. _ ,1 iffT n 1 pract Ärztin Frankfurt a. M., früher Assist. VIV IHM. fi. bCnSCO. 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Dm Vorsitz fühin n Dorten Herr W leit der ju degründeM Mair hier ein Werk dir aller politischen PM i innerhalb der eWlm nen Fassung dctz Ach Die Vciöffentlichuns olrt izer S-ction be3 LöD- in nnteimbnienben A' I: Y BetheiligW -n da h»k auf oen Gleiberg ki vgradeS; für b«JiJ her gfcfionen LanierM- Parlhie auf die SteinA IchstatifindendengeM lrihie auf die HarbW^ flirten Haivigfest md ß' , chafl mit den &M I Blatt bringt Ehrend sieindMM NBA* »* fungen, «»» E Ä. y-p-S-J, j w- v I ,rt 0*4 1 Illgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung 3097 Qum Genoffenschasts-Register des unterzeichneten Gerichts wurde heute rinaetraaen, daß inhaltlich des Gesellschaftsvertrags vom 1. Januar 1884 !«§ in Reiskirchen unter der Firma: „Landwirthschastlicher Eonsum- verein Reiskirchen, eingetr. Gen." ein Verein zur Förderung der Wirthschaft seiner Mitglieder durch gemeinschaftliche Beschaffung von Bedurft uiffen der Haus- und Landwirthschast in bester Qualität, Herstellung solcher Bedarfsgegenstände, gemeinschaftlichen Verkauf von Produkten aus dem land- wirthschaftlichen Betrieb und Schutz der Mitglieder gegen Uebervortherlung auf unbestimmte Zeit gebildet hat. , r. Der Verein ordnet seine Angelegenheiten unter der ^herlnahme aller seiner Mitglieder durch den Vorstand, den Vermaltungsrath und dte General- Versammlung. Der Vorstand besteht aus dem Director, dem Kasstrer und Lagerhalter und dem Controleur; er vertritt den Verein gerichtlich und außergerichtlich und zeichnet die Firma, indem die Zeichnenden zu der Firma ihre Namensunterschrift hinzufügen. Rechtliche Wirkung hat Zeichnung nur dann, wenn sie von dem Director oder 1 einem Stellvertreter und einem weiteren Vorstandsmitgliede geschehen ist. Der zeitige Vorstand besteht aus: dem Director Ludwig Enders, dem Controleur Heinrich Schomber und dem Rechner Philipp Lepper HL, sämmtlich zu Reiskirchen. Die Mitglieder haften für Erfüllung aller von dem Verein ordnungsmäßig eingegangenen Verpstichtungen solidarisch. Alle Bekanntmachungen des Verems ergehen unter dessen Firma und werden von mindestens zwei Vorstandsmitgliedern unterzeichnet. Die ^eröftent» lichung geschieht im „Gießener Anzeiger". , Das Mitglieder-Verzeichniß kann in der Gerichtsschreiberei unterzeichneten Gerichts eingesehen werden. Gießen, den 26. April 1884. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. Müller. Grimm-Denkmal in Hanau. Am 4. Januar 1885 und am 24. Februar 1886 werden hundert Jahre verflossen fein, seit Jacob und Wilhelm Grimm in Hanau das Licht der Welt erblickten. Die Bürger Hanau's, stolz darauf, daß zwei der berühmtesten Gelehrten und besten Söhne unserer Nation in den Mauern ihrer Stadt geboren sind, haben mit opferbereiter Begeisterung den durch das Herannahen dieser Tage angeregten Gedanken ausgenommen, dem edlen Brüderpaare in seiner Vaterstadt ein seiner würdiges Denkmal aus Erz zu errichten. Aber nicht nur die Vaterstadt, nicht nur das hessische Heimathland sind zur Ausführung des Werkes berufen: die ganze Nation hat das Recht, wie die Pflicht, das Andenken der unvergeßlichen Männer dankend zu ehren. Die Brüder Grimm haben die deutsche Alterthums-Wiffenschaft begründet und die Schatze der Vergangenheit für das Leben cher Gegenwart zurückgewonnen. An „Grimm's-Märchcn" erbauen sich tausende von deutschen Kinderherzen. In unsere Sprache sind die beiden Forscher tiefer eingedrungen als irgend jemand und haben aus ihrem unergründlichen Schachte Schätze zu Tage gefördert, deren Reichthum unser Volk staunend in bem unvergleichlichen Werke erkennt, das ihren Namen trägt und allein genügen würde, ihnen die Unsterblichkeit zu sichern. Ihr gewissenhafter Ernst, ihr prunkloses Wesen, ihre geistige Tiefe und ihr reiches Gemüth vereinigten die edelsten Züge der deutschen Art zu einem ewig denkwürdigen Bilde brüderlicher Eintracht und volksthümlicher Wissenschaft. Sie haben das Vaterland mit der reinsten Hingebung geliebt und durch ihr mannhaftes Eintreten für ihre Ueberzeugung die vaterländische Gesinnung in weiten Kreisen geweckt und befestigt. An alle Deutschen im Reiche und außerhalb desselben bis zu den fernsten Gestaden der neuen Welt ergeht daher der Ruf, Herz und Hand zu öffnen, da es gilt, die Männer zu ehren, welche unserem Volke erst ein klares Bewußtsein vom Werthe feiner Muttersprache, dieser unversiegbaren Quelle seiner Volkskraft und sichersten Grundlage feiner nationalen Zusammengehörigkeit ge- Nerhklßsche Gftndchm«. Mit dem 1. Mai d. I. tritt im Local- vertehr der Oberhessischen Eisenbahnen für Transporte von Sand (auch Schlackenssnd) in vollen Wagenladungen ein ermäßigter Frachtsatz, versuchsweise und mit Wirkung bis Ende dieses Jahres, in Kraft. Das Nähere ist aus allen diesseitigen Stationen zu erfahren. 3099 Gießen, den 24. April 1884. Gvotzherzogliche Direktion. Mailing den 5. n. Mts, von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten Rathhause versteigert werden: «X A Cementlieferung, veranschl. ff n u rt tr rt h it ir rt if zu n Maurerarbeit, Steinhauerarbeit, Dachdeckerarbeit, Schlosserarbeit, Glaserarbeit, Weißbinderarbeit, 40.— 442.10 193.72 348.20 40.25 57.62 588.39 294.- 5734.— Pflästererarbeit, Grd- u. Planirarbeit , Gießen, am 30. April 1884. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 3085 A. 23 ramm. Bekanntmachung. Die am 3O. v. Mts. in der Qberförfterei Schiffenberg ab- gehattene Holzversteigerung i,t genehmigt. Die Absnhrscheine können von Dienstag den 6. d. Mts. an auf Großh. Rentamt Gießen in Empfang genommen werden. Holzüberweisung und erster Holzabfuhrtag Mittwoch den 7. d. Mts. Gießen, am 1. Mai 1884. Großh. Oberförsterei Schiffenberg. I. V.: _________Walther. 3101 Bekanntmachung. Die am IS. April l. I. 3m District Ampel abgehaltene Holz- Versteigerung ist genehmigt und können die Abfuhrscheine vom 5. Mai l. I. an bei der Freiherr!. Rentei zu Londorf in Empfang genommen werden. Papiermühle, Post Londorf, am 30. April 1884. Freiherrliche Oberförsterei Rabenau. Ebel. 3098 3112 Ein Girrten in der Nähe der Aktienbrauerei, zum größten Theile ausge- ftellt, zu verkaufen- Näh. i. d- Exp. d. Bl- Freitag den 2. Mai, Morgens 9 Uhr, soll im Laden des Herrn Metzger S ch u st e r, Wetter gasse, eine frisch abgeschlachtete streitige Ochsenhaut meistbietend versteigert werden. 3103 Gießen, den 1- Mai 1884. Müller, Ortsgerichtsmann. Iieikgeöotenes. Tsiletteseifeu, Laschentuch- Parfüm von „Monson" reichhaltiges Lager in der Drogerie von Otto Schaaf, 2846__________SelterSwcg 25- Gesangbücher in soliden Einbänden empfiehlt in reicher Auswahl 2910 PH. Lüdekiirg. Knöpfe, Zwirn, Seide und Litzen, sowie Schmucksachen empfiehlt billig 2964 Joh. Zufall, Neuen Baue 21. Korsetten deutsche und französische Fabrikate, Kiuder-Lorsetts empfiehlt in bekannter großer Auswahl Robert Haas, 1700 Seltersweg 59. 3077 Ein frequentes Co- lonialwaareu - Geschäft in Marburg sucht zu sofor- tigeM Eintritt einen mit den nothigen Borkenntniffen versehenen Leh rlin g aus guter Familie. Näheres bei der Exped. d. Bl. Sortirerrmrerr finden lohnende Arbeit im Lumpengeschüst 2885 von August Schlessinger. 2919 Ein Mädchen, Kindergärtnerin, das Kenntnisse in Sprachen und Musik hat, sucht Stelle in einer besseren Familie zu Kindern, gegen mäßiges Honorar. Offerten an Fräulein Elise Thelen in Wetzlar. geben hat. Alfred Ritter von Arneth, Wien; Prof. Bartsch, Heidelberg; Prof. Bergmann, Rector der Universität. Marburg; Prof. Georg Beseler, Berlin; Friedrich von Bodenstedt, Wiesbaden; Regierungs-Präsident von Brauchitsch, Caßel; Otto Braun, München; Prof. Braune, Gießen; Prof. Max Büdinger, Wien; Martin Ritter von Casstan, Wien; Prof. Ernst Curtins, Berlin; Prof. Felix Dahn, Königsberg; Dr. Albert Duncker, Landesbibliothekar, Cassel; Georg Ebers, Leipzig; Pros. Endemann, Bonn; Oberpräfident, Staatsminister Graf zu Eulenburg, Cassel; Oberbürgermeister von Forckenbeck, Berlin; Freiherr von und zu Franckenftein, Erster Vicepräsident des Reichstages, München; Gustav Freytag, Wiesbaden; Prof. v. Giesebrecht, München; Prof. Jul. Grimm, Wiesbaden; Prof. Klans Groth, Kiel; Prof. Heinzel, Wien; Prof. Heyne, Göttinnen; Prof. Henke, Tübingen; Paul Heyse, München; Prof. Hildebrand, Leipzig; S. Hirzel, Leipzig; Hoffmann, Zweiter Vicepräsident des Reichstags, Berlin; Wilhelm Jordan, Frankfurt; Pedro Jung, Hanau; Gottfried Keller, Zürich; Prof. Kelle, Prag; Prof. König, Göttingen; Prof. Hermann Kopp, Heidelberg; Prov. Schulrath Dr. Lahmeyer, Cassel; Heinrich Laube, Wien; Unter- siaatssecretär Ledderhofe, Straßburg; Prof. E. v. Leutsch, Göttingen; von Le- vetzow, Präsident des Reichstags, Berlin; Prov. Lexrr, Würzburg; Prof. Lueae, Marburg; Prof. Ludwig, Leipzig; Prof. Martin, Straßburg; Ober- u. Geh. Reg -Rath Mittler, Cassel; Oberbürgermeister Miguel, Frankfurt; Prof. Theodor Mommsen, Berlin; Prof. Max Müller, Oxford; Prof. Paul, Freiburg; Prof. Pflüger, Bonn; Prof. Pott, Halle; Prof. Leopold v. Ranke, Berlin; Prof. Dr W. I. v. Riehl, München; Julius Rodenberg, Berlin; Prof. Rühl, Königsberg; Prof. Schade, Königsberg; Viktor v. Scheffel, Radolfzell; Prof. Wilhelm Scherer, Berlin; Reichsgerichts-Präsident Simson, Leipzig; Friedrich Spielhagcn, Berlin; Prof. Elias Steinmeyer, Erlangen; Heinrich v. Sybe», Berlin; Prof. Schönbach, Graz; Prof. Schweizer-Sidler, Zürich; Prof. Thöl, Göttingen; Prof. Tobler, Zürich; Prof. Vetter, Bern,; Prof. Fr. Vischer, Stuttgart; Gymn.-Dir. Dr. Vogt, Cassel; Prof. Weber, Göttingen; Dr. Hermann Weigel, Cassel; Prof. Wilmanns, Bonn; Prof. Weinhold, Breslau; Oberbürgermeister Weise, Cassel; Prof. Zacher, Halle; Prof. Zarncke, Leipzig; Prof. Ignaz Zingerle, Jnsbrnck. Geldsendungen bitten wir an einen der Schatzmeister des Comit^s, Herrn Ludwig Limbcrt oder Herrn Ph. Heinrich Zeuncr, briefliche Mittheilungen und Anfragen an Jnstizrath Osius oder Dr. Georg Wolff zu richten. Hanau a. M., am 23. April 1884. Otas IiOcral-<2omitCe Für dasselbe: Laug, Freih. v. Broich. Rauch, Osius, Landq.-Präsident. Landrath. Oberbürgermeister. Jnstizrath. Kehl, Dr. Wolff, Fabrikant. Gymn.-Oberlehrer. Zur Entgegennahme von Beiträgen ist die Expedition dieses Blattes gerne bereit.___________________________________________________ ti„™ lAjnnaUnn mit verzinkten Ketten und leinenen Bändern nach bewährter Eonstruction, M8 auf Leinwand, mit Gurten-, Stahlband-, und ■BjaUÜM Stahlblättchen • Verbindung, liefert solid und billigst unter Garantie R. Itotternianiit Mainz. Vertreter: Herr C. ®lückrath') Möbelfabrikant.______3108 Da die neue Ladeneinrichtung nicht fertig geworden, kann der Umzug erst am 3. Mai stattfinden. Schintz des Ausverkaufs sämmtlicher Eöaaren zum Selbstkostenpreis am 9, M— Gelnhausen. . an 630 1050 335 705 — 1.) II. und III. Classe. 10. 12 | 14. 16. | 18. Vm. Vm. | Nchm. Nchm.i Nchm. Gelnhausen. . ab — 705 1205 435 855 Lieblos .... — x — x^ Mittel-Gründau . . — 715 1220 449 905 Büdingen. . . n — 730 1240 504 920 Büches-Düdelsheim . ii — x x x Bleichenbach . . . ti — 740 1255 514 930 Stockheim.... n — 750 110 523 9® Ranstadt .... — 800 125 533 950 Nidda (Bad Salzh.) an — 810 138 544 liM ab 515 815 150 548 Borsdorf .... V x x x —- Ober-Widdersheim . n 525 825 205 600 — Hungen . . . 11 540 840 235 — Langsdorf.... n 545 847 243 620 — Lich..... ,, 555 855 300 627 — Garbenteich . . . H Glu 910 315 642 — Gießen . . . an 625 925 335 656 — Das Zeichen x bedeutet „Halten nach Bedarf", d. h. sofern Reisende daselbst ab- oder zugehen. Die Nachtzeiten — von 6 Uhr Abends bis 5 Uhr 59 Min. früh — sind durch Unterstreichen der Minutenzahlen hervorgehoben. Exemplare des vollständigen Fahrplans mit den Anschlüssen sind vom 10. Mai ab durch unsere Stationen, sowie auch birect bei unserer Magazinsverwaltung dahier, für ben Preis von 10 Pf. pro Exemplar zu beziehen. Gießen, ben 26. April 1884. Großherzogliche Direktion.3100 Wilh. Wilke nebst $rau und Kinder. 3118 Danksagung. Für die vielen Beweise von Theilnahme bei dem Hinscheiden unseres [leben Vaters, Großvaters und Schwiegervaters Gotthard Schreiner, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Schlosser am Grabe des Verstorbenen sagen ihren tiefgefühltesten Dank 3106 Ein Mädchen zu Kindern auf sofort gesucht. Frau Plank, Kaplansgasse 2. 3120 Ein ordentliches Dienstmädchen, welches selbstständig kochen kann, wird gegen hohen Lohn nach auswärts gesucht- Näheres durch die Exped- d- Bl- 3 gute Kockschneider 3105 sucht Gnst. Kantz. 3094 Eine goldene Kette (Erbsenkette) mit Schloß, als Armband dienend, ist auf dem Weg von der Alicenstraße bis zur Hälfte der Südanlage verloren worden- Dem ehrlichen Finder eine gute Belohnung beider Expedition ds- Blattes. 3117 Einen Lehrling sucht _____Hch. Seidewand,^Schuhmacher. 3071 Ein großes helles Zimmer, event. zwei kleinere, unmöblirt, zu miethen gesucht. Offerten mit Preisangabe an die Exped. d. Bl. unter Nr. 3071 erbeten._________________ 2679 Ein tüchtiges Dienstmädchen mit guten Zeugnissen wird gegen guten Lohn gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bl. 3030 Ein tüchtiges Dienstmädchen sucht Frau Elsoffer. CZ1 2/5. 8 Uhr. Oblig. v. Conf. 3087 Redaction: A- Scheyda. — Truck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr- Pietsch) in Gießen- 1 Das Bef Stunden außerhc Kaiserin ausc M Wiesbaden tie erfolgen, Wltnijsen her DamMer N der Königin W Mn ^testens ■ Mkt. _, Der Schn in drr Socialisten diu gestrigen Dl ft Mtheilungen Men ComnnsN tzz National'D« tu Lust zu spren< Mnng dieser M joilhes Unterst MMbrüderun ^tz-Coinnnsston toi mit Spreu v.Mer steht di^ichtages z te öchnng be MW, wobei A nur auf einem ur iaj die VerhaM »ttmckr Matz: des vvchen Reie In der am Die wurden diejemo periodischen Du über die Zusam des sog. kleinen gleichen ein Ar räumten außer hatte die letztge descmmissar $ der socialdemok Die Un am Dienstag t trügen der Cor Wn den Forti Pir Basis der ! Im pre Berathung Der Mde meist nm WW wurden ^Wmmen. ( bleustes irde Das von seiner Dr W 6pi «i'ihmz« j «t c bet W ^Wieden p, '»den Trink hallen wurde Miänischen bracht wurde «»»Prinzen .?.!», einen bisher. n ^ie ec über"