2045 I nhaeh. R weißen 'M Klee-1 Tymothee- löfflnien 3071 i Petri C. Z-rukk.) karren j lnzahl Bütten, lall k. tzwWt, Rübfamen, chraße 11. breite Vorhangs- alten, 1 großer ge- «pich bei is Rothenberger, Neuenwegs. )le altrialien- Nuiig Piuderei ;t preiMÜrdig z» GiMstshms hegt e md nahe an da 1964 b. ftp. d. A. Anzeigen. imLdchev mit gute« ninb Hausarbeit auf AschIL, sM Großen, le * 0II tw "hs-ie^"Ä. «” rJS i in »"1! I iierjaa^ < Mx 78. Dienstag den I. April 188L. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bitte*»t Schulstraße 7. Erscheint tLMch mit Ausnahme des MonlagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn, Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. 0 Deutschland. Darmstadt, 29. März. Wegen des Ablebens Sr. König!. Hoheit des Prinzen Leopold von Großbritannien und Irland, Herzog« von Albanu ist aus Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer vom Heutigen bis em- fchließlich den 25. April L Js. verordnet und in Folge dessen die Hochzeit des Prinzen von Battenberg und der Prinzessin Victoria verschoben worden — Das Großh. Regierungsblatt Nr. 6 enthalt die Allerhöchste Berord- nuna die Prüfungen für einige Stellen des niederen Verwaltungsdienstes betr. ' _ Se. Königl. Hoheit der Großherzog wohnten gestern der Plenarsitzung des Großh. Staatsmlnisteriums bei. Darmstadt, 28. März. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 5) enthält: ...... 1 Verzeichnis der Vorlesungen, Hebungen und Praktika, welche im Sommer-Semester 1884 in den 6 Fachabtheilungen der Großherzoglichen technischen Hochschule zu Darmstadt gehalten werden. . . 2 Hebersicht der für das Jahr 1884/85 von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal- Bedürfnissen in den Gemeinden des Kreises Dieburg. 3 . Hebersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz für das Jahr 1884,85 zur Erhebung genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communal - Bedürfnisse der israelitischen Religions-Gemeinden des Kreises Büd^n^"^bbersicht der für das Rechnungsjahr 1884/85 von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal. Bedürfnissen der israelitischen Religions - Gemeinden des Kreises Schotten. 5. Concurrenzeröffnungen: , _ . o, nrr Erledigt sind: Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bernsfeld mit einem Gehalt von 900 mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Osthofen mit einem Gehalt von 1000 M. An der gemeinsamen Musterschule zu Friedberg eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle mit einem Anfangsgehalt von loOOX, von 5 iu 5 Jahren steigend bis zu 1600 -vit. jährlich. Zwei Lehrerstellen an^ der evang. Schule zu Vilbel mit einem Anfangsgehalt von je,1000 X, von o zu 5 Jahren steigend bis zu 1600 JL jährlich. Eine mit einem fatlj. Sdjrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ockstadt mit einem Gehalt von 900 M. Das Concurrenz-Ausschreiben Nr. 7 in Beilage 3 des Großh. Regierungsblattes von 1884 wird hiermit zurückgezogen. —1. Darmstadt, 30. März. tErste Kammer der Landstände.j Der,Manz- Ausschuß der etilen Kammer hat noch dem jetzt tm Druck vorliegenden Bericht M>er die Necommunication der zweiten Kammer in Betreff der Steuergesetze bei sümmtttchen f>auvtdifserenrounkten nicht nachgegeben und nur bet der allgemeinen Einkommensteuer dem'Beschlüsse zweiter Kammer htnnetgend beantragt Ebenso verhält sich der Ausschuß ablehnend in Bezug auf den von der zweiten Kammer mit großer Majorität beschlossenen Passus, daß vie Gesetze über die allgemeine Einkommensteuer und die Kapitalrentenfteuer ein untrennbares Ganze bilden und' daher eines ohne daS andere nicht in Kraft treten darf, da er wohl einsah, daß bei den allzu großen Differenzen eine Einigung über die Einkommensteuer nicht wohl tm Bereiche der Möglichkeit liegt- c , Dagegen wird von demselben Ausschuß der Gesetzentwurf, die Eisenbahn«« von localem Interesse und die Straßenbahnen betr., sowie d>e Vorlage der Neuerung über die Herstellung mehrerer Nebenbahnen gemäß den Beschlüssen zweiter Kammer zur Erledigung vorgeschlagen, wie auch beantragt wird, die übrigen Anträge und Ersuchen um Erbauung solcher Bahnen tm Sinne des Beschlusses zweiter Kammer der Regierung mit dem Ersuchen zu übergeben, die bezeichneten Bahnproj'cte einer eingehenden Prüfung zu unterwerfen und je nach dem Ergebniß derselben eventuell dem nächsten Landtage Vorlage zu machen- Berlin, 29. März. Se. Maj. der Kaiser, empfing heute Vormittag die 10 türkischen Osficiere, welche verschiedenen preußischen Regimentern zur Dienst-' leistung zugetheilt sind, unter Führung ihres bisherigen Jnstructeurs, Oberst v. Elpons. t L . » , — Das Abgeordnetenhaus setzte die zweite Lesung der Jagdordnung Jort und erledigte dieselbe bis einschließlich Titel „Ersatz des Wildschadens" (§ 71a) zum größten Theil nach den Vorschlägen der Commission. Der Minister Lucius trat hierbei wiederholt für die Regierungsvorlage ein. Die Berathung des Titels: „Verhütung des Wildschadens" (§ 62 bis 71) wurde auf Antrag des Abg. Windthorst ausgesetzt. Die Fortsetzung der Berathung findet Montag statt. — Die „Nordv. Allg. Ztg." äußert in Betreff des von dem Stadtverordneten Singer gestellten Antrages, daß die Stadtverordneten wegen einer Vermehrung der Abgeordneten Berlins zum Reichstage und Landtage petitio- niren möchten: die Stadtverordneten würden offenbar ihre Besugniffe überschreiten, wenn sie in die Berathung dieses Antrages eintreten wollten, da die städtische Vertretung sich nach der Städteordnung aus eigener Initiative nur mit Gemeinde-Angelegenheiten als solchen zu besaffen habe. Wie die „Rordo. Allg. gtß." hört, hat der Oberprästdent Achenbach Maßregeln getroffen, daß jedem "Versuche, über den Singer'schen Antrag zu verhandeln, entgegengetreten wird. Berlin, 29. Marz. Die Unsallverficherungs-Commisfion nahm heute den Antrag Buhl und Genossen an, welcher die Versicherung aus Bauarbeiter, sowie auf Betriebe, in denen Explosivstoffe gewerbsmäßig erzeugt oder verwendet werden, autzdehnt. Die Ausdehnung der Versicherung auf land- und forstwirth. schastliche Arbeiter wurde abgelehnt. — Fürst Orloff ist heute Abend in Begleitung des Botschaftsraths Mura- wieff über Brüssel nach Paris abgereist. Swinemünde, 29. März. Die hier erbaute chinesische Panzercorvette „Chen Duen" ist mit dem Gesandten Lisongpao an Bord heute früh nach Eckernförde abgegangen, um Probefahrten abzuhalten. Dänemark. Kopenhagen, 29. März. Der bisherige Gesandte in Petersburg, Kammerherr v. Bind, ist zum Gesandten in Berlin ernannt worden. Bis zum Eintreffen desselben in Berlin fungirt der dortige dänische Legationssecretar, Baron v. Gyldenkrone, als Geschäftsträger. , — Der Handelsvertrag zwischen Dänemark und Spanien ist von dem Minister des Auswärtigen und dem hiesigen spanischen Gesandten unterzeichnet worden. Verwegen. Christiarria, 29. März. Das Reichsgericht hat heute den Staatsrath Johansen, auf den sich der erste Punkt der Ministeranklage nicht mit erstreckt, zu einer Geldstrafe von 8000 Kronen und zu den Proceßkosten im Betrage von 200 Kronen verurteilt. England. London, 28. März. Das Unterhaus nahm mit 208 gegen 197 Stimmen einen Antrag Pell's auf Herbeiführung einer Erleichterung der localen Steuern an. Die Regierung hatte den Antrag bekämpft mit der Erklärung, daß diese Frage von derjenigen der localen Verwaltung nicht getrennt werden könne. Ueber letztere bereite die Negierung einen Antrag vor, welcher bei günstiger Gelegenheit eingebracht werden solle. London, 29. März. Das Hmsche.den des Herzogs von Albany hat hier und in den Provinzen tiefe Trauer hervorgerufen; von allen Seiten gehen iBetleib8beaeu6» unaen ein voll größter Sympathie für die Königin und die königliche Familie. Die Kaiserin Eugenie traf gestern Nachmittag in Windsor ein, wo sie von der Königin empfangen wurde und einige Stunden verblieb. Nach Mittheilung der Kaiserin an einige hochgestellte Persönlichkeiten erträgt die Königin den schweren Schlag mit wunderbarer Stärke. Gestern Abend traf auch der Prinz von Wales in Windsor ein; derselbe wird sich voraussichtlich heute nach Cannes begeben. Die Herzogin von Albany, welche die Trauerkunde von der Prinzessin Christian erhielt, ist vollständig gebrochen. — Der Hofmeister der Königin, Sir John Cowell, ist auf Befehl der Königin Abends nach Cannes abgereist, um die Leiche des Herzogs nach Windsor über- zuführen. von Wales reist heute Abend nach Cannes ab, um die Leiche des Herzogs von Albany abzuholen. _ „ .. „ . . v Hof, Heer und Marine ist Trauer vom 30. Marz biS 11. Mai und allgemeine Landestrauer von drei Wochen ist vom 30. März ab angeordnet worden. — Sämmtliche Morgenzeitungcn erscheinen mit Trauerrand und enthalten Artikel, in welchen die Verdienste des verstorbenen Herzogs von Albany hervorgehoben werden und daS tiefste Bedauern über seinen Tod, sowie die Sympathie für die Königin und die königliche Familie auSgedrückt wtrb- — Ein der „Times" aus Cannes zugegangenes Telegramm von gestern v^- richtet, daß der Herzog bei dem Treppensteigen im „Cercle nautique" ttel, w^ei er sich das Knie verletzte. Nach Hause und zu Bette gebracht, empfand er keine Schmerzen. Er nahm ein leichtes Souper ein, worauf er einschlief. Um 2Vr Uhr Morgen« wurde der Arzt, welcher in demselben Zimmer schlief, durch ein schweres Athemholen des Herzogs geweckt; er fand ihn in einem Krampfanfall. Secks Minuten spater erfolgte der Tod. Die Todesursache ist muthmaßlich eine Blutergießung in s Gehirn. Italien. Rom, 29. März. Gelegentlich der Ernennung der beiden neuen Cardinüle erinnerte der Papst an seine bei jedem neuen Angriff auf die Rechte des Papstthums formulirten Proteste, er sagte, man schreite auf der Bahn dieser Angriffe vorwärts mtd suche durch alle erdenklichen Mittel, sich im Besitze Roms zu befestigen. Er verurtheile Alles, was zum Nachtheil der Kirche unternommen worden sei, er wolle alle Reckte derselben nicht aus Ehrgeiz, sondern seiner Pflicht gemäß vertheidigen. Er sei einem wandelbaren unsichtbaren Schiedsgericht preisgegeben, wie beispielsweise in der Angelegenheit der Propaganda. Er sehe noch ernstere Heimsuchungen voraus, sei aber bereit, dieselben zu ertragen- Die Feinde des Papstthums hatten geschworen, dasselbe womöglich 8Utn_ ^e^re^n9^ wurde in Ischia eine leichte Erderschütterung wahrgenommen; sie verursachte feinen Schaden. Die anfangs erschreckte Bevölkerung bes ruhigte^sich^baw wieder.^^ blautet nichts Neues- „Stampa" bementtrt alle Be- bauptungen betreffs Aenderunaen des Rcgterungsprogramms. — Die Quarantäne für egyptff-be Provenienzen wurde heute aufgehoben. Ausland. Petersburg, 29. März. Die Blätter-Nachrichten über angebliche Ruhestörungen in Kiew erweisen sich nach wiederholten Anfragen als unbegründet; es handelt sich zweifellos um eine Reproduction der bereits am 24. und 25. März hier kursirenden Gerüchte, welche schon damals von authentischer Seite als unrichtig bezeichnet wurden. Amerika. Cincinnati, 28. März. In Folge eines sehr milden Erkenntnisses in einem Mordprocesse sammelte sich ein Volkshaufen um das hiesige Gesängniß, in welchem noch mehrere des Mordes Angeklagte inhaftirt waren, so daß zur Verhütung weiterer Ausschreitungen Militär requirirt werden mußte. Dasselbe machte von den Waffen Gebrauch, wobei mehrere Tumultuanten gelobtet wurden. Der Volkshaufen vergrößerte sich hiernach, bemächtigte sich aller Waffen und Munitionsvorräthe des Zeughauses und bedroht fortgesetzt das Gefängniß. Einem Gefangenen, welcher inzwischen nach einer benachbarten Stadt gebracht werden sollte, gelang es unterwegs, aus dem Eisenbahnzuge zu entkommen. Telegraphische Depesche«. WoLff'S ürLegr. EsrxewonLKNT-Wrrreatt. Cincinnati, 29. März. Bei den hier vorgekommenen Unruhen sind 21 Personen verwundet worden, von denen 4 schwere Verletzungen davon getragen haben. Eine Person ist an den erhaltenen Verwundungen gestorben. Der entsprungene Verbrecher ist wieder tu Hast gebracht worden. Die Unruhen haben sich nicht wiederholt. Cincinnati, 30. März. In der vergangenen Nacht ist es zu neuen Ruhestörungen gekommen. Die Volksmenge umringte das Gefängniß, welches Polizei- und Militär-Marmschaften besetzt hielten, steckte das Gerichtsgebäude und andere Gebäude in Brand und verhinderte die Feuerwehr am Löschen, bis das Militär letztere unterstützte. Von der Volksmenge, wie vom Militär wurde von Schußwaffen Gebrauch gemacht, wobei über 50 der Ruhestörer gelobtet wurden. Die Volksmenge erbeutete eine Kanone, jedoch ohne Munition, die Polizei nahm die Kanone später wieder und zerstreute die Tumultuanten. New-Aork, 30. März. Nach hier eingegangenen Nachrichten füllt das Waffer des Mississippi unterhalb Greenville nnd Mississippi wieder. ä o f ö l e i Gießen, ZO.März. sThealer. — Gastspiel des Herrn Julius Fiala.) In dem Shakespeareschen Hamlet ist fast Alles der verschiedensten Auslegung unter- morsen worden. Ob Hamlet sich nicht blos wahnsinnig stelle, sondern ob er wirklich wahnsinnig sei, ob er Ophelia liebe oder nicht, wie sein Verhältnis; zur That beschaffen sei, ob er seiner Aufgabe nicht gewachsen oder ob er ihr gewachsen sei, ob diese Aufgabe darin bestehe, Den Mörder seines Vaters zu tobten oder ihn zu entlarven, wie Natur und Charakter des Helden aufzusoffen sei, das Alles und noch Etwas vorüber ist von den Gelehrten zum Gegenstand langer, tiefsinniger Abhandlungen gemacht worden. Der Darsteller wird, je nach seiner künstlerischen Veranlagung, zwischen diesen verschiedenen Auffassungen zu wählen haben. Seh^n wir nun zu, m welcher Weise unser Gast den Hamlet auffaßt. Seitdem uns Herr Ftala zuletzt an der Darmstädter Hofbühne in dieser Rolle entgegengetreten, haben wir Gelegenhett gehabt, einige der ersten Hamletdarsteller zu sehen und ihre Auffassungen miteinander zu v-rglrtchen. Mit gutem Gewissen können wir behaupten, daß sich Herrn Ftala's Wiedergabe der Rolle neben der jener Vühnen- größen mit Ehren sehen lassen kann. Sein Hamlet ist keine Schablonerfigur, sondern eine wirkliche Charakterschöpfung, welche von Der Genialität des Künstlers gewichtiges Zeugntß ablegt, tfür Deutschland schufen die Rolle die Künstler Vrockmonn und Schröder, deren verschiedene Auffassungen noch heute btn streitigen Punkt für Kritik und Künstler bilden. Die tiefe Melancholie im Charakter des Dänenprinzen, welche das Leben als nicht mehr lebrnswerth wegwirft, löste sich in Brockmann's Spiel mehr zur Wirkung einer gefälligen Sentimentalität auf. Schröder's mächtigere Imagination, sein rascheres Blut tauchten weit tiefer in die skelsicben Qualen des Däsenprtnzen ein und gingen geraden Wegs auf d e tiefste Erschütterung eines vom Zweifel am Ungeheuerlichen, am Unglaublichen zerrissenen Menschmherzens los. Fiala's Auffassung nähert sich der Schröder'schen und bat euch eine gewisse Ähnlichkeit mit der von Ludwig Barnay. Er betont im Charakter des Hamlet das gedankliche Moment, den grübelnden Pessimismus, — und das ist uüff^s Erachtens das allem Richtige, weil es allein das Wesen der Dichtung in seinen Tiefen «ufdeckt. Manche Aesthet'ker wollen fretlch den Accent auf den melancholischen Prinzen gelegt wissen und es gibt genug Darsteller, welche den Hamlet w-e eine Schiller'fche Jünglingsgestalt spielen: nur vergessen diese, daß sie mit solcher Auffassung die Thür des Verständnisses zu diesem Shakcspearestück gewaltsam orrr ezrln. Fiala zeigt den unheilbaren Ritz in Hamlets umnachteter Seele, zeigt, wie sich der unglückliche Prinz dinier der erzwungenen Heiterkeit, hinter den fiebernden ParoxiSmen zu verstecken und zu vergeffen sucht, für welche es nur einen Ausgang, eine Heilung gibt: der Untergang Aller, und der Rest «st — Schweigen. B-t Hamlet-Fiala nehmen wir unmittelbar wahr, wie sich des Gedankens Blässe allen Entschließungen anhastet und bas Lebens- rnark hinwegzehrt. Von Anfang b;s zu Ende war die Darstellung des Herrn Ftala eine schöne und edl-, — wir gebrauchen diese beiden Beziehungen mit allem Nachdruck — aber am wohlsten fühlte er sich dann, wenn er seinem warmblütigen Temperament dir Zügel schießen lassen konnte. Dem entsprechend gelang ihm weitaus am besten die -rotze Scene mit seiner Mutter. Der Gast wurde nach jeder Scene mit spontanem Beifall und Hervorruf geehrt. Fräulein Kohrs en I. fanb für die überaus schwierige Wahnsinnsscene die richtigen Töne. König und Königin waren in den bewährten Händen des Herrn Muff und Fräulein Pögnrr I. Der Geist fand durchHerrn Schreiner eine wohl- gelungene Wiedergabe. Herr Rickelt wußte zwischen den beiden Seiten der Polonius- Natur (Hofmann und HanSwurft) geschickt zu vermitteln. Herr Schönwasser bildete als feuriger Laertes den richtigen Gegensatz zum unentschlossenen Hamlet und Hatto auch jenen Zug der Unaufrichtigkeit, welcher mit dem offenen, arglosen Wesen des Prinzen wirksam contraftkt Die Maske, in der Herr Schölermann als Schauspieler erschten, war sehr glücklich gewählt. Alle andern Partien waren ausreichend besetzt. Vortrefflich war mit Rücksicht auf unsere Bühnenverhältnisse die Jnscenirung. Gießen, 31. März. OberamtSrtchter W. Hofmann von Altenstadt wurde zum OberamtSrichter bei dem Amtsgericht Ntdda, Amtsrichter Dr. Carl Arnold zu Groß- Gerau zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Altenstadt und GerichtSaccesfist Eduard Wetdig auS Gießen zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Schotten Ernannt. Gießen, 31. März. Schwurgerichtsverhandlung am 27., 28. und 29. d. Mts. gegen Wilhelm Heyer II. und 16 Genossen von Wölfersheim wegen LandftiedmSbruchS. Dieselben waren beschuldigt: 1. daß in der Nacht vom 24. zum 25. November 1883 zu Wölfersheim sich eine Menschenmenge öffentlich zusamrnenaerottet und mit oeremten Kräften Gcwaltthätigkeiten gegen Personen und Sachen verübt hat: 2. daß die 17 Ang-schuldigteu an dieser Zusammenrottung theilgenommen und zwar Wilhelm Heyer II. als Rädelsführer und daß ferner bei derselben Heinrich Berg Gewaltthätigkeiten an Personen und Sachen und Heinrich Ries unv Johs. Kronenberger Gewaltthätigkeiten an Sachen begangen Haden. Die Geschworene« verneinten Die an dieselben gerichteten Schuldfragen, in Folge deffen sämmtliche Angeschuldigten von Strafen und Kosten freigesprochen wurden. Vermischtes. Frankfurt a. M., 30. Marz. Heute um 2 Uhr versammelten sich im Zoologischen Garten-Saale die Vertrauensmänner der deutschen freisinnigen Partei aus den Großh. hessischen und heffen-nassauischen Wahlkreisen, um sich über die Wahlen in den einzelnen Kreisen zu verständigen. Diese vertrauliche Besprechung wurde von einem Polizeicommissär tn voller Uniform überwacht. Um 41/* Uhr begann das Banket im großen Saale des Zoologischen Gartens, an welchem gegen 450 Herren theilnahmen. Herr Eugen Richter wurde bet seinem Eintritt tn den Saal von lebhaftem Applaus empfangen, ebenso die später eintretenden Herren Hänel und Rickert. Nach einer kurzen Absprache des Herrn Dr. Cnyrim, worin er die Anwesenden und namentlich auch die drei Reichstags-Abgeordneten willkommen hieß, ergriff Herr Dr. Hänel das Wort. Er fühle sich in Frankfurt, sobald er als Politiker hierherkomme, schon heimisch, da er im Parlament von 1848 seine politische Erziehung genoffen. Man könne jenen später so verunglimpften Männern nicht dankbar genug sein, denn nur ihren Vorarbeiten sei es zu verdanken, daß Deutschland nun einen gemeinsamen Boden habe, auf welchem für das Werk der freiheitlichen Entwickelung gewirkt werden könne. Er bringe diesen Dank auö, indem er rufe: Hoch lebe der deutsche Kaiser und das deutsche Reich! Alle stimmten in den Ruf ein, worauf zwei Verse eines Gedichts von Albert Träger nach der Melodie „Deutschland, Deutschland über Alles" im Chor gesungen wurden. Mit lang anhaltendem Applaus empfangen, toastirte Herr Reichstagsabgeordneter Eugen Richter auf die deutsche freisinnige Partei. Stürmischer Beifall folgte dieser Rede, wonach das Gedicht Trägers zu Ende gesungen wurde. Rickert toastirte auf die Wähler in Stadt und Land. — Im „Hotel Jacobi" tagte heute eine aus allen Theilen des Großherzogthums Hessen besuchte, ca. 70 Theilnehmer zählende Versammlung von Vertrauensmännern der hessischen deutsch-freisinnigen Partei. Zunächst wurde darüber discutirt, ob ein Programm für die Landtagswahlen aufgestellt werden solle und diese Frage einstimmig bejaht, der vorgklegte Programm-Entwurf dagegen auf Wunsch der Delegirten von Gießen, Offenbach und Bingen zu nochmaliger gründlicher Beratung in den einzelnen Vereinen zurückgegeben. Es wurde beschlossen, auf Anfang Mai eine Landes-Versammlung auf breitester Basis nach Offenbach einzuberufen. Die vöthigen Vorarbeiten für die Aufstellung eines Programms sollen unter Beifügung der Motive durch den Darmstädter Verein geschehen. Für dieselbe Versammlung wurde die Besprechung der Frage, welche Stellung man bezüglich der Landtagswahr zu nehmen habe, zurückgestrllt. Hingegen kam die Organisation der Partei zur Besprechung, und wurde allen Partei- genoffm aufs Wärmste an8 Herz gelegt, tn den einzelnen Orten Vereine ins Leben zu rufen unb für freisinnige Wahlen zu wirken. Drn Vorsitz führten die Herren Büchner-Darmstadt und Georgi-Gießen. (F. Z.) HarrdeL A«d Bevikedr. Grünberg, 29. März. (Fruchtpresse.) Weizen A 19.10, Korn Jt 16.90, Gerste 15.40, Hafer UÄ 16.50, Erbten M. 18.40, Linsen JL 18.00, Lein JL 28.00, Samen JL 32.00, Kartoffeln «tL 4.10, Wicken 20.80. Frankfurt, 29. März. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu «/& 3.20—3.60, Stroh 2.80—3.20, Eier das Hundert JL 450—5.00, Butter 1. Qualität 1.20, 2. Qualität X 1.30, Kartoffeln per Centner JL 2.00—2.25, Kohlrabi 5-6H per Stück, Erbsen 100Kgr. 20—27 Jt, Rothkraut per St. 20—25 X Poularden 0—0, Huhn 1.50—2.20, 1 Ente 3.00—4.00, 1 Taube 60—70 H Hahn 1.70-2.00, Gans rte für die Rückantwort beigelegt ist. lieber Inserate bezüglich deren Offerten einzureeLeu sind, ist die ^rp-dsti,.-n zu keinerlei Auskunftsertheilungen beflißt. Offertenbriese sind — soweit k^intz bestimmten oe-s.entb''ilioev Al>nwchnna-'N aetroff-n wurden — in d?r c-zx llr. LiDck’sFelllangenmelilSg W Gehn Adami E. Hainbach Fr. Leo J. Brückmann R. Hecker P. J. Moebs 8. Elsoffer Carl Hoffmann W. Seuling Emil Fischbach Fritz Flimm L. Kalkhoff G W. Weidig JSergmann’s Briginal-Theerfchwefelfkife von Bergmann L Co , Frankfurt a. M. Allein echtes, erstes und ältestes Fabrikat in Deutschland. 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