Erscheint täglich mit Ausnahme deS MoirtagS. flhtwoM t Schulstraße B. 18. PrciK vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlehn. Durch die Post bezogen vierteljabrlich 2 Mark 50 Pf. Im Kreise Gießen sind in der Zeit vom 31. Januar 1881 bis dahin 1882 in den einzelnen Gemeinden die nachstehend verzeichneten Beträge für Dr. Boekmann. kästchen, einige Schlüssel. Zugelaufen: 1 gelber Pinscherhund. Gießen, am 29. April 1882. Gefunden: 2 Hemdenkragen, 1 Wagenkapsel, 1 Portemonnaie, 1 Stück einer Uhrkette, 1 baumwollenes Halstüchelchen, 1 Kopfkissenbezug, 1 Griffel- Gehalt von 1000 bis 1500 JL; dem Herrn Fürsten zu Ysenburg und Büdin- aen steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. Eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Wald-Michelbach mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 1000 bis 1500 mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine Lehrerstelle an der Volksschule (Stadtmädchenschule) zu Gießen mit einem nach dem Dienstalter des hetr. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 1200 bis 2400 c/fl '•WA Großherzogliches Poliz^amt Gießen. Fresenius. Darmstadt, 26. April. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 7) enthält: 1. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Bestätigung von Stiftungen und Verinächtnissen betreffend. 2. Bekanntmachung Großh. Ministeriums der Finanzen, den achten Nachtrag zu den Statuten der Hessischen Ludwigs-Eisenbahn-Gefellschaft betreffend. 3. Bekanntmachung Großh. Brandversicherungs-Commission, die Aufbringung des Bedürfniffes der Großh. Landes-Brandversicherungs-Anstalt für 1881 betreffend. 4. Abwesenheitserklärung. 5. Ordensverleihungen: Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 24. Febr. dem Verwalter Jacob Klein zu Hof Gehaborn das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste", am 1. März dem Schullehrer Johannes Ackermann zu Birkenau das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für fünfzigjährige treue Dienste", am 11. März dem Bürgermeister der Bürgermeisterei Groß-Bieberau Martin Rothenhäuser das Silberne Kreuz des Verdienst-Ordens Philipps des Großmüthigen, an dems. Tage dem Stations-Einnehmer bei der Main-Weser-Bahn zu Friedberg Georg Adam Schwöbel das Silberne Kreuz des Verdienst-Ordens PHUipps des Großmüthigen, am 18. März dem Gerichtsschreiber bei dem Amtsgerichte Vilbel Gg. Weitzel das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienst-Ordens Philipps des Großmüthigen, am 28. März dem Feldwebel Johann Jacob Stamm im 1. Infanterie- (Leibgarde-) Regiment Nr. 115 das Silberne Kreuz des Verdienst-Ordens Philipps des Großmüthigen und dem Feldwebel Heinrich Bredhauer im 4. Infanterie- Regiment (Prinz Karl) Nr. 118 die Silberne Verdienst-Medaille des Ludewigs- Ordens, am 1. April dem Hauptsteueramts-Diener bei dem Hauptsteueramte Darmstadt Heinrich Frank und dem Feldwebel Holz im 1. Infanterie- (Leibgarde-) Regiment Nr. 115 die Silberne Verdienst-Medaille des Ludemigs-OrdenH — zu verleihen. 6. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens. 7. Zulassung zur Rechtsanwaltschaft: / Am 4. April wurde der Gerichtsaccessist Wilhelm Bodmann aus Osthofen zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgerichte Bingen zugelassen. 8. Dienstnachrichten. 9. Ruhejtandsversetzungen. 10. Concurrenzeröffnungen: Erledigt sind: die mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule-zu Hesselbach, im Kreise Erbach, mit einem Gehalt von 900 ; mit der Stelle ist Organistendienst verbunden; dem Herrn Grafen ;u Erbach-Fürstenau steht das Präjentationsrecht zu derselben zu. Dis mit einem evang. Lehrer zu besetzende 4. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Büdingen mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Ein Beitrag M Obstbaumpflege. „Auf dem kleinsten Raum Pflanz' einen Baum Und pflege sein, Er bringt Dir's eint" Dies ist ein Satz, dessen Wahrheit unumstößlich feststeht, dem jedoch hinsichtlich der Pflege des Obstbaumes eine bessere Beherzigung vielfach zu wünschen ist. Nicht nur das Schneiden und Reinhalten von Ungeziefer sind die wesentlichsten Momente der Baumpflege, sondern dieselbe soll auch eine kräftige Düngung nicht außer dem Auge lassen, was leider oft nicht hinreichend berücksichtigt wird. Die Rentabilität des Obstbaues ist von einer zweckmäßigen Zufuhr düngender Stoffe wesentlich abhängig. Um den Baum zu düngen, lockere man im Herbste oder Anfang des Winters das Erdreich um demselben, hüte sich aber, bei dieser Arbeit die Wurzeln zu beschädigen. Der alte um den Baum gewachsene Rasen verrottet, Luft und Feuchtigkeit können leichter in den Boden eindrtngen; Jauche, Spülwasser, Urin von Menschen und Thieren, letzterer jedoch nur mit Wasser verarscht, sind um dem Baum herum auszugießen, aber nicht zu dicht am Stamm. Während der Zeit des Fruchtansatzes im Sommer muß man ebenfalls die Bäume düngen; die Früchte werden dann bedeutend großer und ihr Wohlgeschmack erhöht. Hierzu empfiehlt sich sehr gut die Holzasche, die em ausgezeichnetes Mittel ist, um das Wachsthum der Obstbäume zu befördern und deren Fruchtbarkeit zu erhöhen Bei der Düngung der Obstbäume mit Holzasche, womit d Boden unter den Bäumen in ziemlich weitem Umkreise bestreut werden soll, ‘“Uflt Regen die Asche aus und das kohlensaure Kali gela- gt dadurch zu denl Würze Iw Bon ganz vorzüglicher Wirkung aber ist diese Düngung bei Birnbäumen al das krfgs Heilmittel gegen den Krebs, gegen die Gelb- oder Darrsucht. Bei groß T 9 im Sommer ist es auch rathsam, etwa 4 bis 5 Fuß vom Scamml entfernt, mehrere 1 Fuß tiefe und breite Löcher zu graben und dieselben mehrere Male abwechselnd mit ®“""r®«bÄ'w,rt,“Xt& mch. nur In feinem MM- KW, ,°nd-rn °u» bS“»üXflSrb* ÜM rnnn'S“’SifneS wW- Rund-, (»««nannte So*, werben aber durch solche Ulfen bie SBanbungen der ^" ^bohrlen Loch^rso dicht u"d fest, daß d,e eingetoüllete Mnfn'ÄÄt'weVbt’ln solchen Lochern häufig unverändert liegen, ohne irgend welche WZung in äußern; er ballt fich «ufammen ober werb manchmal fogar eme fette Masse. jedoch Bohlkens Patenterdbohrer vorzuziehen. Es sind das längere^Eisenst^älw welche oben einen Handgriff haben und unten ein großes Gewinde vnn^der Brette des ru machenden Loches, sowie ein kleineres Gewinde, welches gegen das Ende^ des Eisens zu immer schmäler wird und spitz zuläuft. Mit diesem Bohrer We N ädchtNfw rf blich erfahrens, [erfragen Set 161.______ die Landeswaifenkaffe eingegangen. Man bringt dies mit herzlichem Danke für die Geber hierdurch zur öffentlichen Kenntniß. Gießen, am 27. April 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen. W i M' kleines Logis n* l- Kari i knsardenlogis, 3* uermieHjen und t Ttraik, Bahnhosf gzugtzhalber ist ber es mit 3 Zimmern/ beziehbar, zu uttm:: ch Zchomher, Heys bemWinbeckerK )einzerling & Erifc Etage zu vennich iei Labroise, U i gut möblirtes jir lermiethen. rl Lrhrmunkl L ie von Hrn. p. ume sind pr N rmietben. M1 weiLäde» 2li einige MWn Pt! j, BetnhßV ^einem«ibMj :abcn, sowie miethen. *• 1. Albach 4 Mk. 75 Pf. 2. Mendorf a. d. Lahn 1 „ 20 „ 3. Mendorf a. d. Lda. 2 „ — „ 4. Allertshausen — „ 71 „ 5. Alten-Buseck 2 „ 86 „ 6. Annerod 8 „ 02 „ 7. Bellersheim 1 „ 70 „ 8. Beltershain — „ 82 „ 9. Bersrod — „ 93 „ 10. Bettenhausen 4 „ 09 „ 11. Beuern 3 „ 50 „ 12. Birklar 1 „ 50 „ 13. Burkhardsfelden — „ — „ 14. Climbach — „ — „ 15. Daubringen 4 „ — „ 16. Dorf-Gill — „ 20 „ 17. Eberstadt — „ 60 „ 18. Ettingshausen 3 „ — „ 19. Garbenteich 2 „ 12 „ 20. Geilshausen 3 „ 44 „ 21. Gießen 81 „ 40 „ Transport 126 Mk. 84 Pf. 22. Göbelnrod — „ — „ 23. Großen-Buseck 3 „ 25 „ 24. Groß-Linden 8 „ 36 „ 25. Grünberg 7 „ 11 „ 26. Grüningen 2 „ 25 „ 27. Harbach — „ 36 „ 28. Hattenrod — „ 50 „ 29. Hausen — „ — „ 30. Heuchelheim 2 „ 55 „ 31. Holzheim 1 „ 08 „ 32. Hungen 10 „ 87 „ 33. Inheiden 2 „ 71 „ 34. Kesselbach — „ — „ 35. Klein-Linden 4 „ 23 „ 36. Langd 4 „ 54 „ 37. Lang-Göns 2 „ 08 „ 38. Langsdorf 7 „ 99 „ 39. Lauter — „ — „ 40. Leihgestern 2 „ 19 „ 41. Lich 10 „ 51 ,, Transport 197 Mk. 42 Pf. 42. Lindenstruth 1 „ 16 „ 43. Lollar 2 „ 72 „ 44. Londorf 1 „ 55 „ 45. Lumda — „ — „ 46. Mainzlar 4 „ 20 „ 47. Münster — „ 20 „ 48. Muschenheim 2 „ 66 „ 49. Rieder-Bessingen — „ 45 „ 50. Ronnenroth — „ — „ 51. Obbornhofen — „ 20 „ 52. Ober-Befsingen — „ 65 „ 53. Ober-Hörgern 7 „ — „ 54. Odenhausen — „ — „* 55. Oppenrod 2 „ 05 „ 56. Queckborn — „ 40 „ 57. Rabertshausen 4 „ 69 „ 58. Reinharoshain — „ 29 „ 59. Reiskirchen — „ 55 „ 60. Rodheim 1 „ 10 „ 61. Rödgen — ___ Transport 227 Mk. 29 Pf. 62. Röthges 1 „ 42 „ 63. Rüddingshausen 2 „ 23 „ 64. Ruttershausen 1 „ 30 „ 65. Saasen — „ — „ 66. Stangenrod — „ — „ 67. Staufenberg 5 „ 17 „ 68. Steinbach 5 „ — „ 69. Steinheim 3 „ 55 „ 70. Stockhausen — „ 57 „ 71. Trais-Horloff 2 „ 40 •„ 72. Treis a. d. Lda. 3 „ 08 „ 73. Trohe — „ — „ 74. Utphe 1 „ 35 „ 75. Pillingen 2 „ 69 „ 76. Watz-nborn m. Steinberg 1 „ 40 „ 77. Weickartshain — „ 25 „ 78. Weitershain — „ 53 „ 79. Wieseck 3 „ 08 „ Transport 126 Mk. 84 Pf. Transpott 197 Mk. 42 Pf. Transport 227 Mk. 29 Pf. Summa 261 Mk. 31 Pf gtr. 1OO. Drittes Blatt. Sonntag den 30. April 1882. ener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. tro können zwei kräftige Arbeiter, nach der größeren oder geringeren Lockerheit des Bodens em Loch von 2 Meter Tiefe m 10 Minuten bis 1 Stunde bohren. Schwächere Wurzeln schneidet der Bohrer ab und kleinere Steine arbeiten sich zwischen den beiden Flügeln seines obersten Gewindes durch. Der hölzerne Griff ist verstellbar. Die Wandungen der Erdlöcher bleiben ^bei dessen Anwendung porös und die eingegossene Flüssigkeit dringt relativ schnell ein. Die Schneiden des obersten Gewindes bedürfen ad und zu bei anhaltendem Gebrauche einer Schärfung. Um das Einfällen der Ränder zu verhüten und um die einmal gebohrten Löcher behufs häufigeren Gebrauches offen zu erhalten, werden durchlöcherte Thonröhren eingesetzt. Die Löcher werden, um die Wurzelspitzen möglichst zu erreichen, senkrecht unter den äußersten Zweigen der Bäume und in einer der Stärke der Baumkrone entsprechenden Zahl gebohrt; über Winter kann man sie mit Dachziegeln oder Rasenstücken zudecken, um das Eindringen der Kälte zu verhindern. Sie während des Sommers offen zu halten ist sehr zweckmäßig: Es wird dadurch eine Luftdrainage des Bodens bewirkt, welche die Auflösung mineralischer Nährstoffe im Boden durch den Einfluß der Luft befördert, ein Umstand, der zumal für schwere thönige Böden, hiermit der Beachtung empfohlen sein möge. Der Erdbohrer leistet aber noch weitere Dienste. Abgesehen davon, daß man bet Verwendung desselben ältere Bäume, welche im «Landboden von der Trockenheit leiden, bequem unter Garantie nachhaltiger Wirkung gießen kann, können mittels desselben häufig auch un- durchlassende und unfruchtbare E dschichten durchbrochen werden. Bohlkens Patenterdbohrer können von Herbertz, Maschinengeschäft in Köln a. Rh. (Klingelpützh und von Holsinger, Maschinengeschäst in St. Avold (Lothiingen) bezogen werden. Von letzterer Firma bezogen kosten dieselben etwa 15 JL bei einer Bohrweite von 10 Ctm., ca. 20 M. bei einer solchen von 15 Ctm. und werden für größere Bohrweiten entsprechend höhere Preise berechnet. Kassel, 22. April. Der Herr Candidat oder man kann nicht vorsichtig genug sein! — Es war in der Bellevue, vor kurzer Zeit an einem Dienstag, als ein junger Herr einen um eine Reihe von Jahrm älteren Herrn mit der Frage anredete: „Könnten Sie mir angeben, auf welche Weise ich in das Cafe Wulp gelange?" „Gewiß", entgegnete der Gefragte, „und da ich gerade im Begriffe b n, ebenfalls meine Schritte dorthin zu lenken, fo ist es Ihnen vielleicht recht, wenn wir zusammengehen." Dieser Vorschlag wurde natürlich mit Vergnügen angenommen und :m Gespräche über dieses und jenes erreichten die beiden Wanderer das erstrebte Local. Bet einem Glase Bier wmde der Jüngere bald recht offenherzig und erzählte dem älteren Herrn, baß er morgen hier in das Examen steigen müsse. Das sei eine ganz vermaledeite Geschichte. Bei dieser Beichte schränkte der Candidat seine ihn durchziehenden Gefühle durchaus nicht mehr ein, im Gegentheil, er übte eine förmliche vernichtende Kritik über die Art, wie man hier prüfe, ging bis in das Detml mit seinen glüheirden Schildelungen, unterzog besonders die Exa । inatoren einer sehr eingehenden Würdigung und sparte ganz insbesondere bei diesem Abschnitte seiner Abhandlung weder Worte noch kräftige Farbe. Der ältere Herr hörte ruhig und gelassen zu. Endlich erhoben sich Beide und als man sich vor der Thüre verabschiedete, wünschte der ältere Herr dem jüngeren zu dem bevorstehenden Examen viel Glück und sagte zum Schluffe so leichthin: „Also auf^Wieder- sehen, morgen früh!" — „Auf Wiedersehen? Wie verstehe ich das, steigen Sie denn etwa auch in das Examen?" — „Das nicht gerade, aber ich werde morgen dort prüfen. Ich bin nämlich der Professor 3E. aus Marburg. Im Uebrigen gebe ich Ihnen noch den guten Rath, in Zukunst ihre Expectorationen mit mehr Vorsicht loszulassen. Ich empfehle mich Ihnen, Herr Candidat." — Der Herr Candida: empfahl sich nun auch, aber nicht nur dem Herrn Professor, sondern zügle ch allen Engeln und Heiligen. Am anderen Morgen trafen sich die beiden so zufällig bekannt gewordenen wieder, natürlich im Prüfungssaale. Der bewußte Candidat verließ diesen in anderer Stimmung, als er ihn betreten, er hatte glücklich bestanden. Der Herr Professor war großmüthig genug gewesen, ihm die großen Herzensergüsse nicht anzurechnen. — Und was das Beste und Schönste an dieser Erzählung ist, sie ist keine Ente, sondern hat sich in Wahrheit hier in Kassel vor wenigen Tagen zugetragen. Köln, 26. April. Es war vorauszusehen, daß die Straßburger Tabak-Manu- factur in unserer Stadt kein Glück haben würde, obgleich die hier errichtete Filiale sich im Anfang eines sehr lebhasten -Zuspruches zu erfreuen hatte. Man will wissen, daß der Inhaber derselben im Anfang eine Tageseinnahme von durchschnittlich 150 gehabt habe. Doch wer den Kölner kennt, der ein großer Freund des Neuen ist, und wie tägliche Erfahrungen auch auf anderen Gebieten lehren, manchen neuen gelchäft- lichen Einrichtungen sich für kurze Zeit mit einer warmen Sympathie zuwendet, um ihnen dann wieder apathisch den Rücken zu kehren, wer, wie gesagt, diese Eigenschaften des Kölners kennt, der prophezeite der Straßburger Manufactur hier nur kurzen Bestand. Es sollte sich nur zu bald zeigen, daß diejenigen, welche also dachten, recht hatten, denn in dem anfangs so viel besuchten Verkaufslokale wurde es allgemach stiller und der Inhaber der im September 1880 gegründeten Filiale mußte die ihm keineswegs erfreuliche Erfahrung machen, daß seine Tageskasse einen immer kleinern Bestand zeigte, bis dieselbe im August 1881 nur noch wenige Mark aufzuweisen hatte. Zu Anfang dieses Monats sah derselbe sich gezwungen, die Debitstelle zu schließen und von hier fortzugehen, wie man uns rnittheilt, nicht ohne sehr erhebliche Einbuße an feinem Vermögen erlitten zu haben. Die erheblichen Restbestände an Erzeugnissen der Straßburger Manufactur sollen für 8700 JL verkauft worden sein. Die Hanauer Ztg. behauptet der Inhaber der Filialen habe von seiner der Manufactur gestellten Caution in der Höhe von 10 000 JL noch 80 Pfennig zurückerhalten. Fran kfurt a. O. Am vergangenen Freitag fand im Vereinslokal (Actien- brauerei) eine Sitzung des Vereins der Gast wirthe statt. Nach Erledigung derVereins- geschäfte hielt Herr Oswald Nier einen Vortrag über gegypste und ungegypste Weine als Erividerung auf einen in nor^eigegangener Sitzung gehaltenen Vortrag des Herrn Schultze. Nier fühlte u- A. aus: Was zunächst bte Behauptung betreffe, daß dec Genuß junger Weine schädlich fei, so müsse er dem entgegenhalten, daß es Weine gäbe die jung getrunken sein wollen, weil sie im natürlichen Zustande ein Alter nicht vertrügen. Factisch werden vorwiegend junge Weine in Nordsrank,eich und der Schweiz getrunken und weiß man daselbst nichts von der Schädlichkeit des Getränks. Was aber das Gypseu der Weine angehe, so sei die Ansicht, daß dasselbe der Gesundheit unzuträglich sei, keine Erfindung von ihm. In Frankreich sei zunächst aus Veranlassung des Krlegsmin'.steriums dem Gypsen der Weine Aufmerksamkeit geschenkt und seitens des Gesundheitsamtes das Gypsen für gesundheitswidrig erklärt worden. Der Vortragende verlas die beireffenden Gutachten und Erlasse. Von Seiten des Justiz- Ministeriums sei daraus em E laß ergangen, welcher anordnete, daß ein Liter West nicht mehr wie zwei Gramm Gyps enthalten dürfe. Der erwähnte Erlaß ist freilich nicht in Kraft getreten, warum? Weil sich ein erheblicher Widerstand unter den Wein- Händlern dagegen geltend machte. Das Gypsen ist nämlich in ganz Frankreich eilige- bürge, t und die Durchführung des Verbots würde eine Revolution ,n der Geschäftswelt hervorgerufen haben. Alle füdfranzösischen Weine, welche auch massenhaft nach Boi deaux verkauft werden, werden gegypst. Unter diesen Umßänden wäre es wider die Geschäfts- Interessen der Weinproducenten gewesen, die erwähnte Bestimmung aufrecht zu erhalten. Nichtsdestoweniger ist erwiesen, daß man das Gypsen für ein der Gesundheit nicht zuträgliches Verfahren hält. Wenn er als Geschäftsmann diesen Umstand benutze und geschäftlich ausbeute, so sei dies s in Recht. Er führe eben nur ungegypste Weine. Daß er Angriffe zu erfahren habe, sei ja selbstoerstäudlich, man habe aber ihn eines unredlichen Veifahr-ns niemals zu überführen vermocht. Auf die Angriffe von Danzig ans, daß ferne Weine untern seien, habe er den gerichtlichen Chemiker Dr. Bischof in Berlin m seine Kellere en geführt und die Weine untersuchen lassen, das Gutachten des Chemikers bekundete die Unverfälschtheit der Weine. Neueidmgs habe man vorgebracht, Dr. Bischof habe damals reine Weine vor Augen gestellt gehabt, heute möge es mit den Weinen wohl anders beschaffen fein. Er habe sofort Herrn Dr. Bischof seine Kellereien wieder geöffnet, am 13. d. Mts., und sein Gutachten, das er (der Vortragende) zuerst hier bekannt wache, sei wiederum ein nur günstiges. Die Weine der Nier'schen Kellereien sind und bleiben unverfälscht. Der Vortragende erging sich dann über die Etiquetttn der Weine, man finde alle möglichen Chateaus La fitte sogar. Aber Rothschild, der Pioducent dieses Weines, erzeuge kaum so viel, um die großen Höfe verso, gen zu können Südfranzösische Weine wüiden nach Nordfrankreich gebracht, pasteurisirt (auf eine Temperatur von 60—70 Grad erhitzt) und bann versandt als ältere Bordeaux Weine Nheumat smus sei vornehmlich in Deutschland zu Hause, von Nier'schem Weine könne dies nicht herrühren, denn er sei erst in den 70cr Jahren nach Deutschland gekommen. Wenn der französische Wein was dazu gethan, so doch nur der flaschenreife, den man bis jetzt getrunken- Es knüpfte sich an den Vortrag eine kurze Discussion Ein anwesender Gast, eingeführt durch Herrn Maertens, erwiderte zunächst Herrn Schultze, welcher hervorgehoben, daß auch am Rhein die Weine gegypst würben, daß er darin im Jnthum sei, bie Rh-inweine würden nicht gegypst, Herrn Nier's letzte Anführungen hielt er für doch zu weit gehend, es könne auf die respektablen Bordeauxer Weinhändler der Makel nicht geworfen werden, daß sie pafteurifirte Süd- französische Weine als Bordeaux-Weine verkaufen. Herr Nier antwortete, daß er seine Behauptungen insofern durchaus aufrecht erhalten müsse, als wenigstens die Mehrzahl der Händler allerdings so verfahre. Nachdem Herr Nier noch eine Personenfrage erörtert und Herr Schultze m-tgetheilt, daß er in nächster Sitzung auf den Vortrag in einer schriftlichen Auslassung antworten werde, wurde die Sitzung geschlossen. — Den Taubenliebhabern empfehlen wir zur Fütterung ihrer Tauben die Boynen- wicke, auch Feld- oder Saubohne (Vicia faba) genannt. Dieselbe wurde durch bett Director Lenzen dem Vereine „Brieftaube" zur Einführung angeprieseii, da sie nicht allein durch >hren Nahrungswerth, sondern auch durch ihre Billigkeit die anberen beliebten Futtersorten überträfe. Schreiber dieses hat seit jener Zeit fast ausschlleßliih die Saubohne als Laubenfutter oerwerthet und er kann dcm Urtheile des berühmten Taubenkenners nur beistimmen und das umsomehr, als die Bohnen sich auch als Atzungsfutter vorzüglich bewährt haben. Es versteht sich, daß nur gute Früchte verwendet werden müssen. — (Avis für die Herren Sckankwirthe!) Mit dem 1. Januar 1884 treten nach dem Reichsgesetz vom 20 Juli 1881 wichtige Acnderungen in Bezug auf die Schankgefäße in Kraft und sind dann nach § 1 nur solche Schankgefäße zulässig, deren Soll- rnhalt einem Liter ober einer Maßgröße entspricht, welche vom Liter auswärts burch Stufen von 12 Liter, vom Liter abwärts burch Stufen von Zehntheilen des Liters gebildet. Außerdem sind zugelassen Gefäße, bereit Sollinbalt V» Liter beträgt. Es empfiehlt sich für die Herren Schankwirthe bei Neuanschaffungen schon jetzt auf vorstehende Einführung Rücksicht zu nehmen, da die seither allgemein iin Gebrauch befindlichen 3/e Liter-Gläser in Wegfall kommen müssen. Allgemeiner Anzeiger. HEINRICH LANZ in MANNHEIM. Specialitäten: Dampf-Dresch-Maschinen von 2V2 bis 8 Pferdekräften. tocomobilen Neueste Construction, bewährtes System, billige Preise. Nahezu 1000 Garnituren verkauft. 3112_____________________Special-Kataloge gratis. Die Dampf-Kaffee-Rrennervl von U ß. 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Wallstrasse 25. £ 2 .? 2 Naturweine sind keine gleichmässig menschlichen Fabrikate, sondern Produkte der selbst schaffenden Natur, demnach wie diese selbst, nicht immer gleich in Farbe oder Geschmack, stets aber gesünder und besser in ihrem primitiven und nalürheheu Zustand, als verbesserte, gegypste, mundrecht oder wer weiss womit kristallschön gemachte Weine. Seit 1876 20 Central-Geschäfte nebst eigenen Weinstuben (billige Küche, Weine per ‘/t Liter ohne Preisaufschlag) und 210 Filialen in Deutschland. Neue Filialen werden stets gern vergeben. ____ z z J Q © Meine chemisch reinen nntresypston Naturwelne, von d*-nen der H»rr Dr* iS.» vn . vereideter Chemiker der Köni.l. Gerichte und de* Polizei-Präsidii zu Berlin eresagt bat- •olohe primitiven Weine siidfrtinkrf icl>8 (wie die Ihrigoa) sind wir in Deutschland nicht gewöhnt. Es liegt auch wahrscheinlich das Danziger Versehen an der für den Chemiker zur Zeit noch mangelhaften Kenntniss reiner südfranzösischer Weine die wie die Ihrigen keinerlei Veredelung erfahren haben", welche Worte ' mein Stolz und die beste Belohnung meines Bestrebens sind und bleiben werden, in mit meinem eigenem Namenssiegel verschlossenen >/> und 1 Literflaschen sowie illnstrirte Prein-Courante sind zu haben in meinen obenstehend verzeichneten Centralgeschäften, sowie auch in meiner Niederlage ja 0,68860 bei S« ElSOffCI*. 2383 E c 'snejä -patqeD 11 |Säs ' | *55 -ä Berlin 6tes Geschäft: 133. Linienstr. 133. Ae N, Uiq Og -4 -puiqag QI g . ö* OOOOOOO 1 I I O ® 5 09 5 fc* w CO so (M CO l__I I 1O — E •ayvtpseQ ° Z 5 -pfluaQ jaiitqo qjaHsnv ~ jj uareijjj uainatu -q asjajj 3 a 5 5 ä e 5 s Knabenhüte w großer Auswahl zu billigen Drei'isen empfiehlt 296«3 A. Fangmann. Herrenhemden, Kragen und V« anschettcrr, sowie Hemden- Einfätz-r in großer Auswahl zu den billigsten Preisen empfiehlt Kl. 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Damit durch dieses Büchelchen möglichst alle Kranken die ersehnte Heilung finden, wird dasselbe von obiger Verlags-Anfialt gratis und franko versandt, es hat also der Besteller weder keine Kosten als 5 H für seine Postkarte. 203 Nur echt, wenn die vorgedruckte Schutzmarke auf den Etiquetten steht. Mal?-Exlratt u. Karamellen*) Auswanderer _ befördert durch den „Norddeutschen Llovd"dLer Bremen, sowie über Hamburg, Antwerpen, Amsterdam, Rotterdam und Liverpool direct nach New-Aork, Baltimore. Philadelphia, Boston, New-OrleanS, San Francisco, die Häfen von Süd-Amerika, Westindien, Japan, China und Australien, zu den billigsten, feststehenden Preisen bei streng reeller Bedienung. Directe Billets nach jeder Eisenbahnstation, sowie Wechsel auf sämmtliche größeren Plätze der Vereinigten Staaten zum billigsten Tagescours. 1119 Chr. Wallenfels. Todes-Anzeige Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mit theilung, daß es dem Allmächtigen gefallen hat, unsere innigst geliebte unvergeßliche Tochter und Schivester Emilie Wcidig -nach langem, schwerem Leiden heute Nacht 1 Uhr in ein besseres Jen> seits abzurufen. Gießen, den 29. April 1882. $14$ Die trauernde Familie. Die Beerdigung findet Montag Nachmittag 4 Uhr vom Sterbe Hause E. 52 (Hauptsteueramtsgebäude) aus statt. Aufruf! Das jetzt unter dem Protektorate Ihrer König!. Hoheit der Frau Prinzessin Karl von Hessen stehende ElisabethhauS, Kinderheilanstalt zu Bad-Nauheim, hat von den Bewohnern Gießens schon manche Freundlichkeit erfahren, aber auch schon tnanches arme Gießener Kind gepflegt. In diesem Sommer nun wird in dem neuerbauten, gut und prakttsch eingerichteten Hause die Kinderheilpflege in viel größerem Umfange als bisher verwirklicht werden. Das ist aber auch ein dringendes Bedürfniß; denn bisher ist für Taufende skrophelkranker Kinder in Hesien so gut wie nichts geschehen. Unsere Anstalt hat mit Hilfe der herrlichen Nauheimer Heuquellen gegen die fchlimmste Feindin der Kinderwelt, die Skrophulofe, den Kampf eröffnet und bisher fchon schöne Erfolge erzielt. c m Run aber lastet eine große Bauschuld auf ihr, und die Neuemnchtung verlangt ebenfalls große Opfer. Unsere Hoffnung sind die offenen Herzen und Hände die einem so guten und segensreichen Werke nicht fehlen werden. Mögen besonders auch die Eltern, die sich an gefunden Kindern freuen dürfen, em Dankopfer für die Aermsten unter den Kleinen, denen unfere Anstalt dienen will, übrig haben! . Bad-Nauheim, tm April 1882. Das Comite für das Clisaliettchaus, Ninderheilanstalt zu Bad-Uauheim: Dr. med. Abse. Geberinger. A. Munch Ostermeyer. I. Neuß, Rchner der Anstalt F. Schmidt. Schutt, Bürgermeister. P. Stoll H. Walz, Pfarrer. We fj. Für Entgegennahme von Beiträgen lind bereit: Dr. Harnack, Professor. @. Kauffmann, Fabrikant Schloff«». Pfarrer. Stamm, Gymnasiallehrer, sowie bi« tKxped. b$. Blattes. Eomj’s Merkeller. Die Eröffnung meiner Sommerwirthschaft im neu restaurirten Saale zeige ich hiermit ergebenst an. Die Winterlocalitäten bleiben bis auf weiteres geschlossen. Gießen, den 30. April 1882. 3103 Chr. Lony, Bierbrauer. Luag-Nschwlndsachl. -3» kibe feit M°En an «ungmsAwIad. sucht. Nachdem ich bereits aafa-aeben, brauchte ich Ihren (Hüfte Richt) Malr-Extract, welcher mich, Gott sei Dank, soweit hergestellt, daß ich meinen Geschäften wieder nachgehen kann. . Düren (Reg.-Bez. Aachen). Franz Huben, Handelsmann. *) Ertract ä Flasche 1 JL, 1.75 u. 2.50. Karamellen ä Beutel 30 und 50 — Zu haben in Gießen bei Gg. Wilh. Weidig. 3aa von . Carl Pietsch ll Anfertigung von Herren-, und Kinderstrümpfen, Docken in 1 Baumwolle und Vigogne, Jacken Anstricken von Strümpfen unbj^ 1207 Meine Bleiche nebst W-l und Bügel-Anstalt bringe in empteW Erinnerung. , r. « Frau Konradt, Wetzstemgape^ 2968 Ein Student ertheilt Wj unterricht in .Englisch, FranzoiNck Lateinisch, sowie in allen Gementa Das Nähere bei der Exped. do.^ Bei ungünstiger Witterung im Saal. Anfang Vs5 Uhr. 3ioo im Grlaa. Oeffentliche Versammlung Samstag den 29. d. M., Abends 8V2 Uhr, im Leib'schen SM zur Erörterung der Mängel, welche sich beim letzten Brand, ober auch früher tnit Bereitschaft der Löschgeräthe, in den Maßregeln zur Bekämpfung des Feuers, ol* worin sonst immer gezeigt haben, und endliches energisches Einschreiten heisch-. Jedermann ist eingeladen, insbesondere unsere öffentlichen Ankläger. Unsere Mannschach wollen in Uniform erscheinen. 3147 Die beiden freiw. Feuerwehren. ; Dümst ■ N Nr. 8hm! 1. Ceffen Ee. Am Ämter, Seh ’crteimung der vollbrachten Ri Tode des Ert ■ ^rliung von 3 2. Bekni W der ’0m Jahre 1? 3- lleber f f^ern und bi schissen j) 4 lieber B der Bedü lodberg. 0- Namen 0- Dienstu 'te*. nJ* . b l ü ; Mer Mw ! lehrei i J ? । «n bttVN nbet.< Ls ■ an beX^t licheuLS ■ ;n £ «her Aen, mit °j?lers WenzeFs Garten. Zur Eröffnung der Saison Sonntag den 30« April Erstes Grosses Gailen-Coneen ausgeführt von der ganzen Capelle des 2. Grossh. Hess. Inf.-Regts. Nr. 1|| unter Leitung ihres Capellmeisters Hm. C. Krausse.