Nr. 123. Drittes Blatt. Sonntag den 28. Mai 1882. ▼ -t 1AV 1^ >■ V Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. W«raa«: Schul st raße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. PriiA vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Berlin, 24. Mai. Der preußische Staat war während des Jahres 1881 in unverhältnißmaßiger Weise an der Auswanderung betheiligt; auf ihn entfallen 131,912 Personen, während auf das gesammte übrige Reich 52,457 entfielen. Die preußische Auswanderung vertheilt sich ans die Provinz Ostpreußen....... 2,046 „ „ Westpreußen....... 23,045 „ „ Brandenburg mit Stadt Berlin 3,794 „ „ Pommern....... 25,027 „ „ Posen.........21,315 „ „ Schlesien........5,o57 „ „ Sachsen........3,404 „ „ Schleswig-Holstein.....12,161 „ „ Hannover.......13,909 „ „ Westfalen.......5,821 „ „ Hessen-Nassau......7,592 „ „ Rheinland.......2,705 „ „ Hohenzollern...... 89 Die überwiegend große Stenge der deutschen Auswanderer begab sich nach den Bereinigten Staaten von Nordamerika (von den 184,369 des Jahres 1881 waren es 180,941). Das nächstbetheiligte Land war Brasilien mit jedoch nur 1211 Personen, alle übrigen transatlantischen Staaten sind nur in ganz geringfügiger Menge betheiligt. Für die 11 Jahre 1871 bis 1881 berechnet, beziffert sich die gesammte deutsche Auswanderung auf 805,698 Personen, von denen 762,331 nach den Bereinigten Staaten von Nordamerika gingen. Auf den gleichen Durchschnitt berechnet, entfielen von je 1000 deutschen Auswanderern auf die Bereinigten Staaten von Nordamerika 946,2 „ Brasilien...........28,5 „ Australien........... 13,2. — Die „Berl. Polit. Nachr." schreiben: Gutem Vernehmen nach soll die geschäftliche Disposition des Reichstages so getroffen werden, daß derselbe noch vor Ende Juni seine Sitzungen beendigen kann, auch wird immer wahrscheinlicher, daß mit Schluß des Reichstages eine Zwischen-Commission für die Be- rathung der socialpolitischen Gesetzentwürfe eingesetzt werden dürfte. Nach unseren Informationen würden die verbündeten Negierungen einer solchen Commission zustimmen und — wie wir ferner aus Kreisen erfahren, welche dem Centrum nahe stehen — bleibt man innerhalb dieser Fraktion dem Gedanken an eine socialpolitische Zwischen-Commission wohl geneigt. Die heute erschienene „Prov.- Corresp." überdies läßt keinen Zweifel darüber, daß die verbündeten Regierungen fortsahren, für die Einführung des Reichs-Tabakmonopols einzutreten, und sich in ihrer Ueberzeugung von der Nothwendigkeit desselben für die Festigkeit und den Ausbau des Reiches als Ganzem wie in seinen einzelnen Thcilen nicht durch die Art und Weise beirren zu lassen, in welcher der Reichstag das Monopol- Project zu erledigen versuchte. Lokales. ®iefictt, 27. Mai. (Sitzung der Stabtoerorbneten vom 25. Mai.) Anwesend: Herr Bürgermestler Bramm, Herren Beigeordneten Keller und Heß, von Selten der Stadtverordneten die Herren: Bai st, Kail, Grüneberg, Han st ein, Hornberger, Kauf, Lüdcking, Ad. Noll, Psannmüller'. Scheel, Schopbach, Vogt, Wenzel und Wortmann. — Herr Bürgermeister Bramm theilt in Betreff der am 5. Juni d. I. stattftndenden Zählung für die allgemeine Berufsstatistik mit, daß freiwillige Zähler sich nicht gemeldet Haden, sondern nur einige mehr oder weniger hierzu qualificirie Personen das Zählgeschäst übernehmen wollen. Es wird in Folge dessen beschlossen , geeignete Personen hierzu heranzuziehen und werden die Kosten für dieselben genehmigt. — Von der stattgrhabten Auflösung der Seltcrsweger Schäferei- gesellschast wnbKenntniß genommen, im Uebrigen aber bestimmt, daß der abgeschlossene Vertrag zwischen der Stadt und den vereinigten Schäfereigefellschaftm in Bezug aus die von denselben seither enttichteten Pachtgelder im Betrage von 300 fl. durch genannte Auflösung nicht berührt wird. — Im vergangenen Jahre wurde, veranlaßt durch eine Zuschrift der Firma Gebr. Buderus und sonstiger Interessenten in Betreff der Erbauung einer Secundärbahn von Gladenbach nach Lollar, eine Commission gewählt, welche Erhebung darüber anstellen sollte, inwieweit es im Interesse der Stadl Gießen liege, die projectirte Bahnlinie durch Bewilligung von Beiträgen fördern zu helfen. Auf Wunsch des Herrn Diery, von dem Amte als Commissionsmitglied entbunden zu werden, ist die Wahl eines anderen Mitgliedes erforderlich und wird Herr Gail als solches gewählt. — Von Seiten einer Anzahl Anneröder Einwohner ist die Benutzung des durch die Erweiterung des Excrcierplatzes in Wegfall gekommenen Weges von Annerod nach Wieseck beansprucht worden. Die Entscheidung hierüber wird nach Beendigung der zur Herstellung einer geeigneten Verbindung beider Wege erforberlieben Verhanblungen folgen. — lieber bie geplante Abholzung eines Streifen Walbes im Heegstrauch unb Umarbeitung besselben zu Wiese wird, da Bedenken hie>gegen laut geworden, vorerst das Gutachten des Landesculturinspectors eingeholt werden. — Nach Mittheilung der Obersörsterei ist im District Hccgstrauch das Vorkommen von schädlichen Käfern an einigen Stämmen constastrt worden und wird dicserhalb vorgeschlagen, die davon befallenen Bäume zu fällen, zu schälen und die Rinde sammt Larven und Käfern zu verbrennen; die hierzu erforderlichen Mittel werden bewilligt. — Aus dem hierauf zur Vorlage kommenden Entwurf für die Nummerirung der Gebäude ist Folgendes zu erwähnen: Als Ausgangspunkt ist die Stadtkirche angenommen; von hier aus soll zunächst nördlich gegangen und di- rechts gelegenen Straßen zwischen Wallthor und Seltersberg je nach ihrer Lage in bestimmt angegebene Fächer eingetheilt werden, woran sich dann bie links, also zwischen S-Üersthor, Neustäbter Thor und Wallthor gelegenen Häuserpartien anschlietzen. Die an Plötzen, sowie an einreihigen Straßen liegenden Häuser sollen fortlaufend nummerirf werden; von den in zweireihigen Straßen gelegenen Häusern sollen die links gelegenen ungerade, die rechts gelegenen gerade Nummern erhalten, wobei für Plätze von über 9 Meter in der Stadt und über 12 Meter außerhalb der Stadt eine Nummer reservirt bleibt, desgl. bei solchen Häusern, die infolge ihrer Größe getheilt werden können. Die Eckhäuser sollen die Nummern derjenigen Straßen erhalten, von welchen der Eingang stattfindet, ausgenommen Ladengeschäfte, Wirihfchaften u. s. w., bei welchen der Hauptverkehr nicht durch tue Hausthür stattfindet. — Die durch Heranziehung von Experten aus Anlaß der im Gange befindlichen Einführung des Tonnensystems entstandenen Kosten werden bewilligt. — Eenem zw schen der Stadt und dem Bierbrauer Ed. P öschel proponiit-n Tausch- vcrttag wegen am Wallthor gelegenen Geländes tritt die Versammlung unter Befürwortung des von der Baudeputation gestellten Anttagks bei, wenn Pöschel sich zu einer Nachzahlung von 1000 M. versteht. — Auch in Behandlung der von bett Bewohnern des Seltcrswegs und der Südanlage eingerediten Petition um Anlegung einer Straße gegenüber der Löwengasse, tritt die Versammlung, hauptsächlich bie finanziellen Opfer berücksichtigenb, welche bie Durchführung ber Straße an bfefer Stelle ber Stabt auserlegen würbe, dem Anträge der Baudeputakion, aus dem Beschluß vom 30. Juli v. I. (Eröffnung der Blockstraße) zu beharren, bei. — Die Anbringung einer Einfriedigung an der Taubentränke wird nicht genehmigt, dag-gen werden die zur Herstellung des Wieghauses am Neuftädter Thor geiorberten 190 M. bewilligt. — Die Gesuche von Ph. Kitz (Abtragung eines ftäbt. Rains). Ehefrau be§ Graveurs Kon rab (Anlegung eines L-tegs über ben Schoorgraben), Burke u Co. in Parts lErrichtung von ZeitungS Kiosques an mehreren Stellen ber Stadt), werden genehmigt, das Gesuch von Dr. Felsing um käufliche Ueberlassung eines 2 Fuß breiten Streifens vom Hose des Pottzeigebäudes abgelehnt. — Weitere für Herstellung der Ortstafeln, Anbringung von Laternen, Aufstellen einer Ruhebank in der Ostanlage u f. w. erforderliche Kosten werden genehmigt. — Der vorgelegte Bericht über ben Stanb ber städtischen Schulen ergiebt folgendes Resultat 1 Stadlknabenschule. Stadtmädchenschule. Klasse 1 60 Schüler Klasse 1 81 Schülerinnen „ 2 61 „ , 2 79 „ 3 68 „ * 3a 55 „ „ 4 104 „ „ 3b 50 „ „ 5 107 „ „ 4 95 n 6 89 „ „ 5 113 . 7 90 , ft 6a 42 „ Summa 579 Schüler n 6b 5u M „ 7 121 Summa 691 Schülerinnen —___ insgesammi 1270 Schüler. Realschule 1. Ordnung. Realschule 2. Ordnung. Realvorschule. 0. la 25 Schüler I. 10 Schüler Klasse I. 50 Schüler U. la 22 II. 6 „ II. 62 0. Ila. 15 „ III. 7 „ „ in. 54 „ ü. 11a. 30 IV. 32 „ Summa 66 Schüler 0. Illa. 50 V. 48 „ U. Illa. 31 VI. 41 „ IV. 34 „ VII. 28 V. 43 VI. 30 Summa 172 Schüler Summa 280 Schüler 618 Schüler. Mit obigen 1270 Schülern beträgt somit bie Gefammtzahl bet die städtischen Schulen besuchenden Kinder 1888. Gletzen, 26. Mai. Am 31. Mat, Vormittags 11 Uhr, findet in Bad Nauheim die Einweihung des neu erbauten Kinderhospitals, jetzt nach der Protectorin, Ihrer Königlichen Hoheit ber Prinzessin Elisabeth von Hessen, Elisabethenhaus genannt, statt. Hinter der ersten Saline erhebt sich bas siattiiche Haus, vorn ein zweistöckiger massiver Bau, zu bem eine breite Freitreppe emporfübrt, hinten >in Barackenbau mit zwei großen Schlafsälen und einem Spiel- unb Speifesaal Raum bietenb für 50 Kinber. Die Lage ist, obwohl von bem Babhaufe etwas entfernt, deßhalb so überaus günstig, well zur Heilung ber Scrophulofe bie Salzluft fast noch wirksamer ist, als bie Bäder. Nach Beendigung der Einweihung ist eine gesellige Vereinigung auf dem Teichhaufe in Aussicht genommen. Alle Freunde der Anstalt werben babei will- kommen fein. vermischte«. Bürst abt, 24. Mai. Der gestern burch ben Schulbiener mit Mefferftichen schwer verletzte Pfarrer Jtzel ist heute Morgen an seinen Wunben gestorben. Die ganze Gemeinde ist durch diese Mordthat in nicht geringe Aufregung versetzt, um so mehr, als ber Anlaß dazu ein geringfügiger genannt werden muß. Der Schuldiener, mit Namen Joh. Fischbach, früher Metzger von Beruf, ein robuster Mann, hatte nächtlicher Weile und ohne Erlaubniß die neu hergenchiete Wohnung im Schulhaufe bezogen unb wollte ber Pfarrer diese eigenmächtige Handlung rückgängig machen. Da Fischbach der einfachen Aufforderung nicht Folge leistete, so kam der Pfarrer mit Hilfe einer Anzahl Schulknaben, um die Räumung zu bewerkstelligen. Fischbach bedeutete dem Pfarrer, daß er hierzu kein Recht habe, drohte und versetzte gleich darauf dem Pfarrer Messerstiche in die Brust, in den Leib, sowie in den Rücken und warf den so Schwerverletzten noch die Treppe hinunter, von wo er in feine Wohnung verbracht unb eiligst ärztliche Hilfe herbeigehott würbe. Drei Aerzte von Biblis, Worms und Heidelberg kamen an das Krankenbett, doch war Rettung nicht möglich, die inneren Verletzungen waren derart, baß menschliche Kunst das Leben nicht mehr zu erhalten vermochte. Die Ergreifung des Schuldieners, welcher mit,bem Mester bewaffnet im Schulhaufe zurückgeblieben war, hatten einige beherzte Manner, mit drei geladenen Gewehren bewaffnet, vorgenommen. Während die Verbringung desfflben nach dem Rathhaufe stattfand, hätte die aufgeregte Menge beinahe fiunduullij mtt ©temrourfen geübt Auch gegen Abend, nachdem das Gericht emge,rosten denThatbestand festgestellt hatte und ber Mörber in's GefängNiß verbracht wurde, wiederholten sich aus dem Wege zur Eisenbahn die Steinwürse und die ausgestoßenen Drohungen ließen erkennen, daß ohne Bewachung der Mörder sicher nicht mit dem Leben davongekommen wäre. Der Verhaftete ist verheirathet unb Vater von 3 Keibern. London, im Mai. (Die neunschwanzige Katze.) Em g-wist er Georg Webber siebt nnr ben beH (Ventral Kriminal (5ourt unter ber Anklage eines gemalt^ llsL nLL ber Nacht einem Norübergehenben einen heftigen Schteg vers^t ^den Mann hierdurch bewußtlos gemacht unb beffen Zustand b nutzend dem Verletzten verschiedene Werthgegenstände abgenommim Der Raub, früher ein tadlswilrdiaes Verbrechen, wird nach dem heute geltenden Recht mit lang- EiSE»ÄSS neabnbet '®a jedoch dieses Strafmittel nicht die gehoffte Revresfion ^ur^otee ^atte ^vttlmehr gefährliche Raubanfälle sich in letzter Zeit erheblich vermehrten ' s? hat bas Gesetz elne"Zusatz»raf°,geftattet, bie wenn auch sehr rasch aovlicirt unb in ihren Wirkungen wie i-bes körperliche Züchtigungsmittel vorüber- aebenb ist dennoch von ben verwegensten Räubern sehr gefürchtet wirb, oft weit mehr, all bie so langen und fürchterlichen Freiheitsstrafen, bei deren Ausführung man hier zu Lande wahrlich von jeder Sentimentalität absieht. — Die Züchtigung mit der sogen, neunschwänzigen Katze (cat-o'-nine-tails) wird mit Recht als eine der sürchterlichsten körperlichen Strafen angesehen, sie zerfleischt den Rücken des Unglücklichen, der von ihr betroffen wird und schon unter dem ersten Hieb windet sich der Getroffene unter den unsäglichsten Schmerzen, welche durch die weiteren Streiche geradezu in das Unerträgliche gesteigert werden. Das Weinen, Wehklagen und Jammern der Opfer steigert sich allmälig mit pbem weiter aus seinen blutigen Rücken niedersallenden Hieb zu einem wahren Wulhgeheul. Allmälig schwinden bic Kräfte unb an Stelle bcr markerschütternben die einsame unb schauerliche Sülle bes New-Gate-Gesängnisses durchdringenden Ruse um Gnade tritt ein unartikuliites Stöhnen, bcr Vorbote bcr dalbig folgenden Bewußtlosigkeit bes unbarmherzig Getroff nen. Auch im vorliegenden Falle würbe von diesem Strasmiltel Gebrauch gemacht. Fünf Jahre Strafknechischaft — und zwanzig Streiche mit der neunschwänz gen Katze, lautete bas auf Grunb bes Schulbspruchs bet Geschworenen ergehende Strasuriheil. Beim Auhören erbleichte der Verurtheiltc, welcher bisher säst Gleichgültigkeit an den Tag gelegt halte und zitterte an allen Gliedern. O Mvlord — wendet er sich mit erhobenen Händen zum Richter — Gnade, Gnade! Die fünf Jahre will ich gern abbüßen, aber verschonen Sie mich mit der Katze. — Richter: Ihr Raubanfall war ein zu frecher. Angeklagter : O Mylord Gnade, ich will mich bessern, nur nicht die Katze, die furchtbare Katze. Rechter: Das Urtheil ist gesprochen, man führe den Angeklagten ab. — Angeklagter (sich an die Schranke der Anklagebank anklammernd): O Mylord, sperren Sie mich ein, so lange wie Ste wollen, aber nur tueses Mal, nur noch ein einziges Mal nicht die surchbare Katze. — Mitleid, Gnade, Sw. R chter: sie verdienen solche nicht. Jetzt ists genug! Die Gerichtsdicner haben sich unterdeß des Angeklagten bemächtigt und gelingt es ihnen, den Tobenden und um sich in Verzweiflung Schlagenden aus der „Dock" der Treppe hinab in seine Zelle zu schleppen oder vielmehr zu schleifen. Die Furcht vor der „Katz." hat ihm Riesenkräfte verliehen unb noch lange hörte man aus bem nnterirbischen Äorribor seinen Wehms erschallen: O Mylorb, Gnabe, nur bicses Mal nicht die „Katze"! Dem Mann wird die Raublust wohl für immer vergangen sein. — Aus dem Regierungsbezirk Erfurt, 20. Mai. Im Kreise Schleusingen ist vom Landrath veröffenllicht worden, daß die Beleuchtung aller zu öffentlichen Tanzbelustigungen, Concerten, Schaustellungen und dergl. benutzten Säle durch Petroleum nicht mehr stattzustnden hat. Dieselbe hat durch Kerzen, Rüb- oder Solaröl zu geschehen. Kronleuchter und Hängelampen dürfen nur in solchen Sälen gebrannt werden, di- mindestens drei Meter hoch sind, zur Beleuchtung der niedrigen Tanz- u. f w. Locale sind Wandlichter oder Lampen anzubrmgen. Die Nichtbefolgung der Verordnung wird mit Geldstrafe bis zu 30 JC oder entsprechender Hast geahndet. - Hurrah, vier Könige! t-legraphirt- bekanntlich unser Kaiser. Hiermit meinte er sich, Wilhelm I., dann seinen Sohn Friedrich Wilhelm V. (als Kaiser Friedrich Wilhelm I.); seinen Enkel, der als Kaiser unb König Wilhelm II. heißen dürfte: und endlich seinen Urenkel, der sehr wahrscheinlich — da der Vorname Friedrich seit Friedrich dem Großen für die preußischen Thronfolger nicht mehr gebräuchlich — als Preußens König Friedrich Wilhelm VI. und als deutscher Kaiser Friedrich Wilhelm II. genannt werden wird. Für die stüheren preußischen Könige gibt's, schreibt das „Berl. Tagebl." einen originellen Merkspruch, den ein patriotischer Schulmeister einmal in Knittelverse gebracht hat: Der erste der heißt Friederich, Der zweite Friedrich Wilhelm, Dann kommt der große Friederich, Dann wieder Friedrich Wilhelm. Setz' zweimal Friedrich Wilhelm dran. Kommst Du bei Kaiser Wilhelm an. — sLändlich, sittlich.j Als die Kaiserin Maria Theresia die Blattern bekam, wurde eine Tyroler Deputatwn an Ne abgeschicki, um ihr das Beileid der Tyroler aus. zudrücken. Der Anführer der Deputation ergriff das Wort unb sprach: „Ja, wie geht's Dir benn, Theres?" - „Ach," seufzte bie Kaiserin, „es geht wohl besser, aber — mein Gesicht!" Dabct bebcckte sie schluchzenb bas von ben Blattern entstellte Gesicht mit bem Taschentuch. — „Ach was, G'sicht", tröstete sie ber Tyroler, „i pfeif' Dir auf Dein G'sicht, wenn Du nur sonst g'sunb bist!" Kein anderes Heilmittel hat sich in solch kurzer Zeit sowohl in ärzlichm Kreisen als beim Publikum so viel Freunde wie die Apotheker R. Brandt'? Schweizerpillen erworben, was einzig unb allein auf ihre angenehme, rasche unb sichere Wirkung bei Kopfschmerzen, Verstopfung, Leber- unb Gallenleidcn, Blähungen, unreines Blut, Magendrücken;c. beruht. Ausführliche Prospekte mit den ärztlichen Urthcilen sind gratis, sowie die ächten Apotheker R. Brand's Schwcizerpillen per Schachtel 1 M erhältlich in den bekannten Apotheken. 3708 Rechn-r ®eultnfl, Eoncursverwalter. 3710 86 70 Ciriax-Weimar und L. 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