1882. Sonntag den 26. März Drittes Blatt. Sir. 73 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Kuren«? Schulstraße B. 18. PreiK vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Dienstag erteilten Abfchiedsaudienz äußerte, sollen jedenfalls der Befriedigung des italienischen Herrschers darüber Ausdruck verleihen, daß die Beziehungen zwischen Italien und Frankreich wieder die ungetrübtesten sind. Der König dankte dem scheidenden Botschafter warm für die Sympathien, welche er Italien bezeugt habe, betonte dann seine (des Königs) freundlichen Gesinnungen gegen Frankreich und schloß mit der Versicherung, daß Italien lebhaft den Frieden wünsche. Hoffentlich wird Frankreich diese königlichen Worte richtig würdigen und die Italiener nicht abermals vor den Kopf stoßen. Am russischen Hofe dauert der Minenkrieg zwischen dem Minister des Innern, Grafen Jgnatieff, dem Haupte der panslavistischen Partei, und dem Leiter des Auswärtigen Amtes, Staatsrath v. Giers, dem Vertreter des „Westens", mit ungeminderter Lebhaftigkeit fort. Bis jetzt ist es den Jn- triguen Jgnatieff's noch nicht gelungen, die Stellung Giers zu erschüttern, da dieser hauptsächlich durch den jetzt in Petersburg anwesenden russischen Botschafter in Paris, Fürsten Orlow, gehalten wird. Sobald dieser aber wieder abgereist sein wird, dürfte Giers, wie man in Petersburg allgemein anninimt, dem Ansturm der Panslavisten nicht mehr lange widerstehen, so daß die Uebernahme der auswärtigen Angelegenheiten Rußlands durch Jgnatieff nur noch als eine Frage der Zeit erscheint. — Der Czar hat an Kaiser Wilhelm em Telegramm gerichtet, in welchem es heißt, daß der Czar und seine Gemahlin mit Herz und Sinn zum Geburtstage des Kaisers gegenwärtig seien. Das Telegramm schließt mit den beachtenswerthen Worten: „Möge Gott noch für lange Jahre Ihr so ruhmgekröntes Leben erhalten, zum Wohle Deulschlands, für den Frieden Europas und zur Befestigung der Freundschaftsbande zwischen Uns und Unseren Reichen." _ Was nun die Vorgänge auf dem Gebiete unserer inneren Uolitik während der zurückgelegten Woche anbelangt, so ist es noch immer Me am vorigen Dienstag im Plenum des preußischen Volkswirthschastsrathes mit 33 gegen 31 Stimmen erfolgte Ablehnung des Tabakmonopol-Entwurss, tuf welches Ereigniß sich das hauptsächlichste Interesse concentnrt. ^e weniger rin ablehnendes Votum von Seiten gerade dieser Corporation erwartet wurde, »esto überraschender war die Nachricht hiervon. Der Volkswirthschastsrath hat iwar noch eine Resolution angenommen, in welcher er sich mit 48 gegen U Stimmen für eine höhere Besteuerung des Tabaks aussprach, aber diele Resolution ändert an der Thatsache nichts, daß der Volkswirthschastsiath den Regierungs-Entwurf, wenn auch nur mit 2 Stimmen Majorität, abgelchnt hat., lieber die nächsten Folgen, welche dieses ablehnende Votum m Bezug aus die nächsten in unserer inneren Politik zu erwartenden Ereignisse, wie Minister- Conserenzen und Einberufung des Reichstages, haben wird, verlautet noch inchw Näheres, möglich aber, datz die gegen das Tabatmonopol ausgefallene Entichel-- Dung des preußischen Volkswirthschastsrathes die Dispositionen für unsere nächste Zukunft ändern und die Grundlagen für unsere ganze innere Politik uimvandelu wird. Neben diesem Votum des Volkswirthschaftsrathes hat auch noch eine andere Entscheidung stattgesunden, welche in Regierungskreisen ebenfalls einen höchst peinlichen Eindruck machen mnß. Die Budget-Commission des preußischen Abgeordnetenhauses lehnte, gleichfalls ani Dienstag, den von der Regierung vorgeschlagenen Steuererlaß mit 13 gegen 7 Stimmen ab. In der sehr eingehenden Debatte über den Regierungs-Entwurf führte Finanzminister Bitter nochmals die Gründe an, welche die Regierung zum Steuererlaß bestimmten, während von den Gegnern des Steuererlasses namentlich hervorgehoben wurde, daß die gegenwärtige Finanzlage Preußens die Mittel zu einer derartigen Manipulation überhaupt nicht biete, auch sei über alle dem preußischen Staate etwa zufließenden Geldmittel durch den Etat bereits verfügt. Für den Erlaß stimmten nur die beiden fortschrittlichen Vertreter, der secessionistische Vertreter , drei Conservative und der Pole v. Alagdzinski. Die für den Steuererlaß beftinnnten 63/t Mill. .X werden demnach als Einnahine in den Etat gestellt werden. Die österreichischen Truppen haben trotz ihrer jüngsten Erfolge mit den südslavischen Jnsurgentenbanden noch immer nicht tabula rasa machen können. Gleich den Köpfen der lernäischen Schlange entstehen an Stelle eines zersprengten Jnsurgentenhaufens wieder neue Schaaren, mit denen sich dann die Oesterreicher von Neuem herumschlagen müssen. Trotzdem ist die Kraft des Aufstandes sowohl in der Crivoscie, wie in der Herzegowina im Großen und Ganzen als gebrochen zu betrachten und Feldmarschall-Lieutenant Baron Jovanovics hat nur die allerdings nicht ganz leichte Ausgabe vor sich, die aufständischen Bezirke von den Resten der Insurgenten zu säubern. — Das österreichische Abgeordnetenhaus beschäftigte sich in vergangener Woche mit der Specialberathung der Wahlreform-Vorlage und den hierzu von der Majorität gestellten Abänderungs-Anträgen. An der Annahme der Vorlage ist nicht zu zweifeln und da dieselbe ihre Spitze gegen das dentschliberale Element richtet, so steht der liberalen Partei in Oesterreich noch eine schwere Prüfungszeit bevor. Wochenschau. Gießen, 25. März. Unter den Begebenheiten der vergangenen Woche hebt sich „Hn‘e.r unfereS greisen Kaisers als das markanteste Ereignis; ab, an wM?m die ganze deutsche Nation, ja, auch ihre im Auslande lebenden Mied r inniaeu Antheil nahmen. Was uns hieran besonders mit Genugthumig kr ll st d ß der Kaiser trotz seiner 85 Jahre seinen Ehrentag in voller ÄsUaer irische und körperlicher Rüstigkeit begehen konnte. Der^Monarch em- rfinch die ihn Beglückwünschenden stehend, in heiterster, glücklichster Stimmung und war von dem Unfall, der den hohen Herrn letzthin betroffen, ihm nicht das Geringste mehr anzumerken, lieber die bemerkenswerthesten Momente des llmpsanges beim Kaiser tragen wir noch Folgendes nach: Von 1 U r an empfing8 der Kaiser die Gliickwünsche des Konigl. Hauses, der Fürstlichkeiten, ks diplomatischen Corps, der Minister, der Generalität, der Hof- unb Staate Srbenträger, an deren Spitze Fürst Bismarck erschien Mit dem Empfang des Präsidiums des Landtages war die Gratulation beendet, welche den Kaiser drei volle Stunden in Bewegung setzten. Von den Feierlichkeiten welche zu Eliren des Geburtstages Kaiser Wilhelms im Auslande veranstaltet wurden, sind die Galadiners an den Höfen zu Wien und Gatschma noch besonders 6iraUbt3nben'einfacben Verhältnissen der ärmeren Volksschichten, b°an'wortet^sich bie Frage: „Was soll nun aus dem Mädchen werden? ohne vieI b(e die dürftigen Verhältnisse der Eltern weisen vonselbstausdieNohedlg^^^ mo. Tochter alsdald nach beendeter Schulzeit einer lohnenden Beschcis 1 IW '^rn aIfo durch dieselbe sich selbstständig ernähren kann, der Versorg! g urch entrückt wird. Zwei Wege stehen für dieses Ziel d->n M-dch-n osten ^^mw oe geht in eine Fabrik oder sie vermiethet sich als Dwnstbot n ! jnbuftric. onWeiiimb höhere Lohn, welchen der st°bnkherr zahlt, l bt b£n melftm reichen Gegenden die jungen Mädchen tn bte tfabri^t. u. orbenb derselben heilsamer für ihr- Zukunst, wenn st- d,e Zuebt unb ben wem e uer oroe i l.chen Familie, das Vorbilb eines wohlgeordneten Haus-v'sens°us sich wirren U°n-n denn die kaum der Schule entwachsenen Kmder «.».eben b««» ständige Selbstständigkeit, da ihnen noch jebe b«8®nÄit nichts als ein SBSWÄW profitiren als in der Fabrik. Gießener Anzeiger Ailits- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. „ . »uur. In England ist die irische Frage zur Zeit anderen wichtigen Angelegenheiten gegenüber, mit denen das englische Parlament sich jetzt beschäftigt, etwas zurückgetreten. Eine Hauptrolle unter letzteren spielt die Regierungs- Vorlage, welche die Einführung des Antrages auf Schluß der Debatte im Unterhause bezweckt unb wodurch der Verschleppung der Debatten, welche besonders in der vorigen Session des Unterhauses hervortrat, ein Ende gemacht werden soll. Die Conservativen werden natürlich schon aus Gründen der Opposition gegen die Regierungs-Vorlage stimmen, ebenso die irischen Deputirten unb 10 bis 15 Liberale. Doch rechnet die Regierung für sich noch aus eine Mehrheit von 20 bis 30 Stimmen; eine Ablehnung ber Vorlage würde andernfalls das Cabinet Gladstone in große Verlegenheit setzen unb ein Rücktritt besselben wäre bann die wahrscheinliche Folge ber Ablehnung. Die außerordentlich herzlichen Worte, welche König Humbert bei ber dem französischen Botschafter beim Qüirinal, Marquis de Noailles, am Was fall nun aus dem Mädchen werden? — Eine Osterfrage. — Kann bei brr Erstiedung iig'nb eims kleinen Erfolges berjewge seiner Lache einigermaßen gewiß sein, welcher nach bes Dichters Wort mit Sßerftanb juin Ziele strebt, so muß dies Wort geradezu zum Gesetz für Denjenigen werben an dessen En^ schlüss n bas Glück eines ganzen Lebens sich knüpft. Vor solche Entschlüsse sth-n sich in ben Nächsten Wochen uno Tagen wieder tausende von Menschenherzen gestellt, denen Söhn- unb Töchter so w- t herangewachsen sinb, baß sie nun dre Schule verlassen unb in bi- große Schule bes Lebens übertreten sollen. Die Sorgen was nun aus dem Kinde werben soll, ist für bi- Eltern ber verschiedensten Stande und Schichten des Volkes - ne gleich ernste und gleich schwere, wenn sie auch von dem verschiedenartigen Standpunkte aus welchen die Betheiligten gesellschaftlich etnnehmen, -m- verschieben- artige Färbung Haden mag. Auch bezüglich des Geschlechts bei Kinder st das viel, gehörte Urtheil nicht ganz stichhaltig, baß ui Bezug auf bic Vorbereitung jür ben Lebensweg, welchen d e fiinber, ber Schule unb dem Hause entwachsen, selbstständig wandern lernen sollen, die Sorge für die Knaben großer se , °ls für die Mädchen oder umg'kehrt. Wir seh n hier natürlich ganz von jenen Familien ab, welche mit einer so reichlichen Fülle von irdischen Glücksgüt-ru gesegnet sind, daß ihnen dadurch sur alle Fälle eine sichere Existenz gewährleistet erscheint, obwohl IN Anbetracht der wunderbaren W-chselfäll- des Lebens auch hier die Frage nicht schlankweg von der yand gewiesen werden sollte: „Wi- ist unser Kind in den Stand zu setzen, gegebenen palles durch eigene Kraft sein Fortkommen zu finden?" .... . Die Sorge für die künftige Existenz des Knaben konnte leicht erscheinen da dem angehenden Jünglinge unb bem kräftigen Manne das L-ben taujendfache Gelegenheit bietet, seinen L bensunlerhalt zu findeii, sein Glück zu machen. Aber w e übe,all, o macht auch b er d e Wahl unter den vielen Beru sarten die meiste Qual. Außerdem sind auch oie ll theil- - sind's auch meist Vo,nrtheile - des Standes seiner Eltern maßgebend für die Wahl seines Berufes unb dadurch im Allgemeinen bestimmend für 'eine rrtkünst ge Lebensbahn. In anderer Weise wild die Sorge für die Zukunft des Mädchens erschwert; denn hier sprechen nicht blos Standesmtheile, Familienpeikommen und Sitte ein gewichtiges Wort, sondern körperliche wie geistige Eigenschaften ziehen der Frau im Allgemeinen im Leben engere Grenzen, weifen 'br wemg zahlreiche Gebiete zu, auf denen sie ihre Fähigkeiten bethatigen kann. Daß die Einschränkungeme in der Natur bes weiblichen Geschlechts begründete ist, geht wohl ziar Genüg bervor bafi man in neuerer Heil von größeren Fortschritten des weio- lichen Geschlechts aus verschiedenen Gewerbsgebteten unb in neOchiedeuen Kategorien von Posten unb Aemtcrn, In welchen baffelbc mit der .Männerwelt zu co^ curriren angefangen hatte, nichts gehört bat Unb doch ^361 werden, daß man in ben gebilbeten Kreisen rvuklichen Ernst unb gutenWillen zetg, bie Lösung ber socialen Frage in diesem Punkte sorbern zu Hellen, also keineswegs aus bloßer vorgefaßter Meinung einem Streben der Framn nach Emanc,patton eMgegen : ist. Sollen aber nun Eltern es dem Zufall überlassen, aus welch- Welse s chere ; Tochter einmal, wenn sie selbst ihre Augen Mhun oder ihre Hand schaff-nsschwach . wird, durch's Leben schlagen wird? Dies war- jedensalls ebenso verwerflich, am I vielgehört- R-de leichtfertig ist: „Ein Mädchen braucht m d r Schule J lernen.“ Manches Mädchen, dessen geistvolle und manuelle Ausbildung v-rn°«w,stgt worden war, hat dies in ben Augenblicken beklagt, ba ihr bte Stützen iyr-s reoenv Schwieriger wird die Wahl des Berufs dem Mädchen aus den gebildeten Ständen, denn bei der jetzigen Z-itrichtung, welche aus Verallgemeinerung der Blldung und Erhöhung des Niveau des Wissens überhaupt hinzielt, ist die sogenannte Hartoder rauh- Arbeit derart degradirt, daß sie eines gebildeten Menschen für unwürdig erachtet wird. Durch dieses Voruriheil zum Theil mit beeinflußt, wenden sich Töchter gebildeter Stände vorzugsweise denjenigen Berussarten zu, für welche sie oeimöge ihrer geistigen Ausbildung am besten vorgebildet erscheinen, nämlich demjenigen der Erzieherin, Gouvernante oder Kindergärtnerin Dies geschieht wohl auch dcßhalb weil diese Berussarten eine gewisse Selbstständigkeit der Stellung zur Voraussetzung haben daher der jungen Dame eine bestimmt erkennbare sociale Position im Leben zu sichern scheinen. Diese Hoffnung bewährt sich jedoch nur in dem Falle, wenn di- junge Dame eine Stellung an einer öffentlichen Schulanstalt erlangt hat. Und doch ist ohne «weise! der Platz der Frau als Lehrerin nicht dort, sondern ihre unterrichtende und erziehende Thätigkeit ist dann am ersprießlichsten und angemessensten, wenn sie sich in den Rahmen eines Familienkreises emorbnet. Freilich haben Gouvernanten, Bonnen und Kindergärtnerinnen inmitten einer Familie oft eine wenig deneidenswerthe Stellung Die Kammerjungfer, die Köchin u. s. w. sind in ihrer fest abgegrenzq» Stellung besser daran, als die Erzieherin oder gar als die Kindergärtnerin in Ziviiiekstellung. Außerdem liegt die G-iahr nabe, daß sich die junge Dame inmitten der Fülle eines vermögenden Hauses an Lebensgenüsse gewöhnt, welche ihr im künftigen selbstständigen Haushalte kaum in dieser Weise geboten werden dürften. Die Gefahren und Enttäuschungen, welche die Künstlerlaufbahn darbietet, brauchen kaum gekennzeichnet zu werden, um mittelmäßige Talente vor dem Betreten derselben zu warnen. Lorbeeren und hohe Gage werden auch dem Genie nicht immer zu Theil denn auch hier ist das Glück so launenhaft wie anderwärts. Nicht überall sind die Wege der Kunst gleich dornenvoll, wenn sie auch nirgends ohne Mühe zu gewünschten ideellen und materiellen Zielen führen. Da nun in allem, was Handfertigkeit Accu- ratesse und Geschmack in Behandlung kleinerer Gegenstände und Formen betrifft die Frau gemein'glich dem Manne überlegen ist, so wende st- sich dem Gebiete des Kunst- Handwerks zu, wo sie diese Fähigkeiten betätigen kann. Nennen wir z. B. die wieder in Ausnahme kommende Porzellanmalerei, das Musterzeichnen mit der vielfachen Gelegenheit zur Verwerthung des guten Geschmackes, des Erfindungsgeistes, der Sauberkeit und der Handfertigkeit. Wir gehen noch einen Schritt weiter und behaupten daß auch für die Hände gebildeter Frauen alle jene Arbeiten nicht zu otbinär sind, bie'inan gewöhnlich „weibliche" nennt, um Nicht gründlich und xractisch gelernt und betrieben zu werben; Putzmacherei und Schneiderei nähren viele Frauen, ja, viele von diesen kommen durch dieselben zu einem gewissen Wohlstand. Vor allen Dingen sollte aber jede verständige Mutter ihre Töchter frühzeitig und gründlich in all ben Heinen, aber wichtigen Handgriffen, Verrichtungen, Besorgungen und Geschäften unterweisen, durch welch- d e Ordnung eines Hauswesens besteht und Behaglichkeit über dasselbe ausgebreitet wird. Auch diese practische Unterweisung in dem Dienste des Hauses kann dem Mädchen eine gute Empfehlung fein wenn sie einmal auf ihre eignen Hände angewiesen sein sollte. Ein Mädchen aus guter Familie wird einer vernünftigen Hausfrau viel lieber sein, als ein ungebildetes schlecht erzogenes Dienstmädchen. Die Geistesbildung, wenn sie gepaart ist mit einer vernünftigen Herzens- und Willensbildung, wird nirgends schädlich, aber überall sehr nützlich sein. Cz Verwischtes. Frankfurt, 23. März. sProbefahrt in einem electrisch beleuchteten Eisenbahnzuge j Der am 4. Februar unternommenen Probefahrt mit einem durch electrisch- Glühlichter erleuchteten Eisenbahnzuge folgte heute ein zweiter größerer Versuch auf der Strecke Frankfurt-Elm. Der von der König!. Eisenbahv-Direction Frankfurt a. M. installirte Zug bestand aus 10 Achsen. In ähnlicher Weise wie bei der ersten Fahrt waren auch jetzt in einem Packwagen die von der Frankfurter Firma H. G Möhring zur Disposition gestellte dynamo-electrische Maschine und die fecunbären Batterien, iTOn f In in ? rt met Zahl, untergchracht. Der Betrieb der dynamo-electrischep Maschine erfolgte durch Vermittlung eines Vorgeleges von der Ax- des Wagens aus wAt rb0Um ®tnridl*un0 getroffen, daß der Packwagen bei umgekehrter ^ug- rid)tung n.cht gedreht zu weid-n braucht-, damit die dynamo-electrische Maschine dieleld, )l«n§0rtld,£un6J?,e _£,0.r6et beibehielt Es würbe dies durch einfaches Umstellen eine-, Hebels bewirkt. Di- Zahl der in den fünf Wagen des Zuges angebrachten Glühlichter betrug eintge zwanzig und zwar war b e Anordnung der Lampen ebenfalls wesenilicki E^d^r Mten Probeiahit verbessert. Die Lampen waren nämlich mit Schirmen aus Milchglas versehen unb dieselben sogar in einem Kronleuchter untergebracht au* ^"Nchtung >° g-irofsin daß j des einzelne Glühlicht ganz nach Ät einer bekanntwlr?m,?ck/^s eineL ■&abne§ ausgelöscht werden konnte. Wie bekannt, wird durch das Ausloschen einer oder mehrerer Lampen das Leuchten der übria-n tn keiner Weise alter,rt. Der Zug wurde kurz vor 4 Uhr Nachmittaas pom Rabnbot Sachsenhausen abgelassen und kam gegen 6 Uf)r,ß während unterem «nn,hi^acflsa0en nUn erS br?abpn,^reLMne Unb,?eLLecunb5ren Batterien hinzuwirken hat, so thut das dem entschiedenen Erfolge auch dieser zweiten P-ob-fahrt keinen Eintrag. Die ganze Ein- und^s$ifHnm Sp 3uge§ madbte in der That schon den Eindruck eines Dcfivstivums' t UmmU®6,i. daß der von der hiesigen König!. Eisenbahn Direction zuerst betretene Weg der btrecten Benutzung der Zugkraft zur electrischen Beleuchtung auch ferner die besten Erfolge verbürgt. Der Appell der'englisches fioi* Kfo o3v-v-xVsoti o*,t- . öattder, nielcher eine Folge meines Berichts über die Probefahrt vom 4. Februar wurde, zeigt deutlich genug daü Deutsch- and zuerst den richtigen Weg zur electrischen Beleuchtung derGseL IÄ& wotÜift. bim0ftCr m°t0V b'6 "b-ndig- Last bJ fahSn ZugL Beiläufig mag noch erwähnt werden, daß an unseren Zug in Elm ein Waaen ”eI^m b,e Wände einiger Abteilungen mit der bekannten Salmain scheu Leuchtfarbe bestrichen waren. Diese Beleuchtung, welche man Übrigens D®.nforn^ney Dunkelheit bemerkt, ist zwar nicht als ganz ungenügend zu be- ’ t“ ss6 a.6Er aut das Auge wenigstens im Anfang, einen keineswegs ange- fonbern vielmehr einen unheimlichen Eindruck. Keineswegs hält^sie den Vergleich mit irgend einer der bekannten Beleuchtungssysteme aus und besonders wird buy* den Gebrauch schmutziger werden, auch bstLeuchtkraftnoch n nb f*roa*er t™- Da ferner der Preis der Leuchtfarbe ein verhältnißmäßch sehr hoher ist so wird man schwerlich zu größeren Anwendungen für Eisenbahnzüge übergehen, selbst wenn die Farbe dauernd unzersetzt bleiben sollte. 9 » 8 n6? 9 Ar gelangte unser Zug wieder in Sachsenhausen an und ich bin hnrAnva1, n"?i ^,6 lablreichku sachverstand gen Theilnehmer von der interessanten Fahrt durchaus befriedigt sind und der Verwendung des electrischen Glühlichts für die Be- ^*^^M^®fenbabnjugen em sehr günstiges Prognostikon stellen werden Fr.Z. Allgemeiner Anzeiger. Bcrsteigerungs Anzeige. Dienstag den 28. ds Mts., von Vormittags l O UHr an, läßt Unterzeichneter im Saale des Gastwinhs Biamm die noch nicht ausgelösten und prolongirten Pfänder von Nr. 39116 bis 40600 gegen Baarzahlung öffentlich versteigern. 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Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das neu errichteic Grundbuch der Gemarkung Aibach nebst den dazu gehörigen Parzellen- karten in dem Gdchästsbureau des Großh. Bürgermeisters und Ortsgerichis- Vorstehers Schäfer zu Aibach am 16. Januar 1882 offen gelegt worden ist. Die Beihetltgicn sind befugt, daffeibe während der Zeit der Offenlegung in diesem Lokale emzusehen, auch gegen die Gebühr von dem Großh. Bürgermeister und Octsgerichtsvorfieher der Gemeinde Aibach Grundbuchsauszüze (Geschosse) zu verlangen. Auch werden ste durch Liieren auf die von den Feldgefchworenen entdeckt werdenden, sie betreffenden.Fehler aufmerksam gemacht werden. Allen denjenigen, welche stch bei den Angaben des Grundbuchs rücksicht- irch des Besitzstandes und der Größenangaben für beschwert erachten, steht es frei, binnen einer uneistrecklich-n Frist von 6 Monaten ihre Anstände entweder aus gütlichem Wege bei dem Bürgermeister und Ortsgerichtsvoisteher der Gemeinde, vor welchen sie ihren etwaigen Gegner verladen lasten können, zu B«fettigen und, insofern dieses nicht von Erfolg ist, ihre Ansprüche bet dem für Besitzstreittgkeiten zuständigen Gerichte geltend zu machen. Ist dtesks Gericht ein anderes, als das unterzeichnete, so haben sie davon, daß Letzteres geschehen, binnen eben dieser Frist die Anzeige zu machen. Dieselbe Anzeige liegt ihnen binnen derselben Frist alsdann ob, wenn sie vor Offenlegung des Grundbuchs gegen den daselbst eingetragenen Besitzer eine B-sitzklage angestellt hatten. Nach Ablauf dieser Frist wird der Besitz, wie ihn das Grundbuch Lngiebt, in Bezug auf die Personen der Besitzer und die Größenangaben in eilen den Fällen für richtig angenommen, in welchen weder et .e gütliche Beseitigung bei dem Bürgermeister und Ortsgerichtsvoisteher zu Protokoll gegeben, roch eine gerichtliche Klage deshalb erhoben und erforderlichen Falls bet dem unterzeichneten Gerichte zur Anzeige geb'acht worden ist. Zugleich werden diejenigen, welche b:c In Gemäßheit des Art. 30 des Gesetze« vom 21. Februar 1852, die Erwerbung des Grundeigeathums u. s. w. betreffend, beigesüzten Erwerbt tel eingetragen oder benchügt zu sehen wünschen, «asgesordert, di- erforderlichen Anträge binnen der festgesetzten Frist von « Monaten bei dem zuständigen Gericht zu stellen und, wenn dieses ein emderes als das unterzeichnete ist, bet diesem die Anzeige zu machen. Die unerstreckitche Frist von 6 Monaten geht mit dem 15. Juli 1882 zu Ende. Gießen, den 20. December 1881. L. 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