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Das hervorragendste Ereigniß der Woche bildet auf dem innern politischen Gebiete selbstverständlich die durch den Kaiser und König in Person am Dienstag erfolgte Eröffnung des neuen preußischen Landtages. Die von dem greisen Monarchen verlesene Thronrede ist in präcisen, schmucklosen Sätzen abgefaßt, wodurch sie an ihrer Bedeutung jedenfalls nichts eingebüßt hat. Unter den Vorlagen, welche die Thronrede ankündigt, sind diejenigen über die Aushebung der vier untersten Stufen der Klassensteuer und über die Erleichterung der Communal- und Schullasten besonders hervorzuheben; sie bedeuten, daß die Regierung entschlossen ist, an ihrem socialpolitischen Programm sestzu- halten, das in seinem Kerne eine möglichste Verminderung der directen Steuern und eine Erhöhung der indirecten Einnahmequellen bezweckt. Mit Genugthuung wird von der Beamtenwelt die angekündigte Verbesserung der Beamtengehälter begrüßt werden; eine weitere Hebung des Verkehrswesens wird unzweifelhaft durch die in Aussicht gestellten Gesetzentwürfe bezüglich des Baues neuer Bahnen und neuer Wasserstraßen erzielt werden. Daß ein Deficit vorhanden ist, gesteht die Thronrede unumwunden ein, doch wird zur Deckung deffelben zugleich ein Anleihegesetz vorgeschlagen. Sehr kurz drückt sich die Thronrede über die kirchenpolitischen Angelegenheiten aus, doch läßt sie die Hoffnung auf eine Verständigung mit der Kurie durchblicken. Mit Befriedigung kann auch der Paffus über die auswärtigen Angelegenheiten hervorgehoben werden, welcher die bistimmte Zuversicht auf Erhaltung des allgemeinen Friedens ausspricht. — Beide Häuser des Landtages hielten unmittelbar nach der Eröffnung kurze Sitzungen ab. Im Abgeordnetenhaus präsidirte als Alterspräsident der Abg. v. Bockum-Dolffs ; im Herrenhause fand bereits die Präsidentenwahl statt, wobei das alte Präsidium wieder gewählt wurde. Durch Acclamation nahmen der Herzog v. Ratibor als Präsident und Graf Arnim-Boitzenburg als Vicepräsident ihre alten Stellen wieder ein. Dagegen mußte bei der Wahl des zweiten Vicepräsidenten zur Abstimmung geschritten werden, wobei Geh. Rath Beseler mit 47 gegen 45 Stimmen, welche auf den vom Centrum und der äußersten Rechten aufgestellten Can- didaten, Graf Brühl, fielen, wieder gewählt wurde. Dem preußischen Abgeordnetenhause ist als erste Vorlage in der neuen Session die Verordnung vom 24. August d. Js., betr. die Vertretung des Lauenburgischen Landes-Communalverbandes, zugegangen. Lauenburg nimmt bekanntlich unter den preußischen Provinzial-Körperschaften eine gesonderte Stellung ein; die Verordnung will nun diesem Kreise eine anderweitige Vertretung gewähren. Im parlamentarischen Leben Oesterreichs bildet der Austritt Dr. Lienbacher's aus dem Club der Rechten des Abgeordnetenhauses ein bedeutsames Ereigniß. Dr. Lienbacher, der klerikale Reichsraths-Abgeordnete für Salzburg, giebt als Grund seines Austrittes an, daß er als Vertreter einer kerndeutschen Provinz es nicht länger verantworten könne, den slavlschen Prätensionen entgegenzukommen. Ob dies die wahre Ursache des Aussehen erregenden Schrittes ist, den der Vertreter Salzburgs gethan hat, mag dahingestellt bleiben; jedenfalls ist das Ausscheiden Lienbacher's aus der feudal-slavisch- klerikalen Reichsraths-Mehrheit nur ein Vorbote von weiteren bedeutsamen Wandlungen in den parlamentarischen Verhältnissen Oesterreichs. Die Verhandlungen der französischen Deputirtenkammer waren in dieser Woche vorwiegend der Berathung des Cultusbudgets gewidmet. Es kam hierbei theilweise zu sehr lebhaften Debatten, da namentlich von radikaler Seite die einzelnen Positionen bekämpft wurden; indeffen erklärte sich die Mehrheit der Deputirten für die Regierungs-Forderungen. So genehmigte die Kammer am Mittwoch Kapitel 3 des Cultusbudgets (Gehälter der Geistlichen) mit 309 gegen 159 Stimmen, desgleichen wurden im weiteren Verlaufe der Dis- cussion auch die Kapitel 4, 5 und 6 angenommen. An letzterem (Stipendien u. s. id.) machte jedoch die Kammer einen kleinen Abstrich, indem die Seminar-Stipendien um 200,000 Frcs. herabgesetzt wurden. Das englische Unterhaus beschäftigt sich noch immer mit der Reform der Geschäftsordnung; nur die gelegentlichen Debatten über die egypti- schen Angelegenheiten bringen über jenes trockene Thema etwas Abwechselung. Herr Gladstone kann jedoch mit dem Gange der Debatten, namentlich was die Reform der Geschäftsordnung anbelangt, recht zufrieden sein, denn die Regierung hat hierbei wesentliche Erfolge zu verzeichnen. Von den Veränderungen im russischen Ministerium ist es ganz still geworden, so daß es den Anschein hat, als ob der angekündigte Rücktritt der Minister Tolstoy und Woronzoff nur ein frommer Wunsch einer gewissen Clique am Petersburger Hofe gewesen ist. In der Angelegenheit der gegen die Deutschen der Ostsee-Provinzen inscenirten Verfolgungen hat sich der Czar genauen Bericht erstatten lassen und gleichzeitig die strengste Untersuchung angeordnet. m „ ,r Dem Schweizer Bundesrath ist jetzt der Bericht des Justiz- und Polizei-Departements des Cantons Gens über das angeblich in Gens existirende geheime revolutinäre Comit6 zugegangen. Aus dem Berichte ist jedoch nicht zu ersehen, ob die Umtriebe fremder Anarchisten auf dem Gebiete dieses Kantons mit den Unruhen in Montceau-les-MineS in Verbindung zu bringen sind. Der Bericht stellt überhaupt die Existenz eines anarchistischen Comit^s in Genf in Abrede, doch ist trotz dieser officiösen Behauptung die Meinung im Auslande, daß gerade Genf der Haupt-Tummelplatz der internationalen Wühler ist, noch nicht erschüttert. Die egyptische Frage, welche in den orientalischen Angelegenheiten noch immer die hervorragendste Rolle spielt, liegt noch immer dunkel vor der Welt. Die Anwesenheit Lord Dufferin's in Kairo dürfte zwar wesentlich mit zur Klärung der Lage am Nil beitragen, bis jetzt ist letzteres aber noch nicht eingetreten. Herr Gladstone hat sich allerdings jüngst im englischen Unterhause mit merkwürdiger Offenheit über den Zweck der Mission Lord Dufferin's geäußert, wonach Dufferin der egyptischen Negierung bei der Neuordnung der Dinge be-ilflich sein soll, doch nimmt man allseitig an, daß der eigentliche Zweck der Sendung Lord Dufferin's weniger in der Unterstützung, als vielmehr in der Ueberwachung der jetzigen egyptischen Negierung zu suchen sei, Aus der hohen Pforte ist man über die Anwesenheit Dufferin's im Pharaonenlande wenig erbaut, da ja hierdurch der englische Einfluß in Egypten eine wesentliche Stärkung erfährt. Die Pforte hatte deshalb beschlossen, auch ihrerseits einen außerordentlichen Commissar in der Person Server Pascha's nach Egypten zu entsenden, aber die englische Regierung erklärte sich entschieden gegen diesen Plan, und so mußte denn die Pforte denselben wieder aufgeben. Im Uebrigen liegt aus Egypten nichts Neues vor. Der „falsche Prophet" scheint keine besonderen Fortschritte zu machen, anderseits ist jedoch auch das egyptische Expeditions- Corps, welches gegen den neuen Unruhestifter ausziehen soll, noch nicht auf die Beine gebracht, so daß die Entwickelung dieser Angelegenheit sich wohl Zeit nehmen wird. Lokales. Gießen, 18. November. (Sitzung der Stadtverordneten vom 16. November.) Anwesend Herr Bürgermeister Bramm, Herren Beigeordneten Keller und Heß, von Seiten der Stadtverordneten die Herren: Batst, Diery, Gail, Grüneberg, Hanstetn. Hoch, Homberger, Kauf, Adolf Noll, Aug. Noll, Petr», Pfannmüller, Scheel, Schopbach, Wenzel und Wortmann. — Herr Bürgermeister Bramm bringt zur Kenntniß, daß nach dem Ausschreiben Großherzogl. Kreisamls vom 28. Oktober d. I. der von der Stadt Gießen pro 1882/83 zu entrichtende Theil zu den Kreisumlagen 35805 beträgt gegen JL 12107 des im Budget vorgesehenen Betrages. Der Grund hierzu liegt hauptsächlich in den Mehrausgaben für die Unterhaltung und den Neubau der Kretsstraßen. Für den Mehrbetrag wird der erforderliche Credit bewilligt. — In der Angelegenheit der Herstellung eines Ersatzweges für den durch die Erweiterung der Exercier- und Schießplätze in Wegfall gekommenen sog. Hammweg ist den Interessenten zu Annerod von dem Beschlüsse der Stadt- verordneten-Versammlung, nach welchem die Herstellung eines anderen Wegs genehmigt, jedoch auch ausgesprochen wurde, daß ein Recht für alle Zeiten auf den anzulegenden, aus der Gemarkung Wteseck nach der Straße nach Annerod führenden Weg für die betr. Grundbesitzer nicht anerkannt werden könne, auf desfallsigen Bericht der Groß. Bürgermeisterei an G-oßh. Kreisamt von diesem letzteren Kenntniß gegeben worden. Namens der betheiligten Interessenten wird nun von Großh. Bürgermeisterei Annerod berichtet, daß dieselben mit diesem Beschluß nicht einverstanden sind und in Folge dessen den Rechtsweg beschreiten wollen. Die Versammlung erklärt, bei ihrem bereits gefaßten B-schluß zu beharren — Der Octroi-Rückvergütungssatz mit 3 pro Kilo Fleisch, welches von dem hiesigen Regiment consumirt wird, ist gegenüber der Entrichtung des Octrois für das eingeführte und hier geschlachtete Vieh für zu hoch erkannt und deßhalb auf Antrag der Flnanzdeputatwn beschlossen worden, die Höhe der Rückvergütung auf 1 $ pro Kilo confumirten Fleisches feftzusetzen. — In einer aus Anlaß der Recurrenssiever Epidemie im Jahre 1879/80 gegen den Ortsarmenoerband Lcoern beim Bundesamt für Heimathwesen erhobenen Klage hat letzteres entschieden, daß Beklagter schuldig sei, den von der Klägerin (der Stadt Gießen) geforderten Betrag für die Verpflegung eines dem gen. Ortsarmenverbande angehörigen Recurrens- kranken nur theilweise zu bezahlen; gleichzeitg wurden der Klägerin 3/5 und der Beklagten 7s der Kosten auferlegt. Hierbei ging das Bundesamt m den Entscheidungs- gründen von der Ansicht aus, daß das im Hofgerichtsgebäude eingerichtete Spital nur als Armenanstalt zu betrachten und deßhalb nur 1 JC. 50 statt der angefetzten 3 Jt. 85 H pro Tag zu vergüten seien. Da nun in der oben angegebenen Richtung noch mehrere Klagen der Stadt Gießen gegen andere Ortsarmenverbäude der Entscheidung des Bu-desamts vorliegen, wird beschlossen, bei der zunächst zur Verhandlung kommenden Klage der erwähnten Unterstellung entgegenzutrelen. — Zum Schutze der Quellen an der Wasserleitung gegen eindringendes Regcnwasser rc. sollen die erforderlichen Vorrichtungen getroffen werden; gleichzeitig wird Hr. D'rector B a n s a zum Mitglied der technischen Commission für die Wasserleitung wieder ernannt. — Dem Gesuche des Dtrectoriums der forstlichen Versuchsanstalt um Mitbenutzung der Holzschläge im Stadtwalde zu forstlichen Versuchen rc. wird unter der Bedingung Genehmigung er- theilt, daß der Stadt dadurch weder Kosten noch Schaden entstehe, im Uebrigen aber behalte sich die Stadt für jeden einzelnen Fall besondere Genehmigung vor, wie auch die Verwendung des Forstschutzpersonals nur insoweit gestattet werden könne, als ihres Dienstes wegen dies für zulässig erachtet werde. — E n Gesuch der Herren Ed. Plank und B. Katz en st ein um Anbringung der zwischen oem Weidt/fchen und Plank'schen Hause befindlichen Straßenlaterne über den gemeinschaftlichen Eingang zu ihren Häusern am Marktplatz wird nicht befürwortet. — Einem Anträge entsprechend soll die Beleuchtung aller öffentlichen Pissoirs angeordnet werden; desgl. wird zur Ausstellung einer Gaslaterne in der Löberstraße Genehmigung ertheilt. — Infolge erstatteter Anzeige des Feldschützen Völker über den Zustand des von der neuen Anlage nach dem Schiffenberger Weg führenden Weges wird die Herstellung desselben mit Hochofenschlacken und Lutherbergkies genehmigt; gleichzeitig wird beschlossen, das Gäßchen am Wenzel'schen Garten allwöchentlich reinigen zu lassen. — Der vorliegende Ntaellirungs- plan für die «leichstraße wird genehmigt. — Auf diesbezügliche Eingaben wird ferner beschlossen, den Hammweg, sowie den Feldweg nach dem sog. Felsen herstellen zu lassen, die Kosten für letzteren sollen in das nächstjährige Budget eingestellt werden. — Zum Schutze des Neunädter Feldes gegen Ueberflutbungen durch die Lahn wurde früher die Herstellung eines Dammes und theilweise Erhöhung des Wißmarer Weges beschlossen. Gegen dieses Projekt ist von mehreren Besitzern von an der linken Seite der Lahn gelegenen Grundstücken Einsprache wegen angeblicher Schädigung ihrer Besitzthümer durch die durch den projektirten Damm abgeleiteten Wasser- und Eismassen erhoben worden. Die weitere Behandlung dieses Gegenstandes wird infolge dessen bis zur Einholung von Gutachten des Herrn Kreisbaumeisters ausgesetzt. — Für die Reiniaung der Polizeilocalitäten werden 80 jährlich bewilligt. — Das Gesuch des Herrn Fabrikanten Carl Kltngspor um Bauerlaubnitz wurde in voriger Sitzung an die Baudeputation zurückoerwiesen, weil ein ähnliches Gesuch vor mehreren Jahren abgeschlagen wurde, das heute vorliegende Gesuch wird befürwortet. — lieber die Herstellung von Gräben zur Ableitung des Wassers aus der Neustadt sollen vorerst die entsprechenden Pläne vorgelegt werden. — Das Gesuch des Zieglers Caspar Schomber um Erlaubniß zur Abtragung eines städt. Rains wird genehmigt. — In Folge eines Gesuchs dortiger Hausbesitzers um Erlaß eines Verbotes gegen die Ablagerung von Straßenkehricht und sonstigem Unrath an der Pipp'schen Schanze wird beschlossen, den Fahrweg daselbst obzusperren und einen Fußweg herzustellen. Vermischte-. — Die jetzigen sehr niedrigen Kaffeepreise motiviren sich lediglich dadurch, daß Brasilien sich seit ungefähr 4—ö Jahren ganz enorm auf die Produktion von Kaffee verlegt bat und daß die Resultate der letztjährtgen Kaffee-Ernten — ausschließlich Ceylon — sehr bedeutende genannt werden dürfen. Die Folgen einer derartigen Produktion blieben nicht aus und durch das starke Angebot amerikanischer Kaffees erlitten auch die Java-Sorten einen Preisrückgang, der im Vergleich zu den Notirungen vor 3—4 Jahren 20—25 Procent beträgt. Nur Ceylon-Kaffee hat sich bezüglich des Preises auf fernem alten Standpunkte behauptet, was allerdings hauptsächlich auf die von Jahr zu Jahr schwächer werdende Kaffee-Cultur daselbst und auf die stets lebhafte Nachfrage nach demselben zurückmführen ist. Da Amerika größtentheils nur geringere Qualitäten und betr.ffs des Geschmacks sehr zweifelhafte Kaffees prvducirt, so häuften sich gerade in diesen Sorten die Vorräthe an den Seeplätzen in dem Maße an, daß dieselben mit der Nachfiage «ach dem Artikel nicht mehr im Einklänge standen und sogar zu Fall ssements recht gut situirter Firmen führten. Bereits im vorigen Jahre sanken die Preise der untergeordneten Kaffees auf ein Niveau, das zu den Productionskosten in einem ungünstigen Verhältnisse stand und dre amerrkanischen Producenten zu der positiv begründeten Thalsache veranlaßte, die Produktion geringerer Sorten zu beschränken, bezw. vollständig eingehen zu lassen. Wenn auch für den Augenblick eine erhebliche Preiserhöhung nicht bevorsieht, so dürfte der Artikel doch wohl auf seinem niedrigsten Werthe angelangt sein und die am 2o. Oktober in Holland abgehaltene Auktion von 87,000 Ballen Java-Kaffee brachte schon einen durchschnittlichen^Ausschlag von 1-3 H pro Pfund, was einen günstigen Einfluß auf die anderen Märkte ausübte. Eine einzige ungünstige Ernte könnte bet dem sich stetig steigernden Consum die Kaffeevreise ganz erh blich erhöhen. Die Con- fumenten haben momentan sicher keine U'soche, über hohe Kafferpreise zu klagen und in jedem Orte sind solche fast zur Hälfte den billigeren Qualitäten gewichen, jedoch hat der Käufer auch häufig h-erbei zu befürchten, daß ihn dieselben nicht zufrieden stellen. Jedenfalls ist es gerade keine Ersparn'ß, die billigsten Kaffees zu kaufen und em Kaffee für^iL 1.40 ist in gewisser Hinsicht ebenso billig, wie ein solcher von 75 oder 80 z$. Die Qualttäts- und Preisunterschiede betragen bei Kaffee über 100 pCt. und dennoch b'ldet sich ein großer Theil der Konsumenten selbst ein, daß ein Kaffee für 70-80 H, der versuchsweise bei einem marktschreierischen Geschäfte gekauft ist, mehr werth sei als ein solcher, den er bei seinem früheren Lieferanten mit 1 JL bezahlt hat Di- übermäßige Concurr-rz sorgt heut- selbst für billig- und auch wentg abw-ich-nde Preise und das Publikum sollte wohl berücksichtigen, daß das Schleudern nur auf Kosten der Qualität der Maaren geschieht und daß es in diesem Falle selbst der geschädigte Theil ist. u , "Bei der gestern erfolgten Ankunft Adeline Patti's wurde, so schreibt man der „Tribüne autz Newyork vom 2. November, von den Beamten des Zollhauses Eti - lpsacbe erhoben gegeni die steuerfreie Einführung von Diamanten, deren Werth auf 400 000 Dollar geschätzt wurde, sowie von drei Toiletten für die Rolle der Traviata" die in Paris, Brüssel und Wien neu angeferiigt worden sind. Auch von den überaus werthvoll n Spitzen der Patti sollte die Steuer erhoben werden, und die Beamten ließen erst dann die gesummten Utensilien ungehindert passiren, nachdem Colonel Mapleson. der Impresario der Patti, die eidesstattliche Versicherung abgegeben hatte, daß die angeführten Gegenstände „zu dem für die Ausübung des Berufes der Patti nothwcndigen Handwerkszeug" gehörten. y B r — Die Lebensversicherungs- und Elsparniß-Bank in Stuttgart hat per Ende Oktober d. I einen Versicherungsstand von 42,275 Policen mit 191,648,200 erreicht D'e im Laufe d. J bis Ende Oktober ihr zugegangenen Anträge belaufen sich auf 3707 mit JL 21,519^200. Die Jahres-Einnahme an Prämien und Zinsen wird pro 1882 auf circa 8% Millionen Mark und der Versicherungsfonds auf circa 40V, Millionen Mark ansteigen. Überschüsse, welche die Bank seit 28 Jahren in der Höhe von 33-46pCt — 37,5pEt- durchschnittlich erzielte, werden ungeschmälert in Form von Dividenden an die Versicherten zurückoergüiet. Die Dividenden werden nach zwei Systemen ie nach Wahl der Versicherten veriheilt und zwar: Nach Maßgabe der Jahres-Prämie, wobei jede Prämie Anspruch auf das höchste Maß von Dividende von Anfang an, je nach fünf Jahren zahlbar, zu gemeßen hat. 8 i ?• .sagende Dividenden nach Verhältniß der jeweiligen Präiwensumme, wobei der Versicherte bei lebenslänglicher Versicherung nach 34jähriger Versicheiungs- dauer von jeder Prämienzahlung nicht nur ganz frei wird, sondern von da ab alljährlich eine steigende Rente erhält- Nach dieser Dividenden-Vertheilung B. hat z B. eine 30jährige Person abzüglich Dividenden bis zu ihrem 64. Jahre für eine Versicherung von 10,000 im Ganzen etwa 4297 einzuzahlen und empfängt dagegen von da ab eine jährliche Rente, welche bis zur Erzielung eines Alters von 85 Jahren die Summe von circa JL 1813 erreichen wird. Für die beim Tode zahlbare Versicherungssumme von JL 10,000 sind demnach nur X 2484 aufzuwenden. Die Thäiigkeit dieses Institutes hat sich über ganz Deutschland, Deutsch Oester- reicb und die Schweiz ousgebrettet und überall wird demselben ein wohlberechtiates Vertrauen entgegengebracht. A l l g e m e i u e r Anzeiger. Montag den 20. November, Nachmittags 2 Uhr, werden im Hause des Herrn Unverzagt (Steinstraße) Bettwerk, Möbel, Küchen- geräthe gegen gleich baare Zahlung versteigert. Gießen, den 15. November 1882. Großherzogliches Ortsgericht. 7588 Lüdeking. Montag den 20. November, Nachmittags 2 Uhr, werden in der F l e t t ’ schen Hofraithe dahier 1 Pferd, 1 Kassenschrank, 1 Billard, 1 Commode mit Aufsatz, 1 Sopha und 1 Bild öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 17. November 1882. Bauer, 7599 Großh. Gerichtsvollzieher. AeilgrövLeues. Feinste Bourbon-Vanille empfiehlt Carl Petri 7462_________(vorm. G. C Spruck).* Pferdtsiinlchkger. Wurst empfiehlt K. Krausch.____________7603 Gummischuhe sind eingetroffen. 7594 &2runebmum9 Kirchenplatz.____________ Niederlagen: C. 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Louis Rothenberger, Neuen weg 194. Engisch. 10 OÖÖ Mark Kleinkinder Bewahranstalt. Nachdem wir ant Montag den 13. November d. I. die Kinder unserer Anstalt in der neuen Kleinkinderschule versammelt haben, erwächst uns sofort die Aufgabe, für dieselben die Weihnachtsbeseheerung vorzubereiten. 161 Kinder waren am ersten Tage in der Anstalt erschienen; wir werden für 170—180 die Christgeschenke beschaffen müssen. Das können wir nur, wenn uns von Freunden unserer Anstalt reichlich geholfen wird durch Zuwendung von Kleidungsstücken allerlei Art und Stoff zu denselben, von Strümpfen und Garn zu Strümpfen, von Schuhen, von Spielsachen und besonders auch von baarem Geld. Indem wir um solche Gaben herzlich bitten, , wissen wir wohl, daß gerade in diesen Tagen eine wahre Sturmfluth von Anforderungen zu guten Zwecken durch unsere Stadt hin sich ergießt, aber wir hoffen trotzdem, daß unsere Klem- kinder-Bewahranstalt auch in diesem Jahre nicht vergessen wird. Schon am 17. December wird die ^escheerung unserer Anstalt sein, darum bitten wir auch noch um recht baldige Zuwendung von Gaben- Eine Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgehen, vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Geschenke an die nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu lassen: Fräulein Bansa (Wallthorj, Frau Bürgermeister Bramm (Ludmigsplatz), Frau Dr. Brüel (Neuen Baue), Frau Chr. Keil Wittwe (Südanlage), Frau Pfarrer Köster (Burggrabengasse), Fräulein Lang er mann (Neuen Baue), Frau Pfarrer Naumann (Südanlage), Frau Kanzler Wasser schieben (Liebigsstraße), Fräulein Wort mann (Asterweg). Gießen, den 12. November 1882. Der Dorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt. ______________Dr. Naumann, Pfarrer. Evangklische Gemklnütvertrelung. Die geehrten Mitglieder der Gemeindevertretung lade ich, vorbehältlich der an die einzelnen Herrn ergehenden besonderen Einladung, hierdurch ergebenst ein zu einer ordentlichen Sitzung, die am Sonntag, den 19. November d. I., Dormittags 11 Uhr, in der Stadtkirche stattfinden soll mit der Tagesordnung: v r ,nnn/ol ü „Voranschlag der evangelischen Kirche für das Rechnungsjahr 1883/84. Gießen, den 15 November 1882. Der Vorsitzende des Kirchenvorstandes: