Sahistag, 50. August 1919 169. Jahrgang Erstes Blatt GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für OberheW ZwNNngrnmddrvck u. Verlag: vrühl'fche Univ.-Vuch- u. Zteindruckerei R. Lange. Zchriftleitung, Geschäftsstelle u.Vruckerel: Zchulstr. 7. Nr. 202 Ter Lietzener Anzeige, erschein! täglich, außer kann- und Feiertags. Bezugspreis: monatl.Mk.1.60, viertel- tährlich Mk. 4.80; durch Abhole- u. Zweigstellen monall. Dit. 1.50; durch diePost Mk. 4.50 viertel- jährl. auSschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: für die Schristleituugll2 Verlag,GeschäitSstelleSI Anschrift sürTrabtnach- richten: Anzeiger Liebe». Postscheckionto: Zranksurt a. M. U686 Aanadme von Anzeigen f. die ^ageSuuinmer vis zuin Nachmittag v-rher ohne jedeBerbiudlichkelt Preis für l mm höhe für Anzeigen v.34 mm Breite örtlich 15 Bf., auswärts 18 Pi., für ReName« ailzeigen von 70 mm »reite 48 'Vf. Bei Platz- vorfchrin20',„Aufschlag. r>auvtschriitleiter: Ang. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Le,l: Dr. Neu,Hols Zenz; für den Anzelgenleü: p. Beck; sännt,ch »n Gießen t des regierung mit äußer ft er Entschiedenhei entgegen treten. Ter Reichspräsident hob so Aus dem Reiche. Neue Amtsbezeichnungen. Berlin, 28. Aug. Durch Verfügung Kultusministers ist angeordnet worden, daß die S ch u l d i e n e r an den staatlichen und staatlich anerkannten Schulen, sowie an den Lehrer- und Lehrerseminaren' dü Bezeichnung a u s m e i st e r" zu führen ha ben. Nach einer Verfügung des Justizmini sters ist den G e r i ch t s d i e n e r n die selb tarne, aber angeblich schon längere Zeit erstrebte Amtsbezeichnung „Gecichtswacht- meister" begeilegt worden. Herstellung und Absatz des Schuhwerks. Berlin, 29. Aug. (Wolff.) Nach Auf Hebung der Bekanntmachungen über die Be- bann hervor, daß die Besprechungen von heute morgen volles Einverständnis in allen berührten Fragen ergaben. Da unser Nährboden tatsächlich in der Kohlenförderung und der Transportsicher- heit liegen, so müssen wir vor allem an die Bergarbeiter, sowie an die Beamtenschaft, Angestellten und Arbeiter appellieren, soll nicht unser Volk durch sinnlose Streiks einer schweren Katastrophe entgegengehen. Wenn es uns gelingt, neben dieser nächstliegenden Sorge die- ungeheuren Schwierigkeiten, die uns der FriÄen auserlegt hat, zu überwinden, .dann werden wir wieder Tagen entgegengehen, wo unser Volk und unser Wirtschaftsleben vorwärts und auswärts geht. Baden bat, so fuhr ben Reichspräsident fort, den Reichste danken immer mit großem Nachdruck und gutem Erfolge vertreten. Die Not der Zeit gebietet uns, uns im Reicks fester zusammenzuschließen wie früher. Manck)es müssen wir zwar preisgeben, was uns lieb geworden ift Niemand will rütteln an der Eigenart unserer Volksstämme. Aber gerade in, - - ... r - ., _ o , ben Grenzlänbern, wie es auch Baben jetzt ist, ist ichlagnahme und die Höchstpreise von ^.edec. manchmal der Reichsgedanke in den letzten Mo-«Häuten usw. werden in diesen Tagen auch Ue> Der putsch in der Pfalz, Ma n n h e i m , 29. Aug. (Wolff.) 5 Uhr nachmittags. Es liegen folgende eiimxntbfrcic Meldungen Dur: Das HauptpostamtLudwigs- Hafen war feir mehreren Tagen von Schutzleuten und bediensteten Arbeitern zum Schutze gegen den bevorstehenden Putsch besetzt. Düse Tat- aü>e war den Franzosen befaiuit, insbesondere dem französischen ÄtoMrolloffiziinkennetrierj Die gegen 4 Uhr morgens ecniaßbegehrerrden Zrvl- listeu iväreit niemals eingelassen ioorben, wenn nicht französische Offiziere und Soldaten sie begleitet Wen. Ter Postverwalter See wurde ml dem entstehenden Handgemenge durch Mckerteibs- schuß schwer verletzt. Er starb durch Ver- Auttmg, da niemand ihm helfen durfte. (Sännt*! liche Sck;utzleute und Postbedieiffteten mußten ine Öäitbe hochhalten und wurden so von den 3fran* zosen abgesührt. Sie beiinbcn sich jetzt noch in Haft. Wer die Zivilisten waren, die cfctbiangen^ konnte noch nicht festgestellt werven, da ja alle Zeugen des Ueberfalls sich in französischer Haft befinden. Der Putsch waL ohne Zweifel ein lokaler Versuch, amtlick)e Gebäude in Besitz zu nehmen unter Mithilfe französischer Soldaten. Die Erregung in der Bürger- und Arbeiterschaft ist unbeschreiblich. Es herrscht allgemeine Arbeitsruhe in Ludwigshafen. Der Generalstreik droht auszubrechen, wenn bie Verhafteten nicht entlassen werden. Soweit hat es also General G 6 r a t b mit seiner unheilvollen Politik gebracht. Er, der sich immer brüstete, für Ruhe und Ordnung in den Pfalz zu sorgen, hat das pfälzische Volk in einen Zustand der Siedehitze gebracht, so daß tief bedauerliche Explosionen zu befürchten sind. Mannheim, 29. Aug. Nach weiteren Mitteilungen über den Putsch der letzten Nacht war der Handstreich das Werk französischer 2t gen*1 tat. die nachdem eine französische Patrouille zuerst in das Gebäude cingebrungen war, mit einem Auto vorfuhr eu, um sich des Hauptpostamtes zu bemächtigen, um über Telegraph unb Telephon für ihre Zwecke verfügen zu können. Trotz der nächtlichen -Stunde rn i ß l a n g der Plan. Das von ihnen zum Schutz Hub igerusene franzöfische Militär verhaftete die als Sicherheitswache verwendeten Gendarmen und internierte das gesamte Personal in dem Hause, sodaß es schwer fiel, zunächst Emzel* heilen über die Vorgänge zu erfahren. Europa verkauft, werden fie in Geld befahlt werden müssen, das auf seinem Wege nach Neuyark die Börse in London passieren muß. Tie Folge davon wird sein, daß die Börse das Bestreben haben wird, lwas das Geld betrifft, zugunsten Amerikas, was jedoch die Ausfuhr betrifft, zum Schoden Amerikas >zu reagieren. Tiefes bedeutet für Europa, daß die Lebensrnittel, die es von Amerika erhält, fcm Preise steigen werden, unb daß die Fabrikate, die Amerika ihm liefert, so teuer werden, daß sie zum Schluffe fast unerschwingliche sind. Daher muh Europa zum größten Teil seine »eigene Rettung bewerkstelligen. Es tut nicht gut, wenn die ganze Nation sagt, wir wollen uns auf Amerika verlassen. Es wird schon durch- helsen. Tie SHettung Europas liegt in Europa unb nur in Europa allein. Zu dieser wirtschaftlichen Rettung führt nur ein Weg, ein Weg rastloser Arbeit,lharter Arbeit und erhöhter Erzeugung in den Berglverken, auf ben Feldern unb in den Fabriken, \ «Ebert unb Koste In Karlsruhe. Karlsruhe, 29. Aug. (WTB.) H>eute vormittag fand eine Sitzung des Staatsministeriums statt, an der Reichspräsident Ebert unb Reichs- wehcminister Nos ke teilnahmen. Dabei trat der Reichspräsident entschieden der in einigen Kriegs- gesangenenlag?rn zutage getretenen Meinung entgegen, die deutsche Neichsregiermig habe sich für die Heimbringung der Kriegsgefangenen nicht energisch genug eingesetzt. Zur Kphlen- frage bemerkt Ebert, daß diese auch zur Transportangelegenheit geworden sei. Tic Arbeitsleistung in ben Betrieben und Werkstätten sei lrider oft berart ungenügend, daß die Fertigstellung der^Repavatureu weit hinter ben Bedüfifniften zurückstehen. Man hoffe dennoch die Kohleukrise zu überwinden. Reichswehrmüiifter Nos ke kam auf die kommunistische und bolschewistisch: Bewegung zu sprechen unb führte aus: Die Hauptsache seien Kohlen unb damit Arbeitsmöglichkeit für den Winter, bann kämen wir über die von den Kommunisten etwa geplanten Unternehmungen hin wer. Zn ber Besprechung wurde ferner die Fra -,e der Rhein-Wasserkräfte im Zusammenhang mtt ber Meitrizitätsversorgung erörtert unb betont, die Erfahrungen Badens auf diesem Gebiete müßten bau Reiche nutzbar gemacht werden. Auf weitere Frage erklärte Reichspräsident Ebert, die Forderung ber Reichseinheit sei nicht gleichbedeutend mit der Zerstörung, ber bundesstaatlichen Stammeseigeusck.vst und Selbständigkeit auf dem Gebiete ber lmidesgesetzlichen Tätigkeit. Schließlich wurde die Angelegrnheit des Kehler Brückenkopfes behände(t unb um das Eingreifen ber Reichsregierung l-insichtlich, ber Freilassung ber inhaftierten bo".ficken Beamten ersucht. Nach« der Besprv lMng lx suchten die Gäste und die Mitglieder der Regierung das Hans Thoma- Museum. Um 1 Uhr mittags sand in den Gesellschafts- väumen des Staatsministeriums ein Mittagsmahl statt, zu dem etwa 70 Personen Einladung erhalten hatten, so, die Präsidenten und Fraktions- sührcr des Landtages, die Spitzen der staatlichen unb städtischen Behörden und die Vertreter' ber kirchlichen und Bernfsorganisat tonen. U. a. waren zugegen der Präsident ber Deutschen Nationalversammlung Jckhrcnbach und ber greife Künstler Hans Tlwma. Stoatspräsident Geiß gab in seiner Be- MÜßunssansprache ber Versicherung Ausdruck, daß Badens Land und Regierung volles Vertrauen zum Reiche haben und wie bisher, so auch in Zukunft fest unb treu zum Reich, stehen werden. Er gedachte ber Gefallenen und Gefangenen unb schloß: Tas deutsche Volk kann und darf nicht untergeben. Eine gewisse Krankheit unseres Volkskörpers trrirb hoffentlich bald überwunden unb dos deutsche Volk wieder ein einiges, fleißiges und zuverlässiges Volk werden. Geiß trank auf das Mühen und Gedeihen der deutschen Nation. Reichspräsident Ebert dankte für die freundlichen Begrüßungsworte. Er beftagte besonders den Bruderkrieg im Innern und bezeichnete als gemeinsames Ziel die feste Verankerung des Bodens, auf dem unser neues Reich aufgebaut werden soll. Dazu wurde die Verfassung auf streng demokratischer Grundlage geschaffen. Neben den Reck)ten ständen aber auch die Pflichten gegenüber der Gesamtheit. Putschversuchen imb sinnlosen Streiks werde daher die Rcichs- naten stark erschüttert worden, und da glaube ich. nicht zu irren, daß Baden in seiner allen, treuen Weise zum Reick-e steht. Der Trinkspruch des Reick)sprajidenten galt dem Badener Lande Um 4 Uhr nachmittags empfing Reich^praft- bent Ebert die Vertreter der Presse. Er gab; auf verschiedene Fragen zuftiedenstellende Antworten unb hob u. a. die kulturelle Bedeutung ber Preffe hervor. TaS Zeitungsgewerbe bezeichnete er als lcbenswiclstigcn Betrieb, der auch in ber Koh* Icnüetforgung Berücksichtigung verdiene Ilm 5 Uhr nachmittags reiften die Gäste nach Baden-Baden. Morgen erfolgt die Weiterfahrt nach Darmstadt. Heilmittel für die Mißstände, denen sich Großbritannien gegenübergestellt sieht, in einer gesteigerten Ausfuhr, bis die Monatsaus- ftchr den Wert von hundert Millionen Pfund erreicht habe. Geddes sagte: Ter einzige Weg, um unser Vermögen zu vergrößern, besteht in der Ausbreitung unseres Handels. Wir stehen augenblicklich den zwei großen Fragen gegenüber: „Wie gelangen wir zur Erzeugung unb wie finden wir Märkte?" Europa, das einer ber größten Märkte war, ist durch den Krieg in Unordnung gebracht, verarmt und in manchen Teilen im Zustande bevorstehenden oder bereits vorhandenen wirt- schaftlichen Zusammenbruchs. Mittels Anspornung unserer Ausfuhr hoffen wir zu erreichen, daß in Europa die Erzeugung einsetzt. Wir schaffen ein Negierungsorgan für das Ausfuhr- und Kreditsystem, um so die Wiederaufnahme der Ausfuhr unb des Handels nach dem desorganisierten Teile von Osteuropa zu erleichtern. Wir tun alles, was wir kömien, um für die Industrie Europas Rohstoffe zu beschaffen, und Rohstoffe nach den Ländern, deren Werke unb Fabriken stilliegen, zu fenben. Wir tun alles, was in unserer Macht liegt, um ihnen Kohlen, die wir entbehren können, zukommen zu lassen. Und auf diese Weise hoffen wir, bevor viele Monate vergangen ftnd, baß dort, wo augenblicklich ein Stillstand herrscht, ber Handel wieder in Fluß kommt. Zn diesem Zwecke sind wir auch bestrebt,ben Konsular- und handelspolitischen Dienst vollständig neu zu bilden, auszubreiten und zu entwickeln. Europa ist jedoch nicht der einzige Markt. Wir ergreifen alle Maßnahmen, um den Handel innerhalb des britt- schcn Reiches zu fördern. Wir breiten unsere Handelsvertretungen im ganzen Reiche ebenso aus, wie in der ganzen Welt. Es wurde getagt, A me- rika habe durch den Krieg wenig gelitten. Es werde die britischen Märkte nut Waten überschwemmen und von den europäischen Martten Besitz ergreifen. Tas ist jedoch nicht ber Fall. Amerika ist so gestellt, baß es, wie . wir anderen, alle, mit Bezug auf die Zukunft wrnes Handels großen Schwierigkeiten gegenüberfW Während des Krieges hat Amerika seine Industrie stark entwickelt und die Gewerbetätigkeit seiner Bevölkerung ausgedehnt. Es ist so ungeheuer reich und erzeugt eine solche Menge von Rohitoffen, datz es, während wir von der Einfiihr abhängen, voU- ftänbig unabhängig ist, da es von seinen eigenen Erzeugnissen lebt. . Amerika ist nickst nur erne große JuElne- Nation und führt nicht nur tu einem grvßen Maße fertige Fabrikate aus, sondern aw£i bie meisten Rohchstfe. Amerika ist in einer nnglücklickvn Lage. Es hat so viel, daß es wenig braucht. Die Folge davon ist, baß der Geldumsatz zwischen Neuyvrk unb London zum Vorteil Amerikas aus'.allt. Jeder Geldumsatz, der Amerika zum Nutzen gereicht, richtet fick) indes gegen fein Ausfuhrvermögen. Wir müssen von Amerika Rohstoffe brummen, auf alle ftänc aber für die nächsten Jahre. Gerade weil Der Kampf in Rußland. Amsterdam, 29. Ang. (Wolff.) Tie eng* lischen Blätter vom 27. August bringen eine Sßire* lest-,Preß-Meldung, wonack) bie Aufständischen im Rücken Kvltschaks eine Brücke über bat reifet zerstörten unb damit den Truppen Kvltschaks in ber Gegend von Jrkutst beit Rückzug abge« schnitten. W ashington, 29. Aug. (Wolff.) Das Pressebureau Radio meldet, daß der amcriEanifdjfl Botschafter in Japan, Morris, der sich in feinen letzten Berichiten sehr für bie Anerkennung t«r R g.cnntgKvltschaks cinsetzte, S oltschälks Mißerfolge der Nichtanerkennung seiner Regierung durch die alliierten und assoziierten Mächte zw- schreibt. Washington, 29. Aug. (Wolff.) Laut Pressebureau Radio meldet die Associated Preß aus London, daß die Bolschewisten danach streben, China für sich zu gewinnen, inr diese Republik „vom fremden Joch zu befreien", Die Leute von Seapa Flow. Berlin, 29. Aug. (Wolff.) Der ,B. Z," zufolge berichtet der „Daily Herald^^, baß die deutschen Seeleute, die an ber Versenkung pev deutschen Flotte beiScapaFlow mitarbeiteten; die englisck^e Regierung gebeten hätten, an jeder Strafe gleich teilnehmen zu dürfen, die A d m i r a £ Reuter wegen feiner Handlungsweise auferlegt werden würde. Der englische Hondelrminister über die Wirtschaftslage. Amsterdam, 29. Aua. (Wolff.) Das Pieß- bureau Radio meldet aus Camavon: Der Präsident des britischen Handelsamtes Sir Aukland Geddes setzte in einer Rede bie Plane der britischen Regierung für die Wiederbelebung des britischen Handels und zur Unterstützung anderer Teile des Landes auseinander. Geddes sieht das Dre Freigabe der deutschen Kriegsgefangenen. Seit längerer Zeit prangen die deutschen Bahnhöfe in einem bescheidenen Festschmuck, und auf den von bereits mehr ober minder vergilbtem Tannen grün umkränzten Täfelchen stehen die vielsagenden Worte: Herzlich in ber Heimat willkommen! Dann kamen sie aber nicht, bie Erwarteten und Ersehnten, und die Verhältnisse ign Innern unseres Landes wurden schlechter, nicht besser. Was nützt den Zurückkehrenden der Willkommensgruß, wenn zu all unserem nationalen Unglück die Klassenverhetzung, der Niederbruch der Ordnung und Zucht, der überhaudnehmende Materialismus immer weiter gehen! . . . Wie anders wäre es, wenn wir die Volksgenossen, die von der Hand unserer Feinde gepackt worden waren, in einem wohlgeordneten, zufriedenen Lande empfangen könnten! Wir dürfen uns aber am rühmlichsten Erinnerungstage von Tannenberg vornehmen, die Herzen allmählich wieder aufzuhellen. Der politische Kampf wird und muß weitergehn — aber wie viel wäre schon gewonnen, wieviel sinnvoller und herzlicher wäre der Empfang der zurückkehrenden deutschen Kriegsgefangenen, wenn wirklich wieder etwas mehr echte Nächstenliebe in unser Volk dringen würde, wenn der Kampf der Zeit toirmcb nur gegen die Ueberschätzung und Uebertreibung materiellen Gewinnes gerichtet wäre! Und heute erhalten wir die frohe Kunde, daß bie Vielerwarteten boch nun endlich bald kommen. Wir haben heute folgende Nachrichten erhalten: Eine Note bei „Obersten Rates". Versailles, 29. Aug. (WTB.) Der Oberste Rat der Alliierten veröffentlicht folgende Note: „Um so rasch wie möglich die durch bat Krieg verursachten Leiden zu mindern, haben bie alliierten und assoziierte» Mächte beschlossen, den Zcitpinikt Dc5 Inkrafttretens des Friedensvertrages mit Deutschland, soweit er den Rücktransport ber deutschen Kriegsgefangenen betrifft, vorzudatieren. Tie Vorbereitungen zum Rücktransport werden sofort beginnen und zwar durch eine interalliierte Kommission, ber ein deutscher Vertreter angeglie- bert werden soll, sobald der Vertrag in Kraft getreten ift. Die allucrten und assoziierten Mächte weisen aber ausdrücklich darauf bin, daß diese wohlwollende Haltung, von ber die deutschen Soldaten so große Vorteile haben, nur dann von Dauer fein wird, wenn die deutsche Regierung und das deutsche Volk alle ihnen obliegenden Verpflichtungen er=> füllen." Die Note des „Obersten Rates der Alliierten" empfindet fein Deutscher und auch sonst fein gerecht Denkender in der Welt als ein Dokument der Humanität. Der Zwang und die Notlage haben dieses Vorgehen geboren. Die Interessen der hohen „Alliierten" gehen wieder einmal auseinander. Die Engländer brauchen die deutschen Arbeitskräfte nicht, die Kosten der Unterhaltung unserer Gefangenen werden ihnen lästig, Frankreich aber möchte noch immer die Deutschen als Arbeitssklaven festhalten, für bie man nichts aufzuwenden brauche als schlechte Kost und miserable Behandlung. Die Beispiele, die wir in unseren letzten Nummern von der Handlungsweise der „granbe nation" gegeben haben, sind noch.in frischer Erinnerung. Mit wahrem Widerwillen liest man daher auch ben Schlußsatz ber Versailler Nöte über das bedingungsweise Entgegenkommen, über „diese wohlwollende Haltung, von ber bie deutschen Soldaten s o große Verteile habe n". Uebrigens sind wir auf jeden Fall noch auf das willkürliche Wohlwollen unserer Gegner angewiesen. Denn in der'vor- bereiteuden Kommission wird Deutschland erst einen Vertreter zu stellen haben, „sobald der Vertrag in Kraft getreten ist". Das ist ausfällig unb läßt befürchten, daß die Heimseirdung der Unfrigen noch immer nicht mit der möglichen Beschleunigung erfolgen soU. ♦ Wie die in Gefangenschaft Schmachtenden über ihre Lage denken, davon wird uns aus Röthges das Bruchstück eines Briefes mitgeteilt: Depot de P. G. de Lille, geschrieben ben 3. August 1919. Lieber Bruder! -.sw Tann, lieber Bruder, sei so gut und toreibe mir efnmal, wie Ihr eigentlich unsere Veimbesörderung vor Angen gestellt bekommt. Hier sind wir ganz versckfiedener Ansichiten. Es fdrint uns iräinlich halb so, als ob Teuft Uand uns auf eine bestimmte Zeit an Frankreich Die fragliche Karte fift, so fügt der Einender hinzu, noch nicht angekommen. Zur Behandlung der deutschen Kriegsgefangenen in Tlmerita. Berlin, 29. Aug. lieber ein schweres Explosionsunglück, das sich, wie erst jetzt in Ergänzung früherer kurzer Meldungen genauer bekannt wird, bei der 98. deutschen Kriegsgefangenen-Kompagnie in dem amerikanischen Gefangenenlager in St. Loubös bei Bordeaux Mitte Juli ereignet hat, berichtet der „Lokalanzeiger": Die Gefangenen waren damit beschäftigt, Schießbaumwolle und Pulverkisten unbrauchbar zu machen. Sie mußten dazu Gräben Herrichten und in diesen die Pulverkisten verbrennen. Hierbei kam es zu einer starken Explosion größerer Pulvermengen, der eine große Anzahl Kriegsgefangener zum Opfer fiel. 24 bis 26 wurden getötet, viele andere mehr oder weniger schwer verletzt. Infolge dieser Vorgänge weigerte sich die 101. Gesangenenkompagnie, ähnliche Arbeiten auszuführen. Durch Entziehung der Nahrung, durch Gefängnisstrafen und durch bie Drohung, baß sie im Falle weiterer Arbeitsverweigerung als Meuterer behanbelt, b. h. mit dem Tode bestraft würden, zwang man sie schließlich, die Arbeiten auszuführen. Die deutsche Regierung hat durch Vermittlung des Schweizer Bundesrats an bie amerikanische Regierung eine Note gerichtet, in ber sie um Aufklärung ber Vorgänge ersucht unb schärfsten Einspruch dagegen erhebt, daß bas Leben ber deutschen Kriegsgefangeiren in fahrlässiger Weise gefährdet wirb. ober ob wirklich was im Sviel ift. Sollte aber I kaute eine große Menge von Warm an alle euro- diese Karte an kommen, fo schickt nichts mehr; denn I päischeir Länder. Was für Waren erhält es dafür? wir halten es auch schließlich ein halbes Jahr I So gut wie keine! Weim Amerika Waren in ohne Pakete aus verkauft hat. Auch habe ichi eine Karte an Euch yiui*- geschrieben, welche kurz vor unserer Heimfahrt mt mir bic,e Noh;toffe nehmen muffen, wird s für Euch ge'andt werden soll mrd den Inhalt hat, weder Amerika immer itetoienger sE-iein. Dries noch Pakete an mich abfenden. Ich weiß nun für die Ausfuhr bestimmten Fabrikate über nicht, ob uns die Franzosen nur arrführen wollen, Ozean zu wMften. Man behaupt.., Amerika ver Speditionsfirmen kleine Zugeständnisse an ihre I Arbeitnehmer gemacht, die jedoch ihre Arbeit- sollte meinen, daß auch den Herren Arbeitgebern bekannt sein dürste, wie schwer die heutige Teue- rmrg auf allen lastet, und es unmöglich ist, mit einem derartigen Soljne sein Leben auf ehrliche Art und Weise zu fristen. In Verhandlungen wollen sich die Herren .nicht einlassen, und so dürften sie sich nicht wundern, toemt den Arbeitnehmern eines schönen Tages der Geduldsfaden reisit und sich Dinge ereignen, die weder im Interesse der Allgemeinheit, noch im Interesse der dortigen Arbeitgeber liegen. Bis jetzt, haben die aufstrichmitteln bi? benötigten Menget Obst unten? Aussicht der Reichsgesellschaft für Obstkonserven und Marmeladen zu deren Verfügung erwerben., Tie Fabriken dürfen daher keine höheren Erzeugerpreise bezahlen als, die folgenden: 1. für gepflücktes Obst bei Ausscheidung aller verkrüppelten und beschädigten Früchte: 30 Mk. je Zentner für Aepfel, 25 Mk. für Birnen, 2. für alles Schüttel-, Most- und Fallobst 15 Mk. für Aepfel, 12 Mk. für Birnen, 3. für Zwet scheu (Hauspflaumen, Hauszwet- schcn, Muspslamnen, Bauernpslaumen, Thüringer Pflaumen, Brennzwetschen) 25 Mk. Hierzu kommt em angemessener Nutzen für den abkaufen^n Händler. meister Kiröß, Stellvertreter Lehrer Eckstein), in Bettenhausen eine solche mit 56 Mrtgliedern (Vorsitzender Gilbert Sames). Auch Staufenberg hat eine Ortsgruppe. die Herstellung und den Absatz des Schuhiverks und die Nachprüfung der Schuhwarenpreise usw. regeln. Das Neichs- wirtschastsministerium hat zu diesem Zwecke eine Reihe von Verordnungen erlassen. Zunächst wurde die Verordnung vom 4. Januar 1917, die den Verkehr mit Ersatzsohlen, Soh- lenschouern und Lederersatzstoffcn regelt, aufgehoben. Aufgehoben wurde ferner die Bekanntmachung über den Verkehr mit Treibriemen vom 17. August 1918. Der Ucberwachungsausschusi, die Schuhwaren- Herstellungs- und Betriebsgesellschaften sowie der Hauptverteilungsausfchuß für die Schuhhandelsgesellschaften treten in Liquidation. Zwangsregelungen, denen die Herstellung von Schuhwerk sowie der Handel mit Schuhwaren unterlagen, fallen in Zukunft aus. Bestehen bleibt dagegen, ebenso wie die Neichslederstelle, die Neichsstelle für die Schuhversorgung. Ein Aufnrhr in Oppeln. Oppeln, 29. Aug. (Wolff.) Hier kam es gestern und heute zu großen Z u s a m m e n- r o t t u n g e n der Bevölkerung, die die Herabsetzung der Lebensmittelpreise und der Preise für Wirtschaftsartikel forderte. Bereits am Donnerstag stürmte die Menge die Stände der Obst- und Gemüsehändler, besonders der Großhändler. Heute vormittag setzten sich die Zusammenrottungen in großem Maße fort. Die Menge drang in die größeren Geschäfte der Textil-, Lebensmittel-, Bekleidungs-, Zi- garen- und Zigarettenbranche ein. Die Waren wurden weit unter dem bisherigen Preise verkauft. Ein Teil der Geschäfte wurde geplündert. Die meisten Geschäfte sind heute geschlossen. Die Ausschreitungen nehmen ihren Fortgang. Einmarsch von Neichswchrtruppen in Mittweida. Mittweida, 29. Aug. (Wolff.) Heute in den frühen Morgenstunden wurde Mittweida von Reichswehrtruppcn besetzt. Die Batail- fone ruckten ohne 'Zwischenfall gleichzeitig von mehreren Seiten vor, ohne Widerstand zu.finden. Der Grund zu dem Einmarsch ist in dem Verhalten demonstrierender Arbeitsloser am 9. August gegenüber dem Grrnzjägerkommando zu suchen, das in Mittweida Quartier machen sollte. Die Besetzung dient zur Wiederherstellung des Ansehens der Negierung, der Festnahme der Rädelsführer bei der Entwaffnung der Quartiermacher und der -Beschlagnahme der Heereswaffen, ivelche sich in unberechtigtem Besitz von Eintvohnem der Stadt befinden. geuilkton. >— Friedrich Naumann und die Kunst. In Friedrich Naumann lebte eine starke Küustlerseele. die sich nicht nur in seinem Schaffen als Politiker und Redner offenbarte, sondern noch stärker in seinen schriftstellerischen Arbeiten zum -Ausdruck kam. Naumann war ein Meister der deutschen Prosa und ein Darsteller von höchster dichterisck>cr Anschaulichkeit. Deshalb hat er als Schriftsteller ein viel begeisterteres und größeres Publikum gesunden denn als Politiker. Besonders lebendig war sein Verhältnis zur bildenden Kunst. Er malte gern in seinen Mußestunden und entwarf reizende Aquarelle und Skizzen; lieber ging er in eine Ausstellung als ins Theater; er fühlte sich dort dem Leben und dem prattischen Wrrscn näher. Aus diesen Ausstellungsbesuchen ist eins seiner anregendsten Bücher „Ausstcllungsbriefe" entstanden ein „Buch der Arbeit", wie er es selbst nannte, in dein das ganze weite Gebiet des kunstgewerblichen Schaffens mit genialem Weitblick überschaut und in seiner Bedeutung für die Wirtschaft erkannt wird. Nau- niann, der ein Luft- und Lichtmensch war, fand seine beste Erholung aus weiten Reisen, und seine Eindrücke von Natur und Kunst in fernen (öege-n» den hat er in wundervoll farbenprächtiger Weise wiedergegeben in seinem „Buch der Freude", „Sonnensahrten". Aber auch als Kunstkritiker ist Naumann tätig gewesen und bat diese Aufsätze in dem Buch „Form und Farbe" vereinigt. Im Vorwort spricht er sich über sein Verhältnis zur Kunst aus. „Die nachfolgenden Blätter," schreibt er, „sind zwischen vieler mtberer Arbeit als eine innere Erholung entstanden. Ich habe nie daran gedacht, berussmästiger Kunsckritiker sein zu wollen, sondern bin immer nur ein Mensch gewesen, dem es Bedürfnis war, Kunst zu sehen zuw über das Gesehene in einfacher Weise zu Nehmer bei weitem nicht befriedigen. Die Firma Heimer L Co. dürfte die einzige Firma fein, die die sich d-n anderen Firmen gegenüber wert üb?r- legen gezeigt hat, indem sie unseren Tarifvertrag restlos anerkannt hat. Bei der am Samstag statt- findendcn Verhandlung im Getverkschaftshause können die Herren Arbeitgeber zeigen, ob sie audj fernerhin gewillt sind, ihre Leute am Hunger- bäudchen herumzuführen; wir möchten ihnen, aber raten, ihren Leuten entgegenzukommen, sonst können wir iztne Garantie für eine weitere ruhig? Abwicklung der Arbeit innerhalb ihrer Betriebe Aus Hessen. Die oberhessische Bmiernbewcgung. # Einartshausen, 29. Aug. Nach einer Bauern Versammlung, in der Landwirt Jacob (Ulfa) über Zusammenschluß der Landwirte sprach, wurde hier eine Ottsgruppe des Hessischen Bauernbundes gegründet, der 41 Mitglieder beitraten. Vorsitzender wurde Henrr. Blei, Stellvertreter Ludwig Jochim, Beisitzer Georg Graulich I. und Georg Karpf III. # Harbach, 29. Aug. Hier wurde eine Ortsgruppe des Hessischen Bauernbundes gegründet, der sofort ^0 Mitglieder bcitraten. Vorsitzender wurde Heinrich M und) VI. Weitere Ortsgruppen wurden gegründet in Alten-Vuseck mit 68 Mitgliedern (Vorsitzender Wilhelm Kahl, Stellvertreter Wilhelm Döpp, Reckzner Karl Bonner), in Allendors (Lahn) (Vorsitzender Ph. Volk I., Stellvertreter Friedrich Ameud, Beisitzer Friedrich Höls, Karl Lenz I. und Ludwig HoegV.), in Weickartshain eine solckze mit 52 Mitgliedern (Vorsitzender Vttrger- Alltagsgewarrd. Keine Girlande, keine Fahne oder sonstiger Schmuck deuteten auf Festtagscharakter. Auch die Menschen, die den großen Saal bis auf den letzten Platz füllten, waren fern von rauschender Festesstimmung. Und doch lag über all der Einfachheit eine gewisse Andacht und Weihe, dre sich schon rein äußerlich in der gespannten Aufmerksamkeit und Rulze bekundete, mit der die Zuhörer bis zum Schlüsse den Worten von der Rednertribüne lauschten. Nach einer kurzen einleitenden Ansprache von Professor Kraus müller betrat Professor Schi an die Bühne. Er führte uns zurück ui die Augusttage des ersten Kriegsjahres, schiloette die bangen Wochen, nx> es im Westen in rasendem Tempo vorwärts (ring, im Osten aber mit dem Russeneinfall das Martyrium Ostpreußens unter den Henkersfäusten entmenschter Slawensoldateska und vertierter Kosaken Horden begann, bis unseren hartgeprüften Volksgenossen mit dem viertägigen Ringen von Tannenberg die Erlösung kam. Von Tannenberg spann Prosessor Schiau "die Fäden seines Vortrages weiter zurück zu den ruhmreichen Kämpfen des deutsch-französischen Krieges vor fast einem halben Jahrhundert, die die Bausteine zur Einheit Deickschlands zusammenkitteten, zurück zu den erhebenden Taten der Befreiungskriege bis zu den Siegen Friedrichs des Großen. Den sich heute breit machenden AnschauungM, daß; der Krieg an sich unsittlich und Schlachtengedenkfeiern daher frevclhaft seien, stellte der Rriurer die Frage gegenüber, was denn Deutschlands Geschichte ohne Krieg imb Schlachten wäre. Das deutsche Volk mußte Kriege fuhren und Schlachten fd'lLagcn, sonst wäre es längst von seiner unbarmherzigen und unersättlichen Nachbarn zermalmt worden. Die dcutsck)e Revolution, die d-er Bottragende die unhistorischste aller Revolutionen nannte, wolle Aufräumen mit allem Sein unb Wesen des deutschen Volkes, wolle unsere ruhmreiche Geschichte zur toten Vergangenheit machen. Wrr, die wir diese Entwicklung nicht mitmachen, müssen deshalb dafür sorgen, daß Namen wie Tannenberg imb Sedan lebendig in uns bleiben und nicht nur wie die Glocken von Vineta als wesenlose Schatten aus der Ferne zu uns heraus klingen. Wir brauchen Männer wie die, die Deutschlands glorreiche Geschickte machten, Männer wie der Mann von Tannenberg, junt unserem armen Vaterlande, dem kranken Manne der Gegenwatt, wieder auf die Füße zu helfen. Der Vorsitzende der hessischen Landespartei der Deutsckien Volkspartei, Abgeordneter Dinge l d e y , knüpfte zunächst an einen Ausspruch des britischen Vizekönigs von Indien an, Eng- lanb sei von Gott zur Herrschaft über die Welt berufen, damit das Gute über das Böse triumphiere. Diesem Satze gefegte er ebnen ähnlichen Ausspruch Clemenceaus bei, der beim .Abschluß des Versailler Friedens sagte, daß der erhebende Gedanke an die Krönung seines Lebens- Werkes nur durch die Tatsache getrübt 'werde, daß es nicht gelungen sei, den vor 48 Jahren in Versailles gezimmerten Bau Bismarcks gänzlich zu zertrümmern. Diesen Worten stehe das feierlickp Bekeimtnis unseres Außenministers Müller gegenüber, daß unsere Revanche die werktätige Li:be beim Wiederaufbau Frankreichs fein müsse. Nachdem der Redner mit einigen erschütternden Bildern die Lage im besetzten Deutschland beleuchtet hall', tarn er zu der Feststellung, daß die Gegenwart nicht trauriger, nicht schwärzer sein könne. Dies sei aber nur eine natürliche Folge des Waltens einer Ztegirrung, der jede Eignung fehle, in Zeiten eines solchen Niederganges die Geschicke unseres Vaterlandes zu lenken. Es folgten bann die bekannten Angriffe gegen Erzberger und Henrich,. Ter Weg, auf dem wir von solchen Männern gesteuert werden, b.'i denen sich der amerikanische Grundsatz: nach den Wahlen dem Sieger die Beute! duvchzu- fetzen beginne, führe unfehlbar in den Abgrund. Um aus dem Sumpfe der Gegenwart herauszu- tommen, müsse vor allem die Reinlichkeit sowohl im öffentlichen wie im privaten Leben und die Sittlichkeit in Arbeitsprozeß und Politik wieder- Myrcn. Mit einem Beveirntnis zum nationalen Gedanken schloß Abgeordneter Tingeldey seine Aus- fühning-en. Er erntete ebenso wie Professor Schian reichen Beifall. Professor KranSmüller wies in seinem Schlußtvort auf die Bedeutung der bevorstehenden Pvovinzialtagswahl hin und forderte die Anwesenden auf, für die Deutsche Volkspartei an die Wahlurne zu gehen. Keine Bewirtschaftung de» Herbstobstes. lieber die Bewirtschaftung des Herbstobstes ist die Entscheidung nunmehr dahin gefallen, daß die gesamte Aufbringung des für Brotausstrichmitteln notwendigen Obstes nunmelyr auf freien Abgaben der Erzeuger beruhen lvird. Ter Handel mit Herbstobst ist also vollkommen frei. Tie Reichsleitung wünscht, daß die Mnrmeladefabriken zur Deckung des Bedarfes der Bevölkerung an Brotreden. Er wollte in diesen Aufsätzen „zeigen, was alles in der Kunst verborgen liegt, nicht fertige Urteile gebend, sondern Anweisungen zum fröhlichen, sinnenden Schauen". Sein besonderer Liebling war Rembrandt, für dessen tiefe Religiosität er ergreifende Worte gefunden. Aber auch sonst interessierte den ehemaligen Theologen die „fromme Malerei", und keiner hat besser als er den tiefen Gemütsgehalt in den Wetten Uhdes, Thomas und Steinhaufens ersaßt. So wirkte er in einer Zeit, da die Form in der Kirnst alles zu sein schien, für das Verständnis der geistigen Inhalte. Sein seines Naturgesühl ließ ihn aber auch die Schönheit der Freilichtmalerei voll empfinden, und die Kunst Liebermanns, dem wir das beste Bildnis Naumanns verdanken, hat er sehr hoch geschätzt. — Das Kunsterbe der Habsburger. Um die reiche Hinterlassenschaft der landesflück)- tigen Habsburger tobt g-ogenwärtig ein harter Kampf nicht nur inner Wb Teutsch-Oesterreijchs selbst, wo man die würdige Erhaltung dieses teilbaren Besitzes eifrig erörtert, fvitbcm auch unter bett anderen Nachfolgestaaten des alten öfter- reichisch-ungarfschen Reiches, die voll Begier nach diesen Schätzen blicken. Gustav Wallaschek gibt nun im Cicerone einen Ueberblick darüber, woraus in dec Hauptsache dies Kunsterbe der Habsburger beftcljt. Unter den sog. Krongütern ist das wichtigste der Riesenlomplex der Hofbijrg, inncrlxtfi) dessen wieder von besonderem kunsthistorischen Wett sind die von dem großen Baumeister Fischer von Erlach errichtete Hosbibliothek mit ihrem wundervollen Ktippelianm und die von dem gleicl-en Künstler herslammende „Spanische oder Winter- ivitschule", einer der großartigsten Festräume des Bxrroas. Außer den kostbaren Gobelins sind sodann in der Ho iburg besonders hervorzuheben die Schatz tainmcr mit den itleüiobien des heiligen römisthen nicht mehr g>eben." ** Warnung vor einem Waren- s ch w i n d l e r. Gestern ist hier ein Waren- schwindler ausgetreten, der sich Willy Hehlet nannte, Dolmetscher bei einer hiesigen amerikanischen Kommission in der Neuen Kaserne fein wollte. Er hat auf folgende Weise gearbeitet und ein Geschäft um 600 Mk. geschädigt. Er erschien in dem Geschäft und legte der amvefenden Ehefrau eine Stoffprobe mit dem Bemerken vor, daß er Gelegenheit habe, von einem amettkanischen Offizier der Kommission von dem Stoff zu kaufen, der ein Stück davon besitze. Da er sich darauf nicht verstehe, bat er um ein Gutachten, ob der Stoff auch gut sei. Die Fran erHärte ihm, daß er sehr gut sei. unb sie ihn auch nehmen würde. Er erwiderte darauf, daß er den Herrn fragen wolle, ob er damit einverstanden fei, entfernte sich und kehrte nach geraumer Zeit mit dem Bemerken wieder zurück, daß sie das ganze Stück haben könne, wenn sie Verwenbung dafür habe. Sie war damit einverstanden und er wollte das Stück alsbald besorgen. Zuvor verlangte er aber noch 600 Mk., da das Stück 900 Mk. kosten solle und dieser Betrag ihm zur Bezahlung fehle, waS sofott erfolgen müsse. Da aber dem Ansinnen, weil man ihn doch nicht näher kannte, nicht entfprock>en wurde, so schlug er vor, daß die Fran mit zur Kaserne gehen und dott den Stoff selbst in Empfang nehmen möge. Dott an- attige kunft- und kulturgeschichtlich: Zengmisie von Umbauten und Zutaten frei bleiben fallen. — Einneuer Schwank von Presber und Stein. Aus Hannover wird und geschrieben: Rudolf Presber unb Leo Walter Stein sind der Betriebsamkeit verfallen, und so ist es kein Wunder, wenn der Weg von der „Seligen Exzellenz" bis zum „Grönländischen Papagei" sich als eine ausfallend abschüssige Bahn erweist. Es soll keineswegs in Tlb- rede gestellt werden, daß dec „burleske Schwank", wie die beiden Verfasser das jüngste Kind ihrer literarischen Ehe benamsen, viele gute Szenen, recht wirksame Aktschlüsse, unb im Dialog manche Erfreulichkeiten zeigt, die wohl geeignet sind, Heiterkeit und Lachen auszuwirken; es soll auch nicht verhehlt werden, daß dem Publikum die Sackie sogar ausnehmend gut gefiel und daß der Erfolg, den die Uraufführung in der Schauburg hatte, als durchschlagend bezeichnet werden kann. Aber man ist berechtigt, von Presber und Stein Besseres zu verlangen, als diesen allzu schnell hingeworfenen Versuch, der weder einen Schiin- mer von Handlung noch auch nur im entfernt testen das hat, was man unter dem unentbehrlichen Fremdwort „Pointe" versteht. Ilm einen] Papagei, der ausgerechnet ein paar grönländisch; Brocken „reden" kann, werden allerlei Personen gruppiert: ein Grönlandsorscher, ein Eskimo, ein Stotterer, ein Oberlehrer mit einer jungangctrau = len, sehr sausten, und einer geschiedenen, sehr temperamentvollen Frau und sonst noch zahl^ reiche, ganz ulkige Typen; diese wirbeln durch eiitmtbcr unb plaudern miteinander, aber, was fic voneinander wollen, das weiß man eigentlich nicht recht. Presber unb Stein verschleubern bic Fülle ihrer Motive, .sie mühen sich nicht um Lösung und Gestaltung. Ein Todesurteil. Hamburg, 29. Aug. (Wolff.) Der schon schwer vorbestrafte Hafenarbeiter Karl Friedrich Petersen, der am 24. Juni an den revolutionären Kämpfen in Hamburg teilgenommen und am 25. Juni morgens gegen 6 Uhr das Mitglied der Einwohnerwehr Mengdehl, Führer einer Maschinengewehrabteilung, auf dem Platze vor der Jakobikirche erschoß, ist vom außerordentlichen Kriegsgericht in Hamburg wegen gualifizierten Aufruhrs und Mordes zum Tode und zu zehn Jahren Zuchthaus, sowie zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden. Aus Stadt und Land. Gießen, den 30. Aug. 1919. Tannenberg. *' (26.-30. August 1914.) Zum fünften Male jährt sich in diesen Tagen die Heldentat von Tannenbergs die Teutoburger Schlacht des Weltkrieges. Wie damals in den frühesten Zeiten deutscher Geschichte die Legionen des Varus in den Wäldern Westfalens vernichtet wurden und dieser Feldherr sich selbst in sein Schwert stürzte, so wurden die den Deut- sck>en weit überlegenen russischen Korps in den letzten Augusltagen des Jahres 1914 in den Wäldern unb Sümpfen Ostpreußens zusammengehauen ober gefangen, indes ihr Feldherr Samsonow verziveifelnd sich eine. Kugel durch den Kopf jagte, lieber 90 000 Gefangene und 40 000 Tote betrug die Einbuße bet Russen; was übrig blieb, war in wilder Flucht zersprengt unb für bie nächste Kampfzeit ausgeschaltet. Eine der größten Bernichtungsschlachten des Weltkrieges war geschlagen. Als Schirmer der Freil-eit Germaniens war uns Armiir der Cherusker in Hindenburg toiebererftanben. Eine schlichte Feier war es, zu der die Deutsche Volkspartei gestern abend ein» geladen hatte, um des Tages &u gedenken, an dem vor fünf Jahren das deutsche Volk von der bangen Sorge um das Sckstcksal der von der russischen Dampfwalze bedrohten Ostmark erlöst wurde. Ter Saal des Hotels Einhorn trug provinzialtagrwahl. Die offensichtliche Müdigkeit der Wähler hat sich anscheinend auch auf die Parteien übertragen. Von einer Wahlagitation kann man eigentlich nicht sprechen. Besondere Wahlversammlungen haben nicht stattgefunden. Auch die üblichen Wahlaufrufe, bie veröffentlicht mürben, bieten im allgemeinen nicht viel Neues. Die Demokratische Partei erflärt sich gegen eine neue Revolution; sie wirb gegen den radikalen Ansturm von rechts unb links auf bemokratiscker Grunblage georbnete Zustänbe schassen und die Volks rechte sicher stellen. Die Deutsche Volks- fpar tei will vor allem gegen die Wirtschaft mit allen Mitteln ankämpfen, die im „neuen Deutschland" ciuzureißeil drohe. Tie Deutsch-Nationalen (Vereinigte Stadt- und Landliste) ver- ßpreckM, sachlich und tatkräftig für die gemeinsamen Interessen von Stadt unb Laub zu ar- beiten unb als Feind jeglicher Klassenwirtschast nur bas Wohl der Gesamtheit im Auge zu haben. Die Sozialdemokratische Mehrheitspartei will im Provinzialtag einer freien Entwicklung unb der Gefamtwohlfahrt bie Wege ebnen, währenb die Unabhängige Sozialdemokratie Kampf den Gegnern des Sozialismus anfagt, auch der rechtssozialdemokratischen Partei, die von Arbeitersreundlichkeit, Sozialismus usw. rede, in der Praxis aber den Sozialismus über Bord geworfen habe und die Revolution gemeinsam mit den Bürgerlichen zu Grabe trage. Das Bürgertum her aus! Noch einmal ruft bic Wahlpflicht; voraussichtlich bas letzte Mal in diesem mit Wahlen so reich gesegneten Jahre. Uebedaöt das Wählen nicht den sozralistt- schen Parteien, tretet zahlreicher zur Wahlurne als bei der Kreistagswahl! Ter Provinzialtag hat zahlreiche wichtige Ausgaben zu erfüllen. Er hat zunächst alte Provinzialange- legenbeiten zu beraten und zu beschließen. Als befonoere Ausgabe fällt ihm durch das Gesetz die Beschlußfassung über bie Ausgaben der Provinz sowie auch über bie Verwendung der vorhandenen Mittel für gemeinnützige Zwecke im Interesse der Provinz ober ihrer Teile zu. Ter Provinzialtag hat die Voranschläge des Wasserwerks Inheiden, der elektrischen Ueberlandzentrale^ des Siechenhauses ufm. zu verabschieden. Er kann ferner über das der Provinz gebärige Grund- und Kapitalvermögen Anleihen aufnehmen und Grundsätze aufstellen, nach welchen das .Vermögen der Provinz zu verwalten ist. Weiter ist das Provinz-- varlament Spruchbehörde in zweiter Instanz. Es bat außerdem das Recht, Dienstsbellen zu errichten, soweit diese nicht durch Gesetz ober Berorbnung vorgeschrieben sind. Anttäge und Gutachten über Gegenstände, bie die Interessen der Provinz ober ihrer Teile berühren, kann der Provinzialtag an das Ministerium richten. Schon der hier angebeutete Aufgabenkreis dieser Körperschaft läßt er» Fermen, daß deren Bedeutung keinesfalls unterschätzt werden darf. Also nochmals auf zur Wahl! ** Das Backen von Weißbrot für den Monat September ist nachstehenderr Bäckern übertragen -morden: Deibel, August, Neuenweg; Konsumverein, Filialen Schanzenftraße, Bleichstvaße, Neuen Bäue unb Asterweg. _ ** Weißmehl und Nährmrttel auf Grund von ärztlichen Attesten werden für den Monat September in folgenden Klein Handelsgeschäften ausgegeben : Weißmehl bei Anrold, Heinrich II., Kaiser-Älee; Nährmittel bei Becker, Heinr.> ßöroengaffe. ~ , ** Die städtische Fuhrwerkswage in der Frankfutter Straße ist von Montag beit 1. September an bis auf weiteres wegen Neu« eichung außer Betrieb. Auszahlu-ng derFamilien- unter ft Übungen an bte Angehörigen Gefangener, Vermißter, im Ausland durch feindliche Maßnahmen 3urütfgehaltener, sowie von Gefallenen, falls deren Hinterbliebenen-Versvrgung noch nicht geregelt ist, findet für die Zeit vvm 1—15. September Montag, 1. September, in der Zeit von 9—12 Uhr vormittags im Stadthaus, Zimmer Nr. 7, statt. ** Die Lohn Verhältnisse bet Transportarbeiter. Die Ortsverwaltung Gießen des Deutschen TranspottarbeiterverbandeS bittet uns um Aufnahme folgender Zeilen: „Die- Lohn Verhältnisse der Transportarbeiter in Gießen sind im ganzen Umkreise die denkbar schlechtesten. Es ist unglaublich aber wahr, daß Wochenlohire von 45 biS 48 Mk. gang und gäbe sind. Man Reichs deutscher Natton unb die „Geistliche Schatzkammer" des Hauses Habsburg. Sodann befindet sich hier bie Fideikommißbibliothek mit ihrer rech- haltigen Porträtsammlung unb der Sammlung des Hauses Este. Gleichfalls zum Baukörper der Hofburg gehören das kunsthisterische mtb das natur* historische Hofmuseum, an die sich die Hvsstallungen mit der großen Reitschule und der Txrrrlid^c Prunk- wagen enthaltenden „reichen Sattelkammer" an-- schließen. Sodamr liegen vier kaiserliche Schlösser hn Bezirk von Wien: der herrliche Spätbariockbau des B e l v e d e r e, der für den Prisen Eugen tron Lukas von Hildebrand erbaut wurde, das von Paoassi geschaffene Maria Theresianische Schönbrunn mit feinen unvergleichlichen Parkanlagen, das nicht mrnber schöne Hetzendorf, ebenstckls eine Schöpsuirg Maria Theresias, und baS in entern großen Gatten gelegene Augarten Palais, das hauptsächlich als geschlick)tliche .Erinnerung an Josef II. bedeutsam ist. Aus dem l-alben Weg gegen Baden liegt bei Wien das Schloß Laxenburg, licriLlymt durch feinen romauttfdlien Park, und in Baben selbst das in Biedermeierstil gehaltene Kai- serl-ans. Sriongüter sind sodamr der großartige Bair der Residenz in Salzburg mit dem ttifrn Luftsckftößchcn Hellbrunn und die Residenz in I ir n s b r u ck mit dem Schloß Ambras, das einst Erzlserzog Ferbinanb mit seiner Philippine Welser bewohnte. Dazu kom« men noch als Familicnsibeikommiß^ die Schlösser Eckartsau, der schöne Banockvau SttLv-ß- Hof, Nieberweibcn, Otth a. b. Donau, Eßling bei Apem, Mannersdorf am Leithagebirge, Pöggstall, Ndclttigl)osen und Vösenborf bei Sicbenlnrten. Ueber der Zukunft all dieser herrlick;en Besitzungeir sÄoebt ein gefährliches Dunkel. Aber alle Einsichtigen sind sich, barhi einig, daß diese Kunstschitze möglichst ungeteilt erhalten und der Besichtigung wie dem Studium zur Verfiignirg gestellt werden müssen, baß die mid’itigen histerischen Räume als estrzig- t’oÄMi *$>s *5I@ K W .yipitto' '^..l'ifunt iftrisg iud) «g-.1"JnStf^; unkt U «5 « vttsteV-,Mdil^ ein rden al^ Essiino. *jJ S>*rs «iwÄ^i >s -°°"L-»dN« O nw fliu^ 1 'L'L § ALL'« 'y«™tlie«; rulgchongm ßu. A 2,s°tvrevvilGr, ^trfoZ W* Zeit tvm September, mttta$ im StM, Altniffe btt J. ^^'’WwIhuij ^arbaterverbandrz St.N«: ,$ie ™« m Giehm “5 Wochenlöhn- 1 W« Ulb. Mau WWlfa M heutige Teur- inunöglid) ist, mit SS N ehrliche 3« BerhMmgm emlassen, unb so - Wm den Arbcil. :.oer GÄulbssasm weder im IM- m Interesse der Lis letzt Haden die Mndnisse M ihre ttafr ihre Arbeit- iedigen. Die Ama ige Finna fein, die egenüber iwit über- mjeten Tanivertrag am Ämslag statt- Güverksillastshause : zcigm, ob sie auch Leute am Hunger- möchten ihnen ober Mzutvmmen, sonst eine todkre ruhig! faß ihrer Betriebe incm Waren- biet tm Waren- ich WA Hehlet it hiesigen amerifa- Neuen ftofeme sein Weise gearbeitet und ischödiat. Er erschien Elenden Ehchau imerken vor, daN er amerikanischen Dm« :m Stoss zu tauen. Da er sich farou, n Gutachten, ob der tu erklärte ihm,.da» auch nehmen wurde. r den Öertn iragen landen sei, entfernte er Zeit mit dem U sie baß ganze Ä"ÄÄ LÄM , nickt näher MM, schlug er vor, wu geben mrd dort dea MN^rnögr. *’»«?** "ri f iover wal« JSAwWfi w»" fOn von der Arönländl- 2 Kind ihrer s l^T gjentn, , v^te L'' manche sind. Mainz, den 28. August 1919. 016847 । ii Tausende Anerkennungen. ■" Rliss Küchilchnsatz tr zu 100 Liter M. 17.— per Flasche. An- und Abfuhr von 9372hv im Mistbeet seit Anfang Juli pifiert, daher sehr stark und reich bewurzelt, einpfichlt billigst Gärtnerei Dönges Gießen, Marb. Str. 67. rote sonst. Fuhrleistung. prompt und billig. (9780 C.Bübsaaie», <>ern{pr.2ö9. Durchgängung Nuss Kunstmostansatz mit Heidel- beerzusatz mit und ohne Siiszstoff. Robert Ruf ^Versand, Ettlingen Genaue Anweisung liegt den Flaschen bei. einzeln und in Ku anchinmodernenTüi . erteilt zu jeder Tageszeit L.Zchmidt, Tanzlehrer Wetzsteingaffe 81 L Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante Fran fcistae tepgt! gek Schneider nach kurzem, schwerem Leiden im 74. Lebensjahre in Stolp (Pommern) sanft entschlafen ist Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilh. GengnageL Gießen (Marburger Straße 56), Stolp (Pommern), Haubannetze einfach, p. Stck. Mk. 1.75, doppelt w n n 2.25. Franz Bette MäuSburg 10. loeä8c Schäfte in allen Ledersort. vorrät. Sohlenleder Kernstanzabs. Pfd. 2.50 M. Eox Jßrger, Fraakisrl HL Holzgraben 7. W47e Kupferkessei empfiehlt 8732 Edgar Borrmann Eiaenhandlung Gießen. Wir oder Mich? vorrügl Lebrbuchd.de«'. sch s-ra. che 2.Stedden 3. €»M1rtp 6.Wof<6tntni*rciben 7. Vuch'D-ivn-i (tint >o; r.^uner>!.) 8.D.Re»t«anw.>wH-u,kS«r>ei- siellcr 10. 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Die Wirtschaftliche Bereinigung, der Privatangcftellten von Gießen und Umgebung hielt gestern im Cafö Amend eine Versammlung ab, die, nach den vorhchgegangenen Dersammlmigen zu urteilen, als eine rocht gut besuchte bezeichnet werdcA fcnmte. Ter Grund dafür dürste wohl in bem Wort „Tarifvertrag", welches das Thema des Abends bildete, zu suchen sein. Tie Aussprache war sehr rege; die Meinungen über Annal/me oder Ablehnung des Tarifvertrages gingen sehr auseinander. Tie Debatte zog sich bis gegen 11 Uhr hin. Tann wurde über Annal-me oder Ablehnung endgültig abg.'sttmntt und folgende Entschließung angenommen: „Ter vorliegende Tarifvertrag wirb angenommen mit dem Ersuchen, für die Industrie und den GMßhandel besondere Zuschläge zu bewilligen. "Es wird nun Sache des Schlich- ttmgsausschusses sein, die Gehaltsstvge aus hoffentlich gütlichem Wege zu regeln. ** Anlagenmusik. Der Mufikplan für die Anlagenmusik der Regimentskapelle des Reichs- wehr-Jns.-Regiments Nr. 36 (Leitung: Obcrmusik- mcifttt Löber), morgen Vormittag 11 Uhr in der Süd-Einlage ist folgender: Hymne und Driumps- marsch a. d. Oper „Aida" von G. Verdi; Angereihte Stücke a. d. Oper „Pveciosa" von C. M. von Weber; 2 Lieder: a) „Ter Lenz ist da!" Lied für Trompete, E. Hildach, b) „In den lang ersehnten Mutterarmen", Lied f. Trompete, P. Erm, (Herr Sä^warzlose); SoidateNleben, militarisck^s Llmgemälde von Keler-Bela; Aus TeutsMMids großer Zeit! Geschwmd-Äiarsch von H. Blankenburg. ** Lebensmittel Pakete ttn deutsche Gekan ge ne. Ter Bezirksausschuß Gießen für vermißte und kriegsgefangene Deutsche (Kriegs- gesanaenenhilfe des Roten Kreuzes) teilt mit: Ta aller Vovaussicht nach der Abtransport unserer Gefangenen aus englischer und französischer Gefangenschaft sich noch einige Zeit hinziehen wird, werden die Angehörigen von folgen Gegangenen darauf aufmerksam gemacht, daß ein Paketversand über Holland und die Schweiz durch tvts Rote Kreuz wieder eingerichtet worden ist. Alle Einzel- Ixiten und Auskünfte werden in "den Sprechstunden des Bezirksausschusses mitgeteilt, Montags, Mittwochs und Freitags, vormittags von 10—12 Uhr, in der Alten Klinik, Liebigsttaße. Im Anfertigen von Damen- und Kindcrgarderoben empfiehlt sich 018820 Frau Nill, Steinstr. 78. Büglerin'WK' empsiehlt sich in u. außer dem Hause. Emilie Bock, Wilsonstraße 4, II. Im,, Büglerin empfiehl sich außer dem Hause. 016911 Neuenweg 50, II. Stock. - Privat Hotel Kobel Liebigstr. 9 i & W« f! Privat- erteilt zu jeder Tageszeit Th. Bäulke Tanzlehrer Lions Schiffenberger Weg 63 I. Voraussicht!. Dienstag o. Mittwoch treffen lebende Karpfen und Schleien ein. Vorausbestellg. erw. Hamburger Fischhandluug, Q(. Koch Nachfolger, 10 Schulstr. 10. 10070 Einen größeren Posten FahmSslhiailche la AuSlandsronre zum Preise von M. 45 per Stück haben abzugeben Göbel & Appel Bergstraße 20 l0m9c Vers, erfolgt geg. Nachn. Nies.nsrüchtlge Zopfe Locken, Dreher, sowie sämtliche Haararbeiten werden schön und dauerhaft angefertigt. 17748 Scrmann Plank Wwe. pezial - Haar - Geschäft. Weinfässer Einmachfässer Einmachständer Leiterwagen Schiebkarren in größter Auswahl empfiehlt 9529 Wilh.Kohlcnunnn Küferei, Nenstadt 12. Firstziegel Lichtenw. 12 und 8'/» Ztm., 3 aus den Ü>ttr., für Biberschwänze, mehr. Hundert noch abzugeb. Stück 40 Pf. ab hier. Sckrlstl. Angebote unter 9786 an den Gießener Anzeiger. An- u. Verkauf von Lumpen, Eiseu,Me- tallen, Knochen, Papier, Flaschen, gedr. Maschinen. 9785 Louis Rothenberger Neaenweg 22. Teleph. 176. dren wertvollen C egeretand neemeinde erbeten. — In der Io - hanneskirche. Vorm. 8 Uhr, zugl. Ehrrften- lehve f. d NeuVonftrmierten a. d J^hanneSgem.. Pst. Ausfeld. — 91/2: Tivisi-mSpfarrer Tiesmeycr. — Ab^rds 8: DibÄbesprechung l Jvhanneösaal. — Am Sonntag d 7. Sept, findet un Haupt" gottesdienst Beichte u. Feier des heiligen Abendmahls für Lulas- u. Fohannesg^minde statt. Anmeldungen werden bei den Gemeindcpfarrern erbeten. — Sonntag, 31. Aug., vvrm. 10: Lillar. 10: Kirchberg. 11: Ekpfistsüchre f. d. mannltche Jugend. Katholische Gemeinde SamStag, 30. August, Ttadpn. 6 u. aKttbS 8 Uhr: Gelegetrheit z. hl. Beichte. — Smntag, 31. Aug, 12. Smntag n. Pfingsten. 6Vs: Gr« leg.mb. z. hl. Deichte. 7: Hl. dlbesse. 8: Austeilung i>. hl. Kommunist. 9: 5>ochamt m. Pr. 11: Hl. Messt m .Pr. Rachm. 2: Andacht. — 6V2: Segensmefte. — Tiaspvra-Gottesdtenst am 31. Aug. In Grünberg 9-/, Uhr. Hungen 9V-. Lich 71/2. meifirvS Tro je md> schilberle dessen SJrtbtetfh um die Entwicklung Marburgs, woiür letzterer in längeren Ausführungen dankte. Bei der sich anschließenden Magistratswahl wurden die seitherigen Mitglieder Rentier P. Runckel, Rentter Volland, Färbcrmeister Estor, Schreinerobermeister Rose, Zeichenlehrer Becker. Bureauvorstel)«r Erdenberger und Sestetär Poerfen wiedergewählt. Neu hinzu kamen Kaufmann Stumpf, Buchbindermeister Sipmamr, Ingenieur Thiersch. Die vereinigten Listen ber Demokraten, Beamten und Sozialdemokraten erhielten sieben, die der Nationalen drei Sitze. 0 Aus dem Kreise Marburg, 29. Aug. Tie Eingaben des Bauernvereins bezüglich der Abgabe des Getreides haben den Erfolg gezeitigt, daß sich mtt Ausnahme von Bürgeln und Marbach sämtlichc Kreisorte für Ablieferung an den Erzeugerverbwrd aussprack)en. Jetzt wird aud) die Forderung, daß vor der Ablieferung erst die Versorgungsbcreckstigten am Orte aus ihren eGmeinden unmittelbar versorgt werden, in besonderen Eingaben verlangt. [] Aus dem KreiseKirchhain, 29. Aug. In bst Riedmühle ber Momberg drangen zu näck-tliä.er Stutrde Räuber ein und zwangen den Müller Ludwig Sack und seine Frau zur Herausgabe des Geldes. Tie Eheleute ergriffen dann die Flucht, worauf ihnen die Einbrecker noch einige Schüsse nach'aTidtcn. Wie man erzählt, soll Sack schon durch Trohbriefe, die er n»i)t beachtete, ausgesordert worden sein, sein Geld abzuliefern. Turnen. Am Sonntag den 7. Sep'tember findet auf ber Rennbahn bei der Hardt das diesjährige Gauwetturnen des Gaues Hessen statt. Erne außerordentlich starke Beteiligung ist zii erwarten, sind doch jetzt schon nahezu 600 Turner gemeldet. Tie Turner werden um 81/2 Uhr vormittags auf dem Bahnhof empfangen und mit Musik zum Tuvn^atz geleitet, worauf das Turnen sofort beginnt, das in Stemmen, Weithochsprung, Lausen mtd in einer Freiübung 'besteht. Nachmittags findet wahrend des Turnens Konzert statt. '(Um 4 Uhr beginnen die allgemeinen Freiübungen, daran anschließend Mannschaftskämpse in Eilbotenlauf, Tauziehen, Schlag- und Faustball, Fechten sowie Sonderwettkamps im Stabhochsprung. Airchliche Nachrichten. Gottesdienst, Sonntag den 31. .August. 11. n. Trinitatis. Evangelische Gemeinde. In der Stadt kirche. Vorm. 8 Uhr, fällt aus. Siehr Johatrneskirche! 9Vr: Pfi. Mahr. Beichte u. Feier d. hl. Abendmalsts f. Matthäus- Ich bin bis 15. September verreist Augenarzt Dr. med. Gros Goethestraße 18, Telephon 637. oissm Landes-Kommission der Gewerkschaftskartelle Hessen. Sonnta« bett 7. September, vormittags 11 Ubr, findet in Lauterbach «Lokal wird noch bekannt gegeben) eine Holzhauer-Konferenz statt. Tagesordnung: Die Lo!ii!-li.Arbkitsvkrhg!tiiiise der Holzhauer Alle Orte des Kreises werden dringend ersucht zu dieser Frage Stellung zu nehmen und einen Kollegen zu dieser Konferenz zu entsenden. Wir wollen darauf aufmerksam machen, daß in Darmstadt bereits eine solche Konferenz stattae- sunden und bereits eine Kommission bestimmt, bte mit der Regierung über die Lohnfrage in Verhandlung treten soll. Wollen die Kollegen der Oberhefiischen Orte dasselbe und fich dieser Kommission anschließen um ihre Lohnfrage zu regeln, müßen sie einen Vertreter zu dieser Konferenz eutsenden. 016933 I- A.: Leuschner. GeschSstr-EröMung Den verehrten Einwohnern von Gießen und Umgegend zur .Kenntnis, daß ich hier in Gießen, Wetrstcinstraße 42, eine Uupjeffchmiederei und Verzinnerei eröffnet habe. Empfehle mich in Ausführung von allen Brennerei = unb Brauerei-Arbeiten sowie sämtlichen Molierei-Arbeiten Lieferung von fnpfemen Hefteln ohne Eiseneinlage unb Hochgeschirren jeglicher Art zu den billigsten Tagespreisen. Hochachtungsvoll IM0 Karl Petri schmiederel Achtung! Treffe Montag mit einer großen Sendung Eiumach-n. Salatgnrken ein. Verkauf zu den billigsten Preisen Ecke Löwen- gaffe u. Babubosstraße 23, von 8 Ubr morgens. O16sos Heinrich Ferber. Me Sruckarbeiten/ für Bt^irten, vereine, tzonöel. Ccmecbe, 3n- dußrie und $amtile, wislen^dostttch« Werke und diff-rlationcn werden schnell, «trrin u. preiswert ongtftrtlgt in der vuch» und Steindrnikerrt^ Wilhelm Here, Gießen walltorstralir 77 Zrrnfprrcher 500 Gerrchtssasl. n M arburg, 29. Aug. Tas.Schöffen- gertchl verurteilte zwer lmsige Gesckiäftsleute wegen Uebertretungen der 5)öchstprerse bei dem Verkauf von Nalwungsmittetn zu 1500 bzw. 500 Mark Geldstrafe. Vermischtes. Karlsruhe, 29. Aug. (Wolff.) Heute tracht kam es m Durlach zwischen drei hiesigeir Ein- svokmern zu einer heftigen ÄuSeinanderstHurra, die in Eiscrsuckft ihren Grund haben sollte. Im Laufe des Wortwechsels kmn es zu einer Schießerei, dnrck die zwei Teilnehmer erschossen wurden. Ter.,Tätec ist flüchfis. _ Freiburg, 29. Aug, (Wvlfttt Tie Bra u - creiarbetter in allen hiesigen Brauereien sinv heute früh lxegen Lvhndifferenzen in den Musst a n d getreten. Reuapostolische Gemeinde Gottesdienste: Sonntag nachmittag 3'/, Uhr 790."» Äiitiwoch abend^/^Mr._______ Bekanntmachung DonnerStaa den 18. September 1010, nackm. 3>/s Ubr, findet auf dem Rathause zu Grotzen-Linden. die' ordeniliche Generalversammlung des Sparund Vorschuhoerein, Aktiengesellschaft zu Großen- Linden für das Geschäftsjahr 1919 statt. Tagesordnung: L Abhör der Rechnung pro 1919. 2. Wahl deö Vorstandes. 3. ErgäuzungSwahl des AuffichtSraiS. 4. Verschiedenes. Großen-Linden. den Z>. August 1919. Spar- und Vorsckußverein, AktieuselellfchaN. Der Vorstand. 10094 Der Politische Frauemrein richtet die ebenso herzliche wie dringende Bitte an die Bürgerschaft, passende Zimmer mit und ohne Verpflegung, für Wb' Studentinnen bei der Vorsitzenden anzumelden. Nähere Angaben erbeten an 100850 Frau Tb. Vogt, Süd-Anlage 10II. * .........-....... E Maler und Anstreicher übernimmt Aufträge in sämtlichen Maler- u. | Anttreicherarbciten, Möbel» nftv.. Decken- Ä streichen und Tapezieren von der einfachsten B bis zur feinsten Ausführung. Sämtl. Arbeiten | werden tadellos und sauber zu den billigsten B Tagespreisen auSgesührt. Wilhelm Braun, Maler«. Ansittickk Kaiser-Allee 32 016932 I Auch auswärtige Aufträge werd, angenommen. | Standard-Bindegarn speziell für Dreschzwecke geeignet, offeriert, so lange Vorrat reicht, zu M. 11.50 pro Kilo Lin-mrtsWl. Zentral-Jarlehiiskaise föi JeiitshlaftS, Filiale Franksart am Maiii. 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A Notwendig gebietens^ einen so ff tunttntjlu letzte Ziel, vielmehr n PeisoneM gclsbergs ' Wellen G Bedeutung, der Werta imb Erzeuc gehen. Te Linicnfühn bleiben, da Gießen nc Bahi nid, Hllic^ccr, Jt noch eine s berg-Lich gen-Fried sührung i Urin nach riften und heraufgeschl der Natur, statten, im schwer zu 1 Ortschaft bk bahn überh Was nottu Oberl-cism reichlich au Raumes, d linien Mü dessen weite und hufoi Erschliehml Irschen M des weitere, L, Hulda Verbindung Zrlichichtik Lai i'mte von ! IFSr3iW,MK«i>fttI sofort gesucht. Schriftliche: Bei der diesseitigen Auflösungsstelle werden noch failleilemp emigrtüchtigeSchkeiber gesucht, die Erfahrung in Pah- u.Nentensachen haben. 10017V 10040 Sauberes Literflaschen 10055 Gicßxn. 10087c Heiterer, tüchtiger und erfahrener sofort gesucht. 10095 Georg Appe!, 5e!ter§Weg Einheirat pikaulgeguche j [Stellengesuch©] Prima helles {m3a 016916 2 TosaS Dicht. Mädchen gesucht 016721 Ludwigstrafte 10 I. I Vereine | Schreibmaschine 016917 verkaufen. 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Die Weiterführung der Linie dann über den Taufstein nach Crainfeld würde zwar den Touristen und den mühsam auf die höchste Erhebung heraufgeschleppten Güterlasten die Bewunderung der Naturschönheiten des lyoljm Vogelsbergs gestatten, im Winter aber mit Schnee und Eis schwer zu kämpfen haben sowie namentlich keine Ortschaft berühren, so daß von einer Erschließungsbahn überhaupt nicht gut gesprochen werden kann. Was nottut, zeigt ein Blick aus die Karte. Ganz Oberkrisen ist mit einem Netz von Bahnlinien reichlich ausgestattet, mit Ausnahme des großen Raumes, der umschlossen wird von den Bahnlinien Mücke—Alsseld—Lauterbach—Gedern und dessen weiteren Grenze von Gedern über Schotten und Laubach nach Mücke zurückverläuft. Auf die Erschließung dieses großen, völlig balmleeren hessischen Gebietes kommt es an. Tie Erschließung des weiteren, vornehmlich preußisck)-ai Gebietes bis nach Fulda kann getrost dem späteren Freistaat Gvos>Heffen vorbel>alten bleiben. Tie Tiagonal- verbindung dieses hessischen Gebiets ergibt unter Berücksichtigung der Hauptverkehrsstraßen, wie sie sich im Laufe der Zett herausgebildet haben, die Linie von Mücke über Ulrichstein nach Rixfeld— Ragna Svendburg. Roman von Anny Wothe. kNachdruck verboten.) Fortsetzung 46. Wie kam Sven .dazu, ihr Sigrids Briefe zu übersenden? Wie die Ahnung Von etwas Schrecklichem überkam es Ragna und atemlos las sie zuerst Sigrids Brief. Er lautete: Lieber Sven! Ich danke Tir sehr, daß Du heute mit unseren Tischgenossen, die ich übrigens bodenlos langweilig sind:, eine zweitägige Tour in die Berge unternommm hast. Teine Abwesenheit gibt mir Zett, meine schon lange geplante Reise, die Tu und Ragna mir bis jetzt immer verweigert habt, auszufühven. Großmama ist, glaube ich, irgendwo in Südsrankreich, wo es hoffentlich hübscher ist als hier in Lugano, wo es mir absolut nicht gefällt. Tu siehst also, lieber Sven, ich bäte eine Gardedame, und es ist alles ganz anständig. Ater mit dem Wllterkommen, da haperts. Ich komme nicht — ich lieb: den Goratschin, Ragna weiß es. Ich will ihn aber nicht von ferne lieben, ich will ihn heiraten. Großmama meint, Tu würdest Tick) keine Minute besinnen, mich frei^ugeben, wenn Tu weißt, daß ich Tich nicht lieb habe. Ragna hat mir schreckliche Angst gemacht. Sie sagt: Ich müßte aushatten, «mißt Tu, Sven, schon um unseren tieinen Jungen. Ich habe es ja auch versucht, ater es geht nicht. Was weiß Ragirr von Liebe, sie, die immer so kühl, so selbstbewußt durchs Mieten geht und immer nur bestrebt ist, chve Pflicht zu tun — Liebe kennt sie nicht. Nicht wahr, Sven, Tu bist immer so gut zu mir gewesen. Tu !äßt§,unch ziehen? Mich mit Gewalt zurückholm, ist nicht möglich, beim ehe ich wieder nach? Sv Mdburg zurückgehe, lieber stürze Herbstein einerseits und anderseits von Schotten über Ulrichstein, Großfelda nach Alsseld. Bei- zupslichten ist Sommer darin, daß für die Erschließung nur die elektrische Bal-n in Betvackft hmmt. Tenn durch den Friedensvertrag hüten wir derart bedeutende Kohlengebicte verloren, daß unsere Zukunftshoffnung nur die elektrische Kraft fern kann und also eher an Abbau unb Elektrisierung der testehimten Nebenbahnen als an eine Neuschaffung zu denken ist. Auch ist die oft gehörte Befürchtung, die elektrische Bahn sei dem Transport schwerer Gütcrsastcn nickst gewachsen, und die zur Zett noch zur Verwesung kommenden Eiseudrälste der Leitung ermöglichten keinen auf die Dauer berechneten Betrieb, bei dem gegenwärtigen Stande der Technik völlig unbegründet. Weiter bietet sie eine Reihe nicht gering zu schätzender Vorteile. Ihr Betrieb wäre vor allem lediglich von dem zur Zeit schon ausreichend leistungs- fähisen im Eigmtum des fafiitten Staates stehenden Braunlohlenwerk Grube Ludwigshoff- nung bei Wölfersheim abhängig. Die Maschinenanlage desselben wird bis zum nächsten Frühjahr auf 5000 Pferdekräfte erweitert hin und außerdem ist die Verbindung und gegenseitige Unterstützung der Kraftwerke in Höchst a. M„ Wölfersheim, Gießen, der Firma Buderus in Wetzlar, der Alexandergrube, der Edertal sperre und des Kraftwerks in Fulda geplant. Weiter dürfte eine elektrische Bahnanlage verhältnismäßig rascher und billiger herzustellen sein als die einer Nebenbahn. Namentlich könnte bei Herstellung der Linie von Mücke nach Uhrichstein und darüber hinaus ein Teil der breiten Ohmstraße als Bahnkörper benutzt werden. Endlich würde die Weiterführung der bereits bis Schotten, Laubach und Grün- terg vorgeschobenen Uoberlandanlage die Versorgung des Vogelsbergs mit elektrischem Licht und mit elektrischer Kraft zum Antrieb von Maschinen aller Art, namentlich für Holz schneide-, Dresch- und Mahlzwecke ermöglichen. s Die Hauptschwicrigleit, die sich dem Unternehmen entgegenfteUt, besteht in der Lösung der Kostenfrage. Es darf dies aber fein unüberwindliches Hindernis sein. Namentlich dürfen um ein Mehrfaches gegen früher gesteigerte Kosten nickst zurückschrecken. Denn ob es überhaupt noch einmal zu Friedenspreisen kommt, wird mit Recht stark angezweiselt. Auch ist zu tetonen, daß es sich um eine Erschließungsbahn handelt, die, Wenn sie auch voraussichtlich sicher nicht unrentabel fein wird, wie schon die Autopost gezeigt hat, es aber als solche zum guten Teil sein dürfte. Schließlich ist es Ehrensache von Staat und Provinz, dem so lange Zeit recht stiefmütterlich bedachten Vogelsberg das zu gewähren, was andere Gegenden schon lange besitzen, und so seiner im wesentlichen gering bemittelten Bevölkerung weitere Erwerbsund Arbeitsmöglichkeit und damit Wohlstand zuzuführen. Die hessische Regierung ist auch nicht abgeneigt, das Bahnprojett Mücke—Ulrichstein aufzunehmen und es- bei der voraussichtlich im nächsten Frühjahr erfolgenden Sozialisierung des Elektrizitätswesens arbs in fünf Akten verfilmt tourte, zur Aufführung; bic Hauptrolle spielt Edith Meller. Außerdem wirb noch das bmaVtige indische Lustspiel „DieTochterdesMaharadscha" gegeben. Kreis Büdingen. # Wolf, 29. Aug. Bei einem schweren Gewitter schlug der Blitz in eine Stallung unb tötete zwei Ziegen, während ein Schwein, das sich in demselben Raume befand, unverletzt blieb. Kreis Lauterbach. O Lauterbach, 28. Aug. Wie kürzlich in Alsfeld, so wird auch im Lause des Monats September Prof. Tr. Kinkel-Gießen für den hiesigen Kreis Dvlkshochschulviorlesun- gen für Lehrer und alle Freunde ter Volksbildung halten. Er wird in 6 Borträgen über das Thema „Dichtung und Seele" sprechen. Zahlreich? Einschreibungen zu der Steranftaltimg: sind bereits erfolgt. Kreis Friedberg. 4 Bad-Nauheim, 29. Aug. T« ge- strtte Richard Wagner-Abend im Konzert- te'.iie betentete einen Höhepunkt im musikalischen Leben unseres Bades. Tas Kuvorchester war ver- Eft durch Mitglieder des Landestheater-Orchv- Z in Tarmstadt. Das Konzert, das ausgewähtte cke Richard Wagners zu Gehör brachte, wurde von Michael BaHing gebeitet, der sich bekannt- ttch um die Leitung der Wagner-Festspiele in Bayreuth höhe Verdienste erworben hat. Aus dem reickhaltigen Programm seien nur das Bachanale aus Tannhäuser unb die Faustouverture genannt. Als Solist des Ahends errang ter frühere Konzertmeister des Kurorchesiers Otto Drumm, jetzt beim Landestheater-Orchester, mit dem Vortrag des Albumblatts für Violine starken Beifall. Das Konzert war stark besucht, auch von Musikfreunden der Umgebung. Hessen-Nassau. ha. Biedenkopf, 29. Aug. Ter Qandrat erhäßt fatgenten Aufruf cm die landwirtschaftliche Bevölkerung des Kreises DretenLopf: In letzter Bett sind mir rneljrfad,' Mitteilungen zu gegangen, daß die Erzeuger von landwirtschaftl. Produkten Ixe Ablieferung von Brotgetreide, Gerste, ms- besondere Hafer, Milch, Butter, Vieh unbedingt zu verweigern beabfichttgen, um die Ernulimg ihrer Forderungen: '.’Luftebung der Zwangswirtschaft unb Bezahlung höherer Preise zu crzwmgen. Ich, weise bcmgegciuiter darauf hin, daß nach bem Urteil aller einsichtigen Landwirte die zwangslvrisc Bewirtschaftung zur Zett noch rocitcrteftcbcn muß unb daß ivegen Erhölmng der Preise für die laute wirtschaftlichen Produkte Verhandlungen sckveten. Welche ungeheuren Gefahren für unf.'r ganzes Wirtschaftsleben durch einen Lieserstrcik ter Landwirt- schäft, vor allem auch für letztere selbst, fcraufte- schlworen werten unb welche schwere Berantortungi die Landwirte auf sich nehmen, loemt sie in ben Streik treten, bedarf Deiner besonderen Erwähnung.. An die Landwirte des Streife-? Bietenkovf richte ich daher die ernste Mahnung unb cinbrtnglirfje Bitte, alles was in ihren Kräften steht zu tun, um ihrer Ablieferungspflicht voll nachzukommen. Nur so farm einem völligen Zusammenbruch unseres Wirtschaftslebens vorgebeugt und eine Besserung- ter Verhältnisse, die in diesem Jahre schwieriger den je liegen, herbei geführt werten. Sei firn jeder Landwirt ter Tragweite seiner Handlungen der Volksgesamtheit gegenüber bewußt. te- Frankfurt, 20. Aug. Ter Reich-- bundzumSchutzeder deut sch enKriegs- und Zivilgefangenen beranftaltctc int Schumanntheater eine stark befud/.e öffeniliifr Versammlung, in deren Verlauf Frhr. v. Lersner erklärte, im September sollen acht Schiffe nach Sibirien sahnen mit russische-.: Kriegsgefangenen, für diese fallen deutsch? Gesmtgene aus Sibirien zltrückgesührt werten, die im Februar 1920 hier fein können. Auch plane die fRegienuig die Charterung von Schiffen in Asien, um weitere deutsche Gefangene zurücktzu führen- Sport. ** Fußballsport. Auf dem Sportplatz an der Hardt finten morgen Fußballwettspiele des Sportvereins Nauheim gegen Verein für Rasen- ftttele 1900 statt, erste, zweite und teilte Mannschaft, 31/2 und 5 Uhr beginnend. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Datum Wetter W' o« ■ a. । E prache zu Ende gebrackft, mit dem Erfolg, daß man sich nach beiderseitigen Zugeständnissen unb wesen tlichern Nack)geben in einzelnen Punkten über die Gnindzüge ter tariflidjen Regelung, endlich doch noch! verständigte. Beite Telle zeigten großes Entgegenkommen unb ein verständiges Eingehen auf die für bie Gießener Verhältnisse besvnters zutreffenden Erwägungen unb Bedenken. Aus den auf dem neutralen Boten des Schlich- tungsausschusfes in durch,aus sachlichen Grenzen gehaltenen Auseinandersetzungen fei nur folgendes hervorgehoben: Man ging beiderseits davon aus, von Festsetzung einer besonderen Teuerungszulage abzusehen, vielmehr einen bestimmten Betrag des Gehaltes anzusetzen. Wenn auch die Teuerungszulage einen etwa nötigen Abbau erleichtere, schaffe sie für die Angestellten doch ein Moment der Un« ich mich ins Morr. Nicht wahr, Sven, Du bist gut! Nur mit Goratschin kann ich glücklich sein. Sage unL*mt Kinde nicht, daß feine Mutter schlecht war, toeil sie es verließ, sondern nur tief, tief unglücklich. Küsse es unb grüße Ragna. Bitte sie, daß sie mir verzeiht und mich wie eine Tote betrauert. Teine unglüclliche Sigrid. Ragna ließ müte wie eine Sterbende das Briefblatt sinkm. So schrieb ihre Sck)Lvester — iljre einzige Schwester? Ein Schauer rann durch ihren Körper, aber sie raffte sich auf unb griff nach dem ziemlich umfMtgreichen Schveiten ihres Schwagers. Sie zitterte vor ten Enthüllungen, die es ihr bringen sollte, aber sie las doch in fliegender Eile und nervöser Hast: „Ragira! Mein Verhäirgnis sck^int sich doch zu erfüllen. Sigrids Brief wird Tir schon das meiste gejagt hoben. Laß mich nur hinzusetzen, daß ich diesen Brief auf meinem Schreibtisch fand, als ich nach zweitägiger Abwesenheit nach Lugano zurückkehrte. Sigrid war abgereift. Wohin, wußte niemand. Ich depeschierte sofort an meinen.Bankier, ter Großmamas Adresse wissen mußte; denn mein erster Gedanke war. daß Sigrid, wie ja auch aus ihrem Sck>veiben hervorging, sich zu ihrer Großmama geflüchtet hatte. Gefluchtet! da steht das Wort io kalt und nüchtern auf dem Papier, und doch liegt eine Welt darin. Geflüchtet vor dem eigenen Gatten, ter getobt hat, sie zu schützen. Tie Röte ter Scham brennt auf meinen Wanyen, und ivie ein Kainsmal flammt es auf meiner Stirn. Ich bin allein — ganz allein — nur Tu Ragna, bist her mir und im Geiste lehne ich mein Haupt in Teine lieben Hände, wie ich es einst als Mabe bei meiner Mutter tat und beichte Tir, was mir die Seele drückt. Also, ich depeschierte. In einigen Stundeck hatte ich die Anllvort „Nizza". Ich reiste Tag unb Nacht — endlos erschien mir der Weg — endlich sand ich "Großmama, aber von Sigrid keine Spur. Jch> bat, ich drohte, ich flehte Großmama an, mir zu sagen, wo Sigrid wäre, ich bat sie, des Kindes wegen zu "tun, das sonst Feine Mutter hätte. Sie lächelte nur kalt und gab mir ganz unzweideutig zu verstehen, daß nicht sie, fJittern ich Sigrids Hüter fei. Ich drohte schließlich mit ter Polizei. Tas half. Die alte Fron, die mich haßt, die mich einst wohl nur als Mittel 3um Zweck -ansah, als sie mich zu Sigrids Gatten crwäWe, teilte mir mit einem Hohnlächeln ipn den Mund mit, daß Sigrid hätte zu ihr kommen wollen, um bei ihr Goratschin zu treffen, aber sie, die Großmama, es vor gezogen hätte, ihr Goratschin entgegen zu senden. „Tas haben Sie gewagt," fo herrschte ich sie an, „so traten Sie selbst tee Ehre Ihrer Familie mit Füßen?" „Ja," lächelte sie stolz zurück. „Sigrid soll glücklich sein, und das wird sie nur als.Fürstin Goratschin." „Und Sie glauben," schrie ich heftig, „daß der Elende, ter es wagt, die Frau seines besten Freuntes zu begehren, und gewissermaßen zu entführen, daran denkt, Sigrid zu heiraten, wenn ich so kindisch sein würde, sie freijugeten? Niemals, der Fürst wird Sigrid fortwerfen wie ein altes Kleid, aber betraten wird er sie nicht." Großmama wurde bleich, aber sie beherrschte sich dock- äußerlich meisterhaft und sagte mir nur leichthin: „Tas wird sich alles finden, mein Bester. Nachdem Sigrid und Goratschin auf Reisen gegangen — Sie sehen, ich habe sehr gut vorgesorgt — werten Sie gewiß nicht wünschen, daß Sigrid in Ihr Hans zurückkehrt! Fhre Ehre wird es Ihnen verbieten. Sie werten also gewiß nichts dagegen haben, in eine Trennung Ihrer Ehe mit Sigrid zu willigen." „Unb wenn ich es nicht tue?" rief ich wild. „Wenn ich nicht gefonnen bin, ben Skandal noch weiter in die Oeffentlichkeit zu tragen, wenn ich Sigrid nicht frei gebe um feinen Preis?" „Tann wird Sigrid Gewalt gebrauchen, verlassen Sie sich baraiif, mein bester Sven," gab sie mir, kalt lächelnd, zurück. Sie hat mick- übrigens autorisiert. Ihnen das zu sagen." Was blieb mir weiter übrig als zu gehen? Tagelang irrte ich umher — nach allen Seiten Tepeschen ausschickend, Sigrid zu finten. Da endlich' erreichte mich ein Telegramm, in dem mir gemeldet wurde, daß ein Herr mit einer Tarne, auf den meine .Beschreibung paßte, in San Remo gesehen sei. Ter nächste Zug führte mich dorthin. Ich kam zu spät. Goratschin nxrr mit Sigrid, die er für seine Gattin ausgab, bereits ab gereift. Ich verfolgte die Spur nach Genua und Mailand und vertor sie wieder in Pallanza. Ich werte sie aber finden, Ragna, verlaß Tich darauf, und wenn, ich die ganze Wett durchwmibern müßte. Ter Bube muß gezüchtigt werden und Sigrid — — sie ist Trine Schwester, Ragna, und Svens Mutter — ich will sie schonen, das verspreche ich Dir, s 0 viel ich kann, aber ten Skandal, den sie vollführt, unb noch weiter vollführen möchte, dulde ich nicht, um keinen Preis. Unb dann, Ragna, ich möchte Tich nicht f rn twch mehr beunruhigen, aber Sigrid ist nach dem Ausspruch ter Aerzte nicht ganj so gesund, als es in letzter Zeit schien. — Jede Aufregung soll ihr fern bleiben. Hätte ick Tich hier, um mich mit Tir beraten zu können — Tu weißt am besten, wie mir ums Herz ist. Wirr, zerrissen erscheint mir ba5 Leben. Hätte ich nicht ben Jungen, für ten ich leben müßte, so wäre es wohl kaum wert, gelebt zu haben. Sobald ich etwas Bestimmtes weiß, telegraphiere ich Tir, aber ohne Sigrid kehre ich nickt nach Svendburg zurück. Tein treuer Bruder Sven (Fortsetzung folgt.) Rnd. Sach Rod. Sach Drillmaschinen sind unübertroffen in la. Am- führnng. Olelchmäflige Am- saat auf ledern Gelände. Universal- u. Wendepflüge Zweischarpfiüge in allen Bodenart, glolchgnt arbeitend / Kartoffelerntemaschinen Dttngerstroner, Acker- u. Saateggen, Gbstmählen Obstkeltern, Hicksolmascbinen, Habenschneider für Hand und Kraftbetrieb. Janchefässor Jauchepumpen Grasmäher Getroidemäher Garbenbinder Vorderwagen, Pferderechan sowie alle anderen Easehlnen für die Landwirtschaft Ständige Ausstellung eigene Werkstitte ErsatzteUlager M. Rosenthal Fernsprecher 77 9257c Liebigstraße 13 Die Direktion: Der-lufffchtSrat: Prof. Dr. Krausmüller Dipl. Jng. BünningS Darmstädter Prot Brüning. Friedrich itra»e 11. in die Hand drücken, und fünf Kronen ftnb tes übliche Trinkgeld für den Kellner nach einer Mahlzeit. Man schreibt diese Verhältnisse der Nähe zu, in der wir uns dem Bolschewismus gegenüber befinden ..." tragen worden: Deibel, August, Neuenweg Konsumverein, Schanzenstratze „ Bleichstrahe „ Neuen Bäue „ Asterweg Gießen, den 27. August 1919. Wettervoraussage für Sonntag: Vorwiegend wolkig und trocken, Temperatur rvenig geändert, vorwiegend westliche Winde. behördliche Anzeigen Bekanntmachung. Französischen Unterricht: Grammatik, Literatur, Konversation, Handelskorrespondenz erteilt Bresicn, weiland Professor an der Handelshochschule zu Paris. Apprenez ie fran^ais par la causerie. Methode fad le et tres expeditive. S'adresser ä M. Bresien, andcn professeur ä l'tcole des Hautes £tudes commerdales de Paris. A propos: o*ro le th£ franoais chez le professeur Bresien re- prendra le l£i Septembre. Tous les jours sauf le dimanchelt 5 h. s. On causera ä bätons rompus; ce sera vif et interessant. Giessen, Ludwigsplatz 13 au 216mc. und große MeNigen Butter und Eier verschwunden seien. Ter Oberbürgermeister habe sich seit langer Zeit monatlich 80 Eier und 12 Pfund Butter liefern lassen. rt. Seckenheim b. Mannheiin, 29. Aug. Während einer Tanzunterhalttmg sprang eine 20- jährige Sckineiderin aus dem Fenster des 2. Stockwerkes auf die Straße und .brod> beide Füße. Tie Tat beging das Mädchen, weil es keinen Tänzer erhielt. * Ein Fernheizwe rk in Berlin. Ein neues Fernheizwerk der Stadt Berlin- Neukölln soll, wie der „Gesundheitsiu- genieur" schreibt, mit einem Kostenaufwand von rund 21/" Millionen Mack erbaut wer- Pädagogium! Telephon Nr. 2554 VKRIUMnHffl Privatschule mit g dem Lehrziel des Gymnasiums, des Re- re alffymnasiurns und der Oberrealschule M bis Oberprima. — Vorbereitung auf alle ra Scbulprttfangon auch für Damen. — Eintritt jederzeit. bomD RI. Ellas. Ilerdweg 86'/r- Kurhaus Michelstadt i. Odenw. (Linie Hanau-Eberbach.) Behagl. Kurheim für Nervöse und Erholungsuchende ---------- Gute Verpflegung. --------- 9224ss Prospekt 5. San.-Rat Gigglberger Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde L i ch für das Rechnungsjahr 1919 liegt vom 2. September bis 9. Septemoer 1919 auf dem Geschäftszimmer dec Bürgermeisterei Lich zur Einsicht der Interessenten offen. Es ist die Erhebung einer Umlage vorgesehen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Lich, den 28. August 1919. 10050B Hessische Bürgermeisterei Lich. Fuhr. den, um in Verbindung mit dem städtischen Elektrizitätswerk eine Reihe von städtischen Gebäuden und auch einige Mietshäuser mit Wärme und z. T. mit Wacmwasser zu versorgen. Das Heizwasser wird aus einer Kesselanlage mit Koksgrusfeuerung gewonnen und mit Temperaturen bis zu 120 Grad durch Umwälzpumpen in die Fernleitungen gedrückt. Diese Leitungen befinden sich in Betonkanch- len, die den Straßenzügen der Stadt folgen. Das Heizwasser mischt sich in den Gebäuden dem in dem Heizkörper umlaufenden "Wasser zu und wird durch besondere Wärmeverteilstellen mit der üblichen Temperatur der Schwerkraftheizungen verwendet. Durch die Erhöhung der Heizwassertemperatur auf 120 Grad wird die mit 1 Liter Wasser fortleitbare Wärmemenge bedeutend vermehrt. Das Werk versorgt etwa 13 städtische Gebäude, die bis zu 2,5 Kilometer vom Kraftwerk enb- fernt sind, und wird auch einige städtische Mietsyausneubauten heizen, so daß zum erstenmal Mietwohnungen in größerem Umfang öffentliche Wärmeversorgung erhalten. Die Anlage soll schon zum großen Teil im kommenden Winter in Betrieb genommen werden. * Die teuerste Stadt Europas. Den zweifelhaften Ruhm, in diesen Zeiten der Teuerung die teuerste Stadt Europas zu sein, soll S to ck ho l m für sich in Anspruch nehmen können. Wenigstens ist dies die Anschauung des Stockholmer Berichterstatters der „Daily Mail", der darüber schreibt: ,-Jch bin in den letzten fünf Jahren in vielen Städten gewesen, in Moskau und Bagdad, in Bombay und Saloniki, in Kairo und Rom. Paris und Petersburg, Brüssel uuo Mailand, London um> Monte Carlo. Monte Carlo war die billigste aller dieser Städte, Stockholm aber ist zweifellos und bei weitem die teuerste. Die Grundmünze ist die Krone, etwas mehr als unser Schilling Ein Zimmer in einem Hotel mit Bad und Frühstück kostet 32 Kronen. Das einfachste Essen kann man nicht unter einem Pfrrnd haben. Weine sind unerschwinglich teuer: man bezahlt 80 Kronen für die Flasche ,scAechtesten Kriegschampagncrs. Eine Droschke kostet für die Stunde 35 Kronen, und die Kutscher besitzen eine Virtuosität, durch einen angenehmen Trick das Doppelte von dem herauszuschlagen, was der Taxameter zeigt. Die Höhe der Trinkgelder läßt einen erschaudern. Dem Mann, der einem bic Tür öffnet, muß man wenigstens eine Krone Das Backen von Weißbrot für den Monat September 1919 ist nachstehenden! Bäckern über- 100338 Letzte Nacyrichten. Der beschlich über die Heimsendung » der lttlegrgesangrneir. Berlin, 30. Aug. (WTB.) Von zuständiger Stelle wird zu dem Beschluß des O bersten Rates betreffend die Kriegsgefangenen erklärt: Die Nachricht, daß jetzt endlich ter von uns allen so sehr ersehnte erste.Schritt zur Freilassung unserer gefangenen Brüder getan werden soll, roiti) in ganz Deutschland freudig begrüßt werden. Es ist jedoch lediglich der er ste Schritt. Dre Kriogsgefangerven werden nicht, wie man aus der in einem Berliner Blatt erschienen Meldung vielleicht entnehmen könnte, sofort entlassen werden. Das geht schon aus der weniger erfreulichen Bestimmung des Obersten Rates hervor, daß ter deutsche Vertreter an den Verhandlungen ter VorbeveittrngsKommission erst teilnehmen soll, wenn der Frietensvertrag in Kraft getreten ist. Aber die Tatsache, daß diese interalliierte Kommis" fion, deren Einsetzung von ter deutschen Delegation immer wieder aufs dringlichste gefordert wurtei, jetzt endlich zusammentritt und sofort mit den Vorbereitungen des Rücktransports beginnt, gibt uns die Hoffnung, daß die Vorarbeiten so schnell gefördert werten, daß die Entlassungen unmittelbar nach dem Inkrafttreten des Friedens Vertrages beginnen können. Unsere Delegation in Versailles wird auch weiter nach Kräften bemüht fein, die Freilassung noch mehr zu beschleunigen. Das deutsche Volk kann diese Bemühungen um baldige Erlösung seiner Brüder am testen dadurch unterstützen, daß es in wahrer Erkenntnis seiner ureigensten Interessen an dem baldigen Wiederaufbau der deuts ch eu Produktionstätigkeit mitarbeitet und dadurch dem Deutschen Reich die Möglichkeit zur Erfüllung seiner Verpflichtungen gibt. Berlin, 30. Aug. Nach tem „Berl. Tagebl/ erfährt „Corriere della Sera", daß ter Beschluß des Obersten Nates der Alliierten, sofort mit der Nückseirdung ter Kriegsgefangenen zu beginnen, hauptsächlich durch die Haltung Italiens veranlaßt -.wurde, daß Italien als erste Macht.die Gefangenen heimsenden werte, ohne die Ratifikation tes Frictensvertrages abzmvarten. Nach ter gleichen Quelle ist dieser Tage aus Vertretern ter Gewerkschaften, aus Kreisen ter Arbeiter, Architekten und Arbeitslosen ein Volks- arbcitsamt gebildet worden, das sich mit der Frage tes Wiederaufbaues der zerstört en Gebiete in Frankreich zu beschäftigen haben werte Eine Nachrichtenstelle erfährt hierzu, daß nach einer Berechnung tes Volksarbeitsamts tee Kosten für ten Wiederaufbau auf 4 0 M illiardeni Mark veranschlagt werden. Tie gesamte Materialbeschaffung soll in eigene Regie genommen werten. Tas Volfsarbcitsamt habe feine Pläne bereits in Bekanntmachung. Die Hessische Hauptfürsorgestelle ter Kriegsbeschädigten- und Kriegshiitterbliebenen-Fürso rg« zu Darmstadt beabsichtigt bei genügender Beteiligung in der Zeit von Mitte No vember bis März die Abhaltung eines landwirt - s cha ftlichen Lehrgangs für Kriegsbeschädigte au der landwirtschaftlichen Winterschule zu Michelstadt. Den Kriegsbeschädigten, die längere Zeit in der Landwirtschaft beschäftigt waren und Volks schulbildung nachweisen können, ist die Teilnahme an diesen Kursen gestattet. Es ist ihnen insbesondere Gelegenheit geboten, sich als Verwalter oder Aufseher in landwirtschaftlichen Betrieben auszubilden. Der Unterricht an sich ist für die Teilnehmer kostenfrei. Unbemittelten werten außerdem dre Lehrmittel geliefert. Den Teilnehmern, die am Ort des Kursus Wohnung nehmen, werden, wenn sie bedürftig sind, Zuschüsse gewährt. Verheiratete erhalten unter ter gleichen Voraussetzung entsprechende Unterstützung für ihre Familie. Die in Frage kommenden .^Kriegsteilnehmer werden hiermit ausgefordert, ihre Meldungen umgehend unter Darlegung ihrer Familienverhältnisse an die Fürsorgestelle ter Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen — Asterweg 9 — ober unmittelbar an die Hauptfürsorgestrile Darmstadt, Altes Palais, einzureichen. Gießen, den 28. August 1919. 10041B Stöbt zürsorgestelle der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen. fcfar ftl-tew. Ausbildung von Kindergärtnerinnen und Kinder- Pflegerinnen. Aufnahme Herbst und Frühjahr. — Seminarkiudcrgarten: Ausnahme iederzett.l9/56v Vrospckle »u Auskunft durch L.Moeser,Gartenstr.30. Vermachtes. tta. P forzheim, 29. Ang. Dem hiesigen Oberbürgermeister Hab er mehl war nahegelegt worden, einen vierwöchigen Urlaub anzutreten, um da? Ergebnis einer Untersuchung wegen Unregelmäßigkeiten bei ter Lebensmittelversorgung abzu- ’wrrten. Nach stürmischen ?luseinantersetzungen int Bürgeraus schuss« und in einer Volksversammlung hat darauf ter Oberbürgermeister sein Amt nietet* gelegt, wälzend ter zweite Bürgermeister einen längeren Urlaub antrat. Zn ter 23on deshalb nicht verstehen, weil sich sonst ungeeignete Elemente verführen lassen würden, sich tem Kaufmannsstande zuzuwenden, ter doch besonderes Augenmerk auf die gute Qualität tes kaufmännischen Nachwuchses richten muffe. . ... . a Die Wirtschaftsbeihülfe wurde in Höhe eines .neuen) Monatsgehaltes beschlossen. Für die Gehaltsfrage tourte die Abstufung nach den beiden Fuldaer Kollektivverträge n zu Grunde gelegt und zwar die ten Angestellten günstigere des Vertrags vom 13. Mai 1919 (beginnend mit 150 Ml". Monatsgehalt im erflen Gehilfenjahr) gewählt, die Dreiklassenerntei- (ung jedoch abgelehnt und die Zuschläge für gehöre Posten auf mindestens 25 Prozent festgesetzt. Die Gehaltsneuregclung wurde mit Rückwirkung vom 1. Juli 1919 vereinbart. Den schriftlichen Austausch des hiernach in manchen Punkten abgeänderten Nnd ergänzten Entwurfes ihres Tarifvertrages werden die Parteien untereinander vornehmen. großen Umrifsen dem Deinistevlüm nr&geteift. Im Laufe der nächsten Woche werde eine Konferenz stattftnden, an der außer tem Arbeitsminister auch ter Reichskanzler teilnehmen werte. Ebert und Noske in Darmstadt. Darmstadt, 30. Aug. (WTB.) Heute früh 9,50 Uhr trafen Reichspräsident Ebert und Reichswehrmrnistcr Noske mit größerem Gefolge zum Besuche ter hessischen Regierung inDarm - stadt ein. Sie wurden am Bahnhof von Ministerpräsident Ullrich, ten Ministern und Präsidenten der Landesämter sowie dem preußischen Geschäftsträger begrüßt und nach dem Hotel „Zur Traute" geleitet, too die Herren abstiegen. Um 11 Uhr fand im Staats Ministerium offizieller Empfang statt. Hierbei begrüßte Ministerpräsident Ullrich den Reichspräsidenten mit einer Ansprache, in ter er den Präsidenten herzlich willkommen hieß und ter Hoffnung Ausdruck verlieh, daß das Erleben ter letzten Jahre ruhigeren Zeiten zu weichen beginne, wovon der Besuch tes Präsidenten Zeugnis ablege. Der Ministerpräsident sprach im tatteren über die Lage Hessens, von dem ein Drittel durch die Feinte besetzt sei, wodurch in der Verwaltung große Schwierigkeiten entständen, die durch die Umtriebe eigener Landesgenossen erschwert würden. Sache tes Reiches und ter Läuter, die unerschüt ter lich treu zueinander stehen, fei es, diese Gefahren zu beseitigen. Reichspräsident Ebert antwortete in einer längeren Ansprack-e, in der er die schwer: Not hessischer Landes teile betonte und ter- ftn-ack, seinerseits alles zu tun, um ter großen Rot des Volkes zu steuern. Ter Reichspräsident sei der festen Ueberzeugung, daß alle Angehörigen tes deutschen Volkes, wenn sie auch teiftocnc mit Gewalt vorübergehend vom deutschen Reiche bos- gerijsan würden, wieder z u ihrem Deutsch- turne zurück kehren würden. Deutschlaird merte nie untergehen. Mit einem besonders herzlichen Glück- und Wohlergehenswunsche für Hessen schloß ter Präsidmt. Nach ter Begrüssung fand eine interne Besprechung innerhalb ter Regierung statt. Die Verräter aus dem linken Rheinufer. Berlin, 30. Aug. Zum Ludwigshafener Putsch meldet der „Berl. Lokalanzeiger" : Daß Die Sonderbündler zu ten Drahtziehern gehören, beweise die Anwchteheit tes Führers ter Landauer Verräter Dr. Haas. Als fest' stetend werde gemeldet, daß ter Putsch von Franzosen in Zivil ausgeführt tourte. Sie verlangten um 12 Uhr nachts Einlaß auf dem Postamt, um die Ausrufung ter Republik in die Welt zu telegraphieren, wurden aber durch den Widerstand ter treuen Beamten daran gehindert. Sämtliche öffentliche Gebäude sind gesperrt. Die Straßenbahn verkehrt nicht. Heute abend soll der Generalstreik verkündet werden. DieKöln-erAktidisten haben ihre Tätigkeit jetzt an den Niederrheni verlegt. In München- Gladbach fand eine Versammlung von Anhängern zur.Errichtung eines rheinischen Freistaates statt. In Cleve sprach der Vorsitzende ter Kölner Aktivisten, Dr. Müller. Streik der Damenschneider. Berlin, 30. Aug. Die Zuschneider des Damenschneider-Gewerbes ter Ortsgruppe Berlin II haben laut „Berl. Lokalanz." den Streik beschlossen. Zuschneider und Direktricen werten ■am 1. 9 die Arbeit niederlegen. iiiiiiiniiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiim Tanzunterricht Mein diesjähriger Winter-Tanzkursus beginnt am 6. Oktober 1919. । Gefall. Anmeldungen nehme ich von heute an täglich in meiner Wohnung Wetzsteingasse 21 entgegen. M09 Karl Schmidt, Tanzlehrer. 1 miiiimiiitiiiiiiiiiiiiiimiiimiiiiiiiimiiiiHiiiimiiiiimiiiiiifiiiiimiiimi KousMmeis Gießen n. UWegeid e. G. m. b. H. Achtung Mitglieder »am In Eurem eigenen Geschäft erhaltet Ihr zu den billigsten Tagespreisen: Bohnenkaffee gebr., Kakao mit 24<>/0 Fett, Olivenöl, Kernseife, Sunlichtfeife, Rorw. Bollheringe, Amerik. Schmalz,Holl. Käse, Erbsen, Linsen, Bohnen, Pfalz. Zwiebeln, Schellfische geräuchert, jede Woche zweimal frisch eintreffend. 10036 Der Vorstand. Bekanntmachung. Die Auszahlung der F Emilien - Unterstützungen an die Angehörigen Gefangener, Vermißter, im Ausland durch feindliche Maßnahmen Zurückgehaltener, sowie von Gefallenen, falls deren Hinterbliebenen-Versorgung noch nicht geregelt ist, findet für die Zeit vom 1 bis lo. September 1919 statt: Montag den 1. Se ptember 1919 in der Zeit von 9—12 Uhr vormittags im Stadthaus, Zimmer Nr. 7. Gießen, ten 26. August 1919. 10066B Ter Oberbürgermeister: Keller.______ Bekanntmachung. Tie städtische Fn h rwerkswage in der Frankfurter Straße ist vom Mon- tag den 1. September an bis auf weiteres wegen Neueichung außer Betrieb. Gießen, den 28. August 1919. 10065B Der Oberbürgermeister. I. V.: Krenzien. Süd-Anlage 7 10051 Süd-Anlage 7 Unterricht in Anfertigung von W&schegegen- st&nden aller Art. auch Blusen. Weiß- und Buntstickereien, Filet, Schiftchenarbeit, Klöppeln und allen neuen Handarbeiten. Beginn des Unter- richts: Montag den 1. September.________ SrtpMlchtt tonkiits Beginn Llnsang September. 19961 Anmeldung in der Sprechstunde norm. 11—1 Nhr, Der Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Bekanntmachung Nachstehenden Klcinhantelsg.schäften ist die Abgabe von Weißmehl und Nährmitteln, bic auf Grund von ärztlichen Attesten ausgegeben tarben, für den Monat September 1919 übertragen worden: , 100328 Weißmehl bei Arnold, Heinrich II., Kaiser-Allee, Nährmittel „ Becker, Heinrich, Löwengasse. Gießen, ten 28. August 1919. Der Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Bekanntmachung. Bett.: Frühbirnenversteigerung der Stadt Gießen. Montag den 1. September 1919 kommt die Frühbirnenernte von ten Bäumen ter Stadt Gießen in kleinen Losen zur öffentlichen Versteigerung, und zwar vormittags von 9 Uhr an von tert Bäumen am alten Krof- dorier Weg, Wiesecker Weg, im Lärchenwäldchcn und am alten Steinbacher Weg; Zusammenkunft um 9 Uhr vormittags am Schlachthof. Ter Verkauf findet nur an Verbraucher statt; Bezugsscheine sind nicht erforderlich; Obsthändler, sofern sie nicht Kriegsbeschädigte find, sind vom Mitbieten ausgeschlossen. Gießen, den 27. August 1919. 99878 Der Oberbürgermeister. I.V.: Krenzien. Bekanntmachung. Die Obst- und Gemüsetrockenanlage der State Gießen wird von Mittwoch ten 3. September aff wieder in Betrieb gesetzt weiten. Anlieferungszeit täglich von 8 bis 10 Uhr vormittags bei den städtischen Elektrizitätswerken Lakmstraße 28. Elektrizitätswerke u.Strafirnbahnd.StadtGießen Stolte.__1007IC Bekanntmachung. Auf Grund der am 19. und 26. August über den Antrag der Wirtschaftlichen Ver- einigun g der Privatangestellten von Gießen und Umgegend gegen Gießener Firmen des Großhandels uftv. wegen Gehaltsaufbesserung und Tarifvertrags vor tem Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhessen in Gießen gepflogenen Verhandlungen ist nach beiderseitigem erheblichem Nachgeben unter den Parteien eine Verständigung herbeigesührt worden. Das Nähere ergibt der von den Parteien vereinbarte Tarifvertrag. Gießen, den 29. August 1919. 10043c DerSchlichtungsausfchvßdel'ProvinzOberhksieu. Klingspor. wrm Mein li ! elekkAroplan-Karassell Ihr« DermShdmg geigtn an: ®iefj«n, den 31. August 1919. I RoMner Ms 32 i Statt Karten! «ew» i zur gefl. Benutzung aufgestellt. Gietzen i Gietzen August 1919 Grün berg im August ISIS. Verlobte Grohen-Linden, August 1919. 016860 Es ladet höflichst ein: Achtung! Achtung! Anfang 4 Uhr. Anfang 4 Uhr. Turnhalle Großen-Lmden Die Einlader Man verlange Prospekte. 9702 Obly, Pfarrer. Kassenöffnung 6 Uhr. Konzert 7 Uhr. 01698 aus Oberbayern. Erg.ladet ein Hans Kirzinger, Weißes Brauhaus Bensheimer. 016885 10073 bei Gust. Sehneider. TanPQnrdmmn- D,e erhöht. Ledcrprel*e I dge&vrunuitg. nnabn Gietzen. Preise der nummerierten Plätze 3.—, L— u. 1.50 M. „ „ unnummerierten „ L— M. 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Schon erheben die Reaktionäre von rechts und die Radikalsten von links mehr und mehr das Haupt und glauben, daß ihre Stunde gekommen sei. Eben gilt es, den kaum neu gezinimerten Staat über die nächsten schweren Zeiten hinweg- zubringen. Nur auf demokratischer Grundlage erscheint uns die Schaffung geordneter Zustände und die Sicherstellung der Volksrechte möglich. Dagegen laufen die äußerste Rechte und die äußerste Linke Sturm. Was sie wollen, ist die Herrschaft einer Gruppe über das Volk. Die können sie aber nur erlangen durch eine neue Revolution. Wer eine solche vermeiden will, gehört zu ans. Wähler und Wählerinnen! Die Wahlmüdigkeit, die gerade bet ren Mittelparteien so stark hervorgetreten ist, muß überwunden werden. Am Sonntag muß jeder, dem die Erhaltung der Volksrechte am Herzen liegt und der unserem darniederliegenden Volke neue, chwere Erschütterungen ersparen will, zur Wahlurne schreiten. Wählt die Liste der Deutschen demokratischen Partei, beginnend mit dem Namen Wilhelm Grünewald, Zustizrat, Gießen. Die Männer, die wir Euch Vorschlägen, bürgen dafür, daß sie eintreten für Stadt und Land, für alle schaffenden Stände. Brennholz NchnWt- ul ZiiWchch diesjähriger Winteriälluug und Fällung 1917/18 kauft laufend gegen sofortige Kaffe bei Verladung. Aeuherste Angebote mit Angabe des Preises per Zentner frei Waggon Vertadestation erbittet Ed.)ul.Bingel,holzhandl. Wiesbaden, Arndtstraße 8. 8184 Habe billig abzugeben: 1 (Fabrikat Pokorny & Wittekind, 1 WWTO!lyen Frankfurt a. Main», 4 t, 40 PS, Holzeisenbereisunn, mit Zulaffungsbeschetnigung; 1 Mhänainabil 8 PS' pa. Pneumatik, Lederpolste- 1 PWWövU rung, neu lackiert; Makarräd-r mit u.ohneDovvelübersetz.u. Leerlauf, MulUliUvil pa. Gummi u. Zulass.-Beschemigung^ 1 Benznlinotnr 6 PS, stationär. | Alle Motore in gutem Zustande und fahrbereit, totaiiifite Wrrchrnnt e"miuS „eu 6e„ift 15 Stück Milldzeitrifilgeil Stundenleistung. 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So ist es nicht wahr, datz wir Sturm laufen gegen die Volksrechte, wie die Deutsche demokratische Partei in ihrem Aufruf vom Donnerstag behauptet - gerade das Gegenteil ist der Fall! Wir sind es, die Schutz der persönlichen und polittschen Freiheit und des Privateigentums wollen, wir verlangen wirksamen Schutz gegen spartakistische Umtriebe und Beseitigung der Willkürherrschaft. Wir vertreten die Rechte des Handwerkers und des Kleinkaufmanns, des Bürgers und des Bauern, des Beamten und des Arbeiters gegen jede Vergewaltigung. Wir Kämpfen für das deutsche Volkstum. Wir fordern mit einem Wort: Gleiches Recht für Alle! Darum latzt euch durch nichts täuschen! Klärt die Irrenden auf, rüttelt die Gleichgülttgen wach, sammelt die Säumigen und gaghasten! Weckt neuen Lebenswillen, damit das deutsche Volk nicht in den 2lbgrund versinkt, an dem es steht! Der Ernst der Stunde Klopse an Aller Gewissen. Auch an eures, deutsche Frauen und Mädchen! (Euer Gefühl sagt euch, wer das Rechte will und das Gute! Frauenwille ist stark. Helft mit eurem starken Willen, helft uns siegen und wählt! Und auch du, deutsche Jugend, auf deren Schultern die Zukunft unseres Volkes ruht, darfst nicht Zurückbleiben. Opfere die wenigen Minuten und wähle! Darum: Arif znr Wahl! Alle Mann an Deck! Gs ist klar znrn Gerecht! Gr gilt eine Tat! wählt alle einmütig und geschloffen die Vereinigte Stadt- und Landliste beginnend mit den Namen Otto Schneider I., Landwirt in Utphe Dr. Paul Gisevius, Professor der Landwirtschaft in Gießen. Der Wahlausschuß. Stimmzettel sind vor den Wahllokalen und im Wahlbureau Kaiser-Allee 27, Wirtschaft zum Krokodil, Fernsprecher Nr. 348, zu haben. Helfer und Helferinnen werden am Sonntag dorthin gebeten. Abends 872 Uhr Mitgliederzusammenkunst daselbst. 10063D ♦ Wiederum muß gewählt werden, wiederum müssen wir Euch an Euere Wahlpflicht erinnern. Am Sonntag, den 3 7. August findet die Wahl zum Provinzialtag statt. Zur Kreislagswahl sind Tausende der Wahl fern geblieben, das muß jetzt bei der Wahl am Sonntag ganz anders werden! Solche jämmerliche Wahlbeteiligung darf nicht mehr Vorkommen. Ihr aber müßt helfen, daß unser arm gewordenes Land geordnete Zustände erhält, daß diejenige Wirtschaft, die im „neuen Deutschland" einzureißen droht, nicht länger dauern darf! Wen sollt Ihr wählen? Deutsche Männer! Männer mit erprobter Sachkenntnis, klarem Blick, festem Rückgrat, warmem Herzen und kern- tÄÄTäÄ»*-Stadt und Land. Hand in Hand! Diese Vertretung erreicht Ihr durch die Wahl des Wahlvorschlags „Schian" der Deutschen Uolkspnrtet beginnend mit den Namen: 1. Dr. Martin Schian, Professor in Gießen 4. Leonhard HooS, Fabrikant in Lauterbach 2. Heinrich Schudt, Müller u. Landw. in Görbelheim 5. Ferdinand Rabenau, Oberamtsrichter, Geh. Justiz- 3. Friedrich Heck, Oekonomierat in Alsfeld rat in Büdingen 6. Ferdinand Pfannstiel, Land- u. Gastw. in Ulrichstein. Darum aus zur Wahl! Wählt diese Mauer! für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, für alle ehrlich schaffenden Stände! Helft alle weiterbauen an dem Schutzdamm gegen die linke Flut, die bereits gebrochen, aber vollends zurückgedrängt werden muß in die ihr gebührende Ruhe! Hilf zur Proviizialtagswalil! Wähler und Wählerinnen! Wiederum müssen wir Euch an Eure Wahlpfftcht erinnern. Sonntag den 31. August KÄÄÄ die Angelegenheiten der Provinz betreffende Angelegenheiten zu erfüllen, eine Bedeutung ist deshalb nicht zu unterschätzen. Wer deshalb will, dab der Wille des werktätigen Volkes auch in dieser Körperschaft zur Geltung kommt, der freien Entwicklung und der Gesamtwohlfahrt die Wege geebnet werden, der gehe zur Wahl und gebe den Stimmzettel ab mit dem Kennwort: Sozialdemokratische Partei beginnend mit dem Namen Anton Lnr, Mitglied der Volks!., Rieder-Uorstadt. Unsere Kandidaten anS allen Streifen der schaffenden Bevölkerung in Stadt und Land ausgewäblt, ftnd: der Volkskammer, Nieder-f^lorstadt Dr. Albert Aaron, RechtSamvatt, Gtesten Wilhelm Pebler, Lehrer, Büdingen Hans Brann, Krankenkassenbeamter, AlSfeld Emil Selbmann, Kupferschmied, Lauterbach Wilhelm Schimmel, Privatier, Heuchelheim, Kr. Bietzen Bruno Wittig, Buchdrucker, Butzbach Heinrich Knaf, Techniker, Büdingen Dr. Felix de Bra, Arzt, Schlitz Georg Merz, Händler, Schotten Heinrich Mehl, Werkmeister u. Beigeordneter, «r.-Anden Adam Becker, Gastwirt, Groh-Felda Karl Henze!, Wirt und Beigeordneter, Obbornhofen Martin Reck, Krankenkassenbeamter, Vilbel Valentin Dillemnth, Maurer. Hainchen Karl Giller, Kaufmann, Homberg an der Ohm Heinrich Zinn, Maurer, Landenhausen, Kr. Lauterbach Peter Zeitz. Landwirt. Nidda Albin Mann, Gewerkschaftsbeamter, G testen Ludwig Scheibet, Bureauangestellter. Ober-Mitrlen Heinrich Hölscher, Schneider, AlSseld Wilhelm Stecker, Mechaniker, Alten-Bufeck Heinrich Kipper VIII., Wethbindermeister, Ober-Seeme^ Heinrich Lachmaun I., Maurermeister, Schlitz Heinrich Ostwald DL, Bauunternehmer, Wieseck Jakob Möller, Modellschreiner, Btlbel Georg Revv, Maschinensetzer, Scholten Heinrich Weber in.. Schlaffer, Steinberg bei Gedern Richard Strobwig, Geschäftsführer, Gießen ____ Franz Diener, Geschäftsführer, Gießen. 10068D Var sozialdemokratische wahlkomttee. Frankf. Str. 4 San.-Rat Dr. Schliephake, Goethe-Str. 44 016844 (nach seiner Rückkehr) Achtung! I Ach Sendung EinnM- und TM-Arkcn (11)1151.12-15 3l.| und AmMkWktrchn. Verkauf Montag früh von 8 Uhr an am Fetten- keller und Neustadt 19. Fro»ch, Telephon 2(33. BesserEäertr’S^ira wirkt «schmeckt Pascossan, yes. gesch. J Unentbehrlich bei ethwuchen u. 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