3 '•r ■ Frankreich und der Friedcnsvcrtrag. könnte. Lloyd George und der Völkerbund. tato 1$ ittiÄ1 [L isehrtohneed. 187b' _ Berlin, 28. Sept. (WB.) Am 29 9. gab O »< r u Reinha rd dem ReichÄvehrm inister b(* fle»tbc ® rklärun g ab: Wie ich schem mehrfach gemeldet habe, 'nxtfe id) es wert fron mir, irgendwelchen gegenrevvlutronären Bestrebungen nahezustechen ober ettoa sahst zu betreiben. Vielmehr bin ich nach besten Kräften bemüht, die refrtgie R>egierung nach besten Kräften zu stützen inti> zu diesem Zwecke $u helfen, die Drdiiung uub Ruhe tii Deutschland wiederherzu- stellcn. In gleichen Simi.' Ixibe ich auch stets aus die mir imterstetlten Truppen cingetoirkt. Ab- .. gesehen davon, daß durch mein Berhalben gegenüber v baßlder Regierung wühoenü der Mn^Ae in der letzs- D'Annunzio bleibt unbelehrbar. Berlin, 29. Sept. Nach einer Meldung des Berliner Lokalanzeigers aus Lugano ist Admiral Cagai in Fiume eingetroffen. Er hatte mit d'Annunzio eine längere Unterredung, in dec letzterer erklärte: Admiral Cagai ist in Fiume eingetroffen mit dem Auftrag, den Kommandanten d'Annunzio zu fragen, ob er gesonnen ist, mit der Regierung zu verhattdeln. Der Kommandant d'Annunzio hat geantwortet, daß ec die gegenwärtige Regierung nicht anerkennt und jede Verhandlung zurückweist. Fiume, 27. Sept. (WTB.) Südslawisches Pressebureau. General C a st e l l i ordnete die Ablieferung raller Waffen an die Militärbehörden an. , Das Reichstabinett beschloß, daß in Berück- srchtlgung der Verdienste des Obersten Reinhard von der weiteren Verfolgung dec Angelegenheit druch den Reichswchrminister Abstand zu nehmen ist ziehungen dort vielleicht mehr aus der öfter» reul^chen Politik gemacht habe, als er hätte machen Men. Aber die Ansicht, er habe den Intentionen semer Regierung zuwidirgehande t, sei trtel» l^lcht zu weitgehend, tote übrigens auch di: Berichte Szögyentzs bezeugten, den B:rchtiotd als oltersuliwach erklärte, dem er aber doch trrtriutc der Berliner Regi:rungsverhältnisse vachruhmt, mW der nur einmal, bei der Ue be r»! 11111 e l u n g desenglischen Vergleichs- Vorschlages wm 25. Juli 1914, ' 1 fc,ime rett Fehler begangen hab:. ibelfabrik jeferantTei.ph.4i! gelangt N öes gelben ft Uws) over Werke itptozt 111® Nk. 227 Ter Gletzever Nnzelgn erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Vezvgrpreir: monatl. Alk. 160, viertel- «ihrlich Mk. 4.80-, durch Abbole- u. Zweigstellen monatl Alk. 1.50; durch die Post Mk. 4.50 viertel- jäh rl. ausschl. Bestellg. sternsprech - Anschlüsse: fürbie€d)riftteitungll2 Verlag,Oeschältsstellebl AuschristsürDrahtnach- rtchten; Anzeiger Sietzrn. Postscheckkonto: Lranksurt a. m. U686 England erkennt Litauens Nnabbängigkeit an. . Baris, 27. S^pt. Davas. Di? litauische Dele- gatwn bei der Friedenston-ecenz in Paris teilt mit, daß nach einer Erklärung Lord Carsons die britische Regierung die Unabhängigkeit Litauens anerkennt. äS - - MUttytÖBir Paris, 27. Sept. (Wolff.) Havas. Le- övre legte der Kammer einen Beschlußantcag vor, der die Regierung ersucht, mit den Vertragsstaaten des Versailler Vertrages Be- pcechungen einzuleiten zu dem Zweck, dem O'riedensvertrag anzufügen, der die I ®mpfieklt J ab Lager , Gießen ^«.Küchengeräte Wilson hat sich überanstrengt. A m st e r d a m , 27. Sept. Das Pressebureau Radw meldet aus Annapolis: Wilson brach auf Anordnung seines Arztes wegen nervöser U e b e r a n st r c n g u n g seine Propagandareise ab und keimte nach Washington zurück, wo er am Sonntag eintcifft. nd Reparil igeln u.Hart* 3äwäff - ....... uvuuwb yvu.,. Versailles, 28. Sept. (WTB.) Chi- will Berchtold nur insofern bedingt zulassen, daßlcago Tribüne meldet, daß Lloyd George ?sätr-chki) aus (vrund seines langen Aufe-,ithaltes zur ersten Sitzung des Völkerbundes m Wien, seiner Verwandtschaft und sonstigen Be- nach Washington kommen wffl 3onai)me von Aazetge, f. die 4.aq«nuinihec bid zum Nachmittag vorher ohuejedeVerbmdlichkelt Preis ffle l mm höhe lüt An teigen v.34nmnöreite örtlich 15 Pi., auswärts 18 Pi, für Nell a m e - anzeigen von 70 mm Breite 48 Ps. Bei Platz- vorichrii:20*/.,AuifchlaA, Hauotjchriitleiler: Ang. ^oeg. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigenTclb Dr. Reinhold Zenz; für den Anzetgenlcil: H. Beck-, sämtlich ui ®iegen - . ~ , - - - -- Entwaffnung Deutschlands und seiner Verbündeten durch das Verbot der Herstellung gewisser Krjegsartikel und durch Verfügung aller als notwendig erachteten Maßnahmen c> xtditer Roda-Roda seine Militärsatire „Ter Fell» herrnhügel!" verboten. Auf seine Sefcfjtoert er» niderte der Zensor barsch, und stolz: „Solang' ti ..kaiserlich-königliche Zensur gibt, nird Ist Stück über feine unserer Bühnen gehen." — „Als, dann n ©arten ma lZoolt nv a poar Jverhr!" ent gegnete Rota-Roda gelassen. — Alsdann wvav ten ma hoalt nro a poar Ioabr!" so darf sich l-eut, aiich das französische Volk lagen. Und mit ifyn die Bewohner der deutschen Rheinlande. Vorschüsse für preußische Gemeinden. B e r l i n, 29. Sept. Wie die „Köln. Ztg." meldet, beantragten in der preußischen Landesversammlung die Abgeordneten Heß, Busch und Genossen, den Gemeinden des besetzten Gebietes nun doch endlich ausreichende V o r s ch ü s s e auf die ihnen aus der Besetzung entstandenen und fortlaufenden schwe- ren Belastung zukommen zu lassen, damit we- rngstens diese Quelle der Mißstimmung im be- etzten Gebiet unterbunden wird. _, Zum Schlüsse um eine Erklärung yu der Be- lchiuldigung ersucht, er habe durch die Verwertung eines überhaupt nicket erfolgten serbische Angriff die kaiserliche Zustimmung zur Kriegserklärung an Serbien erhalten, ertoiixrte Berch- tolb: Er habe tatsächlich von einem österreichischen Armeekorps die Mitteilimg erhalten, die Serbens hätten angegriffen.^ Diese falsche Stelle im Texte unserer Kriegserklärung ist von mir ausgemerzt norden, nachdem ich informiert war, daß. das ser- bl|che Gefecht nicht stattgejunden hat. Mer die Unterschrift unter die Kriegserklärung hätte ich auch! ohne dieses $efcd;it erholten. Serbiens Weigerung, alle löebingungen unserer Rote anzuney- men, hätte genügt. ... P ar i s. 28. Sept. (WTB.) Die Kommission ur den Friedensvertrag besck.loß, Clemencoau eine neue redaktionelle Aenderung, g,:sucht auf die Resoluttvn Lefövre, zu unter Irr riten. Die Kammer ladet die Regierung ein, mit den alliierten und assoziierten Mächten in Verbindung zu treten, ob die En t wa f fn nn g D e n t s ch l a n d s Ein Rechtfertigungsversuch der! Grasen Berchtold. Cs war anzunehmen, daß Graf Berch ■ told zu den EnthüllunZen aus dem Wiener Staatsarchiv als einer der Hauptbeschuldigten Stellung nehmen würde. Er hat nunmehr dem Vertreter eines Genfer Blattes gegenüber einige Bemerkungen gemacht, die an dem Gesamtbild nicht mehr viel ändern. Be- Au§ dem besetzten Gebiet. Französische Zensnrtechnik. Ter vbcrflächchichp Zeitungsleser im besetzten Webtet merkt rm allgemeinen nichts von der eifri-, gcn Tätigkeit der französischen Zensurltehördc. 92 ti nid,t existierte oder sich b,-soiiderq Zurückhaltung auserlegte, soiideru »veil eben ihq größtes Bestreben darauf gerichtet ist, die Spuren ihrer Tätigkeit bis zur Unkenntlichkeit zu ver- wiichen. So i)t es den rheinischen Blättern strengstens verboten, die Existenz einer Zensur oder eines amtlichen Pressedienstes überhaupt nur zu ernahnen. Zeniurlücken dürfen in keiner Weise kenntlich sein, weder durch „weiße Stellen" noch durch redakttonelle Bemerkungen, mag auch ifr Zusammenhang dadurch aufs grö bl titel entstellt sein. Besonderen Schutz gelvälM der Zen-! wr der Tiorten-Eligue. Hier wendet er alle Mittels »on der sanften Streichung bis zu Verbot, strafting, Verhängiung der Vorzensur an. Er bat , dabn _ctn besonderes pädagogisches System. Manch« * mal streicht er der einen Zeitung, was er anr gleui.en ^ag der anderen erlaubt, so, als roolta er faoen: „Wenn du nicht brav bist, kriegst du gestrichen, egal, was!" Sosarfranzösische Autvren von elirwürdigem' Alter dürfen von rheimscheii Blättern uich un.,»^ straft abgedruckt werden. Höchst amüsaM ist z.A, aus den (Sumrernngcn eines französischen Tipb* waten aus dem Iahrr ,1794 Satze heransgeschnittai zu finden wie: „Es fft iinmöglich daß ein Friede« oer Feinde versöhnt, keinen Bruch zwischen Verbündeten l^rbeiführt", oder: „Befreundete Völker, me vom Gluck bogünstig-t waren, zerfallen bisweilen beim Verteilen der Beute", oder: „Das Haupt dav Ju bffchützt, fordert von ihrer Erkenntlil/eil demütigende, empörende Gefälligikeiten", endlich: "Zu 1-eder Nation, die einen Krieg glücklich bt>. en?et bat, herrschst em Bedürfnis nach Ruhe, um luicüer ju Säften zu kommen. Und gerade in dem Augenblick, wo sie anscheinend den Gipfel des Triumphes erreicht hat, könnte man sie vielleti am leichltesten demütigen." ^Ntkiebz- ?l&rietnen xL'enijeni= erstrecke und süc a.le Bachuen im ganzen vereinigten Königreich sowie Vie elektrischen Bahnen Gültigkeit habe. Die vereinigte Genossenschaft der Lokomotivführer und Heizer beschloß, mit dem Natibnalverband der Eisen- bahner zusMnmenzckgehen. Thomas wurde verständigt, daß die, Genossenschaft bereit sei, wenn nötig., in den'Ausstand zu treten. Aus den aus London und von den Eisen- bahnktiotenpunkteifin der Provinz vorliegenden Nachrichten geht hervor, daß die Arbeit allgemein um Mitternacht aufgehört hat. Amsterdam, 28. Sept. (Wolff.) Ein hiesiges PresKbureau meldet aus London, daß die Zahl £er Ausständigen auf 965 100 geschätzt werde. Von amerikanischen und französischen Arbeitcrkreisen wurde Unterstützung zugesagt. bJr <3tref? ü b er d aH ganze Landl ten Zeit Beweise für meine Absicht, her Regierung prftTPrfo ir«s uir „'X- ---------------- ehrlich dienen zu wollen, erbracht worden sind, habe ich meine loyale Haltung noch ausdrücklich durch die Verpflichtung bekräftigt, die ich bei meinem Reichswehr auf mich genommen habe. reine Zeitungen die Einsendung durcki Angabe dep Quelle oder durckj Abdruck im Sprtiaal oder außerledakttoneNen Teil dem Urteil ihrer Sefal kenntlich madxtcit. Heule sck>cmt auch das der», boten, und man erfennt die einaeschimuggelten htel nur noch an ihrer plumpen Tenvemz und ihrem miierabten Deutsch. Wiederholt haben die Zei- umgeil Befehle erhalten, wonach, die amtltin fron, zofistin Beeinfluß sungsartikel „ungezwungen untei t>en allgemeinen Mitteilungen" erscheinen müssen. „Ungezn'ung.m" ist gilt! Sogar die Poopaganba mr den „Rhin illusträ" und die Gasffpiele der fr anzösischlen Komödianten wird auf diese Weise erpreßt. Montag, 29. September 19|9 Gletzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen 3wMIi.grrun)dru «enbe Ansprache- Ich bebduere, b°ö ich zu Jhncn toriHte L b Tisch g^hm nicht ans Litauisch reden kann. Es freut mich, ti Tas^ ^m sosort nach Auft>chun,g Ihnen namens der englischen Regierung zu der Whnn ä• seinerseits sogleich tue I Unabhängigkeit Glück zu wünschen Meine Re- Ttia ließ gterung wird dafür Sorge trag^ daß die 9en,efe%|0^| .zwischen Polen unb SitiueA so ausfallen, nochmittaa/ ÜJa 31’ bu ^auer zufriedensestelll werden. Auch wird ckutt red ^iTonnen (In I meine Regierung Ihnen finanzielle Hilfe ge» brit dalaiikbin^^^ .w^ft De/ währen. Es liegt an FHnen, Ihre Regierung nach tcn Budavckt kiner Reise K^»ften in ihren Bestrebungen zu unterstützen. Mt ^ gaoefen test? W mu& loyal zur Regierung C-L habe fnfnrf b ^ort' I stellen. Damit muß der Beweis erbracht werden, (teilet ber fr-«daß Litauen die SellMndigkeit mit Recht versoff inan^bürfe Ä ^^-21 Ansprache wurde mit großer Begeiste- ohne weiteres ItRhrn ni^ I nmg ausgenommen Aus der Menge erscholl der Run Ml«! / taroberatwnen erheblicki eintiäufen und dort um Die Lage tut Valttku«. iiihfb^,S{-be90nrten ^aben, abbrecken. Bernold Berlin, 27. Sept. (Wolff.) Demnächst Belgrad Hütte besetzt wer-1begibt sich eine gemischte deutsch-alli- sänden (xnewnSS Qt^' ,uuler solchen Um- ierte Kommission nach dem Baltikum, fir ein Mckts um an Qrkmnd Stelle die mit dec Näpmuna U ( b.■ t 91 tTer^mV iufamntenSängcnben Fragen ;u klären»,,-, bie M. prinlich-r Warf bi- finem -wtrgcn Entscheidungen zu treffen Damit bon Bdji-ebögeriet zu unterbreiten htobei vornherein die Maßiiahmen, die die Kommls- öu 4 Richtern.Oestet-mi-ch-U-ngarn Kindlich gftffmt ^n trifft, , unterstützt werden, ordnete die »wm Zmmerhm habe man angenommen wenn aucfi deuffche Regierung an, daß den Truppenteilen, u m r Vorschlag bereits entspreckien- die den Abmarsch verweigern, die Löhnung ge- M Vorbehalt, beh auch in bem vom gleichen sperrt wird. Auch sollen die Angehörigen dieser . osterreichisch-ungarischeit Vor- Truppenteile aller Versorgungsansprüche ver- "n Ruftstand toieberfebrt, daß die Opera- lustig gehen. »on-eik gegen Serbien mertergtrnren. Berchtold bv’= 9 3 * mtet, datz Rußland jemals diesen Vorschlag an- ,nAritAr> Ü^oamwn habe ober angenommen haben würde, I cn^J,,’r^c «ahnstrcik. b-st Rußland, wie Debrit einwirft, an die Auf- London, 27. Sept. (Wvlff.) Ein Be-te »Dagleit des österreichisch-ungarischen Ver- l amter des Nationalverbandes der Eisenbah- t Moo)ens des territorialen Desinteressements nicht ner teilte dem Reuterschen Bureau mit, daß! iie Wer^0 GieK' Ä" geglaubt habe. Auf bie Haltung Tiszas hin- gcioicleii, ber jede Militäraktion gegen Serbien bekämpfte, erwiderte Berchtold: Tisza habe nicht gegen ihn, sondern gegen bie Militärs gekämpft, bie, wie in allen Länbern, den Hals nicht hätten voll bekommen können. Meine Aufgabe beschränkte sich, nackchem die Frage einmal aut» gerollt war, darauf, diese Frage dem Ministerium 511 unterbreiten. Man einigte sich schließlich auf ein Kompromiß, nach welchem Oesterreich-Ungarn auf Annexionen verzichten wollte, abgesehen von „leichten Grenzveränderungen", um etliche serbische Gebiete eventuell anderen Staaten zu geben. (Debrit sagt in einer neuen Zwischenbemerkung: z. B. Mazedonien an Bulgarien, wodurch das einmal er» Itrebte Zvel der Sch,vächnng Serirtens ebenfalls erreicht wäre?) Bern, 28. Sept. (WTB.) Graf Berchtold erklärte in einer Unterredung mit bem Herausgeber der Genfer „Feuille", Jean Debrit, er betrachte sich keineswegs als Hauptschuldigen am Ausbruche des Krieges. Niemand sei fr,ebllebender gewesen als er. Er habe lediglich bie feste U^berzeugiMg gehabt, nach dem noiren rumänischen Erfolge im Balkankrieg und besonders nach der Ermordung des Erzherzog-Thronfolgers von Lvsterreich mit aller Energie handeln zu müssen, um einen Zerfall ber Monarchie im Süben zu verhindern. Uebrigens habe auch ber den t s ch e Verbündete immer geraten, schnell zu handeln, ^ten Interventionen, bie zu einem euro- ZaNchen Kriege führen könnten, zuvor zukommen. Auf eme Zwischenfrage, ob er ttotz bes öster- "-eichischen Rotbuches in Deutschlanb bie treibende prraft zu der Aktion gegen Serbien erblicke, er» fcnlvrte Berchbo.d: Seine Unterredung mit .1 schirsky hätten ihm zu dieser Ueberzeugung gezwungen, die er auch heute noch neben hn^her imd seiner V.-rbü-ndeten durch das Verbot'der Her- neu Verbündeten, der sich selbst zum T 0 b e b e r u r t e t (e. Auch die Frage, ob Tschtrsch- f 0 immer im Sinne seiner Regierung gebandelt und nicht vielleicht Persönlickpe Pvlitik getrieben hal^, t q Q bent hefigen Bahnhofe an. Der Transport hrarbe, tone die „Hessische Landes Zeitung" meldet, unter toegd von französischen Soldaten beschossen. Hierüber wurde von dem den Transport begleitenden Ententeossi',ier folgendes Pro tofoll ausgenommen: Am 26. September, vormittags 2>xh Uhr, als der Zug deutscher KricgS- vesanocner mit amerikanischer Bewachung die Sta timt Pompan bei Toul durchfuhr, ereignete sich folgender Vorfall: Die Gefangenen, welche im Zuge sahen, warfen den dort be'inblichen, bei Franzosen arbeitenden deutschen Krirgsge angenen Lebensmittel zu. Hieraus beschoß die französische Wachkompagnie den Ge'"angenen',ug. Drei Schüsse hörte man aus den Geleisen einschiagen. Der vierte Schuß traf den Unteroffizier Lories aus Lauclncn in Ostpreußen, der neben mir saß, tödlich. Unteroffizier Plack, Gesangenennummer 10 779. Berlin. 27. Sept. Tie Reichszentralstelle für Kriegs- und Zivllge'angene teilt mit, das; dir auf der Heimfahrt durch Belgien befindlichen deutschen Kriegsgefangenen durch die Bevölkerung mit Stein und Glaswürfen angegriffen werden. Bisher sind 26 Heimkehrer verletzt in Köln angekommen. Wegen dteses unglaublich rohen und unmenschlichen Verhaltens gegen die deutschen Kriegsgefangenen, denen endlich nach langen Jahren die Freiheit zurückgegeben wird, wird schärfster Einspruch bei der belgiscl-en Regierung erhoben werden. Aus dem Reiche. Die Verhandlungen mit den Demokraten. Berlin, 29. Sept. Zn den Verhandlungen über den Eintritt der Demokraten in di: Regierung hört das ,,Berl. Tageblatt", daß bisher frtodt keine volle Einigung erzielt wurde. Brson ders dürften noch weitere Besprechungen über das Delricbsrätegesetz nohvenbig sein. Heute nachmittag wird der Fraktionsverstand der demokratischen Porter mit tat Führern der Sozialdemokraten und des Zentrums zu einer entscheidenden Sitzung tzusammentteten. Ministcrwechscl im Auswärtigen Amt? Berlin, 27. Sept. Nach der „Voss. Ztg." hat sich der Haushaltungsausschuß der National- verfammlnng mit der Frage des Ministerwechsels im Auswärtigen Amte besaßt. Sie wird wegen ihrer besonderen Wichtigkeit allen übrigen Eiitzelh.iten der bevorstehenden Umbil- (bintg des Reick>skabinetts voran gestellt werden. Es ist noch keineswegs sicher, daß Dr. David die Nacktfolge des Ministers Müller übernehmen wird. In parlamentarisckien Kreisen neigt man jetzt mehr zu der Auffassung b-tn, daß eine gewisse ressortmäßige Sachkenntnis für die Leitung des Auswärtigen Amtes unerläßlich ist, und daß diese Rücksicht wichtiger sein muß als alle parict- politisck>en Erwägungen. Ob man wieder zu der alten Ucbuitg zurückkchren wird, einen berufenen ^Diplomaten zu wählen oder ob sich in parlamentarischen Kreisen ein geeignet erscheinender Anwärter finden wird, steht noch dahin. Ausbau des Reichsnotopfers. Berlin, 26. Sept. Der demokratische Abgeordnete und hessische Finanzminister Henrich hat dem Ausschuß der Nationalversammlung einen Vorschlag unterbreitet, da- Reichsnotopser als Reichsver- mügenssteuer auszubauen. Ein Finan.urorschlag. Berlin, 27. Sept. Tie Matter bringen Leitsätze, die der deutsckinationare Abgeordnete H u» gen berg der Nationaiversammlung zur ganzen «oder teilweisen Ersetzung der Reichsnot-opfer- vorlagc durch eine Zwangsanleihe (Steueran eihch unterbreitete. Hug.n er g empfiehlt, die Vermög rtsabgabe in Form der Ucbernahme einer Rcich-satckeil-e (Steuercutleihe) entrißen Lu Iahen, die zivar mit 5 Prozent verzinsliche ist, über unter Freistellung von allen trüberen Steu ört. Ter Minister des AuÄvärti- qcn führte aus, die auf den Krieg sich beziehenden Dokumente sollen alle herangezogen werden und olyiie jene Tendenz veröfsentlicht werden. Mit dm Vcrösftntlichungen wrde wolst Mute Oktob:r begonnen werden können. Aus der AlWestellteubewegung. Berlin, 27. Sept. 5.Vt den Angestettten- gewerrfckwften wird uns geschriebm: Am 24. September begannen in Weimar bte Reich starii- vertragsvcr Handlungen für bre kaufmciu- :n ta suchen, das 9t* idv. aibeit :■ mini11-erium zur Per- nuttc(iing anzuruftm, um tat drohenden Ausbruch enlrs Streike- zu vermeiden, der mit Rüchickt auf leine Ausdehnung ernr schwere Schädigung für das deutsche Wirlsd-aftHetau bcbcuteii umß. Deraudung einer RegirnentSkasse. Berlin, 28. Sept. (WTB.) Drei Männerin Offiziersuniform ließen sich in der Wachstube des Eisenbahnregiments 9tr. 4 aufgrund eines angeblichen Befehls 9toskes die R e g i m e n t s k a s s e ausliefcrn. Von den vier Geldkasten sind heute früh drei erbrochen und leer, der vierte unversehrt in Britz bei Berlin aufgefunden worden. Die Täter sind verschwunden. Der Lohniaris der Gasthaurangestellten. Gießen, den 29. Sept. 1919. Für das gesamte Hotel-, Gast-, Schank- und Casehausgewerbe in Gießen und Umgegend ist am 22. September ein neuer Lohntarif abgeschlossen worden, aus dem wir nachstehend die wichtigsten und für die Allgemeinheit interessanten Bestimmungen wiedergeben: Tie täqlicke Arbeitszeit beträgt 8 Stunocn innerhalb einer Höchstausdehnungszeit von 10 Stunden, so daß die Pausen bis zu 2 Stunden bemessen sind. Jeder Angestellte hat wöchentlich Anspruch auf eine ununterbrochene Ruhezeit von zwei Nächten mit dem dazrvischen liegenden Ruhetag. Ueberstundcnleistung ist möglichst zu vermeiden: Uv folztte nicht m umgehtn ist, wird pro Stunde ein Zuschlag nen 2,50 Mk. gewährt. Die Beriragspartrien befdriiefeen, daß mit dem Inkrafttreten dieses Tarifs die Annahme von Trinkgeldern für das gesamte unter diesen Vertrag fastende Personal verboten ist. Für Zechpreller haften die Angestellten nur dann nicht, lvean ihnen grundsätzlich untersagt ist, sofort zu kassieren. Alle Aiigeskrilten hasten in solchen Fällen, iverrn sie ein Bcrschukrm. trifft bzw. sie gegen die Instruktionen des Hauses (xinodn. Abgaben für Bruchgetder dürfen, foioeit nicht ein nachweisliches Verschulden des Arbeitnehmers vorliegt, nicht erhaben ioertat; ebenso sind Abgaben, gleichviel welcher Art, unstatthaft. Angestellte, die länger als ein Jahr im.Betriebe beschäftigt sind, erhallen unter Weitervergütung des frftgefefctrn Lohns bzw. der Kostentschädigung alljäl-rlich Urlaub, und zwar nach einem Dienstfahr 7 Tage, steigernd nach jedem iDciteren Dienstjahc um je zwri Tage bis zu 14 Tagen. Der für den Urlaub zufallcnde Äehaltsbetvag wird bei Beginn des Urlaubes ausbezahlt. Bis zur Einführung von Betriebsräten auf Grund des Gesetzes wird folgendes vereinbart: In allen Betrieben, die mehr als drei Augestellte beschäftigen, ist eine Var trauens Person, in solchen mit mehr als 20 Angestellten ein An- gestclltenausschuß, bestehend aus mindestens drei Personen, zu wühlen. Ter Bertranensperson bzw. dem Angestelltenausfchuß obliegt es, die Innehaltung dec Bestimmungen deS.Tarifs und der Arbeitsordnung zu beachten und etwaige Verstöße hiergegen tau Arbeitgeber bzw. der Geschäftsleitung zu unterbreiten. Keinesfalls wird eine Benachteiligung aus der Tätigkeit als Mitglied des Angestelltenausschufses oder als Vertrauens- Person hergeleitet iDcrtat können. Sämtliche Streitigkeiten, welche sich aus der Auslegung bzw. Durchführung dieses Tarifvertrages ergeben, sind durch eine durch Die Tarifparteien zu errichtende paritätische Schlich- tungsitommissioit von je zwei Arbeitgrircrn und Arbeitnehmern unter Vorsitz eines unparteiischen Obmanns zu schlichten. Für tat FaK, daß in der SchlichtungsMimnission eine Emigung nicht erzielt irnrb, ist innerhalb einer Woche der allgemeine Schlichtungsausschuß der Stadt Gießen zur endgültigen Entscheidung anMrufen. Die für den Dienst notwendige Garderobe haben die Angestellten selbst zu beschaffen. Sitar- ausschläge werden von tat Arbeitgebern gestellt. Die Kleidung der Kellner muß nach Vorschrift der Arbeitgeber, vorläufig aus Frack oder Jackett oder sauberer weißer Wäsckie (Jacken und Schürzen) bestehen. Es ist gemeinschaftlich eine Vereinfachung der Garderobe für Kellner anzustreben. Freies Koatitionsredst wirb zugcsichert. Dieser Vertrag tritt am 1. Oktober 1919 in Kraft und umfaßt vorläufig alle Betriebe, deren Inhaber bzw. Beschäftigte an die vertrogsttL»eßenden Verbände amjefd,tonen sind. Die nachstehrtttar Spezialtarife sind in ihrem ganzen Umfange ein integrierender Teil dieses Vertrages. Der Vertrag kann nach vorausgegangener zweimonatiger Kündigung jeweils zum Ablauf eines Kalendermonats außer Kraft gesetzt werden. Tie beiderseitig«: Kva-j ttahenten stellen gemeinsam an zuständiger Stelle den Antrag, diesen Vertrag für das gesamte Gebiet der Stadt Gießen unb Umgegend als rechtsverbindlich zu ertkären. Allgemeine Regeln. Die Entlohnung aller Angestellten crwlgt aaf der Basis eines festen Lohnes zuzüglich lOProzent vom Gesamtumsatz. In allen Lokalen ist grundsätzlich Revierwechsel ein» zusühreu. Die als Bedienungsaufschlag vereinnahmten Beträge werden an die Kellner bleichmäßig oerteüt. Wo bisher männliches Per- )onal beschäftigt wurde, ist solches beizubehalten. Im beiderseitigen Einvernehmen können bei alten Angestellten sowie bei Neueinzustellenden, insbesondere bei Berhriratct.m Sontavcreinbarun- geit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer dahiu getroffen werden, daß letztere außerhalb des Betriebes essen bzw. wohnen können. Lch diesem Falle hat der Arbeitgeber zn Lasten seines Uii* tosten kon tos eine Kostenentschädigung von 106 Mk. 3.50 Mk. pro Tag) und eine WolmungsentschSdi- ming von 25 Mk. pro Monat zu vergüten. Der öav für die Zuschläge auf Speisen und Getränke muß in allen gastwirtschastlichen Betrieben von Gießen und Umgegend stets einheitlich sein. Den Angestellten ist es verboten, in ihrer freien Zeit in anderen Betrieben irgendwelche Beschäftigung an» zunehmen. Lehrlingswesen. Die Lehrzeit mied Kellners — gleich welchen Tpezialsaches des gastw. Berufes — beträgt drei Jahre, lieber daS Lehrverhättnis sind mit tau Lehrling Kost unb WochmiMg zu ta«Shrcu. Wird iKrträge abzuschlichen. Der Arbeitgeber hat dem Lel/rlina Kost und Wohnung z ugcwähren. Wird freie Wobmmg infolge besvuderer Vereinbarung nicht gewährt, bzw. wohnt der Lehrling bei seinen Eltern, so wird eine WohmmgSentschädigung nicht bczalstt. Der Lehrling erhält im ersten Lehrjahr feine Barcntschädigun i, im zweiten Lehrj.iln 3() Mk., im dritten Lehrjahr 40 Mk. als Entschädigung für Kleider und Wäsche. Auf je fünf Gebitten darf nickst mehr als ein Lehrling be- fd^äitigt irvrtai Lohn-Tarif. Tic Löhne sind pro Monat festgesetzt und ver- I stehen sich alle mit Kost und Wohnung. Restaue rantTeHner erhalten 75 Mk., Ea'ökellner 60 Mk., Oberkellner nach Uebereinkunft, jedoch nicht unter den obigen angeführten Sätzen. Die hier angesetzten Löhne verstehen sich für alle Kellner zuzüglich 10 Prozent des Umsatzes, welche dem Gaste> berechnet werden. Lohn-Tarif für Aushilfen, Für Aushilfskellner gelten die bisherigen Sätze zuzüglich 10 Proz. vom Umsatz, u. yö.: an Werktagen pro Stunde 2 Mk., cm Sonn- und Feiertagen pro Stunde 3 Mk., bei Gesellen ebne Inkas o: an Werktagen 3 Mk., an Sonntagen und Feiertagen 4 Mk. Tie cher angeführten AuÄstlfSlöhne verstehen ich bei einem garantierten Mindestlohn von 20 Mk. für werktags, 30 Mk. für Sonn- und Feiertag. Bei Hochzeiren beträgt der Aushilfslohn pro Stunde 5 Mk., bei einem garantierten Mindestlohn von 30 Mk. Für Bor- und 92ad>- putzen sind die Tarife voll zu bezahlen, b. o. yne oben angeführt und pro Stunde. Bei Ausfall des Geschäftes jl't die Hälfte des Garcmtielohnes zu bezahlen. Bei Aushilfen, welche mit Bahnfahrt verbunden sind, tritt jii tat obengemmnten Sätzen ein Zuickstag vori 3 Mc. hinzu. Bei Bahn- falwten ist tas Fahrgeld 3. .Klasse zu eine tat. Tollt: infolge späten Geschchtsfckilu-'ses er.te Fahrgtlegen- heit nicket mehr möglich sein, so ist für ein Nachtlager Sorge zu tragen, bzw. ivenn dies nicht mög- lick-, eine Eurßchädigung von 5 Mk. zu gewähren. Aus Stadt und Land. Gießen, den 29. Sept. 1919. Betriebslage und Winterfahrplan. Tie BetriebÄage der Eisenbahnen hat sich in der letzten Zeit wenig geändert. Es ist deshalb z.t ermatten, daß der Winterfahrplan am 5. Ok- tiber in seinem ganzen vorgesehenen Umfang zur Erniührung kommt. Bis dahin sind weitere E i n - ick^ränkungen n«l>t vvtgesehen. Wohl aber ist cs nicht ausgeschlossen, daß solche im Lause des Monats Oktober, etiva um die Mitte, rin- ticten. Wenn Einschränkungen notwendig sind, f) toll zuerst der Sc> n n t a g s v e r k e b r beschränkt nn'rdcn. Die Aufrechterhaltung des wirtschaftlichen Lebens läßt weitere Beschränkmigen des iverktäg- licheu VerHehrs nicht zu. Werden doch jetzt et.-va nur 40 Prozent des FrietaiSsahrpianes gefahren. Taher kann an eine Beschränkung der sonntäglichen Ausflüge gedacht werden. Tie besonderen Bedürfnisse von Groß-Berlm sollen aber dabei be- rücki'ichtigt werden, so daß hier kaum weientluhe Verminderungen des Betriebes.eintreten werden. Tie Erfahrung hat gezeigt, baß eine Verminderung der Züge, die für Erfparnisse an Kohlen in Betrackst kommt, zu ganz unhaltbaren Zuständen führt. Sollten noch weitere Einschränkungen notwendig sein, so sind alle Vorbereitungen dafür getroffen. Es genügt eine kurze Anweisung an die Direktionen, uin die Aendermigen ohne Verzögerung durchzuführen. In Frage kommt in zweiter Linie eine Einschränkung des Schnellzugverkehcs. Für diesen Zweck sind im Winterfahrptan eine Reihe von diesen Zügen mit dem Vermerk gekennzeichnet, baß sie bc5 auf weiteres verkehren. Die bas Dolfs'stle Bureau ergänzend erfährt, ist die Mättermcldung, daß Ende Oktober der Eisenbahnverkehr auf ein Minimum herabgesetzt werden soll, nicht zutreffend. Togegen wird geplant, an den Sonntagen nur noch etwa notwendige Arbeiterzüse, die Milck:»züge, sowie je einen Schnellzug auf jeder Strecke ver- kri-ren zu lassen. Eine weitere Einschränkwtg des Personenverkehrs HÄt das -Eisenbahnminisderium für unmögliche _ _ Frankfurt a. M., 27. Sept. (Wolff.) Tie Ersenbalstibirektion in Frankfurt a. M. teilt amtlich mit, daß am Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag nächister W»che die Annahme von ge wö l; n liche m und be schl e u n i gt e m Eilstückgut bei den Eilgüterabfertigungen in Fianksuit a. M.-Hauptbahnhof, Frankfurt a. M.- Ost, -Süd und -West sowie bei der Gepäckabfertigung Fiaiikftirt a. M.-Houptbahnl-vf auf verbe r b l i ck. e Lebensmittel und Arznermittel beschiränkt wirb. Gültige Lebensmittelmarken für die Zeit von: 29. Sept, bis 5. Ok.o'oer 1919. Brot: 2300 Gramm Brot oder 1680 Gramm Mehl. Brot Kg. 52 Pf., Wrizenbwtmehl Sl» 58 Pf., Weißbrot Kg. 80 Pf. Weißbwtbäcker: A. Deibel, Ncuenwe«i, Verkaufsstellen vom Konsumverein. Ab 1. Oktober 1919: Hölters, Frankfurter Straße, Schilling, Bismarckstraße, Lauge, Neustadt. Butter: Marke 40: 40 Gramm AuÄands- butter zu 85 Pf., 40 Gramm Margarine zu 20 Pf. Fheisch: Wochcnabschnitt 40. Metzger für Fremde nnb Urlauber: Mendorf, Blrichstraße. Nährmittel für Oktober noch nicht ein* getroffen. Zucker für Oktober noch mchs. eingetnoffeu. Nährmittel und Zucker für Zugezogeuc unb Kranke ab 1. Oktober 1919: Ja tob Häuser, Lndnstsstraße 36, August Noll, Bahiiho/straße, I. A. SckLckl-vs, Marktswaßc 4, L. Kairos Nchs, West-Anlage 5, A. Blum Witwe, Stestistraße 78. KrankeuzUcker ab 1. Oktober 1919: L. Kslkboi Nchi., Aest-Mloge 5. Nährmittel und Zucker für Urlauber: S. Stegctixin, Lanbgraf-Vhilip!>Pkatz 8. Krankenmehl ab 1. Oktober 1919: Kvn- rab Beider II., Walltorstnaße 14. Nährmittel 91r Kranke ab 1. Oktober 1919: Gcbr. Berbnr, Bahnlwfstrciße 27. Seife: Mark: für Oktober 1919: Anteil 125 Gramm K-A-S»ri-enpukver zu 15 Pf. ** Volksbochschnle Gießen. Das 29mtcrknicftcr 1919 beginnt am Montag den 6. Oktober. Sonntag den 5. Oktober, nachmittags 5 Mfr. findet c ne Eröfstluv-Sscier in ta Neuen Aula der Universität statt, bei welcher Pfarrer Dr. o ch - Lan-d, einer der Führer in ber Bol's-ockpckmltavegu»«. sprechen mird. Die Feier ist öf-mklich, so daß jedermann Gelegenheit geboten ist, ans trmjewm Munde MGeres Wer die Gnindsätz,' und Arbeiisveise der Volkshochschule zu erfahren. Da HrvOramm der Feier wird >wch in tat Ze stunden bekanntgcmacht werden. — Anmeldungen von Hörern werbe« Dienstag, Donnerstag und Freitag abends von 7—9 Uhr im Lesezimmer der Ober-Realschule ober von DienStag bis Freitag in ben Sprechstunden der Geschäftsstelle (Löberstrahe 26 H) entgegcngenom- men. Alles Nähere sagt das Verzeichnis der Vortrags eiben unb Arbeitsgemeinscha,ten. (Siehe Anzeige.) ** Ihre silberne Hochzeit feiern am 30. Sepgember der seit 15 Jahren bei der Firma Kari Stückrath besckästiate -tapezier und Detoro- tcur Ernst Motz nebst Ehefrau geb. Dietrich. •• Tie AuSzahlungder Famillea» Unterstützungen findet für die Zeit vom 1. bis 15. Oktober 1919 statt: Mittwoch ben 1. W tota 1919, in der Zeit von 8—12 Uhr vormittags! im Stadthaus, Zimmer Nr. 7. *» Auflösung des 18. Armeekorps. Mit dem 1. Oktober wird die Formation deS 18. Armeekorps aufgelöst und die noch verbleibenden Verbände treten unter den Befehl der Wehr-' stelle Kommando V in Stuttgart. Tamit Hal die GcsckiäLe des vor etwa 20 Jnchren ausgestellte» 18. Armeekorps, dem auch die hessische Division tut gehörte, ihr Ende erreicht. *♦ Das Musikalisch-literarische Unterhaltungskränzcken 1914 versammelte gestern abenb einen Kreis Zuhörer, diesmal ohne wohltätigen Zweck. Tie Vortragsfolbe roar neckq'elvoll und bot doch einen reckst einheitlichen:^ Stil, der viel versprack. Tie Art aber, irie sie zur Darbietung kam, vermockee sich kaum über Zriänz- ck en höhe zu erheben. Tie Klaviervorträge vvnj Herrn Hahn blieben in herkömmlich weicher Rundung und boten Beethoven urw Schumann in der glcick^en gefühlvollen Verhüllung wie E ho^ bin und Liszt. Ebenso versuchte Frau Men-- oclssohn-Bartholdy vergeblich Gebilde von Frieda Schanz und Gottfried Keller in rezitativer Sck.ivchlheit zu vermitteln. Mit großem Auftvand sprachlicher Leistung verband sie doch nur schwach, die Geclr.rregiitiT zu zieheit. Frau Müller-Bangert allein verband mit hierorts schon öfters belobter Stimme Ansprachslosigkeit und Warme des Vortrages und ging nick.t über die Grenzen ihres Könnens hinaus. Allen brcicit jcbod.i versagte bas Publikum nickst seine Anertowi mmg und Dank für den Kränzchen abend. R. S. ** Die Deutsche Vol kspar tei veranstaltet Dienstag den 30. September, abenb# 8‘/4 Uhr, im Saale deS Hotel Schütz einen ösfent- lidx’n Vortragsabend, an dem Revisor Mahr (Zentralstelle für das Gewerbe^, Darmstadt, über „Mittelstand und Rcichsnotöpfer" sprechen wird. T* Hindenburg-Geburtstagsfeier. Es fei darauf hingewicscn, daß zu Vieser am Donnerstagabend im „Einhorn" statt findende» Feier alle national gesinnten Männer und Frauen sowie dienationaleJu- gend herzlichst willkommen sind. ** Eine öffentliche Angeftellten- verfammlung findet am Mittwoch, dem 1. Oktober 1919, abends 8 Uhr, im „Gcwerkschasts- Ijaufe" statt mit der Tagesordnung: Beschleunige ter Abschluß eines gemeinsamen Tarisveriiags bt» züglich aller kausmäTmischen und tedmiidjen Angestellten. Näheres siehe Anzeigenteil. Die Vorstandsmitglieder unb Vertrauensmänner sämtlicher hier bestehenden Angrstellten-Organisationen find ausgefordert, sich am Dienstag, abends 8 Uhr, int' Postkeller zur Wahl der Vertreter zur Wirtschafte lieben Bereinigung der Angcst-ellten Gießens (Arbeitsgemeinschaft der Angesttllteuverbände) zu txn>; sammeln. *♦ Experimenlalabend Pasqueel- Barys. Wie aus tau Anzeigenteil ersickstlich, crJbt. der Erverimcnlal-Psydwloge Pas.moel-Bartz einige Vorstellungen, die reckst intere:f(ntt zu nxrbcn versprechen. Tie Leistungen des ELPerimentators wer- tat Überall von Presse und Publikum glänzen- beurteilt. Vorverkauf der Karten hat das Musik- lstrus Busch. ** Lichtspielhaus. Heute letzter Tabes Films „Die Sünderin". Ab morgen bis ein' sckstießlich Freitag tritt Lotte Neumann in ,4?er- zensopfer", Drama in 4 Akten, aus. HOTrrtan wird „Die Spur seiner Sünden", Filmschauspicl in 5 Akten gegeben. Landkreis Gießen. *♦ Großen-Linden, 28. Sept. Gestern abenb veranstaltete der Turnverein Grotai-Liiiden unter Leitung seines Ehren-Turmvaris Herrn Georg Klingelhöfer eine überaus stark besuchte Theatervorstellung. Es gelangte zur Aufführung „Heitere Dorf bilder aus dem ober- hessischen Volksleben" in vier Bildern von Wilh. Vonalt. Tie mitwirkeuden Personen verstanden ausg-^eickmet ihre Rollen and;ufüllen, fj daß das Stück rektal Beifall erntete und vollen Erfolg für die künstlerischen Kräfte d.irslelltc. Da infolge der starken Uebersüllung der Turnhalle eine große Menge der Aufführung nicht beiwohnen konnte, wurde vielfach der Wunsch zu einer nochmaligen Aufführung geäußert. Staufenberg, 28. Sept. Gestern kam. ber dritte Kriegsgefangene, Ludwig Karbcr, zur größten Freude seiner Eltern hier an. Er befand sich in englischer Gefangenschaft in Frankreich, skurzc Zeit Dorber traten der Dachdecker Kari Zecher L, der im Osten interniert war, und .ivafpar Fuchs aus amerikanifcher Gefangenschaft hier ein. Fuchs rühmt die gute Behcmdlungsweise. die ben Deutschen von den Amerikanern zuteil ivurde. Kreis Büdingen. Volkshochschule. A Nidda, 25. Sept Hier.ist in den letzten Tagen nach dem Beispiele anderer Städtr Hesfms ein Verein olksho ch schu l e Nibda" gegrfttoet worden, der bereits 35 Mitglieder zählt. Borsidlünder ist der Rektor der hiesigen bötacn Bürgrickckmle Tt. Setter. Tem aus 9 Mitgliedern bestehentat Vorstand gehören Hrrren und Tomen der verschiedenen Berufszweige an. Ter Verein beabsichtigt, für die Weiterbildung d r nrännlichen und werblichen Personen ü(vr 18 Jahr: durch Vorträge, Lehrkurse und Arbeits-zemeinsd^af- ten ju wirken, die die Lehrträftc ih-r hienge» Sckulen, Aerzte, Kaufleute s'uvie Kreis-obstbw- in'pcktor Metternich in Bübingen und ei« Scßncster für Säugttngsfür o c berritiviliigfl übernommen haben. Tie Eröffnung des ersiw Kursus, berat im kommenden Winter zwei statt- finden sollen, wird am 20. Oktober erfolgen. A Kohden, 26. Sept. In der dergangcnen N«l,t wurden dem Gastwirt und Bäckermeisttt Louis Koch seine beiden ivertvollen Pferde, ein D«r Füchse, aus dem Stalle gestohlen. Gegen 3 Uhr hörte Frau Kvck, ein Geräusch « Ho« und geivahrte gerade noch, daß ihre Ps.rd« zum Hose hinausgcsührt werden. Obgleich iln Sohn und Nacblxrrslcute sofort die Verlolgunß der Diebe aufnaljmcn, gelana es diesen, mit tal Pferden zu entkommen. Zivischen hier und Nidt-o sck>einen sich die Diebe getramt und ein Pserd au einem Feldweg, das andere auf der Hauptstoß n eiter geführt zu haben. Man sand auf einem ndfl am Ätde des Feldwegs frische Pferdetritte und eine Halfter, die eines der gestohlenen Piave anoehabt Ijatte. Kreis Schotten. e. Eichelsdor f, 26. Sept. Tie EckLießun- der diesigen Orirnühte von Otto Schudt wurde vorerst bis zu» Abscklluß weiterer Ermittelungen ausgesetzt. K e WC?’ W SG r-W Qum über &Ur Ks rite ta zu iicin6» J* ^?Z?L x,-§ÄZ SiL Z^L lev'sor Mch Ä a£S j?ift P Mundende« uat^onaleJu. sich. y *M‘Hente«. m. Mütwoch, dem 'im "Gmerlschaitz. W. .Bei'chleuch. n ^aryvertlags be. uw technischen A» «eil. Die Vor- Männer sämtlicher -rganisationen sich - abaihs 8 Uhr, im ettt zur Dirlschast- Men Gießens (fr mverbände) zu vw ’ end Pasquers, enteil ersichtlich, gilt !LsquLel--Bary citri« Iffit zu iDctirn ixri ÄNimentators Wifum glän^S clen hat das Musis. Heute letzter Tcj Hb morgen bis ein» Neumann xnj'tr- tu, ®1V. Wta acn", Wmschwllui Ingen. ^KicrÄiüdwv S^itB-daK . 9 » ^cruisZE - u SÄ Ä» ixi W ’JjjöffnuM ig Ln Sinter W? "biubet E ., »«SS «K;S SW 2&S, Gstz holte"- - 2d<- /j! wÄ >. y\ed? setzen. i, 28.Sept. Mm )?rem Gwßen-Lii-^ m-TurnMNs hem ae überaus start bring. Es gäangte zui ilder aus dem ober- r Silbern von Wilk Personen verstaM. sMlen, fj datz toi > intö rollen Eno!; erstellte. Da infol« Turnhalle eine groS >t beiwohnen könnt: tu yner nochmalig« y Sept. Gestern V iangene, Ludmi seiner Ellern, hler er Gcsangenlchast » r trafen der TariM n interniert war. m nischrr GesangenlM- Behandlungsweclg ! Ämcrilanern Kriegtzgefangenen-Heimkehr. ** 8 3 0 Mann sind -aus englischer Kriegs- ge s-an gen schäft gestern abend hier -nngetras- fen und zum Durchgangslager g-.'leitet morden. Fortgefetzt treffen jetzt Transportzüge mit Heimkehrenden aus englifchser Gefangenschaft bei uns ein und da sieht sich der Empfangsausschuß ür heimkehrende Kriegs- und Zivilgefangme genötigt, in der Woche mehrere Unterhaltungszb'rtde zu veranstalten. Ein solcher fand denn auch wie- Starkenburg und Rheinhessen. rm. D a r m st a d t, 28. Sept. In der heutigen Mitgliederversammlung, des Kriegerverban- ves Hassia wurden nach Erledigung der ge- sckäftlick-t-'n Angelegenheiten eine Reihe von Säte Jungsändeningen entsprechend der neuen Ber- assung vorgenommeir, der Mitgliederbeitrag wurde ttacfi lebhafter Aussprache von 30 auf 60 Pf. pro Bahr erhöht. Bei der dann vorgcnvmmenen Wahl gtc der General Freih. v. H e y l, der 21 Jahre als erster und zweiter Präsident tätig war, sein Amt nieder und wurde der Oberst v.Meidhardt- Darmstadt, der Kriegsverletztcr ist, einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. 2. Präsident bleibt Vogt- Butzback-. General v. H e p l wurde zum Ehrenmitglied der Hassia ernannt. Lebhafte Aus- sprach.e fand über die Verhältnisse im besetzten Gebiet, Geivchrablieferungcn, das Tragen der Fahnen usw. statt. Kreis Wetzlar. Chicsa schilderte die für Fiume auS der Meige- rung Wilsons, das von Giemencemt und Lloyd George angenommene Uebereinkommen anzunech- men, emstmidene Lage. Diese Weigerung gestatte, drc Diskussion über die Frage von Fiume wieder in Angriff zu nehmen. Fnri-w werde, so sagte der Redner, italienisch werden oixx seine Bewohner werden von den Trümmern her Stadt und den Ruinen des Rechts begraben werden. Die Bevölft?- rung von Fiume sei zu allem fähig, um ihr Eigenleben zu retten. Fiume beharre darauf, der italienischen Nation anzuaehören. Nittt ersuchte die Kammer, in Ruhe diese Frage zu besprechen, die die Volksseele aufwüyle. Eine Antwort auf die Rede Ossoinaks behielt sich Nitti vor. Die Sitzung wurde daraus vertagt. Hauptversammlung der deutschen Gewerbe- vereine. Darmstadt, 28. Sept. (Wolff.) Der Der - band deutscher Gew^rbever rine und D andwerkervereinigungen hielt heute seine 18. Hauptversammlung hier ab. Nach dem Bericht des Verbandsvorsitzenden, Regierungsrm N -o a k beschloß der Verband den Beitritt zu dem Reichsverband des Handwerks, zu dem sich die gewerblichen Fachperbände und Handwerks- und Gewerbekammern Msammensckließen wollen, auo nahm eine Entschließung gegen die Abgabe des Reichsno t o p f e r s an, in dem er eine schwere Schädigung des deutschen Wirtschaftslebens und eine Lebensgefahr für die Selbständigkeit des g» werblichen Mittelstandes erblickt; er empfiehlt statt dessen eine laufende Vermögenssteuer van etn* Vesotc-s 3 v. H. 'm Verbindung mit einer entsprechend gestaffelten Reichseinkommensteuer. Hauptversammlung der Süddeutschen Eisenbahngesellschaft Darmstadt, 29. Sept. (WTB.^ Tie heutige 26. ordentliche Geirrralversammlimg der S ü ik deutschen Eisen bahn gesell schäft genehmigte den Bericht der Direktion und des Aust sichtsrates über das verflossene Geschäftsjahr und beschloß die Auszahlung einer Dividende von 5Vz Prozent auf 26 Millionen Mark oividenden- berechtigtes Aktienkapital. EisenbahnunfÄlle. Freiburg i. Breigsau, 28. Sepr aftung dieses Kuners wird in einem am 11. 9. gleichfalls von Dresden abgegangenen Schreiben der Kommunisten bi dauert und es wird angeraten, einm Grenz- überschreitungskursus mit den bett. Genossen zu veranstalten, dmnit solche Sachen nicht mehr Vorkommen." Lin groher Tag in -er italienischen Kammer. Hochschulnachriehten. rm. Darmstadt, 28. Sept. Prvf. Jng. Vetterlein, der dem Lehrkörper der Darmstadter Tecknifck^n Hochschule seit etwa 20 Jahrsn angehört und in der Baukunst ganz vorzügliches geleistet hat, Hal einen Ruf nach Hannover an den dort neu gegründeten Lehrstuhl für städtebau- künitlensck.es . Siedelungswesen ang.iiomincn. Darmstadt erleidet dadurckl einen schlweren Verlust. Vetterlein steht in reichlich zwei Dutzend Wett- kämpfen^siegreich, darunter siebenmal an erster Stelle. e>o führte er die Handels Hochs:hnle in Köln, das Warenhaus und die katlwlische Kirche in Straßburg, die Kurbäder in Kolberg und Fürth-Nürnberg, Stadttheater in Hagien, große Villen tut verschiedenen Plätzen, das Neue Theater in Frankfurt usw. aus. Eingesandt. (Für Form und Inhalt «Her unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Im „Gießener Anzeiger" vom 26, September sind.laut Artikel „Ein Zivischenfall bei der Rückkehr Kriegsgefangener auf dem Gießener Bahnhof" eine Anzahl Heimkehrer, die sich auf der Reise von einem Durchgangslager in ihre Heimat befanden, von hiesigen Bahnbeamten heftig angegriffen worden. Es ist sehr zu bedauern, wenn solche Begebenheiten, bevor sie genau geprüft sind, der Presse übergeben werden. Die einseitige Darstellung der Bahnb.amten bedarf einer gründlichen Klärung. Sobald sie erfolgt ist, ivird weiter über den Vorfall berichtet werden. Unter allen Umständen müssen alle, die mit Heimkehrern zu tun haben, bedenken, daß Leute, die jahrelang in Gksangenschaft ivaren, burdjtoeg so nervös und reizbar geworden sind, daß man ihren Gemütszustand berücksichtigen muß; mit Ruhe erreich man mehr bei ihnen als durch heftige Worte. Dr. Göring, 1. Vorsitzender des Volksoundes zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen. Bern, 29. September. (WTB.) Nach dem „Avanti" läßt sich die dreistündige Rede Tittonis, die ost von Beifall, öiter von Zwrschenrusen unterbrochen wurde, auf folgende Hauptpunkte zusammenfassen: Die gegenwärtige italienische Delegation in Paris hat eine für Italien hoffnungslose Lage vorgefunden. Wilson hatte schon früher erklärt, daß er gegen die Erfüllung eines großen Teiles der italienischen Ansprüche sei. Das Mkommen von London habe jeden Wert in dem Augenblicke verloren, als in einer der ersten Sitzungen der Pariser Konferenz beschlossen tvurde, territoriale Fragen nur durch übereinstimmende Beschlüsse zu lösen und vorher- gegangene Teilabmachungen für ungültig zu erklären. England und Frankreich haben immer wieder betont, daß sie bereit seien, Italien zu unterstützen, aber niemals auf Kosten der guten Beziehungen zu Amerika. Das Ministerium Orlando und Sonnino fei für die gegenwärtige unhaltbare Lage verailtioortlich zu machen. Das Blatt weift darauf hin, daß,Tiltoni zugeben mußte, daß die einfache Ablehnung der amerikanischen Vorschläge, so bitter sie auch für jeden Italiener feien, die völlige Isolierung Italiens von denjenigen Ländern mit sich bringen würde, von denen Italien abhängig fei. Aus der Rede des Abgeordneten C hi e sa tft zu erbeten, daß die Zersetzung Der Disziplin im italienischen Heer weit größer ist, als es nach den früheren Aus- . k Krofdorf, 27. Sept. Wie vielerorts, so tzing's auch bei der hi.sigen Gemeinde ob st Versteigerung überaus lebhaft zu, obgleich nur Steigerer aus Krofdorf und Gleiberg zuge- lauen wurden. Hatte man aus diesem Entgegengegenkommen der Gemein de verttet un g einen Nutzen zu ziel-en gewußt, so würden die Resleltanten sich vorher geeinigt haben, um das Obst zu einiger maßen annehmbaren Preisen criueilm zu können. Nichts hiervon konnte man wahrirehmen. Jeder fürchtete, er könne leer ausgehen, und so wurde, ohne mit der Wimp'r zu zucken, wild daraus los geboten. Wie bei einer Ackerversteigerung, wenn die Gemüter im höchsten Grade erhitzt sind, ging's zu. Um 20, ja 30 Mark wurde der Preis für das Obst eines Baumes mit einem Gebot in die Höhe getrieben. So kam es, daß mancher Baum Hunderte von Mark kostete. Man erzählt sich, daß an manchen Bäumen ein Apfel mit einer Mark bezahlt worden sei. Bei der allzugroßen Knappheit an Lebmsmitteln, besonders an Fetten, ist heute das Obst ein unentbehrliches Lebensmittel geworden. Darum möchte sich jeder, der ein geeignetes Fleckchen Land oder ein sonniges Plätzchen in der Nähe seiner Gebäude zur Verfügung hat, gesagt sein lassen: Pflanzt Obst- baume! Willst du möglichst schnell in den Besitz ei gelten Obstes gelangen, so pflanze Formbi umc: fte beamprucken nrcht viel Land und bringen nach einigen Jahren schöne und edle Früchte — Die Gemeinde löste viele Tausende für ihr Obst, viel mehr als erwartet wurde. Auch erhielt sic niemals dagewcfene Preise für verkauftes Holz und Gras. Mau sollte darum glauben, die Gemeinde schwämme im Geld. Aber das ist nur fdfr’inbar der Fall. Den erhöhten Einnahmen stehen ^nich Ausgaben von nie geahnter Höhe gegenüber. Recht drückend wird auch für unsere Gemeinde das Gesetz über die Unterstützung der Arbeitslosen. Durch Stillegung des Bettiebes der Zigar- i ensobrik von Rinn & Cloos befinden sich hier eine ganze Anzahl erwerbloser Frauen, benen die Segnungen dieses Gesetzes zuteil werden. Durch diese '.mb andere außergewöhnliche Ausgaben werden Die erhöhten Einnahmen mehr als ausgeglick>en f-o ift immer dafür gesorgt, daß die Baume nicht in den Himmel wachsen. Hcjsen-Nassau. Ein Streik der Angestellten? --Frankfurt a. M., 28. Sept. Die Tarif- ftemmnschaft der Angestelltenverbände zu Frankfurt hat den Arbeitgeberverbänden Forderungen auf Zahlung einer Wi r t s cya f tsb e i h i l f e von I 50 0 M k. für Verheiratete, 100 Mk. für jedes ^nd, 1000 Mk. für Ledige über 20 Jahren, ; >00 Mk. für Ledige unter 20 Jahren und 300 Mk. ' ür Lehrlinge überreicht. Die Arbeitgeberverbände it-aven die Forderungen abgelehnt. Der zur Ent- i-tKibung angerufene Schlichtungsausschuß sprach uch .ans Billigleitsgründen für nochmalige Verhandlungen mit Entscheidung bis zum 13. Oktober sämtttche Eisenbahner wurden sofort entlassen. [1 Aus de m Kreise Marburg, 28. Sept. Eine Köpenickiade soll sich in dem im nörd- ttckien Teile des Kreises gelegenen Dorfe Wollmar zugetragen haben. Dort erschien, so heißt es, am -3. nach vorhergegangener schriftlicher Anmeldung beim Bürgermeister ein fein gekleideter Herr mit eine Mappe unter dem Arm und gab sich als Revisionsbeamter für die Quittungslorten aus. Ahnungslos wurde dann dem Herrn Revisor der Ortsdiener zur Seite gegeben, um ihm die Häuser zu zeigen. Vorgeftindene Unregelmäßigkeiten belegte der Herr Kontrolleur mit Strafen von 15 bis 20 Mk., die sofort einkassiert wurden. Auch die Klebekarten nahm et mit in Beschlag, diese würden in 14 Tagen wieder zu- gestellt. Als der Herr das Dorf abgcklopft und einen schönen Betrag in der Tasche hatte, übergab er dem Ortsdiener die Karten und versck)wand. ^etzt erst ging den Betroffenen ein Licht auf, daß sie einem Schwindler zum Opfer gefallen der außerdem noch bem Bürgermeister 200 Mark aus dem Tischkasten gestohlen hatte. Sofort wurde migespannt und zum Bahnhof Münchyausen gefahren, aber zu spät, denn der feine Herr war bereits mit dem VsU-Uhr-Zug nach Frankfurt abgcdampft. fuhrmigen Nittis den Anschein hatte. Nitti habe die Anwesenheit von 1900 Mann in Fiume be hanptet. ilcach Ehiesa, der bekanntlich vor einigen ’qh7 » rociItc' sind es mehr als 16 000. Alle)lvrps seien vertreten, mit Ausnahme des. Generalstabs, wre Ehiesa ironisch bemerkte. Seine Rede, tn der er ein Votum für die Annektion FiumeS forderte, erregte übri- gens vielfach Widerspruch. Rom, 28. Sept. (WTB.) An der gestrigen Sitzung der Kammer nahmen über 300 Abgeork^ nete teil. Tie Tribünen waren voll besetzt Alle Kabinettsmstglieder befanden sich am R- gierungS- tisch. Zu Beginn der Sitzung verlas Titt.oni leme Erklärung. Bei Erwähimng vm Fiume erheben sich alle Minister und Abgeordneten «ich brachten ihm eine Kundgebung dar. Der Schluß der Rede wurde mit lebhaften Beifall ausgenaiw men. ^.cr Abgeordnete Cesari) ersuchte die Re^ gienmg. bei ihren Beschlüssen auf die öffentliche Meinung Jtaliens zu zikhlen. Ter Abgeordnete C hiesa brachte folgende TageS'ordn ung ein. „Die Kammer ist überzeugt, daß die alliier tert und assortierten Mächte die Lebmsnotwen digkeiten Italiens begreifen und dm frei ausgesprochenen Wunsch Fiumes günstig miffaß sen 'werden, mit fernem Hinterland, feiner Eisenbahn und seinem Hafen mit Italien vereinigt zu nrerdan." behördliche Anzeigen. Bekanntmachung. Der Staatskornmifsar für die wirtschaftliche Demobilmachung in Hessen zu Darmstadt hat den m der Lohnstteitsackse zwischen d.'m Deutschen Mesa ilarbeiterverband, Verwaltungsstelle Gießen, und der Freien Vereinigung der Spengler und Jn- waHatcurc in Gießen vom SchlichtungSausschuß am 22. August 1919 gefällten Schiedsspruch für verbindlich erklärt. • ließen, den 24. September 1919. Der Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhessen in Gießen. 11190D In dem Konkursverfahren über das Vermögen er Gewerkschaft Elisen bürg in Hungen ^brrnm zur Anhörung der Gläubiger über i>er Auslagen und der Vergütung M -phtglieber des Gläubigerausschusses (§ 91 iiber den Bericht des Konkursver- lialters über den Stand des Konkursverfahrens auf -Dienstag den 14. Oktober 1919, nc i>em ^mtsgerickst Hierselbst besttmmt. S u n g e n, den 24. September 1919. ___________Hessisches Amtsgericht. 11191V Bekanntmachung. Die Au szahlung der Familien- linterstu tzun gen an die Angehörigen Gefan- smer, Vermißter, im Ausland durch feindliche tmßn^hmen Zuruckgehattener, sowie von Gesalle- tltn, falls bereu Hinterbliebenenversorgung noch ntiöt aeregelt ist, findet für die Zeit vom 1. bis li. Oktober 1919 statt: Mittwoch den 1. Oktober 1919, m der Zeit von 8 bis 12 Uhr vormittags im Limdthaus, Zimmer Nr. 7. 11204B Gießen, den 27. September 1919. Der Oberbürgermeister: Kesler. Bekanntmachung. Die diesjährigen Zinsen der Louis'Scheid- Sliftun g sind am 11. Dezember d. Js. in Gaben nicht unter 20 Mark an Witwen und Waisen armer Kaufleute oder an arme Kaufleute selbst, sofern sie unverschuldet in Not geraten sind, ohne Unterschied der Konfession zu verteilen. Meldungen nimmt das Städtische Armenamt, Asterweg 9, bis 15. Oktober d. Js., entgegen. Gießen, den 26. September 1919. 11181B Ter Oberbürgermeister (Armenvenvalttrng). Bekanntmachung. Zu vergeben sind aus der (E l if a b e t b Schmidt-Stiftung 4 Gaben zu je 17 Marn an bedürftige, unbescholtene, ledige Dienstmädchen im Alter von über 50 Jahren und 10 Gaben an arme Witwen. Meldungen werden bis 31. Oktober 1919 beim Städtischen Armenarnt, Asterweg9, entgegengenommen. Gießen, den 26. September 1919. Ilimß Der Oberbürgermeister (Armenverwaltung). Freiwillige Versteigerung. Mittwoch den l. Ctf. ds. JS.'nachm. 2 llbr versteigere ich auf Antrag in der Marburger Str. 9k. 26 in Gießen gegen bar: 3 Sofa mit Viüschfeffel, große Spiegel, Tische, Stüdle, 1 Kleiderschrank, 1 Koinmode, 2 vollständ. Betten, 1 Waschtisch m. Zubehör, Fensterrorhange, 1 Gasherd, versetz. Bücher, oersch. Kleidungsstücke, 1 Regulator, Bilder, verfck. Schreinerwerkeuge, 1 Steh, ul, 1 Küchen schrank, Gläser, Porzellan u. viele andere Haus- und Küchengeräte. Versteigerung bestimmt. In Vertretung des Gerichtsvollziehers Heßler: Deckendach, stellvertr. Gerichtsvollzieher in Gießen, Bahnhofstraße 29. 11209 Weiüe ä™ in echmal u. breit, sind in roieher Auswahl wieder am Lager. 8225c vdcbatfs\afomo\ Neue moderue Gieeiilel la Qualität preiswert zu verkaufen. <„»77, Srlteröwca 58 l. Eing. Ecke Bolksbad. Freiwilliste Verweigerung. Dienstag den 30. September, um 3 Uhr uackf- inittags beginncitb, läßt .Herr (Veh. Sanitätsrat Dr. Stamm in Lich in seiner Hofr ite, Butzbacher Sttaße 15, folgende Gegenstände öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern: 1 Pferd, 1 Halbverdcck, 1 Kupee, 1 Schlitten, 1 Einspämier- jgeschirr, 1 Haferkastm, Pferdedecken, Fliegemietz, Sck>ellengeläute, 1 Schmiei'bock, 2 Mäntel, Pelzkragen und Mütze, ein Auszug (starkes Seil und Rolle), 1 Füllofen, 1 KrautstÄider, 6 Pitch-pine- Dielen usw. Versteigerung bestimmt. Lich, am 26. September 1919. Mori, Gerichtsvollzieher. (11138V lotioctiiiHeM Das Verzeichnis der Vorlragsreihen und MsgeräsMn im Wintersemester 1919 ist in allen Buchhandlungen zu haben oder durch die Geschäftsstelle (Löberstrasse 2611.) zu beziehen. Preis 30 Pf. 10338V Packpapiere in Bogen und Rollen ^ederpappe« --Echt ----— Pergament Pergamentersatz Versand- Schachteln in all. gangbaren Größen nm Lager. Besondere Anfertigung. in kürzest. Frist Eierschacktelu für 6 bis 48 Stück Inhalt einpfiehlt 6tiM 3. weinert (Ziehen Papierwarcngrohhandl. Schachtel-Fabrikation Fernruf2l5-NcuenwcgS Einkoch- Apparate Gläsee* Gummi 0,e*8 sehr billiff. Carl Schunck Bahnhofstraße 62 (arten Galt Aaead). Spottbillig verkaufe ich Mittwoch wiederholt einen grossen Posten Mm Merita. HeiMiite für Arbeiter und Landwirte geeignet. 8C.Heldenmuth,Mühistr.33 Mtt-loslall konzesstoniert 018959 Inh.: Ilans Kratz, Brandmasse 8 Beleihung von Gold, Silber, Brillanten, Wäsche, Kleidern sowie Gegenständen aller Art. 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