Hr. 201 Ter Eichener Anzeiger erscheint täglich, sicher Sonn- und Feiertags. vezugrpreir: monatl. Mk.1.60, viertel» iäbrlicf) Mk. 4.80; durch Slohole- u. Zweigstellen monatl. Dkk. 1.50; durch diePoft Mk. 4.50 viertel-» jährt, ausschl. Bestellst. Fernsprech»Anschlüsse: sürdieSchriitleitungl12 Berlag,lKeschäitssteUe51 Auschriit fürDrahtnach» richten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. U686 169. Jahrgang Zreitag, 29. August 1919 Sleßener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen SwiNingrninddnick u. Verlag: Brühlffche Univ.-Such- u. Steinbruderei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Annahme von Anzeigen s. die LageOiuimmer bi4 zum Nachmittag vorher ohnejedeVerbindlichkeit Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v.34mmBreite örtlich 15 Pf., auswärts 18 Df., für Reklame» anzeigeu von 70 mm vre.te 48 Ps. Bei Platz» vorfchrisl20°/„Aufschlag. Hauptschriitleiter: Aug. Goetz. Lerantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr- Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck; sämtlich in Gießen Bedeutungsvoller waren die dem würt- ter meinsame Wege gehen. Leider war dies bisher Die Lage in Oberschlefien. B r e s l a u, 29. Aug. (WTB.) Das Ge- neralkommaxdo des 6. Armeekorps meldet mehrfache Bandenangriffe auf die Feldwachen von Eichenau, die abgewiesen wurden Sonst war die Front ruhig. Aus dem Reiche. Reichsminister Schlicke für die Akkordarbeit. fernem Vertrauen Ausdruck, daß die Mehrheit te3 Senates den Friedensvertrag nickst durch dlbleh-- nung toegcit der Schantungklausel gefährden roerte. Die Frage von Fiume. Amsterdam, 28. Aug. (Wolff.) Tas Presse- bureau Radio meldet aus Horsea, daß Italien geneigt sei. in der Fiume frage einen Kompromißvorschlag anzunehmen. Danach soll die Stadt Fiume an Italien fallen. Ter Freihafen Fiume und Port Baroß sollen auf 99 Jahre vom Völkerbund verwaltet werden. Tiefer Plan müsse noch von Wilson gebilligt werden. Hindenburg gegen vethmann. Tie Berliner Wochenschrift „Das zwanzigste Jahrhundert" veröffentlicht eine Denkschrift .Hindenburgs an den Reichskanzler Michaelis, die vom August 1917 dauert ist, imü in der int Wesentlichen ausgeführt wird: „Wie .Heer und Volk im Kriege geschlossen zusammenstehen müssen, so müssen auch Reichsleitung und Oberste Heeresleitung unbedingt geAmerika und der griete. A m sterda m, 28. Aug. (Wolff.) Tas Pressebuveau Radio meldet aus Washington, daß sich der vom Senatsausschuß für »auswärtige Angelegenheiten angenommene Verbesserungsantrag bezügl. des Friedensvertrages mit Deutschland im ganzen auf 50 Aenderungen erstreckt, denen zufolge die Beteiligung .Amerikas bei der Regelung an den internationalen, Europa betreffenden Fragen ab gelehnt wird. Senator Md Cumber erklärte, die Annahme dieses Antrages durch den Senat würde zweifellos eine Beleidigung Japans bedeuten und eine Lage schaffen, bte zum Kriege zwischen den Bereinigten Staaten und Japan führen müßte. Ter Führer der Demo- Llnsprachen, die zwischen ttembergischen Minister des Innern, Dr. Lindemann, «ntwortungsschild schlagen und fragen, wo er denn nun ansangen und wo er die Kohlen hcr- inehmen soll. Aber das war auf der Stuttgar- -ter Tagung im Grunde doch nicht die Hauptsache, r Ei« Zentralrat geistiger Arbeiter in Wien. Wien, 28. Aup. (WTB.) Am 26. August fand die konstituierende delegierten» Versammlung des Zentralratesgeistiger Arbeiter statt, welcher unter Ausschluß leder Parteipolitik ausschließlich die wirtschaftliche Besierstellung der geistigen Arbeiter anstrebt. Bisher gehören dem Zentralrat 74 Berufsorganisa-- tionen mit mehr als 319 000 Mitgliedern an. Es wurde vorgeschlagen, den jeweiligen Rektor der Wiener Universität mit dem Präsidium zu betrauen, um jede Parteipolitik auszuschließen. Louis Botha t» Amsterdam, 28. Aug. (Wolff.) Ein hiesiges Pressebureau meldet aus Pretoria, daß der südafrikanische Premierminister Louis Botha gestorben ist. Botha war 1863 in Gveytonm (Natal) geboren. Er war einer der hauptsächlichsten Führer, später Oberbefehlshaber der Buren in ihrem Krieg gegen England. Nach der Beendigung des Burenkrieges hat sich Botha, nachdem er den Präsidenten Krüger auf seiner Europa-Reise begleitet hatte, sehr rasch mit England ousgesöhnt, das in ihm als Ministerpräsidenten von Transvaal und nachher der Südafrikanischen Union einen treuen Anbänan hatte. und dem Reichspräsidenten gewechselt wurden. Sie betrafen das Verhältnis der Einzelstaaten zum Reiche. Lindeimann bekannte sich als Geraer der Erzberger- Ischen Finanzeinheitspolitrk und führte da- Ifür gewichtige, unseres Erachtens sehr stich- 'haltige Gründe ins Feld. Ebert sprach ver- !mittelnd; er werde alles tun, um etwaige «Gegensätze auszugleichcn. Wir geben den Inhalt der btzi dem Mittagessen gewechselten Ansprachen nachstehend wieder. Vie Debatte über den §rieden;vertrag in der französischen Kammer. Versailles, 28. Auz. (WTB.) Di- De- batte über die R a t i f t z ie r ung des Friedensvertrages mit Deutschland wurde gestern fortgesetzt. Der Sozialist D e i e a n t e vertrat den Standpunkt, daß die SBöHer den Krieg nicht gewollt hätten. Wenn man sie, einschließlich Deutschland, gefragt hätte, hätten sie sich gegen den Krieg ausgesprochen. Die Friedensbedingungen seien aus einem engen Geist heraus geboren und zögen aufs neue den Kampf der Völker gegeneimmder groß. Der radi- kalsozialistisckst Abgeordnete Margaine erklärte, daß es zwei Völker gäbe, die der Krieg nicht ruiniert habe: England und Amerika. Er tadette, daß Schantung Jäpchir zugesprochen fei, und daß Frankreich sich in dieser Frage auf die Seite Englands und nicht Amerikas gestellt habe. Der Abgeordnete Charles Benois sagte, daß der Rhein die natürliche Grenze für das Elsaß und die Saar für Lothringen sei. Die Entwaffnung Deutschlands an den Rheinufern bedeute nur eine negative Sicherheit. Es sei der größte Fehler der französischen Regierung gewesen, die separa- tistischen Bestrebungen nicht stärker unterstützt zu haben. Man hätte nicht mit dem Reiche, sondern mit den Vertretern der Einzelstaaten verhandeln viel zu sehr beengt bat Man hat die alten Wurzeln der Kraft des Deutsck^en Reiches zu durchhauen begonnen, ohne die Bildung 'teuer Zweige abgewartet z'u haben. Einigkeit und Einheit ist nicht gleichbedeutend mit zentralistischer Gleichmacherei. Wenn ich heute die schweren Sorgen über die politische innere Entwicklung unseres Volkes hier vortrage, die die würt- tomtergische Staatsregierung aufs tieffbe bewegen und sie dem Herrn Reichspräsidenten ans Herz lege, so JEarat ich das tun, weil Württemberg niemals im engen Partikularismus fein Gedeihen vor das Ganze gestellt, vielmehr von jeher treuester Kämpfer für den ReichSgcdanken gewesen ist" Sofort nach der Rede Dr. Lindemanns erhob sich Ebert und nachdem er betont hatte, daß er volles Verständnis für die eben ausgesprochenen Sovgen habe, fuhr er fort: „Abgefehm von sonstigen politischen Gesichtspunkten war es notwendig, die vorhandenen Kräfte des Reiches möglichst zusammenzufassen in eine einheitlich geschlossene Organisation. Tas zwang uns, auch manchem in den Weg zu treten, was vielleicht gerate dem Süden lieb und wert war. Aber ich darf Ihnen versichern, so fckhr wir in der Reichsleitung bestrebt waren, auf den wichtigsten Gebieten eine möglichst einheitliche Zusammenfassung ter Kräfte durch-ufühi^n, so haben wir doch nie verkannt, rote für den Fortbestand des Reiches unerläßlich ist die Wahrung ter Eigenheit unserer deutschen Stämme und die Wahrung des politischen staatlichen Eigenlebens der Einzelstaaten. Die Lage gebot, daß die auswärtige Politik ganz in die Hand ter Reichsleitung gelegt werden mußte. Ebenso betonte der Reichspräsident die Notwendigkeit der Einheittichkeit auf wirtschaftlichem und auf militärischem Gebiete, wenn die Vereinheitlichung der Eisenbahnen auf dem Wege ter Verl-andlungen und der Verständigung erfolgen werde, und die Interessen der süddeutschen Staaten gewahrt würden. Zu den Steuerfragen erklätt er: Tas Reich ist verantworllich für diese Verpflichtungen und wir können sie nicht erfüllen, wenn wir keine Möglichkeit haben, die Fmanzen des Reiches einheitlich auf diese Leistungen einzustellen. Ich kann Ihnen die Versicherung geben, daß ich es als eine meiner schönsten und wichtigsten Aufgaben betrachten werte.wenn Komplikationen zwischen den einzelnen Gliedern im Teuischen Reich entstehen sollten, vermittelnd einzugreifen und alles zu tun, um die Interessen auszugleichen." Hierauf sprach Ebert noch über die wirtschaftlichen Sorgen und gedachte ter Kriegsgefangenen. Stnttgart, 28. Ang. (Wolff.) Reichspräsident Ebert und ReichZwehrminister N o s k e haben bei ihrer Ankunft in Stuttgart an den Staatspräsidenten Dlos, ter von Wangen im Allgäu aus den Reick,'spräsitenten in Württemberg bewillkommnete, folgendes Telegramm gesandt: Staatspräsident Blos, Wangen (Allgäu), Be- zirkskrankenhaus. Soeben in Stuttgart angekommen, bedauern rotr nochmals aufrichtigst, Sie hier nicht zu sehen und wünschen rechst baldige Genesunlg. (gez.) Ebert. (gez.)Noske. Berlin, 27. Ang. Der Reichsarbeits- Minister Schlicke hat einem Vertreter der „Nationalzeitung" gegenüber erklärt, daß er zwar den Arbeitszwang ablehne, aber für die Wiedereinführung der Akkordarbeit eintrete. — Er machte in dem Gespräch auch folgende treffende Bemerkung: „Auf dem Arbecks- losenkongreß in Hamburg haben oie linksradikalen Arbeitslosen beschlossen, sich nicht an dem Wiederaufbau Frankreichs zu beteiligen. Was diesen Beschluß angeht, so kann ich nur fragen," erklärte der Minister Da» ungarische Kabinett. Budapest, 28. Aug. (Wolff.) Stefan Friedrich bildete das Kabinett in folgender Zusammensetzung : Ministerpräsident und Innenministerium Stefan Friedrich, Ministerium des Aeußem der frühere Legattonsrat Graf Emmerich Czakh, Ackerbauministerium Julius Rubinek, Handelsministerium Franz Heinrich, Finanz- Ministerium Johann Grün, Kriegsministerium General Sch netz er, Ministerium für die Bolks- ernährung Karl Erekp, Kultus- und Unterrichtsministerium Karl Huszar, Justiz ministe- num Georg B a l a g h y, Ministerium für die nationalen Minderheiten Jakob Bleyer, Volks- gesundheitswesen Andreas Csillery, Propaganda Stefan Haller, Ministerium für die kleinen Landwirte Stefan Szabo, Ministerium der Industriearbeiter Daniel O l a h. Nach einer Meldung des Ungarischen Korr.- Bureaus richtete Ministerpräsident Friedrich an die interalliierte M ilitärmission in Budapest eine Zuschrift, worin er die Konstituierung der neuen Regierung mitteilt und ersucht. eine ter Zuschrift bggelegte Note an den Präsidenten ter Friedenskonferenz Clemenceau gelangen zu lassen. Im Interesse der Möglichkeit eines erfolgreichen Ar bettens bittet die Note Cle- mcnceau, zu veranlassen, daß die in Budapest weilende Militärmission sich nicht in die innere Politik Ungarns einmenge oder höchstens nur in ber Richtung, daß sie die ungarische Regierung in ter Aufrechterhaltung der Ordnung und bei ter Wiederherstellung des wirtschaftlichen Gleichgewichts unterstütze. Ferner wird mitgeteilt, daß in drei bis vier Wochen Wahlen zur National- tierfammlung auf der Grundlage des gleichen, allgemeinen und geheimen Wahlrechtes stattsinden. Kronstadt unter Feuer genommen. P a r i s, 28. Aug. (Wolff.) Der „Temvs" berichtet aus Helsingfors: Nach militärischerseits bestätigten Nachrichten wurde Krönst a d t unter Feuer genommen. Auf der Front in Karelien begann eine Offensive gegen die Bolschewisten. müssen. Der französisch-englisch-amerikanische Schutzvertrag fei ungenügend. Nach feiner Ansicht hätte man eine lateinische Allianz gründen müssen. Alle drei Dcputterte traten für die Ratifizierung des Vertrages ein. Die Diskussion wird heute fortgesetzt. Sie hatte bisher kein größeres Interesse erweckt. Gestern wohnten Debatte ungefähr 150 Abgeordnete bei. Ebert und Hoste in Stuttgart. Die Besuchsreisen Eberts und Noskes in der Hauptstadt Württembergs sind in der verhältnismäßig stillen Ferienzeit, in der wir suns gegenwärtig befinden, zu einem politischen Ereignis geworden. Nicht nur, daß der Reichspräsident auf Vorstellungen über die in Württemberg herrschende Kohlennot hin an tden Reichswirffchaftsminister ein dringendes Telegramm gerichtet hat, worin er um Abhilfe in der Notlage Württembergs ersucht. kDas ist ein ziemlich ungewöhnliches Verfahren, das in anderen Teilen des Reiches vielleicht einige Beunruhigung Hervorrufen wird. Denn das dringende Kohlenbedürfnis haben schließlich alle, und der Reichswirtschafts- pninister wird etwas ärgerlich auf seinen Ver- Stnttgart, 28. Aug. (Wolff.) Reichspräsident Ebert .und NeichHvehrmrnister N o s k e sind heute vormittag nach 9 Uhr, von München kommend, in Stuttgart eingetnaffen. Die Sterten wurden am Hauptbahnhvf durch den Minister des Innern, Tr. Lindemann in Vertretung des erfrauften Staatspräsidenten Mos, Kultus- Minister Heymann, Unterstaatssekreiär Pitzler, General Haas und Oberstleutnant Wollwarth empfangen imb ins alte Schloß geleitet, wo eine Be- yickißungssitzungi des Staatsministeriums ftattfartb, will die Tatsachen aufführen, ^mt.und ten Staaten den Lebensraum, den siel die mirfi mehr und mehr gezwungen haben, lür sich, das Reich und die Gemeinten brauchen, gegen die Reichsleitung Stellung ru traten im Senat, Senator Httchoook, verhandelte mit Wilson stundenlang über die Stellung des Senats gegenüber tem Friedensvertrag. Hitchco^k versicherte dem Präsidenten, daß die Aussichten für die Genehmigung tes Vertrages vollkommen tefriedigend seien. Mindestens 12 Republikaner märten gegen die Abänderung tes Vertrages bezüglich Schantungs ftimmen, was zusammen mit. , . ten Regrerungsdemotraten die Abtelpmnq ter Ab- zuletzt, „beteiligen sich denn die Linksradikalen anteiuna£>antraae verbürge. Präsident Wilson gab! bis jetzt an dem Wiederaufbau Deutschlands?" Mit Gießen wird nachgelassen, nur bei trocke- münde zu beschließen. Mit warmherzigen Worten, titäten zum Kauf crnznbieten, als Sackleihgebühr des Gedenkens für unsere fern dec Heimat für das! in seine Hände zu spielen. Es sei hiermit vor Fortsetzung 45. Nachdruck verboten.) Aus dem besetzten Gebiet, --- Wiesbaden, 28. Aug. Das Pal ast- Hotel am Kochbrunnen ging für sechs Millionen Mark in den Besitz einer französischen Gesellschaft über. Aus SLadt und Land. Gießen, den 29. Aug. 1919. Arbeitsplan im Obst- und Gartenbau. Monat September. Ragna Gvendburg Montan von Anny Wothe. München überzufiedeln. hl. Von der Bergstraße, 29. Aug. Die Getreideernte ist nun beendigt und man ist mit dem Ausfall sehr zufrieden, wenn auch dir Sommerfrucht manches zu wünschen übrig ließ. Ebenso haben wir eine gute Kartoffelernte zu erwarten. Der Tabak stehl sehr schön und verspricht einen vollen Ertrag. Die Weinberge sind reich behangen. Kreis Wetzlar« vollen Handel — schmachvoll für uns beide — einzugehen. Ich liebe einen anderen Mann und werde sein Bild immer in meiner Seele tragen, aber er wird mir niemals gehören, wie ich niemals die Ihre werden kann. Sie sehen, wir tragen gleiche? Leid." Wortlos zog er Ragnas Hand an seine Lippen: „So leben Sie., wohl und bewahren Sie mir Ihrs Freundschaft. Wollen Sie das?" ,^Jmmer," sagt- Ragna warm, „innrer, Lo- tenzen." Tann war er gegangen, ohne tfyre gebotene Gostfremckschaft in Anspruch genommen zu haben, und Ragna saß am Ferrster ihres Arbeitszimmers und blickte auf das Moer zu ihren Füßen, und es war alles so dunkel um ste her, obgleich die gol-, bene Wintersonne hell in das Zimmer lachte und draußen tausend Hunte Lichter auf den weißen Schnee warf. _ Tie Posttasche wurde gebracht. Mrt ungeiwölyr- licher Haft entnahm Ragna die eingegangenen! Briefe derselben. Ta war ein gärtner Stoß von Danksagungen schwärmerisch veranlagter Leser und Leserinnen, die der Autorin mehr ober minder schwülstige Schmeicheleien sagten, da war ein An- Mbot eines Verlegers für ein n?u zu schreibendes Werk. Korrekturen, und da — Ragna stockte — war das nickt Svens Hcuckschrist? Mit zitternden Händen löste sie daS Kuvert. Zwei Bri'.fe fielen ihr entgegen. Ter eine war ein Brief von Sven an sie und der -werte — hier stockt: Ragnas Herzschlag, ein Brief ihrer Schwester an Sven. (Fortsetzung folgt! ra. W e tzl ar, 29. Aug. Ter StaatsDmmissao für Wohnungswesen in Berlin hat der Geschäfts- stelle des hiesigen Spar- und Bauvereins telegraphisch die Nachricht zukommen lassen, daß das Reiche und der Staat für das Bauvorhaben der Genossenschaft einen Baukostenzuschuß von l1/, Millionen bewilligt hat. Es handelt sich um die Errichtung von insgesamt 126 Wohnungen an der Hermannsteiner Straße und Stoppelberger- hohl. Tie Genossenschaft gedenkt noch bis zum Herbste einen Teil der Wohnungen unter Dach zu bringen, damit die Bezugsmöglichkeit zum Früh-' jahc gegeben ist. wa. Atzbach, 28. Aug. Einem Schwindler, der sich Gerhardt nannte, ist es dieser Ärge in Atzbach gelungen, sich 625 Mk. unter dem Vorwand, er fei von der Landwirtschastskammer in Kassel beauftragt, Thomasmehl in großenQuan- Kauf anzubieten, als Sackleihgebühr Ragna hatte der Abschied Sigrids mit Angst und Unruhe erfüllt. Bald,aber kamen beruhigende Briefe der Schwester. Es schien, als ob Sigrid sich langsam in der milden, weichen Lust erholte, und als ob mit der wiürerkehrenden Gesundheit auch Sigrids Stimmung besser, versöhnlicher und steu- diger würde. Sven schrieb nicht. Nur Grüße scmdte er durch Sigrid und ab und zu Fragen muh dem Kinde, das sich überaus glücklich entnnckelte. Ragna hatte sich mit ihrem kleinen Pflegesohn, wie sie Sven nannte, nun ja leidlich und behaglich eingekapselt. Ihre Zeit nahm die Pflege des Krudes, in der sie die alte Chaja wirksam unterstützte, und ihre schriftstellerische Tätigkeit mehr als genug in Anspruch, und doch« fühlte sie fortgesetzt immer wieder etwas wie eine geheime Beruhigung und Angst durch ihre Seele ziehen, ohne sich den Grund erklären zu können. Cures Tages, es lag schon tiefer Schnee, war ihr auch plötzlich Arne Lorenzen gemeldet worden. „Ihre Frau Schwrster war so liebenswürdig," sagte er beim Eintreten, „mich zu sich einzuladen, und obgleich ich weiß, daß ich sie nicht daheun finde, möchte ich doch nicht den Norden verlassen, ol'ne Sie begrüßt zu haben." Ragna reichte Arne warm dre Hand. „Sw find mir immer zu jeder Zeit willkommen, Herr Doktor," sagte sie, „schauen Sie nur meinen kleinen Pflegling an, ist er nicht süß?", . ' Damit hob sie das Kind, das m seinem Moses- korbe lächelnd ihr zur Seite ruhte, hoch empor und zeigte es ganz stolz Arne. Ter sagte nichts, sondern sah sie nur nut einem langen Blick an, und Ragna errötete leicht unter diesen fragenden Augen. „Wie schade, daß ich Sie nun diesen Winter in Berlin nicht sehen werde," sagte Doktor Loven- zen nach einer Weile unbehaglichen Schweigens. „Doktor Metzner, mit dem ich im eifrigen,Briefwechsel stehe, sagte mir, daß Sie voraussichtlich den ganzen Winter hier bleiben wollen. Wie trost- l,)s für Sie, hier in dieser Einsamkeit." Ragna lächelte. „Es ist ja meine Heimat, bester Doktor, und dann daS Kind — sehen Sic nur 'een kleinen Schelm, wie er Sie verschmitzt anlächelt, gleichsam als kennt er seine Macht, die er auf mich ausübt." „Ist es denn aber überhaupt notwendig, daß Sie hier Kinderwätterin spielen," fragte Arne Lorenzen mit leiser Ungeduld in der Stimme, „und wirklich bis zum Frühjahr? Das ist ja Selbst- morb. Man sehnt sich in Berlin nach der Verfasserin des „Glaubens", wie mir Metzner schrieb — die gute Seele sorgt natürlich mit Feuereifer vafür, daß alle Zeitungen von Ihrem Buche voll sind — man will Sie feiern, beioundem — Sie geben viel auf, daß Sie hier bleiben." „Nein, liebster Doktor, wirklich gar nichts — ich werde hier nichts vermissen." „Aber wenn Sie im Frühling wiederkehren," fragte Arne Lorenzen, mit höchster, qualvoller Angst in der Stimme, einen stnsteren Blick auf den kleinen Svendburg werfend, der mit seinem ungeschickten Kinderhändchen soeben in Ragnas Aus Heften. Die oberhcssische Bauernbewegung. ** Großen-Buseck, 29. Aug. Am letzten Sonntag sand im Saale des Gastwirts Brück eine -stark besuchte B auernversammlung statt. Nack einigen einleitenden Worten des Worsitzend'.n, Landwirt Reinhard Münch«, spracht Lwidwirt Karl S ch w a l b. Er- betonte, daß es endlich an der Zeit sei, daß sich die Bauern ebenso organisieren tote die anderen Stände, um Niederlagen, wie b'i den Wahlen zur Nationalversammlung und Bolls- lommer künftig zu vermeiden. Weiter warnte er die Bauern, sich von den Versprechungen der Sozialdemokratie einfangen zu lassen. Sie Hütten stets alle Forderungen der Landwirtschaft bekämpft. Jedem Zvllschutz auf landwirtschaftliche Erzeugnisse sei von ihr mit allen Mitteln cntgegengearbeitet worden. Auch die sozialdemokratische Presse habe meist auf unsachliche Weise gegen die Bauern ge» lxitzt. Zum Schlüsse wurde eine Ortsgruppe des Bauernbundes gegründet, der sofort 105 Mitglieder beitraten. Zum 1. Vorsitzenden wurde Landwirt Karl Schwalb, zum zweiten Vorsitzenden und Beisitzer die Landwirte Reinhard Münch, Wilhelm Schmidt und S. Harbach gewühlt. -s-Alsfeld, 29. Aug. In den letzten Wochen wurden in zahlreichen Orten des Kreises Ortsgruppen des Hessischen Bauernbundes! gegründet, so in Elpenrod mit 46 Mitgliedern, un Sckadenbach mit 26 Mitgliedern, in N ie- der-Ohmen mit 50 Mitgliedern, in Billertshausen mit 26 Mitgliedern, inBrauer- schwend mit 30 Mitgliedern, in Schwarz mit 55 Mitgliedern (Vorsitzender Georg Krug II), in Kirtor s mit 80 Mitgliedern (Vorsitzender Karl Lutz), in Nieder-Osleiden, in Appenrod mit 34 Mitgliedern (Vorsitzender Heinrich Gaub), in Bernsfeld, in Bleidenrod und in Leusel. _ Groß-Eichen, 29. Aug. Hur wurde eine Ortsgruppe des Hessischen Bauernbundes gegründet, der sofort 63 Mitglieder beitraten. Vorsitzender wurde der Landwirt Heinrich Krebs. Eine gleiche Ortsgruppe wurde in Stumpertenrod mit 56 Mitgliedern gegründet. Vorsitzender toutbe Heinrich Steinl. ** Amtliche Personalnachrichten. Der Finanz aspirmtt Ernst S e y f f e r t zu Gießen wurde am 25. August zum Bureaugehrlfen und Airdrvas S ch r ö d e r aus Gießen zum Werkmeister an der LandeS-Heil- und Pflegeanstalt zu Gießen ernannt. ** Tas Fest der silbernen Hochzeit feiern heute dre Eheleute Johannes Lang und Frau Margarethe geb. Pfester, Neuen Bäue 5. ** Gefangenen Heimkehr. Wie uns aus dem Durchgangslager auf dem Lechfeld von einem heimkehrend-en Gießener mrtgeteut wird, treffen die aus serbischer Internierung zuriickteh- reitben .Mannschaften, der Armee Mackensen voraussickitlich Sonntag in Gießen ein. Eine zrem- tidic Anzahl der Heimkehrer sei in Gießens Umgebung beheimatet. ** Käse-Verteilung. Ab SamStag gelangt in den Kleinhandelsgeschüsten auf den Bezugsabschnitt Nr. 3 Halbfettkäse zur Erteilung. Auf jeden Bezugsablchnitt entfallen 50 Gr. zum Preise von 35 Pf. _ ** Ein Mili tür-S t reich-Konzert der Kapelle des hiesigen Reichsw ehrregiments unter Seitimg des Obermusikmeisters Wilhelm Löber und der solistischen Mitwirkung des Tarmstädter Cornet ä Piston-Virtuosen Lours Kümmel saiid gestern abend auf der Liebigshöhe statt. Die Musik- solge war äußerst geschickt zutzmmengritellt. Tie Klänge klassischer Musikstücke, Volkslieder, Opern- uiii> Operettenschlager lösten sich in buntem Reigen ab und versetzten die beifallsfreudigen Zuhörer oft in Helle Begeisterung. Obermusikmeister Löb er verstand es, mit energischem Taktschlag seine feldgrauen Streicher und Bläser, die mit gewohnter Aufmerksamkeit folgten, mitzureißen. Vor allem wurden Webers Aufforderung zum Tanze, die Meditation von Bach und der Verdische Trmmph- marsch aus Aida ausgezeichnet zur Wiedergabe gebracht. So folgte in gut gespielten Musikstücken eine mundende Speise der anderen und als Würze des Abends hatte man sich aus Darmstadt Kümmel verschrieben. Tas Publikum war über das klangschöne Trompetenblasen des bekannten Kammervirtuosen entzückt, den wir noch oft hier zu begrüßen hoffen. ** Auflösung der ViehhandelS- verbände? Es wird uns geschriebenü Die Stunden ber Viehhandel Sverbände scheinen gezählt, denn immer mehr machen sich die Strömungen gegen ihre Tätigkeit geltend, und die Nachrichten, daß die durch Viehhandels verbände zur Ablieferung aufgerufenen Schlachttiere durch die Viehkommissionäre nicht angeliefett werden, mehren sich aus allen Gegenden des Landes immer mehr. In gleicher Weise erfolgen dagegen zahlreich die Angebote von Schlachttieren im freien Handel. Ganz ungeniert werden von den Tierhaltern die schlachtreifen Tiere, manchmal in großer Zahl, an geboten, und aller Wahrscheinlichkeit nach von den Metzgern vielfach trotz des Verbotes von diesen Angeboten auch Gebrauch gemacht. Die viehzüchtenden Landwirte stehen durch die Einfuhr des dänischen Viehes zu entsprechend hohen greifen auf dem Standpunü, daß auch sie jn gleicher Weise für ihre oft ebenso wertvollen Tiere bezahlt werden müßten, während sie jetzt durch die festgesetzten Höchstpreise kcmrn ein Drittel dessen erhalten, was für das auslärrdrsche Fleisch gezahlt wird. Die jetzigen Zustande sind nicht mehr lange haltbar, denn die.in letzter Zett zur Ablieferung gekommenen Schlachttiere futb meist sehr minderwertig und ihre Zahl so gering, daß sie lange nicht mehr zur Belieferung der tFleischminimums für die Bevölkerung aus- reichen. Die Regierung wird gut tun, sich bald darüber klar zu werden und entsprechende Maß- ♦* Der Landeslehrerverein für Hef- sen hält nächsten Samstag und Sonntag rn Darm stadt seine dicsjäl-rige Hauptver- ammlung ab. Zugleich tagen der Deutsche Le hrerverein für Natur kunderm Kcnscr- äal und der Feuerversicherungsverband der Hess. Lehrer. Es herrschte feit einiger Zeit eine lebhafte Bewegung und Agitation besonders in den Kreisen dec hessisck-en Junglehrer, die eine anbereJBercin^ teitimg anstreben, da ihnen die lefcige anscheinend nicht weit genug links steht. Man i)t daher allgemein auf den Ausgang der diesjährigen Hauptversammlung sehr gespannt. ** Versammlung der inaktiven Unter ossizie re. Tie Ortsgruppe Gießen vom Verband inaktiver Unteroffiziere und Mann- .galten Deutschlands hielt gestern abend im Ge- verkscl-aftshaus eine Versammlung ab. Twele- Berlin sprach über Zweck und Ziele sowie die Gerichte des Verbands. Beruf und Beschäftigung er den inaktiven Unteroffizieren durchs den Krieg »erLoren gegangen. Ter Verband sei gegen Radi- alisieren und auch bereit, Arbeiter nach Nordfrankreich zu senden, aber als freie Menschen, als Ge- nossensckastler, als Selbstuuternelstner, dort fänden wir auf mindestens zehn Jahre Arbeit für 600 000 Mairn. Tann gäbe es viel Arbeit in den Kohlen- gebicten, in Rheinland und Westfalen filr 200 000, in Schlesien für 50000 Mann. Wir dürfen unser Vaterland, für das wir jahrelang gekämpft haben, nicht zugrunde gehen lassen. Im neuen Heer muß der.Kapitulantenunterricht zu einem allgemeinen Soldatenunterricht werden, bimfle Elemente dürfen keinen Platz darin haben, Politik darf nicht ge- trieben werden. Vor allem muß auch! daS National- bewußtsein im deutfckien Volke gestärkt werden. Für den Verband aktrver Unteroffiziere sprachen Ge ns Heimer und Queckbörner, letzterer trat für ein Zusammengehen beiden Verbünde ein; Saniläts-Sergsant Wackwitz betont die Ungleichheit, ja Zurücksetzung des Sanitätspersonals in der Klinik gegenüber den Regimentssanitätern sowohl in Löhnung als auch in Teuerungszulagen, und bittet, Abhilfe anzustreben Jn den ausgelegten Listen trug sich eine größere Anzahl neuer Mitglieder ein. ** „Lübeck, das Haupt der Hansa". Ueb:r dieses Tsema sprach gestern abend Dr. Hans Speth manu, ein Sohn dieser Hansestadt, in der Neuen Aula vor einem leider sommerlich zusammengeschrumpften Auditorium. In seinen einleitenden Worten ging er auf die Bedeutung der Wasserkante, der Lunge des deutschen Vaterlandes, ein und leitete dann zu dem eigentlichen Thema über. Lübeck, seit vier Jahren nach völliger Abschnürung Limburgs und Bremens dec größte Hafen des Reiches, sei während des Krieges schwer reich geworden. Tann unternahmen mir mit dem Vortragenden einen Rundgang durch die Stadt; ausgezeichnete Lichtbäder illustrierten feine Worte. Von dem sehr alten, aber trotz feiner etwas eingesunkenen Lage immer noch wuchtig erscheinenden Holstentor wurden wir zum Zentrum der Stadt, zum Marktplatz geleitet, besichtigten das ehrwürdige Rathaus, ein alter gotischer Bau aus schwarz glasierten Ziegeln mit Giebeln und Türmchen und einem Reiraissancevorbau und alter hvllündisck)er Renaissancetreppe, wo feit Jahrhunderten, feit den ruhmreichen Tagen der Hanse, der im wahrsten Sinne des Wortes königliche Kaufmann herrschte. Von der Stätte deutschen Bürgersinnes und Bür- gcrfleißes wendeten wir uns zu der nahegelegenen über 600 Jahre alten Marienkirck^e, eines der schönsten Tenkmäler niederdeutschen Backsternbaues mit ihren beiden mächtigen Türmen, Bon denen der eine, 126 Meter hoch, eine wunderbare Fernsicht gestattet. Diese Kirche, eine Anlehnung an die nordsvanzösischen Kathedralen, sei im Ostsee- gebiet für Hunderte von Gotteshäusern Vorbild gewesen. Ter Vortragende, der es nicht bei ttocke- nen Erläuterungen der Bilder bewenden ließ, machte manck interessanten Ausflug geschichtlicher und kulturhistorischer Art, wie er seinen Hörern überhaupt das Leben und Fühlen der Hanseaten deutlich zu machen suchte. Er führte uns nun nach dem schon 1173 von Heinrich dem Löwen als 'Basilika erbauten, später emittierten Dom, um uns bann am entgegengesetzten Ende der Stadt die malerisch gelegene Burg vor Augen zu führen. Nach dem Besuche eines alten Patrizierhauses machte uns Dr. Spechmann mit dem Herzen der Stadt, dem Hafen, befamrt. Wenn er auch infolge der Nachwirkungen der Blocbrde noch heute in unfreiwilligem Schlummer liege, so werde er hoffentlich recht bald aus seinem Tvnv- röschenschlaf erwachen. Nun verließen wir die eigentliche Stadt, um uns mtt der näheren Umgebung vertraut zu machen. Der Vortragende führte uns traveabwärts, ließ manch schönes Land- schastsbild der von prachtvollen BuihpntoLlbern durchzogenen Seengegend vorüberziehen, machte uns mit alten niedersächsischen Bauerndörfern mtt ihren prächtigen Fachwerksbauten bekannt^ um seine Wanderung mit dem ehemaligen Fischerdörfchen, jetzt weltbekanntem Badeorte Trave- Tomaten über dem letzten Fruchtbüschel kappen. 1 Spargelbeete noch zweimal hacken. Die Obsternte ist in vollem Gange, täglich sind Früchte reif -um Pflücken. Trauben am Weinspalier durch Vorsetzen von Mistbeetsenstern zur besseren Reise bringen. Erdbeerbeete gründlich sauber macken, cutranken, mit kurzem Dünger belegen. Blumenzwiebeln und ^Frühiahrsblumen auspflanzen. Blu- meuzwiebcln in Töp-se setzen und diese in die Erde cnigraben. Gcwöchshauspflanzen eintovfcn: Pelargonien, Begonien, Nelken usw. Obftbäume für Herbstpflmizung bestellen und alles für Herbstpflanzung jyrberetten. Zur Kompostbereiluug neues Material sammeln, auf Haufen bringen, festpackeu und durchfeuchten. Wühlmäuse vergiften oder abschießen. Kreis Schotten. Up. Bvm Vogelsberg, 28. Aug. (Segen* über dem Vorjahr haben wir heuer ein sehr schlechtes Pilzjähr. Champignons, die auf den frisch, gemähten Heuwiesen in großen Mengen wuchsen, sind jetzt kaum zu finden. Auch im Wald sind sie nur sehr spärlich zu finbnL Kreis Friedberg. dz. Friedberg, 29. Aug. Das Landes- Arbeits- und Mrtschaftsamt ermächttgte den Bürgermeister, eine lieberlaffung von Woh- rüumen an Personen, die von auswärts zu- ziehen, ohne Zustimmung des Mietseimgungs- amtes zu verbieten.und den Aufenthalt Don Per- fönen in Gastböfen, Wirtschaften und dergleichen auf eine gewisse Zeit zu beschrünten. Starkenburg und Rheinhessen. sw. D a r m ft a d t, 29. Aug. Die (SrönbungS* Ausstellung der neu entstandenen Darmstädter Sezession, zu der Maler, Bildhauer, Klunst- gewerbe mrd Schriftsteller zählen, wird Anfang Blondhaar fuhr, „was bann, Ragna, wie wird es baitn sein?" Ragna erbebte. Sie fühlte, sie stand ant einem Sckeideweg — einmal den Weg betreten, gab es für sie kein Zurück. Blitzschnell flogen die Gedanken durch ihre Seele. Wenn sie Arne ihre Haud reichte, richtete sie die sicherste Scheidewand zwischen sich und Sven, den Gatten ihrer Schwester, auf. Sven würde sie bann für immer für sich verloren betrachten und nur für Sigrid leben. Und Sigrid? WüÄ-e für sie auch das Opfer nicht umsonst gebracht fein? Würde sie lernen, ben Vater ihres Kindes lieben? Ragna schauderte. Ihr graute vor diesem „Umfbnft''. Und Avne? hatte er nicht den Anspruch auf ein ganzes, ungeteiltes Herz? Er war ihr lieb und wert, als geistiger Gefährte sie schätzte, sie ehrte ihn, aber Liebe toar das nicht, was sie für ihn empfand. Für Sigrids Glück durfte sie wohl das eigene opfern, aber nicht das eines Arne Lorenzen. „Wenn ich zurückkehre nach Berlin, lieber Freund," sagte sie herzlich, „bann wird es nicht anders fein, als früher, nie." „Nie!" sagte Avne, und eS klang wie em Schrei. „Nein, liebster Freund," entgegnete sie sanft. „All mein Lieben, all mein Denken wurzelt hier," sichte Ragiia, mit tränenvollem Blick ihm in die Augen feljenb, hinzu, „ich würde Sie betrügen, wollte ich Ihnen Hoffnungen machen, die ich nie crftllleii kann. Sie werden mir natürlich in Ihrer selbstlosen Güte sagen. Sie wollten um meine Liebe dienen, sie zu erringen suchen, tote schon ein ft aber ich muß Ihnen auch heute sagen, baß Sie mir zu wett und lieh sind, um solch einen schmach6ine DeviscnbcschaffungSstclle. Berlin, 28. Aug. (Wolfs.) Jin Auftrage deS Rrichstoirtsckrastsministeriums hatte der Kommissar deS diktatorischen Ausschusses für Lebens- Nnd Futtermittel die Rrick>sbank und die der Stem- Velvcreiniguna angehörigen Banken am 27. Aug. 8u einer Besprecluing über De visenf ra g en än daS Rrichstoirtschaftsministerium cingeladen. Es wurde u. a. mitgeteilt, daß eine Devi sen- beschaffungsftelle, Gesellschaft mit beschr. Haftung, gegründet wurde, die die Aufgabe hat, nach der bevorstehenden Aufhebung der, Devisen- vrduung für die sämtlichen Reichscinfuhrstellen tote zur Bezahlung der gekauften Waren erforderlichen ausländischen Zahlungsmittel zu beschatten, ißn den Aussichtsrat sind das Reichswirtschasts- Nmnnfrerium, das Reick)sschatzministerium und die Zteichsemsuhrstellen vertreten. Zum Geschistssührcr Vvurde Max Seckel bestellt. Die Geschäftsräume befinden sich SBeriinW 7, Am Weidendamm la. Die „neutrale Zone". Berlin, 28. Aug. (Wolff.) Jn der Drage der Besetzung der neutralen D0-Kilonieter-Zone östlich des Rheins (durch Deutschland wurde soeben durch Mar- fschall Foch der deutschen Waffenstillstands- Kommission in Köln als Entscheidung des Dbersten Rates in Paris mitgeteilt, daß Deutschland berechtigt sein soll, provisorisch drei Monate nach Inkrafttreten des Friedensvertrages in diesem Gebiete eine Truppenmacht von 20 Bataillonen, 10 Es- ckadronenundzweiBatterienzu un- -terhalten, da die im Friedensvertrag für dieses Gebiet vorgesehene deutsche Gendarmerietruppe nach dem Stande von 1913 zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung nicht ausreichen würde. Deutschtum kämpfenden Brüder schloß Dr. Speth« mann feinen mit Beifall aufgenommenen Vortrag. ** I rn Lichtspielhaus wird ab morgen „Dec Jäger von Fall", ein Jägerdrama a. d. bauet. Bergen von Ludwig Ganghoser gegeben. Ferner tritt Lotte Neumann in „Schweigen im Walde, 2. Teil", nach dem Roman von Richard Skowronnek, auf. Landkreis Gietzcn. -m. Hungen, 29. Aug. Im nahen Hofgut Hof-Graß wurde gestern ein Viehwärter von einem Bullen angefallen und erheblich verletzt. Tie Tiere befanden sich auf der Weide, wo der Bulle störrisch wurde und nach einer Züchtigung des Wärters auf diesen eindrang Von hinzu kommenden Leuten wurde er schließlich aus seiner gefährliche Lage befreit,- jedoch hatte ihn das wütende Tier schon so zugerichtet, daß er schwer darniederltegt. Kreis Alsfeld. Up. Ruppert en rol^ 28. Ang. Ms UN-- seret früherer Gemeinberechmet, Heiiirich' Philip p i V., der mit ungewöhnlichem Pflichcheifer imb Treue das (Einnehmernnrt beinahe 40 Jahve lang- geführt, starb, führte sein Sohn, Georg M-ilippi, das Amt weiter. Aus freien Stücken trat er zurück, und an feiner Stelle wurde bet KrieHbeschäldigte Heinrich Seim durch! das Los zu feinem Räch' folger bestimmt. Durch die Kveisbehörde geprüft und bestätigt, hat der neue Gememberachner sein Amt nun angetreten. up. Aus dem Ohmtal, 29. Aug. Es ist lange nicht Dorgdkrnnnen, daß hier Getreideernte; und Grummetmachen zusammensielen, ja, daß letzteres vor dem ersteren zu Ende gebracht wurde. Die Preise für das Grummetgras find erttfprecheub den Heugraspreisen sehr hoch. Landkreis Gietzen. U Lang-Göns, 28. Ang. Am SmrnLrg beging Schwester Justila Abel ihr 25jahriges Jubiläum als Schwester der Kleinkinderschlule. Aus diesem Anlaß fand eine Kinderfeier statt. Tte Kinder erhielten Geschenke. Ter gemischte Chor imb Posauwenchvr trugen zur Verschönerung des Festes bei. Pfarrer Grot von Rödgen hielt die Feste rede. Schwester Abel hat sich in ihrer 25jähr Tätigkeit große Bekiebtheit erworben. Von biet Gemeinde imb Kirche wurden ihr Geschenke überreicht. nahmen zu ergreifen. ** Hessische Staatsanleihe. Wie aus dem gesteigen Jnievat zu ersehen ist, können nunmehr die Zwischenscheine der 4prozentiaen Hessischen Staatsanleihe von 1919 bei folgenden Banken in die endgültigen Stücke mit nächstfälligem Zinsschein auf 1. Oktober 1919 umgetauscht werden: Bank für Handel und Industrie, Niederlassung Gießen, .Gewerbebank e. G. m. b. D., Gießen. Direktion der Disconto-Gesellschaft, Zwcig- _ ................. stelle Gießen, Hessischer Bankverein A.-G., Filiale nem "Wetter "ist 'es nötig.“ Radies, Wintersalat, Gießen, und Mitteldeutsck)e Cvedttbmtk, Filiale Spinat und Rapünzchen säen, Endivien binden. I Gießen.___________________ Wetter Datum Niederschlag Höchste Temperatur am 28. 8. =24.3’, 29. 8. = 20.3°. Niedrigste die 22.4 20.5 18.8 10.4 11.9 12.7 51 66 79 wechs. bewölkt nachts Gewitter 7 0 10 1.2 mm 55 S ■2.n S 3 Sei D- M B-O H Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Wettervoraussage für Samstag: Gewitterneigung, Temperatur wenig geändert. Vorwiegend südwestliche Winde. vermisste». Der Massenmörder Schumann. * Berlin, 28. Aug. (Wolff.) Gestern erhiTyr imb der Absatz der 1cnü>wirtschastlrchen Er- tzeugnisse. ZK eo 28. 8. 28. 8. 29. 8. a W m E sir& stark verwest. Beide Seiden wurden nach dem Leichenkeller in Falkenhagen gebracht. Zweifellos handelt es sich mit die Leick.en des 19jährigen Volontärs Walter Ritdvrf und der 18jährigen Charlotte Biedermann aus Charlottenburg. Man fand zwei Ringe des Mädchens und die llhr und das Portemonnaie des jungen Mannes bei Schumann. ... Kriminalpolizei, daß der Massenmörder Schumann sich auch als Höhlenbewohner betätigte. Kriminalbeamte sanden 400 Meter vom User des Falken Hagener Sees entfernt im Gehölz eine Höhle, worin sich Schumann aufgehalten hat. Tie Beamten entdeckten darin die Leiche eines jungen Mannes. Etwa 50 Schritt von der Höhle entfernt fanden sie die Leiche eines jungen Mädchens, die etwa eine Handhoch mit Erde bedeckt war. Tie Leichen waren, beretts wrrtschaftskammer fitr 1919. — Das Lckndes- volizciamt beim Staatskomnrissor für BoWernäh- rung in Berlin (früher Kriegswucheramt?. — Die Krrishaushaltungsscchcke. — Die Beitreibung der Genreindegefälle. — Berbrauchsregelung der in die öffentliche Bewirtschaftung genommenen Nährmittel. --Zuckervcrbrauchsregelung. — Feld- bereinigung Grüningen: bie Arbeiten des II. Abschnitts. — Feldbcreinigung in der Gemarkung Klein-Linden. — Feldbereinigung TreiS an der Lumda. — Befunden — Verloren. * Darbury tt. b. Elbs, 28. Aug. (Wolff.) Heute nacht explodierte ein Benzintank im Erttattionsgebäude der Tlwereschen Oelfabrr- ken »nährend im Betriebe gearbeitet wurde. Acht Personen wurden getötet, zwei werden noch vermißt. Ter Schaden ist groß. * Bescht du mei Babbe? In der ,,Wln. Ztg." lesen wir: Jüngst find aus Frankreich zahlreiche Kriegsgefangene aus dem Saargebiet vor anderen hermgekehrt. Unter den aus dem Krepe Saarbrücken Stammenden wurde auch cm schon im Jahre 1914 in Gefangenschaft geratener Krieger erwartet, dem bald nach Kriegs beginn eine kleine Tochter geboren war. Vater und Tochter hatten sich noch nie gesehen; um so lebhafter pocht dem unbekannten Vater das Herz des inzwischen beinahe fünfjährigen Kindes entgegen. Von der Mutter Hand geführt, trippelt es in aller Aufregung zwischen den Entlassenen umher, um treu- herzig an bi*ien und jenen die Frage zu richten: „Bescht du mei Babbe?" Umsonst, sie gehen kopfschüttelnd vorüber, die fremden Diänner. Endlich, da lammt er, ja, das ist der Babbe! Dem Feldgrauen rinnen Freudentränen über die Wangen, nimmt sein Kind auf den Arm, läßt sich von seinem Töchterchen die rauhe Backe streicheln und den echt kindlichen Trost gern gesallen: Babbe, du muscht net heile, mir Han ach zwer Leggelcher (Ziegcw- lämmer) dehämm." 28.8.= 9.5°, 29. 8. =16.0°. Landwirtschaft. ** Landwirtschaftliche Genossenschaften. Im Laufe dieses Monats wurden im Kreise Gießen in den Gemeinden A l b a ch, A l - lendorf a. d. Lda., Harbach, Watzenborn-Steinberg und W i e se ck Landwirt- --- H ö ch st a. M., 28. Aug. In einer Borvrt- gemeinde schreitet in den nächsten Tagen ein seltsames Paar zum Traualtar. Ein 30jäyriger Witwer heiratet seine — Schwiegermutter, die 55 Jahre zählt. Welche verwandtschaftlichen Kuriositäten durch diese Verbindung entstehen, kann sich jeder Leser selbst ausrechnen. Ter junge Ehemann wird z. B. sein eigner Schwiegersohn, die bisherige Großmutter seiner Kinder jetzt deren Stiefmutter noch dazu, ine Kinder sind Enkel und Stiefkinder der Fran zugleich usw. usw. ** Eine glückliche Gemeinde ist Schwanheim a. M. Tort hat man es fertig gebracht, daß der wucherische Zwischenhandel beim Bezug der wichtigsten Lebensmittel fast völlig ausgeschlossen ist. Tie Kartoffeln bezieht die Gemeindeverwaltung von den ortseingesesienen Landwirten, die ihre Frühkartoffeln bereitwillig zu 12 Mk. den Zentner abliefern. Tie Gemeinde verabfolgt dann die Kartoffeln zu 15 Pf. das Pfund an die Einwohnerschaft. Falläpfel sind dort durchweg zu 20 Pf. das Pfund erhältlich. Brennstoff erhält jeder Bürger zu dem sehr billigen Preis van 17—20 Mk. das Festmeter (Friedenspreis) im voraus und kann sich sonst noch, so viel er braucht, im freien Kauf erwerben. schastliche Bezugs- und Absatzgenossenschaften gegründet. Der Zweck der (Unternehmen ist auch hier der gemeinsame Bezug von Bedarfsstoffen Um gttott#*, saD er fern Manöver auch an Unteren Orden wiederholen sollte. । ra. Dutenhofen, 29. Aug. Die Vorteile der Zusammenlegung der Feldmark (527,6 Hektar» kommen schvn jetzt zur Geltung, imb kein Landwirt möchte die alten Zuständ: zurüch- wünschen. Tazu ist durch die neu angelegten Stra- fcen reichlich Baugelände geschaffen und der herrschenden Wohnungsnot kann abgehvlfen werden. Hessen-Nassau. / — Frankfurt a.M., 29. Aug. Die Aufsehen erregenden Beschlagnahmungen der Lier einlaufenden Oele und Fette aus dem ^besetzten Gebiet durch die .Reichsfettstelle wurden gestern mittag in einer Konferenz erörtert, der »auf Einladung der Handelskammer zahlreiche an der Frage interessierte Körperschaften beiwohnten. Es wurde mitgeteilt, daß Verhandlungen auf Einstellungen der Beschlagnahmungen im Gange seien, arnd daß die Reichssettstelle zum 1. Oktober ihre AätigAeit überhaupt einstelle. Zur Wahl zum Provinzialtag werden die Abstimmungsergebnisse, sowie die Ermittlung des Wahlergebnisses von Montag den 8. September, vormittags 9 Uhr ab, im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen zusammengestellt. Das Kriegswucheramt ist dem Staats- kvmmissar für Volksernährung als selbständige Polizeibehörde untersteltt worden und führt den Namen „Landespolizeiamt beim Staatskommissar .für Volksernährung". Die Nährmittel, die bei den Kleinhan- delsgeschäften bestellt sind, können von den Bestellern vom 2. September ab bezogen werden. Der Bezug kann nur bei dem GesclM erfolgen, bei dem oic Bestellung aufgegeben imrrix. Dabei ist die Nährmittelkarte mit vorzulegen. Nähr- mittelkarten ohne die betreffender Marken be- vechttgen nicht mehr zum Bc^ug; einzelne abge- tremtie Quittungs- und Bezugs marken sind wertlos. Es entfallen: aus dre Nährmittelkarte B (rote Fabre) Marke 52 100 g ©rieft, 250 g Hafer- flocken, 250 g Marmelade: auf die Mhrmittel- karte U (blaue Farbe) Marke 63 250 g Teigwaren, 250g Graupen, 250g Suppen, 500g Marmelade. Bis zum 12. September von den Bestellern, nicht abgenommene Warenmengen sind der Großhandelsvereinigung ,E. G. m. b. H. Gießen bis zum 22. September anzuzeigrn. 750 g Zucker werden für den Monat September auf den Kopf der Bevölkerung ausgegeben. Mit Ablauf des 15. Oktober verlieren die Marlen 120, 121 und 122 ihre Gültigkeit. Gefunden wurde in der Zeit vom 1. bis 15. August in hiesiger Stadt: 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Manschettenknvpf, 1 Gummigürtel, 1 Brosche mit 2 Photographien^ 1 Damenuhr mit Ledkrarmband, 1 Zwicker, Papiergeld, 1 Schere: verloren: 6 Portemonnaies und Geldtaschen mit Inhalt, verschiedenes Papiergeld, 1 silberne Hcrren-Remontoiruhr mit Kette, 1 Brosche mit bunten Steinen, 1 silberne Brosche in Hufeiseir- form, 1 Kriegsanleiheschein über 500 Mark nebst Buch, 1 goldene Tarnenuhr. Letzte Nachrichten. (Ein neuer Putschversuch in der Pfalz. Mannhe im, 29. Aug. (WTB.) Ter feit einigen Tagen erwartete mti) bereits früher an- gelündigte Putschversuch der Landauer Hochverräter scheint heute nacht in der Pfalz in Szene Msetzt worden zu sein. Bis jetzt liegen nur Nachrich^ten aus Ludwigsha fen vor. Dort maduten nachts 12 Uhr eine Anzahl Anhänger von Haas den Versuch, das Hauptpostamt zu besetzen. Ter Versuch scheiterte zunächst an dem Widerstand der treuen Beamten. Gegen 4 Uhr wurde der Versuch erneuert, bei dem die Hochverräter auch Handgranaten ivarftn. Es sollen auch französische Soldaten am Kampfe teilgenom- men haben. Tie Beamten leisteten toieberum kräftigen Widerstand, wurden aber anscheinend überwältigt. Ter Vorstecher des Hauptpostamtes sowie ein Unterbeamter — Namen sind noch nicht fest- gestellt — wurden im Kampfe getötet. Heute morgen ist das Hauptpostamt von französischen Soldaten besetzt worden, die jeden Eintritt verwehren. In Ludwigshafen kündeten Wäkate die Pvollamierung der pfälzischen Republik an. Ebert und Noske in Süddeutschland. Karlsruhe, 29. Aug. (WTB.) Reichspräsident Ebert und Reic^wehrminister Noske sind heute vormittag 9.35 Uhr hier eingetroffen. Zur Begrüßung.hatten sich am Bahnl/of Staatspräsident Geiß, die Minister Tietrich und Trunk, Staatsrat Köhler, der preußische Geschäftsträger Legationsrat Schmitthals, der Führer des 4. Armeekorps, General von Tavans, der Direktor der Staatseisenbahnen u. a. eingefunden. Tie Gäste begaben sich in die Wohnung des Staatspräsidenten, . wo eine Besprechung mit den Mitgliedern der badischen Regierung stattfand. rm. T a r m st a d t, 29. Aug. Reichspräsident Ebert und Rnchsivehrminister Noske werden am Samstag vormittag 9.60 Uhr im hiesigen Hauptbahnhof eintreffen und von Ministerpräsi- benr Ullrich und anderen Regierungsverttetern empfangen werden. Um 11 Uhr findet im Staatsministerium die.Begrüßung statt, zu der f ä mt- licheMitaliederderVolkskammer und Vertreter anderer Körperschaften geladen sind. Um 1 Ulyr schließt sich eine gemeinsame Tafel im Hotel „Zur Traube" an. Tttrche rrnd Schule. O Darmstadt, 28. Aug. Der evangelische Pfarrverein für Hessen wird am Montag den 1. September seine diesjährige Hauptversammlung in Frankfurt am Main abhalten. Tie Hauptverhandlungsgegenstände bilden neben den üblichen Jahresberichten die aktuellen Dorträge über die Kirchenverfassung, die Organisten frage und den Religionsunterrich t. Airchliche Nachrichten. Israelit. Religivns gemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, 30. August. Borabmd: 6.45 Uhr. Morgens: 8.30. Llbmds: 7.20 und 8.00. Israelit. Religions-Gesellschaft. Sabbatseier d. 30. August 1919. Freitag abend: 6.45 Uhr. Samstag vormittag: 8.00. Nachmittag: 4.00. Sabbatausgang: 8.00. — Wochengottesdienst: morgens 6.30 und abends 6.30. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. ** Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 80 vvm 28. August enthält folgende Bekanntmachungen: Die Wahlen zum Provinzialtag. — Familienunterstützung; Versorgung der Hinterbliebenen nicht zum aktiven Heere gehörenden, infolge feindlicher Maßnahmen an der Rückkehr verhin- oert oder vom Feinde verschleppt gewesenen Neichs- an^öri^en^^^luss^l^der^eitrö^e^u^an^ nm. abds. om. Vie Urelttagswahlen. Heppenheim, 28. Aug. Das Ergebnis der Kreistagswahl steht nunmehr ziemlich fest, nur aus Wahlen fehlen noch die Ziftern. Es wurden abgegeben für: Sozialdemokratische Parteien 3968 (bei der Bolkskammerwahl 9734), Demokraten 1313 (2552), Zentrum 5366 (8534), !Deutsche Dolkspartei 1743 (1679) Stimmen. Die Mandate verteilen sich wie folgt: Sozialisten 8, Zentrum 11, Demokraten 2, Deutsche Volkspartei ö Sitze. Erbach, 28. Aug. Das Ergebnis der KreiS- tzagswahlen liegt bis auf 9 kleine Gemeinden Dor, die aber wenig ändern können. Es haben »erhallen. Sozialdemokraten 3207 (bei der Volks- ,lammerwahl 12 475), Demokraten 1334 (5035), ^Zentrum 570 (779), Deutsche Volkspartei 1057 (1976), Landwirtschaft!. Vereinigung 2019 Stimmen. Die Hessische Volkspartei (1357 Stimmen) Mar für die Landwirtschaftliche Bereinigung ein- getreten. Es werden sich die Sitze wie folgt verteilen: Sozialdemokraten 9, Demokraten 3, Zen- itrum 1, die verbundenen Wahl Vorschläge der Dcut- ftdyen Volkspartei und der Landwirtschaftlichen ^Bereinigung 8. T ieburg, 28. Aug. Das Ergebnis der Dreis tagswahlen liegt zum größten Teil vor. Es fehlen nur nxh 6 Gemeinden, die keine große Bw- schiebung bringen werden. Tas Ergebnis bedeutet lernen starken Zuy nach rechts. Deutsche und Hessische Bolkspcrrtn, die nach' den Januar-Wahlen 5 Mandate hätten erreichen können, werden berm fttttoa 7 erhalten. — Wir lassen die Zahlen f)l° «gen: Sozialdemokraten 4132 (13 429 beider Bolls- i1ammerma5(), Unabhängige 1561 (298), Zentrum 13483 (6004), Demokraten 1812 (4321), Deutsche mnd Hessische Bolkspartei 3183 (5355). Sechs Ge- meinden fehlen noch.. Liman v. TandekS Berlin, 29. Aug. Laut „Berl. LovabaM" ist Generalseldmarschall Liman v. Sanders am Mittwoch nachmittag in Bcglerttm^ von tfvei Adjutanten auf einem englisckrrn Tampser rn Venedig cingetroffen. Llbends nnirben die brvi Herren von einem Earabmieri-Hauptmann mtt zwei Gemeinen zum Bahnhof gebrackst, von wo sie über Verona-Innsbruck noch Teutschllrnd Heun- kehren. Tarifverhandlungen im .iloufmannsstande. Stuttgo rt, 28. August. (W. B.) Die Tarifverhandlungen des Großhandels und Kleinhandels sind durch Vermittlung der Handelskammer wieder ausgenommen worden. Es bat eine gewisse Armäherang stattgefunden, so daß Aussicht besteht, daß dieselben im Laufe der nächsten Woche zum Abschluß kommen. Eine Rückwirkung der Gehälter ist in Aussicht genommen. Bela Kun. Wien, 28. Aug. (WTB.) Korr.-Burwu Bela Kun sowie die beiden anderen mit ihm bisher in Heidemühle internierten Volksbeauftragten der früheren ungarischen Räteregierung wurden nach Karl stein gebracht, wo bereits eine Anzahl ehemaliger Volksbeauftragter und deren Familien interniert sind. Als Gründe wurden angegeben, daß es eine überflüssige Härte wär', die internierten Politiker von ihren Familien zu trennen. Andererseits soll diese Konzentrattm ton etwa 40 Personen eine bessere und leichtere einheitliche Ueberwachung aller Internierten ermöglichen. Italien und der Friedensvertrag. Berlin, 29. Aug. Nach der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" meldet „Secolo , daß die sFrattion der katholischen Volkspartei in der italienischen Kammer gegen die Rattfikation des Friedens Vertrages ftimmen werde Großer Wahlsieg der Sozialisten in Bulgarien. Berlin 29. Aug. Nach der „Deutschen Tageszeitung" meldet „Daily Herald" über die Wahlen'in Bulgarien, daß die Sozialisten dort einen Sieg davongetragen haben, wie in feinem anderen Lande Europas. Die Kommunisten errangen statt der bisherigen 10 Sitze 47 und die gemäßigten Sozialisten statt der bisherigen 59 Sitze 124. Während bisher die Hälfte des bulgarischen Parlaments in den Händen der Militärpattei war, verfügt diese jetzt nur poch über einen einzigen Sitz. Maßregeln gegen den Bolschewismus in Frankreich. Bern, 28. Aug. (WTB.) Wie die Genfer „Feuille" erfähtt, ist der ehemalige Professor in Petersburg Henry Crvisier von Clemenceau nach Paris berufen worden, um dort vor den Angehörigen der französischen Armee Vorträge über die A usichrer t un gen der Bolschc- misten und über das bolschewistisch.' Schre- ckenssystem im allgemeinen zu galten. Die Offensive der Bolschewisten. Amsterdam, 28. Aug. (WTB.) Die „Times" meldet aus Helsingfors vom 25. August: Tie Offensive der Bolschewisten auf Pskow entwickelt sich mit großer Heftigkeit und Schnelligkeit. Nach starker Arttllettevvrbereitti'Ng warfen die Bolfchelvisten vier Regimenter über den Nelikajafluß südlich Pskow. Die Bvlschttwisten falben, wie klar ersichtlich ist, die erwarteten Verstär- Fimgeit von der KcsttschaVront erhallen. Man schätzt die Zahl der bolschewistischen Truppen, die an dem Angriff auf Pskow beteiligt sind, auf mehr als 20 000. Der Vormarsch des Generals Balakoivitsch ist zum Stehen gebracht. —, Ter ,Timrs"-Korrr- spondent meldet: Im Hinblick aus die augeirblübliche Sage an der Front und die Ofsvll.sive der Bolschewisten müsse man auf alles gefaßt sein. Helsingfors, 28. Aug. (W. B.) Die Bolschewisten haben Pskow eingenommen. BAD-NAUHEIM LudwigetTÄße 13 Telephon 65 „Hupfeld's Diele“ Täglich abends: trstkla«. masikaL Darbietungen. Nachmittagstee 51^ Konzert. „Hupfeld's Weinstuben“ Frühstückskarte. 4861V == Eine künstlerische Sehenswflrdigkeit == „Hupfeld's Privat-Hotel“ ______________Stallung. - Autohalle.______________ Ernst Hupfeld’sche Weingroßhandlung Hervorragende Weine. - Versand nach auswärts. Verkäufe | Die Auftraggeber kleiner Verkaufs - Anzeigen werden gebeten, unter allen derartigen Angeboten ihre Adresse (Strafe, Hausnummer und Stock- werd) zu veröffentlichen. Soll die Adresse verdeckt bleiben, so wolle man schriftliche Angebote unter der Anzetgennummcr fordern. 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