Nr. tn eufctn« leytote erscheint täglich, anver SonntaaS. — Beilagen: MrtzeaerisasrlllerrdtLtter; KiC:Sl)krt ffir H* Kiels »letze». Bezugspreis: nwnntl. 11.35, mertel- iährl'ch Btt. 4.05. durch SIbbole- u. Zweigstellen monotl Mk. 1.25 durch biePost Bit. 4J35 viertel- jährl. au-rschll Vettellq, Rernfpred) - $lnld)lii$Je: für die Sdirftleitungl 12 Verlag,Gefchälkssteile5l Anschriit nir Trahtimd)- richten: Iiijfiflcr »letze«. 169. Jahrgang Mittwoch, 29 Januar 1919 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen 3mintHäsmnMra. Paris, 28. Ian. (WTB.) §>avas. In der Montagssitzuug der Vertreter der Großmächte am Quai d'Orsay, deren Vorsitz Cie- Vie provisorische Rrichsverfassung. Es ist schade, daß über dir Konferenz der einzelstautlichen Vertreter vom letzter Svurrtag in der Oeffeirtlrchkeit so wenig be- Ttntnt wurde. Sonst wüßte man genauer, daß der stolze stkeichsgedanbe von allerlei Schlangen der Zwietracht und — des Partikulavis- mus umschlungen wird. Leider scheint es so ftu sein! Ein Ausschuß ist bei der Arbeit, den Preuß'schen Entwurf, der in fernen Grundgedanken, völlig frei von parteipolitischer Voreingenommenheit, gebilligt werden muß, nmzugestalten, zu „verbessern". Ein ,provisorisches Staaten Haus" soll zunächst mit der llrationalversammlung zusammenwirken. Unseren amtlichen.Berliner Kreisen ist es darum HU tun, den Verdacht abzuwehren, als sei ein Bestreben im Gang, di.se dcm alten Bundesrat ähnlichen Körperschaft der Nationalversamm- lttng voranzuftellen. Das provisorische Staaten- hau«, so sagt die amtliche „Deutsche Allgem. Ztg.-, sei vielmehr nur als „eine Art Filier für Gesetzentwürfe" gedacht; die Nationalversammlung bleibe die höchste Instanz. Man vergleiche damit die heute aus Stultgart vorliegende Meldung. Die dortige provisorische Regierung vertritt einen Standpunkt, der sehr stark nach PartikulariSmuS riecht, obgleich er für ein ungeteiltes Preußen eintritt. Wir brauchen eine starke NeichSgewalt, Diesen Gedanken müssen wir allem anderen voranstellen. Das alte System ist gefallen; also müssen wir ein neues errichten mit der ungeschwächten Gewähr einer starken Neichseinhcit. Die ernzelstaatlichen Instanzen müssen alsbald rundheraus erllären, daß sie dem Reiche flc&en, was des Reiches ist: vor allem also die großen Einrichtungen der Eisenbahn, derPost, des Heeres. Wir wollen hoffen, daß die deutsche Rationalvorsammlung diesen Forderungen dett stärksten 9tachdruck verlecht, und daß ihre Beschlüsse anerkannt werden als oberster Ausdruck des gesamten deutschen Bolkswil- lrns. Bon unserer hessischen Regierung wünschen wir, daß sie kein irgendwie geartetes iwrtikuläristtsches Bersteckspiel mitmacht! Berlin, 28. Ian. (WTB.) Unter der Ueberlchrift „Kabinettsberatungen" schreibt die „Deutsche Allgemeine Zeitung" zu den Beratungen über den Entwurf der provisorischen Verfassung u. a. folgendes: Es ist in der Oeffentlichkeit bisher noch wenig beachtet worden, daß gleichzeitig mit Der Ratio nalversammlung ein provisorisches Staaten Haus ins Leben treten wiro, das aus den von den einzelnen Freistaaten ernannten Regierungsvertretern bestehen soll. Das spätere bleibende Staatenhaus dagegen wird eine Bereinigung von Vertretern fein, welche die einzelnen Landesversammlungen der Freistaaten aus ihrer Mitte wählen. Es wäre indessen irrig, das provisorische Staaten Haus auf Grund seiner Entstehungs- Weise für eine Art Bundesrat zu halten, denn ferne Funktionen werden hinter denen des alten Bmrdesrats erheblich Zurückbleiben. Es ist nur als eine Art Filter für Gesetzentwürfe gedacht und wird nur mit bedingtem Aetoreck t ausgestattet, derart, daß Gesetzentwürfe, die die Regierung dem Staatenhaus vorlogt, auch dann, wenn dieses sie ablehnt, an die Nationalversammlung weitergehen. Auf diese Weise wird die Nationalversammlung wiederum ihren Charakter als höchste entscheidende Instanz im gesamten Staatsleben dokumentieren. Württemberg und die NeirbSverfasiung. Stuttgart, 28. Ian. (WTB.) In der heutigen Sitzung der Württembergschen Landesversammlung gab der Minister des Innern Dr. Lindemann folgenden Beschluß der Provisorischen Regierung zum Reichs- verfassungsentwurf vckcmnt: Die Zentralisierung des Reiches lehnen wir ab unb halten daran fest, daß der Charakter der Bundesstaaten im wesentlichen erhalten bleibt. Wir svrd weiter der Ansicht, daß Vorschriften, wie sie im § 12 bei Reichsverfassung niedergelegt sind, nicht ohne Zu- ) ftimmung der Bundesstaaten in die Reichsver- 7 fassung ausgenommen werden können. Wir gehen davon aus, daß der Bestand Preußens im wesentlichen erhalten bleibt. Sollte eine Zerlegung eintreten, so würde das nach unserer Auffassung die Bildung einer zentralen Reichsgewalt bedeuten, was mit dem Ende der Bundesstaaten gleichbedeutend wäre und sie zu Selbstverwaltungskörpem herabdrücken würde. Das Betreten dieses Weges würde zum Verfall des Reiches führen, dessen Einheit allein durch die föderative Verfassung verwirklicht werden faiut. lieber die Fassung dieser Richtlinien soll am Dienstag endgültig beschlossen werden. Raulen s und General Risset werden als Vertreter Frankreichs in der Kommission bezeichnet. Im Laufe der Rach- mittagssitzung wurde die Frage der d eu t s ch e u Kolonien in Afrika behandelt. Die japanischen Delegierten brachten den Standpunkt der japanischen Regierung in Gegenwart von zwei chinesischen Vertretern, die besonders dazu ber berufen waien, zur .Sprache. Hughes und General Botho sprachen für die Dominions und forderten: Neuguinea für Australien, die Samoa-Inseln für Neu- leeland, Südwestafrika für Südafrika. Da der Generalsekretär im belgischen Ministerium des Aeußerr 'iwch nicht (in Paris ein getroffen war, wurde die Rede des französischen Kolonialministers, Simon, vertagt. Die Diskussion erstreckte sich auf das West" afrika-, das Togo- und das Kamerun-Problem. Wilson entwickelte seine persönlichen Ansichten in bezug auf die Regelung der Gebietsfragc, wonach der Völkerbund mit der Verwaltung eigens einen Staat betrauen soll. Während der zweiten Sitzung des Komitees bei ryroßmächte traten die Delegierten der Mächte mit besonderen Interessen zusammen. Den Vorsitz diesem Sitzung führte Jules C a m b o n mit Takt und Würde. Es wurden verschiedene Kommissionen gebildet. Die Bildung der Kommission für Entschädigungen hat noch zu erfolgen. Belgien vereinigte die meisten Stimmen auf sich. Der Vertreter Kubas »erlangte für sein Land eine Vertretung tu der Kommission für die internationale Arbeitergesetzgebung int Hinblick auf die Bedeutung der kuba- mschen Zigarrenindustrie. Bei Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses wies der brasilianische Finanzminister C a l e g e r a s auf die Bedeutung der Stellung Belgiens durch seine Vertretung in der Kommission hin und beglückwünschte Belgien. Der belgische Minister des Aeußern dankte im Ra- ♦nen seiner Negierung. -Cambon äußerte 'ich ebenfalls fc['r anerkennend über Belgien und dralle Machte, die die Autokratie bekämpft bauen, siw ein Verdienst um die Zivilisation erworben hätten. Milderung der Blockade? London, 28. Jan. (WTB.) Reuter erfährt, daß mit Unterzeichnung des Waffenstillstandes von Erschiebenen Seiten ein starker Druck ausgeübt wurde, um die Härten chxr Blockade zu mildern. Die MöglicUeit von Zugeständnissen, wo sie erwünscht fein könnten, beschäftigt sehr die Aufmerksamkeit der assoziierten Regierungen. Die alliierte Mockadekommission, die die Großmächte vertritt, tagt dauernd und ist damit beschäftigt, Zugeständnisse einzuräumen, wo immer die neue Lage sie durchführbar erscheinen läßt. Außerdem ist der Oberste Rat des VcrpflcgungS-Hilfswerkes mit der Erwägung einer Lebensmittelhilfe beschäftigt. Man ist der Ansicht, daß. solange die Blockaoe gegen die Türkei aufrechterhalten bleibt, bezüglich Südosteuropas eine viel liberalere Pott ik berechtigt ist angesichts der Tatsache, daß die Möglichkeit einer Unterstützung des Feindes durch eine Milderung der Blockade für diese Gegenden sehr fern liegt Was die Mittelmächte anbelangt, jo wicd die Blockade, abgesehen von den Lebensmittelver- cinbarungen des Obersten Rates, dessen Aufgäbe es ist, die Lebensmittelerfordernisse Europas zu überwachen unb nach eigenem Gutachten bic Versorgung vorzunehmen, tatsächlich in ihrem vollenDruck auf rechte rhal t.en. Die Verhandlungen in Spaa. Berlin, 28. Jan. (WTB.) Sitzungsbericht der Waffenftillstandskommission in Spaa Dom 27. Januar. Zur Frage der alliierten Lebensmitteltrau Sporte .durch deutsches Gebiet über Danzig ließ die deutsche Regierung heute erklären, sie sei prinziviell bereit, die Durchfuhr zu gestatten, wenn eine beschleunigte Rückgabe des zur Verfügung gestellten Eisenbahnmaterials gewährleistet werde. Sie zweifle jedoch wegen dis schlechten Zustandes der Bahnen und wegen des Mangels an rollendem Material an einer schnellen Beförderung. Ein Vertreter der deutschen 3cr grenmg bat um Auskunft, ob die in Polen weilende amerikanisch-polnische Lebensmittel ksmmissiou, die von den deutschen Behörden Unterstützung zur Fahrt von Warschau nach Danzig forderte, im Auftrage der amerikanischen Wafsenstillslandswmmissivn handle. Es rouri'e um schriftliche Aufklärung gebeten, daß sich die Tätigkeit der Ernähnrng..Tommi sivn auf Lebensmitteltransporte beschränke und daß sie sich jeder politischen Betätigung enthalten werde. Die deutsche Regierung behalte sich außerdem vor, die Abberufung der polnischen Kommissionsmitglicder zu verlangen, falls diese national-polnische Propaganda zu treiben versuchten. Es könne nicht go duldet werden, daß durch unveranttvortliche Machensch^sten der Entsch.iduna der Fricde'-s- ' on ere. z über die R g llr cg der Ost^ren-e Deut ch- lanos DOiöigrif(eu w.rve. Die französische Regierung hatte gebeten, gemäß dem Trierer Finanzabkommen vom 13. Januar mit den Verhandlungen über die Rückgabe der in ehemals von Deutschland besetzten Gebieten beschlagnahmten Vermögenswerte zu beginnen. General von Winl^rfeldt nnd Vrzbcrger. Berlin, 27. Jan. (WTB.) Zum Rücktritts- gesuch des Generals v. Winterseldt schreibt die „Deutsche Allgemeine Zeitu-ig" vom 28. San.: Die „Reue Berliner Z inrug" Dom 27.Januar veröffentlicht unter der Ueberschrist „General von Würterfeldt gegen Cr z ber gc r" eine in jeder Beziehung unzutreffende Darstellung der Umstände, unter denen General d. Winterfcldt gebeten Hot, aus seiner Tätigkeit al5 Vorsitzender der deutschen Delegation in der Internationalen menoeait führte, äußerte sich Pichon über die! WaffenftillstandskmnMission in Spaa aus'uschci- Klichtlinien für die interalliierte Untersuchungs- den. DaS Blatt gibt der Vermutung Ausdruck, dimnvission, die sich nach Polen zu begeben hat.!daß zwischen WuttcrßM und dem Korjitzeuden Iber Waffenstillsta^dskommiPon, Erzberg'r, Mei- nungsDerschcebe: h i;en beständen. Demgegenüber sind wir seitens des Staatssekretärs Erz berge zu folgender Erklärung ecinäch igt: Zwischen General v. Winterseldt und Scaatssekre är Erzberger bestanden 'eit dem ersten Tage ihres Zu- sammenarbei e s in Compiegne die ausgezeichnetsten Bezühuüg.'n. In sachlichen Fragen zeigtc sich niemals eine Meinungseerschieie.ch.it. Wenn d. Winterseldt unter bd.t Schwierigkeiten bei Verhandlungen und dem fortgeetzben Zivang ,zn protestieren, ganz besonders lmdet, so erklärt sich das daraus, daß D. Winterseldt als Vorsitzender der Rutschen Delegation nt Spaa zu jeder Stunde persönlich jedem Uebergriff der En- ente eittg genzittrcten hat, während Erzberger als Vorsitzender der gütmuen Waffenstillstanislorn- mission Don Berlin aus eben durch die Vermittlung Winterfeldrs den deutschen Standpunkt vertritt. Seit Wochen hat General D. Winterfcldt kein Hehl daraus gemacht, daß er für das Auftreten dem Sieger in Spaa gegenüber nicht mehr lange die Verantwortung werde übernehmen formen und mit Rücktrittsg^an- ken umgehe. Staatssekretär Erzberger beachte der besonders peinlichen Situation des Verhandlungsleiters in Spaa stets Dollstes Verständnis entgegen, war sich jedoch auch bewußt, daß gerade eine Persönlichkeit wie Winterfcldt mit ihrer oornehmcn Sicherheit des Auftretens und einer selten zu findenden würdevollen Schlagfertigkeit nur schwer zn ersetzen sei. Deshalb bat er den General unter ausdrücklicher Zustimmung der Reichsleitung durch ein in wärmsten Worten gehaltenes Telegramm, in der für alle deutschen Delegierten keineswegs bend: en s werten Lage durchzuhalten. Das Telegramm hat folgenden Wortlaut: „Ihre Depesche erhalten. Verstehe Dollkommen 56rc Gründe zum.Rücktritt, bitte jedoch nach Dorljerigcr Verständigung mit der Reichsleitung driuzendst, im Amte bleiben zu wollen. Sie haben unser Dolles Vertrauen, und wir sind überzeugt, daß Ihre wertDolle Arbeit Don keiner geeigneteren Kraft geleistet werden kann, ja, daß Ihr Rücktritt schweren Schaden unserem Vaterlande bringen müßte. Darum bitte ich Sie unter Zustimmung der Reichsleitung. Ihr so schweres Amt weiterführen zu wollen, welcher Schritt Ihnen erleichtert werden dürfte durch das anerkennenswerte Verhalten des englischen, französischen unb amerikanischen Generals." Tie Stärke der Entente-Heere im Westen. W a s h i n g t o n, 28. Januar. (Funkenstation Dieburg.) Der amerikanische Generalstab veröffent- licht folgende Mitteilung: Die Alliierten hatten im Augenblick der Unterzeichnung des W affen still st andes 6 427 lOll Mann an der Westfront. Daoon entfielen auf Frankreich 2 559 000, England und Portugal zusammen 1818 000, aut Amerika 1950 000, auf Belgien unb Italien 200 000 Mann. Da» amerikanische Heer. Washington, 28. Jan. (WTB.) Reuter. General March teilte dem Senatsausschuß für HoeresangelegenHerten mit, baß Abmachungen mit den Schisfahrtsinstanzen getroffen wurden, damit 300000 Amerikaner im Manat heim befördert rverden können. Das ganze Expeditionsheer fall rmrerhalb fechs Monaten heimbefördert und demobilisiert werderr. Wilson werde in Paris die Größe der amerikanischen Besetzungsarmee bestimmen. March gab an, daß 10 Divisionen als Anteil Amerikas angeregt worden seien und fügte hinzu, er fei dafür, daß die Bereinigten Staaten ein stehendes Heer von einer halben Million besitzen. Oberst House all Verteidiger des deutschen ««iser»? Berlin, 27. Jan. Die Wierrer Blätter melden aus Gens: Oberst House hat für die Pariser Kanferenz auf Gruird ciui'gw dem Bcrlmud unbekannter Schriftstücke die umsa'gr-ick>c Denkschrift ausg-'arbeiket, in der die hauptsächlich gegen den Deutschen Kaiser gerichteten An- fchuldigimgen entkräftet werden. Var amtliche Wahlergebnis in Hessen. Nach der amtlichen Feststellung des Wahl- ergcbuisteS ficlcn anf die Vorschfagsliste der Lozialdcmokrattschen Partei 289 211 Stimmen Unadh. Soziald. Partei . 12 633 „ Zentrum..... 110 853 „ Demokratischen Partei. . 124 202 ,, Hesfiichen Boll-Partei. . 43 359 „ Deutschen Volk-partei . . 73 349 „ Dar Wahlergebnis in Preußen. Berlin, 29. Jan. Rach den bis Mitternacht vorliegenden Wahlergebniffen ergibt sich bei 19 Wahlkreisen (von 23) folgende Verteilung der Sitze auf die Parteien Deutsch-nationale Volkspartei .... 37 Deutsche Volk-partei......17 Christliche Volk-partei......65 (darunter 4 Wellen in Hannover) Deutsche demokratische Partei.... 56 Mchrheit-sozialisteu.......129 ttnabhäugigc.........21 TcutjÄ-Hannoversche Volköpartei . . 2 Lchlcswiif-holst. Bauern- u. Landarbeiter« Dcwoklatie......... 1 Die Wahlen in Mecklenburg. Rostock, 28. Ian. (WTD.). Bei den Wahle« zum verfassunggebenden mecklenburgischen Landtag oerteiLn sich die Sitze nach den vorläufigen Wahlergebnissen: Sozialdemokraten 31 Sitze, Demokraten 18 Sitze, Deutsch-Rationale 8 Sitze, Deutsche Volkspartei 3 Sitze, Mittelstandspartei 1 Sitz, Dorf- bunb 1 Sitz Außerdem noch 2 Sitze für die verbundenen Listen der bürgerlichen Parteien der vierten Wahlkreises. Ein Aufruf für das deutsche Freiwilligenheer. Berlin, 28. Jan. (WTB.) Der Zentralrat der deutschen sozialisttschen Rcpulüik, Cohen, intb der Oberbcf. hlshaber der Rcgicrungstruppen in Berlin, R o s k e, erlassen folgenden Aufruf au alle deutschen Männer: „Von Tag zu Tag nimmt die unserer Heimat vorn Osten drohende furchtbare Gefahr zu. Russen, Polen und Tschechen greifen nach d. ntschem Besitz. Schon stehen die Armeen der B o l s ch e w i k i vor den Toren Ostpreußens und bic Polen weit tu altdeutschem Gebiet. Auch im Innern unseres Staatswrpcrs macht bic bolschewistische Bewegung weitere Fortschritte. Ungeachtet des namenlosen Elends, das der Bolscheivismus über bas russisck>e Volk heraufbeschworen hat, bereiten gewissenlose Elemente von neuem einen blutigen Kampf gegen die Regierung imb gegen die kommende Rattonalversammlung vor. W'he Euch, wenn es ci.wr terroristischcnMinderheit gelingt, die Macht an sich zu reißcn! -Statt ber verheißenen Freiheit wird, wie in Russtand, Hunger unb Knechtschaft, Erwerbs- und Rechts- losigleit das Los unseres Volkes sein. Wehe Euch, wenn die Heere fremder Völker über die östlichen Grenzen hcrcirtbrechen! Euch allen, die Ihr vier Jalwe lang die deutsche Heinrat heldenhaft geschützt habt, gilt in erster Linie dieser Acahnrnf. Helft auch jetzt mit, die bitterste Rot abzwnxw en! Meldet Euch bei den Freiwill igenverbanden, die die Regierung zum Schutze der Grenzen foioic zur Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung im Innern aufgestellt hat. Kommt nach Berlin zur Garbe-KaDallerie-Schützendioifio«! (Werbebureau Deutsches Künstlcrtheatcr, Nürnberger Straße 70), zum Regiment R«'inharde (Moabit, Neues Kriminalaericht), zum Canbcä- jägerkorps (Steglitz, Albrech straße 38i, ?um Frei- iorps Hülsen (Luisenkaffce, Berliner Straße, Cbar- lottcnburg), zur Deutscheil Schutzdrvision (Char- lottcnburg, Rankestraße 34). Meldet Euch bei bat Don den Generalkommandos in ber Provinz euf- geftellteu Freiwilligenverbänden und bei bert Be- zirkskommanbos. Pflicht aller Behörden und Privatunternehmer ist es, die Werbung mit allen Ättttcln zu unterstützen. Sie müssen int Interesse der großen Sache dafür sorgen, baß die sich fra:tiavcTi^ großes Interesse entgehe gebracht, sowohl als 2. Bor- Atzender des b ciigci OrlsKNoerbevervms. den, er s den Mitgliedern des Vsreins pnd 10 g über 50 Jahre angehört, n» auch als Borftands- I befinden sich noch in der Gefangenschaft. von dem Verein ein Führer durch den Vogelsberg von Prof. Dr. August Roeschen zur bleibenden (Erinnerung überreicht. Dem Buche war ein Wwmungs- blatt beigefügt, das den Sinnspruch trug: Tapfer und treu habt Ihr die Heimat verteidigt, drum sei dies Buch von der Heimat Euch dankbar verehrt! Don den Mitgliedern des Dxreins ßnb 10 gefallen, fünf mvgfteu bet DortNurc rSTtemmer und Vvrzrtzerwer 1 dcS Bezirksdarbands Gceßen der Ortsgeroerbe- Detetne, bzw. .VorslandSmitg'vb des L«ndes- gewcrbevererns. Aus Anlaß )erholen: Als tvir von dem in jener Erwiderung angeführten Vorstands Beschluß dem Vorsi^nden der Z-ortsch-ittliä)en Vol.Spartri Mitteilung machten, folgen wir dem damals in den Kreisen unserer Partei noch herrschenden 3uge, im Interesse einer Einigung i>.s gesamten liberalen Bürgertums unsere Selbständigkeit aufzugebcn, wollten dafür aber die Form eines Zusammenschlusses der beiden Vereine und nicht die eines einfachen Anschlusses unserer Mitglieder an die neu zu gründende Deutsche demokratische Partei gewählt haben und legten deshalb dem Vorsitzenden der Fort- fchrittlichen Volkspartei nahe, auch seinerseits der Mitgliederversammlung semes Vereins vorzuschlagen, einen dem von uns beabsichtigten entsprechenden Beschluß zu fassen. Nach derArt,wie der Vorsitzende der Fortschr. Volkspartei unsere Mitteilung und Anregung aufnahm, durften wir von chm mit der ausgesprock>enen Hoffnung scheiden, daß auf dem von uns vorgeschlagenen Wege eine Einigung zu- ftanbe kommen werde. Statt dessen beschloß die Mitgliedervereinigung der Fortschrittlichen Volkspartei noch an demselben Abend, sich der Deutschen demokratischen Partei anzuschließen. In der Folge Erschien sogar in der „Frankfurter Zeitung" eine s'üottz. nach der die Gießener Fortschrittliche Volkspartei sich der Deutschen demokrattschen Partei unter Ablehnung einer Vereinigung mit der Na- tionalliberalen Partei angeschlossen habe. Diese Notiz ist, soviel wir wissen, bis jetzt in jener Zeitung nicht berichtigt worden., obgleich eine solche Berichtigung von der hi .i'.en Dem: krattschen Part.'i bei gutem Willen wohl hätte erreicht werden können. Doch ist, wie von Vorstandsmitgliedern der Deutschen demokratischen Partei nachttäglich in der Versammlung ihrer Frauengruppe vom 1. b. Mts erklärt wurde, durch mündliche Erklärung in der ersten öffentlichen Wählerversammlung im Stadttheater eine solche Berichtigung erfolgt, die damit allerdings noch nicht zur Kenntnis weiterer Kreise gelangt ist. Jedenfalls kann aber hier- nach nicht bestritten werden, daß tatsächlich der von uns gemachte (E i n i • gungsvorschlag von der Fortschritt, lichen Dolspartei abgelehnt worden ist. Hat doch auch deren damaliger Vorsitzender bei einer späteren Unterredung selbst zugegeben, daß er bei der Be. Handlung unseres Vorschlags in jener Mitgliederver- fammlung nicht der durch unsere Mitteilung geschaffenen Lage entsprechend verfahren habe. Die Mitglieder unseres Vereins waren nun in die Lage versetzt, einzeln um die Aufnahme in den Verein der Deutschen demokratischen Partei nachzusuchen, eine Zumutung, die unseres Trachtens der Würde unseres Vereins nicht entsprach. Der Nationalliberale Verein wartete dann zunächst die endgültige Stellungnahme der Par» teioorstände tm Reiche und in Heffcn ab und schloß sich, als diese die Gründung der Deutschen Volks- partei beschloffen hatten, dieser neuen Organisation an. Die Beantwortung der Frage, wen die Verantwortung auch für das Scheitern dieser Tinigungs- Verhandlungen trifft, können wir hiernach ruhig der öffentlichen Beurteilung Überlasten und damit unsererseits diese Erörterungen schließen. Au» Stadt nnd Land. Gießen, den 29. Januar 1919 Gcwerberat L. Petri II. t. Gestern vormittag verschied nach kurzer Krankheit Stadtverordneter Gewcrberat L. Petri II. Mit ihm ist eine Persönlichkeit dahingegangen, die besonders bei den Gewerbetreibenden in ganz Hessen bekannt ist. Petri wurde am 4. Mai 1835 als Solm des Weißbindermeisters Christian Petri I. in Gießen geboren, besuchte die hiesige Realschule und trat dann in das (Md)äft seines Vaters ein, das er auch später übernahm. Äußer dieser Berufstätigkeit hiahm er bereits Ende der 50 er Jahre großen Anteil an der Schürfung oberhessischer Erzlager und war infolge dieser bergmännisclfen Tätigkeit lange Jahre Vorsitzender des Gießener Knappsclwfts- Vereins. Auch im sonstigen Vereinsleben, besonders bei der Förderung des Handwerks und sonstiger gemeinnütziger Einrichtungen, hat der Verstorbene sich in außerordentlichem Maße betätigt. So war er z. B bereits im Jahre 1862 Obersteiger der alten städtiscl-cn Feuerwehr, wurde nach deren Auslösung 1882 Hauptmairn der damals ncugegrün- beten Gießener Freiwilliger Feuerwehr, deren Ehrenmitglied er seit 1895 ist. Auch die Tumsaclx hat ex von Jugend an gefördert, weslmlb ihn her Turuverew ebenfalls zu seinem Ehrenmitglied er* Inamde. Seit 1. Januar 1879 gehörte er dem hiesigen Stadtvorstande an und bat hier, besonders al§ Mitglied der Baudeputation, sich wesentliche Verdienste erworben. Als Mitglied des Aussichts* rats der Gewerbebank war der Verstorbene seit 20. Mai 1878, als Vorsitzender feit 18. Dezember 1902 tätig. Auch dem Aufjichtsrat der Bezirks- sparkasse gehörte et seit vielen Jahren an Als in den 80 er Jahren die sozialpolitischen Olesetze ins Leben traten, nahm er regen Anteil an der Schaf« hing der Berufsgenossenschaften, insbesondere der tzesb'Nasi. B'utewerks -Berufsgenos'ensch.'ft, hren Vorstandsmitglied er bis zu sc in em Lebensende war *• Amtliche Personalnachrichten. (Ernannt wurde: am 20. Januar der Stadtbaurat Franz Knip- >ing in Bochum zum ordentlichen Profestor für das Ingenieurfach an der Techn Hochschule in Darmstadt mit Wirkung vorn 1. April 1919 ab. LU. Don der Landes-Universität. Das Ministerium für Bildungswesen in Darmstadt hat den Privatdozenten vr. Rudolf Henle zu Bonn mit Wirkung vom 1. Februar 1919 ab zum außerordentlichen Professor bei der juristischen Fakultät der Landes-Universität ernannt. •* Aus dem Stadtiheaterbureau. (Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß alle Abendvorstellungen von jetzt ab um 6 U h r beginnen, und die Sonntags-Nachmittagsvorstellungen um 27, Uhr. Die Früherlegung der Vorstellungen bedingt auch eine teilweise Aenderung der Kassen- tun den. Während an Wochentagen die Kaffen- tunten von 10 bis 1 Uhr bleiben, muß für die Sonntage die Kaffenzeit auf 10% bis 12'/, Uhr festgesetzt werden. Die Nachmittagskaffe an den Wochenspiel tagen ist künftig nur noch von 3 bis 4 Uhr geöffnet. " Polizeibericht. Am 25. Januar l. Fs. entwendeten zwei Soldaten aus dem Hausflur eines hiesigen Hotels einen Musterkoffer mit Gold» und Silderwaren. Am nächsten Morgen wurde er er- krochen an dem Bahndamm unweit der Siephanfttaße aufgefunden. Beim Prüfen des Inhalts wurde fest- gestellt, daß daraus drei Dutzend vergoldete Doppel- Herren-Uhrketten, vier Dutzend vergoldete einfache Herren-Uhrketten, acht Stück Glasperlen-Halsketten, echs Stück silberne Kolliers, vier Double-Kolliers und neun silberne Kolliers mit emaillierten Anhängern ent« wendet waren.-Am 19.d.M. wurde aus ber(Barterobe eines anderen Hotels ein dunkelgrauer mit Seide ge- ütterter Ueberzieher, mit der Firma Paul Wiedner, Limburg, unter dem Aufhänger, in dem sich ein Paar gestrickte Handschuhe, ein Taschentuch und eine Einlaß« harte zum (Befangenenlager Gießen befanden. - In den Nächten zum 10. und zum 11. ds. Mts. wurden zu Wi-seck drei Militärpferbe gestohlen. - In ber Nacht zum 26 Januar würben ebenfalls aus einem Hotel drei Dutzend fildeme Gabeln, Eßlöffel unb Tee- löffel entwenbet. Sachbienliche Mitteilungen nimmt bie hiesige Kriminalabteilung entgegen. - Die Sicher« heitswache nahm am 28. b. Mts. einen Solbaten ber Nachr.-Ers «AbtL 18 van ter Bespannungsabteilung, welcher in Heuchelheim im Quartier lag, fest, weil er zwei ber Nachrichlen-Abteilung gehörige Pferbe an einen Lanbwirt aus (Eggenberg bei Botha rechts» roibrig verkauft hatte. * Patenterteilung. Der Gesellschaft für Beton- unb Eisenbetonbau m. b. H. Gießen würbe ein Reichspatent erteilt für eine sehr sinnreiche Erfinbung auf bem Gebiete bes Eisenbetonbauverfahrens. Ferner würbe von berfelben Gesellschaft bas Patent für eine neue Trockenbauweise, ben U-Plattenbau, angemelbet. Dieses Verfahren ist besonbers geeignet zur schnellen unb billigen Herstellung von Wohnhäusern unb Siebungsbauten. 1 ** Die hohen Festtage in biesem Jahre fallen reichlich spät. Ostern fällt auf ben 20. April, Christi Himmelfahrt auf ben 29. Mai, Pfingsten wirb am 8. Juni unb Fronleichnam am 18. Juni gefeiert. Landkreis Gießen. 0 Lich, 27. Ian. Bei ber gestrigen Wahl wurden 124 Stimmen weniger abgegeben als am vorhergehenden Sonntag. Während Mehrheitssozialbemo- hratie, Deutsche Volkspartei unb Hessische Dolkspa tei einen geringen Stimmenzuwachs bekamen, verloren bas Zentrum, bie Unabhängigen unb bie Demokraten eine beträchtliche Zahl an Stimmen, bie Demokraten hatten bei einer Stimmenzahl von 324 runb 130 Stimmen weniger als bei ber Nationalwahl. Kreis Alsfeld. dr. Stornborf, 26. Jan Die Diebereien, die während der letzten Einquartierung hier unb in unserem Nachbardorf Datenrob verübt würben, haben zum Teil ihre Aufklärung gefunben. So erbrachen in Vabenrob 3 bei bärtigen Lanbwirten in Diensten ftehenbe Knechte einen Militärwagen unb entwendeten daraus Patronen, Schuhe u bergl Da bie beiben jüngeren ter Täter, bie von auswärts sind unb seit Weihnachten bort bienen, noch in jugenb- lichem Alter stehen, so kann wohl ber ältere als ber Verführer gelten. Er würbe erst kurz vor Weih- nachten vom Militär en-llaffen. Kreis Schotten. e Schotten, 25. Ian. 3m Kreise Schotten mürben bei ben Hauptsammelstellcn bes Kreis-Obst- unb Gartenbau-Vereins insgesamt 7302,75kx Bucheckern abgeliefert. Kreis Friedberg. -4 Bad-Nauheim, 27. Jan. Unter zahlreicher Beteiligung ans allen Bevölkrrungte kreisen wurde faule der Re-lar i. R. Konrad Hahn .zur letzten Ruhe geleitet. Hahn war früher hier Lehrer; nachdem er baitn über ein Menschenalter als Rektor segensreich an der Spitze ber Gießener Volksschule gestanden, verbrachte er nach Versetzung in ben Ruhestand seinen Lebensal>end in unserer Babestadt Starkenburg unb Rhrinhcssen. — Groß-Gerau, 28. Ian. Die Zuckerfabrik hat wegen Kohlenmangels die Zuckerherstellung aufgeben müssen. Die noch vorhandenen Rüben wer- den zu Trockenschnitzeln verarbeitet. n. Offenbach a.M,26. Ian. Der hiesige Zweig, verein bes Vogelsberger Höhen-Clubs veran- [taltcte tm Hotcl „Kaiser Friebrich" zu Ehren seiner im Felbe gefallenen unb zur Begrüßung ter heim- gekehrten Mitglieber einen VHC.-Abenb, an bem auch ber Dorsitzenbe bes Frankfurter Zweigvereins, Prof. Gg. Benber, teilnahm. Jedem Kriegsteilnehmer würbe Krels Wetzlar. - Crumbach, 28. Ian. Schütze Georg Bruck aus Crumbach, seit 14. Oktober vermißt, hat nunmehr aus belgischer Gefangenschaft geschrieben. Hessen-Nassau. Ulf Dab. Homburg, 28. Januar Aus der Bürgerschaft hat sich eine Kommission gebilbet, bie nach Frietensschluß Kaiser Wilhelm ersuchen will, einen Aufenthalt bauernb in Bab-Homburg zu nehmen, bas bekanntlich bem ehemaligen deutschen Kaiser viel zu verdanken hat. = Frankfurt a. M., 28. Ian. Die Stadtverordnetenversammlung nahm heute gegen die Stimmen der Sozialdemokraten einen Antrag der demokratischen Fraktion an, in der nachdrücklich Protest gegen die Neuordnung der Gemeinbeoerfassung vor (Einberufung unb ohne Mitwirkung ber gesctzgcbenben preußischen Lanbesversammlung erhoben wirb. Der Magistrat würbe beauftragt, schleunigst Schritte zur gemeinsamen Stellungnahme ber preußischen Stäbte gegen die Durchführung ber von ber preußischen Re- gierung erlassenen Wohlverorbnung zu ergreifen. = Frankfurt, 28. Ian. (Einen kaum gesehenen Besuch wiesen bie am etz en Samstag hier zum ersten- mal seit 5 Jahren wieoer abgehaltenen Maskenbälle auf, ein Beweis, baß bie Veranstaltungen einem „tiefempfunbenen Bebürfnis- enttsprachen. Wie von einwaubsreier Seite festgestellt würbe, nahmen an ben ehr kostspieligen Bällen auch sehr viele Arbeitslose teil. Am Samstag unb Sonntag trieben sich zahl- reiche Masken auf ben Straßen umher. - Iebe Be- merhung bazu ist überflüssig. mr. Frankfurt a. M., 28. Jan. Vom Abschnittskommando IV der neutralen Zone wurde nunmehr die Genehm gimg erteilt, daß alle Personen, die in Arbeit stehen, einerlei, wann sie zu- (r&ogcn sind, in der neutralen Zone verbleiben können. Nur die arbeitslosen, nach 1. August 1914 zng »ogenen Personen müssen schleunigst entfernt werden. — Frankfurt a. M., 28 Jan. Unter außerordentlich starker Beteiligung aller Beoölkerungs- schichten wurde Montag abend im „Kölner Hof" die Feier des 60 Geburtstages Kaiser Wilhelms II. begangen 3m Anschluß an bie Feier fanb bie Grün- bung einer Frankfurter Ortsgruppe des . Bundes deutscher Männer unb Frauen für bie persönliche Freiheit unb den Schutz Wilhelms II." statt, bet sofort etwa 400 Personen beitraten. mr. Hanau (Main), 28. Ian. Die neuen Main- schleusenanlagen bei Dietesheim unb Rumpenheim gehen ihrer Vollenbung entgegen. Das Werk würbe trotz ber Kri.gszeit mit Hilfe von Kriegsgefangenen soweit oeförbert, baß mit Beginn bes Frühjahrs ber Waffe, wez nach Aschaffenburg auch für Rheinschiffe größten Inhalts fahrbar ist. Auch bie Schleusen bei Groß-Krotzenburg sinb nahezu sertiggestellt. < Marburg, 27. Jan. 3n Michelbach starb im Alter von 85 Jahren Pfarrer a. D. Aug Heldmann. Der Verblichene, der in Viermiinden, Kirch- lotheim und zuletzt in Michelbach wirkte, war ein weitbekanntes Mitg ied des Hessischen Geschichtsvereins unb auf biesem Gebiete besonders fchriftstel- lerisch tätig. — Wiesbaben, 28. Ian. Die ftanzösische Mili- tär-Iustizbehörbe hat ben in der Adolfs-Allee 47 wohnhaften Friedrich Lichenberg zu 6 Monaten Gefängnis, 500 Mk. Geldstrafe und 5 Mk. Entschädigung verurteilt, weil er einer Belgierin eine Ohrfeige gegeben und sie mit dem Ausdruck „verfaulte Fran- zösin" (pourrie de Francaise) beschimpft hat. - 3m nahen Biebrich ist dieBenutzung vonFahrrädern ohne (Erlaubnis der franz Kommendantur bei Strafe verboten Zahlreiche Reisende, die aus dem unbesetzten Gebiet hier eintrafen, wurden in ben letzten 14 Tagen bei ihrer Ankunft im Hauptbahnhof burch ftanzösische Solbaten körperlichen Leibesuntersuchungen unterzogen, wobei ihnen sämtliche mitgeführten Zeitungen unb Briefe beschlagnahmt wurden. Die „Sünder" wurden mit hohen Geldstrafen belegt, verschiedentlich erhielten sie auch Haftfttafen. Hoehschulnaehrlehten. mr. Frankfurt a. M^. 28. Jan. Prof. Dr. techn. Richard Edler v. Mises hat sich an der -naturwissenschaftlichen Fakultät für das Gebiet her angewandten Mathematik habilitiert. Pros, v. Mises war 6:8T)er Extraordinarius für angewandte Mathematik an der Unioeriität in Sttaß- burg und wurde von den Franzosen auszeloiescn. — Dr. Axel Born gehört- vom 1. Februar ab derselben Fakultät a s Prioatdozertt für Geologie an. Sc ine Anttittsvorlesung handelt von der Geologie des TaunuS. Letzte Nachrichten. Die Bcrhandlnngen in Spaa. Berlin, 28. Januar. (WTB.) Die deutsche Waffen still st andskom Mission in Sp o hat die Entente um die frühzeitige Freigabe des Saatgutverkchrs zwischen dem besetzten und dem nicktbcsctzten Deutschland ersucht. Die framdfifrfien Bcsatzungsbehörden hatten vor einiger Zett Personen, die vor bem 1. August 1914 im französischen Abschnitt der neutralen Zone nicht ansässig waren, ben Aufenthalt da'clbst verboten. Auf den Protest der deutschen Äasfenstill- ftandskommission hin ist neuerdings eine wesentliche Milderung di.ser Bestimmung erngetreten. Die französischen Bcsatzungsbehörden sind angewiesen, den Geiuchen von entlassene:! deutschen H e.esange- hörigen um Aufenthaltsgenehmigung für den französischen Abschnitt dcr neuttalen Zone zu entsprechen, falls diese Gesuche durch wirtschaftliche Verhältnisse gerechtfertigt erscheinen. Gegen die Derhastung unb Aburteilung von Personen, die an der Beschlagnahme und Rückführung von Maschinen aus Belgien und Frankreich beteiligt waren ober solche Maschinen von der Heeresverwaltnna erworben haben. Hat die deut- sckie Waffenstillstandskommission Einspruch erhoben. Sie hat darauf hingewiesen, daß für alle Maßnahmen bett. Beschlagnahme unb Verkauf nur die deutsche Regierung und die Heeresverwaltung verantwortlich seien. Aus diesem Grunde ersuchte sie die Giitcnte um bie sofortige Freigabe aller in dieser Angelegenhett verhafteten Beschuldigten. Die Reichsverfassuug. Berlin, 29. Ian. Das Kabinett der Dolds- beauftragten nahm laut „Voff. Ztg." gestern ben Notverfasfungs-Entwurf bes Freistaaten-Aus- schuffes mit geringen 21bänberungen an. Das im Bericht enthaltene Wort „Dunbesrat" soll wieber ausgemerzt worben sein, bie Einrichtung bes Buntes- rats bleu e aber tatsächlich erhalten, jeher Freistaat mit weniger als einer Million Einwohner soll einen Vertret, r in bem sogenannten Staatenhaus erhalten, olle übrigen für je eine Million Einwohner einen Vertreter. Bayern mit seinen 6,8 Millionen erhalte sieden Stimmen, Preußen statt 17 19 Stimmen tne Wahlen in preutzen. Wch kreiS Berlin. 3m Wahlkreis Berlin sinb gezähtt worben: 961303 gültige unb 2316 ungültige Stimmen. Davon erhielten bie Mehiheitssozialisten 343009, bie Unabhängigen 270460, bie Deutsch-nationalen 99202, bie Demokraten 143751, bas Zentrum 52853, bie Deutsch« Volkspartei 52001 unb die Reformer 14 Stimmen. Drei Bezirke haben am Dienstag abenb noch gefehlt oerjnögen aber am Entergebms nichts mehr zu än- bern. Es werben erhalten bie Mehrheitssozialiste« 8 Mandate, bie Unabhängigen 6 Monbate, bie Demokraten 3, bie Deutfd).nationalen 2, Zentrum und Deutsche Volkspartei je ein Mandat. Wjlfrci# Hessen-Nassau. Das bis jetzt vorliegende Ergebnis für Hessen- Nassau lautet: Deutsche Volkspartei 59389 Stimmen 1 Mandat, Sozialdemokraten 382355 Stimmen 9Mandate, Demokraten 207173 Stimmen 5 Mandate, Deutsch-nationale 91326 Stimmen 2 Mandate, Zentrum 165416 Stimmen 5 Mandate, Unabhängige 34000 Stimmer 0 Mandat. £ititcnbnrfl Ehrenbürger von Kassel. Kassel, 28. Ian. (WTB.) Magisttat und Stadt- verordnetenversammlung beschloffen, (Beneralfelbmat schall van Hindenburg zum Ehrenbürger ber Stabt Kassel zu ernennen, nüchtern er fast zwei Monate lang in treuer unb beispielsloser Pflichterfüllung von hier aus bie Demobilisation unseres Heeres geleitet hat. Der Ehrenburgerbr ef würbe ihm heute burch be« Oberbürgermeister unb ben Stabtverorbnetenvorsteher überbracht. Die Rückkehr der Sckntztrnppe für Dentsch-Lstafrika. Berlin, 28. Jan. Die crff'i'd).' Regierung hat ber biit'dy n Wufsimslillstn. dsbommi s on mit- geteilt, daß General v. Letcorv Vordeck mit der Schutzttupoe sich noch in Dar^ Salam befindet. Dcr Tag ber Uebcrführung nach Europa ist noch nicht festgesetzt, hoch soll ber Abtta sport bald erfolgen. Tie Reise dauert voraussichtlich einen Monat. Die nach Abschluß des Waf^enst UstandoS unternommenen Schritte, bie bald s: Heimschas- fung der noch in seinblicher Hand bejinblidwn Ko- IoniaIbeutschen, namenttich aber ber in Dcutsch- Dffafrtfa besinnlichen Frauen und Kinder zu erreichen, werben fortgesetzt. Näheres ist bei ben zu ständigen Stellen, b?m Reichs Ko.onia'amt und bem Kommando bet Schutztrnp en, nicht bekannt. Sobald nxüere Meldungen cingehen, erfolgt sofort Veröffentlichung in ber Presse. Die Lstpreußcv ßt en die Bolschewisten. Bern, 28. Ian. (WTB.) Wie das Litauische Preffe-Bureau Lietuwa meldet, haben bie Deutschen in Ostpreußen trotz ber zwischen Deutschlanb unb Litauen herrschenben gespannten Beziehungen durch Vermittlung bes Präsibenten Batocki ber litaustchen Regierung ihre Unterstützung unter gleichzeitiger Liefe- rung von Waffen unb Munition gegen die Bolschewisten Angeboten. Die Entscheidung der litauischen Regierung steht noch aus. DarmstädtcrBedeiikca iu derFraf,e Groß-'Htffe«. Darmstadt, 28. Ian. (WTB3 Eine vom Oberbürgermeister heute einberufene Versammlung, welche sich mit der Frage der Bildung einer Groß-Hessens mit Abtrennung von Rhein-Heffe« unb Hinzuziehung von Hessen.Nassau unb eines Teils von Hannover befaßte, nahm einstimmig fol- gente Entschließung an: Die am 28. Januar in den Rathoussaal vom Oberbürgermeister im 3nteresse von Darmstadts Zukunft einberufene Versammlung nimmt mit Befriedigung von der Erklärung bes Herrn Staat», sekretars Ulrich Kenntnis, nach ber bie heffiche Staats- regierung Wunsche ablehnen wirb, welche Heffe« schäbigen werben. Die Versammlung legt aufs Ent- schiebenste Verwahrung ein gegen die Möglichkeit, baß Darmftabt bei einer etwaigen Neuglieberung tm Reiche seinen Charakter als Lanbcshauptstabt oer- lieren könne. Darmftabt, das auf bie Leistungen in ber Vergangenheit unb ben Besitz einer Kultur mit bem Gefühl großer Dankbarkeit unb großer Befriebigung zurückblickt, verlangt im Interesse seiner Zukunft gebieterisch die Erhaltung ber Stabt als Lanbeshauptstabt. Sollte irgendwie eine Aenderung der Gliederung im Reiche doch in Betracht kommen, so ist diese nach Auffaffung dcr Versammlung unmöglich, ohne die freie Selbst- bestimmung ber Bevölkerung, welche ihre kulturellen unb wirtschaftlichen Bedürfnisse in erster Linie beurteilen kann. Wit« als Frkistaot. ®itn, 28. Jan. (WTB.) Zn einer zahlreich besuchten Versammlung Hi lt Bürgermcister Dr. Weißkirchner eine Rede, in her er nach einem Bericht der Lo'al-Wrrespvnd'nrz ber Meinung Ausdruck gab, haß der Anschluß Deutsch- Oesterreichs an Deutschland unter der VorauS- sctztmg werde erfolgen können, daß auch uns die Sicherheit einer Leoensexistenz geboten unb insbesondere auch die Zukunft Wiei s ben Wienern verbürgt werde. Er habe den (^Danken auä Deutschland übernommen, Wien als Freistaat zu erklären und Wien in die Reihe her Bundesstaaten aufzunehmen. ES werde kaum ein anderer Weg übrig bleiben. Ter ZcnttumK- abgeordnetc Dr. Pf isfer-Berlin betonte die Not- nx'ttbigleit eines Zn-ammenschluseS bei Wahrung der Rechte der Stadt Wien. TaS Zentrum )d)c gar kein Hindernis darin, daß die Hälfte Schwergew.chlS in Wien liege, wenn ein Präsident zeitweise seinen Wohnsitz in Wien Aufschläge und daß die Deutsch-Oesterreicher einen befruchtenden Weg in den Orient eröffnen. Tie Niederlage der bolschcwisiifchcv Truppen. London, 28. Jan. (WTB.) Reuter erfährt, baß nach ben letzten Nachrichten, welche bie britischen Militärstellen erhalten haben, bie Nieberlage ber bolschewistischen Heere in Estlanb jetzt vollstänbig ist. Diese Nieberlage ftrafe bie Soroietpropaganba Lügen, bie versuchte, bie Leistungsfähigkeit ber Roten Armee unb ber revolutionären Regierung zu Übertreiben. Es ist bekannt, baß mehrere Regimenter Roter Garbe be|crtirrten, sobalb sie gut organisierten Streitkräften gegenüberg-stcllt würben, was ein beut- l'ches Zeichen bafür ist, baß bas bolschewist sche Heer sich von ber Propaganba mehr (Erfolg verspricht als von ben Kämpfen. Berichte aus alliierten Kreisen aus Omsk bezeugen, bah bie Volsckewisten nicht länger mehr als politische Partei angesprochen werben können. Sie bilben eine verhältnismäßig kleine Klaffe, bie bas Volk terrorisiert. Die Bolschewisten begehe« unbeschreibliche Grausamkeiten an der Bevölkerung. ! Alle Kirchen sinb geschloffen unb viele u eistliche war- I ben ermordet. (Ein Bischof ist lebenbig oerbraiud I worben. tootben« .tzr Zs "°$ gesehlt. mef)t iu än, '°"1°ö'°Iisten "• die Deins, ^ntrvni Unb i389 Stimme# lni'n en 9 Ulan, 5 Mandate, '?Qle' Zentrum an9l9e 340« Kassel. rQt und Stabt» ^eralseldmar, J” der Stabt jwei Monate terfüllung von Oenes geleitet Itute durch den 'netenvorstrher * ch- ^egittmg mmi.sM mit# -rbetf mit der alam befinde, ltroru ist noch ca s»tt bald ssch.'lich einen ficnftin^mbii 9' deimschas. timblidien A» t u Datts L- Binder zu er- ift bei beit xoiria'amt und nicht bekannt, t, erfolgt fofost olsldcwlstkll. dar Litauische n die Deutschen Wand und Li- ingcn durch Arider litauildjen idj’eitiger Liesr- gen die Boljche- der litauischen t Groß-Hkffttl. ■ Tine DomObet» ne Atlsamm- er Bildung einer on Rhein-Hessen V unb eines einstimmig fol« ithaursaai vom n Darmstadts nimmt mit 2e- , Herrn Staats« ,e Wiche Staats- , welche Hessen g legt aufs (Ent» die Mgl'chde't, Neugliederung im eshauptstadt Der» die Leistungen m einer Kultur mit eit und groher iqt im Interesse Erhaltung der Sollte irgendwie im Weiche doch «di tu i'*1'..e SÄ: ml* IJe iSSZ tn der er AS S “4 f iS “ Fret- täte 1».« s 1 7«r$r5' i Ü einen schcwissiklh^ die bnW hol. kg;? s-Hs [ebenbig ««Micher rett. MMg*-Rohst»ff.Abteilung. Bekanntmachung Nr. F. R. 1040 12. 18. K. N. A. 3m Auftrage bes Reichsamts für bte wirtschaft. Me Demobilmachung wirb folgenbes angeorbnet: Artikel I. Die vekanntmachung Nr. Bst 392/12.17. K.R.A., •etreffenb Beschlagnahme unb Bestanbserhebung von sogenanntem unechten Seegras, auch Alpengras genannt, vom 15. Januar 1918 unb bie Bekanntmachung Nr. Bst. 100 8 18. K. R. A., betreffenb Höchstpreise für Seegras (Alpengras) vom 10. August 1918 treten «eher Kraft. Artikel II. Diese Bekanntmachung tritt am 1. Januar 1919 in Kraft. Berlin, ben 1. Januar 1919. Kriegs-Rohstoss-Abteilung: W o l f fh ü g e l. ' ■ »Hfl Nr. F. R. 790/12. 18. K. R. A. Au der Verordnung des BundeSrats über künstliche Düngemittel vom 3. August 1918 (Rcickjs-Gesetzbl. S. 999) wird folgenbes angeordnet: Artikel I. Die gewerbsmäßige Herstellung von Mischungen aus 1. schwefelsaurem Ammoniak mit Superphosphat, 2. Na triu m -Amnumium-Sulfat mit Super- pbosphat, 3. schwefel saurem Ammoniak mit Super- phr>sphat und Kali, 4. Natt^rm-Annnvmium-Sulfttt mit Super- pbosphat und Kali totrb mit der Maßgabe gestattet, baß bie fertige Mischung mindestens 4 t>. £>. wasserlöslicher Phosphorsäure und höchstens 4 v. H. Kali (K, 0) enthält. Artikel II. Die gewerbsmäßige Sxrftelhmp dieser Mischungen ist nur denen gestattet, die ste schon vor dem 1. August 1914 gewerbsmäßig hergestellt tjaben. Artikel III. Der Preis der Mischungen berechnet sich nach dem Höchstpreis für Stickstoff itnb Phosphorsäure. Der Kalipreis darf 30 Pf. für das Kilo Kali (K20) nicht übersteigen. Als Miichlohn dürfen außer dem Höchstpreis 2.20 Mk. für 100 kg berechnet werden. Artikel IV. Diese Bekanntmachuitg tritt am 21. Dezember in Kraft. Berlin, den 21. De^mber 1918. Reichsamt für die wirtschaftliche Demobilmachung. (Demobit machungsaint.) ________________________M OCt 1}._______________________ Verordnung das Verbot des Tragens von Waffen betreffend. Aus Grund des Artikels 73 der Verfassungsurkunde vom 17. Dezember 1820 wird verordnet: § 1. Der Verkauf und das Tragen von Stoß-, Hieb- oder Schußwaffen sowie von Munition ist verboten. § 2. Ausnahmen von dem vorstehenden Verbot finden statt: 1. für Personen, welche traft ihres Amtes ober Berufes zur Führung von Waffen berechtigt sind, in betreff der letzteren; 2. für Personen, welche sich im Besitz eines Jagdscheines besinden, in 'betreff der zur Ausübung der Jagd biencitbeit Waffen und 3. für Personen, welche einen für sie ausgestellten Waffenschein bei sich führen, in betreff der in demselben bezeichneten Waffen, lieber die Erteilung des Waffenscheines befindet die Ortspolizeibehörde des Wohnortes. §3. Zuwiderhandlungen werden gemäß 8 367 Ziffer 9 Reichsstrasgesetzbuchs mit Geldstrafe brs zu 150 Mark ober mit Haft bestraft. Darmstadt, den 17. Dezember 1918. Das Staatsininisterium. gez. Ulrich. B e t r.: Wie oben. An den Oberbürgermeister zu Gietzrn, die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreists, das Polizeiamt Gießen und die Gendarmerie des Kreises. Auf vorstehende Verordnung weisen wir Sie hin. Für ortsübliche Bekanntmachung wollen Sie Sorge tragen. Gietzen, den 13. Januar 1919. Kreisamt Gießen. Dr. II s i n g e r. Bekanntmachung In der Zeit vom 1. bis 15. Januar 1919 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Tamenuhr, 1 Landbeutel mit Taschentuch, Fahrmarken der elektrischen Straßenbahn, 2 Papiergeldscheine, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Kalbfell. berloren: Papiergeld (einZwanzig- und drei Fünfmarkscheine, 1 Portemonnaie mit 10 bi5 11 Mk. Inhalt, 1 Portemonnaie mit 11,80 Mk. Inhalt, 1 schwarze Griffelmapp'. ?.ni rrjJtl< Inhalt, 1 silb. Tamenuhr mit gold. Bierzipiel, 1 Handtäschchen, Portemonnaie mit 25 t'Jlati Papiergeld und Fahrkarte nach Lmlouc-esch- bach Inhalt, 1 Geldtasche (Inhalt: 3 Post- auittungen), 1 Portemonnaie mit 21,25 Marr Inhalt, 1 Touplee-Kneifer mit Metallsckride, 1 silberne Tamenuhr mit Gliederannband, 1 Portemonnaie mit 15 Mk., sowie Kleingeld, Butter- und Brotmarken Inhalt, 1 Portemonnaie mit ca. 52—53 Mk. und Kleingeld Inhalt, 1 graues Portemonnaie mit 17,47 Mark Inhalt, 1 goldene Zylinder-Rem.-Uhr Nr. 45 795, 1 schwarze gehäkelte Handtasche mit Taschentuch, Schlüssel, Portemonnaie mit 6 Mark Inhalt. Tie Empfangsbevechttgtcn der gefunbenöti Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann an jedem Wochentag von 11—12 llhr vormittags und 4—5 Uhr nachmittags bei der ixMer» zeichneten Behörde, Zimmer Nr. 1 erfolgen. Gießen, den 15.Januar 1919. Polizeiamt Gießen. ____________Gebhardt. Bote.: Rundgaug der Felbgeschworenen. An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des KreiftS. Soweit Sie noch damit rückständig sind, erinnern wir Sie an Vorlage des Berichts über ben Rundgang der Feldgeschworenen binnen 14 Tagen. (Ausschreibe» vom 19. September 1918, Kreisblatt Nr. 116.) Gießen, den 23. Januar 1919. Kreisantt Gießen. I. V.: Pennrich. N mndttsM Slitnltntt des Scmi Gilüiiö Jrttrs. Roman von H. A. Adams. Nachdruck verboten. Fortsetzung 55 „Aber woher — woher wissen Sie es? $yit sie cs Ihnen gesagt?" „Sie hat es mir gesagt, Herr Direktor." Schreckliche Bestürzung war in Herrn Beachs müden Augen zu lesen, und als er sprach, Hang nicksts als unendliches Mitleiden aus seiner Stimme. „Sic wußte, daß sie sterben muß, sie wußte es die ganze Zeit über! Und ich habe alles getan, um jede Andeutung davon von ihr fcrnzuhalten. Was haben Sie mit all dem zu tun?" /War das klug, sic in Unwissenheit zu erhallen, ihr das Leben so aus den Händen gleiten zu lassen?" fragte Galahad. „Vielleicht hätte sie gerne manches geordnet, manches vorbereitet. Herr Beach, war sie denn glücklich?" ^Glücklich? Gott weiß, ich hatte keinen andern Wunsch als den, sie glücklich zu machen. Ich wollte ihr Glück nicht durch die schreckliche Kunde stören. Und sie wußte alles! Und doch meine ich, Sibyl sei niemals glücklicher gewesen, als während der letzten Tage. Zuweilen schien sie mir gar kein Kind mehr zu sein. Vor zwei Tagen kam ich nwrgens zu ihr, und sie sah aus wie — wie eine Braut! Es schnitt mir ins Herz, sie in ihrer Unwissenheit so glücklich zu sehen! Und dabei wußte sie alles! Wie konnte sie twtzdem so glücklich sein! Was ist geschehen, das sie so glücklich gemacht hat? Im Namen Gottes, Mann, sagen Sie mir, was Sie wissen. Wie kann ich weiter gehen im Dunkeln?" Und aus Mitleid mit diesem Vater zögerte Galahad. Konnte er sein Geheimnis ihrem Vater preisgeben und ihm vertrauen, daß er es nicht zerstöre? Und er würde ihm dann auch sagen müssen, daß Harare sie nicht liehe. Wie konnte er hoffen, ihren Vater zu überreden, daß es notwendig sei. diese Täuschung bis sum Schluß durc^uführen? Nein, er konnte diesem blinden Manne nicht das mitleidsbedürsttge Herz eines verträumten Mädchens bloßlogen. Er hatte Sibyl Treue geschworen und mußte seinen Schwur halten. Der Vorhang würde bald genug mitleidsvoll fallen. Er mußte schweigen bis zum Ende. „Ich kann es Ihnen nicht sagen, Herr Beach, es liegt nicht in meiner Macht, es Ihnen zu sagen." „Dann werden Sie die Folgen tragen müssen, Herr Jones," sprach der Direktor. „Ich muß es, fürchte ich, Herr Direktor." „Sie wissen, daß ich Sie verhaften lassen lamt?" „Sie werden nichts aus mir hevaus- bringen." „Natürlich muß ich bei dem Zustand meiner Tochter alle Oeffentlichkeit vermeiden; aber ich kann Sie besttafen und Sie verhindern, sich weiter in diese Sackte, bei der es sich um Leben und Tod handelt, zu mischen." „Ja, Herr Direktor," erwiderte gequält der Bankbeamte. Er war all defsen müde. Es war ja doch alles gleich. Es würde, Gott sei Dank, bald vorüber sein. „Ich ersuche Sie, Herr ^Fones, mir Ihr Abschiedsgesuch einzufenden — und Zwar sofort. Und denken Sie, bitte, in Zukunft daran, oaß ich die Polizei beauftragt habe, mein Haus zu überwachen." Der Direktor ivandte sick seiner Arbeit wieder zu und nahm mit beoenden Fingern ein Bürckwl Geschäftspapiere auf. Galahad ging nach seiner kleinen Hundehütte von einem Bureau, ordnete seine Arbeit und schrieb sein Abschiedsgesuch. Dann händigte er die Bureauschlüssel seinem Vorgesetzten ein und ging auf die Straße hinaus. Er war fertig mit dem Bankbeamtentum, er war ein Mann geworden. Die Uhr des Postamtes schlug ein Viertel vor drei. Betäubt von der Plötzlichkeit seiner Entlassung, wanderte Galahad die Straße hinab. Was nun? Was hin während des ganzen übrigen Lebens? Er war nun ein „unabhängiger Mann" — mit einem Häuschen, das Miete kostete, und mit Frau und Kindern, die Nahrung brauchtest. Er war neun» mrdvierzig Jahre alt, und die einzige Arbeit, die er verrichten konnte im Leben, war, entwertete Banknoten zu zählen. Boll irosb- los en Neides schaute er die Leute an, die an ihm vorübereilten, um ihre Arbeit zu tun, ihre gesicherte Stellung aus^ufüllen, ihren monatlichen Gehalt zu verdienen. Er war plötzlich aus dem Plauder Dinge heraus- aesallen. Morgen würde'irgend ein anderer seine Arbeit aufnehmen; die Bank würde weiter bestehen. Er konnte jetzt noch nicht nach Hause gehen. Mit dem unheimlichen weiblichen 2lh° nungsvermögen würde Em in ihrer unklugen Frauenweise erraten, fragen, seine Schmach aus ihm herauswurmen. Er war noch zu sehr betäubt und mußte Zeit haben, sich von dem Schlage zu erholen. Er jjiug dahin wie geblendet, sah nichts, wußte nichts von der Richtung, die er einschlug. Als er in einer bekannten Straße toieder zu sich kam, war er — auf seinem gewohnten Wege zum Stelldichein. Er blieb stehen, aber da er keinen Grund hatte, sonst irgendwo hinzugehen, schritt er weiter bis an den Hafen! Mer als er voller Sehnsucht in da? stille, kühle Wasser hinabschaute, faßte er sich wieder. Er hatte immer noch Em und die .tnv* der und Sibyl. Es war wunderlich, daß in seiner 9^01 der Gedanke an Sibyl zuletzt kam. Hell leuchteten die Wasser des Hafens in der Sonne. Leben war aus seinem sriedev ollen Spiegel, kern Tod. (Fortsetzung folgt.) ofteuerBeratung M 5 11« deutsche 7?eöisfons- und Heinr. Boller. 10610 I. A. der Bereinigung: Ernst Schulhof, Hb 2/14. IM 01747 Verschiedenes n unb innigen Dank aus. 0IT48 Die Direktion / Oskar Strihl und Frau. Cafe Amend Heute Mittwoch, 8Uhr: 85» Familien-Konzert teilen. 1236 18M abends 8 Uhr pünktlich. Der Vorstand. Fichtenbohleu von 2,5—4,5 cm iÖtrfeiiboblcn, 3 unb 5 cm stark unb Mainbiele 3/< in verschied. Breiten Bersrod • 1<1 »3 345 120 35 1200 Für das mir entgegengebrachte Wohlwollen unb die Unterstützung von feiten der verschiedenen Militärsormationen sowie bes verehrlichen Publikums von Gießen und Umgebung spreche ich meinen aufrichtigen v.Antignitlilen. MSbel», ganzen Einrichtung, Alteisen, sow. alten von mir aeiübrten Artikeln. 38V Louis Rothenberger. Marie Keil Ludwig Hainbach Verlobte la. hol!. Wttll frisch eingetroffen, l.», Carl Sch waab,{££X Oeffentliche Kundgebung für die deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen Donnerstag den 30. Januar 1919 abends 7*/< Uhr im Saale des Hotels „Grot Herzog von Hessen* Die Lage der deutschen Kriegsgefangenen und wir! Redner: Herr Dr. Schneider - Gießen. Alle Männer und Frauen Gießens und Umgebung, insbesondere die Angehörigen von Kriegsgefangenen sind eingeladen. Der Angehörigen - Ausschuß Gießen für deutsche Kriegsgefangene VmichiW dor ttuMaoer 1912/14. Zusammenkunft SamStaa ben 1. Februar, abendS T/a Nbr, im Ltbipkapah. Erscheinen sännlicher ehemaliger Milschüier bringend erwünscht. sachgemässe Anfertigung von Steuerbilanzen und Steuererklärungen. — Prüfung der Veranlagung. Entwürfe von Einsprüchen und Berufungen. ° Abschieds- Ball ■ ; mit Kappen-Abend ! | der 98er des Inf.-Regts. 116 Mittwoch ® den 29. Januar, abends 5Vz Uhr, im J I Saale d. Restaurants Philosophenwald 8 Sämtlich gut trocken n. seit 5—8 Jahren in Schuvven gelagert Besichtigung gestattet. Angebote erbeten an die 1238hv Hessische Zkllkiistraslinsicllt Bntzbam. Abgegeben werben iiisgcsMt'idkr in Heineren Partien Königsplatz 59. CSLSSGl. Fernspr. 2049. fürftcuM * Die auf Freitag den 31. Januar allseitig gewünschte, seftgekctzte flbfdnctisfticr kann leider aus ? ? ? nicht ftattfinden« Nächste Probe Freitag den 31. Januar Gesamt-Chor Haus möglichst moderner LandhanSsiik, mit ca. 5 Zimmern — Bad und eiektr. Licht erwünscht — in etwa 3 Aioraen großem Obtt- und Gemlise.mrten, und 1 Morgen Startoffellanb zn taufen ober zu pachten gesuchi. Schrift!. Angebote mit genauer Beschreibung, Preis, Lageplan u. möglichst Abbildung unter 01723 an b. (Sieben. Auzeig. 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Schuhmacherin einer, Schulstraße 10. ^UAflf jujf.^aQrfut) zu verkauien. Näheres sagt die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. 01Tua Nachruf. Heute vormittag verschied der Vorsitzende unserer Sektion Herr Gewerberat L. Petri 11. Seit Errichtung der Sektion (1885) hat der Heimgegangene sich seinem Amt bis in die letzten Tage seines Lebens mit Eifer gewidmet. Seine auf diesem Gebiete erworbenen Verd ensle wurden nicht nur von seinen Berufsgenossen sondern auch an höheren Stellen besonders gewürdigt. Die Berufdgeno-isenschaft und insbesondere die Sektion verliert in dem DahingeschL denen einen ihrer treuesten Mitarbeiter, dessen Andenken wir in Ehren halten werden. Giessen, den 28. Januar 1919. Der Vorstand der Sektion VI der Hess.-Nass. Bange werks-Berufsgenotseiischart. Wir sind jederzeit Kassakäufer MreitachM a. reparatnrbodSrttlge. Ang. m. bchrifiprobe u Angabe d-Sys'ems. Nummer a. Preia an Franz Vogt & Co., StÄealer Gießen Leitung Herrn. Stciiigoetter Nk«k fitilieljiing 8tr StidiGftsilnniitn der ijtötttfaäe: Wochentags vor« mittags von 10 bis 1 Uhr; nachmittags von 3 bis 4 Uhr (nurauEpicttagen). Sonntags von IO1/, d-- 12'1, Uhr. Für Über-Mienlfd)ület (Quarta) wird energische Nachiiilkeftunde in Ma- tbematik und Franzöfifch gesucht. Schriitl. Anied. um. 01749 a. d. Gieß. An». -r Beteiligung. Suche Beteiligung an nachivetSL rentabLUnter- nehm. m. vorerst 8u—100 Mille. Angeb. unter 01726 an d. Gießener Anzeiger. Etliche B'agcn Mitt, eine neue Häckielmaich., eine neue Tiriwurzmiihl.,ein. 1683if.$flo!jmg demi., der mir in ruhiger Vnnc 4-8immcr- Wobunng besorgt. Schriftl. Angebote unter Nr. 0155J an d. Gieß. Anz. erbtten. Todes-Anzeige. Hierdurch die tief schmerzliche Nachricht, daB unsere geliebte, gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Rosalie Docter Dienstag früh 7 Uhr nach ganz kurzem Krankenlager sanft Th. 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I Anmeld. werd, noch : bis Ende d<-s Monats 1 ■ entgegengenommen. • Vogtsche Verwandten, Freunden und Be- kann en die traurige Mitteilung, daß unsere liebe, unvergeßliche Dl utter, Schwiegermutter,Großmutter undTante Fril« Katharine Müller Lehrerwitwe nach längerem, schwerem Leiden im Alter von l'.ahezu80 Jahren sanft entschlafen ist. In tiefer Trauer: Thekla Müller Mathilde Kiefer geb. Hüller Franz Kiefer Kurt Kiefer. Wir setzen hiermit unsere Mitglieder in Kenntnis von dem Ableben unsere» langjährigen Ehren - Mitgliedes und früheren 1. Hauptmann-, deö Hmn Sntoij Mi IL ... Dik Beerdigung findet Freitag den 3t Januar, nachmittags 2'/, Uhr, aus dem allen Friedhof fiatt. Zusammen- kumt nachmittag- 2 Uhr am TurmIiauS am Brand. Uniform. t Rock und Heim. DaS Kommando: Faber. |IW)D) Wen» el Ganz unerwartet trifft uns die Nach- richt von dem plötzlichen Ableben unseres langjährigen 2. Porsitzenden ta Genta! L Pefri II. DiS zu seinem Leben sende selbst in der beruflich n Tätigkeit siebend, har er seine Lebensaufgabe darin erblickt, dem Handwerk in seinem schweren Kampfe um seine (Sri'lenz ntch, NM rin treuer Berater, sondern ein mtWffhrockener aufrtchitgcr Führer zu sein. AIS VorfiandSmitglied gehörte er der Handwerkskammer für Ho ffen seit deren Gründung an, ebenso dem Bezirks- verband Gießen als 2 orfftzender. Ueber 50 Jabre war er Mitglied deö OrtS- gewerbevereinS,einunermüdlicherHand° werker»Filhrer,ntcht nur in unserer Stadt und dem Kreise, sondern im ganzen Heffenland. Das Handwerk wird ihm stets ein treues Andenken bewahren! Der Ortegewerbeverein Gießen Dr. Krauomüller, t Vorsitzender. verk. Schristl.Äng.n.01701 an den Gieß. Anz. erbet. Statt jeder besondere« Anzeige. Am 27. Jan. verschied nach kurzem Siranffcln mein geliebter, unvergeßlicher Mann, unser nuier treuer Baier, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Karl Snchan Lebrer tu Frankfurt a. Mai«. In tiefem Schmerz: Marie Snchan geb. Hoffma»« Karlchen und Anne-Ltde Such«« Philipp Snchan und Frau Fcrd.Römer u. Fran geb. Snchan 4>rch. Bolt u. Frau geb.Hoffmann O'Ui und Frieda Römer Hans und Helmut Bolt. Frankfurt a. M-, Krofdorf, Köln. den 29. Januar 1919. 1246 Die Beerdigung findet am Donnerstag nachmittag 3 Uhr in Krofdorf statt. Fraukfurter Str. 19,1. Ärn« Fahrrad Wcfiidit per März nach Weilburg «Lahn) iol befi A 1 1 e I n ni 11 d c h e n outi -ziiui tiri , nir moderne Wohrnma u. ’VH1 ***mauii h. hoher >«ar en zu 3 Berikmen Bezahlung. Angeb. um., Näheres kra, v. 01596 an den Gieß. Au».1 Moltkcjtraße 1& 01711 Haus bursche sofort gesucht 1235B Ohrenklinik. j Vftrmiatungen | ßel aiibl. ZlMser z. verm. rwi_ Batholnsr Str. 84, IL Svenen ?(uiaabe des De- JnngerMan«, L> Jahre alt, große Statur, in sicherer Stellung, wünscht solides, braves Mädchen mit etwas Ber» mögen zwecks Heirat kennen au lernen. Junge B.'iiwe nicht auSgefchloff. 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