Zreitag, 28. November 19|9 169. Jahrgang Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen 5tDi!li«gtnmb6nid u. Verlag: vrühl'sche Uni».. Bud», u. Steinbruderti B. Lange. Sdiriftleituni. Seichästrlttlle u.Druderet: $d»ul1tt. t Annahme von Hiijcigt» f. die Lagesnumnier vis zum Nachmittag vorder otine jrbeilerbinbHdrte.it Dreis tflr I mm höhe iüv Anreiaen v.34mm Breite ortli ii 15 Bi, austvättS 18 Ui, für 'Jtetlame- anzeigen von 70 mm Bre -e 48 Pl. Bei Uiatj- Doridinii20°, .tiiiifdilag. HauvtjchN'tleiier: Ang. ®oetv UevantiDorthd) für Politik: 'jlitfl. Woet$. für ben übriacn Teil: Dr. Ren'bols Zenz; für den Anzelgeitterl: ö Beck; fäuitlid) in Gießen m. 279 Ter Gießener Anzeiger ertoeim lAalidi, außer bann- und Feiertags. Bezugspreis: monatl. Ui 1.1.60, viertel- iährftd) Mk. 4.80 durch Abhole- u. Zweigstellen monatl Mk. 1.50 durch die Bost Mk.5.- oiertel- jährt. QueidiL B' teilq. sternjprecb - Anfdttiifle: für die Ed>rdtleitungll2 Llerlaa,Gefchäitsslelle51 AuschriltsiirDrablnach- rtchtem Anzeiger Sieben. postfcheckionto: Sraelfort a. M. 11686 den. Die Zeugen halten es bisher aus FuE vor Kartosfeltransoorte E em^r ©tönte unb feinem Anhang nicht.gewagt, etwas wemse StmAnntn Ta. über den Mord zur Anzeige -u bringen. 12M7a --- Müdeshei m , 25. Nov. Wie eine Bekanntmachung des mifilärischen Verwalters für den Nheingaukreis erkennen läßt, dürften die Ortschaften des Rheingaues zukünftig nicht mit Truppen belegt werden. = Frankfurt, 28. Nov. (Privatmeld.) Der frühere Leiter des Marinesicherungsdienstes, Wilhelm G r ö n k e , wurde heute früh taif Anordnung der Staatsanwaltschaft wegen Mordes in seiner Wohnung verhaftet. Grönke hat während der Plünderungsnacht vom 31. März im „Holz- graben" einen Plünderer mit dem Gewehr nieder - geschossen und ihn dann durch einen Schuß in den Rücken getötet. Der Mord ist erst gestern bekannt geworden und der Staatsanwaltschaft durch mehrere Zeugen einwandfrei bestätigt wor- Deutsche Nationalversammlung. Berlin, 27. Nov. 120. Sitzung. Am Mrnistertische: Müller, David, Erzberger Erlaubnis fehlt, baS Geschäft selbst oder durch eim vorgeschobene Person abschließt. Auch der Handel durch vorg-ichobene Personen wird mit Gefängnis und mit Gldstvafe bis zu 100 000 Mark bestraft, ebenso der Abschluß von Handelsgeschäften zu Han- delszwecken mit solchen Personen, die derartige ©cidjdru nicht abichlie^n dürfen. Bei der Beratung dieser Bestimmungen find im Ausschuß der Nationalversammlung sowohl von den Regierungs Vertretern als auch von Abgeordneten die grundsätzlichen Bedenftm nicht verkannt wurden, die sich einer so weitgehenden Einlchran- kung der Rechtsgavantien gegenüber ausdrängen. Ur Ausschuß war aber mit der Regierung einmütig in der Ueberzeugiung, daß austergcivöhnlichc VcrlMtnisse auch außergewöhnliche Mittel erftr- öem und daß man dem Krebsschaden des dmitschin Volkes, der in dem Ueberhandnehmen des Wuchers und der Verschiebung von Waren zutagetritt, ebenso wie der vielfach einreißenden Untergrabung der Unbestechlichkeit und Pflichttreue unseres Beamten- törvers mit allen Mitteln zu Leibe gehn mülse, und daß nur eine scharfe und prompte Aburteilung abschreckend unb heilend zu wirken vermag. Der pensionierte Kurialrichter Szlavek und der pensionierte Staatssekretär Karacson, welche glcickr- jolls am Ostermontag als Geiseln verhaftet und mit demselben Lastauto abgesührt worden waren, wie die beiden Hollan, geben an, daß sie sich im Auto mit dem Gesicht nach abwärts legen mußten, beschimpft und mit Dem Gewehrkolben mißhan^lt wurden. Sie erfuhren erst später vom Schicksal der beiden Hollan.. wuchergerichte. „Preiswucher und Schleichhandel haben in letzter Zett einen erschreckenden Umfang angmom- mcn Die Voltsversorgung wird durch das Treiben der Wucherer und Sch-eber in immer weib-vnn Umfange gefährdet. Im Volke ist dadurch eine Hefe iöcrbtttmmg hervorgerufen lootten. Mtt die ß-n Worten begründet der Reichsmi.ister der Justiz, Schiffer, den Entwurf einer Verordnung über Sonderaerichte gegen Schl^chhandÄ und Preistreiberei über welchen der 6. AuAchuß ^r Nationalversammlung am Dienstag Beschuß gefaßt Hot Der Reich-Minister Schisser hat mit erweu- licher Schnell iakett das Versprechen elligelöst, das er m dieser Richtung bei Antritt fernes neuen Amtes gegeben hat, und die Nationallxrsammlung ist ihm aus dem Wege gefolgt, indem sie die Verordnung mit unwesentlichen Aenderungen em- stimmig angeiwmmen hat, so daß die Verordnung voraussichtlich Anfang Dezember 1919 bereits in Statt treten wird. Durch diese Verordnung werden sogenannte Wuchergerichte eingesetzt, die inÄxjondwi alle Fälle des Schleichhandels, der Preistteib^n, der Döchsipreisüberschreitung sowie Bestechung und Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften über die öffentliche Bcwirtjchastmtg von Ge^enstam-en, sowctt sie mit Schleichhandel usw. zuammenhän- gen, im Wege schleuniger Justiz zur Aburteilung rringcn sollen. Die Staatsanwaltschrft soll nur solche Strafsachen vor die Wuchergerickife bringen, die sich zu einer schleunigen s?Lxur1vilimg eignen. Die Anklage wird baburd» erhoben, daß der Staatsanwalt bei dem Wuchemericht die SXrtberoumung her ixiuJptwrl'anblunq beantragt, ohne daß eine besondere Eröffnung des Hauptver fahrens stattsm- det In der Ladung ist dem Beschuldigten ik‘t wesenaiche Inhalt der gegen ihn erhobenen Anklage mltzuteileu. Tas Wuchergericht besieht aus drei gelehrten Richtern und znxi Schüfen, von denen der eine dem Steife bet Verbraucher, d-r andere dem .ffreife der Erzeuger ober Hmtdels- hxibenben angehöven soll Das Wuchergericht HU den Umfang der Beweisaufnahme nach Ermessen zu bestimmen, und gegen feine Entscheidung findet kein Rechtsmittel statt. , Dmwch falb die Wuchergerichte den nnlitäri- schen Kriogs- oder vielmehr Standgerichten gleich- »ustellen, die man unter dem BelagerungSznistand zur schleunigen Aburteilung bestimmter Verbrechen intb Beuge hör ins Leben gerufen hat. Wie die Standgerichte sollen die Wuchergerichte durch rusche Justiz, durch fcfrirfcd Zufassen und durch entsprechend hohe Straf n dem weiteren Umftdxjrnfcn der unser ganzes Volk vergiftenden Seuche Einhalt tun. Die neue Verordnung bestimmt, daß in Fällen des Schleichhandels, der Preistr-iber.r, Bestechung usw bei Dorliegen eines bringenden Verdachtes ber Beschuldigte wegen Fluchtverdachts in Untersuchungshaft genommen werden darf, ohne daß der Verdacht der Flucht enter iveiteren B^ründinig bedarf. Die bereits brftefcnbrn Stra- fen wegen Ueberschveitung der Höckfstpreise, unreellen Verkehrs mit den der öffentlichen Bewirtschaftung miterliegenden Gegenständen us>o. sind int ivesentlichen aufreästerhalh n, al»er in versch ebenen Richimigen noch ergänzt und zum Teil weitgehend Das Rostocker Nnivtrsttatsjnbilänm. Rostock, 26. Rov. (Wolfs.) Raclfdcm 4m Tumstag abend ein Empfang der Gäste, worunter neben Derttetern deutschc'r und auswärtiger Universitäten der Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg, von Lettow-Borbeck, Fregattenkapitän Rerger und andere zu nennen sind, die offiziell Feier des 500jährigen Univerfttätsjubt- 1 ä u m 8 emgeleitel l)atte, fand am gestrigen ersten Festtage eine Feier im Stadttheater statt, wo der Rektor der Universität in einer Festrede den Werde- gang der Universität in ben fünf burdXebtvn Jahrhunderten schilderte. Ten Glückwunsch der bcutdyn Universitäten überbrachte der Rektor der Universität Greifswald, der zugleich eine go bene tabula gratulatoria überreichte. Bon auswärts warm erschienen Vertreter der holländischen UnitxTiitätm Utrecht, Leyden, Grooningen, für Dänemark em Vertreter der Universität Hilsingfors. Ten Glückwunsch der schwedischen Alxidemi.' der Wi sensckmf- ten übermittelte Sven öebin. Ter Vertreter des chnxdischen Reichsvereins für das Schweden tum m Auslande überreichte eine durch Sammlung etwa 2000 schwedischer Männer und Frauen aufgebrachte ©tiitung von 300 000 Mk. Als Vertreter der auswärtigen Gratulanten sprach Proscs or Tr. Schäfer im Namen der spanischen Akademie der Wissenschaften. Außer Glückwünsckferi wurden zahlreiche Ehrenurkunden und reiche Tfar gen gaben der Universität überwiesen. Ter erste Festtag sand seinen Abschluß durch eine Festspielauftühmng des brUtcn Aktes der „Meistersinger" im Stadttheater. Budapest, 27. Nov. (Wolff ) Ungar. Korr.- SJuranx. Im Terroristenpwzeß wurde über die Ermordung des Pens. Pvstsparkassendirektvrs A l e - xanberHollan und feines Sohnes, des Staatssekretärs Alexander Hollan, verhandelt. Beide wur- ben am Ostermontag als Geiseln verhaftet. Während der Ueberfülwung ins Gefängnis wurden sie von den begleitenden Terroristen erschossen und die Leichen in Sie Donau geworfen. Der Kommandant der Terroristenairuppe, Josef Cserny, erklärte, er habe den Austrag' gehabt, 400 Geiseln verhaften zu lassen. Er befahl, bloß denjenigen niederzuschießen, der einen Fluchtversuch mache. Der Terro- iift Meszarvs erklärte, daß der Terrorist Lazar ihm besohlen habe, die beiden Lwllan zu erfefneffen. Beide wurden ans Tonauuser geführt. Lazar, Meszarvs und noch ein dritter Tervorist stellten sich hinter sie und töteten sie mit je einem Schuß. Auf die Frage des Präsidenten, ob er keine Gewissensbisse gehabt habe, weil er Unschuldige ermordete, erklärt Meszavos, er habe befürchtet, daß Lazar ihm em Leid zufttge, wenn er mcht gehorche. Weingarten, 27. Nov. (WTB.) Ans dem hiesigen Friedhof wurde heute die sterbliche Hülle Gröbersbestattet. Die Grabrede hielt Stadtpfarrer Pfaff. Für die Reichstagsfraktion des Zentrums sprach Abg. Leicht, für den verhinderten Reichsminifter Erzberger Mmifterialdirektor Von Stockhammern. Ein Landarbeiterstreik. Stettin, 28. Nov. (WTB.) Die „Ostseezeitung" meldet au5 Greisswald, daß im Landkreis Greifswald ein Landarbeiterstreik ausgebrochen ist, der heute bereits 17 Güter umfaßt. Der frühere Leiter des Marinesicherungs- dienftes in Frankfurt wegen Mord verhaftet. Hus dem besetzten Geb!et. Der Kohlenmangel. Koblenz, 28. Nvv. Ter Kohkenman- gel macht sich der „Köln. Ztg." zufolge auch,m der Umgebung von Koblenz bemerkbar. So mutzte auf Anordnung des amerikanischen Kommandanten! in sechs Nachbarorten, darunter Ehrenbrettstr-n, Nieder la hn stein und Vallendar an den Wochentagen der Gasverbrauch eingeschränkt werden, ^.as Gaswerk Ebrenbreitstein dars nur zu bestimmten Stunden Gas abgeben. In Bad Ems hört btt Gasab« gäbe vom 30. November wegen Kohfenmangels vollstätü>ig auf. Amerikanische Justiz. Koblenz, 26. Nov. Zwei Schulbuben^hatteu die Frau eines ameri&mifeben Majors mit Schneebällen beworfen. Sie wurden dafür vorn amerikanischen Militär-PolizeiK-richt zu te einem Monat Gefängnis verurteilt, wurden aber bedingt begnadigt unter der Bedingung, während dieses Winters auf feine Frau mehr mtt Schnee hälfen zu werfen. Besondere Marken im besetzten Gebiet. Besondere Briefmarken für die besetzten Rheinlande hat die belgisckfe Regierung verausgabt. Es sind dies belgische Marken der „Hovre-Ausgabe" mit einem schwarzen zweizeiligen Aufdruck „Allemagne“. Die Marken sind in den Werten zu 1, 2, 5, 10, 15, 20, 25, 35, 40, 50 Centimes und 1, 2, 5 und 10 Francs erschienen. Außerdem hat die belgische Poft- verwaltung eine neue Marke ausgegebcm, die Den König Albert mit Stahlhelm barftedt. und Schmidt. , .. ~.k Präsident Fehrenbach eröffnet bte Sitzung um 1,30 Uhr. , Tie zur dritten Lesung der Reichsabgoben- ordnung neu eing^rachten Änttäge smd noch nicht «druckt. Daher wird tnc gestrige. Besprechung der EmähnmgKinterpellation zunächst wrtgeietzt. Abg S t a p f e r (Z.): Die landwirtlchaMichen Erträgnisse mußten mit der Einsübnmg der achtstündigen Arbeitszeit zurückgeben. Tu Regierung muß Tüngstvsfe mr Verfügung stellen. Vo llg sinnlos sind die Symvatbiestveiks. Tie Arbeiter sollten lieber Kohte fördern, dann gibt es auch etwas zu essen. Der -Streit zwischen Stadt und Bei kn.tatigm BalutaverMtnissen müssen wir uns mv^lchstvom Auslande 1-reimachen,ftmb bann mußbie Regu-run« Helsen und bte Produktion fördern. ^,e biShertgeitz Verordnungen der Regierung$ beeinflußt gewesen. Tie Transportwot schreibt sich hervon den Zuständen in den Eisenbabnr^arattrr- werkstatten, in denen keiner etwas tun will. Wenn Kartoffeltransvvrte auf enter Strecke bte fenft mk-nise Stunden dauern, neun Tage brauchen, so können währenddem die Kartoffeln dreimal er- Au- dem Nelche. Die Krisis im Bettfebsräle-Ausschuß. Berlin, 28 Nov. Zum Betriebsräte- aesetz laben die Sozialdemokraten beschlossen, in der heutigen Sitzung des Ausschusses eine klare Stellungnahme des Zentrums zu verlangen, welches bislxr erklärt hat, die Verant-i Wortung ohne die MüVerantwortung der Demokraten nicht tragen zu fönnen. Ter strittige Punkt über die Aufsichtsrätc wurde entsprechend den For- deriingen der Sozialdemokraten erledigt. Es handelt sich nunmehr noch um die Bilanz e t n - sicht. Sollte es beute zu keiner Beschlußfassung oder zu einer 9IHebmmg der fezialdeinvkratischen. Forderungen kommen, so erwachsen daraus, wie Der „Bortvarts" sagt, möglicherweise die größten Konsequenzen. . c. Berlin, 27. Nov. (WTB.) Der angekundtgte Kompromiß der Regierungsparteien über das Betriebsrätegesetz wurde vom Präsidium des Reichsverba ndes der deutschen Jn- d u st r i e als die s ch w e r st e G e s ä h r d u n g des deutschen Wirtschaftslebens bezeichnet. Die ernsten und schweren Bedenken der. Arbeitgeber müßleii uiibednigt Berücksichtigung finden. Das angefün- digte Gesetz über obligawrische Schiedsgerichte sei fein Ausgleich. Es wurde beschlossen, am U. Dezember eine Protestkundgebung nach Berlin em- zuberufen. Ter parlamentarischr ilntcrsuchungsaucschuß. Berlin, 28. Nov. Der parlamentarische Untersuchungs-Ausschuß für die Vorgeschichte des Krieges einigte sich gestern auf die Feststellung des FrageboAens ür die Zeit zwischen dem Attentat von Sera- jewo und der Kriegserklärung, sowie über die Zuziehung einiger weiterer Sachverständiger. Der Fragebogen soll an die Haupt- austtiuftspersonen zu einer vorläufigen schriftlichen Beantwortung versandt werden. Noch dieser Vervollständigung des Arbeitsplanes will man nächste Woche an den Ge- amtausschuß herantteten, um die mündlichen Vernehmungen über jene Zeit Anfang Januar beginnen zu können. Ter Eisfnbahnw'rkthr. Berlin, 27. Nov. (WTB.) Die Nachrichten über eine bevorstehende neue Sverre des gesamten Personenzugverkehrs sind unbegründet. Neue Foid-rungen der ^ftnbahncr. Berlin, 27. Nov. (WTB.) Eine Abordnung des deutschen Eisenbahner verbau des und der Gewerkschaft,deut scher Eisenbahner überreichte im preußischen Eisen- bahnminisstr!um und im Reichs inanzminiite.tum eine Denkschrift, in der bis zur Durchführung der Dejoibu.igsrejorm eine Erhöhung der lausenden Teuerungszulagen gefordert wird. Die Teuermtgszulagen sollen bei jeder Tartf- ernenenntg neu festgesetzt werden, um so das Einkommen in organischen Zusammenhang zu bringen. Die Tenkschrift enthält umfangreiches statistisches Material über das sprungliaite Emporschnellen der Warenpreise in den letztm vier Monaten. Grübers Bestatwng. Da» Ergebnis der franzvsifcheu Kammerwahle». P a r i s, 27. Nov. (WTB.) Bis jetzt sind 600 Resultate der Kammerwahlen bekannt, 16 Sitze stehen noch aus. Gewählt sind: .33 Linksrcpublikanec, 60 Radikale, 83 Nadi- alsozialisten, 27 republikanische Sozialisten, 68 unifizierte Sozialisten, 6 dissidcnte Sozialisten, 133 Progressisten, 69 Vertreter der Action liberale, 31 5konservative. 250 Deputierte wurden nicht wiedergewählt, 350 wurden neugewählt. Ein französisches KriegSgerichtSurteil. Namur, 27. Nov. (WTB.) Havas. Das Kriegsgericht verurteilte ben Major Mac» - eaux, der 1914 das Fort M alonne kommandiert hat, zu fünf Jahren H a f t und Degradierung, da er nicht dir notwendigen Maßnahmen ergriffen hatte, um eine Leute an ben Tagen bes 23. und 24. August 1914 vor der Demoralisation zu bewahren, sowie nicht alle verfügbaren Ber- teidigungdmittel in Anwendung gebracht und das Fort übergeben habe, statt es zu halten. Die Vermittlung in Amerika. Bon der Schweizer Grenze, 28. Nov. In dem „Pariser Midi" äußett sich laut „Köln. Ztg" em Diplomat, daß Tast int Begriffe sei, zwis'ckien dem Senat und bei Regierung zu vermitteln. Sollte auch Taft keinen Erfolg haben, jo blieben nur noch starke Mittel übrig. Hier- icnter komme in Betrackst, daß Elömenceau als Botschafter rn Washington sich für die Mianz eni- jetzt, umsomehr, als Clömenceau der einzige europäische Staatsmann sei, ben die Amerikaner in den Himmel Heden. Churchill über ein falsche- Gerücht. London, 26. Nov. (Wolff.) Im Unke r h a u s erklärte C h u r ch i l l aus eine Anfrage, daß der Nachriclst, daß im Schwarz- wall) zahlreiche Artillerie, große Munitionslager und andere Vorräte für eine große Armee bereit lägen, nach den Erkunoigun- yen des Kriegsnnnisberiums kein Glaube beizumessen sei. D' Annunzio. Nom, 27. Nov. (Wolff.) Stefani. Nach dem „Avanti" wird von d'Annunzio und seinen Freiwilligen gegen Triest ein Handstreich vorbereitet. In dieser Stadt soll d'Annunzio ein militärisches Ze-nttum Italiens errichten wollen. ♦ Der Budapester Terroristenprozeß. verschärft wott>en. . v n r Als „Schleichhändler" wird fetzt b"strast, teer Gegenstände, für die Höchstpreise sestgesetzt sind oder die sonst einer Verkehrsregelung unterliegen, unter vorsLtzlicher Verletzung der best-elsendni Borschristen ober unter Verleitung eines anderen zur Verletzung einer Vorschrift oder nufer?lusnutzung her von einem anderen begangenen Verletzung dieser Vorschristen zum Zwecke der Wei ter Veräußerung mit Gewinn erwirbt ober wer sich zu solchem Enoerben hevgibt. Die Strafe für den Schleichhandel ist Gefängnis bis zu fünf Jahren, daneben Geldstrafen bis zu 500 000 Mark In besonders schweren Fällen des Sebfeichhandels unb der vorsätzlichen Preisrreibern ist auf Zucht- Ha u s st r a f e von 1 bis 5 Jahren und außerdem auf Geldstrafe bis zu 500 000 Mark zu erkeimen. Eine bewnders gemeinaesäbrliche Form des Schleichftindels ist die Verschiebung wichtiger Nah- nmgsmitfel, Rohsivsfe usw. ins MiÄand. Zur wima wen Bekampftmg dieser gemeinschädlichen Handlnngm, durch roeldje geradezu die Existenz des Reiches in Frage gejlrllt wird, sieht die Ver- ortmung GcfenFms und in besonders schweren Fällen auch Zuchthausstrafen vor für denjenigen, der es int benrimmt, Gegens<«i^e, bie der Neichs- wirtsck)oftsmrinster als lebenswichtig bezeichnet hat, ofeie die erferrderliche Genehniigmig aus dem Reichsgebiet auszarführen. Neben der Strafe ist auf Geldstrafe bis zu 500000 Mark zu erkennen. Auch kann auf Einzielnms her Gezienstände erkennt werden, auf die sich bie frnartxtre HanÄung bezieht, unb zwar ohne Unterschied, ob sie dem Täter ge- tfören ober nicht. Tmnben ist auch der durch die strafbare Handltmg erzielte Gewinn eimuziehen. Entsprechend hatte Strafen sind auch schon für fahrlässige ZuwLerHandlung vorgesehen. Um die Verordnung zur Fern Haltung unzuverlässiger Personen vvm »anbei besser durchgrei-- . . . fertb zu gesdalben, ist neben anderen Beß immun gen Atif die »orgeselzen, baß jedes danach unzullst'sige Geschäft wissensbi^ als nichtig betrachtet werden soll, gfeüfwfel, ob bi« Person, welcher der Handel untersagt ist ober bie Ein fideles Gefängnis. — Siegen, 27. Nov. Nachdem erst vor einer Docke 33 Gefangene ans dem Gefäna. nis ausaebrochen waren, ginget in dec Nacht zum Mittwoch abermals acht der schivcrften Verbrecher flüchtig. Die Verbrecher sprengten eine Dand, mehrere (Sitter nnd Türen und kamen, da das Gefängnis nachts ohne Bewachung ist, ungehindert ins Freie. Unter den Entsprungenen befinden sich sechs, die erst vor einer Woche ausgebrochen, aber wieder eingefangen wurden. — In drei Wo- cken drei erfolgccid>e Gesangenenausbrüche — wahrlich nette Zu stünde. Lebensmittel. ♦♦ Kartoffelausgabe 4 7. Woche. Die Wochenkartoffelmarke P der 47. Woche wird durch Karl L ö b s a ck, West-Anlage, beliefert. Die Marken können bis einschließlich SamStag, den 29. November 1919 eingelost werden. ** Milchversorgung. Die städtische ärztliche Prüfungsstelle teilt uns mit: Die Belieferung der Stadt Gießen mit Milch geht trotz aller Bemühungen zur Hebung der Milchonliefe- rung ständig zurück. Es konnte daher in den letzten Wochen ein erheblicher Teil der Kinder und der Kranken bte ilM zustehende Milch nicht erhalten. Es ist deshalb leider nicht zu vermeidest, daß Milch an Kranke nur bei schweren Erkrankungen und nur auf kürzere Zeit abgegeben werden kann, damit wenigstens die dringlichsten Fälle einigermasten mit Milch versorgt werden können. Anträge auf Bewilligung von Milch für Kranke sind nur in den äuge- gebenen Fällen zu stellen. Bei Wiederholunasanträgen empfiehlt sich, soweit nicht ein Alter über 70 Jahre vorlicgt, die Vorlage eines neuen, ausführlich begründeten Srzt sichen Zeugnisses, das die 9h) tnxnbifff.it der Weitcrgewährung dartut. ** Freibank. Sams^g Len 29. November werden von 1—3 Uhr die Nummern 3351—3450 beliefert. Veranstaltungen Freitag: Großer Hörsaal der Universität, Zt/r Uhr, Vortragsabend des Katholischen Akademiker-Ausschusses. — Gasthaus rum LSwcn, 8 Uhr, Vortragsabend der cxmokratischen Frauen gruppe. — Lichtspielhaus, Der goldene See. — Lstlrtspiele, Selterswog. Erborgtes Glück und Die Tochter des Henkers. Drvmbcrg (T.-Rtl.) fragt Präsident Fchrenbach das Haus, ob es Vertagung oder SBeitcrbentung wünscht. Tas Haus entscheidet sich für Pritcr- beratung. Die einzelnen Paragvrpken des Gef-N?' xntwurfcs werden hierauf im allgemeinen nach den Beschüssen der zweiten Lesung mit einigen kleinen Al. anderungen angenommen. Der Antrag S ch u l z - Bromberg (D.-Rtt.) über das Gesetz nach Maßgal« einer Derß-ssungsänderung abzustimmen, wird abgelehnt. Das Gesetz wird hierauf in britter Lesung in der Gesamtabsiimmung gegen bre Stimmen der Deutsch-nationalen angenommen. Die Resolutionen des Ausschusses werden ebm- salls angrnommen. ES folgt die Beratung des Antrages Löbe (Soz.f, angesichts der Hungersnot in Oesterreich eine Hilfsaktion ins Werk zu setzen. Der Antrag ist von allen Fraktionen mit AuSnalnne der Unabhängigen unterzeichnet. Es sollte ursprünglich von allen Parteien ein Redner zu Wort kommen. Im Laufe der Sitzung ist man aber übereingekommen, den Präsidenten a'lein den Antrag begründen zu lassen. Präsident Fehrenbach: In Oesterreich stelxn viele Frauen und Kinder vor der HunaerS- not. Wenn die Menschlichkeit noch was zu sagen hätte, müßten die Sieger sich erbarmen und aus chren reichen Beständen Oesterreich helfen Aber Humanität und Barmherzigkeit haben keinen Platz mehr bei ihnen. Wir darben selbst, wollen aber versuchen, die ärgste Not zu lindern. Das schwere Opfer wollen wir in aller Brüderlichkeit bringen und fordern die Oessentlichkeit auf, darüber hinaus weitere Opfer wu bringen. Der Antrag bedarf keiner weiteren Degründima mehr. Abg (Set) er (U. S. Psi: Wir finb mit der Hilfsaktion einverstanden, können aber der Verkürzung der Drotration nicht justimmen. Präsident Fchrenbach hofft, daß gerade die Bauern zu der Hilfsaktion reichlich beisteuern werdm. — Rach weiteren Bemerkungen des Aba. Schiele (D.-Nsi wird der Antrag einflimmtg angenommen. Gegen den 8 2 des Antrages (Ber- kürzung der Brotration) stimmen nur die Unabhängigen. Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr. Steuervvr- lagen. Schluß 8 Uhr. ** Don der HanbelSkamm er wird unS folgendes geschrieben: Auf Grund des Artikels 297 i deS Fric eusvertrageS und des § 8 des Reichsgesetzes vom 31. August 1919 fall letzt die Entschädigung der im Ausland ge - chädigtcn Deutschen erfolgen. Tas Rrich X)t die sofortige Zuwendung von RrichSmitteln ür den genannten Zweck verfügt und die Bormid° ung der Anmeldungen besonderen Jnteves'M- Vertretungen übertragen. Als solch: Interesf>2t- oertretung ist für die im Inland ansässigen Firmen kmb Privatpersonen der Derdand der im Ausland geschädigten I nlandsbeu t- chcn begründet und amtlich anerkannt worden. Sitz des Verbandes ist Berlin. Anträge auf Gk» Währung von Entschädixlmgen sollen von dem Verband vvrgeprüft werden. Dle endgültige Ent- chidung hierüber erfolgt durch die Spruchkom- mission des Priches. Eine solche Spruch'ommis- ion soll a^ch in Frankfurt a. M. für Hessen- Rosferu und H-sien errichtet werden. Mit Rück- icht darauf soll eine Zweigstelle deS AerbandeS für Hessen-Nassau und Hessen m Frankfurt a. M. errichtet werden. Zur Errichtung dieser Awriff, stelle findet am Frchiag dem 5. Dezember dS. Js., nachmTttagS 4 Uyr im großen Saale der Hankels- Bammer zu Frankfurt a. M. (Börfcngebäude) eine Vriammlung statt wozu Jnteres enten des Han- lelskammerbezrrks hierdurch eingelecken werden. Es wird dabei ausdrücklich noch darauf aufmerkfrm gemacht, daß nur solche physische ober juristische Personen m Frage kommen, die im Ausland (wozu die bisherigen deutschen Rricks-tebi-te nicht zSlsi'n) geschädigt sind, jedoch ihren Sitz im Inland haben. ** Tic rechtsrheinischen hessischen Handelskammern, Darm st ad t, Offenvach, Friedberg und Gießen, haben ein Telegramm des Inhalts an den Reichskanzler gerichtet, sie p r o t e st i e 11 e n gegen die euren Bruch der Friedensbedingungen bebittcnben Forderungen der Entente auf Ausliesenmg deutscher TockS, Ba«,cr, Kräne und Werstanlagen. ** Märkte. Wie uns die Stadtverwaltung mitteilt, enthielt die gestern uns übermittelte Ueberfidjt die Märrte für 1921, nicht 1920. ** Der Bund zur Pflege von Musik und Literatur teilt uns mit, daß filr De» gegenstehen: die Verbitterung, bte Entmuttguna, der Material smuS des Genusses unü bte Unkrrch- lichkrit. Die Leidenschaft ber Drbttterung wiro Jtd) üjen, anstelle ber Entmutigung sitzt dre chrrst-rche Religion eine tatenfrohe Lebenskunft, dem Marc- rial.smus deS Genüsse- aber steht d r Materia.rr- mus ber Sorge gegenüber, der größte Helfer oes Christentums. Dre Schwächen aber, welche der ikirche anhaften, weil sie von Menschen verwaltet wird, geben uns fein Recht, sie zu verdammen. — Im Gegensatz zu den negativen Mächten beleuchtete dann der Rooncr btt positiven Machte des Christentums Er eigte, wie die Religion Cbristi Göttliches unb Menschliches, wie sie Innerliches und ^duserl'«^ verbinde, wie sie ein System von lojij« mbetc bcritvlle und den Trralismus von e Antwort des Ministers.) Es ist völlig unlogisch, mir zuerst au große Zentralisation vorzmverfen, mich aber dann yi tadeln, daß uh du einzelnen Finanzminister zu Präsidenten der Finanzämter gemacht habe, denn das ist eine Konzession an die Dezentralisation. Es ist im begleite lich, daß ein Jurist gegen eine einheittiche Steuerpolitik und ein einheitliches Steuerrecht im Rerche sein kann. Das ist gegen jedes Interesse d-s Steuerzahlers. Ich bin angenehm überrascht, daß die Teutsch-notionale BolkSpartei sich jetzt mit einem Male zur Hüterin ber Verfassung mirwint, die sie bis jetzt verworfen hat. Ter Arttkel 84 trifft nur für den Fall zu, dast feine besondere Gesetze erlassen werden. Nun werden wir aber besondere Gesetze erlassen Wso entfällt ber Artikel 84. Wir haben und nicht skrupellos über die Lerfasfwig hinwegseietzt. Das verbitte ich mir. Tie Finanzminister ber Einzelstaaten, die Präsidenten der LandeSsinanz- amfer sind, sollen nicht zweien Herren dienen, sondern nur einem: dem deutschen Volk! Diele Interessengegensätze konstruieren nur S« (nach rechts) Freilich haben Sie immer solche Politik betriebe. Die Prämien-Sparanleihe soll unmoralisch sein. Glaubt ber Vorredner mit seiner Kritik dem deutschen Volke M nutzen, jetzt da die An- leihe alrsgeschrieben ist? Waren Sie denn immer so moralisch bei der Lotterie? Abg. Kempkes (T. Dpt): Bedenlllch ist die autzerockentlichc Machtfülle, die daS Gesetz dem Reicl)Sfinanzminister rinräumt. Tie Abgg. Katzenstern (Soz.) und Pohlman n (Dem.) stemmen dem Entwürfe zu. Abg. Dr. Delbrück (T.-Ntl.): Die Politik, die hier getrieben wird, führt zu einer unheilvollen Zentralisation. Minister Erzbergcr wendet sich nochmals gegen die Vorwürfe ber deutschnationalen Partei. Wer im Glasixruse sitzt, soll nicht mit Steinen werfen! Rach weiteren Aeußerungen deS Abg. SchulzSitzttnS der -ta-tveeordneten. Gießen. 28. Shft Zur gestrigen Beratung batte sich eine grafe Anzahl dringender Angelegensten gehäuft, « durch die längere Erkrankung deS Oberbürgermer- sters die Geschäfte oerzö^rt wurden. Wie wir hören, ist der Oberbürgernreister so ntil wieder hergestellt, daß er von nächster Woche an seine Tätigkeit wieder aufnehnten kann. Gestern führte nock Beigeordn. 5sirenzren den Vorsitz. Eine dringende Jnterpellanon der Unabhän- eigen, wie die Stadtverwaltung die Dcivassnung eines Teiles der Stürmten durch die R ichsivehr rüefgängig machen wolle, wurde zur nächsten Beratung verschoben. Einschneidend ist eine neue Fa hr Preiserhöhung ber Straßenbahn auf mm mehr 20 Pf 6 Zahlmarken kostrn 1 Mk, em Monatskarte 15 Mk. Größ-re G plckstü^ 60 Pf S hr *n begrüßen ist es baff gen, daß sämtlichen schioergehfähigen Kriegsbeschädigten frreifabrfdrten ausgestellt werden sollen. Bei einer Beratung über die tlebematmie der Kosten für die KriegSge'aniienenl>eimrel)rstelle and Gewährung einer Beihilfe für heim gekehrte Gießener erfuhr man zum ersten Male, daß sich etwa 250 Gießener in Okfangenfdxnt bestmtvn, von denen etwa 70 zurückgekehrt sind. Ausführlich besprochen wurden die neuen Maßnabmen zur Behebung der Wohnungsnot, die tief in die Gewohnheiten und bisherigen Rechte der Vermieter und Mieter ein- »reifen. Wir verweisen an dieser Stelle aus bflt Sitzungsbericht, aus dem Einzelheiten zu erfe-en sind. Sehr zu recht wurde nach Schluß der Tagesordnung der Stadtverwaltung der Dorwuri ab macht, baß sie nicht genügend Hol» bade schlagen lassen. — Auch die Milchoersorguag wurde einer berechtigten Kritik unterzogen. tcilnehmer, Krieasbeschädiate und Kriegs- Hinterbliebene in der Gastwirtschaft von Hern- riet) Wiesner eine öffentliche Kundgebung, bei der Herr Eichinger- Frankfurt a. M. über „Die Leidtragenden des Krieges und ihre Lebensbedingungcn" sprechen wird. Eine öffentliche Ausspraä>e sckstießt sich an. Kreis Schotten. ed. Eschenrod, 26. Rvv. Zn der letzten Nummer unseres Gemeirrdeblattes wurde als Ehrung der 14 gefallenen Eschenroder Kri/ger dteStiftungzweierGedächtnis- glocken annertfft. Tie am Totensonntag durch erwachsene Qfcmeintegt teber vorgewommtene Haus-- sammlung hatte folgendes Ergebnis: Wilh. K u n - fcl und Frau ftirteten die eine Glocke, für bte andere Glocke wurden von 125 Gebern 15 000 Mk. « zeichnet. Auf jeden Geber entfallen im Turch- schnitt 120 Mark. Für eine neue Orgel wurden am gleichen Tage namhafte Beträge in Aussicht gestellt. Kreis Friedberg. sw. Friedberg, 26. Nov. Eine Vorstands- und Aufsichtsratsitzung der Ober- hessischen Milchzentrale richtete eine Eingabe an die Landes-Milch- und Fettstelle in Dorn,stabt, in der sie darauf hinweift, daß die Preissteigerung für Futter und die hohen Löhne viele Landwirte veranlassen, die unrentable Rindviohhaltuna aufzugoben. Die dadurch verminderte Milckerzeugung könne nur durch eine erhebliche Milmpreiserhöhung auf mindestens 1 Marr pro Liter, frei Ber- wendungsort, verhindert werden. Hessen-Nassau. Hochkonjunkmr. = Frankfurt a. M., 27. Nov. Mehr als 60 Einbruchsanzeigen von der vergangenen Nacht liefen heute bei der Kriminalpolizei ein. Don dieser Fülle soll nur folgender Blütenstrauß gezeigt werden: Logereinbruch Neue Mainzer Straße für 60 000 Mark Lederwaren, Lagereinbruch in der Kai- sersttoße für 20000 Mk. Leder, Geschäftseinbruch in der Jahnstraße für 20000 Mk. Wollsachen, Wohnungseinbruch im Mittelwea für 8000 Mk. Reichsanleihe, Lagereinbruch in der Mainzer Landstraße für 10 000 Mk. Leder, WohnungSeinbruch in der Dogelge- sanagasse für 4M0 Mk. Wäsche, WohnungSeinbruch in der vadergasse durch den eigenen Sohn 3000 Mark Bargeld, DvhnunaSeiltbruch in der Rotteckstraße abends zwischen 8 und 10 Uhr für 40000 Mk. Wäsche und Silber, Lagereinbruch im Westhafen für 40 000 Mk. Wein, Aellereinbruch in der Tertorstraße für 2000 Mk. Kupfer, Wäfchediebftahl von offener Straße im Westend für 10 000 Mk., Ladeneinbruch in der Ludwigstraße für 3000 Mk. , Zucker und Ladeneinbruch in her Kaiserstraße . Zigarren, deren Wert noch nicht eingeschätzt wurde. Beginn 5V4 tTbr. Anwesend sind bte Beig. Krenzien und Rosenberg sowie mit Ausnahme von Edel und Gmeltr. 40 ©fabtoerorbnete. Zu UrkundSoerionen wurden gewählt Stedtv W i n n und Vetters. Dor Eintritt in die Tagesordnung wendet fW Stadtv Michel gegen bte Kritik bc4 „Gieß Anz." an ben Berbanblungen ber Stadtverordnetenversammlung, die nicht ba*,u beitrage, da' Ansehen bei Parlaments zu erhöhen. Stadtv. Vetter- /« Uhr (pünktlich) statt. (Definung des Saales, ber geheizt ist, nach 81/» Uhr.) In Hinsicht daraus, daß die Zahl der diesmal zur Ausgabe kommenden Sintrittßtarten eingeschränkt werden muBte, ist es für unsere interessierten hiesigen dürrahrr- freunde geboten, sich frühzeitig für Plätze zu sorgen. (Näheres siehe An-esi»e.) ** Katholischer A ka de m i ker- An s- schuß der Landesuniversität. Gestern abend sand im Saale des Felsenteller bet erste Vortrag deS Jesuiteiwater Lippert- München über daS Thema „Religion der Vorzeit pno ber Neuzeit" statt, zu dem ber .sisiath Mademikri-AuS- schuß" cmgelaben batte. Pater Lippert führte etwa Folgendes au3: Wir stehen am Ansanse einer neuen ungewissen Zeit. Die stellt sich das Cbristcn- i tum zu dieser neuen Zett? Er schilderte ein* I gehcud die Kräfte, Die ber christlichen Religion em- 2tu» Sta't un» Can». Gießen, ben 28. Nov. 1919. Das Adreßbuch der Stadt Gießen 1920 st heute erschienen und wird den Bestellern zum Preise von M. 8.— nebst 10 Prozent Teuerungszu. W Q QA zugestellt. Ohne schlag,also zu ♦H*OeOV Dorausbestellung wird das Adreßbuch zum Preis von M. 10.— in unserer Geschäftsstelle, 5chulstr.7, abgegeben. Srühl'sche Univerfitäts - vuch- und Steinörudevei • R. Lange. OEL- Rückgrat- Verkrümmung' A ihre Behandlung iLSystem Haas* | 11 HocmntereeewMe ]J BroechOre mit «KNa 80 w Abbildungen tu belieben A gegen Einsendung von I 1*1 Mark 1.— von Franz Menzel M Dresden-Blasewitz 345 IUI ml’*? ; 11)8? Zill Iterert H Langstores aus bestem englischen Eriilflll eingetroffen. Größte Auswahl in Halbatoree Garnituren mit Ueherhang und Scheibenschleiern Neuheiten in SpannstoflTen, Vitragen und Draperien. 132i9c Fritz Nowack Verlobungsbriefe und -karten Visit- und Dankkarten in modernen Papieren liefert sofort Druckerei SEIBERT, Oießen Steinstraße 68 Telephon 679 S < Hedlzinal- \ * Lebertran, ’ Lebertran- Emulsion empfiehlt preiswert Med.-Drogerie k i.. Kreuzplatzj. V KreuzpLMO van Siaerle’N 100 12 1M78 und mefftbietenb Verneinern. Fernsprecher 505 Asterweg 53 GO 3 4. 18SM Zllk HMpslkgk Metzgc'rmeist^ Orocksachen wert «e Brtti'ßüi taiv.-BrMUrei. B. tap. «eß» 100 100 100 135. 150. 160. WACHS* SCHUH* KREM 1 ^abrkub 2 Wagen Pflüge (friiicleitern sonst allerlei Geräte An- u. Berkans von 3Jiol)tln,ßolh, Silber, Antiquitäten, sowiellebernabme ganzer Einrichtungen. ““ LouiSRothenbcrger 22Neuen,veg22. Tel. 170. Zigaretten Reiner Tabak ß Hohlmundstück — 1000 Stück Mk. 115.— Btrtaitkha Anstatt ws| sWrala e. prrtg* Ist wieder zu haben. >üuirai7' Montag bcu 1. De- »embet, morgen- 10 11 br, lassen die Eheleute Georg Scharm in Krofdorf, Haus Nr. 122 ohne Mandatück 1000 Stück Mk. 145.- 100 . . 15.— Zigarren 100 Stück Mk. 125.— behördliche Anzeigen. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma Mitteldeutsche Technische Industrie Gießen eingetragen: Das seitlicr von dem Kaufmann Karl Heinrich Schütte in Gießen betriebene Geschält „Mitteldeutsche Technische Industrie Gießen" ist mit Akttven und Passiven ab 15. Oktober 1919 aus Fräulein Emilie Christine Eicke in Gießen über gegangen, die eS unter der alten Firma weiterbet reibt. Gießen, den 19. November 1919. 13330B _______________L>eisisches Amtsgericht. __________ Kartoffelattsgabe 47. Wochel Die Wochenkartoffelmarke P der 4 7. Woche wird durch Karl Löbsack, West- Änlage, beliefert. 133846 Die starken tömren bis einschließlich Sonnabend den 29. November 1919 ein gelüst werden. Gießen, den 28. November 1919. Der Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Weil bem nd cb4rfr1» «?SSat; Sb*'» § r^'Ltz gleich erachtet werden. ES wurde gemäß den Vorschlägen der Betriebsdeputation beschlossen mit der Ausnahme, daß allen schwer tzehsähigen Kriegsverletzten Frei- fahrkarten ausgestellt werden sollen. Der Fahrpreis für Postunterbeamte wurde mit Rücksicht darauf, daß die Post selbst ben Unterschied Ml tragen hat, von 10 aus 15 Pf. ^^ine längere AuSspracke beschwor die Preis- festsevuirg für Gepäckbeförderung auf der Straßenbahn. Die Betriebsdeputatwn hatte vorgeschlagen, daß nur Gepäckstücke bis zu 25 Klg. Mlgelasfen werden sollten, und zwar mit einer Gebühr von 20 Pf. bis 10 Klg. und darüber 50 Pf. Die Aussprache drehte sich darum, ob man nach Vorschlag Beckmann (U. S. B.) einen Ein- beitSpreis ein führen und ob man das Gepäck nach Raum oder Gewicht berechnen solle. Bei der Abstimmung ergab sich, daß von nun ab größere Gepäckstücke ans der Straßenbahn 50 Pf. Beförderungsgebühr kosten. Stadw. Kling (D.-N.) reale an, die Plattformen der Straßenbahn mit Decken oder Glasabschluß auf einer Seite gegen Zug zu schützen. Ferner brachte er verschiedene Wünsche des Fahr- pcrsonals vor. r , Durch vermehrte Aufstellungvon Motoren im lleberurndgebiet müssen die Transformatoren ausgewechselt werden. Der Neuanschas- fungSpreis ist um 400 Pro», gestiegen Es wird daher beschlossen die Gebühren für Anschlüsse ent- sprechend den Lätzen der Provinz mit Wirkung ab 1. November zu erhöhen. Die Aufnahme eine» Kaffendarle- hens bei der Vezirkssparkasse wird beschlossen, da das Kontokorrent der Stadt bet der Mckuldeutschen JPnSnttxmt aufgebraucht ist und lausende Mitte' durch Ausnahme eine» Darl^ms von 1 OOOOOO Mk. beschafft werden müßen. Der Zmsfuß des Darlehens wird in ösfentticher Sitzung nidjt bekannt gegeben. Zur Ue ber nah meder Kostender Geschäftsführung der Kriegsgeson- Faberstück: Los 4 etwa 60 Fstm. Fichtenstämme 1. Kl. „ 5 „ 50 „ „ 2. „ ,, 6 „ 35 „ „ 3. „ Nähere Auskunft erteilen die Herren Förster Lucas, Wißmar und Hegemeister Saluk, Salz- böden. Verkauf erfolgt nach den hier gültigen all- Banrinen Lwlzveriaussbedingungen. Gebote erbitte getrermt noch Losen für je 1 Fstm. bis spätestens L2. Dezember er. an mich. 133698 Krofdorf, 26. November 1919. Der Bürgermeister. Kriegsgefangenen beraten und unterstützen soll, wird von den Stadtv. Fourier (USB.), Sch mahl (T.-Nü.), Weiß (USP) abgelchnt. Für die Bewilligung sprechen die Stadtv. KrauS- müller (T.-Bp.), U r st a d t (Dem.) und Mann (S^.). Maßgebend für die ablehnende Dallung waren die Beoenöen, daß das Reich eine B^- pflichtung von sich auf die Kommunen abwälze uns daß die Krifa von einer städtischen Dienststelle nebenbei versorat werden könne. Bei der Abstimmung wurden beide Kredite genehmigt. Die Bestätigung des Lehrers Schäfer aus Alsfeld als Zeichenlehrer bei der höheren Mädchenschule ist vom Landesbildungsamt abgelelmt worden, weil er sich zu spät gemeldet, damals sein Examen noch nicht gemacht habe und aus nute 2. Hyvotdek zu leihen neinchl. Schr. Ang. u. Q22W1 a. d. Gieß. An». Der leiht aus kurze?,eft gegen gute Bezahl, einen Gasmesicc oder überläßt solchen käuflich? Schr. Angeb. u. 13382 an den Gieß. Äuz. genenheimkehr stelle find 6000Dtt, 8tof Gewährung eines Zus chusses zu der vom Reiche gewährten Beihilfe für heimkehrende Kriegsgefangene 23 000 Wk erforderlich. Beig. Rosenberg führte hierzu auS: Tie Reichsregierung hat außer den seinerzeit der Reick^zentralstelle zur Versümmg gestellten 20 Millionen Mark weitere 150 Millionen Mark Kaufmann Gvsi-ervwski, stütz. tljooL Kornmann, Postschaffner Schffrfeder: von den Hausbesitzern Rentner Christian Reiber, Rentner Kaspar Müller und Archrtoll Philipp 9M>laus. Die TLtigkeit ist chrenarntlick. Tie Vorschläge werden angenommen. Stadtv. Krausmüller (T.-Bp) regt an, im Falle, daß Neuanschaffungen erforderlich sind, jede Schärfe zu vermeiden. Stadw. Mann (Soz.) gibt $n, daß ein Küchenherd, der früher 30 Mk. kostete, jetzt 720 Mark kostet. In Fällen, wo die Neuanschaffung vom Vermieter nicht getragen werden kann, übernimmt das Wohnungsamt di.e Kosten, zieht aber einen Teil der Miete ein. Die Genehmigung aller Mretver- träge durch das Wohnungsamt soll zur besseren Kontrolle beim Landes-Arbeits- und Wirtschaftsamt nachgesucht werden. Zur Unterbringung von Ernzel- Personen (Studenten) soll dem Wohnungsamt die Befugnis erteilt werden, bewolMe Räume in Anspruch zu nehmen und die Ausstattung der Räume mit verfügbaren Gegenständen ohne Wäsche gegen angemessene Vergütung zu ver- laTl92iicfe Maßnahme soll, wie der Vorsitzende des Wohnungsamtes Stadtv. Mann erklärt, verhindern, daß große Wohnungen an geringköpsige Familien abgegeben werden. Marburg hat durch diese Bestimmung 4000 Personen untergebracht. Mit der steigenden Wohnungsnot würden noch weitere Maßnahmen erforderlich werden. Aus der Liste der Wohnungsuchenden könne man Auswahl treffen, obwohl nicht auf alle Wünsche Rücksicht genommen werden könne. am AnSsVrM-e tfld> Abstimmung kn die heutige Tagesordnung nicht ausgenommen. Sßie Stadtv. Kiel im Lause der Ausl prache mit- teilt, sind van der Reichswehr 123 Offiziere sonne 223 Unteroffiziere und Mannschaft-en bewaffnet worden. Zur Verteilung gelangten 364 Gewehre und 4 Maschinengewehre. Ferner wurden Feldküchen unb Kleidung angefordert. Die Interpellation wurde abgelehnt, weil sich nxber der Vertreter des Magistrats noch ein Test der Stadtverordneten unterrichtet zeigten. Zwei Baugesuche: Errichtung einer Einfriedigung am Grundstück Gutenbergstraße (nachträgliche DLpenSerteilung) und Errichtung eines Schornsteins und einer Jarchezrube uff be.n Grundstück Roo Heimer Strage 56 wurden genehmigt. Fahrpreiserhöhung drr Strastenbahn. Die Unkosten der Straßenbahn erfordern eine Erhöhung des Fahrpreises. Die meisten Sttaßen- balymm Deuffchiands haben bereits den 25-Pfennrg- Tarif eingenlhrt. Die Straßenbahndirettion schlug eine Erhöhung des Fahrpreises von 15 auf 20 Pf. und der Rionatskarten von 12 auf 18 Mk vor. Tie Brtriebscepulation hingegen befürwortet den Falwpreis von 15 aus 20 Pf., den Preis der Rtonatskarten auf 15 Mk. und den von 6 Zahl- marken aus 1 Mk. festzusetzen. Für Jd)roerget)fä!)tgc Lazarettinfassen soll der Fahrpreis 5 Pf., für schweraehfähige striegsverletzte unter Vorlage einer ärztlichen Bescheirngung die Monatskarte aus 6 Mk. sestaesetzt werden. Im Lause der Verhandlungen beantragte Stadtv. S ch m a h l (T.-R.) Freisahtt für Schwer- gehsähige, Stadtv. KrauSmüller (D. B), baß Unten die Freisahrkarden durch eine Kommission ausgestellt und daß die Lazarettkvanken und ins Zivüleben Mrückgekehrlen Kriegsbeschädigten r 5tabh>cto:Mt Sießea, A. 3b Vewtmtz bat« \\ zwar vom Mietervcrein die Stadtv. Rkaier, Sunon, Wenzel, als Beisitzer Eisenbahnasiistent Wittkopp, Geometer Schäfer, Kaufmann Prntl)er. Vvm Laus- desitzerverein als Beisitzer Malernwister Launs- pach, Steinhauermeister Louis Schmidt, Schreinev- meister Karl Hahn; als Stellvertreter Malermeister Ebristop'h ^Schmidt IL, Fabrikant dölbeveisen, Kaufmann Lours sRins^l. m Ms Vergütung werden vom Wohnungsamt vorgeschlagen für eine Tättgkeit von 2 Stunden 3 Mk., darüber 6 Mk. Tie Vorschläge werden genehmigt. Zur Durchführung der Beschlag- nah mevonWohnungen empfiehlt bte Woh- nung^eputation das Verfahren zu vereinfachen. Gegen die Beschlagnahmeerklärung, die vollstreck-' bar ergangen ist, muß innerhalb drei Tagen Einspruch erhoben sem, der durch das Wohimngsmnt und einen Beirat geprüft wick. Bon den Mietern gehören dem Beirat an: Für Hier »öd Polsterer I Zirka 3000 Stück prima Hanfgurten 8 cm breit, ä 160 cm lang und in Stücken von 25 Meter zusammengenäht, offeriert ä 70 Pf. pro laufenden Meter Ludwig Lazarus bewilligt, um den heimgeflehrten Kriegsgefangenen wirtschaftliche Beihilfe zu gctoöljren und ihnen dadurch die Wiederaufnahme einer geregelten A^ beitstätigkeit zu gewähren. Die Beihilfe wird noch erfolgter Entlassuirg der ehemaligen Kriegsgefangenen aus bem Heeres- oder Marinedienst aus Grund seiner gegenwärtigen wittsck-aftlichen Notlage und unter Berücksichtigung der Dauer seiner Gefangensäiast durch die zuständige Kriegsgesange- nenheimkchrstelle veranlass. Es ist stets an dem Gruirdsatze sestzuhalten, daß d« Beihilfe dem heim- geflehrten Kriegsgesangenen die Wiederaufnahme einer geregelten ArbeitstätigAeit ermöglichen soll. Sie soll also möglichst nicht zur Bestreitung der Kosten des Unterhalts, sondern möglid)ft in Form einer zweckdienlichen sachlichen Zuwendung gewährt werden, wie z. B. Beschaffung von Beklerdungs- stücken, fehlenden Qlrb.nt5geraten usw. lieber bte Bewilligung der Beihilfen entscheidet ein ,L)ilfs- a u s s ch u ß". Zuständig ist der .tzilfsausschuß desjenigen Bezirks, nach dem der stnegsgesangene laut seines Entlassungsscheines entlassen ist. Lilss- ausschüsse sind am Sitze der unteren Verwaltungs- behSrde für ben betreffenden Verwaltungsbezirk zu errichten unb sollen bestehen aus: dem von der unteren Verwaltungsbehörde zu bestellenden Vorsitzenden, einem Vertreter der sozialen Kriegsbeschä- digtensürsorge, vier ehemaligen Kriegsgefangenen. Die Höhe der ru gewächvenden Beihilfe ist vom militärischen Dienstgrade unabhängig. Die Beihilfe soll mindestens 100 Mk. betragen und möglichst bis zur Höhe von 300 Mk. aus Reicks Mitteln gewährt werden. Im Falle besonderer Bcdürstigkeft kann sie Vis auf 600 Mk. erhöht werden, wenn wenigstens die Hälfte des 300 Mr. übersteigenden Betrages lagezwecke benötigt wird, läßt fich noch nicht ab- , sehen: bis jetzt smd von etwa 2 50 Gefangenen etwa 70 zurückgekebrt. Von diesen 70 Deim- üehrern haben bereits 40 Heimkehrer Gesuche ge» । stellt, es scheinen indessen von ihnen nur die wenigsten eine erhöhte Zulage zu benötigen. Einstimmig sprickst man sich für die Betrnl- . ligipig der 23 000 Mk. aus. Der ÄtteÄt für die ftrifa (Kriegsgefangenenheini Lehrstelle), die unab- . hängig vom Durchgangslager ist itnb die nach Gießen zurückkehrenden sowie die durchreisendm Stadtv. Mlchel (Dem.) aus. Dafür sprechen u. a. die Stadtv. urstadt (Dem.), Simon (Dem.), Meier (U.S.P.) unb Neuenhagen (T.-N.). Bestimmungen für Mietsverträge. Die Zustimmung, daß eine Zwangsräumung unterbleiben kann, falls es unmöglich ist, eine andere Wohnung aufzuweisen, ist vom Landes-Arbeitsamt abgelehnt worden. Jnznnschen ist sie aber ür Darmstadt erteilt worden. Im Hinblick auf be- anders dringliche Fälle in Greßen soll das Er- uchen beim Landes-Arbeüsamt telegraphisch wiederholt werden. Zur BrotpreiSerhöhnng legt Stadt- amhnaim Dr. Serb die Gründe dar, durch die sie erforderlich ccworden ist. Wir tonnten diese Gründe beim Intrafttrettn der neuen Preise in großen Zügen bereits in unserem Blatte mitteilen. Zur Festsetzung deö Ortslohnes muß gi'mäß K 143 der Reich-Versicherungsordnung auch die Stadtverordnetenversammlung angeböc* werden. Die Ortslöhne sind vom Versichcrungs- amt für männliche Arbeiter über 21 Jahre vou von 4,50 Mk. aus 6,30 Mk. erhöht worden, für solche von 16—21 Jahren von 4 Mk. auf 5,60 Mark, von 14—16 Jalfren von 2,50 Mk. aus 3,50 Mk.; für weibliche Arbeiter über 27 Jahre von 3,30 Mk. auf 4,60 Mk., von 16—21 Jahren von 2,80 Mk. auf 3,90 Mk., von 14—16 Jahren von 1,90 Mk. auf 2,50 Mk. , Die Stadtv. Mann (Soz.), Fourier (U. S. P.) und Simon (Dem.) halten diese Sätze, für zu niedrig unb beantragen, daß dies dem Lersichc- rungsamt zur KentniS gevracyt werde. Die$ wird durch Wtimmimg beschlossen Hiermit ist tzie Tascsortzrruns eriebigL Stadw. Kling (DN.) fragt an, wann dis Stadt wieder Brennholz verteilen könne. Beigeord- neter Krenzien teilt mit, daß dies vor Mitte nächsten Monats kaum möglich sein werde. Stadtv. Krausmüller (DD.) verlangt, daß die Stadl mehr Volz schlagen lasse. Brigeordn. Krenzien glaubt, daß die Waldbestände der Stadt schon außewrdentlich m Anspruch genommen seien. Stadw. Otter (USP.) glaubt, baß man unter den heutigen Berhältmsien darauf keine Rücksicht nehmen könne. Stadw. Mann (Soz.) teilt zu den Woh- nungsverhälwissen in Gießen noch mit, daß in entern Falle neun Personen in einem Zimmer schlafen, das als Küche dient, daß in weiteren Fällen sieben bis acht Personen in einem Zimmer schlafen. Die Widerstände gegen die Maßnahmen des Wohnungsamtes hätten sich verringert. Die Villa in der Ost-Anlage könne stärker belegt Iverden, auch das Siechenhaus. Stadw. Beckmann (USP.) wendet sich gegen die Möglichkeit, daß in bat nächsten Tagen mehrere Familien zwangsweise aus- ouartiert würden^ Stadw. & d) m a b l (DN.) stimmt ihm bei und verlangt, daß die STafernen Ix-rangrzogen werden Sodann nimmt er die Gerichtsvollzieher in Schutz, die bei einer Zwangsans- Qiiartienmg nur aussühvende Beamte seien, ißcigj Krenzien teilt mit, daß in der alten Klinik eine Notbaracke für Exmittierte hergerichtet werde. Auf den Schulböden würden Räume zum Unterstellen der Möbel freigemacht. Fvcru Stadw. Lorenz (Svz.) wendet ffch gegen die verschlechberte Milchversorgung, die be- sonders für die Säuglinge bedrohlich würde, bte , außerdem seft zwei Monaten feine Butter und feinen Grieß erhalten hätten. — Stadtv. Fou- . r ier (USP.) bemerkt, in der Milch verso r.vng ‘ könne kaum etwas getan werden, da das Land > nicht liefere. Manckie Dörfer lieferten tm gonzen ' fo viel ab, als zwei Bauern allein kiesern föitnrcn- Llußerdcm sei die Milchversoryungsstelle feit sechs , Wochen verwaist, da die Landes-Milch- und Fett- . ftelle trotz dringlichster Mahnung angeblich noch [ feine Persönlichkeit gefunden habe, bte das Ber- t trauen der Landwirte besitze. Schluß her Sitzung 3/<9 Uhr. r 1917er T 11 I Etwa» ganz Feine» UBKIIU1 BIL rrnti» *tasn uor FissMn OtO«' IWJ HRNSFR.P Frankfurt. s>ahre nächste Woche dorthin und erlebine ^luüräge allerArt. Schr. Angeb. u. 0LL»5tz an b. (vleß.An^eig. 8—12000 Mk. auf sichere L Hnootbek gesucht. Dchrtsllichc Anaeb. u. 02ML an d. Gieß. Anz. Amtliche Mitteilungen der hesfischen Handelskammer Glehen. Dir tm Ausland geschädigten Jnlmrdsdeut- fchen, welche im Kammerbezirfe ansässig sind, werden hiermit z-u einer Versammlung auf Freitag, den 5. Tezember b. IS , nachmtt- tags 4 Uhr nach Frankfurt a. M. im großen Saale der SxmbdSfcunmcr (Börstngebäude) eingc laden. tV-ngl. Mitteilung im nÄaNionelfen Teile der heutigen Nummer.)_____________13385 D Holzverkanf. Es klommen vor dem EinschLag zum Verkauf: a) Gemeindewald Wißmar, Distriv 17, Aßelbacy: Los 1 etnxx 100 Fstm. Fichfenstämme 2. Kl. „ 2 „ 140 „ „ 3. „ ttti6e Im ibegft, neu k haben unon!;® teÖR 'weilen XSh? e6cn« noch elLs ,^?"ng" ü I ^l00 8e SÄ . »Ifentlufien ffitff." "J* “ «wtoet» m |rtlB ll« «ntaHen moöen.y füt «nt Nti, im fr®11 Mit iN, ben fdlrieb«,, Wut unb ult g 1° foHte Damit tbt? wir hüt nur et« lajneiben »outen. Wir to» [FW Eimvenbuntzen brt 'er nur die Niedechostut ^halten: „War Teuisch en Menschheit zu i?- ite allenfalls an tiw an. cöttett werden. Ar tCr ^ßen ein MitM Sgefprochenen BesW 4 entschieden zurück: dn at die einfache Sachlax' r- urchans veffchoben, unb re Nutzanwendungen höchsten» m agitatorischen Aendmgrt n ein schwaches Bravo tü- ioo „ „ ibo.— Zigarillos 100 Stück Mk. 60.— Vt-rsand an Verbraucher nur We.rt-Nachn.-Paket Porto. Verpack. . 2.50 Mk. 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Dezember vormittags IN/r Uhr von der Kapelle des alten Friedhofs zu Gießen aus statt Danksagung Öür die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme an dem uns so schwer betroffenen tßerluite, beim Heimgänge unserer lieben Mutter Frau Elisabeth Benuer geb. Röder sagen wir innigsten Dank. Die tranerudeu Hinterbliebene«. Gietzen, den 26. November 1919. Die Beerdigung findet Samstag den 29. November 1919 nachmittags 2Vi Uhr statt 022985 V.D.H Sonntag: sind, w I-oftnni so jtth cmes? anlaff Mt Sitt auötrbtm Altung. Jg. Mädchen I für leichte Näh» u. Schnei- derardeit per fofort ges- LMsidrikR.Ltvi. [Stellenangebote | 38er iibenliMt Beitragen v. (DefchäktS biichcrn und Abschlnst ldovo. amtrik. Snstem)? Beitragen dauernd, evtl, im Haufe. Schriftliche Angeb. unter 13381 an den Gteh. An», erbeten. Bcii. Mädchen ob. eins. 2tune, d. zu ieder Hau»- arbeit bereit ist und auch nahen kann, in kleineren Haushalt gesucht. Zu meiden abds. nach 6 Uhr Hentelttr. GIL EMietgesuche | ess. 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[ Vere/o Zinsen einen gewissen Spar zwang aus not nimmt aber auch in kluger Weise Rücksicht auf unsere Volkspsyche, die nun einmal gern etwas van ber .Glücksgöttin erwartet. Bei der Spar- Prämienanleihe kann man aber bei weiteminicht von einer Lotterie reden — fd)on aus dem Grunde nicht, weil ja die nicht mit einem Gewinn erzogenen Stücke ihren vollen Wert bellten; sie werden nickt zur „Niete", wie bei der Lotterie. Auch ist die ganze Art ber Einrichtung ber Gewinnziehungen sehr unterschieden von etwa dem Lotto der Italiener und selbst von unserer .stlassen- lotterie, imb dennoch ist die Möglichkeit, von der Glücksgöttin wohlwollend bedacht zu werben, bei der Spar-Prämienanleihe so ansehnlich, baß sie immerhin einen nicht geringen Reiz ausuben dürste. Dieses Moment ist auch mit ausschlaggebend gewesen bet ber Einrichtung, baß nicht nur die Hochbegüterten sich an der neuen Spar-Pramien- anleihe und ihren Gewinnmöglichfeiten beteiligen können, sondern baß auch ber Minberbemitte te des holden Anreizes, einen der vielen großen Gewinne einzuftreichen, teilha.tig werden kann. Es ist zu diesem Zwecke die Besttmmung getroffen, daß für den sehr wahrscheinlichen Fall einer Ueoerzeichnung der neuen Anleihe zunächst die ßeitfmer von 1—5 Stücken berücksichtigt werben, nn.b daß bie übrigbleibenben Stücke unter die Großzeichner prozentual verteilt werben. Durch dieses Verfahren ist ber neuen Spar-Prämienanleihe ber Charakter einer wahren Bolksanleihe bc tqu^ Er sah so anders aus, als sie ihn je zwar gesehen! Braungebrannt von der Sonne, woh: Glückseligkeit in den blauen Dagen und übermüttg-s Lackeln um bie Lippen 1 „Nun Modesta — Sie stehen ja fast so erstarrt Iba wie damals, als ich, glaubte, -ie hielten mrch für ein Gespenst? 'öekomme ich denn wirllrch Ws bie Kommunisten sich im Januar immer größerer Teile Berlins bemächttgt hatten, befand ich mich in Dahlem, um Berlin wieder -u erobern. Wcilirend ich draußen an ber Peripherie dec Stadt Truppen sammelte, wurde ebne direkte Verbindung mit mir rn Berlin selbst das Regiment „Reichstag" gebildet. Damals hatte ohne mein Zutun r-llarz für bie Verpflegung des Regiments „Reichstag" gesorgt. Kurze Zeit darauf trat das Korps Lüttwitzan mich Heran und nagte über bie schlechten Verpflogungsverbältnisse. Ich wies auf das mir gemachte Angebot hin, habe mich dann aber um ben weiteren Gan' der Dinge nicht mehr gekümmert. Erft als ich V* - j .von gewissen Unregelmäßigkeiten hörte, hab. i u Mort, ebc noch die eigcntlidje Untersuchung eingdiitet wurde, an- gcorbnet, daß jealicker Geschäftsverkehr mit Herrn Sklarz abzubrecken sei. Das sind meine ganzen Beziehung>en zu Herrn Sklarz. ' Gleichzeitig veröffentlicht bie B. S. Korrespondenz eine Reil« von Schr hörten, sind infolge der Vorgänge im PolizeiprSw, dinm aus dieser Partei ans^'.tteten, da sie sich nicht mein als willenloses Werkzeug im Dien ste ber Parteilettern gegen ben neuen Polizeipräsidenten benutzen lassen wollen. „Ick. gebe keinesfalls nach R:tden:gg, Mama! Ganz bestimmt nicht!" _ _ „Na, darüber reden wir noch kleinrr Tvatz- kipf, denn nun miß ich» fart. Laß dir die Zeit nicht lange werden und denke inzwiichen darüb:r nach, wie schön es in Rettenegg ist!" Schön! Ja, es war schön — 'wunderschön butt Modesta saß. am offenen Fenster und dachte darou, während sie verträumt in bie erlöschend: Glut des westlickien Himmels starrte, wo die Sonn: vor kurzem ges infen war. Und nun kehrte er also bald in bie Heimat zurück. Ob schon als Bräutigam Beatens? ... Troußen klingelte ed. Modesta erhob sich m'- ckanich, um za öffnen. Wahrschettilich war cs Fräulein Hartstein, ihre Mieterin, die aus d:m Bureau heimkam. Aber als sie die Eingangstur öffnete, prallte sie erschrocken zurück. Tas war nicht Fräaleni Hartstein, sondern er — Magnus — an ben sie soeben gedacht! Lächelnd trat er ein und machte die Tür hinter sich zu ' Ta sbinden sie wieder in bem engm fictnni Voraus, wie schon einmal, nur daß heute kas Oellämpchen noch> nicht brannte und der ich.'l- deiide Tag einen letzten roligen Schimmer in den Aber wie damals, stand Modesta stumm di and brachte vor Bestürzung kein Wort des Gr.iß:s Berlin, 27. Nov. Der Reichswehrmmister Noske sprach in einer Unterredung mit einem Vertreter des „Berliner Tageblattes" über seine Beziehungen zu den Herren Parvus und Sklarz: Ich kenne die beiden Herren nur ganz flüchtig und weiß daher nur sehr wenig ton ihren Geschäften. Den Herrn Sklarz habe ich erst in ber Zett nach der Revolution kennen gelernt, als ich Mitte Dezember ton Kiel nach Berlin tarn. In ben Januartagen, als die Wilhelmsttaße unausgesetzt von bemonftrierenixn Massen bdagert wurde, so daß im Reichskanzlerpalais f.in Mensch Ruhe hatte und seines Lebens sicher war, hatten Ebert und Scheidemann allerdings wiederholt einer Aufforderung des Herrn Sklarz, in seiner Wohnung zu speisen, Folge geleistet. Auch ich, ber ich im Hause des alten Marinekabmetts ohne Familie wohnte, und die Nacht in einer eisernen Bettstelle, dem sogenannten Kais er bett, zubrachte, das außer der Matt atze nur eine Decke enthielt, bin ein paarmal, im ganzen sechsmal, im Haufe ber Regentenstraße in Berlin gewesen, um zu speisen. In dieser aufgeregten Zeit hätte ich mich in keiner öffentlichen G a ft wi r t s cha f t Berlins sehen lassen dürfen, wenn ich nicht Gefahr laufen wollle, erschlagen zu toerben. Lediglich auf'diese Weise erllärt sich mtm Besuch bei Sklarz. Einmal hat auch Herr v. G1 l s a, mein persönlicher Adjutant, in bas Haus der Regentenstraße geschickt mit ber Bitte, für fyi und für mich zwei Couverts bereit zu halten. gegeben. * ** Baumfällen. In der Zeit des Baumfällens werben an den Straßen und in ben Ortschaften bie N eichs -Telegraphen.- und Fern sprech Leitungen durch um stürzende Bäume ober durch bcratfaüenbc Aeste häufig beschädigt, weil bie Personen, benen das Baumfällen obliegt, in ber Regel die zur Sicherung der Telegraphenanlagen gegen Deschäbigungen erforderlichen Vorkehrungen über- Haupt nicht oder tn ungenügendem Maße treten und es unterlassen, ton den bevorstehenden Arbeiten ber nächsten Postanstalt rechtzeitig Mitteilung zu ntadjen. Da auch fahrlässige Deschädi- igungen ber Tclegraphenanlagen im §318 des Reichs-Strafgese tzbuckpes mit Strafe bedroht sich), sind, wird ben Baumbesitzern empfohlen, die nächste Postanstall von ber bevorstehenden Baumfällung so zeitig zu benachrichtigen, daß die Entsendung eines Beamten zur Stch.-rung der Leitungen veranlaßt werden kann. Dadurch erspart sich der Baumbesitzer UnannchmlichSeitcn: alle Kosten für die Sicherung der Telearapl-enleitungrn trägt außerdem in diesem Falle die Telegraphenverwaltung. _ ** T ie J n gendgruppe ber Deutsch- uationalen Volkspartei wird am nächsten Tienstag im großen Saale des Hotels Einhorn die Tatterich- Ausführung toieberl)olcn, um vielseitig geäußerten Wünschen Rechnung zu tragen. Landkreis Gießen. --- Lich, 25. Nov. Vom hiesigen Kriegerverein sind im Weltkriege 8 treue Mitglieder ben Ehrentob fürs Vaterland gestorben: Land- wirtschafislehrer Tamm, Karl Vogt, K. Schmidt, I. Otto, K. Jung, K. Alles, I. Sommer, H. Reichwack. Aus Anregung des Vorstandes ehrte nun der Verein das Andenken der Gesallenen, indem er eine kunstvolle Gedächtnis täfel Herstellen ließ, die die Photographien der fürs Vaterland gestorbenen Mitglieder trägt. Kreis Alsfeld. up Aus dem Ohmtal, 26. Nov. Eine ausgezeichnete Einnahme erzielen jetzt bie Landwirte, die viele Erbsen an gebaut haben. Der Zenttier wird mit 250 Mk. bezahlt. Es gibt Landwirte, die 10 Zentner verkaufen konnten. Das macht ben Betrag von 2500 Mk. aus. Großherzog einen großen Teil ber Emrichtung zur Verfügung gestellt bat. Bis zur s2ttmndhmg der (Geschäfte befvnbet sick noch ein Teil des Hof- marschallanttes in den früheren Räumen, «m übrigen ist ber größte Teil des dem Großherzvg gebörimben Privateigentums, nach seinen eigenen Msitzlümem gebradü worden. Für die Glas- und Silberkammervorräte hat nach dem Vertrag das Land die geeigneten Räume zur Verfügung zu stellen, was bisher noch nicht geschchen ist. Die Hosbibliothek, für welche bekanntlich 'Clt Jahvm geeignete Räumlichketten ttogen der Feuer gcfährlichkett gesucht werden, kann sich vorläufig entsprechend ausdehnen, da wohl zu- nächst an einen Neubau trotz ihres unerletzficken Inhaltes nicht zu denken ist. In einem Setten- bau ist eine Kleinkinderschule für den SchloMezirl untergebracht, wofür sich besonders die m,liegenden Grabenanlagen sehr fd)ön eignen. Immerhin bleiben noch eine Dizahl Räume zu «mberen Zwecken nach geeigneter Umgestaltung zur Verfügung. — Im Alten Palais auf dem Luisen- platz haben inzwischen eine ganze Reche.staatlicher Bur:aus Unterfun ft gefunden, so baß. wer tatsächlich alles belegt ist, und die Regierung für weitere Bureaus, die sie notwendig gebraucht. anderweit Unterkunft fudjen muß. Mit der Ausräumung der Kvbinettsbiblwthek, die mich dort untergebracht war, ist man im Augenblick betckaf- tigt- Es werden dann etwa 35 Räume des Mtcn lÄais, außer ben drei Diener Wohnungen, voll Wettervoraussage für SamStag: Vorwiegend wolkig, meist trocken, nachts kühl, tagsüber etwas wärmer, südwellliche Winde. Letzte rrachrichten. Das Kompromiß zum Betriebsrätegesetz angenommen! B e r l i n. 28. Nov. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Betriebsräteausschufies der Nationalversammlmig wurde folgender Kom- promißantrag mtt ben Stimmen der Regierungsparteien und ber U. S. P. angenonunen: „Der Betriebsrat hat in den Unternehmungen, für die ein Aufsichtsrat besteht, nach Maßgabe eines besonders früher zu erlassenden Gesetzes, einen oder zwei Vertreter m den Aufsichtsrac zu entsenden, um die gntereifcn und Forderungen der Arbeitnehmer sowie deren Ansichten und Wünsche lynsichtlich der 'urgamiahon des Betriebes zu vertreten. Die Vertreter haben in allen Sitzungen des Aufsichtsntts Sitz und (Stimme, jedoch teure Vertretungsmacht und fernen Anspruch auf eine andere Vergütung als auf eine Aufwandentschädigung. Sie find verpfiichtet, über die ihnen vertraulich gemachten Angaben Sttll- schweigen zu bewahren." Kriegszustand mit Lettland. Berlin, 28. Nov. (WTB.) Wie bereits gemeldet, ist die deutsche Gesandtichaft in Mitau mit Rücksicht auf die politischen und militärischen Vorgänge in Mitau zurückgezogen worden. Die letttsche Regierung hat nunmehr ihre Vertretung in Berlin gleichs,q,lls abberufen und betrachtet sich unter Hmweis auf die ehemalig reickisdeutschen Truppen unter Bermont-Awarofi als mit Deutschland im Kriegszustand befindlich. Die noch in Riga nnb Libau befindlichen deutschen Vertreter werden daher gleichfalls zurückgerufen werden. keinen Gruß zum Willknnmen?" sagte er endlich. Madefta reichte ihm die Hand, bie er tn Der feinen behielt. . „Wülbammen!" sagte sie leise. „Und tote gut Sie ausiehen! . . „Tas macht nur die Wiedersthensfreud'! Niemand weiß noch, daß ich zurück bin — mein erster Weg war hierher und die drei Tage Reise ton England her hatte ich gar keinen andern Gedrnken als den: Was wird die Heine Modesta sagen, wenn ich nun so unerwartet angerürft kämme? Es lag etwas in feinem leuchtenden Blick, das sie verwirrt die Augen nt'beridtfagen ließ. „Sie kommen ton . . . England?" „Ja. Bon der Insel Wight eigentlich, !to ich unseren Freund Wolkern abli’terte." „Ablieferte . . T Er lachte. „ „Nun ja — so ähnlich. Ich hatte nämlich im letzten Halbjahr so das Gefühl, als schleppte ick eigentlich in ihm anvertraudas Gut mit mir herum! Nun wird et wohl bald in aller Farm ton meiner Cousine Beate annektiert werden, ©ye sehen mich so verwundert an? Ja so — öt’- verstehen noch^ nicht! Nun, der gute Harald hat tot Antritt unterer Reise in Beate die schöne Seele entd'ckt, die ihn versteht wie keine zweite — wir mußten deshalb schon vier Wackln länger, als leabsichtigt, in Abbuzii sitzen bleiben Drnn idrieben sie sich und ich mußte enMw Auseinandersetzungen über Beatens „Weisheit, dinkentiefe" usw. mitanhvven. Na, und letzt wird die Sache w)bl bald zu gedeihlichem Endziel uno Eckönau zu einer jungen Herrin kämmen Gr hab Modestas Köpfchen ein wenig und sah Mfierf. Tu nickt, Mama! Tir wird ein wenig Land- lutt und Sorglosigkeit sehr gut tun." - „Ach, was die Sorgen betnftt, Modesta, 10 haben wir ja nun gar keine mehr, seit die beiden Mäockrn sa gut verheiratet sind und itnr dis ftabinett an Fräulein Hartstein vermieteten! Sa gut wie jetzt ist es mir ja im Leben noch ni.fi gegangen. Jch> dachte auch in erster Lmie nir an dich ..." I Datum 5 ! c s E r g X Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Vrad der B-wöl» kung In Zehntel der sichlbaren tzlmmelefläch« 27. 11. nm. 1 4.4 5.3 85 10 27. 11. abbs. - 0.3 4.5 100 0 28.11. vm. 0.1 4L 100 10 HöchsteTemp« ratur im 27.11. -- 5.0' Niedrigste , 27.11 —-0.5 Tätig. is*C fff^debmjsQalomgn, * W k/ kx^/a^ ; Die Vorsitzenden der politischen Parteien: Mühlenbesttzer Brauer, Mitglickr der Hess. Volks- Sdforn, Vorsitzender des katholischen Lehrervereins, kammer, Ober-Oflewcn. Mitglied der Hess. Volkskammer, Mainz. Geh. Rat Dr. Ufinger, ProviryialdrreKvr, Gießen. Oberstaatsanwc Staatsanwalt Dr. Eckert, Gieren. Rechtsanwalt i Heuchel, Müglieo der Hess. Volkskammer, Ober- Dbcrbürgcnrcij Hörgern. Oberamtsri cl)te Die Leitung, Se'tersweg 73 Autobereifungen 13W2D «**D Boppecie-lktagiisellsM WürpM, Br. Biegei. Gießen—Wetzlar. 022922 Holz & Forbach G. m. b. Hi Fernsprecher 925 Fernsprecher 925 Bolkskirchliche Arbeitsgemeinschaft. 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Bankbirektor Stein, VerbandscLreklor des Verbandes der Erwerbs- und Wirtsckxutsgenossen- scl-asteir der Provinzen Starkenburg und Oberhessen, Darmstadt Geheimer Oekmiomürat Walter, Präsident ucr Landwirtschastskammer, Lengfeld. = Günstige Preise! = Einige Waggons beste ausländische Fabrikate (Goodrich, Michelin. Dunlop usw.) in allen Dimensionen eingetroff n. Interessenten wollen Anfragen richten an Abteilung: Autobereifungen Ministerpräsident Ulrich, Mitglied der Nationalversammlung und der Hess. Volkskammer, Darmstadt. Die bc,it RWkmsn erzielt man bei Benutzung eines guten Näucher- schraukes der gleichzeitig der beite Aufbewahrungsort bao eanAe Jahr hindurch nt. Erbitten Sie kostenlose GiebsrßatirerWii Kd Am Samstag, dem 29. November 1919, abcndö 8 Uhr findet in der Turnhalle am Ziehung an 5. 6.,8M9.,IO.DMbr.l9. S ter J« nrirt J*leite ibnimunj tnen n IWltl |tQ( Mrnbt ">cht c geben । ndx qu, & Jrtt foe le N Soxbdj erlebte. oU ich tm »rnn beitSaufbruch Aum LarlCivrndel griff, daß der Schleim sich in sä'" ÄKte S5K- ra lt ll qülusei W tionfllf rieb u brr an bctuitg geben । schast i nee wo uni a nette/ eilen ft zeichner ferN bi? Sri Sersten haben, l völlig l Seif! v' scheint »ugehri den" ar- \W- < Schtii Bolfml ttogti. vns tti ntüllei glaube 6tüde zuschiu emoni Sliin fer ast ffl übeNY zioische i st es . Johttai Bnt, roi bi: Sage char eS ttad)luT «btt t dUmm Vevöll auch n stch bt Hcfanx fifgicr neben i ftimmu entenh miütär greisen, ote Sud Nein, e Taumel sich utst Dolss.Z Climen elegisch Hai uni aas im mols Z grgnet wird m selber t andern uns um Götter!' unserer Achtllug! Schhantt. Alhtistlg! Sonntag de« SV. «ovember, vormittags 11 Uhr, findet in tSrünberg im Lokale „Aum Rappen" eine Holzhauerversammlung statt. Tagesordnung: Stellungnahme der Holzhauer zu dem von den Herren Forstmeistern oorgelegten Tarifvertrag. Anfragen und Mitteilungen. Holzhauer, erscheint Mann für Mann; kein Holzhauer darf in dieser Versammlung fehlen. Der Vorstand des Deutsche« Vauarbeiter. Verbandes Wae will und verspricht die Gießener Arbeitsschule ? (Privat*In*titut) Sie bietet Schülern u- Schülerinnen von Sexta bis Oberprima die beste Gelegenheit Aufsicht — verbunden mit gründ- l/lPr Lehrkräfte! I'.ereile liehf-r Nachhülfe - zu erledigen. — • ,CI beste Empfehlungen von hier mu hznweison. Sehr müßige monatl. Vergütun Nächster Eintrittstermin (1 ■’ L Dezember- Aufruf. Das deutsche Volk wird zur BeteUigung an der Spar-Prämienanleihe aufgerufen. Die Anleihe, die erste Friedensanleihe, ist ein Teil unseres mirtschaftliche« Wiederaufbau-. Ein Mißerfolg wäre eine Schädigung für das deutsche Volk in seiner Gesamt' heit wie für den einzelnen; ihr Gelingen stärkt da- Vertrauen in unsere Volkswirtschaft, namentlich auch im Ausland, und erleichtert und die Beschaffung von Rohstoffen und Lebensmitteln. Die Enischeidung darüber, waS jeder zu tun hat, kann deshalb nicht schwer sein. Allein die Rückficht auf das allgemeine Wohl sei die Richtschnur für unser Handeln! Drillen und Zwicker mit la Gläsern. Beaila- teaereeuge, Tasehenlaap. u. la. Batteriea frisch ein« getroffen. 023170 Uhrumwerei Gc. Koch. Msthlstrane 2 nächst der Biwrihofslrafre. Heute Freitag den 28. Rov.8V,Uhr abend» findet im grotze» Hörsaal der Lande»u«iversitSt öffenll. Vortrag des Herr» pater Lippen S.t.'München über da» Thema „Neureligiofität" statt. Zu diesem Dortrage find alle Studenten und Studentinnen,Akademiker sowie die Bürgerschaft Gießens fteundlichst eingeladen. 13387D ver llathol. Akademiter-Ausschuh. Sonntaa ben 30. Nov. sind im VeretnSbanlr der StLdtmiiüon Gieliea, Lbberstraße 14, folgende Vorträg® Nachmittags 3 Ubr Bortrag von Herrn Mebt- alnalrat Dr. Walger über da» Thema: „Einige» a«s der Lvmbolik der Natur". Abends 8'/« Ubr Vortrag v. Jubenmlfsionar Levv. Eintritt frei für Jedermann. 022967 Hennef-Warth (Sieg) Versandgeschäft in «* Rauchwaren taß überseeische Tabake, Zigarren i Zlgareflea. Außerdem das gut gewählte öelnrogram.a Lichtspielhaus Beginn der Vorstellungen; 2‘/„ 7 und 8*/« Uhr. Die größte Sensation aller Zeiten. Der goldne See I Abteilung dee 4teiligen Zvklus