169. Jahrgang Erstes Natt Lauterbach, 28. Oht Am Sonntag den 25. Aus dem Baltikum » für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold 3ens; für den 2Xngeifleiüeil: u. 'jjed; sämtlich in Hieben Rechtsparteien die Schuld auf die in der Regierung stehenden Parteien und auf die Juden abzuwälzen Unter dem ständigen Hinweis auf den Unterschied der Verhältnisse von vor dem Kriege und den angeblich durch die Revolution — in Wirklichkeit aber durch den verlorenen Krieg geschaffenen Zustände - fummelten die Rechtsparteien unter den Massen der politqd unreifen Kinder Anhänger für ihre Plane. Was den Dauernstande not tue fei eine auf den Wiederaufbau Unseres Staatswesens gerichtete, von Verhetzung freie Bauernpolitik, die auf das Wohl der Allgemeinheit aller Dolksglieder gerichtet sei, eine Seiu.svertrctung des kleinen und mittleren Bauernstandes. Diese fänden sie nur im Deutschen Bauernbund, der nicht wie jener die Geschäfte des Bundes der Landwirte, also die der Großgrundbesitzer, vertrete. In der darauf folgenden Aussprache fanden die Ausführungen der drei Redner allgemeine Zustimmung. Als dritter Redner sprach Pfarrer Weidner- Ober-Lais üben Die Bewegung des Hessischen Bauernbundes und den deutschen Bauernbund. Die unverantwortliche Hetze der Agitatoren für den Hessischen Bauernbund gegen die jetzige Regierung, so führte er aus, durch deren Der- langefrnad) Beseitigung der Zwangswirt-chaftund völlig entstellende Auslegung des Landgesetzes, unter dem Hinweis, daß den Bauern alles Land genommen und sie zu Pachte.n und Sklaven des Staates gemacht werden sollten, sei nur darauf gerichtet gewesen, die an sich freiheitlich gesinnte Bauernschatt in das Lager der Reaktion hinüberzuziehen. Die Weigerung der Ao- lieferungspflicht eines großen Teils, namentlich der Wetterauer Bauern, sei nur die Folge dieses unverantwortlichen Treibens und geradezu ein Verbrechen an unserem so schwergeprüften deutschen Volke. Für ihre durch den verlorenen Krieg am Vaterland be- ganqenen schweren Verkündigungen suchten jetzt diese Nr. 252 Ter Etrßener Anzeiger erscheint läglicb, außer vonn- und Feiertags. vezugrpreis: monall.Mk.1.60, vierteljährlich Mk. 4.80; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Mk. 1.50; durch diePost Mk. 5.— viertel- jährl. ausschl. Be'tellg. Fernsprech - Anschlüffe: für dieSchriltleilungl 12 Verlag,Geschäitöslelleöl AnfchriktfiirTrabtimch- richtcn: Anzeiger Eietzm. poslfchetttonto: Frankfurt a. UL 11686 Sin Unabhängigenführer als Schleichhändler. Mannheim, 27. Oft. Der bekannte Führer der unabhängigen sozialdemokratischen Partei in Vaden, der Gastwirt Seizinger, soll gestern nach einer Meldung, die wir im Frkf. Gen.-Anz. lesen, in Baden-Baden wegen Schleichhandels verhaftet worden sein. einem einleitenden Vortrag begründete Rechtsanwalt T h u r n die Notwendigkeit eines Zusammenschlusses der Ortsgruppen und Vertrauensleute des Kreises Lauterbach zu einem Kreisverein, worauf ein diesbezüglicher Antrag einstimmig angenommen und ein Satzungsentwurf gutgeheißen wurde. Die hierauf vor* genommene Vorstandswahl hatte das folgende Ergebnis: Hauptlehrer Kinkel 1. Vorsitzender, Bürgermeister Gans-Crainfeld 2. Vorsitzender, Lehrer Stern Schristführer, Fahrradhändler Romer kassier, Lehrer Schmidt-Dirlammen und Krast-Wallenrod Beisitzer. Zu Vertretern des Provinzialverbandes wurden Hauptlehrer Kinkel, als dessen SteUvertreter Lehrer Reibeling bestimmt. Hierauf sprach Parteisekretär Heller- Gießen über: Wie begegnen wir am besten einer neuen Revolution? Was uns not tue, sei vor allem: unermüdliche Aufklärungsarbeit in politischen und staatshingen zwischen General v. Gderhardt und der litauischen Regierung über^ Schaffung einer neutralen Zone längs der für den Abtransport der deutschen Truppen im Baltikum zu benutzenden Eisenbahnlinie haben dazu geführt, daß sich die litauische Regierung mit der von deutscher Seite vorge- schlagenen neutralen Zone einverstanden erklärte. Das innerhalb der neutralen Zone gelegene Gleisdreieck bei Wielze, das zur Aufrechterhaltung der Verbindung mit der Bolschcwistenfront für die litauische Armee von großer Bedeutung ist, wird durch litautsche Jnfanterie-Postierungen in Hochstarte einer Zkompagnie gesichert werden. Aus Hessen. Aus der bem2?ralischcn Partei. Die Familie des ehemaligen Kaisers. Rotterdam, 27. Okt. (WTB.) Nach dem „Nieuwen Notterdamschen Courant" reist Prinz August Wilhelm am Dienstag wieder aus Amerongen ab. Heute trifft ein anderer Sohn des vormaligen deutschen Kaisers zum Besuche seiner Ellern in Amerongen ein. Einziehung des Kaisersilms. Berlin, 27. Okt. (Priv.-Tel.) Der „B. I. a. M." zufolge ist dem Anträge Kaiser Wilhelms auf Einziehung des Kaiserfilms, da eine Verletzung der Rechte des Kaisers an seinem Bilde vor- hegt, stattgegeben worden. (Ein Strafverfahren schwebt in dieser Sache nicht. Dienstag, 28. Moder sW Annahme von Lnzeiges 1. die Lagesnu.mnec dis zum Nachmittag vorher ohnejedeVerbindlichkei» preis für l mm höhe für Anieigenv.34mmVre:1'. örtlich 15 Bk-, auSioärB 18 Pk., für Reklame- anzeigen von 70 mm »reite 48 Vs. Bei Platz- vorschriü20°chAuischlag. $)auptjcf)riitleiter. Slug. Goe >. Verantwortlich uns aber die Entente nicht genügend Stosse läßt, um unsere Industrie zu ver,orgen, so Können wir nichk zahlen. Fährt Frankreich in nervöser Hast in unseren begonnenen Aufbau hinein, so schadet es dadurch auch sich selbst. So ist auch die Ostseesperre nicht bloß uns zum Schaden und löst Haß und Erbitterung aus. Abg. Hoch (S03.): Auch wir wünschen, baß uns die Entente genügenden Spielraum zum Leben läßt, aber wir mahnen dringend, daß es nicht wieder im Innern zu einer Ausbeutung des Volkes durch wenige Begünstigte kommt. Bei Aufhebung der Zwangswirtschaft kommt überall eine Preissteigerung zutage, die uns zu Grunde richtet. Die Hauptsache ist die Rücksicht auf das Wohl der Allgemeinheit. Die Regierung muß dabei unterstützt werden. Vor den Agrariern wird direkt zu aktiven Widerstand gegen die Regierung gehetzt. Wir werden die schweren Zeiten nur dann überstehen, wenn di« Regierung mit starker Hand die Widerstände be- seittgt. Abg. Dr. Braun (Zentr.): Das Ministerium soll praktische Wirtschaftspolnik treiben und müßt« sich in drei Gruppen gliedern für Landwirtschaft, Ge- werbe und Handel. Die Vorsteher dieser drei Ao tcilungen mußten Fachmänner sein, einander gleichberechtigt sein und den nötigen Einfluß auf die Ge- famtpolitih haben Die Landwirtschaft hat im Ministerium zurzeit sicher nid)t die genügende Vertretung, Für Handwerk und Kleinhandel müßten besondere Abteilungen geschaffen werden. Die stattstischen Aufgaben und andere konnten den Universitäten überlassen bleiben. Die volkswirtschaftliche Abteilung könnte eingeschränkt werden.DieZniangswirtschaft muß abgebar.t werden, wo sic unwirusam ist wie bei dcr Landw ..- schaft. Es bleibt nur c 11 Weg übrig: Die fach.- Vorbereitungen zu einem neuen Umsturz? Berlin, 26. Ott. In einem Vortrag über das Tchrnna: „Ter FriedenSv-ertrag' intb seine Wirkung auf dir inneren Unruhen" führte der Kommandeur des Schutzregiments Groß- Berlin, Major v. H c e r i n g c n, u. a. aus: Es seien zahlreiche umstürzlerische Kräfte am Werk, um durch einen eücheitlichen Schlag das zu erreichen, was bei den verzettelten Putschen bisher nicht erreicht worden wäre. Eingehendere Ausführungen behauptet der Redner nicht machen zu können, da die Wände Ohren hätten. Es bestände der Plan, die umstürzlerischen Kräfte straff zu organisiereren, und und cs könne die beschämende Tatsache festgesiellt werden, daß man auf der Gegenseite frühere Kameraden treffen würde. Der Gefechtswert dieser neuen roten Armee, die insgeheim schon bestände, dürfe nicht unterschätzt werden. Die Organisation kranke lediglich daran, daß sie verborgen bleiben müffe. Für Berlin kann man mit einer hohen fünfstelligen Zahl rechnen, die sich im Falle eines Ausstandes erheblich verstärken würde. Es beständen zwei Organisationen unter dem Namen „Revolutionärer Matrosenbund" und „Kampfabteilung dcr klasscnbrwußten Arbeiter ", die beide ihre Zentralen in Berlin hätten Van der letzteren gäbe es in Berlin bereits 22 Abteilungen, von denen einzelne sogar über Panzerautos verfügten. Es handelt sich hier um emwandssrei feftgefteClc Tatsachen. Die Regierung habe ihre Gegenmaßnahmen getroffen. Die Zeitfreiwilligen-Organisation von Groß- Berlin bestände aus auserlesenen Truppen und sei derart zusammengesetzt, daß eine Aufrechterhaltung der Ordnung verbürgt sei. Die unabhängige „Freiheit" veröffenllicht den wörtlichen Text eines Berichtes dcsReichswehrgruppen- kommandos 1 in Berlin über die Lage im Innern am 10. Oktober 1919. Darin heißt es u. a.: „Die Organisation des Umsturzes ist gut. Die Kommunisten, die U. S. P. und der linke Flügel der Mehrheits- fozialisten sind daran beteiligt. Eine gewiffe Spaltung der Ansichten über die Mittel zur Erreichung des allgemeinen Zieles der Herrschaft des Proletariats ist unverkennbar. Die radikalen Elemente streben den Aufruhr an und schreiten auf dem Wege dazu planmäßig vorwärts. 3m Volk und in der Reichswehr wird für die „Rote Garde" und ihre Dewaj.nung nnb Munitionierung geworben. Äampforganifationen und Mörderzentralen werden geschaffen. Jedes Mittel ist recht. Der Verlauf des Metallarbeiterstreiks hat erneut bewiesen, daß die Macht des Terrors gegenüber der geringen Widerstandskraft der ruhigen Arbeiter noch lange nicht gebrochen ist. 3m ganzen ergibt sich, daß sowohl mit der Möglichkeit des Aufruhrs wie auch mit dem Generalstreik weiter gerechnet werden muß. Für den bewaffneten Putsch liegen Anzeichen im Augenblick nicht vor. Die Ausruhrbe- ftimmungen liegen fest. Die Durchführung des (Bene» ralstteiks nach für das ganze Reich geltenden Richtlinien ist in SlrbeÜ. Die Führer sind sich ihrer Aufgabe wohl bewußt. Schweres lastet auf ihnen. Bei den Truppen steht es nicht so aus, wie es sein muß und wie es jein, könnte. An vielen Orten sinkt der innere Wert der Truppen, nicht durch Verhetzung, sondern dadurch, daß gerade die besten Leute gehen. Den besseren Elementen wird es verhältnismäßig leicht, Arbeit zu finden. Die schlechteren bleiben, und bei weiterer Entwicklung auf dieser Linie wird das Heer zum Sammelpunkt von Arbeitslosen und Gesindel." Zum Schluß dss Dokuments wird eine Reihe von Vorschlägen zur Abhilfe der Zustände in der Reichswehr gebraucht, so u. a. weit bessere Versorgung der Truppen in Verpflegung und Besoldung, Bekleidung und Unterkunst größte Vorsicht im weiteren Ausbau des Heeres. Mtt allen Mitteln sei die Erhaltung des Heeres in einer Stärke von mindestens 250000 Mann zu erstreben. Schuh der Uniform, weitgehendster Schutz der Soldaten, dcr Zeitfreiwil- ligen und Einwohnerwehren gegen Beleidigung, Angriffe und Boykott, rücksichtsloser Kampf gegen Verhetzung in Wort und Bild, rücksichtsloser und sofort aufzunehmender Kampf gegen die Führer der fioni; munisten und Unabhängigen und ihrer Mithelfer (Geldgeber) und künftiger Abbau der Arbeitslosengelder. Alle diese Maßnahmen werden wirksam nur bei der Erklärung des Kriegs- und Belagerungszustandes durchgesührt werden können. Unterzeichnet ist das Schriftstück von dem Chef des Generalstabs Generalmajor von Oldershausen. teiligt werden. Wenn wir unserer Industrie nur Rohstoffe geben können. Daher wird die Regierung allen politischen Streiks der Bergarbeiter scharf ablehnend gegenüberstehen. Das Ausland bewundert die (Energie unserer Industrie. Wenn Das künftige deutsche Yen. D e r I i n, 27. Oktober. (Wolff.) In der heutigen Sitzung des H a u s h a l t u n g s a u s ch u s s e s der Nationalversammlung teilte Relchsminisler Noske zum Etat des'Reichswehrministeriums mit, daß der jetzt vorliegende Etat lediglich ein Uebergan g se t a t sei. Am 1. April würden wir erst einen brr gesunkenen Valuta der religiösen Ethik durch • • v «. . q Beteiligung am kirchlichen Leben. Oktober s. nd im Lokal „Zur Burg" eine kreis- bau vorläufig zu lösen versucht. Die Bergarbeüer- cerfammlvng der Deutschen demokratischen Parir-genoffenschaften sollen an vem Wohnungsbau auf statt, die tTb'.j ter Bahnsperre gut besucht war. In siedlerischer Grundlage mit Mitbestimmungsrecht be- I II n> AU Gi uniAi XI m> bt Xi du Alt? U. ' •an AU i I» l la ncui AU L 2cbr liiiad MKVI Rttob. 2 Ql oio C< AU U. 0 Wut» T< ii. Al »•sei «a- Anka ui lolerh. iu Der Vcitn Rnma unfcl uuctt 19826 stche (Erhöhung der Preise, war natürlich wieder Er» Höhungen der Löhn« zur Folge hat. Diese Preiserhöhung ist brsonder» nötig, nm die Waren im Inland« zu behalten. Ein« derartige Politik erstreben rotr auch für die Industrie an. Alle Braunkohlen- revicre müssen erschlossen werden. Wo angängig, muh Akkordarbeit ein geführt werden oder Stückarbeit mit Prämien für besondere Leistungen. Abg. Hermann- Beutlingen (Dem.): Amerika fürchtet die ft nfcurrenj Deutschlands wegen des hohen Standes de» Dollars. Hoffentlich gelingt es bald, unsere Wirtschaft durch Valutaanleihen zu stützen. Dollsozialisternngen find mit größter Vorsicht auszu- führen. In der Vohstoffeinfuhr muh volle Freiheit herrschen, außer in Luxusartikeln. Wir wünschen eine zielbewuhte Mttelstandspolitik. Das Mnnstermm muh eine klarere Drgani ation erhalten. Abg. Dr. Roesicke (Deutschnatl.) Nur eine Aus- aleichung der Preise kann uns helfen. Es muh alles geschehen, um dem Handwerk wieder auf di« Seine verhelfen Die Sonntagsruhe muh in den kleinen Stäbtcn im Interesse der Landbevölkerung beschränkt werden. (Eine große (Erbitterung wird bei der Land- wirtschaft geschaffen durch uniackgemähe Kontrolle der Ablieferung. Die Landwirtschaft ist dauernd zurück- gegangen. Der Anbau kann nicht zwangsweise be? trieben werden. Wenn die Verhältnisse sich nicht ändern, sind wir gezwungen, immer mehr vom inten« stoen Betrieb abzugehen. Die Zwangswirtschaft muh aufgehoben werden. Morgen 1 Uhr Fortsetzung. Vorher Anfragen, nachher Neichsheer. Schluß 6‘/, Uhr. verbrechen an unseren Kriegs; gefangenen. Im Anschluß an bereits früher erfolgte Veröffentlichungen von Aussagen unserer heimgekehrlen KricgLge.angelten über völkerrechtswidrige Behandlung in Feindesland lassen wir heute weitere Dokumente folgen. LS «sch int der aus französischer Gfcfangeit- schäft enln-ich.ite und ab Lin^lyeiinkehrer zuriuk- grfthrtr schütze Willy £> u u} e, geb. 25. Dez. 1899 in Gr.-Wenden fct Nordhausen (Thüringen), Metzger von 23:ruf; Res.'Jnf.-tztgt. 231, 3. MG!?., g-cmngengenainmcn am 1. Oltoixr 1918 bei Svm- me-Ti) oureb Franzoien, entlassen nach Äwß-Wen- den bei Nord Hausen (Thüringen). Derselbe erklärte: Als ich am 1. Ost-ober 1918 gelangen genommen wurde und ich mit meinen üt'n- metüDcn abgriu ,1 wurde, nahmen uns jranzö- sische So(oaten sofort alle Wettty gcnstmide ab, wie i.U;ren, Messer, Stätten und bergt. Wir kamen ins Lager uno iag:n biS zum 31. Dezember 1918 dauernd unter srcieui Himmel. Erst nach 2) Tacy-n feil unserer Gesäugennuyme bekamen wir Zeltbalpi und eine Decke. DaS teilen war äußerst mangri-- faft und uiizureich.nrd. Bis -um Mai gib es nur einmal etwas zu eifen, von oa ab dann A.oeimal. Äir rourom mit cica&enarbeiten unv Bahnbau be- schäftiat. Ehe wir von oer Arbeitsstelle inj Lager zuru.ri'amen, war es meist bururi; und gMtz früh morgens ging es schon wieder loS. Tie Deimndluug durch die iranzästschen BewachungÄeute tuet men» schenuuwüroig. Bei der geringsten Kleinigkeit schlugen die BeuxichungSleute mit einem Stock, z. B. wenn wir herumliegenois Brot ausnehmen wvlllew und bcrgl. Auch iyibe ich einmal gefri/en, wie ein franzöiiia-er C-n'ijuit einen meiner rkameraoen mit oem ?3uu gerieten hat, iom* weil derselbe den Offizier nicht gefehat und bal?er nicht gegrüßt ijattc. Wer sich trank meldete, wurde, nadjüem cr oem Arzt vorg suhrt war, den ganzen Tag in [alte Baracken gejperrt, die zu genagelt wurden. Wer ge|uno gcscchnebcn wurde, kam 8 Tage in Arrest. Auch gab es bei Sttaiifrnt-io ungen Abzüge vorn Essen. Am 22. September bin ich mit einem Kameraden ans einem Gefangenenlager bei Berdun entwichen. Ich bin bereit, meine Aussagen nötigenfalls eidlich zu erhärten. v. g. n. gez. Willy fröche. Es erscheint freiwillig der au5 französischer Gesaugeusck-ait zurück^ lehrte (als teinLe.hcim- Lehv-r- Infanterist Otto Belitz, geb. 2d. 5. 81 -u Peuschen, Braiuneister-Steili-eetr^'r, Ins.-Rgt. 111, 11. Komg., gelangen genommen am 14. i. 1915 bei Reims. Durch Franzoien entlaßen nach Karlsruhe, Scheficlstr. öl. Derselbe ctdärtc: Ich war als Ge angencr von Oktober 1918 bis etwa Ende Mai 1919 im Depot Amiens als Dolmetscher. Zugleich wuroe ich dazu verwendet, in der «online jiu verlaufen. Diese Kantine wurde von einem französischen Korporal geleitet, ging aber sonst aui Rechnung der deutschen uriegsge.an- gencu, uno Die Franzosen Hutten damit nichts weiter zu tun. Auch die Erwarnifie aus dem Kontinenbetrieb kamen daher den brutschen ÄrieZs- «sangenen lugute. In der Äantiiw hatte ich im Lause der Zeit 180 Är. Ersparnisse. Der fron« zölische Korporal Rcns Senegal benötigte einmal (Amang Aprll- Geld zu üöbnungen und verlangte deshalb norubergebeno diese Laminenenparnifse von 180 Fr., um löhnen zu können, da er nicht genügend Geld dazu empiangen hatte. Ich gab ihm auch die 180 Fr. gegen Quittung: diel es Geld verlangte ich bann am 8. 4. zurück, da der Sergeant aus dem Devot sortkam und am Abend abreifen wollte. Der Sergeant weigerte sich aber zur t>erau»gabe. Ich habe ihm darauchin Borhal- tungen gemacht, vielleicht auch in etwas baitlicbet Weise, itwraui er mich so,ort in Arrest steckte. In derselben Rocht kam dieser Serg^-ant in meine Zelle mit etwa 4—6 Mann und schlug mich mit der Faust in unmenschlicher Weise, wobei sich auch die übrigen Leute, die er mitjebradjt batte, beteiligten. Ich war derartig zugerichtet, daß ich sofort am nächsten Tage aus ärztliche Anordnung ins Hospital tarn. Nach Entlastung ans dem Losvital beschwerte ich mich über die Mißhandlung, wurde aber von dem französischen Kommando, iten deS Depots 30 Tage in Arrest ge- heckt, weil ich auf Durchführung der Beschwerde bestand. Die Beschwerde ist nicht roeitergegeben worden. Rach Aolauf meiner 30 Tage Arrest wurde ich sofort der Slraskomvagme Capph Nr. 132 übenmefm. Ich Barn hier mu 50 Maim an. -liefe muhten mit ihrem Hab und Gur antreten. und hierbei wurde allen Leuten wie auch Pl1.c ’J11 wtfein des französischen Kontpagnie- sührerS alles, was mit besahen, abgenommen: die «chcbc bid aur ein fremd und Unterhose, Sn i* « .. 3 „ i.L /. U|,V. 2fN ganzen halte meine Kiste nut Inhalt einen Wert von etwa loO llen, unb her für t.idytio* Arbeit, Pünl.lichkeit, Sauber feit, EhilickBeit nfto. einslünce. Eütc derart iM? Einrichtung und die 3ifitfry rung der Stellung als „SauSto(fiter" würde unseren jungen Mädchen gewiß den Entschluß jur baue liefen frilfe in fremden gebildeten Familien erleich'.ern, zumal die Aussichten in anderen Berufen für gcbilueie Madck-en immer Geringer roerben. Vc.a.istaltungcn. Ttcn ? tag: Littst p.e.h us. Die Rache des Titanen mit Fern Andra. - Schwarz.Weih-Thcater, „Cili" und „Das Haus gegenüber" mit Harry Hyggs. Mi 11w och: Hochfchulgefellfchaft, Der für morgen angekündigte Vortrag von Herrn Profeffor Hanstn ist auf Mittwoch den 5. 'Jicocmber verschoben woroen, da der Redner erkrankt ist. — Lühftpicl- t!;eatcr wie Dienstag. • *• Aenderung der Dienst stunden für die BureauS des Polizciamts Zur Ersparung Don freiznng und Bcl.uchtung werden die Dienjtsiunden aus d:n Bureaits bei Polizei- amtg bis aur wettere w e folgt festgefetzt: Montag 'üiS Freitag von 8 bis 12 /, u»d> 2 bis Upr ;mcr^in» entfernt frin m6tLil Vm den auswörckoen Sck>af- kn'leru ruie bieier Termin nicht ring frillen intti ter GnneinLerut brich in frin-r Sitzung c>m 17. Oktober, daß bt5 wälestenZ 20. bu auswärtigen Scha e von ihren Lestvern ab^epoft f-in müßten, mbr.gcn a.15 ergri ien wü» Den. Ter 20 Oktober ver.ief, □>.« daß iämt- Itde Schale abgrnjit wurden. Der Gem.inderat sShtte iich. baraufliin veranlaßt, in einer Sitzung am 21. zu beschließen, daß bü fpäteikn» 22. bie Schafe cnbgü tig auS unterer Gemarkung -bgcbJÜ kin müßten, andernfalls von der Gkmrinbe Jfüpe erhoben würde. Um ikm bie iyn Schaf.rvercur Eeltgenhrit zu gxtben, bi? Soük auf fri.d»ichem T^egc zur Er.edigung zu brinya, wurde der ®> fcklutz Darin geäiib-Tt, daß der end>5ÜUige Termin der 23. Oktober sein solle. In einer Sttzung bes Schafhaltervereins am 22. würbe einstimmig festgestellt, ba’j der Herein dafür sorgen werbe, daß bie Schaf» mogachst halb von ihren (Eigentümern abgeholt würden. Tat.üchlich sind nun alle auswärtigen Schafe obgeholt worben, so daß die Klage unterblieben ist. (Es sei aber an dieser Stelle darauf hmgewiesen, daß sämtliche Gemeinbcratsbeschlüsse in dieser Angelegen» heit nicht rechtsgültig find, da bei der Abstimmung Gerne,i'.deratsmitglieber ihre Stimmen abgaben, die M tglicber des Schöfervcreino sind. Die betteffenden ©emeinbfratsnritglieber haben also ein direktes Jitter» esse an der Schasfroge unb können noch der Land- aemcinbeorbnu g an der ‘Beratung dieser Angeleaen- yeit nicht teilnehmen. Durch Auoichlutz der betreffenden Gcmcinberatsmitglieder wäre der (Demeinberat nicht mehr beschlußfähig gewesen. (Eine ft läge tm Namen der (Bcmembe konnte auf diese Beschlüsse nid)t erfolgen. rL Langsdorf, 27. Oki. Don der Bürgermeisterei Langsdorf ist bei dem Oberbürgermeister der Stabt Gießen der Antrag gestellt worden, daß der Stabtoerorbnete, der bie Aeutzerungen betreffend bie Bekanntmachungen tn der ftartoffelftage in Xiangs« dorf gemacht hat, diese in öffentlicher Stadtverordneten- sitzung zurücknimmt unb daß eine entsprechende Der» üffenlüchung im „(Bicfotncr Anzeiger- er felgt ArtiJ Friedbtrg. Einstellnug h:r rrirünn.ohlcnobgabe. Friedberg, 27. CEt. Tie9cachfragen nach Braunkohlen aus bcni oberhcssischen Bergwerk WölferShcim ist so stark, daß bei Verlauf bis zum 17. November eingestellt werden mußte, um wieder etliche Vorräte anzusammclu. = Vilbel, 27. Oft. Bei einem Tanzvergnügen mr GaslhauS zum Pfau siürzten Sonulag abend von der Decke 15 Quadratmeter Puh herunter. Zahlreiche Personen erlitten Verlchungcn. Ter 19jährige Philipp Heil aus Bccungeshcim trug eine IcbcieS- gefährltche Gehirnerschütterung davon. Der Sachschaden ist sehr bedeuten». freifeN'Nafftiu. Eine Fülfchmtiuz/'rivcl'ls'ijite entdeckt. ---- Frankfurt a. M., 27. Cft. 9tach eifrigen Bemühungen gelang es heute mittag dec Krimiitalpolizei, den vielgesuchten Falschmünzer Friedrich Vergölst zu verhaften, eine neue Falschschcinfabrik dieser ManneS zu entdecken und zahlreiche Helfershelfer fest- ztmehmen. Vcrgolft, dec un Juni wegen Falschmünzerei verhaftet wurde, dann aber aus dem ^ranketchause entsprang, hat seitdem die Herstellung von falschen 50-9)1 arf» scheinen wieder im größten Umfange betrieben. In einem Hause der Trcieichstre^e fand dir Polizei eine vollständig eingerichtcle ^Roten- Orncfcrci* mit allen modernen Hilfsmitteln, Tiegeldruckpresse, 5UischccS usw. Eine mächtige iLifte barg Tauscttde und Abertausende von Blankosä>einen, die zur Herstellung det Geldes verwendet werden sollten. Reben Vergölst wurden noch zahlreiche andere Personen, darunter zwei Ehcvaare, als HetserS- heiser oerhastet. Tie Zahl der von Bergölfl und Genossen seit Piarz d. I. Qu5gtflfbcr.cn Jalschscheine geht in bie Hunderttauscnde. »et 1 jährige Philips im trug eine kbci& hütkrung davon. Lei bedeutend. Mm. Mtstiitte mfticdt ^,2?.Lkl. Stach eism lang es heule mittag n vittyefiidjftii ftalffy :g^o(\t zu kw\ W\A MM ceichr hclscrshelser scst« der int Juni wegen litet wurde, dann ata i|e enftprang, hat seil« von falschen Mod- ijjtcnUmiangc betrieben Treieichstroze sand in ig eingerichtete.Notenmodernen Hilssmilleln, ichecs usw. Ente mch- ende und Abcrtauseck die zur Herstellung bd verben solllew Siebet h zahlreiche andere Per- Ehepaare, als Hclstts M\ der von LergH Mrzd.J. -"sgegebeue- Ä btt Hunderllauscck .—- tztstaai. ’Ä'sB S£f->-S sSgs ZtzS inniger^ 5 IW ilagi au| ’ !ÄS5 LSxS fe* „rhmdcn'!' SSS"> glatt »ul . «t» ZrschäfMMeMse venfMqk Mtrveff Vie sich zwischen 1000 Mk. und 260 Mk. bewegt, wozu für Kinder unter 18 Jahren noch eine Beihilfe von je 200 Mk. kommt. Um den Aufwand hierfür auszugleichen, ist die Erhebung eines 7. Steuer Zieles beschlossen worden. W wraw fmfcebütflf bemfisat wöert Wfe, ?lS nicht ©tobt und Shei» Gießen in vollem Um- nntge versorgt seien. Neben dieser Erwägung rech- nnii weiter mit bet Tatsache, daß cS regel- mMng ledes -Frühjahr zu einer Kartofselknapp- yrnt kommt, weil ein Teil bet Bevölkerung mit m«em ®otrot nicht haushälterisch nrnzuge^n ver- , veranlaßte den Kvmmunalverband und daS LcbensmUtelamr, der EinlaMtung von Kar- tofiÄdr näher zu treten. Größere Mengen in der &taot einzulagern, ist unmöglich^ da hierzu die -'Lttge Zahl geeigneter Keller seht. Um atfo eine drohende Ausfuhr zu vermeiden, und eine meserve rfie das Frühjahr zu schaffen, beschloß die Lebens- nntteldeputatron, Einlagerungsvertrüg- mit den Landwirten abzuschließen. Dies geschah aus Anregung des Landesernährungsamts auch in anderen StÄften wie z. B. Darmstadt. Bei unseren Abschlüssen dachten wir an eine Menge von 20 000 Zentnern. ES wurde den Landwirten für Schwund, Verfterb usw. zunächst ein Aufgeld von 1 Mart pro Zentner angeboten. Unter dteser Bedingung tonnten wir aber keinen Abschluß erzielen. Tie Lebensmitteldevutation beschloß darauf, das Aufgeld auf 2 Mark zu erhöhen. Wir konnten auch letzt nur Verträge über 2000 Zentner abschließen. Tiefe Menge ist so unbedeutend, daß sie für die Versorgung im allgemeinen keine Rolle spielt. Ta die Kartofselnor jetzt außerordentlich groß ist, haben wir selbstverständlich diese Mengen wieder jreigegcben und sic kamen sofort zur Anliefe, rung. Kurz nach dem 15. September kamen nun die Anlieferungen ins Stocken und setzten schließ, lcch vollständig aus. Die Gründe hierfür sind verschieden. Zunächst war die Ernte zweifellos nur mittelmäßig und tot allem nicht gleichmäßig ausgefallen. Im feuchten Lehmboden war sie trotz des troefenen Wetters gut, in trockenen sandigen Boden dagegen sehr ftstecht. Im Durchschnitt kann man mit 40 bis 50 Zentner auf den Morgen rechnen. Tann schien auch die Preisfrage bte Landwirte zu einer gewissen Zurückhaltung Lst veranlassen. Es machte sich unter den Land- ivirten eine gewisse Bewegung nach höheren Preisen bemerkbar, die anscheinend aus dem Streite Friedberg zu uns üoergrisf. Ein Teil der Landwirte hielt mit den Ablieicrungrn zurück, weil ihnen höhere Preise in Aussicht gestellt wurden. Tatsächlich hatte auch eine Eingabe au daS Laudesernährungsamt Erfolg und der Kartosfelpreiz wurde aus 8 Mk. erhöht. Sie bedauerliche Folge dieser Maßnahme ist, daß die ordentlichen Landwirte, die rechtzeitig ihrer Ab- lieserungspjlicht nachkamen, nun 75 Pf. an jedem Zentner verloren haben. Ich bebauete dies sehr und würde mich außerorventlich treuen, wenn irgendein Weg gefunden würde, um diesen Leuten einen Ausgleich zu schaffen, denn es find ordentliche Elemente, die sich an die Bestimmungen der Regierung hallen. Die anderen spekulieren nur aut höhere Preise und bekommen für ihr wenig erfreuliches Verhalten obendrein noch Prämien. Weiter haben das Hamstern und der Schleich- handel ungünstig auf unsere Versorgung cinge- luirtt. Die Großstadt Frankfurt bietet hierin eine besonders große Gefahr. Der Kommuualverband hat nun auch hier entsprechende Maßnahmen ein. geleitet. Es findet eine scharfe Kontrolle der Bahnhöfe statt. Auch die Landstraßen werden durch die Gendarmerie streng überwacht. Gendarmerie- Patrouillen in Autos fahren auch nachts die Straßen ab und halten jedes Fuhrwerk an, um einen Inhalt festzustellen. Das Ergebnis dieser Maßnahme ist schon jetzt erfreulich zu nennen. Wir müssen uns hier vor Augen Outten, daß die Ablieferungslust der Landwirte um so größer wird, je schärfer die Kontrolle ist. Die wichtigste Maßnahme zur Steuerung der Kartoffelnot ist die Einsetzung der Kommissionen. Diese 21 Kom- Missionen, die vom Kommunalverband eingesetzt lvurden, sind bereits seit einigen Tagen tätig. Sie bestehen je aus einem Techniker (zum Abschätzen der Vorrats, einem Erzeuger des betreffenden Ortes und einem Verbraucher, |on>ie einem Mitgliede der Gewerkschaften. Zwei Ortschaften sind bereits vott- lommen durchrevidiert. Besonders in einem Orte, wo man größere Vorräte überhaupt niclst vermutet hat, sind nicht weniger als 1900 Zentner zum Vorschein gekommen. Es ist yi hoffen, daß die Revifionen in anderen Orten ebenso günstige Ergclnrisse zeitigen. Irgendwelche Versprechungen in dieser Hinsicht kann niemand machen. Es besteht aber begründete Hoffnung, daß noch größere Mengen Kartoffeln zum Vorschein kommen. Wenn nun festgestellt ist, daß in einer Ortschaft eine gewisse Menge Kartoffeln greifbar sind, dann muß es unsere wichtigste Aufgabe sein, die schleunige Verladung und den Abtransport dieser Kartoffeln nach Gießen zu veranlaffen. 3n erster Linie muß dies durch die Eisenbahn geschehen. Ich muß aber hier offen aussprechen, daß die Eisenbahnverwaltung und das Personal keinesfalls alles zur Befchleun.gung des Abtransportes tut. Dies beweist z. B. folgender Vorfall: 5ln einem Orte sollten 2 Waggons verladen werden. Mit Mühe und Not konnte man die Bauern dazu be- wegen, die Kartoffeln nach dem 1'/^ Stunden entfernten Bahnhof zu fahren. Es wurde nun von den Kommissionären befc Kourmlmalverbandes bei bet ' noch reM MirloffSk, ha Seiler W» mrd'brl !>en derzeit geringen Anlieferongeu auch ntdif chren lanfeuden Bedarf erhalten können. fVj\?erxcf’tS -nGrechende Anweisungen an die. Kattoffelhändlir ergangen. Ich habe aber xu meinem Bedauern feststellen müffen, daß es noch genug Leute gibt, tnc seht ihre Wochenmarken noch etnlBfen, obwohl sie vorerst genügend Kartoffeln im Keller und viele ihrer Mitbürger außer, ordentlich schwer zu leiden haben. Ich möchte es nicht unterlassen, von hier aus nochmals eindringlich an das Mitgefühl dieser Leute zu appellieren. Nun zu den Bemerkungen des Herrn Kraus- müller über die Belieferung der Gastwirte. Auf Beschluß der Lebensmitteldeputation sind die Vorräte der Gastwirte revidiert worden. Das Er- oebnis war aber derart, daß ich nur in vier oder fünf Fällen Veranlassung hatte, die Lebensmittel« beputotion zur Entscheidung anzurufen. 2lber auch in diesen Fällen handelte es sich nicht um übergroße Eindeckungen. Bei einer normalen Kartoffelversorgunp wären auch diese Mengen nicht beanstandet wdrden. Auch mir ist das Gerücht zu Ohren gekommen, daß aus Eberstadt 24 oder 40 Waggons Kartoffeln verschoben worden sein sollen. Ich habe mich per,ön- lich nach Eberstadt begeben, aber feststellen müssen, daß aus Eberstadt überhaupt nur vier Waggons ab' gegangen sind. Ich glaube nicht, daß eine Verschie- düng von Kartoffeln oorliegt, wenigstens halte ich es für ausgeschloffen, daß derartige Giengen in Betracht kommen. Diese Angelegenheit hat mir aber Deran- laffung gegeben, daß der Kommunaloerband bei der Ausstellung von Frachtbriefen an seine Kommissionäre etwas vorsichtiger ist. Diele erhalten jetzt eine Anzahl Frachtbriefe, die sie an ihre Unterkommisfionäre av- geben. Bekanntlich können Kartoffeln nur auf amtliche Frachtbriefe des Kommunalverbandes verladen werden. Der Kommunaloerband muß nun von seinen Kommissionären eine genaue Abrechnung verlangen- soviel Frachtbriefe habe ich erhalten und soviel Kar. löffeln verladen. Diese Angaben werden geprüft und dann kann man tatsächlich feststellen, welche Mengen Kartoffeln abgeliefert und versandt worden sind. Weiter ist gesagt worden, daß uns von Bellersheim Kartoffeln zum Kaufe angeboten worden seien, die Stadt sich aber geweigert hätte, darauf einzugehen. Dies ist törichtes Gerede. Wenn uns Kar« tüfteln angeboten werden, so holen mir dieselben sogar bei dem Erzeuger ab. Mir persönlich ist von solchen Angeboten nichts bekannt. Dagegen ein alt« derer Fall aus Lang-Göns, wo uns 1000 Zentner Angeboten worden sein sollen. Dies ist ebenso urt> wahr. Jur Zeit schwebt die Sache beim Kreisamt Friedberg. Solchen Gerüchten muß sofort ganz ent schieden entgegengetreten werden. Leider ist es meist nicht möglich, den Urheber festzustellen und feiner verdienten Bestrafung entgegenzuführen. Zusammenfassend kann ich erklären, daß bei Stand der Kartoffelversorgung nicht u n g ü n st i g zu nennen ist, daß sich aber zur Zeit noch kein bestimmter Uederblick geben läßt. Wir müffen vor allem das Ergebnis der Br stondsaufnabmen abwarten und mit allem Nachdruck darauf wirken, daß wir die Ueberfchüffe der Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten restlos erhalten. Wetter muß abgekartet werden, ob wir die beantragten 50000 Zentner Neichskartvffeln erhalten. Stabte. Krausmüller (D. Bp.) erklärt, daß der Zweck seiner Anfrage der gewesen lei, der Oeffent- lichkeit über den Stand der Kartoffelversorgung Auf. Klärung zu geben. Er beantragt, von einer Debatte abzusehen. Stabto. Ursiadt (Dem.) schlägt vor, die Verteilung der lausenden Kartoffelmenge bezirksweise vorzunehmen, um den Verbrauchern die vielen ver> geblichen Wege zu ersparen. Stadtamtmann Dr. Selb: Diese Anregung ist recht dankenswert. Auch ich bin zu der Ueberzeugung gekommen, daß dieser Weg der einzig mögliche ist. Hätte man die jetzige schlechte Anlieferung voraus, sehen können, so halte man schon beim Druck bet Marken eine bezirksweise Verteilung vorsehen können. Man hätte die Marken einfach mit einer Nummer versehen und die Wummern einzeln aufgerufen. Das Bcstellverfahren, das wir im Frühjahr eingeführt hatten, hat keinen Anklang gesunden. Ich hoffe jedoch, daß wir in den nächsten Tagen eine ausreichende Belieferung durchführen können, um wenigstens di« Wochenkartoffelmarke zu beliefern. Dann dürfte sich auch die bezirksweise Abgabe erübrigen. Wenn sie jedoch gewünscht werden sollte, liehe sie sich auch ermöglichen. Es ist vorgeschen beim Abholen der Kartoffeln die Vorlage der Ledens mitte.karte zu verlangen. Diese bietet jedoch kein« Gewähr für eine zuverlässige Kontrolle, Beig. Krenzien teilt mit, daß am Mittwoch die Lebensmitteldeputatton zusammenttete, und datz etwaige Fragen in dieser Sitzung erledigt «erden könnten. Stabto. Ebel (Dem.) fragt an, ob die Kartoffelmarken, die zur Zeit nicht eingelöst werben, ihr« Gülttgkeit behalten. Stadtamtmann Dr. Selb «klärt, daß biese Mar- Ken an sich gültig sind, daß sie aber vorerst von den den Leuten, die ihren Winterbedarf bereits im Keller haben, zurückgestellt werden mögen. (Die Sitzung dauert fort) frütel ich weiß, über 5«mffurt getx-it WfW da von, daß bi? Anfuhr der Kartoffeln dadurch überhaupt verzögert wurde, waren sie aury durch unnötig langes Liegen aus der Bahn Frost und Diebstahl ausarfctzt. LS wäre datier fehr,z,u wünschen, daß dre Eisenbahnverwaltong rn dieser wichtigen Frage etwas mehr VerftündTNs Mgen würde. ES wäre a. B. möglich, einen befon- ÄurtorMjug mit Lescwagen laufen zu lassen. Btt tne Wagen an den einzeln.at Srationen ab* [teilen und spürer wieder einfmnmeln würde. Weiter müßte es zu ermöglichen ieüi, ftartofieliuagcn an Personenzüge anzuhängen. Gerade die Eisen, bahner sind beim Lebensmittelamt wegen beschien, nigter Kartoffelbelieferung vorstellig geworden. Dem kann aber nur entsprochen werden, wenn uns die Dahn im Antransport der Kartoffln nicht noch unnötige Schwierigkeiten bereitet. Wir haben ferner die tzLronyolung der Kartoi'fePt drrch Lastauto- in Aussicht genommen. Tie Stadt besitzt nun eine größere Anzahl von Lastwaa>m, aber -.'S fehlt dos nölige Benzol. Tie erfiorder.jchen Schritte sind jedoch bereits in die We r-mb der Ernte noch aus Bellersheim der Stadl ■rartoifcIn angebvten worden seien, die aber keinen Gebrauch von diesem Angebot gemacht habe. Weiter in es eruünfdX, nxnn Tr. Seid etioad über den Stand der 5tactosseloersovgnng sagen tonne, Sladtamtmann Selb: Linsichilich der formalen Seite der Karlvffel- oerfor-ung ist zunächst zu sagen, daß sieb die Tälia- :!cit der Stadt darauf zu beichränken hat, d-ie ihr ijuilcl;cnx Kartoffel menge bei dem Kvmmunalver- ’oanb (Vießcn anzufvrdern und eine ordnungs- :mäßige Verteilung vorzunehmen. Zch will bamü t.iber keineswegs sagen, daß wir uns auf diese .-i4tig!eit beschränken sollen. Selbstverständlich I'toben wir auch über den Rahmen dieser Tätigt,t Irinaud bei den in Frage kommenden Stellen in rcidjem Maße Vorstellungen erhoben. Ich wi.l zunächst aus die Entwicklung der Kar- Soffeiernte in diesem Jahve eingehen. Seit Früh- na^c schon hatten wir unter einer großen KEr- Üflr-elnjl za leiden. Nach, der Frühlartasfelernt.» -ar eine Bcs ecung erwartet worden. Tie^e wir -llerding^ nicht ollzugvoch denn in unserer Ge- iicxb ntrben roentjac Frlchkartoffeln angebnut, bi* tmr mehr mittelfrühe und vor allem Spatkartos- tn. .'.Vhtte 3mn bis Ansang August machte sich tune starte Kartofte.kuappixü sühibar. . ,,^crWc' fflL3 «ndeceil Äommunaltierbanben ly.riL,tcu toi fein zu erhalten, hatten wenig Erfolg. Es Hande.te sich nur um einige liundert Zentner, v rnmer6in kamen wir leid.ich über diese Z:it hi.i* -eg. „Mitte September setzt; nun die tzerhft- ImtoHe^iorgintg ein. Dieser Zei.punft ist nrft- r-er Ansicht nach für unsere Gegend viel zu früh, Hnii wir haben am 15. September unmöglich dcibsikortos>e-n, höchstens mi-telsrühe, die inne &’JltUrf;it für das ganze Jahr ha^»en. Es wär.' gm'iiienlos, wallte mau der Bevölkerung di;se mitieiren Kartoffeln als Winaerbcdarf zur Einkel- V. rung geben. Ta nun am 15. September -;ine S-tv-biekung des Kartoffelpreises nrs-olgte, wurden rtir kurz vor diesem Dermin mit Kartochein über* nfl.toemmt. In einer Woche erhielten wir nicht it-eniqcr als 6000 Zentner. Dies ist bebrütend mehr als unser Wochenbeoarf. ES kommt weiter hnzv, daß eine große Anzahl Gießener einen SkiiI iljrcS Beoanrs selbst geoaut hat und in d:r «Kwung auf niedrigeve Preise zunächst diese Kar- t^neln verbcaucl te. Wir schwammen also kurz vor dem 15. (Loeptember nur so in Kartoffeln anb h ufeten nickst, wohin damit. Tiefe Kartoffeln .toten Gesahr des Verderbens ÄuSgesrtzt. Tie Händ- !020788 Kaiser Allee .13.!- «/TU Die Beerdigung findet Mittwoch den 29. Oktober 1919, 3 Uhr nachm., vom Sterbehause Alicestraße 16 aus statt Carl Allendörfer. Alwin Allendörfer. Familie Rodenhausen Familie Seibert AtW tota vom Lande für sofort Schmerz: Familie Louis Rech Familio Heinrich Neidei Karl Keidel Neide!. Aelterer Arzt sucht für 1 Stovember Heuchelheim, Gießen. Fronhausen. Klein-Linden. Zofingen (Schweiz*, den 27. Oktober 1919. 12282 Die Beerdigung findet Mittwoch den 29. Oktober 1919 mittag« I 12'/, Uhr in Heuchelheim vom Stcrbchause, Bachstr. 80, aus statt. I Tn tiefem Familie Wilhelm Balser Familie Georg Neidei Familie Albert Neidei August Kontoristin im kaum vollendeten 19. Lebensjahre. wird Gelegenheit geboten für persönl. Gebrauch die Schneiderei au erlernen. Maner. LöberSbof 4. Todes-Anzeige Sonntag abend 10 Uhr entschlief sanft nach langem, mit großer Geduld getragenem Leiden unsere einzige innigst geliebte Tochter, Schwester und Enkelchen änngrrft Warbeiitt Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Sohnes, Bruders und Schwagers sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Sattler und den ehrenden Nachruf der Lehrerin Fräulein Hunkel am Grabe des Dahingeschiedenen sagen wir allen herzlichen Dank In tiefer Trauer: Familie Georg Keller Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme an unserem Fräulein Luise Keller W Wirklich billig durch seine gute Junges liess. 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