‘ASS Ä* ijÄM denMenMeh,, .Lru-bt, Reis-, M^ere Sötte Wit Greifen. J “n M. iviübi.- «Wb, sndß'.ü'v ^UvcSwra S3. !"M. Mitt auf« lerrenkleider Nobel aller Art. losenzwelff, k ©dtertroegSSL Genügt). 015705 pfehlunqen] lutkränze ichleier I Buketts. . Rüger ► i. EriugmUfl remplatz 4. *” iterwaqen ßtemgen rsatzräder j Sommerkorn lelchstr. 10. tw Vereine llkrötaa«>•. in Kss W»:.. ond- brtitn?-i *^V and W v««' eröffnen TienStar ,ht. ISIS, abend- Litt der alten Alic» rchstraheZO r Leitung unsere« s&® !Wrd.et^ chie, einen S io M"^j.cbtN' Ä VtzZZ e* W fr110; ßo^fdle l&Sis Br. 200 Ler Lietzener Injriget erscheint täglich, außer konn- und Feiertags. Bezugspreis: monatl.Vlk. 1.60, viertel- jährlich Tlt. 4.80; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Alk. 1.50. durch diePost Mt. 4.50 viertel- jährl. ausschl. Be stetig. Fernsprech - Anschlüsse: lürdieSchrfftleituugN2 Vertag,Gefchaittstelleöl Unschri'tsür Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: gtontfurt a. EI. U686 169. Jahrgang Donnerstag, 28. August 19X9 SießenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen SViUtngrrunddruck u. Verlag: Brühl'fche Unio.-Vuch- u. Lteindruckerel H. Lange. Zchriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: 5chulstr. 7. Annahme von Anzeige» f. die Xaqe^mtmmet tni zum Nachmittag vorher ohuejedeVcrbiudiichkelt Preis für l mm höhe füi Anzeigen v.34mmBreit« ortltch 15 Iff., auswärts 18 Ps., für Reklame- an zeigen von 70 mm Breite 48 Pf. Bei Platz- vorfckri!l20°/, Aufschlag. Hauvtjchriitleiter: Aug. Goeg. Berautwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr» Remhold Zenz; für den Auzelgeilteii: H. Bech sämtltch in Gießen Die Wirkungen der Hungerblockade aus Deutschland. Das englische Weißbuch über die Nah- rimgsnnttelverhältnisse in Deutschland liegt mm vor, und wir entnehmen der „Franks. Btg." die folgende Inhaltsangabe. Es ist sebc bemerkenswert, daß die Engländer sich mit der furchtbaren Wirkung der Hunger- lilockade geradezu brüsten. Sie wußten auch schon vor einigen M> *'iten, daß die Er- uihrungslage in Deutsa/land st.achtbar war: trotzdem lockerten sie ihre Blockade nicht. Die Mffen ruhten, aber die Mordwaffe der Blockade nicht... Das war der brutale Vernichtungswille der'englischen „Vettern". Auch heute rühren sich bet ihnen nicht etwa menschliche Gefuble, sondern es sind, toi- aus der nachfolgenden Darlegung hervorgeht, in der Hauptsache geschäftliche Gründe, weshalb sie gerne sehen möchten, daß wir wieder ein bißchen auf die Beine kommen. Wir sollen zahlen, und da ergreift man von zwei Mög- lichkeiten das zweckmäßigste... Der Bericht sagt über die Wirkung des Krieges auf die Gesundheit der Bevölkerung nach genauer Feststellung des Ausfalls an Nahrungskalorien, daß gerade das Gehalt an Protein in dec Nahrung von ausschlaggebender Wichtigkeit sei, und daß. väbrend die englische Royal Society eine T^i.rdestmenge von 70 Gramm pro Tag annimmt, die deutschen Rationen zwischen 20 und 50 Gramm pro Tag schwankten. Nach den Berichten aus Belgien war die Nation der belgischen Bevölkerung quantitativ um 5 Prozent höher als die der deutschen und enthielt 50 Prozent mehr Prvtem und dreimal so viel fäett. Der Bericht findet es daher erstaunlich, daß st^r Unterernährung im besetzten belgischen Gebiet geklagt wurde, und stellt fest, daß von den in Belgien verteilten Nahrungsmitteln ein großer Teil zu hohen Preisen von den Belgiern wieder hertauft wurde. Die Kindersterblichkeit in Bel- pen war geringer als vor dem Kriege. Der Äeriäst sagt weiter, daß eine Gewichtsabnahme tnm 40 Prozent den Tod des Menschen herbei- sllhve. In Deutschland traten zahlreiche Todesfälle bei 30 Prozent Gewichtsabnahme häufig ein und besonders vielfach im Minter 1916/17. Berlin waren die Todesfälle an Lungerödem in den Gefängnissen bänffg durch die verminderte Widerstandsfähig- leit. Dies hatte zur Folge, daß die Todesfälle tn Tuberkulose Zweiern halbmal zahlreicher riaren als in Friedenszeiten und besonders bei den Frauen. Die Statistiken weisen eine Vermehrung der Trkesfälle im ganzen um 760000 unter den Erwachsenen allein zwischen 1915 und 1918 auf. Berlin erhielt vor dem Kriege 1250 Millionen Liter Milch, während es jetzt 250 Mil- Ivonen. erhalt, eine Menge, die durchaus ungenügend ist. — Leider vergißt der Bericht hinzu- jufügen, daß die Entente trat des absoluten Milchmangels auf der Auslieferung von 150 000 Milchkühen aus Deutschland besteht. Ter Bericht sagt weiter, in DeutsckKrnd sei fein Rachegefühl unter den Arbeitern zu bemerken, hindern nur Niedergeschlagenheit und Erschlaffung. Auch bei den Mrenden Persönlichkeiten sei die .Erschöpfung in die dlugen springend. Tie Aussichten für die kommende Periode 1919/20 schildert der Bericht aufoerft düster. Tie Versorgung mit Bwtgetreide habe sichum 550000 Tons, mit Zucker um 150 009 Tons, mit Fleisch um 666000 Tons, mit Butter und Fett um 92 000 wi vermindert. Sckwn im Mai 1919 sei trotz der Verringerung des Heeres der meiste Vorrat bereits erschöpft gennffen. 1920 werde die Lage noch viel »schlimmer sein, wobei in Betracht gezogen werden tnülse, daß noch 800000 Gefangene zurückkommen ää ebenfalls ernäl/rt werden müßten. Die deutsche ^Bevölkerung werde der gleichen fiirchtbaren Lage erstehen wie 1916/17. Deutschland be - sich also vor einer Katastrophe, Hungertod von Millionen nach sich ziehen werde, wenn nicht für genügend Einfuhr von Nah- vmgsmitteln gesorgt werde. Ter Bericlft berechnet «notwendig einzuführenden Mengen auf55 Mil- lwnen und das nur, um die jetzige erbärmliche Er- Eimrg aufrecht zu erhaltear, die an sich schon «hmfljrit, Tod uni) Verminderung der Arbeits- Wgkit zur Folge habe. Mair habe vor allem Fett tob Protein nötig, von denen. 2l/a Millionen Tonnen eingesührt werden müßten. Das Weißbuch kommt zu dem Ergebnis, daß keine andere Nation imstande gewesen sei, 1° großartige Mittel und Menschenmaterial ln den Krieg zu werfen wie Deutschland, und darum sei Deutschland während der letzten sechs Monate so furchtbar im Angriff und r^'rteidigung gewesen. Nun sei es vollständig lusannnengebrochen. Die soziale Maschine 2be' sei unberührt in seinen Fabriken und ^hlengruben, welch letztere noch Reserven für »underte von Jahren hätten. Deutschland soll * Diilliarden Pfund Schaden zahlen. Wenn geschehen soll, würden sich zwei Mög- [*cb feiten ergeben, entweder Deutschland vollständig zu zerstören oder sein Geschäftsle- en wieder aufzurichten. Bei der Zerstörung ei nur ein kleiner Teil der Summe zu erhal- lcn- Richte man Deutschland wieder auf, gebe 01311 ihm das nötige Kapital, so erhalte die Entente die Kontrolle und die Gewißheit, Schadenersatz zu erhalten. Deutschland habe Nahrungs- und Düngemittel sowie Rohmaterialien nötig, was die Entente liefern müsse, denn mir so könne sie zu ihrer vollen Enit- schädigung gelangen. Amsterdam, 27', August. (Wolff.) Der „Daily Herold" schreibt in einem Leitartikel: Die Gefahr des Zusammenbruchs Deutschlands sei zugleich eine Gefahr für Englcnrd. Die Lage in Deutschland sei ein Teil der Lacpe in Europa, daher auch ein Teil der Lage in England. Deshalb werde man nicht das 'Ziel verfolgen, den Zusammenbruch Deutschlands zu fördern, utbem man die deutschen Arbeiter und''die deutschen Frauen und Kinder an der Kehle würge, sondern man müsse ihnen Helsen, sich nach ihrem Zusammen bruchzu erholen, damit sich die Lebensmittel-, Transport-, Kohlen- imb Finanzlage in der Welt bessere und damit vor allem ihre gcisttge und moralische Verfassung sich vom Zerstören dem Schaffen zuwende. Eine gewisse Gruppe von ^Patrioten" erwarte und hoffe anscheinend, daß Deutschland in den Staub sinke. Ern solches Deutschland werde aber ein neues „menschlich totes Gewicht" sein, welches am Kapse der friedlichen Welt hänge, die sich bemühe, das Vergangene wieder gut zu machen pnd vorwärts zu schreiten. Amerika und der Friede' A m st e r d a m, 27. .Aug. (Wolff.) Tas Presse- bnreau Radio meldet aus Washington, daß W i l - son der „N:w P)rk Times" zufolge in einer Unterredung mit dem Senator Swanson, über die keine Einzelheiten veröffentlicht werden, btt Ge- samtlage in Bezug auf den Friedensvertrag, wie sie durch das Vorgehen des Senatsausschusses für auswärtige Angelegenheiten geschaffen ist, besprochen und erklärt hat, wenn die vom Senatsausschuß vorgenommene Abänderung des Frie- densvertrages auch vom Senat aufrechterhalten werde, so stehe der gesamte Friedensvertrag, soweit die. Vereinigten Staaten beteiligt seien, in Mlahr. Wilson soll auch die Senatoren aufgefordert haben, ihre Kräfte zu vereinigen, um bei der Abstimmung im Senat die Ablehnung des Abänderungsantrages Lodges zu erreichen. Ter Präsident äußerte, er sei überzeugt, Großbritannien und Frankreich würden wegen ihres früheren Abkommens mit Japan, durch das sie sich verpflichteten, die Ansprüche der japanischen Regierung auf das Vorrecht in Schantung unterstützen, kernerler Abänderungen zustimmen. Wenn der Senat den Beschluß .des Senatsausschusses bekräftige, würden die Vereinigten Staaten genötigt sein, mit Deut schl and einen Sonderfrieden zu schließen und aus dem Völkerbunde auszutveten. Washington, 27. Aug. (WTB.) Reuter. Der Senatsausschuß für auswärtige Angelegenheiten hat mit 9 gegen 7 Stimmen einen Verbesserungsantrag zum Friedensvertrag angenommen, nach dem die Vereinigten Staaten sich an der ütternationalen Kommission zur Festsetzung der Grenze zwischen Belgien und Deutschland nicht beteiligen wollen. Der Ausschuß war bei der Abstimmung entsprechend der Haltung der in ihm vertretenen Parteien geteilt. Der Ausschuß nahm ferner eine Reihe Verbesserungsanttäge an, durch die die Vereinigten Staaten von der Vertretung in anderen Kommissionen ausgeschlossen werden, da andernfalls zahlreiche Aenderungen im Friedensvertrag notwendig würden. Der Ausschuß für Wiedergutmachung wurde indes hiervon ausgenommen. Wilson droht der Türkei. Paris, 27. Aug. (Wolff.) Die Zeitungen veröffentlichen'ein Telegramm aus Athen, vom 25. August, wonach der amerikanische politische Kommissar in der Türkei der türkiscl>en Regierimg ein Telegramm Wilsons übergeben habe, in dem die Türkei aufgefordert wird, unverzüglich die Metzeleien in Armenien einzustellen. Andernfalls werde Wilson von seinen 14 Punkten den zweiten zurückziehen, der sich auf die Aufrechterhaltung der türkischen Oberherrschaft in den rein otto- manischen Gebieten bezieht. sagens." Ti- „tfcimed" aber leitet ihre erste Veröffentlichung mit -einem Leitarttkel, der eine für die enciliiche Auffassung charakteristische Würdigung des Buches enthält. „Alle berühmten und viele bekannten sülwenden Persönlichkeiten des Krieges haben iljix Geschichte oder ihre Rechtfertigung geschrieben, schreiben sie oder werden sie schreibe^. Tlber General Ludendorfss Buch ist das wichtigste und das aufklärendste, wenigstens für englische Leier. Eine vollständige Uebersetzung wird binnen kurzem bei Hutchinson herauskommen, und sie wird über eine Viertelmillion Worte enthalten. Unterdessen haben wir die Veröffentlichung umfangreicher Auszüge vorgenommen, sotveit als möglich mit den eigenen Worten des Generals; nur für den Fortgang und das Verständnis der Stellen haben wir verbindende Zwischenbemerkungen eingefugt. Ludendorff tvar noch eine der unbedeutenderen Persönlichkeiten, als die vorbercc- tete Entwicklung der dmtschen Heere gegen Belgien stattfand. Es tvar ein Zufall, aber freilich ein Zufall, wie er nur Männern mit einem Zug von Größe zu begegnen pflegt, daß er sogleich eine Hauptrolle in der Eroberung der Zitadelle von Lüttich spielte." Ter Schluß des Leitarttkels lautet: „Wir glauben, daß die Auszüge die Leser dazu führen tverdcn, unsere Urberzeugung zu teil rn, daß.General Ludendorff ein enger, aber ein anständiger Mann war. Er war empört über die opportunistische und durchaus unanständige Politik der deutschen Zivilregierung. Aber sein Geist, verdorben durch eine rein preußische Auffassung von der höchsten Wirksamkeit der militärischeir Disziplin und durch einen fast mystischen Glauben an das Königtum, verführte ihn, Maßnahmen an- zunehmen oder zu erzwingen, die noch verhängnisvoller für sein Land waren, als die zaudernden Kunstgriffe Bethmann-Hollwegs." Eine Friedensdebatte in der franzvsischen Kammer. Versailles. 28. Aug. (WTB.) Bei der 'Erörterung der Ratifiziermrg des Friedensoer- ttages mit Deutschland in der französischen Kammer führte der Abgeordnete be Chapi- pedelaine Beschwerde darüber, daß die Entente mit dem Deutschen Reich und nicht mit den einzeldeutscherr Staaten verhandelte. Wir haben Deutschland nicht ein Heer von 100000 Mann, sondern ein Heer ton 1 OH 000 Heerführern für die zukünftige Revanche zugesagt. Zum Schluffe erörterte der Abgeordnete Fournier den Plan der Schaffung eines internationalen Parlaments, das mehr Sicherheit bieten könne als der Völkerbund. Die Diskussion wurde darauf auf Mittwoch nachmittag vertagt. Holland und Belgien. V e r s a i l l e s, 28. Aug. (WTB.) Nach einer Meldung des „Ncw Pork Herold" sollen die Beziehungen zwischen Belgien und .Holland an der Grenze Limburgs zu wünschen übrig lassen. Die holländische Regierung hat dcm an der Grenze wohnenden belgis-ck-en Bauern verboten, ihre auf holländischem Boden befindliche Ernte einzubringen. Als Gegenmaspvahme erließ die bcl- gisckie Regierung ein gleiches Verbot für Holländer. Tie holländischen Archütekten, die aus der Ausstellung für den Wiederaufbau in Brüssel ausgestellt hatten, haben ihre Werke zurückgezogen. Die „kommiffion des reparationS". Versailles, 28. Aug. (WTB.) Nach einer Meldung .aus London wurde John B r ad- tz u r g, einer der ständigen Sekretäre des Schatzamtes, zum Hauptvertreter Englands in der kommiss.ion des reparations, die in Paris ihren Sitz haben wird, ernannt. Die Ratifikation des Friedensvertrage- durch Belgien. Versailles, 28. Aug. (WTB.) Der belgische Senat rattsizierte gestern einstimmig den Friedensvertr ag mit Deutschland. Von der fiämifchen Bewegung. Versailles, 28. Aug. (WTB ) Einer der ältesten und angeschendsten flämischen Aktivisten, Franz Reinhards, ist gestern in Brüssel verhaftet worden. Polen und Litauer. Vern, 27. Aug. (Wolff.) Nach einer Ludendorffs „Kricgserinnerungen" in England. Meldung des litauischen Pressebureaus aus Kowno unterbreitete eine polnische Mission der litauischen Regierung den Vor- Tie „Kriegserinnerungen" Ludendorfss rufen in England das größte Aufsehen hervor. Tie „Times", die sich das Borrockst gesickert hat, zu- glerch mit d.'r Ausgabe des Buches in Teutschland die erftvn Auszüge zu bringen, veröffentlichte vier Artikel, jeder viele Spalten lang, in denen die wichtigsten Kapitel in geschickter und objektiver Weise, zum größten Teil mit den Worten Generals wieder gegeben waren. Auch die andern Blätter bringen große Auszüge, und überall erschienen Annoncen, in denen das Werk als „das Kriegsbuch vorn deutsck^en Standpuntt' b^eichnet n>ir2>. Interessant sind die Sätze, mit benen das Werk in dieser Anpreisung charakterisiert wird. Wir geben daher einige wieder: „Bernhardi und ander.' haben die Theorie des deutschen Militarismus bargdegt; Ludendorff ist der erste, der fein geheimes Wirten von innen heraus enthüllt. Ludendorff war zweifellos das Hirn der deutsckien Mi- litärmaschme, und in den letzten z>vei Jahren des Krieges der wirkliche OberbeselM)aber. ,Hinde7l- bnrg war der Volkshüd; Ludendorff bte wirk- lidje trübende Kraft hinter ihm. Er schreibt mit einem Freimut, der fast brutal ist. Sein Buch wirft viel rc-ues Lickt auf die mUitarischen Operationen und auf die Gründe des bcuttdjen Verschlag, die Wahl einesLandtages,der in Wilna zusammentreten sollte, zu veranlassen. Die Polen verlangten die Kontrolle über die Wahlen im besetzten Gebiete von Litauen. Die litauische Regierung erklärte, daß die Wahlen nur nach Zurückziehung der polnischen Truppen hinter die Memel stattsinden könnten. Mexiko. Amsterdam, 27. Aug. (Wolff.) Laut Pressebureau Radio meldet die „Neuyork Sun" aus Washington, daß die Pläne für eine Intervention der Vereinigten Staaten zu Lande und Zu Wasser in M e x i k o fertiggestellt sind. Das Blatt erhielt diese Nachricht aus bester Quelle und fügt hinzu, die nächsten Ereignisse müßten wohl ober übel als unvermeidlich mcgesehen werden. Zunächst müßten die Vereinigten Staaten in Mexiko intervenieren und die mexikanischen Angelegcn- hetten ebenso vollständig übernehmen, wie seinerzeit die kubanisä/rn. Als Hauptgrund für die Besetzung Mexikos durch Amerika gibt das Blatt den vollständigen Verfall Mexikos an. Cisenbahnarbeiterbewegung in Amerika. Washington, 28. Aug. (WTB.) Reuter^ Tie Vec tretet der E i s e n b a h n w e r k st ä 11 e n i arbeitcr setzten den Kontrolleur für die Eff'en- bahnen davon in Kenntnis, daß sie eine Regelung ihrer Forderung auf der von Wilson vvrgesckZla- genort Grundlage nicht annehmen könnten und daß sie mwerzüglich über den S t r e i k abstimmen würden. Lin Erlaß (Eberts über bie verwalun- bet Reichswehrmacht. Berlin, 27. Aug. (WTBO Tas Heeresvev* ordnungsblatt, das an die Stelle des bisher Dom preußischen Kriegsministerium herausgegebenen „Armee-Verordnungsblattes" tritt, enthält eine Verordnung des Reichspräsidenten Ebert, worin es heißt: Mit dem Inkrafttreten der Verfassung sind alle Teile der Wehrmacht des stieiches! Meinem Ober* befehl unterstellt. Ich übertrage die Ausübung dieses Oberbefehls dem Neichswehrminister, soweit ich nicht unmittelbar Befehle erteile. Gleichzeitig ist die Heeresverwaltung auf das Reich übergegangen und hat die Selbstüw, big leit der Heeresverwaltungen der einzelnen Läwi- der ausgehört. Tie Vertvaltungsbeftig.lisse und die Kommaudi-aewalt stehen daher den cinzelstaatlichen. Kriegsministern nicht mehr zu. Mittel des Reick^ess sind sür ihre Stellen vom 1. Oktober 1919 abi nicht mehr verfügbar. Tie Veranttoortung für militärische Maßnahmen und Ausgaben wird von. nun an allein von der Reichsregierurrg getragen urcd von ihr vor der Nationalversammlung oder dem Reichstag vertreten. Spätestens bis zum 1. Oktober 1919 soll aus den vorhandenen einjet-i, staatlichen Kriegsministerien und den sonst geeig* neten Militärbehördeu das Reichswehrmini-rj sterium gebildet sein. In der Uebergangszeit wird sich der Reichistoehrminister zur Führung ber Verwaltung der vorhandenen einzelsbaalliä^en miNl litärischen Zentralbehörden bedienen, bie zu diesem! Zwecke in Reichswehrbefehlsstellen irmgeroaitbrft^ werden. Er wird dabei der landsnuumschafttichenij Eigenart in den einzelnen Ländern im Sinne den mit den Landesregierungen wahrend der Berfas^! sungsberatung gsetroffenen Vereinbarungen Rechel nur^ tragen, und die endgültige Regelung dieser Bezrehuugen durch ein. neu zu schaffendes W^hrgkfetz sckfteunigst in die Wege leiten. Jin Anschluß daran wird eine Vekamrttnnchttng- des Reichswelwrniniiters NoSke verölfentticht, worin es hiißt: Die Chefs der Reichswehrbefehksstellen ekhal-. ten bis auf weiteres die Befugms, alle Verwob, tungsangelegenheiten ihres Bereifte in meiner Ber-, tretung selbständig zu erledigen. Außerdem bevoll- mäck-tige ich bis zum vollendeten Ausbau heS Reichswehrministeriums die Reichswel/r-Befehls^ stelle Preußen, in meiner Abwesenheit und in miru der wichtigen Sachen in der Art der GesMftsfü^ rung des bisherigen preußischen Kriegsministeriums die für das gesamte Heer gültigen Erlasse für mich zu bearbeiten und „in Vertretung" beziehungsweise „nn Austrage" zu unterzeichnen. Arcordiruugen und Maßnahmen, die zu ihrer WirksantLit der Zustimmung des Reichspräsidenten und meiner mii nisteriellen Gegenzeichnung bedürfen, sind hiervon ausgeschlossen. Tie Cl-efs der Reichswehr-Befehlsstellen üben auch die BefehlSgewalt über die Trup-, Pen ihres Bereiches aus, soweit ich nicht immittel-, bare Befehle an die Truppen richte, was hinsickFich der Führung und Verwendmtg der.Truppen bw Regel bilden wird. Oberschlefien. Paris, 27. August. (Wolff.) Reuter. Jv! einem von der Friedenskonferenz in der Frage der Kommission für Schlesien an den General Dupont gesandten, Instruktionen enthaltenden Telegramm wird die Ansicht ausgedrückt, daß das einzige Mittel, um die Ruhe wieder herzustellen und die Kohlenerzeugung in Oberschlesien und Teschen wieder zu vermehren, die Besetzung durch die Alliierten fei. Es wird nicht erwartet, daß die deutsche Regierung auf ihrem Recht ihre Einwllligung zu ben toi gern, be* stehen wird. Tatsächlich wurde bereits von der deutschen Delegation in Versailles inoffiziell der Vorschlag gemacht, die Alliierten möchten die sofortige Besetzung Oberschlesiens in die Wege zu leiten. Hierzu wird dem Wölfsschen Bureau von zu-< ständiger Stelle erllärt: Soweit die Reutermel-, düng von der Stellungnahme der deutschen Re-, gierung oder ihrer Vertreter spricht, ist sie vom ersten bis zum letzten Worte falsch. Die deutsch Regierung hat weder ausdrücklich noch andeutungsweise auf irgendeines ihrer Souveränitätsrechte über Oberschlesien verzickstet und denkt auch nicht an einen solchen Verzicht. Dies gilt vor allem von der vorzeitigen Besetzung Oberschlesiens durch die Entente. Im übrigen ist sestzustellen, daß die Reutermeldung durch die Entwicklung der Dinge in Oberschlesien nach Wieder Herstellung der Ruhe und Ordnung voll-» kommen überholt ist. Deutsch-Weftungarn. Wien, 27. Aug. (W. B.) Die „Neue Fw« Presse" meldet aus Budapest: Gestern fand eine Konferenz von Vertretern aller deut- schen Parteien, sowohl der Bürger- und Bauernpartei, als auch der christlich-sozialeir und der sozialdemokrattsck)en Partei, statt. Die Kvn- serenz beschloß bie strikte Durchführung des seinerzeit vom Natvonalttätenmiinster Jaszi entworienen I AutoTwrnievroaramms unb forderte bezügli^ Kuibitii» Die autonome Verwaltung mit beutscheai Behörden unb deutscher Gendarm-erie unter einem deutschen Nationalen temninister. ES wurde ein Dreie raus schus- aus der Bauern- und Pürger- pavi'ti, beu Sozialisten und den Christlich-Sozialen entsandt, um mit der Regierung und der Entente bezüglich der vollen AutonornieDeutsch- W e st Ungarns zu verhandeln. An» Hessen. Angriffe auf die hessische Regierung. In der „Hessischen demokratischen Korrespondenz" werden mehrere Angriffe, die in der letzten Zeit von der rechts gerichteten Presse, besonders der in Darmstadt erscheinenden „Hess. Landeszeitung", gegen Männer der Regierung gerichtet woroen waren, in folgender Weise zurückgewiesen: So wurde dieser Tage von einem rechtsstehenden Darmstädter Blatt, das dem Frhrn v. Hehl nahe steht dem Finan^minister Henrichin ziemlich unverblümter Form Korruption vorgeworfen imb als angeblichen Beweis dafür erzählt, daß er seine Parteisremide Carnier und Loos als Milch- und Kartoffclaufläuser aufs Land geschickt und seinen Sohn zum Landamtmarm ernannt habe. Schließlich wird kamt auch mit Berufung auf den Abgeordneten Tr. Becker etwas bunte! ange- bcutet, die Zustimmung Hessens zu den neuen Finanzpläuen Erzbergers sei wohl mit der Ernennung des Finanzministers Henrich zum Präsidenten des Landesfinanzamtes erkauft worden. Ob auch die Verwendung des Lehrer Halfinger in der Zentrale für Volksbildung und die Ernennung des Lehrers Jung und des Prof. Messer zu Mitgliedern der Schnlabteilung dem Finanzmrnister in die Schuhe geschoben wird, ist nicht zu erkennen. Tas ist ein sehr bedauerliches Beispiel für die Agitationsmechode der Regierungiogegner. Vorgänge, die an sich -tatsächlich richtig sein können, werden uingedeutet, in ein entsprechendes Licht gestellt und damit erhalten sie dann ein völlig verändertes Aussehen. Im Kriege haben tatsächlich eine ganze Anzahl wrtschirittlicher Stadtverordneten und Beamten der Stadt Darmstadt und dem Lande große Dienste geleistet. Hammann ist an der Arbeit körperlich zu Grunde gegangen, der jetzige Finanzminister Henrich hat über zwei Jahre die Kartoffel- und Milchversorgimg der Stadt geleitet, Stadtverordneter Wolf das Einquartierungswesen, die Herren Loos, Presser, Carnier, Jung usw. haben sich in anderen Zweigen der Versorgung verdient gemacht, alle ohne irgendwelchen persönlichen Vorteil und ohne Vergütung für ihre Arbeit. Von Parteifreunden des reckstsstehenden Blattes hat man bei dieser Ar- >eit und Sorge nur selten jemanden gemerkt. Man nahm die Arbeit gerne hin, heute wird sie denen, die sie selbstlos leisteten, zum Vorwurf gemacht. Tann der Landamtmann Henrich. Herr Henrich ist seit 5 Jahren Regierungsaffessor und ist auch heute und für die nächste Zeit nichts anderes, nachdem er neben dem Kreisamtmann Braun mit der Wahrnehmung der Funktionen eines L.rnd- amtmannes beauftragt worden ist. Etatsmäßige Stellen unter diesem Namen gibt es nicht. Es ändert an seiner Stellung nichts, ob er in der inneren Verwaltung oder in der Tomänenverwaltung tätig ist. Seine Hebern ahme erfolgte nur deswegen, weil er der einzige Verwaltungsbeamte in Hessen ist, der praktische Erfahrungen im Siedlungswesen besitzt. Ten Gipfel der häßlichen Parteiagitation aber erklimmt das Blatt mit der Andeutung, der hessische Finanz- Minister sei für seine Zustimmung zu der Neuorga- Msation des Finanzwesens im Reiche gekauft worden. Tie Berufung auf den Abgeordneten Dr. Becker ruht offenbar auf gleicher Grundlage, denn wir können es uns nicht vorstellen, daß Herr Dr. Becker trotz seiner scharfen politischen Gegnerschaft an dieser bedauerlichen Verdächtigungskampagne irgendwie beteiligt ist. Tie Uebernahme der Steuerverwaltung auf das Reich ist sowohl im Staatenhaus als auch in der Nationalversammlung von dem Finanzminister Henrich bekämpft worden. Sie war aber nicht aufzuhalten, denn sowohl im Staatenhaus als erst recht in der Nationalversammlung war eine Mehrheit (auch ohne Hessen) dafür Vorhände». Bei dieser Sachlage war Herr Henriche bestrebt, den lieber gang sozusagm statten, daß er sich in denjenigen Staaten, die — wie Dessen — eine eigne Steuerverwaltung haben, sowohl für Publikum wie für Beamten möglichst wenig erschütternd and fühlbar gestaltet und daß ferner bei der künftigen Reichseinkommensteuer die finanzielle Selbständigkeit der Staaten und der Gemeinden nach Möglichkeit gewahrt bleibt. Tas ist bis jetzt gelungen, allerdings tritt von dieser Arbeit wenig an die Oeffenttichkeit, da sich rxirüber lange Zeitungsberichte nicht schreiben lassen, wie dies bei jeder Rede eines Abgeordneten in der Nationalversammlung oder in einem Ausschuß der Fall ist. Ter Einfluß auf die Gestaltung der kommenden Organisation der Finanzvecwal- ttrng imb ihre 9hiljl>armactjung für die Jmeceneu des Landes war aber nur dadurch zu erreichen, daß die Fiuauzminister der kleineren Einzelstaaten für eine gewisse Ueber'gangszeit (in Hessen bis 1. April 1922) die Leitung der LandeS-ftnanzämter zu ihrem Amt müübernehmen. Sie behalten also nach Ivie vor die Leitung der ihnren bisher untergefteüten Steuerverwaltung, wenn auch unter anderem Namen. Tas ist ein Opfer, da selbstverständlich doppelt Gehälter nicht gezahlt werden trotz dec großen Verantwortung und Mehrarbeit. Zalstt das Reich ein Gehalt dafür, dann wird das im wesentlichen dem Land zugute klommen, so daß unter Umständen Hessen bis zum 1. April 1922 einen Finanzminister haben wird, der das Land nichts oder fast nichts kostet." Die Oberhessische Bauernbewegung. # Düdelsheim, 27. Ang. Hier wurde eine Ortsgruppe des Hessischen Bauernbundes gegründet, der sofort 50 Mitgli-ürer beitraten. Vorsitzender wurde Landwirt Heinrich Wilhelm Wolf. Eine weitere Ortsgruppe wurde in Ober-Widders heim gegründet, wo 30 Mitglieder bei* traten und der Bürgermeister Schäfer Vorsitzender wurde. Weitere Ortsgruppen wurden in Nidda, Bingenheim, Gettenau,.Echzell, Ober-Mockstadt, Eckartsborn, B oben hausen I, Aulen - Diebiach, Stockheim und Wolf gegründet. # Eichelsachsen, 27. Aug. Hier wurde eine Ortsgruppe des Hessischen. Bauernbundes ins Leben gerufen, der sofort 80 MitgliÄxr beitraten. Vorsitzender wurde Landwirt (Friedrich Lind. Aehnliche Gründungen erfolgten in Wingers- hausen, Vo lkar ts Hain, Glashütten, Gedern und Hartmanns ha in. dta. Offenbach, 27. Aug. In den ersten Wochen nach der Staatsumwälzung hieß es, die Arbeiter rate -— der Volksrat — würden aufgelöst, sobald die Behörden benioFratifüert wären. Nun haben wir seit Monaten die Na- tionaloersammlung und unsere Volkskammer. Unsere StadtoeroiDnetenversammlmrg ist neu »usam- mengesetzt. Unser Volks rat tagt jedoch noch immer. Er beschäftigte sich erst letzte Woche mit der Kohlemwt. Mitglieder der demokratischen Partei gehören ihm auch noch an. Wann wird er die Zeit für gekommen halten, sich aufzulösen? — Die kommunistische Partei (Spartakusbund) ist neuerdings wieder sehr rührig. Sie oerbreite- ten am Samstag ein Flugblatt, das zur Neuwahl von Arbeiterräten aufforderte, die tote am 9. November wieder die oberste Gewalt im Lande werden müßten. Aus dem Reiche. Für die Regelung der Kohlenwirffchaft liegen jetzt die umfangreichen Ausführungsbestim- minroen vor. Für jeden der 11 Bergbaubezirle wird ein Kohlensyndikat gebildet, nur für Obersckrilesien, Niederschilesien, Oberkirchen und Nachbarschaft, den Niederrhein mit Westfalen, Aachen, die Saar^ Lachsen, das rechtsrheinische Bayern, die Braunkohlen östlich der Elbe, Mitteldeutschland mit Kassel und die Rheinische Braunkohle mit Westerwald _unb Hessen. Tie Syndikate müssen bis zum 20. September geschlossen sein. Verarbeitende Merke müssen sick- auf Ve. langen! des Reick.iskvhlQiLerbandes einem Syndikat anschließen. Jedes muß einen Aufsichtsrat haben. Die Gasanstalten haben sich zu einem Gaskokssyndilat zusamnrenzufMießen. Ter Reichs- kvhlenrat besteht aus 60 Mitgliedern, darunter drei Vertreter der Länder,' je 15 der bergbaulichen Unternehmer und Arbeiter, 5 der Kohlenhändler, je 2 der technischen bergbaulichen Angestellten, der Unternehmer und der Arbeiter der koblenverbrau-- chenden Industrie, der Kleingewerbetreibenden sowie der Genossenschaften. Einmal vertreten sind die Unternehmer und Arbeiter der Gasanstalten, die faufmämriicfpen Angestellten des Bergbaues wie des Kohlengnoßhandels, die Kohlenhändler, die städtischen wie die ländlichen KvlLenverbrautt^r, die Eisenbahnen, die See- und Binnensckftffahrer, außerdem 3 Sachverständige. Ueber die Einschränkungen im Personenverkehr der Eisenbahnen werden übertriebene Nachrichten verbreitet, so ernst sbanknoten, unter letzteren auch >ie Ausgabe vom 30. November 1918, deren Ausdruck auf der Vorderseite von einem gemelltct Nahmen umgeben ist und deren Rückseite ein rcies Mittelfeld aufweist. Alte diese Geldzeichen bleiben gesetzliches Zahlungsmittel, müssen alfo von jedermann auch ferner ut Zahlung genommev werden. ** Marken-Ausgabe. Mvrgen uii Samstag gelangen in den Bezirten Brot-, Fleisch, imb Kartoffelmarken wie nachstehend zur Au-, gäbe: A—E Freitag vormittag von 8—12 Uljr, F—K Freitag nachmittag von 2—6 Uhr, L—L. Samstag vormittag von 8—12 Uhr, R—Z Samstag nachmittag von 2—6 Uhr. Die Marken sind unbedingt an vorgenannten Ausgabetagen abyi« holen. *♦ Freibank. Freitag, 29. August, nach mittags von 1 bis 3 Uhr, werden die Nummern 1601 bis 1700 beliefert. ** Freibank. Samstag, 30. August 1919, werden Bon 1—3 Uhr die Nummern 1701 bis 1800 bdtefert. ** B rotgetreide- und Gerstever^ sorguung. Durch Verordnung vom 5. August find, tote alljährlich vor Beginn des neuen Wr,- fchastsjahres, die Mengen an Brotgetreide und Gerste festgesetzt worden, die Unternehmer tonte wirtschaftlicher Betriebe aus rhren selbstgebauten Frückten zur Ernährung der «Selbstversorger der brauchen dürfen. Die Mengen betragen an 93 rot getreide 12 kg, an Gerste 5 kg auf bn Kopf und Monat, sind also gegenüber den bisher geltenden Sätzen um je 3 kg erhöht worden. Diese Erhöhung ist im Hinblick darauf erfolgt, bajüj die Landwirte und Landarbeiter in der jetzt ein- fetzenden Erntezeit reichlicher Ernährung bedürfen. Berücksichttat wurde dabei, daß die Selbstversorger von den Zuweisungen an amerifanifdjem Koch- mehl, das die versorgungsberechtigte Bevölkerung in Höhe von einem halben Pfund auf den Kvpj und die Woche bereits feit längerer Zeit erhält, mangels genügender Zufuhren büljer ausgeschlossen werden mußten, und daß die Aus- mahlung des Jnlandsgetreides demnächst alt gemein l^'rabgesetzt werden soll. Durch die Erhöhung wird auch eine erhöhte Naturalbelieferung der den Laud- arbeitem zustehenden Deputate in Brotgetreide und C'krfte ermöglicht. Die Freigabe von Gerste zu Fütterungszwecken mußte bis zu besserer Ueber« sicht über bie gesamte Ernte auf das aUcrnot« wendigste Maß beschränkt werden; demgemäß ist zmiächst nur die Versütterung von Gerste an Zuchtsauen gestattet worden, und zwar in Höhe oon zwei Zentnern für den Wurf. Diese vorläufig Beschränkung erscheint angesichts der Tatpickie, bag die Zwangsbewirtschaftung der Futtermittel in weitgeliendem Umfang« aufgehoben, insbesondere der Hafer bis auf verhältnismäßig geringe Pflickd lieferunffen an die Reichsgetreioestelle freigetyfen worden ist, mit den Interessen der landwirt- schriftlichen Betriebsführung vereinbar. ** Vorsicht bei Duplikatfracht^ briefen. In letzter Zeit sind mehrfach Kaufleute dadurch empfindlich geschädigt worden, daß sie mit Personen, die ihnen nur vberfläickftich bekamt toaren, Kaufverträge auf Lieferuna von Konten, Lebens- und Düngemitteln gegen Erlegung da Frachtbrief-Duplikate abgeschlossen Wir sich herausstellte, sind diese Personen Opfer von gewisfenlosen Schwindlern gewortei, die in verbrecherischer Weise die Duplikate geWfdjt hatten. Tas PMikuM wird deshalb zur Verini- düng fc-erartiger schwerer Schädigamgen gut tmi, Kaufverträge nur mit beSnmten Firmen und duu»° aus einwandfreien PersönlickKiten abzuichließi, und auf die Mittvirkung sogenannter Mittelspti« fönen mit angeblich^ direkten Verbindmigen zu ixe« zickften. Besonders wird dringend davon abgeraten, die Ware fotzort nach Llushündigung eines Fmcht» biief-Duplikats lediglich auf Grund dieses Beleg» stückes zu bezahlen. ** M i l i tä r kon ze rt. Auf das MifttLo« Streichkonzert unter Mitwirkung des Comct ä Piston-Virtuosen Louis Kümmel, das heute abend 8 Uhr ans der Liebigshöhe ftartfuitet, machen wir hiermit nochmals aufmerksam. Landkreis Gießm. -m. H unge n, 28. Aug. Kaum ist die tfrudi eingefahren und die Dreschmaschinen einige Tage in Tätigkeit, so beginnt auch schon wieder vas Hanistererunwesen. SchareKwise trerta mit den Frühzügen die Hamsterer hier ein, M irie vor einigen Wochen die Frühkartoffeln, '» schleppen sie jetzt zentnerweise die Frucht — iw mentlich Weizen — fort. Da diese Leute die höchsten Preise zahlen, oft das Doppelte und fache d.'s Höchstpreises, so erhalten sie meist, daß Tu Dichau bekannten und unbekannten Freunden gesellen mochtest, um mich an dem Tage fühlen §u lassen, daß man nicht allein sei. Es ist dies nötiger als je: beim man findet doch überall ein Jrrsal unter den Menschen, das sie vom Vertrauen lostrennt, inbem sie es anzuknüpfen wünschen." Ter großen Schar seiner Gratulanten hatte Goethe eine bes«vndere AufmerksamLit sugcbadjit. Ein Crnblattdruck mit der Ueberschrift „Die Feier des 28. Augusts dankbar zu erwidern", der die erste Veröffentlichung des zu diesem Zwecke verfaßten Gedichtes: „Sah gemalt, in Gold und Rahmen. / Grauen Barts, den Ritter reiten" enthält, wurde von Karlsbad ans versandt. Für besvuders Würdige war der Tiuck mit Goethes eigenhändiger Unterschrift gefchinückt, imb solche Exemplare werden heute mit 200 Mark und mehr bezalftt, ’.xnky rend auch der gewöhnliche Truck einen rocht stattlichen Wert darstellt. Ten Empfängern dieser Aufmerksamkeit machte freilich das Gedicht, wie aus verschiedenen Briefen Ixuvorgeht, arges. Kopfzerbrechen, denn kein Mensch teimte ahnen, daß. es sich bei dem als Symbol eingeführten Ritter um das Gemälde eines mit 24 Söhnen zu Karl IV. reitenden .Edclmannes handelte, das der Dichter im Schloß zu Dux gesehen ^hatte. — Hermann Rollet und Richard Wagner. Ter österreichisHe Dichter Hermann Rollet, der vor banbert Jahren, am 28. Aug. 1819, das Licht der Welt erblickte, hat mancherlei Hübsches Don dem Verkehr, den er 1852 in Zürich mit Richard Wagner pflegte, mitteilen können. Wagner wohnte damals bei bet Malerin Stocker-Escker, die ihn auch gemalt hat; hort besuchte ihn Rollet oft. „Nach der mit rauschendem Beifall im Züricher Stadttheater aufgenommenen >Porstelluna des „Fliegenden Holländer" Wie Goethe seinen 70. Geburtstag feierte. (Am 28. Airgust 1919.) „Am heutigen Tage, dem 28. August, wurde Goethes 70. lAeburtstag in Weimar gefeiert, und aus diesem Grunde war er yveggesahren." Mit diesen Worten erwähnt der Engländer Cogstoesl den denkwürdigen Tag, dessen 100. WiÄerkehr wir bedenken, in einem Brief, den er aus Weimar nach Hanse schrieb. Und wirklich: Goethe, der über- hauyt kein Freund von Geblirtstagsseiern war, batte es auch an feinem 70. Wiegenfest verstanden, sich ieber Huldigung zu entziehen. „Den 28.," schreibt er rückblickend am 8. September an Wil- lemer, „brachte, bei schönem Wetter, unter freiem Himmel zu, auf dem Wege von Asch nach Karlsbad, wo ich zeitig anlangte." Da so der persönliche Mittelpunkt einer großen Feier fehlte, so verlief der Tag in Weimar ziemlich still. In einigen anderen Städten aber ließ man es sich nicht nehmen, den größten deutschen Dichter an diesem Tage zu 'feiern, so vor allem in ferner Vaterstadt Frankfurt a. M. Dort fand am 27. August eine Vorfeier statt, und am Geburtstag selbst ein Festmahl von 200 Teilnehmern, unter denen sich Thorwalösen und Rttßerde befanden. Auch Goethes Sugenbireunb Riese, an den er aus Leipzig so lustige Briefe gerichtet, war da und wurde von dem württembergischieu Gesandten Wangcnheim in einem Trinkspruch als Goethes ältester Freund gefeiert. In der Mitte des Festsaales stand die Büste des Dichters, geschmückt mit einem Lorbeerkranz, in den Sma- ragdblätter eingelegt waren. Am Abend fand eine Festvorstellung des „Tasso" statt, eingeleitet von einem Prolog, der in schwungvollen Versen auf schrieb ich für die „Helvetia"," erzählte Rollt, „einen Artikel, in dem ich neben alter AnerLW nung der unzweifelhaft nicht geringen örmnalii N Gestaltungskraft, Leichtigkeit und ^chönleit, Innigkeit und Sinnigkeft in einfadi volkstümligcr Form, die Poesie der Sprache vermißte. iiW meine Ansicht wurde im Sommer 1852 noch olta auf gemeinsamen Spaziergängen zwischen uns w rührt. Eines Morgens las er mir auf erneu solchen die ffisch entstandene Stelle in der Walllle vor, wo der Nachtwind die Tür aufweht, v« Lenznacht hineinleuchtet und Siegmund, dte E lauschende Sieglinde umfkmgatib in die W^r« ansbrickt: Winterstürme weichen dem WonnenorL — In linden Lüsten wiegt fick/ der Len-. 'M sprang auf und sprach ihm lebhaft meine Fn'M aus über diese in jedem Sinn poetisch MM Stelle, das müsse aber, setzte ich imchdrückliÄ hbiÄI auch eine wirllich volle Melodie werden. ,<38 meiner .Weise," antwortete mit halbem ßär1 ’W der bixfi sinnend Dremschauende und brummt -einige Töne vor sich hin. Auf meine Versichen-n^ daß ich sckMi nllhit enoarten könne, wie er w machen werde, riß er ein Blatt aus meinem gereichten kleinen Notizbuch, -og füuT Linien, fM« eine Reihe von Noten mit Takieinteilung, den angeführten Text darunter und fang mir W Strophe andeutend vor, mit starker Be'onung,tei Rlfythmus. Nachdem wir noch einiges Wei^ tKirüber gesprochen und ich eindringlich bat, t"K Weise möglichst festzuhalten, nahm ich das b* fdriebene Papier ztzl mir, und ich habe das arß vergilbte Blatt bis heute aufbewahrt. Und '« besitze ich, den ersten, in der Hauptsache ganz behaltenen Entwurf einer der schönsten und kungSvollsten Eingebungen, die Richard je ausgeprägt." die Bedeutung des Tages hinwies. Ein sinniger Zug, der .Goethe besonders rührte, war die Beschenkung mehrerer Frankfurter Armen, die 1749 geboren waren, mit beträchtlichen Geldsummen. Goetl^e dankte denn auch den Frankfurter Freundest besonders herzlich. Ueber den Eindruck, den die Feier auf ihn machte, schreibt er aus feinem Karls-- habet Badeaufenthalt an Willemer in jenem tiefsinnigen Gehermratsstil feines Alters: „Geblendet von dem Abglanze solcher in der Entfernung mir zu Gunsten bereiteten Erfreulichfeiten, finde ich mich auf einmal wieder im Angesicht schroffer Felsemvände, denen ich mit Schlägel und Eisen einige Erklärung abgeiimtnen fiaim und mich in Gedanken umso lieber zu den wertesten Freunden himtende, bie, in freier Gegend, am belebtesten Flusse, ge.viß so schöner Herbsttage genießen, als lfter in diesen Schluchten mir zugute kommen, 'wo sie fteilich von doppelt und dreifachem Werte sind." Auch, die Lesegesellschast in Mainz hatte den Geburtstag fefttuti begangen und ihm einen Bericht über die Feier sowie ein huldigendes Gedicht nach Karlsbad gesandt, wofür am 10. Oktober bereits aus Weimar wieder die Antwort erfolgte. Auch sonst finden wir Goethe im September in Karlsbad eifrig beschäftigt, auf die mannigfachen Aufmerksamkeiten und Huldigungen «in zahlreichen Taukesbricfcn zu erwidern. „Don Weimar aus meldete mein Sohn höchst Dankenswertes von Ge- sckenken und Gaben," heißt es in einem solchen Schreiben. Besonders herzlich dankte er dem „Urfreund" Knebel, der ihn zu diesem Tage mit dem Anfang des dritten Buches seiner Lukrez-Ueber- setzung begrüßte, in der der römische Dichter seine berühmte Verherrlichung Epikurs anstimmt: „Sie erschien mir als leuchtendes Meteor, höcksst erquickend. obgleich durch die AMvendnng einigermaßen beschümend. Aber auch dafür danke herzlich, ml» «In' Dior Nachdruck U? 11X11 das Kist ”n9lt vor । "Endest ^^öhnlich 'Kcht ÄM bac 9*. nur EllÄ XÖIont bi« K°>. i « Sc Heilte ■iss ME gar not" L Sch>nc WÄ um aus ij und uni d ^verliere und das, S5 I GelcE | unferer » SGült I Denkt I taten,« ntil I heinnllis 1 fahr - w rom Zaun' I wtiW I «rsitat ve des allvcrc v. Eä, es ”8 ^4 des neuen Ni? KL KE: rhMl ’ ^enübn * ^^en. Ah m der ithf $, ^.Ernährung bebü* dte «kbsivers»q. .legerer 3eü etT *n bishn » und datz die <£ «s demnächst oiigfIK die Erhöhung $q Gerung der den Üv^ Mate in IßrotgctTt te Freigabe den rt Da meie »*ÄS Hr. 199 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen) Mittwoch, 27. August 1919 (Ein Sebenttag öes R. 3. R. 222. Gießen, den 27. Aug. 1919. Leute vor fünf fahren standen die in Gießen zusammen gestellten vier Kompagni n diepes Rcgr- ments auf dem Los der neuen Kaserne, um von dem! Rvgimcntsführer, Herrn Oberst Rißtt, und bemi Bataillonsführer, Oberstleutnarrt Freiherr von R o t s m a n n , übernommen zu werden. Der 27. August 1914 war der Gründungstag dieses ERegimente, das nur eine kurze, aber glänzende Geschickte l/inter sich hat. Ist es an der Zeit, emen militärischen Gedenktag zu feiern? Ja, es iit sogar notwendig, daß mir in dieser Zeit tiefster Schmach und ErniedriZung uns einmal der der Zeiten erinnern, die groß, und erhebend waren, um aus ihnen wieder den neuen Mut zu schöpfen und um den Glauben an unser Volk nicht ganz zu verlieren. Und es war eilte gewaltige Zeit, und das, was sie in die Seele des Einzelnen hineingelegt hat, ist nicht bei allen ertötet, und dieses schlummernde Etwas soll wieder einmal aufgeweckt ivcrden. Und es ist sogar Pflicht fid) dieses Gedenktages zu erinnern, weil uns dies Gelegenheit gibt, auch der vielen, allzuvielen unserer Besten zu gedenken, die mit uns hinaus- zoaen und nicht mehr wiederkamen, die in dem Glauben starben, daß ihr Tod nicht vergebens sei. Denkt Ihr noch daran, Ihr Regimentskameraden, mit welcher Begeisterung wir uns alle freiwillig meldeten, weil das Vaterland in Gefahr — nicht weil Deutschland einen Raubkrieg vom Zaune brach — denkt Ihr noch an den unvergeßlichen Abschiedsabend, den uns die Universität bereitete, an die tiesergreifenden Worte des allverehrten Herrn Geh. Kirchenrats Professor D. Eck, an die wir so oft noch da draußen in Kamps und Not gedachten, an das kurze, klare, echt soldatische Ytelöbnis unseres Oberst, daß wir unserem Fahneneid getreu, unsere Pflicht tun wollten: denkr Ihr noch an den unvergleichlichen Ausmarsch durch das im Flaggeufchmuck prangende Gießen, an die Blumenfülle, die uns die Heimat mit aus den schweren Gang gab? Denkt Ihr noch an die schönen Bischweiler Tage, an die gute deutsche Gesinnung, die uns, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, dort entgegengebracht wurde? Denkt Ihr noch an den 29. September, als zum erstenmal 'das ganze Regiment vor unserem Oberft ft and und er nach kurzer Begrüßung im Namen des Regiments gelobte: „Kein Regiment dars es dem Regiment 222 zuvortun in Liebe zu Kaiser und Vaterland, in Erfüllung all der schweren Pflichten, in Disziplin und Tapferkeit, keinem Regiment dürfen wir den Vorrang lassen!"? Wie donnerte da das dreifache Hurra aus unseren ftaifer über die weite Ebene des Platzes. Und denkt Ihr noch daran, als das XXIV. Reservekorps nm 14. Oktober 1914 zum erstenmal vor seinem Kaiser in Parade stand und ihm ins Auge sehen konnte. Es war auf dem Schlachtfelde von Gravelotte. „Wir stehen hier," so sprach er damals mit weit schallender Stimme mitten int Truppenviereck stehend, „an blut geweihter, historischer Stätte, wo Kaiser Wilhelm der Große siegreich gefochten und das erkämpft hat, was wir fetzt gegen eine Welt von Feinden verteidigeit müssen. Ein Wille und eine Idee umfaßt in dieser ernsten Zeit Speer und Volk, und mein Hurra gilt unserem geliebten Vaterland." Unter dem Donner der schweren Motorbatterien, der von der Kampffront bei 23erbun herüberdröhnte, brausten die Hurras auf Vaterland und Kaiser gen Himmel. Denkt an diesen Augenblick zurück, gerade jetzt, wo man unserem Kaiser die Hauptschuld am Kriege zuschieben und ihn, dem in guten Tagen ein 70 Millionen Volk zujubelte, den rack>edurstenden Feinden ausliefern will. Und als es dann Ernst wurde! Denkt Ihr noch an die Wochen in den verschlammten Gräben Nord- frankreichs, wo wir Tag und Nacht im feindlichen Feuer standhalten mußten und nicht so erwidern konnten, wie wir mochten, weil es uns an Munition und an weittragender Artillerie fehlte? Ter ganze Entwicklungsgang der Frei- wrlligen-Regimenter, Ausstellung, Ausbildung und Ausrüstung ist für diejenigen, die die Wahrheit erkennen wollen, allein schon Beweis dafür, daß wir den Krieg nicht vorbereiteten und nicht, wollten. Denkt Ihr noch an die schweren Kämpfe in Polen, am 30. November, am 1. Adventstag, den Sturm über die vereiste Widawaka und vor allem an den glorreichen 3. Dezember an das Gefecht bei Eriwangorod und im Walde bei Dlu- towek? Hier war es, wo die 222er beweisen konnten, daß sie vollwertige Soldaten waren, als namentlich die Kompagnien des I. Bataillons im rasenden Feuer der vielfach an Zahl überlegenen Russen unter schwersten Verlusten, aber mit „Deutschland, Deutschland über alles" auf den Lippen bis in die feindliche Artilleriestellung vor- stießen und am Nachmittag noch den großen Wald von Dlutowek säuberten. Daß diese Kämpfe im Rahmen des Ganzen ganz hervorragende Leistun- Ragna Svendburg. Roman von Anny Wothe. ^Nachdruck verboten.) Fortsetzung 43. Es war kein stolzer, freudiger Mutterblick, der das Kind traf. Etwas unheimlich Rätselhaftes glomm in Sigrids Augen auf, fast wie geheime .Angst vor etwas Unsagbarem. „Findest du Sven hübsch, Ragna?" „Natürlich reizend. Es ist ein sehr kräftiges, ungewöhnlich' artiges Kind." „Gleicht es mir?" „Nein, Süßes, es hat die Augen von Sven und auch das Näschen fdyeint mir dem seinen zu gleichen, nur die blonden, weichen Löckchen." „Tie hat es von dir," sagte Sigrid fast herb. „Also keinen Zug von mir, seiner Mutter, das glaube ich wohl." Sie warf sich ärgerlich auf die andere Seite. „Aber Herz," sagte Ragna, „das kann dich doch nicht aufregen. Vielleicht wird er noch ganz so wie du." „Daß Gott behüt'," entgegnete die junge Frau heftig. „Soll ich dir das Kind bringen?" fragte Ragna sanft, in der Meinung, der Anblick des Kindes würde Sigrid bwuhigen. „Nein, um Gottes willen, nein. Laß doch die kleine Schlafmütze liegen. Den ganzen Tag schläft die Range und wenn man mal mit ihr spielen will, heult sie zum schlecht werden." „Kleine Kinder schlafen immer, Herz," belehrt- Ragna die junge Frau, „das solltest du, trotz deiner Jugend doch wissen." „Ach was, es ist langivelig mit dem Jungen," sagte Sigrid, „ich weißt nichts mit ihm Uranfängen und Sven und dich kann ich absolut Nicht begreifen, wie ihr stundenlang den kleinen Kerl angucken könnt und nicht müde werdet, immer neue Schönheiten und Eigenheiten an ihm zu ent- decken." „Tas findet sich alles, Sigpid," tröstete Ragna, werde nur erst ganz gesund, dann wirst du auch Freud: an dem Kinde haben." „Freude," sagte Sigrid, wrld auflach-eno. „Freude? Nein, da irrst du, an meine Schmach wird es mich stets erinnern^ seinem Vater ohne Liebe anzugehören. Tas ist es, was mir der Junge Tag und Nacht in die Ohren schreck. So, nun iveißt du es!" Sigrid!" Ragna hielt mit beiden Armen den bebenden Körper der Schwester umfangen. Sollte wirklich all' ihr Ringen und Kämpfen vergebens gewesen sein? War das gute Einvernehmen, das zwiscl-en dem Ehepaar anscheinend seit Wochen herrschte, wirklich nur ein scheinbares? Sigrid nrachte sich aus Ragnas Armen frei. „So laß mich doch," rief sie heftig. „Schilt mich doch lieber, aber sieh' mich doch nicht mck so großen Aikgen an, die voll Tränen stehen. Ich kamr ba<2 Weinen nun einmal nicht leiden unb nun vollends um mich erst recht nicht." „Sigrid, du bist krank," sagte Ragna bestimmt, „komm, laß dich zu Bett brmgen, Herz, da gehen alle die dummen GÄxrnken vorüber. Nacht wahr ^^Natürlich," grollte Sigrid, das reizende Köpfchen ein klein wenig herumdrehend. Tut man immer weiter, als wäre ich ein Leines Kind, Sven gen touren, das sagt Stegemami in feinem 2. Bande Seite 309 mit den Worten: „Südlich von Pabianice trat als letzte Verstärkung die 48. Division des XXIV. R.-K. in den Kampf, die General von Gerok aus Flandern herangeführt hatte. Sie schritt mit Breslauer Landsturmver- bänden zum Angriff, nachdem sie in einem Gewaltmarsch auf das Schlachtfeld gelangt war, und warf die Russen im prachtvollen Sturm aus Halt und Rahmen. Am 5. Dezember war Pabianice von Süden umfaßt und seine Widerstandskraft ge- brochen, der Flankenstützpunkt Pabianice genommen und Lodz in der aufgerissenen Weiche bedroht. Das II. Korps und das XXFV. Reservekorps hatten als Rächer die Straße Pabianice—Wadlew erreicht, um die das XI. Korps am 20. November vergebens gerungen und an der Scheffers Divisionen damals umsonst so schwer g:b.utet batten " Das hat ferner der Generalstab des Feldheeres in dem Heft 19 „Der große Krieg in Einzcl- darstellungen" unter dem Titel „Die Schlacht bei Lodz" von Major von Wulfsen geschildert, indem er berichtet: „Unter dem Befehl des Kommun dierer.den Generals des XXIV. Reservekorps, General der Infanterie von Gerok, hatte die 48. Reserve-Division in Gewaltmärschen den Wi- dawlä-Abschnitr erreicht und den lieber iq nach langem Kampsp erzwungen, wodurch ich dem Korps Breslau und dem Kavallcriekorps Fromme! das Ueberschreiten dieses Absclplcktes erst wieder möglich geworden war. Tic 48. Reserve-Division hatte am Morgen bei Karcziny den Ueber- gang über die Grabia erkämpft. Zur Verfolgung des von: II. Korps geschlagenen Feindes im Vor- marsch auf Pawlikowice begriffen, wurde sie in ihrer rechten Flanke von der russischen 7. Division angegriffen; jedoch wurde diese gegen Abend unter schwersten Verlusten über Dlutow in nordöstlicher Richtung zurückgeworfen." Und das hat uns unser Hiudeirburg damals selbst in einem Tagesbefehl zum Ausdruck gebracht. Und wie unsagbar schwer und verlustreich waren die Kämpfe in den Karpathen und um die Stellungen bei Str hi? lieber all Ivo die 222er auftraten, da haben sie eingedenk dem gegebenen Gelöbnis bis zum letzten Tag, und man kann fast sogen bis zum letzten Mmm ihre Pfticht getan. Und wenn heute am Gedächtnistage nur die erste Kampfzeit in ganz kurzen Zügen geschildert werden soll, so geschieht es, weil mit Beendigung der Kämpfe bis zum Dnjeftr das Regiment feinen eigentlichen Charakter als Freiwil- ligen-Rcgiment verloren hat. Sein Bestand war zusammengesckmolzm, die Mehrzahl der Leute war tot, verwundet, gefangen, vermißt ober erkrankt, und beute ist nur noch ein verschwindend kleines Häuflein vorhanden, und von Riefen nur ganz einzelne, die ohne Wunden unb Krankheit davongekommen sind. Und in diesen Freiwilligen-Regi- mentern hat Deutschlands beste, begeistertste Jugend ihren Untergang gefunden. Unb das ist das Erschütternde dieses Gedenktages. Denn lvas bann als jugendlicher Ersatz hinauskam, um die Lücken zu füllen, die der Kampf geriffen, das war nicht mehr die von Begeisterung vurchglühte, zu höchsten Leiftmigen fähige Jugend. Daß man namentlich beim Regiment 222 von einem Freiwilligen-Regiment sprechen foiutte, das mögen einige Ziffern beweisen, die uns aus der Kriegsstammrolle einer Kompagnie zur Verfügung stehen. Die 232 Unteroffiziere unb Mannschaften dieser Kompagnie verteilen sich mit 66 Mann auf den Ar- beiterftanb, 30 Mann auf den Handwerkerstand, 23 Mann auf die Landwirtschaft und 113 Mann auf "die Schüler, Studenten, Lehrer, Kaufleute, Beamte, Mechaniker, Techniker ufto. Von den 96 Mann der beiden erftgehannben Kategorien Haren 34»/o. von den 30 Landwirten 3% und von den 113 Mann mit höherer Schulbildung 78% Kriegsfreiwillige. Die Ueberrefte der Kompagnie Sen fick,! zu einer Vereinigung zufammengeschlos- . An diese Zahlen wollen wir in den Tagen Tiefstandes gedenken, wo unser Volk physisch und moralisch, wirtschaftli^chf politisch und militärisch zusammengeb rochen ist. Es war ein herrlicher Geist, der das gairze Regiment, Osfizier- korps wie Mannschaften, durchglühte, der Geist ocf.iter soldatischer Kameradschaft, Ijingebenber zu jedem Opfer bereiter Vaterlandsliebe, freiwilliger Unterordnung und restloser Pflichterfüllung. Nur mit solchen Eigenschaften ist Großes zu erreichm und wenn unser Vaterland unb untere engere Heimat von den eigentlichen Schirecken des Krieges verschont geblieben ist, so hoben die Freiwilligem. Regimenter und darunter auch'des R.-J'.-R. 222, das in der Hauptsache aus Gießenern jmb ober- hessischen Söhnen bestand, ihr gut Teil beige tragen. Daran.wollen wir am heutigen Tage denken und wenn die Zahl „222" auch von den Achselklappen verschwunden ist, der Geist soll in dem flehten Häuslein weiterleben, das noch vorhandeit ist unb die Jugend von heute und die Jugend, die Kommt, muß stch diesen Geist wieder aneignen, wenn Deutschland nicht zu Grunde gehen soll. G. An» Statt ttttö Land. Gießen, den 27. Aug. 1919. ** Tie M itarbeit hessischer und ba di scher Künstler und Kunsthandwerker an de r Leipziger Entwurfsund M o d e l l m e s sc. Tte Vertretung der hessischen und badischieit Künstler unb KnnstlMtdwcrker würde dem Vertrauensmann des Deutschen Werkbundes für den Bezirk Mittelrhein, Architekt Pros. Hugo Eberhardt, Offenbach a. M., übertragen, der zu jeglicher Beratung und Auskunft bereit ist. Tic Entwurfs- unb Modellmesse findet alljährlich zweimal im Frühjahr und Herbst statt. Tie angemdbeten Entwürfe, die alle Gebiete kauft- gen erblicher und kunstindustrieller Arbeit umfassen, unterliegen vor der Zulassung einer Beurteilung durch den Ausnahmeausschuß, der zum ersten Male am 23. August in Leipzig zusammen- getreten ist. ** Gin Militär-Streichkonzert der Regimentsmusik dcS Reick>Zwehr-Inf.-Regts. 36, Leitung Obermusikmeister Loder, unter Mitwirkung des Eornct ä Piston-Virtuosen Louis Kümmel, Großh. Hess. Kammervirtuos, Darmstadt, findet morgen abenb 8 Uhr auf der Liebigsböhc statt. Ter Generalanzeiger Hamburgi-Altoua schreibt über den bekannten Piston Vittuosen: .Ter Künstler beherrscht das Instrument mit einer Virtualität, die ihresgleichen jucht. Tas Publikum ibnntc sich nicht genug tun ijn Beifallsklatschen und Hervorrufen des Künstlers. Turnen. ** Feldbergfest am nächsten Sonntag d e n 3 1. A u g u st. Tie fvanzöfischc Militärbehörde hat zwar die Abhalttlng des Feldbergfestes auf dem Berg genehmigt, bodji hat sie sich alle Koutrollrechite Vorbehalten. Unter diesen Umständen kann der FÄdbergsest-^lusschuß nicht die Verantwortung für etwa vvrkomrnende Ungelegen Hecken übernehmen, die uirter Umständen von recht großer Bedeutung werben könnten. Aus diesem Grunde ist nunmehr endgültig der Beschluß gefaßt worden, für dieses Jahr das Feldbergturiren auf dem Truppe n-Uebungsplatzixr früheren Garnison Bad Homburg abzuhalten. — Es sind bis jetzt mehr als 1200 EinzelwettMmpfer angemeldet. Zum Kampfe um das Völsungenyorn werden sechs Mannschaften antreten. Um das Jahn- schild werden sich 12 Mannschaften im Eilbotenlauf (rneffen. Der Ordnungsgang ist folgender: früh Morgens 7Vr Uhr Kampftichtersitzrmg in der Hat- tertsmühle, 9 Uhr Allgemerne Freiübungen, anschließend Vierkcmrpf. Von 1 Uhr ab Mannschaftskämpfe und Wettkampf spiele.___________________ Wettervoraussage für Donnerstag: Wechselnd bewölkt, zeckweise Regenschauer, Temperatur wenig geändert; Winde aus' westlichen Richtungen vorherrschend. Aus dem Reiche. Die Ententekommission in Oberschlesien. G l e i w i tz, 26. Aug. Heute vormittag traf die Ententekommission im Stcchsguartier ber 117. Jnfanteriebrigade (32. Reichswehrbrigade) in Gleiwitz ein. Ter Tivisionskommandeur, General H o e f e r , begrüßte die Kommission und fragte nach ihren Wünschen. Ter Führer der Kom- miision, Oberflleutnant Tisdbury bat um die Genehmigung, int Gebiet der Division.zu reifen, um persönliche Eindrücke zu gembmen. Diese Genehmigung wurde erteilt. Sodann nahm der erste GmeralstobsoffiziLr der Division, Haupt m amt Gall, das Wort. Er schilderte die Enckvickelung des polnischen Aufstandes und die jetzige militärische Lage. Ter Vortragende bewies an der Hand zahlreicher Dokumente, daß der Aufstand ein rein polnischer und kein spartakiftischer ge- ivei'en ist. Kommandeur Hornig von der militärischen Polizeistelle in Gleiwitz erläuterte ein- geljeatb die Zusammemetzung der Polska Organisation Wojenna. Alsdann schilderte Hauptmann Mebes von der 11. Infanteriedivision die Vorgänge im Juni d. Js. Nach der Befprechung, die reidjlidp eine Stunde dauerte, fuhr die Kom- ntission unter Führung des Hcutptmanns Holzammer vom Generalkomickando des 6. A. K. über Beuthen nach Neudeck . Aus dem von Hauptmann Gall vorgelegten Beweismaterial werden in den nächsten Tagen ausführliche Schilderungen erfolgen. Htndenburg, 26. Aug. Tie Ententekom- mission traf unter Führung des englischen Oberst-' leutnants T i s d b u r l; heute nachmittag von Gleiwitz kommend hier ein und verhandelte mit ben Vertretern aller deutschen und polnisckM Parteien um die Ursachen des Aufruhrs festzustellen. Auch die Streikenden brachten ihre Beschwerden vor. Tie Kommission begab sich dann nach Lipine, wo nieoerum die Vertteter aller Parteien zu einer Konferenz geloben waren Svdann fuhren die Herren nach der Godulla-Hütte unb der Schlesien- grübe. Als Vertteter des Staatslommissars Hör- iing begleitet die ftvmMission £cr Arbeftersekretär Bnsch aus Hiudenbury. Morgen iiyirb der weitere ober schlesisch- Jndustnebezirk bereist. Ter Korn- Mission sind zwei Dolmetscher beigegeben. Breslau, 26. Aug. Nacktem im ^ber- schlesischen Industriegebiet wieder 9hlbe und Ord nug cingctclyrt sind, die Arbeit auf den Gruben- und Hüttenwerken zum großen Teil wieder Mist genommen ist, nunmehr keine GcfalTr besteht, daß die Arbeitswilligen durch terroristische Akte von der Arbeit abgelwlten Ivcrden ußd durch das tatkräftige Eingreifen der Reick: slvchrttuppen der Ausstand der polnischen Insurgenten und Spartalilten medergeschlaeen ist, lat der Reichs und Staats- koinmissar für Schlesien und Westposen tm Einvernehmen mit dem Komnrandiercnden General des.6. Ä.-K. den am 18. August 1919 verkündeten verschärften Belage r u it g szu st anb aufgehoben, der über Oberschlesicn mit Aus nähme der Kreise LeobsckKtz, Neustadt, Neisse, Groltkau und Falkenberg verlangt lrh>rbcn war. Es treten somit wieder die Söeitiinurungen des Bc 1 agcrungszustandes in Kraft, die fdjion Vvr dem 18. August 1919 gegolten haben. Erzberger und Schcidemann in St. Moritz. Berlin, 27. Aug. Laut „L.-A." ist Reichs finanzminister Er z b er ge r in St. Mv r i tz ein- getcoffen, ivo sich auch Scheidern ann befindet. Die Fuldaer Bischofskonferenz gegen die Aus licferung des Kaisers. Köln, 26. Aug. Aus Fnlba wird der „Köln. Bolksztg." anlässlich der Bisck>osskonfekenz gerne! bet, daß sämtliche' Bischöfe der Fuldaer Konferenz beim Papst vor geraumer „Zeit unb neuerdings wieder int Lause des verflossenen 9Tco- nccks Juli vorstellig geworden sind mit,der drin genbeit Bitte, er möge das ganze Gewicht seines Einflusses bei den Verbandsmächten geltend machten, damit von der Forderung der Aus' licferung des deutschen Kaisers Abstand genommen werde. Ein Steinkohlenvorkommen im Teutoburger Walde. Bielefeld, 27. Aug. (B. T.) Der Bezirks- geologe Dr. Mc st werbt hat in Hannover am Norbyang des Teutoburger Waldes ein abbauwürdiges Steinkohlenvorkommen festgestellt Ferner wird die Wieberinbettiebnahme der 1884 stillgelegten Zeche Friedrich-Wilhelm-Glück bei Dornberg (Kreis Bielefeld) geplant. Auch bet Abbau der sich hieran anschließenden Kohlenseldet, die sich bis Osnabrück ersttccken, ivtrb ernstlich erwogen. Ein Ausstand der Bankbeamten in Dresden. Dresden, 27. Aug. (B. T.) Tie hiesigen Bankbeamten beschlossen, am 1. September die Arbeit niederzulegen, nachdem die Bankleckungen abgelehnt hatten, einen Darifabschluß bis zum 20. August zu unterzeichnen. Italien und der Friedensvertrag. Berlin, 27. Aug. Nach dem „Vorwärts" hat der Nationalrat der italienischen' V o l k s p a r t e i eine Tagesordnung angenommen, in der er sich gegen die Ratifikation des Versailler Friedensvertrages wendet und damit die Gegnerschaft gegen den Gewaltfrieden stärkt. Nach der gleichen Quellc finden heute in Amsterdam Besprechungen zwi schen den Führern der Bergarbeitervewegung aller Länder über die Abhaltung eines internationalen Bergarbeiterkongreffes statt. Die btttischm Bergarbeiter werden durch Smillie unb Hodges vertreten. Die deutschen Delegierten trafen bis auf Hue schon gestern ein. Der Kampf gegen Sowjel-Ruhlaitd. Amsterdam, 27. Aug. (WTB.' Ti? .'Times" meldet aus Helsingfors, daß Finnen, Esth- länder und Russen nicht in der Lag? fein werden, Petersburg vor dem Winter zu besetzen. Tie Esthländer sind nicht geneigt, vor- zumarschieren, bevor die Alliierten ihre Unabhängigkeit formell anerkannt hätten. Tie finnische Mitarbeit fei zweifelhaft, seitdem die finnischen Sozialisten Mannerheim bei der Präsidentschaft^ wähl geschlagen haben. Man erwartet, dap die Bolschewisten an der Pskow-Front eine starke Offensive unternehmen werden^, um einen Turchbruck zu versuchen. Augenblicklich wird eine große bolschewistisch: Truppenmacht an dieser Front zusammen gezogen. In Finnland führen die Dolsche reiften eine lebhafte Propaganda. Es wurde eine große Menge bolschewistischer Literatur über die Grenze gebracht. Tesgleichen wurden zahlreich, Gewehre und Bomben sowie große Mengen von Munition nach Finnland geschmuggelt. Eine Flugkonkurrenz in Neupork. Berlin, 27. Aug. Nach der „Deutschen Allgemeinen Ztg." beginnt in den nächsten Tagen in Neuhork eine große Fluykonkurrenz, an der auch deutsche Maschinen teilnehmen sollen. tut auch immer so. Nichts als Rücksicht und Liebe, und wenn man das unsinnigste Zeug verlangt, und das soll einer aushalten." „T-u versündigst dich wirklich Sigrid," ent» gegnete Ragna ernst. „Aus den Knien solltest du Sven für seine tausendfachen Rücksichten unb Aufmerksamkeiten danken und dich bemühen, ihm eine treue Gefährtin, ein guter Kanwrad zu fern, wenn d-in Herz dir mehr zu sein verbietet. Schon um des Kindes willen, Sigrid, ich bckte dich." „O, Gott ja, damit hast du mich sch^on damals so gvenz-enbos elend gemacht, und nun soll es weiter gehen, ein ganzes langes Leben hindurch das kann ich nicht." „Tu mußt," sagte Ragna hatt. „Hast du denn nicht das kleinste Gefühl für Ehre und Pfticht? Rührt dich nicht dies^ unschnünge Kind dott und mahnt dich, ehrlich zu känrpsm, schon um seinetwillen." (Sigrib lachte. Ein leises, höhnisches Lachen. „Ach, xhr leichtgläubigen Philister," höhnte sie, unb doch klang es wie heißes qualvolles Weh aus ihren Worten hervor, „tote versteht ihr es doch, Gedanken und Gefühle zu zergliÄ>ern unb euer Herz als einen Kasten anzusehen, wo man alles hübsch nacheinander einpackt, um nach Bedarf davon heraus zu nehmen, aber den einzigen flammenden Blitzstrahl einer großen Leidenschaft ben kennt ihr nicht, und wo er euch in den Weg tritt, da nennt ihr ihn Sünde. Wer kann meine Ge- fülfte in Fesseln schlagen? Eure Pflicht! Ich lache ihrer, denn sie ist der Hemmschuh auf dem Wege zur Seligkeit. Ich —" Ein Kinderlallen schlug an Sigrids Ohr, fo süß unb weich, und unwillkürlich verstummte sie, Ragna, die mit wechselnden Gefühlen ben Gedankenausbrüchen Sigrids gelauscht, trat schweigend an die Wiege. Ebenso schweigsam nahm sie das Kind, das sie groß und fragend mit Svens Augen anlächelte, aus dem Bettchen und trug es zu Sigrid hinüber. „Sieb' deinem Kinde ins Auge," sagte sie ernst, „und bann wiederhole mir, was du soeben gesagt hast, unb ich will dir helfen frei zu werden von der Lost, an der du dich zu Tode schleppst." Tas Kind ruhte in Sigrids Schoße unb sah ernst zu der jungen Mutter auf. Verstand es, daß hier eine Schicksalsfrage gestellt wurde? Ein,- bange, schwere Pause. Ragnas Hände schlangen sich unwillkürlich zum Gebet. „Nur das nicht," flehte es heiß in ihrem Herzen, „barmherziger Gott, nur das nicht. Laß das Kind den Weg zum Mutterherzen finden, hilf o Herr!" Sigrids Augen verloren etwas von ihrem starren Blick. Lange unb nachdenklich ruhten sie auf dem Kindermcklitz, das so unschuldsvoll aus dem Bündel Spitzen zu ihr aussah. Dann aber geschah das Wunderbarste, Sigrids Ausien wurden weicher und 'recidier, wie Tränen schimmerte es darin auf, unb dann brach ein Schluchzen von ihren Lippen unb das Kind an ihre Brust reißend und sein Gesichtchen mit Küssen unb Tränen bc deckend, rief sie: „Mein süßes, mein einziges Glück, deckle Mutter hat dich lieb, ach so lieb." Heber Ragnas Antlitz flog es wie Sonnen, glanz. Tas Kind fand also ben Weg zum Mutter herzen und bahnte so den Weg zum Glück? (Fortsetzung folgt.) 9951c Me patriotisch gesinnten cleutschen frauen und männer sind herzlichst eingeladen. Dcutfdtjc DolkspartcL Deutschen Uoikspnrtei beginnend mit den Namen: 4. Leonhard Hoo», Fabrikant in Lauterbach 1. Dr. Martin Schian, Professor in Gießen 2. Heinrich Schudt, Müller u. Landw. in Görbelheim 5. Ferdinand Rabenau, Oberamtsrichter, Geh. Justiz- 3. Friedrich- Heck, Oekonomierat in Alsfeld Hü^kLÄ Einmachgurken lallen, Knochen, Pa- 9950c ver wahlaurschuh der Deutschen Volkpatte! Statt Karlen. Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen 5.00 1 Gießen, den 27. August 1919- oieoro Dclikateff NollmopS . BiSmarckbcriuae . . . 8Psd.-Dose 311.25.00 . 8 Makrelen in Eisig ... 8 Schellfisch u.Kabliani. Gelee 8 Salzsettberinge 8 Der Vorstand. 9946D 016133 Tel. 580 und 581. Most höflichst ladet ein 018688 Hans Uirzinger tweihrrvrauhaurs Zahnarzt Metz Brennholz wieder da 9933 1 Ladnn« ringe troffen. 9902 Telephon Nr. 2554 Privatschule mit Darmstädter Pädagogium 26.00 10.50 19.50 13.50 F. M. Schulhof Markt 4. Telepb. 119. Landtagsabgcordn. Dingcldcp, Darmftadt vorsitzmüer der Deutschen Dolkspartct, kessen. nur prima Ware, in Waggonladungen zu btMgft« Tagespreisen abzugeben. Nur Eilangebote unter 016578 an den Gießener Anzeiger erbeten. versend., solange Vorrat, per Nachnahme ab hier [**81 Klünder & Co., Nortorf in Holstein 6. 9372hv Buchführung SteaoQr., Elaseh., allo Handelsfächer. Anmeld.tägL Prosp.frei Beginn der neuen Hnlbjahroeklaese am 1. Oktober. (770t NP. 15—22, eingetroffen. K. KiHiler, Lieh. Fernsprecher 7. 0,we® .-^Neueii \ Stamm Robert Ruf ^Versand, Ettlingen Genaue Anweisung liegt den Flaschen bei. Pier, Flaschen, gebe. Maschinen. 9785 Louis Rothenberger Konenweg 22. Telagh. 176. Gummi- Kragen *rc Manschetten Vorhemden Manschetten-SMer wieder eingetroffen Julius Schulze Luhiltt-WM bekannte vorz. Ware wieder eingetroffen. TavelenbanS Ferd. Nennetlel Plockstr. 7, L .. .» . flHTU bereis gebrochen, aber vollends zurückgedrängt werden muß in die ihr gebührende Ruhe! Stimmzettel sind vor allen Wahllokalen zu haben. Koplea, V VorgrÜBerangen, 5 wie allo weitere! photogr. Arbeiten flberelmmi Med-Drog. z. Kreuzplatz i Abteilung für ^^Photographie Favorite- Moden-Hefte für Herbst (w,e sind eingetroffen. R $urtl tt btt lTkg5c ßmmidüabend kr Lchier M bkricht irs Dr ünigoKit ülltt Ivmmt bat heir Wilhelm Roloff und Frau Marie geb. Güngertch. Privat -Bändels- Schale „Hermes“ G leßen, Bahnhof str.60 dem Lehrziel des Gymnasiums, des Realgymnasiums und der Oberrealschule bis Oberprima. — Vorbereitung au! ulle SohulprUangeu auch für Damen. — Eintritt jederzeit ««D fl. Ellas, Herd weg 50*/.. (SSttMtbi dickstiisstg und siiff 9-Psund-Postdose Mark 28.50 85 Ps.-Babneimer Mark 72.- Bers-g.Nachn. ab hier. Dander ft Camp., Nertor! lHolst.l l^sl Lastkraftwagen gebraucht, aber vollkommen durchrepariert: Daimler, 3 t, 40 PS, Holzeiaenbereif., 81000 Ml. Haag, 4 t, 40/50 PS, Holzeisenbereif., 16000 M. Stoen er, 3 t, 28/45 PS, Holzeisenber., 16000 M. IV. A. G.. 3 t, 40/45 PS, Kardanantrieb, lloizeisenbereifung 19000 BI. in einigen Tagen lieferbar, gibt mit Garantie ab Westdeutsche Kraftfahrzeug-Gesellschaft Essen-Ruhr. Tel.-Adr.: Kraftfahrzeug. Salm Pfund-Dose Mk. Uorbkäse Handwagen Leiterwagen Kastenwagen Einzelne Räder CarlSchunck Bahnhofstr. 62____ neben CafA Amend. Feinste ttlMe yoii Wp neue Zwiebeln, (Erbsen, Zinsen. Bohnen 1919er Äll-Hcriiigk Bismarrkberinae II. Weichkäse (liplmier) Patriotifdje ecdcnkfeier zur ermnerung an die Schlacht von Cannenberg im Saale des hotcl Einhorn in Sictzcn, frcltag, den 29. Hugufl 1919, abends 8'1« Uhr üjema: Deutfdilands glorrcichc ücrgangcntjciL Dcutfdtjlands luKunft. Redner: Profeffor Dr. Sdjian, Dießen, = Silbe ickloß bi; Auin Fiat! bei der hi Mii". - Bc mrdx der iiMsmaiigels Stark Mt, Hal w «m 30. und 31 t^treierberfat tu.' kn bis-.r kiainj, mit mb ansicllc d Mrich 3oe lern als $01 L =Ojj.en rrr epidemisch < «W mehrere ah Vogtsche Privatliandelssctinle Giessen Boethestr.82 Tel. 2084 Anfang Oktober Beginn derneuenHalbjahres- und Jahreskarge in sämtlich, kaufmänn. Unterrichts-Fächern. Anfang Sepfember Beginn d. neuen Abendkurse in Maschinenschreibk, Stenographie u. Buchführung. Anmeldung, werd. tägL entgegengenommen. 96*C ÄBitährlichoProupekte verlange man hollen- Druckarbeiten jeder Art fertigt fitirtln und preiswert an We Druderet von Zustus Christ - Giehen Nur WetflehtftraBc M $trnfpred)er Nr. izto Nicht mehr walltorstrahe 77 Ass jur provmjialtagMahl! Wähler und Wählerinnen von Oberhessen! Wiederum muß gewählt werden, wiederum müssen wir Euch an Euere Wahlpflicht erinnern. Am Sonntag, den S1. August findet die «Zahl zum Provinzialtag statt. Zur KrcislagSwahl sind Tausende der Wahl fern gebltebeu, da» mutz jetzt bei der Wahl am Sonntag ganz ander» werden! Solche jämmerliche Wahlbeteiligung darf nicht mehr vorkommen. Ihr aber müßt helfen, daß unser arm gewordene» Land geordnete Zustände erhält, daß diejenige Wirtschaft, die im „neuen Deutschland" etnzureißen droht, nicht länger dauern darf! Wen sollt Ihr wählen? Deutsche Männer! Männer mit erprobter Sachkenntni», klarem vlick, festem Rückgrat, warmem Herzen und kern-- Stadt und Land, Hand in Hand! Diese Vertretung erreicht Ihr durch die Wahl des Wahlvorschlags „Schian" der rat in Büdingen 6. Ferdinand Pfannstiel, Land- u. Gastw. in Ulrichstein. Mm a«s zur Wahl! Wählt diese Manner! für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, für alle ehrlich schaffenden Stände! Helft alle weiterbanen an dem Schutzdamm gegen die linke Flut, die Prima helles (** HMagn ca. 350 Mtr. per Kilo laufd., mit ca.50 Kilo Reißfestigkeit, ä ÄL 12.— per Kilo sofort ab Lager lieferbar. LudwlgLauarnu Asterweg 53 Fernsprecher 605. Kunstdiariiiorherstelluno Nach meinem neuen erprobten Versabren zur Herstellung von Kunstmarmor können sich Herren mit Kapital eine lohnende Existenz gründen. Der Marmor ist wetterbeständig mit durchgehender Äderung und in allen Farben u. Marmorierungen herstellbar. Ich gebe s. bestimmte Bezirke Lizenzen ab. Wllh. Fincher. Kanetetelnfabrikant, Cawwel. Brliderstraffe 5.9940hv Wo gehe» wir heute hi»? 3m Saalbau (Iafe£eib auf allgemeinen Wunsch Die entlehnte Hrau Lin Hauptschlager der Lhiemseer Nur noch einige Tage! Wollen Sie Ihren aus Obst hergestellten Most haltbarer machen, dann verwenden Sie zur Durchgängung Ruf» Kunstmostansav mit Hetdel- beerzusah mit und ohne Slibstoff. — Tausende Anerkennungen. — die Flasche zu 100 Viter M. 14.-. I Pfund-Dose Mk. 2.50 Remnm-8tärke per Pfund Mk. 12.50 Reue Zwiebeln per Pfund 45 Pfennig Heka-Uatao ver Pfund Mk. 14.00 Yeka-Lee per Pfund Mk. 16.00 heka-llaffee per Pfund Mk. 12.00 Bohnerwachs Mi Dose Mk. 5.50 H. K-Wtisli Liebigstraße 71 Telephon ‘485 Em&och- Apparate GBäser Gummi *•* sehr billig. Carl Schunck BahnhofNfraße 68 (neben CaM Ameml). mit Süfrstoff zu f> 50 Liter Ät. 9.—, zu 100 Liter M. 17.— per Flasche. Am Donnerstag, dem 88. August 1919, vorm. 10 Ubr, findet im Bnrgbos Friedberg i. Hessen Pferdrbrrstcigerung statt. ES kommen 28 bezw. 48 noch arbeitsfähige Pferde zur Versteigerung einschltehlich 1 Stute mit Fohlen. 98400 Interessenten müssen mit einem neuen vom zuständigen KrelSamt abgestempelten AuöweiS versehen sein. Händler find ausgeschlossen. Fuhr-Verkehrsamt Friedberg i. Hess. Französischen Unterricht: Grammatik, Literatur, Konversation, Handelskorrespondenz erteilt Bresien, weiland Professor an der Handelshochschule zu Paris. Apprenez le fran^als par la causerle. M&node facile et tris expMitive. S'adresser ä M. Bresien, ancien professeur ä l'Ecolc des Hautes 6tudes commerciales de Paris. A propos: oi»m le th6 fran<;ais chez le professeur Bresien re- prendra le 1££ Septembre. Tous les jours sauf le dimanche”! 5 h. s. On causera ä bätons rompus; ce sera vif et interessant. Giessen, Ludwigsplatz 13 au 2>kme. TO H WM Sitflt zur 12Tb Ln au rrnc»7 EJ Seda»» L Weber, ßeinrinberal^ ttöirt mrdseb Hilfen » iieibaüenL üerlto." » W®1* shtmsl/ulle b ßndenlE M TamM atssitzimg einstraße 35. Sdhrnbmnfdiine Blicken'derferNr.8, kaum gebraucht, zu verkaufen. Echrinl. Anfr. unter 9982 an d. Gieß. Anz. erbeten. Wringmaschine mit Gummiwalzen, 1 Stück Drahtgeflecht, gr.Qand- Wag, z. v. Hlegelptad 211. Wo-tomt "S sämtlichem Zubehör und Stativ preiswert zu verk. Näher. llbelLtr.rip.r. Gut erb. Herpen-Fahrral, Älarke „Sport", m-dricb- SBereii. zu 260 M., sowie ein neuer Slosnänner- Baaemwaget: verkäuflich. t3i Ednard Baer, Nidda. 1 Damenrad ohne Gummi, billig ».uert Gichweg 7 pari. 016730 ste wünschen, und der Einheimische kann dadurch nichts bekommen, Er ist auf die knapp bemessene Ration angewiesen. Kreis Lauterbach. dH Herb st ein, 28. Ang. Fn der Nacht vom 26. zum 27. August rtxurbeH dein Landwirt Hennings in Weidmoos zwei prächtige Pferde aus dem Stall gestohlen, die einen Wert ton 14 000 Mark darstellen. Von den Tätern fehlt bis jetzt jebe Spur Kreis Schotten. Ein Heldenhain auf dem Wartberg bei Schotten. to. Schotten, 28. Aug. Der schöne Gedanke der Errichtung eines Heldenhaines in ^unserer Stadt nimmt greifbare Cfeftalt an. „Ten Diten zur Ehre, den Hinterbliebenen zum Trost und zum Stolz, ben kommenden Geschleck>tern zur kNalmung^ff so lautet in der Sttftungsurkunte der tochl-erzen Weber Pröscher-Stistung die Zweckbestimmung dieses auf dem Wartberg zu Schotten zu errichtenden Gedächlmshaiues. Vater iie'eS Getenkens und Stifter, LantesfJrstmeist.tr Tr. Weber, entwickelte in einer Sitzung des (ssemeinderats am vergangerren Samstag seine Pläne und gab einen Rückblick über Entstehung und Wesen dieser Stiftung. Tie Provinzialverwaltung der Provinz Obechessen hat s. Zt. sofort den Gedenken der Errichtung eines Helteuhaines tum bleibenden Andenken an alle im Weltkrieg ge- fallen-.'n Helden der Provinz Oberhessen dankbar aufgenommen und als den Ort dieses Hains den Wartberg bei Schotten ausersehen. Tas erforderliche Gelände ist erworben, ein entsprechender Fonds, der der Ansammliqlg noch bedarf, fest- S' zt, die Pläne für den Hain mck» für die Ge- tnishalle bis ins Einzelne ausgearbeitet. Sie sind entworfen vom Geh. Dberfxnrrat Hofmann vm Darmstadt, der sie persönlich in der Gemeinderatssitzung am vergangenen Samstag in interessanter Weise erläuterte. Halle und Hain werden in der geplanten Weise von Geb. Rat Hofmann Bittoorfe.i und errichtet, eine Zierde unserer Stadt sein. Wir werden später noch auf die Einzelheiten der Pläne und den Lau von Halle und Hain zurückkommen. Warrn auch das Gesamtpro-ett in- svlge der gegenwärtigen ungünstigen Zeitverhältnisse noch nickst in kurzer Zeit voll durchgefuhrt werderr kann, so sollen doch alsbald die Umrisse festgelegt, die Anlagen schon im Kleinen begonnen Iverden, um so naro und nach das Werk ausreifen zu lassen. Seinen beiden im Kampf ums Vater- gefallenen Söhnen will der Stifter, Landes- Hrstmeister Weber, demnächst eine gemeiusam: Grabstätte auf dem Wartberg errichten. Für jeden O-'fülLenen Sohn der Stadt Schotten soll eine Gedächtnislinde gesetzt werden. * B. Burkhards, 27. Aug. Zum Sinken an die Kriegsgefangenen des Kirchst^els sand ein Gemeindeabend statt. Musikalische Darbietungen der Lehrer M e-n g e l und S Ü ft m u t und ein Bericht des Ortsgerstlichen über die Lage der Gt- seugenen. füllten den Abend aus. Ter Reinertrag kommt den heimkehrenden Gemeinde gliedern zugut. Kreis Friedberg. = Vilbel, 28. Aug. Ter Gemeinderat bc- schloft bfj Ausnahme einer Anleihe von 50000 Mark bei der hiesigen Vezir^ssparkasse „Mathilden- stist". — Verschiedenen auswärtigen Personen wurde der Zuzug nach hier wegen des Woh- nungsmangels untersagt. Starkellüurg und Rheinhessen. -ft Offenbachs. M., 27. Aug. Ter hiesige Bezirkslehrerverein, der 241 Mitglieder zählt, hat einstimmig den Beschluß gesoßt, auf der am 30. und 31. August in Darmstadt stattfindenden Vertreter Versammlung des Hess. Londes-Lehrerver- cins den bu-Lj- rigen Obmann, Hauptlehrer I. B ach, Mainz, unter allen Umständen nffeterzuwahlen und anstelle des ausgeschiedenen Lehrers i. R. Friedrich I o e st von hier den Lehrer Ludwig Dern als Vorstandsmitglied rvrzuschlugen. = Offenbach, 27. Aug. Die Ruhr tritt hier epidemisch auf und forderte in der abgelaufenen । Woche mehrere Todesopfer. Hessen-Nassau. Die Versorgung Süd-rmrhessens mit Elektrizität. Ans ben staatlick;eir Main-Wasserkraftwerken sollen bekmmtlich die Kreise des südlichen Teiles von Kurhessen mit Elektrizität versorgt werdm. Für die gemeinsame Ausführung des Leitungsnetzes und anderer Arbeiten haben die Kreise Fulda, Hünfeld inti> Schl üch- tern einen Zweckverband gebildet. Wasser- kraftwerke, von denen mts elekttische Arbeit geliefert wird, sind errichtet in Mainkur, Resse l st a d t und Groß-Krotzenburg. Diese drei Werke werden durch eine elektrische Hochspannungsleitung miteinander verbunden und von dem Kraftwerk Kesselstadt aus wird eine Hochspannungsleitung von 60 000 Volt Betriebsspannung durch die Kreise Hanau, Gelnhausen, Schlüchtern, Fulda, Hünfeld, Hnsfeld, Rotenburg zu einer bereits in Betrieb beftndlichen Groß-Transform a- tvrenstation bei dem Orte Felsberg in Kreis: Melsungen gefüljrt, welche vom staatlichen Kraftwerk an der Edertalsperre gespeist wird. Somit ist eine Verbindung zwischen Main- und Wesergebiet hergestellt. Tic Strom- algabe wird voraussichtlich am 1. Oktober 1920 erfolgen können. * h. Biedenkopf, 28. Aug. In den Gebäulichkeiten des .Hess -Nass. Hüttenvereins zu Amalienhütte richtete in vorletzter Nacht ein Großfeuer bedeutenden Schaden an. Viele Maschinen Und Einrichtungen, ein Kohlenvorrat usw. ftdai den Flammen zum Opfer. Ter Betrieb des Werkes wird fortgesetzt. = Frankfurt a. M., 28. Aug. Zwei Matrosen vom Marine-Sich.'rungsdienst, die wegen der Beraubung von Eisenbahnwagen in Untersuchungshast sitzen, versuchten Dienstag mittag einen kühnen Ausbruch aus dem Ge - r i ch t s g e f ä n g n i s. Sie entfernten das Gitter eines im dritten Stock telegenen Fensters und ließen sich dann an einem selbstgefertigten Seil in die Tiefe. Ein zufällig des Wegs kommender Kriminalbeamter beobachtete den Vorgang, empfing auf ebener Erde die Matrosen und überwäl- tigte sie nach hartem Kampf. = Frankfurt a. M., 27 .Aug. Zur Erfassung größerer Milch mengen im Oberwest e r w a l d k r e i s e für die hiesige Bevölkerung hat £ic Stadt Frankfurt den Bauern dieses Bezirks erhebliche Vergünstigungen zugestandcn. Sie will zur Beschaffung von Milchkühen für jedes Tier einen Zuschuß von 750 Mk. bezahlen, 250 Mk. Trächtigscitsprämicn gewähren, besondere Belohnungen für gute Milchlieferungen aussetzen, so daß für iede Kuh ein Höchstzuschuß von 1350 Mk zu erreichen ist. Außerdem will die Stadt die Meliorationen im Oberwester- wald fördern und den Landwirten regelmäßig billige guttermittel zmvenden lassen. Für den Ln.tt Milch tezalstt Frankfurt 62 Pf., wozu iwch 4 Pf. Kreiszuschüfse kommen. Bisher lieferte der Kreis von 8600 Kühen wöchentlich nur 2300 Liter Milch an Frankfurt ab. fm. Frankfurt a. M., 27. Aug. Schon vor einigen Wochen hatderBerlinerReichs- ausschuß für pflanzlicheund tierische Oclc und Fette in Frankfurt einig' Wagwns Oel beschlagnahmt. Jetzt wird eine neue Beschlagnahme gemeldet. Tie Settion Grenzverkehr und Jnlandskontrolle dieser Reichsstelle (Filiale Frankfurt) hat am Samstag einen 10,099 Kilo schweren, aus Saarbrücken abgeschickten Waggon, der 60 Faß Schmalz enthält und für die Bergarbeiter in Oterschlcsien (Kreis Hindenburg) bestimmt war, wie der neue Kunstausdruck heißt, „übernommen", nachdem die hiesig- Polizei die Hllfeleistung bei einer offiziellen Beschlagnahme abgelchnt hatte. Tie Reichsstelle erklärte einfach der Eisenbahndirektion, daß sie den Waggon Schmalz für sich übernehme, wozu sie nach dem Gesetz formell be- rechttgt ist. Wie mitgeteilt wird, plmit die Reichsstelle, alle aus dem besetzten Gebiet kommenden Nahrungsmittel, besonders aber Speck, Oele und Fette, zu „übernehmen". Tie beteiligten Kreise (das Letensmittelamt, die Verttauensmänner des Arteiterrats, ter Frankfurter Großhandel, ter Franliurter Hantelsagentenverern und das Fleischereigewerbe) haben gegen diese llcternohme den schärfsten Widerspruch erhoben. Man soll teabsichttgen, eine Kontrollstelle zu errichten, durch die cs den Kommunen ermöglicht wird, Lebensmittel aus dem besetzten Gebiet einzufuhrrn. Landwirtschaft. 4b Langsdorf, 27. Aug. Infolge ter ungeheueren Preissteigerungen beim Bezüge von künstlichen Tüngemüteln sieht die hiesige Bezugs- und Absatzgenossenschaft vom Ankauf von Kalisalzen im Tommcnben Wirtschaftsjahre ab, da die Lairdwirtschaft test diesen Preisen mit Verlust arbeiten must. Im lausenden Geschäftsjahre bezog die Genossenschaft etwa 3000 Zentner Kalisalze. Turnen. ** L e i h g e st e r n, 28. Aug. Nach langer, durch die Kriegsjahre cingetrctencn Pause herrscht jetzt in den llebungSstunten des Turnvereins „Frisch auf" wieder rege Tätigkeit. Zur Zeit bereiten sich annähernd 50 Turner und Zöglinge auf das in einig eit Wochen geplante Abtur nen vor. Nächsten Sonntag feiert ter Verein sein 19- jähriges Stiftungsfest._____________ Letzte Nac» richten. Die Leiden der deutschen 65cfangencn. Berlin, 28. Ang. Nach dem „Berl. Lokal- anfeiger" trafen gestern in Kassel lOOkranke deutsche Kriegsgefangene aus englischer Kriegsgefangenschaft ein, die eine von tauf eilten von Gesängen en unterschriebene B i 11 f rfj r i f t an bie teuffche Regierung nntbrady ten, in der dringend um rasche Hilse ersucht wirb. 1 Tie -Leiten ter Gefangenen seien unbeschreiblich. Sie würden regelrecht gegen ihre Heimat aufgehetzt, intern ihnen mitgeteilt werte, daß Teutsch- land auf die Rückgabe feiner Gefangenen verzichte. Reichswehrtruppen in Ostpreußen. Berlin, 28. Aug. Nach der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" hat eine im Kreise Lö tzen aL'gdjaltene Versammlung das .üriegsministerium gebeten, wegen der Unsicherheit der politischen Lage die Reichswehrtruppen nickch aus Ostpreußen zurückzuziehen. Daraus traf aus tent Vriegsministerium der Bescheid ein, daß die für die Umbildung des 'Heeres auf Grund des Friedensvertrages gegebenen Anordnungen tem ausgesprochenen Wunsck-e Rechnung tragen und bar, Ostpreußen im Verhälttiis zum übrigen Reich stärker mit Truppen belegt bleibt. Der Generalstreik in Oberschlesicn erloschen. Kattowitz, 28. Aug. (WTV.! Tie Preffc- stelle schreibt: Tie Arbeitsaufnahme hält aru .Der General streik gilt als erlo.schen. Eine Tagung der radikalen Betriebsräte. Berlin, 28. Aug. In Halle tagte die Reichskonferenz ter Betriebsräte Deutschlands, auf ter nach tem „Berliner Lokalanzeiger" nur Teilnehmer gelitten wurden, die auf tem Boten ter Diktatur des "Proletariats stehen. Deshalb wies man zwei Melwhettssozialisten, die die Fünfzehnerkommission der Hamburger Werften vertraten, alsbald hinaus. Es wurde unter Ausschluß ter Oef- sentlichkeit verhandelt. Von den. Rednern spirach sich Däumig (Berlin) für die Ablehnung des Regierungsentwurfs über die Betriebsräte ans. Nach tem Vorbilte des Berliner Rumpf-Voll- zugsrates müsse man sofort überall eigene Betriebsräte schaffen, um damit die Wirtschaft z-u revolutionieren. Ter Kommunist Körnig (Essen) sprach sich für die Zertrümmerung der Gewerkschaften aus, die durch das Bctriebs- rätestzstem ersetzt werten müßten. Richard Müller war für ein weiteres Bestehen der Gewerk- sckMften, wünschte ater ihre Umgestaltung von innen heraus. Äm Schluß ter Tagung wurde mit tem Sitz in .Halle eine Zentralstelle und mit dem Sitz in Leipzig eine ZeMral-Nachrichten- stelle geschaffen, deren Leitung Geher (Leipzig- ^erhält. Wie ein roter Faden zog sich durch die Tagimg die Klage, daß man feiter tem teutfete« Arbeiter keine vevolutionäre Forsche mehr zu^ trauen könne Die Aufwendungen für Senkung der LebenS- mittelpreise. Berlin, 28. Aug Wie die „P. P..N." hören, wurden die von der Regierung bewilligt en 500 Millionen zur Seuhmg ter Letensmittelpreise um weitere 50 Atillioncn au f 5 5 0 M ill ion en erhöht. Ties« 50 MiUionen sollen vorzugsweise leistungsschwachen Gemeinden zugute kommen, da aus zahlreichen Gerne inte u Mitteilungen eiw^- laufen sind, daß die Senkung ter Letensmiwl 114X1^ nid.it in ter gewünschte Weise hat durch* geführt werten können. Zur Besetzung des englischen Gesandtfchafts- postens in Berlin. Haag, 28. Aug. (WTB.) „Het Vaterland meldet, daß ter englische Minister Barneft ten Posten eirres englischen Gesandten in Berlin endgültig abgelehnt Ijat. Es werten je&t im Zuiammenhang mit ter Frage der Besetzung des Bci'lincr Postens die Arbeiterfuljrer Elynes und Attur Henderson gefragt. Eine irische Anleihe. Amsterdam, 28. Aug. (WTB.) Ter,£cX- graaf" meldet aus London, daß tem Tublmer Blatt „Evening Herald" zufolge die ©innfei* ner in dieser Woche noch in Irland eine fünV Prozentsge A nlcihe von 250000 Pfund Sterling ausgeben werten. Tie Zinsen sind erst sechrs Monate, muttem die irische Republik von. allen Völkern anerfannt ist und die Engländer Irland» geräumt haben, zahlbar. Tie Anleihe soll dazu, verwendet weiten, die irische Sach.' in ter ganzen Welt zu fördern, irische Konsulate im Ausland einzmichteu mtb den irilchen Handel und die iris'Äe Jndusttre zu unterstützen. Ein Kompromiß in der Fittmefrage? Amsterdam, 28. August. (WTB.) Das Prefsebureau Radio meldet aus Horsea, daft Italien geneigt ist, in ter Fiumes rage einen Komp romiftvor sch lag anzunehmen. Danach soll die Stadt Fiume an Italien fallen. Der Freihafen Fiume und das Fort Barros sollen auf 90 Jahre vom Völkerbund verwaltet werden Dieser Plan muß noch von Wilson gebilligt werden. Rußland und Rumänien. Berlin, 28. Ang. Das rumänische Presie- inrretru meldet aus Bukarest: Nack einem von den Zeitungen veröffentlichten Telegramm ist eine von Lenin entsandte bolschewistische Teleqativn m Kischinew cingettoffen, um Rumänien ein Friedensangebot zu übermitteln. Amerika und der Friedensvertrag. Berlin, 28 .Aug. Nach der „Tägl. Rundschau" meldet die Pariser Ausgabe des „Neupott Herald", daß eine Botschaft Wilsons an den Kon greß um Ratifizierung des Frietensoer träges mit Deutschland bis zum 2 0. Septem ber ersucht. Ein Vermittlungsvorschlag Wilsons an Japan. Berlin, 28. Aug. Nach einer Tokioter Pri- vatmeldunA des „Berl. Lokalanzeigers" sucht W i l- o n auf die japairifdpe Regierung einzuwirken, daß ie ein bestimmtes Datum bekannt gebe, zu tem China die Rückerstattung Schau- t u n g s erwarten könne. Man zeigt sich jedoch in Tokio auch diesenr Bermittlungsvorschlag nicht geneigt. Der Afghanen-Anfftand. Berlin, 28. Aug. Laut „Deutscher Allgemeiner Zeitung" berichte Daily Telegraph"^ aus Kalkutta, daß der Kriegszustand an der nordöstlichen Grenz e fort befielt, obwohl die afghanischen Delegierten den Frie- tensoertrag unterzeichnet haben.und die asgha nische Armee demobilisiert wurde .Am 15. August hat eine kleine Truppe eines Eingeborenenstam- mes die britische Station Duke angegriffen. Eng lische Kavallerie nahm die Verfolgung auf. | Verkäufe | Vie Auftraggeber kleiner Verlaufs - Anzeigen würden oebclen, unter allen derart gen An ebotcn Ihre Adre|s« iStras? ', Hausnummer und Stock- werkszu veröffenUichen. Soll die Adresse verdeckt bleiben, so wolle man schristllche Angebote unter der A^zeiqcnnummer fordern, tlushunft über Adressen u. s. f. durch die tveschäftsstelle Kann nicht erteilt werden. liSimmenlhalBrZucliWe ItÜMonate all»,Herdbuck- Her, zu verk. 0,9,13 Kasp. öeoro Jnag, tBiigestera. Kedr.FalMii ^Bereif' I preiswert zu verkausen. ___Stcinttr. 19I1L Ein Kinderwagen u. ein Korbbettchen z-vk. 0IM2L Kirckeuvl. S,l. 1 elegant. Kinderwagen nebr. u. 1 Sckacider.läb maickine zu verkausen. m«>76:i Sandaasse 43. Schank.-Zinkbadewanne Panullen-Ääho;asch.lPosL BerreakragenKr.37 z. verk. Staphaaslr. 29 IlI.J01fiZ!2 Xene M-Klarinette billig zu verkaufen. oi67:a Wolittr. 16, n. iDtebrere 016608 tiütttr.SIciöcridirräfe zu verk. Dammür. 46 p. 2 Kirschlorbeerbänoio zu verk. maan A»l>rrtiafl 29,1» Nickt getrag. dunkelblau. herrcn-MULLÄ verk. m«-tLaU>arln»nz.lv. n-u?rlm?r(ixtW7n Nord An läge .HU. 1 Paar neue Schnür schube, Gr. 45, biU.nbnifl. 0KW3» KroüorL Str. 42. p. Nelle Hm'tli- GllmiMliiltel wafferd-, feine Qualität, mit tSürtel, in allen Größen preiswert z. verkauf. edtet-sroea 58, >. 1 Paar schw.Einlaracka^a dir. 32 (Maßarb.', 1 Paar nelhs Elnilericanhe dir.31 billig qit verkaufen. V16738 Riegclvfad2l,I. AL IWe»telcliefl «für 2—4j.>, an verkaufen. ow‘ ^HathariacBgaaaa 14 H. Frühäpfel 'N an verkaufen. 19968 Grüningen. Haus Nr. 3. Süssäpffel billig au verkausen. lniero* Näheres An Sieg 18 p. Leere Kisten zu verkaufen. 9952 Driesch, Selterswea 70. I Kaufgesuche | Villa in schöner Lage zu kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. u.016665 an d.Gieß.A. erb. Haus Ein- ob. Zweifamilienb- mit etwas Garten,in Lick, Lauback ober Hungen, letzteres bevorzugt, gegen Kassa zu kaufen gesucht. Schriftl.?'ngeb.unt.016615 an den Gieß. Anz. erbet. tzsus möglichst m. etwas Lagerraum im Preise bis zu 30000 M. AU kauf, gesucht Schriftl. Llngeb. unt. 9970 an den Gießener Anzeig. 4-5-ßW.-ii8 mit freiro. Wohn., niögl. mit Gariev, in gut. Lage, von üief. Beamten z. Taut, gesucht. Anzahlung nach Wunsch- Schriftl. Angeb. u. 016710 an b. Gieß. Anz. Garten mit kleinem Haus z. kauf, gesucht. Sckriftl. Anaeb. u. 016761 a. b. Gieß. Anz. Zentrifuge neu ob. gebr., z. kauf, geb W. Rinn VIII., oi-Ti» Hcuckelbeim. Loreys HasdänGb derFöFSlwisseRSChatt.^S: u. 016713 a. d. Gieß. Ans- Eichen- Stammholz in größeren u. kleineren Partien z« kaufen gesucht. Ost. unt. E. VJ. 786 an Rndolf Honte, Würzburg. 9729ss 20—25Waüg Buchen-, Eichen- ii. Tanneuhol; bei sofort. Barzahlung zu kaufen gesucht. 016766 Phil. Jacobi, Auf der Bach 4, Himer der Staniktrche. Jagdgewehre auch recaraturbebürfitne kauft Weib.Waffenmstr., 016764 Rene Ikaferne. Rumänisches, Belgisch, u. Aranzös. Bavicrgeld kaufe tu jeb. Höhe fof. «cg. bar. Angebote mit Preis erbeten Pani Jach, Breslan 6, Friedrich- Carlstraße 19. 9iS4liv Gebraucht., guterbalt. vollständ. Bett au kauf ges. Schr. 8lng. nt Pr. u. 016693 a. b. G. Anz. Zwillingswagen zu kaufen gesucht. 016750 Nab.Gtaubrechtstr.7,p. 6infad). ZrWer ticsi f. lOOcbrn Geschäftsraum zu kauf. ges. Otto Scbaat, Settersweg39, H. 016G>>4 Getragene dunkle Franenkleider zu kauf. ges. Sckr. Angeb. u. 0104137 an d. Gieß. Änz. Motordrenustoff kauft SckUIlnff, Krastver- kehr, Franks. Str. 23. getr.Herrenkleider sowie Möbel aller Art. L. Rosenzweifir. Gießen, @eltcrSroeg58L (Karte genügt). 015705 Kaufe jedes Quantum Pflastersteine. Schriftl. Aug unt 016753 an den Gieß. Anzeiger. Täglich 1 Liter Ziegenmilch gesucht 9995 Näheres Moltkeftr. 10. Einige Zentner Hafer z« kaufen gesucht. Schriiil. Angeb. unt. 9942 an den Gießen. Anzeiger. Hanfe jedes Quantum Mutterkorn u. Kamillerrblüten tttrz gevflückt. 9878 Pelikan-Apotheke _Kreuzplatz 2._ j Empfehlungen! Feinste ÄiMe iip.il Kabeljau neue Zwiebeln, Erbsen, Linsen, Bohnen 1919tt’ M-httingk Bismarckbcringe II. leichliäss (Liptauer) emgetronen. 9997 I. M. Schulhof Markt4. Telepb. IIS. Srie^liricimurttn 1 Katal.send.grat.iGeg.189A Bieh.Bor»k,Bramuiekwlg Handwagen Leiterwagen Kastenwagen Einzelne Räder Carl Schunck Bahnbofstr. 62 0l,OT8 neben Cale AmencL Moderne Federboas in allen Farben und Preislagen sind am Lager eingetroffen. ! k ömsäJ*n C* SdiulsJraS» 8a. Schuhriemen 100 em lang, halbleinen, per Paar 60 Pf. 9963 Franz Bette, Mauöburg 10. Prima PiitzliiiWrn, sowie alle Arte« BStftil, Pinsel, Biiid- fabtii, 8crWßtilke e. WisAeiiitil in altbekauut. Güte jed. Quantum bet 9892 L AitkoH, Walltorstr. 16, Telephon 230. la. Ammlem emvstehlt "“c Edgar Borrmann, Eisenhandlung, Gienen. Dezimal und Kettenwaagen emvstehlt Karl Schmidt 016728 Neuenweg 42. Wo lassen Sie am besten und billigsten Ihre Polster,- und Dekorationsarbeiten machen? Solide Ausführungen, prompte Bedienung. Oscar Krant, Werkitall Wetzsteiug. 8. Wohnung Äiüdli'tr. 33. Telephon 924. unu MMW.IlMMI.KIiM gesucht. ernde Stelle. 016743 C. Riibsamen. abzurufen. Giessen (Frankfurter Str. 95), 27. August 1919. gesucht 016742 Die Beerdigung findet Samstag den 30. August, nachmittags 4 Uhr, statt. 9976 im Alter von 37 Jahren. 9996 I Hemd und Ui Bahnhofstraße 27 9c98 Sind Säe gewandt? im Alter von 69 Jahren zu sich zu rufen. Kunstverlag E. Vogt, Heidelberg G. 44 Achtung! Achtung! Daubringen, Odenhausen, Lollar, den 27. August 1919. Spiegelblank 9966B agna Litton - 9994B holen. oder alsbald 016720 Keller. 9683B Heuchelheim, 27. August 1919. Die Beerdigung findet Freitag den 29. August, nachm. I9/* Uhr, vom Sterbehause ßrauhausstraße 48 aus statt SENES NERLBl JELK RATTSGUTT OS PEN N1EW DESDREN ZIPELIG RENANVOH BRUAMGH Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Jakob Reuschling IN. Familie Heinr. Reuschling II. Familie Louis Fr. Reuschling Familie Friedr. Hofmann III. des Gegenstandes bitten Sic ans lediglich die Versandepeaen, begonnen Gießen, den 22. August 1919. ’Hessisches Amtsgericht. In tiefer Trauer: Anna Elle. Harbcach ceb. Beyer Familie Adam Harbusch Familie Karl Schadeck Familie Ph. Harbusch Hedwig Steuernagel geb. Harbasch Otto Hämmerle nebst allen Angehörigen. Todes-Anzeige. Gestern nachmittag 5 Uhr verschied nach langem, schwerem mit Geduld ertragenem Leiden, unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Reuschling II., Weißbinder j Verein® [ Verein Fröhlichkeit 9990 gegr. 1881. Heute Donnerstag den 28. cr.,vünktl.9Ubr,im VereiuSiokalPottkeUcr Genei al-Vcrsamuiluirg. Die Beerdigung findet Freitag den 29. August, nachm. 4 Uhr, in Dftubringen statt 016744 6IUUIIIIIIIIlillllllllllllllinillllll!HD Zunge gebildete Lame tüchtig im Haushalt und Kochen, sucht Stellung bei einzelnem Herrn. Schriitl. Angebote unter 016727 a. d. Giefi. Pnz. erb. lilillllllllliUlllllllinilllllllllllllllini idon übermestn :o Tag i'/r Km v». Arbetl ober l ntte, befahl mr it Mauerst ister. Tiefen uhetag vormtta gtunbtninbtr mpo tragen. esährten. Ali In tiefer Trauer: Geschwister Pöllenhofer. LräciitlichcS MääEcs das kochen kann, gesucht. 9949 Frau Driesch, SelterSweg 70. Statt besonderer Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, nach langem, schwerem mit großer Geduld ertragenem Leiden meinen lieben Gatten, unseren guten Vater, Großvater, Schwiegervater, Schwager, Pate und Onkel Behördliche Anzeigen. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde hellte eingetragen die Firma Petri & WeiAach, Gießen. Inhaber Ludwig Petri, Kaufmann in Gießen, und Heinrich Weißbach, Kaufmann daselbst- Die offene Handelsgesellschaft hat am 3. Juli 1919 Ataiktkn IM uf W «Äs*» ^vermocht onoehii [Vermietungen | Herrschaft!. S-7-3immer- Wohnung mit Heizung und allem Zubehör an ruhigen Mieter alsbald zu vermieten. Schr. Angeb. nach Babnbofstrafie 65, Bureau, erbeten. 9901 Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass es dem Herrn über Leben und Tod gefallen hat, unsere gute, treusorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie FötaNer te. gei. tote im fast vollendeten 60. Lebensjahre in die Ewigkeit werden Linoleum, Parkett bei fortlaufendem Gebrauch von Parkettbodenwichse Roberin Jakob Harbusch Bahnwärter i. P. SS Wir hoben 10 Stüdteramen aus- gewählt and deren Buchstaben umstellt. Versuchen Sie bitte, diese Buchstaben richtig zu ordnen. Wir haben etwas für Sie, was wir Ihnen übersenden würden, und was Ihnen eine angenehme Ueberrischtmg sein dürfte. Wir geben Ihnen kostenlos einen leitgemässen hübschen Gegenstand, falls Sie uns die richtigenStädtenamen sowie Ihre genaue Adresse aut einer Postkarte mitteilen. Bitte weder Geld noch Briefmarken elnio- senden. Für die Uebersendung Ä - SS* äSÄS' '■■ff'»' *6 3*®'5 lagen. i-btszuessc inkenbekoi ^inel bilvakine wo cs m hier Wucher LK w. ifieit unb ba । ss KMtM!?* Der Gesamtauflage des Giessener An- zeigerS liegt ein Flugblatt des Heidel- beerversandhauses Robert Ruf, Ettlingen i. Bad. bei, worauf besonders htngewiesen wird. 9960hv Marken-Ausgabe. Am Freitag den 29. und Samstag den 30. d. Mts. gelangen in den Bezirken Brot-, Fleischund Kartoffelmarken wie nachstehend zur Ausgabe: A—E Freitag vormittag von 8—12 Uhr, F—K Freitag nachmittag von 2—6 Uhr, L—Q Samstag vormittag von 8—12 Uhr, R—Z Samstag nachmittag von 2—6 Uhr. Die Marken sind u nbebittfl-t an vorgenannten Ausg abetagen abzu- WA 1 MWeNd'as Jobanniter-Kranken- haus, Niederweisel.«Wv Sauberes junges Mädchen tagsüber gesucht. 0166B Kiefer, Schuhmachermstr. Giessen, Wetzsteinstr. 19. irr 1 um i isile ff >nir, x-H Frische Zische! Prima Schellfische Pfund M. 1.50 Gr»tze @*lkn ■g.'S? p.Pfund M. 1.80, im Ausschnitt M. 2.20 Frische Fischkoteletts Ä« Heringe Stück 85 Pf., 10 Stück M. 8.- Gebe*. Berdux Bekanntmachung betreffend die Wahlen zum Proviurialtag der Provinz Oberbessen. Am 81. August 1919 vormittags von 10 Uhr bi4 nachmittags 8 Uhr wird die Wahl von 35 Provinzial« tagsmitgltedern der Provinz Oberhessen vorge- nommen. Die Wahl findet statt: Für den Abttimmnngsbezirk 1 im Alten Rathaus, Marktplatz 14. Wahlvorsteher: Direkior Dr. Baur, Stellvertreter: Bäckermeister W. Löber. Für den Abitimmungsdezirk 2 im städt. Dienfigebäude, Asterweg 9. Wahlvorsteher: Stadtverordneter Adam Bolz, Stellvertreter: Möbel« Fabrikant Karl Stückruth. Für den Ilbttimmungsbezirk 3 im Gewerbehaus, Kirchstraße 16. Wahlvorsteher: Stadtverordneter Landgerichtsrat Neuenhagen, Stellvertreter: Siadtkassendirektor Mäser. Für den Abstimmungsbezirk 4 im Schulhaus, Schillerstrahe 8. Wahlvorsteher: Rektor Jana, Stellvertreier: Kommerzienrat Mueller. Für den Abstimmungsbezirk 5 im Alten Schulbaus, Neustadt 61. Wahlvorsteher: Rentner Wild. Plank, Stellvertreter: Professor Dr. Erb. Für den AbstimmungSbezirk V im Schulhaus, West-Anlage 43. Wahlvorsteher: Rentner Georg Simon, Stellvertreter: Stadtv. Albin Mann. Für den Abstimmungsbezirk 7 im Restaurant Hessischer Hof, Frankfurter Strahe 7. Wahlvorsteher: Beigeordneter Kreuzten, Stellvertreter: Apothekenbesitzer Fritz Bauer. Für den Abstimmungsbezirk 8 in der Alten Klinik, Liebigstrasse 16. Wahlvorsteher: Stadtverordneter Heinrich Winn, Stellvertreter: Post- sekretär Karl Sehrt. Für den AbstimmungSbezirk 9 im Konfirmandensaal, Liebigstrahe 56. Wahlvorsteher: Lehrer Wilhelm Michel, Stellvertreter: Fabrikdirektor Thome. Für den AbstimmungSbezirk 10 tat Realgymnasium, Ludwigstrahe 11. Wahlvorsteher: Justizrat Dr. Rosenberg, Stellvertreter: Stadtverordneter Heinrich Fourier. Für den Abstimmungsbczirk 11 im Stadthaus, Gartenstrasse 2, Erdgeschoss, Zimmer Nr. 7. Wahlvorsteher: Stadtverordneter Professor Dr. Kraus- müller, Stellvertreter: Lehrer Karl Leib. Für den AbstimmungSbezirk 12 im Handelskammergebäude, Lonystrasse 7. Wahlvorsteher: Bauunternehmer Georg Becker, Stellvertreter: Geh. Kirchenrat Professor Dr. Krüger. Für den AbstimmungSbezirk 13 in der Untver sitätsbibliorhek, Keplerstrasse 2. Wahlvorsteher: Rendant Wilhelm Eisenhauer, Stellvertreter: GenossenschastSsekretär Hermann Kirchner. Für den Abstimmungsbezirk 14 ta der Wirtschaft zum Kronprinz, Wvlfstrasse 21. Wahlvorsteher. Kaufmann Adolf Schmidt, Stellvertreter: Verwalter Karl Lotz. Für den AbstimmungSbezirk 15 im Israelitischen Gemeindehaus, Lonystrasse 4. Wahlvorsteher: Weinhändler Karl Küchel, Stellvertreter: Kohlen- Händler Georg Lotz. Für den AbstimmungSbezirk 16 im Justizgebäude, Ost-Anlage 15, Saal im Erdgeschoß. Wahlvorsteher: Stadtverordneter Amtsgerichtsrat Wachtel, Stellvertreter: Kommerzienrat Roll. Für den AbstimmungSbezirk 17 im Regierungö- gebäude, Landgrai-Philivv-Platz 3, Sitzungssaal. Wahlvorsteher: Möbelfabrikant Franz Brück Stellvertreter: Hausverwalter Wilhelm Riebel. Für den Abttimmnngsbezirk 18 im Hotel-Restaurant Katserhos, Sonnenstrafie 8. Wahlvorsteher: Rechtsanwalt Friedrich Engisch, Stellvertreter. Schuhmachermeister Ludwig Bernhardt. Für den AbstimmungSbezirk 19 im Hotel Prim Cart Seltersweg 40. Wahlvorsteher: Stadtverordneter Johs. Diehl, Stellvertreter: Kaufmann Wilhelm Horn. Für den AbstimmungSbezirk 20 im Stadthaus. Gartenstrafie 2, Obergeschoß Sitzungssaal Nr. 11. Wahlvorsteher: Kaufmann Otto Rathschtag, Stellvertreter: Kaufmann Max Bär. Der AbstimmungSbezirk 1 umfaht: Auf der Bach, Burggraben, Hundsgalle, Kirchen- platz, Kirchstrahe, Lindengasse, Lindenplatz, Marktplatz, Walltorstrasse, Wetzsteingasse und -strahe Zozelsgasse. Der Abttimmnngsbezirk 2 umfaht: Asterweg,Dammstrasse, Ederstraße,Schillerstrahe Schottstrahe. Weserstrasse. Der AbstimmungSbezirk 3 umfasst: An der Hardt, Krosdorser Strahe, Rord-Anlagf NodHeimer Strahe, Schützenstraße. Der Abstimmungsbezirk 4 umfaht: Am Nodberg, Bückingstrahe, Marburger Strahe Steinstrafie, Wiesecker Weg. Der Absttmmungöbezirk 5 umfaht: Gabelsbergerstrahe, Hammstrnfie, 5rornblumen- gaffe, Ladnstrafie, In Löbers Hof, Marktstrahe Miiblstrafie, Kleine Mühlgasse, Neustadt, Sandgasse, Tiefenweg. Der AbstimmungSbezirk 6 umfaht: Bahnhofstrasse, Grabenstrahe, Schanzenstrahe, West-Anlage, Hinter der West-Anlage. Der AbstimmungSbezirk 7 umfasst: Buddestrafie, Frankfurter Strahe. Der Abstimmungsbezirk 8 umfaßt: An den Bahnhöfen, Am Steg, Buchnerstrah«, Crednerstrafie, Friedrtchstrahe, Glaubrechntrasse, Hillebrandstrahe, Hosmannstrahe, KUntkstraßr Mittelweg, Wetzlarer Weg. Der AbstimmungSbezirk 9 umfaht: Aulweg, Ebelstrasse. Erdkauterweg, Leibgesterver Weg mit Bergwerk, Liebigstrahe, Wilsonftrahe Der AbstimmungSbezirk 10 umfasst: Alicestrahe, Ludwigstrahe, Am Riegelpfa^ Wil- helmstrafie. Der AbstimmungSbezirk 11 umfaht: Bergstrabe, Bruchstratze, Gartenstrabe- ^»dwtgtz- platz, Stephanstrahe. Der AbstimmungSbezirk 12 umfaht: Bleichstrabe, Goetheitrahe, Henselsttahe, Aber« strabe, Lonnstrahe. , , Der AbstimmungSbezirk 1» umfaht: Bismarckstrahe, Georg-PhilivP-Gailstrasse, Guten, bergstrasse, Hessenstrabe, Kevlerstrasse, Landmanv- strage, Nahrnngöberg, Wolfstrahe, Schtffenberger Weg, Gemarkung Schisseuberg. Der Abstimmungsbezirk 14 umfaht: Licher Strahe mit Kaserne I und II. Der AbstimmungSbezirk 15 umfaht: Kaiser-Allee mit städtischer Kaserne, Kaserne der Maschinengewehr-Kompagnie und Baracken. Der Abttimmnngsbezirk 16 umsaht: Eichgärten, Eich weg, Landgrafenstr., Ott»Anlaae. Moltkestrahe, Roonstr., Gr. Steinweg, Wtesenftr. Der AbstimmungSbezirk 17 umfasst: Brandgasse, Brandplatz, Braugasse, Kanzletberg. । Landgraf - Philipp - Platz mit Zeughauskasernc, Aiarktlaubenstrafie, Senckenbergstr., Schlossgasse. Der AbstimmungSbezirk 18 umfasst: Diezstrabe, Dreihäusergasse, Erlengasse, Kavlanei- gasse, Neuen Bäue, Schulstrasse, Sonnenstraße. Trillergasse, Wagengasse, Weidengasse. Der AbstimmungSbezirk 19 umfasst: Kreuzplatz, Löwcngasse, Moigässe, MSuöburg. Rittergasse, SelterSweg, Teufelslustgärtchen, Alleiniger Hersteller: Carl Gentner, ______Göppingen lWürubg.) ««88 Treffe Freitag mit einer grosse» Sendung Mi- NÜ Wrta ein. Berkaus Ecke Löwenaaffe u. Babnbofstr. 23, von morgens 8 Uhr an. Einmach-Gurkcn 100 St. von M. 10.— an. 016752 Heinrich Ferber. lamii mUI die nur wenlre Pfennige betragen, tu senden. Sonstige Verpflichtungen hoben Sie nicht Viele Anerkennungsschreiben liegen vor. Wettergasse, Wolkengasse. Der Abttimmnngsbezirk 20 umfasst: IobanneSstrasse, Kaplansgasse, Kathariuengaffe. Neuenweg, Ptockstrahe, Süd-Anlage. Die Stimmberechtigten haben 35ProvinziattagS- Mitglieder zu wählen. ES können nur für einen der zugelassenen Wahlvorschläge, in welchem Äb- ' ter $.>7^ hne. änderungen nicht vorgenommen werden dürfe«, Tr Stimmen abgegeben werden. , r t t L^’ Alle Stimmberechtigten werden eiugelade«, rn Itn&Jj der angegebenen Zeit fich persönlich einzufindeu Qna und ihre Stimme abzugeben. im - Giessen, den 18. August 1919. $ ecr11 Der Oberbürgermeister. inö I Tfichf. DienstmädclieB per sof. ob. später gesucht. Frau Gertrud Will, Ost-Anlage 36 v. Tü Dangsarbei ^mrch gerne wx u ira Ätsche Gesai iputk mir i ksleitmannschaft das Urteil ’.tatn in das »W 2000 bis lAverrt ftunat, 'W. Am Ta ein Obei °"delt. Das I Mletgesuche | Aelterer, ruhiger cand. med. sucht gut möbl. W»st-r.LAchimykr Evtl, auch nur Schlafzimmer. Schriftl. Angeb. unter 9955 a. d. Giefi. Anz. Per sofort oder später sucht kriegsbeschäd. Offizier 2—3 möbl.Zimmer mit .Küche in guter Lage. Schr. Angeb. unter 016719 an den Gteh. Anzetg. erb. Doktorand sucht zum l.Okt. 1—2 möbl.ungeu. Zimmer, Mitte d. Stadt. Schriftl. Angebote unter 0167U0 an den Giefi. Anz. Beamter sucht für sofort Starts MädSkn tagsüber von 9—3 gesucht. 016701 Frau Graef, _______Bahnhofstrasse 38. Weg. Verheirat, meines langjähr. Mädchens suche sofort oder zum 15. Sept. ehrliili.tW.MMii am liebst, v. Lande. 9971 Frau Karl Otto, Wttzlar, Kirschenwäldch, Tücht. Mädchen gesucht 016721 Ludwigstrasse 10 I. Lrd. IikllßmiidÄeii gegen guten Lohn gesucht. Zu erfragen 016736 Kirckenpl. 10, Laden. Dieiistmödltzeii Ä Bäckerei Bcnde, 9988__Bahnhosstr. 12. Ä‘ $icniliniii(5tii für guten Lohn gesucht. Vorstellung erwünscht. OS77 HauS Seebode, Marburg, Rcitgasse 5. I Sie II enges uchej Aeltere gewissenh. Dame sucht in gut. Hause Stelle als Stütze der Hausfrau oder zur selbst. Führung des Haushalts bei be- fcheid. Ansprüchen. Schr. Ana. u. 016716 a. d. G. 2L i)ic sticken u. etwas O lUu, nähen kann, für einige Tage gesucht. Zu er fr. in der Geschäftsstelle des Gieh. Anz. 016702 Saubere Futzfran für Samstag nachm. von 2-4 Uhr gesucht 016757 Gartenstrafie 2 lVürgermeisterei). Zuverlässige 3tituii(i8triiflerin ges. Pfeiffcr'fche Buckbdlg., «»« Walltorstr. 2l. Tßihtige Settäujtriii zum baldigen Eintritt gesucht. In Frage kommen nur solche, die Gemischtwaren- geschäste bereits mit gutem Erfolg besuchten und auf dauernde Stellung reflektieren. Herren aus der Papierbranche bevorzugt. Schriftliche Angebote unter 9907, möglichst mit Bild, an den Gießener Anzeiger erbeten. Stenotypistin zuverlässig in Schreibmaschine und Stenographie, mit Erfahrung in allen Konlorarbeiten, möglichst a. d. Zeitungsbranche, z. 1. 9. od spät. ges. Schr. An- geb. m. Gebaltsansvr. unt. 016747 a. d. Giess. Anz. Lchirmfabrik M.^ievi. Vraoc Bttkäusttin bei hohem Gehalt u. voller Pension per sof. gesucht. Gustav Sohl, Marburg a. d. Lahn, >M3 Hauptbabnhof. Tücht. bravcSMädchcn, am liebsten vom Lande, suckn Frau Bernhardt, 016692 Schulstr. 10. Ein kräftiges u. durchaus sauberes ZiillmeriilDche» sowie 2 fleihige IrellstlllSWfll bei gutem Lohn und Verpflegung für sofort bezw. alsbald gesucht. 99100 BabnM-liolel, Diüenburg (Bes. Hans Pesch.) AtM Schneiderin fürs Haus gesucht 016734 Bergstrasse 9 p. Tücht. Masch.-Näberinnen bei sehr hob. Verdienst gesucht. Weisszeug-Näherinnen bevorzugt. 016740 Schirmfabrik M. Levi. In kl. kinderl. Haushalt ein in Küche und Haus erfahrenes N&dchen, eotl. einfache Stütze und ein jüngeres Zweitmädchen möglichst bald ges. FranFerdinand Knnblaaeh, Vetalar.Harbachstr.23 Elni. alt. D!ea3tmMehen für Küche und Haus zum 15. Sept, gesucht. Vorzust. vorm. Schneider,Frank- surter Strahe 29. 9626 Mädchen welches gut bürgerlich kochen kann, Mr kinderl. Haushalt sofort gesucht. Frau 5ialS, Braunfels, Billa Hedwig.______9829 Tüchtiges Mädchen per 1. Okt. gesucht. 9873 Frau Julius FrenSdorf Frankfurter Strasse 31. Acht, solides Mädchen für kleinen Haush. lzwei Pers.) für sofort gesucht. Frau Carl Frensdorf, Äieustadt 1. omu Gießen, den 27. August 1919. Der Oberbürgermeister (Lebensniittelamts. Bekanntmachung. Betr.: Frühbirnen Versteigerung der Stadt Gießen. Montag den 1. September 1919 kommt die FrMLirnenernte van den Bäumen der Stadt Gießen in kleinen Lvsen zur öffentlichen Versteigerung, und zwar vormittags von 9 U h r an von den Bäumen am alten Krof- dorfer Weg, Wiesecker Weg, im Lärchenwäldchen und am alten Steinbacher Weg: Zusammentanft um 9 Uhr vormittags am Schlachthof. Ter Verkauf findet nur an Verbraucher statt; Bezugsscheine sind nicht erforderlich; Obsthändler, sofern sie nicht Kriegsbeschädigte sind, find vom Mitbieten ausgeschlossen. Gießen, den 27. August 1919. 9987B Der Oberbürgermeister. I. V.: K r e n z i e n. Staats-Oberförsterei Krofdorf. Zur Behebung der Brennstoff-Not werden ca. 300 Rm. Fichten-Stockholz aus dem Kahlschbage, Distrikt 3, Homberg, zur Selbstwerbung angeboten. Nähere Auskunft erstellt Hegemeister Echter- nacht. Krofdorf. 9985B 2 leere Zimmer sofort oder später gesucht. Schriftl. Angebote unter 016733 an den Gieß. Anz. Lagerraum evtl, kleiner Laden, zu mieten gesucht. Schr.Äng. unt. 016703 a. d. Giess. Anz. Greigncttr Raum zum Uulerbringen von Möbeln gesucht. Näh. bei Gebrüder Stamm. Heuboden ca. 100 Zentner fassend, sofort gesucht. Angebote mit Preis abzugeben 9984 Liebigstrasse 38. Möbliertes Zimmer in bess. Hause an ruh. Herrn zu verm. 016698 _______Asterweg 201. Eins. möbl. Zimmer mit 2 Betten zu verm. Dammttrafie 29. Möbl. Wohn- «nd Schlafzimmer mit elektr. Licht ver sofort zu verm. iDauermier et- Tötinfcbt) Schriftl. Angeb. unt. 016760 a.d. Giess. Anz. Möbl. Wohn- u. Schlafzimmer zu verm. „I6781 Riegclpsad 34 11. Eins. möbl. Bimmer an solid. Fräulein oo. Herrn zu vermieten 016767 Teufelslustgärtchen 8. trete helle Werketatt- r»a»a.Gasu elektr.Kraft, mit grobem Hofraum und breiter Eins, ver sof. z.vm. Näh. Löberitr. IS. Ein mittelgr. Laden, geeignet zum Einstellen von Möbeln und für Bureau, sofort zu verm. 016731 Eichwea 7 v. Laden bisher Zigarrenbandlg., vr. Okt. zu vermieten. «ms? Haustein, Schulftr. W d-"' SfeS Ä W schickten Fingern nach den roten Locken der Mutter, und braufren im Krrk fiel bas letzte gelbe Laub von den Bäumen. Ter Winter war nahe, sehr nahe. * hast du von den Fischerkindern Das alte Märchen vernommen, Tie auf dem fänxmten Kahne Allein ins Meer geschwommen? Sie pflückten sich Wasserrosen, Sie fangen der Lieder viele. Sie herzten und küßten einander Im süßen Wechselspiele. Sie haben den Strand verloren, Ms sich der Tag entschwungen, Sie kehrten nimmer wieder, Ihr Name ist verklungen. Wolfgang Müller von Königswinter. Und der Winter war gekommen, grau, bleischwer lag er auf Svendburg. Nicht wie Ragna gehofft, sollte sie in Berlin ilm verleben, sondern hier im holten Norden. Was Ragna mit allen ihr zu Gebote iteljcnben Mitteln vermeiden wollte, jetzt auf Svendburg zu sein, das ihr einst zu eigen, es war nun doch geschehen, und sve — sie konnte nichts daran ändern, sondern sie mußte still ibre Pflicht erfüllen und aushalten. Als die ersten Derbststürme sich einstellten, da kam es bei Sigrid. Ein kurzer, böser, ttockcn klingender Husten und leichte Fiebererscheinungen 4/09 Sie muß nach dem Süden," sagte der Arzt, und Sigrid jubelte auf. „Ja, nach dem Süden," strahlten ihre Augen, alles schien bet ihr unterzugehen in dem einen Gedanken. Sven, dem jeoer Wunsch Sigrids Befehl war, hatte zugestimmt, und obwoU Sigrid erklärt hatte, sie könnte feite gut mit ihrer Jungfer oder der alten Chcha allem reifen, und in Italien selbst könnte ja bte Großmama sie unter ihren Schutz nehmen, hatte er doch erklärt, er würde gern den Winter mit ihr im Süden zubring en, wenn Ragna so selbstbos sein wollte, dm kleinen Sven in der Zeit in ihre Obhut zu nehmen. Ragna hatte nid# rocht gewußt, ob Sven nach dem Süden ging um Sigrids willen, oder um cs ihr zu erleichtern, länger auf Svendburg zu bleiben. Fast war es ihr, als ahnte er, wie sehr sie sich aus der einstigen Heimat ßottsehnte, zurück zu ihrer Arbeit, nach Freiheit, nach Licht. Wenn er aber ging, dann konnte ftc ruhig hier bleiben. Ter kleine Sven war versorgt und ihr blieb genug Muße für ihre Arbeiten, denen sie eifrigst nachging. Ihr letztes Werk „Glauben" hatte ihr wieder einen glänzenden Erfolg und große materielle Vorteile gebracht, so daß ihre Unabhängigkeit sich immer sicherer gestaltete. Aber gerade weil sie jetzt ganz auf eigenen Füßen stand, wurde es ihr leichter, Gast auf Svendburg zu sein, was sie unter anderen Verhältnissen nie getan haben würde. Sie hatte also freudig ihre Zustimmung ge- gebat, Sven rn Abwesenheit dLs Elternpaares zu beaufsichtigen. Taufend Wünsche knüpften sich für sie an diese Reise. Ragna hoffte beftimmt, daß Sigrid und Sven sich enger aneinander schließen würden. Sigrid, so zart und hilfsbedürftig, aus Svens Teilnahme angewiesen, und Sven mit dem großen, edlen, weichen, teilnehmenden Herzen. Und Ragna spann für Sven und Sigrids Glück goldene Zukunftspläne und lächelnd Jtrrijte ihr Blick das Monbfodige Knabbern zu ihren Füßen, das mit tackenden Augen zu ihr aufsah. „Sxdte die Großmama von Sigrid fern, versprich es mir," hatte sie noch beim Scheiden Sven gebeten, „sie ist von je her des Kindes Verderben geroefen." Sven hatte ihr bewegt die Hand gereicht und sie dann mit einem so langen, merkwürdigen Blick angesehen, gleichsam als wollte er noch einmal ihre ganze Gestalt voll heißer, entsagender Liebe umfassen. Doch nein, sie täuschte sich svohl — er dachte nur noch an Sigrid und war seit Monaten nur für Sigrids Wohl bedacht. Warum stieg es so heiß in Ragnas Wangen, wenn sie des Ad- sckiedsblickes gedachte? „Schütze mein Kind," hatte er ihr noch zu- geflflftert und dann hatte sich Sigrid ihr leidat- schaftlich in die Arme geworfen und hatte sie geküßt immer und immer wieder und dabei waren Tränen, große, heiße Tränen aus Sigrids Augen auf Ragnas Hände gefallen, daß Ragna glaubte, sie noch immer zu fühlen. „Erzähl' dem dummen Jungen da mm seiner süßen, kleinen, einfältigen Mama," hatte sie dicht an Ragnas Ohr geflüstert, „und sag' ihm, daß er raifagbar von ihr geliebt worden ist, selbst da, als sie von ihm ging." Und dann hatte sie noch einmal das leise weinende Kind geküßt, Ragna war es sogar, als hätte sie die zarten, kleinen Hände betend über Svens Köpfchen gefaltet, und dann war sie hinaus- gestürmt, aber lange noch hatte ihr Tüchlein vom Schiffe herübergewinkt, als sie an Svens Seite über das Mieer von bannen fuhr. (Fortsetzung folgt) Zweites Blatt Nr. 200 ^Vertreter: Sohle» mnpagnie P. G. 153 in der Näl)e von 17 im Regierung!« iatz 3, Eihungssac. ant itrani brüt er Alheim SiiebtL 18 im Hoiel-Neiilv« ! 8. Wahlvorsteher: isch, SteQöetltttei; Sernhardl. 19 im Hotel Ml oorjieher: Tladlvro lertiettt: Sauhnan ro im Stadihlw! Zivungssaal M o MM Stift ix. «'M'. HündSgasse, L , Ändenolatz. Marl msaht: sttabe,S-illerstraß imfabt: -nabe, StoMnlagr n'ttahe. imiOBt: , , Siarburger Snag!. imsabt: . ,,. , snahe. Kornblum» Sm Markttzaß ifie, Neustadt, Sai» ieit-Slnlagt lnniahp vtrabe. ibe, GlaubretWa^ rstrahe, S#® Huna &H«U4 Ätz «LZ- *Menteiet: ° j,™ swhm r^e?KÄttru ‘“'Htt'Ä et: S-brikdiZL 1 Real. -«L7L 11 im Stabtbaiia Wö- , 1^ im fiflnhflt, ‘ Wahlvorsteher U“1*“ ä & unk«. 7 WoxWv. Ji'n ß 'J* NN Kirchner. Wahivorstkbei: j« ,, -lellvertreter: jfa. Switar Kriegsgefangenen - behandlung in Zrankreich. Son bett Protokollen, bte im Durch- aangslager Gießen ausgenommen wurden, ist das folgende vielleicht am bemerkenswertesten, weil in ihm ein Teil der von uns vorher veröffentlichten Fälle auf das genaueste bestätigt wird. Was in dieser Bekundung wieder zutage kommt, übersteigt die schlimmsten Vorstellungen: Freiwillig erscheim der aus französischer Kriegsgefangenschaft entflogene Max Gra n zi n 5vs Wutzkow in Pommern, geb. am 17. Dcärz 1893, Unteroffizier im akt. J.-R. 176 4. Komp., nm Beruf Maurer, wohnhaft in Sauenburg i. P., ffeldsfr. 13, entlasten nach Bez.-Kdo. Lauenburg, dir föornifter zu tragen, toorauf ich 15 Tage strengen Arrest bekam. Nach Verbüßung dieser Strafe wurde mir eröffnet, ich käme vor ein Kriegsgericht, um nochmals wegen dieser Sache beftraft zu werden. Ich bat bett Käprtän, mir rnmmehr als Untersuchungsgefangenen doch meine tolle Ration Essen zu geben, er gab mir aber ;nr Antwort, das stände mir nicht zu. Daum» ' wollte ich ein Schreiben an den General schicken, , tiuiumv.Hv. toaä jedoch nicht genehmigt wurde. Eine halbe ttngaffe unb •fttap Stunde später kam aber doch der Kapitän und ließ mir die mir zusteheitde ganze Ratton Essen verabfolgen und noch eine Schlafdecke, mit dem Bemerken, es sei uns dies vom General be- toilltgt. Dann habe ich noch etwa weitere zehn Zage als Untersuchungsgesangener dort zuge- bnufit und während dieser Tage.wurde ein Protokoll ausgenommen. Kurz nachher kam ich vor das Kriegsgericht zu Fernre-Mil-on, von Mlchem ich mit sosottiger Rechtskraft zu zehn Jahren swangsarbeit verurteilt wurde, weil ich mich geweigert hatte, die Tornister zu tragen. Ich wurde sodann vor ine deutsche Gefangenen-Kompagnie geführt, unb ort wurde mir in Gegenwatt der franjöfifdjen segleitrnannschast mit aufgepstanztem Sriten- veivehr das Urteil vorgelesen. Von bort aus kam id) bann in das Zuchthaus von Avignon voselbst 2000 bis 3000 deutsche Kriegsgefangene tingeföerrt waren, darunter auch neun deutsche i Offiziere. Am Tage meiner Einlieferung wurde [trabe ein Oberleutnant schwer miß- anbelt. Das Essen war bort sehr schlecht. 8n diesem Zuchthaus weilte ich vom 17. Januar 1917 bis 5. Juli 1918. Ein von mir während Keser Zeit unternommener Fluchtversuch mißlang. Zch wurde deswegen mit 90 Tagen strengem unb erklärt: Ich- geriet am 2. Juli 1916 an der eomme bei Herbewurt mit ungefähr 30 bis 32 Mann in französische Gefangenschaft. Wir wurden fofort von ben Franzosen angefallen, vollständig ausgeraubt uttb sodann, um uns der französischen Bevölkerung zu zeigen, 5 bis 6 Tage hinter der Front herum- geführt. Tiefe Gelegenheit benutzte die Bevölke* nmg, Männer, Frauen unb sogar Kinber von 5 bis o Jahren, uns ins Gesicht zu spucken, unsere Achselklappen nbzurrißen, mit Sternen nach uns jit werfen und mit Kartoffelhacken auf uns loszu- j^tagen. Während 4 Tagen haben wir nichts zu essen, nicht einmal etwas zu trinken bekommen und mußten unter freiem Pimmel biwakieren. Sodann nmrben wir nach dem tag er Moyenville in der Gegend von Roh geschafft, wo es auch nur eine dünne Wassersuppe nab. Hier wurden unsere Nattonale auf genommen. As erste Arbeit mußten wir täglich bis zu einem Kubikmeter Steine Nopfen. Infolge der schweren Arbeit unb der schlechten Kost unternahm ich am 11. Juli einen Fluchtversuch, wurde aber bereits zwischen dem ersten unb zweiten Graben g.-fa&t und gefesselt wieder bei meiner früheren Lvmpagnie P. G. 11 in Pressy eingebracht. Ter Lagerkommandant — die Kommandanten ioaly selten alle 14 Tage, so daß man deren Namen nicht erfahren bzw. sich nicht merken konnte — verurteilte rnicki zu 14 Tagen strengen Arrest bei Nasser unb 23rot, barfüßig und lediglich bekleidet mit Hemd und Unterhose. Als ich meine 30 Tage i5 im Jsrarlitisju ovaesefsen hatte, mußte ich notfy 3 Tage bei der- 1 Wahlooriieder selben Kompagnie arbeiten unb wurde der Sttaf- , .. . Milon überwiesen. Dort angeEommcn, mußte ich , pro Tag l'/r Kubikmeter Steine Aopfen Ta ich c arn ÄSl diese Arbeit aber bei der schlechiten Kost ntriit lersten merilenrat M fcmnte, befahl mir der Kapft-in Tragen von --d - mit M auersternen gefülltem Tor- nister. Tiefen Tornister sollte ich an meinem Ruhetag vormittags 3 Stunden unb nachmittags 3 Stunden in der Julilfttze im frcmzösischcnMarschtempo tragen. Ich hatte dabei n o ch 3 L ei b ens - oesährten. Als wir baten, ben Kapitän dieser- tzüb sprechen zu dürfen, ließ er uns überhaupt richt zu Worte kommen. Ich weigerte mich nun, Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Arrest bei Master unb Brot bestraft. Nachdem ich 30 Tage verbüßt hatte, erhielt ich jedoch Strafaufschub und wurde uad) Carpiag n e mit anderen Gefangenen verbracht. Der bortige an der Front verwundete Leutttant unb Lagerkommandant Philippe Hit uns sehr schleckst behandelt, indem er uns schlechtes Essen gab. Als daraufhin 6 Mann einen Fluchtversuch machten unb wieder eingefangen wurden, ließ sich genannter Leutnant Stöcke schneiden, und er sowohl wie die Posten haben mitdenStöckensolangeaus die Leute geschlagen, bis die Stöcke zerbrachen unb die Leute bü zur Unkenntlichkeit entstellt waren, beim die Hiebe sielen meistens auf ihre iKöpfe. 3 von diesen Leuten lsteßen: Bergmann, Friseur aus Köln, Weschke aus Schlesien und Vogelgesang, Dbergefreitcr der Fuß-Art., angeblich ein Elsäster. Letzterer soll dann gestorben sein. Diese drei Leute wurden mit noch anderen Ausreißern sodann nur mit dem Hemd bekleidet und barfüßig in eine« verdunkelte Zelle gesperrt, auf deren Zementboden vorher noch Wasser ausgegossen worden war. Sie bekamen drei bis vier Tage nichts zu essen unb wurden daraufhin jeden Dag zwei- bis dreimal mißhandelt, und zwar in der Art, daß auf Befehl des genannten Leutnants Philippe die Posten, Korpo- rälc unb Sergeanten, wer gerade wollte, die Zelle mit Revolver und Gummifchläuchen betraten unb auf bie wehrlosen Gefangenen los- f d) lugen, wobei sie bie Gefangenen höhnisch an- schrien: ,,Jhr Feiglinge, wehrt euch doch, wir sind nur zwei unb ihr selb sechs Mann. Währenb dessen lauerten draußen bie Posten mit geladenem Gewehr. Dieses tägliche Schlagen geschah absichtlich, denn der genannte Leutnant Philippe hatte ben Befehl gegeben, fobalb sich ein Gefangener zur Wehr setze, ihn fosott zu erschießen. Ta die Gefangenen ibreit Peinigern Gelegenheit hierzu natürlich aber nicht bieten wollten, ließen sie lieber alles schweigend über sich ergehen. Aus diese Weise haben die Leute 60 Tage in dieser Zelle verbracht. Mitte August 1918 kam ich sodann zu einem Arbeitskommando bei einer Seesalz-Saline in der Gegend von Marseille. Dort waren Verpftegung unb Behanblung leiblich. Aber als toir dort 6 bis 8 Wochen verbracht batten, würben wir roieber nach bem alten Lager Earpiagne gebracht. Tvtt waren Verpflegung unb Behanblung biefelben geblieben wie früher, auch war wie früher der Leutnant Philippe noch da. Anfangs Februar 1919 wurde ich nach Haut- ville zwischen Nancy und Luneville gebracht zur Gefangenen-Komp. P. G. R. L. 821. Auch hier wechselten unsere Vorgesetzten aus begreiflichen Gründen alle 14 Tage, so daß man deren Namen nicht feststellen bzw. sich nicht merken konnte. Dort wurde von uns verlangt, täglich 6 bis 8 cbm Erde zu schütten. Wer diese Arbeit nicht leisten konnte, mußte nacharbeiten. Als Essen gab es eine dünne Reissuppe unb ein Stück Fleisch in Talergröße. Unser Lager war ein sogenanntes Waldlager und hatte nichts weiter als eine Toahtumzäunung. Das Wasser mußten wir aus einem Granattttchter schöpfen, der zur Hälfte innerhalb und zur Hälfte außerhalb der Umzäunung lag. Als eines Tages einer unserer Kameraden, um etwas frischeres Wasser zu fch-öpsen, den Arm durch die Dvaht- umzäunung steckte, wurde der Mann, obnvhl fein Körper noch innerhalb der Umzäunung des Lagers war, auf 15—20 Meter Entfernung von dem sranrösijchen Posten ohne weiteres erschossen. Bemerken will ich hierbei noch, daß der Leutnant, welcher diesem Arbeitskommando vorgesetzt war, auS deutscher Kttegsgesangenschaft ent» lasten worden war. Ten Namen dieses Herrn hoben wir nie zu hören bekommen und schttftliche Reklamattonen durften wir nie einreichen. Sogenannte Neutrale ober Kote-Kreuz-Kommissionen, die, wie mir gesagt wird, nach uns schauen sollten, habe ick während meiner ganzen dreijährigen G> fangenfefaft nie zu Gesicht bekommen. Ter Lager- kommanbant hielt uns bei jeder Gelegen heft vor, er habe in Teutschtand nur eine Pellkartoffel und etwas Suppe bekommen und wolle dahw a^ch dafür sorgen, daß wir nicht mit gesundem Körper wieder auf deutschem Boden zurückkommen sollten. Ueberhaupt ist unsere Behcaüstung fett dem Augenblick, wo die Franzosen i hre'eigen en Gefangenen zurückerhalte n hatten, viel viel schlimmer geworden, soweit dies überhaupt noch möglich war. So z. B. wurden von diesem Zeitpunkt ab täglich diejenigen, die etwas angestellt haben sollten, auf die Wacht- stube beordert, um sich dort „blauen Tabak" zu holen. Dieser „blaue Tabak" bestand darin, daß den Gefangenen die Hände zusammengebunden wurden und sie an den so zusammengebundenen Händen mit einem Stttck über entern im Wacht- lokal angebrachten Querlnlken hochgezogen wurden, bis fiii etwa 30 Zentimeter über dem Boden schwebten. So hängend, wurden .ihnen dann mit bem Gewehrkolben Schläge verabfolgt, so baß sie am andern Tag arbeitsunfähig waren und den Körper voller blauer Fleck' hatten. Taher die Bezeickmung „blauer xabaf". Ich selbst habe mehrere Male auch vom Posten Faustschläge ins Gesicht bezogen, so daß ich aus Nase und Mund blutete. Zur Wehr setzen dursten wir uns nicht, denn sobald wir irgendwie Miene dazu mochten, wären wir fosott auf der Stelle erschossen worden. Letzteres war es aber gerade, was die Franrosen bezweckten pnd wozu sie uns durch ihre Mißhandlungen pp. reizen wollten. Unsere Toten wurden allgemein stets außerhalb der Kirchhöfe, ohne Oieistlichen, einfach emgeschauselt und ihr Grab erhielt auch nickst einmal einen Kranz. Oftmals waren wir bei der schweren Arbeit so hungrig, daß wir Brennesseln und Löwenzahn fammeiten, um unseren Hunger zu sttllen. Auch Maulwürfe, die wir ausgruben, mand;mal waren 6 bis 7 Stück Junge dabei, wurden abgezogen gekocht und von uns gegessen, um den Hunger zu stillen. Die Franzosen, die dies sahen, lachten dann dazu. Auch wenn bei den Arbeitskommandvs im Felde bte Bauern verreckte Kälber begruben, haben wir sie nadji 2 Tagen aus- gcgraben, gekocht und gegessen. Zu bem Zeichen Zweck haben wir, so oft es möglich war, Hunde unb Katzen eingefangen. Wenn wir habet aber erwischt wurden, gab es wieder 15 Tage ftrengpn Arrest und Kolbenschläge. So habe ich gefefcn. wie ein Matrose, welcher eines Tages zum Wasserholen ins Tors kommandiett war und bet dieser Gelegenheit einen Hmrd eingefangen, in .feine Jacke gewickelt, abgezogen und gekocht hatte, von ben Fvan- zo>'en ^ertappt, mit schweren Mißhandlungen und 15 Tagen Arrest bestraft wurde. Die Behandlung war deratt schlecht, daß trotz der schweren Strafen, die uns drohten, 60 bis 70 Mann ausaerifsen find. Zwei von diesen Ausreißern hatten sich bereite ungefähr 12 Kilometer von dem Lager entfernt, als sie von den Franzosen wieder gefaßt wurden. Ein sianzösifcher Alpenjäger erbot sich, die Gefangenen bort an dem Ott ihrer Festttahme wieder abzuholen. Zu diesem Zwecke bewaffnete er sich mit einem Revolver, einem Stahl stock, der mit Telephondraht umwickelt war, und besorgte sich ein Pferd. Am Abholungsotte angetaugt, band er den beiden Gefangenen die Hände übers Kreuz über dem Rücken zusammen und ließ sie vor dem ttabenden Pferde herlaufen, wobei er sie andauernd mit dem Stahlstock schlug und an trieb. Nachdem sie auf diese Weise etwa 5 bis 6 Kilometer gelaufen waren, blieben sie erschöpft auf der Straße liegen, wo sie dann von einem Lebensmittelwagen aufgelefen und nctzl, dem Lager zurückgebracht wurden. Bei bem einen von diesen beiden Gefangenen wurde Hitz- schlag festgestellt. Ter andere hieß Götze und war Kellner aus Berlin. In Wirllichlkeft haben sich alle diese Vorfälle nioch viel grausiger abgespielt als ich sie hier schildern kann. Einiges wird mir vielleicht später auch noch einfallen. Man kann bie Franzosen nicht anders als mft ,,<5 Kassel, 64V- P., G. I s e n be r g, K.-S.-V. Gießen, 63V< P. Schweres Mittelgewicht: I. Göbel, A - S.-V., Kassel, 64V- P., 4. A. W a g n e r, K.-S.-C., Gießen, 44V- P. Leichtes Mittelgewicht: Schwarz- mann, S.-C., Treffurt, 60Vz P. Leichtgewicht: Ä. Micl)el, S.-B. Adler, Kassel, 47- 2 P., W. Müller, K.-S.-C., Gießen 543/< P. Federgewicht: C. Wein-- traut, A.-S.-B., Marburg, 471/» P., K. Steiy. S.- u. R.-E., Friedberg, 41 y2 P. Drin gen (Schwergewicht) : A. Frötscher, S.-V. 9G>ler, Kassel, A. Wagner, K.-S.-C., Gießen. Sckstveres Mfttel- gcwicht: H. Holtmann, S.-B. Adler, Kassel, Leichtes Mittelgew.: O. Rermarm, S.-B. Hessen, Kassel, Leichtgew.: H. 9Hibenfönig, S.-C. Heralles, Kassel. Federgewicht: W. Neidl-ardt, S.-D. Adler, Kassel. Leichtathletik: A.-S.-B. Marburg. — Meisterschaften: Stemmen: Schwergewicht: 1. Arno Fröt'cher, Sp.-V. Adler, Kassel, 118 P., 2. Heinr. Hubenthal, Athl.-Sp.-V. 1891 Kassel, 93 P. Schweres Mittelgewicht: 1. Julius Göbel, Athl - Sp.-58. 1891 Kassel, 129 P., 2. Anton Ojartj, Athl.-Sp.-V. Marburg, 124 P. Leichtes Mittelgewicht : 1. Carl Schwarzmann, Sp.-V. Treffutt, 122V? P-, 2. Wilhelm Michel, Sp.-V. Adler, Kassel, 113 P. Leichtgewicht: 1. Georg Rinder- mann, Krastsp.-V. 1902, Kassel, 105 P, 2. Fritz KraftsSp.-V. Adler, Kassel, 104 P. Fäergewrcht: 1. Heinrich Steitz, St.- u. Ringklub Friedberg, 98 P., 2. Willi Neidhardt, Sp.-V. Adler, Kasstt, 95 P. — Ringen: Schwergewicht: 1. Siegfried Friedemann, St - u. R.-Kl. Friedberg, 2. H. Hubenthal, Athl.-Sp.-V. 1891, Kassel. Schweres Mittelgewicht: 1. H. Holtmann, Sp.-V. Adler, Staffel, 2. A. Wagner, Kr.-Sp.-Kl. Gießen. Leichtes Mfttelgewicht: 1. Louis Dowc (Kirchhain), Athl.-Sp.-V. Marburg, 2. Otto Reimann, Sp.-V. Hessen, Kassel. Leichtgewicht: 1. Alfred Michel, Sp.-V. Adler, Kassel, 2. Willi Gerstung, Athl.-Sp.-V. Marburg. Federgewicht: 1. Willi NeidhaiÄ, Sp.-V. Adler, Kassel, 2. August Rmi, Sp.-V. Kurhessen 1893, Kassel. — 400 Meter- ©taf fetten lauf: 1. Athl.-Sp.-V. 1891 Kassel, 2. Sp.-V. Kurhessen 1893, Kassel, 3. Athl.-Sp -V Marburg. — Mannschaftskämpfe int Tauziehen (Gewicht bis 900 Pfund): Sp.-Kl. Heralles, Kastel, 1. Ehrenpreis, geft. v. Athl.-Sp.-V. Marburg, unb Diplom: Sp.-V. Adler, Kassel, 2. Preis, Tiplom: Athletik-Sp.-V. Marburg, 3. Preis, Diplom: St.- u. R.-Kl. Friedberg, 4. Preis, Diplom. vermischtes, * Eine Statiftik der französischen Fliegerverluste im Kriege. Erne offizielle Stattstik der Verluste^ die die ftanzösische Flugwaffe int Weltkriege erlitten hat, wirb soeben zum ersten Male veröffentlicht. Vom 4. August 1917 bis zum 11. November 1918 tourben 1945 Flugzeugführer und Beobachter getötet, 1461 werden vermißt, deren Tod als sicher angesehen werden kann, und 2922 wurden verwundet. Außerhalb der Heereszone wurden 1927 Führer und Beobachter getötet, fe> daß die Gefamtverluste an Toten und Verwundeten 7757 betragen. Da die voll» Stärke der Waffe am 1. Tezsnber 1918 12 919 Mann betrug, stellen die Krtegsverluste 61 Proz. bar, wahrschetnlich die schwersten Verluste, bte irgendeine Waffe der verbündeten Armeen während des Weltkrieges erlitten hat. Tte sftugzeugproduk- tion Frankreichs während des Krieges kennzeichnen folgende Zahlen: im Jahre 1915 wurden 3460 Flugzeuge gebaut, 1916 börite 7522, 1917: 22*751 und während der ersten 9 Monate vor 1918: 34 219. Tte Flugzeugfabriken beschäftigten am 1. Januar 1915 12 650 Arbeiter, 1916 schon 30960, 1917 68920, 1918 am 1. Januar 131551 und am 2. November 168003 Arbeiter, Büchertisch. — Das Abonnement auf die Meggen- dorfer-Blätter kann jrirerzeit begonnen werden. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung und jedes Postamt entgegen, ebenfo auch der Verlag in München, Perusastt. 5. Der Abonnementspreis befragt vierteljährlich nur 4 Mk. (ohne Porto), die einzelne Nummer kostet 40 Pf. .(ohne Porto). Die seft Beginn eines Vierteljahrs bereits erschienenen Nummern werden neuen Abonnenten auf Wunsch nachgeliefert. — Das Schönste von Storw, ausye- wählt und eingeleitet von Walter von Molo. Eur- bandzeichnung von Heinrich Jost. 1. bis 25. Taufend. Preis gebunden 5Mk. Verlag von Albett Langen in München. Kagna Svendburg. Roman von Anny Wothe. !NaÄ>ruck verboten.) Fortsetzung 44. ffser zu werden suchen, so gut wie die da, bie u selbst mein chesferes Ich nanntest. Sieh nur die er lacht," fuhr sie fort, verstohlen die Tränen ton ben Wimpern trocknend, „ich glaube, er kennt u* I und u- fSSSA** 1 gattleM! Ss» i umfoB1;«, »avlanl ■ Ä* innlkli p •«gS*«'1 iy schon." Sven schlang tief bewegt den Arm um fern 3db unb Sigrid barg ihr Köpsck^n wie ein müdes ind an ferner breiten Brust. „Laß uns kämpfen ad ringen, Sigrid," sagte er sanft, „das Gute i wollen und das Rechte zu tun, laß uns treu ffammenhalten in Leid und Freud, damit diese krnigen Kinderaugen nie trübe werden, ivenn infer Sven einst seiner Eltern gedenkt." Tas klang wie ein Schwur, und Sigrid lächelte toter Tränen. Traußen sank bie Sonne blutrot As Meer, und ein vorübersegelndes Schiss zog folz feine leuchtende Bahn. Ragna verfolgte die Spur, überquellendes 2mkgefühl im Herzen. Sigrids Kind haschte mit den (leinen, unge- Jn demselben Augenblick trat Sven ins Zim- ver. Auch auf feinem ernsten Antlitz glomm rin !ächeln empor, als er sein ftinb an Sigrids Herzen Imb. Ein leuchtender Blick traf Ragna. Das hatte Hut sie vermocht, berat bis jetzt hatte Sigrid ihr Smb kaum an geblickt. Sigrid streckte ihm mit rin em weben süßen ’Serue-Äoff mderlächeln um den Virard bte weiße Hand ent- iie unb Saroa« gegm< er warm an feine Lippe'-t zog. j umfß,6t: ..Verzeihe mir, Sven," sagte sie sanft, „trenn Wiesrnb'- ich bö|e unb ungerecht gegen dich war, ich null . gtcinww iffstr zu werde,: suchen, so gut wie die da, bie Mitteldeutsche Creditbank, Filiale Gießen. 9967D umgetauscht werden. Bank für Handel und Industrie Niederlassung Gießen Gewerbebank e. G. m. b. H. Gießen Direction der Disconto-Gesellschaft Zweigstelle Gießen Hessischer Bankverein A.-G. Filiale Gießen 10. Gottfried Leidig, Lehm in Langsdorf 11. Ludwig Volk, Landwirt in 12. Fritz Fischer, Rechtsanwalt in Gießen 13. Ludwig Göbel I1L, Landwirt in Londorf 11 Fak. Krämer II., BürgernMr i.§teinbach 15.8tto Fencrfiein, Hilföwcichensteller Gieheu 10. Heim. Lotz II., Landwirt i-Ritderbessingen 17. Georg Kling, Lehrer in Gießen 18. PhiliD StuWs, Landwirt in Reiskirchen 19. Friede. Konrad, Eeuieinderechaer iBÄm= Zer RchlMM für -ie „Vereinigte Ltsdt- unb Lanüliße" 1. Mo Schneider I, Landwirt in Mußt 2. Dr. Paul Kisevins, Professor der Landwirtschaft in Gießen 3. Peter Reed, Weißbinderinflr.inHattenrod 1 Heinrich Keil, Bürgermeister ittÄ8* 5. Ludwig Rinn, Fabrikant“ 0. Wilhelm Benner, Bürgermeister in Treis 7. Heinrich Äser, Landwirt in Muschenheini 8. Alfred Romos, Landwirt in Langgöns 9. Karl Stork,RegiernngSbanmeister i.Gicßen WS!f!kl i. UMIjImnnm ins Klkiscs ®r|re Am Sonntag, dem 31. August, ist Provinzialtags - Wahl. Wieder stehen wir vor einer bedeutsamen Wahl. Diesmal handelt es sich um das Wohl unserer Provinz Oberhessen. Die Zusammensetzung der Provinz-Verwaltung ist von größter Bedeutung für alle schassenden Stände. Die Entscheidungen des Provinzial-Ausschnsses schneiden ost tief in die Verhältnisse ganzer BolkSteile der Provinz ein. Deshalb gilt es, Männer in die Provinzvertretung zu wählen, die sachlich und tatkräftig arbeiten für die gemeinsamen Interessen von Stadt und Land, die, Feind jeder Klassen^irtschast, lediglich das Wohl der Gesamtheit im Auge haben Solche Männer sind die von uns in der „Bereinigten Stadt- und Laudlifte" ausgestellten Kandidaten. Bauern, Mittelstand, Beamte, Arbeiter, Ihr alle, die Ihr für Recht und Ordnung seid, Ihr alle, die Ihr erkennt, daß nur zielbewutztes, nationales Denken und Handeln Heimat und Vaterland wieder aufhelfen kann, verhelft dieser Liste zum Siege. Darum am 31. August nochmals auf die Schanzen! Ueberwindet jede Wahlmüdigkeit! Rüttelt die Gleichgültigen auf, daß sie ihre Wahlpflicht erfüllen! Auch die Frauen dürfen nicht Zurückbleiben. Mehr als die Hälfte aller Wahlberechtigten sind Frauen! Erkennt die Verantwortung, die das Wahlrecht Euch auferlegt und wählt! • Darum Männer und Frauen in Stadt und Land, steht fest zusammen und werbt und stimmt einmütig und geschlossen für die „Vereinigte Stadt- nnd Landlifte" beginnend mit den Namen: 9974D Otto Schneider I., Landwirt in Utphe Dr. Paul Giseviur, Professor der Landwirtschaft in Gießen. Unsere Kandidaten find: Die Zwischenscheine der 4% Hessischen Staatsanleihe von 1919 können nunmehr bei den unterzeichneten Banken in die endgültigen Stücke mit nächstfälligem Zinsschein auf 1. Oktober 1919 Statt Karlen I Anna Schmidt Otto Arnold Verlobte I Gießen, August 1919 | Kirchenplatz 21. Asterweg 48. L.........—..................... I Statt Karten Meline Schmidt Louis Berges Verlobte ■■ Ettingshausen Göbelnrod 28. August 1919. j........................ .. ...... 't Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Fritz Bock Paula Bock geb. Walter {Gießen, Nord-Anlag« 39 im August 1919. 9964V 50-60 Norweger Fettheringe, CToße u. kleine, oder 1 Postfaß Vollheringe, liefere zu 18.85 M. franko Nachn. Bei größ. Gebinden bitte Preise zu erfagen. 19991 Willy Haase, Flsehwaren, Dessau 246. Dem verehrten Publikum von Gießen u. Umgegend zur Kenntnis, daß ich die Wirtschaft zum Schiffenberger Tal übernommen habe und bitte um gefälligen Zuspruch. Franz Scheich. 016706 lOi Friedrich Kiefer Schuhmachermeister Gießen, Wetzsteinetr. 19 01W4 Feine Maßarbeit Reparaturwerkstätte Caf6 Ernst Ludwig iiiiniiiiimiiiiimiiniiinimiiiiiimiMiHiHiiiiiiiiimiiuui Heute großer oie™ Opern-Abend Buchcnscheitholz ca. 1—1.20 m la. mehrere 1000 Zent«. Sei Babuttatton zu kaufen gesucht. ngebote mit Preisangabe erbeten an: BonoktiengeseWsst Hohen,Mm, OT4ec Frankfurt ».M. Boststraße 2—4. Aepfel Birnen Zwetschen Gurken Zwiebeln Weisskohl tn Waggonlad. offeriert Edmund Kahn, Landesprodukte-, Obst» u. Gemüse-Großhandlung, Frankenthal (Pfalz). Mop. Sardinen in Olivenöl eingetroffeu. 016781 Dose 2.90 Mark Zwetschkenstiel Kirchcnvlatr 10 Schellack braucher. Stuft, unter F. U. B. 8696 an Endoll Bosse,Franfcforta. EL la. Fussboden- Lackfarben streichfertig la. Weltbohnerwachs la. Krebsfett größere Posten, billigst, este Qualität empsiehlr L. Allheit, Walltorstr. 16. Telephon 230. 9=9—oarcoysr*—o-o Einkoch- Apparate Gläser Gummi •l9*e sehr billig. Carl Schunck Bahnhofstraße 62 (neben Ca!6 Amen#). zuhboden' ftauböl । empfiehlt in bester Qualität Med.-Drogerie zum Kreuzplatz Kreuzplatz 9—10. Packpapiere in Bogen und Nollen Lederpappen ------- Echt ------- Pergament Pergamentersatz Versand- Schachteln in all. gangbaren Gröben am Vaflcr. Besondere Anfertigung. in kürzest. Frist Eierschachteln für 6 bis 48 Stück Inhalt empfiehlt 6Me 3. weinert Gießen Papierwarengrohhandl. Schachtel-Fabrikation Fernruf 215 • Neuenweg 9 Zur Provinzialtagswahl! Wähler und Wählerinnen! Roch einmal rasen wir Euch zur Wahl! Am Sonntag, den 31. August sollt Ihr entscheiden, in welche Geiste die Verwaltung der Provinz Oberhessen in den nächsten brd Jahren geführt werden soll. Die letzten Wahlen haben gezeigt, daß viele Wähler und Was lerinnen der Mittelparteien der Wahlurne fernbleiben und batnii ausdrücken, daß sie der politischen Entwickelung unserer Tage leim große Bedeutung beimessen. Das ist ein schwerer Fehles der sich rächen muß! Täuschen wir uns nicht! Schon erheben die Reaktionäre vy rechts und die Radikalsten von links mehr und mehr das Haupt uv glauben, daß ihre Stunde gekommen sei. Eben gilt es, den kam -neu gezimmerten Staat über die nächsten schweren Zeiten hinweg zubringen. Nur auf demokratischer Grundlage erschein uns die Schaffung geordneter Zustände und die Sicherstellung bi Volksrechte möglich. Dagegen laufen die äußerste Rechte und die äußerst Linke Sturm. Was sie wollen, ist die Herrschaft einer Gruppe flb< das Volk. Die können sie aber nur erlangen durch eine ne« Revolution. Wer eine solche vermeiden will, gehört en um Wähler und Wählerinnen 1 Die Wahlmüdigkeit, die gerade bi den Mittelparteien so stark hervorgetreten ist, muß überwuvd« werden. Am Sonntag muß jeder, dem die Erhaltung der VolkSrechl am Herzen liegt und der unserem darniederliegenden Volke neut, schwere Erschütterungen ersparen will, zur Wahlurne schreite, Wählt die Liste der Deutschen demokratischen Partei, beginnend mit dem Name« Wilhelm Grünewald, Zufthral, Gießen Die Männer, die wir Euch Vorschlägen, bürgen dafür, daß eintreten für Stadt und Land, für alle schaffenden Stände. ,„,c Deutsche demokratische Partei Gesangverein,Liedertafel' Samstag den 30. August 1919, abends 8 Uhr im Saalbau „6af6 Leib“ Ball Freunde u. Gönner sindwillkommenl Der Vorstand. Brautkränze Schleier und Buketts. H. Rüger Bluati- n. Krusiutbin Kreuzplatz 4. Wl Kalk prompt lieferbar ab Lager und waggonweise. *" Gebrüder Kabl, Gießen. Leiterwagen Kastenwagen Ersatzräder KQIerei Sommerkorn Bleichstr. 10. 0SM FrntodprltPn ■” Ia breanem Baaewtileeiib trnieaeCKen teeh mit Oesen 4X2,70. 4,60X3 und 5X3 Meter groß, sofort lieferbar. 9274 Ludwig Lazarus, Asterweg 53, Feraspr. 186. Wir offerieren ab Lager: Erstklassige Nähmaschinen Mercedes - Schreibmaschinen Schreibmaschinentische Farbbänder, Kohlenpapiere Reichhaltiges Ersatzteilelager Auto- und Fahrrad-Pneumatiks und -Schläuche KeinRegeneratod.Itunstgumml Göbel & Appel Bergstraße 20. M Achtung! 1 Große Sendung kinmoiß- nnd SM-Gnrken 11098t. 12-15 M.) nnd Zwiebel eingetrofsen. Verkauf Freitag früh von 8 Uhr an am Felsen- keller und Neustadt 19. Frosch, Telephon 2133. Einmachgurken nur prima Ware, tu Waggonladungen zu billigsten Tagespreisen abzugeben. Nur Eilangebote unter 016578 an den Gießener Anzeiger erbeten.________ Versteigerung. Freitag den 29. August, von nachmittag» 2 Uhr ab, versteigere ich Neustadt 55, im Pfau, 1 vollständiges Bett, sehr gut, 1 Bettstelle mit Ma- trabe, 1 Waschkommode mit Spiegelaussatz, eine Kommode mit 4 Schubladen, 1 eintür. Kletderschrank, 1 Schneider-Nähmaschine lPsafft 1 Tisch, 2 Stühle, 1 Nachttisch, 1 Badewanne, 1 Sportwagen, einige Damenblusen, 1 Damenmantel u 1 Kapes; ferner aus einem guten Hause eine große Partie Kinderkleider, als Röckchen, Kleidchen, Höschen, 1 weißer Pelz mit Muff, Damenblusen und -röcke, ein Hutkoffer, 1 eleganter Rohr - Koffer, 1 Besteck - Koffer, Btlderrahmen,- ferner 1 Rollwand, 2 große spanische Wände, 1 Bildständer, 1 Klappstuhl, 1 Kindersportwagen, 1 Bidet, 2 photographische Apparate (13X18), 1 Paar Studentenhandschube mit Stulpen, 1 Vergrößerungsglas mit Oilbergriff, Jünglings- Waschkleider, Bücher und vieles andere, 1 Trans- port-Dreirad mit Kasten, 2 Paar Stiefel Nr. 43, 1 Korbstasche (25 Liter», 1 Bettstelle mit Decke und Kissen, 1 Kletderschrank, 1 Tisch, 1 Regenmantel 1 Fahrrad mit Bereisung, 1 Fahrradaestell, 1 guter und ein älterer Teppich, 1 Wagcntuch, sowie HauS- haltungSgegenstände nnd 1 elektrischer Kronleuchter, 1 Kontordrehstuhl, 1 Duschbadewanne, mehr. Fensterrahmen mit Glas, 1 polierter Eckschrank, 2 Kinder- pulte, 1 Bratofen, 2 Ofenschirme, 1 Familien-Näh- maschine, Bier- und illkörgläser usw. Versteigerung bestimmt. \ 016754 H. Benner IL, Auktionator Krofdorser Straße 9. NB. Annahme von Versteigerungen aller Art, auch einzelner Stücke. Rückgrat ' Hoenmieressanie Breschürs mit cirfca 60 Abbildungen tu b**iebSn gegen EJneondung von Merk 1.— von FranzMenze) Dresden-Blasewitz 345 Ein-Rexen ohne Zucker Rex-Glaser u. Apparate die besten Vor Nachahmangen wird gewarnt. Ett erlchl ßonn niona diePc petul sürdi fit Hi' erscheint na-h jn^lts-Ucbt Wksernahrn Betr.:Dte Tic Zu Ermittlung findenden ÜB vo in dem Litzu Gieße Betr.: Far ben Ivti Feit An Hit Bm Unter B schreiben des uns bis f P ä teilen, welche Tic Anzahl d sonstigen Ang Bericht, so ne Gemeinde nid Gietzet Kri Reichsministei J.M. Tie Fam aus dem B bett oder tu z 1-tti Vero beit Ziett(i € iReichS-Mtzi Bersorgungsg vorgenannien beim Borlieg sosern die B, atmen Heere Es ist an denen der i Reichsangehör Versorgung de »Webend sin für eine solche sch ans ihr e W, für bald, Art dort beka iihigen Porar msseii an die nriegslvitiven- fcrjn Frage Hülsen, nxnn "e Festsicllu! Pte in Betrac Massnahinen, Ausland oder Würden vorne! öknyche 3iui ästiger nngü ^td der Gesai Ten für 1 5onjeit no 8E"ndigung.el pgenju g, I Öiehen Krei