Swilliirgrnmd-nuk » Verlag: Vrühl'fche Uaiv.-Vuch- a. Ztemöruckerei kl. Leuge. Zchriftleitung, Geschäftsstelle u.vruSeret: Zchulstr. T< Lvuainn« von Mujeifcn f. die Lagesnummer dis zum Nachmittag vorher ohnejedeBerbmdltchkett Stets für 1 mm Höhe lü« n^eiaenv.34inmBrett« örtlich 15 Pi., auSwärt» 18 Pi., für Reklame- anzeigen von 70 mm Breite 48 Pf. Bei Platz- vorfchrifi20'/^Auifchla-» Hauvtfchriitleiter: Au^ Goetz. Veranlwortt»^ für Politik: Aua. Goetz, für den übrigen leit Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: y. Beit; fämilid) in ©tt|e* M. 226 Der eiefiener »nzefgei erscheint täglich, außer bann- und Feiertag«. Vezvgrpreir: menatl. Mül 60, vierteljährlich Ml. 4.80; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Mk. 1.50; durch die Post Ttf. 4.50 viertel» jährt auSschl. Bei.ellg. Fernsprech - Anschlüsie: für die Echriftleitungl 12 Beriag,GkschäUSstelle51 Anschrift sürDrabtnach- richten: Lvzeiger Sieden. poftschealonto: Zrmtkfurl a. M. U686 Erster Blatt (69. Jahrgang Samrtag, 27. September 1919 Siegeltet Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen wochenrüSStlck. tzkm 30. September nimmt die Nationalversammlung ihre Beratungen wieder auf; in ihren Ausschüssen ist bereits wesentliche Vorarbeit geleistet worden. Man hat z. B. das Rälegesetz, ferner das „Reichsnotopfer" in Angriff genommen, wovon es nun heißt, die Mehrheit des Parlaments trage sich mit dem Gedanken, von einer ein- Maligen großen Vermögensabgabe abzusehen «nd dafür eine entsprechende fortlaufende Vermögensbesteuerung einzusetzen. Wir haben von der Erklärung des Reichsfinanzministers Kenntnis gegeben, der zwar die Nachteile einer solchen fortlaufenden Vermögenssteuer auseinandersetzte, aber doch offenbar geneigt ist, einem etwa sich geltend machenden Mehrheitsbeschluß sich zu fügen. Auch die gefürchtete Umsatzsteuer, deren Notwendigkeit kaum geleugnet werden kann, ist schon aufs Tapet gekommen. Allerdings ist sie auf Antrag der Mehrheitssozialisten einstweilen noch einmal beiseite gelegt worden, weil diese Partei vorgibt, zunächst müßten die direkten Steuern erledigt sein. In diesem Punkte hat Erzberger aber widersprochen und sein „unannehmbar" erklärt. Man könne auf die Umsatzsteuer, die vier Milliarden bringen und schon am 1. Januar 1920 in Kraft treten soll, keinesfalls verzichten. Auch dürfe nicht noch ein Jahr damit gewartet werden, weil für den Ausfall kein Ersatz vorhanden sei. Der Ausschuß hat die Weiterberatung des Gesetzes ausgesetzt, bis die Regierung sich mit den hinter ihr stehenden Parteien geeinigt habe. Sehr haltbar und sturmfest ist also die parlamentarische Tribüne, auf der die Reichsregierung steht, keineswegs. So hat man auch ihren Nachtrag zum Haushalt des Reichspräsidenten von allen Seiten kritisiert und beuörgelt, und Herr Ebert wird es billiger tun müssen. Bei solcher Lage ist es kein Wunder, wenn der Gedanke erörtert wird, die D e- motraten wieder an der Regierung teilnehmen zu lassen. Es sollen bereits Verhandlungen darüber schweben, denen wir Erfolg wünschen wollen, weil wir für den nahenden schwierigen Winter wirklich eine Regierung mit breiterer Volksbasis brauchen. Gefährliche Klippen drohen dem Staatsschiff, dem eine sichere, willenskcäftige Führung mangelt. Wir haben den Seemannsstreik nicht nur wieder in den unruhigen Küstenstädten, sondern auch anderwärts auf der Fahrt. Spartakistische Wolken haben sich drohend zusammengeballt, aus etlichen Verhaftungen ergaben sich Beweise, daß diese dunklen Ehrenmänner in gefährlichster Weise konspirieren, um an einem bestimmten Tage eine neue Revolution ins Werk zu setzen. Einem solchen Umsturz redet auch die Partei der Unabhängigen unaufl)örlich das Wort. Wir sehen ihre Agitation auch in unserer nächsten Nähe, in Gießen, dessen Rathauskrawalle übrigens im Reiche Schule gemacht zu haben scheinen, in Frankfurt und Offenbach, wo der sattsam bekannte frühere Berliner „Polizeipräsident" Eichhorn seine aufrührerischen Reden gehalten hat. Die unbestreitbaren Nöte und Mängel in unserem Volksleben, die Verarmung Deutschlands, die sittliche Zerrüttung, die allenthalben um sich greift — alles muß herhalten, um die Unzufriedenheit zu schüren, die Vernichtungswut aufzustacheln, das Heer der Anarchisten zu vergrößern. Um diesen Hetzereien wirksam entgcgenzutreten, ist es nötig, daß zunächst einmal alle Mittel angewendet werden, um dem Schiebertum, dem skrupellosen wilden Händlectum, das unser Wirtschafts- und Ernährungsleben verpfuscht, energisch zu Leibe zu gehen. Es wäre in der Tat nötig, auch dagegen eine Art Belagerungszustand zu erklären, die Diktatur einer st arkenFau st im Wirtschaftsleben einzusetzen. Unsere schwächlichen Er- uährungs- und Wirtschaftsminister taugen nichts. Unseren heimischen Produzenten ist gar nicht ernst genug die Gefahr vorzuhalten, die eine übertriebene Bereicherungssucht alle hecaufführt. Es ist recht be- v/nklich, daß beispielsweise die Gießener Unabhängigen in ihre Maßlosigkeiten auch dre zutreffende Tatsache der aber auch vö l- Stocken geratenen Butter- und Milchlieferungen einmischen können. Es ist richtig, daß seit Wochen in Gießen keine frische Butter verteilt worden ist. Wo kommt sie hin, wer verschuldet dies? Eine ernste Ge- Wissensprüfung für unsere Landwirte, die leider ja auch vielfach noch in große Getreideschiebungen sich einlassen! Hier ist unbedingt Abhilfe zu schaffen. Dazu bedarf es -freilich durchaus keiner neuen Revolution, londern allenfalls einer Regierung, die sich *mf alle Volkskreise stützt. Die Unalchängi- Hen und Kommunisten aber haben bei ihrer Agitation sehr fragwürdige und dunkle End-1 Ziele im Auge. In ihrem früher schon er- -vähnten Gießener Flugblatts behaupten sie, | die „rückständigen" Organe unserer Regierung verfolgten den Zweck, „den Zuscunmen- bruch des deutschen Voltes zu vervollständigen, um bann für ihre Zwecke besser im Trüben fischen zu können". Nein, im Gegenteil, das ist der Zweck, den gerade die Unabhängigen selbst ganz offensichtlich verfolgen. Wo wären die befähigten und gewiss enhaftenOrgane, die eine unabhängige Regierung in den vielverzweigten Wirtschafts- und Verwaltungskörper ein stellen könnte! Wir haben aus dem Jungbrunnen ihrer Partei noch keine besonders respektablen Charaktere aufsteigen sehen. Dagegen sind unter ihrem Anhang sehr viele ziveifelhafte Elemente sestgestellt worden, die weniger daran denken, „dem arbeitend«! Volke die Früchte seiner Arbeit zuzulvenden", als viel- nrehr die eigne Tasche zu füllen. Der spärliche Idealismus, der in vereinzelten fanatischen Köpfen obwalten mag, wird im Ernstfälle, wenn die Führer ihren Heerbann nicht mehr in der Gewalt haben, von der Flut der Plünderer und Raubgierigen hinweggeschwemmt werden. Warum wird>das verhältnismäßig geringe Aufgebot von Schutz- und Ordnungs- mauusckzaften, über das unsere neue Republik noch verfügt, von diesen Kreisen so erbittert angefeindet? Glaubt man in einem kommunistischen Staate ohne Polizeitruppe aus^ukommen? Die Schaffung unserer Reichswehr und deren bisherige Tätigkeit hat im allgemeinen nicht beunruhigend, sondern «beruhigend gewirA. Sie dient der Niederhaltung und Zurückweisung aller Umsturzvvrsuche und ist der gegenwärtigen Reichsregierung verpflichtet, ohne selbst mit Politik sich aözugeben. Alle Männer, die auf dem .Boden der Verfassung stehen und für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung, von Gesetz und Sicherheit einstehen wollen, haben darin'Platz; das schließt freilich Unabhängige und Kommunisten ans, die ja aus gewaltsamen Sturz des jetzigen Systems hinärbeiten. Die spartakistischen Verschwörungen, die in diesen Tagen aufgedeckt worden sind, geben dem Äieichswehrminister Rosbe darin recht, wenn er zur Bildung weiterer zeitfreiwilliger Verbände auffordert, die uns über eine bedrohliche Uebergangszeit hinaushelfen sollen. Was sich Heutigentages alles organisiert, dafür haben wir gestern einen drastischen Beleg erhalten. Uns wurde in fein bedrucktem und elegant ausgestattetem Briefe aus Hamburg mitge- teilt, daß sich dort der „Z e n t r a l v e r b a nd der Vo r b e str af ten" gebildet habe! Ganz naiv verweisen die Gründer darauf, daß, da jeder 6. Mann im Deutsck)en Reiche vorbestraft sei, der neue Verband „eine der größten und segensreichsten Organisationen Deutschlands" werden könne. Zwar erklärt diese „Interessenvertretung aller Vorbeshvaften", grundsätzlich keine Politik zu treiben, allein ihre Forderungen weisen deutlick) genug darauf hin, Iöo Ursprung und Ziel der Gründung liegen-^„sofortiger Erlaß einer zeitgemäßen Amnestie und Abschaffung der Todesstrafe, ferner schleunige Reorganisation unseres Strafrechts unter Hinzuziehung von rechtskundigen Vorbestraften und Vertretern des Proletariats". Wir vermuten, eine solche Organisation, die überall Ortsgruppen bilden will, ist nicht gerade als Schutz truppe für die gegenwärtige Regierung gedacht! Wir können es wahrlich verstehen, daß bitfe nach neuen Sicherungsmaßregeln umschaut und an die Stadtverwaltungen mit entsprechenden Anregungen herangetreten ist. Zu den Gießener Vorgängen vom 15. September hat der örtliche sozialdemokratische Wahlverein nun ebenfalls in dem Sinne Stellung genommen, daß er „die von einem Teil der Demonstranten begangenen Handlungen im Stadtverordnetensaale entschieden verurteilt, da solche Vorkommnisse geeignet sind, das Ansehen und das Vertraueuzu'r J r- beiterschast zu untergraben". Merkwürdig, daß der Vorstand der sozialdemokratischen Partei Gießen trotzdem in einer Zeitungs- erkläruug gegen die Kundgebung der Reichswehr Front gemacht und bei der maßgebenden Stelle Beschwerde wider sie erhoben hat! Es wird da geltend gemacht, die Reichswehr habe in den politischen Streit eingegriffen. Nein, um politischen Streit hat es sich da nicht gehandelt, sondern um gesetzwidrige Ausschreitungen. Dagegen einzuschreiten ist gerade die Aufgabe der Reichswehr, und die Erklärung des Hauptmanns v. Eisenhardt enthielt nichts anderes als ein- Bekenntnis zur Pflichterfüllung der Reichswehr. Der Einwand, die Reichswehr sei Organ der gesamten Bevölkerung und dürfe daher nicht aus eigener Machtvollkommenheit gegen Teile der Bevölkerung Stellung nehmen, ist gleichfalls hin- fLllig, denn die Reichswehr ist Organ der gesamten Bevölkerung, soweit sie sich auf den Badendes Rechts und derVer- fassung stellt. Sie ist also nicht auch für gesetzlose Ruhestörer da und für solche, die Gesetzwidrigkeiten guthetßen. Sehr befremdlich ist die Behauptung, durch das'Austreten der Reichswehr sei Beunruhigung in der Bevölkerung entstanden. Ordnungsliebenden Einwohnern ist davon nichts bekannt. Eine Bestrafung der Reichswehrführer, wie sie beantragt werden soll, wäre unrecht, da sie nur im Namen chrer Mannschaften gehandelt haben. Warum soll aber diesen in Sachen, die ihre Interessen und gesunden Knochen angehen, der Mund so ganz verbunden sein, während man doch beispielsweise die Eisenbahner nach Belieben demonstrieren läßt? Wir hoffen, daß die zuständigen Stellen da eine loyale und vernünftige Entscheidung fällen werden! Ein deutsch-französischer Zwischenfall. Idstein, 25. Sept. Einer Bekannte machung in der „Idsteiner Zeitung zufolge\ hat eine Patrouille des Limburger Reichswehrbataillons im besetzten Gebiet zwei fran*i zösisclze Unteroffiziere verhaftet und sie nad)' Limburg geführt. Nach Feststellung des Sachverhalts wurden die Franzosen sofort zu- rückgeschickt,^unterwegs aber von einzigen. Personen nochmals verhaftet. Hierfür verlangte», der Kommandierende General der Besatzungsarmee von den Behörden im unbesetzten Gebiet formelle und feierliche Entschuldigungen. Diesem Verlangen entsprachen jetzt die Bürgermeister von Limburg und Jostein und der Kommandeur des Reichs- wehrbataillons. Dem „Sühncakt", der hier stattfand/ wohnten bei französische Offiziere, der LaNdrat des Untertaunuskreises, die Stadtverwaltung von Idstein und die beiden verhaftet gewesenen Unteroffiziere. Wilsons Antwort an Italien. Versailles, 26. Sept. (WTB.) Wie die „Chicago Tribüne" meldet, ließ Wil- s o n Italien eine Antwort in der Fiume- frage zugehen, worin er sich kategorisch weigert, den Vorschlag Tittonis, daß Fiume italienisch werden solle, und daß der Hasen zu internationalisieren sei, überhaupt in Betracht zu ziehen. Japan und dieHeimsendnng verdeutschen Gefangenen. Berlin, 26. Sept. (Wolff.) Die Reichszen- tvalstelle für Kriegs- und Zivilgesangcne teilt mit: 1. Die japanische Regierung machte gemäß der Entscheidung der Pariser Konferenz den Vorschlag, die deutschen Kriegsgefangenen in die Heimat zu entlassen, ohne die Ankunft der mit dem Abtransport beauftragten deutschen Kommission abzuwarten. Die Bereitwilligkeit der schweizerischen Gesandtschaft in Tokio, sich allem Erforderlichen anzimehineir, läßt eine glatte Abwicklung des Abtransports erhoffen. 2. Es besteht die Hoffnung, daß der Dampfer „Roon", der die Besatzungen der in Niederländisch-Judien ausgeliefert«: deutschen Schiffe abhvleu soll, gleichzeitig die in Ahmednagar (Vorderindien) befindlichen Deutschen mitbringt, soweit Platz vorhanden ist. Die schwedischen Arbeiter und der Kongreß in Washington. Stockholm, 27. Sept. (WTB.) „Sozialdemokraten" veröffentlicht ein Schreiben des schve- dischen Landessekretariats an den Stnatsmmister Eden über die Stellungnahme der sch w e d i s ch e n Arbeiter xu dem Kongreß, in Washington. Danach wird augenblicklich in Amsterdam von Vertretern der Arbeiterparteien der verschiedenen Länder darüber verhandelt, inwieweit der Kongreß dem Beschluß der Amsterdamer Tagung entspricht. Die schwedische Delegation ivird am 30. September nach Amerika fahren, um dort das endgültige Ergebnis abPuwartcu. Sollten die Uu- -ersuchungen in Amsterdam wider Erwarten die Teilnahme der Arbeiter an dem Kongreß in Washington unmöglich mache::, so wäre die schive- bcfdye Vertretung verhindert, an dessen Verhandlungen und Beschlüssen teilzunehmen. Bon den russischen Bolschewisten. Amsterdam, 26. Sept. (Wolff.) „Neuyork Herald" und andere amerikanische Mütter melden, daß Trotzki erllärt habe, der weltumfassende Kampf gegen den Kapitalismus werde gegen Amerika und England fortgesetzt werden. Nur dem besetzten Gebiet. Die Franzosen gegen den Beamteneid. Die Franzosen verbieten die Leistung des neuen Beamteneides. Der deutschen Regierung kam ein Befehl der französischen Kontrollstelle bei der deutschen ZivikbevüKerung im Bezirk Wiesbaden zur Kenntnis, ton rin der Regierungspräsident in Wiesbaden ersucht wird, jcde neue Eidesleistung der deutschen Beamten zu verbieten. Jeder Beamte, der einen solchen Eid leistet oder ibn seinen. Untergebenen abnehmen sollte, mache sich, wie es in dem Befehl heißt, eines sehr schweren Vergehens schuldig. — Die deutsche Waffenstillstands- k o m m i s s i o n legte im Auftrag der deutsche: Regierung gegen den französischen Befehl nachdrücklichste Verwahrung ein und sprach die Erwartung aus, daß die Alliierten bei der Prüfung der Angelegenheit sich von der RovvenidigLit der Beseitigung des Befehls überzeugen werden. Eine Mark ---- 31 Centimes. Reisepässe nach dem besetzten Gebiet. Frankfurt a. M., 26. Sept. (Wolff.) Das Zivilkommissariat IV teilt mit: Zur Einreise in das von der 10. Armee besetzte Gebiet ist vom 1. Oktober ab der gewöhnliche (braune) deutsche Reisepaß mit einem französische« Sichtvermerk erforderlich. Der Paß ist auf dem normalen Weg durch die Polizeibehörden zu beschaffen und mit einem ausgefüllten Antragsformular des Zivilkommisiariats IV diesem Amt zur Weiterleitung an die französische Militärbehörde und Erwirkung des Sichtvermerkes ein- zureichen. Die Bereits ausgestellten Einreise-Erlaubnisscheine (Sauf-Conduit) behalten ihre Gül-* tigfeit bis zum Ablauftermin. Ebenso werden di« bis zum 1. Oktober ein gereichten Gesuche um Em-, reiseerlaubnis wie bisher bearbeitet. • « hl. Griesheim, 24. Sept. Seit vorgestern sind etwa 600 Mann Afrikaner inB ürgerqnartiereneu zur bisherigen Besatzung dazugekommen. Zum Ueberfluß sind es dieselben Marokkaner Nr. 3, die bisher in Bischofsheim lagen und dort zu dauernden» Beschwerden Anlaß gaben, weil sie täglich bie1 Felder durchstreiften und das unreife Obst, Gurken, Kürbisse usw. aßen, die Aeste abrissen/ die Bäume knickten, Fruchthaufen in Brand steckten, und sonstigen Schaden anrichteten. Das alles deshalb, weil die Offiziere die Ber- pflegungsgelder unterschlugen — man sprach von 25 000 Mk. — und die Mannschaften daher nichts zu essen bekamen. Ganz dementsprechend führten sie sich, wie die „Hessische Ldztg." berichtet, jetzt in Griesheim ein. Sie taten genau so, als wäre noch Krieg, drangen ohne tzu fragen in die Hofceiten ein und requirierten z. B. kurzer Hand Holz und die Latwergkessel, die die Landleute doch jetzt selbst ,nötig brauchen. Aehnlich machten es die Offiziere. Gleich am ersten Tage erschienen sie auf Festlichkeiten der Bewohner, jeder mit einem zweifelhaften Dämchen am Arm, verlangten die schönsten Plätze für sich usw. — Bekanntlich ist dicht bei Griesheim der Uebungsplatzl mit einem Raum für 8000 Mann. Angesichts dieser Tatsachen und des doch jetzt bestehenden Friedenszustandes fragt man sich immer wieder, was die französi che Heeresleitung, der doch die Verhältnisse bekannt sein müssen, bezweckt, immer weiter die Bevölkerung mit Einquartierung zu drangsalieren, dazu mit Farbigen so üblen Rufes und Aufführung. la. Limburg, 25. Sept. Die Sonn- t a g s p ä s s e zum Ausflug in das besetzte Gebiet werden in Zukunft nicht mehr ausgestellt.^ Die letzten Pässe werden für Sonntag den' 28. September ausgegeben. dz. A u s R h e i n h e s s e n, 25. Sept. Die< Gemeinderatswahlen in den rhein- hessischen Landgemeinden und Städtchen dürften sich in recht ruhigen Bahnen vollziehen. Vielerorts ist man nämlich bemüht, ein Wahlabkommen auf Grund der Wahlergebnisse zur Nationalversammlung zu treffen. Nach dem Verhältnis dec damals abgegebenen Stimmen sollen die Mandate bei den Ge- meinderatswahlen unter den Parteien vergeben werden. Ein solches Abkommen ist u. a. bereits in N i e r st e i n und in Alzey erzielt worden. Von den 12 Sitzen soll hiernach in Nierstein die Sozialdemokratische Partei 6, das Zentrum, die Detnokratische Partei und die Deutsche Demokratische Partei je zwei Sitze erhalten. In Alzey will man der Sozialdemokratie 9 Sitze, darunter einen Beigeoro- neten, der Demokratie 8 Sitze, darunter einen Beigeordneten und dem Zentrum und den Nationalliberalen je 3 Sitze zubilligen. Unsere Valuta ist erfreulicherweise sachte im Steigen, das macht aber auf die Herren Franzosen keinen Eindruck. Nachdem sie bereits vor vier Wochen den Wert der Mark von 48 auf 36 Centimes herabgesetzt haben, ist jetzt die Mark im französischen Besatzungsgebiet auf 31 Centimes herabgesetzt worden. Das bedeutet eine abermalige Verteuerung der durch die Franzosen eingefübrten Lebensmittel. Aus dem Reiche. Eine Kundgebung der Parteim zur rheinischem Frage. Berlin 26. Sept. (Wolff.) Tas bemohw tische Mitglied der preußischen LcrndesversamvÄmp» Abg. Jansen, teilt in der „Walder- Zeitung" mit. daß vor kurzem in Köln Vertreter alle« rheinischenParteien zusanmwtrattn fertig genommen allerdings das Zentrum), und sich dahüh berflÄntecfteJi, ernt ganetirfome ®ntfertei, dir Deutsche demokratische Partei, die 2t>=- ßialdenwkra tische Parier und auch, die Unabhängise €x>g iaTbernofrat ifd,e Partei, diejenigen Msigt.cüer aus ihren Reihen ausstoßen, die Istusori nach öfsciU- luiz Tur den Gedarrten der rheinischen Republik emtrcten. Sozialdemokratie und Nmsatzftnrer. B e r l i n, 26. Sept. (Wolff ) Da dieSozial- vemo traten ihren Antrag auf Vertagung der Beratung über das Umsatzsteuergesetz Vrrückgezogcn haben, begann der Lüisschuß ber 92 a> lioualversanrmLung heute die Beratung des Gesetzes. Die Frage einer allgemeinen Amnestie. Berlin, 26. Sept. (W. B.) Bei der Be- Dotung tes Haushaltes der Rcicksjustizvcrwaltuug im Laushaltungsaitsschuß der Nationalversammlung erftärte ein Regierungsoertreter, daß eine allgemeine Amnestie nicht in Aussicht ft c b e, vielleicht aber beim endgültigen Friebensschluß erlassen werden würde. Mordanschlag auf heu Leiter der Berliner Militürpolizei. Berlin, 26. Sept. (WTD.) Gegen den Leiter der Militärpolizei, Ma-ior Hintersatz, der gegen die Schieberkveise in letzter Zeit besonders scharf vorging, wurde gestern abend, anscheinend voir Personen, die persönlich Rache an ihm nehmen wollten, ein Mordanschlag verübt. Der Major wurde am Köpf verwundet. Tie Täter, von denen einer einen Schuß in die Brust erhielt, find ent» so armen. Liu geheimes Rundschreiben der Kommunisten. Berlin, 26. Sept. (Priv.-Tel.) Tem „Ber- kner 8otalan»ciger" wird von der Haller Sektion der Liga zum Schutze der beutschen Kultur ehr geheimes Rundschreiben der Reichszentrale der Ko m m u n isti sche n Pa r ter T-eutsch- lands mit geteilt, in dem auf die Verbreitung plwbv- graphischer Abrüge unbequemer Persönlichkeiten durch, die K. P. T. hingewiesen tvird und die genaue Feststellung von Stärke und Art der in jedem Be- girk vorhandenen militärischen Verbände und Einwohnerwehren nebst Bemerkimgen über die Führer- periönlichLnten gefordert wird. Ebenfalls wird die Rotnendigkeit der Bearbeitung der heimtehreicken Krngsgksanaenm in den Durchgangslagern im Partei interesse betont. Die Kommunisten und die Strafgefangenen. M ü n ck, c n, 27. Sept. (WTB ) Die Polizei hob das in einem Schul Haus befindlich« Bureau der Frauenhilfe für politische Gefangene aus und nahm eine Reil-e Verhaftungen vor. Es wurde zahlreiches k o m m u n i st i s ch e s Propagandamaterial vvrgriunden und festgestellt, daß damit unerlaubte Begünstigungen für entwichene Strafgesangene ober solche, die ihrg Strafe antreten sollten, ausgeübt wurden. Ter Ubteilungskommandant der Roten Garde während der Münch.ener Räteherrfichaft, der Sückertt Wollen- berg, ist aus seiner Festungshaft in Anspach ent- wjLen. Sinschreiten der Reichswehr in Havelberg. Berlin, 26. Sept. (Wolff.) Das „Berliner 4-ageblatt" meldet: Dieser Tage trafen mehrere Kompagnien Reichs wehrtruppen und das Pionierbataillon von Glöwen in Havelberg ein und besetzten sofort das dortige Mannsch>asts- barackenlager. Den hsherigen Wachmannschaften wurden die Waffen abgenvmmen und die Mannschaften sofort entlassen. Aus der Deutsch-nationalen Volkspartei. Eine westdeutsche Zeitung hatte von ernsten Schwierigkeiten innerhalb der Deutschnationalen Volkspartei berichtet. Die konservative Richtung verlange angeblich, daß Graf Westarp stärker in den Vordergrund treten solle, wogegen der Flügel unter Franz Behrens Widerspruch erhebe. Nach einer Erklärung der „Korrespondenz der Deutsch-nationalen Volkspartei" beruht diese inzwischen in eine Reihe angesehener Zeitungen übergegangene Nachricht auf freier Erfindung. ver Bausbalt 6« Reichspräsidenten. Berlin, 26. Sept. (Wolff.) Der D a u s h a l t u n g s a u s s ch u ft der Nationalversammlung genehmigte den Haushalt des Reichspräsidenten einmütig in der Form, daß das Gehalt auf 100000 Mk. und die Gesamtausgabe auf rund 600000 Mk., im Voranschläge 704 000 Mk., ermäßigt wurde. Darin sind 100 000 Mk. zur freien Disposition des Präsidenten einbegriffen, worüber Rechnung abznlegen ist. Das Büro des Präsidenten umfaßt einen Leiter des Büros und anstatt der geforderten drei vortragenden Räte drei Referenten. • Da» ReichSnotopfer im ««»schuß. Berlin, 25. Sept. Der Ausschuß der Nationalversammlung zur Beratung des Reicks notvpsers begann am Donnerstag mit der Eiiizelv'.'MtiNF. Tie Teutschnationale Voktzpart.i Und die Deut.che Volkspartei äußerten Bedenken gegen § 1, nach dessm Fassung der Besitz durch eine nach den Vorschriften des Gesetzes zu bemessende große Abgabe vom Vermögen (Rrichs- iwtopfer) der äußersten Not des Rmches Opfer bringt. Ter Ausschuß setzt daraufhin die Beratung des $ 1 zunächst aus. Zum ersten Absatz von § 2 (Auszählung der Abgaoepslichten) beantragt Dr. Rießer (T. Bpt.) eine Freistellung bet Aus !ands>."ut scheu vom RrichÄrotopftr, falls diese bereits ftüher aus der Steuerpflicht entiaffen sind und seitdem ihren dauernden Aufenthalt ober Wohnsitz nicht wieder nach Deutfckstand zurückverlegt haben. Weiter sollten nach dem Antrag die öffentlichen ^odce dem öffentlichen Verkehr die itenben Sparkanen ebenfalls in das Gesetz rinbe- zogen werben Unter ft aat5Kfrrtar Mösle wandte sich da gegen, das; die '.'luslanbSdeutfchen grundsätzlich von ter Abgabep licht frcigclassen rourow. Die Sparrn,«en müßten frei bleiben, weil nach § 5 die Gemeinden und Gemeindeverbäl'.de von der Stcuer- Vsiickn befreit sind, and? wenn sie öffentliche Er- worbsuntemehiuungeu sind. Aus Ge^'chti ikeitö- grünter mieten die Sparlsfseu ben Otem-.inben gleichgestellt werden, zumal sie auch große uürS- verluite an Kriegsauleiheu erlitten hätten. — Ern zweiter Regiervngsverireter machte darauf auf» merffam, baß das reine Vermögen der Sparkasse» tatsächlich sehr gering sei. Ein demokratischer Vertreter er- tlärte, daß die demokratische Partei dem Anträge hinsichtlich der Sparlasseu imnpathisch gegenüber» stände. Ein Zentrumsvertrete. ersuchte dagegen um Ablehnung der Einbeziehung der Sparkassen. — Nach längerer Debatte wurde der Antrag Istießer abgelehnt. — Auf Eintrag Ternburg (Tem.) werden die Koloniolgesellschaften abgabepflichtig gemacht. 8 2 bleibt selbst im Wesentlichen unverändert, nadjbem in ber Nachmittagsiitznng bet Finanz- Minister barauf hingewiofen hatte, datz nur das ausländische Vermögen Nichtdeutscher der Abgabepflicht nickst unterliege. Tie §§ 3 u:tb 4 wurden debattelos angenommen, ebenso nach fürs er Debatte Ziffer 1 und 2 des §5, wonach die Gliedstaaten forme die Gemeinden imb Gemeindeverbände abgabefrei sind. Nach Ziffer 3 des §5 sind die Ki r- chen, sowie die kirchlichen und rrfigiöfen Gemeinschaften abgabefrei. Cm sozialtemokratifcher Antrag verlangte die Streichung dieser Bestimmung. Der Antrag wurde mit bem Hinweis auf die außerordentliche Not des Reiches begründet. Ein deutsch- nationaler Antrag wollte zu Ziffer 3 hinzufügen, „soweit sie jn Bestreitungen ihrer Bedürfnisse Steuern erheben, ober infolge Heranziehimg zum Reichsnotopfer Steuern erheben müßten". Finanzminister Erzberger ersuchte imt Ablehnung bes sozialdemokratischen Antrages, da tatsächlich kein aktives Kirchenverrnögen gegenüber ben kirchlichen Lasten vorhanden fei, sondern den Kirchen vom Staate noch Zuschüsse gewährt werden müßten. Der Antrag habe keine praktische finanzielle Briteutung. Das Gleiche gelte von dem Anträge der Deutsch- nationalen. _ — Auch ein Zentrumsabgeordneter wies darauf hin, datz die Besteuerung ber Kirche kerne Erträge liefere. — Ein Mitglick ber U n» abh ängigen befürwortete dagegen den Antrag der Mehrheitssozialisten. Man müsse einmal feststellen, ob wirklich Kirchmvermögen vorhanden fei. Wie Finanz Minister Erzberger mitteilte, wird im Lause hes nächsten Monats ein Gesetzentwurf über die Bcsteuerungdertoten Hand vor- gclegt werden. — Von demokratischer Seite wurde der Antrag ber Dcutschnatumalen unterstützt. Man müsse feine Bestimmungen aber auch auf die Ge- memben austehren. — Von sozialdemokratischer Seite wurde noch betont, daß die Annahme des sozialdemokratischen Antrages im Volke beruhigend wirken würde, dadurch, daß auch die Kirche unb Religionsgenvernschasten an bem Rmchsnotopfer teilnehnum miäßten. — Eine gegenteilige Ansicht wurde von einem Vertreter des Zentrums geäußert. — Nach längerer Debatte würbe ber sozialdemokratische Antrag angenommen rock die Beratung auf Freitag vertagt. Aus Das Hessische Landgeseß ist, so wirb uns pur zuständigem Stelle geschrieben, nach seinem kürzlich erfolgten Inkrafttreten von der Regierung alsbald in Vollzug gesetzt worden. Belwrdeu unb Beamte sind bestellt: Laub?saus- schüsfe und Organe der Vertrauensmänner bffin- den sich in Bildung. In zahlreichen Gemeinden des Landes hat die Arbeit auf Grund des Gesetzes bereits begonnen. Freilich konnte dies noch nicht überall geschehen. Anträge auf Einleitung tes gesetzsickcn Verfahrens sind rn so bedeutender Anzahl erngelaufen, daß auch bei äußerster Anspannung jeder Arbeitskraft, b*e sich verfügbar machen läßt, ein Berfahren nicht überall alsbald ringe» leitet und burdtgefüfrrt werden kann. Schon ans äußeren Gründer! ist dies nicht möglich. Tie Arbeit der Behörden greift aber auch so tief in unser wirtschaftliches Leben rin unb berührt das Wohl unb Wehe so vieler Dolksgerrosfen, daß sie nur nach gründlichster unb gennifenljafbeifer Prüfung und nach eingehender Untersuchung, besonders auch an Ort unb Stelle, mit Erfolg bnrch- flefüfjTt werben kann. Ihrer ernsten Verrmkwirt- lichkett aut diesem Gebiet ist sich die Regierung tewußt. Durch überhastetes unb überstürztes Vorgehen btc Allgemeinheit zu schäbigen, ist sie nicht gewillt. Ter E>-kenntnis, baß dies nickt geschehen darf, werden sich gerade diejenigm nicht verschrie- ßen, die von bem ^andgesetz ge,ünbere wirtschaftliche oder soziale Zustände erhoffen. Ihr? Ein- icht wirb ihnen sagen, baß Gerechtigkeit in der Dobenfrage nur hsi ordnungsmäßigem Verfahren verbürgt bleibt. Ihr Pflichtgefühl aber wird sie bestimmen, auch da, wo ine Regelung der Bffitz- verhättnifse nicht sogleich aufgenrommen werdm kann, dennoch die Feldbestellung njtfyt Iribm zu lassen. Die Arbeit im landwirtschaftlichen Betriebe muß ganz ohne Rück- 'icht auf die 2>urd>fübruTtg des Land- gesetzes weitergehen. Wem es mit einer &ficnmg unserer ländlichen Vcrhältniss' wirklich ernst ist, der wird auch hier das Wohl der All- gemeinticit über alles andere stellen. Eine neue Lehrervereinigung. = Darmstadt, 24. Sept. Hier hat sich eine „Vereinigung hessischer Lehrer und Lehrerinnen zur Pflege vaterländischen Geistes" gebildet, die ihre Tätigkeit über das ganze Land erstrecken will. In ihrem Aufruf fordert sie zur Sammlung im Kampf gegen Jnter- nationalisinus unb Pazifismus auf. Sie will eine kraftvolle Vaterlandsliebe gepflegt sehen, in Lehre intb Hebung deutsche Tugenden, vor allem auch im Geschichtsunterricht die Erinnerung an Deutschlands große Söhne wachhalten. Sie lehnt deshalb ben verwässerten Gedanken eines Weltbürgertums ab. Der Vereinigung sind schon jetzt Mitglieder in großer Zahl beigetreten. Vorsitzender ist Lehrer A. Born, Darmstadt, Dieburger Str. 118. * Darmstabt,25. Sept. Der Finanz- a u s s ch u ß oer Hess. Volkskammer wird am kommenden Donnerstag den 2. Oktober zu- sammentreten, um verschiedene wichtige Anträge und Vorlagen zu erledigen. rm. Darmstadt, 26. Scpt. Der Der ba n d der Erwerbs - nnd Wirtschaftsgenoffen s chaften für die Provinzen Starkenburg und O b e r h e s s e n beging gestern im festlich geschmückten Fürstensaal seinen 51. Verbandstag verbunden mit ber Frier seines 50jährigen Begehens. Die Begrüßungsrede hielt Verbandsdirettor S t e i n-Darmstadt. Iw Namen der hessischen Regierung spricht Ministt-rialrat Dr. Wagner Worte der Begrüßrmg und des Dankes. Beigeordneter Ritz ert überbringt Glückwünsche für die Stadtverwaltung, desgleichen im Namen ber Bolks- bank Fabrikant Wenk. Ter stelloertr. Anwalt des Aligem. Verbandes der Deutschen Genosieuickaften R. A. Crecclius iLbLrlonenbllrg) begrüßt bie D-'rsanvr4ung im Namen des Verbarckes. Im Namen der Erwerbs- imb Wirtschastsgenossenschäften vom Mittelrhcin spricht Geh. Justizrat Alberti (Wiesbcckrit) herzliche Glückwünsche aus, geht auch auf die ÄLöle^ des besetzten Gebiets ein, unb kann aus yuDcrläifigcn Nachrichten mittcileit, baß die nnrtfdmftlirb: Lage in ben feindlichen Ländern gleich fchlecht ist und daß man dort die große Befürchtung hegt, daß gerade Deutschland in erster Linie wieder hoclchiinmen werbe. Dann wird in die Tagesordnung emgetrettn, die Recwrung für 1918 unb 1919 genehmigt. Ter Verbandsbirektor wird entlastet unb ber Voranschlag gutgehrißcn. Ten Bericht über das Derbanbsjahr 1918/19 erstattet der Verbandsdiroktor Stein. Es folgt der Bericht des Bcrbandsrevifors Seibert (Wiesbadens. Mr der ?lussprach- beteiligten sich der stellv. Verbandscrnwalt Crecelius, Tirettor W a ltz von ber Dresdener Bank (Frankfurt), Geh. Justizrat A l b e r t i (Wiesbaden), Bankbirektor Diehl (Offenbach), ber Vorsitzende, Direktor Mager von der landwirtschaftlichen Zentralkasse u. a. lieber die Kreditgenossenschaften in ber (Gegenwart und Zukunft hielt bann stellv. Anwalt Crecelius (Eharlottenburg) einen Vortrag. Tann werben der Verbandsdirektor, sowie sein Stellvertreter, der Berbanbsrevifor und fern Stellvertreter wieder» gewählt und auch die Wahl der Abgeordneten für ben Mlgem. Deutschen Gmosfenschaststag in Jena vorgenommen. A«r Sta-t und Land. Gießen, ben 27. Sept. 1919. Kriee-gefangenen-Hcimkchr. Heute nacht 3.15 Uhr traf mit mehrstündiger Verspätung wieder ein Transport hrimkslsrender Kriegsgesangeirer für das hiesige Durchgangslager ein. Es handelte sich um bte 119., 160. unb Teile der 113. englischen Gefangenenvompagnie, die zuletzt im englischen Sammellager von Calais lagen. Ter Empfang war ber Dorexrudien Stunde wegen hneber ziemlick) ruhig Tie Begrüßungsansprache hielt Prokurist Voller. Anerßunens- wert war das Verhalten ber Rrichswehrl'apelle, die bereits gegen 12 Uhr auf bem Bahnhu war unb bis zum (Srntreffett des Transports treulich aushielt. Mit Musik und unter dem Geläute der Glocken marschierte der Zug nach dem Lager, unterwegs in ben betreffenden Straßen manche Sdsiäfer Weckeick, die jedoch alles andere als ergrimmt über diese „Rubestörung" waren unb ihrer Freude zum Terl durch HerauShängen von Lampions Ausdruck gaben. Vor der Musilkapelle marschierten eine Anzahl Fackelträger, die das Personal des Durcl)gangslagers stellte. Diese, wenn auch sehr dürftige Beleuchtung war sehr nötig. Wie uns vom Empfangsausschiiß mirgetriU wird, hat sich Oberbürgermeister Keller heute morgen in dankenswerter Weise bereit erklärt, in Zukunft für eine bessere Beleuchtung der in Betracht kommenden Straßen sorgen zu wollen. lieber die letzte Zeit ihrer Gefangenschaft äußerten sich die gestern Hrimg?keh>rten im Gegensatz ihren in ben letzten Tagen in ber Heimat em^ctroffejwn Leckensgen^ffen weniger erfreulich. Sie hätten biS zuletzt schweren Fröhnt-ienst verrichten nrüfjen, der auch auf Somu- unb Feiertage Prine Rücksicht nahm, unb ftien äußerst streng behandelt worben. Weiter ntufaen sie bei bem Ausbruch aus tem Lager ihr sämtluhes ßfepätf zurücklassen. und bie für ben Transport ihrer Habseligkeiten auf dem hiesigen Brhnhvf anfg.'- stellten Lastautos mußten heute »acht hast lenr znrücffahnm, während sie fönst innrer hoch bepackt waren. Auf der Fahrt durch Belgien hatten sie unter bem jebenfalö aufgehetzten Pöbel sehr zu leiben. Sie wurden auf mehr als einer Station mit einem Harfel von Steinen unb Gif en muttern überschüttet, bx viele Verwundungen, darunter auch einige schwere, verursacht-en. Tie meist im Gfficht verletzten Gefangenen mußten zum Teil zum Lager gefahren nxrben. Ter Empfatwsausschuß bittet uns ton Ausnahme der Berichtigung, daß es sich bei bem in unserer gestrigen Nunrmer veröffentlichten Zwischenfall auf bem Bahnhof nicht um einen Herrn ber Empfangskarnmifsion, fanden: um einer. Angestellten bes Bvlkskmudes für deutsche Kriegs- mck Birri{gefangene handelte, der im Verein mit mehreren aufgeregten Heimkehrern einen Bahnhofs- beamten bedrohte. Zur Kundgebung der Gießener . Reichswehr. Aus Bürgerkreisen wird uns geschrieben: Die am 19. l. M. vor dem Bürgermeistereigebäude erfolgte würdige Kundgebung der Reichswehr hat in dem bei weitem gröfr= ten Teile der hiesigen Einwohnerschaft lebhafte Zustimmung gefunden. Die durch oie Terrorisierung der Stadtverordneten-Ver- sammlung und die damit in Verbindung stehenden Sorgengt beunruhigte Bevölkerung atmete wieder auf, weil sie sah, daß die Reichswehr fest in der Hand ihrer Führer und bereit ist, für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung in der Stadt einzutreten. Umso größer ist nun in weiten Kreisen das Erstaunen über die Bekanntmachung des Vorstandes der Sozialdetnokratischen Partei Gießen in Nr. 221 dieses Blattes, die davon spricht, die Reichswehr habe in den politischen Streit eingegriffen, gegen Teile der Bevölkerung Stellung genommen, die bestehende Unruhe unter der Bevölkerung erhöht und sich pflicht- wckrig verhalten. Wir sind der Auffassung, daß gerade das Gegenteil der Fall ist, und muß deshalb diesen Behauptungen aus das entschiedenste widersprochen werden. Wie bie Kundgebung aoszufassen ist, hat der Gießener An-y^ ger in seinem Leitartikel Dom 20. l. M mit trefflichen Worten auseinandergefetzt: „Sie < bie ©egentunbrbung tes Gieß Reichs- wehr-Batls. roar eine Mahnung an bie Stavt- vetwalkung, nichts zu DerWhrmen ober zu unterlassen, was zur Sicherheit ber Stabt unb ihrtr Bn>ät?r nicht um bin können, sich abermals mit ber peinlichen Frage zu bc'affen, bie ja freilich temtt noch nicht ainj gelöst ist, wenn man sich entschl'.eßt, 2500 Ptark iriebit für Waffen und Munition zu bewilligen." Wir.glauben, daß diesen Sorten nichts weiter hinzugefügt zu werden braucht. Es ergibt sich aus ihnen Har und deutlich, daß weder von einem Eingreifen in den politi- fct-en Streit, noch von einer Stellungnahme gegen einen Teil der Bevölkerung, noch von einer Erhöhung der bestehenden Unruhe, noch von einem pflichtwidrigen Verhalten de. Reichswehr die Rede sein kann. Nein, dis Reichswehr hat sich durch ihre Kundaebuug. das größte Verdienst um die Beruhigung' der Bevölkeruny und um Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung in Hiesiger Stadt erworben und deswegen keinen Tadel und kein Zurückverweisen in ihre Schranken, sondern Lob jtnb Dank ber gesamten friedlichen und ordnungsliebenden Emwohnerschaft, wozu wir insbesondere auch die werktätige ve- oölkrimp rechnen, verdient. Wir hoffen deshalb, daß hie maßgebenden Stellen sich btutd- die Beschwerde der Sozia Ivernokratifchen Par- tei nicht einschüchtern lassen, sondern sie als durchaus unbec ünbet zurückweisen und dem hiesigen Reichsioehrbataillon ihre vollste Au- erfermung für ihr ruhiges und umrdigec Auftreten aussprechen werden. Lcbeusmittel. ** Speckverteilung. Am BFewtag, bem 29. d. Mts., g^elangt tn den Metzger.- aeschäften amerikanischer Speck zur Bertei- hing. Dt^ Ausgabe geschieht gegen Abgabe des Kontrollabschnittes zur Fleischmarke der 40. Woche. Auf jeden j^ntrollabschnitt entfallen 400 Gramm zum Preise von 3,60 Mk. Die Abholung des Specks hat unbedingt am Montag zu geschehen, da die Metzaer- aeschäfte angewiesen sind, die Kontrollabschnitte bis Tieustag nachmittag auf dem Stadt. Lebensmittelamt abzuliefern. 9 ** D i e Hess. Handwerkskammer teilt mit: Nach den neuesten Vorschriften wird Motorenbenzol nur für stationäre Motoren an reine Handwerksbetriebe freigege- ben. Sämtliche Metalle verarbeitenden Handwerksbetriebe haben ihre Bedarfsanmeldungen für Betriebs- und Lötstoff an die Benzol- verteilungsstelle für Mel alle verarbeitende Handwerksbetriebe, Düsseldorf, Jmmeran- ftraße 24, Postf. 525, zu richten. Alle anderen Handwerksbetriebe haben sich mittels Antrag an die Vandesstelle des Bundes der Bezugs- Vereinigungen deutscher Gewerbezweige, Darmstadt, Ncckarstr. 3, zu wenden. Nähere Auskunft erteilt die Handwerkskammer -u Darmstadt. O ber hessischer ff un ft Der ein. Die Gemäld«n»sstelltrug, yu ber zahlreiche SUmefinm- gtn von bekannten Künstlern ängetroffen sind, wird in ben nächsten Tagen geöffnet. ** Gießener Walbbühne. Der Mw- genrnm der diesjährigen Sapphv-Aufführung (200 Mk.) ist durch Vermittelung beS biefige™ Roten Kreuzes an zwei z. Zt. in Güßen ansässige hilfsbedürftige Familien aus Elsaß-Loth» ringen — ju gleichen Teilen — übermirira worden. Von dem Gelbe sotten für beide Familien (bie eine mit 4 kleinen Kindern, die andere mit 6)- dringend notwendige Sachen, besimberS ffleiber, angeschafft werben. — Die Gießener Waldbühne hatte in diesem Sommer besondere» Unglück, da säst alle ihre Hoffnungen auf günsriges Frrilicht- bühnenwetter zu Wasser wurden. Man beginnt schon vielfach einen kausalen Zusammenhang zwischen Antündigungen der Waldbühne unb Reger- wetter z!u vermuten, so auffallenb ist stets da? Zusammentreffen. Man muß dies besonders ber- Halb bedauern, weil die Waldbühne ihre gc.n^c Arbeit in ben Dienst ber Wobltätigkeit gestellt bat unb bei Verlegung ber Aufiälsrung in einert Saal naturgemäß nicht mit dem gleichen Zuspruch rechnen kann. So brachte auch der gestrige Abend im Saale des Einhorn nur ein gut beftrchks Haus. Zur Muffübnrng gelangten zwei Einakter r „Der Bruder und bie Schwestern" von fiogeb ie imb „Die Gouvernante" von Körner, zwei Stücke, bie in ihrer anspruchslosen Schlichtheit bem Rahmen enter Liebl/aberbühne entsprechen unb doch noch genügend Ausgaben zu schcruspirierifcher Betätigung bieten. Die Spielleitung Otto Gise- vius wußte ben harmlos anmutigen Charakt r der Stückchen in allen Einzelheiten durchzuführrn. Der Spielleiter selbst gab in bem Werkd-en von Kotzebue ben Bruder in frischer Darstellung.- fteude. Das gleiche ist von ben Damen Agm4 Vetters, Hedwig Gerhard und Paula Sehrt zu sagen, die mit frischem Spiel »um Gelingen der Aufführung mit beitrugen. ♦♦ Die Sonderansstelluua von kunstgewerblichen Arbeiten^ Zrickmm- gen, Aauarellen unb ber stmstgewerblichen Abteilung ber Gewerbefchvle GteMen ist tmr noch morgen Sotrnvag von 41 bis 1 Uhr im ffimihrttb geöffnet. Eintritt uTteMgelttich Dir Ausstellung fanb allsritiges Jntereffe. Es wurde bereit» ein Teil der auSgestellken JbmftnrÄ verlauft. ** Zul agen für Inva l idenren ten usw Für bie Zeit vom 1. Oktober bis einsMieß sich T^nnber 1920 wird allen Empßkngertr einer Jrrpasckerrrenre (Iß .Mtersvcnte (A) oder ci»e Hran terrrente (K) etne Zulage von 20 Mark tnonar- affen Empfängern einer Wittoen- otm Waner" reute (W) und einer Aitwenkrcrnkenreute (M'K) erii Zutage von 10 Diack nwmatftrfi rm voraus i:r*n Cjcm ftmstigen Renten bezahkt. Die den (hnpfr1 gern bisher gkoähclen Zrrlagrn von 8 unb 4 M' monaffüh fallen mit Ende September 1919 wr> EmpHngcr von 'Batfcnxoiteu (0) unb lLchallrcmm । U' t*ahnx keine Zulage, lieber bie 'Rente im) Zrrlagc n-irb von fetz: ab inrr eine Ouitung ou." gestellt. Besondere ZnlacwguitNmy«! werden nickt mehr bOanfveuchk. Drikpuck: erffaft ein Empfänger eine ffrantenreirtt von 10,8.5 und eine (bvher' Zutage von 8 Mark monatlüki, so wirb von ictzi ab nur eine Quftttmg über 30,85 Mk. bcrrriiflt ** Reichsbanknoten zuSV Start Das Reichs bank-Direktorium hat Mrgeordnet, daß die auf gerufenen Reichs barrkiw ten »u Turnen verein hielt am Sonntag, 21. i Tt L^SoetheschllleZ^ lltealilaff., verb. m.Vorjchale, erl.LinjShr^enzevgn^ •if MAGGI* Würze Ms Die neuen Nachfüllpreise für 3 2 1 0 —.25 —.50 —O85 1.75 Wer liefert Student erteilt gründ! Guter bürgerlicher ftrlia geschnitten? Schr. Log. u. 018674 a. d. G. A. ^■■5 r n Turnsein Ab- £ tii 3lT 618085 Gasthof Sauer, am Oüwaldögarien. ©t-i end rin- ta- sung un-t her röfh 'M 2Tt er- *0(h Klavier- a. Vialin-Suterricftt erteilt Anion Wickert, Kranksurter Strane 19 Ucbein-Q. Gesangvereine Fiasche nachgefülit M. Frankfurt a. M., 26. Sept. (Wolfs.) Die Eisenbahndirektion teilt amtlich mit: Wegen Ueber- füllung der Güterböden wird die Annahme turnen ab. Die himerifdien Vorführungen der aktiven Turner und Zöglinge zeigten sehr gut- Leistungen. Anschließend fand TanZbelustigung in den Gartenanlogen der Wirtsckiaft „Zur Burg Nordeck" unter groher Beteiligung der umliegen den Ortschaften statt. In später Abendstunde erfreute der Turnverein seine Gäste mit zwei prächtig ausgeführten Pyramiden. Meine Vtrlobvng mit Emmi Semmler erkläre ich hiermit für aufgehoben. 018682 The» $c|ning. M0A-W. für kurzssiitiaxS sicheres Geschäft gesucht. Angebote unter OlSftfi an ben Gießener Anzeiger erta ’ priüßt= Tanzunterricht einzeln und in Kursen, auch in modernen Tänren, erteilt zu jeder Tageszeit U.5chmid1, Tanzlehrer Wetzsteiugafse 311. Büglerin nimmt noch Kunden an in u. guner dem <£>aufc.0187:7 E. Rüffer, Wilsonstr. 2. MHanrtrariiiiagil Freitag norm, von SBeft- Anlage b. Steinstr. oerL Abzugeb. aeg. Lelohnuna Weit-Anlage 27. 018687 Wagener L Schlote! Frankfurt a. M., Goethesfraße 9 und 11. Neue wollene Mantel-Kleider reizende neue Macharten in neuen Farben. »** yr«Otst«ck„r bei tat «torafiferti ffimgeu Frankfurt-Hauptgüterbahntaf, Ost, West und Süd am 27. b. M. verboten. fr. Frankfurt a. M., 25. Sept. Tie Frank firrter Otarpostdirektvon läßt jetzt auf Wunsch in die Telephvnapparate Verstärker ein bauen, durch die es möglich ist, selbst auf Die größten Entfernungen hin klar und deutlich zu verstehen. Der Teilnehmer kann die -ewstnschte Verstärkung beliebig einschalten, Oie Hommnnatoat[len. O Schlitz, 26. Sept. Einer bet letzter! Kriegs Veteranen von 1866 und 1870/71 in unserer Stadt, Heinrich Neputh, ist im 81. Lebensjahre verstorben. Der Verstorbene machte beide Feldzüge beim 2. Hcssisck-en Infanterie-Regiment mit. Er erfreute sich' als tüchtiger Handwerksmeister in allen Beoölketmrgskrrisen eines hohen Ansehens. BesserEäe^.^^wirktii.schmßckt Pascoss^n, nes. gesek j Unentbehrlich bei »ehwiehen u. sareckgeMletieaaB Klettere, stärkend und appetitanregend, atstskeh a. kaoeheabildeni, b ervo prägende Erfolge bei MX' rmMt 8Bi BaelÄä. nehmen. 1 Schachtel, ausreichend für etwa vier Wochen, M.3.—. Zn haben la Apathekea öl Bregerlee. hmrptet, die dreistündige Verspätung am Dienstag sei daher gekommen, dost das Zugpersonal im Oberrvald erst Holz schlag«: mutzte, weil teilte Kohlen zur Heizung der Lokomotive mehr vorhanden waren. Ob diese Behauptung richtig ifK wissen wir nicht, aber ob Ernst oder Scherz, daß sie überhaupt aufkommen konnte, ist ein sehr bedenkliches Zeichen unserer Verhältnisse. Kreis Alsfeld. ■= Nieder-Ohmen, 25. Sept. In diesen Tagen sind es 25 Jahre, daß Georg Di eh l als Verwalter der Molkereigenossenschaft Nieder- Ohmen und Umgegend tätig ist. Seinem rastlosen Fleiß und seiner energischen Tätigkeit ist cs zu danken, daß die hiesige Molkerei, wenige Jahre vorher gegründet und anfangs mit recht bebeutaf den Schnierigkeiten kämpfend, diese überwand und nun zur schönsten Blüte gediehen ist. Besonders während des Krieges tvar es oft kein Leichtes, allen den Anforderungen und besonderen Wünsckftn, die Behörden sowohl als Private an Betriebsführer Diehl stellten, gerecht zu werden. Durch freundliches Entgegenkommen und gefällige Hilfsbereitschaft verbunden mit angeborener Liebenswürdigkeit hat es Herr Diehl verstanden, sich das Vertrauert und die Hochachtung der hiesigen Bevölkerung in reichem Matze zu erwerben. Kreis Lauterbach. 0 Lauterbach, 26. Sept. Zu Mitgliedern des Kreisa n sschu sse s wurden gewählt: Bürgermeister Groh (Crainfeld), Maurermeister Hch. Lachsnmm (Schlitz), Bürgermeister Nvdemer Angersbach), Bürgermeister Schaaf (Eichelhain), Bürgermeister Stößer (Lauterbach), 1. Beigeordneter Zöller (Sckstitz). Zu Ersatzmännern wurden bestimmt: Schmied Franz Graulich (Lauterbach), Bürgermeister Fischer (Pfordt), Fabrikant Hoos (Lauterbach), Bürgermeister Jost (Bermutshain), Fabrikant Neid Hardt (Lauterbach), Bürgermeister Wiegand (Herbstein). Kreis Friedberg. 4 Bad-Nau heim, 26. Sept. Im Kurhaus hielt Leutnant Freiherr von Pbotho einen von echt vaterLiiünsichent Geist getragenen Licht- bildervortrag Über „Die Schönheiten des deut schien Landes", der bei gutem Besuch ndiverkslavt Vorschrift ut stationäre M, betriebe freige;: ^keilenden hvi? Bedarfsanmelt? loff m bit alle verarbeitend ldorf, Jmmercr chten. Alle onbtn? sich mittels Anti nndes der Bezuai ßknxrbqwtic u wenden. W« >verks/en- und Waisenfonds ernannt ist. Bürgermeister Müller gratulierte Namens der Stadt, die den Bettag von 1000 Mk. für tat Fonds stiftete. Hessen-Nassau. Wie geschoben wird. --- Frankfurt a. M., 25. Sept. Ein geradezu klassisches Beispiel für eine Schiebung bieten folgende Darstellungen der hiesigen Kriminalpolizei : Eine große Beniner Zigarettenfabrik sandte ihrem Frankfurter Brrtretcr 14 Kisten Zigaretten im Werte von 90 000 Mk. Während ta Bahnfahrt gaben bestochene und diebische Eisenbahner tat Kisten andere Absender und Empfänger und fälschten dementsprechend die Begleilpapieve. Am Frcnksurter Bahnhof nahm der Urschieber, der Schleifer Mar Werner aus Berlin^ die Ware als „rechtmäßiger"' Besitzer in Empfang. Noch am gleichen Toge verkaufte Werner die Zigarett'en für 54 000 Ä)Ä. an den Fabrikanten Gustav U t e r- müller, Landgrafenstraße, und tat Reisenden Heinrich Wagner, Brönnerstraße. Diese gaben wiederum am gleichen Tage 12 Ästen Zigaretten für 74 000 M. an den Zigarrenhändler Otto H e r g e t, .Oppenheimer Landstraße weiter, verdienten also 26 000 Mk. an der „Kiste". Herget schob abermals am selben Tage die Ware für 37000 Mk. dem Zigarrenhändler Heinrich Lüder, Taunusstraße, zu, verdiente also auch 13000 Mk. ES verdiente also jeder Schieber enorme Gelder, trotzdem drc Wanenmenge von Hand zu Hand kleiner wurde. Bei Lüder entbetfte und beschlagnahmte die Kriminalpolizei noch einen Restposten txnt 136 009 Zigaretten. Die ganze Slhiebergesetk- schaft wurde verhaftet. — Die Schiedergkschichte gewinnt aber noch ein besonderes Interesse dadurch, als die geschädigte Zigarettenfabrik den tfjr zugefügten Schaden von 90 000 Mk. samt allen anderen Unfoften bis auf den letzten Heller ans zivilrechtlichem Wese von dem Vermögen und Einkommen der genannten Schieber einziehen b%tu. ersetzen lassen wird. Diebstähle in -en Höchster Far-werken. Höchst a. M., 26. Sept. In den hiesigen Farbwerten wird trotz ausgedehnter Borbeugungsmaßnahmen der Fabriklcituvg noch immer viel gestohlen. So wurden tn den letzten Tagen 60 bis 70 Kilo Sa jo din und N i r- w anol entwendet, die für 1900 M7. das Kiko an tat Mann gebracht werden sollten, obwohl der übliche Preis sich nur auf 250 Mk. pro Kilo beziffert. Bevor die Ware verschoben werden konnte, gelang es der Polizei, die Diebe und Hehler ding- sest zu machen. Der Wert des Gestohlenen wird auf 18- bis 20000 Mk. geschätzt. Ein anderer Fall, bei dem es sich um «ne sehr Hobe Summe hanoelt, betrifft die Entwendung von Tuberkulin, Tuberkulrum, Gonargin und anderen pharmareuti- schen Präparaten. Die Fabrikation dieser Artikel ist gegenwärtig zum Teil nicht mehr möglich, da die verschiedenen Substanzen fehlen. Ms jetzt konnte die Polizei etwa 5 Liter des geftohlette-n Gutes wieder herbei schaffen. Bon jedem Liter dieser Ware können 10 600 Gebrauchsliter hergestellt werden. Die Spitzbuben und Hehler find auch nt diesem Falle bereits ermittelt und verhaftet worden. Emer dieser ßangfrnger hat in einer hefigen Lederfabrik außerdem noch eine große Dtenge Paraffin und Leder gestohlen und m Gemeinschaft rnrt seinen Kompkzen aus dem Paraffin Stearinkerzen hergestellt, die zu hohen Preisert losgeschlagen wurden. Weitere zahlretche Verhaftungen von Hehlern stehen bevor. Energische, konscrval. geb. Dame erteilt grün dl. Klmmiltemcht für Anfänger. Zu erfwia. in Der Geschänsstelte des Gießener Anzeigers. (lweo Im Unterricht erfahrene Veörerln (akad. geb.) ert. Priviit- und Nnch- Hilfc-Niiterricht. Schrisrl. Slngeb. u. 018678 an Den Gießener Anzeig. rczrche «nd Schule. )( Marbtlrg, 25. Sept. Am Tienstag imd Mittwoch fand im Philippsl-ause unter zahlreicher Beteiligung von Mtglietarn und fbnftigen Freunden der diesfährige „Dorf kir chen ta g" für Dessen und Nassau statt. Am ersten Tage hielt der HerauSaever der „Dorftirche", Pforrn D. v. Lüpke (Jsetchagen), erneu Bvrtrag über „Dorf- kirckentag und Volksgemeiuschast". Seine Au füTjnmtten gipfelten in der Auffortaung $ur Pflego des religiösen Lebens in tantatlid)?r und holte* tümlicher Gestalt und daraus folgerndem reli giösen Aufbau der gesamten Volksgemeinschrft. Abends fand eine Trauerfeier für tat am Jia: - frei tag p. Js. verstorbenen Mitbegründer k-r „Freunde der Tvrskirche" Pfarrer J-h. Fenner Breitenau, statt, ta der Pfarrer Koch-Langd Pfarrer D. v. Lüpke Liessen Leben und Wirten schilderten. Anschlietard behandelte Tekcm Balzer- Totzheim die jetzt zeitgemäß gewordene Organ, tat lot. der „Freunde der Torfkirche" über gc.n; Deutschland und mackste Vorschläge, die eine lebhafte Aussprache zeitigten. Bei der letzten Ta gnmn sprach Pfarrer Glock-Stumpettenvod „BolksmissÜTN in der Torsgemeinde". Auch über diese Frage entspann sich ein lebhafter Meinimgs auslausck^ Tie nächstjälMge Tagung Poll bereits im Mai uno zwar in Limburg fgattfmtai» mit £ Steife * L-i-r ; hwcfe? : Wahge ^lsen unb s hollste L. tl Äfi ■te kollabschnitt ent- :,eile von 3,60 Ml w unbedingt gk “‘W -oie Kontrolle. Wittag aus der ^zuliefern. Aelrerer Student, der schon vor dem Kriege erfolgreich Privatstunden erteilte, gibt llnkerrtcht in Latein, Kran^öfisch unb Mmbemalik. Schr. Ang. u. 018079 an d. Gieß. An-. Büchertisch. — ^,Die Kritik", eine neue Theaterfach- zeitschrift, erscheint feit 1. September wöchentlich m zwei Aitsglkben. Die Ausgabe A bringt Schau tznel-Kcittken, Ausgabe B die Kritiken über Oper Operette und Tanz in übersichtlicher Anordnung cmS den 300 maßgebendsten Zeitungen Trntsch lands, Deutsch-Ooslerreichs imd der Schweiz. Ties, Zeitschrift ist 'nicht nur für den Theatersachmanr von Wichtigkeit, sondern auch für alle Gebildetim, di« sich für Theater, Musik und die moderige !>ra mattsche Produktion interessieren. Probenummern zu beziehen durch den Krittk-Berlag G. m. b. H, Güstww i. M. — Ein« Eyruttg Hans Thvmas durch seine Freunde ist soeben heraukg-erteben worden in Gesteckt des kösllick.en Hans Tt-om'l ■ Buches (Verlag vvn E. A. Seemann, Leipzig. 6 Mk., Vorzugsausqabe 20 Mk.). Tie dem Moister Nahestehenden, voran seine 71fa)^iqe Scknoestlr Agathe, Freunde wie Richcrcp Depmel, Cäsar Flaisck.len, Sienfr«d Wagurer, der greife Maler Steinhausen uno eine ganze Schar der taten Männer und Frauen, die Tlwma befreundet sind, baben ffcdl vermnigt, um ent Volksbuch zu schaffen, das vvn Thomas Wesen und Wert cincii schönen Begriff gibt. Lkvstbare Briefe Thomas sind eingestrerit, auch das Faksimile eines rüjjrentat Briefes seinen Mutter, daneben Bilder, btc den Meister, seine Gattin, ferne Familie w. allen Zeiten des Lebens; darstellen. Im ganzen ein Thoma-Buch einziger Art, ein achtes BdlkSbuch und ein echtes Kunstbuch. M W6kä bvm «. Dftobtt 1918 iwch bis Bl. Oktober d. Js. von den Reichsbankanstalten zur Einlösung anzunehmen sind. ** Kartoffelpflanzer. Etnwohner 'der Stadt Gießen, die mehr als 200 Quadratmeter Land mit Spätkartoffeln bestellt hakten, müssen am Montag, dem 29. d. Mts., auf dem Städtischen Ledensmittelamt, Zimmer Nr. 12, ihre Erntefläche unter Angabe der Größe und der voraussichtlichen Ernte anmetden. ** B rief sendnn gen nach Sibirien. 5)ie ReichszcnttalsteNe für Kriegs- und Zivil- 1 gefangene teilt mit, daß am 30. September ein dänisches Schiff mit warmer Kleidung, MÄnka- menten und Liebesgaben Kv Pen tagen verläßt, dessen Ladung für die deutschen Kriegsgefangenen in Sibirien bestimmt ist. Die Angehörigen können auf diesem Wege schriftliche Mitteilungen, jedoch kein Geld an die in Sibirien befindlichen Kriegsgefangenen gelangen Jaffen. Briefe sind bis zum 26. September der Reichswehr, Bezirks- stelle Preus>m, Abteilung Krieasgesangenenschutz, Berlin SW 11 Prinz-Mbrecht-Stt. 9, mit der Aufschrift „Für (Sibirien" zuzuleiten. Die Verhandlungen mit der amerikanischen Regierung über den beschleunigten Abtransport der Gefangenen werden fortgesetzt. ** Bohnenkaffee darf nicht mit Ersatzmitteln gemischt verkauft werden. Mischungen von Bohnenkaffee mit Kaffee- Ersatzmitteln sind nach wie vor nicht zulässig. Der Iteichs-.^mälirungsminister hat auch den Bescheid erteilt, daß eine Genehmigung bis auf weiteres nicht zu erwarten ist. Abgesehen von der Schwierigkeit einer Kontrolle über die einwandfreie Herstellung derartiger Erzeugnisse könne aus wirtschaftlichen Grünorn ein Bedürfnis zur Verarbei» tuns von Bohnenkaffee auch in absehbarer Zeit nicht anzuerkennen sein. Es müsse dem Verbraucher überlassen bleiben, Kaffec-Eriatzmittel durch Zusatz von Kaffee zu verbessern. Mischun- Sbie sich ohne Genehmigung im Handel tarn, unterliegen übrigens dem Höchstpreis für Ersatzmittel. ES kann deshalb in der Regel nicht nur gegen die Hersteller wegen der fehlenden Genehm igimg, sondern auch gegen die Händler auf Grund deS Hö^hslpreisgesetzes eingcfdjritten werden. ** Ter Orchesterverein Gießen ver- mftlaltet am Donnerstag abend 8 Uhr ein Wohl - tätigkeitskonzert »um Besten der zurückkehrenden Gteß.mer Kriegsgefangerten m der Turn- talle am OÄrnldsgarten unter Mitwirkung von Konzert' ängerin Frau Schotte-Frey (Sopran) und Hernt Fritz Leib (Klarinette). ♦* Tie Deut schnat ionale VvlksPartei Ott gruppe Gießen, veranstallet für ihre Mitglieder. Parteifreunde und besvnders die nationale, Jugend am Donnerstag dem 2. Oktober, abends 8 Uhr, im Hotel Enchorn eine Hindenburg-' Geburtslagsftter. Tie Festtede hält Pfarrer Jul. Werner, Frankfurt a. M. über „Teutsches Heloen-- him". Ferner hoben ihre Mitwirkung zugesagt: Fron MendelsstchrEarttaldy (Teklamatton) und Fpäulem Ida Stammler (Gesang). ** Tie Deut sche V o l kspar tei veranstaltet Sonntag abend 81/» Uhr im Gasthof „Sin# taiburg" eine Mitgliktarzusammenkunst zur Verabschiedung des Borsrtzentar der Jugend gruppe. •* Der De«t/che Jugendbund, der- schon >zahlccilchc Mitzlteder innerhalb der hiesigen Scl uljugend gewonnen hat, will vaterländische Gesinnung und Liebe zur Heimat pflegen unb dieses Ziel durch Vorträge, gemeinsame Ausflüge, Bereitstellung »-eigneten Lesestoffes und durcki besondere Beranstnitunyen erfüllen, wobei jede Parteipoli- tischen Bestrebungen ausgefchLossen sind. In bet iuryn Zeit fernes BestehE « «Se bereit cto£Ä®'‘‘' . Math. Schristl. Äng uni. --------------- J.. 018683 an den Gieß. Änz. Zwei Arbeiter linnen Kost tu Logis erhalte« ,ll>!' Wetzstein ftr. 19 III. Freud., B Ä.l\e an soliden Herrn z. verm. ''Babnbofttr. 42 v. Möbl. 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September nachmittags 3 Uhr statt LrbtntlW MW» von 8—3 gesucht. 11147 Ludwigstrabe 22 I. i odes-Anzeige. Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass es Gott den Allmächtigen gefallen hat, unsere liebe, unvergessliche Tochter, Schwester und Nichte Melanie Hachenburger im Alter von 26 Jahren heute nachmittag 4 Uhr zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen: L d. N. H. Hachenburger. Giessen (Neustadt 15), Beienheim (Kreis Friedberg), Freienseen, den 26. September 1919. Die Beerdigung findet Montag nachm. im Stillen statt. Beileidsbesuche bittet man zu unterlassen. 0te748 MÄStaljpÄ en flottes, zuverlässiges Arbeiten gewöhnt, für Adler-Maschine zum baldigen Antritt bei gutem Mn Ma. Sonntag, 28. Septemb. AiH»iT?lürlSr»b. mhtm) Der Verstand. Suche für meine Tochter. 21 Fabre alt, evgl., gute etfOm Küche u. deSHauvhall» der Familicnanschl. Zuzahlg. wird nelciftcu Schr. Ang. u. 11175 an den Gieh. Ana Mochte noch einige MsonMtkWtil übernehmen. Schr. 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Das bisherige Bestellgeld kommt für alle Sendungen, mit Ausnahme her Eilsendungen unb der Zeitungen, in Wegfall. Die G ebühr für gewöhnliche Telegramme beträgt: im Stadtverkehr für das Wort 8 Pf., mindestens 80 Pf., im sonstigen inlänbischen Verkehr fü:- das Wort 10 Pf., mindestens 1 Mk Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 27. September sW Reife für die Prima eines Ghmnasrums, Realgymnasiums oder einer Oberrealschule, ferner das Absolvieren eines mindestens dreijährigen Vorbe- rcitungs- und Ausbildungskurstks an verschiedenen Staatsbehörden; nach Plänen des Reichssinanz- ministeriums soll ein inehrsemestriger Hochschulbesuch später angegliedert roerben. Die entsprechend vorgebildeten Fmanzbeamten in den Ministerien führen statt der bisherigen Bezeichnung Revisoren jetzt die Benennung Ministcrialsekretärc bzw. -ob er se kre t äre. 6. Beamte beim Amtsgericht. Die Aktuare bei den Amtsgerichten erhalten die Amtsbezeichnung Amtsgerichtsobersekretäre und die Muariats- assistertten die Bezeichnung Amtsgerichts- s e k r c t ä r e. ** ReichSwehr und Industrie. Das Reichswelwgruppenkommando I hat für seinen Befehlsbereich eine Zentralstelle (Wohlrahrtsabteiltlng) eingerichtet, die mit der Uebcrleitung der demnächst zur Entlassung kommenden Reichswehrangehörigen ms bürgerlick>e L-eben beauftragt ist. Um ihnen Arb.'itsmöglichkeiteit zu schassen und damit eine politisclje Gefahr zu binnen, die durch die Existenz- losigkeit f'J vieler Lausend^' hevaufbeschworen ivürde, sind alle größeren industriellen Werke ersucht worden, ihren Bedarf an Arbeitskräften auf einem Fragebogen anzugeben und diesen baldmöglichst an die Zentralstelle, Berlin W 35, Genthiner Stratzc 13 G, zuvückzusenden. Es wird daher an dieser Stelle auf die Wichtigkeit einer Zusammenarbeit der Industrie mit genannter Zentralstelle besonders hingewiesen. ** Ausgaben und Ausgestaltung des Volks bil d ung.swe sens in 5)^ssen. Die hiesige Kveisschulkomnnssäon batte für Donnerstag die Mitglieder der Schulvorstände, Bürgernwister, Geistliche und Lehrer, des Kreises, sowie alle Freunde des Vokksbildungswesens in die Turnhalle der Höheren RLädchenschule in Gießen cingcladen, wo der ehemalige Lchrer und jetzige Direktor der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung, Has finger - Darmstadt, über „Die Aufgaben und Ausgestaltung des Volksbildungswesens in Hessen" sprach.. Es gilt, wie der Vortr«yende hervorhvb, die geistigen, sittlichen und religiösen Kräfte unseves Volpes mehr als dies bisher geschah, zu wecken und zu pflegen. Aus dem Obrigkeitsstaat ist ein Volksstaat geworden, der aber ohne ein urbeilsfLhiges Volk eine große Lüge wäre. ES treten also ungeheure Er- ziehungHausgaben an unser Voll heran, um es für den Volksstaat reif zu machen. Die Zentralstelle wendet sich an das erwachsene Volk, sie will all die Bestrebungen unterstützen, die geeignet sind, unser Volk zur Höhe zu sübren und das Leben lebenswert zu machen. Die bisl-erigen Bestrebungen dieser Art, die nicht verkannt werden sollen, litten an einer großen Zerrissenheit. Sie sollen alle unter dem einheitlichen (Sfaxntten der Volksbildung zusammengefaßt, dieser einer großen Idee dienstbar gemacht werden, ohne aber deren Selbständigkeit in irgend einer Weise Abbruch zu tun. Von welchen Grundgedanken diese VolksbildunZs- arbeit ausgehen muß, führte der Vortragende durch Verlesung der auf der Versammlung der Volksbildungsvereine zu Rothenburg a. b. Tauber gefaßten Beschlüsse aus Um nun die ganze Arbeit auf eine breitere Grundlage zu stellen, so daß alle Schichten unb Kreise unseres Volkes erfaßt werden, war es nötig, die bisher gröerrnt arbeitenden Vereine und Organisati-otwn zu vereinigen. Es ist dies geschehen und all« LierrörigunMn haben in bereit’ willigster Weise ihre Mitarbeit in Aussicht gestellt. Ein Erlaß des Hessischen Landes amts für das BildmrgÄvestn hat übevakl die freudigste Zustimmung erfahren. Eine Erhebung bei den ?in- rclnen Gemeinden über die dort vorhandenen An- säys der Bildungsarbeit soll in Kürze der Oesfent- lichkeit zugänglich gemacht weichen. Haupt- und Unterausschüsse für die einzevnen Gebiete desDvlks- bildungswesens sind gebildet und haben ihre Tätig-- keit auf genommen. Notwendig ist es, daß alle nach ihren Kräften bemüht sind, das Arvtze Werk zu fördern, alle die im Volke stehen unb die Volksseele kennen, denn itad> der Schablone kann und darf nicht gearbeitet werden, sondern immer im Ansckiust an das Gegebene, die datsächkichen Verhältnisse. In erster 2tnie wird an bi« Arbeitswilligen zu appellieren fein, die sich ihrer Vor- antnortlichkeit bewußt sind. Wird sich so Kraft, Einsicht und Mllerr unseres Volkes immer mehr starken, .so wird der Glaube an den Sieg der Wahrheit und GervchtigLnt uns nicht betrügen, und unsere Kinder werden trotz der jetzigen schweren Zeiten einer besseren Zukunft entgegen gehmr. Nach der nun folgeitixn Aussprache, in der verschiedene Bedenken unb Anveguugen vorgebracht wurdm, 'wies der Vortragende nochmals auf die ungemein große Wichtigkeit der LolksbildungsbestDebunge-n hin und forderte die Anwesenden $u eifriger Mitarbeit auf. Kreis Alsfeld. a Lehnheim (Kr. AlSstÜ»), 24. Sept. Dor einigen Tagen weils.e unser: Kreisbehörde zur Besichtigung unseres alten Schulhauses in unserer Mitte. Weil das Schukhaus etwa um 1790 errichtet "wurde, so mutzte unser Ort hinter unseren' Nachbar gemeinden Stangenrod, Atzenhain und Flensungen, welche prächtige neue Schulhäuser haben, zurückstehen. Nunmehr hat. unsere' Gemeindevertretung ebenfalls die Errichtung eines neuen Schul Hauses beschlossen. Kreis Lauterbach. Lauterbach, 24. Sept. Der Qb^hessische Verein für Baseler Mission, dem 76 oberhessische Gemeinden und eine Anzahl Einzelmitglieder angeboren, toitb seine diesjährige Tagung in unserer Stadt halten. Nach einem Missionsgottes- dienste am Sonntag den 28. d. Mts. wird am Montag den 29. Sept, die Jahresversammlung abgehalten rorrben. Im Mittelpunkt steht ein Vortrag von Misfiansfekretär Muller-Ba!el: Bor welche Fragen und Aufgaben stellt ixr Friedensschluss die Baseler^Mission? Deutsche und französische Kriegsgefangenschaft. Dirlammen,^Kr.Lauterbach, 26.Sepl. Hier kam vor kurzem ein Brief an, der verdient, als Zeugnis eines Franzosen über seine Gefangenschaft in Deutschland weiteren Kreisen mitgeteilt zu werden. Es ist ein interessantes Gegenstück zu dem, was der „Gietz. Anz." vor einigen Wochen einmal an Berichten von deutschen Gefangenen über ihre Gefangenschaft in Frankreich brachte. Der Brief ist datiert vom 2. August 1919 und lautet in führe m Treis a. d. Lda. Neubauten auf und sei hierbei nicht berechtigt, ihren mit Bauarbeiter b^d-äftigten Hilfsarl>eitern gegenüber den Metall- arbeitertarif zur Anwcndmig zu bringen, vielmehr sei der Bauarbeitertarif matzgebend (III. Lohngruppe, 1,80 Mk., Bauhilfsarbeiter 1,70 Mk: Teuerungszulage v. 1. 1. 1920 an, Rückwirkung seit erstem Antrag an die Firma: 23. 8. 1919). Tie Baugcschäfte im Lumdatal zahlten alle die Tariflöhne. Entscheidend sei die Art der Arbeit, nicht der Zweck des Baues. Im vorliegenden Fatl sei die Firma die bauausfühveiü>e Uiibemehmerin. Scheidhauer n. Giestmg im benachbarten Mainzlar zablten in ähnlickrem Fall die 93aiiarbeitertarif» lölme, obwohl sie selbst Chamottefabrik f bändes für das dortige Zweiggeschäft begonnen, Maschinen gekauft, um selbst die sonst z. Zt. irirftf zu erhaltenden Ziegelsteine herzustellen: die bclr. Arbeiter will die Firma als Mietallarbeiter wciter- fuhren, wenn iie auch jetzt nicht in ihrem eigentlichen Beruf tätig feien. Die Arbeiter betrachteten die Arbeiten selbst als Notstandsarbeitei', gingen tagelang ohne weiteres ihren Erntearbeitcn nach und blieben trotzdem Metallarbeiter, hätten auch als solche erst Mitte Juni mit der Zweigstelle Lollar des Metallarbeiterverbandes die Lo^rftft-. setzung betreiben lassen, feien jetzt aber wohl durch die günstigeren Löhne des Baugewerbes zum Uebertritt in die Organisation der Bauarbeiter bewvgen worden. Eigentliche Maurer seien es nur einige; aber auch diese seien nur als Hilfs- arbeitei angenommen worden. Der Schlich tun gsauss chuß gab feiner grundsätz- licfceii StellunanalMe, indem er davon ausgmg. datz weder die Zugehörigkeit zur Organisation, noch der Charakter als NotstarchSarbeit von entscheidender Bedeutung ist, in folgendem Schiedsspruch Ausdruck: Ten von der Firma Heinrich Amenj>-HanLl, Zweigniederlassung Treis a. d. Lda., in Treis a. ö. Lda. beschäftigten Arbeitern sind insoweit uni> solange sie mit baulichen Arbeiten beschäftigt werden, mit Rückwirkung vom 28. August 1919 an die im Tarif für Bauarbeiter festgesetzten Löhne zu zahlen, die Teuerungszulage vom 1. Januar 1920 an. Ten Schiedsspruch erkannte die Arbeitgeberin. nicht an. Tie Arbeitnehmer erklärten das Anerkenntnis, mit dem Antrag, den Schiedsspruch durchs den Herrn Staatskommissar für die wirtschaftliche Demobilmachung in Hessen zu Darmstadt für verbindlich erklären zu lassen. 5. Die Wirtschaftliche Bereinigung der Privatange st eilten von Gießen und Umgegend hatte den,in Sachen der Gietzenen Firmen des Grvtztzandels ufnx tvegen Gehaltsaufbesserung und Tarifvertrags am 10. 9 1919 erlassene Schiedsspruch bemängelt, weil durch Ausscheiden von Mitgliedenr des Schlichtungsau s- schnsses dieser zwar paritätisch, aber nicht tn voller Besetzung geblieben war. Es wurde deshalb nochmals verhandelt (unter Bezugnahme auf die früheren Erörterungen). Der Schlichtungsausschutz hielt an dem Schiedsspruch vom 10. Septem bei' 1919 fest, wonach daS Abvommen vom 26. Abigust 1919 als Schiedsspruch zu gelten bat, mit ban Zusatz: „Mit Rücksicht auf die dauernd steigende Teuerung soll vom 1. Januar 1920 an auf die fest« gesetzte Gchaltsskala ein Deuerun gStzuschlag von 10 Proz. gewährt werden." Tie Parteien behielten sich Erklärung ppr, Büchertisch. — Neue Tierbevbachtungen. Don Dr. Th. Zell. Preis geh. 1,50 MI . geb. 2,50 Mk. Stuttgart, „Kosmos", Gesellschaft der Natur- freimbe. Geschäftsstelle: Franckhsche Berlagshand. lung. — Spiel in Moll, ein Chopin-3d>mar! von Zvachim Delbrück. Preis 6 Mk. Verlag Ullstein L Co., Berlin. Veemlschtes. * Was die neuen Steuern kosten» Tie neuen Steuergesetze werden jetzt der Reihe noch veröffentlicht. Tie Vorlagen sind von der Nationalversammlung so schnell und in Missen erledigt worden, daß, der Leser über die Einzel- leiten kaum unterrichtet ist. Es ist deshalb zwecks mäjjig, wenigstens das Wichtigste darckus zu wieder- la len, vor allem, was man zu zahlen hat. Jedermann wird von der Zündwarensteuer betroffen. Sie beträgt für Zündhölzer, Zstndspan- chen und Zündstätcheu für 30 Stück 2 Pf., für 30 bis 60 Stück 3 Pf-, für jede weitere 60 Stück 3 Pf. Zündkerzchen kosten je 20 Stück 10 Pf., Feuerzeuge bä einem Herstetterverkaufspvris bis zu 2 Mk., 50 Pf., bis zu 5 Mk. beträgt die Steuer 1 Mk., darüber 3 Mk.. Platinselbstzünder für Gas- glühlampen kosten 30 Pf., Feuerzeuge mit anderen Zündvorrichtungen zMqir 3 Mk. «Aeuer. Ist Ed-lmetatt verwandt worden, so kommen 10 Proz zu. Lost Zündsteine oder Zündschienen zabl-m 10 Pi. für das Gramm. Fabriken, die nach dem 30. September 1914 eingerichtet sind, zaAm 10 Pro-, mehr. Die Steuer für jedes Karten- spiel beträgt 2 M?., ermäßigt sich aber für Stiele von 24 und toemger Blätter um die Hälft:, während sie sich für Hartenfpiele von mehr als 48 Blättern um ebensoviel erhöht. Tie Grunderwerbsteuer beträgt nicht wmiser als 4 Proz. des gemeinen Wertes, in Ausnochm-fallen 2 Proz. Tie Tabaksteuer beträgt für Zigarren im Kleinverkaufspreife bis zu 8 Pf4 8 Mk. für 1000, steigend bis zu 3 Mk. Steuer, bei einem Preife m 1600 Mk. Zigaretten kosten 10 bis 300 M7. Stenern aufs Tausend, je nach dem Preise von 3 bis 50 Pf., Rauchtabak 3 bis 60 Mr. bei einem Preise von 10 bis 80 Mk., Zigarettenpapien 10 Mk. für 1000 Hülsen. deutscher Uebecsetzung unter Weglassung von Unwesentlichem: Teure Fveunlx! Ich kann Sie nicht vergessen, meine Pflicht würde es niemals zulafsen. Fch habe in der Zeit, da ich unter Ihnen lebte, einen sehr guten Eindruck empfangen können und habe ihn behalten sowohl von Ihrem Familieirleben als auch von bet Arbeit. Sie haben es mich nie fühlen lassen, daß ich ttriegsgesangcner mar. Diese Handlung ist edel »nc ich schulde Ihnen dafür aufrichtige Dankbarkeit. Wie war meine Rückkehr zu den Eltwn entzückend, ebenso für mich das Wiedersehen der Heimat! Wievielmal habe ich schon Gutes von Ihnen reden können. Meine Eltern beauftragen mich. Ihnen für die Wohltaten zu danken, die Sie mir erwiesen haben. Verfluchter Krieg: was hast du alles Mlgestellt? Wieviel Friedhöfe hast du geschaffen? Wieviel Eltern, Bruder und Freunde sind nicht mehr unter ims, aber sie bleiben ungeschrieben in nuferen Herzm. Mein größter Wunsch, von dem ich benfe, dgh er erhört fein wird, ist der, daß dieser Krieg niemals wiederfehren möge auf unserer Erde. Wieviel Kriegsverstümnvelte jetzt! Nun wohl, teure Freunde, das alles veranlaßt mich, Fhnen zu raten, richten Sie Ihre ganz: Ausmerksamkrit darauf, dast der Has; auf Helden Seiten schwinde. Was hat er gebracht, ivas für eine Wohltat? Tnrchaus keine, nur Qualen. Darum soll man ben Hast fliehen. Tas ist ein guter Grundsatz. Ich könnte Ihnen sagen, baß, ich den einfachen deutschen Dtlann ebenso achte wie den einfachen Franzosen, denn beide haben den Krieg nicht gewollt, sondern häben immer den Frieden gewünscht. Unglücklicher Weise sind sie es, die am meisten gelitten haben unter dieser Geistei. Ich meinerseits bin zu grafeem Dank verpflichtet de m deutschen Sanitätsdienst, denn der ist's gewesen, der mich auf dem Schlachtfeld aufgelesen hat. Ein deutscher Kamerad hat mich zurückgetragen. Auch im Lazarett hat man mir bte gröfete Sorgfalt angedeihen lassen. Man hat mich gepflegt mit einer aufeerardentlichgrafeen und edlen Aufopferung. (Dvest Wteftte sind von i-ent STreiber besonders hervorgehoben!) All das läßt sich nicht vergessen, nein, das ist ringeschri:- bens ins Gedächtnis und mutz immer wieder über meine Lippen. Empfangen Sie, teure Freunde, dir besten Freundesgrüfee. Ein Freund, der Sie niemals vergessen kann. Genrat Charles. Der Schreiber des Briefes hat zwei Jahre als Gefangener in der Familie zugebracht, an die er den Brief gerichtet hat. Die Behandlung, die ihm in Deutschland als Gefangenen Mteil wurde, ist der beste Beweis dafür, daß kein Hatz gegen Frankreich in deutschen Herzen lebte. Wenn er jetzt aber, nach dem, was unsere deutschen Gefangenen in Frankreich alles haben erdulden müssen und noch immer erdulden, in vielen Herzen sich regt, so ist das nicht zu verwundern. Der Schtichtungsausschutz der Provinz Oberhesfen. Berh«Mung vom 19. September 1919. 1. Tem Antrag des Richard Bär in Wein Heun (Baden) gegen bet Firma Rudolf Loe roenftein it Co. in Gietzm auf Wieder einsteklung wurde nicht ftattgegehm, da bie Firma nach den besonderen Verhältnissen ihres Betriebs hierzu nicht in der Lag; ist. Antragsteller ruft die Entschndung des Sdaats- kommffsars für die wirtschaftliche Demobilmachung in Hessen zu Darmstadt an. 2. Tie ftäbt. Beamten in Alsfeld hotten wegen an der weiter Regelung der laufen- den Teuerungszulagen Antrag auf V^r- bandlung gestellt. Seitens der Antragsteller wurde das feit lange vergeblich betriebene Bestreben geschildert, neben den einmaligen Teuerungszulagen von 60 Pvoz. für 1918 und 70 Pvoz. für 1919 von 600 Mk. damaliger laufender Teuerungszulage eine Ausbesserung dieser zu erltrngen. Da in Ms- stld die Teuerungsverhällnisse genau dieselben feien, wie an anoeren Orten, verlange man nunmehr die staatlichen Teuerungssätze. Bürgermeister Tr. Völstng legte den Standpunkt des Finanzausschusses bar. Man halte die vom Staat getroffene Regelung für zu schematisch, da hierbei alles 'über einen Kamm geschoren werde und die Leistungsfähigkeit unb die Verantwortung nicht berücksichtigt werde. In Alsfeld seien die Lebensmittel doch billiger, wie anbcrÄw. Die Stadtvertretung mache auch auf die finanzielle Mehrbelastung aufmerksam, bte Alsfeld nicht tragen könne. Ter ScÄvchttmgSmlSschutz sing davon aus, dofe nicht unbedingt die Sätze der staatlichen laufenden Teuerungszulage anzuwenden sind, bafe vielmehr an gezeigt ist, nach bet Verhältnissen des einzelnen Ortes die Sätze zu bemessen. Vn kleinen Plätzen sind die Bedürfnisse zweifellos doch verschieden von denen größerer Städte mit ihren erhöhten Ansprüchen. Es wurde deshalb Schiedsspruch erlassen: Mit Rücksicht auf die niederen Gchaltsveryält- nisfe in Alsfeld und die dort allgemein herrschenden Levensverhaltniffe werden fvlgärde Sätze als lau» fenbe TeuerungsMlage mit Rückwirkung vom 1. Juli 1919 als angtmefjrö bezeichnet: Für Verheiratete 1800 Mk., für Unverheiratete 80 Proz. dieses Betrags, für jedes Kind unter 14 Jahr«, 300 Mk. Tie bereits für das Rechnungsjahr 1919 bewilligte einmalige Teuerungszulage kommt nicht in Anrechnung. Tie Vertreter der Antragsteller erkannten den Schiedswmch an. Dr. Bölsing behielt sich vor, die Stadwertretung über feie Annahme oder Ablehnung zu hören.- 3. Tie Firma Deutsche uwd Oe sperre i- chrsche Lackfabriken, Franz Megerle in Friedberg i, Hess, erkannte an, bafe sie ihren früheren Provisionsagenten (Kriegsteilnehmer) Gustav Machvl in Stuttgart weiter beschäfttgt; dieser wurde argen etwaiger Ansprüche aus diesem Berhältnis auf gerichtliches Vorgehen verwiesen. 4. Ter Deutsche Banarbeiterver- band, Bezirksverein Gi^en-Wetzlar, brockte '-w> een Durchführung des B?zirkS!vhn- und -Ar^its- tari^s gegen die Firma Heinrich Am end, G. m. b. H., Hanau a. M., eine grundsätzliche Frage zum Austrag. Antragsteller machten geltend: 2.ie rzirma, die ast sich gefundheitsleckstiischc Apparate hnitelle. Muapostolische Gemeinde Gottesdienste: Sonntag nachmittag 3'/, Uhr 7905_____________Mittwoch abend 8st, Uhr._________ Stadtmission Gießen, Löberstr. U Jeden Sonntag Abend 8*/2 Uhr Neligiöser Vortrag „ Mittwoch „ 8’A, „ Bibelstunde Jedermann herzlich willkommen. ,MeoI> □OCDOD jd Direktor Pro«. Tr. Hclmkamvs. >itN Kd««'1 Prf Der Sludentenauzschutz al Ier rert! L Oas chemische Reinigen in: naturgrau 3.50 Jt Aufschlag. ?/ Größte« Later in: 11109««= echten Parodlcsreihern v. 12^ eehicn Ki*o»enreih*m* 8 an, Prachtstücke zu 21,28,45—lOOjtf Prachtstücke zu 35, 50 und 85 jt r *un 8!rAa?fed?5n M - echten Stangenreihern < fln Pr ich J Un rn 1 MM -II- . fee W ta IU ’■ 5 an, Prachtstücke v. 18—75 6 etchastsv crändcrung H Hetz, Frichiirter Str. 19, ItL HS. Der Vorstand. ius» ■ a E Ar!» WMNi!!NiWWWIIMMWjii!I!«?!MiMi!!!i;!Miz,ig,i^M!i,jm^jiuiiii!!!liIiiIil!!iiii!iiIWWMi!!!!liiI!II!R!!IMlWttiM Gicsi'-u Telepho» 493 11108 O D r D Q schwarz-weiß schwarz Z — 1 D tr Reine Obet- KarteRd Waech- EAeker- Hetacer* ■analerer- und flarkt- vr- $«< erbeten. 11073D Darmstädter Telephon Gg. Schwab Möbelfabrik Hoflieferant Teiaph 4u c B r- »»« JWtn s ÖO em lang zu 55 Jt oder 60—65em 1g. z. 75ut Bezugnehmend ant ncvcnftry. Hnxige mache ich die ergebene Mitteilung, daß ich mit dem heutigen rage das von herm IWmadesÄ tWCngros* und Detailgtfthäfl Louis CreffäC- übernommen «jaet.Durdimttnt langiäljrtgc catighflt in (Utfa flrmaboffeuDindtrUgcmftin, die angenehmen Begebungen ju meinen wert, ßefdjaustreunden erloigreich fonpufeben und mir das vertrauen und roohlmollcn durch rcellflc und promptem Bedienung btibilltgllen Prellen weiterhin >u erhalten. M ern> »fehle mich Hochachtungsvoll hein? Münch. 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