Nr 22 Ter (oitbentr Ittjety« erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilauen: LlttzenerFamllicndlLtter; Kic.sllatt für den Kreis (Bfeßeit. B.jnasprcls: monntl.^ik.1.35, viertel- jäkrl'ch Alk. 4.05; durch Abhole- u. Zweigstellen mouatl. 1’IL 1.25, durch die Post Ult. 4.05 viertel« jährt, ausschl. Benellq. Vsenifpred) - dlnschlusse: hlr dieLchriitleituugI12 Verlag,l^eschü'tsslelle51 Auschrjllsür Dradluach- rrchten: Anzeiger Sieben. ZwkMngrrunddruck ».Verlag: vrühl'sche Univ.'vuch- u.Steiirdruckerel R. Lange.Zchriftleltung, Geschiiftrftelle ».Druckerei: Schulstr 7. für or11iche Anzeigen 25 L?.,für auswärtig! 30 Pl, für Reklamen Mk.1.-uebsl20°'gTcue- rungSzus hlag;Plat;vor- fchrisl 20 % Aufschlag. Hauvtschrickleiier: Ang. Goeg Verantwortlich für Politik: Ang. Goetz, für den übrigen Teil: Dr- Reiuhold Zenz; für den Anzeigenteil: £>. Beck; sämtlich in Gießen Montag, 27. Januar M4 ^Hi.ai)me von Anzeige» f. die Tagesnummer l>is zum Nachmittag vorher ► oynejedePerbindlichkeit Zeilen-relse: 169. Iahrgmg Sietzener Anzeiger $X«ntfurt «.UL U6S6 General-Anzeiger für Oberheffen Die Absichten unserer Gegner. I nd ustri e- nt Organisation und ein Sekretariat unterhalten, um bi- Angelegenheiten des Burrdos in den Zeiten zwi- scheu den Konferenzen zu führen. Die Konferenz bestimmt daher, daß das Komitee Einzelheiten über die Ausgestaltung uui) Cbliegenljeüen des Bundes Die $r!e>cnslo.iferen$. Eme Ansprache WilfouS. Pari», 26. Ian. (W. B.) Neuler. Wilson hielt auf der Friedenskonferenz folgende An« spräche: .Ich betrachte es als ein besonderes Vorrecht, daff ich die Erörterungen in der Konferenz über den Völkerbund eröffnen kann. Wir Huben uns zu zweierlei Zwecken versammelt, um Vereinbarungen zu treffen, die durch den Krieg notwendig geworden find, und um den Frieden der Welt durch Abmachungen zu sichern. Der Vö lkerbund erscheint mir für beide Zwecke notwendig. Ls bestehen mancherlei kompli- zierte Fragen, die mit den gegenwärtigen Vereinbarungen Zusammenhängen, und die vielleicht durch Entscheidungen, die wir treffen werden, nicht voll geordnet werden können. Ls ist leicht begreiflich, daff manche unseres Programmes an. Der Völkerbund ist unser Ziel und unser Ideal. Wenn wir zum Beispiel m die Vereinigten Staaten zurückkehren würden, ohne alles unter,.ommen zu haben, unser Programm zu verwirklichen, dann würden wir den verdienten Zorn unseres Volkes auf uns bürden, daff wir als btc Führer der gröfften Demokratie der Welt die Gedanken und Wünsche unseres Volkes nicht in genügender Weise zum Ausdruck brachten. Hier find wir zusammengekommcn, um darüber zu wachen, datz jedes Volk der Welt seine eigene Regierung und seine eigenen Bestimmungen und Gesetze erhält. Wir sind auch hier zusammengekommen, um die Gründe, die diesen Krieg heraufde- schworen haben, für alle Zeilen hinwegzufegen. Diese Gründe waren die Bedrohungen der kleinen Mächte durch die großen Mächte. Nur die Befreiung der Welt von der Knechtung der einen Nation durch die anderen kann den Frieden zustande bringen. Wir sind unbedingt gewillt, unser Programm in die Tat umzusetzen, damit der große Albdruck, der auf der Menschheit lastet, hinweggenommen wird. Meine Herren! Wenn ich über die Straffe gehe, so sehe ich überall amerikanische Soldaten, ich denke dabei, daff diese Manner als Kreuzfahrer in diesen Kr.eg zogen, nicht um diesen Krieg zu gewinnen, sondern den Gedanken zu verwirklichen für Gerechtigkeit und Freiheit der Menschheit zu kämpfen. Ich hoffe, daff wir in diesem Programm nicht allein stehen, denn überall werden sich Verfechter da,ür finden. Ich habe versucht, Ihnen die Begeisterung, die uns Amerikaner beseelt, einzuflöffen. Der Puls der ganzen Welt scheint in dieser Unternehmung an die Oberfläche zu klopfen. Nachdem Wilson geredet hatte, ergriff auch 1 Lloyd George das Wort. Lr erklärte sich mit den Ausführungen Wilsons einverstanden und gab der Hoffnung 'Ausdruck, daff eine andere Methode geschaffen werden müffe, um die Zwistigkeiten für immer aus der Welt zu schaffen als bieje organisierten Schlächtereien. Lr wisse nicht, ob bies gelingen werde, aber es fei bereits ein Erfolg zu nennen, daff die Konferenz sich damit zu beschäftigen beginne. Die bisherigen Entschließungen. London, 25. Ian. (WTB.) Reuter. Es ging hier folgender amtlicher Bericyt aus Paris ein: Arbeitsplan für die zweite Versammlung der Friedenskonferenz vom 25.Ian.: 1. Der Völkerbund; 2. Verletzungen der uisiegsgesetze; 3. Wiedergutmachung der Schäden; 4. Internationale Gesetzgebung über die JndustriearLeitcrsrage; 5. internationale Kontrolle der &«fcit, Wasserwege und Eisenbahnen. Die Eutschlieffungeu werden sich mit den genannten Gegenständen befassen. In dem Entwurf heißt cs in bezug auf den Völkerbund: Die Friedenskonferenz hat nach Erwägung der Vorschläge für die Schaffung des Völkerbundes beschlossen: 1. Es ist für die Aufrechterhaltung und Neuordnung der Welt, wozu die alliierten 9ia>ionen jetzt zusammentreten, wesentlich, daff ein Völkerbund geschaffen wird, um die in te r- nationale Zusammenarbeit zu fördern, um die Erfüllung angenommener internationaler Verpflichtungen zu sichern und Sicherungen gegen den Krieg vorzusehen; 2. der Völkerbund soll als Hauptbestandteil in den allgemeinen Friedensver- Darmstadt. Unabhängige 350, Hess. Volks- Partei 898, .Deutsche Volkspartei 1U 399, Demokraten 12 288, Mehrheitssozialisten 15 474, Zentrum 3207. Offenbach. (Stabt.) Deutsche Volksparter 2096, Unabh. Soz. 2443, Zentrum 474u, Dem,» traten 5842, Soziald. 21190, Hess. Volksp. 120L Liue Warnung an diePoleu und Tschechen. Paris, 25. Jan. (Amtlich.) Nach der estrigen Versammlung oes Oocrsten Kricgsam.e^ hallen Wilion, die Premierminister uio Mstustep des Aeuffern, sowie die Bertrereik der japanisches Regierung eine kurze Sitzung aff. Sie stimmten ocr «vlgen könnte. Die Entschlicffung, die die Lnternatio nale Gesetzgebung : arbeitet fragen tcXf.’t, le.agt, daffci.-cKom Länder in Mitleidenschaft gezogen. Ist es nicht, o fuhr Wilfon fort, zum Beispiel eine furchtbare Tat ache, daff bie großen Entdeckungen in der Wijsenfcha t, in den Lavorator.en, in den Werkstätten und bie ungeheuren Fortschritte im Handel und Verkehr, die durch jahrzehntelanges Stuuium erzielt wurden, während des Krieges für die Vernichtung der Kultur angewendet wurden. Die Vereinigten Staaten traten nicht in diesen Krieg ein, um sich in die 3ntere)|en Europas, Asiens oder irgend eines anderen Weitteils einzumischen. Das hat die ganze We t wohl während diests Krieges selbst emp- fanden. Wir gingen in den Krieg für die Gerechtigkeit und die Freiheit der Menschheit. Darum hatte auch in den Vereinigten Staaten bie Heber» geugung platzgegriffen, daff ihr Anteil im Kriege vergebens gewesen toure, wenn man bei der Aosas. jung der europäischen Verträge einen solchen Frieden nicht sicherstellen wurde, dann roüroe das amen» j konische Volk fühlen, daff es an dem Schutze des I europäischen Frieoens beineu Anteil hat nehmen j trag ausgenommen werden; er soll feder zivili-- fierten Nation of,en stehen, nxlche die Gewähr da,ür bietet, daff sie seine Ziele fördert; 3. Mitglieder des Vöuerbundes Men reg.lmäßig in internatio- ausarbcitcn soll. Die Entschließung betreffend Verletzungen der Kriegsgesetze lautet: Eine Kommission, bestehend aus je zivei Vertretern der fünf Großmächte und fünf Vertretern anderer noch zu bestiinmender Mächte, ist dazu bestimmt, üier folgendes Erhebuitgen anzusteilen uni> Bericht zu erstatten: 1. Verantwortlichkeit der Urheber des Krieges. 2. .Verletzungen der Kriegsgesetze unb- Bräuä)e, die von den Streitkräften d.s Deutschen Reiches und feiner Verbündeten auf dem Lande, zur See und in der Luft während oes Krieges begangen wurdem 3. Abstufungen der VerarUwort- lichkeil für diese Verletzungen, insosern sie sich aus einzelne Angehörige der Mindlichen Streitträsie, einschließlich der Mitg.iE der Generalstäbe und andere Personen, so hoch sie auch stehen mögen, beziehen. 4. Zusammense^ung uno V-erfahren des Gerichtshofes, um derartig,' Verletzungen festzu- stelleu. 5. Alte anderen Angelegenheiten, die obigen verwandt oder untergeordner sind unb im Laufe der Unter suchmig auf tauchen können und welche die Kommisfiost für nützlich u.u> erheblich findet, um sie in Erwägung zu ziehen. Die der Kouseeeuz vorzulegnide Entschließung betr. die Wiedergutmachungen besagt. Lag Kommissionen mic nicht mehr als zwei Vertrcstru V-e.g.ens, Griechenlands, Po.enS, Siuma,.iens mid Serbiens bestimmt werden um iLer die Höhe oer Etuschäotgungen, welche vie Krudlichen Läir-cr iayMt mufften, stluterinchungen aiiytiicllcu luib > Mission ernant werden soll, die aus je zwei Ver- : tretem der fünf Großmächte und aus je fünf an- , deren der auf der Fnercus.o.l^erenz vertretenen : Mächte bestehen soll, um d.e Arb-.i.s edi, gmigen '■ von internationalen Gesichtspunkten zu unter,uä)en i und über die Mittel und W-ge zu beraten, bie nol- i wendig sind, um eine einheitliche Durchführung ■ der mit b.eicn Arbei sbedingungeu zuiammcmhän- ; genden Angelegenhei.eir zu sichern. Au; öen vcri.anSIungen in 5paa. Berlin, 25. Jan. (WDB.) Sitzungsbericht ' der Waffen still st anvskommifs io n in . Spaa vom 24. Januar. General Nndcrnt über- ; reichte eine Mitteilung Fachs, der Befehlshaber i der deutschen Streitkräfte im Osten verweigere p o l n i s m e n gegen die Bolschewsitett marschiecen- ; den Truppen den Durchzug durch G r v d n o. ' Die Polnische Regierung habe sich wegen dieses Vor- ’ falls bereits direkt an Deutschland geluanbt und um , eine Entscheidung bis zum 26. Januar gebeten. Foch schließe aus dem Verhalten des deutscl)en Bc- i sehlshabers, ,doff die früheren Einsprüche der i 'läntente gegen die Haltung der deutsche'n Militär- , behörde im Osten berechtigt lvaren und daff den . Bolschewisten nicht entgegengctrestm wird. Er verlange, daß der polnischen Forderung s o f o r t G e - uüge geleistet werbe. General v. Win ter - ' feldt verspricht, die Mitteilung feiner Regicruitg zu übermitteln, (ix selbst habe feinen schon ost wie- i derholten Aeufferungen über Deutschlands Sstllung i zu den Bol.chewist-n nnj über die Haltun i iec Polen nichts hinzuzufuge>i. In einer oer stu.-eren ' Sitzungen hatte die deutsche Waffcnstiilstandskom- Mission gebeten, Bergleute und deren Familien im besetzten Gebiet wohnen zu lassen, auch ' wenn sie erst nach dem 1. August 1914 zugczogen sind. Hierzu teilt die französische Kommission nunmehr mit, daß die Besatzungsbehörden ermächtigt feien, begründete Einzelgesuche dieser Art z u g e - nehmigen. Gleichzeitig seien die französischen ^Behörden angewiesen worden, den linksrher- nisch wohnenden deutschen* Stu heuten zur Fortsetzung ihres Studümrs den Besuch dec rechtsrheinisch gelegenen Universitäten zu gestatten. Die deutsche Kommission gibt sodmrn die Maßnahmen befannt, die zur Rückführung der wenigen noch in Deutschland befindlichen Eliaß-Loth- ringer getroffen worden sind. Sie überreicht ferner die Liste der voraussichtlich bis zum 1. März lieferbaren landwirtschaftlichen Maschinen. Der Vertreter der deutschen Regierung in Spaa ersucht, eine ausreichende Milchversorgung der Stadt Düsseldorf zu ermöglichen; durch die von der Entente vorgenommene Verkehrs sperre habe sich eine schwere gesundheitliche Schädigung der ganzen Bevölkerung, insbesonocre der Wüchnecinnen, sHn* der und Kranken, ciiigcftelit. Die deutsche Regierung daten, die am 8. Januar ben Geheimen Vergrat fordert ferner strenge Bestrafung der britischen Sol- Foerder in Bonn überfielen und schtver verletzten. Gegen die Ausschreiturtgen einiger englischer Offiziere in den Gefangenenlagern Holzminden und Clausthal, sowie gegen die vom belgischen Kommandanten m der Umgebung Düsseldorfs vorgenomme- nen Vieh-Requisitionen lege die deutsche Waffen- stillstaudskommislion Protest ein. Vie Beratungen über den versassungr- tiilwurf. Berlin, 25. Jan. Im großen Vundesratssaale des ReichLamtes des Innern begann am Samsstrg mittag die mr- gekündigte Konferenz der Negieruirgen der einzelnen Staaten über den Verfassungsentwurf des Staatssekretärs Dr. Preuß. Den Vorsitz von dieser Konferenz führte der Vollsbeanf-' tragte Ebert. Staatssekretär Dr. Preuß betont, selbstverständlich könne die Neubildung von staatlichen Zusammenhängen nur nach Wunsch der betreffenden Volksteile vorgcnommen werden. Sie dürfe und könne keineswegs durch ein Dekret der Negierungen geschehen. Die Reichsregierung be» anspruci)e darum auch nicht das Recht, die Neu- gruppierung des Reiches von sich aus zu verfügen. Der bahrische Ministerprä,igelst Kurt Eisner bringt zur Geschäftsordnung im Namen der süddeutschenStaaten, inbegriffen Sachsen, den Vorschlag eines NotgeseyeS ein, durch dessen Annahme die weitere Erörterung des Ver- fafsungsentwurfs sich erübrigen könne. Die Vertreter von Sachsen und Württemberg erklären aus- strrucklich, daß sie durch ihre Zustimmung zu dem Eisnerschen Eventualvorsastag keineswegs die TiS- kusiiou des Lerfasiungscntwurss imterbuiben wollten Gemäß einem entschiedenen Hinn-eis te3 Vorsitzenden Ebert, daß uiticr keinen Umständen durch die Annahme des einen oder anderen Vor- sn)lags die Nationalversammlung vor eine boll» enbete Tatsache gestellt werden dürfe, uno daß es lich bei der heutigen Zusammenkunft der Freistaaten nur um eine unverbindliche Besprechung handeln könne, wird, nachdem auch Herr Eisner sich dieser Auffassung angeschlosfen hat, die Diskussion eröffnet. Als erster spricht im Namen des preußischen Ministeriums Minis.ec Hirsch. Er beleimt sich zu der Ansicht, das Reich cinheitlicher als bisher auszubauen, und erklärt, daß er die Schaffung eines oeutschcn EinhcitSstacAes, die der Entwurf deS Staatssekretärs Preuß leider nicht anstrebe, shm- pathisch gegenuberstände. Ter jetzige Vorschlag über Das Neue, das wir heute von der Pariser Friedeuskoufeceuz hören, läßt uns trotz ei.icr idealistischen Rede Wilsons nicht allzu viel erhoffen. Das Neurer-Bureau hat eine Reihe von Eiltfchiießungen mitgeteilt, die bisher offenbar doch anch mit Zu^immung des Präsidenten der Bereinigten Staaten gefaßt worden sind und die rwch immer den bekannten Geist der 3iache atmen. Die Deutschen, nicht inur ihre Führer, »ecrden damit »vie Verbrech.r an die Wand gestellt. Auch Wilson, der für die Znkunft alles hinwcggesegt wissen will, was zu dem Weltkrieg geführt hat, ist noch immer mit feinen Verbündeten darüber einig, daß Deulsch.aud allein der strafwürdige Sünder fei. Das dürfen wir nicht unwider,prochen hinrrehmen und oagegen muß auch die Nationalversammlung frei und kraftvoll Stellung nehmen. Auch in Fragen, die nicht direkt unser materielles Wohl für die Zukunft treffen, dürfen wir nicht sorglos und fahrlässig sein. Heute ist des Exkaesers Geburtstag, dessen wir alle sonst mit frohem Jubel gedacht haben, denn er war, trotz mamyer Mängel, die \xnt an ihm loahrnahmen, der glänzende Repräsentant unseres Volkes und Reiä/es. Wir wollen ihn nicht der Rache und LchmLhjucht unsrer Feinde Preisgeben, und er soll nicht ein Si'mdenbock werden für die weitverzweigte Schuld am Weltkrieg. Insbesondere die Franzosen sind gierig danach. den einstmaligen Herrscher ivic einen Verbrecher vor ein Tribunal zu ziehen; ein solches Spcklakclslück wäre ihnen ein nationaler Truuupf und uns eine tiefe Schmach. Keilt fremdes Volk hat ein Recht, in unsere Angelegenheiten hineinzureden, und wenn des LiaiserS Handlungen nachgcprüft werden müssen, so ist dies einzig und allein Sache des dcmfchen Volkes. Es gibt kein internationales Recht, das den Feinden eine Handhabe zur Aburteilung des zraifers bieten könnte, und das Gutachtc»» französischer NechtS- lehrer ist ein ganz wllllürUches Verfahren. ES wäre ein Flecken auf unserer nationalen Ehre, wenn nur es zulicßcn, daß die Rachsucht der G.gner mit dem Kacjer ein frevles Spiel trieb:! Auch wir fordern volles Licht über die Eveigitiife und Handlungen, die zum Kriege geführt haben; wir n>i|fen aber heute schon so viel, daß Kaiser Wilhelm es nich«t verdient hat, daß wir ihn vor einer ganz einseitig befangerren Welt schmähcich im Suche laflen, i.i Veröffentlichung u d der ra.iotelegra Phi schon IkbcrmitJiing folgc.der Erklärung zu: ,,Die R^g'.crung.n, die gejc.^ai-tg zu einer Konierenz ver,ammllt ü.w, um einen dauerhaften, veriuche/dle Einheit des bleiches einseitig uicd all-1 Frieden zwischen beit Nationen zu schaf.cn, särdt zusehr auf Kosten Preußens zu erzielen. I sehr bewegt von diachrichteu, die ih::c.t au5 Der* . Als ^8ertret^r AnhalLä we.twet sich Mützster' schhedenen Läud-eru .GurpMr deZ Orients Vereinbarungen noch nachherige Beratungen nötig machen, uno daff viele Entscheidungen noch später eine gewiße Aufmerksamkeit erfordem, denn sie ent« l na[en Konferenzen zusammentreten, eine ständige ziehen sich gcgcnro-irtig verlaffltuzec Beurteckuiig. Ls s Örgaitisation und ein Sekretariat unterhalten, um ist daher notwendig, daff mir crgendeme Einrichtung ■ • - - x . treffen, wodurch die Arbeit der Konferenz vervollständigt wird. Wir versammelten uns hier zu einem Zweck, der über die Festsetzung der geg.nrourtig erforderlichen Vereinbarungen hrnausgeyt. Wir versammeln uns hier unter besonderen Verhältnissen der öffentlichen Meinung und der ganzen Men>ch- beit. Ich kann ohne Uebertreibung sagen, daff mir nicht die Vertreter der Negierungen, sondern der Völker sind. Es genügt nicht, irgenöroo nur Negierungskreise znfriedenzustellen, es ist no.wen- big, daff wir die öffentliche Me.-rung der ganzen Welt zusriedenslellen. Der Krieg hat in ungewöhnlichem Grade die Bevöllierungen aller davon betroffenen Heine gegen ben Preuß'schen Vorschlag. Er glaubt, dag durch die Aufteilung Preußens ein Zankapfel in das deutsche Volk hinemgeworfcht ioerbc, und daß es kaum möglich sein dürfte, büs .k'eugruppierung des Reiches nach dem Wunsche oes Voltes vorzunehmen, daff vielmeijr jede derartige stlcugruppierung eure burearckratische Arbeit der jeweiligen Regierung fein wird. Arn Nachmittag wurden die Verhandllmgeu. fortgesetzt. Zufanimenfasseno läßt sich sagen, daß oct allen Rednern eine starke Tendenz zum Einheitsstaat vorhanden war, bau aber die Schwierigkeiten, die der Lösung dieses Prosilcms entgegcnueijcit, .sehr groß sind, tatsächlich so groß, daß eine radikale Entwicklung tu bicjcr stiichlung nicht wahrscheinlich ist." Volwbeauftragler Ebert regt darauf an, da. die NeichSregieru.ig entschlossen fei, ihre Portefeuilles der Nationalversammlung zur Verfugzotg zu 'stellen und der Nationalversammlung die Bildung einer neuen Regierung zu überlassen, eine Kommission einzusetzen, der Vertreter aller deutschen Staaten angeboren, und die alle A nregrmgeu, die in der Konferenz vorgetragen war- ten sind, bearbeiten solle. Diese Anregung verdichtete sich zu folgendem Anträge, dec ein^ mütige Zustimmung fand: „Unter dem Vorsitz des Staatssekretärs befc Reichsamtes des Innern, Dr. .Hugo Preuß, tritt am Samstag eine Kommission zusammen, der. ein oder mehrere Vertreter der deutschen Frei--' floaten angeboren, um den Entwurf eines pro-' vi so rischen Grundgesetzes zu behan-- deln, das der Nationalversammlung zur soforti" gen Beschlußfassung vorgelegt toercen soll. Das Grundgesetz sieht lediglich die Ei.isetzung einer Zentralgewalt und die Bildung ei.ic3 Reichsministeriums, sowie die Mitwirkung der Regierungen der deutschen Freistaaten! bei der Nationalverchinnuuiig vor. Der Kommich sion wird weiter der vorliegende Verfassungs- cntwurs zur Beratung überwiesen. Der Bericht der Kommission geht an die Reichsleitung." Die Wahlen MyeWchen Volkskammer. Kreis Büoingen. Altwiedermus. Wünzer 144, Brauer 6,' Ulrich 124. Bergheim. Kiel 1, Schmitt 0, Wünzer 0, Henrich 12, Brauer 62, Ulrich 110. Borsdorf. Wünzer 2, Heccrich 10, Brauer 127, Ulrich 55. Büches. Wünzer 2, Henrichs 47, Brauer 35 Ulrich 38. Büdingen. 1. Stimmbezirk. Kiel 0, Schmitt 23, Wünzer 80, Henrich 232, Brauer 71, Ulrich 374. Dudenrot. Schmitt 4, Wünzer 4, Henrich 31, Brauer 0, Ulrich 20. Eckarts h auien. Kiel 1, Schmitt2, Wünzer 5, Henrich 23, Brauer 98, Ulrich 156. Hainche n. Kiel 5, Sä-mitt 0, Wünzer 6, Henrich 27, Brauer 11, Ulrich 230. Hitzkirchcn. Henrich 46, Brauer 2, Ulrich 73 Stimmen. Höck st a. d. Nidd. Kiel 5, Schmitt 8, Wünzer; 20, Henrich 56, Brauer 5, Ulrich 160. KrciS Al^feU». Eifa. Wünzer 6, Henrich 66, Brauer 88, Ulrich 07. Windhausen. Henrich 113, Brauer 34, Ulrich 26. Kreis Lauterbach. Hangersbach. Ulrich 368, Henrich 106, Schmitt 2, Wünzer 77, Brauer 70. ,jr eien ft ein. Ulrich 217, Henrich 80, Wünzer 5, Schmitt 0, Brauer 40. Grebenhain. Ulrich 87, Henrich 111, Schmitt 4, Wünzer 17, Brauer 57. Ilbeshausen. Ulrich 100, Henrich 120, Schmitt 4, Wünzer 18, Brauer 65. Landenhausen. Ulrich 228, Henrich 15, Schmitt 0, Wünzer 20, Brauer 105. Lauterbach. Sozialoemoivaten 1020, Demokraten 741, Deutsche Volkspartei 284, Deutschnationale 87, Christliche 23. Schlitz. Ulrich 648, Henrich 335, Schmitt 13, Wünzer 311, Dentsch-nat. 30 c. Kreis Schollen. Ilsdorf. Bei der Wahl zur Hess. Volkskammer erhielten: Unabh. 0, Zencrum 0, Deutsche Volkspartei 0, Temokr. Partei 46, Hess. Volksp. 11, Sozialdem. Partei 9. Von 85 Wahlberechtigten stimmten 66, also 77 Prozent. Oberschmitten. Schmitt 2, Henrich 40,' Brauer 32, Ulrich 114. Oberscibertenrod. Wünzer 4, Henrich 13, Brauer 27, Ulrich 48. Ulfa. Henrich 94, Brauer 186, Ulrich 177.' können. Ich erachte es als eine unerläßliche Rot-1 schnellstens zu berichten, zweitens über das, was Wendigkeit, daß wir alles aufwenden, um den! pfese zu zahlen fü^g si.ld, drctlens über die Art, Völkerbund zu einer lebendigen Gemeinschaft allerf Fnin und Zeit, iimerhalb welcher Zahlung er Völker zu machen. Vollbrii.gen wir derartiges nicht, dann mürben wir die Erwartungen der Völker eicktäuschen. Es dürfen nicht mehr bestimmte aus» erwählte Kreise bas Los der Menschheit bestimmen, sondern bas Heil der ganzen We.t muff in den Hänben der Völker liegen. Wenn Sir, meine Herren, sich diesen Wünschen der Völker annehmen, so erweisen Sie sich nicht nur ihres Vertrauens wür- dio, soirdern S.c stellen ben Frieden auch auf eine feste Grundlage. Wir, die Vertreter der Vereinigten Staaten, sehen einen Völkerbund als den Eckstein NtitetW sugrfömmnt find, wonach von der (5c» tooli Gebrcmch gemacht wurde, nm von Gebieten Befrtz nehmen, über deren rechtmäßige Rückte,bie Fr^.Trskouferenz zu bestimmen berufen ift. Die Regierungen fmb der Ansicht, daß sie die Pflicht haben, eine feierliche Wariurng zu erheben und ju erklären, daß jeder Besitz, der mit Hilfe der Gemalt errangen ist, der Lache derjenigen den größten Schaden zusügi, die zu fachen Mitteln greifen. Diejenigen, die Gewalt anwenden, lassen die Vermutung aufkommen, daß fron der Gerechtigkeit und dec Rechtsgültigfcit ihrer Ford-rnngen zweifeln, daß sie ihren Besitz an die Stelle irS Beweises ihres Rechtes zu setzen I gedenken und daß sie ihre Souveränität jnebr auf die Gewalt gründen wollen als auf die nationale ober Raufenzug Hörigkeit. Tamil werfen sie einen Schatten auf aite Rechts itel, die sie später geltend machen könnten, und fr? bekunden ein Meß trauen gegenüber der Fririxnstonferenz. Hieraus können nur die unbrilvvllsten Grgcbniffr hervrrg?hen. W?mr itc die Gerechtigkeit wollen, so müssen sie auf die Amvendung von Gewalt verzichten imb ihre Forderungen den Händen der Friedens tortorenz überg'ben." ''Diese feierliche Warnir-q i" an die Adresse der Polen, Tschecho- Slovxk n Serbe i und Rumänen g-richtet.) Au» Statt tmb Land. Gießen, den 27. Januar 1919. Gültige Lebensmittelmarken für die b. Woche vom 27. Ian. bis 2. Febr. 1919. Drott 2250 Gramm Brot ober 1680 Gramm Mehl Brot pro Klg.........45 Pf. Weizenbrolmchl pro Klg. .... 56 „ Weißbrot pro Klg........80 „ Weißbrotbäcker: S. Kotz, Neustadt, W. Hoelters, Frankfurter Str., A. Deibel, Neuenweg. Butter: Marke Nr. 5. Bez. 4, 5, 6, 7: 40 Gramm Talg zu 28 Pf. Dez. 1, 2, 3, 8, 9, 10, 11, 12: 40 Gramm Butter ju 44 Pf- Fleisch. Wochenabschnitt 5. Metzger für Fremde: Boller, Bahnhofstr 53. Metzger für Urlauber: Blum, ßiebigftr. 73. Kartoffeln: Anteil 7 Pfund zum Preise von 56 Pf. Nährmittel: Marke 1 Januar 1919. Auf elbe Karte (A) 250 Gramm Suppenfabrikate §)aketware): auf rote Karte (B) 500 Gramm rieb, 250 Gramm Kindergerstenmehl; auf blaue Karte (C) 250 Gramm Graupen, 100 Gramm Teigwaren, 125 Gr. Suppenfabrikate (Pakctw.) Nährmittelkontrollabschnitte, die mit einem roten Strich versehen sind, werden nur mit der halben Menge beliefert. Iugezogene: Geiste, Seltersweg L Urlauber: Gans, Dammstr. Zucker: Marke 1 Januar 1919. Anteil 750 Gramm. Iuckerkontrollabschnitte, die mit einem roten Strich versehen sind, werden nur mit der halben Menge beliefert Iugezogene: Schlierbach, Frankfurter Straße. Urlauber: Klinyelmeyer, Ludwigstr. 56. Bebensmitte!: Marke 2. Salzbohnen, Malzkaffee, Zwieback zum Preise von Mk. 1,08. Seife: Marke für Januar 1919. Anteil 125 Gramm 21.-Seifenputoer zu 15 Pf. und 50 Gramm KL-Seife zu 20 Pf. Gemüse. Stabt. Obst- u. Gemüseverkaufsstelle, Turmhaus am Brand. Weizkraut, Kohlraben, Bote und Gelbe Rüben zu den Tagespreisen. •* Freibank. Dienstag, 28. Januar 1919, werben von 12—4 Uhr die Nrn. 301-400 beliefert Der Kulturspiegel. Das Beginnen, in einem Kulturspiegel cm Sittenbild unserer Zeit aufzusangen, war nicht auf tägliche Ausbeute berechnet. Der heutige Polizeibericht bietet aber wiederum ein Kulturdokument so eigener Art, daß der Kulturspicgel auch diese« Streiflicht aufsangen muß. Polizeibericht. Die Sicherheitswache nahm in der Nacht vom Samstag auf Sonntag gegen 5 Uhr früh in der Nord-Anlage 4 herumtreibende Mili- tärperf onen fest. Beim näheren Besehen entpuppten sich 2 davon als Wärterinnen aus der chirurgischen Klinik Frauenabteilung II, welche tn der Militäruniform steckten. 3n der Nacht zum 26. Januar 1919 wurde hier aus einem verschlostenen Stall ein Bf erb nebst Herrensattel mit weißem Zaumzeug im Wert von 3000 Mark entwendet. Das Pferd ist ein Fuchs- wallach, vorne links gefeffelt, an der Beugeseite weiß bis über das Festelgelenk, hinten links gekrönt. Schräge Schnippe, weißes Nasenloch an der rechten Seit;. Größe etwa 1,67 Meter Schulterhohe; Druck- flecken im Sattel und Gurtenlage. Iahnalter 8 Jahre. Geringe Erscheinungen von Hahnentritt an einem Hmteffuh. Bor einiger Zeit kam eine auf einem Hofe sie- hende Steindruckpresse abhanden. Gs wurde be- obachtet, daß diese von zwei Soldaten reengetragen wurde Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Krimi- nab Abteilung entgegen. Der Arbeiter- unb ©olbatenrat erlaßt folgende Warnung: In letzter Zeit werden bon Vertonen in Militär uniform, die im Besitz Vvn geiälschten Ausweisen d.s Soldatenrates sind, Haussuchungen mtt> Bcichlagnahmnngen bot genommen. ES handell iich hierbei um Schwindler, not denen ernstlich gewarnt nrirb. Bon feilen des Soldatenrates tverben mir Hans'uchungen bzw. Beschlagnahmungen in Verbindung mit dew zuständigen Behörde (Polizei' iwrgekommen. Sollte nochmals versucht werden, berar.ige Schwindeleien auszuführen, so wird gebeten, sich sofort ebent. triephmitfd) mit der Polizei oder mit dem Obmann bug So.datcnrates (Telephon 2036) in Dcrbindrmg ui setzen. Zwangömatzregeln gegenüber Arbeitslose«. Soeben hat das Demobilmachungsamt eine Ber> orbnung erlassen, die eine Abänderung der Beftim- mungen über Erwerbstosen.Für sorge bringt, m dem Sinne, einen Druck zur Uebernahme von Arbeit auf bie 2lrbritslo[en auszuüben. - Darnach darf an Ar- beiter, die während des Krieges zugezogen sind, eine Unterstützung nicht länger als 4 Wochen gewährt werden auch wenn sie eine passende Arbeit nicht finden konnten. Damit wird ein wohltätiger Zwang tux Abwandrung in die Heimat ausgeübt, der schon längst in unseren Großstädten als notwendig emp- fanden wurde. Deshalb tritt die Entziehung der Un- terstützung in dem Falle nicht ein, daß «ückkehr an den früheren Wohnort tatsächlich unmöglich ist, und daß der Erwerbslose mit seiner Familie vor Eintritt der Erwerbslosigkeit einen Hausstand in dem Unter- stützungsort gegründet hatte. - Außerdem sind die Gemeinden verpflichtet, die Unterstützung zu entziehen, wenn der Erwerbslose sich roe gert, eine ihm ange» Aagene, angemestene Arbeit zu übernehmen, die auch außerhalb seines Berufs und Wohnorts liegen darf, außer wenn die Arbeitslöhne die ortsübliche Höhe nicht erreichen, die Unterkunft sittlich bedenklich ist oder die Versorgung der Famifie unmöglich wird Freie Fahri zum Arbeitsplatz ist zu gewähren. - Endlich werden für die Unterstützung Höchstsätze festgesetzt, welche je nach der Ortsklasse für Jugendliche unter 21 Jahren von Mk. 2,50 bis Mk. 4,25, für Unverheiratete Mk. 3,50 bis Mk. 6, — , für Berhei- ratete ohne Kinder Mk. 4,50 bis Mk. 7,50 betragen ufw. So wird der ungesunde Zustand beseitigt, daß vielerorts die Unterstützung die gleiche ober gac eine größere Höhe erreicht, als manche Arbeitslöhne ♦ Aus dem Stadttheaterbureau. Nochmals sei auch an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinge- wiesen, daß von jetzt ab alle Abendvorstellungen um 6Uhr beginnen. - Die Unsitte, Plätze zu bestellen und diese bann zur Borstellung nicht abzuholen, hat in letzter Zeit berart überhanb genommen, baß bas Theater finanziell ernstlich geschäbigt wird und die Theaterverwaltung sich zu Maßnahmen gezwungen sieht. (Es können deshalb in Zukunft derart unzuver- lä sigen Besteuern, deren Namen sich aus dem Verzeichnis der nicht abgeholten Karten ergeben, Billetts nur noch gegen Vorausbezahlung reserviert werben. Es wirb bann auch nicht mehr Vorkommen, baß Plätze unbesetzt sinb, was naturgemäß böses Blut macht, wenn an ber Kasse zahlreichen Neflektanten pflichtgemäß erklärt werden mußte, daß das Haus aus- verkauft fei. * Wei lerer AuSlall von Zügen. Der durch die Arbeitern usflänve auf den Zecken hervor- gerufene bedrohliche Rückgang in ber Hohlenuifuhr unb der Mangel an liofomotiucn zwingt die (Lifenbahnverivaltung Franlfnrt bis auf weitere» eine Reihe von Zügen attslallen zu taffen, die aus dem Anzeigenteile ersichtlich sind. **DieDeutsche demokratische Partei veranstaltete am Samstag abenö im Saale des Hotels Fürstenhof eine gut besuchte öffentliche ftirnfrjebirng, in ber die Kandidaten zur Heffisch^n Bvlischmmer sprachen. Nach ei.ter kurzen einleitenden Rede i>5 Herrn Prof. Bousset ergriff zunächst Herr SJuiiifteriafb reftor U r fr a b t das Wort. Zwri Gcsich spuntte hät eit seinen Eintritt in die Regierung veranlaßt, die Sorge für die Aufrechterhaltung des Beamtentums und die Ab' icht, einen allzu staik.-n Druck der Sozialdemokrarie nach links ru verhiirdcrn. Der Erfolg bei den Wahlen für die demokratisch: Partei sei hauptsächlich in der Werbekraft des demokratischen Gedankens begründet. 9äiit sei es an der Zeit, demokratische Denkweise, demokratische Weltanschauung zu erziehen und den Begabten den Aufstieg zu heilsschiüe, unfere Jugend zu demokratischem Leben zu erziehen unri> um Begabten den Aufftieg zu ermöglichen. Auch gelte es, unsere Schule zu ent- bureaukratisieren. Die demokratisch.' Partei habe weiterhin der Richtigkeit des Gedankens zum Sieg verholfen, daß die Sozialdemokratie den Wiederaufbau nicht allein in die Hand nehmen dürfe. Eine Liftenverbinduttg mit den anderen bürgerlichen Parteien habe die demokratische Partei abgelehnt, da ein Sieg der Reaktion den Bürgerkrieg bedeute. Zum Schluß führte ber Redner noch aus, was wir ür unser Hessenland fordern. Sehr wichtig sei die Eisenbahnfrage. Am besten fei es, wenn die Eisenbahnen in Rrichs>rsitz übergingen. Die Zeit der Fideikommisse fei vorbei, der Abi au der Kricgs- wirtschaft sei auss energischste zu fördern. Bei der Frage einer Republik „Groß-Hessen" sei Zurückhaltung am Platze. Der Anschein einer Annexion müsse unbedingt vermieden werden. Gerade mit Rücksicht auf dte Interessen der Stadt Gießen als Universitätsstadt heiße es da, vorsichtig zu sein. Auch sei es von Wichtigkeit, daß die drei Provinzen ungeteilt bleiben. Als zweiter Redner trat Arbei.er Hilberg, Danbringen auf. Er brachte einige Ergänzungen zu dem Parteiprogramm, das der Vorredner bereits dargelegt hatte, und wandte sich in seinen Ausführir'gen befonber# argen den Vorwurf, die demokratische Partei sei vttite nationale Partei, sie strebe eine Verbrüderung mit der Sozialdemokratie an. Herr Geh. Kirchenrat Prof. D. Eck gab als letzter Redner seiner Freude Ausdruck, daß auch bt.^mal, wo es sich um die Zuktmft unseres Heffenland^ handle, die Wahlparolen nicht von denen am vergangenen Sonntag abwichen. Gewiß tap-ten wir jetzt noch in ein Dunkel, aber gerade die Ereignisse ber letz'en Monate hätten deutlich gezeigt, daß Geschichte nicht berechnet werden könne, daß Geschichte etwas anders sei als Natur. Der W.g ins Dunkel twrbc indessen erhttlt durch einige Lichtblicke: den Glauben an bas deutsche Volk, das sich bei den Wahlen in feiner überwältigmden Mehrheit auf einem gemeinfamen Boden zu 'ammeng>.funden habe: infolgedessen werde es zioriicltos den erwählten Der- tretern des Volkes au chgelingen, die geeigneten Führer zu finden. Herr Prof. B o u s s e t schloß die Versammlung, eine Debatte mit Rücksicht aus die ungünstigen Lichtverhältnisse ablehnend. ** An alle (Empfänger von laufenden Hinterbliebenenbezügen Militärrenten H- ber Unterklasse bis Feldwebel, Wachtmeister, Ober- fenerwerker, Obermatt e nschließlich aufwärts wirb am Zahltage der Mil tärrenten für Februar fünfzig Prozent ihrer Rente für Februar als Teuerungszu. läge gezahlt. Unterbeamte der Militärverwaltung gelten nicht als Militärperfonen der Unterklafle. Hinterbliebene von Militärpersonen der Oberklasse erhalten keine Teueru igszulage. Ueber den Betrag ber Teuerungszulage ist eine zweite Quittung auszustellen. "Vereinigungen von Angehörigen der Kriegs- und Zivilgefangenen haben sich in Nord und Süd gebildet. Schon sind sie eine Macht Aber sie wollen mehr. Sie wollen dahin kommen, daß sie im Nayien von Millionen vor die Welt treten können; es muß dahin frommen, daß Mill onen für eine große Hilfsaktion bereiistehen, darum sei auf die heutige Einladung zu einer Kundgebung besonders hingewiesen. •• Lichtspielhaus (Bahnhofstraße 34). Heute wird zum letzten Mal „Der ei erne Käfig" gegeben, während von Dienstag bis Freitag Nestel Orla in dem Liebes- und Lebens-Drama .Arme Lena" und Paul Heidemann in dem Lustspiel .Vater wider Willen- austreten. - Frankfurt a. M^ 24. Fan. Die Postbehörd« läßt gegenwärtig im Fernsprechwesen Frankfurts umfangreiche Neubauten vornehmen. Das Fernfprech- amt (für auswärtige Gespräche) mit 250 Leitungen wird durch ein neues Fernamt mit 500 Leitungen erseht, bas am 1. April d. F. eröffnet weiden soll. Zu den Stabtämtern .Hansa-, „Börner- und.Taunus- gesellen sich zwei neue, von beuen ein» im Postamt Sachsenhausen und das andere hn neuen Postamt Frankfurt-West untergebracht werden soll, da die Errichtung weiterer Aemter im Hauptpostamt technisch unmöglich ist. — Frankfurt a. UL, 26. Fan. 3n der Stabt sind vereinzelte Fälle von Flecktyphus oorgehom- men. (Ein Grund zur Beunruhigung liegt jedoch nicht vor Die Uebtrtragung der Äranktjeit erfolgt aus» schließlich durch Läuse. Gietzener Kta-ttheater. Dienstag, 28. Fan^ 6: „Die Nase von Stambul* (Auß. Abonn. B. gew. Pr Gutsch. h. Gültigkeit). Samstag, 1. Febr, 6: „Faust- (B. gew Pr 14. Freitag-Abonn.-Vorst.). Sonntag, 2. Febr., 3: .Das Kind- (kl. Pr.) 6: .Die Rose von Stambul" (gew Pr.). Montag, 3. Febr, 6: „Der Revisor" (gew. Pr. 13. Dienstag-Abonn.-Vorst.). Letzte Nachrichten. Das Wahlergebnis in Giehm. Hessische Deutsche Volks- National- Kammer Versammlung Mehrheitssozialisteu 5038 5797 Deutsche bemokr. Dolkspariei 4288 4902 Deutsche Bolkspartd 2737 2929 Deutsch-nation. Dolkspartei 1559 2095 Zentrum 910 1268 Unabhängige 407 956 1. Wahlbezirk: Ulrich 401, Henrich 195, Wünzer 122, Brauer 53, Schmitt 24, Kiel 46 2. Wahlbezirk: Ulrich 434, Henrich 337, Wünzer 189, Brauer 97, Schnitt 39, Kiel 35. 3. Wahlbezirk: Ulrich 403, Henrich 300, Wünzer 207, Brauer 96, Schmitt 66, Kiel 65. 4. Wahlbezirk: Ulrich 421, Henrich 218, Wünzer 113, Brauer 62, Sch.nitt 38, Kiel 26. 5. Wahlbezirk: Ulrich 533, Henrich 317, Wünzer 92, Brauer 64, Sch.nitt 27, Kiel 44. 6. Wahlbezirk: Ulrich 307, Henrich 351, Wünzer 155, Brauer 103. Schmitt 74 Kiel 21. 7. Wahlbezirk: Uir ch 483, Henrich 419, Wünzer 202 Brauer 163 Schmitt 126, Kril 21. 8. Wahlbezirk: Ulrich 209 Len ih 319, Wünzer 2b‘J, Brauer 169, Schmitt 46, irieL 10. 9. Wahlbezirk: Ulr.ch 378, Henrich 251, Wünzer 162, Brauer 117, Schmitt 82, Kiel 19. 10. Wahlbezirk: Ulr.ch 316, Henrich 360, Wünzer 330, Brauer 135, Schmitt 92, Kiel 21. 11. Wahlbezirk: Ulr.ch 310, Henrich 350, Wünzer 257, Brauer 113, Schmitt 123, Kiel 22. 12. Wahlbezirk: Mr ch 215, Henrich 314, Wünzer 279, Brauer 129, Schmitt 64, Kiel 16. 13. Wahlbezirk: Ulrich 355, Henrich 289, Wünzer 158, Brauer 105, Schmitt 33, Kiel 26. 14. Wahlbezirk: Ulrich 200, Henrich 216, Wünzer 198, Brauer 91, Schmitt 33, K.el 25. 15. Wahlbezirk: Ulrich 73, Henrich 52, Münzer 14, Brauer 18, Schmitt 13, Kiel 10. Die Wahlbeteiligung betrug bei der Wahl zur Hest. Volkskammer nur 60 Proz. der Wahlberech- tigten, während sie bei der Deutschen Nationaloer- jammlung 80 Proz. betrug. Landkreis Gießen. Bettenhausen: Unabh. 0, Zentrum 0, Deutsche Volksp. 0, Demokr. Partei 15, Heff. Dolksp. 172, Sozialdem. Partei 29. Eberstadt m. Arnsburg . Unabh. 0, Zentrum 0, Deutsche Volksp. 9, Demokr. Partei 29, Hest. Volkspartei 134, Sozialdem. Bartei 99. Göbelnrod: Unabh. 0, Zentrum 0, Deutsche Dolksp. 10, Demokr. Partei 15, Hest. Volkrpartei 69, Sozialdemokr. Partei 22. Großen-Buseck: Unabh. 38, Zentrum 1, Dtsch. Dolksp. 26, Demokr. Partei 170, Hest. Dolkspariei 231, Sozialdem. Partei 424. Heuchelheim. Unabh. Soz. 151, Zentrum 5, Deutsche Dolkspariei 21, Demokraten 112, Hessische Dolkspariei 169, Sozialdemokraten 779. Klein-Linden: Unabh. 5, Zentrum 9, Deutsche Dolksp. 41, Demokr. Partei 209, Hest. Dolksp. 114, Sozialdem. Partei 514. Langsdorf: Unabh. 0, Zentrum 0, Deutsche Dolksp. 17, Demokr. Partei 127, Hest. Dolksp. 255, Sozialdem. Partei 87. Lauter: Unabh. 1, Zentrum 4, Deutsche Volks- partei 8, Demokr. Partei 15, Hest. Dolksp. 86, Sozialdem. Partei 108. Leihgestern. Unabh. Soz. 102, Zentrum 3, Deutsche Dolkspariei 4, Demokraten 40, Hest. Dolkspariei 199, Sozialdemokraten 325. Lindenstruth. Unabhängige Sozialdemokratie2, Zenttum 0, Deutsche Dolkspariei 3, Deutsche demo- kratische Partei 20, Hessische Dolkspariei 34, Sozial- bemokratie 103. Obbornhofen. Unabhängige SozialdemokratieO, Zentrum 0, Deutsche Dolkspariei 3, Deutsche demokratische Partei 28, Hessische Dolkspariei 80, Sozialdemokratie 172. Rodheim b. Hungen. Demokraten 5, Hessische Dolkspartei 107, Sozialdemokraten 55. Steinheim. Unabh. Soz.0, Zentrum 0, Deutsche Dolkspariei 0, Deutsche dem. Partei 30, Hest. Dolks- part 98, Sozialdemokratie 66. Stockhausen. Unabh.Soz.0, Zentrum0, Deutsche Dolkspartei 4, Deutsche bemokr. Partei 10, Hessische Dolkspariei 31, Sozialdemokratie 14. Weickartshain. Unabh. Soz. 0, Zentrun^ 0, Deutsche Dolkspariei 2, Deutsche demokr. Partei 15, Hest. Dolkspariei 38, Sozialdemokratie 69. Weitershain. Unabh Soz.0,JentrumO,Deutsche Dolkspariei 0, Deutsche bemokr. Partei 77, Hessische Dolkspariei 108, Sozialdemokratie 70. Kreis Vüdingcn. Leidhecken. Wünzer 1, Henrich 36, Brauer 14, Ulrich 142. Michelnau. Kiel 2, Schmitt 0, Wünzer 1, Henrich 7, Brauer 101. Ridda. Kiel 0, Schmitt 27, Wünzer 47, Henrich 519, Brauer 76, Ulrich 491. Unters chmitten. Wünzer 5, Henrich 13, Brauer 61, Ulrich 117. Die Wahlen in Preußen. Berlin. Wahlkreis 3. Bis 12 Uhr nachts lagen folgende Ergebniste vor: Mehrheitsso-ialisten 38 709, deutsche demokr Partei 3:) 403, Tentsch- nationale 20 6 8, Deutsche Volk. Partei 14 456, Unabhängige 11210, Christliche Volk-Partei 9696. H a n n o ve r. iStadt) So-ialdcmokr. 85972, Demokraten 16 615, Unabhängige 1835, Deutsckn Boltopartri 21 294, Deutsch-nasionale BolksPariei 4484, Christ!. Volkspartri 48 889. LindenvorHannover. (Stadt) Sozialdemokraten 32 611, Deutsche demokr Partei 2335, Unabh Sozialdem 1265, Deutsche Volksp 1519, Deutsch-nat Volksp 258, Hannoversche Christliche Dolkspariei 7674. Erfurt. (Amtliches Wahlergebnis Deutsche demokr. Barri 14 414, Teutsch-nat. Volksp. 10 153 Christ! Volksp 3887, Sotialdem 9698, Unabh. Soz. 23 674. QäB wurden 12 000 Stimmen »oencger abgegeben als bei der Dahl zur Deutschen Nationalversammlung, davon verloren die Sozialdemokraten 10 000, die bürgerlichen Parteien 2000. Breslau. Mehrhci:sso;ialdcmokr. 128 606( Unabhängige 596. Deutsche dcmokralilck'-e Bartet 38 405, Christi Volksp. 37 032, Deutsch-natwnale Volkspartei 30 749. Cassel-Stadt. Wahlmüdigkrit war das Kennzeichen des gestrigen Wahl-Sonntags. Merkwürdigerweise waren es diesmal die sozialdemv- kratischcn Wähler, die in großer Zahl zu Hause blieben, so daß die rote Liste diesmal 80 K) Stimmen weniger erhielt, und auch die blutrote Linke hatte eine Einbuße von 200 Stimmen. Es entfielen auf: Unabhängige 988, 'Dcutidtf Volkspartei 2501, Zentrum 4295, Tcutschnationale 10122, Demokraten 22 760, Mehrhcitssozialisten 43 4 3 Wenn anderwärts die Stimmcnzahlen ähnliche Verschiebungen aufweifen wie in Cassel, so wären di: unter Zugrundelegung der Wahlbeteiligung am Reichs- Wahl-Sonntag aufzustellenden Berechnungen für du preußischen Kandidatenverteüungen sämtttch über den Haufen geworfen. Frankfurt a. M. (Stadt.) Bis 12 Uhr abends lagen aus 150 Dahlbttirken von 172 die Ergebnisse vor. Die Wahlbeteiligung war im allgemeinen schwächer als bei der Wahl zur Deuffchen Nationalversammlung. Es erLi Itnt: U:^ibhän i.M Sozialdemokraten 8158, Teuffch-iutticnnle Volksp. 8449, Deutsch-Uberale Volkspartei 15 664, Zentrum 24 141, Demokratische Partei 47 298, Sozialdemokraten 89 581 Stimmen. Die Reichskonjerenj der Einzeljtaateo und die Rcichzversaffung. Berlin, 26. Fan. Auf der Reichskonferenz über den von dem Staatssekretär des Reichsamtes des 3n- nern Dr. Preuß vorbereiteten Bertragsentourf war die wettaus überwiegende Mehrheit der anwesenden BunbesftaatenDertretcr darin einig, daß die Reichs» Zuständigkeit erweitert werben soll, so insbesondere auf den Gebiete des Eisenbahnwesens, baq aber die in dem preußischen Entwurf enthaltene Möglichkeit der Zerstückelung von Bundesstaaten, besonders von Preußen, nicht annehmbar seien. Aber von nichtpreuß scheu Konferenzmitgliedern, gerade auch von Süddeutschland, wurde der Standpunkt vertreten, baß es keinen Sinn habe und yerabezu schäblich sei, Preußen zu zersplittern und kleinere (ßebicte daraus zu machen, wenn man im allgemeinen doch die Absicht habe, die Ienttalgewalt zu stärken. An der Beratung haben, wie seinerzeit an der Reichskonfercnz im Kanzlcrpalais, auch der Gesandte der deutsch-öfter- reich scheu Republik, Dr. Hartmann teilgenommen. Er hat in der Aussprache bas Wort ergriffen und sich stärkend für den preußischen Entwurf eingesetzt. Der Staatssekretär des Reichsernährungsamtes Wurm gab eine eindringliche Darstellung un erer auf bas schwerste gefährdeien Ernährungslage und wies darauf hin, daß bei der Fortdauer des heutigen Zu-, standes in naher Zeit unsere ßebensmitietoorräte auf« gezehrt sein würben. Der Dorfitzenbe, Dolksbcau. tragter Ebert, kam in seinem Schlußwort auf die e Darlegungen Wurms zurück und richtete an alle Anwesenden die dringende Mahnung, in ihren Kreisen dahin zu wirken, daß die Arbeiterschaft zur Besinnung kommen und ungerechtfertigte unb unsinnige Lohnforderungen unterlasse unb mit aller Kraft die Arbeit in ihrem eigensten Interesse fördere. Die Bertreter der Groß.Thüringischen Staaten gaben in ihrer Mehrzahl den Willen kund, sich jti einem Groß-Thüringen zusamniienzufchließen, sich aber nicht an Sachsen anzugliedern Eine Ausnahme machen vielleicht nur Meiningen und Altenburg. Grsetzliche Rkgelnng der Energikwirlfch ift. Das Reichswirtschastsamt hat Gesetzentwürfe fertiggefteUt, die jetzt den anderen Reichs- und Staate» behörden zur Mitberatung zugehen, um die Energiewirtschaft zu regeln. Ls handelt sich um einheitliche Organisation unb Verwendung aller natürlichen Ener- giequeUen, die Deutschland besitzt. Diese Energiequellen ruhen vor allem in Brennstoffen unb in TB aff er« Kräften, in Kohle, Torf, Erböl und Wasser. (Es handelt sich um den großzügigen Plan einer geord- neten Verteilung und möglichst vorteilhaften Denver- tung unserer Energievorräte und damit um die Beschränkung allen unwirtschaftlichen Wettbewerbs und des Zwischenhandels unb um Beseitigung ber Zersplitterung burch Zusammenschluß unb Ausschaltung aller vermeidbaren Verluste. Die enbgültige (Erlebigung der Gesetzentwürfe wird t-en ordentlichen Parlamenten des Reiches und der Bundesstaaten Vorbehalten b.eiben, Wilson über die Schuld Wilhelms 11. Genf, 26. Jan. Rach dem „^Brogr&S be Lyon" steht den Franzosen ehe neue Enttäuschung über Wilton bevor Rach einem amtlichen amerikanischen Bericht spricht er sich nämlich unerwartet milde über die Frage der Schuld Wilhelms II. aus. Er würde durch di.' Verbannung genügend bestraft werden. A.S Gru rslag-- für diese mildere Beurteilung soll rin Bericht d.enen, den Oberst House kurz vor Ausbruch des Krieges in Deutschland verfaßt hat. Wilsons Rückreise nach Amrrika. Gens, 25. Jan Wie dem „Ocunrc" anfl Washington gemeldet wirb, wird Präsident Wil- son ztvischen dem 9. und 12. Februar Pari- verlassen, um sich nach Amerika zu begejen^ Er wird nur etwa 14 Tage in Washington bleiben. Änfairgs März wird er nach Paris zurück- kehren, um am zwetten Teil dn: Friedetis.onfv- renz mitzttwirken. Amtlicher Teil. Betr.: Waisenbüchsengelber. An den Lterbürgkrmeister zu Gießen und d«e Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreifes. Wir empfehlen Ihnen am 31. Fanuar b. Fs. bi« unter Ihrem unb eines Gemeinberatsmilgliebs Versckluß stehenben Waisenbüchsen zu öffnen und beten Inhalt bis längstens 31. März b. Fs. durch eine Kosten nicht verurfachenbe Gelegenheit an unsere Kreiskasse abzuliefenr. Gießen, ben 23. Fanuar 1919. Krrisamt Gicßen. _____ I. V : Langer mann. Betr.: Statistik ber Weinmost- unb Obfterute tm Fahre 1918. An die Bürgermeistereien der Landgcmcinde» des Kreifes. Wir sehen der urnqehenben Vorlage des aus» gefüllten Fragebogens über bie Statistik ber Wem- most- unb Obsternte im Fahre 1918 entgegen. (Einsenbuna hätte bereits bis zum 25. Booembe v. Fs. bewirkt sein müssen.) Gießen, ben 23. Fanuar 1919. Kreisamt Gießen. Z,V.: Weicker. N emlftfimt SBntner iti Hem CalahliS JciikS. Roman von £). A. AdamS. Nachdruck verboten. Fortsetzung 53 Zwölftes Kapitel. Gala hab wird entlassen. Am nächsten Tage jedoch hatte Galahad tot anbre Dinae zu denken. Früh am Nachmittag bekam der Bankbeamte eine Aufforderung, int Bureau des Direktors zu erscheinen. Einen Augenblick ergriff ihn die Furcht, Herr Beach möchte irgend etwas über seine An- tvesenheit im Garten herausbekonunen haben, ober es schient ihm dies so lange Zeit her zu sein, daß er den Gedanken als töricht gleich wieder ausgab. Als er vorsichtig das Bureau des Direktors betrat, sck-aute Herr Beach müde von den Papieren empor, die auf seinem großen Schreibtisch ausgestteut lagert. ,,Ah, Herr Jones, ich habe eine kleine Angelegenheit mit Ihnen zu besprechen," sagte er ernst. „Ja, Herr Direktors fragte Galahad ängstlich. Der Bankdirektor suchte in seiner Westentasche. „Kennen Sie btto?" fragte er, indem er eine kleine Blechmarle vorzeigte. tst ctrre FShrmarve, nicht wahr, Herr Direktor," stammelte der Bankbeamte inib sä)aute sich hilfesuchend um. Aber der Direktor saß in seinem großen Dureausessel wie auf einem Thron, und vor diesem Richter- sitze iixir der Bankbeamte nichts als ein zitternder Verbrecher. » „Werm es nicht zu viel von Ihne« verlangt ist, Herr Jones," begann der Direktor mit gefährlick>er Sanftmut, „würden Sie mich tvohl freundlichst Ihre Fährmarke sehen lassen?" Galahad tastete unsicher in seiner Uhrtasche umher. „Ich glaube, ich habe meine Marke verloren," gestand er elendiglich ein. „Und ich habe sie gefunden, Herr Jones." Die Sttmme des Direktors war ein Peitschen- hieb. „Ich habe bei der Fährbootgesellsck)aft in Erfahrung gebracht, daß die Nummer dieser Fährmarle mit Ihrem Namen übereinstimmt. Ich freue mid^ daß ich sie Ihnen zurückgeben tonn." Gaiahad nahm die Marke mit Todesangst in Empfang. Was wußte der Direktor? Er mußte auf der Hut fein. Aber Herrn Beachs Sprechweise war zu bestimmt; Galahad kam sie wie Hohn vor. „Und nun, Herr Jones," fing der Direktor an, indem er sich wachsam m seinen Stuhl zurücklehnte, wie eine Schlange, die im Begriffe steht, vorzuschnellen, „wollen Sie mir freundlichst erklären, wie diese Marke in meinem Garten in Elisabeth Bay gefunden werden formte?" So war sie nur gefunden worden! Der Direktor formte ihm nicht nachweisen, daß er sein Angreifer gewesen sei. Galahad formte sich vielleicht lwch noch aus der Schlinge ziehen. Er raffte feine schwankende Ent- sck>l-ossenheit mit einer Kühnheit zusammen, die durchaus nicht beamtenmäßig war. „Ich fürchl«, Herr Direktor, ich werde das nicht ertlirren können." „Was wollen Sie damit sagen? Sie sind im Laufe der letzten Woche in meinem Garten gewesen Sie haben sogar versucht, mich niederzuschlagen. Was hatten Sie dort zu suchen?" So hatte ihn der Direktor doch erkannt! Es war .also um so mehr Vorsicht nötig; denn nun jxxrr es Sibyl, die geschont werden mußte. Und.ihr Ätttter war entschlossen, toste es, was es wolle, sie vor diesem zornigen Manne zu schützen. „Ich werde.es Ihnen sagen," antwortete er ehrerbietig, „wenn nur ich bei der Angelegenheit in Frage käme. Aber das Geheimnis gehört nick)-t mir, ich tonn nicht sprechen." „Das heißt, daß Sie es nicl/t sagen wollen. Sehr gut, Herr Jones. Wissen Sie, daß ich Sie wegen gesetzwidrigen Betretens fremden Grundeigentums und nwgen tätlichen Angriffs öerpaiten lasten kann'?' fuhr der Direktor fori. „Ich weiß es, Herr Direktor " „Und Sie weigern sich, eilte Erklärung zu geben?" „Ich muß eS, Herr Direktor/ Der Direktor lehnte sich mit einer Miene der Enttäuschung in seinen Sessel zurück. Aus seinem gefurchten Gesicht schmolz die Sttenge hinweg und machte dem Ausdruck barer Verzweiflung Platz. Galahad schien es, als ob er in ein freundliches Dämmerlicht zurückwiche, in dem Galahad nicht mehr die strengen Formen seines „Prinzipals", sondern nur die un- sicheren Umrisse eines Mannes, wie er selbst einer war, erblickte. Aus seinem Bankdivck- torentum war er in die besänftigende Dunkelheit des Menschentums zurückgewichen. Und nun verspürte Galahad ein seltsames, mitleidsvolles Gefühl der Verwandtschaft mit diesem Manne, der so hoch über ihnc stand. Er war nichts als ein Vater, der verzweiflungsvoll den nutzlosen Kampf gegen die bevorstehende Zerstörung seines Glückes tämpfte. Und beinahe fühlte sich der Bankbeamte — wenn nicht die Unehrerbietigkeit des Gedankens gewesen Ware — versucht, ihm in seiner Verzweiflung mitleidsvoll die Hand zu reichen. (Fortsetzung folgt.) 300 Mark Belohnung juchrwallach, vorne links gefeffelt, an der vcuycfeite weih bis über das Hesiel- gelenk. hinten links gekrönt, schräge Schnippe swelßer Nasenloch an der rechten Seite), 167 cm gr. (Schulterhöhe), Zahnalter 8 Jahre gestohlen. Sachdienliche Mitteilungen an öle Uriminal- polizei oöer an »« Oscar Gu'mann, West-Anlage 51. Stadt. Polytechn. Lehranstalt Friedberg (Hessen) ttt die zeitgemäße Ausbildung zum Ingenieur oder Architekt. 383D Einführungskursus: 17. Februar bis 29. März. Sommersemester: Ab 1. April. Vergünstigungen für Kriegsteilnehmer. Gastwirte inGiehen und Umgegend! Wiederholt ist von den städtischen Behörden rwf die notwendige Sparsamkeit im GM* trnb Stromverbrauch hingcwiesen worden. Wir ersuchen unsere Kollegen dringend, diesen Mahnungen vollste Beachtung zu schenken; je sparsamer mit dem Licht umgegangen wird, desto eher wird cd der Behörde möglich fein, die Feierabeudstuude wieder wie früher festzusetzen. 1143V tl. Nahntseld, Vorsitzender. Sage hierdurch meinen lieben Quartierwirten goailit Mr.LtlioMkr n, ßtOclhcim für die mir «ährend meiner 7-wö lügen Einquartierung erwiesene überaus liebevolle Aufnahme und Bewirtung innigsten Dank. viR8 Uitferotflyer A. Löb. Am Mittwoch den 29. Januar vorm. 10 Uhr werden in Niederwalgern (Kreis Marburg) geldlüchen, zeldbackosen, Kranfen«, 8el> u. Dauernwagen öffentlich gegen Barzahlung oder in Kriegsanleihe versteigert. Händler ausgeschlossen Die Demobilmachunqskommission Iäger-Batls. Nr. 11. ik»d Nachtrag gor Bekanntmachung vom 3. Ian. 1919 im Gießener Anzeiger Nr. 11 betreffend Zwangsversteigerung des auf den Namen der a) Heinr. Schlaffer. Landwirt, b) dessen Ehefrau Henriette geb. Hobeler zu Grüningen stehenden Grundstücks am Dienstag den 29.Aprtl 1919, vormittags 10', Uhr. Bezeichnung der Grundstücks Grundbuch für Gemarkung Grüningen, Band V, Blatt 395. . K Flur I Nr. 60, 264 am tzofreite in der Stadt. Betrag der Schätzung 1200 Mark. Gießen, den 25. Januar 1919 Hefjifches Amtsgericht. f ß Heinr. Boller. 1061V Heinrich Hahn, Gießen Telephon 403 Bahnhofstraße Oeffentliche Kundgebung für die deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen Donnerstag den 30. Januar 1919 abends 7* 1/« Uhr im Saale des Hotels „Grufherzog von Hessen“ Die Lage der deutschen Kriegsgefangenen und wir! Redner: Herr Dr. Schneider - Gießen. Alle Mftnnerund Frauen Gießern und Umgebung, insbesondere die Angehörigen von Kriegsgefangenen sind eingeladen. Der Angehörigen - Ausschuß Gießen für deutsche Kriegsgefangene Spezialhaus echter zuverlässiger Gemüse-, landwirt- schaftl. und Blumensamen Illustr. Preisliste gratis und franko zu Diensten »•** XtaVkr- Stimmen, Reparieren, Polieren ,58 in erstklass. Ausfuhr. B. Stirnmabon. große Preisermäßigung. Karl Finke Klaviennacher Weserstrasse 9. 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Unseren Altersgenossen hiermit die Mitteilung, datz unser L Altersgenosse ^riedr. Schäfer Walltorstratze 7, verstorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag' 28. Jamiar.Z'/r Ubr nachmittags, auf dem neuen Friedhof statt. 1153 Um zahlreiche Beteiligung wird ge- geb. Schmidt nach langem, schwerem Leiden im Alter von 71 Jahren sanft Herrn emschlafen ist Die trauernden Hinterbliebenen: Georg Koch Ilci rieh koeh Toni ftpaar geb. Koch Philipp Spaar Kttte Koch geb. Speyer n. 2 E .kel Lilli n. Faul. Gießen, Brooklyn, 27. Januar 1919. Unseren Alterskollegen die schmerzliche Mitteilung, dass unser Alterskollege Herr Landgerichtsdirektor Koch . .. ■■.. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß meine liebe Frau, unsere geliebte und unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter und Großmutter, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Frau Margarete Koch I taMtm aller irl 552LÄMST57 I wert die Irttkl'eehe Üalv.-Driekerei, EL Lange, Bliha Golt dem Allmächtigen hat es gefallen, heute vormittag um 11'/, Uhr unsem innigst geliebten Vater, Schwiegervater und Großvater 01599 August Schäfer Holzhändler im Alter von 77 Jahren zu sich zu rufen. In tiefer Trauer; Hermann Schäfer und Frau, Louise Schäfer, Richard Schäfer und Frau, Elise Schäfer, Margarete u. Liese! (als Enkel). Hungen, den 25. Januar 1919. Die Beerdigung findet Dienstag, den 28. Januar, nachmittags 3*/f Uhr statt. Am Freitag abend 1,10 Uhr entschlief sanft und unerwartet nach Stägigem Krankenlager mein lieber, herzensguter Mann, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Friedrich Schäfer Maschinist im Mter von 59 Fahren. Die trauernde Gattin: Christiane Schäfer geb. Mauh. Gießen (Walltorstraße 7), den 27. Fan. 19J9. Die Beerdigung findet Dienstag den 28. Ian. nachmittags 3 /, Uhr auf dem neuen Friedhof statt. Beileidsbesuche und Blumenspenden dankend verbeten. na r.-9 h --------------IM7 Schleier! schwarz und farbig in großer Auswahl. Cffibdebaus Qrtomor ♦ßertezieler.* »Styx» ges. gesch. i. d. Sprttzschachtel, vortr. Viiuse, Flöhe, Wanzen W«ota!.*W Probeschachtel Mk. 150 diachn od Einsend. Wiederverkäufer günst. Bed. Elgelm 714hv CSem.-,echn. Fabrik tiricNhclm a. Muin. Herren alle Formen alle Weiten Ohae Beiaasoheia Bahnhofstr. 14. ___________________8a | Vermietungen | E mödl. 21m. i. a. Privnth. n Leiierblor a ält. Herrn sof. od. 1.2 z.v. Etnzelabg. d 8- a '^geschi. Ausmart, selbst z. stell. Angcb. unter 01579 an den Qheü. Anz. Möbllertcw Zimmer an Fräulein billig abzn- geben gegen IKilbiife im Handball, des. im Naben. In seiner freien Zeit. Adresse zn erfr. i. d. O)c» schästS9. d. Gieü. 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