ZwlMngsrrmbdruck u. Verlag: Brühl'sche Univ.-Vuch- u. Zteindruckerei R. Lange. Schriftleltung, Geschäftsstelle u. vrnckerei: Zchulstr. 7. die dem Erhöhung de» Weltportoö. Bern, 24. Sept. (Wolff.) Wie der Berner KorreipondeM der „Thurgauer Zeitung" erfährt, rst roeder auf bcm intemothnolcn MUvru dÄ Weltpostvereins in Bern, noch bei der schweizerischen Weltpostdirektion bekannt, daß vom 1. Januar 1920 ab das Weltpo st Porto für Briefe von 25 auf 40 Centimes erhöht wird. Wiedereintritt der Demokraten in Regierung? Rus dem besetzten Gebiet. Der mißliebige ßanörtf in Höchst. Höchst a. M., 24. Sept. (Wolff.) Zum kommissarischen Landrat des Kreises Höchst war kürzlich auf Befehl des Generals Mangin der bisherige Kreisschrrlinspekwr Dr. H i n d r i ch s , Vorsitzender dec Zentrumspartei in Höchst, bestellt worden. Gegen dessen Ernennung tocnbcte sich ein Teil der Arbeiterschaft der Höchster Farbwerke, die durch einen Teilausstand die Rückgängigmachung der Ernennung zu erzwingen suchte. Dr. Hindrichs erläßt nun eine längere Darlegung, in dec er feststellt, er habe mit dem Arbeiter ausschuß der Farbwerke verhandelt, sei von den Streikenden tätlich angegriffen und in der Versammlung von den Arbeitern gezwungen worden, die Erklärung abzugeben, er werde von seinem Posten zurücktreten, ivenn cs von der Administration genehmigt werde. Diese Genehmigung sei indes nicht erteilt worden. Er werde daher gegen das hetzerische Treiben gewisser Kreise wegen Auf- lehmrng gegen die Staatsgewalt und Unruhestiftung energisch vorgehen und hoffe, daß der gesunde Sinn der Bevölkerung dem Terror dieser kleinen Minderheit Einhalt tun werde. Er werde aber unter leinen Umständen vor dem Terror der Straße und der im Dunkeln arbeitenden Drahtzieher zurückweichen. Daß er fein Amt nicht als Parteimann führen werde, gehe schon daraus hervor, daß er sofort nach der Uebernahme des Amtes den Vorsitz der Zentrumspartei niedergelegt habe und auch für die anderen Parteien angehörigen Arbeiterführer em getreten sei und die Zurücknahme der beabsichtigten AuÄoeisung von sechs wegen Anzettelung des Streiks verhafteten Arbeiterführern erwirkt habe. Geßlerhüte. Mainz, 24. Sept. (Wolff.) Nach einer amtlichen Bekanntmachung des Oberbefehlshabers der 10. Armee haben auf der Straße die Männer die entblößt vorbeigetragenen Regimentsfahnen der alliierten Armeen und die militärischen Leichenzüge durch Hutabnehmen zu grüßen, ferner haben während des Abspielens der Nationalhymnen der alliierten Mächte die Männer die Kopfbedeckung abzunehmen und stehend zuzuhören. Annahme von Anzeigen f. die Lagesnummer bis zum Nachmiilag vorher ohnejedcVerbinölichkelt Ureis für l mm höhe für Anzeigen v.34mm Breite örtlich 15 Pf., auswärts 18 Pf., für Neklame- anzeigen von 70 mm Breite 48 Ps. Bei Platz- t>otfchriii20°/09Iuffd)Ia(h Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Berantivortlieh für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzer-enteil: v. Brch sämtlich m Gießen erkennt? Auf die Hauptsache ist also das Flugblatt „Zur Aufklärung" nicht einge- gangen. Dagegen eifert es gegen allerlei Ungerechtigkeiten, Versäumnisse der Stadtverwaltung, Uebergriffe von Reichs- wehroffizieren il dergl. Die Masse aufs neue aufzuhetzen zu törichten Gewalttätigkeiten, das ist wohl der Zweck. Wir finden aber, dagegen müßte die Gesamtarbeiterschaft ein offenes und entschiedenes Wort der Abwehr aussprechen! Eine EinfpruchSuote der ukrainischen Negierung. Köln, 25. Sept. Wie die ,Köln. Ztg." aus Berlin erfährt, hat nach dem ukrainischen Pressedienst die ukrainische Regierung an die pariser Friedenskonferenz eine Ein- pruchsnote gegen das Vorgehen Denikins in der Ukraine gerichtet. Es heißt darin, daß die ukrainische Volksregierung mit allen Mitteln bestrebt war, Zusammenstöße mit Denikin zu vermeiden und zu einer Verständigung mit ihm zu gelangen, indem sie der Meinung war, daß seine Aufgabe sei der Kampf mit den russischen Bolschewisten, nicht aber mit der ukrainischen Armee. Der Befehlshaber der Denikinschen Truppen im Raum von Kiew hat der ukrainischen Sondermission die Antwort erteilt, )ah er die Armee Petljuras als eine bolschewistische betrachte und hat mit der Verhaftung )er Mission gedroht. Die Note stellt die Forderung auf, daß Denikin das von der ukrainischen Armee errungene Gebiet sofort räume und ferner allmählich seine Truppen aus dem gesamten Gebiet der Ukraine zurückziehe. Kopenhagen, 24. Sept. (Wolff.) Das englische Kriegsministerium teilt mit, daß Denikins Truppen einen großen Sieg errungen und Kurff besetzt haben. Tie Einnahme tion Kursk, eines sehr wichtigen Eisenbahnknotenpunktes, bedeute einen erheblichen Fortschritt für die Truppen Denikins, die damit bereits an der Grenze zwilchen Ukraine und Sowjet-Rußland angelangt feien. $partafiftifd)e Mordpläne. Berlin, 24. Sept. (Wolff.) Im Haushalts cnisschuß der preußischen Landesversammümg teilte- wie die ,,B. Z." meldet, Ministerpräsident Hirsch u. a. mit: Tie sächsische Re g ieru n g sand bei einem Agitator des Spartakusbundes, der ins Ausland reisen wollte, eine I n st r u k - t i o n mit der Ueberschrift vor: An alle Rtrrfrmren3i männer! Tie Instruktion besagt: Me Gruppen Deutschlands, Oesterreichs und Tsä^ckw-Sbowakei gründen streng geheime politische D r - ganisativnsgruppen, deren Zweck es ist, alle politischen sJJuad;itfartK>rcn zu registrieren, die der kommunistischen Bewegung hinderlich sind. Durch diese Namensverzeicl^iiisse ivird es ermöglicht, unsere Feinde miss strengste zu überwachen und bet Aufständen dingfest zu machen und abznnrteilai. Sollte die Zentrale der kiommunistchchen Partei Deutschlands, Teutsch-Oesterreichs und der Tschechoslowakei den Plan zur Beseitigung von unliebsamen politischen Personen für gut befinden, so erhält diejenige politisch: Gruppe den Auftrag zur Ausführung, wo iw tetref- fenbe Person ihren ständigen WolMntz hat. Welcher Genosse die Tat auszuführen l>at, entscheidet das Los und dieser ist verpflichtet, innerhalb 24 Stunden den Plan aikszuführen, wenn er nicht selbst ' dasselbe Schicksal erleiden wul. In diese politstschmj Gruppen dürfen nur die verschwiegensten und ver- ' trautesten Genossen zugelassen werden. Verrat wird ! sofort mit dem Tode bestraft. Ter gewählte Zcn- ' tralrat entscheidet in geheimer Wahl über die Aus- > führung des Planes. Ter Ministerpräsident erklärte: das find die : Leute, die von der äußersten Linken und von der unabhängigen sozialdemokratischen Partei stets in Schutz genommen werden. Berlin, 24. Sept. (Wolff.) In der „B. Z. a. M." wird eine Geheimc> rder veröffentlicht, die bei dem kürzlich in Pasing bei Münchve verhafteten Kommunisten Heile gefunden wurde. Sie lautet im Auszüge: Abschrift. — Betrifft Organisation des neuen gewaltsamen Umsturzes! imd Aushebung der Reichswehr, wie sie eventuell! oorzunehmeu ist. Angesertigt anfangs September; 1919. — Die Reichswehr ist gegen Morgen, bei Hellwerden in den Kasernen anzugreifen und im Schlafe auszuheben. Während der Nacht sind die Wohnungen der Offtziere aufs schärffte zu überwachen. Der Offizier, der feine Wohnung in der offenbaren Absicht verläßt, zur Truppe zu eilen, wird ohne Anruf niedergeschossen. Bekannte Monarchistenoffiziere sind unverzüglich unblutig zu beseitigen. — lieber das Eindringen in die Tore liegt für jede Kaserne ein besonderer Plan vor. Alle Unteroffiziere sind nur mit Hemd und Unterhose bekleidet und mit zwei Decken versehen in einem Raum unterzubringen unb schärssteus zu bewachen. Die Mannschaften bleiben auf ihren Stuben, dürfen aber nicht aus den Betten, bis vom Oberkommando entsprechende Befehle eintreffen. Im übrigen ist es ber Gewaltfrieden von Versailles und St. Germain geraubt hat. Staaten werden und vergehen, Völker aber bleiben. Von beiden gäben unsere Tage ein unbestreitbares Zeugnis. Noch ist auch die deutsche Sache nicht verloren. (Heilrufe, lang anhaltender Beifall.) 4>en gewalttätigen Lärmmachern zusammenwerfen! Es handelt sich hier also weniger um Aufklärung als um Hetze; daß unser Blatt dabei als „alldeutsch" anbesprochen wird, wundert uns darum auch nicht weiter. Das Flugblatt fährt dann fort: „Die Gesamtarbeiterschaft braucht sich die Anwürfe, die von dieser Seite kommen, nicht so zu Herzen zu nehmen, muß vielmehr stolz darauf «ein, eine derartige Vorlage mit all ihren' raurigen Konsequenzen zu Falle gebracht zu ,'>aben." Es ist ein eigenartiger Stolz, den die Herren um Beckmann hier an den Tag legen, daß sie sich einfach als „Gesamtarbeiterschaft" bezeichnen! Es ist der gleiche Unfug, der auch darin liegt, daß gewisse Massen, bie zu Ausschreitungen und Gewalttätigkeiten übergehen, einfach als „Das Volk" bezeichnet werden. Das.Flugblatt läuft im übrigen daraus hinaus, darzutun, daß die Verhältnisse in der Revoluti-onszeit gegen früher sich nicht gebessert hätten, daß noch immer eine Schicht Um Ausbeutern alles beherrsche, daß die Regierung und ihre Organe diesem Treiben machtlos gegenüberstünden. Charakteristisch sind folgende Sätze: „In Wahrheit wollen unb können sie keine Abhilfe schaffen, da sie selbst kapitalistisch befangen srnd und sich scheuen, durchgreifend einzuschreiten. Im Gegenteil, Schritt für Schritt roeidjen sie vor den Aasgeiern in Stadt und Laad zurück und zwingen schließlich das ausgemcrgelte Volk, bie Initiative selbst zu ergreifen unb hiergegen finb bie anzuschaffenden Ntordwasfen bestimmt." Was heißt: „Initiative ergreifen?" Doch wohl Massengewalt, Gewalttätigkeiten, Putsche veranstalten? Wenn bie Unabhängigen Mitarbeiten wollen, daß bie Aus- Wucherung des Volkes, bie in ber Tat vielfach besteht, durch gesetzliche Mittel auf ' das schärfste erfaßt werbek, wollen wir gern mit ihnen zusammengehen, unb es ist arges Stück Gewissenlosigkeit, von uns zu behanp- teni, haß wir gern gegen hungernde Menschen würben schießen lassen. Wir sinb ber Meinung, auch eine unabhängige ober kommunistische Sintflut würde uns noch keine Idealzustände bringen. Dafür sind, wie die letzten Prozesse gezeigt haben, unter den Ra- di.kalsLen noch zu viel verbrecherische Ele- ircente, die der unabhängige Parteivorstand vielleicht auch als Gesamtarbetterfchaft aner- Berlin, 24. Sept. (Priv.-Del.) Zu _____ Wiedereintrittd er Demokrat en indie Reichsregierung erfährt das „Berl. Tageblatt" von unterrichteter Seite, daß die Verhandlungen, bie durchaus vorbereitenden Charakter tragen, seitens der Demokraten von dem ehemaligen Reick-sirnanzminister Schiffer geführt werden. Tie Anregung zu den Ver- hwidlungen ist von der Regierung ausgegangen. M. 224 Ter Eietzener Anzeiger erscheint täglich, außer bonn- unb Feiertags. Bezugspreis: monatl.Mk.l.60,oieiteI- jährtlch Mk. 4.80; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Tif. 1.50; durch diePost Mt. 4.50 viertel- jäh rl. arcsschl. Bestellq. Fernfprech - Anschlüsse: für die Schriltleitungl 12 Perlag.GeschäUsstelle51 AnschriÜ sürTrabtnach- richten: Anzeiger Siehrn. Postscheckkonto: Srimffurt a. M. U686 169. Jahrgang Donnerstag. 25. September J9J9 Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Gderhefsen - " f —— (Ein Flugblatt über -ie Urawalle I im Gießener Stadtparlament. minifternbeg leitet fein. Der i in ben Boi der Betrachtung rückte, hebet vir ttommunalwahlt» heim (Oberh.) eine Kuh, am 2. Juli in (5 trm Der Reichspräsident auf der Der Rcich-präfidcnt «uf ... S&T 7? Aiin 5= Ä UtriAtetn, «ä»If S11 ter, SW- Frantiurter Meffe. «Die finb bitf eiben mitaufetneni $onc bci Bensheim non schwere germeister zu Lauback: als Ersatzmänner: Frankfurt 25 Sept f9RT91 1 *'f!5!„ ** r Ochsen, bie aus offenem falbe abgeschlachtet nrur- dsr Cellarius, Landwirt w Schotten, Eduard fctncT soeben beim MeLamt I^uhne. Hoffentlich kann dem Durchgangslager den. am 14. Juli in Weinheim sechs fette lRuckels Hausen, 2anbnnrt zu Muhelbach. etner weven beim Metzamt eingetroffenen I ein recht groyer Betrag überwiesen werden. Schweine, bie auf bon Felde erschlagen ivurden.' August Z immer, Landwirt zu Frrirnft.-n, Äü- Feü 191- im fir d ft 6 d 9 6 w K Iti A sck de fessor der Astronomie an der UnwersilLt Lei Geh. Hoftat Pn>f. Heinr. RrunS, starb in vergangnen Nacht nach längerem LeLen ün von 71 Jahren. uni vor für ich zu gri L^ochschulnachrichten. Leipzig. 24. Sept. (Wolff.) Ter Tirektot Leipziger Stermvarie, orden!sicher tag wegen der Witterung verschoben werden mußte, findet am Freitag, 26. September, im Saale des Hotels Einhorn, abends """ tz AinM W' 1 v<*. (W® ßrpMs u tißlWK ?m«ng §aall dir ber (^1919 iter Saotk- 2. Äpteinbc Wn obMI 1919 srMse elrbald natf in» zm Ü ^Wlliunalv ihnen grmh- ftellc M3 >b Zit Wn toll blgentx btr $etod«i litt Gntug tom 15. nicht für S Kartoffel teiligten sich Geh. Hofrat Prof. D. Berger Hauvtlehrer K n ßlick, der Präsident des Ober- konsistoriums Exz. D. Nebel und Professor Tr. Geist. Lehrer Schäfer gab einen eindrucksvollen Bericht aus bent Leben der neugegründeten Tarmstädter Männervereinigungen und aus seiner Tätigkeit als Vertrauensmann zur Pflege des tirtfr licken Gemeinschaftssinns durch Besuche in den Familien des ihm anvertrauten Bezirkes der Mar- tinsgemeinde. — In der der öffentlichen Versammlung vorangegangenen Mitgliederversammlung wurde der bisherige, aus Professor D. Dr. Schian, (ifeb. Rat Kobelt, Pfr. D. Waitz und Professor D. Matthes bestehende Vorstand wiederge- roäbl t und ditrch Zuwahl der Fürsten zu Erbach- Schönberg und des Hauptlehrers Läßlich erweitert »Int 4"Lr rlos Sw Dieä TJ'Ht w ^6U = Fechenheim, 24. Sept. Tie Ruhr- epidemie hat hier einen solchm Umfang an, genommen, daß am Tienstag die Schiebung der Schulen angeordnet werden mußte. F'rner wurde bis auf weiteres die Abhaltung sämtlicher Lustbarkeiten verboten. --Frankfurt a. M., 24. Sept. Dar Kipegswucheramt beschlagnahmte bei einem Berliner Schieber 20 Zentner Rohtabak edelster Art im Werte von 100000 Mark. vz. Fulda, 24. Sept. Größere Arbeiterentlassungen stehen in aller Kürze in btt hiei i gen Eisen bahn-Haupt werk statte bevor durch die Aufhebung der zweiten Schick», wodurch viele Arbeiter «nttbehrlich und erwerb4- los werden. «-5^ y SdMii «1! N flöte unb statt- rie nnidncn. ittinbe. v mittiun^ ten ftryl der stätzter^ ■saß I O Schotten, 24. Sept. In den Krerss ausschuß wurden gewählt: Theodor Fischer. Gutsbesitzer zu Hof Zwiefalten, Konrad Gerlack, Ärankenkassenreckmer zu Gedern, Ernnn Men - gel, Bürgermeister und Rechtsanwalt zu Schotten. Friedrich Neumann IV., Werkmeister r» Schotten, Ferdinand P f a n n st i c l, Gast- rmd **Marken-Ausgabe. Am Freitag den 26. und Samstag den 27. ds. Mts. gelangen in den Bezirken Brot--, Fleisch'-, Kartoffel-, Nähr- nritteL- und Zuckerkarten wie nachifteheiib zur Ausgabe: A—E Freitag vormittag am 8—12 Uhr, F—K Freitag nachmittag von 2—6 Uhr, L—Q Samstag vormittag von 8—12 Uhr, R—Z Samstag nachmittag von 2—6 Uhr. Tic Marffn sind unbedingt an den genannten Ausgabetagen in den Bezirken abzuhvlen. Tie am 26. und 27. ds. Mts. zur Ausgabe kommenden Nährmittel- und Zuckermarken sind bis spätestens Freitag den 3. Oktober 1919, einer Verkaufsstelle zur Eintragung einer Firma und Abtrennung ber Kontrollabschnitte vorzulegen. — Tie Winterkartr>fselantrag>sformu-, lare sind am 26. und 27. abzuholen und an den glichen Tagen an die Markenausgaöestellen aus- grfüllt wieder zurück ugeben. Nach Ablauf der beiden Tage locrbcn die ATttragsformutare auf dem Städt. LebenSmittclamt, Zimmer 16, zurück- genommen. ** Wegen Verkehrs st örungen im Auslände ist der Postfrachtstückvcrkehr nach den Niederlanden außer für Sendungen mit lebenden Tieren sowie für Wertsendungen mit Effekten vorläufig gesperrt. ** Eine öffentliche Versammlung von kaufmännischen, tschnischrn und Bureauangestellten (auch wccklicheM findet Sonntag vormittag 9Vr Uhr im Philosophcnwald statt. ** Gießener Waldbühne. Die Vorstellung der beiden Einakter, die am Sonn- Nachricht aus Berlin wird der R e i ch s p rasident Freitag, 3. Oktober, zum Besuch der Messe nach Frankfurt kommen. Dem Vernehmen nach wird er von mehrerenReichs- M b stkllt haben ö,MSt Gr htr6 frrmtg Irin nttngm wm Mar Sanin nui bv Ärn& ^ntkser Tic saft farte & tembtx IM 1 wrPNigsbmrt 1919 W 17. ] btrforger citrönwi chr ibmit bei? ffiteiitnl ifcr Sercchti ^-rucken ] snistverforga m IN 5 *'» fhmb für ö Zentnci . ö l" Zmtntt hi 191 tntfcn iür $rer W unfn Zugr .' Prämie 'fa te öefM irmttotuimeng & M f ® landviltsc tu Ber- M°>Siei l B^riüüc am 27. Juli in einem Dorfe bei Gelnhausen zwei Kühe, am 8. August in einem Dorie bei Bad-Nauheim vier Kühr, bie im Walde erschlagen wurden, wenige Tage später aus einem Torfe bei Wetzlar vier Kühe, bie lebend verladen und während der Fahrt mit einer Maske erschossen wurden, am 3. September aus bei Frankfurter Milchkuranstalt Hoben- wald bei dricderhöckstadt drei besonders wertvolle Kühe, am 16. September aus dem Gut Mariahall bei Sprendlingen drei Kühe, eine vierte entsprang: ein am 16. Sept, bci Gr. -Umstadt beabsichtigter Diebstabl mißlang. Tas ist das Gest änvnis des einen Tiebes. Sämtliche gestohlenen Tiere wurden auf einem eigens da-u gemieteten Lastauto von den Tatorten nach Frankfurt geschafft und von hier Schwarzschlachtungen und Schleichhändlern, die noch nicht ermittelt sind, zugesübrt. Tie Ermittlungen nach weiteren großen Tieb- stählen, bie dieser Schinderhannes-Bande zur Last fallen, sind noch im Gange, ihr Abschluß steht aber unmittelbar bevor. Kampf mit Schwerverbrechern. sm. Kassel, 24. Sept. Tie Kriminalrolizei fahndete seit Monaten auf den berüchtigten Einbrecher I^bannes Schneider, der schon .vv verholt aus der Haft entsprungen war. Sic batte in Erfahrung gebracht, daß er und sein Krmvtiz.- May beute nachmittag zu einem Schneider SttovA- lvw fiminen wollten, um einen Anzug abzuhottn Bier Beamte begaben sich in die Wohnung deü Schneiders, wo sie auf die Schwerverbrecher warteten Um i/85 Uhr erschienen die beiden schwer- bewaffneten Burschen, die sich bei dem Anariss der Kriminalbeamten aufs 'heftigste zur 2vchr setzten. Eine Kugel aus der Pistole Schneiders verletzte den Wachtmeister Heise schwer am Kopfe, eine zweite den Schneidermeister Schwolow am Arm. Wachtmeister Nauivkat kam dem verletzten Wachtmeister zu Hilfe und zertrümmerte mit mächtigen Schlägen dem Einbrecher Schneider die Schädeldecke, ivahrend sein Hel fersbel icr Biop von den Beamten kampfunfähig gemacht imb verhaftet wurde. Im Gedränge konnte der blutülvrströmt' Verbrecher Schneider auf die Straße fliehen, wo er von einem andern Wachtmeister verfolgt wurde Schneider brachte es nadt fertig, auf den Hund des Wachtmeisters itnb ihn verfolgende Passant.'» Schüsse abzugeben. Er kam bis zum Wohlheid?r Kirchhof, TO) er sich durch eine Kugel in die rechte Schläfe tötete. Mit ihm ist Kassel von Einern längst gesuchten Schwerverbrecher pefreft worden. Aus Statt und Land. Gießen, den 25. Sept. 1919. Kriegsgefangenen-Heimlehr. Auf der Durchfahrt traf gestern abend wieder ein Transport heimlehrrndcr Gefangener auf dem hiesigen Bahnhof ein. Es waren die 6. und 7. amerikanische Gesang en en--Kvmpagn i e, die zuletzt in dem amerikanii'chen Lager von St. S u l p i z e bei Bordeaux lagen. Sie sind seit Samstag nachmittag unterwegs. Die Fahrt ging zunächst über das große amerikanische Sammellager von Js für Tille bei Dijon, wo ber Transport 20 Stunden Aufenthalt hatte, um vollständig gereinigt, entlaust und entlassen zu werden. Dann (ring cs über Koblenz, Limburg weiter nach Gießen, wo ber Zu sorgen, sportliche Veranstaltungen, auch außerhalb des Lagers, abhalten usw. Ter Verkehr mit der Bevölkerung, bie sich anfangs sehr gehässig gezeigt hchie, fei später immer besser geworden. Tie Arbeit, die unsere Gefangenen zu leisten bat- tat, war ebenfalls erträglich. So batte sie vaS Gesangenettdaseftt nicht allzusehr gedrückt, wenn nur bie Sehnsucht nach der Heimat, nach den Lieben in deutschem Lande nicht gewesen wäre. Erwähnenswert ist ein Zwischenfall, ber sich vor etwa fünf Wachen im Lager von St. Suplize ereignete. In einer französischen Zeitung hatten die Lagerinsassen von einem ExplosiansUnglück gelesen, bem auch mehrere mit dem Verladen von Mrmftion befd^äftiyte deutsche (Skfangenc -zum Opfer fielen. Die Gesangsren des Lagers einigten sich daraufhin, jede „gefährliche" Arbeit zu v-erweigern. Als wieder 150 Mann zum Munitionsverladen angefwr^* bett wurden, „traten sie in ben Streik". Dir 150 ylcarat mussten ihre Weigerrrng freilich mit acht Tagen bei Wasser und Brot büßen, hatten aber die Genugtuung, daß die Gefangenen fernerhin nicht mehr zu solchen Arbeiten herangezogen wurden. Sehr mterlemtenb äußerten sich die Heimkehrer über die Einrichtungen des großen amerikanischen Sammellagers von Js sur Tille, das täglich 2500 Mann „fertig mache" intb nach Deutschland heim- befördere. Der für 11 UhrangekündigteTrans- p0 r t traf leider mft drei stü ndiger Ver spä- tung, um 2 Uhr nachts, hier ein. JnfolgÄessen war der Empfang eiwas nüchterner als gewöhnlich. Die Begrüßungsansprache hielt Rechtsamvall Rosenberg. Schön toar es, daß die Reichswehr- kapelle „ausgehalten" hatte. Nur die Glocken blieben stumm imb schienen schon schlafen gegangen zu sein. Nett soll sich übrigens bie elektrische Beleuchtung ber am Eingang zur Süd-Anlage errichteten Ehrenpforte gemacht haben. Mft Mrrftk marschierte der Zug nach dem Lager. Es toaren mehr als 1100 Mann, die 128., 123. und ein Teil ber 91. eng- lischen Gefangenen-Kompagnie aus der Gegend von Lille und Bailleul. Sehr erfreut waren wir, daß unsere Anregung, die Heimkehrer mit Fackelbeleuchtung zum Lager zu geleiten, Anllang gefunden hat. Es wären sicher bedeutend mehr Fackeln und Lampvons zur Stelle gewesen, 'wenn die Anregung nickt zu spät erfolgt wäre. Wir hoffen, daß sich bei nächster Oblegenheit eine stattlichere Anzahl Fackelträger einfmdet Vielleicht stellt das Turckgangslager eine genügende Zahl Peckrfackeln, die sich sicher unter lehren Beständen finden werden, zur Verfügung. granffurter Einfvhnnesse. ... .Frankfurt a. M., 24. Sept. (Wolff.) Das Meßamt der Internationalen Einfuhrmesse in Frankfurt a. M„ die in diesem Jahre zum ersten Male, vom 1. bis 15. Oktober, stattfindet, teilt mit: Nachdem der zur Unterbringung der Aussteller verfügbare Raum in der großen Bsthalle und ihren Anbauten sowie in den Meß- asern völlig vergeben ist und die Messeleitung I gezwungen gesehen hat, neue Anmeldungen nicht mehr anzunchmen, läßt sich nunmehr ein noch Geschaftszweraen geordneter lieber- blick über die auf der Messe verttetenen Industrien gewinnen. Wobl keine Art von Erzeugnissen ber Industrie und Technik dürfte auf, ber Messe fehlen. Durch starke Beteiligung treten in erster Linie die folgenden Branchen in Erscheinung: Tertilien, Modewaren, Konfettion, Wäsche, Schuhwaren usw., Galanteriewaren, Luxus- und Ledertoaren, Parfümerien, Seifen, Spielwaren, Kurzwaren, Bijouterien, Gold- und Silberwaren, Bureaubedars, Ma- fchineninbnstrie. landwirtschaftliche Maschinen, Motoveninduftrie. technische Artikel, Riemen, Transmissionen, Oele, Fette, Kleineisenwaren, ffikrfaeuge, Möbel, Haus- und Küchengeräte, Photographie, Kinematographie, Telephon und Telegraph, chirurgische Instrumente, otthopädische llvparate, Lebens- und Genußmittel ufto. Eine Reihe von Industrien, so die Leder- und Lurus- warenindustne, werde durch Kollektivvorführungen vertreten sein. Für dre Maschinenindustrie und verwandte Zweige ist eine besondere Halle errichtet worden. Es ergibt sich aus diesen Mittei- die Besucher der Frankfurter Messe Gelegenhert haben, sich über bie Nachfrage und das Angebot im Bereich verschiedenster Jn- ouitncn und Geschäftszweige zu informieren. I ** Geistliche Musikaufführung. Ter Evangel. Arbeiterverein, ber bereits in früheren Jahren die Bedeutung der Musik als Bollsbildnerin ertannt bat, beabsichtigt auch im Laufe des Winters mehrere musikausche Veranstaltungen abzuhalten. Äubn: 2 Sammer» musikabenden, beiten Ein führ ungsvIrträge vorausgehen, ist für Sonntag, den 5. Ok- t 0 be r , als Eröffnung der Wrnlertätigkett d.'s Vereins in ber Stadtkirche eine Geistliche Musikauffübrung in Aussicht genommen, zu der die Mitwirkung ber Konzertsängerin Frau Schotte-Frey-Wiesbaben, des Crga nisten 5>errn £. Görlach-Gießen sowie verschiedener sonstiger musikalisch.'r Kräfte (Strttch- guartett) gesichert ist. Auch der Gemischte Chor des Vereins wirb Mitwirken. Tie Auf- sührung soll allen Kreisen ber Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Landkrns Gikßen. ** Allendorf a. b. ISxl, 25. Sept. Eine am Sonntag in einem Teil unterer Gemeinde vorgenommene Laussammlung zu Gunsten un- iercr lxim gekehrten Krieg sqesangrnen ergab 110 Mk. ist bar, 100 Eier, über 1 Zentner Mehl, 25 Laib Brot, kleinere Mengen Butter, Speck und einen Korb Aepfel. Tie Spend-m rourixm bereits dem Durchgangslager Gießen überwie'en. Ta erst in einem kleinen Teil des Dorfes gesammelt wurde, sollen an beut nächsten Sonntagen weitere Sammlungen veranstaltet roetben, die hoffentlich ein gleich gutes Ergebnis er zielen u rt. Langsdorf, 24. Sept. Tie Stadt Gießen 5/abfidjtigt, wie in mehreren Gemeinden des Kreises, auch mit ben Landwirten unserer Gemeinde einen K-artvffellieserungs- vertrag abzuschließen. T-er Vertrag geht dahin, daß die Landwirte durch Unterschrift schon jetzt sich- verpflichten, eine von ihnen selbst bestimmte Menge Kartoffeln ber Stabt Gießen im Marz 1920 zu lftjern. Tie Landwirre kellern die Kartoffeln in ihren eigenen Betrieben ein und er» lxrlten dafür von ber Stadt (hießen einen Zuschlag von 2 Mk. Pro Ztr. auf ben Höchstpreis. Von den hiesigen Landwirten wird das Vorgehen ber Stadt Gießen freudig begrüßt. Turch ridp tiges Lagern der Kartoffeln, was ber Landwirt unstreitig doch am besten besorgen kann, können viele Zentner Kartoffeln vor dem Verderben geschützt werden. Vielleicht fallt auch deckurch das Anliefern der Kartoffeln in den Frostperioden, das mit fonflanter Bosheit jebed Fahr wiederkehrte, loeg. Ferner hat bie hiesige LandwirtsciM ein Interesse daran, daß in erster Linie die Stadt Gießen und die anderen vrrs-orgungsb.»rechttgten Gemeinden Hessens mit Nahrungsmitteln versorgt werden. tt. T r e i s a. d. 2. 24. Sept. Gestern ist als Zweiter unserer in englischer Kriegsgesangens.Äsft l'esindlichen Krieger ber Schsütze Georgi Karl Kehr heimgekehrt. Er toar seit 26. Oktober 1918 in Gefangenschaft, meist in entern Lager in der sltähe von B a p a u m e und beim Eisenbahn^ und Baracken bau beschäftigt. Kreis Alsfeld. _ Up. Ruppertenrod, 24. Sept. "Tie ersten zwei der elf Gefangenen aus unserer Gemeinde', Heinrich, Kratz und Karl Geiß, sind gMclliiÄ aus der Gefangenschaft zurückgekebrt. Kratz befand sich m rvmänncher Gefangenschaft in Bubarest, Geiß in englischer. Kreis Lauterbach. rr. Lauterba ck), 23. Sept. Für die kirchlichen Krankenpflegestationenin Freiensteinau und Crainfeld wurden von ber TeMnats- kasse je 50 Mark bewilligt, desgleichen für eine in der Bilduna begriffene Station in Angersbach. . ** Schlitz, 23. Sept. Bon Kririssttoßen- meister K. Roth geht tms ßdlgrende Zuschrift zu: In Ihrem geschätzten Matt wird unter ber Rubrik „Aus Stadt und Land" aus Schlitz vom 21. 9.19. berichtet daß an den Kreisstraßen des Schlitzer- landes noch, nie erreichte Preise für das Obst bezahlt worden seien «und, daß auch HÄrdler Zuttitt gehabt hätten. Tie letztere Annahme rnsbesondere ist irrig. Tie jedesmal vor ber 9erftci^?rung de- kannlgegebenen Bedingungen schLoffen Ländler xxv soweit aus, als sie das Obst nicht zum eigenen Bedarf ersteigerten. Taß für 1 Zentner feinstes Tafelobst bis zu 60 Mark bezahlt wvrden, trifft nur in ganz geringem Mafx zu Nach unserer Erntevorschätzung haben nnr für alle Obstarten einen Turch- schnittsbetrag von 30—32 Mark für den Zentner am Baum erzielt. Tas ist das zweifache gegen die letzte Friedenszeit und jedenfalls gegen andere Lebensmittelpreise nicht übertrieben, wenn man die außerordentlich teuere Unterhaltung der Obstanlagen in Betracht zieht. Bemerkt sei troch, daß die Einheimischen mit Ernpchluß ber kleinen Leute in voller Würdigung ber Bedeutung des Obstes für die Bvlksernährung, in ausgiebigster Weise von ihrem .Veauftecht Gelwanch gemacht haben. Zum Beweis dafür sei angeführi: Ter B^irk Schlitz umfaßt 16 Gemeinden. Ter Gesmnteriös an den Kreisstraßen beträgt runb 16 300 Mari. Tavon entfallen allein auf Schlitz (bie Stadt) rund 7500 Mark auf 232 ersteigerte ßofv, ober rund 100 Haushaltungen. Ter Tiirchschnfttspreis für das Los beträgt sonach 32 Mk. Zum Schlüsse fei noch an- gcfüg-t, daß es dem Msdieter oftmals im allzu eifrigen und gleichzeitigen Aufgebot vieler Steigerer gar nicht möglich« toar, zum Zuschlag zu kommen, so schr er sich, wie allseitig anerkannt nurde, auch darum mühte. Nicht zum kleinsten Teile liegt die Schiuld bei ben Steigern selbst, nenn die Preise irnnötig getrieben werden. Htsscn-Nilssau. Aufdeckung großer Viehdiebstähle. ^Franks urta. M., 24. Sept. Die großen Viehdiebstähle, die seit Monaten in Kurhessen, Hessen und dem unbesetzten Teil Nassaus aus- gesührt wurden und die gesamte Landbevölkerung in Angst und Aufregung erhielten, finb durch die hiefige Kriminalpotizei aufgedeckt worden Als Haupttäter wurden ermittelt und dem Frankfurter Untersuchungsgefängnis zugeführt der 42jährige Melker Josef Blättler, der 41jährige Melker Johannes S t u n g und der 28jährige Melker Ernst N v d e z z e r, sämttich aus der Schweiz und bisher auf dem Gutshof Mariahall bei Sprendlingen (Kr. Offenbach) beschäftigt, ferner ber 30jährige Heinrich Herbst aus Niederseemen bei Schotten. Mit Hil'c eines Lasnmwmobils haben diese Leute, soweit das Haupt der Äande, Ernst N p d e z z e r, in einem kurzen Verhör bereits eingestanden hat, folgende Diebdiebslähle mtsge- ührt: Am 24. Juni in einem Dorfe beiS10 ck- munrfbmtxrrtei anfangs S-chtenÄer in Halle wurde, toic torr ersahoen, die Errnorinmg einer Reihe von Stu tat Vorbereitet, die im Verdacht standen, Spio- ttetbiatib: zu tun. 83 € r 11 n, 24. Sept. Privattel. Nach dem ^Lokalanz." wurden in Dresden zahlreiche Kommunisten verhaftet. Tie Maßnahmen stehen zweifellos im Zusammenhang mit den kommunistischen Putschplänen. 8ür die Heimkehr nnd dar Recht der deutschen Gefangenen. Berlin, 24. Sept. -Wolff.) In einer am 21. (September in Weimar abgeholtcnen er- fteiterten Vorstands und Auffichtsratssitznng des Dolksbundes zum Schutze ter beutfijen Zivil- und Kriegsgefangenen, ber Retchsvereinigung ehemall- ger Kriegsgefangener imb des Bundes deutscher Frauen zur Befreiung ber Gefangenen wurden fri= genbe Entschließungen gefaßt: Die Versammlung iprickt ihre Befriedigung aus über die bisset von England, Amerika, Italien und Serbien vorgcnMnmene Heimfiichrung der Kriegsgefangenen und spricht die Erwartung aus, baß die englische Regierung nunmehr auch bic in ben Kv- fernen und den Ucberfeelänbem Jmterierten zurück-, gibt. Sie legt schärfste Verwahrung ein gegen die von englischer Seile in manchrn Gefangenenlagern verbrettete Behauptung, daß art ber Verzögerung der Heimschaffung die deutsckv Regierung schuld fei. Mit allem Nachdruck wendet sich die Vecsa nncku g g c g e n d l e fr 2 n z ö s i sche Regierung, die sich« als enrzige der Heim- sch.affung ber l^estmqenen txrr der Ratifizierung des Friedens widersetzt. Sie lehnt jede Verguickuno ber Auslieferung mit irgend einer von Deutschland r,u Ändernden Leistung auf das entsch edenste ab und erwartet, daß bis zum Weihnachitsfeste alle deutschen Gefangenen aus Frankreich der Heimat zurü:5- yegeben sind. Tie Versammlung legt Vertoahnmg ein, daß elf Monate nach Mchlus» des Waffen- slittstandes und drei Monate nacb der Unter Zeichnung des Friedens die Gefangenen in Frankreich noch immer toie Kriegsgefangene gehalten 10erDen und keinerlei Erleichteruirg in ihrer IKbensfiihrung erhallen. Aufs schfirsste verurteilt sie, dast bie En- tentcregienmgcn allen Geboten ber Menschticktkeft entgegen, bie beftra fte n deutschen Gefangenen nach der Ratifizierung des Friedens auf unbestimmte Zeit in trenQtcfnngniffen zurückbehalten wollen und fie in vielen Fällen sogar in die Strafkolonien verschleppten. Die Versammlung Dertocijl auf die verzweifelte Lage der noch in Rumänien, Turkestan und im Kaukasus befindlichen deutschen Gefangenen hin. Die Versammlung erkennt an, da» in der Frage der Heimschaffung der sibirischen Gefangenen das amerikanische Rote Kreuz fviel zur Lösung dieser Frage beigetragen hat. Sie erwartet, daß die deutsche Regierung Mittel lund Wege finden wird, bie Gefangenen in Sibirien vor einem wetteren Winteraufenthalt z< bewahren. Die Versammlung spricht ihren Dank den Neutralen, den Sozialisten ber Ententelän- »er und dem internationalen .Roten Kreuz in «tenf aus für ihre Vermittlung zur Befreiung -bet Kriegsgefangenen. Die Versammlung beschloß, dafür einzutteten, >baB die Gefangenen jener von Deutschland abzu- -träciben Gebiete, bie mtzt oder ohne Vvlksab- ftunmung vom Reiche abgelöst werden, die gleichen rechtlichen imb moralischen Ansprüche auf wirtschaftliche Beihttse und Unterstützung wie die Übrigen deutschen Gefangenen haben. Die Ber- fammlung beschloß ferner, folgenden Fun k-- spruch an die der Heimat noch fernen KriygZ- gefangenen zu leiten: Brüder ! Die Heimat denkt an Euch, heut so wie sonst, als Ihr die Freiheit verlöret. Wenn Ihr uns wiedergegeben seid, werdet 6hr erkennen, was wir für Euch taten Wir ruhen und rasten nicht, bis Ihr Eure Heimat, Eure 2icben wiedergewonnen habt. Der Volks- bunb zum Schutze der deutschen Kriegsgefangenen, der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgesange- 11er und der Bund deuffcher Frauen zur Beftri- tung der Gefangenen^ begrüßen Euch über Raum totb Zeit, durch Gefängnismauern und Stacheldraht! Glaubt auch weiter an Eure Heimat, an diejenigen, die Euerer stets gpbach^en!" Ter Bund deutscher Frauen zur Befreiung der Gefangenen hat in besonderer Entschließung einmütig seinen WUlen zum Ausdruck gebracht, seine volle Kraft Ar die wettere Befreiung der Gefangenen ein-, zusetzen. Berlin, 24. Sept. iWvlff.) Tie Rrichs- tzentral stelle für deutsche Kriegs- und Zivilgesan- gene ttttt mit, daß in den Turchgangslagern bis emfcklleßlick, .*?. September runb 67 500 heim - , kehrendc Kriegsgefangene eingctroffen find. Mrche und Schule. Hessischer Kirchengemeindetag. bt. Tarmstabt, 24. Sept. Am Montag wurde in ber von gegen 400 Mannern intb Frauen besuchten Versammlung, in ber zahlreiche Abgeordnete der KlrchenvVrstände vertreten waren, ber erste Gemeinde!ag nadi dem Kriege im Gemeinde- Hause der Tarmstädter Stadtgemeinbe gehalten. Prof. D. Dr. Schian, der Vorsitzende der Larrdes Vereinigung des „Deutschen Evangel. (fernentbe> taqes", eröffnete bie Versammlung und hielt einen mit gesPamiterAufmerksamkett und lebhaftrniBeifall aufgenommenen Vortrag über „Tie neue kirchiickr Lage und bic evangelischen Gemeinden in Hessen" Er zeigte, wie die evangelischen Gemeinden die Erschütterungen überwunden Haden, in die sie durst die polittschc Umwälzung und durch den Wegfall des landesherrlick en Mochenregimertts gebracht norden sind: er schilderte die Nöte und Gefahren, die Aufgaben und Arbeiten, die ihr jetzt gegeben finb: er führte em in die Arbeiten zur Schaffung neuer kirchlicher Verfassungen und betonte besonders cinbringiidu das; nur lebendige Gemeinden sich in der Gegenwart behaupten können. Tie Ausspracie wurde ourch Arbeitersekretär Lauser eingcLrtet, ber von dem Standpunkte des Arbeiters aus die Arbeiten der Kirche beleuck:ete, einen mehr organi- iatorischen Gebrauch der vorhandenen Strafte empfahl und vor allem mehr Betätigurrg rfriitiiirr Gesinnung im Gemein schuft sieben forderte. Ä» der wetteren sehr lebbaftm Aussprache, die zunLttl die Frage der rettitert Art ber kirchLichen Wahlen an teng-en WsjsttklM? Akin! . Schntznuirk» den ganzen Tag. 11017 Achtung! Wenig gebrauchte 01865® zu au zu Wm Lehr, Sartbnnrt und Bürgermeister Ruppertsburg, Christian Guth II., Landrvirt (SJebcm, August L udwig, Spenglermeister Ulrichstein. Straßensperre. Wegen Platzmangels für Materrallagerung bei den Klcimvohnungs-Neu- bauten in der MüHlstraße toirb dieMühlstraße zwischen Ticfenweg und Kleine Mühlgasse sowie die Kleme Mühlgaffe vvr den städtischen Ncwbauten von heute an bis auf weiteres für jeglichen Fuhrwerks- Md Radfahrverkehr gesperrt. Nach den Bestimmungen der Reichskattoffel- Uelle haben für die Kartoffelverfiargung 1919/20 folgende Grund ätze zu gelten: Ter Kommunal- ^erband wird die zur Ernährung der Bevöl- kerimg seines Bezirkes erforderlichen Kartoffel- mengen sowie eventuell die ihm zur 2T ' andere Kommunalverbände aufgegebenen ______o... >uf die Kreisgenreinden und die Kartoffelerzeugn: -imleglm Tie Bersiorgungsperiode um- Ofiietato aßer in wert die Br Werfe» üeiv.-Dreektrti, R. Um, OMea AseckhMchWereiMichell. Wegen der Warenaufnahme bleiben unsere Verteilungsstellen geschloffen: Kleiu-Lindeu am Freitag, 26. d. M., nachm, Franks.Str. 134 am Samstag, 27.H.M., desgl., Liebigstratze 23 am Montag, 29. d. M., 1 $«!»« Sd&ftM Airß», neh Zmebeln nsS fiiirtrifcn. w Lehr ii!i|t Preist. Mase, Bahnhofstr. 48. Vermrsehte». /Berlin, 24. Sept. (Wolff.) Aus der Bild- mssaminlung der Nativnalgalerie am Schnnkelplatzwurden gestern zwe iOelgemülde gestohlen, bte, von Lucas Cranach auf Holz gemalt, Martin Luther und Phil. Melanchchon barstellen aus amerikanischen HeereSbestäuden billig zu verkaufen. Näheres Mono & Cettcr, Dmumstr. 32, Bekanntmachung. Betr.: Zentralheizungen. Es wird hiermit zur Kenntnis! der Interessenten gebracht, daß die Kohlendeputation der Stadt Gießen wegen der allgemeinen Kohlenknappheit beschlossen hat, für diejenigen Wohnungen mit 3ew= tralheizung, in deiren Kamine vvrlMcken finb, künftighin keine weiteren Bezugsscheine für Koks' zu bewilligen. Ten betreffenden Hausbesitzern wird deshalb empfohlen, soweit dies noch nicht gesehen sein sollte, Oefen setzen zu lassen. 110376 Gießen, den 25. September 1919. Ortskotzlenstelle der Stadt Gießen. chrlchteir« ÄK m Gut vßNe Gr atut Taz jhhbt SS pen JArt: lt jj«x /chleich en gr^^Abn. jMknb? 6t »schätz ^kchern. und obfc Nr Schwurgericht. Gießen, 24. Sept. Ms letzter Fall der Schlwurgerichtstagung fam mr Verhandlung eine Anklage gegen Elisabeth Hohl geb. Krrhling von (ließen, sowie die Eheleute Johann Michel von Milterod, fn'iher in Gießen, wegen Meineids und Anstiftung zum Meineid. Die Anklage vertrat Staats- anwalt Neuroth, die Verteidigung führten die Recktsanwälte Justrzrat Katz, Albrecht unb Elsoffer. Im vorigen Jahr wurden bei Mickel gelegent- lich einer Durchsuchung verschiedene Gegenstände denn ste färbt bei Regen ob Verwenden Sie Nigriu und ihre Kleider werden auch dann nicht schwarz, wenn das Leder naß wird Reinster X- clwachslederv n tr! Achtung! Kartoffeln, der Verlust durch Fäulnis und pfnuunb, -um Ausgieich eventueller Mehrmrsw-m- düngen an Saatgut sowie zur Erfüllung von Tepuiatverpslich tmlgen. Für die vor f-orgungsb«'reck tigte Bevölkerung einichl. des Bedarfs für Mass-n- speisungen und Ga st Haus belief ?run gen stehen dem Kommimalverband cmc durchschnittliche Wochen- iwn 9 Pftriw für 3va Monate und ; W® für die übrige Zeit zuzüglich eines tvei- teren Pfundes als Ausgleich für die entstehenden «chwmldvcrluste zu. — Kartoffelpreis. Als t brr von der Landeskardoffelstell.' sestgesetzte Höchstpreis. Ter gwärmte Höchstpreis gilt Tur verlesene Kartoffeln, bei Lieferung un- .^^^bopeln, die nur im gegenseitigen Einverständnis zwilchen Lieferer- und Beoarfs- stelle erfolgen darf, tritt eine Ermäßigung von o0 M. für r^n Zentner ein. lieber di: Bemessung f*1. ^^lntzandelshöch st preise ergeht besondere Bekanntmachung. — Tie Saatgut- beschaf.fung regelt srch nach der Berorimnng über Saatkarboffeln vom 4. September 1919 Außerdem kann Saatgut innerhalb des Kommu- naiverbandes ohne Rücksicht auf bestimmte Fristen ^^Ä^w^tliche Berufsvertretungen ober au wlae Personen abgesetzt werden, die cs selbst zur Aussaat vertuenden wollen. — In Trockne- teicn dürfen nur die vom Unternehmer der einzelnen Betriebe selbstg.'Togenen Kartoffel men gen nach vorherrger schriftlicher MitteUnng mi den Kommunalverband verarbeitet toerben ^'27 güW' -rfS: R rv, »‘fei, \Ä% bie Sau J* bechlgt tourt« & den huch Klsende Wwi« SPL Kusel in dj ÄELb)n'droT WC tefrtit Tie Ruhl, Umfang ar öie Schließung bc ’We- F'rner roiiti lg sämtlicher Lu' l-, 24. Sept. S)(i. ahmte bei eim 20 Zentilir int Werte von Arbeitet, aller Kiry« in Vtwerkstätteid er zweiten S^d? hrlich und tW -aßt für die Selbstversorger die Zeit vom 14. September 1919 bis 13. August 1920, für die Ber- feorgunysberechtigten die Zeit vom 14. September 1919 brs 17. Juli 1920 (44Wochen). Als Se l b st- totrfarger gelten alle Lbart>offelerzeuger, die An- itfhörigen ihrer Wirtschaft, einschließlich des Geländes, sowie Naturalbezugsberechtigte, insbesan- kere Altenteiler und Arbeiter, soweit sie kraft chrcr Berechtigung oder als Lohn Kartoffeln zu leanspruchen haben. Bei der Berechnung der den Selbstversorgern zu belassenden Kartofftlmengen toerden in Ansatz gebracht: Zur Ernährung l '/s Pfund für den Tag und Kopf auf die Zeit vom 14. September 1919 bis 13. August 1920 = 5 Zentner: der Saatgutbedarf in Höhe von 40 Zentner nir das Hektar der Herbstkartoffel- anbausläckie 1919: die in landwirtschaftlichen Betrieben für Brennereien angezeigten Kartoffelmm- gen unter Zugrundelegung eines Verbrauchs von 3's des Brenn rechts von 18 Zentnern Kartoffeln für das Hektoliter reinen Alkohols und einer Tronntwemmenge von 90 Hundertteilcn des allgemeinen Turchschnittsbrmrdes der Brennereien,- die für landwirtschaftliche Trocknereien und Stärke- Kibriken zur Verarbeitung in diesen Fabriken an» gebauten» der Reickskartoffelstelle angezeigten Kar- toffeln; ein Fünftel des Ernteertrages zur Teckung dec mm Verfüttern freigegebenen ungesunden oder d'.e Mindestgröße von 2,72 cm nicht erreichenden 9dmU» ÄnrÄtW ot«. Am MiM° Rämtmt uti) tfrano der MreiÄ W- MtTtten toaitn, k: Kriege int Gemeind dMneinöe g^alttn orstzende der Land« Evangel. Smmdo ihntg unb feit eine und leWrmBrU : „Tie neue rmcinden in besser Idar Gemeinden k beben, in die sie dun ■) inmh den Aeg^ TMMtents gebmä Adle und Gesaftr dre ihr v» beiten zur tfW und betonte besE r Gemeinden W' nen. Tie ÄussM Läufer emgckp Arbeiters au-1 e, einen mehr orgai xmöencn W ®. tzelätiMSLt'°1, -Men forderte, y uZspracle, gS tetraW *; Pro,. D. Berg- Präsident tes. e( und gab einen E »ä&S» yw«»- laile gekrile MM« Sc Schuhmacher und Haushalt, auch revaratur- iköiirftige und gebrauchSunfähiae. Schriftliche An- «ch°le unter 018557 an den Gießener Anzeiger. gcrnnöen, di»- aus Diebstählen in hiesiger ^■tafct herrührbN. Michel will diese Sachen im -^''"iwweg von einem Unbclanutai gekauft haben, -our Bekräftigung ferner Angaben bezog er sich, anr bte Angeklagte Hobt, die bei dem Berläuf zu- gegt-n genesen tv-ärc. Tiefe bestätigte Michels Angabe ba der Polizer und demnächst auch in der Verhandlung vor dem Schöffengericht unter Eid mit wir Erfolg, daß Mict-rl freigesprvchm wurde: <'ve- 'ch'^ullrcl der Ermittelungen in einer anderen Tiete, stadlslache kam mau auch auf diese eidliche Aussage d^r trrau .HM au sprechen, und es tarn dabei zu -We, oaß sie fa 1 s d,i war. In der Vvr»tntm'uchung> ya'. bemt Frau Hohl eingestanden, daß ihre Aussage vor den', ^chöffnigericht. ixm Llnfang bis zu Ende erlogen war, daß sie vor dem Verkauf der frag' -S11 f ^Üvnstände seitens des Unbekannten an -Unajel überhaupt gar nichts gewußt habe, und daß £lc ^Abute Michel sie zu der falschm Aussage durch Versprcchmrgen und kleine 'Gescheute ange- sttftet batten. In der heutigen Verhandlung' wieder- Iwlte bte Llngeklagte ihr Ütestchrdnis, während der Ehemann Mrchel alles bestritt. Frau Michel verschanzte sich, hinter ihre uirgehcuere Dummheit, und wtll von nichits wissen. Medizinalrat Tr. ^alger bekundete als <5atftoerflxmbiger, daß Frau Michel seiner Ansicht noch eine derartig geringe Intelligenz bösche, daß sie wohl ntcht beurteilen könne, was ein Eid tel,.und was man unter Anstiftung zu einem Meineid versteht. Tu Geichtvorenen verneinten d leSchuldfragc bezüÄich Frau Mickel, sprachen dagegen den Ehemann Micchl der An- sttftung zum Meineid, die Frau Pohl des Meinecks mit der Milderung des § 157 St.G.B. schuldig. Frau Mtchel wurde daraufinn freigesprochen ityi (Sbemamt zu 2 Jahren Zuchthaus, Frau Holst zu 1 ^ahr Gefängnis verurteilt. Ten beiden Verurteilten wurden die bürgerlichen Ehrenrqchfte aberkannt, Michel außerdem die FähigHeit abge- spwchen, als Zeuge ecklich» vemommen zu werden. Sport. ** Hindenburg-Wettkampfe. Am Samstag nachmittag sanden in der Rennbahn an bcr Hardt die diesjährigen Wettkämpfe um den H rn den bu rgschi l d zwischen den hiesigen Schulern statt. Um die BedingunWen für die ein- zelnen Schulen möglichst gerecht zu gestalten, hatte der Ausfchutz besttmmt, daß in jeder Stufe (Ober- .^0—18, Mittelstufe 14—16 und Unterstufe auf ie 10 am Turnunterricht teilnehmende Schüler 1 Wetturner entsandt werden mußte So turnten in der Oberstufe 18, in der Mittelstufe 24 und in der Unterstufe 49 Schüler. Beteiligt waren Gymnasium, Oberrealschule, Realgymnasium imd Stadtschule. Die durchschnittlichen Leistungen waren in der Unterstufe: Ober- realichule 52,8 Pnntte, Realgymnasium 52,3 P., Gymnasium 45,6 P., Stadtschule 42,2 P.; in der Mittelstufe: Oberrealschule 54,8 P., Realgymnasium 46,5 P„ Gymnasium 59,8 P.: in der Oberstufe: Oberrealschule 49,37 P., Realgymnasium 38,8 P., Gymnasium 39,5 P. Die durchschnittlichen Leistungen für die Gesamtschule ivaren: Oberrealschule 52,4 P., Gymnasium 48,3 P., Realgymnasium 45,9 P., Stadtschule 42,2 P. Bestimmungsgemäß geht der Schild an die Schule über, in der die Altersstufe mit der höchsten Durchschnittsleistung ist, allo an das Gymnasium (Mittelstufe 59,8 P.). Der Schild geht endgülttg an die Schule über, die ihn zum drittenmal (direkt hintereinander ist nicht nötig!) gewinnt. Bei Berküickigung des Evgttmisses wurde unter stürmischer Zustimmung beschlossen, an Generalfcldmarschall v. Hindenburg folgenden Drähtgruß zu senden: „Tie 'heute zur Auskampfung des Hindenburgschildes auf der Hardt bei Gießen versammelte Gießener Schuljugend sendet Ew. Exzellenz ehrfurchtsvollen Gruß." Drauf ging folgendes Schreiben ein: „Bielen Dank für den fteundlichen Gruß, den ich treulich erwidere, v. Hindenburg." <- von Kartoffeln aus dem «rette Gießen ist nur mit Genehmigung d?s Kreisamts Gießen zulässig. Ferner ist ein Verbringen von Kartoffeln an einen anderen Ott als derjenige, an dem sie nach der Ernte gelagett wurden, ohne (Genehmigung des Kreisamts verboten. Dieses Verbot gilt nicht für denjenigen, der Kartoffeln auf Grund eines gültigen Bezugsscheines, im Auftrag der Kommissionäre des Kom- mimalverbandes aus einem Ort des Kommnnal- verbandes Gießen in einen and wen verbringt. In Fällen, in denen nach den vorstehenden Bestimmungen eine Aenderung des Lagwortes von Kartoffeln zulässig ist und erfolgt, bat der Aus- fuhrberechtigte ober Verbringer die erteilte Aus- fuhrcrlaubnis oder den Bezugsschein ober einen von den Kiommissioitären des Kommunalverbondes ausgestellten Ausweis als Legitimatton bei sich zu führen. Als Kommissionär des Kommunalverbandes sind die Firmen Bereinigt' Getrecke- händler G. m. b. H. und Landesproduktenvettrieb tn Gießen bestellt worden; letztere jedoch nur für bic Orte Mten-Buseck, Bettenhausen, Taubttn- gen, Lollar, Mainzlar, Muschenheim, Rödgen, Ruttershausen, Staufenberg. Treis a. d. Li»., Twhe, Wieseck. Wie der Kommunalverband, so haften auch die Gemeinden für die rechtzeitige Ablieferung der auf sie umgelegtm Kartosftlmengm. Gegeit Kartoffelerzeuger, die ihre Verpflichtungen, sowie Sicherstellung und Lieferung nicht erfüllen, kann eine Geldstrafe bis zu 150 Mk. oder entsprechende Hast sestgefetzt werden. Kartoffelerzeuger mit einer Anbaufläche von mehr als 200 qm ftnb zur Abgabe der Kartoffeln verpflichtet. Für leben Kartoffelerzeuger führen die Kommissionäre des Kommunalverbandes eine Kartof elwittschafts- karte. Kartoffelerzeuger mit einer Erntefläckie bis Zu. 200 qm einschl. bleiben hierbei außer Bttraüst. Tie Regelung des Verbrauchs der Kartoffelverf-or- gungsberechtigten erfolgt in den Landgemeinden durch den Kommunalverband, im Bezirk der Stadt Greßen durch den Oberbürgermeistw. Ein An- Ipruch gegenüber dem Kommunalverband auf Lieferung bestimmter Sorten steht dem VwbvMicher nicht zu. Tie Gemeinden haben den Verbrauch zu ihrer versorgungsberechttgten Bevölkerung innerhalb dec zulässigen Höchstmenge dauernd zu be- aufftchtigen. Der Steucrstreit zwischen Erzbergcr und den Sozialisten. , Berlin^ 25. Sept. Zu dem Streir um v i e U m f a tz u e u e r von «stern sagt der „Bv r- wärts": Es handelt sich nicht um eine sachliche Stellungnal-me zu den einzelnen Steuervorlagen, fondem um die Reihenfolge, in deine verabschiedet werden sollen. . Tie sozialdemo krattlche Fraktion geht von der Auffassung ,rus, daß man zunächst den Besitz mit ferner vollen Lft stungsfährgkeit hevanziohen müsse, und das; etil oann das Notwendige auf die Schultern der breiten Massen gelegt werden dürfe. Sie besorgt, daß do- umgekehrte Verfahren dazu führen könnte, die in- bwrften Steuern hochzuschrauben in brr Absicht, dadurch den Besitz zu entlasten. Gegen die Sonderbesteuerung der Zeitungsanzeigen. —. Berlin, 24. -Sept. (WTB.) Der Verein der ^eutfcken Zeltungsoerleger richtete an Erzberger 7rt der gesagt wirb, ba es dem Relftteftnan-Minister unmöglich war, die Vertreter des Berems bcr Deutschen ZeitungsVerleger zu empfangen, legen sie hierburch schärfsten Protest gegen ben Plan einer Sonderbesteuerung des Anzeigenteils ber deutschen Zei- tungen ein. Eine solche Ausnahmebesteuerunq wurde bte schon von wirtschaftlichen Lasten bc- druckten Zetttlngen auf das empftnblichste treffen. Der durch die Sonderbesteuerung unvermecklich erntretenbe Zuiammenbruch vieler Zeitungen würde uberdtes eminente Interessen ber Allgemeinheit aufs tiefste berühren. Die Lage in Italien. Bern, 24 Sept (WTB.- In Besprecchrng ber Etnberufungdes Kronrates sprechen dte. ttaltenifchen Blätter die Befürchtung aus daß btefe Maßnahme bie innere Lage in Italien noch verschlimmern merbe. Die Ijeutige Lage Jta liens sei die gesal-rvollste, die es jemals durck- gemacht habe. m Daag, 24. Sept. (WTB.) Dem „Rieitwe Rotterbamfche Courant" zufolge ntelbet die „Associated Preß" aus London, daß die italienische Regierung an die Alliierten bas Er suchen gettchtet hat, allierte Trttppen, ausgcnom men italienische, nach Fiume zur B e r t r e i b u n g d'A n n n n z i o s zu entfenben. Aus dem Amtsve^ündigungsblatt. Tas Amtsverkündigu ngsblatt Nr.92 vom 23. September enthält: Bevordnung über Kartoffeln. — Verordnung über €>aatfirtjff»In ans der Gimte 1919. Vom 4. September 1919. — Grundsätze für die Kartoffelversorgung im Kam- nnmalverbarck (Kreis) (ließen. — Dekanutmachung des Reichsernährungsminist.»rs über die Kartoffst- berforgung t»m 4. September 1919, — Straßensperre. Die Versorgung der Bevölkerung mit Speisekartoffeln. 2 ber Verordnung über die Karteffelversorgung). Tie Kommunalverbände habear zur Teckung des Bedarfs die in ihrem Bezirke geernteten Kar- Ivffelmimgen sicherzustellen. Bei Kattoffelerzeugern mit zneihundett Qudratmetern Kattoffelanba:,- ffäche und weniger findet eine Sichwstellung nickt statt. Tie sicherzustellenden Mengen sind für jeden einzelnen Kartasselerzeuger, sodann für jede Gemeinde, jeden Kommunalverband und jede Vermittlungsstelle festzustellen. Ter Feststellung bei den einzelnen Kartofselerz-eugern ist ein nach Maßgabe der 9htorbnungen ber Reichsklartoffelstelle geschätzter Ernteertrag zugrunde zu legen. Don dem Ertrage sind abzuziehen: der Eigenbedarf des Kartoffelerzeugers unb der Angehöttgm seiner Winschaft. Kartoffeln Oürfen mir verfüttert werden, wenn sie nicht gesund sind ober die Mindestgröße von einem Zoll (2,72 Zenttmeter) nicht erreichen. Erzcugnisse der Kartoffeltvocknerei und der Kir- taflet ftärfcfabrifatwn dürfen weder verfüttert noch zu Futterzwecken vergällt ober mit anderen Stoffen vermengt werden. Saatkartoffelik nn5 der Ernte 1919. Für den Verkehr mit Saatkartoffeln aus der Ernte 1919 gelten die Vorschriften der Vneordnung über Saatkartoffeln aus ber Ernte 1918 vom 2. September 1918 mit folgender Maßgabe: Als Zeitplmkt, bis zu dem Vertrüge über Saatkartof- feln abzuschließen sind, wird ber 30. November 1919 festgesetzt. Ter Antrag auf Genehmigung ist alsbald nach Abschluß des Vettrags, spätestens bis zum 10. Tezeniber 1919 zu stellen. Die K.immunalverbände haben bte Uebersicht der van ihnen genehmigtem Verträge der Reichskattaffel- stelle bis zum 15. Tezember 1919 einzureichen. Xie Vorschrift im § 6 Abs. 1 der Verordnung -erhält folgende Fassmig: „Tie Vorschriften im § 4 der Verordnung über bie Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse unb für Schlacht- und Nutzvieh vom 15. Juli 1919 (Reichsgesetzbl. S. 647) gelten nicht für Saatkartoffeln." Kartoffelversoraung im Kommunalverband (Kreis) Gießen. Grngesattdt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, den 24. Sept. 1919 Ter unterzeichnete Verein erttärt zu dem an dieser Stelle erschienenen Artikel in Nr. 221 des Gieß. Anz., daß es nirf|t in seiner Absicht liegt dre Interessen des Einsenders zu seinen eigenes ^Wir bringen ein in Deschmatt unb Aroma bedeutend veredeltes Sabrifat, £Dliftf>u>arc, in den Handel, welches nach einem gern Patent angemeldeten, oetbeffer- tenVerfahren hergeftellt ist. Dasselbe ist trotz der mit der Zubereitung ber 5Xohstoffe verbundenen Hohen -Kosten zu folgenden, unter heutigen Verhältnissen niedrigen Preisen in ben Eigarrengejchaf- ten erhältlich! <92Itriam, GoiK 3Uöpf»,el 92Xiri(uge gefaßt, in dem dieser Eintritt prakttsch mög. luh ist. Die Teilung Schlesiens. Berlrn, 24. Sept. (Wolff.) Im Ausschuß der preußischen Landesversammlung für die oberschlesische Frage und den Gesetzenst wurf über die Erweiterung der Selbständiakeu der Provinzen wurde zunächst der vom Zentrum vorgelegte Gesetzentwurf über die Errichtung einer Provinz Oberschlesien in der von der Unterkommission vorgeschlage-' nen Fassung bei einer Stimmenthaltung (Unabhängige Soz.) angenommen. Nach dem Entwurf soll die Teilung dec Provinz Schlesien in eine Provinz Ober- und Niederschlesien am 1. April 1920 in Kraft treten, lieber die Ber- Mögensauseinandersetzung soll ein Gesetz entscheiden, wenn die Vertreter der beiden Pro vtnzen nicht einig werden. Ein Zentrumsantrag, der für Oberschlesien ein besonderes Vor- Icklagsrecht für politische Beamte schaffen wollte, wurde abgelehnt. Der Gesetzentwurf über die Erweiterung der Selbständigkeit der Provinzialvecbünde soll noch einer dritten 23e- ratung unterzogen werden. U Jmmaitn V ': Mik Sind Sie gewandt? | Wir 1 ifceo 10 Stldteratneo •□•- I gewählt und deren Buchttebea Sumeteilf. Versnoben Sie bitte, diese Bucbettheo richtig ru ordnen. Wir haben etwa* fftr I Sie, was wir Ihnen Lbersenden I würden, ond was Ihnen eine ! anjcnebrae tleberraechnng sein ! durfte. Wir geben Ihnen hosten- los elnm ze:tgemii»en bübteben Ge*eni'*nd, fall» Sie uns die ricbtlgenS'ldtrnarDen sowie Ihre geni'Jt Adresae auf einer Poxt- ksne mliteiien. Bitte weder Geld noch Briefmarken eiaza- ! senden. 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