oppositionellen Elemente zu sammeln. Tie opvosi- twnellen Senatorezi haben die Absicht, eine Vn- tragsreise durch ganz Amerika bis zum Stillen Ozean anzutreken, um bk öffentliche Meinung fü bi« vollständige Ablehnung des Friedensvertrages in semer jetzigen Form unb für die Festig düng eines neuen Friedcnsvertrages ohne Völkerbund zu gewinnen. Line Reife Greys nach Amerika. A m ste r d a in , 23. Ang. (Wo ff.) Tas „Al- gemeen Handeisblad" meldet aus London: Lord Grey will am 16. September' nach Ameriür abfahren. Dom „Obersten Rat" der Entente Varis, 23. Ang. (Wolff.) Havas. Im Obersten Rat setzte am Freitag Hoover seine Darlegungen über die Lage in Oberschlesien fort. Am Vormittag begaben sich Hoover und Lou- cheur nach Versailles, um-mit Freihcrrn v. Lersner die geeigneten Mittel zu besprechen, die zur Behebung der in Oberschlesien eingetretenen Krise beitragen sollen. Der Rat befaßte sick außerdem mit der Lage in Ungarn und beschloß folgendes Telegramm an die alliierte Kommission zur Bekaimtmrch- ung ait die ungarischen Behörden zu senden: Die alliierten und assoziierten 9Legierungen haben neuerdürgs die in ihren Rapporten enthaltenen Nachrichten, sowie die aus anderen Staaten erhol- fyilteilen Vteldungen über die jüngsten Ereignisse in Budapest geprüft. Ihre Schlußfolgerungen sind folgende: Sie haben den größten Wunsch, mit dem ungarischen Volke einen dauerhaften Frieden zu schließen, glauben jedoch, daß sie das nicht tun können, solange die gegenwärtige ungarische Regierung an der Macht bleibt. Diese Regierung wurde nicht durch den V o l k s w i l l e n eingesetzt, sondern durch einen von einer Keinen politischen Gruppe unter dem Schutz einer fremden Macht durckMführten H a n d st r e i ch. Sie hat zum Ches ein Mitglied des Hauses Habsburg, das durch seine Politik und seinen Ehrgeiz zu einem großen Teil verantwortlich ist für das Unglück, unter dem die Welt leidet und noch lange leiben wird. Ein von einer solchen Regierung abgeschlossener Friede wird kein dauernder sein, und andererseits können die alliiierten und assoziierten Regierungen ihre wirtschaftliche H'.lfe nicht leisten, die Ungarn so sehr bedarf. Erzherzog Josef aitttti» /.te, bttijec, bevor ec to'-t bett allrin-- ten und alliierten Aiächten in Beziei/ung treten würde, sich einer Volksbeftagung unterziel^m wolle. Wir werden ihm antworten, daß uns dieser Weg nicht befriedigen könne, da die Abstimmung unter der Aufsicht einer Verwaltung vor sich grhen wird, an deren Spitze der Erzherzog selber steht. Unter den augeichlicklichen Umständen, in denen sich Ungarn gegenwärtig befindet, tz't es schwierig, durch, Abstimmung den genauen Willen des Volles seststellen zu lassen. Vdan würde auf unbestreitbare Hindernisse stoßen, weim diese Walst unter der Leitung eines Habsburgers stattfinten würde. Selbst wenn eine Versammlung, die unter solchen Umständen aus der Wahl hervorginge, wirklich die Vertretung des Landes verkörpern würde, so würde sie poch von niemanden anerkannt werden. Ter europäische Friede fordert es deshalb, daß die alliierten und assoziierten Mächte darauf bestehen, daß der derzeitige Prätendent von der höchsten Stelle des Staates Ungarn s i ch z u rückzieht, um einer aus den Parteien zusammengesetzten Regierung Platz zu matLai. Das Redaltionskomitee für den Friedensvertrag mit Oe st erreich wurde vom Obersten Rat wiederum angehört. Ter Oberste Rat beschloß, der deutschen Delegation zwei Roten zuvommen zu lassen. Tie erste verlangt, daß der serbisch-kroatisch-slowenischen Regierung der von deutsch^ Offizieren entwandte Plan der Gruben von Coslvplatz, die von den Deutschen während des Krieges ausgebeutet Toorben waren, wieder zurückerstattet wird. Tie zweite Rote nimmt Kenntnis von der Absicht der deutschen Negierung, den alliierten Mächten alle aus die im besetzten Gebiet angerid^.eten Scheiden bezüglichen Dokumente, besonders diejenigen über die Requisitionen zu überliefern. Außerdem ließen die alliierten Mächte die deutsche Regierunsg wissen, daß es sich) nicht um eine Prüfung in Gegenwart beider handeln könne, um Verhandlungen, an denen sich auch die deutschen Vertreter beteiligen könnten, da der Friedensvertvag diesen das Rechr zur Mitsprach:« nicht einräumt. Paris, 22. Aug. (Wolff.) Reuter. Der Oberste Rat entschied, daß die deutsche Regierung berechtigt ist, die Ordnung in Oberschlesien ausrechtzuerhalten. Polnische Truppen dürfen nur nach Obeiwschlesien kommen, wenn Deutschland darum ersucht. Rücktritt des Ministerium» in Ungarn. Wien, 23. Aug. Infolge der Rote der Entente über die düchtanerkennung ist Erzherzog Josef zurückgetreten und verabschiedet sich morgen mit einer Proklamation vom ungarischen Volk. Zugleich hatdkRegierungFriedrich demissioniert. Versailles, 25. August. (MTB.) Der Oberste Rat bestimmte in seiner gestrigen Sitzung, daß die Kosten der Volksabstimmung in Schleswig zu gleichen Teilen von Deutschland und Dänemark getragen werten sollen. Er beschäftigte sich sodann mit dem österreichischen Hriedensvertrag, tesen Fertigstellung beschleunigt werden soll, nxil Alt-- toni am 1. September Paris verlassen wird, um der Debatte der italienischen Kammer über die Ratifizierung des Friedensvertrages, welck>e am 3 September beginnt, beizuwohnen. Ter Rat behandelte dann eingehend die Kohlenfrage, über die Minister Loucheur Bericht erstattete. Rach seiner Meinung erklären sich die Scywierig- keiten nicht nur aus der Förderungsverinind^- rung, sondern auch aus der Tvanspvrtlage. Er Die auswärtige Politik Es Leichtes Steigen der deutschen Valuta. Berlin, 23. Aug. Eine 1 e i dj 11 Kurserböbung der deutschen Na- Friedrich Naumann t. Travemünde, 21. Aug. (Priv. Tel.) Heut' nachmittag gegen 5 Uhr ist der Abgeordnete Fc.eo- rich Naumann einem Schlaganfall cr- legen, den er gegen 2 Uhr erlitten hatte. Er starb posten übernommen l>abe, hoffnungslos gewesen seien. Allerdings seien imsere Beziehungen zu Frankreich seit 1871 gespannt geivesen, unser Verhältnis zu England sei durch unseren wirtschaftlichen Aufschwung schwieriger geworden. Fürst Bülow erinnert daran, daß, bevor er gerade vor 22 Jahren die Geschäfte übernahm, die russisch- ftanzösische Allianz bereits seit Jal/ren bestanden habe. Kurz vor fernem Amtsantritt habe eine her angesehensten englischen Wochenschriften den bekannten Artikel veröffentlicht, der mit dem es- herum cenfeo schloß, daß Deutschland zu zerstören sei. Hinter dieser Erbsckwft habe er, der Fürst, sich nie versteckt, sondern sich bemüht, dem deutscher Volk dm Fcicdm zu erhalten. Tas sei ihm während seiner zwölfjährigen Amtszeit gelungen, ob* wohl bei Lebzeiten des Königs Eduard VII. und im ersten Jahrzehnt unseres Ftottenbaues die Verhältnisse schwieriger lagen als später. Bülow führt dann unter Heranzichung von Beispiebm und Anfülirung bisher unbekannter Aeußerungm ausländisck>er Diplomaten aus, daß unsere Politik dadurch, daß sie es mehrmals an fester und ruhiger Zurückweisung von Ungehörig« leiten unb Drohungen, wie z. B. der von Lloyd Gwrge im Agadiriall im Ddrnsion-House gehaltenen 8tode habe fehlen lassen, den Re>pekt vor^ Deutschland zum Schwinden gebrackst und ba». durch in Frankveicki' den Rcvmrck>egeist ermuntert! habe. Für sehr unglücklich für das Verhältnisi zu Rußland hielt Fürst Bülow die Bftrauung des Generals Liman v. Sanders mit einem aktiven Kommando an den Dardanellen» Der russische Minister Graf Kokowzow, dessen« ftiedliche und soweit Teutschland-freundlickle Gesinnung Herr v. Lethmann mit Recht rühmte« sagte int Mai 1914 zu dem Fürsten Bülows sein, Kokowzows, Rücktritt sei zum Teil auf diesen unliebsamen Zwisel-ensall zurückzuführen. Unsere Zustimmung zu den alten ruffifck-en Wünschen iw der Mcerengenftage sei ein Hauptpunkt des Lis-4 marckschen Rückversicherungsvertrages geroeen unbf auch später habe in Petersburg an unserer freundlichen Haltung gerade in dieser alten Frage fein Zweifel bestanden. Dieses Vertrauen sei seitdem! nicht mehr in dem früheren Maße vorhanden. Neber die angeblich an die Jahrhundertwende vorhanden geiveiene Möglichkeit einer Allianz m i 1 England sagt Fürst Bülow, es habe sich um weder bindende noch inhaltlich ausreichende Au- veguaigen gehandelt, die uns nicht die Sicherheit boten, daß wir im Kriegsfall ernstlich auf Englands Unterstützung hätten bauen können. England hätte sich im besten Falle darauf beschränkt, die russische und französische Flotte zu zerstören, die französischen Kolonien einzustccken unb die russische Stellung in Asien zu schwächen, während wir die ganze Last des Kontinentalkrieges zu tragen ge- ijabt hätten. Frankreich war gegenüber England in einer ganz anderen Lage als wir, weil eS nicht mit dem engliidjen Neid gegen die grüßt- Macht auf dem Festlande zu rechnen hatte. England hätte damals gern seine schwierige Lage im Burenkrieg dadurch erleichtert gesellen, daß Deutsch- lanb die russischen imb französischen Bajonette auf sich ablenkte, und später gewünscht, daß Deutschland ihm diejenigen Dienste erwies, die bamf Japan für England auf den Schlachtfeldern der Mandschurei leistete. Japan war aber im Kriegsfall gegen Rußland «reuiger verwundbar als Deutschland, das immer noch mit dec Feindschaft Frankreichs zu rechnen hatte. Tas deutsche Interesse gebot, sagt Bülow, uns weder von Frank- veich und Rußland gegen England noch von England gegen Rußland verschieben zu lassen. Wir durften uns auch nicht mit verbundenen Augen ter Wiener Führung arwertrauen. MitSchärfe wendet sich Fürst Bülow gegen den van Bethmann-Hollweg verfochtenen Gedanken, der Krieg sei unvermeidlich gewesen. Tie militärischen Abmachungen zwischen England, Rußland und Franko reich vor dem Kriege seien nicht bindender geivesen als die vor dem Kriege 1870 zwischen Frankreich, Oesterreich und Italien getvoffenen Stipulationen, die ten noch nichr zu einem Bündniskriege führten. Fürst Bülow kommt zu folgmdem Schlüsse: Das deutsche Volk habe diesen Krieg sicherlich nicht gewollt. Kaiser Wilhelm II. war, wie bei Fürst aus eigener Erfahrung wisse, durchaus friedliebend. Auch sein Amtsnachfolger Betl/mann-Holl- ireg habe sich redlich bemülyt, den Frieden zu erhalten. Aber die Politik sei eine Kunst und ter gute Wille, der in der Moral alles sei, reiche rn ter Kunst nicht aus, denn da komme es auf das Können an. Es seien während ter verhängnisvollen Wochen vor Kriegsausbruch von unserer politischen Leitung schwere psyckiutogische, diplomatische und politische Fehler begangen Worten, die mit Unrecht, mit großem Unrecht unser Volk mit dem falschen Schein der Schuld am Kriege teladen. Der B ief schiießt mit einer starkherzigen, durch geschichtliche Hinweise und Beispiele bekräftigten Ermunterung, an ber Zukunft des beut*, scheu Volkes nicht zu verzweifeln. heißt darin: Es ist wvhl begreiflich, daß die un- bedingten Anhänger des Anschlußgteankens an Teutschlaud durch die Erklärung Renners, daß Teutsch-'Oesterrcich im Vertrauen auf den Völkerbund allein durchtzukommen versuchen «volle, sich beunruhigt fühlten. Es handelt sick hier vielleickst nicht allein um eine Frage der Auslassung, sondern mn die Frage des Vertrauens. Renner hat die Annäherung an die Weltmächte vollzogen und unser Schicksal in ihre Hand gelegt. Von der Entente und dem Völkerbund wird es abhängen, ob Teutschr-Oesterreich imstande fein wird, die ihm im Frietensvertrag als Bedingung auferlegte staatsrechtliche und wirtschaftlich^ Unabhängigkeit auftechtzucrhalten, ja überhaupt als Staat fort» zucxistieren. Was aber die Idee ter Tonausödc- ration betrifft, gegen die hierzulande so viel schwere Bedenken bestehen, so ist TI ar, daß zwischen ihr nnb der von Renner empfohlenen Völkerbund Politik keineswegs ein unmittelbarer oder notivendiger Zusammenhang besteht. Der Staats kandier hat in ter gleichen Aeußerung, mit ter er die Völkerbund- Politik als Richtung gebenden Gedanken unserer künftigen auswärtigen Politik begrüntete, deutlich ausgesprochen, daß Deuts ch-Oesterreich keine N a chbar scha ft s poli t i f zu treiben habe. Tas Verhalten unserer Nachbarn, tee sich zur Stunde wieder als unsere Widersacher erweisen, liefert für diesen Standpunkt Renners hinreichende Begründung. Renner hat aber für diesen Standpunkt auch noch einen anderen einleuchtenden Grund angegeben. Teutschp-Oesterreich muß krach en, von allen Verwickelungen des neuen Balkans, ter seine Grenzen weit nach Mitteleuropa vorgeschoben hat, sich freizuhalten. Mir einem Wort: unsere künftige Pofttik ist geleitet von dem Vertrauen auf den Völkerbund, der die moralische Verpflichtung hat, unserem Volke das Leben zu ermöglichen. Eine amerikanische Forderung. Versailles, 25. Aug. (WTB." Nach ter „Chicago Tribüne" verlangt Amerika, hauptsächlich als Entschädigung für die Torpedierung ter,^Lu- s i t a n i a", die Heine Insel B a p, die zu den Karo- lineninseln gehört, um dort eine Marinestation und hauptsächlich aber eine Funkstation zu errichten. Surft Bülow über die Ursachen der Weltlriegs. „Tas „Hamburger Fremtenblatt" veröffentlicht einen Brich des Fürsten Bülow au den Hauvtlckriftleiter des Herrn v. E ck a r d t. teilte mit, daß demnächst eine Mission nach Polen Fürst Bülow bezeichnft es als in nationalem In/, reist, um dort die Kohlensrage zu studieren. Nach tereffe wünschenswert, die in Feintesland so oft dem „Petit Jouriral" bestehen auch Transport ausgestellt.' Behauptung zu bekämpfen, daß schwicrigkeitm im Saargcbiet. Im Pas deULalais Deutschlands Eintritt in die Wfttpoli if ten Krim lagern 100 000 Tonnen, die nicht abgefahren' zum Weitkriege gelegt habe. Fürst Bü.ow diüpft iverten tonnen. | an seines Nachfolgers Herrn v. Bet hm um kürzlich. erschienene Beirachtungen zum Weltkrieg an, ! um über die politische Vorgeschichte des Weltkrieges vor und während ter Kanzlerschaft Bcth-> mann-Hollivegs sein.» Erfahrungen und sein Urteil terzulegen. Er widerlegt die von Betbmann oorgebrachtc Darstellung, als ob die Verhältnisse, unter denen Bethmann 1909 den Reichskanzler- ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Der Verstorbene kam heute um die Mittagszeit in Travemünde an, um sich durch einen kurzen Kur- Deutsch-Oesterreichs. Wien, 24. Aug. (WTB.) Die „Neue Freie Presse" veröffentlicht Aeußerungen von authentischer Seite über die Neuorientierung in ter Außenpolitik des Staatskanflers Renner. ~ aufenthalt zu erholen. Seftre Frml, die einen längeren Kuraufenthalt in Travemünde genommen hatte, war am Vormittag abgereist. Der Tod des ausgezeichneten, sehr tegabten Mannes wird auch in unteren Lagern als ter demokratischen Partei, ter er angeiyörte, wahre Teilnahme Hervorrufen. Er wurde am 25. März 1860 in Störmthal (Sachsen) geboren. Er studierte in Erlangen Theologie und war nach Abschluß seiner Studien drei Jahre als Oberhelfer im Rauhen Dause in Hamburg tätig. Tann wurde er Pfarrer in Langenberg bei Glauchau imb ging 1890 als Vereinsgeistlicher für innere Mission nach Frankfurt a. M. Schon seit 1890 trat er mit Schriften zur sozialen Frage hervor und begann so die spätere nationalsoziale Gemeinde um sich zu sammeln. Sein Ruf als Schriftsteller und glänzender Redner wuchs; ebenso breitete sick ter nationalsl0zia:e Verein über ganz Deutschland aus. Seit 1897 widmete er sich als freier Schriftsteller in Schöneberg ausschließlich der Politik. Er begründete die „Hilfe", die nationalsoziale Wochenschrift, die aud> fort bestand, nadjtem ter national-* soziale Verein sich mit teu übrigen linksliberalen Parteien zu der Fortschrittlichen Volkspariei zu- sammegeschloss-Q: batte. Erst jetzt, 19ü7, gelang es auch, für Naumann einen Sitz im Reichstag sicherzustellen; in Heilbvown wurde er gewählt. 1912 unterlag er hier einem Sozialdemokraten. Doch wurde er bei einer Nachwahl von Waldeck in den Reichstag .entsandt, wo er jederzeit zu ten bedeut-mdsten Römern gehört hat. Wahrend des Krieges trat -rt lebhaft für Schaffung eines mitteleuropäischen Wirtschaftsboockes ein, ein Ziel, dessen Verwirklichung ter dlusgang tes Krieges unmög- lichi machte. Bei ten WaUcn zur Ncarionnlver)amm- Iimg wurde er in diesem Frülffahr für Berlin gewählt. Er stand and, in ter deutschen Nationalversammlung an vorderster Stellung, und sein Ausscheiden macht diese um eine hervorragende Persönlichkeit ärmer. Für die Deutsche Demokratische Partei, zu deren Vorsitzenden er vor kurzem auf dem Parteitag gewählt wurde, wird es schwer sein, ihm einen Nachfolger zu geben, tem soviel Vertrauen entgegengebracht wird, wie es sich. Friedrich Naumann teintfi seine uneigennützige Arbeit für die Allgemeinheit erworben hat. SS* ZwlMngsnmddruck u. Verlag: Vrühl'sche Univ.-Such- u. Steinbruderei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftrstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. lotvk. unj iParatur Annahme von Anzkizen f. die Lagesnmmner bi» zum Nachmittag vorder ohnejedeVerbindlichkcit preis für!mm höhe für An.eigeiiv.34mm Jreite örlli b 15 bi-, auswäitS 18 Pf., für 9i e Harne- anzeigeii von 70 mm Bre-ie 48 Pf. Bei Platz- voiichrin20°,. Aiiifctilag. Hauotschriitleuer: Aug. Äoeg. Veraittivortlich für Politil: Ang. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinholo Zenz; für den AnzeigciU^il: H. Beck; fämthd) m Gießen iiiimiimmiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiii terrich\ ^erop Fendpr. 1287 ,a^erkehr d Iladif. 9lrd ausgeführt, haken M. 225.- „ 660.- rrat reicht, m lieferbar. nAlbert lüsselkorb 9/16, liSffli 1 garantiert [9786t Jahre am Rhein die Wacht halten. Die deutsche Politik müßte bei dieser Sachlage dahin gehen, die Völkerbundsidee zu stärken, indem eine Revision des Fciedens- oettrages ins Auge zu fassen wäre. Wir erhalten folgende Meldungen: « Am sterd am, 23. Aug. (Wolff.) Das Presse- burenu Radio meldet aus Neuhvrk: Senator Fall unterbreitete Wilson auf der Konferenz hu Weißen Hause 20 Fragen. Die erste lautet: Können Sie nicht erklären, oaß der Frietettszustand besteht, um so ten Kriegszustand zu beenden? Die vierte Frage lautet: Da der KriegsznstaTtd auf diese Weise bceiu bet fein würde, könnten dann nicht Kon su ln f ü r Deutschland ernannt und die Handelsbeziehungen mit Deutschland wieder ausgenommen werben. Wilson antlvortete auf diese Fragen: Ich suhle mich zu der Erklärung verpflichtet, daß ich meines Erachtens nicht nur nicht das Recht habe, durch eine Proklamation zu erklären, daß ter Frie- benszustand besteht, sondern, daß ich unter keinen Umstanden darin einwilligen tonnte, bevor ter formelle Friedensvertrag ratifiziert ist. Ich muß offen bcrau3jagcn, daß es Meines Erachtens ein F l e ck en llusunser er nationalen Ehre sein würde, ben wir niemals wieder tilgen könnten, wenn wir, nachdem mir unsere Männer auf 'das Sckflachtfeld eesandt haben, um für die gemeinsame Sache za kämpfen, biejeuigen, die im Krieg mit uns verbün- bet nxiren, bei ter Regelung ter Frietensbedin- ssungen im Stich lasseir würden und uns aller 23er» au Iwortung bezüglich dieser Bedingungen begeben sollten. .Amsterdam, 23. 9Iug. (Wolff.) Die Times" meldet ans Wachington, daß Wilson »iir der Konferenz mit ter Senatskommission für auswärtige Angelegenheiten anerkannte, daß Ja- ! l» a n auf ter Fr-iedmskonserenz eine Art von S o u- "ränität über Korea imt> einen Teil ter ^Mongolei erhielt. Dies wäre nicht geschehen, vnm der Völkerlnmd bereits bestanten hätte. Die ■ Mitteilung Wilsons, daß er in der Zeit zwisck)en öem Augenblick des Eintritts Amerikas in ten Krieg Md ter Eröffnung ter Friedenskonferenz amtlich von ten Geheimabkommen, diezwisck>en tenAlliier- •°i beftanten, nicht in Kenntnis gesetzt Worten war, erregte Befremden, desgleichen seine Erklärung, daß vermutlich notwendig fein werte, eine gettriffe Lahl amerikanischer Soloaten während eines Zeitraumes von 15 Jahren am Rheine zu belassen. ^Amsterdam, 23. Aug. (Wolff.) Laut vressebureau Radio erklärte Senator Knox bei I ^>er in seinem Bureau statt gefundenen Konferenz, . M der Frietensvertrag mit Deutschland von den l?5'/einigten Staaten völlig abge» l uif 1 werte. Knox sagte, die Vereinigten Staaten Iff-l^n sich überhaupt nickst in die Verhältnisse ipt Europa eurmischeiu Sie batten nicksts mit ter IPE dem Friedensvertrag über die zukünftige Be- I der eurvpäisckien und asiatischen Völker I q «^^ber getvoffenvr Regelung zu tun. (Senator 11 s p g x erfiärto: Wemi ter Völkerbnndsvertrag I Frietensvertrag l-erausgeschä t w?rte, so mrte er nicht für die Ablelstumg des Friedens- of ttTngcg ein. Lodge versuchte augenblicklich, die ir Per Abzuges nzkursus Oktober 1919. ;en nehme ich von n meiner Wohnung e 31 entgegen. ,t, Tanzlehrer. niiiiiminttuniinJiiHffflowHMg vbsidarrej ■SffSäÄSfl b. Arbelistim Beton, wribrm Mamrß Änftalt-bi-denu-H^ irr. syr Ter eigener Injelflet erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, vezugrpreir: monatt. Ai k.1.60, vierteljährlich Mk. 4.80. durch Abhole- iu Zweigstellen monatl. Aik. 1.50. durch diePost Mk. 4.50 oiertel- jährl. ausschl. Bestellg. Ferusprech - Anschlüsse: für die SdjriUleitungl 12 Verlag,ungen mit Clemenceau und Lloyd George sind in Gefahr, nicht verwirklicht %\i werden. Die Amerikaner wollen nicht 15 169. Jahrgang Montag, 25. August 1919 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gderhessen bste Sdro«™*”. n**®*-\ r eicbaJ^S = Mk - Pitschpin^'7 J mit und 0^*3 Mk. 375, 5», 1 AÄ Oieß(t und Vtfsand |fZ0n&/ /A im : trjR r. Muschenhei m, ukrai- tersche Büro erfährt, daß Odessa von -Nischen Truppen besetzt worden ist. tag morgen fehlte hier eine alleinstehend^ Iran. Tie Nachbarn sanden das Hoftvr offen, doz ** Kartoffeln können infolge reichlicher Zufuhren bis auf weiteres ohne Marken zum Preise von 15 Pf. für das Psnnd abgegeben Werben. Es ist zu befürchten, daß die Zufuhren in Kürze wieder geringer weroen. Landkreis Gießen. iti Ettingshausen, 24. Aug. Die DveA | maschine hat auch hier ihre Tätigkeit begonnen Das Ergebnis der Ernte ist recht gut, besonders in «I bezug auf Körner. Das Getreide ist bis auf ifcuj lebten Hafer abgeerntet. -riimllig tri WgeMMchai feig Lraudei iffinben, R.J. kwnidxut Ge r LSclermeisler, Wabe 52, imö ■ ück geriet am rioerwunik,t ,6 f und in aai Ngmftfwf nvil «Mspoü iiegei "iKf.it laufen ickgr-öm setzt! <4 der nriefj s «Itn" mschne i rreö.'n Gendai Jhift verstehn bombann meine •®, kn er am W, ssdaf ich 1:1 btm traben 1,1 Netroa 20 5*«ke ich selbst i Jntkn dem Ps M gehen liest, I- ' '19 los und lii ich bann Rosen aufgenen k” Wannt) g Rt id^iriebct N L3m Februar di in 2 fite;, k-omnianbantm (men, liegen Emer Lr J^eren g Leutnant durch sinen S ,i.«nur ober/ -inele sich E ^608,19 JSer, glerchsal ffig, mit Nau gMnMamsch on Aeslau üote Kreur-P i^der schoss" ihm WWi ^jmunterossmer l Eisfie habe. Szm f ein anderes . M Midi." T- Lia: „Mendez, Tchot fomr fej'ib unser aller ta den wehr SöuUderzsch KnoifLiier toar w düMkreich und erdete sich aus dc fedxrilidbc bei fcri>ome Lagerkr teilte Leutnant $ ta als Lagerkm fcnanbo unterste flMnen faitn i mim. Ich bin t M eidlich zu er Haus dagegen war verschlossen. Später fand man den Schlüssel, aber es war keine Spur von ihr ja finden. Am Freitag mittag landete man ihre Leiche am Wehr bei der Ellerschen Mühle. Ti die Frau in durchaus guten Verhältnissen lebte, so kann sie die Tat nur in einem Anfalle vvn Geistesgestörtheit begangen haben. s, Kreis Alsfeld. ± Deckendach, 24. Äug. Tas Ferien, heim der Oberrealschule Gießen wurde am Freitag durch Oberlehrer Tr. Krämer- Gießen im Beisein einer FeriengMtpe eröffnet. Tas £>eim ist bereits schön ein gerichtet ünd wird noch weiter ausgestaltet. Kreis Schotten. e. Schotten, 22. Aug. Nach Anhörung bd Ernährungsbeirats hatte der hiesige Kommunal» verband eine Erhöhung derMehl-undBrot. preise beschlossen. Nachdem aber dem Verband die amtliche Nachricht zugegangen ist, daß bis zum 1. Oktober d. Js. den selbstwirtscl-aftcndcn Kiom> munalverdänden ein Zuschuß von 100 Mk. für bst Tonne des inländischen Brotgetreides zugebilligt, wird, soll von der beabsichtigten Erhöhung da Brot- und Mehlpreise Abstand genommen werden. Es tritt demgemäß nur eine durch die I)oberen Back« kosten bedingte geringe Verteuerung des Brotes ein, Kreis Friedberg. Q. Bad-Nauheim, 23. Aug. Tas dem Internationalen Sportklub veranstaltete Preis« schießen aus Wurftauben, erreichte nach drei« tägiger Tauer gestern sein Ende. Die wertvollst, Konkurrenz, die Meistersckraft von Bad-Naulzeim, ji der die Bade- unb Kurverlvaltung einen Gvldpolal als Ehrenpreis gestiftet hatte, gewann unter zehn Bewerbern Herr Doel t sch - Berlin, der aus 50 Tauben 38 Treffer erzielte. — Sck)vn hust liegen für die Tennis-Wettspiele vom 1.—5. Scp> tember zahlreiche Anmeldungen vor. Starkenburg und Nheinhessen. = Lampertheim, 24. Aug. Durch eio Großseuer wurde das gesamte Anwesen ber ,.Lampertheimer Zeitung" zerilört. Tn Brandschaden beläuft sich! auf über 100 000 Marl | yochschulnachrrchten. ± Großen-Buseck, 24. Aug. In einr sozialdemokratischen Versammln», sprach Rel'akleur Kaul-Offenbach über das bvifi- sche Landgesetz, wobei er die Bel-auptungen bet Redner des Bauernbmides bezüglich) Enteignung : des LZodcns usw. angriff. So falle z. B. ui Z Großen-Buseck außer dem Fideikvmmiß dezU Barons von Rabenau kein einziges Gcmw W stück unter die Enteignung. Wna ( ^Dan von »ntotm iSV'ktik, Ä n M Beben, e'n«m i r ’iimf In P’W.Ste HÄA™ bi t^ft1 Ä! £ wrm KS«?«nitM rats in Zelten Nr. 23 militärisch besetzt. Die Räume bleiben unter militärischer Be- wadjung. Dem Vollzugsrat ist die weitere Be- nutzmig und jede Tätigkeit zur Vorbereitung unb Vornahme ber Neuwahlen verboten. Die hierauf bezüglichen Akten wurden beschlagnahmt. Der Voll- zugsrat hat sich diese Maßregelung selbst znzn- schreibm. Sein Vorgehen bedeutete den Versuch, da-, Zustandekommen eines ordilungsgemäß gewählten Arbctterpcrrlamkmts für Groß-Berlin eigenmächtig und im Interesse einer parteipoli- tischerr Mi-lderheit zu durcki-kreuzen. (Sä bedeutete ferner den Versuch, b.is Betrieb srä tegesc tz das von der Nationalversammlung bereits in Angriff genommen ist, zu sabotieren. Die militärische Besetzung dient dazu, die gesamte Arbeiterschaft vor dem Terror pvütischer Gruppen zu beivahren, deren Ausrührer nur die Absicht haben, ihren eig.ncn Einfluß zu stärken. Vermischtes. Diebstahl in der Nationalgalerie. * Berlin, 23. Aug. (Wolff.) In Wilj wurde gestern aus der National-Galerie ein W dem Monogramm F. D. und der Jahreszahl 1835; bezeichnetes Gemälde von F. D i c l m a n n ffii' dem Rahmen geschnitten und gestohlen. Der Massenmörder Schumann. Berlin, 23. Aug. (Wolff.) Zu den Ihtfottl des Falkenh agener Massenmörders Sch"': mann meldet das „Berliner Tageblatt" £ aj Unter der brüdritben Last ber Beweise legte '3M mann heute ein weiteres Geständnis ab. Er gifl nun zu, den Schlosser Kiwitt und dessen Berta Reich am Falkeichagener See erniötM und beraubt zu haben. Auch den Mord an btr Falkenhagener Gemeindewäckfter Engel gestri Schumann ein. Engel habe ihn, als er eben M einem Einbruch zurückkehrte, angehalten. Es » Shrifdyen ihm und dem Wächter zu einem KoM gekommen, wobei er Engel durch mehrere Sch^ niederstreckte. Ferner gibt Schumann zu, audi tü Lehrer Paul in seinem Sommerhaus chvin> mordet zu haben. Paul hatte rlyn einige Tri vorher im Walde überrascht, als er eine M vergewaltigen wollte und ihn verscheucht. W Rack»e habe er Paul erschossen und dann «? sucht, dessen Frau und Tochter in einer Lo» zu verbrennen. Ferner gestand Schumann in den letzten Jahren im Falkenhagener über znumzia grauen überfallen unb lyrgdrallu zu lmben. Auch gibt er zu, einige Persmun tertj Sckmsse schwer verletzt zu haben. Ebenso gep^l, Sck-uiirann eine ganze Anzahl von BrarrdstiftuM; ein. Auch bestrettet er nicht mehr, daß er dritz die Feuerwehrleute vom Falkeichagener Forst «Ä beschoß. 9 ree lau, 23. Aug. (Wolff.) Vvn den 'Wf nent, die Anfang August Airpestellte der ZE „lhansa" bei Dortmulld-Huckarde überfielen i® ihnen 5 7 5000 Mark Löhnunasgeld0,1» tung. Auch aus Köln werden wieder bessere Kurse gemeldet. Psundnolen gaben am Freitag abend weiter von 100 auf 973/< nach, nachdem sie vor einigen Tagen bis auf 107 angezogen hatten. Der Preis für französische Noten ermäßigte sich von 280 auf 274, der der b klgischen auf 275. Gefangencn-Hcimkehr. Berlin, 23. Aug. (Wolff.) Tie ReickB- zenttalstelle für Kriegs- und 3initgefangene teilt mit, daß durch die Unlerstützung der umerrkawschien Kommis fron in Berlin aus Serbien 5000, deuti che Kriegsgefangene ii drei Zügen abt ran Abortiert, worden sind. Sämtticbe drei Züge werden dem TurchgMraslager Leck/feld zugesulirt. Ter erste Transport ist bereite eingetvoffeu, der zweite hat beute Wien passiert, während der dritte sich zur Zeit noch in Agram befindet. Die Streik» in Cnglauv. Amsterdam, 2t .Aug. (Wolff.) Das „All- giemccn Handelsb ad" mildet aus London, daß laut amtlicher Statistik infolge der Streiks in den letzten zwölf Monaten in Wales und Monmouth 5V< Millionen Tonnen Kohlen verloren gvtgen. Der Wiederaufbau Rordfraukreichs. Genf, 23. Aug. Wie lxute arte Paris gemeldet wird, hat der Rat der Vier Deutschland gestern ermächtigt, eine Kommission von sachverständigen Ingenieuren in die Kriegsgegond zu schicken zum Studium der Mittel aut vollständigen Wiedergutmachung der Kriegs- Ein Seegefecht vor Kronstadt. Stockholm, 23. Aug. Nach einer Hel- srngforscr Meldung des Svenska Telegramm Büros kam es Montag nacht vor Kronstadt zu einem Gefecht zwischen einem englischen Geschwader und der S o w j e t f l o t t e. Die Engländer verloren drei Motorboote, acht Offiziere und drei Matrosen. Die Russen sollen die Linienschiffe „Sankt Andreas" und „Petropowlowsk" und drei kleinere Hilfsschiffe verloren haben. Die Meldung läßt diese Verluste als zweifelhaft erscheinen. Odessa besetzt. London, 23. Aug. (Wolff.) Das Reu- Spovt. Die gestrige Vereinsregattades Rudm llubs „Hassia" nahm trotz der ungünstig« Witterung in sportlicher Hinsicht einen ein freien Verlauf. ^Nachstehend die Sieger der seinen Veranstaltungen: Einer, Klubmei fdKift H. Kaiser: Junior-Vierer: A. aw; mann, A. Mülln, W. Weber, H. Krug, Steuer: K. Fuck)s; Senior-Vierer: W. Rupp, S. Joedt, L. Keim, H. Kaiser, Steuer: F. Halm: Anfänger-Vierer: R. F-renzel, E. Astert K. Rupp, C. Hüttenberger, Steuer: A. Souder« maim; Achter: E. Rödel, A Mülln, O. Fuciü H. Kaiser, K. Weber, F. Gäbe, I. Friedrich, 1 ■ Wenzel, Steuer: K. Zipp; 50-Meter-Brusb schwimmen': 1 K. Krug, 2. 5). Seitz, 3. 8.5 Schaake; 100-Metcr-Brrr ft schwimm 1. A. Mülln, 2. F. Schaake, 3. H. SeiS; Schifferstechen: 1. K. Rupp, 2. F. Kremia, 3. L. Keil; Büttenwettfahrt: 1. C. Hüftcv berger, 2. K. Rupp, 3. F. Kramer. z-M D WA 23. Aug. Seit Tonnrr^ eine alleinste hendM J >0 Äm jsys teg *. ^20 Mnulcn V k»5«‘Ä litfi zum Ausdruck bringen, ob es sich um gesetz- licke Versorgung, Unterftübung?n, widerruflichie ■ Zuwmdungerr, um tz^mdargebülimisfe oder dergleichen handelt. Oft felsten auch nähere Airgaben über den Truppenteil, dem der Versorgungsbereck»- tigte, oder der 93c rftor bene äuge Höri hat. Um zrit- ’ raubende Rückfragen unb Nachforschungen zu vermeiden, enrpffelckt ed sich, bei derartigen Schriftstücken stets obengenannte Angaben, und zwttr mö^ lich.st genau zu machen. ** Die deutschen Kriegsgefangenen in England werden nach Mitteilung des englischen Oberkommandos ab 30. August in die Hermat transportiert. ** Aus am eri k ani scher Gefangenschaft trafen gestern 360 Mannschaften und 15 Offizier«- ein. Der V-wrinigten Gärtner-Innung Gießen, die bei jeden: Transport zur Ausschmückung des Bahnhofs, der Soldatenheime mrd dte Lagers nnerttgeltlich Schnittblumen zur Verfügung stellt, sei auch an dieser Stelle der Dank d^r Gefangenen ausgesprochen. ** Die Kirchweihfeste, die gestern in mehreren Nachbarorten stattfanden, erfreuten fick, begreiflicherweise nicht des starken Besuches, besonders nicht aus Gießen, wie vor dem Shriege. ** Oeffentliche Versammlung der Sozialdemokraten. Tie Sozialdemokratische Partei veranstaltete gestern vormittag ,im Cafs Leib eine öffentliche Versammlung, die gut besucht war. Stadtverordneter Vetters begrüßte den Hauptredner Ministerialdirektor Raab (Darmstadt), der über das Thema „Die Sozialdemokratie unb die politischen Dagesfragen" sprach. Er führte aus, daß unser Wirtschaftsleben ein Trümmerhaufen geworden sei, und daß wir die .Aufgabe hätten, dieses zusammengebrochene Dasein wieder lebensfähig zu gestalten. Die Feinde wollen unsere Industrie nicht hvchkommerr lassen. Zweck des Krieges war ja die Vernichtung unserer Industrie. Sie »vollen uns nicht Rohstoffe, sondern fertige Waren liefern. Aber wir müssen Waren Herstellen, um Nahrung laufen zu können. Heute stehen wir vor der großen Gefahr, daß wir statt Waren Menschen hinausschicken müssen. Diese Auswanderung wäre der größte Schaden für die Arbeitersck>aft. Wir müssen streben, wieder in der Welt zu verkaufen, wir brauchen dazu tüchtige Vertreter, Gesandte, Konsuln usw., die dem Deutschtum und dem deutschen Geschäftsleben Freunde erwerben. Unsere Polittk muß den Weg der Volksversöhnung gtljen. Im Bauhandwerk ist viel Arbett zur Behebung der Wohnungsnot, aber es fehlt das Material, das ivicberum durch das Fehlen der Kohlen bedingt ist. Die kapttalistische Produktion muß umgewandelt werden in die sozialistisch^; wir arbeiten in der Richtung der Sozialisierung. Wer die Revolution chchützen will, muß sie populär machen. (Zuruf der U. S. P.: Noske!- Eine schwere Aufgabe ist es, die Kriegslasten jKCtftt zu verteilen. Früher hieß unser Ruf: Das Recht zur Arbett, heute heißt er: Die Pflicht zur Arbett und das Recht zum Leben. Wir müssen alle den ernsten Wttlen zum Zusammenwirken haben. Eine rege Aussprache schloß sich au. Neuling (U. S. P.) sagt, daß die letzige Regierung mit Schuld sei an dem jetzigen Zustand unseres Wirtschaftslebens. Sie habe die Zwaugs- wirtschwst bei Leder z. B. aufgehoben, aber nicht den deutschen Fabriftrnten geschützt. Die Streiks seien der wirtschaftliche Ruin; aber warum beseitige die Regierung nictzt vorher die Mißstände? Kaul (Mehrheitssoz.) frnbet es eigenartig, daß ein Unabhängiger die Interessen der Fabrikanten vertritt. (Zuruf vvn feiten der Unabhängigen: „Ist nicht beauftragt von der Partei.") Durch die Nevolutton sei die Demokratie in der Verfassung erreicht und ber Achtstundentag eingeführt worden. Tie Tore zum Sozialismus seien geöjhtct. Er warnt vor Zersplitterung der Arbeitersa>aft. Der Redner weist auf die hetzerische Tätigkeit des Bauernbundes hin und ermahnt die Arbeiter zum Zusammenschluß. An der wetteren Aussprache beteiligten sich noch die Unabhängigen Kiel, der ein energisches Vorgel)en gegen die Bauern vermißt, Fischer, der Handelsverbindung?n mit Svwel- Nußland wünscht, Beckmann, der den Mehr- l>eilssozialisten die Bewilligung der. Kriegsmittcl verübelt, und Hops, der die sofortige Besetzung der Kreisämter usw. mit Genossen verlangt, und , für den Arbeiter mehr Mitbesttmmungsrecht fordert; daun könne eine Einigung des Prvleta- : riats erfolgen. ** Die Handelskammer zu Darmstadt ist' in der Sage, Firmen bezüglich Ausfüh- nntg von Sonderaufträgen für Argenttnien, Chile, Uruguay, Paraguay und Südbrasilien nähere Aus- • lunst zu erteilen. ** Tie Vortrags-Vereinigung des ! Getrerl'evercins und des Kaufmämnsck)en Vereins vtraustaltet am Donnerstag, 28. August, abends 8.30 Uhr, in der neuen Aula ihren ersten Vortrag mit Lichtbildern: „Lübeck, das Haupt der । Hansa" von Tr. Hans Speth mann (Berlin- Lankwitz). ** I m Lichtspielhaus lvird ab morgen : „Tie letzte Liebesnacht der Tolmein", Sck>iu- ; spiel in 4 Akten, ferner „Httmi Paschas Abe»- teuer" eine HaremSgeschichtc in 5 Akten, gegeben. ** Amtliche Personalnachrichten. Ter Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Rheinhessen Tr. Max M a y wurde zum Staats- annalt am Latidgericht ber Provinz Starkenburg, Tr. Alfred Leoni zum Staatsamr«lt am Landgericht der Provinz Rhrinhessen ernannt. ** Ein fast neues Herrenrad, Marke „Dürkopp", wurde am 16. August in Nidda gestohlen. Hock>gcbogcne Lenkstange und gelbe Felgen, graue Bereisung, ohne Nummernplatte. Am Sattel befindet sich ein kleines gelbes Plättchen mit dem Vcanren „Wittekttrd". Tas Rad soll in Gießen oder Umgebung zum Verkauf angeboten worden sein. Tie Gießener Staatsantvaltsckxlft ersucht um sachdienliche Milteiirmg. — Am Samstag, nack>- mtttags gegen 41/4 Uhr, wurde ein vor der S t a d t- po st ausgestelltes Fahrrad, mit ber Polizei- numnner sckstvarzes G 94, mtt schwarzem Ralpnen- ban, ebensolchen Felg^m, int Werte von 200 Mk., cntnnmbct. An der Lenkstange fehlt ber rechte Griff. Sachdienlickxe Mitteilung erbittet die htesige Leriminalpolizei. ** Wichtig für Kriegsbeschädigte undKriegshinterblrebene. Es lie-tt Veranlassung vor, darauf Nnzuweisen, daß die Verzögerung in ber Bearbeitung der Veriorgungsange- legen beiten ber Kriegsbeschäoig en unb Kriegshinterbliebenen sehr oft daraus zurückziifüllen ist, daß die Anttagsteller in iljrcn Eingaben oft nicht deut- provlnzlaltagswahl. III. Wahlvotsschlag. Deutsche demokratische Partei. Kennwort: „Teutsche demokratische Partei, (legiimenb mit dem Namen Justiz^tt.Grünewald". Withelm Grünewald, Justizrat, Gießen, Heinrich LudN-ig Langsdorf, titommcroicnixit, Friedl'crg, Heinrich N h, Justizrat, Alsfeld, Heinrich Illing, Brauereibefitzer, Lick>, Erwin Menget, Jtiürger» mriflcr, Sckiotten, Otto Lentz, Lehrer, Geist-Nidda, Heunann Neibeling, Lehrer, Lauterbach, Fratz Hffr- M, Landwirt uitd Sprudelbesitzer, Vilbel, Louis Völzing, Sattlermeister, Groß-Felda, Jalob Lip- i>cvt, Architekt, Vui.l-achr. Heinr ch Herrv, Rcechmngs- rat, Orten berg, Willl Schriller, Hotelbesitzer, Bad-- s)caul)eim, Kari Appel II., Landwirt unb Schnncde-- mciftcr, Ulrickfftein, Will-elm Ad. Heß, Schlosser- meister, F-riedbcrg, Joses Ballmeri, Postschaffner, Vilbel. Die Krdstaqsroaljkn. O 2a u ter buch 25. Aug. Nach dem nunmehr amtlich festgestellten il r ea's t a gslv a hier gebnis sind für die drei bürgertidjen Wahl- vorickläge in den Amtsger'ichtebezirken Sauter« bach Sckilitz und Herbstein 2048, 1751 und 2198 Stimmen, für den für bm ganzen Kreis geltenden sozialb.mokrattschen Vorchlag 1316. Stimmen 'abgegeben mürben. Unsere ursprüngliche Annahme, woilach wir den Bürger.ichien 18, den Sozialdema- kraten 3 Sitze im neuen Kreistag zurerhneton, l>at sick^ somit bestätigt. Es gelten als gewählt: vom fosialbemuFratifdien Wahlvor- sch la g: Franz GEid,>, Schmied zu Lauterbach, Heinrich Lackimann I., Maurermeister zu Sckstitz, Heinrich Wahl XXIX., Maur-er zu Arrgersbach; vom bürgerlichen Wahl vor schlag des Amtsgerichtsbezirks Lauterbach: Alexander Stöpler, Bürgermeister zu Lauterbach, H. F. Rodemer, Bürgermeister zu Angersbach, Joh. Gg. Ben sei, Landwirt zu Maar, Karl Neid- barbt, Kaufmann zu Lauterbach, Heinrich Ziegen- hain I., Bürgermeistn zu Tirlammen, Hrch. Konr. Wienold, Bürgermrister zu Stockl;aufen; vom bürgerlichen Wa hl vor schlag bed dlmtsgerichtsbezirks Schl i tz: Frieorich Zöller, Fabrikant unb erster Beigeordneter zu Schlitz, Johannes Fischer, Bürgermeister zu Psardt, Heinrich Römer, Fubri?ant zu Schlitz, Adam Tö- ring, Bürgermeister zu Rimbach, Joh. 9lcam Schäfer, Bü germrister zu Uetzl;aufen .v o m bürgerlichen Wahl vor schlag d>:s Ämts- gerichtsbezrrks Herbstein: Joseph Aw- ton Weigand, Bürgermeister zu Herbstern, Fnedr.ch Jost, Bürgnmeister zu Bermutshain, August Rasch, Bürgermeister zu Freimneinau, Hrch. Sckiaas VI., Vü>'g?rm ister zu Eickpllxrirn Heinrich Dri^, Bürgermeister zu Jlbeslau.en, P«ul Sckt-moll'ach, Bürgermeister zu Bannerod, Heinrich) Ganß, Bürgermeister zu Crainfeld. _ , _ „ 0 Fr iedbera, 25 Aug. Nach Feststellung des Ergebnisses der Kreistagswahl sind folgende Herrn als gewählt zu betrachten: Zentrum.: Bürgermeister und Landwirt Gottfried Gondols m Ober-Wöllstadt, Landwirt Karl Klimm in Ober- Erlenbach, Kassen-Kontrolleur Karl .Kmietsch in Butzbach; Deutsche (liberale) Volkspartei: Geb. Justizrat Adolf Wrndecker in Friedberg; Deutsche demokratische Partei: Stadtv. und Fabrikant Hch. Ludwig Langsdorf in Friedberg, Bankoorstand Hartnrann Stoll in Bad-fliauheim; Hessischer Bauernbund und Hess, Volkspartei: Tr. Georg v. Hel- mott in Nieder-Wöllftabt, Landwirt Friedrich F-cn- chel in Griedel, prakt. Arzt Dr. W. Rompf in Friedberg, Bürgermeister Joh. Mörler in Ockstadt, Landwirt Joh. Werner in Nieder-Erlenbach, Landwirt Otto Rieß in Weckesheim, Schriftleiter Otto Hirsche! in Friedberg, Rechtsanwalt Dr. Karl Brücher in Bad-Naul)rim, Landwirt Fricdr. Häuser III. in Nieder-Weisel, Landwirt Jakob Rich. Vorbach in Rodherm! v. b. H., Landwirt Karl Beith in Reichelsheim; von den beiden sozialdemokratischen Parteien: Schreiner HÄ. Schaub in Büdesheim, Gastwttt Jakob Jhl in Friedberg, Kaufmann Jos. Oppenheimer nt Butzbach, Lagerhalter Jvh. Hch. Armbrust in Vilbel, Zigarrenmacher Georg Repp in Friri>berg-Fauerbach, Gastivirt Robert Wttd- Mann in Bad-Naul)eim, Bürgermeister .Heinrich Neuland in K1ein-Karbungen ist Frau Curie zum or« d e n 11 i ch Professor der Radiologie an der Warschauer Universität ernannt worden. sortierenden Gendarmen etwas fprod>, was id) »«doch nicht verstehen komrte. Daraufhin knebelte tn, Ragna Svendbucg vioman von Anny Wothe. kNachdruck verboten.) Fortsetzung 41. er mich los unb liefe mich am Chaussee graben sitzm, wo ich bann von einem vorbeifahrenden Kraftwagen ausgenommen und nach einem Lager Marne unbekannt) geschafft wurde. Erst abetids rrhielt ich wieder Nahrung. Im Februar dieses Jahres lxffchlvssen wir Tesangene, in 2 Zstolonncn zu je drei Mann, aus dein b>esangenen-Lager „Epirrop" auszureifeen, weil Mir ständig schlechtes Essen bekamen und von dem Ägerkommcurdanten, einem Leutnant Carrier toc Carri 6 (wenigstens wird feilt Name so ausgesprochen), wegen ieder Kleinigkeit gleich mit der Reitpeitsche geschlagen wurden, so z. B. laudj, sobald sich einer der Gefangenen krank meldete. Im lebtet en Falle untersuchte dann der genannte Leutnant selbst uns regelmäfeig und Äedet'ö. wciji, i/vt inuuji luyicicy nui ,,r yr lor oroe r-» Vierer: W. rnipp,landen" anschrre und dann nn't dem uns trans-- kaiser, Steuer: F. ba | * ‘ Mstransport »regen meiner Verwundung nidU nchr red.it laufen ftmitte und mich in einen LiMsseegro.bat setzte, kam ein f r.tnz ö s is che r Oberst, der mid^i sogleich mit „ihr M örde r- ______ . _________________ sondern mürbe neben dem Pferde, lvelches der Weiter jetzt Betritt gel-en liefe, l)ergeschleift. Schliefelich band nd Nhriiihksstn. n- 24 Aug. Tuch M .gesamte Lüvchn jeltung" zerstört. »auf über 100000 W. lachrichten. tWolff.) Nach polni! d'M Curie zum sor der Radiologie« M ernamt tootben. ort. nsregattadeS Rvi ji frop der ungünW Öiniiät einat tmrow md die Sieger der I Lrrrer. ÜlubmeM ivr-Dirrer: ?. Bq Freiwillig erscheint der aus französischer Kriegs getan gensd-aft entflohene Landsturmm r mi Voorg Brandenburg, geb. am 18. 8. 88 zu Minden, R. I. R. 74, 8. Komp., während der Kesangensd>ast Gef.-Komp. P. G. 334, von Beruf Bädermeister, Heimatadresse: Osnabrück, Lie- bigstraste 62, und macht folgende Angaben: Ich geriet am 19. 9lugust 1917 bei ööfre 304 Lichtverwundet (Granatsplittcr ins linke Hand- iticnf und in den rechten Unterschenkel) in die Mmgcnschaft loeifeer Franzosen. Als ich beim F. Kramer. »lichtes. 'r Nationalgaltrie. I Aug. Ml ,91 D. und derJa^ckBV eDonfe.Sultn 1 •en und gestohlen I iörbfr Llhummn. I er ^berWjc*Al als er-2 Ä ^Vverschos 1 und. rhn Mir j l erlösen drzr d °ld -Ach u", göh"li^ euch «ch zum Frieden, zum inneren Genügen Helsen, «ld nicht wahr, Sven, du wirst, du mufet mir »elfen/' 1, Sie hielt ihm bittend die Rechte entgegen. I in Wogen forüfrten hoch auf, und Karras warf Re Segel herum, bafe es war, als müfetc das wüte Boot in den Wellen versinken. . „Nein, ich werde dir nicht helfen," entgegnet! „Bist du darum gekommen, um hier als vcwcnacl Über unser zertrümmertes Familien- ?tM zu walten, so rate ich dir, kehre um. Kehre jsai. ■ fuhr er mit erhobener Stimme fort, „ober ich U'K für nichts. Glaubst du," sagte et, fkfr lief m vornüber beugend und ihr mit leidenschaft- I"®' lechem Blick in die Augen sehend, „ich könnte ertragen, öidj täglich zu sehen, täglich mit vm iu verkehren, ohne dich, die ich liebe, liebi . y nur ein Weib geliebt worden ist, in die umne und an mein Herz zu reifeen. Glaubst du !£Li„ u unterschätzest meine Kraft — ich' kann ."Ich kenne aber die meine, Sven, und im ^traueii darauf bin ich gekommen. Glaubst du, •SÄ*** rgcr, Steuer: A. W-j ber Gendarm meine rechte Hand mit einem Sehet» Äel, A. Mülln, O riernen, den er am Sattel seines Pferdes be» F. Gadc, I. FriedÄ( festigte, so das' ich gezwungen war, ne» >p: 50'Metrr'Bn'^ ben dem trabenden Pferde herzulau- Krug, 2. 6. Seib. ■'' en. Nach etwa 20 Minuten brach ich zusamm cr-Brustslbioiiuin s doch wurde ich selbst da nicht l-osgebunden, sontx . Säaake, 3. V . K. Rupp. 2. P. 5 ettfabrt: 1. E. bi W gu Nm» I lsfeld. ebier ^1-1 w.rien«riqÄ 16 Lotten. Wte"* £!‘»P»SSS akr dem Mngcu ist Ss***« S N Tos tTt b vemUiete M kW? tä ßfl tün VadNauteim, g troaltung einen Wttc, gdixitm imt.r ltsch-Baiin c5,eJl.e- - 6d»n k- tttfpick vom 1.—5 Jungen vor. Verspiele von verbrechen an unseren Gefangenen. Aus den bereits erwähnten Protokollen des Gießener Durchgangslagers sind noch folgende Feststellungen hervorzuheben: Es erscheint: Ter ans französischer Gefangen- schast entflohene Füsilier Stephan K u tz k o w s k i, Rcs. Jnf.-Regt. 90, 11. Kvmp, geboren 6. 8. 1896 zu Pischowitz in Westpreufeen, Kreis Berent. Beruf: Schlosser, cntlafiai nach Vehr bei Vegesack, Bcrtoldstrasze 24, Bez.-Kdo. Bremen 2. Er gibt au: Aw 12. September 1914 wurde ich bei Vitrh le Francois durch ein Zuavenregiment gefangen genommen. Bis 9. Dezember 1914 war ich im Lager Montauban an der tonne und kam von bo nach Marokko. Ain 18. Januar 1916 kam id) nach Frankreich zurück. Nach Aufenthalt in verschiedenen Lagern kam id) ins Lager des Cantonements lAr- beitskommando) Les-Ensices bei Clermont: dort ivar ich Zeuge, wie der deutsche Gefangene Schiwy, einem schlcsifd)en Jnf.-Regt. angehörig, aus der Flucht von entern französischen Posten an der rcd>- teu Seite leicht angeschossen wurde (Strciffdmfe). vLiwa 20 Minuten später nmrde er von einem sran- Msd>en G e n d a r m, dem sog. Chef des Canton» inents, d. i. 'Arbeitskommando unserer Gefan- genen, durch einen zweiten Schuß ans seinem Revolver Odopfsdmfj von hinten) getötet ober vielmehr ermordet. Den Namen des Gendarmen lueife ich augenblicklich nicht mein, vielleicht füllt er mir aber noch ein. Der Kommandant d.'s Lagers hieß Leutnant Joubert. Dreier Vorfall ereignete sich am Abend vor Dftcrn 1918. 9lm 20. 8. 1918 wurde ein deutsckwr Kriegsgefangener, gleichfalls einem schlesischen Regiment anni'börig, mit Namert Szinoll ober so ähttlich, vnsd-eimndiflavischer Abstammung, aus der Gegend von Breslau — wenigstens erhielt er von dort Rote Kreuz-Pakte unb Geld — kurzer- b a n b e r f d) o f f c n. Beim Mittagessen rellamiertc n feine ihm, zustclicttde Brotration, worauf ihn ber jiüchenuikterosfizier höhnisch fragte, ob er nod). mehr kLünsche habe. Szinoll antmortete: „Er bitte, bafe rr in ein anderes Lagerdepot zu leichterer Mrbeit krfebt werbe." Ta sagte der bdr. Kückenunter- «ffizier: „Attendez, fte sollen toute de suite in ein onberes Depot kommen," zog feinen Revolver unb fthofe in unser aller Gegenwart auf etwa 5 bis 6 Vieler den w c h r l o s c it M a n n m i t einem Schüfe (Derzschufe) nieder. Dieser Kückten- unteroff i$ier war von einem Artillerreregiment aus Vorbftankreich intb hieß Thoma. Der Vorfall ereignete sick) aus dem Arbeitskommandv Cliatrau- giceber-Cuide bei Camberoitde int Tcpartement Piiy-Dome. Lagerkommandant war der oben erwähnte Leutnant Jan ber t ober Joubert, mel» ch'in als Lagerkommandant auch dieses Arbeits- bmmanbo unterstand. Meine Mitgefangenen (sol- gm Nanum kamt ich als Zeugen ’bicieS Vorfalles angeben.. Ich bin bereit, meine Aussagen nötigen Falles eidlich zu erhärten. schickte tms, ohne einen Arzt vorher zu befragen, mit der Begründung, wir feien nicht krank, nnebet jur Arbeit, wobei er uns jedesmal mit der Peitsche övarbeitelc, und wenn er mts ansprach, pflegte er sich stets des Ausdruckes ,^JHr Sck)weine" zu bedienen. Unser Fluchtverstick), wie erivähnt, mißlang nun, rott arurben wieder gefaßt und nach genanntem Lager zurückgebracht. Wir wurden nun ztinachst in den Keller d?s Bürgermeisteramts von „Cpinoy gesperrt und dann zuerst vvt dem ge- ttannten Leutnant Carrier, sodann tum Örts- ^’uyQcJ‘mclltrt von Epirvoy und den Posten schwer mißhandelt und zwar u. a in der Weise, bafe, nackd7m wir wieder mis dem Keller heraus- g.holt worden waren, umgeben tun 5 Mann mit ausgepffauztem Seitengewehr, wir in aller Oes- fenttichkeit und unter Beisall der umstehenden Torf* lewvhner mit dicken Stöcken geschlagen tvurbm. Jck> selbst hatte einen b I u t ü b e r ft r ö m- ten Kops: die Narbe ist heute nod) zu sehen, ^odann wurden wir wieder bei ber grimmigen Kalte — es war, wie gejagt, Februar — s a st nackt wieder in den Keller geworfen unb erhielten am ersten und zweiten Tage flirr- nid^ zu essen. Am dritten Tage erschien gen. Leutnant Carrier und fragte, ob wir Hunger bitten; auf Bejahen gab er jedem eine ganz binntc Schnitte Brot. Am nächsten Tage erhielten wir wieder nichts usw. Drei Leuten von ber vorder ermähnten an* deren Kolonne ist es nach ihrem mifeglückteu 'ödud;hKTfud> noch scAechter ergangen. Sic war- t>cn zunächst in die Wohnung des mchrqennnnten Leutnants Carrier zurflckgebmd)t, woselbst sich noch die Posten, die Sergeanten und der genaniite Ortsbürgermeister von Epinoh einfanden. Sobmni mufeten sie sich dort vollständig nackt ausziehen, wurden von dem gen. Leutnant, den Sergeanten und den Posten mit über zwei Daumen dicken Stöcken sdgver misjhanbelt unb wenn sie aus dem Bodcin lagen, mit den mit Nägeln beschlagenen Kommisstiefeln getreten. Abends wurden alle sodann, also auch in dem kalten Februar, halb nackt in eine Jauchegrube im Hofe des Bürgermeisters gesteckt, die zwar gerade fast ausgepumpt war, bei welcher die Jauche jedoch andauernd nady und zurückflofe, so bafe sie während ber Nacht fortgesetzt die Jauck>e ausschöpfen mufeten, damit sie in der Jauche nicht ertranken. Zn diesem Zwecke schöpften sie abwcd-selnd mit einem kleinen Kübel, der ihnen von französischen Soldaten gegeben worden war, die ganze Rackst durch. Erst am Morgen wurden sie ans der Jauck;e- flrube heransgnwmmeii unb in einen in unserer Nähe befiiiblid)en Keller des Bürgermeisteramts «gesteckt. Ab unb zu kam dort d.w Berpflegungösoldat hinein, welcher zugleich Bursche bei dem genannten Leutnant Carrier ivar unb brachte ein Stück Brot. Bei dieser Gelegenheit wurden die drei Leute — es waren dies: Brandt, Sohn eines Pastors, Altmann, Schuhfabrikant aus der Gegend von Breslau unb ein Unteroffizier namens Krunno, aus der Gegend van Essen — jedesmal geohr- feigt, weil sie nicht schnell genug vor dem Burschen aufftanben, insbesondere gen. Brandt, ber bann vorher erst jebesmal feine Brille abnehmen milfete. — Auf bi-efe Weise mussten wir 15 Tage und die drei zuletzt genannten Gefangenen 21 Tage in dem Keller zubringen. Ein andermal hatte einer von unseren Kameraden einem Mitgefangenen etwas iveggntommen, er wurde zur Strafe dafür von dem gen. Leutnant «Carrier in den „Prison" (Gefängnis), «velchcs ungefähr 19 Stufen tief lag, hinab gestofeen. Nachdem er mehrere Tage dort gelegen, fand man ihn eines Morgens mit Blut aus dem Munde lang auf dem Boden liegen. Ich nehme an, bafe der Leutnant jeden Tag hinunterging, um ihn zu schlagen. Er mürbe sodann auf eine Bahre gelegt, um ins Lazarett geschafft zu «»erben. Wie tn ber Kompvgni.' bekannt wurde, ist er dort gleich am anderen Tage gestorben. Im April dieses Jalwes wurden wir Gefangene sodann von genanntem Lager Epinoh. lvelck-es ungefähr 35 Kilometer von Arras nach Richtung Cambrai entfernt liegt, nach dem Lager von Frömecourt, drei Kilometer von Bapanme entfernt, verlegt. Einer von unseren Mitgefangenen namens Schmidt, P. G. 334, b-T schlimme Füfec hatte, unb j.desmal, wenn er sich krank meldete, ohne weiteres löieber zur Arbeit hinausgeschickt unb oft mifefeanbelt wurde, wurde eines Tages von beit französischen Korporalen erst derart g schlagen, bafe er auf der Erde liegen blieb unb btnnt mit Sand und Erde halb zug/schüttet. Am 1. Mai dieses Jahres mufeten wir Gefangene bei strömenden Regen am Drahtzaun fest arbeiten unb jedesmal, nxenn einer auffah, wurde er nicht nur von dem vorgenannten Leutnant, sondern auch von jedem der Posten, die gleickstalls Stöcke trugen, geschlagen. Der Leutnant selbst schluganjenemTagealleindreiReit- peitscheu auf uns kaPut. Vor ungefähr zwei Monaten hatte ein Mann ebenfalls von meiner Kompagnie, 334, P. G.- bafe ich sonst hier diesen Gang getan hätte? Nein, niemals! Tu muht unb wirst vergessen, du wirst lernen, an Sigribs Seite ein stilles Glück zu frühen, und ich mufe mir das meinige aus diesen Trümmern auftichten, so gut es geht. DaS ist unsere Pflicht, unb dieser müssen wir leben." „Pflicht, Pflicht ist bei dir alles, aber bi? Gebaulen und Cksühle, bie in uns leben und uns zwingen, die Pflicht niederzutreten, wenn sie uns den Weg zum Glück perspecrt, die kennst du nicht. Tu dimkst nur an das Verbotene unb kehrst stumm und ergebungsvoll an deS Paradieses Pforte um, ich aber zertrümmere, was sich mir in den Weg stellt. Ich will nur dich, Ragna, dich allein," fuhr er in leisem, heißem Flüsterton fort. „Von dem ersten Sehen bis zu dieser Stunde dachte ich dein im Wachen und Träumen, nur dich begehrte ich, ohne zu ahnen, wer bu warst, und ich kämpfte redlich, mit tausend Schmerzen den Kampf ber Pflicht zu geben, aber ich kann nicht mehr, ich kann nicht, meine Kraft ist zu Ende. Hilf mir!" „Sven," sagte sie leise, ihre weiche, kühle dond beruhigend auf seine Rechte legend, „sieh' mir ins Auge und sage mir, ob du Ragna Svend-- biirg, mit dem Brandmal der Schuld auf der Stirn, an deinem Hnzen halten möchtest, sage tnir e< Sven liefe den Blick leuchtend über il-re stalt fliegen, alles drängte ichr, Ragna,m ferne Arme zu reißen unb ihren süßen Mund mit Küsten zu verschlie^n, aber ihr Blick bannte ahn. Unsicher traf sein Auge bas ihrige. Auf Ragna ^svendburg," sagte er cnNim, tief aufatmenh, „darf kein Makel sein." Heiß, ruhten seine Lippen auf ihrer Hand. . . Ich danke dir, Sven," entgegnete |ic innig, „unb nun lafe uns beraten, laß uns überlegen, wa« wir tun können für meinen Liebling, für mein Herzenskind , Denke, was du für sie tust. Komkagnie, im Lager von FrömKcourt den Antritt zmn ^lppell etwa fünf Minuten verschlafen. Sur Strafe dafür muffte er auf Anordnung vcs iraiizösischen Postens JBlinbgängcr suchen und die- selben sämtlich in Granatlöchcr werfen. Wegen der damit verbundenen Lebensgefahr wollte bei Gefangene bic Blindgänger zunächst aber nur an den Raub der Granatlöck>er legen. Ter Posten aber ?wang ihn, bieselbcn in bie Granatlöchei zu wer fen. Bei dieser Gelegenheit explodiertc dann auch, wie ja voran »zu sehen war, einer der Blindgänger imb^ein Splitter traf den Gefangenai direkt vor bie Stirn, so daß Blut spritzte unb er sofort t o t binftürjte. Als er nun iDcggctragcn wurde, fasste der betr. französische Posten mit an unb rennomierte höhuiscki am folgtnbcit Tage vor uno unb seinen Kameraden, indem er sie fragte: ob sie mal „Bock)es"blut sehen wollten, er habe „Boches"blut am Aermel. So haben diese Unmenjd)cn und wehrlose Gefangene uiti) dazu nodi nach AbsÄlufe des Waffen- snlst-audeS unb Rückgabe ihrer cilenen Kriegoge- saiigcnen, seitdem es für imS überluupt viel schlimmer genorben ist, behandelt nnb ihren Hohn mit uns getriebm. Tas Essen im französischen Lager war derart sckkecht, bafe wiederholt Leute von uns infolge Schwäche auf dem Felde liegen geblieben sind. Einmal haben sogar bic Engländer an das Lager telephoniert, sie litten von uns die unb die Gesangenen gefunben unb »nur in einem derart jämmeididen Zustande, bafe fic diese Gefahrenen den Fianzosen nicht nrehr herauSgel'en nnlrben. Bemerken mödste ich auch noch, bafe unser Lagerscldw.bel Ren hold ton dem Lagerleut- nant geohrftigt wurde, weil er sich einmal über das sck leckste Essen beschwerte, unb der llntcroifi- zier Stiebet, gleichfalls P. G. 334, der die Beschwerde verdolmetsckst halte, wurde zur Straft von seinem Posten abgelöst unb bekam 3 Tage „Prison". TaS wäre im großen unb ganzen, was ich zu sagen habe, weitere Einzell-eiten werben mir später noch einfallen. Ich habe die volle WahrlDeit gesagt unb bin bereit, die Richtigkeit meiner Angaben jederzeit zu beschwören. Btrnne Mitgefangenen, wenn sie ans ber Cfesangenschaft zurückkehren sollten, )»er • ten bie Wahrheit meiner Angaben bestätigen können. Ich hoffe, bafe bie deutschen Behörden diesen meinen Angaben nach gehen und dafür sorgen werben, bafe bic gciraicnten foanzösischeli Bestien und Mensck-enschinLer zur Rachensdwst gezogen werden. Eingesandt. (Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ein wirklich nachahinenswertes Beispiel gibt ber Ortsvorstand von Pohl-Göns. Dat er doch beschlossen, sänttliche Gemeindedienststellen (Rechner, Polizeidiener, Flurschütze usw.) frmumacheit unb Kriegsbeschädigten zu übertragen. Es ist dies ein soziales Entgegenkommen, an dem es leider in vielen Gemeinden noch fehlt. Hier könnte vielen unserer, armen Brüder ein PILtzckien gegeben werden, wo fic neben einer geregelten Tätigkeit, die sie das Leid vergeffen läßt, auch mit dem Vol^bezug ihrer Rente ein sorgenfreies Familienleben führen könnten. Daim wäre wenigstens ein Teil ber prangenden Inschrift: „Des Vaterlandes Dank ist euch gewiß" in Erfüllung gegangen. Steht doch auch die Tat- fache fest, bafe viele öffentliche Aemter von besser gestellten Leuten versehin werden, die ein derartiges Amt zu ihrem Lebensunrerl>alt nicht benötigen. Der freie Hessische Landesverband Kdiegs- peschadigter und Hinterbliebener. Wettervoraussage für Dienstag: Wechselnd bewölkt, meist trocken, nachts kalt, nurbmcfelidje Winde, später zunehmende Bewölkung^ Letzte Nachrichten. Die letzten Stunden Naumanns. Hamburg, 25. Aug. (WTB.) Heber die letzten Stunden Naumanns wird dem „Hamburger Fremdenblatt" aus Travemünde gemeldet: Naumann erlitt am Sonntag morgen gegen 11 Uhr im Hotel Stadt Hamburg einen Schlaganfall. Die Folge war eine gleichzeitige Lähmung, die im Laufe des Tages Fortschritte machte, während die Herztätigkeit mehr und mehr nachliefe. Als der Arzt, Dr. Schwiecker, zu Naumann kam, war der Kranke nod) ziemlich bei Bewufetsein. Doch konnte er nicht mehr viel sprechen. Er lispelte nur etwas von blutleer, ein Zeichen, dafe er seinen Zustand kannte. Das waren seine letzten Worte. Dann verlor er das Bewußtsein, tust du für mich. Wenn du mich je geliebt hast" — sie sprach die Worte mir schüchtern und zaghaft aus — „so hilf meiner Sigrid, und ich will dich bis zu meinem letzten Atemzuge segnen." „Jiagna," rief Sven leidensd)astlich auö, ihr zu Füfeen sinkend und ihre Kniee umfassend, „du bist grausam, unt> ich kann nicht, denn ich lieb: dich." „Tu mufet," sagte sie sanft, sich liebreich zu ihm hemiederbeugend und ihre weihe Hand auf sein Haupt niederlegend. „Tu mufet, Sven, aber wenn cs dich trösten kann, so wisse denn, dafe auch ich leibe, unsagbar leibe." „Ragna," jubelte er auf, ihre Hände mit Küssen bedeckend, ,p, tausend Tank für dieses Wort. Es full mein Talisman sein, wenn mir der Weg, den id» gehen mufe, zu schwer wird." „Tn willst ihn gehen?" „Ich will, Ragna." „Versprich cs mir, Sven, bei dem Leben deines Kind.'s. das ein Bindeglied werden soll zwischen Sigrid und dir." Sven zuckte wie.von einem Schlage getroffen zusammen. „Ich verspreche es," sagte er dumpf, „ftgne du mich aber zu dem sch.'veren Werft." Ragna beugte sich lautlos über seine Stirn und berührte sie leise wie zum Segen mit ihren Lippen. Ta sprang Sven empor, so hastig, bafe Bvot schwankte, ungestüm rife er Ragna an fein Herz. Einen Augenblick fühlte jeder des anderen Herzschstag. Lippe lag auf Lippe in einem langen, freiten Kusse. „Ten ersten und letzten," wie Sven tn Ragnas Ohr flüsterte, „zum Abschied sür's Leben." „Sitzen Sie man blofe still, Herr Graf," liefe sich Karras Stimme hinter dem Segel hervor vernehmen, „unb li-alten Sie Fräulein Ragna fest, sonst fliegen wir mach alle über Bord," daS er trotz aller ärztlichen Bemühungen nicht wieder erlangte. Er wurde in die Privat- klinik des Dr. Schwiecker gebracht, ivo er gegen 5 Uhr nachmittags entschlief. Naumann suhlte sich am Tage vorher noch völlig wohl. Deutsche Kriegsgefangene im Saargetzict und in der Pfalz. bt. Ludwigshafen, 21. Aug Im Saargcbiet und in der Rheinpsaiz sind in der vergangenen Woche eine gröfeere Anzahl van Zügen mit deutschen K r i e g s g c s a n g e n e n , ungefähr einige tausend Mann, ein- getroffen. Eiu neuer französischer Uebergriff in Speyer. Mannheim, 25 Aug. (WTB.^ In Spevec ereignete sich ein neuer Akt französischer Willkür. Ter zur Sicherung des deutschen Regier u n g s ge b ä u de S bestellte Krimi- ii a l b e a m t e Man z wurde aus die ftanzv'ische Ätommanbantur befolgen, aber nach belanglosen Fragen entlassen. Aus dem Heimwege wurde M>. von einem französischen llnteroifixier tätlich beleidigt, der ihn dann seinerseits auf der Wache einer tätlichen Beleidigung beschuldigte, um feine B^nlwstimg zu konstruieren. Darauflmr wurde M., ber vorlxr nod; seinen Vorgesetzten von dem nxil;rnt Sachverhalt verständigen fj.inte, von de« Franzosen ins Gefängnis geworfen Amerikanische Truppen in Deutschland. Amsterdam, 24. Mg. (WDB.) TaS Preswbuieau Rlidio mcibct ans Wa idngtvm: General Pers hing hat dem amcriramfdicn KriegS- amt vorgeschlageu, dafe die amerislmischm Streitkräfte, bi.' in TeutsMand nad> dem 30. Se> ti*mb;r verbleiben, 6000 'DJlann betragt sollen Oberpostdirektion Mainz. sw. Mainz, 24. Aug. Wie das „M^ Journal" hört, ist iu Mainz eine Oberposft direktion für das besetzte hessischeGe biet geplant. Ein Falschmünzernest. L e i p z i g , 23. Aug. (Priv.-Telegr.) Der hiesigen Kriminalpolizei ist es gelungen, freute abend in der Burgstrafec eine grofee F a 1 s ch^ m ü n z e r w e r k st a t t ansznnehmen und eine Bande von 8 F a l s ch m ü n z e r n festzu- nehmen. Die beschlagnahmten 3584 falschen 50 Markscheine, und wie jetzt nachaewiesen ist, weitere G100 falsche 50 Markscheine, welche bereits über das ganze Deutsche Reich veraus gabt worden sind, sind innerhalb sechs Wochen aus dieser Werkstatt hervorgegangcn. Die Geheimrertrüge Englands. A m fee r b a m, 23. Aug. (Wolfs.) Laut Presse- burcau Radio meldet bic „New )')ork World" auS Paris, bafe in Fran kreid) befürchtet wird, bafe noch weitere geheime Verträge wie der per sisch-britisckx' Vertrag, beftefren, bie ber Frieden» konserenz nicht vorgelegt sind. Französischer Lnftdienst. Versailles, 26. Slug. (WTB.» yttrch der Pariser Ausgabe der „Daily Mail" nntb freute ein* regel mäfeige Luftverbiudun g für Passagiere, ©rieffr®ft und Pivstkolli zwi'ckeli L o n b o n unb Paris ein dreimal wöchentlicher Personeudicnft London —Paris —Brüssel undzuruckeu, gerichtet werden. Ein Beschluß des amerikanischen Senats- ausschusseS. Amsterdam, 26. Zljug, (MDB.) Wie das Pvefftbureau Radio aus Waflftugton meldet, nahm der ScnatsmtSsch ufe für Auswärtige An gelegen- leiten die vom Senator Lodge vorgeschlng.rn, Ähanderung d^s FriedenSvertragee an, ber jufolg; China statt Japan ben Hasen tun Schauttrng übernimmt. Die Politik Japans. Amsterdam, 24. Aug. (WDB.) Nack dem Press'bureau Radio wird aus Peking gcmeltx:, bafe der japanische Gesandte im AuSwüetigcn Amt erklärte, Japan sei bereit, innerhalb >,w?i Jahren Kiantschau an China zurückzu- geben, fordere jedoch dafür Kompen sali o-nen an anderer Stelle. Damit kaum setzi das Pressebureau Radio hinzu, nur die Wand fdjurei ober die M^omgolei gemeint fein. Ein Anspruch des Vesuvs. Rom, 25. Aug. Nach starkem, imterirov schern Tomier haben sich plötzlich auf der Süd seiledesMonte Sommamn Vesuv zwei Krater geöffnet. Zwei Lavaströme fliessen in das Jnftmo-Tal, ohne dafe vorläufige (^fahr be- steht, dafe bie Lava »abseits der Besuvbörser durck> fließt. Ragna war wie vernichtet auf ihren Sitz nieder gesunken — lag nhfrt der Makel der Sck>uld auf ifrrein Antlitz, trug sie nicht bas Kainszeichen auf ber Stirn? Sven mochte ihre Gedanken erraten, berat ein Leuchten flog über fein Antlitz, als er leise zu ihr tagte: „Nicht also, Ragna, nicht zur Schuld, sondern zum Segen mürbe dein Kufe für uns alle. Er sott mir Kraft geben, den Weg der Pflicht zu geben, wie bu es willst, das schwöre ich dir, unb nun lafe dir von Slgrid berichten." Und die Wogen umtobten den Deinen Kahn und Sven erzählte von Sigrid unb -ich, wie ein alter.Freund zu einem lang entbehrten Fremde spricht. Und in Ragna wurde es so still, so fri.Sy voll unter feinen Sorten, und es keimte tfoHxm unb jüfe die Hoffnung in ihrem Herzen auf für Sigrids Mück. Tafe sie es mit dem eigenen Glück bezahlte, Imran dachte sie nicht, nur als sie bic Zinnen fron Svendfrurg geübten, da »vurde ihr Blrck von Tränen schwer, mrd es war, als legte es sich ihr nrif eine bleierne Last auf die Seele. Ein Ruf Svens erschreckte sie fast „Was hast bu?" fragte sie bestürzt. Sein Auge flog tief bewegt zu bem Schloschurm empor, an dem foebnt die Fahne ber Svendburgs hoch empor stieg. r "Sieh," sagte er weich, „sieh, fo erfüllt sich unser Wunsch, bem Hause Svendburg ist ein Sohn und Erbe geboren." Ragna sah voll warmer Innigkeit zu ihm auf. „Möge dieses junge Reis am alten Stamme," fagte sie mit vor B.noegung zitternder Stimme „ben Eltern ein Segen fein." (Fortsetzung folgt) Lichtspielhaus y Heute letzter Tag: 5S Friedrich Zelnlk ncd Die Heimatlos». ’ Ab morgen bis inkl. Freitag: Bis letzte LiebesnacM der Tolmein Schauspiel in 4 Akten. — Ferner: a L Hiimi Paschas Abenteuer^® Eine Haremszeschiclito^ffiflP« in 5 Akten. MU SM Nr. 78 zur Ausführ Jnhülis-Ucbci vinzialtag.-Z Aus Gr für die Erul imd mit Zr §1. U 16. Naguit (frütien jur 1. an 2. an 6 rckaucken. . §2.' Uiit M gedeckt iede.il, dürfen Nie an die 8 3. Ties in Stuft. Berlin, sürdie Weint nach i Mat$ ff . M Grünt Wgesetzes 001 1. Tie Jac des San veniber 2- Tie Jac und end ^unb für Messend den Ävilbrvöll muNbem d Moy vom 9g ^schreibung' Nprgintg von Sje hier? Mrs vom natf; dem ß 0072 — Efe Ü^B ? ™ i« btt| S "Wi Mitteln. » ^jentra -K «O Ri w "61 *C«9e|< iK.: »Mittel 8S Muprli %yff I iK^7 I^heuS^ ■>rbC-?f IW Nit lhvl l^nte ttleyrc iE Lehren" iTia-r® I'M ertappten |6!it «,trbeffi Lseit-r |Mf anbiey Nnterbliebe- An unserer heil Sii»rurfch Äl, tom gelte ■ jäne Se'Mt i D - Herbei *,Ä*D JilM W Große Auswahl in Scheibenschieiern Garnituren mit Ueberhängen und Halbstores in Erbstüll, Schweizer Mull u. Etaminstoffen mit reichen Klöppeleinsätzen und -spitzen. Sämtliche tiardinenzutaten u. Messinsgarnitaren vorrätig. (mnC FRITZ NOWACK. van Baerle’s Statt besonderer Anzeige. Voranzeige! *Wobnung,6bis 7 Räume, ob. Etnfamr lienbaus zu mieten ober kaufen gesucht. Geschw. Sternberg, Herne r.W.. Bahnhosstrafie. Weiße Slüic L 018521 Färberei HoNand. Existenz. Jüngere, tatkräftige, organisatorisch veranlagte Herren verschaffen sich durch Erwerbung eines Aus» beutungsrechtes einer erstklassischen Neuheit glänzende selbständige Existenz. 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Abzub. beiHeiur.Petri I. Ober-Bessiugeu. 9851 KcttenstmbMl auf d. Wege West-A^ 8-rfft Str.-^rtedrick'tr. -Klinik, verloren. (Seil hohe Belohnung objuew West Anlage 35. J» vortragr-vereinigung Gewerbe-Verein • ltausmännischerverein Douuerstag den 28. Slugutt, abends SV^UJjr in der neuen Aula 9856D l. Vortrag: das Haupt der Hansa 4.15 VvU mit Lichtbildern »»nfferrndr.hansIpethmüün.Serlin-Lantwitz Eintritt 1 Mk. für Nichtmitglicder Mitglieder nebst eng.Familte geg. Bortragskarte frei. 3ntcr(iitngtiutiniMit her WImeiMen bei militirislhell DiciiWcllcn kö 18. A. K. Ortsgruppe Gießen. 010526 litglieder-Versammlung Dienstag den 26. August Sängerkran^ ©iessen. Wiederbeginn der EcsaugSvrobe«: Donnerstag Öen 28. SlngiiH , Frankfurt. .S?oi", [ Vintienplnlj. Damen und Herren pünktlich 8»/r Ubr. i All seit. Erschein, ist unbed. ersord. p#6i Der Vorstand. Behördliche Anzeigen. Marmelade-Verteilung. (Ausgabe Nr. 2.) Von Dienstag den 26. bis einschließlich Samstag den 30. d. Mts. gelangt in den Klem- bcmdelsgesämften, bei denen die Vorbestellung erfolgt ist, gegen Vorlage dcr Lebensmittelkarte und Abgabe des Bezugsabschnittes Nr. 2 1 Pfund Marmelade zum Preise von 130 Pfennig zur Ausgabe. Die Kleinhandelsges ckiäste haben die ein gegangenen Bezugsabschnitte bis spätestens Mittwoch den 3. September dem Stadt. LebenSmittelamt, Zimmer 12, einzureichen. Gießen, den 22. August 1919. 9841B Der Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Vergebung von Rührleistungen. Die Fuhrleistungen für das Gas- und Wasserwerk sollen öffentlich vergeben werden. Bedingungen und Angebotsformulare liegen während der Dienststnnben bei uns Mr Einsicht offen. Angebote sind unter Benutzung der bei uns erhältlichen Vordrucke bis -um 6. September d. I., vorm. 11 Uhr, verschossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Freie Auswahl unter den Bewerbern bleibt Vorbehalten. Die Bewerber bleiben an ihre Angebote bis zur Zuschlagserteilung gebunden. Giesten, den 22. August 1919 . 9839B Stadt. Gas- und Wasserwerk GieKen: Steding. Die Gemeinde Dorlar hat die Anlage einer Friedhofsdrainage, veranschlagt zu 2200 Mk., zu vergeben. Kostenanschlag kann bei mir eingesehen werden. Offerten erbitte bis spätestens 1. September d. I. einschl. mir ernzusenden. Krofdorf, den 22. August 1919. Der Bürgermeister.9845B Heu zu kaufen gesucht. M Louis Spies, Mitteln,.?. Telephon 370. FMPFE»DülV€IFJi Favorite- Moden-Hefte für Herbst (w,c| sind eingetroffen. I WkkteWerin sofort flef. Schriftl.Angeb. unt. 016542 a. d. Gtefi. Anz. Verkäuferin sowie Lehrmädchen zum baldigen Eintritt ges. I.Heilbronner, WS1 Marktstrafie. sjeeyieiiegiieiiiiiiii ■ iiiggj Gut empfohlene Köchin die auch Hausarbeit übernimmt, zn baldigem Eintritt gesucht. 016315 Frau A. Klingfpor, _______Molikestraffe 8. Lauffrau gesucht 016530 SelterSwea 10, Laden. Mädche» ob» %ran geh, die schon gedient hat. LudwigSvlatz 14. Frau od. Mädchen ,3X Woche 2 Stunden gesucht. uiM76 Wilbelmttr. 44 II. 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Ernte 1919 betragt für ustb. 1.10 Mark Ä kamtmachnng gleit'» Zeitung Nr. 140 VW g. Gick-'i !>"b dk'i tcinbeiibes Meij <3 e i a n utinachung entlichen. ne Arbeiten iWU'^ Sießlich iames du W ’L ing QucKorn znr w die VonMserhohlE DeTantttSmtffionSTeft des TeHcmates Gie- ßen statt. Ter gemischte (Xbor verschänte die feit- (tefc Veranstaltung durch drei gut bordetragerf Mrc. Ansprachen hielten Missionar S Pa ick- Dufel und Dekan Gußmann -Kirchberg. Aus dem Berichte des letzteren ist zu ermälynen, daß hie .«ifeiamtgaben der evangelischen Dckanatsge- metnbcit im Jahre 1918 6578 Mk. betrugen, 691 Mk. mehr gegen das Vorjahr. Bei dem gesunkenen Geldwert sei ein Wachsen der Gaben unbedingtes Erfordernis. Tie Festlvllette betrug ein* schließlich ber verkauften Mvsionssichristen 300 Mk. Heuchelheim, 26. Aug. In den Ruhe- stand wurde unser Hauptlehrer Schneider ber» jetzt. Mit ihm scheidet einer der dienstältesten Ä hr er Essens aus dem Schuldienst. Herr Schneider konnte mehrere Jahre vor dem Krieg sein golden» Lehrerjubiläum teiem. D Lang-Göns, 24. Aug. Zwei Feld- Wächter ertapptm auf ihrem Batrauillengang heute naclit drei Diebe, die bereits 3 Zentner Aepfel gepflückt hatten. Tie Aepsel kamen auf die Bürgermeisterei und können dem Eigentümer wieder zugestchlt werden. lft Lan g - Göns, 26. Aug. Tie Burschenschaft Heiterkeit überwies den Betrag von 150 Mk. an die Ortsgruppe der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Kriegsteilnehmer zßm Besten unserer l-eimkrhrenden Krieasgesangenen. — Lilli Brückel, ein Sohn des Spenglermeistrrs Lrückel, kam gestern aus englischer Gefangenschrst itt seine Heimat zurück. Kreis Büdingen. # He :g heim, 25. Aug. Hier wurde eine Ortsgruppe des Hessischen Bauernbundes gegründet, Vertrauensmann wurde Landwirt A. Lulher. In S ch w i ck a r t s h a u s e n wurde tm: ebensolche Ortsgruppe mit 26 Mitgliedern g> gründet. Bertrauensmamr wurde hier Landwirt August Bechtold. Kreis Lauterbach. --Lauterbach, 22. Aug. Einer Reihe von Amdwirlen in Reuters wurde der Roggen ans dem Felde ausgedroscben. — In Landcnhau- fen wurde ein Salzschlirfer Händler von der Gcn- krmeiL f.stgenommen, der ein schwarzgeschlachtetes Kalb gerade abtransportieren wollte. Tas t'-ilb verfiel der Gemeinde Landenhausen. O Bernshausen, 22. Aug. Für die durch rin schweres Unwetter l^iigesuchten Volksgenossen tc:- Kteises Darmstadt würden durch eine Haus- iü fette 98,50 Mk. gesammelt. rr. Schlitz, 25. Ang. Das gestern hier ab- g. h lt.me Dekanats-Gu st av -Adolf-Fest mreute sich einer starken Teilnahme ber ganzen «Semcinbc, während infolge der ungünstigen Wit- teui'g die Brt iligung von miswärts gering war. ‘int Festgvtt^bienst, der durch Liebervorträge des s'ira^nchors verschönt wurde, predigte Pfarrer kl d o l p h ^Herbstein). Was der Bonifatiusverein i?n Katholiken, bad wolle den Protestanten der Hustav-Adolfverein sein, dessen Arbeit und Für- strM den icrftrcut wohnenden Evangelischen gelte. Schwer und ernst sei die Zeit für bic evangelische ftirdjc; deshalb dürfe man aber erst recht nicht über ber eigenen Rot die der Glaubenöbrüder in ber Diaspora vergessen. — In der Nachversamm- iintg sprach Pfarrer Rehwald (Heppenheim) iber „Auslcmdsdeutschtum und seine Not". Er- mnfende Bilder gab er von den Schicksalen dieser Millionen Auslandsdeutscher in ber Fremde, be- Kuders während des Krieges, und rühmte deren Glauben, Hoffen und Lieben. Wenn wir vom Ä Italien der Deutsch-Amerikaner schwer enttäuscht :eien, so habe das seine besonderen int Ameri- l' ncrtum nihendeit Gründe. Sollte tatsächlich bei ir'i-b eine starke Auswanberung einsetzen, so habe tit Kirche die Pflicht, diese deutschen Brüder durch iimsassende Fürsorge auch im fremden Lande dem Dutschtum intb dem Evangelium zu erhaltm. Gtiulen und Gotteshäuser seien hierfür das beste Mittel Ein Bläserquartett begleitete die Lieder btt Fest gemeinde, lieber 150 Mark wurden gc- somdet, die der Diasporagemeinde Herbstein und b:r Sache des Auslandsdeutschtums zugute kommen. Kreis Friedberg. -^Butzbach, 25. Aug. Auf dem.Transport ton hier nach Frankfurt versetzte ein S t r ä f l i n g ber hiesigen Lanüeszuchtanstalt zwischen dem Bahnhof West und dem Hauptbahnhof seinem Trans- torteur einen heftigen Fußtritt gegen den Leib. Als er bann zu weiteren Tätlichkeiten übergehen irotlte, griff ber Beamte zum Revolver und gib iwei Schüsse auf den Sträfling ab, von denen beide tödliche wirkten. Tie Leiche des erschlossenen Sträflings kam auf den Frankftirter Hauptfrieblws. 4N Wölfersheim, 25. Aug. Tas Fest bergoldenenHachzeit feierten der Gemeinde- tmnehmet Adam Rückeisen I. und seine Ehe- frau Margarete, geb. Hofmann. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 25. August. Große Diebstähle wurden am 21. Juli und 16. Aug. d. fts. in den Sagern der Möbelfirma L. Alter, Lrssunger Straße und N. Jrenenstraße, auSge- führt, wobei die Diebe für mehrere tausend Mark Waren alkr Art beseitigten und an Hehler Unterpachten. Durch die Bemühungen ber Kriminal- ^nnrcnbnngen W tber 1919' 0Uhb, kxU « Mbcn ww Zkoininisf^' um '.ß §cai!kton. Ein Kleist-Abend im Frankfutter Schauspielhause. b-achte am Freitag die Erstaufsührung des ginxite stgen Torsos „Robert Guiscard" und in liebevoller Neueinstudierung die Meisterkvmödie tont „Zerb röche neu Krug" Tas Traner- ivtel an dem der unglückliche Dichter „ein halb sausend hintereinander solgender Tage, die Nachte fe- meisten mit eingerechnet" gerungen1 hat, bis das erste Manuskript verwarf und verbrannte, teile mit der vollen Macht seiner dichtens-Hen Lvd bi amatisch-explosiDen .Worte. Auch die flev- teen Nollen — eigentlicher Held ist ja im „Guis- (ard" das Volk — waren ersten Kräften anver- n „Zerbrochenen Stug", ber in einer ber» i WnieroII gekürzten Bühneneinrichtung des Ge- teeralmtcndanten Tr. Karl Zeiß gegeben ward, ’ lfl'eltc besonders Herr Impekoven durch seinen ■nnroUifltn, verschlmitzt-dummen Torsrichter, eine ^•-9eui<'lnete Chüraktcrstudie. — Von gut be- ptm vause wurden die Darsteller nach beiden ä-.er.en, zuletzt auch ber Spielleiter Richard SS ei* ■ tmederholt hervorgerufen. tt. * ^^Sind die Engländer Philister? »trage beantwortet eine amerikanische Schrift- mnrmehr die Diebe festgenommen worden Weiter kommt eine Reihe vm Per- fonen atö Hehler in Betracht. Die Ermittelungen srnd noch nickst abgeschlossen. airmftabt, 26. Aug. Eine mächtige 9rtLnan der u. a. Vlbg Do r f ch, Landwirtschaftssekretär Müller, u (Schafheim) und Glaser (norhemr) teilnahmen, nahm einstimmig eine Ent- Mcetzmig an, m ber die Ernährung der Stadt als ^renpslicht erachtet, der Abbau ber Zwangsnürt- Aaft, Beseitigung ber Kontrolleure, ö-reigabe der Hauchchlachtungen, Schutz vor Hamsterplage ver- langt und die Gründung des Hess. Bauernbundes begrüßt wurde unter Zusammenschluß mü den Genoßen ur Oberhessen. rm. Bensheim, 25. Aug. Zur Frage der -ttrotversorgung fand am Domierstag aus Anregung ocr Kreiskornstelle in Bensheim eine , tef^wmlu"^ der Bürgermeister, ber Lelwnsmittel- beiratc, bi estellten Aufkäufer für Getreide, so- wre L-Llegierter aus landwirtsckwst^ick-en und 23er- braud>erfreuen statt, der auch ber Vorsitzende des ^andesernährungsamtes, Mrnisterialdir.ktor Neumann, und andere Herren aus dem Ministerium beuvohnten. Die itngcnü.genbc Ablieferung des Ge- treldes infolge mangelnder Druschfohlen und verspäteter Ernte wurden eingefrenb erörtert und auf Oie btimrd) entstehenden großen Nachteile hingewie- sen. Bon allen Seiten wurde die Aufrechterhaltung der Zwangswirtschaft als z. Z. unentbehrlich anerkannt und festgestellt, daß die Aufhebung des ^erwiegungszwanges in vielen Orten irrtümlich die Auffaisung erweckt hatte, daß die Zwangswirtschaft aufgehoben sei. Ministerialdirektor Neumann wies darauf hin, daß eine solche Maßnahme eine Katastrophe zur Folge haben müßte und daß die Aufhebung des Äerwiegungszwanges nur erfolgt sn, weck berufene Vertreter ber Landwirtschaft erklärten, baß daburch die Ablieferungsfrvudigkte gehoben würde. Kreis Wetzlar. . ra. Wetzlar, 26. Aug. Tie hiesige landwirtschaftliche Winter schule ivird diesen Derbst nach vierjähriger Pause wieder eröffnet. ra. Krofdorf, 26. Aug. Unser Gendarmerie-Wachtmeister O. Heiner! wurde Freitag abend auf dem Fußpfad nach Dutenhofen tot auf» geilmdm. Ein Hirnschlag hatte seinem Leben ein Ende bereitet. Heinert, seit dem Jahre 1914 hier wirksam, stand im 52. Lebensjahr und war allgemein beliebt. Hessen-Nassau. = Frankfurt a. M., 26. Slug. Unter der Eisenbalmüberführung an ber Forsch ausstraße wurde Sonntag abend an einem kriegsbeschädigten Koch,ein schwerer Raubanfall ausgeführt. Der Kock) lernte in einer Wirtschaft zwei Mädchen kennen, die ihn schließlich zu einem nächtlichen Spaziergang in den Stadtwald einluden. Unter ber Eisenbahnbrücke sprangen plötzlich zwei Kerle über ihn her und nahmen ihm Brieftasche und Uhr im Gesamtwerte von 1700 Mk. ab. Die Mädch.m, die mit ben Kerlen Hand in Hand gearbeitet hatten, verschwanden mit ihren Kunipanen im Dunkel ber Nacht. = Frankfurt a. M., 26. Aug., DerLeichen- einsteller Emil Wachter, Nvrdendstraße 2, wurde bei Bewachung seines AcVergrundstückes nm Freitag abend von einer unbekannten Perßon durch einen Schuß in bat Unterleib lebensgefährlich verletzt. — Frankfurt a. 26. Aug. Nach Unterschlagung von mehreren tausend Mark Tienstgeldein ist der Angehörige des hiesigen M a - rine-S icherungsdiensteS, BareiS, flüdntig geworden. = Frankfurt a. M., 26. Aug. Der erste Direktor ber Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft, Geh. Medizinalrat Dr. August Knoblauch ist gestern früh im Alter von 67 Jahren den Folaen einer langwierigen Lungenentzündung erlegen. Ter Verstorbene, der seit 1899 mit stets zweijährigen Unterbrechungen erster Direktor der Gesellschaft war, hat sich um ben Neubau des Senckcnbergmnseums und die organisatorische Ausgestaltung Der Gesellschaft unvergeßliche Verdienste erworben, deren bei ber Hunbertjahrfeier vor zwei Jahren in besonbers chrenber Weise gedacht wurden. Hochsch«lnachrrehten. — Wintersemester und Zwischensetnester an der Universität Frankfurt a. M. Auf Antrag des Senats hat der Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung verfügt, daß in Frankfurt das normale Winters ernester statt am 16. Oktober schon am 25. September beginnen und am 31. Januar endigen und sodann im Bedarfsfall ein Früh- jahrszwischensemcster daran angeschlossen werden soll. Siementfprcdjenb wird in Frankfurt die Jmmarrikulationsfrift für das Wintersemester aM 25. September beginnen und bis 15. Oktober dauern. Der tatsächliche Begiim der Vorlesungen ist für den 5. Oktober in Aussicht genommen; näheres ist aus den Borlesungsankündigungen am schwarzen Brett ersichtlich. !ls- stellerin Carolyn Shipman Whipple in der Daily Neivs mit einem feljr entschiedenen Ja. Die Angelsachsen sind die Philister unter den Völkern schlechthin und übertreffen darin bei weitem die Amerikaner. „Der englische Philister"", so sckftldert die Amerikanerin die typisck?en Briten, „will genau wissen, welcher religiösen Gemeinwhast man angehört; er würde um alle Welt nicht 8ugeben wollen, daß er während seiner Ferten keine Rei'- macken kann, und er dankt Gott jeden Morgen, daß er ein geborener Engländer ist. Er .hegt einen felsenfesten Glauben in die Fähigkeit England, die Welt körperlich, geistig und moralisch zu beherrschen; er ist überrascht, daß nicht alle Amerikaner durch die Nase sprechen. Tas Phckrster- tum ber l)öHeren englischen Kreise bat eine etroa andere Form, obgleich der Geist derselbe ist. Örer kommt als wichtigste Clmrakteristik dazu, sein Geld mit möglichst viel Aufsehen auszugeben. Tas Symbol DfefeS philisterhaften Pvotzentums ist die Guinee. Wenn eine Engländerln etwas kauft, dessen Preis in Pfund und Schillingen angegeben ist, bann bat es für sie nicht bmfelben Wert, wre wenn sie in Guineen bezahlt. Ern Gurnern-Arzt oder -Zahnarzt ist ein besonders tüchtiger Mann, und er wäre es nicht, wenn er seine Rechnungen nicht in Guinem ausschreiben würde. Nirgends wo anders wird das Geld so angebetet wre m England. Aber es geschieht 1-ermlrch. Washrntvn Irvings Wort von dem „allmächtrgen Dollar" als der amerifcmiicfcn Gottheit, finbet Jem Gegenstück in dem errglischen ^oderrbild, der „goldene Guinee". Tie Engländer nennen >rch fowst heuchlerisch „ein Volk von Kaufleuten"', aber rm mner- Syott. ** Bei dem internationalen Wurftaubenschießen in Bad-Nauheim errang am brüten Tage unter 14 Teilnehmern Herr F. F. Werner, .Arzt aus Gießen, den 4. Kartcll- prkis. Aus dem AmtöverkündigungSblatt. ** Das AmtsverkündigungSblatr Nr. 78 vom 25. August enthält folgende Bekannt-- mad)ungen: Verordnung zur Ausführung bet MeichSgetreideordnung für die Ernte 1919. Vom» 5. August 1919. — Ausführung deS Jagdstras- aesetzcs vom 29. April 1911. — Erlaß von Vorschriften über die Fortschreibung der Zivilbevöb' tcrung zum Zwecke der Lebensmittelversorgung^ — Feuerstättenverzeichnisse imb r'lbärrberung des Regulativs über Reinigung der Schornsteine. —' Die Wahlen zum Provinzialtag. — Förderung deS bargeldlosen Zahlungsverkehrs. — Rotlaufrerdachtt> — Lehrer Versammlung. — Urlaub zum Besuch der Lehrerversammlung. — Süßstossabgabe. — Die öffentliche Bewirtsckwftung der Frühkartoffeln aus* der Ernte 1919 imb deren Höchstpreis. — Feld- bercinigung Qneckborn; hier: die Arbeiten beÄ III. Abschnitts. — Dienstnachrichten des Kreisamts, Die R o t l a u f s e u ch e in dem Gehöfte des Dietrich Heibertshausen III. zu Stauf nberg, des Karl Koller zu Saasen und des Ludwig S a ck zu Utphe ist erloschen; die Schutzmaßnahmen werden hiermit aufgehoben Eine K r e i s-L e h r e r v e r s a m m l u n g soll am Mittwoch ben 3. September, vormittags 9 Uhr, auf der Liebigshöbe bei Gießen mit folgender Tagesordnung stattfinden: 1. Elternrecht und Schule, Vortrag des Lehrers Ploch (Grünberg);> 2. Kreislehrerbüchevei; 3. Fortbildungslehrgänge 4. Wahl dreier Vertreter der Lehrersckiaft. Urlaub zum Besuch der VersammlunD des hessischen Landes-Lehrervereins kann auf Antrag für Samstag den 30. August erteilt werden.. Süßstoff (Saccharin) wird für die Zeit vom 16. bis 31. August gegen die Lieserrmgsab« schnitte 7 ber Süßstoffkarte „H" (Mau) und 4 der Süßstosflarte „G" (gelb) von ben Süßsboftabgabe-- stellen der Landgemeinden des itreifed abgegeben. Es gelangt auf den Abschnitt 7 ein Briefchen und auf den Abschnitt 4 eine Schachtel zur Ausgabe. Nach dem 31. August nicf.it abgerufene Süßstoffmeirgen bürfen vvn ben. Ausgabestellen frei verkauft werden. vermachter. Eine Schnellzug-Entgleisung in Frankreich. sten Herzen glauben sie fest daran, daß sie es nicht iind. Amerikaner gestehen frank und frei als Lebensberuf ein, „Geld zu machen". Der Engländer jagt nicht minder eifrig nach allem Geld, das er kriegen kann, aber er wird.niemandem zugeben, daß dies der Fall ist. Teshalb find die Engländer größere Philister als die Amerikaner, weil sie mit alten Mitteln zu verheimlichen suchcm, daß fte es find. Sie betrachten sich als die großen und stolzen Mel tbeherrscher, und das Geldmachen betreiben sie nur so nebenbei."" Wir würden nach dieser gewiß zutreffenden Charakteristik ben Engländer eher als einen Pharisäer, denn als einen Philister bezeichnen. Aber die AmcriVanerftr wirft ihm auch Rückständigkeit, Mangel an Unternehmungslust und Schwerfälligkeit vor. „Wenn Amerika und Afeutschland (wieder) ben Weltmarkt erobern, dann ist Englands Schicksal besiegelt, und es wird Überholt als ein hafftumgsboser WÜister, der zu vorurtftlsvoll und altmodisch ist, um etwas anderes zu sein als Philister."" * Tas Wörterbuch der deutschen Soldatensprache. Tie umfassende Samm- Sber deutschen Soldatensprache, die vom Ver- Teutscher Vereine für Volkskunde im Verein mit ber Wörterbuch-Kommission der Bayerischen Akademie ber Wissenschaften begonnen wurde, ist in ben Jahren 1917 und 1918 durch Heeresangehörige sehr gefördert worden, wie ber erste Bericht des Unternehmens feftftellt Aber manches fehlt noch zu ber Vollständigkeit, die aus wiffenschaWchen Gründen notwendig ist. Ti- Akademie wendet sich daher, wie wir der „Zeftschrift des Allgemeinen Teullchen SprachvereMs"" entnehmen, noch ein- Der Schlichtungsausschutz der Provinz OberheFen. Verhandlung vom 22. August 1919. I. In der Lohnstreit'ache dcs Deutschen Metall- arbelterverbandes, Venvaltungs stelle Gießen, namens der organisierten Gehilfen ber L pe ngler und Installateure gegejn dle Freie Vereinigung der Spengler und Installateure in Gießen entschied der ed.J ichtungs ausschuß: 1. Von der laufenden Lohnwoche ab ist folgender Lohn zu zahlen: in der 1. Klasse ein Stundenlohn von 2,— Mk., pt der 2. .Klasse ein Stundenlohn von 1,65 Mk., in der 3. Klasse ein Stundenlohn von 1,35 Mk., tn der 4. Masse ein Stundoulohn von 1,— Mk. 2. Tie Wochenarbeitszeit wird auf 46 Stunden festgesetzt. Die Verkürzung der ArbeftsMt hat grundsätzlich am Samstag nachmittag stattzu- sinden. Jedoch ist ber Gehilfe verpflichtet, in ganz besonders dringenden Fällen die vorkommende Arbeit auszuführen, und zwar schon im Interesse der Allgemeinheit. Die betr. Arbeit ist alsdann als Uebcrftunbenarbeit zu vergüten. . 3. Als Ferienzeit mit Fortzahlung des Lohnes wirb festgesetzt: nach einjähriger ununterbrochener Tätigkeit bei demselben Arbeitgeber 2 Werktage, jedes weitere Jahr einen Werttag mehr, bis zum Höchstbetrag von 8 Werktagen; Stichtag für das laufende Kalenderjahr ist ber 1. August 1919. , 4. Der Arbeitsverttag vom 15. März 1919 bleibt im übrigen in Kraft. Die Arbeitnehmer erkannten den Schiedsspruch an, die Arbeitgeber lehnten ab. Sie hatten geltend gemacht, baß der kleine Handtverker bei steigenden Löhnen weniger Aufträge erhalte, den Gehilfen durch Weiterbeschäftigung selbst bei schivachem Geschäftsgang cutgegenlommc. Betont wurde auch, daß die Städt. Gas- und Eleltrizitätswerke starken Wettbewerb mack-en und nicht dieselben Löhne zahlen wie die Privatunternehmer. II. Tie Lohnstreitfackpe der Steinbruck-- und Erdarbeiter, vertreten durch ben Deutschen Bau- arbeitcrverband, Bezirksausschuß Iwankfurt a. M., in den Quarzit- u sw.-Brüchen im Gern einbebezirk Münzen berg und Rok- k e n b e r g wurde zumf Teil durch Vergleich erledig'. Zur Festsetzung der Löhne wurde Schiedsspruch nötig, wonach statt des geforberten Lohnes van 1,60 bzw. 1,50 Mk. ein solcher von 1,20 bzw. 1,10 Mk. bctoJlligt wurde, der sich um 15 Pf. v-om 15. September 1919 erhöhen soll. Ter Schiedsspruch! ivurde von Arbeitnehmerseite angenommen. Tie Arbeitgeber Scheidhauer u. Giesing und Stellawerk werden Erklärung binnen zwei Wochen abgeben; Scheurvch-Münzenberg erklärte die Ablehnung. III. Tie Arieiter der Gail' schenDampf- ziegelei und Tonwarenfabrik in Gießen hatten wegen Nachholrmg der infolge Be- triebsversammlung versäumten zwei Stunden Arbeitszeit MeimmgsverlchiedenHeft mit ber Tirek- tion des Werks beklommen. Die ArbeitnelMerseite stellte die Streit läge so dar, daß die Schuld bei ber Firma liege, da diese dem Arbeitevausschnß keine DerhandlungsmöglichAeit gewährt habe. Tie Firma dagegen behauptet, daß durch, Verhandlung mit dem Arbeiter ausschuß beschlossen gewesen sei die durch Betriebsversammlung versäumten zwer Arbeitsstunden an zwei Nachmittagen nachtzüholen. nährend die Arbl'iterschaft am Morgen bic zwei Stunden habe nachholen wvllen. Tie Arbeitnel^ mer beharrten damals auf dem Verlangen, mit ber Tirektion des Werks noch tveiter zu verhandeln unb blieben auf dem Werk, ohne an 3Vs Stunden zu arbeiten. Tie Enftsckädimurg für dieses Feiern lehnt die Firma ab, ba sie ihre Tispositvo- neit gemäß der Absprache mit dem Arbeitevaus-, schuß getroffen gehabt habe, über die ber verspäteten Heimfahrt entgenenfeel^enbeji angeblichen Eisenbahnverkehrsschwierigteiten nichts gesagt worden sei. solche auch mcht bestanden hätten. Ein Rocht, durchs Streik die Nacharbeft in einer anderen als der besprochenen und von der Tivettimk. zugestandenen Zeit erzwingen zu wollen, könne nicht zugestanden werden. Das Verlangen der Entschädigung fei unberechtigt. Tie Nacharbeit nochtrng- lich vornehmen zu lassen, habe das Werk fern Interesse. Zu einer Verständigung könne man sich nicht entschließen. Ein Schiedsspruch kam nicht zustande, da bei ber Beschlußfassung die Stimmen sämtlicher 53er* tretet der Arbeitnehmer denjenigen der Arbeitgeber gegenüberftanbeit, und ein unparteiischer Vorsitzender nicht vorhanden ist. Ter (stellv.) 53vr- sitzende stellte hienrach fest, daß ein Schiedsspruch nicht zustande gekommen ist. Es wirb erneute Verhandlung unter Mitwirkung des, Staatskommissars für die wirtschaftliche Demobilmachung erforderlich sein. mal mit einem Anruf an jeden, ber feine Freude an ber Soldatensprache hat, intb bittet ihn, feine Beobachtungen mitzuteilen, am zweckmäßigsten durch Beantwortung des Fragebogens, der von ber Akademie auägearbeitet worden ist. — Die Tragfähigkeit des Windes Man macht sich kaum eine richtige Vorstellung von ber Kraft, mit ber ber Wind Gegenstände mtt sich fortführen kann. Emen deutlicheir B«veis für ofefe außerordentlich große IragfäMeit geben Untet- siuchungen, die zwei amerikanische Gelehrte, Winchell und Miller, angestellt haben. Sie beobachteten tei Naturereignis, das sich am 9. März 1918 m Madeson tm Staate Wisconsin abspielte. handelte sich um einen sehr starken Schneesturm, ber dem der Schnee durch das Vorhandensein ei«« fernen Stmibes braunrot gefärbt war. Nach ber Verdampfung des Keschmolzenen Schnees ftefltar sie M daß er ungefcchr 1 Gramm Staub auf bat Steer enthält. Die Dichtigkeit ber Schneedecke man berart, daß die Menge des mitgesührten Staubes srch auf fünf Gramm für ben Quadratmeter l^rech-» ließ. Das scheint nickst viel zu sein, aber der. farbige Schnee, der bei dem Schneesdrrm fiel, 6c» deckte^ ctm so große Anzahl von Quadratmetern^ daß die Gesamtmenge bes von ihm neftgeführteiv Staubes von den Gelehrten auf eine Mill »ow Tonnen berechnet wurde. Bedenkt man noch, bafe ber Schnoesücrm feinen Ausgang von einem trockenen Gebiet un Südosten der Vereinigten Staaten,, von Neu-Mexiko ober Arizona, genommen hattt. so ergibt sich, daß der Sturm diese im Schnee enthaltenen Stmlbmaffen eine Sttecke von etwa 150E Kilometer mit sich fortgeführt hatte. Höchste Temperatur am 25. 8. —17.2°, 26. 8. —° 11.5*. Niedrigste „ w 25.8. -= 5.4», 26. 8. — 4L*.> Nackt zum Samstag entgletfte auf ber Stativ« Artix (Departement Basfes-Pmnni-s» ber Schnellzug Pau-Bordvaur. Tie Blatter bervckften von sieben bis zehn Toten unb etwa zwanzig Bettmar beten. Paris, 25. Aug. (WTB.) Havas. DaN „Journal"" schreibt, daß es anläßlich der Eisew- bahnkatastrophe von Arttx 15 Tote und 2 5 Verletzte gab. * * Die Steuer angst. Zu einem @e» richtstermin wird ein Eisenbahnhufsarbeiter geloben, ber nachher bloß 30 Mk. Zeugengeld haben wollte. Der Beamte erflärte, er werde ihm da» Geld unter Vorbehalt zahlen, bic Akten wurden dann aber dem Magistrat und der Steuerbehörde zugesandt. Dawufhin war ber Zeuge —> mit 50 Pf. zusrirden. * Die Wohnungsnot. Well er in Kassel feilte Wohnung siuden konnte, ist die Versetzung des Landgerichtsdirektors Ruhl wieder rückgängig gemacht worden. Ein Frankfurter ReHsanwall, Hausbesitzer, der sich jüngst vev- verheiratete, kann nicht mal eine .Wohnung iin eigenen Hause beziehen, weil Kündigungen durch das Wohnungsamt nicht zugelassen werden, * Ein unwürdiger Stadtverordneter. Der „Berl. Lokalanz." meldet arte Hagen i. W.: Die Stadtverordnetenverfamm- limg hat den Führer ber Unabhängigen, Stadtverordneten Ernst, wegen ber Teilnahme an.Schiebergeschäften für unwürdig erflärt, fein Mandat weiterhin auszuüben. 1 '. 1 '------- Meteorologische Beobachtungen der Station Gieften. Universität Frankfurt a.M. Normales Wintersemester beginnt nicht Iß.OkL, sonst. 25t Sept, und endigt 31. Jan. — AnschlieO. im Bedarfsfall Pr tt h|ahr s-Zwlstkensemester. Vorlesungsverzeichnis vers. Buchhandlung Blazek & Bergmann, Frankfurt a. M., (Poetsch.- Kto. 11746) g. Voreinsendg. v. 90 Pf. (875168 Datum Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Brod der B wöl» >»mg in Dehntet der sichtbaren Hia,meibfläche Wetter 25. 8. 25. 8. 26. 8. nm. abds. vrn. 16.9 11.5 7.6 6.3 7.4 7.2 44 73 92 5 1 9 meist heiter ttocken warm nachts Tau 3SS neuer SchraiÄlw Strubes Dickkopf-Weizen ’ gebeizt 016553 Giessen, den 25. August 1919. Johannesetr. 1, Ecke Neuenweg. 9836V um 9863 ob. Iran tagsüber, morgens wirb 9895 -KT&Ä38 •Schleier Tüclit. Dignstmädchen ver sof. ob. später gesucht 016626 Nett. Vostkellcr. Maschinen- Schmier-Oele Treibriemen Frankfurt a. ffl, ScblcflaircS» M. Postillon gesucht. 9870 Pottbalter Huhn. Schmidt 8 Wischmann Franilnrt a. M. Wir würben heute burch bie glückliche Geburt ein. gesunben Mädchen, hocherfreut. SlasermeistrrXEuler und Krau Marie geb. 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