169. Jahrgang Tlf.l. —nebft 20° eIeuc- rungszufetilag;Plaijvor- kbrm 20 % Au'jcvlag. Hauvtschn Leiter: Slug. IPoeg. ‘Scvantivortlid) tüt Polit k: Ang. tooeg. für ben übrigen Teil: Dr. ReucholD 3enj; für bett . Anzeigenlell: v. '^ed: fämtUch in Gießen 5reitag, 25. April 1919 Annahme von Liizeige« f. eie iageenummer vis zum Nncimtilian vorher ognc ]ebe'l>crbinbiiditctt äeilcitprcife: ifir ö r 11 i cl) e An zeigen 25 .‘r.Jür ansipärtifle 30 t'i., für Reklamen die Post Mt. 4.05 öiertel- jährü aud|d)L Bestellg. tsemlpred) - Anschlüsse: für die edinftleitungl 12 Verlaa.^eschä'tssteuetzl Anschr»st für T rablnach- richten: Anzeiger Liebe». ^rontfuTt VT’iw AwNktngrrunbbrnck u.Verlag: brühl'fche Unio.-Vuch- u. Zteindruckerei R. Lange.ZchrisLleiiung, tZeschistsstelle ».Druckerei: Schulstr. L Nr. 96 £rx Lietzener Anzeiger erscheinr laqiich, außer Sonn- und Feiertags. Beyjgspreis: nwnatl. Mk.l.35, vierteljährlich Mt. 4.05; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 'Dif. 1.25 durch Wilson als Hüter des Rechtes. 1 Wilsons vom Reuter-Bureau veröffentlichte Erklärung über die adriatische Frage bc- cheutet nicht nur eine energische Zurückweisung j)cr übertriebenen italienischen Forderungen, die sich auf den von Wilson als überholt bc- reichnetcn Londoner Vertrag stützen, sondern sie ist zugleich eine demonstrative Warnung nn Frankreich und Englaird, besonders an die französischen Machtpolitikcr. Der Streit dreht sich um Fiume, das die Italiener als Ersatz für andere Verzichtleistungen für sich in Anspruch nehmen wollen, während Wilson -diese Stadt den Kroaten zuweist. Man weiß nicht, ob die italienische Abordnung tatsächlich 'Paris verlassen wird, oder ob sie sich noch durch gewisse Vermittlungsversuche versöhnen lassen wird. Schwerlich ist an einen förmlichen Bruch Italiens mit der Entente zu denken, wenn auch einige italienische Blätter schon an- kündigcn, Italien werde fortan den Handel mit den Mittelmächten wieder eröffnen. Das Wesentlichste für uns Deutsche ist an diesem Konflikt, das; Wilson noch einmal programmatisch erklärt hat, es handle sich jetzt nicht um Interessen, sondern um die Rechte der Völker, das; er noch einmal feststellt, die Bedingungen seien von ihm bei der „Einleitung des Friedens" bereits formuliert worden, und Amerika „sei gezwungen, jede Entscheidung, an der es sich beteiligt, mit jenen Grundsätzen in Einklang zu bringen." Darauf werden sich also die deutschen Frieden: delegierten noch kräftiger als bisher zu stützen haben. Der Pariser Vertragsentwurf, wie er bisher in den Blättern erschienen ist, ist noch lange nicht der endgültige Friedensvertrag. Deutschland bringt eigene Wünsche, Forderungen und Auffassungen mit, die nach seiner Ueberzeugung enger und klarer mit Wilsons 14 Punkten übereinstim- men, als das, was unter Ach und Krach in der französischen Hauptstadt bisher durchgefetzt woroen zu fern scheint. WIlssn über das adriatische Problem. Paris, 24. April. (WTB.) Reuter. Wilson gab eine offizielle Erklärung über das Adria- ti-Meer-Problem ab. Ter Präsident liest wißen, das; er ein für allemal die Aufmerksamkeit ans i die TatMlt» L'itfcn wolle, daß es g>?wisse _too()I j definierte Grundsätze gibt, die von den Volkern der Welt als eine Grundlage für einen dauernden Frieden angenommen worden sind. Die, Vereinigten Staaten erinnern daran, das; keine Abweisung' von diesen GrundsiHcn siattfindcn soll. Die veröffentlichte Erklärung ^räzt den Titel „Erklärung in der Adriatischen Sache". Sie besagt : Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der dadurch berührten Fragen, hoffe ich,, daß folgende Erklänmg endgültig zur Bildung einer Meinung imb befriedigenden Lösung beitragen wird. Als Italien in den Krieg eintrat, tat es das auf der Grundlage einer Definitiven, aber privaten Verständigung mit Großbritannien und 'Frankreich, die jetzt als Londoner Vertrag belanut ist Seit jener Zeit trat eine vollständige Aendenmg der Verhältnisse ein. Viele andere -große und kleine Mächte beteiligten sich, ohne von jener privaten Vereinbarung zu wißen, am Kampfe. Das österreichisch-ungarische Kaperretch war damals der Feind Europas, aus beifcn Kosten der Londoner Vertrag im Falle eines öicgeS Liugehalteu werden sollte. Es ging aber ui Trümmer und besteht nicht mehr. Recht nur, da;; verschiedene Teile jenes Reiches, wie jetzt von Italien und allen seinen Assoziierten vereinbart äst, als u rabhängige Staaten eingerichtet werden -und im Völkerbund nicht mit denjenigen agozuert -werden, die kürzlich unsere Feinde waren, wndcrn -mit Italien selbst und den Mächten, die mj>em großen Mampf um die Freiheit an der «eite Fkalieus standen. 'Dieier -satz 1 cf)eint durch lieber^ milteluug oder Uebcrsetzung malträtiert worden fein D. Red.) Wir wollen ihre Freiheit ebenso begründen wie unsere eigene.,,Sie gegoren zu tlcineren Staaten, deren Jnteresien und öu- fünft ebenso peinlich genau garcmtlert roerbtm sollten, wie die Interesien der machrgiten Staaten "Außerdem wurde der Krieg dadurch beendet, daß von Deutschland ein Waftenstillst a^r d v o r g e s ch l a g e n wuede, der sich aus ge- Wi kl ar d e s iniert en Gru ndsa tze n auf» bauen soll und die Neuordnung nach Recht und Gerechtigleit mit sich bringen solle. Aus die,er Grundlage wurde der Frieden mit ^cutichlaud nicht nur konzipiert, sondern auch Tormuiiertunb auf dieser Grundlage wird er auch auvgcsuhrt werden. Wir können n i ch t von der großen Gemeinde der Mächte verlangen, daß der Friede mit Ocirer- reich auf einer neu eu GruuWuge d^r Unav- Hirngialeit und des m Staaten, die ur- wrüng'.ich das österrerchrick)°-linganiche Kaiserreich bildeten, und in den Staaten der Balkw.grnppe nach Grundsätzen.anlxrer Art,Vorschlägen und duick'gefuhrt werde. Wir müßen ba ba Mge- lmm in jenen Teilen Europas dieselben Grundsätze zur Ar.wendilng bringen, bi- wir in 6cm! Frieden mit Deutschland Zur Anwendung brachten. Tie Ji i.iatli^e zuml ^ri.dr.r gdai/il) mir dem ausdrücklichen B leen ms zu^eneil Prm- zivien. Auf ihnen must die ganze ^iruktur de s Friedens ruhen. Wenn jene Grundsätze beibehalten werden sollen, so muß F iu m e ils Ausgangs- und Einga-ngswr für den Hrridcl nich. von Italien, fmtbern von den Ländern nörd ich und nordöstlich jenes Hafens dienen, nämlich Ungarn, Böhmen, Rumänien und den St raten der neuen südslawischen Gruppe. Wenn iri; Fiume Italien zuweisen, so würden wir das Gefühl h-cr- ocrrufai, daß wir absichtlich diesen Hasen, der für alle bi i"c Länder den Hauptzugang zum Mi>- telmeer bildet, in die ldände einer Macht legen, ton der er keinen iiitcgriercnben Bestaadteil bildet und beten Souveränität, nxenn sie bort erricht t würde, unvenneidich dem kaufmännischen nnb industriellen Leben bet Gecpeiioen, denen der Hasen dienen muß, fremb ober nicht mi ihnen identisch et-die in en muß. Es geschah zimifcilos aus di'scn Grnnbe,, daß Fiume in den Londoner Vertrag nicht cing-schloßen, sondern Hi i i > b n Kroaten zngewie>.i wurde. Und der Grund, warum die im Londoner Vertrag festgesetzte Linie viele Inseln der Ostküste des adriatischen Meeres und einen Teil der dalmatiußchen Küste ei','.schloß, der sich am meisten nach diesem Meere hin öffnet, war nicht nur der, daß sich auf diesen Inseln und an dieser Küste hier und ba Gemcinden ita- lienifdjer Abstammung und Tradition befinden, sondern auch unzweifethaft und baust ! äch ich, daß e-s für Italien für no wendig erachtet wurde, zwischen den Kmtä'en önlich der Adria einen Stützpunkt zu haben. Es wurde vorgc schlagen, daß die Befestignngeu, die die Österreichische Regic- riing4>ott errichtete, geschleift und dauenid zerstört werden sollen. E; gehört auch zu den neuen Plä nen her europäischen Ordnung, die im Völkerbund ihren Mittelpunkt hat, daß die neuen dort errichteten Staaten eilte Beschränkung ihrer R n st u n g e n annehmen sollen, die jeden Angriff ausschließen würden. Es kann keine Besorgnis vor einer ungerechten Behandlung der dort b-kindlichen italienischen Bevölkernngs- grnvpen bestehen, weil ausreichende Garantien unter internationaler SanTtion für eine gle'ch- mäßige Bel andlung aller nationalen MiiiderRitcn gegeben werden sollen. Kurz und gift, jede mit dieser Regelung zusammenhängende Frage hat ein neues Aussehen, es ist daftir gesorgt, daß gerade dem Recht der Sieg gegeben wurde, für das Italien seine höchsten Cpicr an Gut und Blut brachte. Italien ist mit vier anderen Großmächten der öauptbürge für die neue Ordnung 1 geworden, bei deren Errichtung es eine so ehrenvolle Rolle spielte. Längs des ganzen Zuges der Alpen wurde ihm vis an das Ende der isttiani- scheu Halbinsel seine natürliche Gren;e vollständig wiedergegeben, die alle großen Wasserscheiden ein» schließt, innerhalb bereit Triest, Pola und alle schönen Gegenden liegen, die die Natur der großen Halbinsel zuwandte, und auf denen sich die ruhmvolle G-ckchidstc des römischen Vot.ec a'c- spielte. Seine alte Einheit ist wiederhergestellt. Seine Grenzlinien erfttetcc-ir sich uneber bis yt den Wänden, die seine natürliche Verteidigung bilden. Cs hat die Wahl, von Fremrden umgeben zu sein und gegenüber den kürzlich befreiten Völkern jen"e;t5 des Adriatischm Meeres jene vornehmste Eigenschaft und Größe zu entfalten, nämlich Hochlzerzigteit, sienudliche Generosität und Bevorzugung -der Gerechtigkeit vor den Interessen. Die mit Italien assoziierten Nationen, die nichts vom Londoner Vertrage ooer irgend einer artberen besonderen Abmachung, die bei Besinn dieses Kampfes zu/änide kam, wissen und die ihre großen Opfer ebenfalls im Interesse des dauernden Weltftiedens brachten, vereinigen sich jetzt mit ihren älteren Assoziiert cn darin, daß sie von ihnen verlangen, die Opfer - rolle zu übernehmen, die in der neuen Ordnung Europas nicht mißverstanden werden kann Amerika ist Italiens Freund.. Sein Volk zählt Millionen von Einwohnern, die aus den schönen Gegenden I: ackert 3 kommen. Es ist an das italienische Volt durch Blut und Zuneigung gefetiet. Solche Fesseln können niemals gebrochen werden. Amerika hatte das Vorre-ckit, vor seinen Alliierten im Kriege mit der Einleitung des Friedens beauftragt zu werden den dnrchzusuhren wir jetzt im Begriffe sind, und zivar un er Bedingungen, die cs selbst formuliert lat imb bei deren Formulierung ich als sein Wortführer ein getreten bin. Es ist gezwungen, jede Entscheidung, an der cs sich beteiligt, mit jenen Grund- s ätzen in Einklang zu bringen. Es kann nichts anderes tun. Es üeriraitt Italien und glaubt in seinem Vertrauen, daß Italien nicksts von ihm verlangen kann, was sich nid)t deutlich mit jenen geheiligten Interessen vereinbaren läßt: Es Iinnbclt sich jetzt nicht um Intkrksscn, sondern um die Rechte von Völkern. Ties allein sind die Grundsätze, für die Amerika f(impfte Dieses allein sind die Geundsätze, unter benen cs zuitimmen fmm, den Frieden zu schließen Es hockt und glaubt, daß das Volk Italiens von' ihm nur einen auf diesen Grundsätzen ausgebauten Friedensschluß verlangen wird. Line Erklärung Orlandos. Paris, 24. April. (W'TB.) Nach einer Ha- vas-Meldung ries die Veröffentlichung der Note Wilsons über die Adriafrase in Paris grafte Erregung hervor. Zahlreick.-e Besucher strömten zu dem 5n>tel, wo die italienischen De!ögicuckm wohnen Orlando erklärte einem italienischen Journalisten, er habe persönlich mit Lloyd George gesprochen. Die rralienische Delegation hwe am Mittwoch vormittag die Antwort von Amerika, England und FrMtkr-.r.h erhal.et, die itch auf die Anfrage der italieuiiche» Delegation betreffend die Adriasrage bezog. Danach Vexex die Rechte Italiens auf die dalmatinischen Städte anerkannt. (Amnerkling des Wolif-Bureaus: Ter Widerspruch biefer Meldung mit der Note Wilsons läßt sich vorläufig noch nicht aufklärcn.) Eine Volkskuudgebung in Nom. Rom, 21. April. (WTV.) Stefani. Gestern abend fand auf dem Colouna-Platz eine grohc V o l k s k u n d g e b u ng für die italienischen Ge bietssorderungcn statt. Es bildete sich eln Zug, bet unter Abfingung patriotischer Lieder sich zum Ka vital begab. Au der Spitze des Zuges bonuTl'.c uian den Fürsten Colonna inmitten vieler Offiziere aller Gr d u.id -ahlreicher Teputi'rieu. Auf dem Kapitolsplatze hielt der Bürgermeister, Colonna eine Ansprache, in ber er insbesondere aus- führte: Von dieser Stelle, wo wir am 24. M ck 1915 den Ruf nach dem Krieg erschallen ließen, ec- heben wir beute unseren Rus des Protestes und der Entrüstung wegen des Attentats, das unsere geheimen Feinde gegen unfeit heiligen Rechte zu begehen wagen. Italien hat seine Pflicht erfüllt und cs bat ba-3 glecht zu verlangen, daß feine Kriegs- ziele nicht verraten ober durch Heuchlerische Kombinationen geschädigr werden; es kann verlcingeu, baß die Früchte seines blutigen Sieges nicht von seinen Feinden gepslückt werden. Italienische Presseftimmen. Rom, 24. April. (WTB.) Stefani. Die Zeitungen sagen in ihren Kommentaren zur diplomatisÄen Lage in Paris einstimmig, daß das italienische Programm das Minimum der für Italiens Würde und Sick)erheit ausgestellten Forderungen enthalte. Die „,T r i - bunck" sagt: In dieser größlen Krise des Krieges und des Bündnisses werden wir ruhig und einig sein. Ohne die Intervention Jtcv- liens hätten die Vereinigten Staaten keine Zeit gehabt, in den Krieg cinzutrcten und mit den Deutschen als Sieger rechnen müssen, die von Mexiko bis nack; Fapan Amerika eingeengt hätten. Die Märkte Europas Mären Amerika bann verschlossen gewesen. ♦ Die japanischen Forderungen. 58cti in, 23. April. (Priv.-Tel.) Nach Mel- dungen der Abendblätter aus Paris erklärte A kino auf der Konferenz namens der japanischen Telegation, daß er heimkehren loerbc, wenn Japans Wunsch bezüglich Schan- l u n g s nicht berücksichttgt würde. Die japanischen Vertr.ster stchm auf dem Standpunkt des Geheimabkommens vom Februar 1915 zwi- sckrm England, Italien, Frankr-nch, Ruftland und Japan, welche ba-3 Versprechen biefer Staaten enthält, das; Japan die Schantuiiginfel erhalten wird. Tic Zeitung „World" erklärt, daß die Existenz dieses Abkonnncns Wilson unbekannt war. Der deutsche VöltcrbnndSentwurs. Berlin, 23. April. Die deutsche Reichs- regientng hat, nach der Franks. Ztgr, in ihrer, heutigen Kabiuetlssilmng einstimmig einen Gese tz- en trau r | für die Errichtung eines Völkerbunds verabsänedet. Am 14. Februar sind in Paris durch eine Rede des Präsidenten Wilson der Kpuserenz der 'Alliierten Vorschläge für die Dölkerbmibsakte unterbreitet worden, die im nxfentlid'cti daraus lstnauslaufen, eine ^Organisation der siegreichen Staaten zu fdyaiiien. Der Entwurf der deutschen ^Negierung beruht demgegenüber mis durchaus demokratisd>er Grundlage. Er will die Völker selbst zur Arbeit nicht nur im necatioen Sinne zur Verhinderung der Kriege heran zi-hen, sondern auch im positiven Sinne zur Forderung des geistigen und materiellen Fortschrittes der gc]amteu Mensck>l)eit. Das Kernstück dec Vvlker- Ümnds soll ein W e l t p a r l a m e n t bilden neben dem Staatenkongreß. Dieses Weltparlament soll ttmäd>st eine Vertretung der Parlamente dec einzelnen am Bolkerbiindc vertretenen Staaten sein, aber für den Ausbau diefe-s Weltparlaments sind alle Möglichkeiten offen gelassen, und es ist denkbar, baß die großen wirtschaitlick?en Organisationen, bie Gewerkscbasten, bie Handels- und Schiffahrts- organisationen beruslickre Vertreter in dieses Welt- pa lament cntfen'en können. Alle Staaten und alle Völker sollen nach der Ausfassung der deutschen Reichsregierung im Völkerbunde gleichberechtigt sein. Es soll nicht unterschieden werden zwischen großen und kleinen Staaten, zwrsck-en Sch;vack)en und Mächtiaen, sonbern das Prin'iv der Gerechtigkeit soll den Ausschlag geben. Um den Völkerbund arbeitsfähig zu machen, ist in dem Entwurf ber deutsckxm Reichsrefierung von der EinAmmig- keit bei den B^chlücken Abstand genommen worden, und cs ist die Zweidrittelmajorität eingesülirt worben. Als eine dauernde Einrichtung wird der Völkerbund gedacht, und er soll nicht mir über die nnrtsck'astlickien, sondern auch über die politischen Fragen ent)d',eiben können. Besonderer Wert wird mif die Abrüstung und auf die völlige V e r - keh.rsfreiheit gelegt. Bolschewismus in Konstantinopel? .Paris. 23. April. (WTB.) Haoas. Ten Blättern wird aus Athen gemeldet, in Saloniki gehe das Gerüd/, daß in Konstantinopel schoere Unruhen ausgebrod)en seien. Tie An- hinger des trüberen Komitees für Einheit und Fortschritt Hütten sich gegen die Regierung erhoben und die türkische Sowjetrepublik proklamiert. Heftige Zusammenstöße sänden statt doch würden fremde Untertanen nicht belästigt. Die Revolutionäre fd)iencn der Bewegung einen rein internen Charakter geben zu wollen. Au» dein Ueiche. Acußcrungen Nocckcs. Berlin, 23. April. (WTV.) NeickMvchr- Minister Mske g unTtjrlc einem Mttglieb dcr Re- l'crktion ber „Deulschm Mlgemernen Beitmig" eine Unterredung, aus ber wir folgende Mitteiluitgen luicbcrg.'bcn: Es fei weder von dem neuen Din* zierskorps, noch vvu der neuen dcutscheii Armee bie Gefahr einer politisck)eii Umwälzung zu be*- fmachten. Wir haben noch fernen Frieden imb müssen die Ostgncenzen, die noch immer slüsiig sind, gegen feindlichte Ueberfälle uitb pvgen die gewaltsame Vorwegnahme ber Frieren-3 bed-iugun geiü schützen. Werni die französisck)c Regierung über den 11 nrfang unserer Rüstu gvu nickt selbst nntcrriditet ist, so foitnle sie sich jederzeit bei ihrem Verbüit- bclcn, Wilson, inforntieicn, ber sozusagen bis aus den letzten Mann weiß, was wir im Osten stellen haben. Besser als die Franzosen scheint ja auch Llopd George die wahre Lage ber brutschen Wehrkraft ^clannt zu haben,, als er kürzlich int Unterhaus äußerte, daß Tentsstilcind kaum in der Lage sei, 80009 fDiann zur Aufrechterhaltung der polizeilichen Ordinrag aufzubringcn. Dies ist leider Wahrheit. Wir müssen er ft wieder zu einem leben* bigeren Staatsgesühl kommen, wenn wir den toten! Pirnkt unserer nationalen Verleidigiingskvaft überwinden wollen. Es ist deshalb gruz unsinnig, wenn Barth von deei^ Millionm,Anhängern einer monarcllistischen Gegnirevir'lution/ spricht uitb damit ba-3 Ausland grculiid;| ;u madrn versucht. — Tie Unlerrebung wandte lick) •vrrni* der inneren Lage zu. Ter Minister hc.il die o?esal)r des BolfchckvisrnnS in Tleutfd/and mllitärisch für überwunden. Ruhe in 2kugSburg. Augsburg, 24. April. (WTB.) Tie Arbeit in den Fabriken ist heute in vollem linv» fange wicber ausgenommen worden. Tie Straßenbahnen sind wieder int Be'rieb. Ter Te- lephonverlehr wirb am! heutigen Nachmittag im Ortsverkehr wieder ei'geschränkt zugelassen. Nach dem heutigen militärischen Tagesbericht betragen die Verluste der Regierimgstruppen sechs Tote, sowie 18 Verwundete, von denen mehrere gestorben find. Der Belagerungszustand in Sachsen. Berlin, 24. April. (WTB.) Von zuständiger Stelle wird bekannt gegeben: 8'ud Aufrechterhaltung dec öffentlichen Sick-erheit wird hiermit über das Gebiet des Freistaats Sachsen der Belagerungszustand verhängt. Mit der Durchführung der sich hieraus ergebenden Maßnahmen wird die sächsische Regierung beauftragt. Berlin, 24. April. gez. Ebert. Scheidemann. Sicherheitsmaßregeln in Hamburg. Hamburg, 24. April. (WTB.) In der vergangenen Nacht wurden etwa f ü n f u n d - dreißig Straßenzüge in St. Pauli durch 2000 Manu Volkswchr abgesperrt. Die Truppen wurden durch 200 Kriminalbeamte wirksam unterstützt. Vis um ZV-Uhr vormittags waren über hundert Personen wegen unbefugten Waffentragens,, Aufreizung, Diebstahls, Schleichhandels usw. festgenommen. Eine bedeutende Menge Gewehre, Revolver, Munition, Hieb- und Stichwaffen wurden aus den Häusern herausgeholt. Die Durchsuchung wird im Lause der nächsten Tage fortgesetzt. . Die Neuosganisation der Spandauer Betriebe. Berlin, 22. April. (WTB.) Die „Freiheit" beachte in ber Dienstag-Mor-emiummcr e m Zuschrift, bie behauptet, daß von der Reichsregic-- rung beabsichtigt worden sei, die Span bau er Betriebe, in denen ein Vollsvermögcn von 600 Millionen inüeni-’rl sei, an Kapitalpreßmag- raten um den Judas ohn von einigen Silberlingen zu verschleudern. Von zuständiger Stelle wird hier- •u erklärt: Es versteht sich von,selbst, daß an der Nachricht kein wahres Wort ist. Die vorläufige S d; l i e ß u n g dec Spandauer Betriebe mußte verfügt werden, ba unter keinen Umständen noch länger die dort eingerissene Verschlcuderung von Rcichsmittcln, insonderheit die Vergeudung von Noh^offen, geduldet werten konnte. Was nun da3 sernere Schicksal der Lvaiidancr Verriebe betrifft, so ist festzustellen, daß au s sorgsamste darauf Bedacht genommen wird, die Be'riebe ivieber auf eine gesunde Basis zu stellen. Sobald dies erreicht ist, wird and) an die Sozialisierung ber Betriebe herangetreten weiden können. Schon jetzt aber wird Die Umstellung ber Betriebe auf bie Friedensarbeit so vorgenommen werben müssen, ba»; die Betriebe sich zum minbeften selbst erhalten, wenn schon das Reid) im Interesse der in dem Bettiebe unter» gebrachten Arbeiterschaft zunächst auf eine Verzinsung tmd Amortisation verzichtet. Bereits heute haben VcrhanDlirngen mit Vcrtr'tcrn der Arbeitnehmer einerseits und mit, bewährten BetriebS- orsauisatoren andererseits slartgcmnden, um Die notwendigen Maßnahmen für Die Neuorgani- sati ander Spandauer üÖetrcb: fektziilelzen Diese Besprechungen werden sorigese ck. So'.ald das Ergebnis voil'.egt, werden die SpMldauer Werkstätten zum mii'beften wieder im Umangc Der FriedenS- 5-it erögnet tocrDcn. Bis am wci eres erhält Die Arbeiterschaft, wie bereits mitgeieiU, in vollem Umiangc den Lohn ausgezahlt. Die rrommunalwahlen. Tie Xacmftabtet Z i ung bringt narftitebenbe WDnthdv. 2iU6iai,u.!yn. Nachb.ui u>- -öo.fjtammer ein öeieVmtwürü Hbtt yiva. b.tu g D:c 4,'aiibj meinoe , StuO i* u’.ua Streik unv ^r-vi.ijiaa^ruiu .g llngeno.nm.n i/Ct, Vai b-iJ Mini .mum »s o-uieni an b.e atreu äratci. ein :Uu\O)uVxn dg.oen laifen, bie P1 jottige Wunielluiig Dec 9tia .teriifteii iür bie ir foi.be c.idxn ’Jt.mva.j.cn betbcüum ,r.n. Tic Trud> Itgung Der (>.i unterlieg, bei oen i^ctag.ic toirrfdtaftlid.e.i SdXLÜriB.citcn einer bcb-iucni- .n fceiidgvrun j, bie auch üie Jntraftk&u.ij o. c > - - feue uniizbn.m be i f.ußt. So iit ba i>cr nö ig, aui o.eem W g. alle uoimendi. n Sotbvreiiui:gcn zu treifen, um bie Wahlen nidi; rotit.r aur i' beiten. Cf int Wa^anlei.ung iuirb alsbald erscheinen Xie üxrüc.lung b r iür Laa Wahlgcschäft erierbarlichen Formulare iil bereits vcrinliHU yiad) Inkrafttreten bet neuen (Äesetzc werben die bisherigen Wemvi berate* und S.aötoetorcmelen» öciioinnilungen aus e.ost und zu i.ircm (irjab Neu wählen borg -pntmen Bi? zum Ci rtri t b.r 'N. u - gewählten b.eiben bi? bi?h?ri zen S adtverorbn.'ten und ®em.'i.ib.r.itsn:i g ie.tr in Tä igln Tie Neuwahlen zu. Stab c o b etenber» fammlung und zum Okm.titb.rat ii:? jucrit vor- zunelinrn. Soweit es nach ben g-irtz ichen Be- slimmungen unaäugig ist, soll bas Wahlvcriahren nach Möglichleit beschleunigt werben Tic oe zeichneten Wahlen haben an einem Sonntag bis spätestens den 15. Juni bs. Is. slalt- iv.finbcn. Sobald bie Neuwahlen der ßkiat r berate und Stab.berorbn tcn und ihre 'Jlmtrci tfü' ritng vollzogen fiirb, scheiden bie gegenwärtigen B ü r g e r meist er und Bcigcorbnetcn — mit Ausnahme her Bcrufsbürgrmeister — in ben fir.r.bfl'.Tneinbcn unb bie unbesolbeten Beigeordneten in ben S'intcn aus ihren Aemtern a n s. Tie aiisg.schi bene-t Bürgermeiiier unb Bei geoibneten sind wieder wählbar. Sie bleiben bis zum Amtsantritt ihrer Tienstnachfolgcr in Tätigfeit. Ter lAcmeiliberal bestehl in Gemeinden bis zu 3000 Einwohnern aus 12. von 3001 —5000 Einwohnern aus 15, von 5001—10 000 Einwohnern ans 13, von 10 001—15 000 Einwohnern ans 21 Milg iebern. ^ör bie Wahlen jur Stadtverordnetenversammlung unb zum Gemeinderrt sind nunmehr »1 stimmberechtigt: a'lc Männer unb fronen — einichli szlich der Personen des Sol» dntenstanbes —, welch? eine den sche Staatsange- Mtigfcit besitzen, a n Tage des Begi ins b r Of'en- Tcgitng irr Wählerlisten drei Monate in bet Ge- wfinbi‘ wohnen und am Wahltage das 20. Lebensjahr vollendet haben. „Wohnen" im Sinne des Gesetzes ist ein ans freier Erntsch hßung beruhen b-r Aufenthalt unter Umständen, bie auf bi* Absicht eines dauernden Verweilens an einem Orte schließen lassen. Bei bevorstehender Wahl ist eine dreimonatlich" Wolrnd.auer als Boranssehu'ag des Stimm* rechts nicht erforderlich. Dom Stimmrecht aus- geschlvssen find die tu Art. 5 der Volkskammer- wohl ordn mag vom 3. Tezemder 1918 bezeichneten Personen. b) Wählbar ist jeher Stimmberechtigte, der das 21. Lebensjahr am Wobliagc vollendet bat unb nickt von der Stimmberechligung ausge- fdifoffen ist An Herdern find nicht wählbar Bürgermeister unb Beigeordnete jmb Personen, die mit dem Bürgermeister ober einem Beigeordneten in gerader Linie verwandt oder verschwägert oder im zweiten Giabc der Seitenlinie verwandt ober mit einem von ihnen verehelicht sind Ein Bürgermeister ober Beigeorbneter, her fein Amt niedergelegt bat, ist mit Wirkung vom Tage beö Dienstaustritts wählbar. Tie Offenlegung der Wählerliste hat spätestens am 12 M a i b. I. zu beginnen. Tic Bekanntmachung über bie Offenlegung bars nicht vor der Veröffentlichung der neuen Gesetze und der Aussührungsverorbnimg int Negieru"aSbla't erfolgen. Die Wählerliste ist am 22. Tage nach Beginn der Offenlegung abzuschließen. Jede GHneinbc bildet der Regel nach einen Abstimmn"gslc.irk. Große Gemeinden Tonnen durch Beschlust der Stattocrorbnctcnncrfammfung bzw. des Gemeinderats in mehrere A b st i m- mungsbezirke geteilt werden. Ein Abstim- mungsl»ezirk soll nicht mehr als 2500 Einwohner umsafsen. Tie Abgrenzung her Wstimmnn-'s- bezirke geschieht durch den Bürgermeister nach Anhörung der Stadtverordnetenversammlung bzw. des Gemeinderat?. In j'bcrn Abstimmung?- bezirk ist die gesamte in der Gemeinde zur Wahl stehende Zalst von Stadtvcordneten bzw. Gemeinderatsmitgliedern zu wählen. . Da die Wählerlisten getrennt nach Abstimmungsbezirken anfgestellt werden sollen, so ist dafür Sorge zu tragen, da st die Abgrenzung der Abstimmungsbezirke rechtzeitig rr'ofgt und noch vor der Offenlegung der Wählerliste bekannt- gemacht wirb Die Au'fordemng zur Einreichung von schriftlichen Wal'lvorfchlägen ist svä.estens 3 Wochen vor dein Wa'stlage vom Bürgermeister Stadt- Gemeinde Wa Kommissar) durch or.süvliche Bekanntmachung zu erlassen. Die vorgeschriebenen Neuwahlen brr Bürgermeister und Beigeordneten sind in dm Lanb- aemeinden an einem Sonntage vor-unedmen. Sie sollen, ia.l? die Wahlen zu den S o stverord- uetenDerfammlungcn oder OJemein berät en in einer Gemeinde nicht augefach en ober iu?anstandet wor den sind ober die Anstchtung ober Beanstandung sich nur aur eilten geringen Bruchs ei! de: Wc» wählten et streckt, spätestens 3 Wochen nach den Gemeinderatswahle.t, also bis tun asten? den (3 ,'uli d I., sta t inben Tauet kann bi >ür bi Stnöt Verordnelen unb G ni iuberati-na len en 'ne eil e Wählerliste be utzl wer. ei, o ne ba ; deren noch malige Offenlegung er orberlidi ist. Aus StaM und (nnd. Gießen, 25. Avril 1919. Wohnungsnot her össcutlichcn Lesehalle. Die allgemeine Raumnot, die so gut wie für Privalwolmungi'n and) für öffentliche Anstalten besteht, bringt unsere Lesehalle in erneute Schwierigkeiten. Die Unterkunft, tu- sic im Dezember nach der Vertreibung aus dem Torhauscheu am Seltersweg in der Ilm versitätsbibtiothek gefunden hatte, bat sie in diesen Tagen wieder verloren, weit das Rentamt provisori'cki in die Biblia- theksränme verlegt werden muß Das in Aussicht gestellte andere Torhäuc'chen am Theater ist ebenfalls, wie das am Selterstor, für Wohnzwecke vorgesehen und kann für die Zwecke der Lesehalle nicht bergegeben werden. Dafür ist die Stadtverwaltung bereit, einen Laden gegenüber der Stadt- kircheder Lesehalle zur Verfügung zu stellen. Es steht zu hoffen, daß im Lau c der nächsten Woche in die'em Raume die Lesehalle wieder eingerichtet und dann vielleicht am 5. Mai wieder eröffnet werden kann. Eine roriterr Fleischpreiserhöhung. Das Habt. Lebensmittelamt teilt mit: Von Der Hesfi chen Zentralgenon'enschaft der landwirtschaftlichen Konsumvereine wurden der Stadl Gießen diese Woche fünf Schweine überwiesen. Zu dem bisherigen Lebendgewichlspreis werden pro Stück 35 Mk. extra erhoben, so daß sich bei einem Schlacht^ gewicht von 249 Kilogramm eine Verteuerung von 20 P f. für das Pfund ergibt. Der Verkaufspreis für das Pfund Schweinefleisch wird ab heute auf 1,80 M a r k festgesetzt. Erhöhung des Mehlprciscs. Der Kommunolverbaud Gießen teilt mit: Infolge der durch die Reichsgetreidestclle mit Rücksicht auf die erhöhten Löhne, Äohlen- preise, Abnutzung und Ergänzung der technischen Betriebseinrichtungen ben Mühlen bewilligten wesentlichen Erhöhung der Mohl- löhne ist es notwendig geworden, auch eine Erhöhung der z. Zt. geltenden Höchstpreise s ü r M e h l eintreten zu lassen. Der .Hommunalt>etbaitb hat infolgedessen auf Beschluß des Kreisausschusses ebenfalls den Preis für Roggenmehl und Weizenbrotmehl mit Wirkung vom 15. April d. Is. an um 1,50 Mk. fürden Doppelzentner erhöht. Dabei wird bemerkt, daß der trotz der Erhöhung festgesetzte Mehlpreis noch wesentlich billiger ist, als der Mehlpreis in anderen angrenzenden Kommunalverbänden. ** Marken-Ausgabe. Am Samstag, 26. d. Mts>., gelangen in den Bezirken Brot- und Kerzenmarlen zur Ausgabe. Für die Buchstaben A—K vorm. 8—12 Uhr, L—Z nachm. von 2—6 Uhr. Frauenarbeit in der Gemeinde. Tie Arauengruppe ber Deutsch-Nationalen Volkspartei veranstaltete Mittwoch abend im Groß- Herzog eine gut besuchte F-rauenversammliung, in ber Frau Major Kr a mc r über bie Frauenaicheit in ber Geineinde sprach. An Dand von reichem Material berichtete die Rebnerin zunächst ü e bie von ben Frauen bisher geleistete Ar e t. Eine große Zahl von Frauenvereincn betätigen sich in selbstloser Weise zum Wohle der Einwohnersckait: ber Alice Fiauenvevein, der Allgemeine Deutsche Flauen verein, die eoang. Gemeindesrauenvereiire, ber Hausfranenverein, der Eliiabethenre ein, der Verein Freundinnen iim-xr Mädcl>en. bie Frmicn rechtsschutzstelle, der ifraeütifdyc F-rauenre cin unb der politisckre Frauenverein. Tie Tätigkeit der einzelnen Vereine erstreckt sich teils aus Verwuirdewn- v'lege, Fürsorge für Angehörige der KEegsteil^ nehmer, Liebes--alensammeln. Einrichtung von Nähstuben, Fückabenden, teils auf Armen- und Konsum anbenfür sorge, Vermittlanua billiger Lebensrnittel, Einrichtung von Schuhnäh- unb Flickkurien, Zusammenschluß der erwerbs atizen TOäbrfjcn, Be- rataing in allen Rechtsfragen sowie $earbt*itung spezieller Frauensra-en unb palitifche Schulung bei Fran. Ein weiteres Feld der Arbeit der Z-rau bietet bie Säuglings unb Kinder,ürforg? sSänglings- heim, Sammelvormambschaft. Kindergärten ufro.) Die gesamte städtische Wohlfahrts.arb>eit ist durchsetzt mit Frauenkräften. Diese müsse in Zukunft in weitem Maße organisiert werden. Dazu bie c i die b.vorsteh nden Stabtücrorbneten mahlen fAlten Anlaß. Es muß dafür gesorgt werden, daß Zrauen in die Stadtverordnetenversammlung fom men, unb wir müssen sondern, baß bie Frauen in alle Deputationen, Ausfchüsi'en unb Ku alonen ce wählt tverben, in denen weiblicher Einfb.iß förderlich sein kann, wie z. B. Armcndeputation. .Arlvits- nachwcis. Marktausichust. S "-a -lkan'e' iansaus-- selnß, Sckstach'hof, Schuldeput ian. Sozialpolitischer Ausschuß, Theater-, Verkehrs- unb Woh- nungsaussclniß, Kreis- amb Provinz Vertretung. Den sehr klaren unb überzeugenden Ausfühnm ei der Rcbnerm, die über eine reich' Kmntnis a l r Z rauen-Ar beit, -Ausgaben unb -Pflichten verfügt, spendete die Versammlung großen Beifall. ** Amtliche P e r s o n a l n a ch r i ch t c n. In den Ruhestand versetzt wurde am 14. März der Rektor ber Mittelschule II zu Darmstadt, Geheimer Schulrat Dr. Theodor Schweisgut, auf fein Nachfuchcn unter Anerkennung feiner dem Staate geleisteten Dienste vom 16. April 1919 ab. **Verhaftuns>einer Diebes bau de. lästern g« lang es ber bieirren Polizei, eine Diebes bände von vier ingcnMxtrn Pr'rsouen festzn nehmen, bie in letzter Zeit zehn Einbrn bs- dieb stähle miSgesulnt loben. Außer einem ök-lbbeh ag von ctnxi 80) Mark sielen ihnen ncdi Seife, Zwirn und Tachenlarnpen ufro. in bi X-ä .b*, nv'd)? Stube t sie g?gnt Le eumi: e' auf den Ortsdniien ein tauschten. — Das vor einiger na it Re tz ge sto bl e n c s?( u t o mobil ist wieder zur Stelle g.-bradi und» dem Eigentümer zunickgeg-eben. Tie Tieb-e hat da.' Schicksal untemteg? jdxa*i ereilt. Sir fuhren in Lang Göns geren eine Mauer, wodu-nh der Wagen b«?vnrt be’d.tr. i.-p" iinirbe, daß er nid), mehr falyr bar war. T.a man in La g Göns v-.m dem Dieb- ijrtl renh ferne Kenntnis balle, so ist es den Tätern gehr gm, sich mierka mk zu ent'cmm — vi Gießen g diene Pferd wurde in Al!eaid-vf a Lda. ermittelt nnd» der Kvmrngiie zurückg- gebot, ebenso die bei>.m vor einigen Tagen der dVad-rikbien-Erstl^ Abteilung 18 zu Gi g>n eilt» wendeten Pferde, dec m Stockhausen, Marid Gießen, nfgestellt wurden. — An 21 ds M s in bat AdendstLnde i murX* au ? ciuenr us Li a n > a L-iberg ein nxxfi fast neues Fahrrad tut Werk von 250 Mark rntroribct Da? fynbrrab trag* bie 'Boli-ietratnrrncr G. 532, ha neue g atie Mäntel irnb in hi d. lafiert. Sachdienlich- Mittcilum^n nimmt bir Hriminal Ab eil'.mg entgegen * Wiedereröffnung ber Gerichts fchreiberlou fbnbn ? r i it 19 G nxg-n al u ft rfeit A drangt r.schlvsseue Ve r itii"a< dienst für Gerichtrfchcerber ist burxh Lea.-Bio l) vcmr 14. April f. Is. wieder g’öfmtt, jedoch mit der Einschränkung, daß cb 1. Mai l. Is. fci ic-xm Amr.gerich. nur e i n Asteirant ;um VorberciiunqS- bitnft ;ng assen n>er>?n darf. Vorbedingungen für b .iu.anung eines GcrichtLschreiöer-Aspi- ronte i.nb Pri.uareit. unb mindesten? drei,adriger -t nr o i.ich. r Vorrercitung.bi nn. Bewerbe , b Kriegsdienst geleistet ha,et, gcl?tn vor BcirerbungSgesuche sind bei ben Anitrgerich.en ein- iurcidxii. ♦* I m Lichtspielhaus wird „Der Verführer", ein ungarischer Kunstfilm in vier Akten, gegeben. Außerdem ein dem Lichtspielhaus entsprechendes Beiprogramm. Landkreis Gießen. -m. düngen, 24 Ap.il Während der Zugverkehr in den letzten Tagen nur auf geringen Gü erverkehr und fßer ottalaeförberung bcfdicibih blieb, ging be cits gestern srüh^ wieder ein Ar- beiter*, ug hier ab 6,21, Gießen an 7,14 Uhr. unb abends ein lobst r von (liegen ab 5,30 Uhr, X'urgcu an 6,13 Uhr. Seit heute früh ist ber Vcrlehr nun wieder rote vor ben Feiertagen ausgenommen morben. Damit ist ter Arbeiterschaft bie durch diese schvere Maßnahme txaupjä.tlid) gevofien wurde, toiejer btc Moglstch'eit gegeben, hüb an iljrc Arbe.ts lälte unb abc.iis -an ihren Dahnost zu g.la gen. F.ist uiig’aublidi irnb die an ae genben Fuß ouccn, bie in oljc dieser Verkehrs örnng von vielen, bie vor den Feiertagen nedj verrei en, gcntaijl werben müß en. Ans ton holM Dagelsberg iaincat Leute ju Fuß hierher unb ci i Mann u i enahm sogar icn weiten Wcg t>an Ta m'kib: Herber, wo er neuh viele» Stiut= den eint af Rei et van 5—6 3 u iben waren leine Seite, heit. Slarlrnburg und Rheinhessen. Urlaub aus ^oblrmiiüiiqcL rm. Ta rjn R .a bt, 23 April. Ti Kohlen' n o t Hal d e St b.v-rwa tu g aui;cr der umfang» reichen Gaslverre vere.n afit, nunmehr auch die Heizung ailer städiischen Bureuis unb Betrieb- streng ;u uuiersaien. Man trägt sich sogar mit bem entre t G banle i, bi’ st id ische Bearnten- ich.ft.-u veranlassen, nr: Rüdficht auf diese Verhältnisse schon jetzt möglichst halb ben ben Beamten zustehenben Urlaub anzutreten. Aus b in besetz cn Nheingebiet, lvnqlisch-frinzösischt- Mannkiest. — M a i n z, 2t. Avril. Am Felbbergplah traf Mittwoch mittag die englische R h e i n s l o t t c zum Besuch ter hier stationierten französischen Rhcinslottillc cin. Die Engländer wurden nach ihrer Ankunft int festlichen Zuge durch £i< köauptstraßen ber Stabt nach Dem Schloß geleitet. Am Nachmittag hielt General Maniiin ans dem Rhein eine Parade über bie beibet Flotten ab. Dem militärischen Sdtauspiel wohnte die . c amtc Mainzer Garni'on bei. Ein Fackelzug schloß abends die Veranstaltung. rm. Darmstadt, 23. April. Im bcnadi» harten Griesheim wurden am Sam:tag Ostern durch die Franzosen etwa 45 Personen fcflgcuommcn, bie Zicgensleisd) unb anbc-c Lebensrnittel aller An, mäbelonbcrc auch Gemüse, nach Tarrnffabt schmuggeln wollten. Die jran- zösiscben Soldaten erhalten für jeden von ihnen erwischten Schmuggler 50 Frauken unb 20 Tage Urlaub, wodurch der grosse Eiscr unb das Interesse für bie Schmuggler erüärlich iinb. =-- Btichsehlag b. Dirm ab, 21. Avril Zwischen Buchst!-ag unb d m und,- etzten Svrcnb- >i. gen lourb? ein fra-.i-ö i ch.-r So'.bU verprügelst vermutlich von Sprenb.i -g.-r Bursche i. T.t bst Täter nicht zu ermitteln iinb, macht’ der frau- zösisch- Konrmaub'nt die G’nteinde Buchschbog für den Von all verantwonlich unb belegte >i- mit einer Ge bauße von 20 000 Mk. und Seit Bürger meister mit einer Buße von 7000 Mk. _________ Aus öem 2lmtsDerfünöigangsbIatt. Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 18 vom 21. April enthält: ^Bekanntmachung Nr. W. 10/3. 19. über Beschlagnahme unb Bestands- erhebung der brutfrben Sdwf:d)ur und be? Woll- gcsalles bei ben deutschen 6kvi e eien. Boni 1 März 1919. — Regelung des Verkehrs mit Frübgemüsc im Jahre 1919: hier: Erlaß eines Dörrverbot?. — Sonntagsruhe im Barbier - unb F iseurgewerbe in ber Staat Gies-en. — Landesvoli eilid>.’ Prüfung eines Ergänzung^'ntwurfs der '-Serbin'atng> bahn bei Gießen. — Dienstnadwichten de? Kreis- amtes. Erlaß eines Dörrverbot ?. Die fcof. Landes-Olemüscstelle bringt zur öfpcnUiden Kenntnis, daß wie tm Jahre 1918 be.t Herstellern von Dörrgemüse das Dörren von Frühgemü e bi? zum 31. Juli 1919 unterfait ist. Ausgenommen von diesem Verbot sind die auf ben Frischmärkten ver bleibenden Ueberstönde von Frühgemü e. welche durch Trocknung vor dem Verderb gesdmtzt werben müssen. Sonntagsruhe int Barbier- nnb Friseurgewerbe in Gießen. Entsprech end "in Antrag der Friseur- u ib Perückenm acb.r- Innung in Gi ßen fall n -'ämtlida' auf Grund de? 8 105e der (Wernerbc»?rbmrn e teilten AtiS"ahn en weg. Es bleibt mir bi- 'öefd)äitinm'usscld. — Sonntaa. 27. Av i!: 9 •: noviirm.a- tion b. kinber a b. Zohannes-(vem.; Frier b heil AbenbmahlS. Pfr. Ans selb.: G: Pfr Bechtols- Hrimer: 8: Bi>!'.e vrech ina im Z^»' a ines'aal 'l i r di b e r g Vorm. 10: Konhrma io». i 2lbenbmabL — Nachm. 1 2: Dau b ringen. vv5eE. — TieEinh eitsl'chulea: Arbeit?- unb Sulturschulc. Tic Ansichten über die Lö ung biefcr .iu'ga.e geben w wen aus i iflaber, daß eine Verföhnuui ber Gegensätze unmöglich zu sein schein:, -ä uira< Scherer z.igr aber in ber obengenannten Sdjri t einen Weg nie Ver- icbnnng; die Frag, oes 'Jicl:gion:un ■.nd u-:- roiti) von chm von einer ganz anbereu Seite auf gerollt, uiib zwar boch v. der, welche eigentlich bie nächste batte sein sollen, von ber Letzte Nachrichten. Tie Pariser Verhandlungen. Paris, 24. April. (WTB LnrraS. Wie bas „Echo be Paris" ntvibet. wird Marschall Fodi am Freu g Dem Mi. i iitta: ü^.r bi Fiage der Sidxrung. bie in mhüLnscher Vinuch: von Frankreich am Rhcm zu trefwn iinb, gehört ivcrb.n. Paris, 24. Avril. (WTB L>avas. Nad) beni „Echo bc Pari?' wirb ein Ä n s » ujj aus den Frieden sbedingu na en a n _Sonnt. g den 3. Mai it b n B äi cr.i erleb itcu. Ter Auszug lüirb drei ZeitungSfei.en umiafien. Paris, 21. April. (WTB.) ^avaS. Man Hoist in Pari?, baß ber Tag ber Verhandlungen mit ben deutschen Telcaiertcn durch bas Zerwürfnis mit ber i aii.itiidxn Tde» getion nicht beeinflußt wirb unb baß kctne Verzögerung eintrLt ttän pfe mit den Polen. Berlin, 24. April. (WTB» 9bt ber polnisch - o b e r | ch l e s i s che n unb der pofen- schen Front herrsd) e m ben letzten Togen reg- P a t ro u i l le n t ätigke i t. Tic auhei- ’.cr.bc Tätigkeit ber Polen au b.r N.’tzefroart war beionbers groß. Netze.b, norböftlich Labifdün, ivitrb’ vor einigen Tagen von zwei Mamvagnicn des polnischen Jägerbak iilons 1 an gegriffen. Ter Gegner würbe lurüdgefch agn und ließ 13 Gefangene unb 1 Mafchrnengewebr in unserer 5>nnb. Ferner griff?n die Polen mit starken nrösten unter Einsatz vieler Minemverfrr urb Ma» schinrnff.ioehre unsere Pos.ianmcren nörb idi und nordwestlich Kout».ni an. Ter '?lngrih fdacittrle. Tic Polen wurden durch unsere '-Lkrhärtungeit in ihre Au ganasstrNung zuriickgeworfen. ^er Bahnhof von Arganou an b.*r Strecke TTwrn» L>oheinalza würbe von den Polen mit Ar illcrie — teils schwerer — beschossen. Mehrer’ Srfmre fielen iit die Stabt unb in bas Gut Lubwigkruh, das teilweise abbrannle. Ebenso kagni Zaouny, Sch'oß und Torf Neudorf, sowie Wih” nh-bentnt unter Dofnifd>em Ar i leri feuer. Angesichts dieser andauernden Verletzung ber Tcmarkations- linie iinb bie beutschm Truppen nur schwer abzu- (Kilten, ihrersei.S anzugreifen. Amsterbam, 24. Aprist (WTB.) N:ch Riutcr begann bie po l n tjebe _'?I r m cc in Litauen an einer Front Don 15) M icn eine graste Offensive, bie n-ach im V-rrücken be- rai^en ist. Tic Polen machten eine beträchtliche Beute. Fordzrnngkn brr Kriegsbrslhädigtkn und.tinrflöhintrrllirbnirn. Berlin, 21. Avril (WTB.) Wie gcmcPet wirb, werden am 27. April in allen Orten Tcaitfch- lands die Kriegsbeschädigten n .Kriegshinterbliebene n , ireldaen Or< a i ati nen ie and) angeboren, in Massenrunbgebung-.'n eine h’ci e Forderungen ber Crifenlli bhnt vor Auz>.u führen, über die sie glcidyieitiq bairch Vertreter brr Organisationen mit dem Stoatdminiii.rium in Verhanblungen cingctrcten find. Wie wir hören, wird eine Abordnung ber kriegsbeschädigten unb Kriegshiiitcrbli«’benen morgen ’ueim Minister- präs identen mit den Vertretun .cn der 1 c - id'iebencn in Betracht kommenden Ressorts, vor allem des Reich?finanzministeriums, tc5jHcid)2- wehrministeriums, des Reichsarbeitsministeiiuinö und des kriegsministcriums eine Beivredning Laben. ES ist nicht zu b-zw.iielu, ba t ba? Reichs» mimsterium die berechtigten Forderungen icc Kriegsbefchädigteu soweit erfüllen wirb, al? bie Umstände und die Rcidisfinau en irgend er» ‘•auben. Die von ben Beteiligten erho euen For- bcrungen sinb: 1. Sciortigc Inangrissnahme unb Bearb itung eines neuen Mannidiafts- uiD öiulcrbLcbenen* Versorgungsg»tzes durch ei:ie beioiuc.c Mommii» sion der beteiligten Zentrale '.wnrn unb der Älriegslieschädiatcn- unb Mr e'vliintcrhl chcren-CcN ganiiationen. 2. Bis zum Ziikea,ttreten die er Gc» jetze eine sofortige wesentliche Erhöhung der Bezüge ber Mr»egsbeschädigten unb Mritg:» Hinterbliebenen. 3. Nachträgliche G-mmbrung von EnUassungrc.n’.ügen und sontzig n En.^as ungsge- brbrniiicn an a.le Dar dem 9. November 1918 er t lofi en en Krieg ^beldaädig cn. 4. Sofortige Zn- ar.gnffnabmc ti.ic? Gietzes zur Sd>r iung eines nirkfamen Ei istellunaS-w ngeS. 3 Be'chleunignng ber W o h n n :i g ? s ü r i o r g e durch die Schaf ung von N t a b.bcVrfnt, Zna griü a ine von Dob- irurgebauten und Prüfung der Frage der Zivil- npamnti’rung. 6. Bereilslellung auSr ickaenber Rcid'.mittel für eine soziale Kriegsbeschädigten- ur.b rv’te b i-bmenfürforge. £b rbfermri'lerronH in Mngb bürg. Magdeburg, 21. April. WTB.) Tie S^adtveroron>tmver'ammln"g iräb't- den Stan« bidaten der Mehrheitssozialisten, Stabt» rat Beims, Mitg'ieb ber Nationalversammlung, zum Oberbürgermeister. Absetzung ildiitfl RikiiaS. Laibach, 21 April. (WTB) TaS Laibacher Korresv Bureau nulbct au Podgoriha: Tie Nationalversammlung verkünbetc am 20. April bie Bereinigung Montenegros mit dem südslawischen Königreich ur.b erklärte Kö 0g Nikita für abge e :, roorau; der Vertreter des fübflawi chen Siaaie:, Pavicio, di: ausiülirenbe Gewalt übernahm ____________ BAD-NAUHEIM Ludwix**traOe 13 Telephon 05 „Hupfeld's Diele“ Täglich abends: . rsillass. mosikal. Darbietungen. Nachmittaiste? Koizert. „Hupfeld's Weinstuben“ Frühstüdokartc. 4^61 D = Eine künstlerische Sehenswürdigkeit = „Hupfeio's Privat-Hotel“ ____________SU'Ipng. - Au ohiUe. Ernst Hupfeld'sche Weingroßhandlung Hervorragende Weine. - Versand nach auswärts. Der Doppelgänger. Roman von CarlSchüler. Fortsetzung Nr. 12. Sa — und übcrTxrutt! Der Ritlmrister von Ambach war tu letzter Zett sehr vom Dienst in Anspruch geiwmwen. Weim's wahr war Vielleicht schützt ct tat Dienst nur vor, imr nhh: ntU Am zum Kvnsul Rosenberg geben zu müssen. Igc fWten Wjtdj ein Zusammentreffen zwischen Km und der schonen Ruth hintertreiben zu wollen Zu dumm Kvnrue man ihm aber nicht übel- nehmen! Zu dumm-- „Bitte, wenn Herr Konsul vielleicht hier Platz nehmen wolffm! Ich frole sür das gnädige Fräu- lem noch einen Sessel l>erbei!" Der Oberkellner sprach diese Worte in un- rmttelbaver Nähe Dorivals. Ter blickte auf. Er sah sich einem älteren Herrn gegenüber, der unschlüssig nach einem Platz sür |td) und seine Begleiterin suchte. Diese Begkirerin war Ru.h Rosenberg. Der famose Oberkellner nötigte Vater und Tochter freund ich, an dem Tisch Platz zu nehmen an dem Torioal saß. ..Deut Mann gebe ich nachher einen Hunbcrt- merrndKtn/' gelobte sich im stillen der entzückte Dorival. Schon wollte der Konsul dem Kellner seine Zusttinnrung ausdrücken, da zupfte Ruth den Vater am Aermcl. „Ich möchte näher an der Musik sitzen" sagte ne. Tvrival ärgerte sich Ter >donsul, seine Tochter und der Ober- kEner zwangen sich bis zur Musil vor, kamen. . lwrt, vie Tisch bcsetzl -varcn, wieder zurück und nahmen sch.icßlich doch in dec Nähe Tori Vals an einem Tisch Platz, an dem bereits zwei Damen fasten. Torival jubelte. Rillh kam aus einen Stuhl Au litten, der so stand, das; sie ihm das Gesicht huwanble. L^napp drei Me.er trennten ihn von chr. Er war begeistert. Die Gelegenheit nut fei? aucgenutzt werden. Er mußte sich dein Konsul cotjtelkn, sich aus Umbach beziehen, und ilyn in aller Bescheidenheit um die Angtbe einer S.unde bitten, in oec er sich eine Auskunft über das Wolsramvvrkommen in der Republik Costalinda holen konnte. Nur jetzt nicht blöde fein! (in: wollte warten, bis bis Musikstück zu Ende gespielt war. Himmel, wall e denn das Geigengespiele da oben gar nicht aushören? Dorival wurde ungeduldig. Er sah, wie der ObertclbicT bem Konsul und seiner Tochter Tee und Kuchen brachte. Der Konsul nipp e an s.iucc Tasse, blickte nervös auf seine Tasch nuhr, sprach einige hastige Worte zu Ruth und ging dann eilig die Treppe hinauf, die in die oberen Stockiverle des Hotels führte. Ein Diener trug ihm Pelzmantel und Liidenhut nach. „Fatal! Ter ist cn'wisckft," dachte Dorival. Aber sie war ja noch da! Er fühlte, daß er rot wer dm würde, wie ei > schüchlerner Tr hi ran er, wenn sie zu ihm herüberblicken mürb?. Aber sie blickte nicht zu ihm1 herüber Sie schien sieh vor- ger.omnicn zu lyabm, ihm k.inerlei Beachtung zu schenken. Merkwürdig. D-abei war er sich vollkommen klar darüber, daß sie ihn erkannt hatte. Er hatte das an einem leichten Aufb.itzen in den dunkeln Augen bemerkt, als sich ihre Micke begegnet waren. Sie hacke bann schnell zu ihrem Vater gesagt: „Ich nrochte näher an der Musik fitzen." Zum erstenmal hatte er bei dieser Ge- leg.nheit ihre Stimme gehört. Es war eine belle, klang chöne Stimme. Betrossen hatte ihn der befehlend.' Ton. Lec Kvnsul hatte sich ohne Widerspruch der Anregung seiner Tochter gefügt. Nun hatte ein glück, iclyer Zufall cs doch geirwtlt, daß sic ganz in seiner Nähe Platz nehmen mußte. Sie b;idtc mit gelangmtiltem Ausdruck über die Menschen ihrer Umgebung hin, nur mach ihm hinüber blickte sie nicht! Ter Oberkellner stellte sich in der Nähe seines Tisches auf. Dorival winkte ihn heran. „War der Herr, der eben die Treppe hinaus ging, nicht der Konsul Rosenberg?" frag e er leise. „Jawohl, mein Herr," antwortete der Kellner. „Kommt er wieder zurück?" „Er hat oben eine Konferenz. Vielleicht holt er nachher seine Tochter ab. Er macht das öfters so." Ter Kellner wurde abgerufen. Es war ein neuer Gast erschienen, ein Mann in Schlapvliut und nassem Nadn:en, das b.sch i'en. Er kramde in allen Winkeln der Brieftasche herum. Vergebens. Ta siel ihm ein, daß er sie gestern abend iit seinen Frack gesteckt halte, als er, in der Hoffuuna, Ruth Rosenberg wied.'rzujehcn, in die Königliche Oper gegangen war! Hm — scheußliche Vage! Wenn der Beamte ihn jetzt verh-istete, im Angesicht dieser vielen Leute, dicht vor den Augeir der schönen Ruth, so war er machtlos! Er versuchte sich zur Ruhe zu zwingen. Mcchanisck) rührte er in seiner Tasse freruirt und horchte dabei nach dem, Kriminalbeamten, der hinter feinem Rücken saß. Jeden Augenblick konnte sich der Mann erheben, ihm die Hand auf die Schulter legen und sagen: „Schnepfe. Sic sind verhaftet." In ihm flieg die Eriimerung auf an btc greuliche Arrestzelle in dem großen roten Haus am Aleranderplatz. . Was er zuerst als ein Riesenglück angesehen hatte, als eine günstige Fügung des Schicksals, jetzt war cs ihm im höchsten Grade peinlich, daß Ruth Rosenberg in seiner nächsten Näl>c saß. Sie mußte Zeugin der Katastrophe tverben, die in aller Kürze über ihn herembrcchen würde. Und barat —? (Fortsetzung folgt) Behördliche Anzeigen höhere Bürgerschule zu Nidda (mit Vorschulklasse). Die Aufnahme neu cintrctcndcr Schiller nudet Mouiag den 2s. April 191», von 9—12 Kbv, nuf dem Aintszi-npier des t unterzeichneten statt. Vorzulegen sind dabei: Geburtsschein, Impfschein und letztes Sdnihengnid. In die Vorschulklasse «Sevtimal werden Knaben und Mädchen nach Ljabrigem, in die Serin nadt Siäbrigcm. in die Quinta nach 4jnhvlgem Bei ch einer Volksschule ausgenommen. Wir emvfehleu aber den Eltern dringend, die Kinder im Interesse ihres Fortkommens in den bölleren Klassen möglichst frühzeitig unserer Anstalt zuzutühren. Die höhere 23ürnerfd>nle befolgt den amtlichen Lehrplan sür die sttealichnlcn. Der Unterricht beginnt erst um 9 Uhr «Schluß 1 Uhr», um auch den auswärtigen Schülern den 'Besuch der Anstalt zu ermöglichen. Anmeldungen werden bis zum 30. März an dad Rektorat erbeten. W'iie.e Auskunft wird gern erteilt. Nidda, den 10. März 1919. Rektorat der -vöberen Bürgerschule: I. E-: 8104T) Dr. B etter. Marken-Ansgabe. Am Samstag den 26. d. Mts. gelangen in den Bezirken Brot- und Kerzenmat ken zur Ausgabe. Für die Buchstaben A-K vorm. 8—12 Uhr, L—Z «achm von 2—6 Nhr. (5136B Gießen, den 24. April 1919. Ter Oberbürgermeister iLebensmittelamt). Holzversteitterung. ffreitao bett 2. Mai l. 71 vorm. » /, Ubr Hegtuaend, werden bei Wirt Hörle in Merlan auS ben .Torsionen Ketlskovf, Eichheege. Eselskovr, Gänsheege, Burgwald und Bennewald der Forst- toariei Merlan, sotvie aus den Forstorten Kammer- waid. Alter Heegwald, Lehnbeimer LinneS, LinneS und Kratzbert der Forstivartei Veb beim versteigert: Stämme: 1 Buche 3. Kl. — (\35 Fstm., 2 Eichen 8 Kl. = 2,1® Fstm. tWerkbolzf. 21 Eichen 4. 6. Kl. = 7 Fstm., 1 'x’-irfe = 0,49 Film., 14 Fichten — 8,57 Fstm., 48 Kiefern 2.-5. Kl. — 38 Fstm., 6 Rm. Hainbuchennntzsiteit iNollen 2 Ditr. lang». Nutz' knüppel, Nut: 0 Eichen <2 und 2,5 Mtr. lang», 6 Fichten (3 2)1 tr. langt. Scheiter, Rm.: << Buclte, 9 Hainbuche, 11 Birke, 98 Eiche (12runb), 147 Sliefer (runbi, 35 Fichte. Knüppel, Rm.: 34 Buche, 20 Hainbuche, 130 Eiche, 6 Birke, 6 Erle, 45 Kiefer, 48 Fichte. Knüpvelrcing, 9?in.: 54 Kieier, 6 dichte. Mieiiig, Rm.: 310 Buche, 27:4 Eiche. 22 Birke, 10 Erle, 160 Fichte (in Schichten». 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Für die und beim Tode unsere» lieben Entschlafenen Fritz Repp allseit» bewiesene Teilnahme, sowie für die reichen .^ranz- und Blumenfvenden surcchen wir hiermit auf diesem Wege unseren lierAlichstett Dank anö. insbesondere danken wir Herrn Pfarrer Bolo für seinen warmen 2iachruf für den verstorbenen und für feine trostreichen Worte für uns Hinterbliebene, ferner Herrn Bürgermeister Nitrer und dem Qrienervcrci t für da» Ehrengeleit, feinen .Migettdkameraden. die ihn aut letzten Nnbe trugen und ihm fo hübsche AbschiedSworte an feinem frühen Grabe ron nieten, sowie der Abordnung des zur .-Zeit hier liegenden Garde-Dragoner- Regiments Ar. 1*. 5093 Im Namen aller Hinterbliebenen ' Cliiabetb Rcvv Wwc. Laubach, den 24. April 1919. ScMkIh gutes Sys em kauft Gregor W. Lumb Frankfurt a. M. 2'm) Brückenstr. 9. ’gmijrnf-'ilptitat zu kaufen gesucht 5077 SeltcrSwes 64, Kontor. 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