MW! ■Hann Id Tdephoi Nr.733 Mi» ZDMlngsrunddruck u. Verlag: Brühl'sche Unkv.-Vuch- il Steindruckerz.! K Lange. Schrlftleitung, Gefchästrstelle n. vruckerek: Zchulftr. 7. 'fang zeigen an bm 22. Ottobtr 1919. tüü vaturrote Deutsche Nationalversammlung^ um Koste über die neuen Berufssoldaten. 16. ^stratze fl age: on 11-1 Uhr ommer i yb. hrrrmM. j 11977z l9,vorm.11Uhr Generoloirektor Tr. Weiulig vom Reichs- verwcrtungsamt: Wir haben noch längere Zeit an Derfuitbangenben Aufträgen zu tragen. Bayern unb Baden sind noch nicht angeschlossen. Beide wollen sich bis Ende dieses Jahres entscheiden, ob sie die Wertslälten seit einem halben Jahre mit der Miß* nirtscl-aft immer weiter gegangen. Ter Terrorismus der Soldatenräte hält die Arbeiter Und Beamten in Furcht. Tie leitenden Beamten fügen sich zum Teil diesem Terror aus mancherlei Gründen. Vielleicht rann in diesem Etat noch etwas abgestrichen werden. 105. Sitzung. Berlin, 22. Oktober. Am Ministertisch: Tr. Mayer. Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung 1,20 Uhr. Fortsetzung der zweiten Beratung des Reichs- Annahme von Anzeigen f. die ZagQsmimmer vis zum Nacbmiktag vorher obnejedeVerbindlichkelt Preis für 1mm höhe für An wia en v.34 m mVrette örtlich 15 Ps., auswärts 18 Pf., für Reklameanzeigen von 70 mm Brette 48 Pf. Bei Platz- vorfchriil20°/„Aufsctilag. Hauotschri'tleiter: Ang. Goeg. Derantwortlich für Politik: Äug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: p. Beck; sämtlich rn Gießen e Forte» gewährt werden. Wieweit sie aber der Reichswehr zugebilligt werden sollen, werde ich mir reichlich überlegen. Die Truppe muh unpolitisch sein. Die Kasernen werden anbers aussehen. Wir werden Lese- und Billardsäle einrichten. Nach zwölf Jahren wird der Soldat nicht mit einem Bettelsack auf die Strafte geworfen, sondern für seine Zukunft wird gesorgt werden müssen. In der neuen Reichswehr wird es zu Beginn keinen Offiziersaspiranten geben. Erst nach zwei Jahren wird es sich zeigen, wer von den Mannschaften sich dazu eignet, auf die Offizierschule zu gehen. Die neue Truppe wird dazu beitragen, Deutschland aus tiefster (Er- niedrigung zu neuer Blüte emporzuführen. Die Aus^ führungen des Ministers machten auf die Unteroffiziere sichtlichen Eindruck. Die Rolle des Kronprinzen im Lichte der Erinnerungen Lzernrns. «Berlin, 22. Okt (WTB.) Die Rolle des Kronprinzen in denFriedensbestrebun- g e n stellt Graf Tz erntn in seinen Erinnerungen in der .Bossischen Zeitung" wie folgt dar: Kriegs- müde und friedenoegehrend im wahrsten Sinne des Wortes war Kronprinz Wilhelm, als ich Nr. 248 Ter Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Bezugspreis: monatl. Mk.1.60, vierteljährlich Mk. 4.80; durch Ab hole- u. Zweigstellen monatl. Alk. 1.50; durch diePost Btk.5.— viertel- jährt. ausschl. Be'tellg. Fernsprech - Anschlüffe: für die Schristleitungl 12 Verlag,Geschäitsst'elleöl AnfchriftfürTrahtnach» richten: Anzeiger Siehe». postschecklonlo: Frankfurt a. UL 11686 drse SL 5on( öertieter ein. ‘9 und Unterkunft Beamte. 32 5°hre al. 5 Wtmjeföe, ^uskaserne. 020071 ”N«r, 5*:, Haushalts, Lbtei1ung> Schatzministerium. Abg. Koch- Tüsseldors (Deutsch-Natl.): Trotz; allen guten Willens des ReichsoerwerlungsamteZ sind Derschiebun^n im größten Vtaftstabe erfolgt. (Line besondere Kommission zur Nachprüfung und Ueberwachung wäre sehr erwünscht. Ter Bericht des Ausschusses über den Haushalt der militärischen Wertstätten ist eine einzige Anilage. Tas Gesamt- Ministerium hätte üiei ftüher Gegenmaßnahmen treffen müssen zur sofortigen UmneHung der Betriebe. Außer in Spandau ist es in allen anderen Berlin, 22. Okt. (Wolff.) In der heutigen Sitzung des Untersuchungsausschusses wurde die Befragung des Grafen Bernstorfs fortgesetzt. Auf eine Anfrage des Abgeordneten Quarck erklärte Gras Bernftorff, daft schon im Mai 1916 der gesamte amerikanische Handel auf die (Entente eingestellt war. Oer Handel mit Deutschland kam nicht mehr in Betracht. Hätte Wilson den Handel mit der (Entente irgend wie gestört, so würde er die öffentliche Meinung in Amerika gegen sich gehabt haben. Wilson tiat auch immer erklärt, er könne nicht gegen die öffentliche Meinung auftreten. Weiter erklärte Sern« sorff, daft die Amerikaner auch bei der Friedens- remittlung unter allen Umständen die völlige Wiederherstellung Belgiens gefordert hätten. 3n- |olge einer Anfrage von Professor Schücking besprach Graf Bernstorff die sogenannten deutschen Verschwörungen, mit denen die deutschen Vertreter drüben oder Graf Bernstorff für seine Person nichts tun gehabt habe. (Er teilte mit, daft verschiedene ?«w wegen Sabotage verurteilt wurden, ohne taft er wisse, ob sie überführt seien. (Er berichtete fuch, daft deutsche Persönlichkeiten sich drüben bei üfnen gemeldet hätten, ohne über den Grund ihrer besuche Auskunft zu geben. So sei ein Kapitän- kutnant Rinteln später in England verhaftet worden, ril dem die deutsche Regierung nach einem Tele- pmnm des Staatssekretärs von Zagow nichts zu tun i-habt habe. Berlin, 22. Okt. (W. D.) Rach dem „Abend" sagte in den Verhandlungen des Wirischaftsverbandes der deutschen Berufssoldaten Reichswehrminister Noske u. a.: Ich muft jeden Tag viel Geld aus- geben, während der Finanzminister nicht weift, wo er die Millionen hernehmen soll. Nicht nur der Unteroffizier, jeder einzelne unserer Volksgenossen muft mit einer unsicheren Zukunft rechnen. Ich habe den Unteroffizieren immer große Beachtung geschenkt und mich schützend vor sie gestellt. Die neue Reichswehr ist undenkbar, wenn nicht wenigstens ein Teil der erfahrenen Unterofsiziere übertritt Mit dem äußersten Mißtrauen aber werde ich zusehen, wenn ihr Verband die Reichswehr auf eine gewerkschaftliche Grundlage stellen will. Den Unterossizier, der mir auseinandersetzt, baß, wenn seine Wünsche nicht erfüllt würden, es eines eages passieren könnte, daß, wenn Not am Mann sei, die Truppe Gewehr bei I Fuft steht, kann ich nicht dulden. Die staatsbürger-l ..._________ U1Z Uche» Rechte und Freiheiten sollen jedem Deutschen'Betriebe selbst übernehmen wollens Tn'die leiten- faul«" ' Dieses wurde eines Tages von Beamten gestürmt; die Akten wurden mitgenommen. Proteste wegen der Verletzung der Exterritorialität wurden niemals entschieden, da inzwischen die Friedensaktion ein- setzte. Als Staatssekretär Lansing vom Grasen Bernstorff die Abberufung der beiden Attaches verlangte, fragte er, ob er durch die Tätigkeit dieser Herren kompromittiert sei. Staatsekrelär Lansing antwortete kategorisch: Sie sind in keiner Weise in dieser Angelegenheit beteiligt (Er würde bedauern, wenn Bernftorff Washington verliehe. Diese Aeufteruno wiederholte Oberst House zwei Tage später in noch schärferer Form. Zur Stellung des Militär- und des Marineattaches sagte Gras Bernstorff, daß sie in allen militärischen Fragen dierekt ihren Be> Horden unterstanden, während Berichte politischer Natur durch die Botschaft gehen mußten. Im übrigen hätten sie selbständig gehandelt. Aehnliche Derhält- niffe hätten auch bei den anderen Botschaften geherrscht Auf den Einwand von Dr. Schücking stellte Gras Bernstorff fest, daft Wilson in seiner Botschaft an den Kongreft in der Tat von verbrecherischen Umtrieben sprach. Das hätte sich aber nur auf bie Deutsch-Amerikaner, nicht auf Reichsdeutsche bezogen. Auf die Frage des Vorsitzenden, welchen Eindruck die Antwort des Kaisers, die durch Gerard den Weg nach Washington fand, auf die Friedensvermittlung Wilsons im August 1914 in Washington machte, glaubt Graf Bernstoff, daft es sich gar nicht um eine Aeufterung des Kaisers, sondern um eine amtliche Antwort der deutschen Regierung handelte. Es liege offenbar ein Mißver- ständnis vor. Der Kaiser telegraphierte damals an Wilson wegen der Greuel der belgischen Bevölkerung. Abg. Sinzheimer stellt auf Grund der der Süden fest, daft das Friedensangebot vom 12. Dezember in voller Uebereinftimmung mit der obersten Heeresleitung und dem Kaiser in die Welt ging. 1 Es folgt nun die Periode, die mit dem amert« ' konischen Friedensangebot beginnt Nach Bernstoffs Ansicht habe die öffentliche Meinung in Amerika den Schritt Wilsons absolut als prob eutfch angesehen. ■ (Er nahm damals an, daß die deutsche Antwort sagen wollte, daß wir die Friedensvermittlung in soweit ’ wünschten, daß eine Konferenz zustande käme. Jetzt müffe er allerdings annehmen, daß unsere Antwort am 26. Dezember die Absicht erfolgte, Wilsons Friedensvermittlung abzuschneiden. Zu dieser Auffassung kam er durch das Telegramm des Kaisers, in dem gefragt wird, warum er noch von den Friedens- oermittlunge Wilsons, spreche die doch gar nicht mehr bestünden. Auf die Frage des Vorsitzenden, wie er dazu käme, der deutschen Regierung die Absicht zu unterstellen, daß sie einer Friedensvermittlung abgeneigt war, antwortete Bernftorff, er habe die Note Wilsons als Friedensvermittlung angesehen. Die Note wäre absichtlich unsicher, tastend gehalten gewesen, um eine Ablehnung unmöglich zu machen. Nach seiner damaligen Ansicht hätte unsere Note vom 26. Dezember nur sagen sollen, daß wir eine Einmischung Wilsons in territorialen Fragen nicht wünfdjten; heute wäre er aber anderer Auffassung als damals. Dr. Sinzheimer stellt fest, daft die Note Wil- sons vom 12. Dezember die Bitte an alle Kriegführende enthielt, konkrete Friedensbedingungen mit» zuteilen. Die deutsche Antwort erwähnte davon nichts. Auf das Telegramm Bernstorffs, Lansing bäte wenigstens um verdauliche Mitteilung der Friedens- bebingungen, antwortete Staatssekretär Zimmer- mann zwei Tage vor der Erklärung des U-Boot- Krieges, Bernstorfs möge diese Frage dilatorisch behandeln. Bernftorff gibt zu, daß ihn das Telegramm des Kaisers an Zimmermann zu der Auffaffung brachte, die Wilsonsche Friedensvermittlung sollte von uns beseitigt werden. Der Kaiser hätte bemerkt, er lege gar keinen Wert auf Wilsons Friedensqagebot. Falls der Bruch mit Amerika unvermeidlich sei, sei nichts daran zu ändern, und es werde oorgegangen. Weiterhin erklärte Bernftorff, die deutschen Friedensbedingungen wären sehr maftooll gewesen. Lansing erwiderte, er verstünde nicht, warum wir nicht ebensoviel forderten, wie die Anderen. Man könne sich dann auf die Mitte einigen. Zur Frage der Ententeablehnung erklärte Bernftorff, Wilson sprach auch aus, daß die Entente beabsichtigte, uns zum U-Bootkrieg zu bringen, um die Vereinigten Staaten in den Krieg hineinzuziehen. Bei den verdaulichen Verhandlungen wurden öfters Aenfterungen des Obersten House laut, die (Entente würoe unter allen Umständen versuchen, den Krieg zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten zu provozieren. Der Botschafter setzte stets alle Hebel in Bewegung, um die Friedensbe- fdebungen Wilsons zu fördern. Daß eine positive Fühlungnahme Wilsons mit der Entente stattgesunden habe, nehme er an, beschwören könne er es aber nicht. Wilson wollte den Augenblick abwarten, wo keiner der beiden Kriegführenden noch Hoffnung hatte, den Sieg zu erringen. Bernstorff gibt zu, daß er an den guten Willen Wilsons glaubte, den Frieden zu vermitteln. Nach Wilsons Aeufterung sollte es ein Friede ohne Sieg sein. (Er verstand es so, daß Deutschland eine Weltstellung behalten solle. Sliemals wurde von amerikanischer Seite mit ihm über einen Frieden verhandelt, worin auch nur die geringste Abtretung deutschen Gebietes zugemutet worden wäre. Die Erklärungen Bernstorffs im Untersuchungsausschuß. Die bisherigen Verhandlungen im Untersuchungsausschuß über die Schuldfragen des Krieges genügen natürlich noch nicht, nm ein endgültiges Urteil zu fällen. Graf Bernftorff, über dessen Vernehmung wir gestern schon berichteten, hat über die deutschamerikanische Politik, Die während des Krieges spielte, allerdings bedeutsame Aufklärungen erteilt. Aber auch im Urteil über Liese Dinge ist noch Zurückhaltung geboten. Der Botschafter scheint den Versicherungen Wllsons und seiner Gehilfen ein großes Vertrauen entgegengebracht zu haben, und vielleicht ist er in diesem Punkte etwas voreingenommen. Soviel hat er klar festgestellt, daß Wilson nur unter der Voraussetzung vermittelt haben würde, wenn Belgien von uns vollständig wiederhergestellt würde, künftig waren uns die Amerikaner jeoenfalls nicht gesinnt. Aber man mutzte sich Damit cibsinden, und unsere Regierung hat, wie wir jetzt zuverlässiger als bisher erfahren haben, schon recht früh die Vermittlung Wilsons gesucht und gewünscht. Um in die Tiefe der Wahrheit zu dringen, müßte man aber noch loissen, welches Programm der Bedingungen von deutscher Seite festgehalten worden war. Dann wird es sich auch besser klären, warum tue deutsche Regierung am 12. Dezember 1916 Herrn Wilson mit dem bekannten Friedens- (ingebüt zuvorgekommen ist. Dieses deutsche Friedensangebot war, wie bieute unzweifelhaft feststeht, ein Fehler. Die i merikanischen Staatsmänner, von denen Bernstorfs ehrlichen Bermittlerwitten voraussetzt, Haven erklärt, es komme ganz ungelegen, weil die Entente daraus auf die deutsche Schwäche u. Unsicherheit schließen Vierde. Die gleiche Annahme hatten betannv buh auch wir damals ausgesprochen. Aber noch au8 einem anderen Grund war das deutsche Angebot unzweckmäßig und schädlich. Unsere Regierung wußte, daß ein Friedensschritt ZWsonS in ganz naher Aussicht stand; umsomehr hätte sie der Gefahr, falsche oder nachteilige Auslegungen über den deutschen Kräftestand hervorzurufen, ausbiegen müssen. Im A nsch l uß an Wilsons Schritt hätte, wenn inan ehrlich dem Frieden zusteuern wollte, die deutsche Diplomatie handeln müssen. So aber verdarb sie mit ihrem vorzeitigen Angebot, Las offensichtlich, nach der ganzen Auf- machung, Bethmannschen Geist trug, alles, auch die Geneigtheit der Amerikaner, ‘eüüad Entschiedenes für den Frieden zu tun. Unbegreiflich! Vethmann-Hollweg, der den Sitzungen des Ausschusses beiwohnt, hat sich, wie es in den Berichten heißt, Notizen gemacht. Wir sind gespannt darauf, wie er diese Unbegreiflichkeiten aus^uklären gedenkt. Oie tage in Nutzland. Helsingfore, 22. Okt (WB.) Die Nordwest arrnee bestätigt die Einnahme Zarsnoje Selos und Pawloweks. In Petersburg wüte der Terror. Die Bolschewisten erstickten rücksichtslos die gegnerischen Auftmhroersuche. Vor Petersburg dauere der bolschewistische Widerstand fort Von Moskau sind mehrere Regimenter zur Verstärkung angelangt Amsterdam, 22. Okt (WB.) Nach einer Radiomeldung englischer Blätter erklärte Trotzki, die 2lrmee, die Petersburg verteidigte, habe den ersten Schlag nicht ausgehalten, und Petersburg sei wieder in Gefahr. Für seine Verteidigung würden im Lande genügend Kräfte gefunden werden. Judenitsch sei ein Kavallerievorsioft geglückt Es seien Truppen unterwegs, um Petersburg zu helfen. Die Kampfe um Petersburg. Helsingfors, 21. Ott. (WTB.) Die Nordwestarmee besetzte den Vorort Pulkowo südlich von Petersburg. Judenitschs Stab siedelte nach Zarskoje Sselo über. Heftige Kämpfe fanden zwischen der e n g l i s ch e n Flotte und Kronstadt sowie Krasnoje Gorka statt. Oranienbaum brennt. Die Bolschewisten halten die Bahnstrecke Petersburg— Witebsk. In Richtung auf Pleskau macht oie Weiße Awnee Fortschritte. Die Bolschewisten zogen sich südlich vom Peipussee hinter den Welikajasluß zurück. * Wilson und die Washingtoner Konferenz. Washington, 22. Okt (WTB.) Haoas. Präsident Wilson diktierte dem Präsidenten der internationalen Konferenz, Lane, ein Schreiben, in dem er sich bemüht, einen Bruch zwischen dem Kapital und der Arbeit, der auf der Konferenz auszubrechen droht, zu verhindern. Das Schreiben soll der Konferenz unterbreitet werden. Die Lage ist krttisch. Aus Oe in Aekctze. Kliert in Breslau. Breslau, 22. Okt (Prioattel.) Reichspräsident (Ebert däf heute morgen zur Besichtigung der Oberschlesischen Ausstellung ein. Er begab sich mit seiner Begleitung nach dem Rathauses wo Oberbürgermeister Dr. Wagner den Präsidenten und die Minister Bell und Heine begrüßte. Minister Heine überbrachte die Grüße der deutschen Regierung. Vom Rathaus fuhren der Präsident und die Minister nach der Ausstellung, wo sie von dem Oberpräsidenteir und de: Ausstellungsleitung empfangen wurden. Hierauf folgte eine Besichtigung der Ausstellung. Die Lchuttolifereuz. Berlin, 22. Okt. (WTB.) In einer Sitzung der Reichsschuloorkonferenz wurden die Verfaffungsbesttmmungen über Arbeitsunterricht und Staatsbürgerkunde besprochen Die Länder sollen verpflichtet sein, diese Fächer in den Schulen einzuführen. Die Regelung des Religion-^ Unterrichts soll den Landern überlaffen werden. Reichsminister Dr. Koch schlaft die Vorkonferenz mit Worten der Befriedigung über den erfolgreichen Verlauf Aus beut Berliner Großstabtteben. Berlin, 22. Okt. (Wolff.) Trotz einer Der« warnung durch das Landespolizeiamt unterhielt eit» angeblicher „Interessenverband der inten na Zonalen Künstler schäft" in einer Tiergartenvilla nach der Polizeistunde einen flotten B a r b e t r i e b. Als in der vergangenen Nacht mehrere Kriminalkommiffare mit einem starken Auf. gebot von Kriminalwachtmeistern und Sicherhetts- soldaten in zwei graften Lastkraftwagen dort vorfuhr, hielt bereits eine ansehnliche Wagenburg vor der Villa. Die vier geräumigen Dorderzimmer des Obergeschosses waren bis auf den letzten Stuhl von zum großen Teil ausländischen Herren im Frack unb Damen in tief aus geschnittener Ball- und Theater, toilette besetzt. So gut es der enge Raum gestattete, wurde getanzt. Der Sekt kostete 75 Mark. Die Preise auf bet reichhaltigen Speisekarte waren entsprechend hoch. Nachdem die Polizei zunächst die Persönlichkeiten der Ausländer festgeftellt hatte, wurden diese entlassen. Die übrigen Anwesenden, über hundert Personen, wurden in den beiden Last- Kraftwagen zum Landespolizeiamt befördert/ was besonders die Damen nicht dagisch nahmen. Die Privatwagen und Kraftdroschken der Nachtgäste fuhren ihnen dorthin nach. Ein Metattarbeiterstreik in Frankfurt? Frankfurt a M., 22. Okt Die im .Deutschen Metallarbeiter-Verbande" organisierten Arbeiter bei Frankfurter Unbufdiebediebe sind in eine Lohnbe- wegung eingedeteit Sie forbem eine Erhöhung des Stundenlohnes, Entlohnung der Lehrlinge unb einen 20prozentigen Zuschlag auf bie neuen Lohnsätze. Ver- hanblungen ber Tarifkommission bes Metallarbeiter- Verbanbes mit ben Unternehmern scheiterte. Die Angelegenheit ist bem Schlichtungsausschuft unterbreitet, ber am 23. ds. Mts. bie Entscheibung fällen wirb. Zur Erreichung ihrer Forberungen bemonfdierten heute nachmittag etwa 50000 Arbeiter auf bem Römerberg, wo bekanntgegeben wurde, daft bie Me. tallarbeiter unverzüglich in ben Streik eintreten, wenn ber Schlichtungsausschuß in ungünstigem Sinne für bie Arbeiterschaft entscheidet. An die Demonsda- tion schloß sich ein Umzug durch die Stabt Der Straftenbahnoerkehr erlitt währenb ber Kundgebung erhebliche Störungen. Die Riesenmenge bewahrte eine mustergültige Disziplin. 169. Jahrgang Donnerstag, 23. ©Kober 1919 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen iftn einen Druck im Sinne der Nachgiebigkeit oar^ allem auf die herrschenden Militärs aus- *u. >en. — Eine lange Unterebung mit ihm bewies mir, baß er-wenn jemals kriegerisch -voll- stand ig Pazifist geworden' war. Zurück- gekehrt schrieb ber Kaiser im einen von mir entworfenen ‘Brief, worin folgenber Passus vorkam: Ich habe das bestimmte Anzeichen, daß wir Frankreich für uns gewinnen könnten, wenn Deutschland sich zugewissen territorialen Opfern in Tlsaß-Loth- ringen entschließen könnte. Haben wir Frank- reich gewonnen, so sind wir die Sieger unb Deutschland kann sich anderweitig ausgiebig entschädigen, aber ich will nicht, daß Deuschland die Opfer allein tragen sollte. Ich bin bereit, nicht nur auf ganz Polen zu oer- z i ch t e n , auch G a l i z i e n an Polen abzutreten und dieses Reich an Deutschland anzugliedern helfen. Die Antwort war eine sehr freundliche und entgegenkommende, bewegte sich jedoch in allgemeinen Phrasen. (Es war klar, daft es dem deutschen Militärs gelungen, seine Bestrebungen im Keime zu ersticken. Als ich ßubenborff einige Zeit später in Berlin traf, wurde meine Anschauung durch die Worte bestätigt, womit er mich 'apostrophierte: Was machen Sie denn mit unserem Kronprinzen, der ist ja ganz schlapp geworden. Aber wir pumpen ihn wieder auf. Das Spiel war immer dasselbe. In der letzten Kriegszeit galt in Deutschland ein einziger Wille, unb bies war der Wille Ludendorffs. Sein Denken war nur kämpfen, seine Seele Sieg, lieber den Eintritt Rumäniens in ben Krieg schreibt Lzernin u. a.: Der arme alte König Carol mit seinem deutschen Herzens erkannte sofort bie unermeßliche Tragweite unteres Ultimatums. Ich hatte bas Schriftstück noch nicht zu Ende gelesen, als er mich mit dem Ausruf unterbrach: Das ist der Weltkrieg! Der König starb an dem Kriege. Die letzten Wochen waren eine Tortur für ben alten Herrn, denn er empfand die Aufträge, die ich an ihn auszurichten hatte, wie Peitschenhiebe. Ich hatte auftragsgemäß alles zu versuchen, um eine dem Bündnis entsprechende fofortige Kooperation feilens Rumäniens zu erreichen. Ich mußte soweit gehen, ihn zu erinnern, daß das gegebene Wort kein Deuteln zulasse unb daß der Vertrag Vertrag sei, daß eine Ehre es ihm gebiete, das Schwert zu ziehen. Ich erinnere mich an eine tatsächlich ergreifende Szene, wo sich der alte König, laut weinend, auf seinen Schreibtisch warf unb mit zitternder Hän- ben versuchte, sich ben Pour le meriie-Orben, welchen er stets trug, vom Halse zu reiften. Man kann ohne jebe Uebertreibung sagen, baß ich ihn unter bissen fortwährenden moralischen Keulenschlägen dahinfiechen sah, unb baft bie seelischen Aufregungen, bie er durchwachte, zweifellos sein Leben verkürzten. T, .. |i Zur Sabolagefrage erklärte Graf Bernftorff, • ,-aeN 0 heute noch nicht, ob solche wirklich von k $’■*. rbcn» dw Deutschen verübt worben fei Das Auswärtige ; hätte sicher nicht hinter bieser Sabotage ge- t’nU »t ClÄäÄnllfi 2lus bie Frage bes Professors Bonn, ob ' T® bekannt sei, baß eine amerikanische Untersuchung u »geleitet würbe, jagte Bernstorff, er habe ben Be- licht selbst gelesen, konnte aber nicht angeben, ob Wirklich bie Dinge passierten, bie uns vorgeworfen oetßen. Im September 1915 wäre ein Bericht ber erreichisch-ungarischen Botschaft in England dem ........■...... ” Ächtüüg! Donnerstag: . itoerbnnger abgenommen worben, der ben Vor- Hlag enthielt, man möge Gelb ^ergeben, um unter «n mngarischen Arbeitern in ben wichtigsten Betrieben ’ | Änerikas einen Streck zu inszenieren. Daraus wurde Me Abberufung bes österreichischen Botschafters ver- _________ _____ . , >AgN. Nach ber Abberufung bes deutschen Militär-1 ihn nach vielen Jahren im Sommer 19 17 wieder tnb Marineattaches wurden die militärischen Dinge sah. Ich war an die französische Front gereift, uni *> eüiem besonderen Bureau in Neuyork bearbeitet | gu versuchen, ob es nicht möglich wäre, durch H II »tt vur 42 ttNu tt ) und den zur ► f < iar> äu l 1* 1 la neu« , AU L w, 7lk m< br •Hi du t* bamgung N &niitb i b« die« die örtlichen Verhältnisse bedingen. Eine Einstellung bc« Berkaus« von Bahnsteigkarten kommt wohl für einen so engen und verkehrsreichen Bahnhof wie den an der Friedrichstraße in Berlin in Betracht, nicht aber für einen kleinen verkehrsschwachen Ort, wo während des ganzen JahreS kaum ein paar Bahnsteig karten verlangt werden. Ferner soll die Zahl der Fahrkarten für jeden Zug und Bahnhof beschränkt werden. Dann soll die Geltung der Karten auf den Lösungütag begrenzt bleiben und endlich ist vorgesehen, die Ausgabe der Fahrkarten vorzeitig AN schließen. Nötigenfalls ist auch für eine Absperrung der Bahnhöfe zu sorgen. Lebensmittel. Verwaltung frei gegeben werden. Minister Tr. Mayer: Auch in der Venoal- mng stehen, die höheren Stellen den Technikern durchaus offen. Dbg. Stahl (Soz.) verteidigt die Saltung der Mehrheitssozialistrn in der Frage der Spandauer Werkstätten. Die Schließung derselben ist nur zurückzusühren aus die tzaltuny der Unabhängigen. Durch Sabotage seien Millionen in Spandau verloren gegangen. Auch die Vernünftigen unter den Unabhängii ’ waren darin einig, datz Betriebe mit 240 000 Mmschen nicht umgestellt werden könnten. Auch in Spandau muß möglichst die Selbstverwaltung eingeführt werten, ebenso das Mitbestimmungsrecht. Dbg. I a u d (Str.) tritt dafür ein, daß bei der Umstellung auf den Mittelstand nnd das (leine selbständige Gewerbe Rücksicht genommen werden muß. Minister Dr. Mayer: Tie Heeresbetriebe werden Dinge Herstellen, an baten das Handwerk flrößres Interesse hat, z. B. Lrandwerksmaschinen m vollendetster Beschaffenheit und preiswert. Lon- kurrenzartikel für das Handwerk werden nicht berge stellt werden. Fortsetzung morgen 1 Uhr. Haushalt des Auswärtigen Amtes. Schluß 6 Uhr. mehr, und zwar 60 Pf. für Gas, müssen vom 1. Oktober ab für Koch-, Leucht- und Heizga« bezahlt werden. Der Wasserpreis wurde um 10 Pf. auf jetzt 35 Pf. für den Kubikmeter erhöht. s.w. Gernsheim, 21. Oft. Unter der Dö- völleruny herrscht wegen des Planes, auf dem fcautenjdbeine Ansiedelung für vertriebene Elsaß-Lothringer zu Waffen, große Erbitterung. Der Gemeindcrat hat sich zusammen mit dem Bauernverein in einer gemeinsamen Eingabe an die Regierung geroanbt Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 22. Okt. Ter Kreis Wetzlar hat nach der vvriLhrigen allgemeinen Volkszählung 59156 Zivilcimovhner. Tie beiden Städte Braunfels und Wetzlar zählen 14 437 Be- Nohner uni) zwar Braunfels 1403 und Wetzlar 13048 Einwohner. Auf die Landbürgermeis^rcien verteilt sich die Einwohnerzahl wie folgt: Aßlar 7927, Ätzbach 6623, Braunstls 7218, Greifenstein 4253, Hohensolms 3429, Launsbach 2894, Groß- Rechtenbach 6691 und Schöffengrund 5633. Da« Ergebnis der Volkszählung vom 8. Oktober ist noch nicht zusammengeflellt. ra. Wetzlar, 22. Oft. Aus Grund der Verordnung über die Verwendung des Mehrerlöses auS den Häuten von Schlachtmeh werden für den Umfang des Kreises Wetzlar die Fleischpreise im Kleinverkauf wie folgt festgesetzt: Rind- leisch von 3,50 auf 3 Mk., Fleischwurst und Preßkopf von 3,50 auf 3 Mk. und Kalbfleisch von 2,90 auf 2,40 Mk. herabgesetzt. vcssen-Nassau. --Frankfurt a. TL, 22. Okt. Der 43jährige Arbeiter Wilhelm Schmidt aus Mainz hat die ganze Diebeszunft übertrumpft. (Er kettete im Osthasen ein riesiges Holzflos los und wollte es stehlen. Als man den Diebstahl entdeckte, wollte er an Land -ringen, fiel aoer in den Main und ertrank, ehe )m Hilfe gebracht werden konnte Die Leiche wurde nach Bürger Zeit geborgen. Q Ma rburg, 21. Okt. Am Sonntag finden in den Landgemeinden des Kruses Marburg die Gemein de ratswahlen starr. Mit oer- 3. Ernennung eines Feldgeschworenen. 4. Vc- roilfiginig des Kredits für die Wiederbesetzuug einer Eehilsenstclle bei dem Polizeiamt. 5. Vergütung für die Zähler bei der Volkszählung. 6. Ausgabe von Kricgsuvtgeld. 7. Beschasiungsoeihilfe für Beamte, Lehrer und Arbeiter. 8. Gesuch deS 5tien- tahnheimüättenvereinS inn lieber lajfung von fltot Gelände und um Unterstützung bei seinem Bauvorhaben. •* Reichs-Textilwaren. Für die minben beraütelte Devölkernng in der Stadt Gießen kommen demnächst in hiesige, Geschäften Reichstexlllwaren zum Verkauf. Art, Menge und Dreis der zur Verfügung stebenden Waren wird jeweils besonders bekannt ge» geven. Gegenwärtig steht bei dem im Anzeigenteil verzeichneten Geschäften bis zum 30. Okt. Drell zum Preise von 4.40 Mk. per Meter, Ar et o ne zum Preise von &25 Mk. per Meter, Herren-Anzugstoff zum Preise von 32.20 Mk. per Meter. - Die Urliste für die Schöffen und Geschworenen liegt von Donnerstag den 23. KL Donnerstag den 30. Ofct auf dem Stadthause, Zimmer Nr. 8, zu jedermanns Einsicht offen. Innerhalb dieser Frist kann gegen die Nichtigkeit und Doll- ständigkeit der Urliste Anspruch erhoben werden. ** Ter Gießener Mieterverein schreibt uns: Lm vergangenen Sonntag fand im „Felsen- feiler" eine Sitzung des provisorischen Vorstandes des unter dem Drucke der Verhältnisse neu belebten Gießener Mietervereins statt. Es wurde beschlossen, am 27. Oktober eine erneute Vorstandssitzung ab- -«halten, in der die den veränderten Berhältnissen angevaßteu Statuten einer Beratung unterzogen werden sollen. Am 4. November soll dann eine Mitgliederversammlung mit folgender Tagesordnung ein berufen werden: 1. Borstandswahl: 2. Statutenberatung; 3 Wahl der Beisitzer für das Mieteinigur^samt. Bis jetzt sind dem Verein zirla 200 neue Mitglieder beigdreten. Dis zu der Mitgliederversammlung soll durch Listen die ausgelegt und in Umlauf gesetzt werden sollen, eifrig um neue Mitglieder geworben werden. Tie Bestrebungen des Vereins sirtd bei den von Tag zu Tag Lasar zlaischlewAdrnd. G i e ß e n, den 22. Okt. 1919. Cäfar Flaischlen ist eine der ^ückhaft sonnigen Dtchternaturen, die den grauen Alltag jederzeit mit einem Anhauch, ei nein Wort in (Mö verwandeln können. Tie für ihn bezeichneniron Verse ,Lwb'Lonne im verzen" fino zu Volksgut geworden. Man findet sie aur manchem ^chrervt.sch, in manchem Wartczunmer, sogar in ^erlauss^ laden hängen. Und es sind gute Worte. Dichter fein, heißt voll und ganz Mensch sein." Zo wohl lautete ein Satz aus dem Romane Jost Scufrieo, aus dem der Dichter gestern abend einige Bruch-' stücke im Saale des Gesetlschaftsvcreins vorla«. Damit hat Flaischlen sich selbst al« Ttchter umschrieben. Ifcr setzt den ganzen Akenschen an feine Tich- wng. Aber dieser Schwabe ist ein Besonnter, ein Beglückter, kein »eemfat ringender Kampfer. Und wenn er ,»Glück auf", „Sonn auf" ruft und totnn er ein männliches Eihos predigt, wie in der ersten Druppc der von ihm Dorgetragmrn Gedichtc, so ningt es mehr tote das straffe Wanderlich eines unbeirrt der «onne entgegen Wandernden, denn dn Hamm.'rschlag eilten der hart am eignen Schicksal schmiedet. Flaischlen ist da« glückhaft primitive Dichter- knw, tue das sich alles in feuun vänden zu Gold wandelt, gang gleich ivas sie berühren. Zn Begnm schickie er einige SBorte voraus über ten «ertrag des lprischen Gedichte. Und doch war er sich iclbit kein guter Iutcrpret. Seine Gedichte und Proso,tücke leien sich besser. -LiL» bat Stellen müssen wrr Fi^enreure und S'aufleufe setzen. Wir haben aber Betriebe an 16 verschiedenen Orten. Wo sollen diese Leute so schnell her genommen werden? Wir müssen Kalkulationsbureaus schaffen und Fühlung mit der Kundschaft suchen, die es noch nicht gab. Die Arbeiter und Angestellten müssen uns unterstützen. Vielfach Haban wir auch erfreuliches Entgegenkommen gtfunben. Abg. Maretzky lD. Vvt.): Wir freuen uns, daß auch die MehrheitSsozialisten einfeben, daß leitende Strafte mit großer Bewegungsfreiheit und mit guter Bezahlung nötig sind. Aba. Brüh! (llnaby.): Tie Arbeiterrätr hatten vielfach für die Verwertung des L.^resguteS Ratschläge geoebm, die aber nicht befolgt worden sind. Auch unter dem neuen Kurs wird mietet verordnet und befohlen ohne Rücksicht auf die Rechte der Arbeiter, die snt bet Revolution da« Recht erworben haben, mitzubcsrimmen. Eine Rerhe von Titeln und Entschließungen des Ausstosses wird angenommen. Abg. Wieland (Dem.): Auch in die Lande«- rinanaämter müssen Techniker hinein, nehm den Juristen. Ten Technikern muß der Aufstieg in die unerträglicher sich gestaltenden Dohnungsverhält^ Nissen su begrüßen. Sie finden hoffeittlich in den beteiligten Kreisen das Interesse, welches sie verdienen. Daß der Bereiin auf dem richtigen Wege ist, geht wohl am deullichstmr daraus hervor, daß er zunächst energisch für die Umgestaltung des Miet- emigungsamtes eintritt, wo der bestimmende Ein-- fluß der LwuSbesitzer je eher, um so besser beseitigt werden soll. Auch'ist die baldige Erricytung einer juristischen Auskunftstelle in allen Mictsfragen in Aussicht genommen, in der jede gewünschte Auskunft urrentgelllich erteilt iverben soll. ,** Frauenversammlung. Tas Thema „Die MädchenfortbildnngS schule" wird in einer vom Politischen und vom Allgemeinen deutschen Frauenverein einberufenen Ber- ammlung in eingehender Weise behandell werden. Endlich ist die schon feit langer Zeit von Frauenseite erhobene Forderung auf Ausdehnung der Fortbildungsschulpsticht auf die Mädchen ihrer Lerwirllichung nahe, und eS ist mm von großer Wichtigkeit, daß die Fraueit ihre Wünsche in Bezug auf Ausgestaltung der Schule zur Geltung bringen, inn Einfluß darauf zn gewinnen. Alle Frauen, die für die Sache Interesse haben, welcher Partei sie auch angehöreu, sind herzlich eüt- geladen. Die Versammlung findet Freitag abend 8 Uhr im Hotel Schütz ftott Der Saal ist geheizt. (S. Anzeige.) "Pasqueel-Dary veranstaltet seine Abende heute und morgen, abends 7 Uhr, irn Hotel Einhorn. Siehe Anzeigenteil. Landkreis Gießen. n. Lollar, 22. Okt Auch in hiesiger Gemeinde hat sich das Bedürfnis nach Weiterbildung geltend gemacht. 3n einer vor 14 Tagen einberufenen Der- ammlung wurde beschloffen, Volksb ildun g s- rbende einzurichten. Arzt, Pfarrer und verschiedene Lehrer haben iu banbensroerter Weise ihre Mitarbeit ugesichert. Gestern abend sprach im ersten Dortrage lehrer Keller über Biologie. Der gute Besuch am gestrigen Abend berechtigt zu der Annahme, daß man den Dolksbildungsabenden großes Interesse ent. gegenbringt. - Um entstandene Mißverständnme zu beseitigen, sei auch an dieser Stelle darauf hingermesrn, daß bte Bestrebung jeder Parteipolitik fernsteht, daß es sich vielmehr um wissenschaftliche Vorträge handelt. x W l e s e ck, 22. Okt. 3n der letzten B e « meinderatssitzung wurde u. a. beschlossen, daß die Holzhauerarbeiteu wieder öffentüch bekannt ge. macht werden, so die Anfertigung eines Windfangs am Pfarrhause. Der Stall bei dem von der Gemeinde erworbenen Fabrikgebäude und ein in der alten Schule srenverdender Schulsaal sollen zu Mietswohnungen umgewandelt werden. Eine Abgabe von Holz und Kartoffeln an Unbemittelte wurde der Armen. Kommission überwiesen. Der Schlamn»wagen und die Schäferhütte sollen auf dem Submisfionswege veräußert werden. Die Abschaffung des allen und An- chaffung eines neuen Dullen, wurde genehmigt. De- chlossen wurde auch die Anbringung von vier An- chlag tafeln. Kreis Alsfew. np. Mücke, 22. Okt. Auf Station Mücke war eine Sendung Margarine für die Gemeinden Ober- Ohmen und Ruppertenrod angenommen. Dem Fuhr» mann der die Margarine mitnehmen sollte, war bereits der Frachtbrief ausgehändigt worden, aber - die Margarine war verschwunden. Kreis Lau'erboch. O Schlitz, 21. Okt. Der verstorbene Schuhmachermeister Wilhelm ©imtnnn IIL ha: nickst nur der hiesigen Kirche 3000 Mk. jum Besten der Und dennoch klingt bei dieser Art des Vortrags die ihm eigene Verwendung deS Reimes als Butnenreim und bei kurzen, ungleichen Berszeilen.oft als Spielerei ihrer selbst nhUen. Auch bie^e Gedichte lesen sich besser, da dann der Reim nicht auch noch akuststch hervor» gcl-oben wird. Und iwch eines: Manches, was so unendlich primitiv und rührend kindlich, fast alltäguch für die junge Generation klang, gewinnt Licht, Farbe und oedeutiamkell, wenn man die Worte unbefangen durch den Saal, den Dichter und die Zuhörer auf Nh einwirken läßt Und wiederum ist es mehr Flaijch- lens lyrisch erfüllte, rhythmische Prosa, als Die mit engmaschigen Reimen durchwirkten Verse. Man mache den Dersuch und höre mit innerem Ohre die Tlup-k nachjtehenden Gedichtes, das sich gestern abend ,o gamtcht auswirken konnte; □ ra Kahn. Schaukelt weiter Mich, ihr Wellen! . . . Schau, kett weller mich, thr Winde . . . durch die wunder- . bare Ruhe dieser lichten Einsamkeit . . . leise leise wiegt mich meiter in die Ferne 3« den stillen weihen Wolken, die den Horizont umNimmen ... Tragt mich fort, wohin ihr wollt! * Freibank. Frellaa den 24. Oktober werden von 1—3 Uhr die Nr. 2801—2900 beliefert. sckwindenden 2Tu5nahnen tourten die btsheri«« Bürgerm«nster und Schöffen wi terg*jpäb't inne merkwürdige Ausnahme machve das Torf Ne^'el- . brunn. Tort eric&ien kein Mansch zur Wah!, mci[ ■ die Levte angeblich dte Sonnragswähler:! 'müde sind. h Marburg, 22. Okt. DieStadtverord» n et en stimmten einem Dringlichkeitsantrag betreffend die Aufhebung der städtischen Dorschule zu. - (Eine heute hier abgehaltene Lürgerrneisterversammlung bewilligte den Landlehrern eine einmalige besondere leuerungsbeüjilfe von 300 Mk. Easttvitte unö cichloerbrmrch. Gießen, 22. Oft. Der Verein der Gastwirte Gießens hat nachstehende Eingabe den dafür maßgebenden Stellen ruqehen lassen: .Die Mitglieder der Vereins der Gastwirt» von Gießen sind durch die erneute Verordnung über bi» Einschränkung des Verbrauchs von Gas und Licht wiederum iu allerschwerste Not gekommen. Der Se- ruf, der an und für sich in der letzten Fell schon unter dem allgemeinen Niedergang der wlNschaftüchen Verhältnisse zu leiden hat, wird dadurch, daß abends von 10 Uhr an keine der beiden Seleud)tungsarten gebraucht werden darf, auf das tiefste betroffen. Die Gastwirte stehen auf dem allein richtige» Standpunkte, daß durch diese Verordnung absolut nicht das erreicht wird, n»as erreicht werden soll. Es soll zur Ersparnis von Gas und Elektrizität zwischen 10 uuö 11 Uhr, - dem Eintritt der Polini, stunde - eine andere Beleuchtung vorgenommen werden. Es kommt hierfür nur Kerzen- oder JUrbib- belend)tung in JJrage. Aber gerade diese Beleuchtung wird vom East sowohl als auch vom Gastwirt auf das unangenehmste empfunden. Der Wirt mutz wegen der einen Stunde das andere Licht beschaffen, welches einem allgemeinen Wunsche durchaus nicht entspricht, so daß die Gäste lieber nach Hause gehen als bei solcher Beleuchtung sitzen zu bleiben. Hierin aber liegt gerade der große Fehler der ganzen Verordnung. Statt Licht zu sparen, wird hierdurch umsomehr verbraucht. Der Gast geht wohl nach Hause, er gehr aber sich«, lich um 10 Uhr noch nicht zu Bett, er brennt püU mehr zu Hause noch eine zeitlang Licht. Es brennen also ungefähr 30 Leute zu Hause bO mal so viel Licht, als diese Leute im Gasttokal verbraucht haben würden. Der Lichtsttom wird also in viele kleine Kanäle geleitet und verbraucht dadurch eine Unmaße Energie, die gespart wäre, wenn diese (Energie m einem Strome bliebe. Die Gastwirte geben sich deswegen der Hoffnung hin, daß die Derordnung so ge. milbert werdest möge, als es die Deleuchtungslage irgend nur gestattet. Sie verkennen keineswegs bu Schwierigkeiten, die sich dem entgegenftellen, muffen aber andererseits auch jo viel Entgegenkommen finden, um ihren ohnehin so schwierigen Berus auch ausüben zu können. Es ließe sich der Wunsch der Gastwirte dadurch erreichen, daß di» jeweils schwachen Besuchsstunden der Restaurants und Kaffeehäuser benutzt würden, um so viel als möglich Beleuchtung zu ersparen, um dann dafür die Stunde von 10 bis 11 Uhr wiederum brennen iu können. Sie würden sich auck verpflichten, die Beleuchtung von 10 bis 11 Uhr soweit einzuschränkeu, daß nur die notwendigste Beleuchtung vorhanden wäre. Der Dorstand des Gastwirtevererns würde bann mit allen Mttteln bestrebt sein, seine Mitglieder zu allergrößter Sparsamkeit in Gas und Elektrizität anzuhatten, nm einerseits den Ontereffen der Allgemeinheit, anderer, seits den eigenen Interessen oerecht zu werden.' Die Bedenken und Äorfchläge des Gast- wirtevereinS sind vom volkäwntts'chaftltchen Standpunkte durchaus beachtenswert. Nicht nur Licht würde gespart, wenn den Gast- wirten eine längere Beleuchtung gestattet würde, sondern auch Brand, denn mancher der sein geringes Heizmaterial zu Hause sparen will, sucht im öffentlichen Lokal eine „Wärmchalle" auf. Wird chm diese 'n zu früher Stunde verleidet, so wird er unter Umständen zu Hause sein bißchen Holz verfeuern müssen. Auch der erzwungene Ver« brauch von Kerzen und Karbtd in den Gastwirtschaften bedeutet eine Schädigung der Allgemeinheit, denn bei jedem Gegenstand, nach dem irgendwie Nachfrage herrscht, steigen die Preise unsinnig. Es wäre aber in jeder Hinsicht zu begrüßen, wenn dem Ersuchen der Gastwirte entsprochen würde. Ommer mehr versinkt die Aüffe mit dem Straub unö mit den Bergen . . Alles wird zn blauem | Glanz . . Selig Leg ich auf dem Rücken, horche auf die Ammenlieder, die mir Wind und Wellen fingen . . falte langsam meine Hände . . schlleße lächelnd meine Augen und verträume in den Himmel, wie ein Hinb in stiller Wieg» . , Meine Mutter ist die Sonne . meine Mutter ist bte Sonne und ich weiß, sie hat mich lieb! Wenn man von diesem Gedichte sich hat tragen lassen, weiß man, daß Flaischlen ein Dichter ist. D-shalb sollen nun nicht die sogenannten Au- torenaber.be irgendwie abgelehnt werden. Wenn schon Lyrik oorgelragen wird, dann immer noch am besten durch den Dichter selbst. Diese Vermittlung ist bann die wertvoll e. Und auch der gestrige Abend gab dem überfüllten Hause sichtlich Diel, obgleich gerade diese Lyrik sich eher als „Sonne im Herzen" denn als .Wort auf den Lippen" eignet V.an mutz es dem Bunde zur Pflege von Musik und Literatur danken, daß er den Dichter herbefchied unb freut sich, zu hören, oaß er mit diesen Abenden fortfahren will. 2 m Ht979- tout< $>( ii. Al •escM tefl. ! Rnfa ___ut Für Zehr 1!b.’4 hi n bi lischer Verdeutlichung zusammengestellt: , F e ■ ■ < r m o re und Gerda". Das Frank,urter Oper» hcurs bereitete diesem rein lyrischen Gebilde «* Dienstag Abend eine in jeder Hinsicht würdige Uraif- führung, für deren Gelingen die Negie ^Walther Brügmann) und Orchesterführung Brecher, und die mitwirkenden äünftler vorn Scheidt Wir! und 3en Domanial- ioalbunoen betreffend vom 9. Juli 1870 (Regier cung^Matt Nr. 35 S. 467), festgesetzt ist (siehe ®ei- stige z. Reg.-Bl. Nr. 12). Auch kann aus Einziehung des Holzes erkannt werden. Tie zur Durchführung dieser Berordnnng er^ forderltchen Borschnften erläßt das Ministerium der Finanzen, Abteilung für Forst- und Kameral- Dcztoaltuna. 12O86B Darmstadt, den 10. Oktober 1919. Hessisches Gesamturinisterium. gez. Mrich, Henrich, Dr. 'Fulda, von Brentano. Wettervoraussage für Freitag: Ziemlich heiter, texten, kalt, Nachtfrost, südöstliche Wmde vorherrschend. Karten im Vorverkauf za 4, 3. 2 u. L50 Mk. in Busch’a Musikhaus. 1 Studierende reffen Ausweis Vonugakarten. °1**1 I hflrit. Zu fernem Nachfolger mürbe Kr.'isdirektzr X>3ifmcifier tn Holzminden ernannt- Mit Trappe ist bet letzte Rest ber M-rg^-Terterschen Gewalt Herrschaft beseitigt. Wllcherprkise. M il n ch e n , 22. Okt. (Wolffs Wie di« „Munch. Neuest. Siachr." hören, sind die Verhandlungen der bayerischen Minister Hamm v. Freyberg, Dr. Müller und Endres mit dem Neichwirtschasts- Ministerium und des Ministers Dr. Müller mit dem Neichsjustizministerium über die beabsichtigte durch- areisende Maßnahme zur wirksamen Bekämpfung von Wucher und Schleichhandel durchaus erfolg, reich verlaufen. Insbesondere destche volle Aussicht, daß der bayerische Vorschlag, zur schnellen Aburteilnuo besondere Wuchergerichte einzusetzen, g«s setzgeberisch rasch verwirklicht wird. Don den sonstigen Anregungen sand namentlich auch die Androhung vor Zuchthausstrafen für besonders schwere Falle AnnÄme Der Fünferrar. Bersaitles, 23. Ott. -Wolfs.) Ter Fünfe rr al nahm Kenntnis Vvn der Note der devv schrm Reg-ierung über d« Zulasfung Vvn Fischo r ei» unb Kü stenf ahrreugcn im Baltisch rn Meer. Er beschloß, daß bet UebertooMxrp bkfer Schiffe weniger streng durchgeUbrt wer den soll. Neue Verhaftungeli in Elsaß-Lochringeu. Metz, 22. Oft. (DTB.) T« Oknbarmertf der haftete etwa 100 Leute angeblich deutscher Nationalität in den Industriebezirttn ^ascndmgeti Anneville unb Rombach, angeblich deshalb, weil fu gegen alles, was in Den genannten inbuftttdliui Gebieten nicht deutsch ist, agstierteu Die Bcrhai toten inerben am Mittwoch über die Kehter "Wnn brücke gebracht werden. Zur Ku-itulaliou von dlkunbeays. Paris, 23. Ott. (Wolff.) loavas. Der Gru- vertteur von Maubeuge, General $our ni ir, wird vor ein Kriegtzgericht grsteltt taerbm wegen KÄpitulatMt vor dem Frinde unb lldurgabe der Stadt. Tern Kriegsbericht wird Geuevsl Moistre präsidieren. Des weiteren hüben sich ad# Offiziere, die ebenfalls bei der Verteidignng von Aiaubeage mitgewuckt haben, »vegen Feigheit vvr dem Feinde zu verantworten. EruLhruugshUfe für Oesterreich. Wien, 23. Ott. (WE) Staatsüm^er Renner empfing den fvanzSsischen Genärrl Manclere urte mchm Lessen Von Sternen ceaii gezeichnetes Beglaubigungsschreiben ml- gegtit. iDiauderc teilte mit, daß der Oberste Rat bereit sei, Oesterreich in ferner schweren Sage zu $)tlfe zu nmrntnt und beschlossen habe, eine Unter kvmmission in Wien rinzusetzen, die die Ursachen der ErnLhrungSschwierigkeiten feststes^ (en unb der RepararionSkvmmtsswn, bAw tror bereu Zusammentritt, dem Obersten Rat in Paris du erforderlichen ÄntrLge stellen soll. Mauclerr Sabc die Aufgabe übernommen, die Untertemmission in Wien einzurichten. Er werde sich unmittelbar nach den g-pflogenen t nach Paris begeben, um dort persörräich zu erstattete Sftamet sprach Mauctere den T der Republik aus. nährung unseres Lessenlandes, das bei weitem doch noch nicht versorgt sein soll. ES heißt sogar, daß vvn den hier verladenen WaggvnS auch welche nach Trier abgegangen sein sollen. Dann könnte unter Umständen her Fall eintreten, daß die Schlitzerländer Aartosseln eines Tages als ^holländische" Erzeugnisse wieder rechts des Rl)etns für mehrfach teueres Geld zu kaufen wären. ^-AusdemnördlichenOberhessen, 21. Ott. Es wird uns geschrieben: In der Presse, auch im „Gieß. Anz.", j in bet man jetzt vielfach Nachrichten, die aus den verschiedensten Gegenden berichten, es seien dort Taulende von Morgen Kartoffeln iveniger angebaut worden alS in den Borjahren, um bannt? offenbar eine Erklärung für bie Kartoifel knapp heil zu liefern. Es mag ja richtig sein, baß in manchen Gemarkungen weniger Kartoffeln angebaut worden sind, dafür haben andere GJemarfungen wieder um so mehr der zur '-ßerrügmtg fttbenben Bodenfläche damit bewirtschaftet Im allgemeinen soll man derartige Nachrichten mit Vorsicht aufnehmen. Auf dem Papier mag es mit diesen Zahlen toohl seine Richtigleit Haven. Vielfach ist man jetzt aber dahinter gekommen, daß bei der Ernte- flache ne r he b uu g die mit Kartoffeln bebaute Flüche viel zu gering, dafür aber Dickwurz und Klee desto reichlicher angegeben worden sein sollen, Tatsachen, die sich im einzelnen von den bie Erhebung audsührenben Vertrauensleuten noch gar nicht mal so leicht nachprüfen ließen. Die Gesamtmorgenzahl stemmte ja auf dem Papiere, und wer hat überhaupt Daran gedacht, daß auch auf diesem Gebiete „-geschoben" werden fönnte? Warum sollen auch gerade in diesem Jahve weniger Kartoffeln angebaut worben fein, als früher, nachdem sich ihre ^Rentabilität in den letzten Jahren so glänzend erwiesen! Für die mancherorts in der Tat bestehende Lactoffel- knapphrit sind „schlechtes Saatgut, Mäusefraß, ungünstige Witterung" denn doch Erklärungs- gründe, die sich eher Horen lassen. Friedberg, 22. Okt. Don der kartoffel-Der- teilungsftelle Offenbad) geht der »Friedberger Neuen Tagesztg." nachstehende Berichtigung zn: Der Kommunalverband Offenbach wurde am 18. September d. 3- durch die LandeskartoffeHteke auf Grund des von der Reichskartoffelftelle anfgestellten Derteilungs- planes angewiesen: a) dem Kommunaloerband Saar» brücken-Stadt 50 000 Ztt., b) Äbln-StaM 47 000 011. Kartoffeln alsbald zu liefern. Trotz großer Anfuhr Ende September und starkem Drängen der Bedarfs- städte wurden von hier an die Kommissionäre nur Teilausträge für Saarbrücken auf 30 000 Ztr., für Köln auf 20 000 Ztr. erteilt, und als sich zeigte, daß die Landwirte zu Höchstpreisen an den Kommunal, verband nur mangelhaft abliefem, wurde die Ein. stellung der Lieferung veranlaßt. Saabrücken hat 17 634 Ztr^ Köln 20 739 Ztr. Kartoffeln erhalten. Die piefernng erfolgte größtenteils Ende September, als die Lieferung infolge fallender Höchstpreise derart stark war, daß z. B. an einem Tag hier etwa 80 Wagen einliefen und die Lisendahndirektion die Zufuhr nach Offenbach sperrte. 3m diesseitigen Kommunal- verband muß nach der Erntefläche, hept geschätzten (Ernteertrag und der Derbrauchsregelung mmdestens em Ueberschuß von 400 000 Ztr. Kartoffeln vorhanden sein. Dieser Ueberschuß und für die Bedarfsgemeinden Wir btbta 10 Stidtweaieee iw- gewähli eed dem Bocb-ubee am Mellt. Ven neben Sfe bitte, die»« Buchetebee rtcbttg zn ordn««. Vir haben enra« f|r Sie, wee arte Ihnen übereenden «Orden, and w» Ihnen «Hm enzenebme Uebcrrarehong m|b dörlt«. Wir geben Ihnen toaten- lon« «en zeitgema-ecn babeeben Gegenstand, fall« bie an» die richtigenStidtenamen mlt Ihre genaue Ad em an einer Po«, kene mit. eilen. Bitte weder < eld noch Briefmarken einm- «enden. Flr die Uebemendeng des Gegenstandes bitten S e an« lediglich d eVereand'pesen. 9 vorhaadw wärt te ins wirbt bonnmüdr Nitglitbrr zu aiergtigit ellluzüät anzuhallir tn Msemtöchtst ak». 9«ety zu roeteL* Ldifchlaze des @a[t« bto$tn&Dttl Nich 4 wenn den Tch leleuchlnnz gestaut ranb, denn machi »malerial zu Laul'i senstichen W eint tetb ihm biefe i ja t, so wird ei unto in bißchen Hch w )er erzwungene w । Karbid in den Tc :ine Schädigung!■ ei jedem Gegenstk Nachfrage hech nnig. Es wäre begrüßen, wenn y te entsprochen wir id Kch«le. Lf£n, 21. Oll. Was Ji kr >Ä jtfr h» ianuMÜ. u® Die die neue Zeit ?S$« WZ »«1atH «&■** «im«1 a* in W &b«t*^¥i? * üJ&cS M 1 den, weil viele Landwirte zu festgesetzten Höchstpreisen keine Kartoffeln liefern und nur gegen bie leider zu. gelassenen Bezugsscheine zu höheren Preisen verkaufen wollen. Das angebliche Loch im Westen ist nur ein Vorwand für viele, um ihre Vorräte jetzt zu bergen, um im Winter zu hohen Preisen zu kaufen. traten^ tu »enden. Sonaligs Verpflichtungen haben Sie nicht Viele An-.rkenoonzssebreiben legen w | PASQUEEL-BARY II. Abend: Was ist Okkultismus ? Gibt es «n Schicksal r - Dm Mm utk tea Teda. - Wo sind I I unsere Verstorbenen ? — Der Verkehr mit der > *! 1 Datum 2 3 tx w 3 7 cn -& •i.E* 6n B in Je sichlbo I ®“ur H 5-o & Feu 22.10. nm. 10.4 kO 53 0 tags heiter 22.10. abbsa 4.5 4.9 78 0 23. 10. om. 0.3 L5 100 0 nachts Reif Drell m Kretonne . m Herren- Anzugstoff m 20,0 92,3 — 25,0 * 25,0 — — 32,5 101,3 — 30,5 288,0 — 25,0 484,0 46,3 23,0 86,7 • — 25,0 31,3 — 25,0 203,7 — 25,0 — — 30,8 284^ — 25,0 — 13,5 99,1 4 A L L W it'- ■ M 1'4 ■ ■>-' ■ '>7? | ,1 WWW . WWiM-rl u. t tont# nruc au u Laaq UN,Al iari SU t Ü II. Al] •ascM Wfl. J Anka» ur Eolerfi. au uer Leit» (kinmn dunkelt Au ucrL 019826 Sebr OlfK’d Muabi 2 411 tz AU U. 0 (Verschiedenes beuchend Höchs Ütberncbuie •’** (Gartenarbeit sowie Arbeit jeder Art. U. Ott», hZeedtgur. WH. uiilerli. Kiidertlappwageo in. Herbert ico. Veberbcde) u. bc!i. SUnbcriiüblcbcn zu fniif. flff. Schr. Angeb. u. 0.0144 an d. (Gien- Anz. Tcm Obe ourgermef st, !'s»vtrdempf in ortsüblich ließen, de ___ Kreis, Za kiulei geiaebt! Beilstein, Handbuch der org. Chemie 9 Bd. 3. AuH. Anaeb. unt. F. R. F. 624 an hm ßiidollta, FranWnrta.IL Nachdem d Rnchstartosselsb sich Prämim tot unserer Bclannl Zeituns" vom Ter Erze Wirkuns vom Zentner einfd; Tie weiterer tront 16. Septem Tnrnistad Landes-Ka □24.111:1-8117«]? öer.-DS'/JIff.T 3iuet Herren im Aller d. 2U u. 23 ;). wünsche», die Bekanntschaft o. zwei, lebensfrohen Mädchen zwecks spaterer Heirat. Schc.Üng.m.r>tld U.O2O43Ü a. d. Gtey. Anz. Strengste 'Zerschwiegcnh. w. zügel.' Witwer, 47 <)ahre, eo., m.3 itinb., a. d. Vonbv f.nu anff. Daaeo.3ub.4u<).4iü.Heirat i.Berbmd.z.tret. MinberL jviiiue n.auSgeschi. Schr. Ang, u. 0204^6 a. d. G. A.' Verloren ? Mittwoch nachmittag vom Schittenbcrget ^eg bis Zürgermetneret Lack tu. vcrich. tttetduugsstück. u. Axt. Geg. g. tieL ab». 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Wieseok, Laubach, 22. Oktober 1919. 12100 KMliWamIllilg fekundancrö 12080 Die Vorsitzende 1WUD van ssaerie’M ist wieder eu haben. (»«hv van liaerlc 4k Co., Wörme o. 11 h. Qaor. 1838. Steh- u. Slebllmieflsafson Stück 25 Pfg. UTMc Allgemeiner deutscher Zrauenverein Grtrgruppe Siehe«. Ich mache die Mitglieder und Freundinnen unseres Vereins auf vorstehenden Vortrag besonders aufmerksam und bitte um recht zahlreiches Erscheinen. Arl. Luise Flickr last» „Sie MchechrtbildullMule." Freie Aussprache. Zur Deckung der Unkosten wird die Entrichtung eines Beitrags von 20 Pfg. erbeten. Politischer Zrauenverrin AllgemeinerdeutscherFrauenverein. NiteriiiH ftnden bei hohem Lohn dauernde Beschäftigung I Gebr. imheuser. Tiefbetrübt machen wir die schmerzliche Mit- - teilung, dass unser einziges, so sehr geliebtes Kind und Enkelchen Gerfrudchen im zarten Alter von nicht ganz 4 Monaten sanft in dem Herrn entschlafen ist. In tiefem Schmerz: Familie Otto Ewald nebst Angehörigen. 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