Erstes Blatt 169. Jahrgang Gicfctfltr Anzeiger erscheint In glich, anher Vie Nationalverfaminlung für Unterzeichnung des Friedens. Die deutsche Nationalversammlung hat Punkten Entgegenkommen. Tie grwähtten Er- Alliierten das deutsche Volk versetzen, eine liche und soziale Gleichlierechtignng, den Wiederauf bnu unserer Wirtschaft, unb die Demokratisierung jene Kabinett Bauer ein Vertrauensvotum ininnoh mit 236 gegen 89 Stimmen bei 68 Stiinrn- Ullllcn Mallungen. Man karm nicht sagen, daß sich die große ’-uiun IUHH iruyn ,ugcn, uuy [inj uie gLuyt ^nwrtin«, ind «hlußtragödie ganz ohne Beimischung von diinn-Eirtxindiw. Wzulänglichketten abgespielt hätte. Es man- । Vompnrtü von lellp nn voller Klarheit. Der neue Minister- i 30 pf Präsident kündigte an, daß das Kabinett ent w dir* dn** Wessen sei, den Gewaltvertrag zu unterzeich- ' . \ ich mit der Einschränkrmg, daß dis Unter» veiss u.ferbi In mehrere offe Ausstattuep 5 sewährter, solider ui: timackvoller Ausfihnr laut im vorliegenden Blatte wieder. Danach sind nicht mir die Vorbehalte der oben er- ichren innerhalb des Völkerbundes einer Hision unterzogen wird. Es war mizuneh- eit, daß der Rat der Vier in Paris auf che Anregungen nicht eingehen würde, chdem der Beschluß der Nationalversamm- schien: Ln;eiger Sieben, postfcheütonto: lkianhurt a. M. 11686 [> die umgehende, durch Reuter veröffent- ssh-te Antwort, daß die Zeit zu Diskussionen -rüber sei und der Vertrag so unterzeich- t werden müsse, wie er vorliege. Was geschieht nun? Das Kabinett Bauer ß zeigen, daß es auch anders kann. Eine n liche Sache. Das Ende des Weltkrieges t die ganze Tragik der Nibelungennot, und c Schlußakt erinnert in seinen Einzelheiten it$ gewaltig und erschütternd an den Schluß Liedes/ wo die rächende Krimhilde vor einzig übrig gebliebenen Todfeind Hcv- ii steht und von diesem die Auslieferung i-i Nibelungenhortes forderte. Der grimme gleichen ^chietienen abiygeben tlb s Punkten Entgegenkommen. Tie gwabricit Erleichterungen mindern die Schwere der Bedingun- tl « .leiden 18 ’VL, für Dt e (l a in e*- au zeigen von 70 nun l’ic ic 48 Pi. Bei Platz» v o 11 rt) v i 11'20°/ u^t ui \ dil a q. Hauptfchrutleiler: Ang. Perantworllich für Politik: Ana. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zeitz; für den Anzeigenteil: H. Beck; iämtlid) in Gießen ■de. Heber diese Einschränkungen hat die k'ksvertretung nicht abgestimmt. Auf einen kl t'prechenden Hinweis des deutschnativnalen Äl'geordneten Srhultz-Bromberg am Schluß btc Aussprache schwieg man am ßiegie- ningstisch, und der i>lbg. Dr. Rießer von der $iiirfd)cn Volkspartei erklärte, die „juristische Auslegung" würde dahin lauten, daß die Ult» tkizeichnung ohne Vorbehalt erfolgt. Nach der Sitzung der Nationalversamrn- hntg hat um 7 Uhr abends die Regierung tt m " ipi is;te die entsprechende Erklärung an die gner das letzte Wort sein. Wir stehen r bitterster Enttäuschung. sich von der unmenschlichen Frau Haupt abschlagen lassen. ^Wollte das chinett Bauer die nationale Ehre retten, so Alliierten das deutsche Volk versetzen, eine Zwangslage, wie sie drückender und folgenschwerer einem Volk rax(j> nie ans- erlegt worden ist, und unter Berufung auf die ausdrückliche Zutage der alliierten und assoziierten Regierungen in ihrem Memorandum vom 16. Juni 1919 berechtigt zu sein, folgendes billige Ersuchen an die alliierten und assoziierten Regierungen zu richten bi der Erwartung, daß die alliierten und assoziierten Regierungen an. UnW' konn- und Feiertags. Bezugspreis: monatl.Äik.1.35, viertel- jährlich Mk. 4.05; durch iiwhole- u. Zweigstellen moimtl. 9)11.1.25, durch die Post Mk. 4.05 viertel« hat nicht die Gegenfrage getan,। ihm geschehen würde, wenn er Geheimnis nicht verrate. Er mit «SSfiX » rth ■enschneidel )lters*ejJ .lepho"4*' Hirten Art gemacht, sondern es ist auch noch Aashttwp iimal der Versuch gemacht worden, die Geg» II OejcM*: icc zu überreden, ihr Einverständnis zu er» " miren, daß der Friedensvertrag nach zwei ■ilWiiii» »!j* en, weite Über 10 iteit iaubv. tend auSgewlw- -toeSlaidihttW , c-rdoimg: sReinigwHbe -liachlehen W £&s. K »->-»« w». g, m« »«>• ® uftrmc verd. - WerkstätU juu.Rejistricrt »•öfiSÄ ttiie deutsche Note an die Latente. Weimar, 22. Juni. Noch im Lause des ntag nachmittag hat der MinisterpräsioeM tuet im Namen der Reichsregierung durch den iianbten von Hantel in Versailles folgende i tc zugleich mit dem Abstimmungsergebnis der Iwnalversammliing über die Vertrauensfrage erreichen lassen. „Die Regierung der deutschen Republik hat von tu Augenblick an, wo ihr die Frieden^bedingungen r alliierten imb assoziierten Regierungen bekannt dMn wurden, teilten Zweifel darüber gelassen, sie in Hebereinstimmung mit dem ganzen beut» Wi Volke diese Bedingungen als in schroffem über sprach mit der Grundlage befind- § verstehen muß, die von den alliierten und asso- öerten Mächten einerseits und Deutschland an» tlmseits völkerrechtsverbindlich für den Frieden '> dem Mschluß des Waffenstillstandes angenom- in loorden war. Sie Tjat unter Berufung auf t Dioischm den Verhandlungsteilen vercinbatte ghiiltnisse in Deutschland nichts mwersucht ge- «y Isgrundlage und unter offener Darlegung der fieui, nm zn unmittelbarem tnründlichenMei- luag s a u s t a u s ch ^u gelangen, um dort eine Milderung der unerträglich l-arten Bedingungen, k ttvirken, die es der Regierung der beiitfdien Mublik möglich machen sollte, den Friedensver- [i'i vorbel-altlos zu unterzeichnen und seine Durch- jfcnung zu gewährleisten. 1 'Tiefe im Interesse des Weltfriedens und der Wlecrv?rsöl)uui!g unternommenen Versuche der Stfji itrung d r deutschen Republik sind an dem gWi Festhalten an den Friedensbedingungen stOb eitert. Weitgehende GegenmHschläge der «ckHen Delegation fanden nur in einzelnen Der Rücktritt der Sachverständigen. Mei'inar, 22. Juni. (Wolff.) Die in Weimar versammelten Finanz- und wirtschaftlichen Sachverständigen der Friedensdelegation haben infolge der Stel- lung der neuen Regierung zur Friedens- frage sämtlich ihre Mandate nicber» gelegt Es sind dies die Herren: Wilhelm Benkeitberg, Wilhelm Cuno, Louis Hagen, Philipp Heineken, Ewald Hilger, Georg Lüb- seu, Karl Melchior, Emil Georg v. Stauß, Franz Urbig, Max Warburg, Otto Wiedfeldt und F. H. Mitthüfft. Eine Erklärung der demokratischen Fraktion. Weimar, 21. Juni. Die Fraktion der Demo k r a t e n hat einmütig folgende Erklärung "besclstossen: „Die Fraktion hält den uns augesvn- nenen Gewaltfrieden für dasgrößte Unglück, Idas unser Vaterland treffen konnte. Sie ist überzeugt, daß ein besserer Friede hätte erreicht werden können, wenn die Regierung das „Unannehmbar" den Feinden gegenüber mit innerer Gesclstossenheit (unb folgerichtig vertreten hätte. Wir fühlen das furchtbar Schwere der Entscheidung. Dieser Friede ist nach der einmütigen Ueberzeugnng der Fraktion unerträglich und unerfüllbar. Er ist und bleibt nach der Ansicht ihrer übergroßen Mehrheit unan- n e h in bar. Deslve.gen scheiden wir ausderRe- gliernn g aus, und es kann bei dieser Sachlage fein Mitglied unserer Fraktion in die neue Regierung eintreten. Die bisherige Koalition hat ihre dringendsten Aufgaben erfüllt. Sie hat in den gefahrvollsten Monaten nach dem Zusammenbruch der Regierung und der Volksvertretung überhaupt erft die Arbeits» Möglichkeit im Innern und ore Verbcindlungsmög- lichkeit nach Außen gegeben. Sie hat das Verfas- fungswerf bis zum Abschluß gefördert. Sie hat die Mittel zur Aufrechlerlnliuiig von Rnl;e und Orb’ nung im Innern geschaffen. iDie weiteren Aufgaben, die sich die bisherige RegierungAiiehrlMt gestellt lmtte, werden wir fördern. Zur Mitarbeit int Rahmen unserer Grundsätze sind wir auch in Zukunft bereit. Opposition schlechthin liegt uns fern. Dem Aufbau des neuen Deutschlands, der durch diesen Frieden imendlich erschwert wird, soll lunsere ganze Kraft gehören. Nach wie vor sehen wir die einzige Grundlage für die Wiedererstattung Deutschlands in einer demokratischen ytegieriing, deren sozialer Geist allen Volksangehörtm'N das Bewußtsein der Gleichheit und Zusammengehörigkeit ziu geben vermag. In diesem Geist erstreben wir vor allem die Neubelebung der nationalen Würde und Geltu ng, die wirtschaft- gen nur in geringem Maße. Tie alliierten unb assoziierten Regierungen haben die stiegierung ixr deutschen Republik durch ein am 23. Juni ,tb- laiifendes Ultimatum vor die Entscheidung gestellt, ben von ihnen vorgelegten Fnedensent- ivurt zu unter-eichnen, ober die Unterzeichnung zu verweigern. Für den letzteren Fall würde ein völlig "wehrloses Volk mit ixr zwangsweifen Auferlegung der gefvrdetten Fttedensbedingungen unb der Vermehrung der fchwci-en Lasten bedroht. Das deutsche Volk will nicht die Wiederaufnahme des blutigen Krieges, es will aufrichtig einen dauernden Frieden. Es hat gegenüber der Haltung der alliierten und assoziierten Regierungen keine andere Macht als die Berufung auf das einige unveräußerliche Recht eines selbständigen Lel>ens, das wie allen Völkern, so auch dem deutschen Volke zusteht. Die Regierung der deutschen Republik kann diesem heiligen Recht des beut)eben Volkes durch Anwcnbung von Gewalt feinen Nachdruck verleihen. Sie kann nur auf die Unterstützung durch das Gewissen der Menschheit hoffen. Kein Volk, auch die alliier- ten und assoziierten Mächte können dem deutsck)en Volke zumuten, einem Friedensinstrument ans innerer Heberzeugung beizustimmen, durch das lebendige Glieder vom Körper des Deutscknm Reiches ohne Befragen der in Betracht kommenden Bevölkerung losgelöst, die deutsck)L Staatshoheit dauernd verletzt und dem deutschen Volke unerträgliche wirtschaftliche unb finanzielle Lasten auferlegt werden sollen. Die deutsche Regierung hat aus den im O ft e n abzutrctenden Gebieten leidenschaftliche Kundgebungen der Bevölkerung erhalten, daß sie einer Ab trennung dieser größtenteils feit vielen Jahrhunderten deutschen Gebiete sich mit allen Mitteln widersetzen werde. Die deutsche Regierung sieht sich daher genötigt, alle Verantwortung für etwaige Schwierigkeiten, die sich aus dem Widerstand der Bewohner gegen ihre Loslösung von Deutschland erheben können, abzulehnen. Wenn die Regierung der deutschen Republik gleichwohl bereit i st, die Forderung der Alliierten unter nachstehenden Vorbehalten zu unterzeichnen, so geschieht dies nickt aus freiem Willen. Dre Regierung der deutschen Republik erklärt feierlich, daß ihre Haltung dahin zu verstellen ist, daß sie der Gewalt weicht, in* dem Entschluß, dem unsagbar leidenden deutschen Volke einen neuen Krieg, die Zerreißung seiner nationalen Einheit durch weitere Besetzung deutschen Gebietes, entsetzliche Hungersnot für Frauen unb Kinder und unbarmherzige längere Zurückhaltung der Kriegsgefangenen zu ersparen. Das deutsche Volk erwartet in Ansehung der gewaltigen Lasten, die es übernehmen muß, daß sämtliche deutschen Kriegs- und Zi- vilgefangenen mit Beginn vom 1. Juli in ununterbrochener Folge und in kurzer Frist zurückgegeben werden. Deutschland hat die feindlichen Kriegsgefangenen in zwei Monaten zurück- geführt. Tie Negierung ber deutschen Republik verpflichtet sich, die Teutschsland auserlegteu Fttedens- bcbiiigungen zu erfüllen. Sie will sich zedoch in diesem feicrlidjcn Augenblick mit rückhaltloser Klarheit äußern, um jedem BoNourf einer Unwahrhaftigkeit, die Teutsckstand jetzt oder später gemacht werden könnien, von vornherein; entgegenzutreten. Tie auferlegten Bedingungciii. übersteigen das Maß dessen, was Deutschland tatsächlich leisten kann. Die Regierung der deutschpn Republik fühlt sich bal>er zu txer E r klärung verpflichtet, daß sie alle Vorbehalte macht und jede Verantwortung ablehnt gegenüber den 'Folgen, die über Deutschland ber» bangt werden könnten, wenn die Hndurchführbar- keit der Bedingungen mich bei schärfster Anspannung des deutschen Leistungsvermögens in Ersck>eb- itung treten müsse. Teutschland legt weiterhin den größten Nculn- druck auf die Erklärung, daß es den Artikel 2 31 des Fttedensvertrages, der von Dentschland fordert, sich als alleinigen Urheber dis Ktteges zu bekennen, nicht annehmen kann und dnrch s eine Un ter schrist nicht deckt. Tarans folgt ohne weiteres, daß Deutschland es auch ablehaen muß, die Wleilung der ihm >mifge- bürdeten Velastting mis der ihm zu Unrecht zn geschoben en Urheberschaft am Krieg anzuerkennen. Ebensowenig kann es ein Deutscher mit seiner Wurde und Ehre vereinbaren, die Ättikel 227 bis 230 anziinehmen und miszusühren, in denen Deutschland zugemntet wird, A n g e h ö r i g e d e s beu tschen Volkes, bie von den alliierten und ässoziierten Mächten der Verletzung internationaler Gesetze und der Vornahme von Handlungen gegen die Gebräuche des Krieges bezichtigt werden, den alliierten und assoziierten Mächten zur Aburteilung auszulicfern. Weiter legt die Regierung ber deutschen Republik entschieden Verwahrung ein gegen die Wegnahme des gesamten deutschen Kolonialbesitzes und die hierfür gegebene Begründung, die Deutschland die Befähigung zur kolonialen Betätigung dauernd absvricht, obgleich das Gegenteil feststeht und überdies in den Bemerkungen der beut* scheu Friedensbelegation zu den Friebcnsbediugun- gen univiberlcgbar nachgewicsen ist. , Tie Regierung ber deutschen Republik nimmt an, daß es den glliierten und assoziiertni Negie- rirugcn erwünscht ist, daß sie offen gespvi»hen hat, sowohl was ihren guten Willen als auch ihre Vorbehalte aiigeht. Sie glaubt baber. unter Hinweis auf die Zlrmngslage, in die die Forderungen der u. rldiciiU laQ| bie nachstehende E rk lärnng als wesentlichen Bestandteil des Vertrages ansehen werden: „Innerhalb zweier Jahre vom Tag der Unterzeichnung des Vertrages ab gerechnet, werden die alliierten unb assoziierten Regierungen den gegenwärtigen Vertrag dem hoben Rat der Mächte, so wie er im Volker'oiuid nach Artikel 4 eingesetzt ist, zwecks Nachprüfung unterbreiten. Vor diesem hohen 3dit sollen die.deutschen Bevollmächtigten dieselben Rechte und Vorrechte genießen wie die Vettveter der anderen konttahieren- ben Mächte bes gegenwärtigen Vertrages. Dieser Rat Volk über die Bedingungen des gegemnäriigen Vertrages entscheiden, die die Rechte der S e l b st be st i m m u n g des deutschen Volles beeinträchligen, ebenso wie über die Bestimmungen, durch nxldfe die sr.be gleichberechligte wirtschaft l i ch e E n t f a l t u n g Deutschlands gehin- bert lik gibt Istemach die in dem Schreiben vom 16. Juni 1919 geforderte Erklärung ihrer Zustimmung in folgender Form ab: „Die Regierung der deiltsckien Republik ist bereit, den Friedens vertrag zu unterzeichnen, ohne ledoch damit anzuettennen, daß das deutsche Volk der Urheber des Krieges sei, unb ohne eine Verpflichtung zur Ausliesermig nach Artikel 227 dis 230 bes FriebeiisVertrags zu übernehmen." (gez.) Bauer, Ministerpräsident. Line schroffe Antwort ans Paris. AmsterÄ am, 23. Jmn. (WTB ) Das N-cuterfckrc Vitrcau iMldct aus Mris, daß L! cr u c c a u, W i l s o n und L l o p d Georg e auf dir d e u t s ch e N o t e, dir mir 7 Uhr abends eintraf, bereits gcanlwortet haben in dem Sinne, daß die Zeit für Diskussionen. EinMünttmgen und Vorbehalte vorüber sei unD die deutfckicn Vertreter unzweideutig den Friedensvertrag als Ganges, wie er vor liege, annehmen müssen oder nicht. Nach» der Hnterzeicknimig müssen die alliierten und assoziierten Atüchte Dmtsch- land für die Durchführung jeder Bedingung des Vertrages verantwortlich machen. des Äroeitsverhältuisses." Die -euijche $loUe von ihrer Besatzung versenlt! London, 21. Juni. (WTY.) (Reuter.) Die Aorniralität teilt mit: .Heute nachmtttag ist eine Anzahl ber internierten deut - schcn Schiff-e in der Skapa-Bucht von ) e n B e s a tz u n g e n v e r l a f s e n u n d v e r- e n k t worden. Die Besatzung befindet sich tn icherern Gewahrsam. London, 21. Juni. (WTB.) Reuter meldet amtlich: Mle in der Scapa Bucht internierten deutschen Sckstachtschiffe und Schlachtkreuzer mit Ausnahme des Schlachtschiffes „Baden" sind versenkt worden. Desgleichen wurden fünf leichte Kreuzer versenkt, während die übrigen drei durch dort befindliche Schleppdampfer auf Strand gesetzt wurden; 18 Zerstörer wurden auf Sttand gesetzt, vier sind schwimmend, ber Rest ist versenkt. Der bentfdre Konteradmiral und die meisten Deutschen von Bord ber Schiffe befinden sich unter Bewachung auf britischen Kriegsschiffen. Einige Boote von den Sckps- feu sind zum Stoppen aufgefordert worden, wei- yicrten sich dies zu tun, unb wurden beschossen; eine geringe Anzahl Deutscher Nmrde getötet oba verwundet. Entsprechend den Wafscmstillftandsbe> Dingungen waren die Schiffe mit gelingen deutsche (Besatzungen ohne britische Wache an Bord intet’ niert gewesen, London, 21. Juni. (WTB.) Reuter. Ein Telegramm auS Edinburg meldet: Es waren Vorkehrungen getroffen worden, um die deutsche Flotte am Montag zu besetzen, falls der Friede unterjeidhuet würde, da die Sckstsfe in diesem Falle automatisch an die Alliierten übergegangen wären. Die deutschen Vesätzungen ber versenkten Schiff« hatten diese Absicht indessen vormisMsehen. Amsterdam, 22. Juni. (Wolff.) Nach einer Reutermelduna aus Thurso vom 21. Juni mittags bildete das Hissen einer roten Flagge das Signal für das Versenken der deutschen Schiffe. Die Besatzung ging in die Rettungsboote und ruderte dem Ufer zu. Als bie Bewachunßs- schisfe feuerten, sprangen bie Deutschen utS Wasser und schwammen an die Mste. Nach einer Meldung des „Telegraast' aus London wurde nicht eine rote Flagge, sondern die deutsche gehißt. Das Versenken der Schiffe scheint lange gedauert zn haben, denn das erste Schiff sank kurz nach Mittag und das letzte erst um '/ch Uhr. bdttl,___ .... rl riung dort legt, den Frieden auf jeden Fall zu bwnHlMNk »verzeichnen. Man hätte sich die Weitschwei- Pleiten schenken können. Sie haben uns nur ^^**^^* riie erneute Demütigung eingetragen, näm- nni mit der Einschränkung, daß ...... Icaift nicht das Schuldbekenntnis und nicht di.'Auslieferung angeblichschuldigerDeutscher Die deutsche Nationalver'sammlung hat nOSSßn^nhoft ,im «estrigen Sonntag mit 237 gegen 138 "«wlldll äiimmen bei ö Stimmenthaltungen ben An- Oer9 i.H. mg angenommen, welcher lautete: „Die Mionalversammlilng ist mit der Hnterzeich- ■rung des Friedensvertrages einverstanden". Die Mehrheit besteht aus Sozialdemokraten, jintrum und Huabhängigen und einer Min- eihcit der Demokraten. Ferner erhielt das gtof* stoff1”*;1 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheflen SroiinncisrimMrud ».Verlag: örühl'sche Univ.-Vach- u. Steindruckerei R. Lange.Schristleitnng, Seschäskflelle u,vru«-r-I: SchnIIlr. Z. Vas neue Kabinett Weimar, 21. Juni. Das neucReichS- Ministerium setzt sich wie folgt zusammen: Bauer, Präsident des Rcickisministermms, Hermann Müller, Reichsminister des Auswärtigen, Dr. David, Reick-sminister des Innern, Erzberger, Vertreter des Reichs^Minister« Präsidenten und Reickisminister der Jnnanzcn, Wissel, Reichswirtschaftsministcr, Schlicke, Zicichsarbcitsmunster, Mäher- Kaufbeuren, Neichssckxitzministcr, G i e s b e r t s, Reick-sposMiinister, Bell, künftiger Reichsverkehrsminifter und weiter betraut mit der Führung des Rnchskolo- nialamts, N o s k e, Reickiswehrminister, Schmidt, ReichseruährimgSminiftcr, Reichsjnstizminister bleibt offen. Von maßgebender Stelle wird Wert auf die Feststellung gelegt, daß dem neuen Kabinett bret Süddeutsche angebören, nämlich die Württem- berger Schlicke und Erzberger und ber Daher Mäher- Kaufbeuren. Die Meldung, daß Dr. Bell das Rcickisver- kehrsministerium übernommen habe, ist in dieser Form nicht richtig, denn ein solches Ministevmm besteht noch nicht. Wohl, aber wird Dr. Bell neben feiner Tätigkeit int ReichKolonialamt btc lieber» sühnliig der Eisenbahnen in den,Besitz des ReickieS durchführen und bann wird sich allmählich ans dem bisherigen Neickpseijenbahnamt das Neichweikehrs» Ministerium entwickeln. Der preußische Kriegsminifter Reinhardt fimd der Flottenchef Konteradmiral v. T h r o t a bleiben im Amt. Der Vorsitzende ber demokratischen Fraktion in der Nafionalversammliing non Paher Ijat seine Amtstätigkeit an den ?lbgcord» neten Schifter Magdebnrg übertragen. orbneter v. Paher war ber einzige Abgeordnete/ der bei der Probeabstiimniing in bet bemotratt« Wen Fraktion für bie Annahme des Fnedeitsver- träges gestimmt hat. Abg. Fchr. v. N t ch t h o f IHontag, 25. Amt 1919 Annahme von Lnzeige» die Lageonimimer tn# zmn Nachmittag vorbeo oimc jkdeVervindlichketU preis für \ mm Höhe für Sin,eigen u.34nun breite örtlich 15 Pi.onSwärt» jlihrl. au»jd)l. Bestecks sternspicch • Einschlüsse: i Kit8ieEd)riftleitunqll2 Lir er Re- bavteur in Görlltz uub ist seit 1906 Mitglied des Borstandes der deutschen Sozialdemokratie, in welches Amt er damals auf persönliche Initiative Bebels «beraten wurde. / N ichSarb.itsmi ister Alexander Schlicke ist 1863 in Bcrlüi geboren; er ist von Beruf Feinmechaniker -unb betätigte sich« stark in der gcioerk- sck»aftlick)en.Bewegung. Seit 1895 ist er 1. Vor- fidender des Deutschen Metallarbeiterverbandes. 1917 wurde er als Sachverständiger der Gewerkschaften ins Kriegsamt berufen. In der Nationalversammlung vertritt er den württembergischen Wahlkreis. Rttchsschatzm'nister Tr. Wilhelm Mayer ist 1874 in Enkenbach in der Pfalz geboren, studierte Reckitt- und Staa Swiffeu schäften u >d ist seit 1901 Reckt wnwalt in Mänck^en. Im R, ruat tvü v KtinaNit. | ^L Lrlis L I fSiubfldi. 21. - L 5W hier abf Eh öirtn auf der 1.5 telrf aufgrtnet fcw LiffljabobMgt EkiMbai für b Mk M, sog. ,A r&Ji?!. Wt A brrM liubatb, 21. Mi 0 wilcm Gang I„ ^bdabtnen Kfc ÖfU ist ki | k,i sste Aiesemirl jiynt gtlau’t unb toi hat ein Gichc liiibfu ab Lautet feiierborten l^rci? I'ijintität deS Öci ■itincr guten Miw |r cigtbaihntn Int würben, wie. au bnii.it Der Kot bii hm auf 250 K Mer unb bei feig ansseschlofte llihjra« aus den tz fe mt nach nie bo ■ÄRorgcn Wiesen litt Wcten Pr WrSlucke von eine ftmf 300 Matt. Ribm schon ans I1 ( ^us dem rtW. Dvli ■' lamlbemo’ratifd J' 'N'iKbcn ivurb flM em gänM t fönaten crNtn I stimmen; tf. । I 7 Sozialisten g n” 5 4 I druchenbr F'Wnwfrctcn g, r ?r Ji'uröen B 'eithech U* Rendel 22 g*.irch Ar- bcit;beratung, Äusbiltmng unb Arbeilsbesck-afffmg geistige Aufmuntermm, werden aus inl--altslosem Tajcin dem tätigen Leben wieder zu geführt. Orgelkonzert Adolf Wieder. Cm Sonntag, eint echter Somientag, beu seinem Lamm alle Mce mackst. leuchtet brauben. S-om- Landkrcls Gießen. Ö Lich, 21. Juni. Tie Wirsen bei Maricnstrfts unb ein Teil der fürstlichen Wit< sen, bereu Grasertrag in früheren Jahren inma zur öffentlick-en Versteigerung kam, würben u diesem Jcck-r durch bas Entgegenkommen der fdl> lieben und ber Stistsverwoliung und auf Sin» reg urig des Volksrats hin in kleineren j'm größeren Parzellen an kleine Besitzer und Vi^ Halter vcrsteigett. Tobet kam ber Ä-vrgen berÄ schnittlich 60 Mk., in welchen Preis auch öii Grummeternte mit einbegriffen ist Für bi' teilung ber einzelnen Parzellen durch ben VvlÄ au - tarnen nur solche Vichhalter hi Betrug die das gesteigerte Futter in ber eigenen Btt schaff verwenden und selbst nur geringen «tql gar keinen Wiesenbesitz haben. Es sollen M 100 Morgen .sein, deren Grasettrag auf büj Weise der Allgemeinheit zugute kommt. Zchl fach teurer und noch höher ist das Gras ’A öffentlichen SScrfteigerungen gekommen, die Ä Wetter grand abgeballen 'nnirbcn. So wurden fl O be r - B es s i n g e u, wo die Gemeinde bte OJrjy ernte ihres vor mehreren Jahren vom gürM zu Lich käuflich erworbenen Wiesengelänbes steigerte, von HäMera 1000 Mk. für bm fDhrfffl geboten. Tie Bauern protestier!en mi; Reckst ctrtn gisch gegen biefe unnatürlichen Airgebote R verlangten, daß die Versteigerung für rnigilO! erflärt würbe. O Grünberg, 22. Juni. Die drei Zlvr vereine bes Vogelsberger Höhew-ClubH Grünleit Lanbach und Mücke unternahmen heute ernt «'j meinsanre Töanberung nach Stangenrod— Hain. Professor Roescheir-Laubach IpKtt hier Vortrag über das in dieser Gegend am 21. RM 1761 nxilyrenb des siebenjährigen Krieges sick «a spielende Gefecht. Der auf Seiten Friedrickx- ist Großen käurpfenbe Erbprinz von Braunsch^t! wurde hier in dem „Treffen bei Atzenhain"^ einem französischen Heere, welck-es das Lum^ heraufzog, überfallen unb unter Verlust von *-v' Mami Gefangene, 11 Kmroncn und 19 JJwte* 5um schleunigem Rückzu>g(in der Richtung auf Htemünben gesrnrngen mtb entging nur dura» Serenngtmg mit einem anderer preußischen ral, namens Luckner, der aus ber Gegend xOiWJ herbeieilte, ber völligen GefMrgetmai^ne stsW Heeres. K K l c i n - L i n d e n, 22 Juni. rcr Unfall trug sich vor eiligen Togen zu. baß ein achffechnger Knabe einen Mast elektrischen Ue berlanblcitung erll'M terte, um ein Spatzennest crus-Mmehmen. (rr ^7i rührte dabei b.m LeitemgÄrraht unb stürmte u« Stockwerke hock) herab. Den Sckrwervetec^l brachte man zur Klinik, wo er zwei Tage oeiUtte los lag. Es erfcheint fast rote ein Wunder, o'U ber Junge trotz des hohen Sturzes und *J (jeftigen elektrisckien Schlages sich auf dem baldiger Genesung befindet. r. M u schenheim, 22. Jmri. Der hi^D Lehrer Günther beging am Samstag beit - I Jrmi fern 25 jähriges Die st j ubrlaurn ist seit 1898 an der hiesigen 1. Klaffe lang; vollst tu ar er 4 Jahre in fEobgen bei Gteßm. kommen. Ta tönt icms ber Kirche OrgcMani. Treten wir ein. Es ist die wohlvertraute „Tvk. k a t a und Fug e" von I. S. B a ch. Erst lich hätten mir das Werk gar meisterlich vv,g> tragen. Ob es dem jungen Künstler dort eben» gelingen werd? Aber nein! Es ist ja J o h. Bach, der da. ^u uns spricht. Lasscm wir tilti Kriterium brftite unb dcn< Deister oh-ne ,-ede H'n- mung auf uns wirken. Wie das wotzluck. W lichcs Stimmungsdilb meist illcht ohne persönlchi Eigenart. Tiefen beibai Stücken moderner Rch tung folgte ein „Kon zert" von Händel. Vch ein llnterschicb zwisck je Zeile Speck und Dörrfleisch, sotvie ^tc Koch^ ,1 uittnoNmen. Von dem Tater, der sehr orts- ,,g gewesen sein auch, fehlt trotz den Nach- engen der Äendarmerie jede Spur. Ter Vor- e eine Aerriurng für die Bargeldhmnsterer Stimmen; c® wurden somit 5 Bürgerliche 7 Sozialisten gewählt. — In Ockstadt gtinektt. L Laubach, 21. Juni. Die Heuernte Hi Adler, Benz, Mulag,Stoewer,Pres- W gi u.a. m. preiswert zu verkaufen. Sobel & Appel, i auf 300 Mark. — Wie hoch stellt sich da schon auf der Wiese? Kreis Friedberg. Aus dem Kreise Friedberg, lvihl wurden 7 Bauern und 5 Arbeiter ge- fit, Jedoch ist die Wahl angefochten worden. Nein Stimmberechtigter gewählt hat, der aber Win der Wahlliste stand, mrd weil d«se eine !Mute gerade ausschlaggebend war für das End- Müs der Wahl. Zur Bürgermcisterwahl werden WWei Parteien gegenüberstehen (Bürgerliche ar Sozialdemokraten). D. Bad-Nauheim, 23. Juni. Ms der in Diebstahl itnö Betrug verhaftete Arbeiter SM Ich halte jetzt Sprechstunden und Land ft’iiu Llreis Schotten. (5. Laubach, 21. Juni. Bei dem im Laufe Woche hier abgelgulterien Schweine-' arTt I unten auf der sog. „toette" eine .gcofiic Ferkel ant getrieben. Da aber verWltnis- ,j wenig Käufer erngetroffcn waren, so war Angebot starr, die ^Nachfrage sel^vach. Tie iie wurden dadurck; gedrückt. Für 6—8 Wock^n tt iseckel ttnrrben für das St. 260 Mk. gefordert, ic glich aber zu ml Preise von 170 Mk. abgegeben, jrfer? Ferkcck, sog. „Lä ufert tz wurden mit 230 ihd. . * >1 Ifl, 'rvers«mmlungen, die demnächst in Schlitz ivr cinr.-. o ^^ach und Gol-enhain stattfinden sollen, er- . L i-'Ä *r 5®1 «üal^motraten gewählt. — Als Bürger» ljf,ir bid ‘fLet mürben gewählt: in Ostheim der r>£en J /k-jj irrige Bürgermeister Gatzert, in Burg-Grä- i^älm Mlv tobe der seitherige Bürgermeister Dahn. m Rendel, 22. Juni. Zunr Bürgermeister d Bemgung gibt, bi nnervüerkijant. unerhörten Preis von 70 Mark geboten, cm^entslugirM Quantikät des Deus in diesem Jahre ent- ir dv! Agennrt dc- einer guten Mittelernte. — Bei der gestern }Lj«-11’’0 m 'w abge halteneu Deugrasversteige- ö. l. ton '.giHr wurden, wie. auch anderwärts, sehr hohe mck« urgtlniiit. Lis erzielt. Ter Morgen (2500 Quadratmeter) 'gtEy.aiuafi! Mias Tarn auf 250 Mark und darüber, ob- !'er witibeiübL’:i»^ Händler und Dcuspekulanteir von der Ver^- emmal alles zuMMzei-ung ausgeschlossen waren. Ebenso wurde l- und Pedaliahnil Mheugras auf den Gräflich S«^ms-Laubachschen emis zu bieiai«' wen mit noch nie dageivesenen Preisen bezahlt, jtm, ötSjubtnir Morgen Wiesen kamen auf den bis letzt n aber dies« tlchs nie gehörten Preis von 1440 Mark und ankbar ancrfarai Wü« Stücke von einem Morgen (2500 Quadrat- ..X Mini. In Do rtelweil erhrrlten bei den inderatswahlen die Bürgerlichen 160 (5 Sitze), , iiehrheitssozialdemotraten 150 (4 ©ifce), die 'ew*- svbgänqigeu 94 Stimmen (3 Sitze). — In i Tir Airstu »kber-N o Sba ch, wo bei der Nationalratswahl i Teil der sürskli^ iW ^iialdemokratische und 195 bürgerliche Stim- 1 Mrvi iaM abgegeben wurden, zeigten die Gemeinderats- Jr.na fam Mir Mil ein gänzlich verändertes Bild. Tie Sozial- MMdMMi-llM-ten erhrelt n nur 343, die.Bürgerlichen 7 Sozialisten gewählt. — In Ock stad Besitzer unr i'V^i -^Bäuern. 4 Zentrums, 3^Sozialdemokra der Mvcgai Ä iKtäen Schmidt, aus dem nahen Schwalheim im hie- igen Polizeiamt vernommen werden sollte, be- irützte.er einen unbeurachten Augenblick und sprang aus dem ersten Stock durch em Fenster auf die Stratze. Schmidt, der sich bei dem Sprunge schwere Berletzungen zugezogen hatte, mustte ms Krankenhaus geschasst werden. ■Q Gambach^ 21. Juni. Ein gemeiner Streich wurde küc-iiä> dem Michlenbcsitzer Reimer auf dcr Platschmül-le verübt. Nachts stahl man ihm eine hochtcächtige Kuh aus dem Stall, die an der Sttvste nad> Ober-Dörgen abgeschi-rchtet wurde. Ein Aubo schasste das Fleisch weg. Tie Täter ftnd bereits ergriffen und sitzen in Butzbach -in sicherem Verwahr. O Ga mbach, 21. Juni. Durch eine Kollekte ,iu der hiesigen Kirche wurden über 1000 Mark -zum Besten unserer Kriegsgesange- nen ^gesammelt. rackst Hierselbst drei Führer der Ersen bahn beweg u ng fe st genommen. Kohlennot im Frankfurter WirtsthastZdebiet. = Frankfurt a. M., 22. Juni. Umr die geradezu trostlosen Aussichten der Brennstoffversorgung gab heute der Leiter der KvUenstclle ein mehr als tnibes Bild: Die Fördermrg im Ruhr- li—' Marie Petri x. | Heinrich Seipp Verlobte r Ober-Besslngen Muschenhelm r den 23. Juni 1919. Ihre Vermählung beehren sich an» zuzeigen Oberlehrer Dr. Malzan und Frau Hildegard geb. Leutert Darmstadt, 21. Juni 1919. »Hin - 4radiumhaltige Solquellen.- ^JUyiiwIl Bewährtes Heilbad bei Katarrhen der ÄünunffsorK., Herzleiden. Blutarmut, Frauenkrankheiten, RheuuiaLianiua. Gicht, Skrofulose. Rachitis, Rück stänken von Influenza. Lunp.- u Rlppenfellentr.. Bahnlinie SBttingaa-Bohra. 9 Sos^hltzla herrliohe Lage iumlltsa saagedehnter Geblrgswalilnngen.® Solbäder all. Art. Inhalationen. Gradierwerke, Pneumat.Apparate u. Kärntnern. Trinkkuren Aoskuait - W ßfra uad PrespekU 6.die Mevereudt*»^ ■■ gebiet geht nach einem timen Aufstieg im Mai letzt abermals zurück, die Mschnürung der linksrheinischen Zechen besteht weiter. Was gegenwärtig im Ruhrgebiet gefördert wird, geht zunächst an die Ciseubalm, danntsivach Dolland und der Schweiz, alsdann werden die Gas- und Elektrizitätswerke versorgt, erst in letzter Linie kann der Dausbrand- vsrsorgung gedackst werden. Säodiibetn französisch? Schisfsbrückest die Aiarw- ruiu) Rhearschissuhrt sperren, schreitet die Lckohlenversorgung noch rascher einer Kadastvophe entgegen^ Die KvNeufvage ist zur Friedenssrage geworden. Besetzt iber Feind das Ruhrgebiet, ixunt ist Deutsckstands letzte Kohlen- quelle ersckwpst und unabselchares Elend bricht zudem noch über das Land herein. Koimnt der Frieden, dann istlAus^icht vorhanden, dast das Frankfurter Wirtschaftsgebiet aus den reichen Beständen der linksrheinischen Brauukohlenfabrikest versorgt wird. Für die Versorgung der Zentralheizungen mit Koks die Aussichten sehr icksterlst. Es ist wahrslchstickich, daß Koks überhaupt nicht 'hermlkommt, da wir alle Vorräte der Entente pur Verfügung stellen nrüssen. Zu diesen trüben Zuknnftsdlloent gesellt sich die weitere Preissteigerung der KohSe, die im Winter bis aus 10 Mk. pro Zeittner hinauftlettern dürfte. ♦ mr. Frankfurt a. M., 20. Juni. Die Po st aus Helfer sind in eine Lohnbewegung eingetreten, die mit der politischen Lage im Zusammenhang ftelst. Sie fordern eine Auszahlung des Lohnes im voraus auf mehrere Wockren. Aus dem bes'tzien Nhnngcbiet. rw. Koblenz, 22. Juni. Auf der Mosel- brücke ereignete sich ein schwerer Unfall. Ein schwer beladenes Lastauto rannte infolge Versagens der Steuerung gegen das Geländer und st ü r z t e in die Tiefe. Die Trümmer ragtest aus dem geraden seichten Moselwasser hervor. Trotz des Sturzes von der hohen Brücke blieben die Fahrer unverletzt und konnten sich retten. Die Brücke wurde stark beschädigt. = SJi o n t ü b ti u r; 22. Juni. Von hier wird gemeldet, daß vor einigen Tagen ein ameri- kanischer Za hl mei ster mit 485 000 Mk. setzte Gebiet geflohen ist. verschwand. Man nimmt an, daß er ins unbc- Die lkommunalwahlen. Burkhardsfelden, 20. Juni. Bei der am 15. Juni abgehaltenen Gemeinderatswahl machten von st25 Stimmberechtigten außer der WahlkommissMi nur drei, Mann vv-n ihrem Wahlrecht Gebrauch. r. M u s che n he im, 19. Juni. Bei der am vorigen Sonntag abgehallrmenB üraermei ft erwähl .mürbe der Landwirt Karl Becker V. mit 131 Stimmen gewäM. Er ist der Sohn des Milck)- händlers Konrad Böcker IV., einer in Gießen sehr bekannten Persönlichkeit, bennj »er hat 47 Jahre unmiterbrockien die Milch nach Gießen gefahren. Ter bisl>erige Bürgermeister Eifer erHelt 120 Stimmen. Beuern, 22. Juni. Deute fand in unserer Gemeinde die Wahl des Bürgermeisters statt. Von 636 Wahlberechtigten beteiligten sich an der Wahl 557, also 88 Prozent aller Wahlberechtigten, gegen 78 Prozent bei der Wahl zur Nationalversammlung. Es wurde der bisherige Bürgermeister Dein- rich Emil Walther mit 459 gegen 88 Stimmen bei 10 ungültigen wieder gewählt. Die überwiegende Stimmenmehrheit zeigt deutlich, in welch hohem Maße sich Bürgermeister Walther während der bereits 11jährigen Dauer seines Amtes um das Wohl der Gemeinde verdient gemacht hat. # Sandlofs, 19. Juni. Hier wurden auf dem Wege der Vereinbarung ohne Wahlkampf gewählt: Lehrer Stephan, Friedrich Döring, Georg Kreutzer, Adam Döring, Johannes Hohmeier, Johannes Neinwald, Konrad Faust, Konrad Trabes, Heinrich Schmidt, Heinrich Maul, Adam Dickert, Adam Block. # £ a u te rbach, 21. Juni. Die Wahlen zum Kreistag finden am 17. August statt. An dem Tage dürstm im Kreise öffentliche Tanzvergnügen nicht veranstaltet werden. # Rimbach, 19. Juli. In den Gemeinderat wurden gewählt: Georg Moogk, Joh. Geßner II., Adam Gremm, Joh. Lenz, Adam Schäfer. Ehr. Diehl, Revierförster Bohländer, Heinrich Zulauf, Adam Weidemann, Adam Schmidt IL, Adam Heß, Adam Feick. Kird?e rinö Schule. Alsfeld, 19. Juni. Gestern nachmittag fand in dem Singsaal der hiesigen Stadtschule eine gutbesuchte Versammlung der Lehrer unseres Kreises statt, die Schulrat Huff eröffnete. Auch in unserer Kreisstadt Alsfeld soll ein Volks- hochsckyullursus gbgebalten werden. Die Anregung |unb Leitung dieser Veranstaltung hat diesmal die Kreisschulkommission übernommen. Für weitere Veranstalttmgen soll ein Ausschuß ernannt werden. Zunächst wurde ine Frage erörtert, ob überhaupt Vorträge gehalten werden sollen. Hauptlehrer R u-> d o l p y - Alsfeld betonte im Namen alter Anwesens ben, daß wohl bei allen Lehrern unseres KveckeS ein Bedürfnis nach Weiterbildung vorhanden, sei. Deshalb seien diese Veranftallungen mifcrcc Kreis- chulkommission mit Freuden zu begrüßen. Leorev Dollinger wies aus die Vortragsturse für Lehrer hin, wie sic schon lange Jahre vor dem Krieg an unserer Landevuniversuät Gießen abgehalten 'wurden, aber leider wegen der großen Gttfernuns nur von wenigen Lehrern unseres Kreises besucht mcrben konnten. (Sine weitere Frage galt dem KvetS der Zuhörer. Alte Anwesenden waren damit eilK verstanden, daß dieser auch aus dcichtlehrer erweitert würde. Schulrat Huff machte nun die Aiitteilung^ daß er Prof. Kinkel-Gießen für die Vorträge, gewonnen habe. Humanität mrd Charakterbckdung^ erläutert aus Fichtes Reden an die deutsche tion, Goethes Faust und Schillers Briefen über ästhetische Erziehung, soll das Thema der Borträge sein, toeldje in der Zeit vom( 2. bis 17. Juli an jedem Mittwoch und Donnerstag nachmittatB von "3—5 Uhr in der Turnhalle oder in der Aula der .Oberrealschule zu Alsfeld abgehalten werden sollen- Der Eintrittspreis beträgt für Lehrer 2 Mk., für Nichtlchrer 3 Mk. für sämtliche 6 Vorträge. Die Einzelkarte für den Bortrag kostet 1 Mk. Schulrat Hufs hatte diesmal Alsfeld als Ort der Vortraqs-- reihe vorgeschlagen. Für spätere Veranstaltungeni^ könne auch Nieöer-Gemünden wegen seiner günstigen Sage in Frage kommen. Ern weiterer Ab-' schnitt der Besprechung galt der Finanzfrageck Die Unkosten iollen durch die Beiträge der Zuhörer, durch eine Beilftlfe des Hess. Landesamts für das Bildungswesen und durch Reste aus dem Kraissarnmelwesen gedeckt werden. Ein etwaiger Ueberschuß soll verzinslich angelegt und als Grundstock für spätere Vortragskurse bienen. Nun schritt man zur Wahl des Ausschusses. Schulrat' H u s f übernahm den Vorsitz, Rechner wurde Hart- mann-Maull'ach, Schriftführer Bach-Vadenrods Beisitzer Ufinger * Alsfeld, Gemmer - Merlau lund Dollinger - Obergteen. In den einzelnen Gemeinden unseres Kreises werden demnächst Listen zirkulieren, in welche sich die Lehrer und deren Famllienglieder, ferner die übrigen Personen des Ortes, welche die Vorträge hören wollen, chttragen können. Den Teilnehmern werden dann gedruckte Einlaßkarten, welche mit einer kurzen Rebersicht des VortragÄtofses versehen sind, zugehen. Zum Schluß kam Scheckrat Huss noch' aus das große Fragezeichen zu sprechen, das man unter diese Unternehmung setzen müifc. Die politische Sage habe sich derartig gestaltet, daß mit der Möglichleit einer feindlichen Besetzung gerechnet werden könne. Für diesen Fall ermahnte er die Anwesenden, treu auf ihren Posten auszudarren, möge auch kommen, was da kommen wolle. Sie seien es dem Vaterland, der Schule und ihre» Kindem schuldig. __________ Hochschulttaehrrchten. Verband deutscher Medizinerschaftrn. Durch eine Vertretertagung der Medizin studierenden aller deutschen Universitäten vom 10. Juni! bis 13. Juni 1919 in Leipzig ist die Gründung,, des „Verband deutscher Medizinerschaften" erfolgt. Der „V.D. M." ist die berufene Orgmn^ fation zur Wahrung^ und Förderung der beruslicheN, Interessen der deutschen Medizinstudttrenden. Sitz des Verbandes ist Leipzig. (Anschrift: Medizinifchp Klinik.) h. Marburg, 22. Juni. Nachdem gestern mittag in der reformierten Stadt- und Universitätskirche unter großer Beteiligung eine stimmungsvolle Gedächtnisfeier der Philipps- Universität für ihre im Kriege gefallenew Studenten und Dozenten abgeholten worden war, schloß sich bei Dunkelheit eine solche der Studenten-- fdyart bei der Bismärcksäule an. Die Korperationen marschierten vom Kämpsrasen aus in geschlossenem Zuge, in dem etwa 30 Fahnen getragen wurden,, durch die Vorstadt Weidenhausen an Ort und Stelle, wo sich bereite eine große Menschenmenge eingefunden hatte. Ansprachen, in denen der Trauer für die gefallenen Universitätsangehörigen Ausdruck gegeben wurden, hielten Prof. Deit Müller, sowie studentische Vertreter der einzelnen Fakultäten und zum Schluß sprach noch namens der gesamten Studentenschaft stud. Bohnenkamp. Mit dem gemeinsamen Gesänge von „Deutschland über alles" sand die Feier, während' der vom Bismarckturm aus die Flammen weithin in das Lahntal leuchteten, ihr Ende. Aunst rind Wissenschaft. mr. Frankfurt a. M., 20. Juni. Für die Stellung eines Frankfurter Operndirektors wird Egon Pollak, jetzt in Hamburg, früher Kapellmeister an der Frankfurter Oper, genannt; auch Furtwängler in München soll in Frage kommen: andere Stimmen nennen wieder Max v. Schillings, der bekannllich seinen Tiri- gentenposten am Stuttgarter Hoftheater voriges? Jahr niedergelegt hat. . Versteigerung. Dienstag den 84. Juni von nachm. 2 Uhr ab, versteigere ich im Ausiraa in der Wirlschast Jnngbl.it iPromenadehauöl Neustädler Tor, 7 tiollüäiibiae Betten sowie eine Vanie ehuelner Kissen, Ober- und Unterbetten, 1 Grammophon mit 32 Platten 1 Rtnamaschine, 1 Gartenschiauch 65 m lang •/< zöllig, 1 Vaterna tnagtea, 1 ftabrrab ohne Bereisung sowie sonstiges, ferner 1 Cbatselonmte, t Puppenwagen, Bilder, ©artcnitüble, Ttlchdeaen sowie 2 Stück zwettür. Kleiderschränke, 1 Koimnode, 1 Ausziehtisch, 1 Soin 1 T'ich, 1 Küche nschrauk, sehr gut erhall. 8 Stühle, 3 Kohlenkasten, 1 Kraut» bobet 2 Spiegel, 1 L'üiter, 1 ovale Uhr, 1 Regulator, fotuie l Handnahtnafchine sehr gut, ferner eine große Menge HauchaltnngS» u. Küchengeratichatten. Beritetgeriing ganz bestimmt. 61-270 S. Sentier IL, Aiiltlsiislar, ftrofjorjer ett. 9 NB. Aunahnw von Versteigerungen aller Art. JMLontag den *7. Juli beginnt ein neuer Halbjahr es Kursus in sämtL kaufmännischen Unterrichtsfächern. Näheres durch unsere ausführlichen Prospekte. Anmeldungen werden täglich entgegengenommen. 6944c 'Vogtfcfje Privatf)andelsfc/)ule gießen Ooethestraße 32. Fernspr. 2064. Orocksaciien aller irl wert Ale Brälü'ache Daiv.-Draeeerei, B. UiH. Sielea Statt Karten! Wir zeigen die Verlobung unserer Tochter Eva mit dem approb. Arzt Herrn Wilhelm Buchacker an. Prof. Dr. H. Hirt und Frau Margarete geb. Große. Gießen. Löberstraße 23. Ich zeige meine Verlobung mit Fräulein Eva Hirt an, der Tochter des Herrn Prof. Dr. H. Hirt und seiner Frau Gemahlin Margarete geb. Große. Wilhelm Buchacker. Gießen, Reuen Däue 11. T«M Kräftige Tabak pflanzen empfiehlt Gärtneret ■er». Wxr»., lcked. Grudekoks -u baden. 6ebr. Kahl 7453 Telephon 87, | Vereine j Deutsche demokratische Partei Dienstag abend 8 Uhr ia Aqcarlom“, W aUtoretr. B I Mitgliederabend, d i Familien-Konzert i Giessen Heuchelheim, den 23. Juni 1919. aus statt. 7466 -Ä' Die Beerdigung findet Donnerstag den 26. Jqni um 3 Uhr vom Portale des neuen Friedhofes in Giessen 7470 Med.-Rat Dr. Wagner Heil- und Pflege-Anstalt Gestern mittag entschlief sanft und unerwartet nach langem Leiden meine teure Schwester, unsere liebe Schwiegermutter, Grossmutter und Tanta Fn Wie Hier K Um im Gräfl. Stift zu Laubach im 69. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Philipp Vinson und Frau, Marie Müller geb. Schaaf. Nachruf! Plötzlich and unerwartet wurde durch eine schwere Lungenentzündung unser Mitglied ©Ottfried Bender Bergmann aus unserer Mitte gerissen. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Jugendverein Orüningen. W. Euler, Vorsitzender. Grüningen, den 23. Juni 1919. 7465 Beerdigung Dienstag den 24 Juni nachm. 2 Uhr. Von der Rease zurück Wir sind fortlaufend zu kulanten Preisen Käufer u. Verkäufer von Aktien atisländ. Gesellschaften (Eisenbahnen, Banken, Industriekonzerne usw.) WnMä, fatal Catharinenstrasse 29/30. 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Braves Mäflchon für ganz ob. tagsüber gesucht "1-1"8 Frankfurter Str. 33. Suücrlnffitjcö SHäMeti für kl. Hausb. mit etwas Landwirtschaft gesucht. Fran E. Rorups, 0,3153 Dillenburg, Oranienstr. ÄtW MÄcketi o. Lande, auch tagsub., ges. 7132 West-Anlage 49. Wegen Verheiratung des jetzigen ord. Mädchen in kleinen Haushalt gesucht ' Nord-Anlage 13II. Zmerl. SiOdicü gcs. Frau Pfarrer Hotz, 012946 Franks. Str. 34. Tücht. braves Mädchen tagsüber gesucht 0nzs« Hosmannstr. 411. As.: AI. MW» f. Küche u. .Haus f. 1. Juli. 7451 Nord Anlage 1211. Sauberes junges Mädchen «ei nicht unter 18 Fahren, daSselbständig arbeiten kann, für Haushalt und Garten per sofort gesucht. Gute Vcrvfle gung garantiert. Stellung eventl. dauernd. Lolin 30—50 Mk. 13vo Monat. Angebote mit Bild und Zeugnissen au Molkerei Sckuofrbera, BobenhausenNb.MiicLe Bin tWtigeS MWn tagsüber gesucht. 7469 SelterSwcg 75 II. Mädchen für kleinen Haushalt gesucht. 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Ich fürchte, die lieber- D 19) zu dir I nit em 1« litt iflfl ir Ach leiprl W hv jr.3” Vrini Wflt* ,brik An- 2 an igen In* kii NN tz» u. ru. ?/, ten gciiuvu cünt kann, aber sie weiß ebenso, das; fte. vor i< und Geschichte nur eine wahrhafte Rechtfertr- sie rückhaltslos Der Doppelgänger. Roman von EarlSchüler. Fortsetzung Nr. 47. kart, niotin I t» fltf- te u- Sn» jitlt 2tbr igabk "in;- erzähle. Nein, bitte, Vater, lach nicht darüber. Tas muht du mir versprechen!" Meutiingen, die darauf schließen heF»n. daher dich sehr verändert fand. Ich hatte ^hcr nicht der mf geachtet. Ich habe andere Linge-irn Kops, -iz den Launen kleiner Mädchen nack^uspuren. 8bar jetzt merke ich selbst, daß bei dir etwas ti£)t in Ordnung ist. Ich wUl wiisen, wo es fehlt, kaum nur mit." „Sitte, lieber Vater, quäle nnch nicht mit Sogen. Mir .fehlt gar nicht?. Laß mich zu Er betrachtete sie mit besorgtem Blick. Tas kksichtchen war schmaler geworden, um die Augen [rtte sich ein dunkler Schein gelegt, und um den Kund lag ein eigener stiller Zug. „ Er ergriff ihre $>trnb. „Kindäxn," sagte er.,,.Mama hat mir zwar cufgetragen, dich bei Herpich abzuietzen, ich nehme dich aber erst mal mit herauf zu mir. „Wesl-alb, Vater?" frqgtc Ruth. „Tas werde ich dir oben bei mir sagen. . .Tn machst mich neugierig 5)ast du eine '>" Ruth zwang sich zu en i. ftS Deutsche Nationalversammlung. Sitzung vom 22. Juni 1919. Da? L>aus ist stark besetzt. Tie Tribünen Vcbbs. : Das ge. ten alle* Mi. Eig tirlaat veuyich fahren!" . .Nachkur. Erst kommst du mit mir! ent- föwb sein kurz der Konsul, jede weitere Einrede EMN seine Anordnung abschnridend. Er gab dem ilchver die .Weisung, nach dem Bureau in der -«wch-enslras-e ?,n fahren, und kurz daraus hielt big Auw out dem großen Tor, über dem das Wsulatjchild der Repub.ik C-ostalinda hing. tm.Heinlgtnmobio rfolgtin lürMZi Tie Zeit der Erwägimgen und Mwägun- yn ist vorüber. Tie Stunde des Handelns ist ge- jmnten und damit .die Stunde der Verant- ortung. An dieser Verantwortung trägt leder m ihnen sein Teil. Tie RrickBregierung ist sich 'M 7IIS (i ♦* Amtliche Personalnachrichten. Dem besoldeten Beigeordneten der Stadt Offenbach am Main Ernst Weil wurde der Titel „Bürger« meister" verliehen. — Der Kreisamtmann bei dem Kreisamt Worms Karl Albert Weber wurde zum ständigen Hilfsarbeiter im Ministerium des Innern unter Verleihung des Amtstitels „Rcgierungsrat", die Regierungsassessoren Dr. Karl A h l aus Mainz land Gustav Emil Di11mar aus Gießen *u Kreisamtmännem — sämtlich vom 1. Juni 1919 an —, der Dipl.-Jng. Ernst Ä l b r e ch t zu Darmstadt zum Maschineningenieur bei der Dampfkessel- inspektion, durch Entschließung .des Landesamtes für das Vildungsloesen vom 11. Juni 1919 Lehr- amtsreferendar Erich Schmidt zu Gießen zum Lehramtsassessor und der Lehramtsassessor Herbert Hoelzcr ans Mainz zum Oberlehrer an der Höheren Mädchenschule und dem Lehrerinnenseminar zu Mainz ernannt, — dem Lehrer Karl Becker zu Sellnrod wurde die Lehrerstelle an der Volksschule zu Lardenbach, Kreis (Schotten, übertragen. — Der Hauptlehrer an der Kunstgewerbeschule zu Mainz Anton Huber wurde auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt. — Erledigt sind: eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Ober- Ohmen, Kreis Alsfeld. Mit ihr ist Organisten und Lektorendienst verbunden: die mit einem evan seelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle au § er- chenhain, Kreis Schotten. Mit ihr ist Orga- niftendienst verbunden. Dem Inhaber der Stelle kann eine Ortszulage bewilligt werden; eine Lehreisdelle an der evangelischen Schule zu Lindenfels, Kreis Bensheimj, und 22 Schulstellen an der Volksschule zu Darmstadt, die wie folgt besetzt werden sollen: 4 Stellen mit evangelischen Lehrern, 8 Stellen mit kath. Lehrern, 1 SleA mu einem israel. Lehrer, 5 Stellen mit evangel. 2-e'qte* rinnen, 3 Stellen mit kath. Lchrerinnen, 1 Stelle mit einer israel. Lehrerin. ** Wie sich die Zeilen geändert haben erhellt am treffendsten aus folgendem Beispiel: Die neurologische Universitätsklinik in Frankfurt a. M. sucht einen Assistenzarzt mit abgeschlossener Bildung, also einen Mann, der mindestens 10 Jahre studiert haben muß und sicher 30 Jahre alt ist. Sie bietet diesem Manu den Riesengehalt von 2400 Mk. im ersten Jahre. Ein 18jübriger Hilfsarbeiter in der Gasfabrik in Frankfurt, der nichts gelernt hat, verdient jährlich mindestens 4500 Mk., ein Schriftsetzer, der seine Lehre beendet hat, wöchentlich mindestens 104 Mk Die Zeiten sind für die gelehrten Berufe schlechr geworden und mancher Straßenkehrer verdieni heutzutage mehr, wie ein junger, strebsamer Arzt M,8th, ;'r Präsident iFehrcnbach: Es find zwei Anträge eingegangen. Tcr erste Antrag Schulz (Soz.) .mü> Gröber (Zentr.): Tie Norional- versammlung billigt die Erklärung der Regierung und spricht ihr das Vertrauen aus. Der zweite Antrag: Tue Raiionalversammlung billigt die Haltung her Regierung in Der amerümiischen Frage der UnterzeickpiMig des FrüdenSveriroges. Nach den Ausführungen der Fraktionsrcdner werden die beiden Anträge nach bet bereits gemeldeten Llbstimmung angenommen. Nächste Sitzung Montag den 23. Juni, 2 Uhr. Tagesordnung: Interpellationen. Schluß 44/4 Uhr. Eine weitere Regierungsvorlage betrifft Die Fürsorge für die aus den besetzten Gebieten, insbesondere aus Elsaß-Lothrmgen vertriebenen Deutschen, reib. Uebernahme von 40 Prozent der durch die Fürsorge des Roten Kreuzes auf Hessen entfallenden Kosten. In der Vorlage wird die Organisation, die Art der Unterstützung, die Ausbringung der Mittel, sowie die Höhe der Kosten eingehend klargelegt und mitgctcilt, daß das Rote Kreuz endgültig 20 Prozent und das Reich 40 Prozent der Kosten übernimmt, im Falle die Bundesstaaten die resllichen 40 Prozent übernehmen. Ter Hi.fr-ausschuß für Hessen ist fdjon in Tätigkeit und rechnet man für Hessen mit einem Betrag von 30 000 Mk. Die Abgg. Reiber und Gen. haben der Volkskammer eine Anftage zügel,xm lassen, in wel- ckwr sie um Auskunft bitten, ob der Regierung bekannt sei, daß die französischen Behörden im besetzten Gebiet von allen Eiuwbhnern, die von der beiitl'cben Heeresverwaltung Pferde in der Zelt nach dem 11. November erworben haben, eine nochmalige Bezalstung fordern. Ist die Regierung bereit, dafür einzutveten, daß diese Zahlungen als durch die Besetzung verursachte -Schäden im Sinne des Antrages Rch anerkannt und ersetzt werden? Ein dringlicher Antrag Dorsch zum Landgesetz ersucht den Eutschädigungsanipruch des Siedelungsgcsehes däl)in abzuändern, daß, wenn Bauernland zur Siedelung enteignet toewen sollte, die in ixkfem Artikel festgelegken Entschädigungssätze nicht in Anwendung kommen, sondern daß die Ortskommissivn und Landamtmann, sowie auswärtige Sachverständige den Preis fiestsetzai. Ein Antrag des (unabhängigen) Aldg. Kiel fordert die Erhöhung der Renten für alle Rentenempfänger cinfchtteßl. der Kriegsbe.ckftidigten um 200 Prozent. Derselbe Abgeordnete verlangt die Aufhebung .der S te m pe l ge b ü hren bei Austritt aus der Landeskirche. Endlich beantragt eine Regierungsvorlage den Aukaur des Wvhnhauses Ludwigstr. 9 in O f f e n - buch für Beamtenwohnungen zum Preise von 100000 Mark. - Sic hielt hie Karte noch in der Hand, als der Konsul wieder in das Zimmer trat. Er setzte sich in seinen Schreibsessel, ergriff Ruths Hand und zog sie zu sich heran. „Nim mal 'raus mit der Sprache! Was hast du mir ,zu erzählen?" „Nichts, Vater!" „Sag mal, Kindchen, warum bist du denn so verstockt? .Hast du kein Vertrauen mehr zu Deinem Alten? Tas war doch früher anders, da hatten wir keine Geheimnisse unterrinanber. Du hast mir dein Herz ausgeschüttet, und ich habe es gerade so gemacht. Hab' ich dir nickst alle meine Sorgen erzählt? Tie Geschichte mit hem dummen Brief? Und auch sonst alles? Warum hab ich das getan? Weil der Mensch lemanb haben muß, mit dem er sich aussprickst, wenn itjft etwas -bedrückt. Und hat es mir nickst Glück gebracht, daß ich so offen zu dir war? Hast du mir nicht geholfen, als ich schon an leder Hilfe verzweifelte? Und nun willst du mir keine Gelegenheit geben, mich dankbar zu zeigen? -giltst du ein Gelximnis vor mir haben? Nee! Das gibts nicht! Wir sind zwei Verbündete, die treu zusammenhalten! Wir sind eine Gerwstenschaft auf Gegenseitigkeit! - Also, was l)at dich zum langweiligen Kopfhänger gemacht? Raus damit. „Ach, Vater, es ist ja schon vorbei! sagte Ruth leise „Es ist überwunden!" „Na, das scheint mir aber nicht so. „Doch, du kannst's glauben. Es war ja auch An» Hessen. Dec Hessischen Volkskammer ist eine Regierungsvorlage betr. die Einwirkung des Krieges auf den StaatslMisl-alt zugegangen, in welcher der Entwurf eines Gesetzes zur Deckung von Kriegsfehlbeträgen aus den Rechnungsjahren 1914 und 1915 mit zusammen 10 396 848 Mk. gemäß Art. 6 des Gesetzes vom Mürz 1915 die Regierung ermächtigt, den Gesamtbetrag im Wege des Staatskredites flüssig zu machen und zu diesem Zwecke Staatsschuldverschreibungen, Schatzanweisungen und Wechsel m dem erforderlichen Nennbeträge zu einem der Lage des Geldmarktes entibredxnben Zinsfüße auszugeben. Nach Art. 2 hat Die Tilgung der schuld vom Rechnungsjahre 1920 ab mit jährlich 208 000 Mark unter Hinzurechnung der ersparten Zinsen zu erfolgen. In der eingehenden Begründung der Vorlage wird die Entstehung und Zusammensetzung des Fehlbetrages, der den Restestöcken I und 11, sowie dem Ausgleichs- und Tilgimgsstock zu un- gleichen Teilen in Den beiden Rechnungsjahren infolge vermehrter notwenDiger Ausgaben entnommen ist. Dargelegt und der Stand der Stocke uno ihre Weiterentwickelung erörtert. ♦* Freie Liebe ober Ehe? die Frau d e r Z u k u n f t! Diese Frage wurde gestern abend 3int Hotel Einhorn von Dr. Olpe in einem von hohem sittlichen Idealismus und großer Sach künde getragenen Vortrag zu lösen versucht. Ein kglönzender Redner stand hier auf der Bühne, der fein trockenes Zahlenmaterial und seine wissen- schatflichen Bewiisfühmngen so glücklich mit edjt volkstümlichen Tönen zu verweben lvußte, daß die Hörer vom ersten bis zum letzten Wort in Bann gehalten wurden. Ter ehrlick-e Beifall bewies auch, daß er jedem aus dem Herzen gesprochen und der schwache Besuch — es mögen 300 Personen anwesend gewesen sein — ist daher eigent.ich d bäuerlich Wir hoffen, daß Dr. Olpe bei einer Wiederholung ein größeres Auditorium findet wird. Der 1. Teil des Vortrages gab einen Uebcrblick über das ganze weite Gebiet der Frauen- frage, suchte hu ergründen, waruni die deutsche Ehe in so erschreckendem Maße im Kurswerte gesunken fei, deckte mit unbarmtoiger Offenheit geworden. An manchen Stellen sind die, Hecken über uno über von den Nestern der Gespinstraupen bedeckt und von den ausschlüpfenden Raupen tabl - gesresfen worden. Das wäre nun für die an sich wertlosen Hecken nicht schlimm, wenn diese Ungezieferplage nicht auch aus die umliegenden Obst bäume Übergriffe uno an diesen einen Schaden verursachte. Ob wohl die Verordnung nicht mehr besteht, nach welcher Raupemiester an den Bäumen und Hecken entierni werden müssen? In srüheren Zeiten wurde sie in jedem Frühjahre erneut bekannt gegeben. Da von der Kreisstraßenvettoaltung nichts gegen das Ungeziefer geschieht, so wäre es am besten, daß diese Hecken entierni würden. Andererseits werden nun, wie wir auf unseren Vfingstwanberungen bemerken konnten, wieder Hecken an Waldrändern entfernt, die den Vögeln wirllich Schutz gegen Raubzeug boten, und du meistens gar keinen ober doch nur geringfügigen Schaden verursachten. * Au- Stadt und Land. Gießen, den 23. Juni 1919. Bogelschutzhecken. Vor Jahren hat man eifrig für Vogelschutz geworben und den Hecken als natürlichen Brut- plätzen der Vögel warm das Wort geredet. Es sind daher überall Hecken angepflanzt worden ober stehen geblieben. Das geschah auch an manchen Landstraßen. Ob nun gerade an diesen belebten Stellen Vögel nisten, ist eine anücre Frage. Leider sind diese Hecken nur zu Mststätten für Ungeziifer W« diesen Friedensvertrag, gegen diese Kriegserklärung? Keine Unterschrift entkräftet diesen Protest, Den wir für alle Zukunft erheben und beschwören. (Beisall.) Die Regierung bat davon abgesehen, aus der fast unübri vchvaren Reibe mehr ober minder un- crträglicber Bedingungen eine oder die andere noch übzuhanveln. Dieser Vertrag verliert feinen ver- uichienden Charakter nicht durch Veränderungen in den Einzelheiten, Die Regierung muß dem Rechnung tragen, daß sie das Voll nicht in 48 Stunden vor eine neue Krisis teilen kann.. Denn die Ablehnung wäre keine Abivendung des Vertrages. Ein Nein wäre nur eine kurze Hinausschiebung des Jas. Unsere Widerstandskraft ist gebrochen. .Ein Mittel für die Abwendung givt lcks -rocht, Wohl gibt der Vertrag selbst uns eine Har.dbabe, die wir uns nicht entreißen lassen können, die feierliche Zusage der Entente in ihrem Abemorandum vom 16. Juni, daß die Revision des Vertrages von Zeit zu Zeit eintreten und eher den neu eintretenden Verhältnissen angepaßt werden kann. i Im Namen der Rcichsregierung habe ich tzu erklären, daß in Würdigung aller dieser Ilimstände und vorbehaltlich der Ratifikation durch die Nationalversammlung, Die „Wie werde ich denn über etwas lachen, was meine Keine Ruth so traurig gemacht hat? Komm, etz' dich hier auf die Lehne des Geisels. '-Len Platz kennst du ja. Hast scl-on oft darauf gesessen, wenn du mir etwas zu erzählen hattest. Ruth nahm folgsam Platz. Tann faßte sie mit beiden Händen den Kopf des Vaters und drehte ihn von sich ab» dem Fenster zu. „Du mußt mich nicht ansehen!" Ter Konsul blickte nach dem Fenster. „Jst's jo recht?" . „Ja. Sieb mal, Vater, ich hatte dir doch erzählt, daß ich durch eine Anzeige in der Zeitung den Herrn, der vor dem Kaiserhof in unser Auw eingefticgen war, zu einer Besprechung ein geladen habe." „Ja." „Ter Herr war sehr vünktkich. Ich auch. Dann sind 'wir in ein Safe gegangen und dort haben wir alles besprochen. Er war sehr nett." „Kunststück! So ein Heiratsschwindler hat Hebung." Ruch feufjte. „Es ist wirklich sehr traurig, daß er so etwas macht." „Was ßetyt das und an ? Wenn es Fronens lente gibt, die sich von solch einem Gauner an- führen lassen — uns. kann das gleichgültig sein." Ruth seufzte wieder. „Was hast du denn?" Ter Konsul sah seine Tochter an. „Nein!" protestierte Ruth. „Tu darfstnnch jetzt nicht -anfeben! Tu hast es mir versprochen! I (Fortsetzung folgt.) Die Regierung der deutschen Republik i,t bereit, den Frieden zu unterzeichnen, ohne damu jedoch anzuerkennen, daß das deutsche Volk der Urheber des Krieges sei und ohne eine Verpflichtung nach Artikel 227 bis 230 des Friedensoertrages zu übernehmen. Ich bin am Ende. Wer so über die düsterste Stunde im Leben seines Volkes sprechen muß, der scheut sich fast vor dem Vorwurf der Lchöii- färberei, wenn er seinen Glauben an eine Muf- beHmig, an die cnd'.iche Verwirklichung einer besseren Zukunft zum Ausdruck bringen will. Wir svehen vor Arbeitsjahren für fremde Rechnung, wie nie ein Volk vor uns. Nur Dank einer Vertragstreue bis zur Grenze unseres Könnens, -nur ans aller Entschosscnl-eil und Zu- sammenblriben.in der brntidjen Sckncksalsgemein- schaft, nur aus dem Willen zur Arbeit in allen Schichten, nur mit Disziplin, so schlimm dieses Wort heute vielen klingt, und' Pflichtoewußtsein kann aus dieser Stunde noch eine Zukunft ttur uns erwachen. Es gibt keine Wundermitlel und keine Märchen für die Gesundung eines Volkes. Selbst die Weltrevolution kann die Krankheit nickst abhelfen, an der wir hinslechcn. Nur der Revolution unseres sittlichen Bewußtseins wird und muß es gelingen, ans Nacht tznd Finsternis, zu einer besseren Zukunft empor zu steigen. (Beisall.) dumm." . „Was war zu dumm?" ,^d) wollte eigentlich nickst darüber sprechen!" „Aber, wenn ich bitte? Und verspvei^, mit niemand darüber zu reden? mir 'n dein Geheimnis ganz sickxr aufgehoben. „Tu wirst vielleicht lachen, wenn ich es i Regierung sich entschlossen hat, den Frieden s- vertrag unterzeichnen zu lassen, »^ dem sie ton Gegnern unumwunden erklärt, niemand kann dem deutschen Volk zumu- t e n, einem Friedensinstrument zuzustimmen, durch das ohne Befragung der Bevölkerung lebendige Glieder vom Reich abgetrennt, die deutsche St.aatshoheit dauernd verletzt und dem deutschen Volke unerträgliche wirtschaftliche und finanziell eLastenauferlegtwerdensollen. Wenn sie jedoch unter Vorbehalt unterzeichnet, o betont sie, daß sie der Gewalt weicht m >em Entschluß, dem unsagbar leidenden deutschen -Volk einen neuen Krieg, die Zerreißung seiner nationalen Einheit durch weitere Besetzung deutscher Gebiete, entsetzliche Hungersnot für Frauen und Kinder und unbarmherzige längere Zurückhaltung der Kriegsgefangenen zu erfbaren. Die Regierung verpflichtet sich, die Deutschland auferlegten Kriegsbedingungen zu erfüllen. Sie will sich jedoch m diesem feierlichen Angienblick mit rückhaltloser Klarheit äußern, um jedenVorwurfeiner Unwahrhaftigkeit entgegenzutreten. Die auferlegten Bedingun gen überschreiten das Maß dessen, was Deutschland tatsächlich leisten kann, und wir lehnenjede Verantwortung ab, wenn die U n du r chf ühr ba r ke i t auch bei schärfster Anspannung der deutschen Leistungsfälligkeit in Erscheinung treten muß. Wir erklären ferner, daß wir den Artikel des Friedensvertrages, der von Deutschland fordert, sich a l s alleiniger Urheber des Krieges zu bekennen, nicht annehmen können und durch die Unterschrift nicht decken. Ebensowenig kann es ein Deutscher mit seiner Würde -und Ehre vereinbaren, die Artikel anzunehmen und anszusühren, in denen Deutschland zugemutet wird, Ängehörigedes deutschen Volkes zur Aburteilung auszuliefern. Deshalb werden wir die Vollmacht zur Unterzeichnung in folgender Form geben: - - 11 „ ,'Tu »nächst mich m ß tiitt"111^' 1 Dbrrrafchung für mich? t tinem Lächeln. Sutersoi*{o« 9 „Nein, im Gegenteil! \uw^, s * ttfriung roiro mir von deiner -Seite ^werden Ich rill nämlich mal wissen, ivas. eigentlay mit dir Mr‘fV < te ist. Sckwn Otto machte mir, dx.er abreiste, äu laufen gefni:, i 7 SronuwF-- Ämmai'^rouK daß die "Zustimmung ihrer fett, mit 4Sr ’ü slkjnheit sie wohl im dciniokrattsckien Sinne ent» zu verl. SMIs ‘ ' u. 7468 ml“ PMdent Fehrenbach eröffnet ine Sitzung ha nach 12’A Uhr. . . , Tageöordnmig: ,Entg-egen»rayme einet Erklä- pntg der neuen ReichSregieruiig. Reichsmlnisterpräsident Bauer: Als Mit- ,!ied der bisherigen Regierung kanii ich deren Uiflfcit keine Anerkennung zollen. Wohl aber ich den ausfchridenden Mirgttedern, insbe- l-bett bemMinisterprä,identen Scheidern a nn, fejete warmen Dm.kes für ihre Istngebenve und Gierung.volle Otigtil nicht Verlagen, ebenso der Friedemdelegalion. (Beifall links.) L,er Ruck- : des alten Kabllictts erwlgte, weil sich bie Ansichten über dm Friedensentwurf scharf gegen- Ltftanbeii, abtr nickst getrennt nad> Parteien, Lteni getrennt nach dem Beranttvorilicksti-itv- c rüM jedes einzelnen Ministers. Unendlich sihioer 2 ür uns alle der Entschluß, der neuen Regie- L beizutrettn, bereu erste und letzte Aufgabe L un muß, den Unrechtsfrieden abzuschlietzen. ki? Not von Land und Volk haben uns w» iimraeiigefulrrU Wir dursten unsere Milarbeit nickst dkrsagim, wenn wir nicht Gefalw laulen wollten, t.-uikbianb einem regierungslosen ck-aotischen Zu- bnid zu überlassen, aus dem es keine Rettung Eben hätte. Wir stellen nicht aus Parteiinternen und noch weniger aus Ehrgeiz an dieser Stelle wir stehen, hier aus Pflichtgefühl, aus dem i Rcwnfetiein, daß cs unsere verdammte Schnldig- !cit ist xu retten, was zu retten ast. Tie Nicist- 1 Zunahme der Demokraten an der Regienmg be- batem wir außervrdc.ittich. Unsere bis-t-engen de- inoftatischeu LLollegen waren uns loyale und wertvolle ,MÜarbeiter. Tas Programm des neuen Sorinetts wird dasselbe bleiben, das der Regie- r- r • v -___ ... AtvieMKA MO erhalten kann, wenn s. . . Bäciir&r., „ach Prüfung der Sachlage aus Verant- Leliei-f Innung entsckieidet und «nickst nach Parteistim- Vti Miigen schielt. 1 - Glauben Sie mir, wir hoffen, in diesem Sinn geprüft nnD entschieden zu haben, angesichts der Gegner und der Zukunft unteres Volkes und unter der notwendigen Berücksichtigung des Willens der Nationalversammlung. In einem sind mir alle einig, in der schärfsten Verurteilung des borgelegtcn FrieDensVertrages, zu dem wir er unerhörtem Zwang unsere Unterschrift geil sollen. Am Montagabend soll der K r i e g ufs neue beginnen, wenn nicht unser Ja jtgeben wird. Es soll der Vormarsch beginnen, jli dem jedes Mordinstrument bereitsteht, gegen tiit wehrloses uno waffenloses Volk, das nur pei Gebote kennt: nach Außen wieüer gutmadjen , mb nach Innen seine im Zusammenbruch er» gefcöloliem f nirtQene Froheit auszubauen. In dieser, Stunde rrubruniem^ v-f Leben und Tod unter drohendem EinMarfth «ieakÜ>iadWkhebe ich zum letztenmal in einem freien Deiftsch- s krtb Protest gegen jeden Vertrag der FsOör tzewalt und Vernichtung, Protest ligen die Verhöhnungen des Selvst- yan*1. letzimmungsrechtes, gegen diese Vernich- iiitg des deutschen Volkes, gegt|i diese neue ,Be- lioljung des Wellsriedens unter Der Maske eines KlieDensvertrages. Wer kann sich'noch Demokrat mb Sozialist nennen und erhebt sich nicht gegen liefe Ausbeutung? Wer kann sich noch Paziftst innen und kämpft nicht bis zum letzten gegen Tcr, Konsul führte fein Töchterchen in fein ^^,Eincn^^Augenblick, .Ruth," entschuldigte er sich. „Ich muß erst noch rin paar Worte mit Lebermann spreck>en." Er eilte in das Zimmer des Prokuristen. Ruth hatte sich in einen der bequemen Ledersessel gesetzt, die für die Besucher des Konsuls aufgeftellt waren. Nur flüchtig.sah sie sich in dem ihr woh!bekannten Raum.um, dessen rulnge vornehme Aus- ftattimg ihr als Kind einen fast beklemmend feierlichen Eindruck gemacht hatte. Nichts in dem Raum hatte sich verändert, seit sie ihn vor Wochen zum letztenmal betreten batte. Ter Vater blieb lange. Sie würbe ungebulDig Tie An.'^digung des Verhörs, dem, ausgesetzt werden sollte, verursachte ihr ein Geft'hl M Unbehagens Was sollte sie ihrem Vater aus, leine Fragen antworten? Sie konnte doch nur immer wieder behaupten, dak sre sich ganz wohl fMc, daß ihr ,gar nichts fehle — Sie stand auf und trat an den Schreibtisch des Vaters. In der Ecke rechts stand eine st berne Scktale, auf der eine Anzalst Beiuchskarien lagen. Ter Diener hatte die Angewohnheit, i>« Karten solcher Besucher, die einen Namen von gutem Klang hatten, immer obenauf zu legen. Ta lagen immer einige Karten von Dankdirektoren und Ge- 'beimen Kommerzienräten. Ruth lieh einige Karten durch ihre Finger gleiten. Ta blieb ihr Blick plötzlich auf einem Namen haften, der fie uv* ^.Dorival ran Armbrüsder," las TaS war ja der Name, unter dem dieser dieser Schnepfe .von Umbach cingefübTt worden war! Was.hatte dieser — dieser Mensch beiilnem Vater gewollt? .War er erst kürzlich Mr gewesen i bim angesicksts der Friedcnsbedmgungen unserer. K,gner eine Helle Empörung den Einzelnen und d' Gesamtheit fortreitjt. Aber wenn ich bei ber Dtbtmabme meines Jdjjocren Amtes eine Bitte vizspreckien darf, so ist es die, lassen Sie die Frage der Annahme oder Wlehnung nicht zur Partei- Me werben. Glauben Sie auf der einen oeite nibt baß bie Befürworter der Ablehnung volks- ftmbe Chauvinisten ober Interessen Politiker feien, ffrf» k fhtcn Vortell ihrer Klasse ober des Geldbeutels Ablelstiung verfolgten. Glauben eie aber auf ber anderen Seite auch nicht, baß diejenigen, bie sich notgedrungen unb unter Selbstüberwindung iin: Annahme burd>gerungen haben, feige ober tolnöD seien, unb kein Gefühl für nationales oller Art Mir fabrtenmerin sinni« 9 Nr. tt taufen Gebr. V Televhor \ verschieo 6re rkreWchädm dcbaus Qalomon, Sommerfrische Honigmühle bei Wetzlar Schönster n. vornehmster Ansilugsort. Tägl. Biesen- spielapparat. Konzert - Gesang - Ballmusik Gelegenheitstflnzchen. iiiiiinniiiniiiiiiiiiiniininiiiiiinnD Reparaturen werden nut und schnell nuvnrrü6rt. 012129 Georg Bachmann, Schuhmacher, Wieselt. Alten-Busccker Str. 10. aniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiniiiiniiiin Freiwillige für die AbwiLlMgGlle d.MMcn-DatMons 18 in Gießen. iNtchtkämvsende Retchowehr.) Es werden Freiwillige für den GesclmitSzimmer- dienst gesucht. Beuöligl werden: Schreiber und Maschineiifchreiber, besonders solche, die schon auf miliiärischen BureanS gearbeitet bnbeiL Kriegsbeschädigte, die Schreiber sind, werden bevorzugt. Löbnungckacbührnisse einscdl. Bnlagcn: Mannschaften 120.- M., Untsfz. 147.- Ak. Berheirateie Mannschaften ohne Kinder 169.50 M. „ „ mit 1 Kind 199.50 „ Für jedes weitere Kind 1.— M- täglich mebr. Berbetratete Nntffz. ohne Kinder 196.50 , ,, „ nut 1 Kind 226.50 „ Für jedes weitere Kind 1.— M. täglich mebr. Verwiegung: Frei. Für Verheiratete kann ein Selbftbeköftiguugsgelü von 2.70 M- täglich gewährt werden. d)ekleidung: Frei. Eig. Kleidung wird vergütet. Wohnung:Frei. WohnungSgeld für verheiratete UntffA. und Mannschaften monatlich 13.33 M. Freiwillige Dienazeit rechnet für Invalidenversicherung wie aktives Heer. Vervsttchtnna erfolgt nitf einen Monat. 14 tägige Kündigungsfrist Militärvapiere and Führungszeugnisse vorn Bürgermeister n.letzt.Arbeitgeber sind mitznbringen. Alle Anfragen und Meldungen sind an die Werbcitelle der AbwicklnngSstelle des ilkachrichten- Bataillons 18 in der Neuen Kaserne L 2. Stock, Zimmer 172 au richten. Ausweis siir Militärmhrkarte beim nächst. Bez.. Kdo.bzw.Wcrbeftelle verlangen. Reise wird vergütet. AbwicklnnaSstelle d. Nachrichten-Bataillons 18, Gießen. 7391D Drtacta aller Art wert 41» BrUl'Mh» üaiv.-DrcMerei. B. Laag« Blate» Oefftnlliche Versteigerung einer Gesamt-Fabrik-Einrichtung in Ehringshausen, Kreis Wetzlar. 5)m Auftrage ter Ehringshä user Maschinenfabrik kommen wegen Geschäfts- Verlegung in den Fabrikräumen am Bahnhof i n E h r i n g s ha u s e n-T il l (Kr. Wetzlar) durch die unterzeickinetcn Auktionäre am Donnerstag den 2 6. Juni, nachmittags 1 Uhr, vollständige Einrichtung für D r e h e r e i, S ch l o s- serei und Schmiede, und zwar: Elektromotor 3 PS, elektr. 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Reingewinn......... 1 325 — 354 601 Sb Mitgliederstand Ende 1917...... 98 in 1918 zu........... 5 — ns in 1918 ab........... 8 Mitgliederstand Ende 1918 . . . " 95 Der Vorstand: F«rd. Schwalb Ludw. Becker IV. Theod. Krämer Direktor. Kontrolleur. Rechner. Generalversammlung* Sonntag, de» 29. Juni, nachmittags3Uhr. sind et die ordentliche Generalversammlung in der Wohnung des Rechners Krämer statt. Tagesordnung: 1- Abhör der Rechnung für 1918. 2. Verwendung der Reingewinns. 3. Verschiedenes. Für den «ufsichtsrat: 7472 Müller. m. W „ "SS. ^■<4.05: j ^y.25;i LseschäitSItt .fllfBrt töt. 1 fit Di Erscheint nail 9M6 ZnhaltS'Ueb^ den Landkre Bctr.: M MM 1. August Erfcheiucit Milttärvelji Derwaltungs neialtomma lottnen gern Verhauölun hierzu em Befcheidcs c: unter Beifü mittelbar Bi ober einem Gegen den vniahren bi Nach? betartig Darm bett, b' Jähes em 3A Liter Zur At fleriums be« w Mch . U. i m ÄÄLietc da Mm oelbsiv Bezug vo fließen. Ter l bejdjabft 18. Tezm guugsbereä pro jtvps i tmLelbstt «Ihmmt isl gäbe ber bMFettbez Ti Wter, welch N zusteh «bet 2 herburc für bie ! '’ettenben. Tarmi den £) Mei »Ä Bukünng 6( ©leße: •'<Ä' °-Z Sy». DU U-A Regie