Erstes Blatt Montag, 22. September 1919 169. Jahrgang MW 14 $3 (■en , 20. Sept. (W. B.) Unter dem Titel Die mustert:: hto Stoffe 1.13.75 ihm über I Etaatsomtes für auswärtige Angelegenheiten auf Grmrd aktcnmäüiger Nachforschung eine historische Arbeit publiziert, nvlche heute erschienen ist. Sie gibt eine genaue Darstellung der Haltung des Wiener Kabinetts vom 28. Juni bis zum 1. Ang. 1914, also von der Bluttat von Serajewo an Forderung baldiger Entscheidung über das Nlemelgebiet. Die Erfolge D'Annunzios. Bern, 21. Sept. (WTB.) Die italienisel-e Regierung hat den Kommandanten der 8. Armee de Rebil ant seines Postens cntljobm, weil er es versäumt hat, rechtzeitig Maßregeln zur Abwehr des Handstreiches auf Fiume zu ergreifen. An seine Stelle tritt der in der Armer? und Flotte sehr populäre Admiral Cagni, von dessen Tatkraft die Regierung die Lösung des Falles erhofft. In-, zwischen treten immer neue Truppenteile zu d'Annunzio über. Sechs Kompagnien der Brigade Florenz, die nach Fiume gesandt norden waren, haben ihre Einheit verlassen und sind gestern in die Stadt eingezogen. Ein Brigadegeneral aus einer Stadt, deren Name nicht genannt wird, l>at d'Annunzio mitgeteilt, daß seine Brigade bereit sei, auf den ersten Stuf zu seiner Unter» stützung nach Fiume zu marschieren. Trotz der Blockade nird Fimne von den venezianischen Häfen aus mit allem Nötigen versorgt. Gestern ist ein aus dreißig Wagen bestehender Eisenbahnzug voll mit Lebensmitteln beladen dort angekommen. Es läßt sich nicht leugnen, daß öeer und Marine in ihrer Mehrheit zu d'Annunzio stehen. Dieser sucht der Bewegung immer größere Ausdehnung zu geben. In einem Ausrufe an die Venezianer, den der „Eorriere della >£>ern" wiedergibt, bezeichnet d'Annunzio sich als oberster Führer sämtlicher Truppen und Schiffe in Fiume und eines Teiles der neutralen Zone. Er fordert die Venezianer auf, sich ihm <111311- schließen und das unwürdige Jxl)' der italienischen Regierung abzuschütteln. Eine ähnliche Auf- fordenmg hat er auch an die GesinnnngSgeuos en in der Lombardei gerichtet. Der „Eorriere da la Sera" sieht trotz einer gewissen Sympathie für d'Llnnunzio die Gefahr dieses Hochverräter! schm Treibens und beschwört d'Annunzio, von seinen Eine Kriegsflotte Polens! Köln, 22. Sept. Wie die „Köln. Ztg." erfährt, steht es nuHnehr fest, daß Polen eine Kriegsflotte bauen wird. Diese soll aus vier großen Kreuzern und 16 Torpedobooten bestehen. Sie wird eine Be- mannung von 3500 Mann und 150 Offizieren erhalten. Die Engländer räumen den Kaukasus. 91 m ft er 8a m, 19. Sept. (Wolff.) T-aZ Pressebureau Radio meldet, daß die britischen Truppen den Kaukasus räumen. Uus Vem besetzten Gebiet. Dorten in Köln. Elberfeld, 20. Sept. Dr. Dorten ist vor einigen .Tagen wieder in Köln aufge- weiter schärfsten Protest gegen daS.9lbmteuer von Fiume. Parteidirektion und Gewerlschaftsbimd fordern neuerdings die Arbeiter auf, sich mit allen Kräften gegen den m.ilitärifdjen Handstreich bereit zu ha i ten. ’ Die deutsch-italienischen Handelsbeziehungen. Bern, 20. Sept. (Wolff.) Wie die „^C1K Zürcher Ztg." von il-rem Korrespondenten an der italienischen Grenze erfährt, gckl-ein bei den italiei nischen Handelskammern täglich einige hundert Gesuche um Bewilligung der Einfuhrvondeut- f di e n Waren ein. Bedeutende Mengen sind bereits eingckauft, können aber, da die endgültig^ Regelung der Handelsbeziehungen zwischen Italien! und Teutschilaud auf sich warten läßt, nicht em geführt werden. Um die unhaltbare Lage zu milbern, hat nun der italienische Finanzminister den Zollämtern die Weisung erteilt, einige stark gefragte Artikel, wie Nähnadeln, Maschinenteile, ernsach? Medikamente und Spaten, passieren zu lassen. Tev Kvirespwndent bestätigt schließlich die Darlegung des Mailänder Landelsblattes „Sole", daß jetzt, wo die Handelsteziehunzen zwischen den beiden Ländern erlaubt sind, Waren gekauft und spediert werden, aber in Ermangel mg von Vollmachten der italienischien Zollämter an ver Greutze liegen bleiben. ^Letzten entschlossene Wille und Geist nicht in Berlin saß, wie die Entente annahm, sondern in Wien. Die serbischen Herausforderungen waren, so scheint jetzt festzustehen, dem deutschen Volke und seiner Regierung mit absichtlichen Uebertreibungen vorgehalten worden. Unerklärlich bleibt die Schwäche und Un- selbständigteit der Regierung Bethmann- Hollweg. Es ist auffällig,, daß die heute in Wien Regierenden mit solch mutiger Entschlossenheit Licht in das bisherige Dunkel bringen. Wir sind gespannt darauf, ob auch das Berliner Auswärtige Amt nun die Ar- Idjioe zu weiteren Veröffentlichungen öffnen wird. In einem offiziösen Kommentar zu den Enthüllungen stellen die Wiener amtlichen Stellen fest: „Die vorbehaltlose Eingabe der Dcutschjvester- teikher an das albe Regime und die absoluttstische Macht der Regierung verhmdertcn cd, während des Kriegs selbst die Frage nach der Verantwortung scstzustellen. Nachdem der Waffenstillstand geschlossen war, war die MöglickDeit der Untersuchung ge- geben. Nach dem Friedenssckstuß drängte sich die Publikation von selbst auf. Sollte sich' Dentschocstcr- rcich nickst ein fettiger Darstellung aussetzen, so mußte es frank unb frei Has zur Verfügung stehende Material selbst veröffentlichen. Unser Auswärtiges Amt tonnte sich dazu umso eher entschließen, als die Akten selbst ergaben, daß der Krieg /durch eine Handvoll Menschen aus der unmittelbaren Umgebung der Stone ohne jede Fühlungnahme mft den parlamentarischen Völkerschaften betrieben wurde. Die ganze Verderblichkeit .und Unhaltbarkeit des alten Regimes ergibt sich aus dieser einen Tatsache allein. Die Publikation mußte sich selbstverständlich aus die in den ehemaligen Ministerien des Aeußeren Vorgefundenen 'Men beschränken. Diese wurden gewissenhaft und ! lückenlos verbreitet. Es ist selbstverständlich, daß !fie, wieviel sie auch unwiderleglich beweisen, zur '.vollen Feststellung der tatsächlichen Vorgänge noch die Publikation der Akten des deutschen Auswär- itigen Amtes sowie der Akten der alliierten und assoziierten Mächte erfordern. Außerdem weiß jeder historisch Geschulte, daß die Akten allein nur den 'im Augenblick sestgelegteu Niederschlag der Ereignisse bilden. Erst bie Zeugnisse der Beteiligten werden ein abschließendes Bild der Ereignisse geben können." Aus den Enthüllungen geht hervor, daß schon am 24. Juni, also vier Tage vor dem Mord, in Wien eine Denkschrift fertiggestellt war, die sich mit den Machtverschiebungen auf dem Balkan beschäftigte. Darin steht der etwas verdächtige Satz: „Umso gebieterischer tritt an die Monarchie die Notwendigkeit heran, mit entschlossener Hand die iFäden zu zerreißen, die unsere Gegner zu einem Netz über ihrem Haupt verdichten wollen." Tisza bemängelte den Wortlaut der Denkschrift und warnte, „Berlin kopfscheu zumache n". Die «Wiener Darstellung berührt dann die bekannteren Vorgänge und nagelt fest, daß Bethmann-Hollweg den Zusammenstoß mit Serbien nicht wünschte, Bcrchtold aber zielbewußt auf den Krieg lossteuerte. Es folgt das in den Grundzügen bereits veröffentlichte Protokoll über die Wiener Ministerratsentscheidung am 7. Juli. In der Sache der englischen Vermittlung bat Deutschland entschiedene Noten im versöhnlichen Sinn nach Wien geschickt, zusammenfassend heißt es dann in dem Buche:. „Ebenso unverkennbar erscheint bie lucitere' Tatsache, daß der englische Vorschlag bische 0182- Annahme von Anzeigen f. bie ‘XageSmtmmer bi-3 zuin Nachmittag vorher oynejedePerbindlichkeit vrctr für 1 mm höhe für Anzeigen v.34mmBreite örtlich 15 ßt, auswärts 18 Ps., für Rellamr- an zeigen von 70 mm Breite -18 Pf. Bei Platz- vorichrift20°/,Auifchla^, Hauotschriitteiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Ang. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: v- Beck: 1 sämtlich ui Gießen t. Zentrale abzu« ,eb zu besichtigen: Miln# .120 PS Normal- jOa.b.W^L jeder Art on »k Dmkrtl oon • Keßen"" jtmlprtd)« Nr. Iw rftraSt N m lange Borrat reit Bftne7,2tl.612. Ur. 221 Ter Sfetzerrer Anzelger erscheint täglich, außer Eonn- und Feiertags. vezugsprels: monatl. Bll. 1.60, vierteljährlich ?''* 4.80; durch Abhole» n. /oeigstelleu monatl. . (1.1.50; durch diePostMk. 4.50 Vierteljahr!. auSschl. Bestell^. Fernlprech - Anschlüsse: fnrdieSchrittleiiungll2 Lerlag,Gefchättsstelle51 AuschriitsürDrahtnach- richlen: Anzeiger Sietzea. Postscheckkonto: Srantfnrt a. W. 11686 Ittränis LS ^chen bei. I7279hv* '^»erfanb, ' Ettlings, ^gusi 1919 ’ÄnÄ0^ *lnc Tchlliee, ’SS-äs. Sx'-rS nutz leider »ew na 1 AriegZursachen. Das Wiener auswärtige Amt überrascht hie Welt durch die Veröffentlichung wichtiger Akten über die Vorgeschichte des Krieges, und es werden in der Presse Auszüge aus diesen über 300 Seiten füllenden Enthüllungen veröffentlicht. Wir haben schon vor kurzem eine diesem österreichischen Staatsakte vorauslaufende Darstellung wiedergegeben, wie sich in Wien die entscheidenden Kronratsberatun- gen abgespielt haben. Die neuen Veröffentlichungen lassen die Schuld des Grafen Bcrchtold, des damaligen Leiters der 1 österreichisch-ungarischen Politik noch größer erscheinen. Er war es besonders, der für die ^Zuspitzung der Konflikte mit Serbien eintrat lunb die kriegerische Auseinandersetzung jwünschte. Die anderen maßgebenden Wiener j Persönlichkeiten ließen sich, mit Ausnahme 'Tiszas, willig zu diesem Ziele führen. So .wird erwiesen, daß der unnachgiebige, zum sackkalk § iE Gebr.Jt^ gwelscbarlge ppel'UDQ it-Pflüge „fort Heferbar. ver französisch: Sewirtschastskongreh. Versailles, 20. Sept. (Wolff.) In der Donnerstagssitzung erklärte der Vertreter der Minderheit, L e p 1 i t, die Confödöration generale du travail habe durch die Absage des Demonstratio n s st re i ks vom 21. Juli das englische und italienische Proletariat verraten. Der Führer der Metallarbeiter M er r he im sagte, für ihn gebe es weder Mehrheitler noch Minderheitler. Er erklärte sich mit Joubaux solidarisch. Die. Bewegung von Zimmerwald habe ihn mit Sentit ■ zusammengesührt. Merrheim ging alsdann auf 1 die russische Revolution ein und äußerte, daß^ die arbeitende Masse jeden Dag einen weiteren Teil ihres Ideals auf gebe, um nur für Geld. Geld, viel Geld zu Kämpfen. Auch Friedrich Adler habe von der Vwcmtwortlichfeit der Führer gesprochen. Was die Extremisten dem Verwaltungsrat vorwürfen, sei nicht w«hr. Man habe nicht mitgeholfen, die ungarische Revolution zu erdrosseln. Sem größter Schmer- sei gewesen, in Frcmknich eine revolutionäre Lage, aber fernen revolutionären Geist vvrznsinden. Wenn man die Arbeiter befreien wolle, barm jei es unumgänglich notwendig, gegen die allgemeine Unsittlich- kett zu kämpsen, die mehr ober lymger alle Klassen beherrsche. Man müsse bte Arbeiter davor bewahren, daß sie nur kämpften wegen Lohnerhöhung. Daraus könne keine posittve Besserung ihrer Lage hervorgc'hen. Man gehe schwierigeren Zeiten entgegen als den vergangenen. Der Redner fordert die Arbeiter auf, Vertrauen zu haben und sich nicht besiegen zu lassen, sonst würde die Reaktion auf ein ganzes Jahrhundert den Sieg über btt revolutionäre Gewerkschaftsbewegung davon tra gen. Ter Eisenbalm Tirol le aus Paris wazibt- sich 'gegen den Verwaltungsrat und sagte, bie Gedanken von Zimmerwald seien stärker geworden. Die Mehrheitler hätten die Kriegsidee verstärkt,, deshalb seien sie auch verantwortlich für die Unsittlichkeit, von der Merrheim gesprochen habe. D u m v u l i n führte aus, er sei für die Politische Revolution. Seit dem Wasfensttllstand sei bie Haltung der Confeteration genärale du travail falsch gewesen. Die Einheit der Arbeiter dürfe allerbings nickst zerschlagen werden. Die Gewerkschaftsbewegung werbe zu Grunde gehen, nxmn wenn die schweren Irrtümer fortbeftünben. Man wolle in Frankreich Feine Gewerkschaftsbewegung, wie sie Gompers in Amerika vertrete. Die Minderheit werde an Stärke Gewinnen. Ihre Gedanken würden immer mädytiger werden. Jetzt müsse man durch Lohnverträge, die man verallgemeinern könne, etwas zu erreichen suchen. Die internationale — bas seien 18 Millionen Gewerkschaftler bet ganzen Welt — sei in Amstcr- bam wieder aufgerichtet worden; man könne aber nickst sagen, daß alle diese Mllronen auch von internationalem Geist erfüllt seien. Wenn jetzt 500 000 Arbeiter aus Mitteleuropa an bet Wie- beraufrickstung der Kampfzone Mitarbeiten, baim kämen sie unter den Schutz des internationalen gewerkschaftlichen Rechts sowohl in bezug auf die Bezahlung wie astch in bezug auf bie Hygiene. Tas sei Nützlichkeitspolitik int internationaler Sinne. Mau bürfe die vier Mitglieder des Vorstandes für bie Mißerfolge am 1. Mai nickst Der-» antwortlich machen. Die Führer feien von den Massen überstimmt. Koste und die Reichswehr. Verl in, 20. Sept. (WTB.) Bon zuständiger Seite wirb mitgeteilt: Der Führer eines in Memel liegenben Bataillons, Hauptmann Schmidt, der kürzlich in Uederschreitting seiner Tienstbefugnisse die Rebattion bes dortigen sozial- demokratisch-cu Blattes militärisch besetzen und den Redakteur veriiaften ließ, wurde von seinem Posten enthöbe n. Ties ist ein erneuter Beweis dafür, daß Uebergriffe von Offizieren ton den, zuständigen militari) den Stellen unnachsichtttch gealpt bet werden. Die militärische Besetzung ist vom Militärkommando sofort rückgängig gemacht und der Redakteur freigelassen worden. Berlin, 20. Sept. (WTB.) Bon zuständiger Seite wirb mitgeteilt: Unter der sensationellen Ucberschrift „Ausrichtung der Diktatur Noske?" verbreitet die „Tägl. Rundschau" in ihrer Abend- mimmcr vom SamStag Nachrichten, bie anbeuten sollen, baß der Reichswehrminister bestrebt sei, eine Militärdiktatur aufzurichten, und baß er hierzu rege Beziehungen sur Entente unterhalte. Eine größere Frivolität als bie Verbreitung einer solchen Nachricht ist kaum benfbar. Die „Tägliche Nimbschau" behauptet, baß ihr die Angelegenheit aus Kreisen, bie dem Republikanischen Führerbunb nahe stehen, mitgeteilt worben sei. Sie scheint vergessen zu haben, baß sie bicsen Republikanischen Führerbunb bis in bie letzten Tage hinein aufs allerschärfste bclämpst Hit. Wenn mm die „Tägl. Rundschau" selbst schreibt daß sie an die Wahrheit der von ihr verbreiteten Nachricht nickst glauben möchte, so hätte sie so viel Verantwortlichkeit haben müssen, ihr Seniationsbedürfnis zu zügeln. Zumindest aber hätte sie ivohl zuvor beim Minister anfragen können. Sie zog es aber vor, völlig grundlos einen dicken Skandal in die Welt zu setzm. Es verstelst sich von selbst, daß die Nachricht im ganzen Umfange erlogen ist. Der ReichSW chrminister hat auch weder mit der Entente raodj irgeirbwelchxr anderen Persönlichkeit jemals Verhandlungen geführt, die den Zweck haben kömi-> ten, in Deutschland eine Diktatur aufzurichten. Der „Täglichem Rundschau" wurde wegen ihres g erneingesährlick.en Treibens eine ernstliche Verwarnung erteilt. angebliche Po tsdarner Kron rat am 5. Juli 1911 in Wahrheit eine Sitzung des Mini - sterrates für bie gemeinsamen Angelegenheiten in Wien am 7. Juli 1914 war. Nach bem Protokoll über biefe Sitzung einigten sich alle Anwesenden mit Ausnahme des ungarischen Ministerpräsidenten Grafen Tisza auf den Standpunkt, daß ein biplomatiscker Erfolg, wenn er auch mit einer eklatanten Demütigung Serbiens endigen würde, wertlos wäre unb daß daher so weitgehende Forderungen an Serbien gestellt werden müßten, daß sie eine Ablehnung voraus sehen ließen, damit eine radikale Lösung im Wege eines militärischen Eingreifens angebahnt würde. Aus derVeröffentlicl- ung geht weiter hervor, baß das Berliner Kabinett ohne 5keirntins bes Wortlautes der österreichisch- ungarischen Note an Serbien geblieben und an ihrer Abfassung keinen Anteil hatte, sowie baß _ bic serbische Antwortnote vom Wiener Kabinett überhaupt nicht nach Berlin mitgeteilt wurde. Des Weiteren wirb aftemnäfeig nachgewiesen, baß der englische Vermittelungsvorschlag vom 29. Juli dringliche und nachdrückliche Befürwortung durch die Berliner Regie run g gesunden hatte. Herr von Tschirschky war beauftragt worden, an die nach Wien weitergegebmen Aeußerimgen Sir Edward Greys u. a. folgende Bemerkung zu knüpfen: Das beutfdie Kabinett muffe es dringendst unb nachdrücklichst der (Srtoägung der k. u. k. 9tegierung anheim- stellen, die Vermittelung Englands unter ben an- gcgcb.nen ehrenvollen Bedingungen anzunehmen Es wäre für -Oes 1erreich-Ungarn unb Deutschland ungemein fdjwer, die Verantwortung für die Folgen einer ablehcnden Haltung zu tragen. Als ebenso unverkennbar bezeidstiet aber auch bie Llrbeit die wertere Tatsad-ie, daß der englische Vorschlag infolge der dilatorischen und unsachlichen Behandlung seitens des Wiener Kabinetts keine Annahme gefunden habe. Wien, 20. Sept. (Wolff.) Die „Arbeiterzeitung" veröffentlicht freute im Wortlaut ein Protokoll über ben am 7. Juli 1914 unter dem Vorsitz des Grafen Bcrchtold abgefraltenen gemeinsamen Ministerrat, worin eine euer - gische Aktion gegen Serbien beschlossen würbe. Der wesentliche Inhalt bieses Prowkolls ist aus ben .vor einiger Zeit im Wiener „Morgen" erschienenen Mitteilungen bereits begannt. Aus dem Wortlaut wäre noch folgendes frervorzuheben: Am Schlüsse einer eingcheuben Erörterung über, bie Kriegs frage wurde festgestellt, daß alle Versammelten tun(id>ft eine rasche Entscheidung des Streitfalles mit Serbien in kriegerischen ober friedlichem Sinne wünschen, unb daß der Ministerrat bereit wäre, sich der Ansicht des Grasen Tisza anzusdstießen, wonach erst mobilisiert wer- ben solle, nad)dem konkrete Forderungen an Serbien gerichtet, dieselben zuriickgewiesen sowie ein Ultimatum gestellt worden sei. Dagegen waren alle Anwesenden mit Ausnahme Tiszas der Ansicht, daß ein rein diplomatischer Erfolg, trenn er auch mit einer eklatanten Demütigung Serbiens enden würde, wertlos wäre, daß daher GieMer Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Zwllllngrrunddruü u. Verlag: Srühl'sche Univ.-vuch- u. ZLeindruckerei R. Lange. Zchriftleitung, Geschäftsstelle u. Vruckerel: Zchnlstr. 7. w bcr€l tAtefor IMtWIB - „Das Wiener Kabinett unb die Entstehung des ^Weltkrieges hat Dr. Roderich Goos mit Ermäch- Iflti»0'1 tiguug des Leiters des deutsch-österreichisckxm " 1MMMW büt'0, infolge der dilato rischen und unsachlichen Be- bandlung seitens des Wiener Kabinettes keine Annahme fand. Damit ist das Schicksal Europas besiegelt." Vertrages den alliierten und assoziierten Hauptmächten überlassen werden sott, wurden wiederholt bei dec deutschen Regierung mit der Bitte vorsteklig, die b a l d i g e E n t s ch e i- d u n g über ihr zukünftiges staats- und völkerrechtliches Schicksal herbeizuführen. Während die überwiegende Mehrzahl dec Bevölkerung keinerlei Llenderung des jetzigen Zustandes wünscht, auf jeden Fall aber die Entscheidung des Volkes selbst über die Staatszngehörigkeit nach den Grundsätzen des Selbstbestimmungsrechts fordert, empfinden alle Bewohner des Memelgebietes den gegenwärtigen Zustand der Unsicherheit als lästig und schädlich zugleich. Das wirtsckMftliche Leben des auf regen Handel angewiesenen Gebietes leidet auf das empfindlichste. Die Unternehmungslust ist gelähmt, die nationalen und sozialen Gegensätze verschärfen sich. Für die Regierung selbst ergeben sich aus dieser Lage namhafte verwaltungstechnische Sck)wierig- keiten. Allen diesen Nachteilen würde bte möglichst baldige Stellungnahme der alliierten und assoziierten Hauptmächte über das Memelgebiet abhelfen, die den Wünschen der Bevölkerung Rechnung trüge. foldye weitgehenden Forderungen an Serbien gestellt werden müßten, die die Ablehnung vocaussel-en ließen, damit eine radikale Lösung im Wege des militäriüfren Eingreifens angebahnt würde. In dec am Nachmittag wieder aufgenommenen Sitzung des Ministerrates erteilte dec Ehcs bei Generalstabs eine geheime, in dem Protokoll nicht aufgenommene Antwort auf folgende Frage des Kriegsministers: 1. ob es mög- iid) wäre, zuerst nur gegen Serbien zu mobilisieren und erst nachträglich, wenn sich die Notwendigkeit hierzu ergebe, auch gegen Rußland; 2. ob man zur Einschüchterung Rumäniens größere Truppenmengen in Siebenbürgen zurückhalten könnte; 3. wo man ben Kampf gegen Rußland aumehmen würbe. Auf Grund dec Aus- Tläiung deS Generalstabschcfs entspann sich hierauf eine längere Debatte über bie Kräftever- hälwisse unb beit wahrscheinlichen Verlaus eines europäischen Krieges, die sick) wegen ihres geheimen Charakters nicht zur Ausnahme in bas Protokoll eigneten. ,Gras TiSza richtete darnach neuerlich die Aufsorbe- rimg an die. Anwesender, sie möchten ihre Ent- fdieibung sorgfältig prüfen. Der Vorsitzende Gras Berchtold konstatierte schließlich, daß, wenn auch noch immer eine Divergenz zwischen Den Ansichten aller Teilnehmer unb jener des Grasen TiSza bestehe, man sich bock) näher' gekommen sei, ba auch die Vorschläge des , ungarisckMi Mi- uisterpcäsibenteil aller Wahttcheiickichfeit nach zu der von ihm unb ben übrigen Mitglieder^ der Konferenz für notwendig gehaltenen kriegerischen Auseinandersetzung mit Serbien sühren würbe. Nach einer Mitteilung, baß Gras Bcrchtold nad) IM reifen werbe, um dem Kaiser Vortrag zu entarten, ec- sud te Graf TiSza bau Vorsitzenden, auch erneu bon zu verfassenden allevuntertänigftvti ’.rtrag feilte Auffassung der Lage zu unterbreiten. Berlin, 20. Sept. (WTB.) Der Reichsminister des Aeußecn, Müller, bat Freiherr« v. Lersner nm die Ueberretchnng! Treibens unb beschwört d'Amiunzro, von leinen der folnenben Note: Die Vertreter des Me- Unternehmungen abzulassen, die zum B ürge r- melgebieets, das nach Teil 3 des Friedens- kricac führen müssen. Tie SozmlrsM erbeten wiener Enthüllnngen über bie an Rußland. Aus ben verösfentlidstcn Aktenstücken I geht hervor, baß die bisherigen Beweisdokumente I der ''Entente für bie ablehnende Haltung der beut- schen Regierung gegenüber den englischen Vermittelungsvorschlägen schwerwiegende materielle Irrtümer enthalten. Es wirb festgeftellt, baß der V § < Teld 19V. Der Bet 'Tun uni von für ich im ftn Tw Di sch de M TU dt fr E r b > it 4 i 5 ! ) > Himtertmarkschcinc auffeicn, bie auf die 3 lager, mirabile bictu, selbst Professoren sind darunter, denen man sonst den Sinn fürs Praktische abzusprechen pflegt. Neue SchnellzugSverbindungen Frankfurt- Paris. Von Samstag ab werden zwei neue Schnellzugsverbindungen zwischen Frankfurt am Main und Paris über Wiesbaden und Mainz eingerichtet. An der zuständigen amerikanischen Stelle im Reglerun,'sgcbäude kann man Listen einseben, wo- nach dient für 20 Millionen Dollars Kraftwagen Mi vergeben sind. Das Fabelhafte dieser Summe t einem erst zum Bewußtsein, tvenn man aftsmini- sterium Peters bestellt, der bisher schon bei der Tätigkeit des preußischen Staatskommissars hervorragend beteiligt war. Tie sachlich erwünschte 'Nidlung mit dem Reichswirts-chaftsministerium blnbt somit erhalten. Irgend ein Shstemwechsel tritt nicht ein. Volksschullehrer und akademisches Studium. Lauch t. Die britische Äehörde hat den Ans- weisbesehl aufgehoben und der Polizei mit- geteilt, daß ihm der Aufenthalt im britisch besetzten Gebiet in Permanenz gestaltet sei. „ Birkenfeld. ffiöltt, 20. Sept. tWTB.) Der „Köl- Erichen Zeitung" wird aus Birkenfeld vom AbMcmber geschrieben: Die Meldung, daß die Regierung Zöller wieder durch die alte Regierung ersetzt worden sei, ent- behrt jeder Grundlage. Die Kommis- slon, die gestern von General Mangin empfangen worden ist, ist inzwischen ohne Ergebnis zurückgekehrt. Die revolutionäre Regic- "rung Zöller bleibt bis zu den Neuwahlen am Ruder. höheren Schulen verzichten wollen, durch Ab* (eguncj einer Ergönzungsprüsung die Möglichkeit zu jedem anderen Hochschul- ober Uni- oerittätsftudium gegeben. Diese Ergänzungs- Prüfung umfaßt. falls zu dem erwählten Studium das Reifezeugnis eines Gymnasiums «strebt wird, die zacher: Latein und Griechisch, falls Real- gyMiianalbildung in Frage kommt, Latein, Malbe- mattk und diejenige neuere Sprache, die int Se- minar-Abgangseramen nicht geprüit wuroe — und^falls Oberrealschule erreicht werben soll, eine im Semmar-Abgangsexamen nicht geprüfte neuere spräche, Mathematik und Naturwüsenschaften. An5 dem Reiche. Die Vereidigung der Offiziere. Berlin, 20. Sept. (Wolff.) Am 19. d M üeiTibitjte der Reichswehrmini ft er den Ehes der Reichswehrbefeblsstelle in Preußen, Oberst Reinhard und den Chef der Admiralität, Admiral v. Trotha, auf die Verfassung des Teut- )Öen Reiches. Am Nachmittag des 20. d. M. erfolgte die gleiche Vereidigung aller Offiziere und Beamten des zukün tigen Reichswelpmiinisteriums sowie des Lfiizicrsstabes des Rcichswehrgruppen- kommcmdos 1 durch den Chef der Reichswehr- befehlsltelle zu Preußen, den Obersten Reinhard. Rücktritt des Generals Grüner. Köln, 22. Sept. Wie die „Köln. Volks- ztg." erfährt, ist General Gröner in den Ruhestand getreten. Er verließ gestern Kolberg. Am 22. d. M. verläßt auch der Nest der Obersten Heeresleitung die Stadt. Da^ Oberkommando Nord ist aus Bartenstein nach Kolberg verlegt worden. Aus Stabt und Land. Gießen, den 22. Sept. 1919. vbstversteigerungen. O S kl li tz, 21. Sept. Noch nie erzielte Preise trurben bei den an den jpreiSstraßcn des Scklitzer- landes abgehaltenen O st bver ft eigerungen bezahlt. Händler trieben die Preise unerhört in die Höhe. Für kleinere Bäume wurden oft bis zu 150 Mark geboteii. Manche Käufer haben so für den Korb Aepsel bis zu 50 bis 75 Mark Abgegeben. Tie einheimisch.' Bevölkerung hätte es gern gesehen, wenn die Händler nicht zugelas'en .oorda, hären, .nie es doch auch in anderen .UYciiai geschehen ist. Da die Amerikaner Niesenposten berfteigirn, bilden sich meistens Konsortien, die gemeinsam die erforderliche Summe aufbringen und Gewinn und Verlust gemeinsam tragen. Zu diesem Zwecke tut sich auch der Koblertzer Bürger zusammen und machte „Kippe", meinetwegen ein halbes T-utzmd Metzger, und diese Konsortten nennen sich auf gut rheinisch Kippegesellsck)aften. Tie Amerikaner haben bereits unglaubliche lager, verkauft, was fic aber noch zum Verkauf berettikeheit haben, ist noch erstaunlicher. Jchre uberstüssimm Herresgeräte sind lange nicht er- ^n einem einzigen Depot lagern noch zum Verkauf etwa 100 Tonnen Sohlleder, einige hunderttausend wollene Strümpfe, Unterhosen, Unterhemden, kurze und lange amerikanische Hosen, Lhutorntröcfe und Arbeitskittel, Mäntel, Bettsäcke, Decken Seife, Küchengeräte usw., das reinste Warenhaus en gros. Dabei find die sämtlichen deiilsmcn .lceerc5Doriäte, die den Amerikanern in betn Stapelplatz Koblenz in die Hände fielen, bereits versteigert. Zuerst die immer noch riesigen Lager in dem während der ersten Revolntionswoche Mnf.^age und fünf Nächte lang ungestört aus- gepl unter ten Korpsbekleidungsamt. Teutsäre Ar- tillertewaoenbäuse: sind mit ihrem gesamten Inhalt an Pferdegeschirren, Trensen, Schabracken Huseiien Gurten. Ketten, Hanfseilen, Pferdebürften m Bausch und Bogen versteigert worden. Ein solche-.- Wagenbous bietet eine Koblenzer Kippe- gesellschast eit bloc für 250000 Mk an ♦♦ Auflösung der Neven Reichs- Wehr-Befehlsstellen und der Generalkommandos. Das Reichswehrministerium tritt neu gebildet mit dem 1. Oktober in Wirk- lamteit. Die neuen Reichswehr-Befehlsstellen wer- . ben mit dem 30. September aufgelöst und ausl ir/nen Wwickluuasämter der früch-ren Kriegsministerien gebildet. Auch die noch britebenten Gci.eral- kommandoS usw. oder deren Auflöiungsftäbe gelten Mit dem 30. September ein. Sie werden Ate Wickelungsämter. An ihre Spitze tritt ein Dor- ftand mit den Gebührnissen eines Regiments- Kommandeurs. Die noch bestehenden Gefangenenlager werden dm Abwickelungseimtern unmittelbar1 unterstellt. Für jedes Abloickclungsamt ist ein G3 sind viele Luftai,geböte dabei, aber wer sich einmal den Spaß macht, sich als kapitalkräftigen Kau»;r und ernstlichen Reflektanten auszugeben, >tn Koblenz an den unwahrscheinlichsten Orten Warenlager l*c,id>tigcn, daß ihm die Augen v)r Staunen au5 dem Kopse treten möchten. Und ebenfj erstaunlich wie die Lager sind ihre Be- ^'?uchc tat man früher als ganz arme Aus Liessen. Volksbildung und Volkshochschule. Ter V ol ks ho chschu lan s schu ß der Zen- tralltellc 5irr Förderung der Volksbildung und ^ugenböflcge hielt am Samstag seine erfte Sitzung in, den Räumen der Volkskammer ab. Lehramts- aifeffor S chömer sprach über „Umversitäts- ausdchnung und BollslHxUch.ile". Er wies nach, wie die Unwersitätsausdebnung in England aus der richtig erkannten Sehnsucht der unteren Schicks ten nach besserer Wifseusübermittlung entstanden lei. In Amerika griff gleichfalls die Bewegung sehr la mell um sich, und die Zahlen der Hörer gehen, wie alles in Amerika, ins Gigantische. Auch in Oesterreick- hat bereits in den 80er Zähren der Wiener Volksbildungsverein mit Kursen begonnen, bie heute im ganzen Lande bestellen. Deutschland hat sich erst sehr spät dieser seiner Aufgabe oe- lonnen; heute gibt es wohl la um eine größere ccutfchL etabt, in der wich: Bolksbildungsveveine m dieier Richtung wirken. Aber es handelt sich bei ed.iter Volksbildung weniger um die Ueber- mittlung von Wissen, als um die Hebung seeliscier uno sittlicher Kräfte. Hierbei ist uns die bäniffc Volks lock schule das beste Multer. Freilich dürfen wir ebenfo.wnig das dänische Vorbild niit sklavi-ch übernehmen, wir muffen für deutsche Verhältnisse putschen Bedürfnissen entwickelte Bolks- hochischÄe sehen. Sie kann in einer ArbeitS- oder nocti belfer Lebensgemeinschaft das Mißtrauen zwischen den Klassen unseres Volkes beseitigen, sie wird den Boden vorbereiten, daß aus dem Vielerlei im Staate nebeneinander gelagerter Menschen ein echtes Volt entstehe. fang auf 'ihve VoMhaftigkeik. Auch solle die Verbindung gut .ten .Volksschulen aufrecht erhalten. Wer die Volksschule pflege, der fdmffe' am Unterbau der.Volkshochschule. — Dr. .van-s.' Werner (G ie ße n) appellierte nicht nur an. den Idealismus der Lehrenden, sondern auch ter Lernenden, die in der Lage wären, die neuen 58il- dimgsmöglichkeiten zu bezahlen. Ob man Eie* memar- und Sprachkurse einführen solle, sei eine Schürf niefrage. In Gießen kwibe man auf Veranlassung der Gewerkschaften Sprachkurse für Lehrlinge eingerichtet. * rm. Darmstadt, 21. Sept. Der Zentrum spartei t ag für das un besetzte Reifen sand heute bei sehr gutem Besuche aus Star«* -Tr r9 irni) Oberhessen im Saale des Kath. Ge- wllenHames hier statt. Ten Vorsitz führte iw Verhinderung des ersten Vorsitzenden sein Stellvertreter Mmiwer der Justiz v. B r en t a n o. In der Vormittagssitzung erstattete Minifterial- dlsektor Ueböl, sowie der Vorsitzende ein- gehende Rewrate über die Stellung des Zentrums zu allen großen politischen Fragen. In der Nackunittagiiyung, zu der auch Geh. Justizrat Dr- ^chnntt (Mainz' erschienen war, wurde die Organ i sa t io n s fr a g e behandelt unb unter der Leitung des Generalsekretärs Diehl ein neues Statut beraten unb angenommen. Die wirtschaftliche Lage der Eisenbahner. = Frankfurt a. M., 21. Sept. Die 10 000 Arbeiter und Angestellte umfassende Ortsgruppe Tftanffurt a. M. des Deutschen Eisenbahner-Verbandes lehnte in ihrer heutigen General versa mm- lung bte Akkordarbeit unb oas Prämiensystem in tollen .Eilenbahnbetrieben ab. — Der von den tEilenbahncrn angestrebte Tarifvertrag mit sbem Eisenbahnminifterium ist von der in Berlin sagenden Lohnkommission fertiggestellt und kam tzur Bekanntgabe. Er sieht u. a. vor: öen adyt= flünbigen Arbeitstag, Gewährung von Urlaub, Erreichung bes Höchstdienstalters nach 8 Jahren. Statt ter früheren 76 Lohnstaffelungen würde es in Zukunft vier Lohngruppen unb drei Wirtschafts- Nässen geben. Die Eisenbahn darf, so wird gefordert, nur solche Leute beschäftigen, die bei einer ter vertragschließenden Körperschaften organisiert .sind. Die Gültigkeit des Tarifs beträgt ein Jahr "Aus den Gtüinblinien dieses Vertrags ist sofort die Regelung der Veamtenbesolbung vorzunebmen. alw 3,30 Mk., über d.is 24. Jahr 3,55 Ms., für Arbeiter bis 19 Jahren 2,60 Mk., 21 Jahren 2,80 Mk., 24 Jahren 3,10 Mk., über 24 Jahren 3,55 Mk. Der End- entspricht einem Jahreseinkommen von 8o20 Mk. Um wieder auf die Kraftwagen zurückzukom- men, brc für den Verkauf zu „lots" nicht unter- 1 Mlllwn Dollars zusammengefaßt sind, so hantelt es sich dabei in der Hauptsache um deutsche ^utos, die beim Waffenstillstände abgeliefcrt roer- ten mußten und seither an den Rheinufecn in endlosen Reihen Wind und Wetter preisgegeben imd. Neben diesen allerdings auch amerikanische Wagen. Die Abnützung der einzelnen Gefährte ist m dröhnten auSgedruckt. Wir tverten wohl ober ubd, schließlich sogar von Reichs wegen den ganzen Posten übernehmen müssen, berat wie man sich in Kvblenz erzählt, sind wir sonst laut ten Frietens- bcbingungcn gezwungen, die Kosten des Abtransportes nach Amerika zu bezahlen, und diese würden bet dem einen Objekte 14 Millionen Mark aus- macyen WaS bedeuten allerdings bei Deutschlands MlUiarbenverpftichtungen so ein paar lumpige Millionen? P^erkwiirdig sind die Gebräuche ter Ameri- fancr bei Versteigerung und Verkauf. Die Menge der Ware i|t immer nur annähernb angegeben; ca 10000 Decken. Tarwert sagen wir 300000 Mk. Jetzt haben die Käuser schriftliche Angebote einzu- reichen. A.iefe werden erst bei der Versteigerung er- ölfaet. Auf das Höchstgebot müssen bann noch drei weitere Gebote gemacht werben unb wenn sie der Höchftbietende selbst macht. Bleiben bie Gebote weit unter bem Taxwert — es kommt selten vor, bcnn so schlau sinb bie Käufer noch nicht geworden, daß sie bei der Versteigerung selbst »ippe machen, statt bie Ware in bie vöhe zu treiben —, fo_ haben bie Amerikaner schon in wieberholten Zallen bie Ware verbrannt ober in teil Rhein geworfen. . Pfarrer Fresenius (Essenheim) berichtete entgetenb über ten „Selztalbund". Man versuche hrer auf dem Lande in Lebensgemeinschaften die MensckM sich nahezubringen, neben die geistige Nahrung von Vorträgen und Besprechungen treten künsllerische Darbietungen. Lehrer und Lernende setzen sich nicht nur gemeinsam an den Arbeits-- ttfkh, in der Aussprache während gemeinsamer Mahlzeiten würde die Brücke vom Mensch zum Menschen geschlagen. Das sei ter beste Weg in die Zukunft. — Hauptlehrer Bach (Großen-Lin- ten) bat, über teyr Arbeiter bie Bauern nickft zu vergessen. Auch er betonte die Notwendigkeit wn Kursen für Volkshochschullehrer unb bie Prü- Die Neuordnung de; Strafrecht;. Berlin, 20. Sept. ^WTB.) Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Die seit Jahren in Arbeit befindliche Neuordnung des materiellen ttnd formellen Strafrechts gelangt demnächst zum gesetzgeberischen Abschluß. Schon vor dem Kriege war von einer großen Strasrechtskom- mission der Entwurf eines neuen Strafgesetzbuches vorbereitet. Nunmehr sind die Arbeiten soweit gefördert daß der Entwurf der Oeffcntlichkcit zur Beurteilung übergeben werden kann. Es handelt sich um eine völlige Neugestaltung, wobei die inzwischen emgetretenen staatsgesetzlichen iund wirtschaftlichen Neuerungen und die moderne Behandlrmg des Verbrechertums von maßgebendem Einflüsse gewesen sind. Besondere Bedeutung erfahr tzie Bekämpfung des gewohnheitsmäßigen Verbrechertums sowie die B>- hanbhmg der jugendlichen Verbrecher. Neugeordnet sind auch die Vorschriften über die Behandlung der rückfälligen Verbrecher sowie ter Trunksüchtigen. Weit geringeren Umfang hat die ebenfalls fertiggestellte Novelle zur Sttasprozeß-, vrdnung, die demnächst unmittelbar der Natw- nalversammlung zur Beschlußfassung zugehcn handelt sich hier im wesentlichen nur btm Abänderungen der Strafgerichtsverfassung. Frauen sollen zum Schöffen- und Geschworenenamt zugelassen werden. Die Aufstellung der Schöffen- und Geschworenenlisten durch die Gemeindebehörden komm!t in Fortfall. An ihre Stelle treten Listen auf Grund allgemeiner Wahlen nach dem Verhältniswahlsystem. Außerdem ist auch die seit Jahrzehnten geforderte Einführung der Bo- ruTitng in den heute ihr noch nickst unterliegenden Strafiachen vorgesehen. Endlich sind auch Sicherungsmaßnahmen gegen eine überlange Untersuchungshaft in Aussicht genommen. Als erster Redner ter Ausspracte stattete Dr. Dans Werner-Gieß>en über seine Bemühun- gen an der Gießener Volksh-chschulc Bericht. Tas Jheal sei die L-etensgemeinschaft auf dem Lande. Me ließe sich nicht in Städten Herstellen, fo fei man tn Gießen dazu gekommen, noch kurzen Bor- ttagen lang anhaltende Tiskussionen folgen zu laspm und auf Spaziergängen Lehrer und Schüler menschlich nahe zu bringen. Leider mißversteht ein ^eit des Volkes selbst noch die Bebeutuna der Volksl'.ochschule, er verwechselt Bildung unb Wissen unb glaubt hier etwas zu gewinnen, was ihm für das praktische Leben nützlich sei. Stnb. thevl. Bernbeck betonte besonders, daß man jede Halbbildung vermeiden müsse, >es komme iiicht darauf atv viel Menschen zu unterrichten, sondern gründlich zu unterricksten. trat Prof. K i n k e l - G i e ß e n entgegnt Er in dafür, ten Kreis möglichst weit zu fassen! und nach Fichte an alle und jeten die neue Er- ziehima heranzutragen. Tie Volkshochschule dar) nicht eine Klassenh-ochschul,- für geistig Begabte unb Interessierte ober psycknch Reft.' werden, sondern für alle. Et lege Wert darauf, daß man Die Volkshochschule in zwei Stufen gliedere, d'ren erste ein Einführungskursus darstelle, die aiibtc CTÜ die eigentlichen Vortragskurse bringe, denn man könne Menschen an die höheren Kulturgüter ohne ein gewisses Wissen nicht lxranführ.m. Sehr interessante Tarlegimgen macht: Pr)f. B tn z - Mainz. In Mainz habe'man die Volks- hcachschule in zwei Stufen gliedern müssen, in eme, Elementarftufe unb die wissmschastlichen Kurse, da die Franzosen die ArbeitermiterrichEs- kurse der Studenten verboten haben. Relsteindrücke ans dem amerikanischen Deutschland. 3. Geräuschlose Kaufleute. Wenn man in Koblenz auf der Straße an zwei Zivilisten vorüber muß, so kann man fast darauf wetten, daß man ettoa folgende Worte hört: an Dand . . Waggon . . . lagernd in . „ . Acereditis. . . Alles schiebt, loas nur geschoben werten kann und da sich auch die Begriffe und Ausdrücke verschoben haben, so ist aus dem Schieber ein geräufdj» lojer Kaufmann geworden. Neunundneunzig Prozent der oct lieber Ijabcn bie Ware nur an Da>id und suchen als Mittelsperson nach dem geeigneten Käufer, um die übliche Provision zu schluckcu, die je nach dem Objekte großen Sch-van- kungen ausgesetzt ist. Tie cigemlichc Ware ist tu vcrhaltmSmäßig wenigen Händen, beim sie kommt allein von ten 'JüneriEancrn her unb die versteigern oder verkaufen zum Aerger ter kleineren Schieber nur große unb größte Posten auf einmal. - Wer viele Bekannte in Koblenz hat, dem köw rum auf einem einmal Mn Gang durch die Haupt flrat-e mehrere hundert Mille amerikanische Zst garetteii, versteuert unb banterolicrt, einige Waggons Eakes, einige hunderttausend amerikanisch: Tücken, Mäntel, Hemden, Sckuihe, Autob.'reifungen, unter Umftänbcu auch Satvars-an und Gott weiswos sonst angebüteu werden. fir k'i h’r (Snnh m-.r , l c^.n ,D^b, daß btc Amerikaner neuerbtnas ten Preis in Unter ten grfrfriftertcn Umständen ist ein Kauf ' von den Amerikanern ein Va bangue-Spicl. Der s auf 10000 Stück geschätzte Posten Decken kann , genau so gut 12 000 Stück enthalten wie — und das- ist häufiger — 8000. Als gebraucht br- 1 zeichnete Decken können größtenteils neu srin unb umgekehrt. Amerikanische Decken sind aber eine äußerst gesuchte Ware, denn man kann die schönsten Ulster daraus machen lassen. Je zwei, gefärbt, ergeben einen gediegenen Winterauu'g. Der geräuschlose Kaufmann muß vor offen Dingen Glück haben, sonst verkauft unb verspekuliert er sich. Ein Vermögen, bas bei einem Posten erworben wurde, kann beim nächsten verloren sein, Rickft jeder hat das Glück, unter einem StopÄ leerer Kisten, bie rr ersteigert, die Hälfte mit amerikanischem Speck gefüllt .zu finden, oder in neuen amerikanischen Feldbacköfen noch rocMrrr- vacktc jriickeneinrichttmgeu zu entbetfim. Tos sind Ringeltauben, sagt ter Koblenzer. borunt übt er sich lieber in dem wenigs nsikovollen Weiterschieben ter einmal von bef Amerikanern erworbenen Ware von Hand zl Hand. Aber er schiebt, unb wenn es nur bat Allerweltsobiekt, die Zigaretten, sind, die je nati X? üenteuert unb banterotiert, ztois.kcir 23 unb 27yl0 Pfennigen gehantelt werten. In Zigaretten fmb aber mit die eifrigsten Schieber bie Pennäler. Wunder, daß daher im Brückenköpfe clbst die Preise schon wieder langsam und stetig m die Höhe klettern. Es ist noch alles zu haben, wenn man Geld hat. Um aber Gelb zu haben, muß inan schieben. Und so fügt sich an bieki Ichmackvollen Mte Glied an Glied. rr r rJ1 . ^pt. (Wolff.) Durch einen Erlaß des Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung sind deSchran- ken gefallen, die bislang ten Bolksschullehrern unb -lehrennnen den Zugang zum akademischen Studium versperrten. Allen Lehrern unb Lehrerinnen, bie nach bestandener Seminar-Abschlußprüfimgeine mmdeswns zweijährige Tätigkeit im Schuldienst nachiveiieii Töraten, swhen die preußischen Universitäten unb Hochschulen als gleichberechtigten unb immatrikulierten Studenten zu einem Studium der Päbagogik und Philosophie offen, das nach frühestens sechs Semestern durch ein Examen in diesen Fächern beschlossen werden kann. Ebenso können solche Lehrpersonen ohne weitere Ergänzungsprüfung zu einem Examen in den Staatswissenschaften zugelassen werten, sobald, wie geplant, in diesem Lehrfach bei ber Oberlehrerprüiung die Lehrbefähigung erworben werten kann. seiner cnSSh?1 ten Zeitungen werten für 100 Franks 250 Mk. I 1 h c-k «.— «boten, so daß ter Dollar auf 18,75 Mk. käme — Inzwischen ist daS Bild noch wesentlich ungL'.stiger geworden. Zu Beginn ter Besetzamg wurden in Koblenz fabelhafte Geschäfte mit dem An- und Verkauf von Franks gemacht, mtb manch einer ist dadurch „gesund" geworden, dem ,chas Wasser tn ten Schuhen stand". sl Marburg, 21. Sept. Bei den Obst Versteigerungen im hiesigen Kreise, die seit einer Woche tm Gange sind, erzielen einzelne Gemeinden, trotzdem nur ein Teil der Bäume Behang hat, mehr Einnahmen wie früher ter ganze Kreis Der Zentner gute Äepsel oder Birnen wirb am Baum mit 60—80 Mk. bezahlt. Die gleichen Preise würben auch bei der Obstverkaufs-Verrnitt. lungsftelle für den Kreis Marburg, hie gestern im Fronhof ihre Tätigkeit eröffnete, bezahlt. Tie Käufer hatten dabei ten Vorteil, daß sie bas Obst frei ins Haus bekommen. Im Ebsdorf er Grund kaufen Händler alles Obst auf, das fit kb^.fönncn' sie bezahlen je nach Güte 30 bi» 50 Mk. für den Zentner Aepfel ober Birnen Die gleichen Preise bezahlen im nörblichen Teil des Kreises auch bie Bewohner ber Wittgen st einer unb. Siegener Gegend, die sich täglich in ten Dörfern, scharenweise einftnten unb mit ihren uörben unb I Säcken die Eisenbahn benutzen. Das Obst an den Landstraßen muß sofort nach den Berfteigerungen geerntet werten, sonst kommen in der Nacht bie Diebe, die oft sehr dreist auftreten und sogar Wagen und Pferd mitbringen. In ber Gemarkung Ealteni gaben sie in ber Nacht vom Mitllvoch zum Doimerslag bei ihrer Aniiät-erung sogar Schreckschüsse ab, um di- Fcldw« ru verscheuchen. — Die Bearbeitung tes durch die Hitze für die Pflugschar nicht zu durchdringenden Bodens für die Aufnahme ter Winrersaaten kann.jetzt, nachdem sich Reaemvetter eingestellt hat, vor flch gehen. Mit ter Kartoffelernte würbe in ter letzten Woche bereits in einzelnen Gemarkungen begonnen, man hofft auf gute Erträge, hoch mach: lieh die Mäuseplage mehr wie jemals bemerk- bar. Die Hackfrüchte find im Wachstum noch lehr im Rückstand. o W ZTT er- ock ifc-J (ungl von Tilly. 109028 wärtis) Os-ulcstt- N ddastrafle 83. |'-7MD '3Kra?l dos mit G getroffenen Farofil-Mob-Mnm Reichste Modenschau Favorit der beste Schnitt Alleinverkauf: ’*Mc Schlauheit über die Tummheft" taufte Der (Sichte ^n dor selbst unseren Feinden Bewunderung obgenohgit hat, nnnfoenut lebigstem Landeklatschen ■ ZI tCXYT W«», für Händler u. Hausierer. Elgeagara, 100 cm In- v. 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Sept Bei der Mung^einer Flasche Wasser zu batteriologisc§n u hefigen Klärbeckenanlaoe tourben zwei Arbeiter von den in der Tiefo lagernden giftigen Gasen betäubt und liegen hoffnungslos darnieder. Ein dritter Ar- veiter konnte rechtzeitig gerettet werden. Die Arbeit rt^?tbCQ*tun9 ber notivendigen Sicherheitsmaßnahmen vorgcnommen worden sein Arbeit«» („AvMfnng'^ mig, gloMMr den ®r- beitnehmern die Gleichstellung mit ähnlichen Be *- — or,. _ - SU dürfen unb brn B^benkeri der Altersentlohnung Rechnung trage»» zu müssen unb entschied: 1R beträgt für MmtE 18—20 Jahren 1 Mk. bis 1,20 Mk^ für Metteure nm 20-22 JKen 1,40 Mk. Ml,60 Wf 2 0011 22 Ulti> ^br Jahren 1,80 Mk. tn£ KrckS Friedberg. bz. Bad-Rauheim, 22. Sept. Tie Wohnungsnot hat in unserer Stadt einen solchen Wang angenommen, daß durchgreifende M a ß n a h m e n , oftvmdig sind. Eine 5: vm m i s ion wirb daher m den nächil-en Lagen mit den Besich- hgungm der en^elnen Häuser beginnen, um fest- Kultellen, in welchen sich Wohnungen abtrennen und emrichiten lachen. Starkenburg und Rheinhessen. ' TlMus in Darmstadt. tm. Darmstadt, 22. Sept. Tie bedeutende Zunahme der Typhusepidemie (Unterleibs- «Hi imb Paratyphus) in Darmstadt veranlaßt J*!*® die Hnna Thyssen hier Gruben erschlösse« uudreichen Absatz findet, scheint die Wchtrn- waldkohch etn begehrlicher Artikel zu sein, von der die Tonne mit 48-60 Mark bezahlt wird W^ngeschäst zeigt sich zi.'mlich ruhig. Wohl kommt es immer zu Alächlüssen dock sind diese nicht sehr zahlreich. In Rheinhessen das Gejchaft noch verhältnismäßig rege. Be- 6800 ooon sm? Stück 1918er WÄtzweiu iqi7 m •- ^k., Rotwein 6000—6300 Mk ^etBteetn 11000—13 000 Mk. und mdyr Sm Rhem^iu an der Nahe und am Mittelrhem war es geschäftlich ruhig. 'Im Gebiete der ®öf’( ** d-5,Fud«1SlQ mit8000-10000 TO • 1017er imt 12 000-13 000 Mk., in der Rbe n- 16^000M, ^ic!v7 191®cr Weißwein mit 6000 bis mX00^Ti« -lt 10 000-20 000 Mk. und S& tn t Preisen bis zu 6500 ISlL lMll M? bie 100 ^t-r Bekarrtttmachung. ^ftav Vollmer zu Gießen ist wis Bestimmungeii über die Zulass.mg ^.nstallatenren zur Aussührung von Lln- bas Gas- und Wasser- der Staat Gießen vom 29. Dezember 1902 Mr Ausführung von Anlagen im Anschluß an das Gas- uiü> Wasserwerk der Stadt Gießen zugrlassen worden. 10880B ®i«^enArbcn 18. September 1919. Der Oberbürgermeister: Keller das ^eisgesimdhei tsamt zu befonberm Vorschrif- Erkrankungen an der Ruhr auch isi cine ^lM^f binzugevommen sind. Fast immer hnrä tra9u”° durch Nahrungsmittel, ober Snen ÄUn9 unk Erkrankten ober erkrankt ge- we;enen^Perionen (Touerausschnder) festgestellt. Die Senkung der Fleifchpreise. rm Darmftad t, 21 Sept. Tie infoloe der Wnin Seif SÄ »te«1 der Vrrkm-fspreiz des Vermischtes. Eiscnbahnunfall. rv * ?°ltern i. Wests., 20. Sept. (WTB l 2 Min. fuhr auf dem uPrecn der. v'Zug 91 Köln-Altona bei ber Durchfahrt auf eine Rangierabteilung auf. (Sm Heizer unb em in der Abteilung X im Postwagen des V-Zuges befindlicher Poftsekretär tour- ,F/"tet. Eine weitere verkohlte Leiche, vermutlich die eines Postbeamten, würbe noch nicht erkannt. Schwerverletzt wurden ein Postbeamter und der Lokomotivführer der Rangierabteilune, leicht verletzt el< Bahnpostbedienstete. Reisende sind nicht zu Schaden gekommen. Der Materialschade», ist bedeutend. = Lollar, 22. Sept. Tas von der hiesigen ^55-^raphen-Vereinigung gestern in ben bctöcn schulen abgehaltene Wett schreiben I w0(f,r- Bücherschrank (Ratureiche), 1 leget, 2x272 Meter in eich handgelchnitztem Rahmen, passend für Hotels, i für Garderobe-Geschäfte, l™ÄmeaU mi‘ ll"t"’eten ^d 1 r. 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Bl ■ • •■'0') 6 4 ff. wird bestimmt: § 1 u.tf Erzeugerhöchstpreis für Zwiebeln wird bis - werteres je Zentner auf 11 Mk. festaesekt iiarTfrriT^r^1 marktfähige .Handel jvare frei verladen m Bahn wagen oder in Schiff. ■5 8£8hn' M $WoiTenf6offWff9Bt vorgeseyar. MensvM tim L. Oktober tritt eine Wehrkreiseinteilung in Kraft. ryi . - • . " . o« virluu ourmaiL Rack.,stehend bringen wir die Preisträger der Ab- teckungen von 120 Silben mifwärts: 120 Silben LrUnbmG?rö^§ Diesel Lickl-Gießen, 1. Preis Steife Paula LeichEe- Elisabeth Kvrnder-Wetzlar, Marie Berghäuser- O^mnnes 3. Preis Tilly Hofmann-Gießen; "0 Silben l. rrnd Ehrenpreis Josef Petry-Wetz- ■®rz V. Cliiobeth Hartmann-Bad-Nauheim, Elch ^mgel-Gleßcw 2. Preise Jakob Schmidt und dilly Reinhardt-Gießen: 160 Silben 1 Uni> klhrenpreis Wilhelm Steinbachn-Wetzlar; 200 Sil- Karl Röhm-Gießen, 1 P2nfcr&ufli ^tr[t6 ur^Errist Pfeiffer-Giezen; 220 Silben 1. und Ehrenpieis Georg Scholl- i vor dm Kauf iw*1 i kaufen oder n< ät, bann fonnit w ■n 'iedemann mit Ä raubt sich krW k-nm in, da lhM ^Z näher liegt als ^mftanben ift ent ,aWÄ'6r Postcn D^en Malten w-w AM.»-!-»-' Ä -°-L tert. ^LTobcT Äs ip n entdecken. «lenzer. ■. ^5von d der ' 0 ruflt'w AttßkißttMß NWtt Kerrschasts-Möbel. x Unbo bietet die am i 23. d. M. im Rest. z. Pfau, HnVnko”«I «-i nachmittags 2 Uhr ftatt- ftndende Sffentliche meistbietende Versteigerung. Hause stände stammen aus nur bestem 6 kand. " ,2 6* 1919. ungen. ZK KÄ- S'hNatK L” s«it «ui'; W, die leit ein. EN einzelne Genies. Bäume M” ,?Men wird e Mt. Ae glcitfc. ;bur9- hie gestern b lncte, bezahlt, j « baß sie h ■ 3nt Ebsbors, Obfl auf, bas i nach Gütc 30 r. oder Birnen, t;- nördlichen Teil bü Wittgenstriner uni M w den Dvrfm it streu Körben inv u. Das Obst an be den Bersteigmm^ en vi ber Nacht; austreten und k bringen. 3ntr 1 nt ber Nacht ir ihrer Annähsi- .M d'?. a'ixitimg b« bin: id)t zu durchdring!; ne ber Winters-ad wetter eingestellt hu rtonelcmte mürbe r nzelnen Gmarkunge ' Erträge, doch mai roie jemals bemal im Wachstum nor m1.111'. h™ 2- September 1919. Reichsstelle für Gemüse und Obst. Der Vorsitzende: neven ReichZ- unb der Gene- eichAvehrministerM Oktober in Wir!- r-Befchisstellen mtr^ ausgelöst und aii:i rüheren Kriegsmini" b-lebenden wal- u'löiiMgsstäbe grttr werden Ab pitze tritt ein Vor- i eines Akgiment- 'fristen (Mangen® iwmt.’rn unmittelbar lääungsamt ist en Kapitän König sprach gestern abend *nt Hotel Einhorn auf Einladung oer Jugend-- y.rup p e der Deutschen Vol kspar tei über vie Fahrten des ersten Handels-U-Bootes „Deutschland". Der Saal war bis auf den letzten Platz ausverkauft. Kein Wunder, bot sich doch (Seleptnbeit, ben 3Jlam einmal von Angesicht I Mt Angesick.it fcniten zu Lernen, ber, ein Held des Jriedens im Kriege, nicht mit blutigen Waffen, | x c nr _______ sondern nur mit den Waffen deutschen Geistes M Mm Ausgleich hierfür deutscher Tatkraft und deutscher Hingabe an das \ bcJ Metzgem Vaterland einen der schönsten Siel ' * ' ? - errang, den ein - - - deutschen Weinbau- —^,U1C,U uuOtyuirent 215e 11) dir e i t>e n I 2X «tiflen Wochen war zu -Gabelsbnrger fcher Stenographen war von G i e- ^ute der rn diesem Jahre zu he n (Gesellschaft), Marburg, Wetzlar und Bad- u m&t m besonderem Maße Srauheim zahlreich besucht, lieber 100 Wettschreiber dann schließlich ein- beteiligten sich daran. In den ein^lnm Sm!^ die Entwicklung in s,l- vbte,Lungen wurden durchweg vorzüglil^e Ergeb- Aussichten in dieser uisse erzielt: auch das Schön- und Richtigschreiben besser sind, iie Ausreif; ist schneller konnte gute Leistilugen feststellen. Die Preiövertei- hrfI'B>ft-en wnb ber chlgemeine Stand ist lnng fand nachmittass im Saale des Gastlnuses Wtonten. Baö hie zuerst etroar- Kur Lind.- statt. Herr Curt Daa b, der Vorsitzende n^.ct19‘\ der Ernte ast belangt, fi> scheint sie ter Vereinigung, begrüßte die besonders von (S i e | und einiger Regen, ber in Sen nochl zahlreich erschienenen Festbesucher und den Reben zweifellos ^erte m begeisterten Morien das WerkAltmeisters scheint, daß. der Ertrag der Gabelsbm-ger. Tas ^ckchaltige Programm des etwa entspreck-en wird, sich anschl-eßenden Festkommerses zeigte, daß die i^P{5e enM^™arftul9en tourix‘n die Weinberge foemmgung auch auf dem (Gebiete ber g^elligen/ lauge wird es wohl nicht Unterhaltung ötwas Schönes zu bieten vermag dauern bis der allgemeine Schluß erfolgt. Hessen-Nasfau. Brmrnkohlenfelder. — Vorn Westerwald, 21 Sevt Qm finh ettoa 250 Braunkohlenfelder vvr- SJJ55"* aber mrr 50 nnrllick. abbau- enthaltm. Rach dem Erwerb dieser rflr L5l;tenteils in beit Händen Fleiner E fc!11?™/ bat nun eine wilde Jagd ein- g.fetzt, bei der die sog. K u x e n - v d e r F e l d e r- I^^ber ihre unsauberen Hände im Spiel haben, b h. weder.zum Nutzen der Verkäufer noch der lediglich für den eigenen bisher bestand gegen die Lignitkohlen ein groi^j Vorurteil, seitdem , (2 Ueberftimdm über die ad>t|Tünbige ®rbnt* S! Mlen zulässig und werde» mit 2o Proz. Zuschlag vergütet: für ArbcitSzeir Menagen wird ein. Zuschlag^von 50 Proz. vom Lohn bezahlt. . ^rage der Auslösung zu r-geln Mdbt ben Beteiligten überlassen. .Tie Arbeitnehmer erkannten den Schiedsspruch an. xie Arbeitgeberseite, die nicht er lauen en war, hat ürnerhalb 8 Togen seit Zufor erklären ^nnal)me ®ber Ablehnung |u „,rw4- ?ie Wirtschaftliche Vereini- gung der Priva tan gestellten vv» «ni> Um gegen b hatte nochmals den Schlichtungsausschuß angerufen wegen Ergänzuny nner Firmen des Großhandels usw. dtoxnmimS, an dessen rechtzeitiger Unterzeichnung der Arbeitnehmervertreter verhin-- »ert worden war, das dann die Angestelltender- ammlung Nicht anerkannt hatte und dis hiernach als förmlicher „Tarifvertrag" noch nicht angesehen werden konnte. Bon Arbeitaeberieite wurde -erklärt, daß neben o?L ^^nsbedürfnis der Angestellten auch bu- Leistungsfähigkeit der Firmen maßgebend und bi* zugestandene Gehaltsskala ausreichend sei, daß man ba.l^r nM noch toeiter gehen könne. Don Hr beitnehmerforte wurde nach Schilderung der Vorgänge ber Angestelltenpersammlung vom 29. Aug k '^tbenmg erhoben auf Erhöhung der ^tDälter und Bomal-me einiger Äendermigen be* i^^^en Tarifentwurfes (Dauer nur bis 31.12. K9, ? Al- 3. 1920 Klassifizierung, befanber.' Skala für die Angeswlltm der Industrie und de- Großhandels, Anrechmmg der über 3 Jahre auS- gebeljnten Lehrzeit); ierner wurde auf die Gr- whr von Streikunruhen aufmerksam gemacht imt im Gegensatz zu den ruhigen Verhandlungen vom L 3? ,W dem Vertreter der Antrag v -^-rF171 ww^ötig scharfer Ton mit persönlicherk Ausfällen angeschlagen. Die Firmen unb ihre Vertiefung fügten sich verletzt, legten Verwahrung ygat diese Art des Auftretens ein und brachen t* Weiterverhandlung ab. Die Arbeitnehmer wiesen aus die anhaltende Teuerung und die lieberbohmg der früheren Tarifo vertrage hin imb bestanden auf Schiedsspruch, ber alsdann dahin erlassen wurde: , Die auf Grund der Vtthandlungen vom 19. unb 26. Sfuguft 1919 getroffenen Vereinbarungen. Sx. ’L mtt 0 € r r a bezeichnete« Druckschrift vom 26. August 1919 niedergelegt smd, gelten als Sch i edsspruch, mit der Maßgabe, daß die Gehälter unter Zugrundelegmig einer, breijabrmen Lehrzeit festgesetzt sind, so daß bie längere Lehrzeit als Gehilsenzcit anzurechnen ist. Uebcr Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruchs haben die Parteien ErNärung innerhalb 8 Tagen feit Zufertigung abzugeben. »fs Bruchleidende! X , , .G.iirtelbruchband „Extrabeauem", °0Llnnteö Stultgarter Speztalbruchband für Tag L?b^racht ohne jede Feder mit hebender Velotte. -sek 1894 in ganz Deutschland glänzend eingesührr und durch zahlreiche Dankschreiben als hervorragend beauem und sicher anerkannt. Weirgehendsien An- wruchen genügend. 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Die hiesige Preisprüfungs- inh fnm bfr ^ngelegenhüt beschäftigt ----v «-../uiuu. «v^iwcuui|uxa|H,1!L^aPT Anichauung, daß durch die zu er- Ausführungen begrüßt, ^!^^An^beschlagnayme der Häute oder P“ ,Xr einleitete mit warmen Worten an die f*,netFestfobung tzdcktztpreise eine Preissenkung teutfäe Arlgmid, die dazu berufen sei, un- ist und daher dem Metzgergewerbe f => , D^te^nd — wie das U-Boot ^Z. .Herabsetzung der Fleischpreise ein' solcher derTiefe dös Meeres zum Licht fheigt — aus I 8ugemutet werden kann. Der jetzig der dunklen Gegenwart zu einer sormigeren Z^- Meischpreis blecht also bis aus weiteres in Kraft curtft zu führen. Wenn auch durch die Presse I * und das von Kapitän König über die Fahrtenl rm. Darmstadt 21 Ä-ht brr „Deutschl-Nd" acschrirbm- Buch die «Jfa Erhöhung dcS Fahr-I^l^c€ „Deutschland, Deutschland Johanna Glomm von hier faxt nad> entsprechenden 6ebatbdimh Anwesenden Vorbereitungen teils durch Privatimtcr^cht teils ft-hend nnd ^^°^,lIrrun^zi^Enbe gesungen. | Li.d^^Leibnitzsch,,le ^ahLrjetzsd^M-iun!m dz. Frankfurt 22. Sept. Unter Leirim» hes erftat Vorsitzenden A. Schrimpfs (Darm- M tagte am Mittwoch in Frankfurt cme Landeskonferenz he ssi s cher T an z- r 2he Dorsfond entworfenen und SSn^-°Tr<19 Jebrat6tcn ^utrage wurden nach Mvlgter Beratung angenommen. Besonders bcx> wi^uheben war der Erfolg betr. die Wieder- croftnung der Verbandshockschule für Tanzlehr- kunst in Darmstadt. Schriftführer FrdMe?- der" a- bamutL ^N' daß die nach 55^/Evolution immer mehr zunchmende sogen ^neswegs allein in Deutschland, fort- ntSr Frankreich, in England, kurz in Mit beteiligt gewesenen Sünbern? die L^I cn Das sei vielleicht nur a mUI lange Unterdrückung mn^n^?barTeite^‘ ^amitlich erstreben die Fach- hmS^x'1101 .^äatliche Tanzlehrerprüfung, Ä? Pcb*r nach.8 35 der R.G.O. noch geltende ^|C^nE rTir Tanzilehverberuf aufge- Lochschulen für Tanz- r -^rlcfoedeneii Dachorganisationen sind fi^^rnwßen ^ Ersatz für die fehlende ftaat- liche Autontat. Auf ber .Hochschule für Tanz- akademische Grundlage für ben ^geben und die Gefeitignng der Pseudotanzlehrer in die Wege geleitet Gelnhausen, 21. Sept. Ter lanmaüri« S Kreises Gelnhausen, Gra^von L'smt'L"' i4eÜr- e n 1 f .a m m e r in Lich roegen Wefter- bescbaftlgung m bisheriger Stellung wurde Schiedswruch erlassen: Nachdem die 'Fürstliche 9riHlhfä)ht§ bcTcit Ert hat, F Entsprechmd tociter ju beschaf- ttgen, wird diesem das Recht zuerkannt, bis auf weiteres gegen eine für die tatsächlich geleistete Arbestszeu mit einem Stundenlohn von 1,50 Mk Äff Vergütung in der Gärtnerei sich zn beschafttgen. Antragsteller erkannte den Schiedst ^Xbät9^nn' bic nicht vertreten war, 2 & 8^Ä S1"#™ Ablehnung inner- Wb 8 Tagen seit Zufertigung zu erklären. E kaufmännischen und teck- Angestellten der Gewerk- /'Friedrich", Braunkohlengrube und wb eingehender Be/pi-echung i•fcn-frSa9cJ Betriebs und der noch nicht kommen, da die von weiterem Material über die bei Unternehmungen hiesiger Ge- g(mi> m letzter Zeit getroffene GeHalts- n e “r e 9e lung für erforderlich gehalten wurde er.,3' Verwaltungsstelle Giesen des Deutschen Metallarbeiterverbandes batte mit dem Verband der elektrotechni scheu Knkrallationsfirmen in DeutWnd Ortsgruppe Gie^m, einen Tarifvertrag' ob' wollen, ledoch eine Einigung nicht er- äiS?’ Arbeitgeber Wen auf die /indtischen Elektrizitätswerkes und ^/^.^oyne ^rursachten, sowie darauf, daß viele Heeresdienst einberufen gewesen seien und ihre Kunschaft verloren hätten. Die Entlohnung nur nach dem Alter sei unmöglich da nur beschäftigt würden. Der SchlichtungsausichuN schied die Art imh g^her Aufwandsentschädigung bei mrswärtigen M-mz. 18. Sept. 1919. tasSe Snfle“nnb^6UI? Markt 1(5. 10912 Lohnende Vertretung a 10915 10862V 01*230 i ix fr E b- r 1915 im füt L n t i tiii Ai sch de TU K Ol!» CI' Suche per sofort lüch- tiflen, zuverläss. Packer für mein Bersandgeschäsi. Friedrich Teipcl, | Vereine Deutsche demoXraUjuhe II* DBnslag afcenfl 8 Uhr l» ,,Agnnrimn“,Wnlltors!M Mitgliederabend. «D Schrift!. Angebote unter 018332 a. d. Gieft. Anz. erb. Ludwig Buß III., Heinrich Büschel, Schneidermstr. nebst allen Angehörigen. Watzenborn - Steinberg, Leihgestern, Launsbach, den 22. September 1919. Die Beerdigung findet Dienstag den 23. September, nachmittags 31/? Uhr, statt. SaubercS [0,e321 Müdüeil oder Frau zur Aushilfe f. sofort acs. Neustadt 1,1. St. Schristl. 2lngeb. unt. 10893 au den Gies;. An», erbet. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Erle, Univ.-Sekretär, Heinrich Erle, Kaufmann, Giessen (Schillerstr. 15), den 21. Sept. 1919. Die Beerdigung findet am Dienstag, 23. Septbr., nachm. 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. im 80. Lebensjahre. . Sie folgte ihrem Manne nach 8 Monaten zur ewigen Kühe. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Theodor Petri, Bergassessor a. D. Todes-Anzeige. Verwandten^. Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß Sonntag vorm. 101/, Uhr meine liebe Frau, meine gute Tochter, unsere Schwiegertochter, Schwägerin, Nichte und Kusine Frau Marie Buß geb. Büschel im Alter von 26 Jahren nach kurzem schwerem Leiden Bei der unterzeichneten Behörde Kann ein Schreibgehilfe dauernde Beschäftigung finden. Bewerber müssen gute Fertigkeiten im Maschinenschreiben und der Stenographie haben. Militäranwärter oder Inhaber des Anstellungsscheins (Kriegsbeschädigte) werd, bevorzugt. Bezahlung erfolgt nach dem Ausschreiben des Hessischen Gesamtministeriums vom 12. Juni 1919 und den einschlägigen Bestimmungen über die Tenerungs- Zulagen der staatlichen Beamten und Bediensteten. Bewerbungen sind bis längstens 1. Oktober l. Fs unter Beifchluh von Zeugnissen über seitherige Tätigkeit einzureichen. Schotten, den 18. September 1919. Kreisamt Schotten. geb. Damm im 84. Lebensjahre. DienStas den 23. M tcmder abends sv« w im LereiuSheim MtW MttW übtt Uiftrriditülw mitKoll.Bott.Vamb>:.» 'Afitttiuort) • Bersammiv fäat aus. _ Der ffiühner Alt verkaufen. 018286 liefert, Schustergasse 3. ÄeitasclB zu knien jiesniht. Schr. Ana in. Marke und Breiö u. 10868 a. d. G. A. Todes-Anzeige. Heute früh verschied sanft unsere treue Mutter und Grossmutter Frau Elisabeth Erle Ww Reisende u. Agenten,welche Landwirte, Fuhrwerksbesitzer etc. besuchen können, zum Vertrieb eines erstklassigen ausländ. Friedenswagenfettes gegen höchste Provision gesucht. Bewerb, unter „W 200 ' an Firma Theodor Hcsker, Münster i. W.10904 /< *w. Suche einen Garten zu pachten. "W» Reformhaus. 10849 ttreurvlatz 5. Nettes Friuleln, gr. itattl. Ersckeiiiuug, Ä I. alt, tit Stellung,!, zu ibr.^ount.« AnSgängen nettes Herra, da hier fremd, a. Herrn o. 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Angebote v.Eigen- tümern erbeten an den Verkaufs-Mult Frankfurt erer Verlobung sagt, ja?" „Natürlich." Modesta wußte es auch am Abend so einzu- nchten, daß sie Magnus nicht vorgestellt werden lonnte. Sie half der Mutter bei allen Vorb'rei- tmigeir^ deckte den einfachen Abmdtisch mit besondrer Sorgfalt und erklärte dann, so heftige Kopf- Ichmerzen zu haben, daß sie unbedingt zu Bett müsse. der anderen aus dem Wohnzimmer nur wie aus weiter Ferne. , Wer war dieser Herr Gottorb? Doch sicher jener Herr, den Evelyn damals in der Zeisiggasse „zufällig" getroffen haben wollte. Er war kein gewöhnlicher „Bekannter". Er liebte Evelyn. Er war eifersüchtig auf ihren Verlobten und schien ihr Vorwürfe über ihre Verlobung gemacht zu haben, die sie zwar zornig, aber — Modesta fühlte dies instinktiv heraus — auch mit einem Unterton von Angst zurückwies. Und er mußte doch wohl auch ein Recht zu diesen Vorwürfen haben, sonst hätte Evelyn ihm sicher nicht geantwortet, sondern den Schutz ihres Bräutigams gegen den Zudringlichen angerufen. । Statt dessen hatte sie letzteren einfach belogen, | ** Freibank. Dienstag, 23. Sept., werden mm 1—3 Uhr die Nrn. 2301—2400 beliefert. Tort lag sie dann im dunklen Zimmer und wrchte aus den Bang seiner Stimme, deren sonore 4.refc ihr wie Musik zu klingen schien. Ab imd zu verstand sie auch, was gesprochen mrrbc. Und ganz deutlich wußte sie immer, wenn Magnus mit Evelyn sprach, denn dann klang seine Stimme noch einmal so weich und warm . Gegen acht Uhr — man wollte eben zu Tisch lchen — wurden alle durch den schrillen Don der Türglocke erschreckt. Bertie, der sich schon gaita als Sohn des Hauses fühlte, eilte dienstbeflissen hinaus, um zu sehen, was »o gäbe. Lott? natürlich hinterdrein. Gleich darauf kehrten beide zurück und Lotte schwang einen Brief in der Hand. indem sie dreist behauptete, der Brief sei von Beate Millner . . . Die furchtbare Gewißheit, daß es in Evelyn- Leben etwas gab, von dem offenbar weder die Ihren noch Magnus etivas wissen' dursten, er- ichütterte Modesta. _ Wie konnte Evelyn nur diesem — gerade diesem Manne gegenüber eine Lüge über die Lippen bringen, ohne vor Scham zu ersticken? War das überhaupt möglich, wenn man — liebte? Modesta grübelte und grübelte, während ihr Herz aufgeregt klopfte uitb ihre Wangen brannten. Sie merkte darüber nicht, daß die Tür leise geöffnet wurde und Emmy hereinschlüpfte. Erst als die Hand der Schwester liebkosend über ihr Haar strich und deren weiche dunkle Stimme zärtlich frug: „Nun, Kleine, wie geht's mit deinen Kopfschmerzen?" fuhr sie erschrocken zusammen. „Danke, Emmy, etwas besser." Emmy ging nicht. Sie blieb im dunklen Zimmer sitzen, Mooestas Hand in ihre heißen Hände. nehmend. So blieben sie lange stumm beisammen, bis Modesta plötzlich einen heißen Tropfen auf ihre Hand fallen fühlte. „Oh — du ivcinst, Emmy?" fragte sie leise und erschrocken. Da warf sich die Schwester neben ihr nieder und suchte ein krampfhaftes Schluchzen in den Kissen zu eriticken. Und wunderbar, — die kleine, siebzehnjährige Modesta, die bisher über Liebe noch gar nie nachgedacht hatte, verstand plötzlich so gut, was m Emmy vor ging! (Fortsetzung folgt.) n|»n81M ®„ «tfgjjijfi * as Musikalisch-Literarische Unterhaltung skränzch en 1911 bca. s.ch- tigt am Sonntag, 28. Sept., in der Neuen Aula Universität mit einem mufika isch-literarischeu Abend an die Oeffentlichkcit zu treten. Entiprc- o.eno dem Er.olg seiner ersten öffentlichen Darbietung t iv.te der jetzige Abend mit seinem rcich- hw.ttgen v.cgcamm bei den hiesigen Musik- und 1 Literoturfreunden ein noch größeres Interesse er- ,}'eacV- Näheres wird noch bekannt gegeben. (Siehe Anzeige.) ,** L ich t s p i e l h a il s. Ab morgen bis inkl. Freitag wird „Tie blonde Magda", ungarischer Kunststlm in vier Akten, f rner „Ich sags meinem Bruder" sowie „Ich versichere <3ie", Lustspiel in zwei Akten, gegeben. Landkreis Gießen. X W i e s e ck. 20. Sept. Der von einem „Freund" kürzlich totgemefbetc Kriegsgefangene Heinrich Heckroth sch web jetzt am ersten Jahrestag seiner Gefangennahme wieder seiner darob hockibeglückten Mutter. X W i c s e ck, 20. September. Trotz der Wvh- nungslvoc nehmen die Eheschließungen m unserer Gemeinde in erfreulichem Maße zu. Tev Kasten für Veröffentlichung der Aufgebote an der Bürgermeisterei konnte letzte Wvchie gar nicht alle zehn aufnehmen und einige der Blätter mußten sich die Ausquartierung gefallen lassen. Kreis Büdingen. O Hirzenhain, 20. Sept. Am Freitag abend zog ein sckstveres Gewitter über unsere Gegend. Dabei schlug der Blitz in die dem Weiß- biirdermeister Und Bierverleger Krieg gehörige Scheune. Das Gebäude Nmrde innerhalb kurzer Zeit ein Raub der Flammen. t. O c t e n b e r g, 22. Sept. In den seelischen Zustand unserer Gefangenen läßt ein Brief eines einfachen, schlichten jungen Mannes aus dem Volk erschütternden Einblick tun, der am 17. Aug. geschrieben ist und in seinem wichtigsten Teil folgenden Wortlaut hat: „Sie werden vielleicht fthon erfahren haben, daß ich hier Farmerarbeit mache, aber sie dürfen nicht glauben, daß wir es hier ebenso gut haben als die Gefangenen in Deutschland, die beim Bauer arbeiten. Wir wohnen hier zu 200 Maim in einem Lager und werden morgens zur Arbeit geführt, wie Sklaven (vom Schreiber selbst unterstrichen^, und das Essen, das wir bekommen, ist auch nicht zum besten. Wenn man Sonntags zum Fenster heraussieht und sieht die Leute Vorbeigehen und man muß hier Hinterm Drahtverhau von Posten bewacht wie wilde Tiere zubringen, dann ist man manchmal dem Verzweifeln nahe. Das ist das Sklavenleben des deutschen Prisoners in dem zivilisierten England, nachdem der Friede unterzeichnet ist. In der Hofftrung, daß die Sklaverei bald ein Ende hat und wir nach der Heimat zurückkommen usw." Es kann deshalb, selbst wenn jetzt die Abtransporte aus England begonnen haben, nicht genug gebeten werden, schreibt euren Gefangenen immer wieder, bis ihr bestimmte Nachricht habt, daß sie unterwegs nach der lieben Heimat sind. Kreis Lauterbach. ± Herbstein, 20. Sept. Ein echter Planier des Vogelsbergs ist der Lehrer Philipp Schmidt gewesen. der seine gesamte Lehrertätig.eit in den beiden Vogelsbergdörfchen Breungeshain u. Engel- rod ausübte und dieser Tage in Ärgelrod starb. Lange Jahre war er Obmann des Bezirks-Lehrervereins Herbstein. Kreis Friedberg. 4 Bad-Nauheim, 21. Sept. Stadtdiener Heinrich Gries, ein Alt-Bad-Narcheimer Bürger, b-er über ein Menschenalter zuerst als Flurschmtz, dann als Schuldiener und zuletzt als Stadtdiener unserer Stadt treue Dienste geleistet hat, wurde heute unter Beteiligung einer großen Trauergemeinde zu Grabe getragen. Ter Verstorbene war Feldzugsteilnehmer 1870/71. Ter Kriegerverein 1870/71, dessen Vorsitzender er war, und der Krieger- und Mili ä verein „Hassia", dem er als Ehrenmitglied an gehörte, gaben ihrem Kameraden daher das Ehrengeleite. Hessen-Nassau. = Frankfurt a. M., 21. Sept. Für die nach Bad Orb versetzte Polizeitruppe der 81er ist die 1. Garde-Landes schützenabteilung hier eingetroffen und hat in den Kasernen von Bonomes Quartier genommen. Sobald die Gut- leutkaserne inmitten der Stadt' bezugsfällig ist, wird die Abteilung nach dort verlegt. Alle umlaufenden Gerächte, als ob dieses Militär in besonderer Absicht nach Frankfurt gekommen sei, entbehren, wie uns von maßgebender Seite mitgeteilt wird, der Begründung. = Frankfurt a. M., 21. Sept. Auf der Gießener Strecke wurde einer Frau, die durch die nur halbverschl'vssene Schranke die Gleise überschreiten wollte, von einem Zuge beide ■ .in kommen. Erst später gelang es ihm, feine Red- wrtzusetzcm. Er war sehr nervös geworden und sprach in großer Erregung mit beständigen Unter- brechilngru durch die Versammlung. Auch hier wurden ihm eine Reihe von Fragen gestellt über den Völkerbund, woraus er erklärte, daß das brilisck.e Reich mit den Tominions die Vereinigte'!, laaten nicht überstimmen könne unb daß die Alliierten die Vereinigten Staaten nicht zwingen konnten, Truppen in das Ausland zu senden. A m st e r b a nt, 21. Sept. (W. B.) Die „Times" meldet ans Neuyork, daß Senator Lewis m einer Rede in Chicago erklärte, Wilson strebe nicht nur danach, die Welt von dem Kriegselend zu erlösen, sondern er werde auch Maßregeln treffen, um die Sozialisierung der Steinkohlen- und Oellager sowie der Eisenbahnen und Wasserwege durchzu- setzen. Der Friede mit Bulgarien. Paris, 20. Sept. (WTB.i Havas. Der friede mit Bulgarien ist nach bemfelbm Plane entworfen, wie mit Oesterreich. Die Bestimmungen über den Völkerbund, die Sanktionen, die Luftschifsahrt und die Arbeit sind dieselben. Die Nordgrenze Bulgariens gegen Rumänien wird geändert. Im Westen bleibt sie gegen Serbien yit allgemeinen die alte. Strumitza mit den angrenzenden Bezirken und einige andere kleinere Landstriche werden dem serbisch-lroatischen Staate einverleibt. Die Abänderung im Süden wegen der Gebiete, Übei deren Zuteilung später entschieden werden wiro, läßt die neue Grenze von einer Linie ausgehen, deren Ausgangspunkt acht Meilen südwestlich von Kaslik liegt, die in Kritik endigt. Arbasfeni und Daridere bleiben bulgarisch. Die Linie durchschnei> bet die Berge Kartal Dagh und Tokadschi Dagh. Im Süden und Osten werden unbedeutende Veränderungen vorgenommen. Die politischen Bestimmungen verlangen, daß Bulgarien den serbisch- kroatisch-slowenischen Staat anerkennt. Ein Ausschuß aus fünf Alliierten mtb je einem Serben und Bulgaren wird die Grenzlinie im Gelände festlegen. Die bulgarischen Staatsangehörigen, die nach dem 1. Januar 1910 sich in dem an den serbischen Staat abzutretenden Gebiet niederließen, erhalten die serbische Staatsangehörigkeit nur auf Ermächtiguna dieses Staates. Verfassunggebende Kirchenversammlung. Berlin, 22. Sept. Nach dem jetzt fertig» gestellten Wahlgesetzentwurf für Die der- s as sunggebende Kirche nversamm- l un g sind die Wahlen zu den Gemeindekörper - ' chatten unmittelbar und gelyerm. Neu ist die Gewährung des aktiven und passiven Wahlrechts an die Frauen und die Aufhebung der fogenannten Selbständigkeitsklausel. Pläne der Düsseldorfer Spartakisten. Berlin, 22. Sept. In Düsseldorf hatten für die Nacht zum Sonntag die Spartakisten einen Putsch geplant. Tanach sollten bi: Insassen des Gefängnisses befreit, dl: Garnison Überrumpelt und die Stadt an wichtigen Punkten besetzt werden. Tie Militärbehörde, die Kenntnis von dem Plan erhielt, ließ die Garnison in verschärften Alarmzustand bringen. Tie Nacht verlief ohne Zwischenfall. Wahlniederlagen der Unabhängigen. Braunschweig, 21. Sept. (W. B.) Bei den heute in Braunschweig, Wolfenbüttel, Blankenburg, Helmstedt und Bad Harzburg vorgenommenen Magistratswahlen haben, wie die „Braunschw. Landesztg." berichtet, die Unabhängigen eine völlige Niederlage erlitten. In der Stadt Braunschweig wurde der bisherige Oberbürgermeister gegen den Kandidaten der Unabhängigen mit überwältigender Stimmenmehrheit wieder gewählt. Deutsche Arbeiterkinder in Dänemark. Kopenhagen, 20. Sept. Die Hilfsaktion der dänischen Arbeiter für deutsche Arbeiterkinder hat bisher großartige Resultate erzielt. Im Laufe der letzten Monate gelang es, 700 Kinder aus deutschen Arbeiterfamilien in dänischen Handwerker- und Arbeiter hä ufern unterzubringen. In den nächsten Tagen wird ein weiterer Transport von 200 Kindern erwartet. Gleichzeitig appelliert „Socialdemokraten" no-ch- mals an die Gastfreundschaft seiner Leser und bittet um Ausnahme von 120 besonders unterernährten Kindern aus Schäften, denen zweifellos auch eine gastliche Stätte bereitet werden wird Ein Dampserunglück. London, 21. Sept. (WTB.) Die „Evening News" meldet aus Kirkwall, daß an der Küste von North Ronaldshay auf den Orkney-Inseln in der letzten Nacht im Sturm ein Dampfer der White-Star-Line strandete. Man glaubt, daß sich 2000 Mann englische Truppen aus Nordrußland an Bord befanden. Sackpapier' in Bogen and W rederpappen __Echt----- Pergamin PerMerst^ Versand- Lchnchtcl' LSSSSF EierfchaM »s*- 3.0*1 «ss Evelyn runzelte unwillig die Stirn. „Tu wirst gestatten, daß ich den Brief zuerst mal selbst lese" — sie griff danach, wrrf einen Blick darauf und erblaßte. T ann erhob sie sich. „Wartet der Mann auf Antwort?" „Ja." „Tann will ich sie gleich schreiben," murmelte Evelyn unsicher und wandte sich zum Gehen. „Aber du weißt ja nicht einmal, von wem er ist, und was darin steht, Evelyn!" sagte Mag- nus verwundert. , ,. „Bon Beate natürlich!. Von wem denn sonst? Sie ivird etwas wollen . . ." Damit verschwand sie im Nebenzimmer. Sie mußte ganz vergessen haben, daß Modesta dort lag, denn als sie mit bebender Hand Licht gemacht hatte, trugen ihre Züge einen unbeherrschten, halb zornigen, halb angstvollen Ausdruck. Sie riß den Briefumschlag auf und überflog die wenigen Zeilen. „Ter Unverschämte!" stieß sie zwischen dm Zähnen heraus. Tann setzte sie sich nieder und schrieb. Modesta, die sie regungslos beobachtete, sah, wie eine finstere Falte auf ihrer Stirn stand und ihre Hände bebten. Offenbar war ihre Schrift darum zu wenig leserlich: denn Evelyn schob das erste Billtt ^ärgerlich von sich und schrieb ein zweites. Len Brie' zerriß sie in winzige kleine Teilchen, öffnete das Fenster und streute sie hinaus. Als sie mit dem Brief wieder im Wohn- । zimmer erschien, wollte Lotte ihn ihr zur Be- 1 forgung abnehmen. Aber Evelyn wehrte barsch ab. Singefandt. (Jur Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Priblikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Durch die Ungunst der Witterung, mangelhafte Kunstdüngervcrteilung, teure Fuhr'öhne unb ppbc Düngerpreise sind die Gemüsegärtner in otefem Jahre in ihrer Existenz schwer bedroht. Tie Stadt wäre durch ihre Kapitall'raft und Kredit- sahigkett in der Sage, die hier fehlenden Gemüse im großen zu beziehen. Würde es sich nicht ermög- Irchen lassen, daß die Stadt diese Gemüse, anstatt telplt zum Verkauf zu bringen, an die hiesigen Gartner unb_ Gemüsehändler mit einem vorge- schriebenen festen Klcinverkausspreis zur Weiter- leitung an beit Verbrauch übergeben würbe? Es wäre hierdurch den hiesigen Gärtnern und Gemüsehändlern eine Verdienstmöglichkeit geboten und bie Stadt hätte gleichzeitig die beste Kontrolle gegen Ucberforderungen der Bevölkerung in der Hand. Bekanntlich gelchieht das, was hier gewünscht wird, schon seit langem bei der Lebensrnittel- und Fleischversorgung. Ein hiesiger Gärtner. KZcttervoraussage fstr Dienstag: Borwtegend wolkig, zeittveife Regenschauer, Tem- peralur wenig geändert, westliche Winde. lkdruL'u. k'tter :r "fcÄ LLÄ? & «rfÄcrt WM >•1998 ritl iu Inät etbalt « 6. $l„ Haupt, vostlagernd levi A. Z. 89 Aus Stadt und Land. Gießen, den 22. Sept. 1919. Gültige Lebensmittelmarken für die Zeit vom 22. bis 28. September 1919. Brot: 2300 Gramm Brot ober 1680 Gramm Mehl. Brot Kgr. 50 Pf., Weizenbrotmehl Kgc. 58 Pf., Weißbrot Kgr. SO Pf. Weißbrotbäcker: A. Tetbel, Neuenweg, Konsunwernn, Verkaufsstellen Schanzenstraße, Neuen Bäne, Bleichsttaße, Asterweg. Butter: Marke 39 Gramm Auslandsbuttec zu 85 Pf. Fleisch: Wochenabschnitt 39. Metzger für Fremde und Urlauber: Friedrich Wenzel, Neustadt 48. Nährmittel: Auf Marke A: 250 Gramm Teigwaren. Auf Marke B: 250 Gramm Grieß, 500 Gramm Haserflocken, 1 Paket Keks. Auf Marke C: 500 Gramm Teigwaren, 250 Gramm Haserflocken. Zucker: Marke 9, September 1919: 750 Gramm Zucker. Nährmittel und Zucker für Zugezogene und Kranke: Johann Seibel, Ludwrgsplatz, Wilh. Haas, Bleichstraße, Christian Schönhals, Nord- Anlage, Emil Fischbach, Seltersweg, Schade & Füllgrabe, Bahnhofstraße; für Urlauber: Hemrick) Drechsler, Steinstraße. Krankenmehl: Hemrick) Arnold IL, Inh. Ludwig Schmitt Kaiser-Allee 19. Nährmittel für Kranke: Heinrich Becker, Löwengasse. Seife: Marke für September 1919. Anteil 125 Gramm K.-A.-Seifenpulver zu 15 Pf. Letzt Aach eichten. Der internfliierte WirtschaftSrat. Amsterdam, 21. Sept. (WTB.) Der Brüsseler Korrespondent des „Stelcgraaf" berichtet. daß der interalliierte oberste Wirtschaftsrat in der gestrigen Sitzung zustimmte, daß die deutschen Ausfuhrartikel in die unter Verwaltung der Alliierten stehenden früheren deutschen Schisse verladen werden, die sich nach Argentinien begeben, um dort Getreide für Deutschland zu laden, toeTTit kein alliierter Schiffsraum dafür verfügbar ist. Außerdem beschloß der Rat die sofortige Aufhebung aller seit dem 28. 4. außer Kraft gesetzten schwarzen Listen. Amsterdam, 21. Sept. (WTB.) Nach einer amtlichen Havas-Reuter-Meldung aus Brüssel stimmte der Wirtschaftsrat der vorgeschlagenen Maßregel betreffs Auslieferung der deutschen Petroleumschiffe an die Alliierten und ihrer vorläufigen Verteilung zu. Er beschäftigte sich ausführlich mit der Politik der Alliierten bezüglich der Rohswffverteilung. Frankreich und die Vorgeschichte des Krieges. Wien, 21. Sept. (WTB.) Aus den gestern veröffentlichten Dokumenten über die Vorgeschichte des Krieges wäre hervorzuheben: Der französische Botschafter Du meine sprach am 22. Juli 1914 im Auswärtigen Amte vor und betonte in drastischen Worten die Gefahren eines Krieges Oesterreich-Ungarns mit Serbien. Er schloß trotzdem seine Ausführungen damit, daß er auf ein Kürzliches Gespräch mit seinem russischen Kollegen hinwres, woraus er bte Ueberjeugung gewann, daß Rußland nicht gesonnen sei, für Serbien anläßlich der bevorstehenden Auseinandersetzung mit Oesterreich-Ungarn stark einzutreten unb ihm mehr als uwralische Unterstützung zu leihen. Im Falle eines Waffenganges zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien würde Rußland nach Ansicht des französischen Botschafters nicht eingreifen, sondern vielmehr anstreben, daß der Krieg lokolisiert bleibe. Die Rückkehr der Gefangenen aus England. Berlin, 22. Sept. Um den Abtransport der Gefangenen aus England zu beschleunigen, hat die Admiralität laut „Berl. Lokal-Anzeiger" 10 deutsche Tampfer zur Fahrt znischen englischen und deutschen Häfen gechartert. Vermutlich fahren die ersten Dampfer im Laufe Der nächsten Woche. Wilsons Rcdereise. Haag, 20. Sevt. In San Franrisko wurde Wilson, als er in einer Versammlung reden wollte, mit Pfeifer: und Trampeln empfangen. Zweimal begann er zu reden, ohne zu Wort Ente mb. gekommen. ®b )tinfl.gute8elo5nnni. Schmal!. )in ankinner Slrahe ft. TanMarnftani nntaa von 9axUrui>: cd) «tcmfttam nai ruimsnage verlöre: liugeb. geg. Belohne « Tammstr.töU W VelohmW o ehrlich. Finbss lorenSonrnag nrr ixUditi ErvüüL c: m Wege Zeughaii?!: ülosovbenwald. Olfö kau Wiüe'.öbcrgci Zeusbanskaieriie. Empfehlunger riüTTS' '4 Ufbt'rlflflMndi 3, Echnlaufaaben. wbarnn anschlieW anbicrti8fcnd4liitr äst lbe'ond. mb.iycnt j_r2.iabr.pnb.3uer d.GefMUb^L « unb WM yss SW’ .nt »t i ; w. i | hilU . ** Aus de m Militar-Wochcnblatt. O ch s e n i u s , Hauptmann der 9tes. des Jnf.- Rgts. 117 (Potsdam), wurde der Abschied mit der Erlaubnis zum Tragen der bisherigen Unifarm liewi ligt B eifer, Zeug eu nant leim Zcu >amt in Mainz, wurde auf sein Gesuch zu den Ze»:g- »ffizü'ren der Reserve übergeführt. Scheuermann, Fähnrich im Jnf.-Rgt. 118, rourüe wegen Tienstimbrauckbarkeit ausgechieden. ** Neue Postwertzeichen. Die Erhöhung der Postgebühren am 1. Oktober macht neue ^Postwertzeichen notwendig, während andere entbehrlich werden. Das Rnchspostmiiiisterium hat deshalb die Ausgabe neuer Werte in Aussicht genommen. Notwendig ist vor allem die Ans- cra&c einer Postkarte zu 15 Pf. für den Fernverkehr, während die zu li/2 Pf. entbehrlich wird. Von Ganzsachen kommt auch eine Postanweisung zu 40 Pf. für Beträge von 5 bis 100 Mk. in Betracht. fcAon neuen Briefmarken dürsten solche zu 75 Pf. imb zu 1,25 Mk. notwendig sein. Es sind dies die Sätze für das Zehnpfundpatet in der Nah- und in der Fernzone. Die Marke zu 75 Pf. finbet ruch Verwendung für Postauftragsbriefe. Für 'chwerere Pakete bis zu 10 Kilo betragen die Sätze 1,50 Mk. unb 2,50 Mk. Besondere Briefmarken werden dafür aber kaum erforderlich sein. Zur Ergänzung von Karten und anderen Sen- tnmgen sind vorläufig noch Briefmarken zu 2 und 2'!■ Pf. nötig. Später wird man auch diese cutkehren körmeu, elienfo die Marten zu 3 mb 7': Pf. Auch die 35-Pfemrig-Marke wird man kaum noch nötig haben, da ein eingeschriebener Fernbrief tünftig 50 Pf. kosten wird. Für die neuen hohen Sätze zu 1', 2, 3 unb 5 Mk. sind Briefmarken vorhanden, nicht aber zu 4 unb ii: 6 Mk., der Gebühr für Pakete von 15 bis 20 Kilogramm. Die Bestände werden natürlich auf» gebraucht. ** Die. Militär-Versorgungs- gebührnisse werden vom Monat Oktober ab Den Empfängern auf Wunsch ins Haus gebracht. Zu diesem Zwecke sind entsprechende Anträge an Die zuständige Bestellpostanstalt, bei der die Beuge bisher abgeholt wurden, zu richterk. Vordrucke zum Antrag gibt die Postanstalt ab, die auch mheres über das Verfahren und die Zeit der Bestellung mitteilt. ** Ein jäher Temperatur sturz ist eit Samstag auf die mehrere Wochen anhaltrnde vitze ein getreten. Abends und in den Frühstnnden ist es empfindlich kühl. In der Samstagnacht sank das Thermometer bis fast zum Gefrierpilnkt. Ter gestrige Sonntag brachte ziemlich ausgiebigen R> gen. Für Gemüse unb Tickwurz 'war er noch dringend nötig. ** Tie Herbstferien in den ländlickien Volksschulen nehmen ihren Anfang: zugleich hat die Kartoffelernte eingesetzt. ** Abhanden gekommen ein zweirädriger Hmdwagen mit der Aufschrift „Kriegsverpflegungsanstalt". Bor Ankauf wird gewrrnt. Lichtspielhaus ' Heute letzter Tag Eia« longa Dame v.Welt Ab morgen bis inkL Freitag: ,Die blonde Magda“ ÄÄ Ich $ass meinem Broder sowie Ich versichere Sie, k Lustspiel in 2 Akten. A Ab Dienstag den 30. „Die Sünderin“ Unsere Bureau- u. Lagerräume sind feiertagshalber am Donnerstag den 25. September Zreitag den 26. September und Samstag den 4« Moder geschlossen vereinigte Getteidehändler Nea eingetroffen: Großer Posten 10W4 Sportkragen, « Vorhemden, ÄMeeÄ Selbstbinder, Mk. 5.75 b. 18.- Fr^edr.Teipel, Markt iß. Statt Karten. Statt Karten! Carl Roth Oefatl. Versammlung Gießen, 2lliceftraße 4 Gießen, Liebigstraß« 31 September 1919 Der Vorstand 10398c des Vereins der deutschen demokratischen Partei. 9555 Ich empfehle mich in Lieferung meiner Epezialfabrikate, wie: Saalbau Cafe Leih ri ri Fernruf Nr. 29 Amt Laubach. IWO* tzans Uirzinger Es ladet ein Die KursuSleitung: Ienau & Hummel. 018803 Goethestraße 32. Fernsprecher 2064. Der Vorstand. 10920D Everiatität 10870hv koli'enoaurcn DünKe-Knlk. Bankalk, FriedenalaekX inu A. 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Der Familientisch; Damentee und Kaffeekränzchen (daS Bedienen dtirch die Hausfrau, durch Personals. 6. Der festliche MittaflStisch \ Taselschmuck 6. Die Abendtasel i Decken und Servieren 7. DaS Festessen J Wie wird gegessen? 8. Da» Seroiettcnbrechen. Beginn de» Kursus am Mittwoch, dem 24. September. TageSkurfuS von 3'/,—6 Ubr. Abendkursus von 7'/,—10 Ubr. Anmeldungen werden am Mittwoch je '/, Stunde vor Beginn der Kurse im Saal entgegengenommen. Notizbuch und Bleistift ist mitzubringen. Honorar 20 Mark, zahlbar bei Beginn. Referenzen bei der KursuSleitung. KvllM-Pkttlil Gietzkli n. Mg. c. G. m. b. H. Für den Winter haben wir grobe Mengen Ms. LpkiskWjkdck bereingenornrnen nnd geben solche in allen 93er- teilungSstellen an Federmann solange Vorrat reicht, pro Sack mit M. 23.— ab. 10896 Der Vorstand. An die werktätige Bevölkerung! Wir beschäftigten uns mit der Demonstration der Reichswehr vor der hiesigen Bürgermeisterei und haben gegen das Eingreifen der Reichswehr in den politischen Streit an maßgebender Stelle Beschwerde eingelegt. Die Reichswehr hat kein Recht, politisch« Demonstrationen zu veranstalten. Die Reichswehr ist Organ der gesamten Bevölkerung und darf daher nicht aus eigener Machtvollkommenheit gegen Teile der Bevölkerung Stellung nehmen. Durch ihre Demonstration hat die Reichswehr die bestehende Unruhe unter der Bevölkerung nur erhöht. Wir haben die feste Ueberzeugung, daß sie wegen ihres pflichtwidrigen Verhaltens in ihre Schranken gewiesen wird. Rach Eingang eines Bescheids auf unsere Beschwerde werden wir erneut zu der Angelegenheit Stellung nehmen. Coziaihciaokraiisihe Partei Gieijea „Sir“, der beste Meiallputz 50 4 -« _ Lieferung nur an Wiedcrverkäufer und Grossisten. Bezirk-reisende werden gegen hohe Provision gesucht. Nähere Auskunft durch heim. Jung, Zreienseen Fllbrik cheillisE-tcihllislh-phllrilliztlltischer Spejialitätcn in Hmbnz Erscheint ftrsorge. .per Pake, Verkaufspreis vu-eh ca. ßOO g