SwiMngrrnnddruck u. Verlag: örühi'sche Univ.-Sach- il Sleinöruderei ». Lange.Schristleltung, Seschastrftelle u. Oruierel: Schalste. 7. Der Abschied von Weimar. Die Nationalversammlung -hat sich vorzunchmen. gen rat . . . überinchk alle mann. Zentren für spartakistische Putsche. Berlin, 21. Aus. (Priv.-Tel.) Die sparta- che und kommunistische Bewegung nimmt an der Ist rüder Line Alarmmeldimg cns Wien. Wien, 21. Aug. (Wolff.) Zu der im Stabt» cntjdtten 4 Bremen, Has dem besetzten Gebiet. mr. Darmstadt, 22. Aug. Wegen der gestern auf den 30. September vertagt. Vorher wurde das Gesetz über die Betriebsräte hem zuständigen Ausschuß überwiesen und die Vereidigung des Reichspräsidenten vorgenom- *men. Das letzte geschah mit einigem Pomp: aber die Feftesstimmunq wird im Volke nicht zündend fortwirken. Gewiß, Ebert ist persönlich zweifellos ein wackerer und herzhafter Mann, es sind von ihm keine schädlichen Hand- Verhandlungen mit den Polen. -.Berlin, 21. Aug. (WTB.) Bon zuständiger ^etie wird mitgeteilt: Heute vormittag fand im ,^wattigen Amt eine erneute Besprechung M>1ä)en den Vertretern der deutschen Regie- eSrrr9, "Uter dem Vorsitz des Reichsministecs r'iul.cr und den stimmsührenden Mitgliedern der h 3LnlJDelegation in Gegenwart Mn Vertretern der amerikanischen. Ans Hessen. Ein Antrag zum Schulgesetz. Der demokr. Abg. Reiber hat in Putsche gedacht sind. Tie Regierung tvaf nötigen Vorkehrungen. Verkehrs hat das nciölxuüanstalleii tmis- uni) Kvni- iftalten auch irei- lbemeisungeii aus 'Nwgegenbuch aus n Muster erteilt Breslau, Magdeburg, schweig unb München rbeiten des III. 3b- jlich 13. Septeniber 5 zu Duedfoni die Queckbom zur Gin- SonWserhöhungen Ein Unfall deutscher Minensuchboote in der Ostsee. Gjedser (Südspitze der dänischen Insel Falster), 22. Aug. (WTB.) Augenblicklich sind eine größere Anzahl deutscher Minensuchboote mit dem Auffischen von großen Minen in der O st s e e beschäftigt. Es sind große, kräftige Motorboote mit geringem Tiefgang, die sich nächtlich vor die dänische Küste zu legen pflegen. Gestern abend gingen Sie bei östlichem Winde bei Vorfriesenfeldt vor Anker. Nächtlich sprang der Wind jedoch um und wurde fast zum Orkan. Die Verankerung der Boote sprang. Zwei Boote strandeten an der Küste. Sie stehen fast auf trockenem Land. Das eine der Boote wurde leck. Die künftige Stärke der ungarischen Armee. Versailles, 22. Aug. (WTB.) Der Oberste Rat dec Alliierten soll in der gestrigen Sitzung bei der Durchberatung der Klauseln für Ungarn die künftige Stärke der ungarischen Armee auf 15000 Mann festgesetzt haben. Tie neue Lage in Ungarn. W i ? n, 21. Aug. (Wolff.) Tie Blätter melden aus Budapest, daß nad> langen Verhandlungen Erzherz ogJosef sich bereit erklärte, von dem Posten als Verweser zurück zutretcn und daß er bas Ergebnis der Wahlen als Privatmann ab- Narten wolle. Tas neue Sltibinett werde ein Kva- litionskabnrett sein, in dem Lovaszp das Präsidium und das Aeutzere, Tr. Vazsony die Justiz, der Sozialistenführer Gararni den Handel unb die Sozialisten Peidl und Prager zwei sozialpÄitische Ressorts übernehmen werden. Annahme von Anzeigen s. die Tagesnummer vis zum Racdmiuag vorder ohne jedeVerbmdüchkelt Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen v.34 mm Vrette iirilbb 15 bi, auswärts 18 V'.', fiir Reklnine- anzeigen von 70 mm Brene 48 Ps. Bei Platz- Dovid)rii!200/,yuifcl)lag. Hauptschn l.eiter: Aug. Goe:;. 'Bevantivorttict) für Volitit: Aug. Wort), für den übrigcnTeil: Dr. Neinhotb ?eni; für den Anzeigen^!: £>. Beck; fänitlid) in Gießen wieder überhand. Es läßt sich genau feststellen, daß diese Plätze als Zentren für spartakistische vom Mili- epülü sich. nten. iber selbst auszu- «r ReWbanlstelle auf Namen unö npel versehen unb llechm Ziveä dem unlid# diese vci- den Lcherb unb e an den Nnths» imtnis. bald einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den das Schulgesetz von 1874 wenigstens in den dringend nötigen Punkten abgeändect wird? Wird diese Vorlage insbesondere enthalten: Herabsetzung der Schülerzahl — Erhöhung der Schulstrafen für unentschuldigte Versäumnisse — Erhöhung der Pflichtstundenzahl in der Fortbildungsschule — Einführung der Pflichtfortbildungsschule für Mädchen — gleiche Feriendauer für Volks- und höhere Schulen —neue Bestimmungen über Beschaffenheit und Instandhaltung der Dienstwohnungen — zeitgemäße Regelung der Umzugskosten — Anordnung der Gehaltszahlung durch die Staatskasse — Neuordnung des Lehrerbildungswesens — Aufhebung des Artikels 50 —Beseitigung des Präsentationsrechtes — Abschaffung der erweiterten Prüfung — neue Bestimmungen über Schulleitung und -Verwaltung. Eist neue Teuerungszulage für die Beamten. sw. Darmstadt, 21. Aua. Der Finanzausschuß der hessischen Volkskammer beschloß in seiner gestrigen Sitzung eine neue Teuerungszulage, nach der die verheirateten Beamten ohne Kinder 1000 Mk., Ledige 600 Mk. und Verheiratete für jedes Kind 200 Mk. als einmalige Anschasfungszulage erhalten. Eine entsprechende Vorlage soll der Regierung zugehen. Volkskammer folgende An-frage gestellt: die Regierung bereit, in der Volkskammer als- itiüfien suü>, , ben versehen emzu- lC31CU lflhTT"in9en e^atni- MgeM'e und das 5 der AbünderuM" enbungen hiergegen r 1919, m. 195 ?er Siebener Anzeige, erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, vezvaspreiz; monatl.Mk.1.60, vierteljährlich Mk. 4.80; durch Abbole- tu Zweigstellen monatl. Mk. 1.50; durch diePost Mk. 4.50 uicrtel- jährt. auSschl. Bestellg. sterniprech - Anschlüsse: wrdieLchristleiluugll2 L-eriag,Geschäilsstelle51 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto:' Frankfurt e. M. U686 nehmenden Verbreitung des Typhus in Stadt und im Landkreis Darmstadt erläßt fc eiupseh§ ? lur tvirhtast- öultrullen Wnle ^Ur ^amruvuna lunchten. Auh !U leiben babem nicht nur für '^cn datz Va- '9oieti zur Nach- das Kreisgesundheitsamt eine Warnung, in der es u. a. darauf hinweist, daß Obst, Salat und Gemüse nur in gut gewaschenem oder gekochtem Zustand und Milch nur in gekochtem Zu stand genossen werden dürfen. ga. Frankfurt, 21. Aug. In einer Straße des Stadtzentrums haben zweiFranzosenein Uffchäft ausgemacht, in dem sie Kaffee, Schmalz und Schokolade verkaufen. Ter Kaffee, dn zu 8.40 Mk. das Pfund verkauft wird, ist kaum zu genießen. Er besteht aus vielen Kaffeebohnenschalen und schmecht alt und sticksig. Im Interesse der Käufer und auch der deutschen Kaufleute muß darauf hingewiesen werden, daß man Waren von Ausländern stehen lassen soll, wenn sie uns keine eimvandfreien und guten Sachen geben wollen, auch, wenn sie sie billiger anbiet:n wie deutsche Gcsckwfte. fit. Ludwigshafen, 21. Aug. In der ganzen Rheinpfalz herrjcht große Erbitterung über d?n rieigen Zustrom französischer Ziri.isleu, die sich vielfach Herausforderno benehmen, was fcfyon wiederholt zu Zwischenfällen geführt hat. Die Wohmmgsrequisickoneu werden immer und der Anarckne überliefern muß. Während das -Qitnmmt der Kapitalisten über die U nrentabilirät her Betriebe bet den heutigen Lohn- und Arbntsv'er- fvlkmssen kein Ende nimmt, was nicht einmal bestritten .werden soll, sckreuen sie sich doch nicht, die siapitalreserven, die sich nicht über die Grenze U! affen lassen, ihren Aktionären in freigiebigster Dche in den Hals zu werfen. Die Preiserhöhungen, hrr Schwerindustrie stehen in keinem Verhältnis zu der Lolmerhöhungen infolge von Streiks und den 2tissälleu durch vermiiwerte Arbeitsleistung. Tie Dirtschastssabotage derjenigen, die sich über de Arbeiterschaft am meisten entrüsten, st an sich neben der der Arbeiter mit traurigem Wj sehen lassen. Nur, daß die Mildernden Um» 't-Ttbe, die Man der Arbeitcrsckwft wegen ihrer Der* '^eifelten Existen^lage znbiNi-rn muß, für die Magnaten des deutschen Wirtschaftslebens in Fo.t- M kommen. Es muß Vorbehalten bleiben, an dieser -"'■eile zu beweisen, daß die Sozialisierung der fljn» gierten Industrien in progressiver Form eine Notwendigkeit ist, mit der bald einmal begonnen ®üben muß." Ob die händlerischen Mncherkapitalisten, 0« der „Vorwärts" hier entführt, einseitig Parteien der Rechten zuzuzählen sind, doch sehr stark bezweifelt werden. Wir ^missen bei dem „Vorwärts" Klarheit nnd ^rechtigkeit. Die jetzige Regierung wird mit Jnem solchen Rückhalt, der bei allen großen Worten nur auf Schwäche und Unvermögen beruht, nicht sehr weit kommen. '.imsangrcicher, und man befürchtet, daß die frnnN zösischcn Be hörden noch zu Euteignungeu votrZim- mern und Wohnungen schreiten w.rden. Man hat den französischn Ziviiper ouen be 0 dere Vcrsor- gungsscljeine ausgestellt, bei deren Borzeigen alle Gi'schäfte verpflichtet sind, die der Bevölkerung jeweils xuftcljenixn und» zur Verlegung gelangenden Lebensmittel auszul-ändigen, aitdernfallZ strenge Bestrafung erfolgt. Deutsches Privateigentum in euginnD, Irland und Uebersee. Die Wiedererlangung und 9iütf(cfßr1e;imtgi des in England usw. zurückgelassenen Privateigentums ist die schvere Sorge so vieler unserer chemaligett Zivi internierten und früheren Auslanosdeutsckieti und -österreicher. Allen den davon Betroffenen können wir die außerordeittlich wichtige Mitteilung machn, daß die Firma Maaß u. Schramm in Hamburg 8, Tovenfleth 44, schon seit langer Zeit in Gem.'in- schast mit dem „Ausschuß für Der■ riebene Reicks Deutsche aus Großbritannien, Irland unt) den britischen Kvlvnten" in Berlin, Gitschinerstr. 97 feiner halbamtlichen Stelle), dem Roten Kreuz in Hamburg und vielen anderen Vereinigungen die Materie bearbeitet und Schritte eingeleitet hat, daß das Auswärtige Amt in Berlin der Firma die Angelegenl-eit offiziell überträgt. Herr Maaß jr_, lis vor kurzem selbst im Douglas-Lager, Insel Man, interniert, hat beim Prisvner os War In-^ iarmation Bureau bereits die üorbcrcibnibcni Schritte getan. Wir empfehlen unseren Mitglie- öern, die chre Sachen in unserem Klublwus in London oder beim Prisoner of War Jiiforma-. tion Bureau ober auch bei einer Privatadresse lagern haben, sich mit der Firma Maaß u. Schramm unter genauer Angabe der Gepäckstück?, der englischen Adresse und des Einzckwertcs für die Versicherung in Verbindung zu setzen, damit sie in der Lage ist, die Vorbereil ungm für Die Rückbeförderung so umfassend wie möglich zu treffen, im Jitteresse unserer ehemaligen Zioilinte^ nierten usw. selbst. buftriearbeit Samstoys und Montags, zur Beschränkung des Straßenbahnverkehrs auf zwei Stunden nmrguns zwingen werde, sowie durch die dadurch herv-orgernfene Gefährdung der ameriia ischen Lebensmittcllieferungen die Beoölstrung Wiens a n s s ti e sste beunruhigt werde. In diesem Falle lasse sich die Aufrechterhaltung der Ruhe nicht verbürgen. Dir Blätter betonen die Notwendigkeit, die Hilfe der Entente anzurufen. riftüS IHM n d-« fei« * » imW- ?rat.____ deutsche Nationalversammlung. »Sitzung vom Donnerstag, bat 21. August 1919«' Am Regicrungsttsch Schlicke und Boll. , Vizepräjident Lö be eröffnet die Sitzung unv 8 Uhr 20 Minuten. Erster Gegenstand ist ein von Abgeordnete aller Parteien eingebrachter Antrag, nol leidendmj Kriegshinterbliebenen Beihilfen zu gewähren. Vizepräsident Löbe: Tie Regierung ist mit dem von allen Parteien unteritü^en Antrag einverstanden. Ter Antrag wird einstimmig angenommen. Es folgt die erste Beratimg des Gesetzes über die Betriebsräte. Reichsarbeilsminister Schlicke: Das drei Gebiete behandelnde Gesetz: Arbcitsverfassung, Ar- beitsverivaltung und Arbeitsvecht, stellt eine gründ« legende Umgestaltung des Wirtsck-aftslebens dar. Ter 9. November warf den Rätegedanlen in die öffentliche Tiskussion. Ein einheitlicher Räle^ gebaute ist eigentlich überhaupt noch nicht vorhanden. Tie Regierung hat erklärt, daß sie ein Rätesystem mit po.i ischn Aufg ben abhl^te, und daß neben dem aus freien Wahlen hervorgehen--, den Parlament nicht noch ein anderes eingesetzt werden fami, dagegen hat sie sich dem Gedanken, die Räte mit wirtschaftlichen und sozialen Ausgaben ju betrauen, zu eigen gemacht und im Artikel 165, der Verfassung festgelegt. Tieem ersten Gesetz werden andere folgen über Arbeitsräte und Wirt- schaftsräte, so daß in diesem Jahr noch die ganz« Räteversassung fesdgelegt ist. Tie Dringlichkeit dieses Gesetzes ist bedingt d^rrch die Not:vendigkeit> die Wirtschaft möglichst schnell wieder auszubauen. Voraussetzung für Gemeinschaftsarbeit ist volle Gleick-berechttgrmg der Aroeitnehmer auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet. Wei e Kreise der Arbeitgeber halten poli ische und gesetz iche Gleichberechtigung auf wirtichastlichem und sozialem Gebiet für unmöglich. In diesem Sinne sind nach der Veröffentlichung des Gesetzes Proteste und Warnungen erlwben worden. Dem Widerspruch von Rechts steht ein genau Jj scharfer von Links gegenüber. Was jenen zu weit geht, geht diesen nicht weit genug. Diese fordern die volle Selbstbeteiligung der Arbeiter- unb Betriebsräte an der Verwaltung nicht zur Erhöhung der Leistungen des Betriebes, sondern überhaupt. Sie verlangen die Sozialisierung der Betriebe, die aber nicht durch die Betriebsräte erfolgen kann. Sozialisierung bedeutet Gemein- schastsarbett. Der Wirkungskreis der Betriebsräte ist viel zu eng, um diesen Gedanken zu verwirklichen. Nur eine Stelle mit einem grossen wirtschaftlichen Tätigkeitsgesühl kann das. Tie später geschaffenen Wirtschaftsräte werden sich der Ausgabe vielleicht unterziehen können. Den Gedanken der Mitwirkung der Arbeiterschaft ar. den Arbeitsbedingungen, gegen die sich mit aller Schärfe sehr- weite Kreise wenden, Haban die Gewerkschaften bereits im weiten Maße erkämpft. Solche Kämpfe werden unter dem Betriebsrätegesetz nicht wieder so scharf auftreten können. Wir ersparen uns Erschütterungen durch wirtschaftliche Kämpfe. Tie Arbeiter werden von dem Erkämpften nickst abgeben. Auch das Mitbestimmungsrecht der Arbeiterschaft bei der Anstellung neuer Arbeiter oder bei Kündigungen und Entlassungen ist ein Recht, das bereits unter der Demobilmachung bestanden hat. Die Arbeiter haben an der gesteigerten Leistungsfähigkeit des Betriebes genau dasselbe Interesse, wie die Unternehmer. Ten Betriebsräte-; steht ein Einspruchs-, recht lediglich in einer bestimmten Zeit zu. Ter Einspruch kann nur aus ganz bestimmten sachlichen Gründen erhoben werden unb muß auf hingen zu erwarten und er wird die Verfassung treu halten. Mehr aber auch nicht. Er ist ein Parieimann und daher kein Präsident nach dem Herzen aller Deutschen. Präsident Feh- lenbadj hat ihm gestern eine sehr lobende, um nicht zu sagen rühmende Ansprache gehalten. Er sprach darin die Erwartung aus, daß es Ebert gelingen werde, das Volk zu einen, es wieder emporzuführen. .60 weit ging nun der neuvereidigte Prä- sideitt in feiner eigenen Versprechung nicht. Kir zweifeln nicht an seinem guten Willen. ?Tber vermag er noch etwas Ernstliches über seine Partei, wird er in seinem Bemühen nicht bei den wetteifernden Auseinandersetzurgen zwischen Mehrheitssozialisten und Unabhängigen für die Allgemeinheit des !plkes versinken? Der „Vorwärts", das illatt, das den Gesinnungen und der Richtung Eberts am nächsten steht, bringt gerade m seiner gestrigen Doimerstag - Nummer einen Leitartikel, der alles andere, nur nicht ein Blasen znm Sammeln, ein Ruf zur Einig- stit ist. Schon die Ueberschrift „Die Vater- lcmdslosen" ist bezeichnerrd. Die heftigsten Anklagen gegen Großindustrie unb Großgrnnd- Mifc werden erhoben, sie seien während des tneges „solidarisch gewesen in dem Be- ßttcben, den Staat als Auftraggeber und die Nassen als Konsumeirten auf das schamloseste auszubeuten." „Selbst da, wo Mrgertum und Junkertum ihre ur- ttgcnsten Interessen zu verteidigen hatten, an tenFronten des Weltkrieges, svurde der C i n - । fatz von Leben und Gesundheit auf die Dauer immer mehr denen überlassen, deren Angehörigen in der Heimat Mit schwersten unter Hunger und Entbehrungen zu leiden hatten." Ist das nicht eine blinde Verhetzung dec Volksschichten gegeneinander? Wie leichtfertig und unvorsichtig, zu fragen: „Wer steht hinter Dorten, wer hinter den verschiedensten Staatenprojekten im Rheinland?" Wissen wir nicht, daß es ein Teil des Zentrums ist neben den Unabhängigen, die der „Vorwärts" nicht nennt? Das Blatt geht dann zu folgenden Klagen über: „Während das ReichSwittschaftsamt klar er- knint, daß die ungehemmte Einfuhr zum Teil unnötiger Luxusartikel nach Deutschland mit Einem finanziellen Zusammenbruch von nicht abzu- ftlmber Tragweite enden muß, ist das gesamt: händlerische Wucherkapital im Verein mit En- inttefchiebern rastlos an der Arbeit, Deutschland 1 ent Waren z. T. entbehrlichster Art zu überschwem- StaatSsekretär Lansing über die englische EroberungspoLitik. Amsterdam, 21. Aug." (Wolsft) Die„Dailo Öeralb" meldet aus Paris: Staatssekretär Lansing sprach fidf endgültig gegen die Teilnahme Amerikas am Völkerbund in der gegenwärtigen Form aus. Lansing teilte mit, daß Amerika vergeblich versucht habe, zu erreufpen, daß die persischen Delegierten in Paris angehört würden. Tie von den Delegierten nackgesuckste Unterredung mit Lord Gur jon sn jcdich nicht beioilligt worden. Inzwischen habe die britische Gesandtschaft in Teheran mit einer kleinen Gruppe persischer Politiker einen Geheimvertrag abgeschlossen. Diese Gruppe persischer Politiker habe gleich nach der Unterzeichmmg des Friedenspertrages die Kontrolle im persischen Ministerium erhalten. Tie „rebellische Delegation" in Paris sei abgesetzt worden. So sei ein gefährliches geheimes Spiel gespielt worden. Lansing schloß: Großbritannien vergrößerte nicht nur sein Reich ungeheuer sondern umringte Indien von allen Seiten mit Ländern, die von Großbritannien kontrolliert werden, ausgenommen Chinesisch- Turkestan. Ein Besuch des Sch hs von Persien in London. Versailles, 22. Aug. (WTB.) Nach einer Meldung des „Temps" aus London wird der Schah von Persien anfangs November in London eintreffen. Eine Konferenz für „interalliierten Eisenbahnverkehr". Brüssel, 21. Aug. (Wolff.) Havas. lieber die in Paris abgehallene Konferenz, um einen großen interalliierten Eisenbahnverkehr einzurichkn, berichten die Blatter, daß der belgische Senat eingeladen werden wird, um mit den englischen Un emehmern zusamme.izuarbciten. den gleichen Grundsätzen wie der österreichische Ostende nach Straßburg und von da nach Prag und Odessa axitergeleitet, eine andere bisMailand über den Gottl-ard geführt werden. Tie anstoßenden Linien würden sich verpflichten, mit diesen besten Verbindungen nicht in Konkurrenz zu treten. Nun hatte aber der bckgische Staat vor dem Kriege den Nordexpreß von Ostende nach Wien. Talker kann der Staat nicht auf die obigen Vorschläge eingehen, bwor er di: Zusickerung hat, daß seine ureigensten Jnöereslen nicht auf das Spiel gesetzt würden. Eine belgische Nichtigsiellung. Brüssel, 21. Aug. (Wolff.) Havas. Aus ermächtigter Quelle wird mitgeteilt, baß das von der holländischen Presse veröfseittlicläe po l i- tische Dokument verstümmelt tfl, datz das Datum gefälscht wurde und ferner, daß es ine Unterschrift des belgischen Ministers dos Aeußercn nicht träge. Tie vorgenommen,en Aenderungen fnni angebracht worden, um besten Beitimmungeil zu verschleiern und ihm einen sensationellen Charakter zu geben. Die Haltung Rumäniens. Versailles, 22. Aug. (WTB.) Die Chicago Tribüne" will erfahren haben, daß Rumänien den österreichischen Friedens- Vertrag nicht unterzeichnen werde und daß es sich auch weigern werde, den ungarffchen Fri^ densvertcag zu unterzeichnen, wenn er nach den lleichen Grundsätzen wie der osterrerchttche ausgestellt werde. englischen, französischen, italienischen und japanischenMilitärrnission statt. Als Ergebnis der Beratungen kann folgendes >estgestellt werden: Eine Kornmifsion dec hiesigvl fremden Militärmissionen begibt sich sofort nach O be r s ch l e s ic n, um an Ort und Stelle über die von polnischer. Seite vorgebrachten und von der deutschen Regierung bestrittenen Beschwerden der polnisch-spreck-enden Bevölkerung, namentlich der Arbeiterschaft, in dem Aufstandsgebiet Feststellungen zu machen und je nach dem Ergebnis Abhilfemaßnahmen vorzuschlag.m Ferner soll eine deutsch-polnische Kommß stou gebildet werden zwecks Beratung von Maßnahmen zur Verhinderung von Grenzverletzungen, namentlich über den Ucbcrtritt polnffckier aufständischer Santen und Ueberläufer in das Reichsgebiet. Die deutsche Regierung vertrat bei den Beratungen entschieden teil Standpunkt, daß auf Grund ihrer Souveränitätsrechte die Wiederherstellung der Ordnung in Oberschlcsien ausschließlich eine deutsche Aufgabe sei. Sie ist entschlossen, bewaffntten Aus- Itänbcn mit aller Energie ein Ende zu bereiten. Die zuständigen Stellen sind angewiesen worden, bei der Niederwerfung des Aufstandes mit Maß zu verfahren und insbesondere keine Hinrichtun- Erster Blatt M. Jahrgang Freitag, zz^uguft (919 MetzenerAnzeige General-Anzeiger fiir Oberhefsen iann. chMMchner über die bevorsteherche Kohlenkata- st roph e gemachteil aint:i:ten Mitteilungen stellen die Blätter fest, baß durch diese trostlose Lage, die zur Stillegung der gesamten Jn- rem, eine Tätigkeit, die heute die bmtsche Valuta y '«M* biß dic nuf hen Grad der Lächerlichkeit herabgedrückt hat u. -■1 ftließlich- einen Rücksckftag bewirken kann, der dv: brutidKm Wittsckiafisverhättnisse der Verzweiflung Die Emzelergtbnisse: D. D. D.R. 8 5 7 A 2 1 1 1180 2 11 8 8 77 6 35 31 5 47 9 5 4 2 5 3 82 225 3 5 319 19 1. 8. 11. 14. h Stimmen 30— | 2, Karl Keller, Oberbittsermvister in Gieß».! 12. 13. 10 51 4. 5. 6. 7. 8. 4 41 3 5 7 2 4 4 12 27 2 2 2 6 3 4 7 1 35 100 53 233 101 53 63 36 56 71 78 76 46 44 32 50 10 11 2 107 42 8 10 27 2. 3. 4. 5. 6. 7. 1 4 3 17 12 22 5 7 4 1 7 2 113 14 2 9 1 1 81 153 33 52 34 143 29 63 120 128 67 24 138 96 20 44 56 7 274 28 6 76 96 36 5 89 5 26 5 18 72 28 33 2 14 5 16 2 1 72 3 44 36 7 5 1 14 8 3 1 1 5 9 4 57 2 1 9 1 2 75 99 167 22 196 117 118 26 12 5 89 12 810 4 171 261 62 20 15 15 49 250 89 75 44 12 7 3 140 90 6 96 11 4 160 8 60 17 64 49 1 6 27 2 1 5 9 1 3 13 9 3 4 2 8. 1 4 2 43 25 1 121 8 2 14 14 854 1 66 21 39 30 1 11 5 5 116 53 57 49 70 177 20 136 7 44 3 1 43 167 1 3 4 11 30 Sozialdemokraten U. S. P. Demokraten Deutsche Volkspartei Ungültig 2938 1880 1714 76 21094 1133 1 8 23 139 Dem. 3 3 23 2 5 6 3 2 213 30 144 31 9 86 98 9 303 27 27 58 5 iSW.yrtotw »tio: Deutschnationale Dollspa rtel. Wilhelm Fenchel, Landwirt in £>bt» Sitze 14 8 4 2 2 129 188 113 35 1110 67 384 213 90 141 113 96 48 156 341 137 47 7 194 135 360 170 75 187 115 47 99 9 48 89 35 1 lk.Büdiip Ahl erhielten t Ml, Soziald.' Iihe Bolkspartei Unabhängige sozialdemokratische Partei. 1. Georg.Beckmann, Krcmkcnkassenkontrolleul in Gießen. . „ 2. Johann Karl Benner, Güterbodenarbertck in Wi'eseck. . ,, 3. Willi Schilling. Installateur ut Lollar. 4. Ludwig Schmidt HL, Taglohn« tf Albach..... Allendorf a. d.Lahn Allendorf a. d. Lda. Allertshausen . . Alten-Buseck . . Annerod .... Bellersheim. . . Beltershain . . . Bersrod mit Winnerod. . . Bettenhausen . . Beuern .... Birklar .... Burkardsselden . Climbach .... Daubringen. . . Dors-Güll . . . Eberstadt mit Arnsburg. . . Ettingshausen . . Garbenteich . . . Geilshausen. . . Gießen .... Göbelnrod . . . Großen-Buseck. . Grotzen-Linden. . Grünberg . . . Grüningen . . . Harbach .... Hattenrod . . . Hausen .... Heuchelheim. . . Holzheim.... Hungen .... Inheiden.... Hesselbach . . . Klein-Linden . . Langd .... Lang-Göns . . . Langsdorf . . . Lauter .... Leihgestern . . . Lich mit Hof Albach Lindenstruth . . Lollar..... Londorf .... Lumda .... Mainzlar . . . Münster .... Muschenheim mit Hof-Güll . . Rieder-Bessingen . Ronnenroth. . . Obbornhofen . . Ober-Dessingen. . Ober-Hörgern . . Odenhausen mit Appenborn . Oppenrod . . . Queckborn . . . Rabertshausen mit Ringelshausen Reinhardshain. . Reiskirchen . . . Rodheim mit Hof Graß . . . Rödgen .... Röthges . . . Rüddingshausen . Ruttershausen mit Kirchberg . . . Saasen m.Bollnbach, Beitsberg und Wirberg . . . Stangenrod . . . Staufenberg mit Friedelhausen . Steinbach . . . Steinheim . . . Stockhausen. . . Trais-Horloff . . Treis a. d. Lda. . Trohe . . . . Utphe m. Feldheim Dillingen.... Watzenborn mit Steinberg . . Weickartshain . . Weitershain . . Wieseck . . . . Die Ureittagswahlen. Amtliches Ergebnis im Areife «Ziehen. 96 135 147 5S 166 39 46 180 Mokraten j 4i 1! u 1 2. 3. KV Heuchelheim. Deutsche demokratische Partei. 1. Jakob Becker, Landwirt und Küfermeisterü Kesselbach. Wut & Toten tu v deute ist b( Klo y, die un Werften Berlu •di den Blick z Ä was dollbra herzlichen G, M So entstai Ate enchalten die beson Mm Offizi Mn unter uns tr des Reginik N >m Herzen l-rismz" hat Wen gegeben, r KE stolzer Er 8it Major Steps W besinnen, mii Lffizierkors pMrt worden s W 'm Bürgen MscheGefl Bande der; kMunden: S Gedränge" LZ PtNNN Agkgebene gü^ tige i»t, die Centime LitschnatioE wofrotcn mit 2 rit 13,98 W. Me Berschmn i(n haben saft t w Wahlen zur Nsairnillung zu t Lü gM die (iA hatischen M K saustelen, da ein Drittel der ü D erreicht habei hrilich ihrm Stc m'ammlimg uoc aber in Miei fang ist Was bi ^cnokratm anlai Ifa Demokrat «lizuM'-cn hattei -kl du Stimmen, fatnmer hatten, « MÜber den S Milten. Die ! -Mithin nahezu ;ih‘em gewonnen Ä Stabten geha auf ban Lande i Steinberg. . _ Paul Ho miberger, Rechtsanwalt tn GreM Ludwig Lindenstruth, Lag«hLtt«arbever in Heuck)elheimi. Otto Weißgerber, Oberlehrer in QhtBm Otto Müller, Unterassistent in Reiskir Heinrich Rudolf, Land- und Gastwirt Trais-Horloff. ■ Diariaime Hüter geb. Weber tn Gießen. weiter ausgebaut hätte. Im übrigen l-alte» ich den Versuch, alle Arten von Betriebsräten nach ein und derselben Schablone zu organisieren, für falsch und gefährlich. Falsch ist es auch, daß man dieselben Grundsätze auf Arbeitgeb« und Arbeitneh- m« mit ganz verschiedener Schulung aimxmtet. Auch das Wahlrecht gibt zu Bedenken Anlaß. Die Mitwirkung der Räte bei Einstellungen und Entlassungen geht entschieden zu weit. Die Vetternwirtschaft wird infolge des Gesetzes «st recht betrieben werden. (Zustimmung.) Die Einflußnahme der Räte auf die technische und finanzielle Sette der Betriebe wird zu ein« Quelle störend« Reibungen roerben. Solange wir noch mit den Mttteln der kapitalistisck>en Wirtschaftsordnung arbetten müssen, ist auch die Freiheit des Arbettgeb«s notwendig. Abg. Winnefeld (D. V.-P.): Durch dieses Gesetz muß jede Wirtschaftsgruppe «faßt w«den. Keine darf sich zurückgeseht fühlen. Ter Redner, der sich im weiteren b-n eri^-kn EirtwurfStestim- ttttrngen zuwendet, hält das Wählbarkettsalt« von 24 Jahren für bedmMch ebenso wie das Mitte stimm ungs^eckst der BettiebSräte bei Ein^elliu'gen und Enllassmrgeir vom Standpunkte der Arbett«- lobt in dem Amt, das mir diese Volksvertretung anvertvaut hat. Ern Volk, gleich und gleichberechtigt an Haupt und Gliedern, das soll der heutige Tag vor allen Deutschen bezeugen. Keine neuen willkürlichen, nach Parteigründen zugeschnittenen Rechte haben wir in der Verfassung geschaffen, wir sind vielmehr auss neue vom alten Recht ausgegangen, das verschüttet lag, vom Rechte, das mit uiv^ geboren, vom Recht, das dem Volke vorenthalten war und nun vom Volke selbst errungen und gesichert worden ist. Darum sagen wir mit Ludwig Uhland: Tas gute alte Recht, wir mit Ludwig Uhland: Tas gute das aller Versälschungen und Erzwungenbcttew entkleidet, ist Allgemeingut und Erbe des Teift- sckren und soll es bleiben für immer. In diesem Sinne und Glauben «neu«e ich vor Euch den SclMur der Treue zum Volk unb zum Volksrecht. Laßt uns zusammenstehen. Rust mit mir zum Gelöbnis einer unlösbaren Gemeinsamkeit, daß es von hier, vom Herzen, Deutschlands, vom Schauplatz vergangener geistiger Taten, hinausklinge ins ganze deutsche Vaterland, in Städte und Dörfer, in Fabriken und Werkstätten: Unser geliebtes deutsches Volk, es lebe hoch? Die Volksmenge stimmttt brausend in den Hochruf ein und Musik spielte Dcrft.chland, Deutschland über alles, dessen ersten V«s die Volksmenge mitsang. Unter den Klängen d« Militärkapelle fuhr der Reichspräsident im Auto davon. Reichspräsidenten. Tie Ferien für die Ausschüsse erstrecken sich bis zum 23. September. Die Vollversammlung wird am Dienstag den 30. September tn Berlin wieder züsammentreten, vorausgesetzt, daß außerordentliche Verhältnisse nicht die Nottoendigkeft ein« fr fiteren Tagung bedingen. Schluß 1 Uhr. e Die Vereidigungsfeerlichlelten für den Neil^M'äsidenten. hatten schon lange vor beginn d« Nachknittags- Sitzuitg eine große Menschttrmenge nach dem Llah vor ban Nationaltheat« gelockt. Kurz nach 4 Uhr rückte mit klingendem Spiel eine Ehrenkompagme LandesjLg« auf den Platz. Knapp vor 5, Uhr er- schien das Auto des Reichspräsidenten. Tre Mustk spielte. Amt Haupteingairge wurde der Rerchspraft- bent durch die Vizcpräs^eitten Dc. Haußmann und Loebe und die Schriftführer Neumann- Hofer und Pfeiff« empfangen. Sie grletteten den Reicköprasitenten zu dem im Borraum des N.itt^- naltheat«s harrenden Präsidenten Fehrenbach. Als ter Reichspräsident das Daus betrat, «tonten raufcfcnte Orgelklänge. D« Sitzungssaal l-atte «n- fadyen ater würdevollen BlumensckMuck «halten. Als ter Reichspräsident das Haus betrat, erhoben sich die versammelten Mitgliever des Reichsrates zur Begrüßung, ebenso die gesamte Nattonalv«- samMlung, die W stark besetzt war. Nur dte Plätzeder Deutsch-Nationalen und der Unabhängigen Sozialisten waren le« SS & («2unb i ÄS' ’» s i*”* SB 1880 1714 9069 5417 2938 Als gewählt sind hiernach folgende Herren $n betrachten: geblieben. Präsident Fehrenba ch rtchtete an den Reichspräsidenten die folgenden Worte: Herr Präsident! Artikel 42 uns«« in frraft getretenen Reichsverfassung ordnet an, daß Sie den Eid auf die Verfassung tzu leisten haben. Ich habe zur Vornahme dieser ernsten feierlicten Handlung diese Sitzung auterauiHt. Ich bttte das gesamte Daus, sich von ten Plätzen zu «heben. (Geschieht.) Nach- bängen. Möge es Ihnen, Syrc Präsident, beschie- ten sein, das ganze teiltfdje Volk Mieter zu einen, in vatel^Lndiick.erGesimruna, zurücktzuführen MOrd- nung und Arbeit und die Wege zu Müsen zu langsamem aber filteren Aufstieg uns«es besiegten die Verhältnisse deS Betriebes Rücksicht nehmen. Soziales Empsinten auch gerade in dec Auswahl der Personen ut den leitcnocn Stellen wird verlangt. Auch das erhöht die Leistungen des Betriebes. Tas Gleick>e gilt filr Kündigungen. Du Arbeiter sollen rechtzeitig davon Kenntnis ertelten. AIS Grünte g.ltm: Rüctgang der Au!tra>.ze, schlechte Zeit, Berveiserung ter Betriebseinrichtung 9air Härten sollen vermieden werden. Eine Anzahl sozialpolit.sch fortgeschrittener Unter nelmter hat seit der Einführung des Riitbeittrnmungs- rechtes der Arbeiter gute Erfahrungen gemacht. Die Besorgnis, die Betriebsräte erhielten das bolle Recht, in alle Dispositionen hinemzureden, ist nach dem Wortlaut des Gesetzes nicht begründet. Sie können aber durch Aufklärung, Ermahnung zur Pflicht und besonters dadurch segensreich wirten, daß sie die Arbeiter veranlassen, sorgsam mit dem anvertrauten Mat«ial umzugel)«i. Auf wzralcin Gebiet werden wir erreichen, daß die Arbeitsordnung ein Bestandteil des.Zlrteitsverttagcs narb, d. h, daß die Arbeit« an ihrer Ausführrmg ebenso Mitwirken können wie an den Lote- und Arbeitsbedingungen. Gegeii das Gesetz ist tev heute allgemein angewandte Mittel ter Drohung gebraucht worden. Arbeitgeber und Groß-Hantel wollten bei Annahme des Gesetzes answantem Auf ter anderen Seite besteht noch die Gefahr, daß gerate die tüchtigsten und besten Arbeit« auswand«n werten. Diese Gefahr ist für uns ebenso aroß tote fcie andere. Dem Wunsche ter höheren Beamten und Ungeteilten nach besonderen Betriebsräten kann nicht stattgegeben werten. Ste können keine Gruppe für sich bilden. Ihr Zusammcnarbetten mit den übrigen Angestellten und Arbeitern m den Betriebsräten ist unbedingt notwendig. Auch den Redaktenreii der Tagespresfe und den Angehörigen der darstellenden Künste kami «ne Sonderstellung nicht cingcräumt werden. Im gemeinsamen Arbeiten iverben die V«tendlimgen zirr V«bess«nng d« nicht immer rosigen Stellung ter Redakteur geführt w«den. Hi« wäre cs getetm, daß auch die geistigen Arbeit« zur besten Waldung ihrer Jnt«essen den Weg ter Organisation betreten. Die zahlreichen und weitgehenteii Betenken gegen das Gesetz würde man am besten im Interesse seines Zweckes znrücktellen. Das Ziel ter Arbeit soN das Gemeinwohl sein. (Beifalls 5fbg. Schneide r-Sackchen (Dem.):, Dem Grundgedanken des Entwurfes haben wir hei ter Verfassung zugestimmt. Der Entwt«si nimmt keine oder nur wenige Rücksichten, auf Die so außerordentlich versästetenen imrtschsftlichen V«hältnisse für Industrie, Hantel, Hand- ‘ nxrrf und Landwirtschaft. Dadurch werten bei der praktischen Durchführung bedauertickv Hemmungen entstehen. Ter Gedanke ter Betriebs- täte beruht auf der Itee ter Arteitsgememschatt. Sür die Angestellten bedeut« die Vorlage eine «schlechleruvg. Zur Vermeidung von Konstttlen muß eine klare Umgrenzung beiter BetriivS- Mmppen, der Arbeit« und ter Angestellten, platz- Krtifen, sowie eine antere Bemessung ihrer Rechte. Die Betriebsräte für den Handel müssen anter§ gestaltet werten als die für Industrie und and) für die Landwirtschaft werden andere Bestimmungen zu treffen sein. (Zustimmimg.) Was den Auf- tzabenkreis ter Betriebsräte betrifft, sollte auck) d« Entwicklung einiger Spielraum getanen iver- ten. Denn ein Einspruck)srecht bei Einstellungen könnte leicht zu einer Bedrohung der Freizügigkeit werten. Aach hat dies die Regierung bis vor ganz kurzer Zeit nickst gewähren wollen. Unbedingt «- sorderlich ist miter«seits das Einspruck)srech1 bei Kündigungen. Soll ein Betriebsrat etwas leisten, fo bedarf er einer Erfahrung, die eine lahre- Imige Borbildimg erfordert. Mtt 24 Jahren kann lein Mensch einen tieseren Einblick in die Witt- schastsordnung gewonnen haben. Man kann es ten Arbeitgebern nicht ti«tenfen, wenn sie sich gegen allzuwette Eingriffe in ihren Betrieb wehren, da sie mit ihr« Person und ihrem Vermögen für die Unternehmuiigen hasten. SCber sonst ist die Arbeita^b«sck?aft durchaus bereit, ter Arbeitnehmerschaft inntgehendste Aufschlüsse üb« Be- trttbsvvrgäuge zu geben und ihr auch em Ein- spruckisreckst zu gewähren. Die Gruppenbildiuig muß weit« ausgebaut werden. Die verschietenen Schichten ter Angestellten im Betrieb, müssen die Möglichkeit haben, in dem Betriebsrat mttzu- sprechcn, was bei dem bisherigen Wahlv«sahralttmg für Arbeiter und Angestellte mit der Einheitlichkeit des Aufbaues,tes Rätesystems bis zum NeickMvirt- schaftsrat mit größ«en Rechten für die Räte, die ganz gleichtereckstigt neben den Uatternehm«n steten müssen. Nur dies getoäSteiftet die Hebung ter Pweuktivn. _ _ Abg. Dietrich-Li?gnitz (L-oz ): -Das Ge>etz ist ein Fortschritt, bringt ater keine Verwirklickstiiig tes Sozialismus. Tie Allmacht ter Nöte führt nickt zu dem Ziele ter Reorganisation ter gesamten Volkswirtschaft, ter Anpassung ter Produktion an das gefamlc Bedürfnis, ter Vermeidung überflüssiger Arbeit und ter lwchsten (Steigerung der Gütercrzcugung. Tie ArteitersckMft vwmag die ge- ivalttge Aufgbac des Wiederaufbaues ter Volkswirtschaft nur in Miiarbeit mit ten bisherigem ver- antroertlidjen Leitern zu «füllen. Wir sind nicht ter Anfickst, daß mit dieser Vorlage bte Wunsche ter Arbeiterschaft rxstlos erfüllt worden sind. Ab« wir hoffen, daß durch sie die volle Temokrati- sienmg unb die wirtschastlid>e Gleichterechtrg-.rng für die Arbeiter und Angestellten erreicht .wird. Wir beantragen die Uebevweisimg ter Vorlage an test Ausschuß für Soziatpolüik. Abg. Er Hardt (Ztr.): Bon dem Gesetze befürchtet die Industrie einen weiteren Rückgang ter Produktion und terburdt eine Gefährdimg ter Rentabilität ter Betriebe, die Landwirtschaft «ne Einschränttma ter Entsd^ießungsmögücWtttn und boburd) test Zwang, zu ein« extensiven Wittfthaft überzugellen. D« Entwurf bringt gar nicht so wesentliche und grundstürzente Neuerungen, tm.' mianche glauben, da villes sdstm durd) die Taris- verträge verwirk! ickst ist. Alle Einzelbcltünmux- aen bmigen wir nicht- Was die Mufoaben ter Betriebsräte an belangt, so haben ipir gegen «ne A-n-ahl ter Do-rschläge des Entwurfes erlMmI Bedenken, instefvntere gegen die Mitwirkung ter Betriebsräte bei ten Neueinstellungen. Wir 'werden cs uns sehr überlegen, dies« Bestimmung unstre Zustttmmulg zu gelten, die unter Umständen tec Zahl ter ArtettÄosen vermehren und die Arbeit ter Arbeitsnachweise nod> häufen kann. Auch gegen die Entssndung von Arbetterv«lre:ern in Du Äustidttsräte bestehen Bedenken. Freudig ist M tegrüßen, daß die Industrie sich für ent brauchbares Gesetz ausgesprochen hat. Hössentllch' g> lantzen wir mit tem Gesetz zu ein« Ausgleichung ter 'Gegensätze- Nach einer kurzen Bertchttgung des Reich-- arbeitsrnrmsters Schlicke gegenüber dem Abg. Braß schließt die erste Beratung. Dre Vorlage geht an den 7. (sozialpolitischen) Ausschuß. Aus Wunsch ter Fraktionen wird noch nad> ttäglich ter Ausschußberidft über die Notversorgung mit Oberklcidung und Schu hwer k sowie über ten Abbau ter Zwangswirtschaft in ter Textilindustrie erledigt, ter die Einsetzung «nes parlam«ftarischen Ueterwachungsausschusies te- trifft, ter die Aufgabe hat, die schleunigst emzu- leitende Liquidation der Reichstexttl-Akliertgesell- dwft ju überwachen. D« Ausschußantrag werd an- ßenommen und die sieben Mttglied« des Ausschusses sofort gewählt. Präsident Fehrenbach beraumt^die nächste Sitzung auf heute nachmittag 5 Uhr Punkt!ick) an mit ter Tagesordnung: Vereidigung des fall. Präsident Fehrenbach hielt darauf eine Ansprache an die Nationalversammlung, in ter er u. a. sagte: Die Stunde des Absdstedes von Weimar hat geschlagen. W-as wir von Weimar er- tefften, haben wir geführten und uns« Abschied vollzieht sid) nicht ohne eine gewisse Wehmut. Wir versprechen allen, die uns eine wohlwollende Gesinnung erftgeyenbrachlen, ein treues Gedenken. Auch die Kritik ien« Kreist, deren pvlitMe Gesinnung der Mehrheit ter Nationalversammlung nickst freundlich gegenüb«steht, haben wir gern Eingenommen, solange sie verständig und anständig war. Unsere Hauptaufgabe in Weimar war die Herbeifüli-cung tes Friedens, das Schaffen der V«- fassung und die Emlettung ein« umfassenden Steuergesetzgebung. Den Frieden mußten wir schließen nach tem grausamen Diktat unserer Feinde. Die Verabschiedung der Verfassung war eine hervorragende Tat. An dem grünen Tisch bet Geschichte, während des eben erst hinter uns liegenden Bölketringens wat das richtige Ausmaß sür die eigene Kraft gegenüter ter ungeheuren feindlichen lieber macht verloren gegangen, und das Ende war die Nieöcrlage und ter Zusammenbruch unseres Staatsgcbäutes. Aufgabe ter Nationalversammlung war cs, auf tem Trümmerhaufen ein neues Gebäude zu erbauen, zu tem das Volk ten Schlüssel in ten Hänten hat, das allen Volks- tecken bescheidene aber wohnliche Räume bietet, auf dessen First die Fahne ter Freiheit und _dcr sozialen G«cchtigkett weht. In ter Steuergesetzgebung waren wir gezwungen, dem Volke ungeheure Lasten aufzuerlegen und noch weitere größere metten folgen. Wir glauben, die Grundlage für ein wirtschaftlick;es Weiterleben, all«'oings in bescheidenem Ausmaße, gelegt zu haben. Tie Natio- nalücrfammlung darf sich vor Gott unb ter Geschichte das Zeugnis ausstellen, test sie in unermüdlich« Arbeit und in ebler vaterländischer Gesinnung die ihr gestellte Aufgabe gelöst hat. Sache tes deutschen Volkes wird es jetzt fein, den Willen zum Leben durch Wahrung von Ruhe und Ordnung durch unermüdliche Arbeit und treues Zusammenhalten in unser« neugeschaffcnen tatsächlichen Ordnung zu betätigen. In den Händen des Volkes liegt unser Schicksal, ob wir zu Grunde gehen oder ob wir, wenn auch langsam und unter vielen Opfern, zu neuem staatlichem Gedeihen auf- erstehm. Wir glauben an das deutsche Volk. Die Ansprache tes Präsidenten, ter die letzten Sätze mit krafttVll «hoben« Slimme sprach, fand in ter ganzen Ansammlung Widnhall und lauten Beifall. Darauf sprach Abg. v. Payer tem Präsidenten Fehrenbach in warmen Worten den Dank des Hauses für die Führung ter Geschäfte ans. Bewegt ternfte Präsident Fehrenbach und übertrug den Tank auf seine Kollegen in ter Präsidentschaft, die Schriftführer, das Bureau des Hauses unb die Beamten und schloß mit dem Rufe: Unser deutsches Volk, .unser geliebtes deutjches Vaterland, es lebe hoch! Beivegt stimmte die Versammlung ein. Ter Präsident schloß die Sitzung und von neuem erklangen Orgeltöne durch den Raum, der sich langsam leerte. Vor tem Hause war inzwischen die Zuschau«- mengc noch angewachsen. Alle Fenster ter gegenüberliegenden Häuser waren dicht besetzt. Abgeordnete und Minister versammelten sich auf dem Altan tes Nationaltheaters. Inmitten des Präsidiums der Nationalversammlung trat der Reichspräsident an die Brüstung und hielt an die auf dem Platz vor dem Theater stehende Volksmenge eine Ansprache, in der er u. a. sagte: Zum ersten Male hat heute das Volk sick) selbst ht Pfticht und Eid genommen; kein Auftrag von unverantwortlicher Stelle, keine Berufung von oben her ist durch meinen Schwur auf die Verfassung bekräftigt worden, sondnn in die Hand tes «slen Mannes der Volksvertretung habe ich Treue ge- *** * WZ schäft aus. Das Gesetz müßte, um wirklich zu einer gesunden Wölsttal zu werten, in allen E-str-ell^tten itad) p'aftisch t Die tet es versäumt, die Räte zu den feststen Sttitzvimkten ter' R^wolutton zu madjen. Mit diesem Gefetzete- toitrf .sind wir nickst ctitterfizmbeit. Er ist keine große Errungenschaft, weil er nicht ter Allgemein- lament aver . . teit zu gifte kommt und die Privatt^rtsckaft in > Vat«lantes. chren unschönen Formen schützt. Die Sfcefcfrat b«I Reichstzrüsitent Ehext«>wch«te u. a.: Lassen I Sie mich zu meinem Teil die Verfassung Hilden, • vertiefen unb schützen. Das Wesen unser« Versas- fititg soll ldc allem Freiheit sein, Freil)eit für die Volksgenojscn. Ich werde imm« der «sie fern, 'mnn es gilt, Rechnung und Zeugnis abzulegen für den neuen Lebcnsarundiatz des deutschen Volkes: Freihstt und Recht! Die V«sammlung zollt.' ten Worten des Reichspräsidenten lebhafien B:i- Hörg«n. Ernst Ludwig Sack, Metzgermeift« in Gußm Hermann S chie fer stein, Fabrikant inLich Ludwig Dörr, Landwirt in Queckborn. Wilhelm Anton R o m p f, Landwirt und Alb bürgermeifter in Lang-Göns. Heinrich Schirmer, Fabrikant in Gießen. Johannes Rolshausen, Schreinermeistrr bt Allendorf an ter Lumda. Heinrich W etz IL, Burgermeist« in. Holzheim 9. Heinrich Gottmann, Landwirt in Gießen 10. Georg Friedrich Müller, Bürgermeister t» Bellersheim Johannes Hirz IX., Mühlenbesitz« a (vvluuy[. .... Watzenborn-Steinberg. ' >lod; dß qp- Gustav Lindemann, Ingenieur m Gießm oi) . ~lt,9 Friedrich Bonimersheim, Landwttt ur *?nb üanflSt»rf. t . -Ä111 Mch, Heinrich Bausch, Mctzgerinelst« und Lab' ^.„Aen, dst toirt in Grünberg. ? J minbe SoziaWeuwkraten. L^/Öigen ■ 1. Ludwig Haas II., Zigarrenfabrikant & IW !!9 ' 8 5 2 1 11» ll. S.P, 26 18 8 77 31 5 47 10 1 1 3 225 3 32 50 43 25 19 Im 14 2 9 1 1 1 4 2 6 3 4 7 1 35 100 53 36 56 71 78 76 46 44 72 28 33 4 12 121 8 2 7 27t 5417 138 96 20 44 56 M 1 233 101 53 63 9069 81 153 33 52 34 143 29 63 120 28 6 76 96 36 5 89 M 3 14 s 3 13 1 1 2 133 1 8 23 139 2 113 1 27 2 2 2 1 5 9 4 57 2 1 9 213 30 144 31 9 86 98 9 303 27 27 58 5 9 3 4 2 8t 99 167 22 196 117 118 26 12 5 89 12 810 4 171 261 62 20 15 15 49 250 89 75 44 129 188 113 35 1110 67 384 213 90 141 113 96 48 156 341 137 47 7 194 135 360 170 75 187 115 47 09 9 48 89 35 06 135 147 5S 166 39 46 180 116 53 57 49 70 177 39 39 20 207 91 '34 14 25,77 o/ü 2 938 13,98o/o 8 714 20,550/0 3 730 8,79o/o 9 878 23,3Oo/o 17 973 42,40% 1107 2,6io/o 998 2,35o/o 42 400 Not.-Vers. 10 614 22,56o/o 4 376 9,32o/o 9 769 20,76% 19 051 40,510/0 2080 4,41o/o 1 154 2,44o/o 47 044 Zentrum —> Abgegebene gültige Stimmen 21.018 An den. a5peg>sbencn gültigen 21018 Stimmen sind demnach bic Demokraten mit 8,94 Proz. beteiligt, die Deutsche Volkspartei mit 8,14 Proz., die Deutschnaticmalcn mit 43,17 Proz., die Sozialdemokraten mit 25,77 Pro», und die Unabhängigen mit 13,98 Proz., eine in mancherlei Hinsicht interessante Verschiebung! Die D e n ts ch 11 a t i 0 u a - leu haben fast ihre alten Wahlzifern, die sie bei den Wal'l.n zur Volkskammer imi> zur National- oersarninlung zu verzeickmen hatten, wieder erlangt. Unfl gleich die Gegenprobe bei der sozialdemokratisch en Mehrheitspartei zu ziehen, ist festzustellen, daß die Sozialdemokraten noch nicht ein Drittel der Ziffern ihrer früheren Wcchlergeb- nisft erreicht Habnr. Die Unabhängigen haben freilich ihren Stand bei der Wahl zur Nationalversammlung noch um eurige (Stufen überklettert, !vas aber in unserer Gegnrd nicht von großem Belang ist. Was die Deutsche Volkspartei und di? Demokraten anlangt, so ist es höchst auffällig, daß die Demokraten so überaus große Einbußen mtfomrtfircn hatten: sie haben nur etwa ein Fünf- ml der Stimmen, die sie bei der Wahl zur Volkskammer hatten, erreicht unb' von allen Parteien gegenüber beit Vorwahlen am schlechtesten ab- geschnitteu. Die Deutsche V 0 l k s p a r t e i hat immerhin nahezu die Hälfte ihrer früheren Wahl- zissern gewonnen und ihren Erfolg besonders in den Städten gehabt, während die Teutschnationalcn auf bem Lande ihre Eroberung vollzogen. 128 67 24 Wahl zur Wahl zur Volkskamm. Deutsche Volkspartei. 1. Richard Schubt, Landgerichtsrat in Gießen. 2. Kaspar Ranft, Bürgermeister in Grünberg. * * * Wie wir schon feststellten, bedeutet auch das Ergebnis der Kreistagswahl im Shrcife Gießen einen außerordentlich starken Ruck nach rechts. Tie Wahlbetriligung war im Durchschnitt sehr mäßig; von den Parteien der Linien sind die früheren Wähler für Volkskammer und Nationalversammlung diesmal in großen Scharen der Wahlurne ferugebliedm. Am besten wird das Wahlergebnis veranschaulicht durch solgende Tabelle, aus der die politische Veränderung gegenüber den beiden letzten Wahlen sehr klar zu erkennen ist. «ach solgmde öeno^l je DolWrttl. Landwirt in °*1 usrn,SchrrE JX_( Aühlmb-D T Wi Wahl zum Kreistag Demokraten 1880 8,94o/o Deutsche Dolksp. 1 714 8,14o/o Deutsch-Natl. 9 069 43,17o/o Sozialdemokraten 5 117 •** fXn ln ' frßM * ** Gemeindesteuern. Mit Rücksicht auf die verspätete Zustellung der Gemeinbesteuerzettel ist das bereits fällig gewesene 1. Ziel im August Md das bereits fällig gewesene 2. Ziel mit dem Ziel zusammen im Monat September an die Stadtkasse zu entrichten. Die übrigen Ziel- sind M den auf dem Steuerzettel festgesetzten Terminen Mig. ** Der Viehstand in Hessen betrug «nl 1. März 1919 56 191 Pferde (gegen 40 155 in 1914), 275 874 Stück Rindvieh (g g n 339 079 in 1914), 80 932 Schafe (58 146), 128 856 Sckweine 'Segen 410 395 in 1914), darunter 10 656 Zucht- lauen unter und 13600 Zuchtsauen über einem Ärhre (gegen 163 287 und 34 706 in 1914), 1-44 464 Ziegen (gegen 144 385 in 1914) 965 585 1 75 Kreis Büdingen. lk. Büdingen, 21. Ang. Bei der KreiStags- wahl erhielten die Demokraten 466, Bauernblmd 1241, Sozialb. Partei 1076 Stimmen. Die Deutsche Volkspartei stimmte für den Bauernbund. ■■■LU!1"' ■■ .......................... Arr» Stadt rrnd Land. Gießen, den 22. Aug. 1919. Die Toten des Jnf.-Regt«. Nr. 116. Heute ist der Jahrestag der Schlacht bei Anloy, die unserem Gießener Regiment die schwersten Verluste brachte. Ein solcher Tag lenkt den Blick zurück auf das, n>as einst mar und was vollbracht wurde, und ist in unserer schmerzlichen Gegenwart voller Erinnerungen. So entstand die in unserem heutiigen Blatte enthaltene Ehrentafel des Regiments, die besonders dem Andenken der gefallenen Offiziere gewidmet ist. Die meisten unter uns tragen das Bild der Verkörperung des Regiments in seinen Friedenstagen noch im Herzen; unser heimischer „Militarismus" hat den Stadtbewohnern nie zu klagen gegeben, recht häufig war er ihnen ein Quell stolzer Ermunterung. Die Ehrentafel, die Major Stephan heute veröffentlicht, läßt uns besinnen, wie die meisten Männer des aktiven Offizierkorps durch den Strieg hinweggerafft worden sind. Namen darunter, die auch im Bürgertum den besten Klang hatten, jugendfrische Gestalten und gereifte Männer, durch Bande der Kameradschaftlichkeit miteinander verbunden: — „zerstoben ist das freundliche Gedränge". Doppelt traurig, weil uns Aehnliches nicht wiederkehren wird, weil wir ja nach dem Friedensvertrag unsere Wehrmacht bis auf einen kleinen Rest verscharren müssen. . . Umso treuer wollen wir uns an die Vergangenheit halten und das Andenken der Gefallenen in höchsten Ehren bewahren. Das Ofsizierkorps der 116er hat sich im Kriege stolz bewährt. 107 Offiziere starben den Heldentod; die Möglichkeit bleibt offen, daß noch einer ober der andere infolge mangelnder Auszeichnungen nicht mitaufgeführt worden ist. Die Wenigen, die uns lebend geblieben sind, haben nicht minder treu gekämpft uud gelittcu. In der jetzigen Zeit der Umwertungen, der Unordnung und Auslösung leuchtet und erwärmt alles, was von dem alten Geiste noch lebt und mitschafft. Möge die Kameradschaft der 116er weiter fortdauern! Denen, die sich unter ihrem Zeichen sammeln, winkt kein Hurrapatriotismus, leuchtet vielmehr in cer Nacht nationalen Elendes der Stern des alten Vaterlandes. ALrchlrche Nachrichten. Israelit. ReligionSgemeinbe. G»t- tesdienst in ter Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, 23. Äug. Vorabend: 7 Uhr. Morgens: 8.30. Predigt. Abends: 7.35 u. 8.15. Turnen. ** Holzheim, 22. Aug. Am kommende« Sonntag veranstaltet der hiesige Turnverein sein diesjähriges 9t b turnen verbunden mit Ver- einLwetturnen. Federvieh (gegen 1394 195 in 1914) und 140 621 rahme Kaninchen (gegen 150 670 in 1914). Tie ini Jahre 1914 vorhandenen Milchkühe in der Zahl von 189 651 sind in 1919 auf die Zahl 161 294 zurückgcgangen. . ^ei der städt. Obst-undGemüse- st e l le, Marktlauben, werden morgen und die fol- Bohnen, Weißkraut, Wirsing, Rom. Äohl, Gelverüben, Rvterüben, Kohlrabi, Tomaten und Zwiebel, sowie Obst, Aepftl, Brrncm imb Zwei- )a,en verkauft. Ter Verkauf findet an Werktagen vor- und nachmittags stritt. ** Der Kammervirtuose Louis Kümmel, der rühmlichst bekannte Cornct-ä- Piston-Künstler, veranstaltet am nächsten Donnerstag aus bet Liebigshöhe ein Gastspielkonzert. Der berühmte Pistonkünstler wirb wohl vielen Gießenern von seinen früheren Gastspielen her in guter Erinnerung sein. ** ß m Lichtspielhaus tritt ab morgen Friedrich Zelnik in „Menschen, die vom Wege kamen", Schauspiel in 5 Akten, auf. Ferner >oird „Tie Heimatlosen", ein Schick,alslied hi 5 Litten, gegeben. Eingesandt. (Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrit stehenden Artikel übernimmt die Redaktion bem Publikum gegenüber keinerlei Berantwrtung.) Klein-Linden. Ter Inhalt des Einge- sandts in der letzten Montagsnuinmcr dieser Zeitung betreffend Verteilung verschiedener Lebens- Mittel ist derart gehalten, baß der Leser cmnehmen muß, der Einsender habe im Interesse aller ober wenigstens der meisten Geschäftsleute Lklein-Lin- dens gehandelt, zmnal der Ärttkel „Einer für Viele" unterzeichnet worden ist. Dem ist jedoch nicht so. Was die Verteilung der .Kartoffeln, gelben Rüben usw. betrifft, so können wir Kolonial- Warenhändler diese Maßnahme der Bürgermeisterei nur begrüßen, da doch die durch die Lagerung dieser verhältnismäßig viel Raum beanspruchenden Waren und deren Verteilung eittftehende Mühe bzw. Zeitverlust durchaus nicht im Einklang mit dem eventl. zu erzielenden ganz minimalen Ver- kaussgewinn stehen dürfte. Die Verteilung dieser Waren findet übrigens entgegen der Behauptung des Einsenders auch in anderen Orten unb Städten, beispielsweise in Gießen, durch die Kvm- munalverwaltung statt. Der Grund zu dieser Maßnahme ist jedenfalls darin zu suchen, die Waren, für deren Verbrauch doch hauptsächlich die minderbemittelte Arbeüerbevölkerung in Betracht kommt, durch Ausschaltung d s Zwischenhandels möglichst billig und zwar bei möglichst gereckster Verteilung abzugeben. Aehnlich dürfte es sich mit der Abgabe bcs amerikanischen Mrhlcs verlmlten. Auch an diesem Artikel ist der evtl, zu erzielend: Verkaufs gewinn für und Kolonialwaren Händler so minimal, daß er mit Rücksicht auf die kleine Menge dec Ware überhaupt nicht in Betracht kommt. Zu dieser Einsicht sollte auch der Einsender teS Montagsartikels kommen und eö wäre eher ang»’ bracht, wenn man dem Herrn Bürgermeister für seine iMütemaltung im Jnbevesse der Bewohn:t Klein-Lindens imd gleichzeitig für die Entlastung durch Uebernahme eines kaum gCw-innbring.-nten Verteilungsgeschäftes dankbar sein würde, als anscheinend noch von bem Resultat der letzten Bei- geordnetenwahl beeinflußt, durch derartige Artikel Unzusriedenheit zu zeigen. Ein Koloniakwvvcnhändler für die vielen anderen. Israelit. Religions-Gesellschask. Sflbbatfeier den 23. August 1919. Freitag abend 7 Ute. SamStog norm. 8. Nachmittag 4. Sad- datauSgang 8.15. Wvchengotteöbicnst: morgmS 6.30, abends 6.30. Viichertisch. — Borgeschichte des Waffenstillstandes. Amtliche Urhntbnt auS den Archive^ des Auswärtigen Amtes und der Reichskanzlei. Amtliche Weißbuchs-Ausgabe Preis 10 Mk., amtliche Votks-AuSgdbe Preis 4 Mk., zuzüglich 10% Teuerungszusckstag. Verlag von Reimar .Hobhing in Berlin SW. 61. — Wie ich wurde. Selbstbiographien volkstümlicher Persönlichkeiten. N 0 s k e. Kultur-Verlag . Berlin W. 30 b. Preis 1,35 Mk. — Die Weltliteratur. Die besten Romane und Novellen aller Zeiten und Völker. Preis der Nummer 30 Pf., vierteljährlich 3 MA Heft 33 enthält „Tie alte Barbara" von Franz Trautmann. c— P aul Langenscheidt, Beate. fTu> man. Verlag Dr .P. Lan.gensck)ridt, Berlin W. 15. — Mietrecht, Mretzinssteigeruna. Wohnungskündiguwg. Von Genieinderich- ter Dr. Kallce, .Vorsitzendem am Mieteinigungsamt Stuttgart. Gegen Einsendung von 1 Mk. zu belieben durch die Württ. Mieter- unb BanvereinS- Zeitung in Stuttgart, Calwerftr. 35, sowie durch jede Buchhandlung. — Friedrich von Gagern: „Die Wundmale". Roman in zwei Bänden. Preis geheftet 16 Mk., gebunden 18 Mk. Verlag von L. .Stoackmann in Leipzig. — Arnold Steinmann-Bucher: Sozialisierung? Mit drei Tafeln: Darstellung der Planwirtschaft. 204 S. Berlin W 57. Leonhard Simion Nf. Preis 4 Mk. Hessen-Nassau. Falsche Ziasscheiae der Kriegsanleihen. — Frankfurt a. M., 21. Aug. In hie- ftgcn Gesckiäften wurden in den letzten Tagen zahlreiche falsche Zins scheine der beutftten Kriegsanleihen von mtbefannien Personen in Zahlung gegeben. Die Zinsscheine sind an unb für sich echt gewesen und lauteten über 100 Mark Kapital bzw. 2,50 Mk. halbjährliche Zinsen. Mit großer Geschicklichkeit hat der Fälscher der 100 zwei weitere Nullen angefügt, so daß der Schein über 1OOOO Mark AtUpdal lautet: denn bat er zwischen der Zahl 2,50 Mark ba-3 Komma tvegrabiert unb dadurch bat Wert des Zinsscheins von 2,50 auf 250 Mark erholst. Die Fälschungen sutd so geschickt gemacht, baß sie bei oberflächlicher Prüfung der Scheine nickst entdeckt werden. Es ist also hei der Annahme von Zinsfcheinen größte Vorsicht geboten. Bom Eiseubahner-Zentralrat in Frankfurt. Im Zentralrat der Eisenbahner in Frank- kurta. M>. Hal sich, tofie der „Tarmst. Tägl. Anz." schreibt, alles zusammengefunden, was mtter den Eisenbahnern dem stärksten Radikalismus huldiyt. Von dort auS gingen die letzten starken Streckbewegungen aus, die das Berkehrswesen in Berlin und MiNeldeutichlcrnb in so empfindlick^r Weise störten. Ter Lertrnndsvorsdanb der Eisenbahner (Mit nun die Gesckstrftsführung des 'Zentralrats jüngst einer Unterfudnntff unterworfen und ist dabei zu überraschenden Feststellungen gekommen. Tie Kasseirbiiä,er des Zewtralrates befinben sich in größter Unordnung. Einzelne Ausgaben sind doppelt gebucht. Die Einnahmen aus Sammlungen und 3inu mbimgen von bat Ortsgruppen sind überhaupt nicht gebucht. Tie ganze ..Buchführung" macht den Eindruck, als seien die Bücher erst nach der Generalversammlung in Jena angelegt und die Eintragungen nächst räg^cch ohne Unterlagen, rein aus dem Gedächtnis erfolgt. Eine alte Schreibmaschine ist zu dem Ijknrcnben Preise von 1675 Mk. gekauft worden. Es konnte ferner fest gestellt werten, daß die Mitglieder des Zentralrabes an Tagegeldern für jeden Tag«, obwohl sie häufig nicht in Bestlin waren, vierzig Mark bczogat haben. Sie haben diese Beträge auch noch bezogen, nachdem die Generalversammlung deS Verbautes die Tagegelder auf 26 Mark festgesetzt hotte. Dem Dor stand war mitgetcUt wordat, daß zwei Mitglieder des Zentralrates — Hertel unb Klütz — in einer Nacht 1500 Mark verjubelt haben sollten. Tie Untersuchung durch die Kommission hat ergeben, baß an dem Zechgelage in der Nacht vom 5. Mai 1919 nicht zwei, sondern mel/r Milglieder des Zentralratcs und eine „Tamc" beteiligt waren und daß dir Zeche in einer Barallein2300 Markbetrug. Tas Mitglied des Zentralrates Mencte-Elberftlb hat als Kassierer seiner Ortsgruppe trotz mehrfacher Anf- forterung für das erste Quartal 1919 nicht abgerechnet. Tic van bem Kollegen Pöliller-Opladen im Austrage tes Vorstandes am 21. Juni ausgestellte und von Menche als richtig anerkannte Äb- rechmrng ergab, daß Menchc 1338,45 Mark Ver- band^sgclder nickst abgeliefert hat. Und diese Leute werfen in ihnen Zeitungen den Kapikalisl-en Lotterwirtschaft und der Nationalversammlung Verschleuderung öffentlicher Gelder vor. Es ist höchste Zeit, daß diesem Treiben ein Riegel vorgeschoben wird. Riesendiebstühle in einer Bohrcrsabrik. --- Frankfurt a. M., 21. Aug. Aus bat Lagerräumen der Spiralbohrerfabrik von Günther & Co., Boltastraßc 32, verschwanden feit Monaten große Mengen wertvoller Spiralbohrer. Die Verluste häuften sich derart, baß die sonst gut finanzierte Fabrik letzthm nur noch mit Unterbilanz arbeitete. Alle Nachforschungen blieben erfolglos, zumal es auch der ArbeiterauSschüß bei der Fabrik ablchnte, daß sich die Arbeiter beim1 Verlassen des Werkes einer Revision nnterzieben sollten. Am letzten Samstag gelang eS mm der Kriminalpolizei, die Diebstähle in vollem Umfange aufzudecken. Arbeiter der Fabrik, haben den Ermittlungen zufolge rin Laufe der letzten Monate für rund 300 000 Mark Spiralbohrer aus der Fabrik gestohlen unb sie n>tit unter Preis an Hehler weiter veräußert, in erster Linie an den Werkzeughänteer Jngeimur Trayser, der ein Bureau im> Hanfahucs hatte, dm Händler Münschbach und einen gewissen Ehrhard Enners, sämtlich aus Franlsu t a. M. Bei allen drei Heßlern fand man noch erhebliche Vorräte von gestohlenen Bohrern vor. Der Zufall fügte es, daß, während die Polizei bei Travser Haussuchung abhielt, gerade zwei Arbeiter der Fabrik erschienen, um neues Tiebsgut abzuladen. Bis jetzt wurden sieben der Hauptdiebe und die drei Hehler fcffcgenommat. Doch zieht die aufsehenerregende Affäre noch weitere Kraft. * X Hanau, 20. Aug. Ter jetzt zu Enbe gegangene Transportarbeiter streik drohte zu einer Kalamität für unser Wirtschaftsleben sich auszugestaltat. Jirfolge ber Kohlemwt leben die großen Betriebe nur noch von b:r Hand zum Mund, was auch für die städtischen Werke, das Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerk, zu trifft. Es bestand die Eiefahr, daß diese Werk: bei ungenügender Belieferung mit Kohlen.ftiHgelcgt würden. In dieser Not Haven sich hiesige Einwohner bereit gefunden, imnnterbrodpai unter Leitung des Bürgerausschusses die Entladung der Kohlenwagen an den Bahnhöfen vorzunehmen und die Kohlai den städlischcn Werken zuzufülsten. — Tie im Ausstand befindlichen Arbeiter der Unedel- Metallindustrie haben beschlossen, die Arbeit wieder aufzunehmcn. Man hofft dadurch einen Weg zu weiteren Verhandlungen zu sindm. — Hanau, 21. Aug. Im hiesigen Polizeigefängnis überfrclat gestern mittag bei der Essenausgabe die wegen Einbruchsdiebstahls in Hast genommenen Brüder Storno unb Willi Fischer bat GcfMignisauffehcr, würgten ihn, entrissen ihm bic Schlüssel unb gewannen baS Freie. Bruiw Fischer würbe auf ter Flucht von einem Schutzmami feftgehalten, unb als er sich hartnäckig wehrte, kampfunfähig gemacht, so baß er bau Krankenhause zugeführt werten mußte. Willi Fischer formte noch nicht ergriffen werten. X Wir theim bei Orb, 22. Aug. Der am Sonntag bnrch Einbruch bei bem Rechner ber Raiffeisenkasft gestohlene Bettag von nmb 200 000 Mark, bestehend in Bargeld unb Wertpap'erai, ist zum größten Teil wieber hcrbeigeschasit. Emer ber Einbrecher, ber bat größten Teil ber Beute bei sich führte, ist in Rengersteunn verhaftet worben. z. Aus bem Vogelsberg, 22. August. Mitte voriger Wock»c würbe mit dem Korn- schnitt begonnen, obschon es noch nicht ganz reif war. Er ist heute sck-on ziemlich beendigt, und bic Einsahrt hat begonnen. Die Ernte scheint mittelmäßig zu wcrbar. — Die Himbeercn- ernte ist jetzt in vollem Gange. Für bas Pfunb wirb 1,50 Mk. bezahlt. Kreis Friedberg. Rl. Friedberg, 22. Aug. In der gritrigen Geheimsitzung der Stadtveroronetenverslimmlung nurbe Rechts an walt Dr. Seyb zum Bürgermeister von Friedberg gewählt. Tr. Ccyd ist bis jetzt polüisch nicht lwrvorgetreten. Gerate dieser Umflo.tb verschaffte ihm das Vertrauenivciter Bürgerkreise, bic bem Gnmbsatz huldigen, baß die Politik nicht aufs RalhauS gehört. Gestern Abend lmldigte die Bürgerschaft ihrem iieugewählten Stadtoberl-anpt mit einem Fackelzug. Rl. Friedberg, 22. Aug. Korn menten Sonniag findet hier auf Einlabung be) hiesigen Arbeitcirates eine Konferenz ber Arbeite r r ä t e bes Kreises Friedberg statt, in ber zur Frage des Forttesvanbcs der Arbeiterräte Stellung genommen werden soll. Q. Bad-Nauheim, 22. Aug. Das Som* merfest zum QBeslen des FerienfondL ber Mitglieder bes Kurtheaters im Konzerthaus nahm einen in jeder Beziehung glänzenden Verlauf. Trotz sehr erhöhter Preise (ber billigste Platz stellte sich auf 6 Mk.) war bas Konzerthaus ansverkaust. Nach ber Ausführung bes zweiten Aktes aus „Fledermaus" wurde der Konzertsaal als Festwiese ter» gerichtet, auf ber Verkaufsftänte aller Art, verwaltet von Künstlern unb Künstlerinnen, ausgezeichnete Geschäfte machten. An ber Spitze des Festausschusses standen die Herren Kurdirektor von Frankenberg, Badedirektor von Böhmer nmb Hoftcck Steingoetter. Die Einnahme des Festes bürste sich auf 12—15000 Mark belaufen. Für eine Tombola, berat Lose reißenbm Absatz sanden, hatten Kunstfreunde unb Geschäftsleute der Stabt wertvolle Geschenke gestiftet. Starkenburg und Rheinhessen. Die Bauernbewegung in Starkenburg. hl. Darm stabt, 22. 9Tug. Starke Strömungen gegen die Anordnungen der Kommunal- verbmibe machen sich hier geltenb. So haben heute vormittag die Landwirte, welche eine auf dem stäblischen Sckflackthmlsplatz aufgestellie Dresck>- moschine benutzten, dm mit der Verivimung beauftragten W i e g e m e i st e r des Kom.-D^b. em- sack bavongejagt. T ar auf bin wurde durch bic Behörbe das Weiberdreschen ohne Verwiegung gestattet. — Achnliche Nachrichten kommen utzt auch aus tem Oben walb. In einer mächtigen Versammlung von Landwirten, die am Sonntag in Gr oß-UMstadt ftattfanb, würbe einmütig beschlossen, jebe 'weitere Ablieferung von Lanbes- probuktcn zu veNreigern. solange bie Leutmot auf tem Lande herrscht, auf ber anderen Seite ater diese außerorbmtlich h)ten Unterstützungen an die Erwerbslosen unb NotstanbLarbeiter gezahlt werden. * sw Darmstadt, 21. Aug. Gegen Errich- tmtgton G ro ßs chl ächt e r eien teoteftterte bte Metzgerveremignng für beit Landkreis Darmstabt in einer Versammlung in Darmstabt. Sie de- scklos'- bei ber Regierung unb Handwerkskammer cnergi'sch Protest einzulegen unb bm Kanws gegen teraW Bestrebungen, bi: dm Rum te^ Mehger- gewerteS tebeuteten, mit allen Mitteln zu fuhren. Vermr?chtes. bt. Mannheim, 22. Aug. Der hier verhaß- tete Juwelenräuber Kommissionär R ü s ch b i hat nun cingestanben, daß er mit einem Deutschen, der sich als Kriminalwachtmeister ausgab, für eine halbe Million Mark Textilwaren verschoben bat. Der Fabrikant Halil Hail aus Chemnitz, Mi^ inhaber eines Grobgeschäfts in Konstantinopel, hatte voriges Jahr für 500 000 Mark Textilwaren aller Art für bie türkische Heeresverwaltung auf- gekauft. Die Waren waren, in 26 große Kisten verpackt, nach dem Anhalter Bahnhof in Berlin verbracht worben unb sinb von bort verschwunden. Die Beute ist unter bie türkischen Schwindler verteilt unb verschleudert worben. Rüsclwi will bei ber ganzen Sache leer ausgegangOi fein. Wohin bie Textilwaren gekommen sind, ist bis heute noch nicht aufgeklärt. * Auch Dienst«uSzei'chnungien werben wieber verliehen. Die militärischen Dienstiauszeichnungen werben ebenso wie bä« Eiserne Kreuz wieder verliehen. Das Diensd- auszeichnmigskrcnz Wirb wieder nach 25jühriger Dienstzeit an Angehörige des Heeres verliehen. Tis Dicnstauszeichnungen erhalten Wieder Personen des Solbatcnftanbcs vom Feldwebel abwärts nach 9, 12 imb 15j afyriger Dienstzeit. Auch bie Lano- Wehr-Dicnstaus^eickmungen werden weiter aus- gegeben. Die Anttäge auf Verleil/ung des Tiensd* auszeichmmgskrcuzes werden für Offiziere und Personen des Soldatenstantes vorn Feldwebel ab- uärts an das Perionalamr des Lfriegsmünfteriums aeschickt. Beamte und Personen des SoltettenstLn- oes vom Feldwebel abwärts haben fernen Anspruch auf daS Tienstauszeick)inun;)Skreuz, wenn sie vor tem 16. August 1914 ausgefchiedeli sind, außer Nenn sie nachher wieder verwendet wirrten. Tie Anträge gehen barm an die militärisckZen Dienststellen. Tie Dienftausz iäMimgen nach 9, 12 und 15-äfrriger Tien.ftzwr werben durch tne Generalkommandos, ReicktzsWehrgru Ypenfommandvs usw. verliehen, aber nickst mehr wie früher am 18. Januar u.t) 18. Juni ansgehchchigt, sondern »vv- möglich an dem Tage ter Vvlkenduvy ber Tienst 5Ct Landkreis Gießen. ** Grunberg, 21. Ang Aus einem Nach* barbor t hatte zur tevorstchenten KirrneS der Mirt von einem Bauer ter Umgegend einen Ochsen gekauft. Nur ter Wirt, ter Bauer unb ber Metzger, Waren in das Geheimnis eingcw.iht. Früh um 3 Uhr bintet bet Bauer seinen Ochsen los und fährt mit tem Fultermagen über Laub aum Metzger, um auf tem Rückweg von seinem Acker mich einen Wagen Klee zu holen. Ganz unauffällig.sollte so seine Rückkehr ins Dorf sich vollziehen. Um 5 Uhr kommt bie ahnungslose Bänerin in den Stall znm Melken und entdeckt baj Fehlen des Ochen. Kurz entschlossen benach- rickstigtc sie am Fernsprecher ten Wachtmeister, ter umgehend sich auf bic Suite macht und in bem Sck)Iack>khaus b?s Metzgers alle drei, Bauer, Metzger unb den eben geschlachleten Ochsen vor- fintet. "Heuchelheim, 21. Aug. Der hiesige „91 au bi f I u b" stiftete anläßlich seines einjährigen Bestehens zum Wohle für Kriegs- und Zivilgefangene ben Betrag von 520 Mk. KrciS Lauterbach. Die obcrhessische Bauerubewegilng. O Schlitz, 21. Aug. Dieser Tage wurde in Qu eck eine Ortsgruppe des Bauernbundes gegründet, bei Welcher Gelegenheit Protest gegen sie Führung ber Viehkataster und gegen die Revi- ion ber Mühlen- unb Milckmnrtschaft erhoben nnrrbe. Ms vor einigen Tagen ber Mühlenrevisor mit einem Lauterback-cr Gendarmen bic Mühlen des Schlitzerlanbes revidieren wollte, kam es in Pfordt zu einer Dcmonsttation einer größeren Zahl Bauern gegen die Revision ter Pfordter Mühle. Der Revisor mußte auf feine erst gcmachten Einwendungen verzichten und zog davon, in ber Elle bie Besichtigung ter benacksbarten Frau- roMbacher Mühlen ganz vergefftnb. Die Landwirte bes Schlitzerlanbes versichern aber einmütig, daß sie ihren Äblicferungspslicktol auss gewissenhaftcste Nachkommen wollen, nur möchten sie sich in ihrer Freiheit imb in ihrem Selbstbestimimmgsrecht nicht beeinträchtigt fthen. 016385 nachmittags 3J/a Uhr statt 9765 Familie Wilhelm Happel I. Familie Ludwig Haspel II. Albach, Hausen, am 2L August 1919. Die Beerdigung findet Samstag den 23. d.Mts. naehm. 3 Uhr statt Freud und Leid Wir werden keit gedenken. getragen. seiner stets in Liebe und Dankbar Zum Eintritt am 1. Oktober dss. Js. wird nach BuKbacb (Oberhessen) eine in Küche und Haus durchaus erfahrene Stütze gesucht. l!662D Schriftliche Angebote erbeten an Fran Fabrtkdirektor Scklavver, z. Zt. Weidcuau o. d. Sieg, Wilhelmstratze 14. Meinen Freunden und Bekannten nie traurige Mitteilung, daß unser herziges Töchterchen, Schwesterchen und Enkelchen Greta Hirsch nach langem Leiden in dem Herrn entschlafen ist. 016591 Die tieftrauernden Eltern und Großeltern: Robert Hirsch nebst Fran n. Kind. Familie Lodert. Gießen (Neuen Bäue 6>. deu 22. August 1919. Die Beerdigung findet in der Stille statt Am 19. d. Mts. verschied mein Mitarbeiter Herr August Scheffer. 38 Jahre lang hat er mir mit seltener, unermüdlicher und stets gleicher Pflichttreue zur Seite gestanden und mit rührender Anhänglichkeit mit der Familie R. Weicker, Apotheker. Allendorf a. d. Lumda, den 21. August 1919. Die Beerdigung findet in Ziegenhain am 22. d. Mts, Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß mein lieber, herzensguter Mann, der treusorgende Vater seiner Kinder, unser lieber unvergeßlicher Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Happel , im Alter von 33 Jahren heute nachmittag um 3 Uhr nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden sanft dem Herrn entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Margarethe Happel geb. Schäfer u. Kinder Margarethe Schäfer Witwe, Schwiegermutter äti. HA ■ 8 .M nri A A V. L S T I * * I Alls IS&S I8S >«' b&< W feinem h 14 im W hbrt Welt nu L^annein I bet d-Mn Ifcb gemiVj” lijron, mürden iWstiichePUl! IttAtionalver I Siiiainmemeöun Km« Li Kaiser E r In der erw (*eute, wo,n L d° da r d. Emtn m das / | U das nackte - Wen. W Sa IJSt Jubel r W-gsberrn" umb ii >ind es untk iMt, bic nm m WtN. Wir lönnc tot, wenn er vo BrW'intö Di nicht entichu! Lilhelm wirst. F k! recht, wenn ei tfam von lauter Mein Rui ans s bei gan e rgoigeb.n: st- iw a dfdn, zu ta- Ls nicht beiolr grabe und zu fle p sehr das Rech em ehrgeizigen tatter (A la ßiel knwmentshansil En besten L m Schustigste a !vi Wohlgciallen ta Erfolg dabei ipiizes Leben di Odie danvtsali hat nicht ga «jauchzt, sind ni IpKfen, Klange l |jl>zr xönigitfa !pM für Platin, ' 'M etil „Mch die Sozial l«.' stolz auf! lechleit des Tei üm hat tem hr me koslban fc lat ihn soga oit Maltet hm- taÄüfter zu sein »rt Wirb. Ws bae 4 hat her ein ssm. Bei einem i-an Emzelnn, : nil, nicht mehr s^rnochunb-stri Rom an die göl * N erscheinen Innen bmtbt' E nft8fc tot. Lb |cin im n >n seiner sj aussch Frage. fcfa P ^lungert do ‘M jogarber 3 »Wen m Pa GgnTi I Vornan vo »erbot, lEiymfihgat 6 RS WH» n 1 NN! i Wnlen Üblich b:r We bei* hbg hfe* i j i».b N l, I fr T’ , I6- I W Nähmaschinen 016043 nimmt an Vermietungen] 9762D Prima Kautabak ObstkörbeWalf6tois8fl i aiantiert rein, erstflass. das Stück zu 12 Mark 45 M., dauernd lieferbar. 9352 Arn 21. 6.16 bei Madzelavka (Gallzien) 'Leutnant de Harde (Richard) beim R.-I.-R.224 Am 4. 8.16 Stellungshaiiipf bei Terny Leutnant Siepmann Pfeffer Nelken Kümmel Senf billigst bei Schlacht an der Somme 1916. «Hauptmann v. Penh, 16.9.16 bei Moislains Leutnantv. Dietlein, 25.9.16bei Bouchavesnes Leutnant d. R. Dazlen, 16. 9.16bei Moislains Oberlt. d.R. Kaicher,17.9.16 bei Bouchavesnes Leutnant d.R.Gabke, 20.9.16 „ „ Fasold, 20.9.16 „ Manns, 20.9.16 „ w Sievers,27.9.16 an Derw. geft. . Ulmer, 4.10.16 „ Schäfer, 9.10.16 Feldw..Lt. Petz old, 15.10.16 letze, grobe Rollen, Probemuster, 50 Stück Schnürfaden tiarn ler faden Anfn äh faden Wache -fflaschiaauzwira Möbelgortc Rolladen gurte Jalousieband ISonleauxkordel grau, weiß und creme, alles in best. Friedensqualitäten, hat billigst abzugeben 9327 Lodwig LazaruH, Asterweg 63, Ferasp.565 Armee zu erleben. Gießen, den 22. August 1919, am Jahrestage von Anloy. Stephan Major. Anmerkung: Die mit * bezeichneten 36 Offiziere gehörten bereits dem Friedensoffizierkorps an. An- n. Verkauf von Möbeln, Colir, Mer, Antiquitäten, fomieUebernahme ganzer Einrichtungen. M,b LoniSRothenberger 22Neuenweg 22. Tel. 176. Am 25. und 26. 2. 16 Erstürmung der Louvemontstellung 'Leutnant Theobald Fähnrich Gabriel Leutnant d. R. Schmidt „ Wendel Leutnant d. L. Doehle Am 27. 2.-31. 3. 16 Kämpfe lm Ehauffeur: und Albain-Wald Leutnant d. R. Hartmann am 13. 3. 16 „ Holdmann am 13. 3. 16 „ Fernau am 16. 3. 16 Am 11.- 28.4.16 Kämpfe beim Fort Douaumont 'Oberstltn. Großmann (25.3. 16) b. Füs.-R. 37 Fahnenjunker Hohenadel (13. 4. 16) Feldw.-Leutnant Kimpel bewandert int Nähen, Französisch und Musik zu drei Kindern von 7 bis 10 Jahren per sofort auf ein Gut gesucht. 016283 Näh. bei Frau Rothermel, Ederstr. 14 I. 3m Ganzen 56 Offiziere und Aerzte des aktiven, 51 Offiziere und Aerzte des Beurlaubtenstandes. 1Ö7 Außerdem werden beim L.-R 116 als „vermißt" geführt 23 Offiziere, darunter einer feil 26. 5. 15, vier seit 1916, einer feit 1917 und 17 seit 1918. Schlacht bei Verdun Am 24.2.16 Erstürmung von Beaumont Leutnant Sperber „ Türk „ d. 3L Sauer Kaffee, Tee, Kakao, Erbsen,Bohncn.Linsen, Reis, Hafcrflockcn, indischer Rohrzucker, m ff. Tafelöl Neue Voll beringe — Markenfrei — frisch eingetroffen J. M. Schulhof, Marktstr. 4 ns9 Tel. 119 liefert billigst Peter Wiesner Korbsabrik Groh-Umstadt bei Darnistadt. Fernruf 203. ""'ss S Vestelliliigeil auf Zum sofortigen Eintritt und dauernder Beschäftigung werden tüchtige Handformer für Maschinenguß gesucht. Heyligenstaedt & Comp. Wertzeugmaschinenfabrik u. Eifengietzerei Aktiengesellschaft, Gießen. 9573D Zuvcrläff. Mädchen für Küche und Haus zum 1. September gesucht. Frau M. Bufi, 016397 Süd-Anl. 11. Mädchen od. ttrau, die schon gedient hat, tagsüber gesucht 9773 LudwigSplatz 14 III. Benner&Krumm Gießen. Ehrentafel des Infanterie-Regiments „Kaiser Wilhelm" (2. Großherzoglich Hessisches) Nr. 116. Soweit bis jetzt festgestellt werden konnte, starben in den schweren Kämpfen des Weltkrieges den Heldentod fürs Vaterland aus den Reihen des Offizierkorps des Regiments; 'Major Schroeder beim R.-9.-R. 116 \ Vater Leutnant Schroeder „ w 116 / u.Sohn Am 4.12.14 im Gefecht bei Dombrowa ^Leutnant Müller-Hempfing b. R.-9.-R. 222 Am 13. 2.15 hn Gefecht bei Wlczayny ^Oberleutnant Alfred Wolf beim R.-I.'R. 254 In den Karpathen bei Rozanea-Wyznia am 18. 2.15 Leutnant d. R. Dofsius beim R..J.-Rgt. 222 Stellungskampf zwischen Lihone u. Parvillers 20. 7. 15 Sonntag, S4. Auank Turn^anix: Bergwerks wald- RlndNmülile.w77 Zusammenkunft: 2 Ilht. j «Univeriiläts-Dibltotb^ Am 27. 9. 16 bei Hermannstadt Leutnant d. R. Fischer beim Res.-Inf.-Regt. 254 Kämpfe vor der Siegfriedfront 1917 *Hauptmannv. I b ü m e n, 10.4.17 bei 5t. Quentin Leutnant Stöiiho, 10. 4. 17 „ „ Haggemüller, 10. 4. 17 „ Leutnant d. R. Krüger, 13. 4. 17 „ Schlacht in Flandern 1917 Leutnant d. R. Ruppel, 24. 9. 17, (Gheluvelt) „ Baasch, 15.11.17, (Paschendaele) , Wüst, 1. 12. 17, „ Meier, 2.12. 17, „ (Bombei, 5.12. IT, „ Am 26. 4. 1918 am Kemel Leutnant Luley bei Infanterie-Regiment 186 ÄÄ «ibtti tagsüber od. ganz gemcht »,«« Goethettr. 311. Leutnant Lahr Am 12. 8.15 bei Godlewo (Russisch-Polen) Leutnant d. R. Trautig beim 2. Garde-R.-Reg. Am 16. 9.15 bei Dünaburg ^Leutnant Meyer bei einem R^I.-R. Am 27. 9.15 im Gefecht bei Szary (Rußland) »Leutn. u. Adj. deHarde (Foh.) b. R.-I.-R. 254 Am 4.11.15 an der in der Champagne er. littenen Verwundung gestorben Leutnant Daur Am 5.1.16 auf dem Flugplatz Grand Priel abgestürzt Leutnant d. R. Dornemann Habe Interchk. $1 darf Brief hinscndm Antwort an F. 29906 Frankfurt. Zeituug.^7 | Vereine "1 Schlacht in Frankreich 1918 Leutnant d. R. Huth, 21. 3. 18, Bellicourt „ Geibel, 21. 3. 18, Hargicourt , Gebert, 21. 3. 18, Leutnant Kauß, 25. 3. 18, Maurepas Leutnant d. R. Albers, 27. 3. 18 Leutnant d. R. Schaaf,4.4.18, VillersauxErable ^Leutnant Loerbroks, 3. 5. 18, Aroillers Leutnant d.R. Knopp, 3.5.18, an Verwund, geft. Am 30. 6. 18 im Luftkampf gefallen Leutnant Hoffmann Schlacht bei Albert-Peronne Leutnant d. R. Homfeld, 22. 8.18, Maricourt „ Goldberg,22.8.18, Feldhilfsarzt Schad, 22. 8. 18, „ Leutnant Stammler, 22. 8. 18, Hardecourl Am 11. 10. 18 an der Aisne LeutnantLoerbroks (Otto)b.Res.-Inf.-Reg.254 Kämpfe in der Hermannstellung Leutnant d. R. Ost, 22. 10. 18, Post du Nord „ Dahlmann, 23.10.18, „ , Beck, 23. 10. 18 „ Theiß, 26.10.18 an Derw. gest. An den Verwundungen bezw. den Leiden, die sie sich im Feldzuge zugezogen hatten, starben: *Dbetft Schimmelpfennig «Hauptmann Rieck «Oberleutnant Buchholz Leutnant Klingelhöffer Stabsarzt Dr. Poly am Typhus im Laz. Nesle G ^7.? 6 Samstag 8'/-Ubr ia Vereinöheim IPostkelleri. Sonntag: Turngar« fällt an*. Morgens 9 Ubr: Antreten d. Svielriese. Album für Herbst und Winter 1919 ist eingetroffen. Per Stück M. L50 Franz Bette Mäusburg 10 "* Schulter an Schulter mit vorstehenden 107 Offizieren starben in alter Hessentreue noch 268 Unteroffiziere und 2194 Mannschaften in den Reihen des Regiments und ferner noch viele brave Unteroffiziere und Mannschaften bei anderen Truppenteilen. In Dankbarkeit gedenken wir unserer gefallenen Kameraden, die ihr Leben hingegeben haben zur Ehre des Vaterlandes und des Regiments. Sie starben im Glauben an den Sieg und blieben davor bewahrt, die Schmach des Vaterlandes und den Zusammenbruch seiner ruhmreichen Einkoch- Apparate Gläser Gummi 6,8589 sehr billig. Carl Schunck Bahnhofstraße 62 (neben Cai6 Amend). liefert per Post 01874 Schlosserei Brück. Wetzlar, £mtn(tra6e 83. Stabidrabtmatratzen für jede Bettstelle nach Matz, an Jedermann. Katalog frei. M Bich.Borek.Brannachwela M Am 22. 8.14 in der Schlacht bei Anloy (Reufchäteau) W «Hauptmann von Rormann B « w Mattel Q « „ von Weltzien M «Oberleutnant (Ebel M «Leutnant von Grolman ffi « „ von Trhardt 3 « „ Walter | «Fahnenjunker Unteroffizier Schäfer >S Oberleutnant d. R. Meinberg I Eichhoff M Leutnant d. R. Decker „ Klein „ Mühlberger Am 28.8.14lmGefecht b. Autreeourt- Raueourt M «Hauptmann Haehling von Lanzenauer SS «Leutnant Hümmerich W «Fahnenjuncker Savelsberg Am 28. 8. 14 im Gefecht bei Mouzon M «Major von Busse S Leutnant 6. Ä Todt > 6eim » '°°te 1 Nr 116 „ Castringiusl Am 8. 9. 14 int Gefecht bei Pargny Oberleutnant d. R. Keller Am 8. 9. 14 bei Joches ” «Leutnant Rocco beim Jnf.-Rgt. Nr. 53 Am 9. 9. 14 bei Sermaize M «Oberleutnant Goßler g «Major van Asten (gest. am 13. 9. 14) N «Leutnant Haagner (gest. am 24. 9. 14) Ä Sturm auf Morupt et le Montoy am 10.9.14 SB «Oberleutnant Firmenich £8 «Fahnenjunker Fischer (gest. am 6. 10. 14) W Leutnant d. R. Nicolaus Am 20. 10. 14 im Gefecht bei Lille g Leutnant d. R. Wild beim R.-I.-Rgt. Nr. 116 | Gefechte bei Le Quesnoy vom31.10.bis 2.11.14 W «Major Freiherr Schilling von Tanstatt M «Hauptmann Poly M «Oberleutnant Bethge v d. R. Frank W Leutnant d. R. Desch Gefechte bei Tomines am 10. 11. 14 8l «Hauptmann Coulmann beim R.-I.-R. Nr. 116 Gefecht bei Wytfchaete am 11. 11.14 Samstag, 23. Aus-» ttneipe Sonntag, 24. Anga« 4 Uhr nachmittags lramilien-SpaziergallZ nach der Wellcröbnrg. 016398) Der Vorstand. Pension Brandl Ä s Gut möbl.Zimmerm. Verpflegung, Bad. 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Bei einem Volke van 60—70 Millionen ist ein Einzelner, und wäre er noch so hoch geboren, nicht mehr Lenker des Schicksals. Es ist immer noch unbestritten, daß. dem Kaiser ein peinliches Pflichtgefühl zu eigrit gewesen ist. Sein Klauben an die göttliche Vorstkmng, io rückständig sie auch erscheinen mag, gab das Leitmotiv zu dfcn seinen 5>andlungen. Wilhelm II. war eine groß angelegte Natur und begeistert für alles Gute. Ob sein impulsives Wesen, die U.'berzeu- | flimg von seiner überragenden Kraft zum Wohl I für sein Volk ausschlagcn konnte, ist natürlich eine \ andere Frage. Aber jedenfalls war er in allen s n- | tun Handlungen von den besten Absichten beseelt. I Ties ist sogar der Fall bei seinem Vorgehen gegen I die Sozialdemokratie und bei seinem bekannten I Liebes werben in Paris. Vor uns liegt ein kleines Büchlein aus dem Jahre 1912: Kaiser Wilhelm II. in der Schweiz. Crinnerungsblälter an den Besuch des Teutschen Kaisers vom 3.-6. September. Ist es nur zufällig, daß es der „Majestät" im Verkehr mit den der Etikette unbekannten Schweizern so wohl zu Mute war, daß er sich so ungezwungen, rein menschlich gab ? Gewiß, Wilhelm II. war der Exponent Ein fast verächtliches Lächeln zuckte um Ragnas Lippen. Gern lmtte sie jetzt geantwortet, wie sehr sie die Gesellschaft verachte, wie wenig ihr an der hohlen Menge lag, aber warum sollte jie vor dieser gutmutigen Frau ihre Seele entschleiern? Warum sollte sie die Frau kränken, die es in ihrer Weise stets gut mit ihr gemeint, von der sie vieles lochfrei.NähnMh Wteü Zentrifuge 150 Wer In der Stonbt ;eg. kleine zu mmSa oder zu verknusen, te Üct):i^in(i2oniiinfl0om ?-2U6r.W,'Ä Mügelpaften 2f'f« »noef. 230 «r. tUO u. 10.50 neremvieblen aus seb- Mchgeiu inntauf ml Domlhal Et. i|i liiLPltierdierBMk.lL irleiicrhr. JokmS, bärge? HIk. 15.- eini'chliei;lich Steuer m ticbr. Noll w Babubosstrake G, Papierwäschr rofitn, iBoibcmbti, ifluidictten wieder ci» ■tronen. Franz Bellt tausburg 10. aus Singer: Mähmaschine» immt an O1&’< 'rau Hill, MM Verschiedenes ■ür dir fommenttr fien Sonntage i> it W ault ««5 MN* Uaise- Wilhelm ll. in der Schweiz. Aus den in Zürich erscheinenden „WeU- polit. Nachrichten" entnommen, geht uns von einem in der Schweiz weilenden Deutschen folgende Betrachtung „Kaiser Wilhelm II. in der Schweiz" zu, die Beachtung und Nachdenken verdient, wenn an der darin enthaltenen Charakteristik des Kaisers auch manche Züge fehlen, andere als et.vas verzeichnet erscheinen. Richtig aber ist es: Hätten wir gesiegt, dann wäre Wilhelm II. bei den Deutschen ein gefeierter Mann.. Das deutsche Volk würoe sich in seinem tiefen Unglück aber nichts vergeben, im Gegenteil, es würde an Achtung in der Welt nur wieder gewinnen, wenn es dem Manne in Amerongen einen Ruheplatz in der deutschen Heimat anbietcn würde. Wir sind gewiß nicht für seine Wiederkehr auf den Thron, würden aber von ihm keinerlei monarchistische Putschte .-'uche besorgen. Indessen, die Nationalversammlung in ihrer heutigen Zusammensetzung wird sich ja schwerlich zu einem großherzigen Akt gegenüber dem früheren Kaiser aufschwingen. In der erwähnten Betrachtung heißt es: „Heule, wo man so intensiv nach dem Schuldigen am Weltkriege sucht und ihn bereits gefunden ju haben glaubt, wo die Finger der ganzen Welt nach dem alten Manne in Amerongen in Holland E, da darf der ehrliche Mensch nicht mitein» en in das „Kreuzige-ihn" der Menze, son- •r muß versuchen, die Schlacken zu entfernen und das nackte Bild der Wirklichkeit herauszuschälen. Hätte Deutschland in Welikampst gesicgt, welcher Jubel würde heute seinen „obersten Kriegsherrn" umbrausen. Nun, da es unterlegen ist, sind es unter den Deutschen die gleichen Leute, die sich im Verdamme i nicht genug tun können. Wir können einen englischen Minister verstehen, wenn er von Holland die Auslieferung „des Verbrechers" verlangt: aber wir können den Deutschen nicht entschuldigen, der den Stein auf Kaiser Will>elm wirft. Freilich hat Joh.' Scherr tausendmal recht, wenn er sagt: Laßt den Deutschen einen Mann von lauterster Vaterlandsliebe und makellosestem Ruf aus der ganzen Fütte seines Her'ens im-* a s dec pan e a Genialität s ine5 Kop'e- (inen Rat geb n: sie wer et fan t une wlich zu beutln, S mäkeln, zu tadeln haoeu und denselben jedcn- lls nicht befolgen: denn er ist ja zu einfach, zu gerade und zu gesundmenschenverständig, er trifft zu sehr das Rechte und das Richtige. Aber laßt einen ehrgeizigen schwächte ps, einen selbstsüchtigen Gaukler (ä la Liebknecht , einen phrasenschleimigen Parlamentshanswurst das Kläglichste, laßt den Nächsten besten Lump und Schutt das Lumpigste und Schuftigste an raten: die guten Deutschen werden Wohlgefallen daran finden, insbesondere wenn der Erfolg dabei ist. Nicht die Motive, nicht ein ganzes Leben der Arbeit voll Pflichtbewußtsein find die Hauptsache, sondern einzig her Erfolg. Hat nicht ganz Deutschland seinem Kaiser zu- gejauchzt, sind nicht die kühlsten Neutralen bestrickt Esen, solange der Glanz der Majestät den prellen Köaigothron umleuchtete? Hat nicht jeder, :n für Mann, Wilhelm II. zugejubelt, als er wirklich ein „Mehrer des Reiches" sein wollte? Selbst die Sozialisten waren im Grunde des Herzens stolz auf den Mann, der so glänzend die Herrlichkeit des Deutschen Reiches verkörperte. Dian hat bem Kaiser mrge.mrfen, er hatte feige ferne kostbare Haut in Sicherh'it gebracht. ----lieb Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Mtag, 22. August 1919 genossen! Nachdem wir mm alle beit irib auf die im Datum Wetter Niedrigste L-udwigstroßc 13 Telephon 65 Hupfeld's Weinstuben11 Frühstuckskarte. 486ID = Eine künstlerische Sehenswürdigkeit. ------ 18.3 15.4 8.2 tags bedeckt nachts Tau Ernst Hupfeld’sche Weingroßhandlung Hervorragende Weine. - Versand nach auswärts. Meteorologische Beobachtungen der Station Gietzen. vom deutschen Volke geschaffene Verfassung, ba-.- relnstct und da- Grundgesetz des neuen Reichs, gelüstet uni) mit die formelle und offizielle Bindung all Hupfeid's Privat-Hotel11 Stallung. - Auiohalle. wie Sre wvl/. wissen. Ihr Schwager war leider nicht anwesend, aber Jhve Schwester, die, nzie Arne schreibt, eine berauschende Schönheit sein soll, hat ihn dringend ringeladen, int Spätherbst noch einige Wochen nach Svendburg zu kommen, bevor er nach Deutschland zurückkehrt." Rogim erblaßte, sie batte, als sie Arne die Erlaubnis gab, ihre Schwester aufzusuchen, gar nidrt daran gedacht, daß Arne und Sven sich in der Schweiz gesehen, daß Sven burdy Arne erfahren könnte, daß sie Ragna von Svendburg wir. Einmal, das wußte sic, mußte es ja doch geschcl^n, aber ihr bangte vor diesem Augenblick. — Die Gefahr der Enldeckung lag ja jetzt, wo sie unter ihrem vollen Namen in Berlin ivcilte, so nahe. Wie leicht konnte Sven sie auffuchen, wie leicht konnte er nneber den Versuch madyen wollen, sic der Heimat zuzuführen, aber bei Gedanke, daß dirrck. irgend einen Zufall der Zeitpunkt nahe gerückt schien, 'wo Sven erfuhr, wer sie war, machte sie erbeben. ,Lsch muß jetzt gehen, Kindchen," sagte bre Frau Professor, aufstehend. „Na, lassen Sie cs sich gut gehen, und essen Sie rrächsteu Sonntag mit uns zu Mtttag. Wollen Sie? Es ist Jhret- totnen ein ganz literarischer Kreis, auf den sich wem Alter was zu gute tut. Also auf Wiedersehen, Herzchen . Nicht wahr. Sie kommen pünktlich Adieu, Adieu!" Sie 'war fort und Ragna atmete rose von einer Zentnerlast Befreit auf. . Wie müde lehnte sich die herrlrche Gestalt tn den Schauküstnhl zurück, die Flammen im Kanrin zuckten hoch auf, und draußen im Garten mt- „Hupfeld’s Diele“ Täglich abends: trstklass. musikal. Darbietungen. Nachmittagstae Konzert. nm. abds. vm. 21. 8. -= 13.0 ', 22. 8. = 6 5°. 12.0 10.2 7.9 vermischtes. * Die Bureaudamen der Reichsregierung in Weimar haben mit ihrer Tattg- feit das große Los gezogen. Nach dem „Tag" erhalten sie monatlich bis zu 1000 Mark Gehalt, dazu 25 Mark Diäten pro Tag und alle Monate noch acht Tage Urlaub mit freier Fahrt. Wenn da der Boden der Reichslasse blank ist, kann man sich wirklich nicht wundern. Höchste Temperatur am 21. 8. ---21.6°, 22 8. —15.3°. 21. 8. 21. 8. 22. 8. Aus dem Amtsverküudigungsblatt. ** Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 76 vom 21. August enthält folgende Bekanntmachungen: Verordnung über den Saatgutverkehr mit Brotgetreide und Gerste. Vom 20. Juni 1919. — Erwcrbslosenfürsorge. — Kohlenversorgung. — Förderung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. — Feldbereinigung Queckborn; die Arbeiten des III. Abschnitts. lnnn dieser Fristen erfolgen. Saatgut, das nach Ablauf dieser bezeichneten Fristen sich noch im Besitze von Saatgutwirlschaft.n, zugelassenen Hchidlem ober Verbrauckiem befindet, ist an die mit dem Ankauf des beschlagnahmten Getreides von der Reichsgetreidestelle oder dem Kommunal* verbände beauftragten Kommissionäre abzuliefem. Der Erwerber hat für diese Mengen den allgemeinen Höchstpreis, nicht den Sonderpreis für Saatgut zu zahlen. Erweist sich ein Veräußerer von Saatgut unzuverlässig, so kann ihm die Reichsgetreidestelle die weitere Veräußerung von Saatgut unterlagen. Wird die Veräußerung von Saatgut untersagt, so sind auf "Antrag der Reichsgetrcidestelle die vorhandenen Vorräte durch die zuständige Behörde zugunsten der Rrichsgefrridestelle zu enteignen. Der Handel selbst ist nach den neuen Bestimmungen nicht an eine besondere örtliche Grenze gebunden, sondern ein einmal zugelassener Händler ist berechtigt, auf Grund von Saatkarten Saatgut an beliebigem Orte aufznkaufen und umgekehrt auf Grund von Anbauersaatkarten dieses innerhalb des Deutschen Reiches abzusetzen. Die erforderlichen Händlersaatkarten werden lediglich von den höheren Verwaltungsbehörden (Provinzialdirektion) ausgestellt, während die Verbrauchersaatkarten von den Kreisämtern sowohl als auch von den höheren Verwaltungsbehörden ausgestellt werden. Die Kom- munalverbände stellen Saatkarten aus für diejenigen Landwirte, die' ihrer Ablieferungspflicht in den beiden letzten Jahren nachgekommen sind, während die Provinzialdircktton alle anderen Saatkarten auszustellen hat. Die den Kriegsgefangenen für die Dauer eines achtwöchigen Urlaubs bewilligten Friedensgebührnisse sowie das Entlassungsgeld sind nicht als Arbeitsvergütung, sondern als Unterstützungen auf Grund fremder Vorsorge im Sinne der Reichsverordnung über Erwerbslosen für sorge anzusehen. Es steht daher einer Auszahlung von Erwerbslosenunterstützung an Kriegsgefangene während der genannten 8 Wochen nichts entgegen, sofern die Kriegsgefangenen vom Militär ordnungsmäßig entlassen sind, und die Voraussetzungen der Reichsverordnung über Erwerbslosensür- sorge erfüllt sind. Letzte Nachrichten. Die Vereidigung der Neichömiuistcr. . Weimar, 21. Ang. (WTB.) Nach der Ver- etbigung des Reichspräsidenten durch die National- Versammlung versammelten sich die Reichs- Minister beim Reichspräsidenten, ber ffe mit folgenden Worten empfing: „Nackchem die Verfassung in Kraft getreten ist und die Vereidigung des Reichspräsidenten auf sie statt gefunden hat, haben gemäß Artikel 176 der Verfassung auch alle Beamten des Reiches den Eid auf sie abzu- legen Als die ersten Beamten des Reiches bitte ich Sie, in dieser Ehrenpflicht voranzugehen, gnb die Ablegung des Eides lsier vorzunehmcn, indem Sic mir nachsprechen: ,Lch schwöre Treue der Ver- fasstmg, Gcswrfam den Gesetzen und gewissenhaft- Erfüllung meiner Amtspflich en." Vach der Eidesleistung der Reick>sminisler hielt der Reichspräsident folgende Ansprache: Meine Herren Amts- jemer Zeit, ober noch besser gesagt, der höffschm Gesellschaft, der er sich nicht entziehen konnte. Tiefe und nur diese trägt die Schuld am Weltkrieg, aber auch ,ie nicht allein. Tie Schuld verteilt sich gleick)ermaßmrungen ließ man sich gefangen nehmen von Der persönliclien Liebenswürdigkeit des Kaisers, der fern vom Thronenflitter sich mir als Mensch gab. Tas Unglück für Wilhelm II. lag einzig und allein in seiner Vielseittgkeit. Er besaß viele eigene Ideen, die bei seiner impulsiven Natur nicht immer den besten Ausdruck und die .glücklichste Verwirk- lickmng fanben. Ader dieses alles wurde mehr als aufgekwben durch das strenge Pflicht und Verantwortlichkeitsgefühl, das ans jeder seiner Handlungen sprach. Die Geschichte, das ist unsere volle Ueberzeugung, wird Kaiser Wilhelm II. nickst verurteilen und brandmarken. Sein Streben war recht und groß, und er darf für sich das Wort des Engländers Shakespeare in Anspruch nehmen: Ich bin ein Mann, an dem man mehr gesündigt als er sündigte. Wettervoraussage für SamStag: Wolkig bis beiter, trocken, Temperatur wenig geändert, westliche Winde. UeberdenSaatgutverkehr mit Brot- getreibe und Gerste wird bestimmt, daß die Lieferung von Brotgetreide und Gerste zu Saatzwecken nur gegen Saatkarte erlaubt ist. Di? Ausstellung her Saatkarte muß schriftlich beantragt werden. Unternehmer landwirtschaftlicher Betriebe (Landwitte) richten den Antrag an die Ortsbehörde, in deren Bezirk das Saatgut zur Aussaat gelangen soll. In dem Anttag ist die Anbaufläche zu bezeichnen, lür die das Saatgut verwendet werden soll. Die Ortsbehörde hat die Richtigkeit der Angaben des An- ttags, insbesondere auch hinsichtlich der Anbaufläche zu prüfen und den Anttag unter Mitteilung des Prüfungsergebnisses der unteren Verwaltungsbehörde vorzulegen. Händler, Genossenschaften und andere Verernigun«sm richten den Anttag unmittelbar an die höhere Verwaltungsbehörde des Bezirkes ihres Geschäftssitzes. Für Lieferung von Saatgut derselben Fruchtart und Sorte an mehrere Landwirte derselben Gemeinde könnm Sammelsaatkarten verwendet werden. Ter Erwerber von Saatgut hat die vollständige Saatkarte dem Veräußerer bei Abschluß des Vertrags auszuhändigen. Die für die Ernte 1919 vorgeschrwbeü? Zustimmung des Kvm- munalverbandes zu rechtsgeschäftlichen Verfügungen über Brotgetreide und Gerste ist nicht erforderlich, wenn es sich nm Originalsaatgut, an- erkarmtes Saatgut ober um Saatgut handelt. Ori- ginalfaatgut im Sinne dieser Verordnung ist nur das Saatgut solcher Züchtungen, die unter Bezcich- mrrog des anbauenden Züchters, der Fruckstart unb der Größe der Anbaufläche in einem vo n der ReicksgetreidesteUe im Deutschen Neichsanzeiger zu veröffentlichenden Verzeichnis angeführt sind. Selbstgebautes Getreide, das weder Originalsaatgut noch anerkanntes Saatgut ist, kann von Landwirten zu Saatzwecken veräußert inetben, wenn ihnen hierzu eine besondere schriftliche Erlaubnis erteilt ist (§>andelssaatgut>. Zur Erteilung der Erlaubnis ist der Zriimmunalverband zuständig, soweit es sich um Lieferung innerhalb des Kommunalrerlandes handelt. Sonst ist dre Reichsgetreidestelle oder die von ihr beftimmtc Stelle zuständig. Di? Lieferung von Wintergetreide zu Saatzwecken darf nur in der Zett vom 15. Juli bis zum 15. Dezember 1919, von Sommergetreide zu Saatzwecken nur in der Zeit vom 1. Januar bis zum 1. Juni 1920 erfolgen. Die Ausstellung der Saatkarte tarnt vor dem Bese ves Tun und Lassens an dieses Grundgesetz her gestellt haben, wollen wir uns noch gegen fertig geloben, in Treue unb imermüblicher Pflichterfüllung, noch bestem Wissen und Gewissen alle unsere Kräfte in dm Timst des Reick>es, unserers geliebten, jetzt so unglüdlidKii deuiscktzm Vater lanb-es, zu stellen. Wir ivvllm. alles tun, auf daß, aut -Dem Willen des deutschen Volkes, das sich diese Verfassung gegeben hat, und auf der treuen Pflichterfüllung aller seiner amtlichen Organen die junge Republik empor wache zu einer starken, friedlichen Zukunft. Ich danke Ihnen meine Herren. Vcrhaudlungcu über Transportsragen mit der Entente. B e r s a i l l e s, 22. Slug. lWTB.) Havas. Am Donnerstag morgen sind die Herren Be tgmann, Staatssekretär für die Finanzen, H u 6, Vertreter der deutschen Kohlenbezirke und Staatsrat Gehr in Versailles angefommen, um über die Transportfragen zu verhandeln. England ignoriert im besetzten Gebiet die deutsche Versusiung. Köln, 22. Ang. (WTB.) Der britische Mttr- tärgonverncur erläßt folgende Bekanntmachung: Es wird hierdurch bctanntgcgcbcn, daß, solange btc britischen Militärbehörden die Kontrolle über das von britischen Truppen besetzteGebiet ausüben, keine Acndcrung in der deutschen Verfassung dieses Gebietes erlaubt wird und daß keine neue Autorität ohne vorherige Genehmi- gung der britischen Militärbehörden anerkannt wird. Jede Person, die gegen diese B'kannimach- ung verstößt, oder solchen Handlungen Hilfe leistet, setze sich einer Gefängnisstrafe oder Ausweisung oder beiden Strafen aus. Sozialdemokratische Kundgebungen gegen die Nätediktatur. Berlin, 22. Aug. Eine eindrucksvolle Kundgebung gegen, wie der „Vorwärts" sagt, den Wahnsinn der Rätediktatnr bedcu ten die 16 öffentlichen Versammlungen Der sozialdemokratischen Partei, die gestern abend in Berlin und Vororten stattfanben. Tas Thema lautete: Ter Zuiaminenbruch der internationalen Räte Diktatur. Tie Mch zähl der Berfammlungen war stark besucht. In vielen machten sich Spreng- tatannen der Unabhängigen durch Zwischenrufe und Lärm bemerkbar. Die Trenmmg Birkenfelds von Oldenburg. Oldenburg, 21. Aug. (WTB.1 Der Landtag des Freistaates Oldenburg hat einstimmig die Vorlage der Regierung angenommen, wonach dem Antrag der Birkenfelder Abgeordneten auf Abtrennung des Für sten- tu ms Birkenfeld unter den von ihnen festgesetzten Bedingungen zugestimmt wird. Die Ablösung soll unter möglichster Beschlcunigimg und unter voller Wahrung des Selbstbestimmungs rechtes der Birkenfelder durchgeführt werden. Heber das Staatsgut soll das Fürstentum selbständig verfügen. Das Ende eines tapferen Fliegers. Berlin, 22. Aua. Wie aus Dortmund berickftet wird, stürzte Leutnant Bongartz, der Besieger von 39 feindlichen Fliegern mtb Lstier des Flugplatzes Gelsenkirchen bei einem Schau- ftjig aus 50 Meter Höhe ab. Sein Zustand ist hokffrungstas. Der Kampf gegen die Bolschewisten. A m st e r b a m, 22. Aug. (WTB.) Tas Reue tcrsche Bureau meldet, daß einem bolschewisttschen Funkspruch zufolge die Alliierten Cherson und Nikolajew besetzten. Weiter nördlich ziehen sich die Bolschewisten hinter ben Bug zurück. blätterten sich die letzten Rosen unb flatterten im Herbstwind davon. Ein Frösteln ging durch Ragnas Körper. In dcmjelbeir Augenblick öffnete sich die Tür und die alte Chaja mtt dem hageren, ernsten Glicht trat mit allen Zeichen der Hast rin. „Verzeihen, gnädige Gräfin," sagte sie fast atemlos. „Eine Tepefche, ich glaube aus Svendburg." Ragna riß der Alten ungestüm das Telegramm aus ber Hand. „Sigrid stirbt, nur Sie können helfen, sie ruft Sie unaufhörlich. Kommen Sie sofort. Sven." stand darauf. Nlit einem dumpfen Laut brach Ragna in ilyrem Stuhl zusammen. Ihr Verhängnis erfüllte sich. — „Gnädige Gräfin befehlen," wagte die Getreue §u fragen. . „Ta lies," sagte Ragna aufspringend, „wir reisen nad). hmte nach Svendburg." Mit blitzenden Augen und wogender Brust stand sie da. Jetzt gab es kein Zurück mehr für fie. „Vorwärts" war die Losung. Es war ein Kampf, ein schwerer Kamps, eine grenzenlose Gefahr in die fie ging, aber sie wollte liegen — fie wollte! * Es tanzt mit krachenden Masten Tas Scknff durch's schäumend: Meer, Die Segel, Die sturmverblaßten. Fliegen zersetzt umher. Was kümmert uns Kampf und Toben? Lehn dich an meine Brust: Wir zwei auf Teck hier oben Sind uns des Siegs bewußt. Was kümmern mis die Bilder Des Todes und ber Sec? — Mein tolles Herz ist wilder Als jede Wetterbö. Und dttnes ist 'wohl weicher — Und sanfter von Begehr — Doch ist es perlenreicher Und tiefer als das Moer. Prinz Emil von Schonaich-Cawlath. Tas war für Ragna eine traurige Fahri nach dem nordischen Hrimatlande. Ter Regen schlug an die Fenster des Eoupes, worin Ragna voll quälender Unruhe saß und dem Dampfroß Flügel wünschte, um schneller nach Svendburg zu kommen. Sofort, ohne jede Vorbereitlmg war Ragna nach Gmtreffen des Telegramms aufgebro- chen. Chaia sollte ihr erst am nächsten Tage sollten. Nun saß sie allein in bem lÄfenbahnwaqcn unb starrte m den herbstlichen Nebel hinmis, frühe und schmerzlich sinnend. Wie würde sie die geliebte Schwester finden? Tre Nachrichten von Sigrid waren in der letzten Zeit nur sparsam geftafien. Kein Wort über ihr Verhältnis zu Sven, kein EriTmern an ben Fürsten. Aber auch kein frohes Aaiflachen, kein leicht- simriges Plaudern, wie es Sigrid so reizend formte Rur müde, kurze Briest, aus benen nichts -us eine stille Resignation sprach, ein Fügen Lt das Unvermeidliche (Fortsetzung folgt) Statt Karten G-ustel Kraft Hellmuth Wangrin V erlebte iar(ilnen. la. norw. Kippered-Herlnere foiuie Sprln®- hcrinee in Tomaten. — Ferner lsd. lieferbar: ia. HeringS-FUetS in reinem Olivenöl, Sardinen in Tomaten, ^ischklöse in Bouillon und gebraten, gesalzene Heringe in Tonnen, norw. Kaviar vom Dorsch, wohlschmeckend und nahrhaft. Hermann Faßbinder. Köln, Händelstrahe 19. Fmvort — Ervort. 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August, 10 Uhr vormittags tae öffentliche Vollste 'Sammlung im Saalbau „Lase Leib", Eichen, walltorstrahe U.: MillißeriOlrektor Raab, Tkmßa-t. Tagesordnung: Die Sozialdemokratie und die politischen Tagesfragen. Zu dieser Versammlung ist jedermann freundlichst eingeladen. Versteigerung der Grummeternte. Die auf den Wiesen des Provinzial-Wasso:- Werks in Gemarkung Inheiden onfatlenbe Grummet ernte (cq. 25 000 qm Wiesenfläche) soll Donnerstag den 2 8. August 1919, vormittags 10V- Uhr, an Ort und Stelle versteigert werden. Zusammenkunft im Provrnzial-Wasserwerk. Gießen, den 20. August 1919. 9749V Direktion des Provinzial-Wasserwerks Inheiden. ^2" Artikel feiii’ KM- ei, iS' Calcium-Carbid. Da im kommenden Winter eine außerordentliche Beleuchtungönot zu erwarten ist, ist es jedermann zu empfehlen, sich rechtzeitig mit einem genügenden Vorrat an Carbtd zu versehen. 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