Nr. 275 Ter Lietzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. vezngspretr: monatl. ‘Dir. 1.60, viertel- jährlich Mk. 4.80, durch Llbhole- u. Zweigstellen monatl. ‘Dlf. ILO. durch diePost Mk.b.— viertel- jährt. auefdiL tellg. Fernlprcch - Anschlüsse: Hir bte ecbriltleiluiifl 112 Verlag,Geschä'tsftelle51 AnschristsiirTrahkiiach- nd)ien: Lnzeiger Eiehen. postjchecttonro: firanffurt a. UL 11686 169. Jahrgang Zreitag, 2j. November 1919 A23Sy ® V^T Ä Annahme von AnzeigeL v HR ▼ f. die LageHnununer vis GietzenerAnzeMW General-Anzeiger für Oberhessen UW 3»fnhtgsrun6»nnf b. Verlag: vrühl'sch« Uni»..Vach- u. Steinöruierei N. Lange.Schriftleltung, Srschästrftelle u. Druckerei- Lchnlftr. 7. (‘ämuTui ®t«8« Vos Gesetz über die Sozialisterung der Llelirlzitätswirtschast. Bon Bürgermeister Tr. Maretzky, M.d.R. Ms?.'meine Billigung wird das Ziel des der 97ettonalDerfamnilin;/ii trorliegcnbcn Gesetzonttourscs betreffend die (sozialutenrng der Elektrizität swirt- schcifi insoweit erfaßen, als er die Clektrizitäts- wirtschaft einheitlidLr, planmäßiger und wirtschaft- lid^r galten will, insbesondere die Elektrizftäts- versorgung auch auf bisher unversorgte Gebiete auSdehnen und die dadurch entstehenden höheren Unkosten mit Hilfe der gut rentierenden Versor-- gtungsgebirte ausbringen will. Tie Elektrizi LiÄvirtschift ist eins der hrmaft treiben und stärken könnten, erstellen zu sefr-n. Wft können vor allem eine sparsamere und wirtschaftlichere Derwernmg des für uns kostbaren Rohstoffes, der Kohle, erreichen. Tie Ausnutzung der Dasserkräsle in Bayern, Württemberg, Ostpreußen und in anderen Reichsgebieten würde gewaltige jwhlenmcngi'n ersparen unt> die Errichtung großer Zentralwerle in den Braunkehlenreviercn würde bedeutende Kohlentvansporte, die jetzt zur Versorgung der zahlreid^n zerstreut liegenden Werke notwendig'rnd, überflüssig madjen und daher letzten Endes auch in der Richtung der KvhLenersparnis wirken. Daß es ferner von der größten allgemeinen Bedeutung ist, die Elektrizität als Kraft- imi> Lichtquelle in viel stärkerem Maße, als das bisher der Fall war, nicht bloß in die Grobstadtbezirke und dichtbesiedelten Jndustriereviere, sondern aud) in die zahlreichen lockerer besieoe.ten Gebiete hrncinzusenden. versteht sich von selbst. Die kom- nnmalwirtscha tliche wie die privatkapita'istische Organisation der Elektrizitätser^eugung, die sonst ohne Zweftel Hervorragendes geleistet haben, mußten in dieser Beziehung aus Ähwierigleiten stoßen, da die Anlage einer aus längere Zeit nicht oder wenig rentablen Versorgungsleitung sich mit den von ihnen wahrzunebmenden finanziellen Interessen in, der Regel nicht vereinigen ließ. Daß diese-Ziele einer rationel en Gestaltung der Elektrizftätswirtsckaft und einer Ausdehnung der deftrhdjen Versorgung aus bisher unversorgte Landesteile nur durch eine Vereinheitlichung der, Elettrizitätswirtscha t und durd; eine gesetzlich sestgelegte erl-eoliche Einflußnahme des Reiches oder Staates aus die Ele.trizitätswirt- fdjart zu erreichen ist, kann kaum bestritten werden. Wohl ist aber zu bezweifeln, daß es notwendig ist, zur Erreichung dieser Ziele das Reich in d.-m erheblichen Maße, wie es d.'r Gesetzentwurf Vorsicht, zum Eigentümer der Elektrizitätswerke und L i- tungen zu machen. Tas Reich erhält nach dem Gesetzentwurf »*r Regierung Das Recht zur Enteignung aller Elei- ttizitäiswrke mit einer Leisttingssähigceit von 6000 KUoivatt und darüber, sowie aber Stirk- stromleitungen mit einer Spannung von 50 000 Doll und mehr. Außerdem behalt sich das Reich und zwar auch nach den Beschlüssen des mit oer Beratung des Gesetzentwurfes betrauten Ausschui- les der Natwnaloersammlung dis Recht vor, in den Unternehmungen, an denen neben städtischen oder -anderen öffentlichen Verbänden die Privattndustrie beteiligt ist, den Anteil der Privatindustrie zu übernehmen, es sei denn, daß dieser Anteil we- miger als 25 Prozent beträgt. Rur in diesem Falle Gehalten die beteiligten Verbände das Recht, den Anteil der Privatunternehmer ihrerseits zu erwerben. Da das Reich ferner das Recht bat, die Einbringung privater wie öffentlicher Elektrizi- tälsunternehmuiigen in neu zu bildende Geielb- schaften zu verlangen und das R"ich durch seine Enteignungsbesugnis auch das Uebergewicht in diesen Gcsellsd-aiten sich jederzeii uchern kann, hat man von dem Gesetz in weitestem Umfange eine Ueberführung der Elettrizitätswirtschast in das Eigentum und die Firumzgewalt des Reidies tu ermatten. Diese !Fvlge der neu Konten gesctz- ichen Siegelung der Elektrizitatswirtschaft ist ßufrrorbentlid) bedenklich, einmal da nach Artikel 248 des Friedensv.'ttrages der gesamte Besitz uird alle Einnahmequellen des deutschen gieidjcd unh ber beutfdxm Staaten dm feind! ickten Staaten kür die Losten des Friedenstortrages hasten. Sodann liegt es aber auch im dringenden Interesse ber _ allgemeinen Volkswirtschaft, die bisherigen Kräfte, ton denen die deutsche Eleklrizitätswirt- Idwft getragen wurde, Irfjcnfing, arbeitsfrendig und leistungsfähig zu erhalten. Denn diese Kräfte haben ftch durch ihre Leistungen aus das Glänzendste bewahrt, und ihnen ist der hohe Stand der beut- [dien lrtertrtzrtätsmdustrie ?u danken Fede Po- lrtlk, mWonbcrc jede Wirtschaftspolitik, muß Lets ton dem Grundstitz geleitet sein, die im SBoffd» leben torHandes Kräsbe frei zu tnadm, ihnen bie gunsttgsten Stixngungen für ihre Betätigung »ui schalseu und fte den allgemeinen Interessen beenlttor zu machen. Erne Politik, die vorhandene aanoäbrte Kräfte aus schaltet oder sie in ihrer Ent- tMrfhmg lähmt, ist letzten Endes für das Volks- gamze schädlich. Die Initiative der großen privaten Elektrizitätswerke mrd der lebenskräftige Ausdehnungs- bnareg der bedeutenden städtischen und sonstigen tonununalen Werke wird in Zukunft zurückgckrängt tovtben zugunsten des Reiches. Das R ich wird nicht «mir anregen und leiten, es reißt vülmeljr das Be- ttctigungsfclb selbst an sich und schallet die bisheri- flau Kräfte aus. Daß von dem Erwerbsrecht des > Reiches sehr bald in größtem Umfange Gebrauch gemacht werden soll, geht daraus hervor, daß der Ge- setzenlwurs der Regierung zur Durchführung des Gesetzes von vornherein eine Milliarde zur Verfügung stellen will. Damit würde die Regierung eine außevgewöimllch weitgehende Vollmacht erra ten, über deren Verwendung bisher kein ausreichend bestimmter Plan vorgel-.-gt wurde. Demgegenüber verdaut ber Entwurf, den der Verband der Preußischen Provinzen als feinen Vorschlag zur Regelung der E ektr zitätswirtschaft ein gereicht hat, die größte Voachtung. Tiefer Entwurf sieht die Bildung leibstäiftnner Beftrksgeiell- schaft-.-n, fegenannter Laudeselektrizi Ltsgeselllchas« ten, vor, dce fid) aus den bisl)erigen Trägern ber Elektrizitätswirtschaft, also den öffcntlich.'n, inslesondere den Konunmialverbänden unb dm großen Privatbetrieben zusamme.ifetzm sollen. Tie einzelnen Mitglieder der B.'-irksgesellschaften bringen ihre Anlagen gegen eine Beteiligung in Aktien der Gesellscl-aften ein. Der Betrieb der eing> brachten Krastioerke soll in der Regel den Vor- eigentümem überlasten bleiben, die ihn unter Aufsicht der Gesellschaft writerzusühren haben. Die Geiellfchaiten selbst haben unter Aufsicht und nach beit Anweisungen einer sür das ganze Reich zu- ftänbigen Rcichsgesellfchaft die Leitung und beu weiteren Tlusbcru der Elefrrizi ätÄvirtschaft in ihren Bezirken zur Ausgabe. Sie iverbeu nach techntsd> wirtfchaftlidien Gesichtspunkten abgegrenzt und bei» wallen fid) selbst. Tie Reidrsgesellschast. deren Grundkapital von den Latrdes. lettrizi ätg»efellsd)k.f.en anrgebradjt wird, an deren Gewinn aber die ReichJkasse zu % beteiligt ist und deren Aussichtsrat zu einem Trittel von dem zuständigen Reichsministerium ernannt wird, hat sehr weitgehende Au s.chts- und Anwrtsungsbefügnrfte gegenüber den Bezirksgesell- schasten. So kann sie die Elckttizitätswerke und Fort- leitttttgsanlagen bezeichnen, die von den Bezirks- gesellschasten zu übernehmen sind, sie trifft Anordnungen über die Mitbenutzatug von Elektrizitätsanlagen ober über oie gemeinschaftliche Errichtung neuer Anlagen durch mehrere Bezirks- gesellschaften, sie hat die Satzungen der Bezirks- gesellschasten zu genehmigen, in den Aufsichtsrat dieser Gesellschaften Vertreter zu entsenden u)w. Es besteht kin Zweifel, daß dieser von den ipreusnsdzen Ptovinzen heraus gebrachte Gefetzes- oorschlag die Mängel des Regierungsei?twurss im wesentlid»en zu vermindern wiß, ohne daß er das an sich zu fördernde Ziel einer planmäßigen, nach dem Gesamtiitteresse des ReiciZes geleiteten Elek- trizitätswirtschast bcemträchligt. Das Vorgehen der Provinzen wird vom deut- fdeen Städte tag und dem Verch.rnd der größeren Landgemeritdi-n unterstützt, und es erfdjrint richtig, den Entwurf zf.r Grundlage erner neuen Beratimg und Cutsdstießung in der Nationalversammlung zu mad/en. Die Zeit drängt zwar zu schnellem Handeln, aber andererseits sind die Jifteressen, die auf dem Spiele stellen, so gewaltig, daß ein übereilter Schritt ungeheuren Schaden bringen müftte Der Wahlsieg ter nationalen Blödes in Zrankreich. Paris, 18. Nov. (Verspätet eingc troff en.) Zum Wahlsi^e des nationalen Blockes sagt der „Temps": Bei der Wahlhandlung bat Frankreich den Bil'ch'wismus ver. i.fitet Die Folgen dieses Sieges roerbm sich in der ganzen Welt geltend machen Fraukr-ich hat nicht den deutschen Jmper a.'is nut' ni berg s l gei. um sich der Diktatur fran .ö'ischcr Sen ns au^a'ief m. Journal desDebo ts ' sagtt Die Wahlen beweisen fcfor Har, daß das Land Ordnung, Arbeit mrd mrthoti:d)e WiederhersÄlung' d.'r wirt- sd^ftlichen Kltäfie wünscht. Tas Land verfÄicßt sich den Erschütterungen und verwirft extreme Lösungen. „P a t r i e" feiert bn* Niederlage des Enkrts ton Karl Marx, Lean Longnets. Seine Niederlage sei ein nationaler Sieg. Vm diesem Schtoer- g lt>id>t befreit, könne der Sozialismus in Frank- oeich Ibiebcr französisch werden. „San terne" erflärt, die erste Wahl nach dem Krieg drückt den Wunsch Frankreichs aus, in Ordnung und Frieden zu arbeiten. „Ö u m a n i t 6" sagt, Elemeneeau habe über den inneren Feind einen Sieg errangen, einen dieser Siege davon getragen, für die er das Geheimnis besitze, die aber, ivenn man sie mit ber nö igen Zurückl-a.tung betrachte, doch nur Pyrrhus- 'iege seien. Tie Syndikalistische Partei führt aus: Die Khakiwahlen haben Lloyd George und den verbündeten Korcservativen eine ungeheuv? Mehrlieil gebracht, aber schon am nächsten Tage konnte man die ganze Hohlheit eines derartigen Sieges gegenüber dem ungeheuren Einfluß ber englischen ar leitenden Klaste, dem wirtschaftlidxn und ökonomischen Leben des Staates einsehen. Die gegenwärtig Regierenden der französischen Republik werden gut daran tun, über dies Beispiel nachziidcnken. Tie rechtssozialistische „France librc" lagt: Die Wahlergebnisse zeigen, daß das Land besaitistischc und bolschewistische Polittk verurteilt und auch jede Schwäche, die deren Entwicklung begünstigen könnte. „Figaro" betont: Die Wahlen hatten der Regierung und Kammer das imperative Mandat gegeben, die Revolution zu bekämpfen. Der Bolschewismus, der jetzt in legaler Weise zerschmettert worden ist, hatte feine andere Hilfsquelle als die Revolte und den Bürgerkrieg. Clemencoaus ,^H o m m c l ib re" schreibt: Tie imposante NLebrheft der französisdrn Republikaner hat ihren Willen tunbgcgeöcn in Wahlen für ober jgegen den FricÄensvcrtrag, der den Sieg heiligt und Fvarrkreich Elsaß-Lothringen nnebergibt, in Wahlen für oder gegen den Bolsd)ewismus. Tas souveräne Volk zeigt sich imcrbittlid) gegenüber der früheren systematischen Opposition. Frankreich bat feinen klaren Willen so stark zum Ausdruck gckcacht, daß für die Besiegten eine Diskussion nickst mehr möglick; ist. ,L e Z v u r n a l" meint: Frankreich will nicht, daß man ihm den Sieg fabbotiere. Es will den Fortschritt in der Ordnung« des Arbeitens. Tie Well kann uns Vertrauen scheinen. „G a u l o i s" sagt: Seit 40 Jahren ist es das erstemal, daß die Sozialisten in ihrer Macht aufgchalten werden; jede Partei, die nicht gtivümt, tortiert, unb jede Partei, die verliert, ist der Niederlage nahe. Franlreid) will sich erneuern. Ehre den Bauern, Ehre aber aud) den guten Arbeitern, die in vielen Punkten sich wieder gefimden haben. Gustave Herve ruft in der „Victoire" aus: „Cs lebe der nationale Sozialismus!" Der dänische Minister Zahle über die Dolfsobfftmmung in zlenrburg. Kopenhage n, 21. Nov. Ter Staatsminister Zahle füljrtf über die nvrdschleswi- 9 i f d) e Frage bei ter (Etatl^erahmg des Reichstag unter anderem aus: „Seit kurzem erleben wir die Wiüreraufnahme der Annexionsbestrebun- gm inbezug auf Flensburg. Man fordert, daß fci? Bestimmung nur dann refjxvf:i'rt werde, tvmn sie zu GunstLN Tä ^marks cu: falle. Man verweist in dieser Beziehung aus die Auslegung des Artikels 110 im Friäensvertrag über die Grenzregulierung. Dieser Artikel muß nad) meiner Meinung in der Meise aufgelegt werden, daß er tie Festieliung einer Grenzlinie crmöglicht, sofern die, Entsch.iüung lediglich nach einer gemeinde- weisen SCbfiimmung vi lleickst eine praktisch ganz unmöglich.' Grenze geben könnte. Wenn man sich erinnert, daß die Bevöllernng Flensburgs etwa die Halste der grtarnten Bevölkerung der zweiten Zone ausmocht, so kann die Friedensvonserenz nicht be- absich'igt haben, daß die Abstimmung dieser Grenz- gemeinbe nicht respektiert werden solle. Jedenfalls würde es nach meiner An'ickst für Dänemark verhängn isvoll sein, die Abstimmung in Flensburg nicht zu respektieren. Bekanntlich tft die gwHe Mehrheit der Bevölkerung .Flencbirgs d u schsreimdlich Der 18^4 Durfte Flen.burg ganz entsch ed n ols dänischt- Staot trachtet werden. Bei den Reichstagswa'l.m 1867 gab es bekanntlich noch eine Mehrf^eil dänischer Stimmen W.-nn sich jetzt Flensburg fi-evm'fh uns anschließt, wollen wir dies mit groft-r Freude begrüßen. indem wir dann voraus'etzen dürfen, daß FlenSburg wünscht, wieder eine bänifdje Stadt zu >cin. Dagegen ergibt sich das gerade Gegenteil, wenn die Mehrheit der Bevölk rung sich für Deutschland erklärt. Ob Flensburg frrinn(!ii sich uns ansdiließt oder nicht, ist von größter Bedeutung, wenn tat alle großen politischen und administrativen' Aufgab n enoägen, die Dänemark wegen des Ansdl ।sses eines so bedeutenden deut ch prachi- O Elementes bctorslel^n. Aber eine Annerion Flensburgs mtb eine Einverleibung in Dänemark gegen den Willen der Bürger würde eine verhängnisvolle Entscheidung f in, sowohl unter dem Gesichtspunkte der Gerechtigkeit, nne unter dem der p Iirifd>en Klugheit. Dänemark würde das Gerechtigkeits-Prinzip verletzen, das bei Forderung nach einer Volksabstimmung zugrunde liegt. Unter einem poli ischen Ge ickstspunkte würde Dänemark eben das Argument preisreden, das nnr für die Zukunft festhalten sollten, indem nur bie Wiedervereinigung aus f-en freinnllig-n Anschluß der Bevölkerung gründen. Keine Politik mürbe schwieriger zu verteidigen sein, als, erst die ?lb- stimmung zu fordern und banad). wenn bas Ergebnis nicht zu unfern Gunsten ist, bic)e Abstimmung hintanzusetzen. SJiw.re Unruhen in Kairo. Kairo, 20. Nov. (WTB.) Gestern kam es am ganzen Tage zu Zusammenstößen. Die Temonstranten bemoiterten bie Straßenbahn- wavn und b.irchzoaen bie Straßen unter Vocan- tranng der ägyvt schen Fahne. Tie Ru^störungen erstreckten sich bann auf die ganze Stabt. Drei Volizeikommisfariatc wurden be'chädigt unb mehrere Polizisten verwundet. Die ägnutifdie Polizei feuerte auf bie Menge und fügte ihr schwere Verluste zu. Schließlich mußten auch englische Truppen cm greifen, denen es ge'ang, bie Ruhe wie erherzusLllen, nacktem auch sie aus die Manifestanten geschoften hatten. Am Abend war bie ganze Stadt ruhig. Englische Patrouillen burd)- frogen bie Straßen. Esgabl9Toteunbgegen 120 Verwunbete, davon 90 durch Schußwaffen verletzt. Kairo, 20. Nov. (WTB.) Havas. Eine Kundg bung des Marsck)olls Allonby gibt die Entsendung einer Kommission beftmnt, die ben Auftrag hat, «me Verfassung audju- ar beit en, welche unter britischer Leitung es dem Sultan und den gewähllen Vertretern des Volkes g'stattet, an der Leitung ber ägyptischen Ange- l^cpnlxnten teuzunebmen und die zukünftige Re- gierungsfvrm festzusetzen. Wilsons Erkrankung. Amsterdam, 20. Nov. Die Blätter melden aus Washington, baß Wilson am Montag zum ersten Male bas Haus verlassen durfte. Die Hambnrg-Amerrka-kinie. London, 2). Nov. (WTD.) HavaZ. Der Times-Korreipondent in Neupork beud)iet über die bevorstehkmde Eröffnung eines regelmäßigen Tstmsbes zwisdien Amerika unb Hamburg und daß bie erste Abfahrt von Amerika aus am 15. Dezember erfolgt. Keine Friedenskonferenz in Warschau. Bern. 20. Nov. (WTB.f Havas. Das Polnische Pres.ebureau ist ermächtigt, bie Nachricht des „Dail» Herald", die polnische Regie« rung i abe die Absicht, bie >rieg ühcend n Vö fer in Ruß and zu c nei Konferenz z e 's eines F i de sr sch us es au zu or.ern, al^ un.egründet und nichrig zu erllären. $oröerungen der Landwirtschaft. Der Reichsausschuß ber deutschen Landwirtschaft hat nach Beratungen mit fämtlidjen landwirtscl-afllichen Äö.perschaften Deutschlands, wie verschiedene Blätter melden, grundsätzliche Forderungeir in einer Kundgebung zusammemgefaßt, die außer dem Rerchswirtschaftsminister, dem Reickspräsidenten, Dem Reick)Skanzler, dem Reichsrat und färnHidyen Bundesregierungen zugestellt wurde. An die Stelle der jetzigen Zwangswirtschaft müsse die Lieferung auf Grund ber tatsächlichen Leistungsfähigkeit treten, so daß die öffentliche Bewirtschaftung sich nur noch auf Brotgetreide und, sofern es mit Rückficht auf Kinder und Kranke nicht zu vermeiden ist, auf die Sicherung der Milch und der von der Milchbetvirtsck>aftung nicht zu trennenden Molkereierzeugnisfe für diese Bedürftigen erstrecke. Die Fleischbewirtschaftung sei sofort aufzuheben, von einer Zuckerbewirtschaftung im nächsten Erntejahr abzusehen usw. Au» dem Reiche. Die Abreise Hindenburgs aus Berlin. Berlin, 20. Nov. (WTB.) Generalfcld- marschall von Hindenburg ist heute vormittag vom Bahnhof Zoologischer ©arten abgefahren. Der Bahnhof war von ber Sicherheitswehr obgesperrt worden. Am Bahnhof nahm eine Kompagnie Reichswehr mit Musik Aufstellung. Der Feldnurrschall schritt die Front ab und begrüßte die erschienenen Offiziere. Bom Pubülmn wurde er mit lebhaften Zurufen empfangen. Sicherheitstvehren. Berlin, 20. Nov. (WTB.) Da sich die Einrichtung der staatlichen Sicherheit s w e h r in Berlin außerordentlich bewährte, ist vom Ministerium des Innern die Aufstellung einer ähnlichen Organisation in den Gebieten Mitteldeutschlands beabsichtigt. Tie Ausstellung hat bereits auf dem Truppenübungsplatz Jüterbog, Neues Lager, begonnen. Hessen. Aus dem Finanzausschutz. rm. Darmstadt, 19 Nov Der Finanz- a u s s ch u ß der vefsischcn Volt^kammcr ietztc fr ute feilte Beratungen fort. Er verwies zunächst eine Anzahl Vorstellungen von Beamten aller ftato. gvrien betr. Gehaltsfragen an bie Regierung als Material für bie demuächstige Regelung ber Beamten befoldungsordnung. Sodann nmrte bie Vorstellung des Mainzer Fußballvereins betr Unterstützung zur Schaffung eines Sportplatzes mit Rücksicht auf bie Folgen abgelehnt unb bie Entscher- bung über die Geivährtmg eines Zuschtusses ber Re-, gienmg über taffen, die zu prüfen hat, ob sie aus ben ihr zu ähnlichen Zwecken zur Verfügung stehenden Mitteln dem Gesuch Folge geben kann. Dann vertagte sich ber Auchchuß bis auf werteres. deutsche Nationalversammlung. Berlin, 20. Nov. Am Ministiertische: NoM, Dr. Bcll. Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 3.20 Uhr. Auf dem Platze des verstorbenen Afrg. Gröber liegt ein Lorbeerkranz. Präsident Fehrenbach (die Abgeordneten und die Miwster erheben sich ton ifrren Sitzen): Die Nationalversammlung Hal zwei sckvvere Verluste zu befragen. Der Abg. Haase hat durch seine Stellmrg in seiner Partei, durch seine Ar- beitskraft unb fein kollegiales Verhalten sowie durd) die Uneigennüßigteit bei ber Vertretung keiner Ideale fid) das dauernde Andenken gesichert. Der Abg. Grüber war eines der arbeitsfreudigsten Mitglieder des ParlameTtts, galt als der beste Kenner der Geschäftsordnung, hatte eine füfr» renbe Stellung in seiner Partei. Sie haben fick zu ehrendem Andenken ber beiden beim gegangenen Kollegen voy 3Irren Plätzen erhoben. Ich stell« dies fest und danke Ihnen. Nach dem Berichte des Ausschusses für bie Petitionen betreffend Bewilligung des Armen- ceckjites werden diese nad) kurzer Besprechung erledigt. . ^.^ünbliche Bericht des Aussdmsses für den Rerckiöhaushalt ufr:r bie Petitionen zum .R-erd)shausbalt für 1919 wirb ebenfalls erledigt. Hierauf vertagt sich das Haus. Nächst?/^Sitzung: Freitag 1 Uhr. Tagesord- den war. 24 te A Die W' jP werden Für Samstag den 22. und Sonntag den 23. d. MtS müssen die aus Liter lautenden V Milchmarken in der Belieferung auSfollen. Fortsetzung 53. kRacbdrucl r> ■ en G< r fr S IClrcb« und Schule. Oberhefsischer Asrchenmg. bie sch hxi Sc sü er A C en Gi en D R eii Auch m WolkernS Augen bliftte e5 mm aus. ,Lch wutzte ja, daß du dich trrft!" lacht.' Magnus höhnisch aus. „Deute nodtmittig sigst du? Ta hat Modesta Rettenegg übirfriatrt nicht verlassen, sondern schrieb Btt fe!" „ES war Madesta! Sie trug tnSsell»? d'llblrue Lcmenk.eid wie g.'ftern. Wi: töirnt: ich sie überhaupt mit einet anderen vernxchseln! Ich wir meiner Sache »vm ersten Äugend ick an völ ig sicher und trieb, froh über den glücklichen ZUall, mein Pferd rascher an, um sie ernz ihalen, als sie plötzlich v-am Weg abdag und verschwinden war." „Tu folffteft ihr?"' „Natürlich. TamalS dachte ich h nxfr an allerlei süße Möglichkeiten und prieS b?n Z tiall, der he mir so allein in den Weg geführt. Ich flieg also ab, band mein Pferd seitwärts »am Weg an einen Baum und ging ihr nach. Zer Psad, den sie ungeschlagen, ist ein Jägtfteig, der zu einer »erbargeivn Lichtung führt. AlS ich. bteie säst erreicht bitte, hörte ich Stimmm und blieb unwillkürlich stehen . . ." Er seufzte ties aus und fuhr dann gepr'ht satt: „Latz es mich kurz machen! Madelba hfl dort aui einem umgeflürzten Baumstamm und neben ihr ein junger Mann. AnfnnzS -rkinnte ich ihn nicht, sah aber dann, bi& es icner (Sattarb wir, »an bem Wirdna gellem sprach. Der Neffe d:r närrischen Webster." MagnuS süh te, wie sein Blut v'ötzlich fb.-xfe. Wie fine Bisian tauchte lene 2znie »?r ihm auf, bj er mit Wiibna iu»er Qhttnb gesprrchen und dann ganz zu'älig Madesta rnge chen h.tte. Ihr bleiches, verstörtes Be icht ml den 'ntsetzt aus- geriisenen Äugen — war eS vvelleicht nur Furch« Sgct z. Be Das Glück der andern. Original-Noman van Erich Eben st ei u. Copyright 1916 by O.einer » Coep., Bertie W 30 geliebtes SHen verlieren? lind daß dreS tausendmal ditterer war, als düÄ Wesen hlbfl za verlieren? In das letztere hatte er sich heut: mitt* mtta Jammer und Schmerzen gefunden, weil eS sei» mußte . . . Evelyn zuliebe. Tag andere aber ... ____ Tann hörte er nach einer Weile Mod'staS leichten Schritt aut der Treppe. Nun ging sie hinab zu den onb.tn und sprach und lächelte, ali wäre nichts geschehen. Unb wußte nicht, ditz sich zwei Männerher^n um ibrenuükn html ich verbluteten . . Plötzlich kam ihn die Lust an, auch hinibzu- gehen, sich hinzusetzen und ihr mitten in daS falsche Deiligengesichtchen zu blicken, bis fit erriet, worum er lie so an sehe, und errötend be sanften, heuchierischen Äugen mederichlug . . . Er ging auch wirklich hinab ES war etwa? in i»m rote Wahnwitz. Zu hoch batte er un stillen Modesto gestellt — war sie ihm dach et* idirnen wie -ine $>i.igt. an bei er auch nicht den ncinfltn Fehler, leine Spur von Falfchh-u fanden kannte — als Mfl letzt Daralds Mitteilung ihn nick t beinahe um Den Berl'tand bä: te bringen soll'N. Zum Glück kannte er seine Absicht ni.ht aas* sütnen. Ter Pfarrer mit seiner Schwest'r war beicts aufgebnchen and MagnnS trat alle auf dem Weg nach dem Sttl, wa des PjarrerS Wägleiu wartete. AlS die Gräfin MagnnS erblickte, rin sie ihm hglfict zu sich, denn Pfarrer Mangald, an dessen Seite fie ging, wallte ihn etwas tragen. (Fortsetzung folgt.) 21 F Nidda, 21. Noo. Am nächsten Montag- 24. Nor>., hält die Hessische LaudeSver- einigung des Deutsch-Evangelischen GerneindetagS hier einen Gemeindetag ab. Prof. D. Schian aus Gießen wird sprecken über „Die neue kirchliche Lage und die evangelifchen Gemeinden tu Öellt n". Die Aussprache eröffnet P o st s e k r e - tär Lein auS Gteflen. Me Gemeind.glu^der, instefondere die lttrchenvorstände, die kirchlichen G^memdevertreter, die Helfer und Sxlferinnm m der kirchlichen Arbeit sind zu diefem Tag aujS •'V Dunk Dom 35. 5chlußtm unb 8mtri wngen i'ß Ülft, Rot. »cmbtt Älteßlich c Älm imb «NÄäge wmgni tri oit nicht n Werden ober trfl na mgthm, K »Hfl mehr atili. Klla'K «--«Aus Jjjte 1 den W»fnwDent Wob “^t log b.-t oicie 191t 3ntrm ^»khrt ^dt-her je ö bei te™ KV Htn, ft Je •‘J«8 SE& ISfi *• Nährmittel-Ausgabe. Waren für November können von SamStag, den 22. ds. Mts., ab gegen Borlage des BestellauSweises zur Nährmittelmarke Nr. 11 (Nov. 1919) In Empfang genommen werden. Es entfallen: Auf die roten Karten (B): 500 Grcmm Haferflocken bzw. Hafermehl, 250 Gr. Sarwfselstärkemehl, 250 Gr. Reis. Auf die blauen -arten (C): 250 Gramm Hülsen srucht- rnehl, 125 Gramm Teigwaren. Näheres siehe Äemnntmachung. *• M il chverforgung. Infolge unge- nügenber Belieferung ber Stadt Gieflen mit Milch kann für Freitag den 21. d. MKS. aus die 8/* Liter Milch lautenben Milchkortrn feine Milch gcli.'sert LckchtMi mtthnmfl beit Ü4 nur ber ix ber frjeite ' gnyn nette te:, ygen gcog ist w d bem müssen ir teriorgt ttethr l’.d) in ScN Än-» unb E ncuenimamt Ktschüy Bin benmt in öei Irmatcn pro Sn ernt barm hat, fei Sinsenber SVS& *it ben yi um; betl ebrr *nft mn ihm — bist ich mich um ’k beiVxTrb fjnnte ihr ja schietzlich nickt »er- b?rqen fein, ft5er du begreifst — p gvist auch meine Liebe für te ist — zur Herrin a n Schönau Den ick kein Weib machen, daS so ichttiS seinen Ruf aufs Spiel setzt!" Magnus stbwieg. Er säst da mb rührte sich nickt, auch ils der andere nun mit ein paar Warten Abckied nahm und ging. Nur einmal stöhnte er dumpf auf, als er brausten am Korridor 4Jlubefta5 weicke Stimm: jagen hörte: ,^o, Evelyn, ich fimme dann auch hm ab. Nur daS Killet miU ich erst schreien. Geh nnflUxiVn voraus." .. Sie sprach jo ruhig, flr sinft . . .! Ob fie ^e wissen würde, waS eS heitzt, den Giandut in ein Dcrmifcbfe». Elscnda-nungiack. Dresden, 19. Nov. Gestern mittag ereignete sich auf der Schm alspurlinie Döbeln —Mügeln ein schwerer Sijetv bafln Unfall. Auf dem Bahnhof Tollschutz fuhr ein Gütcrzug, der wahrscheinlich infolge Versagens der vereisten Bremsen nicht zum Halten gebracht werden konnte, auf einen Pi'rsoneiizug. Dieser kam ins Rollen. Das Lotomvtivpersonal sprang ab. Mit bet auf der Gefällseite erreichten großen Geschwindigkeit stürzte der Zug an einer scha» fen Kurve, an der zum Unglück eine Brü« lag, ab. Sämtliche Wagen wurden zi-rtrüm- imstande ist, bedeutende Wassermengen aufzu- rt-bmen. . , . _ „ ** Gesto hlen wurden in der Nacht zum 21 November aus einem Geschäft in bet schul' fIra[fl ■ 1 Stativ im Werte tx?n 34 Mr. i 1 Kugelgelenk,' Wett 9 50 Mt.: 1 Feldstech-r von der o-iima Leitz in Wetzlar, Wert 150 Mk., 1 Photo- graphisckrer Apparat, Wr* „Ernemaun Viag 11 , ü>röBe 9 12, Wert 390 Mk.; 1 plwtograpbuchr Apparat, Marke .^carette", Grö^e 6;b, ©tri 625 Mk.; 1 photographischer Apparat Marke „Barette", Größe 6:9, 53ert 440 Mk.; 1 Photo- graphlsckxr Apr-arat, Marke „Goerz Finax", Grotze 4'/-: 6, Wett ^50 Mk. . ** Verleihung von Kriegsaus- zeichnungen. Durch Verfügung des ReAs- wehrministeriums ist der Schlutztermiu für Einreichung von Borschläger unb Anträgen auf Verleihung von ÜriegsauszeichnungenEi'erncs Kreuz, Verdienstkrruz für Kttegsl.ile, Rote- Kreuz-Med alle) aui den 30. Novern.«. 1919 f.st- gesetzt worden. Näheres siehe im An,ei gent.il. '*• Ter Sänserkranz (Sieben bringt Mittwoch den 26 November 1919. abends 8 Uhr, in ber neuen Aula der Unüxnitäl ,Ter Rvie Pilg-rsahrt" für Soli, Chor und Orch-strr von Rob. Sdruntann zum Bettrag. Vorher wird „Tie Allmacht", für Ältsvlo, von Franz Schubett g> g.-ben. Ms Ansführendc sind gewonnen Th^ese zur Rieden (Lopram, Anna Batth (Ml) S-arl 3aofrhcf (Tenor), Paul Poi^hl iVatz^aus Frankfurt a. M., der g?mischtt Chor des ^Vigerkranz, die Kapelle des R.ichSwehr-Fnf.-Ri g s 36 unter Leitung von Mbett Kasten. Siebe Anzeigenteil. ♦* Die Dienststunden der Verfor- gungsstclle Giesten sind für das Winter- balbiahr von 8 llhr Dormittig5 bis 2 llhr l^ch- mittags festgesetzt worden. Sonntags ist die Bcr- sorgungSftelle geschlosjen. , ** A u f die gestrige KreiSlehrer- k o n f e r e n z können wir aus Platzmangel erst morgen zurückkommen. ♦* 3 u c i n e m bemerkenswertenEnt- schluß sind Alterskvllesen der 60er Bereinigung 1861—1911 g.'öommen, iitbem sie die Mittel be- reitstcllen, eine am 9. August 1919 von ihrem Allerstollegen Roallehrcr A. Salomvn-Girtzen gv- hältene Rede auf ihre Kosten drucken und verbreiten lassen, Tie Ansprache verfolgt den Zweck, dec scharfen GegenfLtze im öffentlichen Leben zu überbrücken und Mut zu einer besseven Zukunft zurusprechen. herzlichste ein geladen. rm. Darmstadt, 20. Nov. Der Senior der Hess. Lehrerschaft, Lehrer i.P. PH Hartmann, beging gestern fdnen 82. Geburtstag. ^ochschulnachrichten. Q Marburg, 20. Nov. Der a. o. Professor ber Medizinischen Fakultät, Dr med. L a ewe n in Leipzig, hat den an ihn ergtmynen Ruf als Direktor ber Chirurgischen Klinik hier unter Ernennung zum o. Professor anaenommen. -- Tie a. o. Professoren der Philofoplnichen Fakultät, Dr. Tdiel und Dr. Stengel, wurden »a o. Professoren entarait ** Im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, gelangt heute der geschichtliche Film M a d a m e Tubarry zur Auffülirung. Ter Film verfolgt die Geschichte der kleinen Modistin Jeanne Bau- bentier, der späteren Gräiin Dubarry, die als Geliebte König Ludwig XV. von Frankreich einen Platz in der Weltgeschichte errang. Landkreis Gießen. Gedächtnisausstellung zu Ehren der Toten. X W i e s e ck, 20. Nov. Unsere Gemeinde wird am Totensonntag nicht nur die Namen Ihrer Gefallenen und infolge des Krieges Derstvrbenen im Gottesdienst hören, sie soll auch rtyrt xxlter sehen, soweit diese vorhanden find. Die G e d 2 ch t - nisausstellung äu Ehren unserer Toten im früheren obvrtn Schulsaal ber alten Schule wird außer diesen Bildern von künstlerischen Gedächtnisblättern den Hinterbliebenen zur Aufrichtung das Beste enthalten, was hiervon in den letzten Jahren geschaffen mürbe. Sie wird am Totenfest um 2 llhr durch eine furje Feier eröffnet werden, bei der verschiedene Chöre mstwirken wollen. Die Ausstellung wird ooranssichtlich einige Tage geöffnet bleiben und an einem Werftaa von unserer Schuljugend unter Führung ihrer Lehrer besucht werden. Gkibcn für besonders bedrängte hefige Kriegshinterbliebene können dott niedergelegt werden. — In diesem Borgelren Wiesecks ist eine Anregung gegeben, der man in allen Orten folgen sollte. e H Allendorf a. b. Lda., 20. Nov. Der Arleiter Heinrich Schmitt IV. rutscht* infolge ber durch den Schnee verurfackcken Glätt: gvftem alend im Steinbruch aus und fiel so unglücklich, daß y einen Schad el bruch davoutrug, an dessen Folgen er in ber Nacht noch starb. KrriS Büdingen. 0 Wenings, 20. Nov Aus Amerika trat dieser Tag* eine freudige Nachricht hier ein. Dort lebende Weninger, die tne alte Liebe unb Anhäng- lichkeit an ihre Heimat noch nicht verloren haben, fammcltcn 9000 M k. und stifteten dee Summ* den Armen ihres Heimatstädtchens. Deutsch Treue ist also noch nicht gestorben und trägt dadurch bei zur Linderung mancher Nöte, an denen unsere Zeit ja so reich ist. jtrdd Lauterbach. z. Greben bain, 17. Nov. Der hiesige M u s i T o c r e i n yatte gestern abend in dem festlich geschmückten Saale der Witwe Ganß eine Abendunlerhattung Das Mitglied Karl Rinker ehrte in seiner Ansprache zuerst das Andenkender d mu j (ßeridyttfaal. (1 Marburg, 20. Nov. Ein umfangreich« Diebstahl, bei dem es sich um sieben An- geflagte bandelte, besänftigte das hiesige Land- gcttckst Bier ber Angeklagten, von denen einer wegen Krankheit fehlte, warm auS Marburg, die beet anderen aus Gießen. Die erste Gruppe wurde beschuldigt, bei dem hiesigen Abbeckeret- desiyer Gary mchrevc Fäsier Fett und eine Anzahl Häute «stöhlen und diese nach Gießen an ine drei Ttitangi-flagttm verkauft zu haben. Die BerHandlung, bei der im ganzen vier Rechtsanwälte aus Marburg unb Gießen mitwirkten, dauerte fast 6 Stunden lang. Sie endigte damit, daß ber Hauptübeltäter zu 9 Monaten, ein Helfer zu einem Monat und der Fuhrmann der die Beuch nach Gießen gefahren hatte, zu fünf Monaten Gefängnis oerurtcilt wurden. Die drei Käufer in Gießen, die wegen Hehlerri angeklagt waren, erzielten Freisprechung, todl sie annehmen konnten, daß eS sich nicht um gestohlene, sondern um ScknvarzschlachtungSerzeugnrsf« gehandelt hätte. akfallenen Mitglieder, sodann gab er dem Wunsche Ausdruck, ba.'; der Verein auch rved.T v.\ burd) allseitig' Förderung geoeijen möge. Die 2 > Ma. n iarke Novelle bot in reich.-a.tigcm Piottamm unb gutem Sviel ihr Be .es; beionbcte Trwah- nung verdienen noch E. W-i^el und Karl Gi.Nch, die muum.isch vorzüg iches leisten, samt ube Musikstücke a.iden a Igememen Bei a.l. Nach euiei Pause von einer Haiden stunde sand die Tanz- crörhnnig durch die Ausführung einet Polonaiie tait, w-Ichcr noch manch nwher steige.i lolgte. Tie Gese.lscha t trennte sich erst am frühen Moigen in angeregter Stimmung mit bem Geiühl, einm vergnügten Abend oerleot zu haben. k Lauterbach, 20. Noo. Heute wurde hier die Landwirtschaftliche Winter sch ule mit einer kleinen 'Feier evosftvck. Die Sckmle begrünt ihre Arl^it mit etwa 25 Schülern. -Den Unter» ridrt erteilen au(jer dem Leiter, Octonomierai Glaser, LchrÄä.t.' der Roalsckrule und der Volkv» schule. — Am verflossenen Donnerstag starb etnei der ältesten Bürger unserer Stadt, F ra n z Die hm, ein besonders durch feine naturchrsto- rischen Sammlungen bekannter Mann, im Atter ix?n 80 Jahren. — Der Besuch der hiesiaen Realschule hat durch die Bemühungen des Ärekwrs Dr. Kammer so zugenommen, daß bv ßaW 200 an Ostern wohl erreicht rovrben dürfte Gin Anbau an das Gebäude der Schule, die ,chon jetzt i'.nzuveichende Räume hat, ist in- Auge ge- jaüt. — Die hiesigen Schwenvchalter halten vor einiger Zeit in einer sehr lebhaften Bersammlung den BescÄuß gefaßt, beim ^reisamt dahin vor- stvllig zu werden, daß Pttoatschlachtungen mcht mehr im fläbtildjm Schlachhause Dorneiwmmtm zu werden brauch-'N, da dort die Gennchtsrontrolle zu scharf durchgeführt wird. Wie man hott, soll diesem Verlangen nun enlsprockicn werden, na* türlich zum schaden derjenigen, die ohne im Besitz cineS nähr hasten Bo rst^nt irres zu sein, auch gerne gelegentlich einmal etwas Schn^nernes aus kearnte Heß am Eingang ei~rr Wirtschaft üver lallen und durch Mefierstiche jo ickuver verletzt, da? tx kurz bacaui in Sck>öllkrippen, ivohin man ihn gelra^ht Hane, gcitorben ist. Man vermutet daß em Racheakt vorliegt, da ber Erstochene g.‘pen ben Schleichhandel oorgvliei und arbeiten must«. Die Täter sind noch nicht ermittelt. — In Königsberg ist der sta.'trai Dr. Lohmann, gebürtig aus Hanau, fast einstimmig von der Stadtperord- netenienQmmlung juin Stadtkämmerer gemault worden. )( Marburg, 20. Nov. Die Stadtverordneten bewilligten 50 000 Mark für Notstandsarbeiten. Außerdem wurde eine Anleihe von 4 Mill. Mk. bei der Giro- Gesellsck)aft in Berlin zum Ankauf von Fett und Sck)inalz, rückzahlbar bis zum 1. Dftbx. 1920, genehmigt. D?" „Nimm e5, rote bu wi.lst. Ich bin beveit, dtr nachher jede gvirünsch-de Genugtuung »u geben, 3<*l ater heraus mit der Sprache!-Wrs willst bu gesehen habeit?" „Nun denn, da du mich zwtngst, sollst du eS ettah.-en. Ich wollte h.'ute nach Tisch zu nn- jerem H<-(xr nach Gasselberg unb ritt dabn über vte Äoi.erhöhe. Als ich den Paß fast erreicht batte, sah ich ein S.ück »jr mir M^desta ge1>.*n . . . ganz allein, aber sehr eilig, 114 hibe sie nn bestimmtes Ziel . . Er hatte mit fiangbicr Stimme gefbrxbn, den Blick unverwandt auf einen Punkt an d.r Wand gerichtet. 2tus StaM und Land. Gießen, den 21. Noo. 1919. E n Jubi äum der Straßenbahn. Bon ber Direktion ber Straßenbahn wird uns mitgeteilt: _ . .. Zehn Jahre sind am freudigen *nI der Betriebseröffnung der ftäbtildjen _ekrt? t n Straßend^h.l Dentalen. Ein kurzer RmLlick aui die vergangenen Betriebsjahre dürfte g.-zeigt kin : „Tie an die ^traflenbabn gefuüpttcn Erwartung.^ würben nickst nur erfüllt, ictibeni weit übeitnoffen", so begann der erste BetnebS- bertckst für das Rechnu.igiaIft 1910. statt des envattrten Zuschusses wm 28 ,67 Mk waren nur 8148 Mk. envrderlich, nickst mehr rote bet Dem früheren Omnibusvelrieb. Jnrolge der ettreul tchen Crg.bnisse defckstoß daher auck) d« S^verord^ netewBersammlung am 8 Tgcmber !910 iwu weitere TrielAtx.gm $u besdpsfen unb den 7/.-- Miuutenverkehr «S7x5!ot- ' ®r ki St„eine M Ankauf n ®lrDe bar bis 2 °nnH "g^nen 1bcm dtanlagen ,?nutb£ M auft ^ll Prctse nnbt^ "^-LLL htriaal. ®. Nov. Ein MsMMilhv n ,es sich um sieben An- Wigte das hiesige Lanb- geklagten, vvn btntn eine e, waren auS Marburg, bi ie&en. Die erste (Mm ei bcm hiesigen Meckm- tre Fässer Jett unb em en unb diese nach Giehri cklagtrn verlaust ju baba. : der im ganzen vier RechS rg unb Girftn mitoirfta, en lang. Sie aibigtt bamit er zu 9 Monaten, ein hestv der Fuhrmann, bnbie8fdi m hatte, zu süns Monale- nmrbcn. Ae den §Üu jv r Sxblrtri angeflü^ waren „ weit sie tonnte 'm geFvhiene, jonbent m Zeugnisse ybanbdt hätte. »lnachrichten. 20 Roo. Der a.o sufultät, Dr.BeiJjJJJ an ihn ergangen W?- gischen Mi' bin imtn^ er Molchen MM ir. Stengel, w®01 L mischt 19 m sdimati1»’1'1.1''' f£Ssj :ad)t werden ^n. Dieser tom u» * En9 5b-° * ,t- S iid eine $« Jg«22SJ2S by6^6^r ?**Ä^*J hjn'bi»' **/^4*" KsKS; 2^^ js> erert Soweit festzustrlten war, sind bisher 4 Personen tot, 24 verletzt, darunter 16 schwer. Die Strecke ist unterirrochen. firine dem früheren Großherzog von Dessen zugcdach!eChnlNg. Bern, 19. Nov. Wie die „Tribuna" in Lausanne meldet, hat ber Bundesrat in einem Schreiben an die Luzerner Ortsgruppe der schweizerischen republikanischen Gesellschaft darauf hingewiesen, daß die Verleihung des Ehrenbürgerrechts an den Grobherzog von Hessen durch oic Gemeinde Tarasp den gesetzlichen Vorschriften widerspreche. Die Regierung von Graubünden ist aufgefordert worden, den Beschluß der Gemeinde Tarasp für null und nichtig zu ertlären. Eingesandt. (Für Form und v\ii;,;. i ui. hi.er dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt hie Redaktion dem Publikum >'i t •rfri Verantwortung.> Strahenbahnvergünstigung für Schwer beschädig ke. Einsender dieser Zeilen bringt hiermit zur fttagc, wann endlich den viel geäußerten Wün» schcn der entlassenen Kriegsbeschädigten Rechnung getragen, und ihnen eine Preisermäßigung auf der Straßenbahn gewährt wird. In den meisten Städten Deutschlands gewährt man den Blinden sowie den Beinamputierten, überhaupt Schwer- friegSbesä-ädigten, freie Fahrt aus den Straßenbahnen ; den leichter Beschädigten läßt man die Hälfte des Fahrpreises nach. Daß es in Gießen im Kriege gerade so war, wissen wir ja, jetzt aber denkt man nicht mehr daran. Bei der Stadtverwaltung ist der Antrag schon lange gestellt worden, jedoch bis heute noch ohne Antwort geblieben. Bei den schlechten Witterungsverhältniffen, besonders bei Regen unb Schnee, sind Kameraden, die ihre Glieder verloren 'haben, dauernd aus die Strauelchahn angewiesen. Sie müssen vollen Fahr- preis zahlen und meistens noch im Wagen bet Straßenbahn stehen, wenn sie nicht selbst darauf bringen, daß ihnen ein Platz angeboten wird. Die Lazarettinsassen haben nach langem Drängen eine Fahrpreisermäßigung erreicht. Mögen diese 'Zeilen genügen, die Preisermäßigung auf ber Straßenbahn auch für die entlassenen Kriegsbeschädigten einzuführen. EinSchwerbcschädigter. Eberstadt, 18. Nov. Welche wirtschaftliche Bedeutung für die Bvlks- ienifl6rimg besonders der kleine Landwirt hat, kann sich nur ber vvrstellen, wer über die Ablieferungen der Erzeugnisse orientiert ist. Größere Kartoffel- mengen werden hier in Eberstadt Herausgewiri- schäftet, gegen Gutshöse, deren Gelände fast etenfo kp»ß ist wie dasjenige unserer Gemeinde! Außerdem müssen in Eberstadt noch etwa 509 Personen versorgt werden, was bei einem Gutshof fast gänzlich in Wegfall kommt. Genau so ftebt es mit brr Milch- unb Eienablieferung, denn selbst der Vertrauensmann der LandeS-Milch- und Fettstelle, Flurschütz Zimmer, stellt fest, daß gerade die Klein- ihauern in Bezog aus die Ablieferung in den letzten 'Nonaten großes geleistet haben. Wer euren Einblick in das Wirtschaftsleben der Bauern hat, muß zugeben, daß dem Boden nicht mehr abgenommen werden kann. Alles, was erzeugt wirb, bommt der Mgemeinh.it zu Gute, denn der Klrinbauer hat im Herbst Berpf rchtungeu (Pacht- und Holzg.lder usw.). Er ist aLo gezwun- arn, um das nötige Geld zu bekommen, alles Entbehrliche zu verkaufen. Er kann nichts ausspeichern, um, wie man allgemein sagt „bessere Zeiten abzuwarten". Tie Prvdukiion könnte noch erheblich erhöht werden, wenn den Laubwirien noch bas nötig; Land zur Verfügung stände. Wettervorattssage für Samstag: Vorwiegend wolkig, meist ttocken, etwas kälter, nachts unter Null Grad, nordwestliche Winde. Letzte Nachrichten. Das Inkrafttreten tes Friedenstvrirags. Paris, 20. Nvv. (Havas.s Ter Oberste R a t hat sich beute unter dem Vorsitz vvn P i cho n versammelt. Er hörte den polnischen Bevollmächtigen Grabskr, ber die Gründe barfcgte, die sowoyl ht politi'cher wie in wirtschaftlicher Hinsicht zu Gunsten einer definitiven Zuteilung von Ost- galizirn an Polen sprechen. Ferner nahm der Oberste Rat einen Bericht der Wirrerherftellungs- Sommission errtg^en tezügl»ck der Zuteilung ber Hantelsw"nedrnSvertrig. Wo s hi n gtv n, 20 Riev. (WTB.l (Havas.) Die vorbe haltli che R". t if i z ie r u NL des FriedenSvertrag^ wurde mit 53 geren 28 -stimmen verworfen. — Nach drei fruchtl-oftn Versuchen kam im Samt die zur Ratifizierung roctmenbigr Mehrheit nicht zusammen. Lobgc bra-hte einen Besckilußentwurs ein, in dem dem Kongreß vorge- sckllag-n wirb, den Kriegszustand mit Tcutscklland als beendet rn erflären- Tiefer Entwurf wurde an die Senatswmmilsion für die auswärtigen An- gelcgenlieiten verwiesen. Ter Senat tw*t sich auf unbestimmte Zeit vertagt. Washington, 20. Nvv. (Wolff) Nach drei Mlcktlostn Versuchen kam im Senat bte zur Ra- tiftiierung notwendige Mehrheit zusammen. L o d g e brachte einen Bcfchlußentwurs ein, in ivelchem dem Kongreß vor geschlagen wird, d.'n Kriegszustand mit Deutschland als beendet zu erklären. Dieser Entwurf wurve an die Setratskommission für die auswärtigen Angelegenheiten verwiesen. Der Senat hat sich aus unbestimmte Zeit vertagt. Erinnerungen Eonrad Hausmanns. Berlin, 21. Nov. (SB. B.) lieber den 95er«- laus der Dinge am 9. November 1918 in Berlin, die er als Staatssekretär miterlebte, gibt bet Ädg. Conrad Haußmann in der „Boss. Ztg." eine Schilderung, in der es n. a. heißt: Zwischen 12 unb 1 mittags erschien der Reichs- tagsabg. Ebert und der morgend als Staatssekretär zurückgetretene ?lbg. Schndemann beim Reichskanzler unb den Kabinettsmrtgliedern. Ebert teilte im Auftrage seiner Partei mit. daß zur Vermeidung von Blutvergießen die Uebnmahme ber Gefällte für nötig ernannt wurde. Er selbst fet dazu ausersehen, die Geschäfte zu übernehmen. Aus bte Frage des stellvertretenden Reichskanzlers v. Payer, ob die Uebernahme auf Grund der Reichs Verfassung ober im Auftrage der Arbeiter« unb Soldatenräte erfolgen sollte, erklärte Ebert: Namens der Rrichsversaffung. Hieraus beriet Prinz Max von Baden mit den Kabinetts« mitgliebern. Es wurde mit Rücksicht auf die tat- säclüiche und staatsrechtliche Lage unb unter besonderer Berücksiclstigung jener Erklärungen Eöeris besäüossen, dem Reichstagsabgeordneten Ebert die SBahrnehmung ber Geschäfte des Reichskanzlers vorbe ha l t l i ch ber gesetzlichen Genehmigung zu ük^riragen. Ebert crffärte sich aus Befragen kreit, die Geschäfte sofort zu übernehmen Haußmann fdnlbert dann weiter die Sße« rusung der Staatssekretäre Scheidemann und Landsberg. Zugleich bat Ebert Haußmann, sein Amt fortzusühren. Daraus sei die erste Proklamation (Stert», in ber dieser mitteilte, daß er die Regierung im Einverständnis mit den Parteien zu bilden grtenke, von Ebert, Landsberg und itairfimann redigiert worden. Die Bermhiming der obersten Hcrrfilhrer. Berlin, 21. Nov. Wie die „Deutsche Allgemein'' Zeitung" erfährt, trifft es zu, daß der NntersuchungSa'isschuß für die Prüfung der Wilsanschen Friebensal.'i''n und den Ent'chluß zum U-Boot-Krieg nicht mehr die Abftcht hat, Gencral- feldmarschall v. Hindenburg unb General Lützendorfs zu vernehmen. Man sei ber Ansicht, daß die bisherigen Anssührungen der beiden Feldherren für die Zwecke die.es Unteraus- schustes hinreichen. Damit sei aber nicht gesagt, daß nin aus ihre Bekundung bei anderen Unteransschüsien nicht noch bei gegebener Gelegenheit z-n'-ückkommen werde. Geschäftsordnung des Neichsrates. Berlin, 20. Ncv. (Wvlff.) In der öffentlichen Sitzung des RrichSrntes, die am Nachmittag unter dem Vorsitz des Ministers Kock frrttfanb, wurde u. a. eine na« Geschäjtsovdirung des Rcichs- rates angenommen. Aus den Bestimmungen dieser Gesckräftsordnung ist von Intercsfe, daß btt Reihenfolge der L ände r unter Fortfall ber früheren dynastische Rücksichten nunmcchr nach ber Einwohner^ate geregelt wird. Der Vertreter für Sack/sen-Weimar gab in Protokoll, daß nach der Gründung von Groß-Thüringen, dem sich von den tbüringif(fcn Staaten voraussichtlich nur Koburg nickst anschlieften würde, das künftige Groß-Thüringen hinsichtlich der Vertretung im Reichsrat die Gleichstellung mit Hessen beanspruchen würde. Ausftchrzölle? Berlin, 20. Nov. An maßgebende deutscher SteNe soll, dem „L-vk.-Anz." zufolge, die Einführung eines Aussuhrzollcsvon25Pro- z e n t d s answach n en B trags geplant sein. Die Veröffentliching einer Mittcilung darüber stände n :mit:abQr bevor. Die Maßregel m>z.tr einerseits die Folge der Klagen über bte massenhaften Einkäufe des Auslandes in Deutschland, bte durch die Valuta begünstigt werden, andererseits eine Folge ber Befchw.rden der ausländischen Industrie- unb Handklskceife, deren Geschäft durch diese Einfuhr aus Deutschland gefährdet werde. Rarionrermrg rion Brennholz rm. Darmstadt, 20. Nov. Die Brenn- Holzabgabe soll nunmehr im ganzen Lande nach einer Mitteilung der Regierung im Finanzausschuß durch eine SBerortnümg geregelt, d. h. rat in>nieT t werden. Tie Haupt" geschäftsstelle wird in Darmstadt errichtet, welche die Verteilung des amtlich festgestellten Holzvvr- rates auf die einzelnen Gemeinden im Lande vornimmt. CS werden dann tefonbere Ausfckmfse voraussichtlich in den Kreisen gebildet, welch, die Regelung der Verteilung in den Gemeinden übernehmat unb zu überwachen haben. Die Rationierung soll alsbald erfolgen. Die Führung des Zentrums. München, 20. Nov. (Wolfs.) Wie der „Bayerische Kurier" hört, wird an Stelle des verstorbenen Aba. Gröber der Abg. T r i m b o r n die Führung der Zenttumssraltton übernehmen. Der Wirtestrcik in Braunschweig. Braunschweig, 20. Nvv. (WTB.) Zwischen den Gastwirten und der ßartteSrcgnmmg kam es ?u einer Berstänbigung über die Tifse- renzen ber Gastwirte mit ber Negierung, so daß der angefünbigte Streik der £»Lite|ibet und Gastwirte vermieden tmirden ist. Es soll ein Beirat ber Hotelbesitzer unb Gastwirte ciEsetzt nx-rben, der über etwaige Differenzen mit ber Regierung verhandelt. Max Klinqcr schwer erkrankt. Leipzig, 21. Nov. (W. B) Zil dem De- finben Max Klingers trat nach dem .Leipziger Tageblatt" eine Verschlimmenmg ein. ES würbe eine doppelseitige Lungenent- züntzung feftgestellt. -dlufttahme deutscher Kinder in Dänemark. Berlin, 20. Nvv. (Weiss.) Die bänifdjen Gewerkschaften erklärten sich bereit, die K i n b e r» aufnahme auch Über den Winter fortzusetzen, insbesondere Kinder über Weilmacksten auf acht Worten aufzunehmen. Ter Reichskanzler richtete deshalb an den Minister Stauning folgendes Telegramm: „Tie Mitteüung, daß die dönrschen Gcwerk- schäften erneut bereit sind, einer weiteren holzen Zahl erl.ylintgßl'ebürf tiger Kinder gastfreien Aufenthalt in Täncmark zu gewähren, närd in allen Tellen des Deutschen Reiches dan^arste Anerkennung siniden. Tie bt5Tjer heimgrkelnß.n, glänzend erholten unb fast immer auch neu cm- geleiteten Kinder lösten bei ihren Angehörigen bie tieffbe TanlLarkeit aus, bte bad Famtl.en- Icben der Eiitzelnen günstig beeinflußt- Tiefer sichtbare Ausdruck ber Hllfsbereitfchaft hilft uns, den Glauben an eine neue bessere Zeit nicht zu verlieren." Lloyd George iwer rie Frag- d-s Ostens. Amsterdam. 20. Nov. >.WB) Den englischen Blättern zufolge sagte Lloyd George tn feiner lereits gemeldeten Rede über Rußland im Unterhause am 17. Nov. noch: Die Anwesenheit von Deutschen in den bal- kt täten Provinzen sei eine große Ge- I ür. Er erinnerte an die preußisch- Erhebmrg gegen Napoleon, bie ebenfalls im Osten vorbereitet worden sei, und erklärte, die Deutschen müßten aus den balttfchen Provinzen entfernt werden, sonst sei Europa nicht wehr sicher. Balfour besprach die Zukunft der TürLei unb sagte u. a., daß türkische Volk habe eine große Sier* gangenheit unb wenn der Grundstein des Sttbst- bestimmungsrechtes ebenso aus die Türkei wie auf bte anderen Völker angeroenbet werde, jo werd: gewiß auch nach dem Frieden ein türkisches Reich bestehen. behördliche Anzeigen. Betnnntmachnng. Durch Verfügung des Reichswehrministeriums vom 25. 10. 19 II Nr. 1150/10. 19 V A. ist der Schlußtermin für Einreichung von Vorschlägen Mnb Anträgen auf Verleihu!^ von Kriegsauszeichnungen (Eisentes Kreuz, VeEnstkreuz für Kriegs- ihllfe, Rote-Kreuz-Medaille) n; Povve & Co. 1 satt neuer Herreu- Wintermantel, 1 blaue fcoitümjacfc. Eine Wärterin zum 1. Dez. 1919 gesucht. 13129D Provinzial ________Siech en an statt. 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DaS Recht, Apparate in der in dem Ar ikel beschriebenen Form berzusrellen und zu vertretben, steht auSschltesilich uns zu. In eresienten wird unser gesetzlich geschützter, laut Gutachten der staatlichen Bermch anstalt Cbarlottenburg bis zu 40°, Was sparenden Gasivaravvarat „Scan" kostenlos oorgeführt utch prodeiveise angebracht. „ , , , , __ Den Alleinverkauf für Oberbessen sowie Wetzlar und Marburg hat nur die Urma Fritz Xaaeaaer, tileBen, Neuenweg 15, Telephon 890. Deutsche Garindustne, Gießen. 6ÖBEL&APPEL Inhaber: Otto Göbel Gießen u. 13138 a. d. Gies,. A. erb. Gut erhaltener echter Skunksmust zu kaufen gesucht. Sckr. Augeb. mit Preisangabe unt. 022419 a d. Gien. An». Ö2S42Ö] (yiiciibabn ober Postbeamten - Mantel (evtl OstizierSmantell zu kaufen gesucht. (022420 Crednerttratze r»o UL | Empfehlungen! Täglich im vorderen Lokal Gastspiel der Solisten «. wohlbekannten oberbayerischen Truppe der Chiemseer! In einzig daktebeader Natnr^Gcbtheit verkörpert die,. 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