Montag, 2(. Juli 1919 (69. Jahrgang Erstes Blatt Solljftaat &u ühcrnebmcn, bisher nicht gewachsen Ganz unrichtig aber scheint ebenso zweifellos m Krifis der Kabinetts dlemenceau. MMM land rettet. Tausende und abertausende Deutsckst ^Verwaltung £ii h den 23.) pari. IS» nLich» j. Zuli 1919. ’« wie neu hrrgerichtr. I MMer-nndV« iedm dehnbaren u iltiges tagt! i nimpfwM Mtltata pezialham artynHeparahnnf ’^nhofstraise 76 pezialität: Brücken-ÄrbeitJ ' ’m Solide P,-. Versailles, 20. Juli. (W. B.) Minister- Präsident Clemenceau hat die Entlassung des Ackerbau- und Ernährungsministers B o r e t in Verfolg der Wstimmung rn der gestrigen hm* mersitzung angenommen und zu seinem Nachfolger den ehemaligen Botschafter in Petersburg INoulens ernannt, den er bereits vormittags --- - Sem- irr. 167 2 et Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer • onn* und Feiertags. Bezugspreis: monatl. Mk. 1.60, vierteljährlich Mk. 4.80; durch Abhole- u. Zweigstellen monall. ‘Ulf. 1.50; durch diePost Mk. 4.50 uiertel- jährl. ausschl. Bestellq. iernsprech - Anschluffe: «ür die Schriitleitungl 12 Verlag,Geschästsslelle51 Aiischrstt fürDrgdtnach- nchten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: slmksurl a. M. (1686 (Öner Brief an den Parteitag der deutschen demokratischen Partei in Berlin, gleichzeitig Antwort auf den Leitartikel h Nr. 520 der Frankfurter Zeitung vom 17. Juli 1919, „die Deutsche demokratisci-.' Partei, ein Wort zu ihrem Parteitag." Annadme von Anzeigen f. die LagkSnuiirmer bis zum Nachmittag vorder ohnejedeBerbuidlichkeit Dreis für ( mm höhe für Anzeigen v.34mmBrette örtlich 15 Pf, auswärts 18 Pf., für Reklame- anzeigen von 70 mm Breite 48Pf. Bei Platz- vorfchrtil2O°/. Anifchlag. Hauptschrtttleiler: Ang. Goeg. 'Ikranlivovtlui) für Politik: Ang. Goetz, für den übrigen Leih Dr. Remhold Zenz: für den Anzetgeiilrü: ü. Beck; sämtlich in Gieren HärntMe a>rte. yht gewordener Wqcjeigt habe, während der Unterzeichnete, ein alter ■ hieran er der Fortschrittlichen Volks Partei um« ■ gefelirt der Ansicht ist. daß der seitherige Miß^ £>err G e h. I u st i z r a t Metz, der lang- jLlirige Vorsitzende des Vereins der Freisinnigen Tarin und der Fortschrittlichen Votkspartei des 1 hessischen Reichstagswahlkreises, bittet uns um flufnahmc des folgenden offenen Briefes, brr dem gegenwärtig in Berlin stattfindendcn l-gttcitag der Teutschen demokratischen Partei übersandt worden ist und heute gleichzeitig auch in btt „Kölnisck)cn 3eitung" erscheint. Tie Frankfurter Zeitung hat in bem oben- cnoälmten Artikel über die Deutsche demokraiiscl-e kattn das ztveifellvs richtige Urteil gefällt, das sich die Teutsclie demokratische Partei der Aufgabe, die Führer rolle in dem neuen Teutschnv von , eriela darauf zurückzufÄhren ist, daß die Temv- : lratische Partei unter völliger Preisgabe ihrer lllUnOI 0 t liberalen (vnmdsätze die guten bewährten Bahnen öft Fbrtsänbe der Sozialdemokratie geleiten ui lassen, in ihrem ersten Aufruf viel zu weit sichend, sich zu der Behauptung verstieg, die alten Tarteiformen seien zusammengebvochen und ihre chtätvoll gehüteten Parteiprogramme seien bedeutungslos geworden. Es ist der Partei weiter W. toch a n zu rechnen. daß sic an der Regierung sofort Irilnahm und dabei sich auch mit Erfolg bemühte, das 3entrinn zur Teilnahme an der Regierung Kranzuziehen. Tagegen war es nach Ansicht des ' llnlerzeuli-neten und sicherlich sehr vieler Ange- IKicigen der früheren Fortschrittlichen Vvlkspartei ü'mb auch der jetzigen Teutsclnen demokratischen ’ Sartei ein großer Fehler, daß man es unterlich. He .netter recksts stellenden Parteien und speziell leie Nationalliberale Partei zur Regierung zuzu-- Mhcn und das; man namentlich den richtigen Moment nicht erfaßte, endlich die liberalen Mlr- Wicu zu einer großen Deutschen Volkspartei zu ■tranigen. " Es ist das im Wesentlichen in Berlin, in ||kr Provinz und bei uns speziell in Hessen ge- jMehai, weil man in kleinlicher Weise sich auf Briten der Angehörigen der Demokratischen Partei IMcht entschSießen konnte, gewisse .Persönlichkeiten, Bit in der Nationallibevalen Partei etwas weit IMkktzts standen, in die Partei aufzunehmen, statt man sich gefreut hätte, daß diese Persönlich- *<ü:en bereit waren, ihre Kräfte in den Dienst I Kr Interessen der Freiyett und des Volkes zu Mkllen. Nackchem nun trotz dieser Fehler die Partei ' mit einer großen Anzahl zum gwßen Teil sehr tfäfrigter Abgeordneter aus den Wahlen zur 9La- Ohualversammlung und auch aus den Wahlen zu ■tt gesetzgebenden Körperschaften der Ernzelstaaten irttorgegangen war, weil man offenbar unter Druck der damaligen Lage in weiten Kreisen Vtt Ansicht war, daß man mir mit der bürger- Aik-en Linken die dluswüchse der Revolution und Mibesondere die sozialdemokratischen Bestrebungen «äinpsen könne, war es umsomehr die Aufgabe I Br Temokrattschen Partei, prinzipiell gegen das j Wrioldemvkratische Programm von der 9-otwew- । tiifkit der Verwandlung des kapitalistischen Privat- sDriiemtums an Produktionsmitteln — Grund und ■irrten, Gruben und Bergwerken, Rohstoffen, SBerf- H||ugcn, Biasdstnen, Verkehrsmitteln — in gesell* uUraltliches Eigentum Stellung zu nehmen. Statt dessen nahm man — allerdings consorm IIIHit der Stellung auch anderer bürgerlicher Pav mH-'H — die Forderung der Sozialisierung der Bc- nltrktic in das 3iel der deutschen demokratischen ■ptQei auf, allerdings mit dem vermessenden oder i» ii'4 itger gesagt, den Vordersatz aushebenden 3u- h- „soweit sie für die Sozialisierung reif sind". Nachdem man sich so auf die schiefe Ebene ! kieeben hatte, mußte man den Sozialdemokraten innrer mehr nachgeben, man machte die Auf- II lcumg unserer auf der allgemeinen Wehrpflicht, tuf die wir Deutsche mit Recht so stolz waren. Diese Ausgaben können die Sozialdemo- k r a te n nach ihren grundsätzlichen Anschauungen nicht erfüllen: sie, die in der Minorität sind, müssen nach demokratischen Grundsätzen in ihrem eigenen Interesse aus der Negierung aus- sckwiden; ebenso febstverständlich der Reichsfinanz-- miniftcr Erzbergcr, der durch sein ungeschicktes und anmaßendes Auftreten unser Vaterland ins Verderben gestürzt und es schließlich, mit allen Parteien verdorben bat, dessen weitere Mitwirkung auch die jetzt so notwendige Aufrechterhaltung der Einheit unseres beutfdjen Bsterlmtbes unmöglich machen würde. Diese 3iele zu erreichen und dabei die Führerrolle ' zu übernehmen, ist nach der felsenfesten Ueberzeugung des Unterzeichneten zunächst die einzige Aufgabe der deutjcl)en demokratischen Partei. Man ba!tc dem nicht entgegen, die bürgerlichen Parteien können bei der Verschiedenheit ihrer politischen Grundsätze nicht zusammen gehen und nicht zusammen regieren. Es handelt sich beute darum, sofort dringend notwendige praktische Arbeit zu leisen. Das Vaterland ist iieiite mehr in Gefahr wie in den Augusttagen des Jahres 1914. Sprach in diesen Tagen unser damaliger Kaiser das allgemein freudig begrüßte Wort: „Ich kenne von nun an keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche," so müssen jetzt noch viel mehr alle Streitpunkte zwischen den einzelnen Parteien zurückstehen. Denn es handelt sich jetzt nicht um politisckie Gegensätze, mögen dieselben noch so schroff und unüberbrücklich erscheinen, sondern lediglich um die Erhaltung, die Existenz unseres doch von altert Parteien gleich 1 eißgeliebten Vaterlandes, um Sein oder Nichtsein! « Alles was wir bis jetzt in den demokratischen und sozialdemokrat. Zeitungen von den „Errungen- slchafleu" der Revolution gelesen haben, waren Schlagworte und immer wieder Schlagworte! In ganz Deutschland wird es wohl kaum einen objektiv denkenden Menschen geben, der sich verhehlt, daß die vielgerühmten „Erfolge" der Revolution, von denen keine Zeitung jemals auch nur einen einzigen tatsächlich namhaft machen konnte, in Wahrl-eit lauter Mißerfolge waren. Statt Brot Hunger, statt Frieden Krieg im Innern, statt Wirtsckwft Mißwirtschaft, statt Ordnung llnord- IdactttW 11.3*^«?' S&Ä MB. sind sich ganz klar darüber, daß die jetzige Regierung ihrer, wie zugegeben werden muß, riesen- basten Ausgabe nicht gewachsen war, nicht gewachsen ist und niemals gewachsen sein wird. Diese Erkenntnis zwingt uns zu dem Schluß, daß die jetzige Regierung fallen muß, wenn nicht Deutschland dem Bolschewismus in die Arme geworfen werden soll. Und was wäre dann die naturnotwendige Folge? Dittatur und Herrschaft der absolutesten Reattion, schlimmer, als unser Vaterland es in den Zetten seines tiefsten Niederganges je gesehen! Hilfe und Rettung kann nur bringen, was ich oben bargetan! Nicht um Kritik zu üben an bem, was verfehlt würbe, und nicht, um Streitigkeiten in die Partei hinemzutragen, sondern durch die äußerste Not gezwungen und aus tiefinnerfter Ueberzeugung wendet sich der Unterzeichnete, der jahrzehntelang für Freiheit und Recht gekämpft hat, an den demokratischen Parteitag, um vielleicht in letzter Stunde noch zu verhüten, was bei Weitcr- sahren im alten Fahrwasser unweigerlich kommen wird und muß, nämlich den gänzlichen Zusammenbruch unseres Vaterlandes, die Unterdrückung aller Freiheit und allen Rechts. Gießen, den 19. Juli 1919. Metz, Geh. Justizrat, langjähriger Vorsitzender des Vereins der freisinnigen Partei und der fortschrittlichen Volkspartei des 2. hessischen Reichstagswahlkreises. I. Parteitag der Deutschen demokratischen Partei. Berlin, 19. Juli. Ter erste Parteitag der Deutschen demokratischen Partei trat heute nachmittag 4 Uhr in Berlin in der Philharmonie zusammen. Tie Beteiligung war ausserordentlich groß. Minister Fischbeck eröffnete im Namen des bisherigen einstweiligen Vorstandes den Parteitag. Zum Vorsitzenden des Parteitages wurde Oberbürgermeister Koch-Cassel gewählt, zu Stellvertretern mit gleichen Rechten der Vizepräsident der Landesversammlung Tr. Frentzel, Dr. Gertrud Bäumer, M.d. N„ Geh. Rat Pros. Tr. Gerlanc und Abg. Tr. Tirr-München. Abg. Nuschle erstattet den Geschäftsbericht der Parteileitung. Er ging auf die Gründungsgeschichte ein und sagte, die Teutsche Volkspartei sei nur die Nachfolgerin der schwer- industriellen annexionistischen Nationalliberalen. Ter Redner bedauerte, daß nicht alle Wahlkreise eine Listenverbindung mit den Reaktionären ab- gelehnt haben. Bei den Wahlen zur Nationalversammlung hätte die Partei 3 641 825 Stimmen und 74 Mandate erhalten, dazu einen Hospitant en. Tie Partei besitzt jetzt 2042 Ortsgruppen und 73 Kreis- und 10 Bezirksoerbände. Ihre Mttglicderzqhl betragt 787 946 Mitglieder. Es fehlen noch zum grüßten Teil bu* Angaben aus den besetzten Gebieten. Man darf mit rund 900 000 orgamsicrten Mitgliedern rechnen. (Lraoo.) Ten Bericht der Fraktton der Nalianaloer- sammluug erstattete Petersen-Hamburg. Tie Frak.iou fab? eine autbeutifd>e Erklärung über den Grund ilnes Austrit.s aus dec KoalitianS'' regürung abgegeben. Ich kann erklären, daß bie Partei ein Zusammenarbeiten mit der Sozialdemokratie will, um ein ftries Deutschland l-crbeizuführen. (Stürmisck-er Beifall nud Händeklatschen.) Taran wird nichts geändert, wenn wir eine Zett lang mit der Negierung jiiiammenarbeitcii. In diesen fünf Jahren haben wir gelernt, daß der Trieb der Selbsterhaltuuy, der Egoismus, der stärkste ist. Alles, was die Gesundheit dieser Wirtschaft untergraben will, müssen wir b.ckämpseu, so auch die Planwirtschaft des Herrn Wissell. Tie Berlurndlungen am Soiintag wurden ein* geleitet durch das Referat des Grafen Bernstor f T über die auswärtige Politik. Nack>- bem wir, so führte er aus, nun einmal unterschrieben haben, erfordert es die Loyalität uiib die Ehrlichkeit, die zukünftig die Losung der deutschen Politik sein müssen, daß mir ehrlich bestrebt fern müssen, diesen Frieden nach Kräften zu erfüllen. Tas hindert aber nicht, daß wir mit allen Mitteln feine Revision anstreben. Ter Streit, ob es richtig toar, zu unterzeichtnen oder nicht, muß jetzt schweigen. Es folgte eine Anssprache. Es beteiligten sich daran u. a. Prof, ©erlaub (Senat, Tr. Cohnstaedt (Frankfurt a. M ), Tr. 3 ch a ch t (Berlin), Abg. v. Richthofen, Ministerialdirektor Dr. Dehme, Wg. Naumann. Abg. Schiffer erklärte u. a., eine Pcstitik der bürgerlichsten Sammlung gegen die Sozialdemvkratis würde den Beginn eines neuen Bürgerkrieges bedeuten. Ohne die Mitwirkung der Sozialdemo- frteie .verde für absehbare Zeit keine Regierung möglich sein. sMbg. Gothein sagte, Schide- manns Politik sei durch Er-berger sabotiert loorbcn, der zwischen 12. Mai und 21. Juni wiederholt erklärt habe, daß uns nichts übrig bleibe, als »u unterzeichnen. ♦ Siegesfeier in London. Amsterdam, 20. Juli. (Wolfs.) Gestern wurde, wie die Blätter melden, in Lonyon mit großem Pomp das Siegesfest gefeiert. Eine ungeheure Menschenmenae beobachteten den Marsch der alliierten Truppen, die unter Führung von öaig, Beatty, Pershing und Fach in die Stadt emzogeu. w bis 17 ' ^W\ '«ist mutg. Noch ist es an der Zeit, aufznräumen, Ord^ arüüg zu schaffen, den wirtschaftlichen Waeder. aufbau Deutschlands wirklich zu^beginnen! |r;ivulcli!) anuuiu, Geht es rn dem sertherrgen Fahrwasser werter, bem Präsidenten der Republik vorstellte, dann rst binnen kurzem der vollrge Zusammen- ^at erklärt im — bruch da, aus dem feine Partei mehr das Vater- in Minder bei bim llnterzeichneten, einem aten Veteranen der meilimtigen Partei und der Fortschrittlichem (>ollspartei, der ganze weitere Jnl-alt des fraglichen Artikels über die angeblichen Ursachen des fkiißerfolgcs der Partei und die Aufgabe der Paria und des bevorstehenden Partertags für die M/ste Zukunft zu sein. Tie Frankftrrter Zeitung findet die Ursache deZ seitherigen Mißerfolges der Partei darin, oaß K dieselbe im Wesentlrch-en nur als eine Fort- rng der seitherigen Fortschrtttlicheir Volkspartei Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen droillingsrnnbörud u.Verlag, vruhl'fche Univ.-Vuch- u.Steindruckerei R. Lange.Zchristleitung, Geschäftsstelle «.Druckerei: §chulstr. 7. nicht darüber lchnwcgtäuschien, daß, wenn er auch sein Kabinett wieder zusammenflicke, es ihn doch nicht retten könne. Tie Höhe der Wiedergutmachnngösumme. Versailles, 20. Juli. (WTB.) In der gestrigen Sitzung des Friedensausschllsses der Kammer berichtete Dubois über die Wiedergutmachungsklauseln des Friedensvcrtrages mit Deutschland. Er berechnete die Schadensumme, irc Deutschland bezahlen müsse, auf zweihundert Milliarden, die sich zusammensetzen aus 119 Milliarden für materielle Schäden, in denen 23 Milliarden für entgangene Gknnnne durch Stillegung der Industrie einbegriffen sind. Tie Summe der kapitalisierten Milrtärpeirsionen bezifferte er auf 43 Milliarden 51 Millionen. Vit die Entschädigungen minderjähriger Kinder berechnete et 6 Milliarden 920 Millionen, für Entlchä- bigungen an Hinterbliebene 2 Milliarden 519 Millionen, für Entschäbigungen an Wittven und Verwundete rechnete er 6 Milliarden, für mut- tärische Unterstützungen nach dem Gesetz vom 5 August 1914 13 Milliarden 275 Mrttwnen und schließlich für die Zuwendungen an Krregs- gesangene 153 Millionen 670 000 Franken. Tober seien die Kriegskosten nicht einbegriffen, die Belgien allein mit 5 Milliarden 266 Millionen zurückerstattet würden. Davon entfielen auf Frankreich eine Milliarde 993 Millionen, auf England die gleiche Summe und aus Amerika eine Milliarde 300 Millionen. Ter Berichterstatter wird am Dienstag den Bericht fort- setzen. Uebergabe des österreichischen Friedensvcrtrages. Paris, 20. Juli. (W. B.) Havas. Sieute gegen Mittag begab sich Generalsekretär Tu- tafta nach St. Germain, wo er Renner mitteilte, daß der Friedensverttag mit Oesterreich fertiggestellt sei. Dutasta übergab der österreichischen Delegation eine Anzahl von Exemplaren des Friedensverttages. Ter Vertrag ist mit einem Begleitschreiben von Clemenceau versehen, der dek österreichischen Delegation zehn Tage Frist gewährt, damit sie ihre Bedingungen schriftlich einreichen könne, und das die Oester- reicher gleickseitig daraus aufmerksam macht, daß der $ ertrag auf alle in den Noten der Oester- reicher enthaltenen Bemerkungen antwortet. Tie Uebergabe des Vertrages geschah ohne jedes Zeremoniell. berühmten Armee mit, während die Wassenstill- flantebcbüi gütigen nur die Demobilisierung verlangten; man führte den Achtstundentag ein, ebenso die so gemcingesährlickte Eriverdsloseii- uilterstützung, so daß mir nunmehr in die TenzU- wirtschast Undiigekommen, ohne daß man sich irgend klar macht, wie denn dicfe unermeßlicki-en Ausgaben auf die Tauer gedeckt werdeii sollen: denn eine Fortsetzung der bcrmaligcn Au.'gabeil- nhrtid.'ait kann burd> die unersckMingtichsten S.eu- ern, ja durch die Konfiskation allein Vermögen nicht gedeckt ioerden. Alles das tut man und dabei spricht man immer noch von wetteren Sozialisieruugsmaß- regeln, ,oähreud sich doch sorttoährelid zeigt, daß eine Sozialisierung der Betriebe, von allen prinzipiellen Bedenken abgeieljcn, in der jetzigen Zeit praktisch absolut unausführbar ist. Nun kann man allerdings der Sozialdemokratie, die stets dem Volke DorgcDrebigt hat, daß nur die Sozialisierung aller roirtfd>aft(id)eu Misere und Not ein Ende machen könne und iverbe, nicht zumuten, zu erklären, >vas wir Euck> alles versprodsen haben, ist alles Un.inn uiti> unausführbar. Man muß sich vielmehr mit deren Bekenntnis zufrieden geben: „Es geht nicht auf einmal", sonne mit der tatsächlichen Unmöglid^ kett, ihre Versprechungen einzulöseii. Dagegen wäre es Sad^^fr bürgerlichen Parteien und Vor allem der (Kinofratikbeit Partei als Nachfolgerin der Fortschrtttlichen Volkspartei, offen cmszuwrechcn und immer wieder zu mizber- holen: 1. Ter Achtstundentag ist ein Unsinn, der allein zur völligen Verarmung unseres Vaterlandes fuhren muß. Es ist absolut uusimrig, bie Arbeit.leistung in Bergwerken tief unter der Erde oben die Arbeit in Fabriken mit gesundheitgesährdenden Betrieben, für welche^unter Umständen eine uock> kürzere Arbeitszeit im öfsent- lidien Interesse erngefübrt werden müßte, auf gleiche Stufe zu stellen mit der Arbeit in einem leichten Büttrieb, mit der Arbeit in einem gesunden bel>aglichen Bureau oder mit irgend einem Betrieb im Freien, etwa in einer Gärtnerei oder gar in der Landwirtschaft. Tiefe Gleichmad>erei muß zur völligen Vernichtung id*n Wohlstandes führen. . 2. Tie Sozialisierung irgend welcher Betriebe in der gegenwärtigen Zett, die uns dem Ausland gegenüber vollständig ftrnkurrenzuufähig machen TOÜrt*. ist 11 tit i nn. 'Sie müßte ebenfalls, wie in d r Nationalversammlung von sachverständiger Scite mit Recht ausgcfulM wurde, zur Verarmung führen. . 3. Tie Erwerbslose nunterstütz ung ist etti Unsinn. Es ist unerhört, daß in den Städten Tausende von angeblich Arbeitslosen enorme Uuterstützmigen beziel)en, Währeird auf dem Lande ein großer Mangel an Arbeitern herrscht. Es ist ebenso unerhört, wemi tn Frankfurt a. M. und anderen Städten Tausende oon Frauen Arbeitslosenunterstützung beziehen, während in dcnjelbeii Städten etwa die gleiche Anzahl Hausftauen die für sie unbedingt erforder- lickxm weiblichen Dienstboten nicht erhallen können. 4. Tas Räbesystem ist ein Unfinn, da die Einführung von Soldatenräten zur Auflösung jeder Tisziplin im Heer führen müßte und geführt hat: so ist in einem größereii Bettu'b, einem Staats- oder Privatbetrieb, eine gedeihliche Entwicklung nicht möglich, wenn der ^iter des Ganzen oder ettrzelner Abteilungen zur Kontrolle feiner Tätigkeit einen Rat von Angestellten und Arbeitern neben sich, oder, richtiger gesagt, vor sich gesetzt bekommt. Sind wir doch glücklich soweit gekommen, daß vor einiger Zeit ein Zug, der von Hannover nach Hamburg fuhr, auf der Station Lehrte über eine Stunde liegen bleiben mußte, weil das Fahrpersonal erklärte, es habe 8 Stunden imd 4 Minuten gefahren und fahre nun nickst weiter. Und die Vorgänge im Animig dieses Monats im Hauptbahnhof in Frankfurt a. M. ? ? . 5 Tie Streiks, mögen fte zu wirtschaftlichen oder polnischen Zwecken erfolgen, sind mcht nur ein Unsinn, sondern geradezu in der jetzigen Notlage des Vaterlandes ein Verbrechen. Tas haben ja fvgar sozialdemokratische Srbgcortmctc und Führer wiederholt ausdrücklich erklärt. 6. Die politische Demokratie hat ihre gewisse Berechtiguiig. Die wirtschaftliche Demokratie ober ist, , wie vorstehend genügend bar- getan ist, ein Unsinn. Nun haben die bürgerlichen Parteien nach den Wahlen zur Nationalversammlung, zu den gesetzgebenden Körpersckwftert der Einzelstaaten und den Gemeindeverwaltungen die Majorität, und zwar trotz oem unsinnigen Wahlrecht der jungen-Leute von 20—25 Jahren Warum wirb dieselbe nicht den Grimdsatzen der Demokratie entsprechend ausgenntzt? Tie bürgerlichen Parteien müssen sich also zusammenschließen? Es muß eine aus sämtlichen Parteien von der deutschen demokrattschen Partei bis zur Rechten gebildete Regierung eingesetzt werden, die nur eine Ausgabe kennt, unser deutsches Vaterland wirtschaftlich wieoer aufzurichten. Dieselbe muß dafür sorgen, daß wieder gearbeitet wird, daß bie wahnsinnigen Ausgaben für unwirtschaftliche Zwecke eingeschränkt werden, daß bie jebes Wiederaufleben unserer Industrie unmöglich machenben Stteiks aufhören, daß bie Lebensmittelpreise wie der Arbeitslohn fallen, das anbererseits auf dem Weg der Steuergesetzgebung und burch andere soziale Maßregln eine Ausgleichung der Interessen der verschiedenen Bevölkerungsklassen herbeigesührt wird und die Auswüchse des Kapitals und ein unverhältnis- mäßiyes Anwachsen der allzugroßen Vermögen beseitigt werden. u u i »iiuu mi „Heure": Wenn ein Kabinett in bie Minberheit gesetzt wird, zieht es sich zurück. (Heftern ist in ber Kammer bie Regierung in der Minberh^nt geblieben. Trotzbem hielt sich Borel für persönlich getroffen, lUihrenb in Wirklick>- feit bie Wirtschaftspolitik des Ministeriums Clemenceau verurteilt wurde. Clemenceau könne sich nn,0Na^ 11 *1*115 •ererllTl r Un WS. Hskamn-Äsi Oberwellen: g,zeigt habe, obgleich vieles, vielleicht alles oon tirr abgehängt habe und noch abhänge. b rein gegen die uferlosen Pläne der Svzialdem>o- rialte Stellung -u nehmen, und in der Stunde LlttiB Gefahr, rn der zur allenmgeeigensten Zeil 111111lillUUlt *):’n vom dlusland aufgehetzten meuternden Svl- tot.’-n tnc Revolution herbeigesührt war, es unter- r taffen hat, das gesamte beutfdic Bürgertum zu- 19X0«* I ümmcnzusasjen ober doch zum mindesten den Zu- s. nimenfd;luB der liberalen Parteien herbeizu- baufen II. Uüb öel Ter Deutschen demokratischen Partei gebührt *'....."*1 das imftreitigc Verdienst, daß sie nad> dem Aus- Karten u gese-es m forderte zum Zusammenschluß auf, denn nur gro «Wohnhaus und eine mit jfcii mtb die Lanijuc jaö muh erhalten bl Maurer und so schonend für das österreichische Na- l g*“™- dem ^rperionai o« tionalgefühl unb für die Waffenehre seiner Armee üha sten hat, ,wie die„Deutsche^Ü^-Ztg.... iagt, als möglich. Denn an letztere ist schon bereits sei- Einsicht gesiegt. ~er ^^.,1: für i>u tens des Obersten Kriegsherrn appelliert worden, Omnibuslinien wird rn der gewohnten Werse durch- und sie ist dabei, dem Appell zu folgen. Also muß gerührt werden. Dre «nd Lorort- sie unbedingt eine sichtbare satisfactron d'hvnneur bahnen verkehren, da dre überwiegende Mehrzahl '.nittlrmg. Daber wollen Sure Exzellenz in dem skizzierten Spinne einen Vorschlag mit unterbreiten, der nach fXrtz nm auch dir Arbeit Wren mitgeteili werden soll. Ich habe im obigen lebenswichtigen -octriebe zu lassen. 28tis Friihdrnschprämicn. daß sich auch dir Arbeiterschaft bet sogenannten !.<______T.l.'/..* zu der unabhängigen Strcikparvle bekennt. In den städtischen Elektrizitätswerken ruht der Betrieb vollständig. Die Ar- [-titer der städtischen Gaswerke ftrei-en ebenfalls. kommando Schadenersatz versprochen, yn der ersten Zeit haben sich die Amerikaner tm besetzten Gebiet korrekt verhalten, jetzt übertrumpfen sie vielfach die anderen Besatzungstruppen durch Rücksichtslosigkeiten. Diese Vorfälle sind unendlich bezeichnend । für die Geschmackskultur der neuen Welt, die ' sich über uns Barbaren so erhaben dünkt. sie unbedingt eine sichtbare satisfactron d'hvnneur haben. Tas ist Vorbedingung für meine Verrinne an den Chef des Generalstabes durch Plessen schreiben lassen, der ganz meine Ansicht teilt. gez. Wilhelm I. R. Art demselben Tage meldet Generaladjutant v. P le s se n an den Generalstabschef von Moltke aus Potsdam: Se. Majestät der Kaiser und König lassen Enver Exzellenz folgendes mitteten: Die Antwort b:r Serben apf das österreichische Ultima.um liegt jetzt vor. Nack) Keuninisnahme derselben fir.den Seme Majestät, daß die Serben im wesentlichen alle an sie gestellten Forderungen zugestanden haben und baß damit für Oesterrcich- Ilngarn der Anlaß zum Kriege fortfällt. Sir Eduard Grey hat infolge der gleichen Auffassung uns zur Vermittlung anfgefordert, welcher Aufforderung wir nicht anders als in zusatzloser Weitergabe entsprechen konnten, wenn nrir nicht den V-orwnrs auf uns laden nullten, daß wir zunr Kriege trieben. Auf alle Fälle müßte Oesterreich-Ungarn aber ein Faustt^and mit Beschlag belegen, als Bür g- schäft, daß die gemadjten Versprechungen von den Serben auch eingehplten werden. gez. Messen. Unter die serbische Antwortnote machte der Kaiser selbst die Bemerkung: „Eine brillante Leistung für eine Frist von 48 Stunden! Das ist mehr als man erwarten konnte? Ein großer moralischer Erfolg für Wien. Damit fällt jeder Kriegsgrund fort und Giesl (der österreichische Gesandte in Belgrad) hätte ruhig in Belgrad bleiben sollen. Daraufhin hätte ich niemals Mobilmachung befohlen!" All das zeigt einwandfrei, daß auch der Kaiser nicht einmal den ö st er reichungarischen Krieg gewollt hat und daß er, als er doch zu kommen schien, ihn zu lokalisieren versucht hat. Freilich, daß in und um Serbien der Weltkrieg sich entzünden mußte — diese Einsicht hat ihm wie der damaligen Reichsleitung gefehlt. Die Rückkehr der deutschen Gefangenen. B e r n, 18. Juli. (WTB) Schweizerische Depeschenagentur. Gegenwärtig sind Verhandlungen über die Rückbeförderung der noch in Frankreick) sich befindenden deutschen Kriegsgefangenen durch die Schweiz im Gange. Es wird sich dabei um ziemlich bedeutende Trans- vorte handeln. Die deutschen Vertreter an den Verhandlungen, an denen neben Vertretern der Eisenbahner einem neuen Streik ablehnend gegenübersteht. Ebenso wird der Fernverkelw auf- reeftevbatten. Ms bezeichnend wird es angeseben. ** Eine Sitzung der Stadtverordnetenversammlung ist auf heute, Montag. 21. Juli, nachmittags 5 Uhr. anberaumt worden. Auf der Tagesordnung steht: Errichtung einer Schutzmannstelle für die Milch- und Lebensmittel- kontrolle; desgleichen von zwei weiteren Minimal» schiitzmannstellen und Beschaffung einer Schreibmaschine für das Polizeiamt; Gesuch der Lazarettinsassen um Ueb er nähme der Kosten für die Musck bei der Wohltätig'eitsveranstaltung; Gesuch der Baugenossenschaft 1894 um Erhöhung des Ueber- ieuerungsbeitragS; Bewilligung von 1500 Mk. an den Arbeiter- und Soldatenrat; Festsetzung der Gas- und Kokspreise; Einführung von Mouats- karten bei der Straßenbahn; Verlegung des Armenamts und Hospitals nach der Alten Gewerbe- chule, Asterweg 25; Erhöhung des Kredits für den freihändigen Ankauf von Lebensrnitteln durch das Lebensmittelamt von 1000 Mk. auf 10000 Mark: Wahl von Bezirksvorstebern, Arrncn- pslegern und Armenpflegerinnen; 12 Gesuche um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb; Gesuch Männertumvereins um Erlaß der Miete für die Turnhalle der Oberrealschule; Räumung des neuen Gerichtsgebäudes durch das Lebensmittelamt und Erbauung der Häusergruppe II in durch die Schweiz kommen. Die ganze Rückbeförderungsangelegenheit wird von der Hauptkommission in Paris geleitet. Man glaubt,, daß die Transporte in vier bis fünf Wochen beginnen können. E m d e n, 20. Juli. (Wolff.) Der Dampfer „Reschid Pascha" ist mit einer größeren Anzahl heimkehrender Saloniki-Truppen an Bord heute früh im Emdener Außenhafen angekommen. An Bord des Dampfers befinden sich 78 Offiziere, 1076 Mann, sowie 24 Schwer- und 3 Leichtkranke. Amsterdam, 19. Juli. (Wolff.) Gestern kam in Rotterdam der Dampfer„Wil- lochra" ans Wellington in Australien mit ungefähr 900 aus Australien und Deutschafrila ausgewiesenen Deutschen an. Sie werden heute ausgeschifft. Haag, 20. Juli. (WTB.) Der Transport, der gestern in Rotterdam ankam, brachte 101 Zivilgefangcne aus Australien, und 269 Personen aus Nordseeland mit, darunter den Kommandanten des „Seeadlers", Grafen von Luckner, mit zwei anderen Offizieren und 14 Mann. Ferner waren mit* gekommen von der „Emde n" zwei Leutnants und ein Mann, von dem „Planet" sechs Mann sowie der Gouverneur von Samoa mit seinem Stab. Anfang nächster Woche wird in Rotterdam der Dampfer „Kursk" mit 25 Unteroffizieren und Mannschaften aus Tsingtau, 69 Mann von der „Emden" und drei Manu vom „Planet" erwartet.. Wiederaufnahme des internationalen Paketdienstes. Amsterdam, 19. Juli. Das Prcssebureau Radio mieldet aus Washington: Das Postöepane- üemt teilt mit, daß der internationale Paictposte bimft mit Deutschland wieder ausgenommen wurde. Es n>:ri>cn Paket? bis zu 11 Psuock) angenommen. der Boden V Srostri solltm,m Der internationale Streittag. Berlin, 21. Juli. Zu dem heutigen Demonstratio ns streik der Unabhängigen wird mitgeteilt, daß sowohl die Große Berliner Straßenbahn,als and) die SiemenSbahn uitb die Städtische Straßen- Utfrr die Beseii 'irtsch-ft sprach 1 ;kc. 2ie Hvanasnutß HU, was die Sanbnrii E den Bauern, sc Ml ban Bauern bti daZ Vieh, kurz a im Lblkunft bet Bauer, dc 1 pc-küeg. Jetzt ist tk 1 ^^iuglich der 8toar ^Minister in Sala MndiM tvrtdm i -Mse iyraüM ^oüembet \ seinen Herd beschränken. Hierbei hat sich mrjegr^gt'unbSerlni jetzt ab gegen die Auslands gebühr zugelassee. Elt werden über Wien-Warschau geleitet. , ** Gießener Paedagogium. Mr, schreibt ims: Herr Direktor Brackemann verfall । die Llnsialt an die Herren Lehramtsassessor Me- deissohu-Bartholdy und Lampe. Im Interesse unserer Stadt roärc zu wünschen, daß die vor K Jahren von Direktor Brackemann gegründete 8L-. Bus dem besetzten Gebiet. „Anienkanische Sikgesfeier. dz. Hönningen, 19. Juli. Den Auftakt der amerikanischen Siegesfeier in H ö n- n in gen bildete, wie der „Dill-Zeitung" berichtet wird, ein Umzug durch den Ort, Vorangeführt wurde, in Sarg und Leichentuch gebettet, ein als deutsche Kriegerleiche maskierter, mit blutigroter Farbe beklexter Soldat zur Versinnbildlichung der deutsckjen Niederlage. Ein als Türke maskierter Soldat folgte mit den lächerlichsten Beileidskundgebungen. Voran schmetterte die Musik ihre Siegesweisen, unterstützt von dem widerlichen Gejohle der kaum mehr menschenwürdig, geschweige denn soldatisch sich gebärdenden Wilsonsöhne. Am Nachmittag wurde auf einem Fuhrwerk in einem mannshohen Käfig ein als Kaiser Wilhelm II. in blaue Uniform gekleideter Soldat durch Hönningen und den Nachbarort geführt. Er trug einen Strick um den Hals, der in nicht mißzuverstehender Weise von Zeit zu Zeit von einem Schwarzen in die Höhe gezogen wurde unter dem Gejohle der nachfolgenden Truppe. Am Nachmittag betranken sich die feiernden Soldaten und verübten in diesem Zustande wüste Ausschreitungen. Die zerschlagenen Schaufensterscheiben der Hauptgeschäftsstraße legten Zeugnis hiervon ab, selbst Schulfenster und Fenster an Privathäusern wurden in großer Zahl zertrümmert. All dies geschah unter den Augen dec Offiziere und des Ortsi- kommandanten. Hinterher hat das General- Aus Chicago wird gemeldet: Die deutsche Bevölkerung in Chicago schickte in den ersten 24 Stimden nach bei Wicheraufuahme des Vriefpostveriehrs den Mtttelniächteii 10 000 Briefe ab. m der Flammen auf M benachbarte Stallung ’&f BSü* UM- 91. der Mühlstraße. ** Tas Regenwettcr der letzten Tage hat das Wackistum der Fest-früchle außerordentlich gefördert. Namentlich, sind es die Hackfrüch'e, Tickwurz und Kartoffeln, die jetzt prächtig fielen und gute Erträge versprechen. Nur für die Früh°- fartotfein ist der Regen zu spät fletommeii. Tie Wveicu berechtigen jetzt wieder die Hoffnmlg auf eine günstige Grammetemte, und der Schnitt des zweiten Klees Gönnte beginnen. Etwas erholt hat ficl» auck noch der Hafer. Tie Winterfruclst steht ansehnlich da und läßt eine gute EcMe erwarten. Tas Roggenfeld wird sck-on weiß und bald werden Sense und Sichel darin erklingen. ** Zu Gunsten deraus Elsaß-Loth- ringen Vertriebenen finden in den nächsten Tagen zwei Veranstaltungen statt, auf die wir schon heute aufmerksam machen. 2lm Freitag den 25. Juli wird Herr Hofrat Steingoetter mit Mitgliedern des hiesigen Stodtthcaters einen Künst- leratenb veranstalten, der nach dem vorliegendes Programm und den hier mit Recht beliebten Mitgliedern zü urtellen, äußerst genußreich zu werden verspricht. Wir vcrweisien auf die vorläufige Anzeige in unserer heutigen Ausgabe. Am Sonntag den 27. Juli werden hiesige, künstlerisch veran- lagre Musikfreunde in der Neuen Aula der Universität hervorragende Werke der Tonkunst zu Ge- bör bringen. Wir behalten uns vor, die beiden! Veranstaltungen, denen wir mit Rücksicht auf den guten Zweck den besten Erfolg toimfcljm, noch näher zu besprechen. ** Sch uh dieb stahl. In Ergänzung unserer Notiz vom Samstag wird uns mitgeteilt, daß in dem betreffendenSchuhgeschäft gestohlen wurden: 1 Paar getragene, fast neue, noch nicht gesohlte schwarze Chevreaux- Herrenstiefel, Lackkappe, Größe 9 (43) (Spieß^- sliefel), 1 Paar getragene Herrenstiefel, Lackkappe, Gr. 9Vr (44), mit Doppelsohlen (Spieß- fticfef), 2 Paar getragene Chevreaux-Damen- stiefel mit Lackläppe (Spießstiefel), Gr. 39, 1 Paar getragene braune Chevreaux-Damen- stiefel, fast neu, noch nicht besohlt, Gr. 40 (Marke Astoria), 1 Paar neubesohlte Boxkalf-Damenstiefel, Gr. 40 (Maßarbeit), ein Paar neue Doxkalf-Damenstiesel, Gröhe 39 (Maßarbeit), 1 Paar neue Boxkalf-Herrenstiefel (orthop.), rechter mit 3 Zentimeter Korkeinlage, 8 Paar neue Boxkalf-Herrew- stiefel, echte Kappe, Gr. 40—43, (Gelenk und Absatz schwarz/ Sohle braun geputzt, mit weißem Nesselfutter), 1 Paar Sportkalf- Herrenstiefel, ohne Kappe, Gr. 43, (gelbe Bordüren, schwarzes Papierfutter), 5 Paar Box- kalf-Damenstiefel, echte Kappe, Gr. 38—40, (weißes Nesselfutter), 1 Paar Chevreaux- Damenstiefel, echte Kappe, Gr. 39, (schwarze Papierfutterbordüren und gelbgraues Papierfutter). Bor Ankauf wird gewarnt. Für Angaben, welche zur Ermittelung des Täters fuhren, ist eine Belohnung von 100 Mark ausgesetzt. ** Briefsendungen nach der von den Polen besetzten Provinz Vosen sind von Mailet Wilhelm und die Schuldfrage. Die Wochenschrift „Deutsche Politik" veröffentlicht in ihrer neuesten Nummer einen sehr bemerkenswerten Beitrag zu der sogenannten Schuldfrage, nämlich einen Brief von Kaiser Wilhelm an den Reichskanzler Beth mann-Hollweg aus der kritischen Zeit, als Serbiens Antwort auf das öster- reichische Ultimatum eingelrossen war. Dec Brief beweist, wie wenig dec Kaiser an einen Krieg gedacht hatte. Dec Kaiser schreibt am 28. Juli 1914, vormittags 10 Uhr, aus dem Neuen Palais an Bethmann-Hollweg: Euer Exzellenz! Nach Durchlesung der serbischen Antwort, die ich beute morgen erhielt, bin ich der Ueberzengung, daß int großen und ganzen die Wünsche der Donaumonarchie erfüllt sind. Tic Paar Reserven, welche Serbien zu einzelnen Punkten macht, können meines Erachtens durch Verhandlungen wohl geklärt werden. Aber die Kapitulation liegt darin ocbi ct urbi verkündet, und durch sie entfällt jeder Grund $ um Kriege. Dennoch ist dem Stück Papier wie seinem Jnl)alt nur beschränkter Wert beizumessen, solange er nicht in die Tat umgesetzt wird. Die Serben sind Orientalen, daher verlogen, falsch und Meister inti Verschleppen. Damit die schönen Versprechungen Wahrheit und Tatsache werden, muß eine bouce violence geübt loerden. Das wurde dergestalt zu machen sein, daß Oesterreich ein Faustos and (Belgrads für die Erzwingung und Durch- rübrung der Dersprechimgrn beietzte und solange behielte, bis tatsächlich die Petita durchgeführt sind. Das- ist auch notwendig, um1 der zum drittenmal tzrmsonst mobilisierten Armee eine äußere satis- faction d'honneur zu geben, den Schein eines Erfolges dem Ausland gegenüber und das Bewußtsein, wenigstens aur frembai Boden gestanden zu naben, ihr zu ermöglichen. Ohne dies dürfte bei Unterbleiben des Feldzuges eine sehr üble Stimm ung gegen die Dynastie aufkommen, die höchst bedenklich wäre. Falls Eure Exzellenz diese meine Auffassung teilt, so würde ich Vorschlägen, Oesterreich zu sagen: Der Rückzug Serbiens sei erzwungen, und man gratuliere dazu. Natürlich sei damit ein üdriegsgruud nicht mehr vorhanden, wohl aber eine Garantie nötig, daß die Berspvechungen ausge- fubrt würden. Das würde durch die vorübergehende rnililärische Besetzung eines Teiles von Serbien ivohl erreichbar sein. Aehnlich ioie wir 1871 in Frankreich Truppen stehen ließen, bis die Milliarden gezahlt waren. fr?äS ML: Veranstaltungen ttesfen möge. Krcis Vüölngen. △ Nidda, 19. Juli. Aus dem Himm-l schen Sägewerk stürzte der 17iSbrige A; Acolf Schmidt von U/.ter Schmitten beim lasen von Holz von einem Ei^n.-agnivage-l u. erlitt so schwere Verätzungen, daß er beivust' vorn Platze getragen werden mußte. Gestern nai mittag sand der Schlosserlehrling Wilhelm von hier eine Gesckgrßkapsel. Er nahm sie nü die Wcrküatt und hantierte an dem Funde bete Plötzlich krachte ein Schuß und an Brust ij Kopf schwer verletzt lag der Junge am Ein Sprengstück hat eine tiefe Wunde in der 8?fj , verursacht und Splitter sind in das eine Bin; gedrungen. Der Verunglückte wurde sofort aL Gießen in die Klinik gebracht. Kreis Laulerbach. Q Aus dem Hess. Fuldatale, 21. M In Rimbach nahmen am Samstag zwc» 111 geunerweiber aus einem offenen Hause, B,'wohner im Felde und tm nahen Garten 200 Mk. in barem Gelds und mehrere TM Kriegsanleihe mit. Als die Hausfrau kurz dcM die Stube betrat und den Tiebstahl merkte, M men zahlreiche Einwohner die Verfolgmig M Tiebe auf unb Tonnten sie auf dem Felde ■ fassen. Unter dem Jubel der Torfbewohuer M den die zwei Frauen an die Bahn und von ■ in Haft nach Schlitz gebracht. —In H a r tcM hausen 'wurden auf einer Bleiche hausgLE leinene Bettücher und Hemden gestohlen. M Kriminalpolizei in Fulda verhaftete nun tW Mann und ein ZOjähriges Frauenzimmer, W außer den in Hartershausen verschwundenen W gegenständen noch anbei* Wäschestücke im Wert'-W mehreren Tausend Mark bei sich hatten.^ M O Bernshausen, 21. Juli. Hier «M Kirchenreckjner Heinrich Kreutzer, der auchiM, Jahre der hiesigen Ortskrankenkasse Vorstand. zahlreicher Beteiligung zur Ruhe geleitet. M Verstorbene war Felbiugsteilnehmer 1870/71. J<| Kriegeroerein erwies ihm am Grabe die letzte w|. Krcis Friedberg. | -- Bad-Nau heim, 20. Juli. Die bieW! Friseurgehilsen setzten in einem sechsstumW- Streik ihre Forderungen auf Löhner und bessere Regelung der Arbeitszeit durch. ■ Starkenburg und Rheinhessen. I! d Nieder-Jngelheim, 21. Just W dem hiesigen ObstMarkt stellte sich der Pr". M den Zentner Mrschen auf 90 Mk. StächelbM auf 70 Mk., Johannisbeeren auf 70 Mk. J siche auf 330 Mk. unb Frühbirnen auf Iw' Hessen-Nassau. --- Kassel, 21. Juli. Die Räutt bande, die in Empfertshausen den Achler lebensgefährlich verletzte unb bessen ter tötete, ist verhaftet. Als Haupta"!»! und Mörder kommt der Maurergeselle Meyer in Frage. Er hat die RevolvertzP auf seine Opfer abgegeben. Marburg, 20. Juli. (Wolff.) Geh. W. rungsrat Professor Dr. Busch ist ium der hiesigen Universität ernannt worden. , = Frankfurt a. M., 21. Juli. .De, Verhaftung eines 21jahrigen Metzgers, eines M der Staatsanwaltschast gesuchten Vcobrechers, eine große Menschenmenge vortet(R| die Mlizei. Erst dem energischen Emgrei^« Beamten war es möglich, den Menschen Händen der Menge freiMbekvmmen. mittet beschaffen. Aber dafür müssen wir 01 von dem Volke txrlangeit, daß es uns künftl'i Tüng^mittel liefert, die es ja nur durch Ack er zeugen kann. In der daran sich, anschließent» Aussprache, die sich auf alle Gebiete der £, Ernst Noll, Roonstr. 2, I. Maternus, Miiirkltr.22, Konsumverein, Schanzensttaße 16. Für Urlauber: Borger, Wetzsteingasse 15. Zucker für Juli noch nicht eingetroßen. Seife: Macke für Juli 1919, Anteil 125 Gramm K.-A.-Seifeupulver zu 15 Pf., 50 Gramm K.-A.-Seise zu 20 Pf. Bei der städtischen Obst- unb Gern ü s e st e l l e in den Markt!auben kommt zum Verkauf: Frisck;es Gemüse, Heidelbeeren usw. Lebensmittel. ** Krankenbutter Von heute ab wird in der Molkerei Gebr. Grieb Butter, die auf Grund ärztlick)er Atteste verorbue! ist, nur noch gegen Ablieferung voll Marte'ii neben dem Bezug- ) die in verausgabt. Diejenigen, die im Besitze eines vor dem 21. b. M. ausgestellten Buttecbezng- fcheines sind, wollen die Marien auf dem <5täbt. Lebensmittclamt, Zimmer 4, gegen Vorlage des Bezugscheines abholen. ** Freibank. Dienstag, 22. Juli, von 1 bis 4 Uhr werden die Nummern 951 bis 1000 beliefert. Eine dringliche^ Anfrage der Abgeordneten Brauer und Genossen betagt: Tem Vernehmen nach beabsichtigt das Reich auch für die Ernte 1919 eine FrülHrusckjPrämie zu gewähren. Ter Regierung ist aus chen Verhandlungen beGamtt, n>eidpe große Erregung in den letzten Jahren diese Prämie in weiten Kreisen hervor gerufen hatte. Sollte unsere Amiatzme tzittreffen, so fragen wir hierdurch an, ob die Regierung nicht in der Lage ist, diese vom Reich gemährte Frühdruschprämie nt eine Zentralkafse fließen zu lasten unb icbem Getreidelteserer den ihm nach der abgelieferten Menge zustehenden Anteil zukommen der Bundesbahnen auch solche des Militär- departemeirts und des Roten Kreuzes teiluah- men, schätzten die Zahl der zur Zeit noch in französischen Lagern besindlichen Kriegsgefangenen auf 450 000 Mann. Für die Heimbeförderung durch die -Schweiz fehlt es zur Zeit noch an genauen Zahlenangaben. Die deutschen Vertreter sprachen von 100 000 bis 200000 Mann, deren Transport etwa zwei Monate in Anspruch nehmen würde. Man rechnet mit zwei Zügen täglich, zu je 800 Mann. Neben den Kriegsgefangene werden auch Schwerver- -----------... , r , r cjt . wundelen- und Zivilinterniertentransporte' sich über uns Barbaren so erhaben dünkt. Irfermietungi FS teil® girSureainroecfeftir fcr/0'0."1 verm. Pfnotnirtcrgtrifie1 01J in wer zu u Ujjetges^che raiMtt-Stii K obf k Oktober hütet. Ter Sachschaden ist immerhin bebcutenj H da and) etwa 20 Zentner Mehl verbrannten. ^Min7mf?Qr tt S.ngibort 20. IM. Sonntag hielt Geheimrat Prof. Tr. Gisevu 1 ^^=(51 im Volksbildungsverein einen Bow über Düngerlehre. Inallgemckn b ?■> bK arbeit emltetta, um fu eift bedingt abweilen, umsomehr, als alle meta »ta ■«'» tmeber aufymebraen Sie $»& to» weniger offen an mich «wettiaen. Den Frieden Unu-rgrundbahn wirb sich dem Streik an,»eSot erhallen ,u helfen. Das werde ich tun auf meine .»«“fmamnidte Personal befahrt f«6 m»t am Manier mtb io fdtontnb für bas Merr°i«k u.HauS in kleinen HauSH. itaurant gesucht. 014149 Fran Gehelmrai Fromm», itnbentin vom 8onht nnu Ein tüchtiges 6448 verk. Nal UeOe d. zum provisionsweisen Verkaufe an Apotheken, Drogerien und landwirtschaftliche Vereinigungen. Nur absolut seriöse und bestens eingessihrte Herren belieben ausführliche Angebote zu richten unter F. B. 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Zugleich tagen auch der Feuerversicherungsver- baiid hessischer Lehrer und der Verein Lehrerheim Vogelsberg. langen, daß es uns tiini , die es ja nur durch 1 Neber die Beseitigung der Zwangs- ' a f t sprach alsdann Hirs chel -Fried- "> wurde 1915 eingeführt. Mädchen für Küche u. Haus gesucht. Fr. Bauer. •mi* Hirschaootheke. Frankfurter Straß* 4L Ein fast neuer, ver- SÄranftiiüHuM mit Gummibereifung, bill. zu verkaufen. 8506 Joeef Ludwig. Limburg a d. Labn. Hsl^hrimerSlr^Le L250 gauemcerfammlnng kn Brnsbnrg. Gießen, 21. Juli 1919. Zu einer Massenkundgebung oon per 2500 Landwirten gestaltete sich die Lu Samstag ovm Hessischen Bauernbund Ld) dem Kloster Arnsburg ciuberusene Bn- Itzuunlung der Landwirte des ürcises Gießen und Lr nörb!id)eit Wetterau. Ta der große Saal der |gilinrirtid)üft Thörnrr die herbristrümeuden Land- I, ce nicht zu fassen oermochle, sand die Versamm- Lug in dem Garten und Hofe statt. Land'.agsadg. Fenchel-Oberhörgern erösf- Irte kurz vor 3 lUjr die Versammlung. Hier in krriburg habe in den 90er Jahren der Bcmern- staurant gesucht 014149 Frau Huber, Eschersheimer Landstr. 18. Fräulein f. Laden u. etwas Kontorarbeit (Vebcrtuiniiieb brauche) zum baldigen Eintrittges. Schr. Angel», u. 8451 an den Wien. Anz. klkz.8kscllsii>-itskltid billig zu verkaufen bet Gebr. Hörer, 014157 Marktplatz 8 Sehlaiter e. vernehnater Aaaflugaert. tagt liesee- **• ailelip^arxL Konzert - Gesmg - BaBmartl Gelegenheit rt&nzchen. Welche foL" Arbeiterin, auch Wwe. öd. Mädch. m. Kind, a.lbstr^'and, würde m. alleinst. Arbeiter, auf. 30er, in gut. Berhältu-, in Bekauntsch. tret zw. spät. Heirat? Nur solche Pers. woll. sich meld^ die an ein.sichtbaren, Fehler fein. Aniton nehm., in all. häuslich. Arbeit erfahren ynd u. ein wirklich nlücflidj. Heim wünschen. Schriftliche Angebote unL 014158 an den Gieß. Anz. Strengste Verschwiegen^- zugesichert und verlangt iniuiimiiniiiuiiiuinuiainHiiiiii Verkäuferinnen für Kurz-, Weißwaren Galanteriewaren sucht Oltt" Keufhsus ö. 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Leider fehlte die sprichwörtliche Regattasonne, rooDurd) bic Veranstaltung sehr an ihrem Glanze einbüßte. Der Himmel hing voller dunkler Molken, die das schlimmste besürchten ließen. Aber Jupiter pluvius drohte doch nur zumeist, wenn er auch einigemal, durch leichte Regenschauer die Gäste zwang, die vorsorglich mitgebrachteu Regenschirme für einige Minuten Driefel SelterSw. 70. Junge teufe und Mädchen kedeS Stand., 14-35 I. alt, erh. nnt Garant etc da. t feinst. Häusern nach Besuch o. drld. Fachschule f. Herrschaft-, u Hott!, ers.Godesberg a. Rh. WroLeft frd. 6631«s Gaeffiis» 2 schwarze, 1 weißes, sechs Monate alt, zu verkaufen. Scbäiercigcsellirdast RntterSdauieu.'""" N V». «kc^be^feol ifc’KS-a ÄÄd ■niü°6ncr unkte? >u Ms dem Schlafe adti •J, Konditorei uich W bintergebfiube, in btm] t W ausaebrvchen 1 Bmmmatenal (fahl W sand. hM @iüd J )ie. Nachbarschaft bald, 7 dte verwehr, die i utras, komte das Fcuei i ifm. hierbei hat sich m M bewährt. Mit ihrer ss tien der Flammen auf V e benachbarte Slallma 1 den i" ' ■ 1 Bürgermeister Diehl- Hochweisel verbreitet sich als dritter Redner über die Notwendig- keitderOrgauisation. Die Niederlagen der verflosstenen Wahlen haben m-zeigt, daß wir nicht orgautsiert sind. Infolge Derärgenrng über die lange Toner des >? ikges, über schlechte Behandlung usw. wühlten viel Bauern Sozialdemokraten. Auch das unglückselige Wahlgesetz ist schuld an unserer Niederlage. Die Revolution brachte uns den S ch m a d) f r i e d e n. die weitere Brotkuappbcit Und dem Bauern fe^rv' '""-reihert, sondern das FoN- bcftelxm der sd- wirtschaft. Kommunal- und Viehhaudrl ' .ux körmen also weiterhin Mil- lionen -ni! wen. Und toann kommen ihre Redsien- schaftsl>eric!>te, die schon wiederholt von uns verlangt wurde"' kommen die Gelder bin? Die Landwirtschaft hat während des Krieges ihre Schuldigkeit getan, ttoer ivcite Kreise nut ihre Schuldigkeit nicht, unendlidw Werte gehen täglich durd) die Stteiks verloren. Der Friedensvertrag fordert die Ziuchtstuten, Dessen allein wird von seinen 6000 Tieren 3000 ad- geben müssen. Tie Ungeheuern Lasten an Steuern, die Vermögensabgaben, werden tn erster Linie die Bauern treffen, aber Wucherer und Schleidchänd er bringen ihr Geld in Sicherheit. Tie nädiftcn Wahlen müssen zeigen, daß der Bauernstand er» wadst ist und zusammenhatt, so die bevorstehenden Kreis- und Pravinziolwahlen, wir müssen auch Opfer dringen, die Presse unterstützen, Ortsgruppen bilden und dcm/f ssisck-en Bauernbund beitreten. (Beifall.) Nach kurzer Pause eröffnete der Vorsitzende Abg. F e n ch e l die Aussprache. Pfarrer F r i t f Ruppertsburg sagte, der Bauer müsse eine Partei wählen, die auch völkisch denkt, er müsse für Erhaltung der Religion eintreten, dcnntt die deutsche Treue wieder zu Ehren kommt. Bürgermeister Müller- Vellersdeim spricht unter lebhaftem Beijall für bat Anschluß an die neue Organisation. Eifer- MuschenHeim wachet sich gegen die Wichereinführung der Druschprümie, die nur Unzufriedenheit schaffe. (Zwischenrufe : Weg mit der Truschprümiel) Tr. von Helmvlt glaubt, daß bei den I hohen Maschmendreschpreisen mancher Bauer wie- b'üiister erNärte. Wir haben dem Gesetz den nndjbarte Stallung i ^ftzahai ausgebrochen. Wir haben erreidst, daß ist immerhin bebnjw*r 200 Morgen Besitz nichts (lenommeu wer- entnrr Mehl öerbranntert bei kfl und daß bei Eirteiguurrg infolge schlechter =-v- v , nimmt dem Bauern die Frucht, die Kartoffeln, die noch der ho)Mig daS Vieh, kur» alles. Ohne daß wirs wußten, lebten wir im Zkukunftsstaat. Während be$ Kriegs „runayi u«ir= sLnnoa der Bauer, denn es war auch ein Wirtes M, recht oft tet ff chskcheg. Jetzt ist der Schandfrieden geschlossen, flltr bezüglich der Avangswirtschaft hat der Ernäh- anlgSnriuister in Berlin erklärt, daß sie noch schar- gehandhabt werden solle, nur für Hafer, Gemüse dergleichen solle sie gelockert werden. Mehrere ube sprachen gegen die Jkvnngswirtschaft, sie iderspricht der Freiheit, die wir feü ban 9. November haben sollen, wir wollen aus fanden Bauern!vand mutz sich das kranke Vaterland wieder erholen. Die ttebohitwn sei die größte Schandtat am deutschen Volke gewesen. Tie ktimmtflt Zeit kommt, wv es weder Arbeit noch Boot geben wird Ter Redner verliest eine Entschließung, die sich gegen die Beibehaltung der Zwangswirtschaft, die nur ein Notbehelf während des Krieges gewesen sei und gegen die Frühdru schprümie wendet. Die Entschließung nnn> von den 2500 Bauern ein- ftimmig .angenommen. Hirlchel rät jmn Sofortigen Silben von Ortsgruppen, und Abg. Fenchel geben ft nochmals Tr. BöckelS, dessen Nottage durch eine Sammlung gemildert wird. Mit nockMaliger Mahnung zum ZusMNmensdLuß schloß der Vorsitzende unter lebhaftem Beifall die emdrucksvollc Bauerns Versammlung. Frankfurt a. M., 20. Juli. Regatta dc' Süddeutschen Rudcrverbands. Euler für Junioren. 1. Gießener Hassia (Kaiser) 7:16V»- 2 Franks. Alemannia (Schörner) 7 :38, o. Frank,. Borussia (Pfeiffer) 7:38Vs. — Anfänger-Vierer, Gigboot 1. Arbeiter-Ruder- und Schnnrnmoernv Vorwärts, Offenbach 6:23, 2. Franks. Anncitw 6:27, 3. Franks. Borussia 6:49. — Gast-Dierer 1 Mainzer Fortuna 6:05, 2. Vorwärts, Djtoi- bad) 6:053/fi. — Ansänger-Viever, Grgboot 1 Franks. Bor.'.ffia 6:51, 2. Franks. Amintw 6 :58, 3 Gie^cn-r Hafsla f? :10. — Zweiter Sen,.'r Vierer 1. Offenb. Germania 7:03, 2. Fecheuh Rg 7 :21. — Junior-Vierer. 1. Mainzer Fn- tuna 6:34, 2. Vorwärts, Mannheim 6:34$/B, 3. Men». R«. 6:44. - Dritter 1. Mainzer Fortuna 6:252/s, 2. Franks. Ale mannia 6:26, 3. Kasteler Germanra 6:45 Junior-Achter. 1. Frankf. Amrcrtta 5L9, 2. Vorwärts, Mannheim 5:45, 3. Offenb. Germania 5 -58 — Erster Senior-Vierer. 1. Franks. Ann- sss» •fy&si Rt. UB rtinfiafl. gii't lubiaem, l ornehmem ^sstv^"' Die h ^>>se. Schristl. Angebote 3 m-01409t) a. d. @teh. 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(Karl Petri, Dr. Fritz TeipK, Ernst Bauer, Waldemar Goecke, Gustav Koch, Heinrich Kalbfleisch, Paul Otto, K-arl Joedt, Steuer Willy Acht. Ätn halt für alsbald oder 1. August gesucht. 7988 Frau Anguß Frensdorf Frankfurter Straße 31. Kleines Bauerngut ca. 50—80 Morgen, mit lebendem und totem Inventar In biestger Gegend von Landwirt bei höherer Anzahlung zu fanftr. gksucht. Gest Offerten mit An- gade von Größe, Preis usw- unt 6. H. 310 an Haaaenxteln * Vogler A.-a., Frankfurt a. A. Kleineres möglichst neues Haus zu kaufen gesucht. Schriftliche Angebote unt. 018720 an den Gießener Anzeiger per Knechtschaft brt »wrammalDerhmbdB tmM bei Vichhandelsverbandes heraus Ferner ist die Kriegswirtschaft nicht zweckmäßig, Vic Schaffensfreudigkeit des Bauern erlahmt, fortgesetzt wird die Einfttl'r erschwert, Deutschland könnte mit Heringen uj ; überfchioemmt werden. Jede Achtung vor dem Gesetz schwindet, jede Moral wird untergraben. Minister Neumann hat selbst erklärt: „Ich gebe zu, bc man von den Rationen nicht leben kann." Also kommen Schleichhandel, Hamstern und alle die unmoralischen Bc- gleiterscheinungen der Zfwangswirtschast. Ist eS ein Wunder, wenn auch der Bauer, statt dem Kommunal- und Viehhandelsverband so innentabctc Preise zahlen, in Versuchung kommt, Schleichhandel zu. treiben! Ein Ferkel kostet etwa 170 Mck., hat es der Bauer 1 JÄhr gemästet, so zahlt ihm der Kommunalverband etwa 150 Mk. dafür, er verliert Geld. In Preußen sind die Eier freigegeben. Die Kluft zwischen Stadt und Land muß durchallesdasgrößerw erden. Für Ge- wüse z. B. erhält der Erzeuger 1,75 Mk, im Großhandel kostet es 3,20 W., im Kleinverkauf 6 Mk. In einem Rundschreiben an die Gemeinden des Kreises Büdingen drohte die Regierung bei Nicht- hbtiefming der rückständigen Kartoffeln mit der Offenbacher Bolkswehr. Jetzt stellen die Sozialdemokraten (Somemann) den Antrag, den Wald in staatliche Regie zu nehinen und das Bremrholz zu rationieren, dies trifft die Bauern. out möbliertes immer mit elektrisch '■tot, am liebsten mit iocchgelegenheit z. 1. Okt. w. iriiher. Sckr. Angeb. 6M :014i5's q. d. Gieß. Anz. Sim 1. Astg ob. 1. Sem. Senior-Einer. 1. Mainzer Fortuna (Muhr) 7:1^, 2 Gießener Haffia (Schüße 7:25V», 3. Frankf. iBot* (!8WWt 7:36-„Srort« Mto- 1 Vorwärts, Offenbach 5:55V», 2. Franks. Boruf- - ---3. Fechcnh. Rg. 6:05. — Trosb- Franks. Amiritia 6:43, Franks. Borussia abgeftopipt. — Großer Achter. 1. FrcNrkf. Armcitio 5:50, 2. Franks. Rv. Undine 5:58. Vorwärts Maimheim abgestoppt. 2 gute SitntnDölkr tn Lüneburger Stülver zu verkaufen. 014163 Lannsbach Nr. 16. Dobermann-Hündin 1 Jahr all, sehr wachsam zu verkauf. Karl Schmißt, Kflgdlaiea, Post Ulrichst. Jagdhund braune Hündin, kurzhaarig, 8 Wochen alt, gute Abstammung, zu verkauf. 8499 Schloß Hungen. 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Tas Lard- xesctz mit seinen Auswüchsen müsse bekämpft wer- Kn. Ursprünysich wollte man narf> dem Gesetz bet Hrdlungen Ine Erwerbung eigenen Laitdes aus- icb'ieücrt, der Boden sollte dem Staat. gehören, fcit Großen sollten. enteignet, die Kleinen nur JubUt werden. Ter Bauer sollte also nur Ar- b, ter werden tote der Fabrikarbeiter. Es gelang bei Dauernoertretern, diesen Ar ikel zu ändern; M Loge der Sache kann nun das Land in Be- iifi fibergefjen. Unsere ausklärende Tätigkeit bat Weimar und Berlin gewirkt, wie der hessisd)-- Inger zurü-k, daS einzig angsbewirtschashma veru' alle können auch -L-ckmtz . - ------- jen des Scrtra^cnbcn kle llimentstücke der Siedlung dienstbar gemacht wer- ■ Mr fianbivirte tvM tu. Wir haben err icht, daß am Gritndriaentum xilcn Kräften bic -Bauern nicht gerüttelt wtrd. Ter ffeie Baucrn- üd-Ti basür müssen wir stand muß erhalten blnben. (Lebhafter Betiall.) Lieceatahl, Brautschleier zu verkaufen. Liebigstraße 86 I. 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Septbr. beginnende Winter-VollsamoBter ist gegen Einsendung von 60 Pf. zu beziehen 00m Sekretariat. MMid Zugführer i. R. Alter von 66 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Katharina Kircher geb. Steinmetz. Gebr. Julimann Grabenstraße Nr. 7, Fernsprecher Nr. 542 General-Vertretung der sbosd Frankfurter Allgem. Vers.-Akt.-Ges. Todes-Anzeige. Sonntag vormittag 2 Uhr entschlief sanft nach längerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere liebe Schwester, Tante und Großtante Fräulein Margarethe Söhngen aus öerr raMWtn ausstl p^ijkte somie über IP ,®rnui&igiing k M '$ die Arm Erst W "* E M ifl '■r Lichtspielhaus 'Nur noch heute und morgen Henny Porten in ihrem besten Drama Die Schuld Außerdem das glänzende Lustspiel j kj. Meyer and Sohn^i Holzwolle in verschiedenen Sorten Viebmanu, Eis.- u. Fahr- radh., Gr.'Linden. All denen, die uns beim Heimgange unserer lieben Roli so herzlich ihre Teilnahme bekundeten, sägen wir auf diesem Wege innigsten Dank. Hermann Bönig und Frau Luise geb. Wagenbach. Gießen, den 21. Juli 1919. 01419g Briefliche Bestellungen , „ „ „ _ ausnahmslos an die Kaste des Stadttheaters zu richten. Verwandten, Freunden und Bekannten teilen wir hierdurch mit, dass unser lieber Bruder, Schwager, Onkel und Pate Georg Schmitt III. Feldgeschworener nach langem schweren Leiden heute im Alter von nahezu 80 Jahren sanft entschlafen ist. um Verzögerungen zu vermeiden, Todes-Anzeige. Heute nachmittag 1/23 Uhr entschlief sanft in Mönstadt (Westerwald) bei ihren nächsten Anverwandten, wo sie von ihrem Leiden Heilung suchte, ganz plötzlich und unerwartet meine herzensgute, liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, liebe Tochter, Schwiegertochter, Schwägerin, Gote und Tante Frau Marie Balser geb. Schlosser im Alter von 34 Jahren. In tiefem Schmerz: Johann Balser und Kinder Elli und Frieda. Hamlioo „1118$ Schloß“ Son nenet raße Ecke Kanelelberg. Täglich großes Konzert eines ungarisch. Damenorchesters Anfang: Wochentags 6 Uhr, Sonntags 4 Uhr. Todes-Anzeige. Freitag nacht um 2 Uhr verschied nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere liebe Tochter, unsere gute Schwester, Patin, Nichte und Kusine Lina im Alter von 15 Jahren. In tiefem Schmerz: Familie Emil Krämer nebst allen Verwandten. Gießen (Neuenweg 61, den 21. Juli 1919. Reisegepäck- Versicherung Vollkommene Deckung gegen Transport-, Feuer- u. Diebstahlgefahr Billigste Prämien-Berechnung Police gleich erhältlich durch Freitag den 25. Juli 1919 abends 7 Uhr: Veranstaltung zu Gunsten des hilss- bundes für elsah-lothr. Flüchtlinge Ortsgruppe Gietzen I. Teil. Musikalische Dorträge von Fräulein Lissy Sprenger, o Fräulein Margot Werner und den Herren Kapellmeister Ludwig Marguth und Adolf Falken. II. Teil. werke von Alfred Vock vorgetragen von Herrn Karl Volk. III. Teil. 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MM ftarl SA bolf Falken. ! gen futb lediglich Die Folge Der fd? die natürlich außerhalb des Dauses ipen getrieben wurde. „Und warum Vollen Sie mir, der Fremden, otc Sie nicht kennt, die Sie nie geselM hat, Ihr fintercS enteilen ? .Haben Sie keine Freunde, dein Hy Sprengt: den Herren Kapell- d Adolf Falken. Innige! abends 7 Uhr: len öes hih r. Mchtlitz heil iimfl ber Vorlagen. Präsident Fehre nbach ernennt den Wunsch L cls burck.auS bered}itigt an, ent schuldigt sich aber M rät den gedrängten Verhältnissen, unter beiten Arrs Statt unö Land. Gießen, den 21. Juli 1919. gedacht wurde Starkenburg und Rheinhessen. oz. Offenbach, 19. Juli In der l^fcn Stadtverordnctensitzimg teilte Beig. St" avpu ■: c,.tt vütc kleine Anfrage mit, daß in Offens ch zunächst eine Woche lang w icder wci ßc Wc ck e n, v ' Kops ein e t ü cf verteilt werden. Diese Zane« ■ lung geschieht teils aus Ersparnissen an oorfciL- den ein dunklen Mehl, teils aus einem Rest amerikanischen Mehls, der zur allgemeinen Verteilung aber nicht mehr ausreickfte. Mancher Dausfrau w> . c das Mehl vielleicht lieber gewesen, iourde von StaDtv. D a p p e eingewendet. Man batte sich lick r mal Pfannkuchen gebacken (Fett hat man ia jrt'i , oder andere Mehlspeisen bereitet in der kartofn1 armen Zrit. Beig. Kappus meinte, « bedauere, Nti er nicht zu jedem Weckbrödchen gleich auch noch eir Paar warme Würstchen liefern tonnte Hessen-Nassau. Frankfurt, 18. Juli. Der Zuzu g hat allen widerhvlt veröffentlichten Warnungen des Magistrats zuwider einen Umfang angenommen, der bei der bc kannten Wohnungsnot der Stadt zu einer dringenden Gefahr sür die Unterkuustsrnö!, lichkeit der einheimischen Bevölkerung gewor den ist. Der Demobilmachungskommissac hat deshalb zur Abdämmung des weiteren ;fn stroms eine Sperrverordnung für Frankfurt a. M. erlassen, die am 12. Juli d I. in Kraft getreten ist. Bon diesem Tage ab bedürfen grundsätzlich alle Personen, die vor außerhalb in das Stadtgebiet zuziel)en wollen, einer besonderen Genehmigung ihres Zuzug?. Für bestimmte Berufsklassen soll die Geneh miguwg erteilt werden, wenn durch ihren Zu zug die Unterbringung oder Ernährung der ansässigen Bevölkerung nicht gefährdet wird Die Genehmigung wird vom Wohnungsamt erteilt, unb ist dort einzuholen. Die Z u zugsgenehmigung des Wohnungsamtes ersetzt die für den Abschluß von Mietverträ.- gen vorgeschriebene Vertragsgenehmigung des Mieteinigungsamtes nicht, es ist vielmehr die Zuzugsgenehmigung dem Mieteinigungs amt, das nach wie vor alle Mietverträge zu genehmigen hat, vor der Entscheidung über diese Genehmigung durch den Vermieter vor s? . Iw, «Uj?1* 11 M 1919 (Sttchstraße 16), Zbmmer la eine Arttgltederver- Mmmlung ab. Kreis Lauterbach. lb. Wallenrod, 18. .Juli Am 13 Juli sand hier in der Kirche unter Mittvirkung be3 Po- tzaunenchovs eine Gedenkfeier statt, an der der lebten Kriegsopfer — 6 aus dem Jahre 1918 — 18f8rt l«lSZ Ä8i8lalluDltiir6U ‘’-'DracurBl, «rüncwalb Ll,,em «* ‘‘'"»'MetHitbn,,. 9uh 1919. 5 ___ «ß* iaus rgenHe-«” Mvr»»- huld de LusUPiel J SoSnJj Preßkohlen erzeugt. Unter Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände sowie des «Absatzes und Selbftverbrauchs verblieben am Monatsschluß absatzfähig: 8539 Tonnen Rohkohlen, 338 Tonnen Briketts, 2580 Tonnen Naßpreßsteine, zusammen 11457 Tonnen Braunkohlen und Braunkohlenprodukte im Gesamtwerte von rund» 400 000 M k. ** Die L a n de s o b st st e l l e ist durch Verfügung des LandesemährungSanttes vom 30. Junji d. Js. die Hessische Landesobststelle aufgelöst worden. Gesuche, die Einfuhr von frischen Südfrüchten aus der Schweiz betreffend, sind daher von ietzt ab nicht mehr, wie bisher, an Die Hessische Landesobststelle, Darmstadt, Scmdftraße 24, sondern an das Hessische Landesernährungsamt, Darmstadt, Wilhelminenstraße 3, zu richten. ** Der Jungdeutschlandbund halt am Dienstag, 22. Juli, 6 Uhr, im Gewerbehaus ufieim Ml- wM5 abends ist tfS Mad' gleer, Vie ttommunalwahlen. ** Hausen, 20. Juli. Bei der gestrigen Beigeordnetenwahl wurde PH. Mülle r IV. einstimmig gewählt. Außerdem waren iwch verschiedente Stimmen zersplittert. Bon 305 Wählern schritten nur 109 zur Wahlurne. ** Klein-Linden, 21. Juli. Bei bei gestrigen Beigeordnetenwahl erhielt der bisherige Beigeordnete Wilhelm Jung VIII., Kaufmann, 430 Stimmen. Die Gegenkandidaten Heinrich Luh 308 und Wilhelm Fink 149 Stimmen. 9 Stimmen waren «rfplittert. Es findet Stichwahl zwischen Jung und Luh statt. Die Wahl des bisherigen Beigeordneten scheint gesichert zu sein. Q Aus dem Kreise Lauterbach, 17. Juli. In Ilbeshausen wurde Metzger O e ch l e r mit 207 gegen 109 Stimmen zum Beigeordneten mwählt. — In Lau t erba ch wurden bei der Beigeordnet en wähl 1757 Stimmen abgegeben, wovon Johs. Möller X. 925 Stimmen erhielt und gewählt wurde. — In Herbstein waren zur Beigeordneten- zulegen. Alle in Hotels, Gasthöfen, Pensionen (Fremdenheimen) und bergt zuziehenoc Personen haben eine Aufenthaltsgenehmigung des Wohnungsamtes, die in der Regel auf höchstens 14 Tage erteilt werden soll, nachzusuchen. Für einen kürzeren als achttägigen Aufenthalt bedarf es der Genehmigung nicht. Spätestens am 8. Tage nach dem Zuzug hat der Ortsfremde dem Hotelier, Pensionsinhaber usw. die Bescheinigung des Wohnungsamtes über die Dauer der Aufenthaltserlaubnis vorzulegen. Die polizeiliche Anmeldepflicht der Vermieter wird durch diese Vorschrift nicht berührt. gangen. (Ungeheuerer, minutenlanger Lärm bei den Unabhängigen.) Demonstrativer Beisall im übrigen! Hause. Zurufe aus der äußersten Linken: Schwindler, Lump, unverschämter Mensch.) Abg. Seger (Unabb.): Ter Reichswrhr- minister hat mir persönlich niederträchtige Schandwirtschaft vorgeworfen. Wenn er letzt von Verhetzung redet, so tut er nichts anderes, als daß er die erbärmlichen Verleumdungen der bürgerlichen Presse wiederholt. Wenn in Leipzig die ** Amtliche Perfonalnachrichten. Der Oberlehrer an der Eleonorenschule zu Worms Heinrich R a b e t wurde mit Wirkung vom l.Aug. 1919 zum Oberlehrer an der Ernst-Ludwig-Schme (Realschule) zu Bad-Nauheim ernannt. — Dem Lehrer Wilrilm Viehmann zu Höingen wurde hie Lehrerstelle an der Volksschule ru Scha - b e n b a d), Kveis Alsfeld, übertragen. — Erledigt ist die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende 5. Schulstelle zuNidda, Kreis Büdingen. ** AuS dem Militär-Wochenblatt. Auf ihr Gesuch rourben zu den Reserveoffizierei, der bettcffenden Regimenter übergcsührt: die Leute nants Johns im Jnf.-Rogt. 81, Graf zu Solms-Lanba ch im Drag.-Regt. 23, Lex tm Feld.-Art.-Regt. 27. Maurhoff, Fähnrich im Jnf.-Regt. 81: Schott, Fähnrich im Jnf.-Regt. 168 In das Reserveverhältnis wurden übergeführt Hauptmann z. D. v. Boetticher, zuletzt im Gencralstabc der Armee, und die Leutnants Makowka, Büchner, im Fuß-Art.-Regt. 3. ** Die Kohlenproduktion in Hesse n. Im Juni wurden an Rohbraunkohlen 30 416 Tonnen gefördert, verkauft wurden davon 10 544 Körnten; der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet ober war zur weiteren Derarbcitunl bestimmt. Aus den Der arbeiteten Rohkohlen rourbent neben Schwelereiprodukten erzeugt: 306 Tonnen Braimkohlenbriketts, 2140 Tonnen Naßpreßsteine. Außerdem wurden in Hessen, soweit die Produk) Hon bis jetzt festzustellen war, 2162 Tonnen ©teilte gesprochen hatte. Die Dorgefommenen Ausschreitur'-- — sind lediglich die^Folge der schmählichen Hetze, ~ des Hauses gegen die Trupff Gogen die Schuldigen sind wir unsererseits in allerstvengster Weise vorge- eiiie Benvanvten?" Ein halb verächtllches Lächeln zuckte um die • »llen Lippen des merkwürdigen Reisebegleiters ued jungen Mädchens. ,Marum guäten Sie mich denn?" sagte er, mit leuchtenden Blicken Ragna umfassend. -Warum wühlen Sie in der Wunde, die mir int Herzen brennt? Ich weiß," fuhr er fort, als I er sah, daß Ragnas Augen sich halb mit Be- iremdung, halb in Scheu auf ihn hefteten, ,MB I S-ie in diesem Augenblick glauben, es mit einem Wahnsinnigen zu tun zu haben, denn wer sollte \ owhl sonst die Vermessenheit haben. Ihnen beim | echten Sehen zu sagen, mit so klaren, dürren i Worten, wie ich es tue, daß er <Äe liebt, gren- I »e illos, über alles, daß er, als er Sie sah, mit ■ er item Blick die gefunden hatte, die er gesucht ein ganzes, langes Leben hindurch. Sehen Sie mich, 5i;:te, nicht so starr an und verzeihen Sie mir, daß fl) das alles hier so platt und so unvermittelt aus- ivweche. aber mit dieser Stunde riimt der Tag des Äiückes sür mich mrwiderbringlich dahin. Soll iSl, da ich das weiß, das füUe, bieten Tag nicht Mskosteu, selbst auf bie Gefahr hin, nicht uerftanben md nicht erhört zu werden? Antworten Sie mir men beseitigt werden. Reichswehrminister Noske: In den letzten Monaten war es das Verdienst der Truppen, Deutschland vor dem Chaos bewahrt zu haben. Dafür haben sie ihre Haut zu Markte getragen gegen verbrecherisch! /410 Uhr. LÖratung des Gesetzes über d« Zahlung der täte in Gold Äbg. Rießer (D. D.-P.) bogE dte gesetzt Stärkung unserer Valuta. Er erklärt das Z4etz für berechtigt und tritt füi sasiortige Ver- abütiebung ein. Rcichssinanzminister Erzberger ixmlt dem Da. Rießcr und sagt, daß sich ferne Ausführungen ■ t!t den Absichten der Reichs sinanzverwaltimg ecken. ! Abg. Molkenbuhr (Soz.) verspricht sich ob dem Gescch Vorteile für das Wirtschaftsleben, tcnängilt aber Teile der Begründung. 9te ichsfinanzmin ist er Er» berget: Von einer Serschäriung der Schutzzölle durch die SSabrta kann -lau wohl nicht spreck-en. Abg. Wurm (U.S.P.) lehrst das Gesetz ab, eine dreifache Erhöhung der Zölle bedeute. Die Valuta werde sich infolge dieses Gesetzes nicht ■yjfern, sondern verstechtem. Abg. Raschig fTem.): Das Gesetz bringt fine dreifache ZollerhöHsing. Durch den Stand nferer Valuta hat vielmelw eine Ermäßigung der xtle auf den dritten Teil stattgefunden. Tas 1'kfeb stelle nur den früheren Zustand wieder her. Reiäjsfinanrminister Erzberger: Tie Vortage will nickZts anderes, als die durch die Valuta .-^getretenen sinanztellen Nachteile für das Reich teheben. Tadurch wird sich die Nack^age nach unseren rm Auslände herumsck)wirrenden Geld- irotcn steigern ultb vermutlich die Valuta etwas bessern. Eine Folge der Vorlage wird vermullich aud) die Abwendung der Gefahr, die unserem Nittschaftsteben durch die Uebersch-vemmung mit 7gesetze sowie Abänderung des Gesetzes über die Regelung der Kaliwirtsck>ast vom 24. April 1919. Ter Gesetzentwurf wird in allen drei Lesungen mst einem jtzompromiß-Anträge der Sozial- teniofratvn, und des Zentrums ohne wesenttiche Äenderimgcn angenommen. Erste Beratung des Gesetzentwurfts, betreffend Irtöbung Der Pensionen der Reichs beamten, die das 65. Lebxnsjahr vollendet l)aben, in Verbin- \ bung mit der ersten Beratung eines Gesetzentwurfs, betreffend die Pensionicrung von Rcichs- teaarten infolge der Umgestaltung des Staats- ntfenS. Abg. Heinze (D. B.<^P.) bittet zur Gesck)ästs- ocbmntg den Präsidenten um rechtzeitige Zustel- Liltunü mc • gssd ct, ■ gearbeitet iverben mußte. (J Rrickssinanzminister Erzberger bittet, die c La« Rudolf ffi lättaürfe so rasch wie möglich ni verabschieden. JiUOOl| w- l l ?i sich smn Ausgaben, dte lachliüll begründet dass kalkest. eien unb die vom Reich unter allen Umständen -er 8r< ter® st Uhr- «cd j »Ragna Svendburg. Roman von Anny Wothe. lNackchruck verboten.) Fortsetzung 16. ..Fürchten Sie nicht, mein Fräulein, daß | ih Ihnen lästig fallen will, ich möchte nur ein- nal einem Menschen sagen, wie ich empsinde, nur I tinmal im Leben berftanben werden, nur einmal | lern Glücke nahe sein, das mir ewig fern I: üeiben wird und muß." S< driftet werden mußten. Ter zweite Gesetzentwur ieyiefoe sich natürlich nur auf politische Beamte, ür sei gt-tragen vom Geiste politischer FreHett und sozialer Gereckstigkrit. Bride Gesetzeirtwürw gehen rach kurzer Debatte an ben Haushaltausschuß. Erste Beratung ber Gesetzentwürfe über die U Entschädigungen der infolge der Ermäßigung der | SSehrmacht aus dem Heer, der Marine und den Mt-chutztruvpen ausschcidendLN Offiziere und Teck- Mofftzterc sowie über die Entschädigung der infolge «ter Ermäßigung der Wehrmacht ausscheidenden $ Uritutanten. t Preuß. Kriegsnnnister Reinhard: Mit bem ■ k-feft übt die Regierung eine dreifache Pflicht. ■ $3ir müssen in Erfüllung des Friedensvertrages ■ ßbrüften. Sie müssen die von der Abrüstung am W Hirte sten betroffenen Berufs so da .en für den Vcr- M tust ilires Lcbensl>erufcs eistsck>ädigen. Sie müssen K teu ins büigertidye Leben Uebertretenden helfen, Ä riebet in den Sattel zu kommen. Das Gesetz toll W ikr keineswegs eine Abschlagszahlung für die 1 Leistungen im Kriege fein. Eine Geldentschädigung t |itr diesen Dienst ist undenkbar. Tausertoe von NoSke-Truplpen unbl ein gezogen wären, bann wäre Lripyig die einzige Swdt. wo nicht gestohlen, würde. (MinrttÖttang andauerndes Gelächter^ Wenn Noske ben Mut hat, den Erpresserprozes'. heranzuziehen, so betodlt er, daß er entweder nicht untemebtet ist, ober aber, mas mir richtiger erscheint, er weiß es, und jedes Mittel zur Verleumdung ber unabhängigen Sozialdemokratie ist ihm recht. (Präsident Feyrenbach rügt den Ausdruck.) . ftriegäminifter Reinharde Dann sind wohl alle Teutschen mit nrit einig, baß ber gelben3 tob auf bem Schlachtfeld von Vtassenmord sowett erttfemt ist. rote ber Terror von der Freiheit. _ Der Gesetzentwurf geht an ben Ausichuv. Es folgt die Dritte Beratung des Reichs siedel ungs- gcsetzes, das nach kurzer toebattc nach den Beschlüssen ber Kommission angenommen wird. Angenommen wird auch eine Resolution, welche Maßnahmen zum. Schutze der Kleinpächter gegenüber den Grunbbcsitzeni verlangt, die, .o?> sie Land bergeben müssen, die Pachtverträge am heben könnten. Darauf wird ber Gefetzent.vuri einer Kleingärtner- und KteinpüchtLr-Landordnung in der Ausschußfassung in zweiter und drttttr Lesung angenommen. Tie noch "ul der Tagesordnung stehenden Jnterpellatwnen oer Teutsch- Nationalen und ber Deutschen Volksparter über Veamtensragen werden nach kurzer Geschastsoro- nungsdebatte abgesetzt. Schluß V?2 Uhr. Nächste Sitzung Montag. 21. Juli, nachmittags 3 Uhr: Verfassung. -» Weimar, 19. Juli. (WTB.) In der.heute unter bem Vorsitz des Nrichsfinanzmimfters Erz- (ictgcr obgebattenen Vollsitzung des Staatenrus- schüsses wuroe ben ©ntroürfen eines Gesetzes iiber eine ergänzende Maßnahme gegen bie Kapttal- abtoanberung in das Ausland, etned Gesetze^ bc^ treffend die Abänderung des Gesetzes über bie Regelung ber Kohlenwirischaft, einer Verordnung über bie Vertragsablösung und dann den Vorschlägen über bte Besetzung von drei Reichsgerichts- ratsstellen unb ber Aenderung ber Satzung ber Hannoverschen Kreditbank in Hildesheim zugestimmt. ________ fährtin, bie ganz mein Geschöpf fein sollte. Jung, ohne Welt- unb Menschenkmntnis und vor allem arm, ganz auf mich, auf meine Hilfe angewiesen. Ob ich recht daran getan? Ich glaube es, denn meine Braut — in einigen Wochen soll unsere Hochzett fein — ist ein süßes, an schmiegendes Geschöpf, ost war es mir auch, als flöge zuweilen ein Schimmer über ihre Züge, ber sie meinem Ideal, Ihnen näher brachte. Aber heute, wo ich Sie sah, da siel es mir wie eine Binde von den Augen, berat Sie, Sie waren es allein, bie ich gesucht, Jahr um Jahr, nach beten Antlitz ich lechzte lange Jahre hindurch, ohne Sie je gesehen zu haben. So, jefcr haben Sie meine Beichte unb nun entscheiden Sie über mich." Ragna saß da wie ein Steinbild. Jhve Hände ruhten lässig ineinander — Jein Blick traf das herrliche Lauterbrunnental zu ihren Füßen, Lnn Blick die schimmernde Bergwclt in ihrer gleißenden Pracht, die sich so gigantisch vor ihnen auftürmte, ihre Blicke hingen mit fast angstvollem Entsetzen an dem Manne, der alle diese Worte zu ihr sprach. Wte ein Blitz war ihr plötzlich bte Erkenntnis gekommen, daß dieser Fremde Sven Svendburg war, der Verlobte ihrer eigenen Schwester. Tos waren Svendburgfche Augen, denselben Blick hatte bie Großmama, und so bte seinen schlanken Hände geballt, wie dreier Fremde, hcttte ihr Vater oft, wenn er in höchster Verzweiflung war. Soen Svendburg! Wie eine Feuergarbe durchlohte es sie! Der Mann, ber ste so tief verletzt, dessen hilfreiche Hand sie verschmäht, ber tntxreft bte Ursache war, daß ste sich einem ungenauen Schicksal und tausend Demütigungen ausgesetzt hatte, bet saß jetzt an ihrer Seite und sprach ihr., die er kaum kannte, von Liebe, und chve eigene Schwester sollte das Opfer sein? Stolz dl in Bogna auf. Fast wie in Wahl nicht wenig« als 4 Kandidaten aufgestellt. Es 6>mmt zur Stichwahl zwischen den Kandidaten Kübel und Lemberger. — In Grebenhain wurde Hrch. Gans; XV. ohme Gegenkandidat zum Beigeordneten gewählt, in Lanz en Hain der bisl;erige Beigeordnete Stier, in Gunzenau der bisherige Beigeordnete Möller, in Freien st einau der bisherige Beigeordnete Schultheiß wicdergcwählt. — In Angcrsbach machten bei der Beigeordneten wähl von 811 Wahlberechtigten nur 157 von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Gewählt wurde Kirchenrechner Joh. Möller XIII., der Schwiegersohn be5 bislieri- gen Beigeordneten. — In Metzlos wurde der bisherige Beigeordnete und Bürgermejfterstellver- treter Otto Geiß zum Bürgermeister ge- ^wählt. -4 Nieder-Mörlen, 18. Juli. Bei der Stichwahl am Sonntag wurde Heinrich Franz Mobs mit beträchtlicher Stimmenmehrheit zum Bürgern! ei st er gewählt. Ter bisherige Bürgermeister Ten hatte aus Gesundheitsrücksichten lein Amt niedergelegt. chn. O d e n h a u s e n, 18. Atli. Bei der B e r - gcordnetenwahl entfielen auf dew bisherigen Beigeordneten Karl Werner 64 Stimmen Ein Gegenkandidat war nicht ausgestellt. Im ganzen machten 66 Wähler von ihrem Wahlrechte Gebrauch, gleich 36,6 Proz. SStimmen waren zer- •nlittert. So sind auch in unserer Genpnnde die Wahlen ohne Reibereien unter dem Zeichen der Einmütigkeit der lau sm. K. Trais-Horloff, 19. Juli. Bei der Wahl eines Beigeordneten wurde der langjährige Beigeordnete Gustav Hublitz einstimmrg wiedergewählt. Die tcntzsreudige Jugend benutzte die Gelegenheit zu einem Tänzchen. vermischtes. * Schilfrohr als Haferersöth. Bei dem außerordentlichen Mangel an Futtermitteln und der Notwendigkeit, die dafür bisher im Auslande gezahlten Summen nach Möglichkeit zu sparen, .erhält eine Mitteilung der Umschau über Schilfrohr als Haferersatz besondere Bedeutung. Danach erblühen jahraus, jahrein Futtervoerte in Millionen von Zentnern für unsere Viehbestände zur Nahrung in dem Schilfrohr, das sich überall in unseren Gewässern findet. Die Wurzelstöcke dieses Rohres liegen unter dem Wasser, auch in Niederungen und Mooren und starken Matratzen non 30—100 cm Stärke imb laufen bis zu 20 m l'änge im Erdboden entlang. Die Grund achsen des Schilfrohrs, die oft im Durchmesser bis zu 10 cm stark werden, geben 800—1200 Zentner pro Morgen Bei Analysen, die 1917 und 1918 auf Grund der Entdeckung der in der Rohrwurzel schlummernden Werte durch die Brüder Branco gemacht wurden, ergab sich als Durchschnitt auf die Trockensubstanz: Zucker 25—30 Proz., sonstige . iohlehydrate 15—20Pwz., Roheiweiß 6—7 Proz., Fett 2—3 Proz., Mineralsubstauz 5—6 Proz. Besonders wichtig erwies sich unter den Verwendungsmöglichkeiten ein Kraftfutter, „Fragmt" genannt, das mit großem Erfolg in der Pulver- iabrik Plaue unter Leitung der landwirtschaftlichen Abteilung an Pferden und Rindern erprobt wurde. Die Tiere nahmen dieses Futter sehr gern auf, und ihre Freßlust wurde so angeregt, behördliche Anzeigen. Bekanntmachung. Nachoern durch Verordnung der Reichsregie- rung vom 8. 2. 19 Die soziale Fürsorge nrr die Kriegsbeschädigten und HinterbliÄenen unter Mitwirkung der Einzelstaaten und Selbstverwaltungskörperschaften vorn Reich übernommen worden ist, ist für den Bezirk der Stadt Gießen ein Städt. Fürsorgeamt für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene errichtet worden. Die Bureauräume besinden sich Aster- weg 9p. Alle das Fürsorgvamt betreffenden Anträge sind lediglich dort anju&rinpen. Sprechstunden werktags von 8—12 Uhr vormttbcras und 2—6 Uhr nachmittags, Samstags nur von 8—ll/i Uhr vormittags. Die Geschäftsstelle des Kreis- und Ortsausschusses für die Kriegsbeschädigtenfürsorge, Gewerbehaus, ist aufgehoben. 8501B Gießen, den 12. Juli 1919. Städt. Fürsorgeamt für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene: Dr. Seib. Beschluß. Das .Konkursverfahren über den Nachlaß der am! 8. März 1914 zu Gießen verstorbenen Johanna Rothenberger wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben. Gießen, den 16. Juli 1919.' Hessisches Amtsgericht. Bilanz am 31. Dezember 1918. Vermögen. H Darlehen gegen Hypotheken .... 782 037 20 Bestand an Staatspapieren .... 189 310 - Darlehen gegen Schuldscheine und Gut« haben bei Banken 1 697 245 01 Ledierte Güterkausgelder 52 022 50 Immobilien.......... 12 476 — Kassevorrat, verzinsliche Fälligkeiten und rückständige Forderungen . . 168 991 31 2 902 082 02 Schulden. Jt- H Geschäftsanteile 9 942 36 Ausgenommene Kapitalien 2 732 225 36 Schuld d. Kasse i.Konto-Korrent-Derkehr 91 833 58 Reservefonds ............... 38 700 - Kewinnsaldo aus vorhergehenden Jahren (Dispositionsfonds).......... 14 300 - Erübrigungsrückhalt 3 535 63 Iahreserübrigung 1918 12 045 09 2 902 082 02 Mitgliederstand Ende 1917 114 Abgang 8 Zugang 9 Mithin Mitgliederstand 1919 115 Hungen, den 19. Juli 1919. Der Borstand der Spar- u. Leihrasse zu Hungen e. G. m. u. H. ,600 Fendt. Verleit G. Kohlheyer. daß alles Beifutter restlos verschwand. Anfangs bekamen die Pferde zwei Pfund pro Tag, später mehr. Das Futter ist leicht verdaulich, weil die Wurzel nicht verholzt ist und nur ganz geringe Mengen Lignin, des unverdaulichen Teils jeder Rohfaser, enthält. Dabei wird durch die Gewinnung des Rohres eine außerordentliche Verbesserung der Gewässer und Moore, die durch die Giftige Vermehrung des Rohres steril gewordpn sind, erziett. Büchertisch. — „Die Heimstätte". Der Hessische Siedlungsausschuß, der als gemetmame Geschäftsstelle des Laudesoereins für Krieger Heimstätten und des Ernst-Ludwig-Bereins das Wohnuugs-, Heimstätten- und Steb.ungsweftn zu fördern sucht, unterrichtet die Interessenten aus diesem Gebiet durch monatliche Mitteilungen, die seit Anfang dieses Jahres unter dem Titel „Tie Heimstätte" heraiisgegeben werden. Die kürzlich erschienene Juni-Nummer enthält u. a. Ausführungen über den Entwurf eines Hessischen Lcmdgesetzes, die Förderung der Ersatzbauweise und .über neue gesetzliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Wohnungsnot. Tie nächste Nummer wird voraussichtlich in erster Linie den Baukostenzuschüssen aus öffentlichen Atttteln gewidmet sein, über die im Lande noch vielfach Unklarheit herrscht. Probenummern der Zettschrist, die den Beveinsmitglie- dern kostenlos zugeht, werden durch die Geschäfts stelle Tarmstedt, Louisenplatz 5 (Altes Palais), unentgeltlich versandt. — Der Rechtsstudent, eine Zeitschrift für junge Juristen, erscheint feit 1. Juli im „Welt- Verlag", Berlin NW 7, Dorotheenftraße 3o. Ihr Zweck ist, das Studium zu fördern und auf das Examen twi.zubereiten. Tie Zeitschrift wird von einem Praktiker, Mchtsanwalt Dr. Baer, heraus- gegeben. Preis vierteljährlich 5Mk. Meteorologische Beobachtungen ____der Station Gießen. Datum -Temperatur der Luft Absolute ; Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Grad dn ihnen Anstrengungen gentmfe werden müßten, um in Teittschland eine Umstun- bewegung hintanzuhatten. Tie Geistlichkeit mW daher auf die lcindliihe Bevölkerung ehfroirla, die eittbehrlick-en Lebensrnittel der hungernden &- völkerung der Städte zu überlassen. Landesflucht aus Westpreußen. Berlin, 21. Juli. Wie die Morgenbläckl 'melden, nimmt die Landesflucht aus Westpreuhei immer mehr zu. Dies ist für die zurückbleibente! Deutschen sehr niederdrückend. jtjn0sPr Stellen nach« die Reichsive Ernährer nie lien der Per lösungskomm 3. Eine. Weiße Voileblusen 22 24 36 38 Modewarenhaus 8354c CARL NOWACK Verein Rudersport Statt Karten! \ Heute abend 8'/, Ubr: Generalversammlung tm Hessischen Hos. 8509 Götzen (tzenselstr. 10), 21. Full 1919. •U1TT 8615 6.50 7.85 8.50 Dr. KranSmüll«, Be^irk^vertrauensman!^ neue bis 20 » 50 , 100 . 14. . 14. 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Der Vorsta»^ Jungbentschland * Gietzen-Etadt).