rke" Lkiefn'" rlr Säcke1 mH’60 oieße« O-nK bran^.tfW1 „gtboie uE gnMk> S7dMii«Mj Kmcegy -cKH y&iti , denM^s^ naus S'ZÄL MD I Uftü n,.>"Mch, ‘•‘"iiaun i£*Ä -LWZ 'a,*ten LÄ",bt” t6aiteneUd)te' itrollkasse gtasss •fe gebrauchte B» ßaushaltM !)uhmacher, »fbrauchsnniäbige slliche-innevoik un> er. IXH37 an die 0c- iMttOebletoyimtei ten.__________________ M gtirtil Gummiber. u. Arri- zu hui. gesucht. M Jui, Irtiliig. obelbankL arl Schmandt, XlMirmisler, \OT1 in berg hl Clltlt t gebt Hobelbank auien flciudJt KM nr, Sieiniirabe 51 v tl itttb Lacke Friedeu-wares ,>abnkaiionSzwe>K sausen gesucht. ,2091 . h. Sondheim 'ben- u. VfldtobrÜfllf inen, Rord-Sal. 1! gernivrecher 2M. lüiriiiitlSl d)t. &b:H L Sno-m Sona, unter 08212 m Airs- Anz. erlm «Uri TchrM Snz 03253 0. d. 0ieB- An> MMch lauf« «rt S-n'L 0ti(bflltjitb.^-2L _ $yeldirichraik,Ke» It kl WuchUtcl unt Elenllsth au faulen fit 3L Ängeboie lltVrei-. ^CoetbeiiraMlk Alnb-Iofa Ägi ^Hei^enttLnE mWinlnimantei M- Sir^)96"6r «•«’SSSeM! b^M »M. w SS- tu mSp BK EL! ** m. 45 Tn siebener luytgtt erscheint täglid), aufeer Sonntags. - BeUaaen: GiehekerZamUiendlLUer; Kre.sbklt fll len Kreis Gietz«. BrjuQspreis: monatl. TI f. 1.35, oiertel- jätjrlid) AN. 4.05, durch Abbole- iu Ziveigstellen monatl. 'Ulf. 1.25, durch die Post Mt. 4.05 oiertd- jäqrl. auSschl. BeiteUq. ^entipred) - Anschlüsse: Iürbie£d)riftlcitunqll2 '< erlaa.^eschästsstelleol ?l »schritt sürTrahtnach- rrchten: Anzeiger Hiehen- Donnerstag, 2!). $ebtuar (919 Erstes Blatt 169. Jahrgang MetzemrAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen SviNtngminddruü Verlag: SrühI'Iche Uni».-Bud), u. Steinöruderei B. tätige. Sdjriftleitung, ®efd}ä|tsjtclle «. ©ruderet; Schulftr 7. pafifchecklonto; Sranffnrt a.m. 1168t. Sarckverkeffr. SewerdebankGiehen 24nuai|iiie dvh iujjctgen j. die zagreiuimmei dis zum Nachmittag vorher ohnejedeBcrdmdiichkelt Scilenprdft: für örtliche Anzeigen 25 Ui.Jür auswärtige 30 Bi., füi Reklamen Mk.l.-nebst 20' Jeue- runaszus Uiag;Platzvor- schrisi 20 % Au'schlai,. Lauvtschri tlerter: Aug. Äoetz Verantwortlich für Politik: '21 uq. föoeij. für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Air-eigeiueä: ö. Äeck; fdmtltd) in Gießen der gestrigen Sitzung des Landes-Arbeiterden Sitzung um 7 Uhr geschossen. Nächste Sitzung: Mittiovch 2 Uhr. Aur dem Neiche. Die Lebensmittelversorgung. Berlin, 19. Febr. (WTB.) In Dir braunschweigische Verfassung. Braunschweig, 19. Febr. (WTB.) Die seit einiger Zeit schwebenden Einigungsverhandlungen zwischen den beiden sozialdemokratischen Frak sonnig.-re Zukunft blicken können. $d> glaube, wir erreichen das am besten, wenn nur statt einsam rückwärts, gemeinsam vorwärts blicken. (Lcb- böse Saat des ligte, von der Landesversammlung gewählt werden. Sie wird aus vier Mehrheitssozialisten und vier Unabhängigen bestehen. Die Anregung, auch Vertreter der bürgerlichen Parteien e Arena ge flieg en find. (Allseitiger Beifall.) Bei der Beratung der neuen Verfassung roerdett wir dafür zu sorgen haben, das; nun auch in der Verwaltung die Flau als gleichberechtigt mit herangezogen wird. Vor allem gilt das für die Jugendpflege, für die allgemeine Volksbildung und für die vielen Ztveige der Wohlfahrtspflege. (Beifall.) Wir fordern eine Ausbesserung der Bezüge unserer Alters- uno Jnvalidetlrentner ^Zustimmung.) Gegen die Knebelung der Presse protestteren wir immer wieder. (Lebliaste Zusttmnmng links.) Auch die Ver- sanmllungsfreih.it war unterbunden. (Sehr wahr ! links.) Tie Blamtenschaft hat die Revolution mit einem befreienden Ausatmen begrüßt. Sie wird auch wirtschaftlich unter dem neuen Regime besser fahren als bisher. Die unabhängige Sozialdemo- Fratie hat die spccrtakistische Polttik unterstützt. (Sehr loahr! bei der Mehrheit.) Das befreite T-eurichtend sendet seinen Volksge.no sscm, die noch immer in Kriegsgefangenschaft im Ausland« schmachten, brüderliche Grüße. (Beifall.) Der 9!bg. Meyer»Kaufbeuren (Zentrum) bespricht die innere wirtschaftliche Lage m Deutsch- lartb. Er ist der Meinung, dist unsere Proincktiort an Getreide, Fleisch, Kartoffeln irito. noch auf Jahve 'hinaus Saumäßig vaoonschlagt und verteilt tuerben müßte, und daß das ganze deutsche Volk zu einer einfacheren Le^nshaltung kommen müsse. Abg Falk- Köln (Demokrat, gibt der Liebe der Rheinländer z>u ihrer engeren Heimat Ausdruck, weist aber gleuitvirig darauf hin, daß die Rheinländer wohl rvüßten, daß die Rheinlande zu ben Stcpmnesländern Teutschiands gehören; und ivenn jetzt der Uebcrmut des Feindes die Hand nach rhrinischem Gebiet ausstrerke, so möge er wissen, daß er das gegen ben Willen auch des letzten Rlpeiuläiüxns tut. (Lebhafter allseitiger Bri- sail.i Tie Behandlung seitens der Befatzungs- aiinee sei in Köln übrigens erträglich. Anderswo sei dies aber nicht der Fall. Rrichsministier Erzberger hebt hervor, daß der Feind, ivenn er auch gegenwärtig eine Rhern- gren$c gezogen habe, eine geistige Blockade niemals verhängen könne. Tie Ueberschreitung der Bc- birigrurgen des Wasfenstilliüandes ginge über das erträgliche Maß Istnaus. Tas deutsche Volk habe das urrveräußerliche Reckst auf einen gerechten Frieden bereits in der Tasche und köime mr^-sichts der Vergewal igimgsplä e eiiT^elner der Alliierten nicht oft und nicht laut genug seine Stimme erheben. (Beifall.) Rach einigen persönlichen Bemerkungen der Abgeordneten Haase, Ri ßner und Vögler wird die und böse Frucht Aber nun könnte ist, einzuscknänken. Heiterkeit.) Ten Ofsiziereft! war das Adlegen der alten Gradab^ ichen beson- \ ders schmerzlich. Ich tann das selbst am wärmsten iInten nachsühlen. Manche sehen darin eine Ent- luürbigung. (Sehr rickstig! rechts) und vermuteten, ich hätte mir diese Ateßnahme abbrängen lassen. gefahr ist?" „ „ Vielleicht war der Pariser Rcvolveran- ichlag ein Anfang zu solchen Ueberlegungcn bei unserem Gegner. Wir billigen die Tat nicht, aber nicht immer ist der Satz richtig: „Böse Früchte bringt die böse Saat." Cle- menceau hat eine zujäten. Poris, 19. Febr. (WTB.) Funksprirch Usingen. Tnrch einen Funfspruch des Eiffelturmes nnrd mitgeteilt: »Heute morgen gegen 9 Uhr ist in dem Augmblick, als Herr Clemencean. luelrfper geixtiy: xdoii zu Hanfe kam und in einem Automobil die Ecke der Franklinstraße passierte ein Attentat verübt worden. Es 'mürben auf Den Ministerpräsidenten mehrere Revolverschüsse abgegeben, hie ihn jedoch nur leicht verletzten Ganz ruhig kehrte er nach Hause zurück und sagte zu den ihn Umgebenden: ,^Es ist nichts!" Er zeigte keinerlei Erregung, mc Bolijiften bemächtigten sich des llnbefiaimten, bei versuchte, -u entkommen, aber von Vvriibergeyen- >?n fesch, halten wurde. Ter Festgenommene er- flärte, Pottin zu heißen. Herr eiemcnccau) tomite zu Fuß nach Hause zurückkelnen. Sem Sufhirtb ist keineswegs besorgniserregend. Paris, 19. Febr. (WTB.) Reuter. Cle- irt e n c e a u ist an der Schulter und nicht, wie früher gemeldet, am Kopf verwundet. Sein Zustand ist anscheinend nicht als gefährlich an zu sehen Paris, 19. Febr. (W8ri Hävers. Tas Attentat gegen Etemenceau wurde in dem Augenblick verübt, als der Wagen des Mnisterpräsi- terrteii den von der Franriinstraß? und dem Bou- l-Ttiarb Delcssert ybilbctcn Winkel passierte. Ein in einem Pi schic verstecktes Znoividuum stürzte megen den An loschlag und gabsünfRevolver- I cb ü H ’ gsgen neu Minischrpräsidenten ab, von denen einer oen Präsidenten traf. Die Menge stürzte sich auf den Angreifer. Es st«l1 Menschenmenge sammelte sich bei (Sic* ncnceauv Wohinwg an, wo ein Ordmmgsdtensti aufgestellt mürbe. ZahlreickZe PersSnlicksteiten begaben sich MM Präsideittm, darunter PrckMr, Dournicr, Chäron und aitbere, um Nachrick>ten über sein Beenden au erhal.en. Tie Professoren Laubrt», Eosset und Cusster untersuchten Elemenceau, der von der Kugel in dasOberteildes rechten Schulterblat- tes getroffen !norden ift Die Wunde ist ziemlich tief. Es wurden Trine inneren Organe verletzt, das Allgemernbesindcn des Patienten ist ausgezeichnet. I England und der Friede. London, 19. Febr. (WTB.) Reuter zufolge hat eine Konferenz der Vertreter von 800verschiedenen Arbeitervereinigungen, die den Namen „Kameraden des großen Krieges" führen, einen dringenden Aufruf zu Gunsten des Friedens in der Industrie veröffentlicht. deutsche ttatlonalocrfammlung. 11. Sitzung vom 19. Februar 1919. Prä'idml Fehrenbach eröffnet die Sitzung um st,20 Uhr. Aus der Tagesordnung steift zunächst die erste Lesung des GesetzcMtrvtries, betreffend Abändermrg der Verordnung über bie Rückgabe der in Belgien und Frankreich we gge kü h r t enBe t r ie b sei n r ichtun g e n vom 1. Februar 1919. Danach soll die Anmeldung der betreffenden Einrichttmgeit nicht bis spätestens 20. Februar erfolgen, vielmehr soll der Termin vom Jnneirminist-ermm nod) festgesetzt teerten. Rrichsminister Erzberger bittet, dem Entwurf zuzusriminen, da er eine Folg.' des soeben abgeschlossenen Waffenstillstandes sei. Er verliest sodann eilt Schreiben des Reick>s>virtschaftsaiML über die Frage des Sachverständigen bei den Wassei'.stillstandsoerl)a:iä>lungen und fälyrt fort: Durch di.' Verlesung dieses Schreibens ist der w'.'is erbracht, daß die Jnbtistrre es abgelehnt IM, nach Ablehnung von Hugo Stimres neue Sachver- ftäiitig? in die Wasfenstillstandslvmmissi->n zu entsenden. Hierauf wird der Gesetzentwurf d.brttslos in allen drei Lesungen unverändert angenommen. Tie orige meine Aussprache tvi rd fortgesetzt. Präsident Fehrenbach teilt mit, daß versucht werden solle, die erste Lesung heute zu Ende iu führen. Arbeitsminister Baue r sprach über die Grundsätze, nach denen die Vergebung der zur Behebung der Wohnungsnot angetereberten Mittel er folgen soll, und fuhr fort: Besondere Förderung soll ben Siedlungsge sril sckmften zuteil werden. Die Gewährung von Zuschüssen an b.ie Hausbesitzer kann an die Uebernaljme der Verpslichmng zur Aufnahme kinderrcicher Famülien gcknüpft loerben. Tie Rrichsreg-rerung will alles tun, um die Wiederbelebung der Dantätigkeit zu fördern. In ilprem Pvog amm to Id) s b s stift di- Vervrdnu g zur Behebung i-cr Wohrugseo:. den Eriaß ii*gcn <5d af= fung lantlvirtschiftl. Sievelungen, die tÄ'währung von Bancostenzuschüfse-l im Beiragr. von 300 Millionen Mark, dm Erlaß betreffend das Erbbaurecht und endlich die Err ichttm.g einer besonderen Mteilung für Wohnirirgs- und SiedlrmgSwesen im Rrichsarbeitsamt umfaßt, bilden diese Kredit- sorderungen einen wesentlichen Teil. Ich bitte die Rationalversammlung>, sie zu betvilligen. Preuß. Kriegsminister Oberst Reinhardt: Tie Verwendung der Truppen zur Auftrchterhal- tung oder Herstellung der iunereu Ordnung ist unerfreulich und zwar ganz besoirdcrs für die beteiligten Truppenführer und Soldaten. Tiefer Kumpf ist unerauicklich, und er ist nicht leicht zu führen. Er wird häßlich verschärft durch die tückische bolschewistische >Kanrpfeswrise der Ruhestörer, die von ungemein gesahrlickien Schwärmern angeführt werden. .Auf diriem Untergnmb vollzog sich bie Tötung der Frau Luxemburg und Liebknechts. Welches -auat immer das rein mensth- lickte und politische Urteil über die Bedeutung der Schuld lmd Hes Todes dieser beiden Persönlick)- keiten für den Frieden in unserem Volk fein mag, als Soldat Emm ich die Tatsache nur aufs tiefste bedauern, daß die BegleitLommandos nicht vermochten, die Häftlinge unversehrt den Richtern abjuriefem. (Große Unruhe bei den Unabhängigen Sozialdemokraten, erregte Zurufe: Unverschämte hrit! Sie haben sie ja selbst gemordet! Sie sind der Mörder! Fälfchen Sie doch bie Geschürfte nicht!) Ter,kommandierende General von Lütt- witz teilt meine Auffassung, und darin erblicke ich bie Gewähr, daß bet der dem Korps des Generals unterstell ten Garde-Krival lerie-Sckvrieu-Tivis nm alles Nötige zur Feststellung des Falles und zur Bestrafung ber Schuldigen gesck^heei ist (Neue Unruhe bei ben unabhängigen Sozialdemokraten, air- bauembe Zurufe: Unerhört, Unverschämtheit, Mörder usw. Präsident Fehrenbach erklärt, er werde, wenn die Zurustr sich nicht beruhigten, von Ordnungssttnstn Gebrauch machen.) Ich muß es deshalb mtschieden ablebnen, mich über das Ergebnis des fdrnxbenbcii Verfahrens anszuspreck^n. Tie Reickisregiemng hat schon den Plan gefaßt, die Militärstrafgerichtsordnung so umziiwandeln, daß rein bürgerliche Straftaten vor die bürgerlichen Gerichte kommen sollen (Bristlll.) Unser Zukunftsheer wird sehr bescheiden sein, aber wir können es trotzdem noch nicht aufbauen, weil wir noch leinen Frieden haben. Ich meine, wir müssen in dieser ernsten Zeit nicht trennen, sondern einen. (Gelächter imb Zuruf bei den unabhängigen Sozialdemokraten : «Mit MaWinengewehren!) Tie Soldatenräte oder Vertrauensleute werden bei der Verwaltung der Truppen in ihrem ganzen nurerai Leben ebenso ehrlich mitroirfen tonnen, wie sie die Führung und Verwendung den Zkvmmrrndos übcrlaiien müssen, bie setzt auf die Republik zu verpflichten finb. (Unruhe bei den lUirtbgängigen. Präsident F.Himbach bittet die .freundschaftlichri^ Aussprache, die zwischen den Bänken der lbuf>* iMigigen und der Mehrheitsjo-ialisten im Gange letzten Verhandlungen in Spa und Trier über die Versorgung Deutschlands mit Lebens- mitteln nrurben neue Abmachungen über weitere Lebensmittelliestrungen von 235 000 Tonnen zum Preise von ungefähr ll'/rMillionen Pfund Sterling nach dem heutigen Kurs fast 400 Millionen Mark getroffen. Die Finanzierung dieses Kaufes beschäftigt zur Zeit die beteiligten Stellen. Die Zahlungsmittel sollen durch Nutzbarmachung der noch im Jnlande befindlichen ausländischen Werte und durcl) gesteigerte Ausfuhr von Rohstoffen und Waren beschafft werden; die Verhandlungen darüber laufen weiter. Die Bcrfassnugsfragen. Berlin, 18 Febr. (WTB) Zu der Stimmen» Verteilung in dem nach der neuen Verfaffung an die Stelle des Staatenhauses tretenden Reichs rat schreibt die „Deutsche Allgemeine Zeitung": Grundsätzlich soll in Zukunft auf eine Million Landeseinwohner der Gliedstaaten eine Stimme entfallen. Solche Staa-. ten, die weniger als eine Million Landeseinwohner haben, sollen stimmberechtigt sein, wenn auf Grund eines Reichsgesetzes zugestanden worden ist, daß überwiegende wirtschaftliche Gründe eine besondere Vertretung des Kleinstaates im Reichsrate erfordern. Diele Vorschrift soll jedoch, um den Kleinstaaten den Wunsch nach einem Zusammenschluß mit anderen Gliedstaaten zu einem größeren Gebilde nahezulegen, erst nach einer Karrenzzeit von 3 Jahren in Wirksamkeit treten. Bis dahin soll im Neichs» rat auch der kleinste deutsche Gliedstaat vertreten sein. (Ein Anschlag ans Tlemencean. Wir wollen bie W rbung des mißlungenea Morounschlages aus den französischen Mi- niftexpräfibenten nicht überschätzen. Noch steht ins zur Stunde nicht fest, ob der verhaftete Täter sich zu einem politischen Plan bekennt oder ob er ein Geistesgestörter ist, dessen Tat mit den großen Ereignissen des Taoes nicht üt einen vernünftigen Zusammenhang zu bringen ist. Aber auch wenn Pitton — so jcifot der Verhaftete — nur ein seelisch und geistig Zerrütteter wäre, so schlösse dies nicht gänzlich aus, daß die kriegverlängernde Machtpolirik ClSmenceaus den Boden für diesen Rcvolveranschlag geliefert hat. Wie dem auch sei — das Ereignis wird in den zweifelnden Köpfen und aufgeregt pochenden Herten Frankreichs wie ein Zeichen des Himmels erscheinen, und nicht wie der Helm Jeanne v'Arcs neuen Mut entflammen. Es ist ein Haltesignal für den militaristischen Macht- . rillen des Nachbars, der durch andere Vorgänge und Zeichen bereits gewarnt ist. Wir haben geftmi jene uns erfreulich scheinende Meldung veröffentlicht, wonach die Ameri- kaner mit wachsendem Unmut dem franzi>- ^.schen Dünkel entgegentreten. Vielleicht hat Der Attentäter erfannt und gespürt, welche verhängnisvolle Rolle der alte /Jiger" vor dem Tor des Frie-deirs heute spielt. Vielleicht stehen hinker ihm die Hunderttausende, die sich !!eimsehnen aus den kriegerischen Unternehmungen und die von neuen Wagnissen nichts mehr wissen wollen. Wir stehen ja iumrittet- irnr vor den wichtigsten Entscheidungen. ■Acrn Mensch weiß heute, ob der ndgültige Waftenftillstandsvertrag, mit oem wir in einigen Tagen weniger be- riückt, als erschreckt und entsetzt werden wl- cn, wirklich einem nahen Frieden entgegen- aihren mag. Scheidemann hat vorgestern er- llärt, daß die Stunde zu einem Nein vieleicht noch einmal kommen werde. Und im /Berliner Tagebl." stellt der Reichsminister Gothein u. a .folgende Betracbtmtgen an: es nicht unter Umständen vorru-ichan, 7>m Frinden die Bevantwortung für die Erneue- ung bet Feindseligkeiten zu überlassen, sie Den ts chland b e s e tze n zu l ässe n und ihnen Mmit die n»r mit M illionenheeren zu lötende Aufgabe »u überweisen, für Ruhe und Ordnung darin zu sorgen? Werden sich dre Soldaten der EnteMehrere, werden sich ihr? Völler gefallen lassen, noch ialyrelang als Besatzungs- I-Uppcii in Feindesland zu stellen? Werden sre ter Vernichtung ihres wertvollsten Marktes ruhig Zusehen? Wird nicht auch bei ihnen die Ueber- yugrang durchdringen, daß man auf die Tauer rin altes Kulturvolk von 70 Millionen mckft knech- len und mit erb rüden kann, daß eine Jrredenta, die man in ihm schafft, eine ständige Friedens- A,^.ß auch lfter fri"Ö n« tionen .führten zu einer Einigung In Fall ist Tie M-zrichrnftage wurde dann sachlick der gestrigen Sitzung des Landes-Arbelter- erwvgm. Tas Abrcifteä der Abz-.rickien durch l>alv- hiiö Soldatenrates wurde gefch(offen einem wüch'ige zügellose BurMn bat um tviner ernsten Kompromiß zugestimmt. Die gesamte Seite' Beifall gefunden. (Lebhafte Zustimmung.> gegenwärtige Regierung legte deshalb ihre Tie neuen Abzeicksen sind schmucklos, sie ftnd aber j Remter in die Hände des Landes-A.- und S.- cÄ.Flügen bitteren Tagen der Not rmd derj^^^s zurück. Die neue Regierung wird ent- M.tadH-ntra. SrcmhfcTOdwt «ijenKfiai Möchten, iOied)enb bei mucn proöiivris-lxm Seifaffung, dit der Landes-A.- und S.-Rat -d-ns-lls bil- Gesellschaft zur Zördenmg tes oderheP- chen handwettL und Künftgcwerbcs. , Am letzten Sumers tag fand im KveisamtS» eWaßx bi- (fyrürttnnu^txrj onrntluitg der Gesell- Wait jur ^vrbciimg oes oberhesji.chen Hanctoerks ■sto fcunito •oerbcS statt, zu der läntrtüf;. Mitglieder schrilllich ringel oben nute; Tic Anregung zur (Srimbung einer solchen Gesellschaft war im cerbft des ver»rngrnen ZahreS durch die Herren «Geheimrat Tr. Usinger, Oberoürgermersler Keller, Gewerberat £. Petri IL und Prof. Dr. Kraus Müller ausgsgmrgen. Gehermerat Dr. Ufinger nr.vs nach Br^ grüßunes .ikunstgtoerbes, die dem oberhessischen -eandwerk ein besonderes Gepräge geben, ^-fördert werden sollen. Dieser Zweck soll >;or allem dadurch erreicht werden, daß für die -Irbfttcn der oersclncdenslen Geivcrbez Meige aus- -ewähltc Entwürfe zur Verfügung gestellt und rür gatt «usgeführte, fettige Arbetten Anzah- ungen gewährt werden sollen, llnsbesondevo gilt es aber, die Berkau iSmögli chkciteG der fertig» -estellten Arbeiten durch Einrichtung einer stän- ngen Ausstellung .und Beschickung auswärtiger 's u s st e l l u n g e n zu erhöhen. Abhaltung geeigneter Kurse, Schaffung lohnender Heimarbeit für exm Vogelsberg, ähnlich denen im Odenwald, in Sachsen usw. werden weitere Ziele der Gesellschaft -rin. Ter Berichterstatter betonte zum Schluß, haß die Erreichung dieser Ziele durch die jetzigen Verhältnisse ja bebeutenb erschwert sei, daß sie aber trotzdem erftrrfrt werden müsse im Interesse unserer oberhessischen Handwerker, deren Shnift» Wertigkeit mir aus der hiesigen Ausstellung 1914 io aufrichtig bewundern mußten. Tie Aussprache, hie sich diesem Bericht an» >klL)ß, und an der sich die Herren GelMimrrü Tr. Ujuiger, Prof. Dr. Rauch, Prof. Tr. Werner, Tipl.-Jng. Paul Müller u. a. beteiligten, ergab allgemeine Zustimmung zu diesen Richtlinien. Zum 1. Vorsitzenden wurde dann ®cljrintcnit Dr. Üsinger, zum 2. Voriitzenden Professor Dr. Krausmüller inti> zum Schatzmeister Banl- diietwr Arnold gewählt. Au» Stadt «nd Land. Gießen, 20. JeLruor 1919. vrettzaufgaben der Universität Gießen für das Jahr 1919/20. Für das Jahr 1919/20 werben folgende Preisausgaben gestellt: Von der theologischen Fakultät: Die Gottes- anfchauung von de servo arbitrio auf ihren Innern Zusammenhang mit Luthers Rechtfertigungsglauben geprüft. Don der juristischen Fakultät: Unter welchen Voraussetzungen und in welchen Grenzen darf der Richter im Zioilprozeß das Patteivorbringen aus anderen als den von ihnen geltend gemachten rechtlichen Gesichtspunkten würdigen? Don der medizinischen Fakultät: 1. Für den akademischen Preis: Nach der Literatur und dem Material der Gießener Augenklinik soll ermittelt werden, ob und inwiefern die Elliot'sche Operation geeignet ist, die Iridectomie bei der Behandlung des Glaukoms zu ersetzen. 2. Für den Balserpreis: Die historische Entwicklung der Operation am Sinus sig- -.irndeus und an der Vena jugulari . Don der veterinärmedizinischen Fakultät: "Die Ostitis fibrosa bei Tieren. Don der philosophischen Fakultät: 1. Aus der alten Geschichte: Die führenden Mächte Griechenlands haben sich in den Kriegen, die sie gegeneinander durch, fochten, des agitatorischen Mittels bedient, den der gegnerischen Macht anhängenden Staaten die „Frei- beit" bzw. „Befreiung" in Aussicht zu stellen, um sie dadurch zum Anschluß an die eigene Pattei zu bewegen. Die darüber vorliegenden Nachrichten sollen gesammelt und gesichtet werden mit dem Ziele, das Motiv durch seine Geschichte zu verfolgen und die Frage zu beantworten, inwieweit durch die Befreiung eine Erweiterung der staatlichen Selbstständigkeit ein- getreten ist. 2. Aus der deutschen Philologie: Es soll für eine Gruppe von Speisebezeichnungen die Der« breitung im deutschen Sprachgebiet festgestellt werden. 3. Aus der englischen Philologie: Das erste Auftreten der Personen im älteren englischen Drama. 4. Aus der Blathematik: Kritische Vergleichung der Tragweite der verschiedenen Definitionen der Funktion einer komplexen Veränderlichen. 5. Aus der Landwirtschaft: Wissenschaftliche Grundlagen für die Jucht- buchsührung bei der Pflanzenzüchtung. «e ItaefflAen Preise betrag* je 18D IRL, her Preis der Daherstistung befteht in den ungefähr 500 Mk. betragenden Zahreszmsen des Sttftungs- Kapitals. Es kann auch die Hälfte der Preise zu- erkannt werden.. Der Postverkehr »ach den besetzte» Gebiete«. Hinsichtlich des Geldverfe hrS auS dem besetzten hessischen Gebiet wird bemerkt, daß auf Anordnung des kommandierenden Generals der 10. französischen Armee vorn 3. Febr ab bei den Poftansmlten in Rhriichessen und im Bruckenkopfgebiet Mainz Postanweisungen bis 50 Mark nach Dem unbesetzten Gebiet ohne Skmturile zu gelassen sind. Außerdem formen Pouan Weisungen bis 800 Mk. nach dem unbesetzten Gebiet unter Vorlegung von Beweisstücken, die die Ein»ahitmg begründe, zweck? Kontrolle beim Postamt Mainz 1 eingdiricrt werden. We r t briefe (Sendungen mit Fonds und Wetten) können au s dem besetzten Hessen ausgeführt werden, nachdem die Genehmigung durch die Lommissians de deva- grttions in Trier und Stratzburg erteilt ist. We r t- paketc aus hem besetzten Gebiet sind nicht zugelassen. Ter Briefverkehr imteriregt folgenden Vorschriften: Die Schrift muß lefettich und möglichst mit lateinischen Buchstaben geschrieben sein. Zugelassene Sprachen: deutsch (Mundarten ausgeschlossen), englisch, französisch, italienisch und spanisch. Die Briefe müssen auf der Rückseite des Umschlags die volle und deutlich lesetticl)e Angabe der Adresse des Msenders aufweisen. Der Gebrauch von doppelten (gefütterten) Briefumschlägen ist verboten. Tie Versendung von Zeitungen, Zeitschriften inti) Drucksachen ist strengstens untersagt. Sendungen, die den vorstehenden Bedrnylmgon nicht entsprechen, werden nicht befördert. Nach Elsaß -Lothringen ist ber Post- verkehr völlig unterbrochen. Für den Postverkehr nach der ebenfalls zur französischen B sctzungszone gehörigen Rh inpfalz gelten die vorste^tchen Belttinmurrgen unter 4 ebenfalls mit der Erweiterung, daß vorläufig auch Postanweisungen, Zählkarten imb Zohlancg San Weisungen Mgelassen sind. •* Freibank. Arn 21. Febr. werden von 12 bis 4 Uhr die Nummern 2151-2270 beliefert. •* Das Fest ihrer silbernen Hochzeit feiern am kommenden Sonntag Friedrich Becker und Frau Katharine geb. Kretzer, Seltersweg 52. •* Wetzlarer Kriegsnotgeld. Cs wird uns mitgeteilt, daß aus Unkenntnis vielfach die Annahme jeglichen Wetzlarer Notgeldes verweigert wird. Eingezogen sind seit 15. Febr. nur die 20-, 10» und 5- Markscheine, während die kleinen Scheine weiterhin in Geltung bleiben. ** Besihwechsel. Das Besitztum von Emil Horst, Alicesttaße 12, ging für 100000 Mk. in den Besitz der Iigarrenfabrikanten Adolf Heß über. - Bet dem gestern berichteten Besihwechsel in der Plack- sttaße betrug der Kaufpreis 90000 Mk. • * Fürsorge für aus Elsaß.Lothringen vertriebene Deutsche. Zu unserem gestrigen Auf. sah tritt uns der Iweigverrin Gießen vom Roten Kreuz mit: Die Fürsorge für alle Nichtbeamten wird in Hessen von den Organifationcn des Roten Kreuzes durchgeführt. Es sind im Anschluß an die bestehenden Vereine Fürsorgestellen für Vertriebene aus Elsaß-Lothringen eingerichtet worden, di« die Unterstützung und Beratung aller derjenigen Der- triebenen übernommen haben, die sich in Hessen nieder, lassen wollen, oder auf der Reise der Unterstützung bedürfen. Das Rote Kreuz in Gießen (Abteilung Flüchtlingswesen) vermittelt Unterstützung und Dera- hing allen Ausgewiesenen, die sich dauernd oder vor- übergehend im Kreise Gießen aufhalten, in der Ge. schästsstelle in der Alten Klinik. ** Oeffenlliche Versammlung. Der Rcichsverern. denwkrcttischer Arbeiter, Ang.chrllten und Beamte, Ortsgruppe Giesien, Gruppe der Deutschen bcmofratiidjen Patter, veranslollet am Samstag den 22. Februar, abends 7*/t Uhr, im Saale des .Hotel Großherzog von Hessen" eine öffentliche Versammlung. Herr W. Fecht aus F-rankftrrt a. M. wird über „Temokratte und Arbeitnehmer sprechen Der Verein ladet alle demokratisch tnrrntten Arbeiter, An^estrlltr, auch weibliche, mittlere und untere Beamte zu dieser Ver- sammlung ein. ’• Zu einer öffentlichen Versammlung der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Kriegs, gefangenen lädt der freie hessische Landesverband Kriegsbeschädigter, Ortsgruppe Gießen, für Sonntag den 23. Februar, nachmittags 3 Uhr, in der Neuen Aula der Landesumversität ein. * * Aliceschule. Samstag, den 22. d. Mts. von H bis d Uhr findet Sonnenstraße 2 eine Ausstellung der im Winter von den Schülerinnen angefertigten Arbeiten statt. Der Eintritt ist frei. Landkreis Gießen. • * Lich, 17. Februar 1919. Das hiesige Der- einslazarett ist am 1. Februar 1919 geschlossen worden. Das Lazarett war vom 14. September 1914 an bis zum Tage der Auflösung ununterbrochen be= legt Die Zahl der Derpflegungstage beträgt zusam- men 25695 Das Lazarett hat sich für alle Derwun- beten und Kranken als ein wahrer Segen erwiesen. Die Insassen fühlten sich hier vielfach wohler als in den großen städtischen Krankenanstalten. Sie lernten hier die ländliche Ruhe und die schöne waldreiche Umgebung der Stadt als wichtigen Heilfaktor schätzen. Das nxtr namentlich bei allen denjenigen der Fall, deren Nervensystem im Kriege gelitten hatte. < D Muschenheim, 18. Febr. (Eine in Dießen bekannte Persönlichkeit, der Milchhändler Konrad Becker von hier, der 47 Jahre lang täglich von hier nach Gießen mit Milch gefahren ist, hat nun seines Alters wegen die regelmäßige tägliche Fahrt nach Gießen eingestellt. * • Utphe, 18.Febr. Am oorigen Sonntag hielt der hiesige Turnverein das erste Mal während des Krieges seine Hauptversammlung ab, an der sich alle Turner und die ganze Fugend beteiligte. Der Vorsitzende Ludwig Sack gedachte der gefallenen Mit« glieder. Sodann übergab er das Wort dem Rechner zur Verlesung des Jahresberichts. Hierauf wurde der gesamte Vorstand gewählt und beschlossen, für die gefallenen Mitglieder ein Ehrendiplom zu stiften. Kreis Büdingen. X Ober-Mockstadt, 19. Febr. Nach langer Pause hat sich zur großen Freude unserer Gemeinde und ihrer Umgebung wieder ein praktisaer Arzt, Dr. Nikolai, niedergelassen. < Ortenberg, 18. Febr. Gestern abend fand im Gasthaus Wiesner eine von allen politischen *parteten stark besuchte Versammlung statt, die von Bürgermeister Hebbel aeleitet wurde, und in welcher Tierarzt Dr. Löffler und Rechnungsrat Haas über die neuen Waffenstillstandsbedingungen Vorträge hielten. An der Aussprache beteiligten sich Rechner Wehne^ und Oberaktuar Heutsenröder. Folgende Entschließung wurde angenommen: „Die für heute von allen politischen Parteien der Stabt Orten berg einberufene Volksversammlung nimmt folgende Entschließung an und übergibt sie hiermit dem hessischen Staatsministerium: 1. Gegen die neuen schweren Waffenstillstandsbedingungen der Feinde wird schärfster Einspruch erhoben, weil sie das Ziel der völligen Knechtung und Entrechtung Deutschlands verfolgen. 2. Es wird die unverzügliche (Einleitung der Friedens- Verhandlungen nachdrücklich gefordert, da auch die deutsche Dolksregierung in ganz bestimmter Form um Frieden gebeten hat. 3. Das deutsche Volk ist unschuldig am Kriege und erwartet selbstverständlich einen Rechtsfrieden auf Grund der bündigen Zusicherung des Präsidenten Wilson in seinen bekannten 14 Punkten. 4. Dem Reichsland Elsaß-Lothrin- gen steht bas Recht zu, in freier unbeeinflußter Ab- ftimmung über seine Staatsform und Staatszugehörig, kett zu befinden." Kreis Alsfeld. M. Vadenrod, 17. Febr. Gestern nachmittag hielt Missionar Müller- Hersfeld in unserem Gotteshaus einen Missionsvortrag. Nach einer kur- zen Begrüßungsansprache des Herrn Pfarrers Hoff- mann-Hopfgatten führte der Vortragende die Zuhörer im Geiste nach Ehina, jenem Gebiet der Baseler Mission, auf welchem auch während des Weltkrieges die Missionstättgkeit ihren ungestörten Fortgang nehmen konnte und welches Vortragender noch kurz vor Ausbruch des Weltkrieges bereiste. Kreis Schotten. 6 Laubach, 18. FÄr. In bem hiesigen großen Klipste mischen Anwesen, das seit dem bn zeigt einige stark angebrannte Balken. Ueber die Entstehung des Feuers konnte nich'S ermittdt weiden. Kreis Friedberg. Q. Bad-Nauheim, 18 Febr. 3n der heute ab- gehaltenen Stadtverordnetenversammlung wurden folgende Deschlüffe gefaßt: Der Gaspreis wird von 25 auf 35 Pf. für den Kubikmeter erhöht. Der Friedenspreis betrug 16 Pf. Die Aufgaben für Kohlen stiegen von 47000 Mk. in 1914 auf 211000 Mk. in 1918. - Für eine Treppenanlage in der oberen Gartenftlbstraße wurden 12500 Mk. bewilligt. - Dem Verein ber Freundinnen junger Mädchen wird für sein Mäbchenheim ein Zuschuß von jährlich 500 Mark bewilligt. - Die Bauaufsicht über die Gebäude ber hiesigen Religionsgemeinde übernimmt das städtische Hochbauamt. - Für die stäbttsche Dachunterhal- tung, die an Jakob Herr vergeben ist, erklärt sich die Versammlung mit einem Teuerungszuschlag von 70 Prozent einverstanden. - Für Ankauf eines Faselochsen werden 1500 Mk. bewilligt. Hessen-Nassau. Neue Unruhen in Hanau. • • Hanau, 19. Febr. Die neu einsehenden Un- ruhen sanden am Mittwoch ihren Fortgang Während am Vormittag größtenteils in Soldatenklei düng steckende halbwüchsige Burschen bas im Schloß Philippsruhe in Kess Iftnbt untergebrachte Lazarett und bann auch mehrere Wohnräume des landgräflichen Schloffes selbst vollkommen ausplünderten, kam es am Nach- mittag auf bem Paradeplatz zwischen Regierungstruppen und „roilben" Soldaten zu einer Schießerei, bei ber acht Mann tot auf bem Platze blieben. Eine Person würbe am Fuße verletzt. X Hanau, 16. Febr. Die politischen Umwälzungen mit ihren Begleiterschrinungen sind auch im Hanauer Stadttheater nicht spurlos vorüber gegangen. In diesen bewegten Tagen hatte der Obmann des hiesigen Lokal Verbandes der Genossenschaft deutscher BühnLnangehörigee die Gründung etnes Küttftlrtrates vorgeieoutiueu und sofort Anschluß an den früheren Arbeiterund Soldatenrat gesucht. Erstrebt wurde, die Besetzung der Theaterstücke zu leiten und nach erfolgten Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung den Rück tritt des jetzigen Theaterdirettors t?pan- mtth-Bodenstedt zu erwirken, um die Writcrfüh- rung des Stadttbeatrrs durch den Htmitlemt selbst in die Hand zu bekommen. Es kam zu erregten Versammlungen, doch siegte schließlich bei den Bühnen Mitgliedern die bessere Eim'icht, btt inzwischen die Ueberzeugung gewonnen hatten, daß es sich bet dem Obmann auch darum gehandelt batte, sich allein eine unumschränkte Machtstellung $u sichern. In einer besonders stürmisch derlaufenen Sitzung wurde der Obmann sogar dem Direktor gegenüber handgretfllch. Die Bühnen- mitglicder verurteilten sofort dte eigentümltchen Bcürebungen ihres Lbmatms und verlangten dessen sofortige Entlassung, der auch entsprochen wurde, sltttnmehr ist wieder Ruhe im Hanauer Musentempel eingekehrt. — Frankfurt a. M., 18. Febr. Der Aufmarsch ber Parteien zur Stadtverordnetenwahl am 2. März ist nun vollendet. Nicht weniger als sieben Gruppen stehen sich im schärfsten Wahlkampf gegenüber: Mehrheitssozialisten, die unabhängigen Sozialdemokraten, Demokraten, Zentrum, Deutsche Volks- Partei, Deutsch-nationale Dolkspartei und MtttelstÜnd- ler. (Es ist nicht ausgeschloffen, daß auch noch die Sozialaristokraten auf dem Plan erscheinen. — Frankfurta. M., 18. Febr. In der vorigen Woche wurde bei einem reichen Herrn in Kvblen» ein Einbruchsdiebstahl verübt, bei dem den Dieben eine Geldkassette mit rund 300000 Mark in deutschen Banknoten m dte Hände siel. Als Dieb kam Zkoblenzer Ermittlungen zufolge die Löiährige Ella Hohmann in Frage, die kurz nach Entdeckung der Tat Koblenz verlassen hatte und mit ihrem Geliebten, dem 30 iäbrigen Kaufmann Franz Flohr im Auto über Limburg nach Gießen gefahren war. Bon hier reiste das Paar nach Frankfurt, wo eS arm Sonntag durch einige Kriminalbeamte in einem der ersten Hotel- ermittelt und vom „Dinett' weg verhaftet wurde. Den zweitägigen flut enthalt in Frankfurt hatte das Paar bereits zu fürsb- lichen Einkäufen von Pelzen und Schmucksachen im Werte von annäbemb 50 000 Mark weidlich ausgenützt. In feinem Besitz sand man noch 150 000 Mark. Die auf bte Wiedererlangung» des Geldes ausgesetzte Belohnung von 10 Prozent der noch vorhandenen Summe dürfte den hiesigen Kriminalbeamten, die das Pärchen aub* fischten, zufallen. Aus dem besetz den Rhei nyeb tet. = Speyer 19. Febr. Bor einigen Wriche» wurde hier ein französischer Posten nachts von unbekannten Tätern tätlich angegriffen. Da die Stadt die Personen in einer befriste len Zeit — 3 Tage — nicht namhaft machen komrte, wurde ihr von dem fvanzöjischen Armeekommandantrn eine sofort zu enrrrchtende Geldbuße notf 20000 Franken (29 800 Mk.) auferlegt. Gimbsheim, 19. Febr. Hier wurde ein Paßiälscher ermittelt und festgenommen Das französische Kriegsgericht bernrteilte ihn zu 20 Jahren Zwangsarbeit. --- Wiesbaden, 19. Febr. Zwei Tagelöhner wurden zu je 6 Monaten Gefängnis verurteilt, weil ne ihre Revolver nufX abgeliefert hatte». Kal kheim t. T.. 19. Febr. Auf Kosten der Gemeinde ließ die französische Brsatzungsbe- börbe auf bem sehr schwer zugänaliHen Turm be* hiesigen FvcrnziskanerklosterS die Trtkolore an- bringen. Die waghalsige Arbeit ließ sich brv Dachdecker mit 125 Mark bezahlen. «= Worms, 19. Febr. Aus Anordnung der französischen Kommandarttur fand hier eine Ausführung des „Ringes ber N i belun gen" lohne „Rheingvld) statt. Ter Jhrieg hat also der Wagnersdjttürmerei ber Foair-osen feinen Abbruch getan. — Aus dem Rheingau, 19. Febr. In Rüdcsheim. St. Goarsbausen und anderen Orten verbot die ftan-ösische Behörde die Bornaknm der S tadtverordneten» bzw. Gemeutderar-- wählen. = £> ö chst a. TL, 19. Febr Die französische Mtlitärverwalttrng verbot in Zudrnft jebroebe Ab- Haltung von Gesangstunden und Tantz» vergnügen. Griesheim, 19. Febr. Der französische Ortskommandant von Griesheim hat anqtorbnet, daß sämtliche Klaviere, die im Orte sind, abgeliefert werden müssen, wenn wieder, wie schon öfter trotz des ernsten Verbotes, abends nach 10 Uhr Klavier gespielt wirb. Kirchliche Nachrichten. Israeli ische Bellgienigemeinbe. Gottesdienst tu der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag den 22. Febr. Dorabd.: 5.45; morg.: 9.00; abbs.: 6.00 u. 6.40. - Israelitische Neiigiowgesellschaft. Sabbatfeier am 22. Febr.: Freitag abb.: 5.25; Samstag oorm.. 8.30; nachm.: 3.30; Sabbatausg.: 6.40. Wochengottesb. morg. 7.00, abbs. 5.30. Spitlplan 6« Siebener StabffWm. Freitag 21. Febr., 6: Franks. Opern-Gastsp. ,D« Wafi-nschmicd". Samstag 22., 6: Gew. Pr., 16. Frei- tag-Abonnem.-Dorst. Neuheit! „Der Kuckuck^. Son» tag 23., TL; ÄL Pr. ^(Eine Partie Piquett. .Waldfrieben-. v: Gew. Pr. „Die Rose von StambuP, Montag 24, 6: Gew. Pr., .6. Dienstag-AbonneM- Vorst. „Abu Seid-. „Durchs Ohrt. 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Rödgen statt. itc Andenken bewahren. (2109 KksiHMM ßiHttrOit Siöflti!. für unseren L Vorsitzenden 2178 Sie kanten o teinrich Mattern arl Deißler 3. Blumenspenden dankend verbeten. 1167 Danksagung Lollar. 20. Februar 1919. (2158 Mänfler-Gesangvereln „Geraaair, Lollar. ■ Dank aus. 2044D Frau Karoline Becht auf dem neuen Friedhof statt. (03398 Gießen, den 18. Februar 1919. 8ti| ^eiajerling nnH grn. Gießen, den 18. Februar 1919. [, Hein. Stau Peter Ärtlcr 2166»d DieProkuristen und Angestellten der "Buderus’sehen Eisenwerke.Wetzlar. Dirigent Lehrer Ludwig Becker Carl Riehm Cmil Fey JacobKnazheimer Gießen (Steinstr. 47 al, den 20. Februar 1919. Die Beerdigung findet Samstag. 22. Februar, nachmittags 4 Uhr Wir betrauern in ihnen treue Kameraden und werden ihnen stets ein ehren» Für die vielen Beweise liebevoller und herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Mannes, sür alle Kranz- und Blumenspenden und die zahlreiche Teilnahme am Begräbnis, spreche ich im Namen der Hinterbliebenen meinen herzlichsten Sie starben für unS, wir werden sie nie vergessen. — Ehre ihrem Andenken. ) ntffprat I '.j’wbi Wir eteheu trauernd an der Bahre eines Mannes, dessen Pflichttreue und unermüdlb he Arbeitsfreudigkeit uns stets ein leuchtendes Vorbild war. und dessen Gerechtigkeitssinn und Wohlwollen wir gern auch unsere persönlichen Angelegenheiten anvertrauten. In der Vollkraft seiner Jahre musste er viel zu früh dahingehen. Sein Andenken wird von uns stets in hohen Ehren Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer teueren Entschlafenen, sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden sagen wir allen hiermit auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank. Material für elektr.Installntion in allerbester Qualität bei Carl Schunde 3ahihsl strafe 5k *” findet nicht 3*/t Uhr. sondern erst um 4 Uhr statt. Fran Anna Wovdera, geb. VSloel. Die Beerdigung findet Freitag, 11 Uhr, vom Leichen- hause des alten isr. Friedhofes aus statt. 08283 Ter Vorstand. HeiM Stier Wilhelm Biller Anguß Beier ßci.ir. Werthil gtinriä LlhrniSt Heint.KraiiShur Wilhelm Vaziiet Wilhelm Kiss Wir werden ihnen stets ein ehrendes Die Beerdigung des Herrn Eduard Woydera nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im 66. Lebensjahre Die trauernden Hinterbliebenen: Wartburg-Verein Zur Teilnahme an der Trauerfeter 1 8to Verlii Tidjniitg von teil Mtonb , . irnrn, um Wwn in ^'euordmnig Herr Direktor Heinrich Jansen Hitglied des Vorstandes der Boderos'sciien Eisenwerke. im Alter von 48 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Minna Pfeiffer geb. Appel Willi Pfeiffer. Herrn Pfarrer Schwabe sammeln sich die Mitglieder Freitag, den 21. Februar, nachmittags 2 Uhr, Ottanlage, Ecke Stein- u. Marburg-Str. Ter Vorttand. Nachruf! Wir beklagen den ^erluft unserer lieben Kollegen, welche in dem furchtbaren Ningcn des Weltkrieges ihr blühendes Leben lasien mugien. 03890 Hkinr. slhmidt I. j?ritz Luther Iptiir. eduitt II. Hrim.Bsßcl ÄL xheron tz*o»g u-ner ^^^Spraozbdnd Ibfcti** neuesSjB/a^ * U. Ohne feder. Ohne Schenkeinemee ÄMdwwfl und 8e»t#»mbung hcatenfo* durch d* LHwd* lehr. lprau,Dittrk»ikM (Württemb.i. Nr. 112. »» Am 18. d. M. 10*/t Uhr vormittags verschied sanft nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber, herzensguter Gatte, unser treusorgender Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Herr Heinrich Pfeiffer Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres t. Vorsitzenden, Herrn Heinrich Pfeiffer geziemend in Kenntnis zu setzen. Wir bitten bei der am Samstag, den 22. Februar, nachmittags 4 Uhr statlftndenden Beerdigung um recht zahlreiche Betei- Heinrich Pfaff Ernst Arnold Ernst Bolte .Vrachttzückgüter werden nm 20., 21. u. 22. Febr. 1919 zur Beförderung nicht angenommen. Frankfurt M- den 18. nebruar 1919. Liiendahadirekuon. elast® nuner, 1. Gebrauch faii säiml.Läugiingsheime Deutschlands, absolut geruchlos, 12 St. M lä fiä fr. Nachn., Schnuller M.7Ä p. Dtzd., a. paarw.. fo lange Borrat. Frais Beliess, Vreeses A II. 111 St . Merf «r vvn der 'un-Zfrutz ausgdt Zvanakist b'rckMsgebäi '^oiailgen. T auf ebcnjaUz1 das Tirchjon ’tfttnioll. dnevcrlo veim. $ull Wir verlieren in ihnen treue Kol legen und werden ihnen stets ein ehrendes Andenken bewahren. Bit Si|tufifrn Der etiltifta -lMtbdn ßitjtH. Nachrui. Am Iß. i, ■etikesiraiel. W Ter 3toö "'«ule "ftolti ' IL*hciet| y S s 481 Sh, F". tySR fe" ™ Ach Mining fr” Ls » gim „« b<8 8 and Tclcgrav Posldircsiwn, IdtgrapW0 über Pa-sendM auf In ine Cbfi Njnn ronioat «cschetd Berufung w »« %e\ (ungsact licht *? 11k m be he«!« nrirb übet, fjrflw h \ Pichnnilglio „Von deS Vebenö Gütern allen Fst der Ruhm baö Höchste doch, Wenn der Velb in Staub zerfallen, Lebt der edle Nauie noch." Am Kampfe für ihr teures Vaterland sielen aus den Reihen unserer Mitglieder Georg Xa^el gef.amW.Scpt.1915b.Niponi(5hampagne. Karl NaSel Vorstandsmitglied, gefallen am 15. Füll 19iG bei Verdun. Kar! Stier gef. am 13. August 1918 bei ArmentierrS. Heinrich Paul gefallen am 2. ©epi. 1918 bei RetmS. Der Verein betrackiei eS als heiligste (kbrenvsiicht, das Andenken seiner gefallenen ©angeöbrüder in HSHsten Ehren zu halten. Nonnenrolh, den Iß. Februar 1919 [** Geenng* <-reln I,loderkranr.. * «itbo ZK; xKr st.® rSr Z-r ’w Am Dienstag abend verschied infolge eines Unglü. s- falles an der Bahu mein lieber Mann, unser guter Vater, Bru ler und Onkel Ludwig Georg Babel, Bahnschlosser im Alter von 51 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen: i. d. N.: FIl*c Babel geb. Werk. Watzenborn, den 20. Februar 1919. 03395 Die Beerdigung findet Freitag, nachmittags 3* , Uhr. statt Nachruf. Der unheilvolle Völkerkrieg hat uns tiefe Wunden geschlagen. Im Kampse umö Vaterland Haden wir den Verlust nachstehender Mitglieder zu beklagen: ■ lll-Bindea Cambrie-Illaden wieder in bester Frie- densaualliÄl; ferner sämtliche Artikel zur BiuhillipDui preiswert in der Medlzinal-Drogerie „Zum Kreuzplatz“ Iriuilati I. mo Ich weise schon heute auf die Im nächsten Monat erfolgende bedeutende GeschAfU- Vergrößerung hin. Heinrich Römer Hkiorich (vriia Hermann Hörstel LudwigKliukel 11 £)tto Müller Friedrich Frank Spalierholz in halbrunden u. kantige« Vattcn u. Vdiböhrtn Io» Wasch- u. Baumviädl« zu haben bd Georg Nchnbecker. Tagen».. (Frdk.ultcriveg 20. 2187 Putztücher Ja. Qualität — pro Stück M. 1.65 - hm Beilm Sie kanten «al [T j&S aiicn u- i haben göflt» |ämtL2äugllnn»6fiine utfdjlanb*, abiolut g? IM 12 ©t ®t. 1546 fr (btt, Schnuller VI. 7Ä ^.apaorro Jo langt rrat Fran Mim iihi-111 111 ÄÄ o°E'< -1" HCl ftf. Ele9* Korsetten alle Welten h Formen ia leger m 85.no, 30.00 und 88.00 Mk. 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Zu diesen Angelegenheiten gehören u. a. Beschwerden über Beamte, über Verluste, Verzögerung und Gebührenüberhebung, Anzeigen über Wohnungsveränderungen und Erteilung von Vollmachten. Anträge auf Nachsendung von Briesen und Zeitungen, sowie aus Herstellung neuer Fernsprechmischlüsse usw. An die Ober-Postdirektion wolle man sich nur dann wenden, wenn Veranlassung vorliegt, gegen den Bescheid eines Post- und Telegraphenamts Berufung einzulegcn. ** Ter Deutsch-nationale Hand- lungsgehilfen-Verband hat eine öfient- liche Versammlung aus heute Donnerstag abend 7 Ubr in bett Wintergarten des Caf6 Amend ein» berufen. Gauvorsteher Schellin-Frankfurt a. M. wird über ,,Zeitfrag>m der kaufmännischen Angestellten in Handel und Industrie" sprechen. Lluch Nichtmit^ieder haben Zutritt. Letzte Nachrichten. BeamteuauSschüsse in Prcußkn. Berlin, 19. Febr. (WB. Amtlich.) Die preußisch: Regierung beschloß tmnmchr die Einrichtung von BeamtenaussMssen als integrierenden B^tandteil jeder Behörde in die Hand zu n-.hmen, um sie später nach Sammlung von Erfahrungen imt RachMen der in Aussicht genommenen ■'Jienjorbmmg des Beanrtenrechts in die gesetzliche Form ku gießen. Nachdem inzwischen die. Ver- tn-ter der Organisationen gelwrt worden sind, sind entspncheude Bestimnrungm über Einrichtung und Aufgaben der Beamtenausschüsse in allernächster Zeit zu erwarten. Für unsere Kolonien. Weimar, 19. Febr. (WB.) Auf Einladung der Ortsgruppe Weimar der Deutschen Kvlonial- gTscllschaft fand am Dienstag abend in ter Stadt- firche eine florf besuchte Versammlung statt, die sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung gegen den von unseren Feinden geplanten Raub unserer Kolonien gestaltete. Dr. Bell führte u. a. aus, daß er es als seine vornehmste Aufgabe betrachte, in getreuer Verfolgung der Ge- rclchchte des ihm unterstellten Kvlonialamts und des Programms seiner -üntsvorganger sich? sMt- zend vor unsere Kolonien zu stellen, int Vertrauen auf die Mitarbeit des ganzen deutschen Volkes. Die Waffeustillstandsbcdingungen. Bern, 19. Febr. (WB.) Tie in den neuen Waffen stlllsdandsbcdingungen enthaltene Klausel derReduzierungdesdentschenHeeres, wie auch von Havas berichstet wurde, soll nach der französiichen Presse nicht auf 25 000, sondern auf 250000 Mann vorgesehen sein. Straßenkampf in Elberfeld. Elberfeld, 19. Febr. (WB.) Ms ein Zett der von der Stadtverwaltung beorderten Reg ie- rungstruppen (150 Mann) um l'/r Uhr nachts ausgeladen werden sollte, wurde er von den Spartakisten, die inzwischn das Eisenbatzn- direktivnsgebäude besetzt hatten, mit Gewelwfeuer empfangen. Tie Regierungstruppen machten darauf ebenfalls von den Waffen Gebrauch und nahmen mit stürmender Hand den Hauptbahnhof und das Tircktionsgebäude wieder. Die Spartakisten sollen 17 Tote und 38 Verwun- detevcrlorenhabcn, während auf feiten der Regierungstruvpen nur ein Mann das Leben einbüßte. Ter Kampf zog sich bis in die späten Aäorgcnstunden hin und dehnte sich auch zumteil auf das Stadtthsatcr aus. Im Städtischen Kran- lieitlyaufe 'wurden als Opfer des nächtlichen Zu- 'ammenstoßes bisher 3 Tote und 11 Verloundcte - ingelicsert. Tie Spartakisten lialten noch das Rat- lwus besetzt. Heute morgen um 11 Uhr fand zwi- chxn den Spartakisten und Regierungsvertretern eine Besprechung statt. Es wurde u. a. die so- artige Einstellung des Schießens, sofortige Bildung einer freiwilligen Sicherheitswchr zur Säuberung der Stabt von solchen Elementen, die unberech- tigterweise im Besitz Von Waffen sind, und die Rücksenduiig der von auswärts terbiigeholten Sicherheitswehren vereinbart. Nach Erledigning der Vereinbarungen, die bis zum 20. Februar, vormittags 9 Ulst erfolgen soll, rückt die Regicrungs- truppe ab. Bis zu diesem Zeitpunkt halten die Regierungstruppen allein den Hauptbahnhof und das Eifenbah.ldirektionsgebäude besetzt. Die Unruhen in Hanau. Hanau a. M., 19. Febr. (WTD.l Nachdem am geftrigen Tage junge unreife Burschen aus dem Polizei- und Genchtsgcfängnis (Befangene befreit und Plünderungen im Rathause und den Lebensrnittel- lagern vorgenommen hatten, setzten heute Mittag die Unruhen und Plünderungen wieder ein. 3m Schloß des Landgrafen von Hessen, „Philippsruhe", bei Hanau, plünderten junge Leute und Frauen die Lagerräume und nahmen Wäschestücke und ähnliches mit sich. Die Plünderer wurden schließlich durch heranrückende Ulanen, die dort in Garnison liegen, ver- jagt, die den Leuten die Beute zum Teil wieder abnahmen. Bei dem blutigen Zusammenstoß zwischen den Truppen und den Demonstranten am Nachmittag, wobei auch Maschinengewehre in Tätigkeit traten, hatten die Truppen ebenfalls zwei Tote und einige Der- wundete. Ein Pntfchversnch in München. München, 19. Febr. (WTB.) Vor dem Landtagsgebäude, wo zur Zeit der Rate-Kongreß tagt, erschien heute nachmittag eine ungefähr 6 0 Mann starke Matrosenabteilung in ter Absicht, das Landtagsgebäude zu besetzen. Später gesellten sich dazu noch Pioniere. Von verschiedenen Seiten wurde versucht, die Matrosen und Pioniere zum Abzug zu bewegen. Einige Matrosen drangen jedoch in das Landlagsgebäude ein und warfen Handgranaten^ was von der im Gebäude befindlichen Wache mit Gewehr feuer beantwortet wurde. Tabei wurden zwei Personen verletzt. Im Rätekongreß, ter trotz des Zwischenfalles rocitertagte, wurde mitgeteilt, daß ter Bahnhof, das Telegraphenamt, sowie das Polizeipräsidium und die Stadtkommandantur von aus Wilhelmshaven gekommenen Matrosen besetzt worden sei, der Stadtkommandant, ter Polizeipräsident, sowie der Sekretär des Ministerpräsidenten seien verhaftet. Tas Gebäude wurde bald wieder von republilanischen Truppen und von einer Abteilung des Leibgrenodier-Regiments befreit und die Verhafteten wieder in Freiheit gesetzt. Der Sekretär des Ministerpräsidenten machte im Kongreß die.Mitteilung daß ter Prinz Joachim von Preußen, der sich in dem Hotel „Baye- rischer Hof" in München unter dem Namen eines Grafen Merz aufhielt, verhaftet worden sei, weil er in dem Verdacht stehe, mit den Umtrieben im Zusammenhang zu stehen. Ein noch heute abgehaltener .Ministerrat .beschäftigte sich mit ter Angelegenheit. Der Führer ter Matrosen Lotter wurde gleielstalls «verhaftet. Die an tem Putsch beteiligten Matrosen ic-rEIärten, daß sie irre geleitet worden seien. Ihre Waffen haben sie frei-« willig abgeliefert, i Ta ter verfassungsgebende Landtag am Freitag im Landtagsgebäute zusammentritt, hat ter Rätekongreß beschlossen, seine weiteren Beratungen vom Landtagsgebaude nach tem deutschen Theater zu verlegen. Die Regierung.des VolkssbaateS Bayern er- flärt aus diesem Anlaß, daß niemand befugt ist, den Schutz des Landtages zu übernehmen und seine Arbeiten zu sichern wie sie selbst und die von ihr beauftragten Organe. Tie Regierung hat 'bie aiö-> tigen Maßnahmen getroffen, um den Landtag zu schützen. Die Regierung wird auch die Schuld an tem heuttgen Unternehmen feststellen. Sie warnt dringend vor jedem Putschversuch, von welchen Seite er auch kommen mag. England unddieBehandlung unserer Gesang tuen. Wesel, 19. Febr. (WTB.) Zwei Trauspotte Iivilgefanaene von rund 11 000 Personen sind letzte Nacht hier eingetroffen. Sie waren 10 Tage von London unterwegs. Bei der Ankunft in Ant- werpen waren 5 Personen gestorben- davon blieben vier in. Antwerpen und eine in Rotterdam zurück. Ferner mußten in Antwerpen 18 nicht transportfähige Schwerkranke Zurückbleiben. Bei der Ankunft in Wesel mußten 5 Dersvnen ins Krankenhaus und 8 in ärztliche Behandlung gegeben werden. Die Ortsgruppe Wesel für Kriegsgefangenenschutz richtete aus diesem Anlaß nachstehendes Telegramm an die Nationalversammlung: Bei den eingetroffenen und in England interniert gewesenen Deut- schen wurden außer 18 Schwererkrankten 5 Tote über- bracht. Die überaus traurigen Fälle wurden hervor- gerufen durch Entbehrung und den Mangel an irgendeiner Schlafgelegenheit bei der zehntägigen Ueberfahtt von England nach Rotterdam. Die Ortsgruppe Wesel ersucht die Nationalversammlung bringend, keinerlei Mittel und Wege unversucht zu lassen, der aller Menschlichkeit spottenden Behandlung unserer (befangenen durch eine baldmögliche Rückkehr ein Ende zu machen. Bolschcwifteogräuel. Amsterdam, 19. Febr. (WTB.) Die,,Ti- nre5" meldet aus Helsingfors: Einem amtlichen bolschewistischen Bericht zufolge wirrten im Januar 11 Erzbischöfe ter orthodoxen Kirche erschossen. Amtlicher Teil. Kriegs-Rohstvff-Abteilung. Bekanntmachung Nr. F. R. 100 1. 19. K. R. A. 3m Auftrage des Reichsamts für die wirtschaft- liche Demobilmachung wird folgendes angeordnet: Artikel I. Die von denKttegsministerien oderMilitärbefehls- Habern erlassenen, den Betroffenen namentlich angegangenen Verfügungen über Beschlagnahme und Meldepflicht von TaM»rdehydrat (aus franz. Bauxit) treten außer Kraft. ” Artikel IL Diese Bekanntmachung tritt am 25. Januar. 1919 in Kraft. Berlin, den 25. Januar 1919. Kttegs-Rohstoff-Abteilung. Wolff Hügel. AuSführungSvorschrift zur Verordnung über Einstellung, Entlastung und EMlohnung gewerblicher Arbeiter während der Zeit deuwittschastlichen Demobilmachung vom 4.Ianuar 1919 (Reichs-Gesehbl. S. 8). Vom 30. Januar 1919. Auf Grund des § 16 der Verordnung über die Einstellung, Entlastung und Entlohnung gewerblicher Arbeiter wahrend der Jett der wittschaftlichen Demobilmachung vom 4. Januar 1919 (Reichs-Gesetzbl. 5.8) wird folgende Aussührungsvorschrift erlasten: Die Verpflichtung des § 1 trifft die Rechtsnach. folger der früheren Arbeitgeber und diejenigen Per- fönen, die gemäß §8 419, 1086, 1480, 1489 und 2382 des bürgerlichen Gesetzbuches ober § 25 des Handelsgesetzbuches für deren Verbindlichkeit haften, sofern sie den Betrieb fortführen. Entsprechendes gilt bei einer mehrfachen Rechtsnachfolge ober einem mehrfachen Wechsel ber nach ben genannten Bestimmungen haftenden Personen. Eine Beschränkung ber Haftung auf bestimmte Dermögensbestanbteile kann nicht geltenb gemacht werben. Berlin, ben 30. Januar 1919. Das Reichsamt für die wirtschaftlich Demobilmachung. _______________________Koeth._______________________ Betanniinamttng. Nachstehendes bringen wir zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, 6 Februar 1919. Kreisamt Gießen. Dr. U f i n g c r. Lehrgänge an der Gdftbau« und landw. Winterschule zu Fried» berg (Hessen) im Frühjahr und Sommer 1919. a) Baumwärterlehrgang. Beginn am 10. März, vormittags 9 Uhr. Dauer 8 Wochen, und zwar 5 Wochen im^Frühjahr (1. Teil vom 10. März bis 12. April), eine Woche im Sommer (2. Teil, vom 28. Juli bis 2. August), zwei Wochen im Herbst (3 Teil, vom 22. September bis 4 Oktober). Für Teilnehmer aus Hessen, welche sich zu berufsmäßigen Daumwättem ausbilben wollen, ist ber Besuch honorarfrei unb gewährt bie Lanbwittschafts- Kammer bzw. beten Ausschüsse für solche auf Antrag Beihilfen bis 60 Mark. Solche Teilnehmer müsten jedoch mindestens ein Atter von 18 Jahren erreicht haben. Personen, die ben Lehrgang nur für ihre Zwecke zu besuchen wünschen, können ebenfalls zu- gelasten werden. Atter nicht unter 16 Jahre. Schulgeld für Private und Nichtigsten 20 Mark. Der Unterricht zerfällt in einen theoretischen Teil, täglich 3 Stunden vormittags, und einen praktischen Teil, täglich 3 Stunden nachmittags. b) Obstbaulehrgang für Geistliche, Lehrer und sonstige Freunde des Obstbaues. Dauer 14 Tage. 1. Teil vom 28. April bis 3. Mai, 2. Teil vom 4. bis 9. August. Schulgeld für Hessen 10 Mark, für Nichthessen 15 Mark, hessische Lehrer sind schulgelbfrei. c) Gartenbaulehrgang. Beginn am 5. Mai, vormittags 9 Uhr. Dauer 6 Tage. Der Lehrplan umfaßt: 1. Einteilung und Einrichtung eines Hausgartens,' 2. Freunde und Feinde des gesamten Gartenbaues; 3. Gemüsebau; 4. Blumenzucht (Anzuckt, Blumenpflege und Dekoration); 5. Beerenobstkultur; 6. Verbesserung unserer Garten- höben nebst zweckmäßiger Düngung. Zugelasten werben Männer, Frauen unb Mädchen, letztere nicht unter 16 Jahren. Schulgeld 5 Mark Bett.: Erwerbslosenunterstützung. An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Es hat eine Vorlage der Nachweisungen nur bann Zu erfolgen, wenn eine Erwerbslosenunterstützung bezahlt worden ist. Die von l erschiedenen Bürger« meiftereien vorgenommene Zurücksendung der Nachweisungen mit dem Vermerk, cs seien keine Erwerbslosen vorhanden, ist zwecklos und bedeutet lediglich eine Vergeudung der Formulare. 3m Falle der Unter» stühungen ist uns neben der Nachweisung auch die Zahl der Unterstützten getrennt nach Geschlechtern, wie bereits verfügt, anzugeben. Fehlberichte sind nicht erforderlich. Gießen, den 10. Februar 1919. Kreisamt Gießen. _______________I. V • V a n n e r in n n n. Delr.: Das Bedecken der Stuten durch bie Landgestütsbeschäler im Fahre 1919. An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Das Bedecken der Stuten durch die Canbgcftüts« beschäler auf dem Deckorte (Brünberg findet vom 1. März an und zwar an den Wochentagen von vormittags 6 bis 11 Uhr und nachmittags von 3 bis 6 Uhr statt. Wir empfehlen dies in ottsüblicher Weise de- kanntzumachen. Gießen, den 12. Februar 1919. Kreisamt Gießen. _________I. V.: Langermann. Betr.: Ankauf von Pferden aus Heeresbestänben. An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Da nach Mitteilung des Generalkommandos XVIII. A.-K. in Bad-Nauheim Einzelverkäufe von Pferden nicht mehr stattfinden, sind Gesuche an uns um Bestätigung der Dringlichkeit des Ankaufs zwecklos. Sie wollen dies ortsüblich bekanntmachen. Gießen, 17. Februar 1919. Kreisamt Gießen. ______ I. V.: Langermann. Bekanntmachung. Betr.: Ausbruch der Maul- und Klauenseuche; hier Aufhebung der Sperre. Die Maul- und Klauenseuche zu Leidhecken ist erloschen. Die Sperre füf Leibhecken, bas Dcobach- tungsgebiet unb bas gefährdete Gebiet sinb aufgehoben Gießen, ben 15. Februar 1919. Kreisamt Gießen. _________I. V.: Langermann._________ Betr.. Feldgeschworene. An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Soweit Sie noch mit Ihren Berichten rückständig sind, erinnern wir Sie an die Erledigung unserer Ausschreibens vom 9. Januar 1919, Gießener Anzeiger Nr. 20, mit Frist von einer Woche. Gießen, ben 10. Februar 1919. Kreisamt Gießen. I. V : Langermann. Betr.: Die Ausführung bes Art. 21 bes Dolksschul» gefetjes. An die Schulvorstände des Kreises. Wtt empfehlen Ihnen, uns bis zum 1. März l. Js. diejenigen Schüler uyd Schülerinnen zu be- zeichnen, auf bie ber Art. 21 bes Dolkslchulgeletzes Anwenbung finbet. Fehlberichte sinb nicht zu erstatten. Gießen, ben 6. Februar 1919 LMreisschulkornmission Gießen. 3. D.: Welcker. Bekanntmachung. Betr.: Verkehr mit Saatgut von tzülsenfrüchten. Das Direktorium ber Reichsgetreibestelle hat die Hessische Landwirtschaftskammer auf ihren Antrag ermächtigt, ben Saatgutverkehr innerhalb ihres Bezirks von Lanbwirt zu Lanbwirt zu »vermitteln. Angebot unb Nachfrage sinb bemgemäß künftig bei ber Lanbwirtschaftskammer in Darmstadt anzubringen. Gießen, ben 8. Februar 1919. Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. © t e 8 e r t. Bekanntmachung. Die Unmöglichkeit, alle infolge ber Demobil machung aus dem Heeresdienst entlassenen Militär- personen sofort mit Iivilkleidung zu versehen, hat zur Folge, baß viele biefer Personen noch längere Zett eigene ober ihnen von Truppenteilen zu (Eigentum überlassene Uniformstücke tragen werben. Hiergegen ist unter ben jetzigen Verhältnissen nichts zu erinnern, wenn von der Uniform alle militärischen Wzeichen, wie Offizierachselstücke, Treffen, Achselklappen ent fernt, sowie Koppel, Seitengewehr usw. nicht angelegt werden, da sonst bie Auffassung erweckt werben kann, baß bie Träger noch dem aktiven Heere angehören. Die in Bettacht kommenden Personen - frühere Offiziere unb Mannschaften - werden darauf auf- merksam gemacht, daß sie bei Nichtbeachtung des Vorstehenden sich nach § 360 Ziffer 8 R.-Stt.-G.-B. strafbar machen. Gießen, den 8. Februar 1919. Das Polizeiamt Gießen. Gebhardt. Las wunöerfamc Ülicnkutr ses Wln kalahas Zoves. Roman von H. A. Adams. Nachdruck verboten. Fortsetzung 66 „Auf meinen Rat hin, Herr Beach," vcr- besferbc der Arzt. Und geduldig wie ein Lehrer, der feinen vergeßlichen Schüler an etuws erinnert, fuhr er fort: „Sie haben vergessen, daß Sie mich um meine Ansicht fragten, um meinen ärztlichen Rat, und ihn annahnieu. Sie hatte diese eine geringe Aussicht auf Leben. Es war ihre Liebe aewcsen, die sie so lange am Leben erhalten hatte — länger, als ich es hätte tun können. Ich konnte es nicht herausfinden, was das Leben in diesem Körper erhieilt. Das Leben Ivar aus ihm schon lange herausgesvgen, und dennoch W lie fort zu leben." Herr Beach kniete zur 'Sette des toten Mädchens. Galahad sah eine weißgekleidete 'Pflegerin den Weg herabeilen. Der Arzt wandte sich ab und ging Und als Galahad hinabsckfaute auf das lote Kind, das in das Gras gesunken war — ün das Gkaö, das so viel Schönheit bedeckt, Las am Ende alles Leben bedeckt, das je seine kleine Zeit über auf dieser Erde geflackert hat — fühlte er, wie eine Hand sich in die seine schob. Em war bei ihm, an seiner Seite. „Ich verstehe nun — nicht alles, aber ich verstehe," sagte sie sanft. „Ich habe dir mißtraut, Gally. Es war ihretwegen — armes Ding? und weil sie liebte! Ich verstehe nun. Verzeih mir." Er drückte ihre alte Hand, und als er über den Leichnam hinwL^schaute, erkannte er die Gestalt Kathies mit $>orace. Und Galahad war plötzlich glücklich, daß Horace die schreckliche Wahrheit, daß er Sibyl nicht liebe, ausgesprochen hatte. Käthie würde iym vergeben ; sie würde ihm vergeben, denn er hatte seine Liebe zu ihr selbst jenem andern Mädchen gegenüber eingestanden. 5)err Beacb stand auf, beim die Pflegerin war in ihn gedrungen, sich zu erheben. Und als seine feuchten Augen der Gestatt Galahad Jones' ansichtig wurden, nahm er sich gewaltsam zusammen. Er fiihlte plötzlich Scham darüber, daß er vor diesem Untergebenen seinem Kummer Raum gegeben hatte. ,^err Jones," sagte er, „als mir mein kleines Mädchen erzählte — wahrhaftig, es war erst heute nachmittag, oder nicht? — mir erzählte, was Sie für sie getan haben, wie Sie alles aufgegeben haben, um ihr ein flüchtiges Glück zu bieten, da sah ich meine Blindheit und meine Torheit ein. Sie waren im Recht, und ich bin grausam gewesen und im Unrecht. All ihr Glück in diesen letzten z,wei Wock)en bat sie Ihnen verdankt, und ich, rn meiner Blindheit, wußte das nicht. Als ich es aber erfuhr, fcfyrieb ich sofort einen Brief an Sie. Sie müssen ihn bekommen ha.ben. Ach nein — es war ja erst heute nachmittag. Ich habe kthn rwch gar nicht zur Post geschickt — denn ich hatte natürlich keine Zeit, ihn zur Post zu schicken. Aber Sie werden ihn bekommen — sobald — sobald ich wieder meinen Geschäften nachkommen kann. Die Bank ersucht Sie, Ihr Abschiedsgesuch nochmals in Erwägupg zu ziehen. Wir eröffnen ein Znxnggeschäft in Fidji, und nach Ihrem Wiedereintritt in die Bank weede ia/ Sie mit Ihren neuen Pflichten als Direktor davon vertraut machen. Ich —" Seine Stimme, die ernst und bestimmt gewesen war, begann zu zittern und berfagte. Die Anstrengung war zu groß gewesen. Schluchzend sank er wieder ins Gras. Tie Pflegerin war die Einzige, die sah, wie er sein totes Kind küßte — leise und verstohlen küßte, als ob er sich fürchte, es aufzuwecken. Galabad schaute Em an und hielt ihre Hand in der feinen. Die andern waren alle schweigetrd fortgegangen. „Komm," sagte er sanft; „wir müssen gehen, wir müssen den Garten verlassen." So gingen sie denn Hand in .^and und ließen die arme, verwelkte Blume im Grase allein mit dein gebeugten Vater und der geschäftigen Pflegerin. Diese beiden — Mann und fVrau — gingen hinaus aus dem Garten des Paradieses, hinaus in die Welt. Sie hatten die Lehre des Lebens gelernt. Nicht im Garten des Paradieses ist die Schule des Lebens, sondern in einer wunderlichen und unvollkommenen Welt. Und der Garten des Paradieses wird nie mehr ein Paradies sein. Denn als diese beiden Hand in Hand das Tor durchschritten und den ersten kühlenden Kuß des R^ens auf ihren Wangen fühlten — als sie durch das weit geöffnete Tor in die Welt hinaus' schritten, wo das Leben armselig und hoch erhaben ist, wo das Leben gelebt werden muß, da saß Galahad noch einmal zurück Und es schien ihm, als ob er einen Engel erschaue, von unbarmhei^igem Aussehen und dennoch voll herrlicher Majestät, der vor dem Tore stand. Und der Name des Engels war; Tod. ^Herrschaften, das Spiel ist au§l Ende. Ich habe mich in GIESSEN als Augenarzt niedergelassen. Beginn der bprechstnnden Anfang März. Näheres wird demnächst noch bekanntgegeben. W14 Dr. med. F. Gros. Sus dem felde mrULgekevri, habe ith meine Praru wieder ausgenommen. ßcorg Und,K£d)tsaniDalt ßrünberg i. h., K Äificcschyie. Samdtflp den 22. d. MtS. von 11 618 5 Uhr nuder Sonnenstrasss 2 eine Ausstellung der im Minter von bett Schülerinnen anae- fertigten Arbeiten tialt. 2150 D z^Wäsche-Angebot Damen-Taghemden aus feinem Bielefelder Leinen mit reiche» Stickerei-Garnierung da» Stück M 39.50 Fritz Nowack, w^che-Fibrik Ser $onb stchuislhfr BerufsWe ladet au bet ersten Mitglieder-Versammlung am SamStag, den 28. frtbr. 1910, abcnbB 7 Ubl im Ootel Schütz alle SDUtnlicber und Arennbe ein. TadeS'C rbnung: 1. Bericht über Die Ncicb-tagung bet deutschen Technik in Eisenach 2. Aussprache. 3. BorstandSwahl. 21f?21)__Ter aeichastSfübrende An-ichnß. Allen Quartiergebern! Die Untcrohiilete der Nachrichten Ersatz- Sbteilimfl 18 haben in Stehen eine Ausnahme gesunden die sie zu gtohet Dankbarkeit gegenüber ben CLuQrtu’vaebern verpflichtet. Im Namen bcö UntcutffiAier-Slorpo danke ich daher allen Behörden und allen Bürgern für alles uns gezeigte Entgegenkommen Unterosii,ier«Vcreiaigu»g der Nachrichten Eriav Abteilung 18. I. A.: Danb. Borfltzenbcr <18963 ^Bekanntmachung Den Mitgliedern des LandeSPferdezucht- Vereins wird hiermit zur Kenntnis gebracht, daß wegen der herrschenden BerkehrSschwierig» keilen von der Abhaltung der diesjährige« Mitglieder - Versammlung de» Lande»- Pferdezuchtverein» zu dem seither übliche, Zeitpunkt abgesehen werden mußte. Wegen ihrer späteren Abhaltung ergeht weitere Mitteilung. Darmstadt, Februar 1919. Der Vorstand des LnadcS.PferdtznchwereinS Müller. 2188D Slammhvlzverkauf. Die Gemeinde Vetzberg bat 25 Eichenitämwe «lasie A mit zusammen 21,1» i>m. ttnb 77 Eiche» ftämmc «laste B mit zusammen E57X» Fm. Inhalt zu vertauien. Die Eichenuämine «laste A flnb be« sonder? schöne Ware Auskunft erteilt der Gemeindevorsteher Angebote nehme ick bis 26. Sebrnar eintet, entgegen Ankäufer muh sich ben beftebenbat Hols« verkaufbedlngunaen unterwerfen Sfro’bcrf, 16. Aebtuar 191H. . Ter Bürgermeister.MBB Holzverfteigerung. Montag ben 2 t. rycbrnar 1919 tuerben nad» Zuürmmenkunst um 9 Uhr vormittags bei Brenn' holz Tlr.310 auS dem Ireiherrlich von Nordes znr Rabenau scheu Walddistrikt Steinberg 14 versteigert: Sckeiter Äm.. Bucke, 114 Eicke. 4 «tefet, 40 «yidjte; Nnuvvel Nm.. 30 Buche 70 Eicke, zwet Stierer, 3B »>ickic. 2 ßirfdjbount 3 Birke, ftnflMMI« reisig Nm.. *25 Ilckte; Reisig Ära. 120 Bucke, 211 '^iche. Stöcke Nm.: 18 Buche, 8u Eiche, 2 liefet, 90 Iichtc: 1 Eicke-Abicknitt — 0L1 i>m., 1 ffirf** bäum L:$9 Im. - 2 Rm. Eiche Nuuschettcr. Nähere Auskunft erteilt iVreiberrL IorftwaN »ismet. L'onbotf. (Hieben. den 18. Iebruat 1919. Ireiderrliche Dbcrfflrfterei Rabenau. v ? : Trautwein, Geh. Iorktrat. (2nHi Ortsgruppe Gießen (Gruppe der deutschen demokr. Partei) OU74 Gießen, im Februar 1919. 108126 genommen. Regenschirme 1032c Hanrfschuhe5 SpazierstBcke Xcnenwer 9 Gießen fäfanzre Visionen 1269es deutsche Tteüisions- und 2144 Binll Harn. Gg. Schieferstein, Lieh Telephon Nr. 17. 124c sowie alle anderen Geräte für die Laadwirtschalt ' empfiehlt 318c Ü42B tn vabnstofstrahe. Fernsprecher ir>7. Rübenschneidar Häckselmaschinen Viehfutterdämpfer Kartoffelquetschen Strohschneider Putzmühlen Trieure K. Bach mann.Gartner, Kreuzvtatz 911. sührer zu zeichnen. Gießen, den 14. Februar 1919. Hessische- Amtsgericht. Meine Verlobung mit Frau« lein Margrit Bichler beehre ich mich anzuzeigen. v. Hammacher Rittmeister der Res. im Jäger- Regiment z. Pferde 13, Kommandiert zu den Kroftfah» truppen. Dieverlobung unserer Tochter Margrit mit Herrn Ewald v.Hammacher, Rittmeister der Reserve im Jäger-Regimen! z. Pferde 13, beehren wir uns anzuzeigen Georg Dichter u. Frau geb. Weber. Mnkiden v. Bäumen, Sträuchern unb Hecken werben an« Die offene Handelsgesellschaft hat am bruar 1919 begonnen. Die Firma Schaumberger & Sohn geändert. Gießen, den 14. Februar 1919.* HrssischeS AmlSgerick! und ständige cUeberu)adiungen kaufmännischer, banktechnischer, industrieller u. landwirtschaftlicher Unternehmungen. Vogt= ß MHMelssc6oli Gießen Goetbestr.32. TeL2064 GründL u. sorgfältige Vorbereitung auf den kaufm. Beruf d.ataati. gepr. Lehrkräfte. Tagee-u. Abendkurse Besinn d. neun Schal« jahres Im April leaanl<36 »11« XUasea Anmeldungen werden schon jetzt entgegengenommeu. Oeffentliche Versammlung Samtztag de« 22. Februar, abends 7'/. Uhr pünktlich im Saale de» Hotel» Grobherzog von Hessen. Redner: Herr W. Fecht, Frankfurt a. Main Thema: Demokratie und Arbeitnehmer. Alle bemofrotifd) nefinnten Arbeiter, Angestellten, auch weibliche, mittlere unb untere Beamten tinb sreunbUckst eingelaben. 2172D Ter Borstand. Photograph. Bedarfsartikel wie Platten, Füei, Entv.e.YL- e. Aesxgplerpsplere, Sltivätir L Apparnle, Schalen. Albums usw. und alle ChealkjeUon vorteilhaft in der tanz 4-Drogerie iiig. toll laluhofstraSe 51 Gegr. 1888. l,«,l Fernspr «j Entwickeln, Kopierte c>. Vs- grölen prompt un 1 Unser Anwesen (Zum Haberkasten) in Gleesen, Landgraf-Philipp-Plata, soll ab L Juli d. Jo. neu verpachtet = werden. In demselben wurde seit Jahren eine Gastwirtschaft, verbunden mit MetegerrL betrieben. Um bald gefällige Offerten von kautionsfabigon Wirten ersucht ‘Brauerei J. H. J bring in Lieh (Hessen). «•D Sch;afzimmer Bilillllllllllliilllllll^ mit prima Betteinlagen empfehlen Gebrüder Reutz, Limburg-Lahn M.Rosenthal LleblgstraOe 13. Fernsprecher 77. PpniIPPlnyPn wer♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦ 5ef«chrkMtten,VanNatten,Verlobung»-, ♦ Vermählung»', Seburlr- t X unb Trauer - vnuksachen ♦ werben in feinster »urführnng in ber Bnchdrnckerel J.Weinert ;; schuellsteur uub preirwerl ongelcrtigL X UM Mustern stehe gern zu Vienste«. IW X -' Großer Lager in Britfpapl«*Kafdten. ♦ . *♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Gesellenprüfung 1919. Die Anmeldungen zur gesetzlichSttj-Gesellen- Prüfung der Schneider-Lehrlinge finden am Ssuntag, den 23.Febr.,voa 11—12 Uhr bei Herrn Schneidermeister Robert Gärtner, Ludwigftraße 59 statt. Mitzubringen sind der Lehrvertrag und die Prüfungsgebühr von 6 M. Die -ünridtt-Jmuz für htn sirtis Sieben. Rpbert Gärtner, Obermeister. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heule bezügl. der Firma Hermann Schaumberger, Gießen, eingetragen: Simon Schaumberger in Gießen ist in das Geschäft als per« iönlich hastender Gesellschafter eingetreten. Sicherer und schneller! Transport ohne Eisenbahn! Fchmkehrsamt Friedberg i.h. Televbon 99 Zweigstelle«: BioBen, Rodheimer Str. 34. Tel. 1027 Satz ach i. 0., Tel. 29 Vilbel, Tel. 223 FranMert a. lü^ Tel. Hansa 4287, Zeit 66 übernimmt unter weitgehendster Garantie Transporte aller Krt wie Lebensmittel, Brennmaterial, Umzüge, Gepäck, Baumaterialien usw. zwischen: Gießen bi» Frankfurt a. M., Offenbach a. M , Hanau a. M. und weiterer Umgeb. Gestellung von Gespannen und Wagen für ganze und halbe Tage. Aufträge kür Wieben u. Umgeb, nimmt ent^gru: p.Ounder, Mhkimr Sh. 31 $tl^K7. Bekanntmachung In unser Handelsregister Abt. B wurde heute bezüglich der Firma Gesellschaft für Beton und Eisenbetonbau mit beschränkter Haftung zu Gießen eingetragen: Dem Hermann Scharff in Gießen ist Gcsamtprokura erteilt mit der Maßgabe, daß er berechtigt ist, die Firma zusammen mit einem der Geschäfts«