Swillmgrnmddruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Buch- u. St-indruckerei R. Lange. Schristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. t rosen und sonstige Spartakisten Unruhe^ verursacht. Am Hauptbahnhof und in dessen Umgebung bedrohten sie eine Marineabteilung tun gem gemeinen Kn sichere Zukunft gewährleistet. Ans dem Reiche. Eine neue Staatssekrelärstelle. Berlin, 18. Sept. (Priv.-Del.) Die seit Tun» geplante Neueinrichtung bes Amtes eines Lechz ToLesuttelle im Geiselmordproreh. München, 18. Sept. In dem Münschner Geiselmordpvr^eß wurde heute nachmittag das Urteil verkündet. Tas Vvlksgericht sprach gegen die Äauptangellagten Fritz Seidl und Schicke!- Hofer wegen je zwei Verbrechen des Mordes je> zweimal die Todesstrafe aus. Tie Angeklagten Widl, Joses Seidl, Pürzer und Fremer wurden wegen Mittäterschaft glleichfalls zum Tode, die Angeklagten Kick, Gsell, Hesselmann, Lermer, Hannes, Huber und Rieth- meier Wegen Beihilfe gwm Morde zu je 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Vvelkl und Schmittele wurden freigesprvchien. Petermaier außer Verfolgung gesetzt. gongenen Nacht kam es zu weiteren Plünderungen. Gegen 11 Uhr stürmte ! die Menge die am Markt gelegenen Herrenartikel- und Konfektionsgeschäfte von Eduard Baruch und Gebrüder Hirschfeld. Ein Teil der Einwohnerwehr, die einzuschreiten versuchte, wurde entwaffnet. Bei den Plünderungen feuerte das Militär, wodurch fünf Personen, darunter zwei Mitglieder der _ Eiseubahner-Berbandes in Frankfurt a. M. statt, auf welchem der Generalsekretär des Verbandes, der preußische Landtagslands, Frankreichs, der Vereinigten Staaten und Italiens teilen mit, daß wir ioegen der Kohlen krisis in Wien nach Paris berichten würden. Die deutsche Antwort in der BerfassungSfrage. Berlin, 19. Sept. Wie dem „Berl. Lok.-Anz." berichtet wird, ist die Antwort der deutschen Regierung an die Entente wegen der Verfassungsänderung heute abgegangen und dürfte auch noch heute veröffentlicht werden. Besuch bei deutschen Schwerverwundeten in Paris. Versailles, 18. Sept. (W. B.) Major Traudt besuchte heute in Begleitung eines französischen Offiziers 7 4 deutsche Schwer verwundete im Hospital Val de Grace in Paris. ES wurde ihm jede Bewegungsfreiheit zur ungestörten Unterhaltung mit den Verwundeten gegeben. Der Major konnte feststellen, daß der augenblickliche Gesundheitszustand aller Kranken ein derartiger ist, daß ihrem Abtransport nichts im Wege stehl. Der begleitenbe französische Verwaltungsoffizier erklärte, daß der baldige Rücktransport dieser Gefangenen bevorstehe. Major Drvudt konnte feststellen, daß die Kranken sich in recht gutem Ernährungszustand befinden. Die menschliche Anteilnahme des behandelnden Arztes und der pflegenden Schwestern wurde von den Kranken anerkannt. Major Draudt wird den Angehörigen der Kranken unmittelbar Nachricht übermitteln. ständigen Staatssekretärs des Auswärtigen Amtes neben dem Minister nach englischem Muster ist der,,B. Z." zufolge nunmehr beschlossen worden. Der Staatssekretär, dem die innere Verwaltung des Amtes untersteht und der ein Bindeglied zwischen dem Minister und dem Amte darstellen soll, wird aus der Diplomatte entnommen. Welche Persönlichkeit als erster Leiter des neuen Amtes bestimmt wird, ist noch nicht festgestellt. In unterrichteten Kreisen wird angenommen, daß der Vorsitzende der Friedenskommission Graf Bernstorff auf diesen Posten berufen wird. Von der Eisenbahnerbewegung. Am Sonntag fand der Bezirkstag des All- Annadme von Anzeigen f. die Lagesnummer dis zum Nachmittag vorher ohnejedeVerbindtichkelt vrctr für l mm höhe für Anzeigen v.34mmBreite örtlich 15 Ps., auswärts 18 Ps., für Reklame- anzeigen von 70 mm Brette 48 Ps. Bei Platz- oorichrisl20°/.Auischlag> Hauvtschriitleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich, für Politik: Ang. Goetz, für beu übrigen Steil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beckr sämtlich in Gießen Oberschlcsien. Berlin, 18.Sept. (Wolff.) Heber den gierungscntwurf, wonach Oberschlesier« Selbstänbigkeit als Provinz erhalten soll, wird der „BZ." berichtet: Es soll zu- nächst ein oberschlcsischer Landesrat geschaffen werben, der vorläufig aus allen oberschlesischeni Mitgliedern aller Parteien der preußischen Landesversammlung und.der deutschen Nattonalver^ sammlung besteht. Durch Kooptierimg sollen mich die Polen in einer dem .Stimmenverhältnis bei den.Wahlen zu den verfassunggebenden Versammlungen entsprechenden Zahl in den Landesrat ausgenommen werben. Der Landesrat ivird einen Staatsrat aus drei Männern wählen, der die' Vertvaltung der Provinz führen soll. Berlin, 18. Sept. (Wolff.) Wie wir hören/ tritt die beabsichtigte Provinzialantono- Kriegsbeschädigteü-Organisation. Berlin, 18. Sept. (Wolff.) Zwei der größten Kriegsbeschädigten-Organisationen, der Verband Deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegsteilnehmer sowie der Verband wirtschaftliche Ver-> einlgungen Kriegsbeschädigter für das Deutsch: Reich, haben sich bei dem am Sonntag und den fbL* senden Tagen in Hildesheim aögehaltenen gemeinsamen Verbanbsv wtretertagi znm Zentral- verband Deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegshinterbliebener zu- samnieng-schlossen Die neue Organisatton zählt etwa 100 000 Mitglieder. Dem wirtschaftlichen Beirat des Verbanoes gehört eine Anzahl von Organisationen der Arbeiter, Angestellten, Kaufleuten, Handwerker, des Handels usw. an. Tic Reichsgeschästelle des Zentralverbandes befindet sich Berlin N, Luisenstraße 31b, . Neue Putschversuche in Braunschweig. B raun schweig, 18. Sept. In verflossen^ Nacht wurden in verichiedmen ©tabtteüen durch einheimische und von außerhalb zugezogene Ma- i Einwohnerwehr, verwundet wurden. frühen Morgenstunden trafen T.ruppen- iverstärkungenem - Die Urteilsbegründung. In der Begründung zu dem Urteil im Münchener Geisclmordpoozeß wird p. a. ausgeführt: Fritz Seidl und Schicklhvfer waren nach lieber» zeugung des Gerichts innerlich unb äußerlich auf die Tötung der Geiseln vorbereitet. Bei der Eirk- Ueferiuig der Gefangenen kam dies wiederholt zum Ausdruck. Ter Entschluß, sie bei gegebener Gelegenheit umzubringen, vernichtete sich zum Tötungsvorsatz, als beide am Vormittag und Nachmittag des 30. April einen Erschießungsbefehl Egl- hosers erhielten, der beziveckte, den kampfunlustigen Soldaten der Roten Armee ein blutiges Schauspiel zu bieten, sie zur Blutgier zu weizen und dadurch die schwankende Herrschaft der Rätevegie- rung zu stützen, was auch ihren eigenen Interessen entsprach. Beide setzten die von Levien, Levinö-Nissen itnb Eglhofer gebilligten Erschie- farngen mit Heberlegung ins Werk und führten sie besonnen und mit Vorbedacht aus, ohne sich durch Vorstellungen und .Einmischungen Dritter, Bitten der Opfer und Weigerungen nicht völlig gesühllvser Soldaten abhalten zu lassen. Wenn auch beeinflußt durch ihre hochgestellten Hinter- mänuer, benutzten die kleineren Machthaber Seidl und Schicklhoser die Hinschlachtungen zur Befriedigung ihrer eigenen Herrschafts- und Rachegelüste. Widl und Josef Seidl waren bei der.Tötung der Husaren, F-ehmer und Pürzer bei der Geiselerschießung am Nachmittag mit voller Heberlegung dabei. Widl und Joses Seidl haben nach den Opfern gezielt. Tie Tötung der 10 Geiseln hatte auch nicht den Schein eitles Rechtes für sich. Ohne Hr- teil, ohne Verhör, ja unter Verachtung der im Rechtsstaat uni> sogar unter der Näteregierung sonst üblichen Form vollzog sie sich. Da jeder der Angeklagten das wußte, kann sich keiner von ihnen, auch soweit sie Unterorgane waren, auf mangelndes Bewußtsein her Rechtswidrigkeit oder disziplinäre Unterordnung berufen. Nur Herrschsucht, Rachgier und Mochlust beseelten die Täter. Tas Urteil wurde durch einftimmigen Beschluß gefällt. abgeordnete Oswald Riedel das Hauptreferat hielt. Folgende Entschließung wurde einstimmig angenommen: „Der Bezirkstag Frankfurt des All- gemeinen Eisenbahner-Verbandes gibt seinem lebhaften Bebauern Ausdruck über 1. die bicreau- kratische Verschleppung ber Wirtschaftsbeihilfe für die Staatsarbetter; 2. die beabsichtigte Wiedereinführung der Akkordarbeit, die ebenso undurchführbar wie zwecklos erscheint; 3. die tendenziösen und falschen Pressenachrichten, die in letzter Zeit über die Eisenbahner verbreitet werden; 4. die geplante Ausnahmegesetzgebung gegen die Eisenbahner. — In allen diesen Tatsack>en erblickt der Bezirkstag die sicheren Anzeichen einer herannahenben Reaktion, der allerdings die radikalen Putschversuche des letzten Sommers den Boden bereitet haLen. '.Ter £Iot?ö George über die ttamerad- schaft unter den Völkern. Cs war schon im Kriege ein wenig ver- swunderlich, daß die westlichen Demokratien whne viele Umstände einzelnen Männern .Machtbefugnisse einräumten, wie sie in dem verschrieenen nrilitaristtschen Deutschland 'kaum jemals jemand auf sich vereinigt hat. Wir erinnern uns nicht, daß in Deutschland zu irgendeiner Zeit ein Mensch eine solche Diktatur hat ausüben tonnen, wie etwa Cle- menceau in Frankreich. Llovd George steht in dieser Beziehung hinter diesem nicht weit zurück. Und Wilson gar gebärdete sich wie ein Gott. Jetzt erfährt er zwar im olympischen Senat einigen Widerspruch — aber es ist noch kein Anzeichen dafür vorhanden, daß Clenrenceau und Lloyd George von der Bürde ihres Amtes etwas abrüsten. Lloyd George und Wilson tragen ähnliche Eharakterzüge, ober vielmehr, sie bandeln nach Methoden, die eine gewisse Seelenverwandtschaft bedingen. Beide Männer gehören der englischen Rasse an, und da hat bekanntlich -die. Heuchelei einen großen Raum zur Be- ftätrgung. Lloyd George macht seinen Eng- jländern jetzt den Friedensvertrag plausibel !Nrit Reden, als käme er von einer religiösen fWeihnachtsbescherung. Merkwürdig, wie er fcie rauhe Wirklichkeit mit dem Lichte englischer Humanität beleuchtet. Das Britenreich hat jetzt, was es gewollt hat, es besitzt so ziemlich die Weltherrschaft, hat seinem Riefengebiet neue Gebiete (Persien) angegliedert; es sucht jetzt nach der billigsten Verwaltung. Diese bieten .Abrüstung und Völkerbund dar. Von Flotten- /abrüstung war bei Lloyd George allerdings lnoch nicht die Rede. Er spricht aber von „Völkerkameradschaft" und meint ein Erden- rnnb von einflußlosen Völkerschaften, die von der großen englischen Friedenshand nach Belieben geschoben und regiert werden. Reichswehrsoldaten, bte von der Meng: umzingelt wurden. Nach längeren Bemühungen gelang es^ einem größeren Truppenaufgebot, ohne Blutdergie-j scn die bedrängten Soldaten zu befreien und bte; Unruhestifter zu zerstreuen. Auch am Westbahnhof und cm der Wolfenbütteler Straße sanden Zusammenrottungen statt. Ferner wurde ein; Heberfall auf die militärische Wache am Querumer1 Wold unternommen, wo sich ein Munitions- und Waftendepot der Reichswehr befinbit, dabei wurde ein Soldat verwundet. Tie Täter sind anerkannt entflohen. In den Straßen der Stadt werdm seit mehreren Tagen auffallend viel auswärtige Spartakisten beobachtet, ferner kommen größere Kommandos von Matrosen oder in Matrosen uniform gesteckter Saite in Braunschweig an, so daß man mit neuen Gewalwersuchen zum Sturz der Braunschweiger Regierung rechnet. Die Chemnitzer Unruhen. Dresden, 17. Sept. (WTB.) Wolffs Sächsischer Landesdienst verbrettet einen vorläusigen Bericht, nach den amtlichen Untersuchungen über die Chemnitzer Unruhen im August dieses Jahres, in welchem es u. a. heißt: Provokationen der Bevölkerung und Hebergriffe auf die Reichswehrtruppen fanden in Chemnitz in jenen fritiftfjen Tagen auf keinen Fall statt. Dagegen steht fest, daß einzelne Reichswehrleute schon vor den eigentlichen Unruhen belästtgt worben sind, unb baß schon mehrere Tage vorher burch Flugblätter gegen bic Reichswehr truppen gehetzt worben ist. Die zur Verstärkung ber örtlichen Sicherhetts- organe am 8. August nach Chemnitz beorberten Truppen würben bereits auf bem Bahnhof umringt unb burch bie in der Albertstraße aufgestellten Maschinengewehre unter Feuer genommen. Daraus erfolgte ein regelrechter Sturm gegen ben Bahnhof. Es kam zu bebaue» lidten Kämpfen in bem Lichthof und auf ben Gleisen, wobei bie ben Soldaten entrissenen Maschinengewehre gegen bie Reichswehrtruppen gerichtet und diese, von einer gewaltigen Heberzahl übermannt, zur Preisgabe des Bahnhofs gezwungen wurden. Schwere Mißhandlungen von R«chs- wehrleuten sind bei diesen Kämpfen und bei der Abführung von Gefangenen, ja sogar unzweifelhaft auch an Verwundeten vorgekommen. Sämtliche Mannschaften, soweit sie nicht gefallen oder verwundet in Lazarette eingeliefert sind, find zu ihrer Truppe zurückgekehrt. Die Mitwirkung von Bahnbediensteten bei den Ausschreitungen gegen die -Reichswehr steht fest. Die Beteiligung politisch interessierter, zum Tell von auswärts zugereister Elemente, ist ab 7. August nachweisbar. Die Plünderungen in Köslin. Köslin, 18. Sept. (Wolff.) In der ver-- Der Friedenövertrag mit Bulgarien. Versailles, 18. Sept. (Wolff.) Ter Oberste Rat ter Alliierten, ber nach dem .^Journal des, Debats" jetzt in eine diplomatische Konferenz um- umgewandelt wurde, hat in per heutigen Sitzung den bulgarischen Friedensvertrag end- güttig angenommen. Er ivird am Freitag vormittag der bulgarischen Friedensdelegatvon am Quai d'Orsay überreicht werden. Nach dem „Temps" "ist bestimmt, daß Thrazien Griechenland äufällt und daß Bulgarien einen freien Zugang zum Aegäischen Meer erhält, und zwar Unter später sestzustcllenden Bedingungen. Ter Prinzregent Don Serbien hat im Hinblick auf die Schwierigkeiten, die duvch die Bestimmungen, über die Minderheiten entstanden, die beiden Frie- densdelegierten Paschllsch und Trumbitsch nach Belgrad zurückberufen, um sich mit ihnen zu besprochen. Während ihrer Abwesenheit werden sie in Paris durch den serbischen Gesandten Wesnftsch vertteten. B e r s a i 11 e s, 18. Sept. (WTB.) Nach dem „Homme Libre" enthält der bulgarische Friedens- Vertrag folgende Bestimmungen: Tie allgemeine Wehrpflicht wird abgeschpfft. Bulgarien darf eine Polizeitruppe von 20000 Mann unterhalten. Die Zahl ber Zollbeamten, Wald- und Feldhüter sowie Polizisten, die bewaffnet sein dürfen, darf 1000 nicht übersteigen. Bulgarien hat in einem Zeitraum von höchstens 37 Jahren eine Kriegsentschädigung von 2l/2 Milliarden Franks zu bezahlen. Es muß der interalliierten Kommission gestatten, nach allen Angehörigen ber alliierten Länder z usuchen, bie sich noch in Bulgarien aushalten. Diese Kommission setzt sich aus Vertretern von England, Frankreich, Italien, Grie- chcmland, Rumänien, Serbien und Bulgarien zusammen unb muß sich verpflichten, alle Personen auszuliesern, bie sich gegen die Kriegsgesetze vergangen haben. 3irr Bmntwortung des Friedensvertrags wird nach einigen Blättern eine »Frist von 20 Tagen gewährt. Ein Besuch Poiucar^s in London. Versailles, 18. Sept. (Wolff.) Präsident P o i n c a r e wird am 14. Oktober zum Besuch des englischen Königspaares in London eintreffen, in Buckingham-Palast abfteigmt und zwei Tage dort verbringen. BezirMag weist alle Eisenbahner des Direktions- bezirks Frankfurt tracktbrücklichst darauf hin und erinnert sie daran, daß wieder wie immer in der • • .. , Vergangenhett allein bic streng sachliche Arbeit | ^^^ohtterwehr,^ verwundet wurden. In den des Allgemeinen Eisenbahner-Verbandes eine ...... r' Amsterdam, 18. Sept. (WTB.) Wie das Mreßbureau Radio aus .Horsea meldet, sagte Lloyd George in einer Rede auf dem internationalen Gewerkschaftskongresse in London ferner, die großen Rüstungen müssen ver- fchwffrden, zwar nicht nur in Deutschland, sonst mürbe das Opfer all der Tausenden umsonst gewesen fein. Er erwarte, daß jede Verschwendung aufhört, und daß das Mißverständnis inbezug auf Irland verschwinden werde. Aus den Opfern des .Krieges sei ein neuer Geist auferstanden, ein Geist, der zu dem Lande der Verheißung führen 1 oerbe, von bem viele träumten unb das jetzt in erreichbare Nähe gerückt sei. Er wünsche Groß- hrttannien nicht mit ben Trophäen seiner Siege un Lehnstuhl sitzen zu sehen. Bezüglich des Völkerbundes sagte der Premierminister: Ich weist, daß hier, in Frankreich und Amerika viel kritisiert wird. Es tourba aber niemals von einer menschlichen Hanb ein anderer Vorschlag ober Entwurf unterbreitet. Niemals fand sich ein anberer SDtatfd) J>er kam unb sägte, daß der Entwurf mangelhaft kl daß er bieFbei'fer geworden wäre, wenn er rha gemacht hätte. Man müsse bedenken, daß Der Völkerbund-tein Kompromiß sei. Trotzdem werbe sein Gebäude den Hnterdrückten aller Länder Obdach gewähren, wenn die Völker seine Mauern treu beschützen. Das ist es, was wir ^brauchen, unb alles hängt davon ab, daß im .Volkerbunb nicht mehr Intrigen unb Mißtrauen 'gefat werden, daß er nicht dazu ausgenutzt wird, batz eme Nation Vorteile über eine andere erringe sondern daß unter den Völkern der.Well ^©erft wirklicher Kameradschaft herrsche Wenn dies der Fall ist, so wird er eine »er größten Einrichtungen fein, die jemals von Mensehenhand geschaffen wurden. Amsterdam. 18. Sept. (WTB.) „Nieuwe Ivon Dag" meldet aus London, daß Lloyd George sich jetzt, bevor er seine Arbeiten in Eng- lanb wieder aufnahm, vor allem persörllich mit ben Maßregeln zur Einschränkung ber Staatsausgaben, bie sehr einschneibend fein äxteben, befassen wird. Aus Dentsch-Oesterreich. ÄH 19^ Sept. (WTB.) Laut deutsch- fGfrafär ___Wnbcnj wies ber Staats- Ivfretarbeg. ^6001 Renner, beim ersten Empfang der orplornattschen und militärischen Missionen rn Wien gegenüber ben Vertretern ber alliier- Kn unb anosnerten Machte darauf hin, daß nach Friedensvertrag die freund- gastlichen Beziehungen zur Republik schon am Tage ber Hnterzeichnung des Friedens von St. Germain wiederhcrgestellt werden könnten und daß , bie Republik allernachstens jede einzelne Macht -triudjen werde, ben geordneten diplomatischen Vermehr mit ber Republik wieder auszuneh'men Die aSertrctcr dieser Mächte erhärten, daß nach ihrer Auffassimg kein Hindernis dagegen obwalte. Die meisten Vertreter konnten mitt eilen, daß der von ähneil vertretene Staat in Wien eine Gesandtschaft W errichten beabsichtige. Sie bewiese^i lebhafteste .Teilnahme an ber gegenwärtigen Lage und Zu- krmst Deutsch-Oesterreichs. Tte Betttete.' Eng- Ar. 2|9 Tcr Siebener Anzeiger ‘ erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. , vezugspreir: monatl. Pi l. 1.60, vierteljährlich Mk. 4.80; durch Abhole- «. Zweigstellen monati. Alk. 1.50; durch die Post Mk. 4.50 oicrtel- jährl. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüße: für die Schristleituugll2 Deriag,GeschäitssteUe51 AnschriÜsürDrabtuach- richlen: Lnzeiger Sieben. poftschecktonto: Krmttstirt a. M. U686 Erstes Blatt 169. Jahrgang zreitag, p. September (9(9 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger ffir Oberhesfen D'Annunzio in Fiume. Sern, 18. Sept. (Wolff.) D'Anntrnzio erklärt m einem Manifest an die italienische Dresse, daß die von der „Agenzia Stefani" verbreiteten Nachrichten falsch seien. Er gibt zu. daß Ftume tatsächlich blockiert ist, setzte abtr hinzu, daß sämtliche Truppen der Besatzungszone trotz aller Regierungsbefehle auf feiner Seite stehen. Die Brigade Regina ist gegen bie Kroaten aufgestellt unb Carabinieri hatten Sulac besetzt. Nach weiteren Nachrichten haben sich ttotz aller Gegenbefehle ber Negierung vier italienische Kriegsschiffe, die die Fiumaner Flagige hißten, b'Annunzio zur Verfügung gestellt. Auch ein Flugzeuggeschwaderv'hat sich in seinen Dienst begeben. Um das meuternde Panzerschiff „Dante Alighiere" abzusangen, kreuzt eine kleine Flotte in den benachbarten Gewässern. Zwecks Herausgabe des „Dante Alighieri" hatte ber Vizeadmiral Milo eine Unterredung mit b'Annunzio, wobei biefer ihm mit Festnahme drohte. Milo kehrte auf einem englischen Tor- peboboot unverrichteter Sache auf seinen Panzerkreuzer zurück, ber von Sturm truppen überwacht wird. T« Angellagten nahmen das Urteil, an bas- -wie für Oberschlesien am 1. Oktober in Kraft, hdi eine längere Begründung anschLoß, vollständig ruhig aut. Im Justizpalast waren heute besonders strenge miTitäriJd.e Vorkehrungsmaßnahmen getroffen. Ter AottanSport ber Gefangenen erfolgte in geschlossenen Autos zwischen militärisch stark besetzten Lastwagen. Zusammenslötze in Braunschweig. Braunschweig, 18. Sept. (Wolff.) jGestern abend kam es zu Zusammen- stö ßen zwischen der Reichswehr und fpartakistischen Elementen. Die Schwimmanstaltswache wurde in der zehnten Abendstunde aus dem nahen Walde beschossen. Ein Mann der Reichswehr wurde an der Hand verwuirdet. Zusammenstöße zwischen einzelnen Reichswehrleuten und Gesindel am Hauptbahnhof hatten dort große Menschensammlungen zur Folge, die durch Abteilungen dec Reichswehr zerstreut wurden. Der Hauptbahn- hos wurde durch eine Wache gesichert. Auch an anderen Stellen der Stadt kam es zu starken Belästigungen einzelner Reichswehcleute. In den Straßen und städtischen Anlagen fielen Schüsse. Die Vorgänge sind anscheinend planmäßig von spartakistischec Seite hervorgerufen worden. Es wurden mehrfach Matrosen mit roten Bändern beobachtet. Das Ende des Wuppertaler Buchdruckerstreiks. Elberfeld, 18. Sept. (WTB.) Nach vierzehntägiger Dauer ist heute nach Eini- gungsverhandlungen unter dem Vorsitz des Reichskommissars S e v e r i n g zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern der Ausstand im Wuppertaler Buchdruckereigewerbe beigelegt worden. Den Gehilfen wird anstelle der tariflich festgesetzten 10 Mark und der von ihnen geforderten 25 Mark eine Wochenzulage von 21 Mark bewilligt. Am Freitag wird die Arbeit allgemein wieder ausgenommen werden. Eine gesprengte Stadtvrrordnetensitzung in Stettin. Stettin, 18. Sept. (W. B.) Die heutige Stadtverordnetenversammlung wurde von d c - monstrierenden Magistratsbeamten gesprengt. Diese halten die Tribüne des Sitzungssaales besetzt und forderten von dort aus mündliche Erklärungen des Oberbürgermeisters Weyen der Gehaltsforderung. Dabei kam es zu derartig lärmenden Kundgebungen, daß die Sitzung aufgehoben werden mutzte. Ein neuer Fortschritt im Flugwesen. Berlin, 19. Sept. Die Zeppelinwerft baut angeblich ein neues Flugzeug, das die Fahrt Berlin—Friedrichshafen in 4 Stunden zurücklegen soll. Aus dem besetzten Gebiet. Birkenfeld. Ober st ein, 16. Sept. Wie den Obcrsteiner .Gemeinderatsmitgliedern am Samstag abend tcle- Hraphisch gemeldet wurde, hat die „Regierung" Zoeller-Eissel-Hvuth am Samstag nachf- mittag abgedankt. Nach einer Meldung der ,^daer Ztg." haben Zoeller und Eissel Birkenfeld bereits verlassen. Sie sollen sich, nach L o t h r i n -i 'gen begeben l-aben. Für diesen geradezu fluchtartigen Rückzug fehlt bisher jede Erklärung. sRoch am Samstag vormittag hatte „Präsident" ^Zoeller in einer Zuschrift an die Redaktion der .^Jdaer Zeitung" versucht, feine und seiner Gegossen Wahl zu rechitfertigen. Dabei glaubte er daraus Hinweisen zu dürfen, die RegierurrgsMaschsi ne arbeite nunmehr fast reibungslos. Demgegenüber betont die „Jdaer Zeitung", daß während ten allerdings recht kurzen Wirksamkeit dieser vierten- Negierung unter Major Bastianis Regie sich sämtliche öffcnllick.pn Kassen weigerten, die von ben, „Regierenden" angewiesenen Gelder auszuzahlen. Nach dem sang- und klanglosen Verschwinden der Zoeller und Genossen hat die frühere Regie-, rung Hartong wieder die Führung der Geschäfte übernommen. Damit ist vorerst Gewähr gegeben, daß der Gang der Regierungsgeschtäste wieder ein geordneter wird. Der stellvertretende Rogier ilngsPräsident hat .sofort Protest gegen ten stillschweigenden Abschied des Zoeller und feiner Kollegen eingelegt und verlangt von dem Triumj-t virale Rechnungsablegung. Mainz, 18. Sept. (Wolff.) Die französische 'Zensurstelle teilt mit: Zwischen General Mangin itnb den Delegierten aller Parteien von B i r- kenfeld, die eine Rücksprache bei ihm erbeten hatten, haben gestern, den 17. September, wichtige Besprechungen ftattgesimden. Diese begannen vormittags 9 Uhr und dehnten sich bis 71/» Uhr abends aus. Ein ausführlick)er Bericht darüber wird Morgen erscheinen. Bekämpfung der Wohnungsnot. Berlin, 17. Sept. (W. B.) Im Reichsmini- sterium des Innern fand eine Besprechung über die int besetzten rheinischen Gebiet durch die Einquartierung der Besatzungstruppen, insbesondere der zahlreichen Offiziere mit ihren Familien, entstandene außerordentliche Wohnungsnot statt. An der Besprechung Feuilleton. Kart Wolfskchl. Zum 50. Geburtstage des hessischen Dichters am 19. September 1919. Die „Blätter für die Kunst"", erscheinen.unabhängig von irgendwelchen chronologischen Verabredungen, feit drei Jahrz-ch.ften als der entschiedene Ausdruck einer nicht nur künstlerischen, sondern auch allgemein menschlichen Gesinnung. Den Don und das Tempo dieser Arbeit hat von jeher Stefan George angegeben: aber innerhalb des Kreises seiner Freunde nimmt Karl Wolfskehl als einer der ältesten und ersten, die zu George traten, seine besondere Stellung ein, die auch seinem literarischen Ansehen den bestimmten Hintergrund verleiht. Denn dieses Ansehen ist unlöslich verknüpft mit der Tätigkeit Wolfskehls als Mitglied der „Gesellschaft der »Blätter für die Kunst" außerhalb deren er mit eigener Dichtung niemals hervortrat. Gleichwohl kann er nicht als ein „Schüler" Georges bezeichnet worden. Wie stark die freundschaftlichen Bande zwischen diesen beiden Dichtern auch fein, wie bewußt sie sich auf ein gemeinsames Ziel eingestellt fühlen mögen, so bestehen doch zwischen ihrer schöpferischen Tätigkeit auffällige Unterschiede. Da ist als primär das eMutische Lebensgesühl äu bezeichnen, das allenthalben in dunklem Rausch emporquilll, eine glühende Daseinssreude, die aber leiäst in tiefe, totes sück-ttge Schwermut Umschlägen kann: es ist natürlich, daß eine so bebende, lustvolle, blutdurch- bauchte Empfindungswisc Sinnbitoer sucht, die il-rer stolzen Artung entsprechen: so kommt es. nahmen sämtliche beteiligten Reichs- und Landeszentralbehörden, die Provinzialbehörden und die Oberbürgermeister der meistbetroffenen Städte teil. Es herrschte Einigkeit darüber, daß den berechtigten Interessen der dortigen Bevölkerung durch die Rcichsbehörden Rechnung getragen werden muß. Die Reick>sbehörden sicherten, sofortige Maßnahmen zur Bekämpfung der Notstände zu. Weiße und farbige Waffenbrüder. D a r in st a d t, 16. Sept. Zn Griesheim fand laut L.-A. vor kurzem eine Prügelei zwischen weißen und farbigen Waffenbrüdern statt von derartigem Umfang, daß zuerst die weiße Infanterie aus dem Ort verlegt wurde und jetzt auch die Farbigen das Feld räumen mußten. . e » fm. Altenkirchen, 18. Sept. Die amerikanischenSoldaten pflegen auf neutralem Gelände zu wildern. Vor einigen Tagen trafen sie mit einer Streife zusammen und eröffneten sofort das Feuer. Die Bürger nährten sich und schossen wieder. Bei der Schießerei wurde ein amerikanischer Soldat erschossen, ein anderer wurde später festgenommen. Köln, 15. Sept. Der Parteitag der Deutschen demokratischen Partei, Wahlkceisverband Köln-Aachen, hat einstimmig beschlossen: ,Hedes Mitglied der Deutschen demokratischen Partei, das für die Rheinische Republik eintritt, ist in Verfolg der Entschließung des 6. Wahlkreisparteitages vom 17. März 1919 unverzüglich von seiner Ortsgruppe auszu sch ließe n." wv. Worms, 18. Sept. Eine Unmasse von Zwetschen wird im Bliesgau (Rheinhessen) geerntet. Das Angebot übersteigt bereits die Nachfrage, so daß der Preis von 30 auf 20 Pf. gesunken ist. Ein weiteres S i n k e n des Preises ist zu erwarten. Aus Hessen. Die Ausführung des Gesetzes über die Neichs- finanzverwaltung. Der Volkskammer ist folgende Regierungsvorlage zugegangen: Nach tz l des am 1. Oktober d. I. in Kraft tretenden Gesetzes über die Reichssinanzverwaltung werden die Reichssteuern von Reichsbehörden verwaltet. Darnach gehen die seither mit der Verwaltung dieser Steuern befaßten hessisck)en Landesbehörden an das Reich über, und es werden von jenem Tage ab für die Verwaltung der hessischen Staats- und Gemeindeabgaben keine besonderen Landesbehörden mehr vorhanden sein. Solche Behörden jetzt neu *u schaffen, empfiehlt sich schon deshalb nicht, weil zunächst hierfür genügend ausgebildete Beamte nicht vorhanden sein würden. Vielmehr ist es zweckmäßig, diese Verwaltung den bisherigen bewährten Stellen ju belassen. § 12 des erwähnten Reichsgesetzes bietet hierzu die Handhabe. Darnach hat auf Antrag einer Landesregierung das NeichSftnanKministerrum dm Landesftnanzämtern und den Finanzämtern die Verwaltung von Landesabgaben und von Landesvermögen zu übertragen. Ferner hat auf Antrag der zuständigen Stelle das Reichsftnanzministe- rium den Landessinanzämtern und den Finanzämtern die Verwaltung anderer öfftntlich rechtlicher Abgaben, insbesondere von Kirchensteuern zu übertragen. Soweit die Einrichtungen und Befugnisse der erwähnten Landesbehörden auf gesetzlicher Grundlage berufen, wie sie z. B. in den einschlägigem Vorschriften des Einkommen- und d.'s Vermögenssteuergesetzes, des Gesetzes über den Ur* krm den stempel usw., enthalten sind, kann ein Antrag der vorbezeichneten Art Nicht ohne Ermächtigung der Volkskammer gestellt Werben; Zweck dieser Vorlage ist es, die gesetzliche Ermächtigung nachzusuchen. Tie -Dienstgeschäfte der Ministorialabteilung für Stzmecwesen werden alsdann, tote näher bemerkt wird, an das Lantessinonzamt über zu gehen gen; in gleicher Weise die Gr schifte der l-essisck-mf anzämter und des benmädjft aufzulösenden Erb- ftssteueramts an die ReichtZfinanzämter. Tie Landeskommissivn für Steuersachen und dir Ver- anlagungskommissiv-nen werden nach den für ihre Bildung und ihre Tätigkeit bestehenden gesetzlichen Vorschriften zunächst Weiterarbeiten: ebenso ist vorläufig nidit beabsichtigt, von der Bestimmuirg des § 25, Abs. 4 des angeführten Reichtsgesetzes, wonach, auf Antrag einer Landesregierung das Reichsfinanz Ministerium den Reichsftnanzhof als oberfte Spruckbehörte für Laudesabgaben bestellen kann, unsererseits Gebrauch zu machen. Parteitag der Deutschen Volkspartei in Rheinhessen. Ter erste Parteitag der Deutschen Volkspartei für Rheinhessen und dem besetzten Teil Starken-' burgs fand am Sonntag in Mainz statt, lieber 200 Vertreter aus allen Teilen dos besetzten Gv* daß in Wolfskehls Gedichten, die so ganz vom Alltag sich abwenden, der Prunk melyrerer Kultur zeitaltcr mannigfach sich spiegelt, daß antiker Göt- terCult, mittelalterliche Himmelsverehrung, kurz, religiöse Mysterien verschiedenster Art ihren Ritus leihen dürfen zur Gestaltung von Erlebnissen, die in einer über die Persönlichkeit hinausschlvingenüen Gefühlsbewegung wurzeln. Es gelingt diesen an sich so strengen Formen nicht immer, den Ueberschwung zu bändigen, der sich gegen die künstlerische Bindung, gegen Maß und Auswahl, wehrt. Nicht leicht gelingt eine Strophe, die eine Stimmung in der von George geforderten „rein ettenmäßigen"" Kürze karg und bezeichnend mietet gibt, wie etwa-diese: Uebers Auge mir, feucht, leer, Streicht der Abschied mit Bal ter Hand. Trüb in kühler Früh versinkt das Land. Nur eine Biene summt honigschwer. „Der Stoff, in dem das Kunstwerk seine Gestalt in Raum und Zeit erhält, ist das bewegte Gefühl des Künstlers. Wir wissen nichts von ter Empfängnis des Kunstwerks im Künstler. Wir wissen nur, daß er aus einem Meer von Tönen und ^Farben sich in seiner Seele zur Klarheit berausringt, und wir denken an die Schaumgeburt der schönsten Göttin. Im Dämmern, in den Sdjauem eines geahnten Entzückens wird ter Mensch dem Menscl-eu offenbar. Sckwner dü.lkt es uns, verborgenes Gut zu aljiten, als in offene Truhen zu greifen, schöner, heftiger, wissender."" Diese Satze aus gclegenllichen Betrachtungen Wolfskehls, von denen eine bezeichnenderweise Eine Knnsttagung zu Nidda. berechnet. Du hast ins Leben stumm gcseh'n Mit deinen Angen, die vergehn. In tenen alle Welten fd^äurafen, In denen alle Leu-e träumen Vom Aufersteh'n. Wer mag den Frühling dir befrei'n? Wer wird ter Welterlöser fein? Rings Licht und Hall in ben Geläuten edjtocr ruht dein Haupt in teilten Händen, Ewig allein. (,,lllris"", V.) Aus Stadt und £anfc* Gießen, den 19. Sept. 1919. Die September-Schönheit. Turch eine Kette lenchtenter Sonnentage und märchenhafter Monduödste entschuldigt uns her September für die wolkenumzogene Trübe und die melancholische Tunstigkeit, die in den eigentlichen Sommermonaten keine rechte Freute an ter Glanzzeit des Jahves aufkommen lieft. Ja, eine Symphonie ter starken Farben, ter feinsten Uetergänge, der kristallklaren Luft- und Lichtspiele ist hier vereinigt, wie sie der Hochsommer mit feiner satten Schn-ere nicht zu bieten vermag. Solche S:p- temberto.ge, wie wir sie jetzt mit Entzücken auskosten, vermählen Sommer- und Herbstschönheft zu einer wahrhaft berauschenden Fülle des Naturgenusses. Tie reife Pracht des Herbstes, die in oer höchsten Steigerung ihrer Säfte und Kraft: die welkende Wehmut des nahm Sterbens und Deriolls alynen läßt, ist ja erst von ter modernen Kunst in ihrer ganzen Tiefe erfühlt worden. Ter September spielt noch nicht mit jenen müdm Klängen, die „das Herz brechen"": er z:igt die Natur ♦* Der Bund freier Erzieher hält in Nidda (Oberhessen) am 27. und 28. Sept, d. I. seine erste Kunst-Tagung ab. Mit ter Tagung wird eine Ausstellung von Original» gravhik moderner Meister verbunden fein (Otto Ubbclohde, A. M. Schnnudt-Darmstadt, Gertrud Koch-Berlin, Ferdinand Steiniger-Dresden). Ter Verlauf ist so gedacht, daß am Samstag den 27. September, beginnend um 4 Uhr, eine Aussprache über die „Ziele der Schulreform"" statt- fintet. eingeleitet durch Lehrer Weber-Reuters. Der nächste Nkorgen bringt eine Ansprache über „Kunst und Lehrerschaft" von G. H. Neuendorff, Direktor der Türerschule in Hvchwald- baui'en. Dann hält Tr. Robert Corwegh- ~ ‘ ' “* • ft im System verkehr und feinem derben Bedarf allenfalls genügen. Die Kunst Wolfskehls ist durchaus feier» lid). Deshalb ist auch feinem schöpferischen Dasein eine gewisse Tragik yicht abzusprechen. in einem klaren Leuchten auf ter Höh» ihrer Lebens i ul le und Lebenslust, in des Jahres Mittagszeit, Da :coch nicht Die Schatten ihre urnflortm Trauerschleier herabsenken. Diese September-Helligkeit rührt davon her, daß die in den oorher- getenten Monaten so reichlichen Ausdünstung.^ ter Bodenfeuchtigkeit aufhören; die Baumblätter, deren Leben vorzugsweise in Wassftrverdunstung besteht, find nun ihrem Ente nahe und geb’n nur noch nienig Feuchttgkeit ab; die Tageswärme h'bt weniger dampfförmiges Wasser empor, das vorter Den Horizont in Dunst hüllte, und die aufttri- genden Nebel schlägt die kälterwerdente Nacht als Tau nieder. So entsteht jene wuntervolle Durchsichtigkeit des Aethers, in ter das Sonnenlicht wie ein goldiger Regen langsam herabströmt und die Farben in juwelenhafter Frische und Schärfe erllingen. Während in dem unbewegten Luftmeer die letzten Wandervögel vorübersehweben und die Tautropfen wie 'Brillanten in den Spinngenxten hängen, entzünden Blumen und Bäume das ruhige Feuer ihres vollen Farbenreichtums. Di; Sonnenuntergänge tauchen den Westen in rine phantastische Glut von purpurnen und orangefarbenen Tönen, um Dann in einem milchigen Grün zu verschwimmen, während im Osten feierlich ter Mond btrauf- fteigt, um die eben noch von feurigen Ström’n umarmte Welt in das Bad seiner kühlen Silter- strahlen zu tauchen. So kamt man sich nicht satt seien an dieser September-Schönheit, die sich in aller schier unerschöpflichen Glorie bar bietet. unserer Volksbildung"". Hierauf findet im Anschluß an die ausgestellten Bilder eine Aussprache statt über „Bildtetrachtuna"", die von Maler Liebmann - Hochwaldhausen geleitet wird. Für Unterkunft ter Teilnehmer ist gesorgt. Mft ter Tagung soll ein Verkauf von Bildern verbunden fern. Tie Veranstaltung ist nicht ausschließlich für Lehrer „Heber die Dunkelheft"" betitelt ist, lassen die (Minnnng des Diners deutlich hervortreten und. sind geeignet, das Verständnis für ferne Gekickste vorzubereiten, die mit Bewußtsein auf jede Art von Popularität verzichten. „Dem KünsÜer liegt allein ob, sich wert zu erhalten ter segnenden Besnuhtung; das erfordert freftich die glühende Hingabe eines ganzen Ertenlebens."" Es liegt in ter Tat etwas Heroisches in dem Verzicht einer glänzenden und reichen Begabung auf Wirkungen, die l-ervorzurufen weniger kosten würde als diese Beschränttrng. Die Verlautbarungen dieser durchaus eigenen dichterischen Persönlichkeit (vorliegend unter anderem in ben bei Georg Bendi, Berlin, im Verbi etes waren erschienen. Ter Vorsitzende 'Zsarrer Berck begrüßte die Anwesenden und schlug als erste Kundgebung des Parteitages vor: „Ter erste Parteitag ter Provinz Rheinhessen ter Deutschen Volkspartei spricht ben Vertretern der Partei in ter Nationalversammlung und in ter Hessischen Volkskammer sür ihre Tätigkeit herzlichen Tank und volles Vertrauen aus."" Dieser Jtintogcbunn tourte mir großem Beifall zu gestimmt. Aog. Exz. Becker, der nun in ter Versammlung prideen, tourte mit Jubel begrüßt, lieber das hessische Landgesetz erstattete ter Abg ordnete der Volkskammer Oberbürgermeister Köhler einen umfangreichen Bericht. Tiefer führte aus, was die Vertreter ter Deutschen Volksvartei geleistet hätten, intern sie Die Regierun^vorlage zerpflückten und ihre Fehler beseitigten. SoDann sprach Abg. Hahn- Heßloch. Es fei ter Deutschen Volksvartei Vorbehalten gewesen. Die Rechte Der hessischen Bauern zu wahren. Es fei erreicht, daß Der bäuerliche Besitz unter 100 Hektaren nicht angegriffen werde n Darf. Abg. Tr. Becker sdKterte den Gang des Reichssietelungsgesetzes. Abg. Dingeldey berichtete über die politische Lage in Hessen. Eins Entschließung sand Annahme, in ter es u. a. heißt: „Mir geloben Treue dem deutschen Volk und Vaterland heute und immerdar. Wir bekennen uns allen Absonderungsgelüst en zuwider zum einigen den tschen Reich. Wir verwerfen jede Klassenherrschaft und fordern eine starke unabhängige Regierung. Wir treten dafür ein, daß unserem Volk die Grundkrast seines Gedeihens, die Religion, erhalten bleibt, unt| daß ihm vor allen anderen Dingen Die geistigen und sittlichen Krirfte zugeführt toasxm, ohne die fein Volk bestehen kann. Wir sind für unbedingten Schutz ter freien Persönlichkeit. Wir fordern, daß der Religionsunterricht in ter pädagogisch allein möglidjeir konfessionellen Form erteilt wird, und daß ter ge-, famte Ingendnnterrichä von vaterländischem Geist durchdrungen ist. Wir sind Gegner sowohl einer kosmopolitischen Demokratie ime eines national listischeu Scharfmacherttmcs. Wir rufen alle Volkskreise zur Einigkeit auf." Der Parteitag genehmigte bann weiter den Entwurf einer Satzung des Provinzialverbantes Rl-einhessen des hessischen Landesverbandes ter Deutschen Volkspartei. Ferner wurden zahlreiche Ausschüsse für die verschiedensten parteipolitischen Gebiete gehütet. Der Anstellung eines Parteisekretärs und der Herausgabe eines Wochenblattes tourte zugestimmt. Der Vorstand wurde ermächtigt, ein Kommunalprogramm aufzustellen. Die Vor- standswahl ergab, daß Pfarrer Berck zum ersten, Oberbürgermeister Köhler zum zweiten und Direktor Kftz-Gusiavsburg zum dritten ^Ersitzenden, Rechtsanwalt Schwörer-Mainz zum Schri tsührer, Westhäuser-slNainz zum stellv. Schriftführer, Reg- Rat Horn-Mainz zum Schatzmeister und Finanzrat Damm-Mainz zum stellv. Schatzmeister gewählt wurden. Abends fand eine überfüllte öffentliche Versammlung statt, wo Abgeordneter Dr. Becker gegenüber der Absonderungspolitik in Rheinland, Hessen und Pfalz zur Einigkeit aufrief. Die Verdächtigung abwies, daß er Schrittmacher solcher Pläne sei, die Arbeft ter Nationalversammlung und ter Deutschen Vollspartei beleuchtete und die Wirtschafts- und Steuerpolitik berührte. Rechtsanwalt Dingelde y-Darmstadt wandte sick) in scharfen Worten tg-egen Die einseitige und die Massen irreführende Polittk der Sozialdemokratie, bereit schiefe Maßnahmen die Arbeiterschaft zum Radikalismus treiben, aber auch viele zur Umkehr, zur Vernunft brachte, und bekannte sich als Gegner Der partikulartstischen Bestrebungen und als Verfechter des nationalen Einheitsstaates. Zum Schluß forderte Pfarrer Berck alle diejenigen, die für die Einheit des Vaterlandes sind, auf, die Hand zu erheben. Es war ein schönes Bild, als hunderte von rheinischen Männern und Frauen die Hand erho.ben und ausriefen: j a, w i r wollen es! läge ter Blätter für die Kunst erschienenen „Ge- samrnellen Gedichten"") erheischen Darum eine psychische Assonanz, Die nicht in jedem beliebigen Leser schlummert. Dieser Expressionismus innerer Gefickte, der metaphorisch das kaum iwch in Stofflichem wurzelnde Erlebnis des Dichters gänzlich der Greifbarkeit enthebt, ist nur etwas für Men- xmun M yuuuvt,t Die ter Sprache mehr abzulausd-en nnpen Darmstadt-inen Borttag über „Kunst als, Näherungswerte die dem gemeinen. Tagest Volksbildung"". Hieraus findet i Krieg? gefangenen-Heimkehr. Wiederum rief ter Klang der Glocken gestern abend gegen Vi8 Uhr alles, was sich frei matten konnte, nach der Süd-?ln1age usw., um einem neuen 5xtun send ter endlich von Stackxldrabt und Fwndienst; erlösten Brüter ein herzliches Willkomm entgeyn-t rufen zu können. Ja frei — man merkte es den: gebräunten Gestalten, denen die Freute aus ten Annen glänzte, an, was für sie dieses Wörtchen in sich birat. Es waren 1370 Mann aus englischer Gefangenf,chast. Sie waren zuletzt in ter Gegend von Arras beim Wiederaufbau tätig. Ter Zug lief um 1/I7 Uhr auf diesigem Bahnhof ehr. 3um Empfang hatte sich auch diesmal wieder die Reickswehrkapelle eingefunden, die mitt flott cn Marschweisen die Heimkehrenten auch zum Tuvchgangslager geleitete. Am Bahnhof hatten sich neben einer großen Volksmenge mehrere Mitglieder des Empfangsaus- sckmsses für heimkehrende Kriegs- und Zivilgc- fangene sowie ein Vertreter DeS Oberbürgermeisters Keller ringefunten. Die Begrüßungsansprache wurde von Herrn Bär, Mitglied des Empiangsausschusses gehalten. Nach Der üblichen Beschenkung von Liebesgaben durch Damen des Roten Kreuzen setzte sich Der Zug, geleitet von Jung-Gießen, nach dem Durchgangslager in Bewegung, unterwegs von Der Bevölkerung herzlichst begrüßt. Die aestern abend ganz besonders aufgelegt zu fein schien. — Auf ter Durchfahrt hatte ein weiterer Transport mit 1000 Mann, diesmal aus amerikanischer Geiangenschaft heimkehrender Landsleute, gestern abend von 11 bis 1 Uhr Aufenthalt. Die Zeit wurde den Gefangenen auch diesmal wieder durch vaterländische Weisen der hiesigen Regimeiftsmusft verkürzt. Nachdem die Heimkehrenden verpflegt waren, fuhr Der Zug nach dem Lager Lechfeld wefter. ** Amtliche Personal nachrichten. Der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitz in Hungen Konrad König wurde zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtsfitz in Grünberg, ter D«nwt- steueramtsafsistent Heinrich Ludwig zu Gietzen zum Obersteuerkonttolleur und der Finanzaspiranr Heinrich Lehr aus Daubringen zum Hautesteuer- amtsafsistenten ernannt. — Erledigt ist eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Glashütten (Kreis Schotten). Mit der Stelle ist Organisten- dienst verbunden. Ferner ist eine mft einem evang. 2cIrrer zu besetzende Lehrerstelle zu Schlitz erledigt. *♦ Ans dem MiNtär-Wochenblatt. Den Charatter als Oberst erhielt Oberstleutnant a. T. B rockhaus, früher Vorstand des Ar- ülleriedepots in Darmstadt. — Oberstabsarzt Dr. Platz zu Gießen wurde neben dem Abschied die Erlaubnis zum Tragen feiner bisherigen Uniform bewilligt. ** Das Fest ihrer silbernen Hochzeit feiern am Sonntag ben 21. September die Eheleute Oberpostschaffner Hermann Jlgner und Frau Anna geb. Alt haus. ** Verteuerung des Televhonver- k e h r s. Wir erhalten nack/tehente Zuschrift : Wobk nur wenige machen sich txm der Kostspieligkeit emeH TelephonanschLuftes eine richtige Vorstellung. Tie bevorstrhente neue erhebliche Verteuerung gibt Vnx. anlassung. hier einmal ein kleines Rechen beispiel ter Oefsenttich.keit mitwuteüen. Ein Anschluß mit zwei Spreck,stellen zahlte hier in Gießen bei runch 1350 Gesprächen sefther 105 Mk. Grundgebührnisse und für jedes Gespräch 6 Pf. Gespräckpgebülx: = 81 Mk., zusammen 186 Mk., so daß sich daÄ einzelne Gespräch auf nahezu 14 Pf. stellte. In Zukunft beträgt die Grundgebühr mit Nebenan-, sckluß 183 Mk., die Gesvräck,gebühr 10 Pf. Angenommen, es finden insgesamt 1500 Gespräcte LM ffltnb di <« M LK AW LcM: rsÄM! IUt! iu unb ***■ Ä r AZ 'M i B5 TM 6 44 973»P« I »S«. ! 'S® SÄ Ml L'rtei jn der ^übermeser »ttÄ« ff-A 1916,63 5 ® ! ^^rhrrern । l ^[Luj jtp emc Poli.r« (intnt Lau!« in, Uhr sei «»i die cyt ich to, die auch de «ücnd, io da» Jutüdgegeben w.' ircuevausb Mim hatte atro tenod; barten To ftobiat imnbc. < «' - u woraus i me 100 Mk. V tjnung eine 5 trrrn BrMf »tu«: als vau mm gtftetn but ,-mminenenT' 1' :''.sMMt OU X'ünben, befchl tr ntyMlt. msat Fahnen bat konnte toi und smem L " Die 9 StrbiUigui für frirgsbtfdtt ten Snjfigtnttil stelle trifft von 3. kraut, Wmir iu 10' Traut ju 25 Pf. 6 rkauf. "Die Wo rauben Samstag w-ckags 2 llf)t fk "Tß-Deut ß‘/i Uhr irr, Srlehi>Slche Frankfurt a. M., Maschinen-Abteilung. — Siegen, 18. Sept. IN dem Städtchen Eversberg treten seit einigen Wochen die Pocken auf. Der Seuche, die zunächst nicht als echte Pocken erkannt wurden, fielen bereits mehrere Personen zum Opfer. Erst als jetzt ein auswärtiger Arzt, der Don der Regierung Jbie Stadt aufsuchte, den gefährlichen Charakter der Krank- ** Albach, 18. Sept. Bei dem am letzten Sonntag veranstalteten Wetturnen des Lahn- Dünsberg-Turn er Hundes auf dem Altenberg w toten folgende Turner des hiesigen Turnvereins Sieger: Otto Wehrnm mit 61 Punkten 13., Wtth. Langsdorf mit 58 P. 16., Ludwig Langsdorf mit 55 P. 19., Otto Balfer mit 62 P. 22., Heinrich Lanj mit 46 P. 28. In der Zöglingsabteilung < ii Md-. r fun \abS^; m Irin Ä ttbunW ' Ortrud Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik tehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Vorgänge im Gießener Stadtparlament. pegt-m Luitw. 1 , und bi, A-ß Ebenen rfj? ■' * dÄk ■ \n,6eimtebr «ui beit ■Jitntn aus ena, Mifbau tätig M M Bahnhof ' iuesmal toiebei bie mig dnmkehrendcn gleitete. Am “ gwfen Volks- * Empfangs^-, und Zivilge- bö Oberbürger. •e Begrühungsan- L Mitglied des M der üblichm durch Tamm des Zug, geleitet Von angsloger in Bk- levülfenntg hnz. > ganz besonders uf der Durch« isport mit 1000 in Tefangmfchait tu abtnb ton 11 it Midi dm Ci?« mrch vaterlänM ttsmusik verkill?: pflegt warm, fuhr chfeld toeiter. alnachrichtei. Nmtssch in um &eriiftäx. dwig zu Gictzv Gicht u. Podagra, Blasen- u.Nierenleiden, vttgl.il Steine in Nieren und Blase, Gallensteine, Eiweißabgang, Zuckerkrankbeit, nervöse Magenleiden, Grippe u. alle Arten Katarrhe trinkt man Heilquelle KarlSsprudel, nahe der Selter- sergrenze, Biskirchen 14, Fernruf Nr. 1. l630üv Garbenteich, 18. Sept. Wer die Streck Gießen—Gelnhausen oft fährt, wird die Beobachtung machen, daß gerade auf der Station Gar- benteich, wie dies auf allen in der Nähe der Stadt liegenden Stationen der Fall ist, ein sehr reger Personenverkehr herrscht. Demgegenüber aßt aber die Beleuchtung dreies Bahnhofes irnb einer Bahnhofsräume viel zu wünschen übrig, ja sie ist sogar eine jämmerliche zu nennen. Sehr ost kommt es dem Schalterbeamten vor, daß er mangels Beleuchtung die richtige Fahrkarte nicht intet, oder sein Papiergeld erkennen kann. Ter Postbote muß .in der Dunkelheit oft am Zug hin- und herspringen, um den Postwagen zu finden, und nicht selten mußte fdjiim dieser ihm entfallende Postbriese mit Mühe wieder suchen. Fremde Fahrgäste machen ost beim Aussteigen mit der angrenzenden Nadelholzheck Bekanntschaft, weil sie ich in der Finsternis nicht zurecht finden. Dem Uebelstand wäre durch Anschluß an die Heber- landzentrale leicht abzuhelfen. Airchttche Nachrichten. Israel. Religivnsgemeinde. Gttteö- dienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, 20. Sept. 1919. Vorabend: 6 Ufa. Morgens: 8.30. Abends: 6.35 u. 7.15. Israel. Religions-Gesellschaft. Sabbatseier den 20. Sept. 1919. Freitag abend: 6.00. Samstag vormittag: 8.00. Nachmittag: 4.00. Sabbatausgang: 7.15. — Wochengottesdienst: Samstag u. Mittwoch morgens 5.00, an den übrigen Tagen 5.15; atente 5 30. Wilhelm Wagne r und Ludwig W eber mit je 59 Punkten den 9., Philipp W a gne r mit 53 P. wn 15. und Karl Stumpf mit 40 P. den 28. Preis. ,__** Klein-Linden, 18. Sept. Sonntag Ach 21. September hält der Turn-Verein Klein- r.mden aus Anlaß seines 30jährigen Bestehens 'em Abturnen ab. — Bei dem Brzirkswett- turnen in Grünberg erhielten in der Unterstufe die Turner PH. Germer, Hugo Germer, Karl Volk, vemr. Lang und Heinr. Weiters Hausen, in der ZöOlükgs-Untcrstufe die Zöglinge August Rinn und Mohr Preise. Ebenfalls konnten auch die zum Gauwetturnen entsandten Turner Hugo Germ.'r, Richard Germer, Karl Volk, Heinrich Lang und Heinrich Weitershausen als Sieger heim kehren. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. m ** Tas Amtsverkündigungsblatt 90 vom 18. September enthalt: Verordnung irter die Cnteig'mmg und vorläuftge Sicherstellung von Betriebsstoffen. — Tie Wahlen zum Kreistag .Dresses Gießen. —i Die Kriegsanleihen. — Aussührung des Rcichsviehseuchjengesetzes vom 26. Ium 1909; hier: Crneimung der Schätzer. — Auszahlung der Gchalts- usw. Bezüge. — Kreis- vermmmlung über die „Aufgaben und die Ausgestaltung des Volksbildungswesens in Hessen". — Ged-enlblatt für die im Welttrieg für das Vater- .— Verbrauchsregelung ter in dre öffentliche Bewirtschttstung genommenen Nähr- mittel; hier: Bestellung von Nährmitteln. — Tie Beitreibung der Gememdegefalle. — Feldbereini- gung in der Gemarkung Großen-Linden (Kreis Gießen). 2 schnellsten» und preiswert angefertigt. I ♦ Wit Mustern stehe ♦ ♦ gern zu Diensten. $ 5 ♦ Erotzer Lager in vriefpapier-Kaffetten. ♦ s 6iofl. Tiefer Descklluß war eine innere Ang-legen- heit der etabt Gießen. Wer aber waren die Te^ monstranten? Ein großer Teil Leute aus ten Nachbargcmeinden, und nicht nur solche, die hier arbeiten, sondern viele, die besonders zu diesem! Zwecke nach! Gießen gekommen .varen. In die Wirkung ter Worte der beiten Redner auf Os- waldsgarten, die die Versammlung zur Ruhe mahn- ten, konnte jeder Zweifel setzen, ter die nur schlecht oder gar nicht organisierten Arbeiter femit. Ties gilt .insbesondere in Bezug auf die Gewerkschaften. Diese sind fester gefügt als die poli- tischen Organisationen. Nicht erst seit den Nv- vembertagen, sondern schon lange torljeu macht sich aus Seiten der überradikalen Elemente das Bestreben geltend, die Gewerkschaften von der allgemeinen Arbeiterbewegung auszuschalten, sie als, überlebt und abgewirtschaftet zu betrachten und ihre MitgliÄxr in den allgemeinen Strudel hinein-, zustoßen. Tas ist bedauerlich Die Gewerkschaften sollen neutral sein und es jedem ihrer Mitglieder überlassen, sich politisch zu betätigen, wie es seiner Gesinnung entspricht. Die durch jahrelange Gewerkschaftsarbeit geschulten Arbetter sind für Putsch, wie wir einen solchen am Montag erlebt, in der Mehrzahl nicht zu haben. Ich bezweifle sehr, daß die Hauptschreier des Tages, die die Stadtverordnetenversammlung störten, Dnohwvrte ausstießen usw., Gewerkschaftler waren. Gegen den Zug nach dem Stadthaus und Ueberreichiung ter Protestresolution durch eine Abordnung wäre nicht- einzmvenden, aber was dann folgte, war der Arbeiterschaft unwürdig. Wenn man in -Zukunft wieder etwas derartiges veranstaltet, und ter „Erfolg" von Montag läßt darauf schließen, daß es geschieht, so scheite man das Gewerkschaftskartell aus. Die Gewerkschaftler, die es ehrlich mit ihrer Organisation meinen, sollten gegen deren Hineinziehung in diese Art von Bewegung protestieren, sonst geht das Ansehen, das sie im allgemeinen (ausgenommen bei den Hyperradikalen) nwch genießen, verloren. Ihre ultima ratio mag ter Streik bleiben, aber Drohung mit Totschlag und Verwüstung nie. Ein alter (vrelleicht ältester) Gewerkschaftler. =»= Fran kfurt a. M., 18. Sept. Tas fdimere Gewitter, das in der 9!acht zum Mittwoch! in ter Mainebene nieterging, hat ver- schiedentlichen Brandschaden verursachst. In Hornau und Seulberg brannten je eine Scheune infolge Blitzschlages nieder. — Frankfurt a. M., 18. Sept. Auf einem Ackergrundstück ter Adickes-Allee wurde der Leicheneinsteller Wächter, Nordendstr. 8, bei ter Bewachung ter Feldfrüchte von zwei Männern, die er beim Diebstahl überraschte, angeschossen und so schwer verletzt, daß er im M ar ien kranken - haus seinen Verletzungen erlag. Ein Freund des Wachster wurde Lurch einen Schuß in die Beine erheblich verletzt. Als Täter wurden ein Arbeiter und ein Händler ermittelt und verhaftet. Ein dritter Täter ist noch nicht ermittelt. = Frankfurt a. M., 18. Sept Regie- runßärat Co ßma nn-Kassel wurde zum Re- grerrmgspräsrtenterl in Frankfurt a. M. ernannt, jiamit geht ein langgehegter Wunsch Frankfurts nach Unabhängigkeit in verwaltungstechnischer Natur ^von Wiesbaden in (Erfüllung. Regierrmgsi präsitent Coßmann war früher Bürgermeister van Mühlhausen i. E. Frankfurt a. M., 18. Sept. DemJe- uitenvrden wurde von der Stadtverwaltung die Genehmigung zu einer Niederlassung in Frünto furt erteilt. = Frankfurt a. M., 18. Sept. Die Zahl der Arbeitslosen ist von 13 000 im Frühjahr auf 5000 im Herbst zurückgegnngen. Unter dieser Zahl befinden sich 1200 weiblich: und 1100 kaus- mänische und technische Angestellte. Bon dm zurückkehrenten 7000 Frankfurter Kriegsgefangenen verspricht man sich, keine wesentliche Berin-- lussung des Arbeitsmarktes. X. Hanau, 19. Sept. Der in Kassel unter dem Vorsitze des Oberbürgermeisters a. D. Dr. Gebeschus-Hanau zusammengetretene Landes- ausschuß für den Regierungsbezirk Kassel hat zu den Kosten der ersten Einrichtung der in Hanau, Frankenberg und Kirchhain zu errichtenden neuen) landwirtschaftlichen Winterschulen eine einmalige außerordentliche Beihilfe von je 2500 Mk., zu- antmen 7500 Mk., bewilligt. Ter ter Landwirt- chaftskammer für den Regiermrgsbezirk Kassel zur InterhaltunA der landwirtschaftlichen Winterschulen bisher gewährte Bedürfniszuschuß von jährlich 19 500 Mk. aus Mitteln des Bezistksverbandes ist vom Landesaüsschiusie für jede ter neu zu erricht lenden drei.Minterschnlen um 1950 Mk. erhöht irorten. Landkreis Kletzen. U Lang-Göns, 19. Sept. Hier versagt äast j-cten Abend die elektrisch: Lichtleitung um ibic Zeit, wo der Landwirt daS Füttern und Mel- b.m des Viehs besorgt. Jetzt, bei der beginnenden Kartoffelernte, wo bei den kürzer wertenden Tagen bis in die Nacht auf dem Acker gearbeitet wird, tft es unmöglich, diese ohne Licht in den Keller i11 J^affen ober an ter Bahn zu verladen und nachher noch in den Ställen zu arbeiten, wenn fein unterer Lichtersatz vorhanden ist. Es wäre 1-chr angebracht, daß diesem liebel ab geholfen wird. , r- Leihgestern, 17. Sept. Gestern gelangte daS dem Kreis Gießen gehörige Obst an der Wraße Gießen—Leihestern—Lang-Göns zur 93 er» Weigerung. Zahlreiche Steigerer von hier und auswärts waren erschienen. Dementsprechend wurden auch außerordentlich hohe Preise gezahlt, die zum größten Teil in keinem Verhältnis sowohl zur Quantität als auch zur Qualität des Obstes ilanden Zum größten Teil handelt es sich um den Rheinischen Bonapfel, der gerade in diesem Jahre .Kiner Entwicklung viel zu wünschen übrig liefe Im übrigen wurde vielfach die Ansicht vertreten, daß der Zeitpunkt für ö«ie Aberntung gerate dieser Obstsorte um mindestens 14 Tage früh sei. — Hierorts nimmt die Kartoffelernte allmählich ihren Anfang. Im ^gensatz zu anderen Jahren ist diesesmal kaum «me Mittel ernte zu erwarten, da die Reben nicht Itan befangen und die Kartoffeln auch nicht Konters entwickelt sind. Es ist dies auf die seit Nonaten anfaltcnbc Trockenheit zurückzuführen, Siimal auch die Gewitterregen in diesem Jahre Tie Veranstaltung deS Dem^onstrativns- zuges nach dem Stadt hause am vergangenen Montag hat zu bedauerlichen Ausschreitungen geführt,' deren schlimmste Form nur dadurch vermieden wurde, daß die Stadtvervrdnetenver^ ’m Vwrnrm" fW? 5®ul,,,?Reuter’ * iw 9lie61’4 Enteignung und vorläufige Siche r st e l l un g vo n B e t r ie bs sto ff en. Rah- benzole, einschließlich ter benzolfaltigen Borerzeug- 1 nilse der Gasanstalten; Leichtöle aus ter Stein- 1 kahlen- und Braunkohlenteertesttllattan; die bet ter weiteren Ausarbeitung dieser Rohbenzale und ' Leichtöle entflefanben benzolartigen Körper, die bei ter Testtllatton bei 760 Millimeter Baramet erstand bis 200 Grad Celsius mintestens 90 vom Hundert Testillat ergeben, z. Benzolvarlauf, Benzol, Xylol, Lösungsbenzole und sogenanntes Schwerbenzol; alle sonstigen benzol- und benzinartigen Körper, die aus Prozessen ter Destillation, ter pyvogenen Zersetzung, ter Truckrwär- mung, ter TrucLesttllation i^>er der Wasserstoff- ad ditto n von Kohle, Kohleerzeugnissen, Mineralölen oder Mineralölerzeuynissen stammen ober aus Erdgas hergestellt sind, hinsichtlich deren gegen die Beschlagnahme-, Höchstpreis-, Verteilungsvorschriften und sonsttgen einschlägigen Bestimmungen verstoßen wird, können von ter Betriebsstofsabteilung der Mineralölversorgungsgesellschaft m. b. H. enteignet werden. Tie Wahlen znm Kreistag des Kreises Gießen. Nachdem ter Kreisausschuß des Kreises Gießen die, Kreistagswalstm geprüft und nicht beanstantet hat, werten hiermit nachstehende Personen als gewählt erklärt: Bausch, Heinrich, Metzgermeister und Landwirt, Grünberg: Becker, Jakob, Landwirt und Küfermeister, Kesselbach: Beckmann, Georg, Krankenkassenangestellter, Gießen: Benner, Joh. Karl, Güterbodenarbeiter, Wieieck: Sommtr§faim/ Friedrich, Landwirt, Längsten: Dörr, Ludwig, Landwirt, Queckboni: Fenchel, Wilhelm, Landwirt, Ober-Hörgern; Gott- mann, Heinrich, Landwirt, Gießen; Haas, Ludwig II., Zigarrenfabrikant, Steinberg; Hirz, Johannes IX., Mühlenbesitzer, Watzenborn-Steinberg; Hornberger, Paul, Rechtsanwalt, Gießen; Hilter, Märianne, Hausfrau, Gießen; Koller, Karl, Oberbürgermeister, Gießen; Lindemann, Gustav, Ingenieur, Gießen; Lintenstruth, Ludwig, Sager» hallerarbeiter, Heuchelheim; Müller, Gg. Fri.'dr., Bürgermeister, Vellersfaim; Müller, Otto, Unter» assistent, Reiskirchen; Ranft, Kaspar, Bürgermeister, Grünberg; Rohrbach, .Heinrich VIII., Schlosser, Lollar; Rolshausen, Johs., Schreiner- meister, Allendorf a. d. Lda.; Rompf, Wilhelm Anton, Landwirt und Altbürgxrmeister, Lang- Göns; Rudloff, Heinrich, Laute und Gastwirt, Trais-Horlofj; Sack, Ernst Ludwig, Metzgermeister, Gießen; Schieferstein, Hermcrnn, Fabrikant, Sich; Schilling, Willi, Installateur, Lollar- Schirmer, Heinriche, Fabrikant, Gießen; Schmidt, Ludwig III., Taglöhner, Heuchelheim; Schudt, Ricfard, Landgerichtsrat, Gießen; Weißgerber, Otto, Oberlehrer, Gießen; Wetz, Heinrich II., Bürgermeister, Holzheim. Bestellung von Nährmitteln für die Landgemeinden des Kreises. Es ollen ausgegeben werten: 1. für brotgetreideversorgungsberechtigte Kinder bis zu 12 Jahren (rote Karte): auf die Marken ter Nährmittelkarte B Nr. 53 Haferflocken und Teigwaren, Nr. 54 Erbsen zum ungefähren Preis von 1,25 Mk. das Pfund, Nr. 55 Kunsthonig; 2. für die übrige brot- getreideversorgungsberechttgte Bevölkerung (blaue Karte): auf die Marken der Nährmittelkarte C Nr. 64 Erbsen zum ungefähren Preis von 1,25 Mk. das Pfund, Nr. 65 Kunsthonig. Die Menge wird päter bekanntgegeben. Wer die auf ihn entfallende Ware zil beziehen wünscht, hat unter Vorlegung einer Karte bei einem Kleinhändler feines Wohnortes bis zum 25. September l. I. eine Bestellung aufzugeben. Kett, Jo vosten biefeCbeit insgesamt 333 Mk. oder nahezu 221A Pf. das Gespräch. Zahlt man statt 'Grund-- und Gesprächsgebühr Pauschsatz, so kostet 6er Anschluß jetzt 353 Mk. Man würde also bei rund 1650 Gesprächen im Jahr gleichteuer fahren, «ls wenn man Grund- und Gesprächsgebühr zahlte. Bei mehr als 1700 Gesprächen im Jal-r ermäßigen sich, die Kosten des einzelnen Gesprächs, wenn man Pauschgebuhren bezahlt, stellen sich, also dann billiger als bei Grund- und Gesprächsgebühren, -h- ** Die Sammlung für die Unwetters chäden im Mvdautal. Um den durchs ba3 Unnetter vom 8. Juli 1919 im Modautal entstandenen Schaden zu mildern, hat sich ein damals sofort gebildeter HUfsaussckMß an die private Wohltätigkeit g.'wandt. Ter Aufruf hatte bis jetzt einen, großen Erfolg. Tas Sammelergebnis beträgt zur Zeit 44 9/3,67 Mark, wettere Beträge gefcn noch ein. Allen Gebern gebührt herzlicher Tank. Betrüge von 500 Mark und darüber sind wie folgt ju verzeichnen: Gemeinte Reinheim 940 Mark Dank für Hantel und Industrie 500 Mk., Firma Gebrüder Trier Tarmstadt 500 Mk., Kreis Erbach 500 Mk., canb. ing. Franz Ohlerich Nieder-Ram- stadt 2000 Mk., Stadt Lauterbach 500 Mk„ von den Mitgliedern der Fraktion ter Teutschen VoltAi Partei .in ter Nationalversammlung, gesammelt und übenriesen durch Finanzmrnister a. T. Dr. Becker, 2600 Mk., Gemeinte Groß-Umstadt 645 Mark, Stadt Tarmstadt 10 000 Mk., Kreis Bensheim 7000 Mk., Gemeinte Groß-Bieberau 612 Mark, Stadt Pfungstadt 1000 Mk., Ueberschuß ter Wohllätiakeitsoeranstaltung des Hess. Landestheaters 1916,88 Mk. Diese freiwilligen Gaten sollen in den Fällen Hilfe bringen, in denen die vom Staat gemährte Unterstützung mcht ausreicht, um große 9tu>t zu beseitigen. Die endgültige Verteilung^ «folgt nach Abschluß der int Gang befindlichen Schatensseilsetzung bind) eine Kommission, die sich aus Vertreteni sämtliä.er gefefabigben Gemeinten zusammenfetzt. In Fällen dringendster Not sann bereits jetzt eine vorschußweise Unterstützung ein« treten. ** Polizeibericht. Gestern wurde in einem Haufe in ter Ludioigstraße eine wertvolle goltene Uhr gestohlen. Ter Verdacht lmkte sich -auf die erst seit kurzem dort beschäftigte Lauf- frau, die auch dem Kriminalbeamten die Tat cin- gestand, so daß dem Eigentümer die Ubr nnd>?r ^irrüffgegeben werten konnte. — Zwei unge- treue Hausburschen! Ein hiesiger Geschäfts- inann falte entdeckt, daß er von feinem in einem ten ach barten Tvrfe wohnenden Hausburschen bestohlen wurde. Auf Vorfalt gab ter Bursche die Tat zu, worauf man in seiner Wolmang für mehrere 100 Mk. Waren vorfand. Hierbei hatte man uutb die Wahrnehmung gemacht, daß sich in ter Wohnung eine Menge Waren von einem anderen hiesigen Geschäftsmann befanden, bei dem sein Bruder als Hausbursche in Stellung war. Bei der nun gestern durch die hiesige Kriminalpolizei vor- ticnommencn Durchsuchung wurden von diesem Ge- dchüftsmann auch für etwa 1000 Mk. Waren vor- uefunden, beschlagnahmt und dem Eigentümer wieder zugestellt. — Ein schon seit längerer Zeit tragen Fahnenflucht steckbrieflich verfolgter Soldat tonnte von einem Kriminalbeamten ergriffen rmd feinem Truppenteil wieder zugeführt werten. ** Die Rückgabe der Scheine über Verbilligung von Kohlen und Holz «für .Kriegsbeschädigte usw. erfolgt an den aus dem Anzeigenteil zu ersehenden Tagen. **BeiderStädt. Obst-undGemüse- stelle trifft voraussichitlich morgen waggo'wveise Weißkraut, Wirsing und Rotkraut ein. Es kommt Wrißkraut zu 10 Pf., Wirsing zu 15 Pf. und Rot- Iiaut zu 25 Pf. pftmte und zentnerweise zum Verkauf. ** Die Wochenm ärkte finden vom kommenden Samstag ab von vormittags 8 bis nachmittags 2 Uhr statt. _ ** Die Deutsche Volkspartei hält heute abend 81/2 Uhr im Hotel Schütz eine Mitgliederversammlung ab, die u. a. Ausklärung über die Vorgänge in der letzten Stadtvevordnetenversamm-, llung geben soll. (Siehe Anzeige.) ** Der Landes-Pferderuchtverein •für Hessen hat auf Sonntag, 28. September, 7,u Friedberg eine Versammlung anberaumt. Siehe Anzeige. Lastkraftwagen gebraucht, aber vollkommen durchrepariert: 10771 Benz, 3 t, 38/45 PS vorne Sembusto, hinten Voll- gummt Kardanantrieb .... 24000 M 4 t, 40/50 P8, Holzeisenbereis. 16000 vlxl. 3 t, 19/N P8, Holzeisenberets. 17000 ” I-aun, 3 r, 23/40 PS, Holzeisenberetf. 15500 lieferbar in einigen Tagen, gibt mit Garantie ab Westdeutsche Kraftfahrzeug - Gesellschaft Televhon.580u.581 Essen Tell-Adr.: Kraftfahrzeug völlig ausgeblieben sind, denn die meisten Gewitter zogen durchs Lahntal und die Wetterau. Ebenso schlecht steht es mit Dickwurz- und Kraut- pslanzen, bei denen eine Mißernte in Aussicht steht. Kreis Büdingen. * Büdingen, 19. Sept. In den Kreisausschuß wurden gewählt als ordentliche Mitglieder: Bürgermeister Birtenstock-Altcnstadt, Bürgermeister Erk-Nidda, Pfarrer Herpel-Lißberg, Bürgermeister Jakobi-Rohrbach, Bautechniker Knas-Büdingen, Landwirt MogfaGrund-Schwal- heim. Als Ersatzmänner wurden gewählt: Land- tvirt Brack-Altenstadt, Landwirt Tietz-Rommel- hausen, Arbeiter Eberhardt-Büdingen, Bürgermeister Fendt-Büdingen, Bürgermeister Mäser- Woll, Bürgermeister Melior-Vonhaufen. U Aus de m Nidder tal, 19. Sept. Wie fehr unfern Bauern die Zwangswirtschaft durch falsche,Maßnahmen vom grünen Tisch verleidet wird, so daß sie schließlich überhaupt nichts mehr danach fragen, gebt wieder deutlich aus einer Ver- sügung an eine kleine Gemeind; hervor, die jede Woche ein Kalb abliefern soll. Dabei sind nur 30 Kühe im ganzen Dorf. Wie oft da jete Kuh un Jahr zu kalten hat, kann sich ja jeder selbst ausrechnen. In einem anderen Dorf; wurde ein Kalb angefortert, es war jedoch überhaupt feind vorhanden. Und ixt bei werden immer weiter fleißig Bestandsaufnahmen gemacht, Viehkataster geführt usw. Kreis Friedberg. Aus der Wetterau, 18. Sept. Tie gute Wrizenernte in ter Wetterau ist arg gefährdet, da unter ten Körnern der Brand sehr stark auftrttt. Hessen-Nassau. ga. Frankfurta. M., 19. Sept. Riesige Mengen landwirtschaftlicher Maschine n liehen seit einiger Zeit auf dem GMerbahnhofo Bischofsheim zum Abtransport nach Belgien und Frankreich bereit. Fast unübersehbar reiht sich Mähmaschine an Mähmaschine und Pflug an Pftug-, alle sorgfälttg angeftrid^n und auf flcvchß Wagen verpackt. Ist ein Transport abgcgmgeti, so füllen neue Sendungen aus Deutschlands großen Maschi-. nenbauzentten die Lücken sofiort wieder auf. Tiq hj^r zum Abttansport tont menten Maschinen beziffern fick auf viele Zehntaufente, und der Wert, den diese Maschinen repräfentteren, stellt sich au ungezählte Millionen. Antwort auf den offenen Brief der Frau Huntemann. Sehr geehrte Frau Hunteinann! Ihr Eingesandt in Nr. 217 vorn 17. September 1919 hat für mich keine neuen Momente gcbraiifh und wäre ich Jhneiv sehr dankbar gewesen, wenn Sie mich« eines besseren hätten belehren können. Was Ihre Klarstellung über die Ursache, wie die Thcateriasse zu der Einteilung ter Plätze gekommen ist, anbetrifft, muß ich bemerken, daß der Herr Oberbürgermeister in derselben Sitzung fefan die Sache in derselben Wesse richtig stellte, womit id> befriedigt war. Ich habe ferner nicht testritten und besttette au(f,| heute noch mcht, daß Sie eine große Arbeit mit dem Theater faten. Sie werden doch auch hoffentlich für Ihre segensreiche Tätigkeit entsprechend temhlt werden. Etwas habe fei« jedoch in Ihrem Schreiten nicht gesunden, und das ist die Bevorzugung in dem Vergeben ter Plätze. Tiefes war nämlich ter Hauptgrund, weshalb ich die Angelegenheit auf Trängen von Theaterbesuchern hin anregte. Es gibt Leute, die glauben,, sie würden nicht so behandelt wie andere. Wenn nun in solchen Beschwerden auch vielfach ein guter Kern stecken mag, so will ich ter Sache doch nicht weiter nachgehen, da ja, wie mir versprochen tourte; die Platzverteilung künftig durch ten Theater-Aus- schuß erfolgen soll. Tieses zu verlangen, ist mein gutes Recht, denn der Tfaater-Ausschuß ist gebildet für die das Stadttheater betreffenten Slngelegen- teften, insbesondere zur Wahrung ter Rechte ter Stadt gegenüber dem Stadttheater. Dieser Ausschuß setzt sich nun zusammen aus Vertretern aller Parteien und wird hier ter Bürgerschaft gegenüber die Gewähr geboten, daß die Dheaterbesuchep nichlt mehr in ten Glauben verfallen, einer würde, tem anderen vorgezogen. Ich kenne Ihre Tätigkeit^ als Kassiererin des Stadttheaters sehr gut, und weiß Ihre Leistungen mich einzusssMen, aber mein Antrag ist doch nur eine Entlastung für Sie und feisten Endes eine Herstellung ter früheren Vei- hältnssse. Emil Silnon^tMvervrdneter. rledigt ist eint besetzende Lehrerin Glashütten elfe ist Organisten- t mit einem cvang. [t zu Schlitz er- -Wochenblatt irit Oferstleutnant Dorstand bey — Lberstabsarzl leben dem Abschied itr bisherigen Unu lbernen hoch- 21. SeMber Die inntann 3^"^ Telephonver- nde 8»?.-^ MWCitcmd tssSS in Siefen Mk SnoÄebA Pf. SeilnMrW ä so t»B Iw da- tr befrei'"? 4*9 Mänfen. ”*33» 10784V 10795 Wleseck, Ober-Schönmattenwag, Reinheim, den 18. Sept. 1919. itemp. ilbcr - „Tula Giessen (Moltkeetr. 28 p.), den 19. September 1919. 018144 TOnrtfi ein möbliertes Simmet zu vermieten 018159 s suchen sofort 10797D Familie Ludwig Spuck Familie Karl Schneider Otto Spuck und Braut Familie Hans Polster. Ankauf von Uhren. Gold- und Silbersachcn. Mülristrabe 2. KutttH. KMnstrsnk nnb Anrichte zu verkauf. "^Katlmrineng. 1411. Lollar Hauvtstrabe 93 Frieseurladen. dein Gelegenheit geboten ist, sich bei zufriedenstell. 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Wir betrauern tief den frühen Heimgang dieses vortrefflichen Mannes und werden ihm über das Grab hinaus stets ein dankbares Gedenken bewahren Wollene AriiMWinst wenn auch ganz zerrissen laber nur reine Wolle», u. Woll abfälle kauft zu d.höchsten Prellen Böhm 018147 Rodbeimer Str. 53 pt. Generaldirektor der Mannesmannröhren-Werke, Düsseldorf nach kurzer Krankheit im 53. Lebensjahre aus seinem arbeitsreichen Leben am 16. Sept. d.J. verschieden ist Tieferschüttert und unerwartet trifft uns die Nachricht, daß unser von uns allen hochgeschätzter Chef Herr Kommerzienrat Nicolaus Eich Gebrauchte Adler- Schreibmaschine zu kaufen gesucht. Schrtstl. Ang, u. 018127 a. d. G. A. G.lvandte MüslhittGttibcciii flott stenograph. (Stolze- Schrcyj, mögl. m. Kontor- arb. vertraut, per L Okt. gesucht. SchristLAngcbote mit Lebenslauf, Gehaltö- ansvrüch. u. Bild u. 018137 an d. (Siebener Anzeiger. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen, für die Aufmerksamkeiten des Krieger» und Steueraufseheroereins, die Trauermusik, für die Blumenspenden und allen denen, die dem Verstorbenen die letzte Ehre erwiesen haben, sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. 3m Namen der trauernd Hinterbliebenen: Emilie Hillert, geb. Kessel. Gießen, den 18. September 1919. 0l,l05 Austrägerin für Zeitschriften nachmittags sofort gesuchr Aug. FreeS'fche Univ. Buchhandlung, 1OM4 Seltersweg. 70. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgänge unserer teuren Entschlafenen sagen wir unseren tiefgefühlten Dank. Insbesondere danken wir Herrn Pfarrer Sattler für die trostreichen Worte am Grabe, sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden und allen denen, die unserer lieben Heimgegangenen die letzte Ehre erwiesen haben. 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Eine selbstverständliche Folge unserer gehörten urrd schwer darnicberlieaend^n Volkswirtschaft, der 2lrbeitsbosigkei1, Ernährungsschwicrigkeiten und sonstiger tiefgreifender Lebenserschwerungeir, ist die gesteigerte Lust weiter Kreise, der Heimat den Rücken zu kehren, um ihre Existenz in anderen, womöglich überseeischen Ländern neu auszubauen. Wir werden es nicht ganz verhindern können, daß zahlreiche volkswirtschaftlich wertvollen Arbeitskräfte uns dadurch verloren gehen. Zum wenigsten aber wollen wir versuchen zu verhüten, daß derartige Leute gewissenlosen Schwindelunternehmern in die Hände fallen. In letzter Zeit häufeir sich die Nachrichten, daß besonders in größeren Verkehrszentralen derartige Unternehmen auftauchen, die weiter keinen Zweck fraben, als Auswanderer unter Vorspiegelung falsck)er Tatsachen anzulocken, Geld von ihnen zu erpressen und sie dann in fernen Ländern hilflos dem Untergang auszusetzen. So wird in Zeitungsanzeigen mit großer Reklame der Bezug einer Denkschrift „Auswanderer nach Süd-, Mittel- und Nordamerika, Afrika, Asien und Australien" 1919 zum Preise von 4,50 Mk. an gepriesen. Die Schrift enthält außer 10 kleinen Druckseiten eine Zusammenstellung von Unterlagen, die meistens aus Zeitungen und sonstigen Veröffentlichungen entnommen sind, und entbehrt für eine sachgemäße Aufklärung der Auswanderer jeglicher Bedeutung. Der geforderte Preis steht in keinem Verhältnis zu dem Wert des Buches. Von brasilianischer Seite wird in Deutschland Propaganda gemacht für die Auswanderung nach Brasilien. Wir erlauben.uns, darauf hinzu- weisen, daß in Brasilien die Deutschen im wesentlichen als Kulturdünger .mißbraucht werden, die yur Melioration der großen Sumpfgelände dort chve Pionierarbeit verrichten und dabn zu Grunde gehen zu Gunsten der Nachfolger, die meistens nicht deutscher Abstammung siiid. Es ist angebracht, nach dieser Richtung hin Aufklärung zu geben. Die südafrikanische Sickelungsgesellschaft in Kapstadt, London und Amsterdam, welche in Berlin, Taubenstraße 23 ein Zentral-Kontinental-' buvoau unterhält, bietet zum Kauf Ananasplan- tagen in Südwestafrika an. Die in den Werbeschriften enthaltenen Angaben über andere Möglichkeiten in Südwestafrika und die Nentabilitäts- -rrechnungen entsprechen den tatsächlichen . Verhältnissen nicht und sind geeignet, Landesunkun- dige zu täuschen, und ihnen erhebliche Verluste zu bringen. Vor einer Beteiligung an dem Unternehmen wird dringend gewarnt. Es kann wohl fein Zweifel darüber bestehen, daß dieser gesteigerte AuÄvanderertrieb eine vorübergehende Zeiterscheimurg ist. Viele von denen, di-e heute ins Ausland gehen, werden, wenn, die Verhältnisse in Deutschland besser und geordneter geworden sind, in ihre Heimat zurückkehcen. Das .Heimweh ist ja eine der besten deutscher Eigenschaften und es wird verstärkt werden durch die Leiden und Befehdungen, die jeder Deutsche, der heute ins Ausland geht, dort durchzumachen hat. Oft es also schon für einen Arbeitslosen heute ein großes Wagins, die deutsche Heimat zu verlassen, so wird die Auswanderung geradezu zürn unverantwortlichen Leichtsinn, wenn jemand um ihretwillen eine einigermaßen gute Stellung im Inland aufgeben wollte. Zweifellos ist auch, daß der Zug ins Aus- land abgeschwächt werden wird, toeint es dem Reiche gelingt, die Siedlungskolonisation im Jn- lanbe erfolgreich durchzuführen. Wird dies nickt möglich sein, so muß mit allen Mitteln versucht werden, geschlossene Siedelungen in das Ausland m bringen. Es wird daher allen Personen, die sich mit dem Gedanken befassen, Deutschland den Rücken zu kehren, auf das dringendste empfohlen, sich vor endgültigen Beschlüssen an die Zweig- Frankfurt a. M., Kaiserstraße 79, zu wenden, wo ihnen schriftlich und mündlich Auskunft über alle Fragen kostenlos erteill wird. A«s Stadt und Land. Gießen, den 19. Sept. 1919. Eine Kundgebung der Reichswehr in Gießen. Heute vormittag 11 Uhr wurden die Einwohner der Stadt Gießen Lurch das klingende Spiel unserer Reichswehr überrascht, die, von einer Felddienstübung heimkehrend, in geschlossenem Zug, 1000 Mann stark, und in voller Ausrüstung vor das Bürgermeifterei- gebäude zog und dort Aufstellung nahm. Der Führer, Hauptmann von Eisenhardt, befahl zwei Soldaten, den Oberbürgermeister und die Beigeordneten ans Fenster zu bitten, welchem Iiufe die Genannten denn auch alsbald folgten. Hierauf verlas Hauptmann von Eisenhardt folgende Erklärung: Tic Reichswehr der Garnison Gießen protestiert gegen die Vergewaltigung pes Stadtparlaments in der Sitzung am 15. September im Namen ihrer Kamerad m, die als Gießener Bürger ein Anrecht darauf haben, ihre Meinmrg ösfentlich zur Kenntnis der Stadt zu bringen. Im Namen der Kameraden erlaube ich mir, die Herren der Stadtverwaltung darauf Hinz ti- weisen, daß bie Reichswehr die Aufgab: hat, Rulze und Ordnung aufrecht zu erhalten, und zwar, in Unterstützung und auf Ansorderungen der Zivilbehörden, und den Maßnahmen der Regierung Geltung zu verschaffen. Die Reichsivehr erklärt, daß sie starkes Interesse an dem Ausbau der von dem Hwrn Reichs- wehrministec anZeordneten Sicherheitsverbänden und deren Bewaftnung nimmt, daß sie erfahrungs- gentöf’, Putsche während ihrer Abwesehenheit mit dem Blut ihrer Kameraden bezahlen muß. Dem Herrn Oberbürgermeister und dem Stadt- parlanrent wird das Vertrauen der Reichswehr ausgesprochen. Hierauf fuhr Hauptmann von Eisenhardt fort: Meine Herren! Im Anschluß an die eben verlesene Erklärung erlaube ich mir im Namen der Kameraden von der Reichswehr einiges hinzuzufügen: Wir kom- nten nicht, um einen Druck auf die Entschließung der Stadtverwaltung auszuüben, wie dies in der letzten Stadtverordnetenversammlung oon anberer Seite geschehen ist. .Wir wollen lediglich darum bitten, daß Maßnahmen im voraus getroffen werden, welche verhindern, daß innere Stadt der Schauplatz von Unruhen und Putschen wird. Es ist meine Pflicht, als dienftältester Offizier des hier garnisonierenden Reichswehrbataillons Sie darauf hinzuweisen, daß nicht damit zu rechnen ist, daß das Reichswehrbataillon sich dauernd in der Garnison befindet. Es ist vielmehr damit zu rechnen, daß die Truppe zeitweise außerhalb der Garnison verwendet wird. Die Erfahrung lehrt aber, daß die Umsturzparteien dann los sch lagen, wenn sie ihres vollen Erfolges sicher sind, und ein solcher Fall könnte eintreten, wenn die Reichswehrtruppe abwesend ist. Die Behauptung der kommunistischen Führer, sie hätten ihre Massen in der Hand, ist nichts als ein leeres Schlagwort, darauf berechnet, die Oeffentlichkeit irre zu führen. Meine Herren, auch Gießen muß aus seinem Dornröschen-Schlaf heraus. Die Vorgänge in der letzten Sitzung im Stadtparlament, und in größerem Umsange die Vorgänge in Berlin, München, Hamburg und Bremen sollten auch für jeben klardenkenden Gießener Bürger eine Mahnung fein und gezeigt haben, daß durch unverantwortliche Hetzer aufgeregte Menschenmassen nicht in der Hand ihrer Führer bleiben. Die betreffenden Führer erklären dann einfach im geeigneten Moment, die Menge sei nicht mehr in ihrer Hand, es sei höchste Zeit, die Forderung zu erfüllen. Zum Schluß wird barm doch auf die Reichswehr zurückgegriffen, die dann mit ihrem Blut die Versäumnisse anderer Stellen wieder gut zu machen hat. ÄLeine Herren, als derzeitiger Führer des Bataillons ist es meine vornehmste Pflicht, dafür £u sorgen, daß nicht ohne Not einer meiner längsten Kameraden von der Reichswehr ein Haar gekrümmt wird und daß jedes unnütze Blutvergießen für die Neichswehrtruppe vermieden roirb. Mr wollen nicht, wie es in anderen Städten geschah, nach Abwesenheit aus der Garnison unsere eigenen Kasernen stürmen müssen. Ter 2. Punkt mehrer Ausführungen, die ich an die Oeffentlichkeit richte, betrifft die Reichswehr und ihre Stellungnahme zur Bevölkerung. Weite, sonst gut deutsche Kreise der Bevöl- fentng stehen abseits von der Reichswehr, weil sie über deren Aufgaben und Ziele nicht orientiert sind. Zweck der Reichswehr ist, Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten, den Maßnahmen der Regierung Geltung zu verschaffen und für den Wiederaufbau eines innerlichen freien und auck nach) Außen freien deutschen Vaterlandes zu wirken. Wir fordern alle Bolkskveise, denen diese Ziele am Herzen liegen, auf, uns hierbei zu Helsen. Mit dem Beiseitestehen urtb dem Bezeugen einer ablehnenden Kritik ist nichts getan. Wir fordern auch bie je Bolkskreise auf, uns ihre Jungens als Freiwillige zu schicken. Sie sind uns herzlich; mill- ko mmen. Daß unfer Vaterland wieder groß und frei ans der Schmach dieser Zeit erstehen möge, das ist unter aller Wunsch Unser freies deutsches Vaterland und unsere f (fröne Garnisonstadt Gießen, sie leben hoch ! Die Musik spielte „Deutschland Deutschland über alles", und die zahlreich herbeigeeilten Zuschauer stimmten lebhaft in dieses Lied ein. Während die Musik das „Niederländische Dankgebet" anstimmte, begab sich der genannte Hauptmann in das Bürgermeistereigebäude, um die Erklärung persönlich zu übergeben. Wie wir erfuhren, war die Kundgebung von den Mannschaften des Regiments gewünscht und veranlaßt worden. * ** T ie Einführung des Winter- ahrplans verschoben. Ein neuer Winterahrplans war zum 1. Oktober vorgesehen. Tie iputschen Eiseirbahirverwaltirrigen haben soeben vereinbart, den neuen Fahrplan erst am 5. Oktober einzuführen. In Bayern dürfte er am 1. November eingeführt werden. Ter Grund der Verschiebung ist folgender. In dem besetzten deutschen Gebret links des Rheines wird auf Geheiß des Chefs des Feldbahnwesens der Besatzungstruppen in d:r Nacht vom 4. zum 5. Oktober die westeuropäische Zeit eingeführt. Sort gilt jetzt die mitteleuropäische Zeit, die der Sommerzeit Frankreichs entspricht. Die Franzosen haben bekanntlich die Sommer freit, die sie Deutsche Zeit, l'heure boche, nennen, in diesem Jahre bei behalten, während sie in ihrem Ursprungsland nicht wieder eingeführt worden ist. Wenn nun links des Rheines am 1. Oktober der Winterfahiwlan eingeführt würde, so Mßte dort in der Nacht vom 4. zum 5. Oktober ein zweiter Fahichlanwschsel stattfinden. Durch die Verschiebung wird der doppelte Wechsel vermieden. — Einige weitere Einschränkung m sind jetzt nachträglich in diesem verzögerten Winterfahrplan vorgesehen worden. ** Meldepflicht für die gewerblichen Verbraucher von Brennstoffen im Oktober 1919. Gewerbliche Verbraucher von mindestens 19 T. Kohle, Koks und Briketts monatlich müssen laut Bekanntmachung des Reickskommissars für die Kohlenverteilung vom 6. September 1919 (Reichscmfreiger Nr. 208) die üblichen Meldungen bis spätestens 5. Oktober erneut erstatten. Zur Beseitigung von Zweifeln über die Meldepflichtigkeit der Brennstoffe ist in einem neuen Absatz des 8 1 der Bekanntmachung ausdrücklich aufgefüfrrt, welche Brennstoffe zu melden sind. Im übrigen sind Aenderungen in der Bekanntmachung gegenüber dem Vormonat nicht ein- getreten. Die Meldekarten sind bei den bekannten Stellen zum Preise von 0,40 Mk. für ein Meldekartenheft mit 5 Karten (0,50 Mk. für ein Meldekartenheft mit 6 Karten) nebst Wortlaut der Bekanntmachung sowie von 0,10 Mk. für eine Einzelkarte erhältlich. ** Zur Er leichterung des Ueber- ganges von Reichswehrangehörigen in das Wirtschaftsleben hat der Reichswehrminister bestimmt, daß diese auf ihren Wunsch sogleich beurlaubt werden, wenn sie eine Arbeitsstelle gefunden haben und ihre Entlassung infolge der Heeresverminderung vorgesehen ist bis zum eigentlichen Entlassungstag. Eine Rückkehr zum Truppenteil ist nicht mehr nötig.. Kreis Schotten. Up. Aus dem Vogelsberg, 18. Sept. Ebereschen und Birken tragen in diesem Herbste keine Frückltr. Dieselbe Erscheinung tritt auch bei den Obstbaumen auf. Bäume, bie im vorigen Herbst reich behangen waren, sind in diesem Jahre leer. So hingen aiufr die Ebereschten-Wogekbeeren im vorigen Sommer übervoll. Bei den Ebereschen mag nun auch das starke Sammeln der Früchte im letzten Kriegsjahre mitsprechen, wodurch die Fruchtzweige verloren gingen. Berechtigtes Aufschm erregt das ungewöhnlich lange Verweilen der Schwalben bei uns, das mit der Hochfiommertenlpcratur des Septembers und den zahllosen Fliegen- und Mückenschwärmen in Zusammenhang steht. Kreis Büdingen. 4 Aus dem Niddertal, 18. Sept. Solch prachtvolles, beständig trockenes Wetter hat uns der Nachsommer schon lange nicht mehr gebracht. Es herrscht eine Hitze wie in den Hnndstagen, das Wetter z. Z. der Grummeternte war noch schöner als z. Z. der Heuernte.' Das nach dec Heuernte infolge einsetzenden Regens noch reichlich gewachsene Grummetgras kam so schön wie noch selten in die Scheunen, und die Getreideernte, die infolge der kühlen Witterung des Juli sehr zurück war, tonnte rasch geborgen werden. Der Körnerertrag ist befriebigenb, das Stroh sehr klein und knapp geraten. Guten Stand weist bie Obsternte auf, die beim Spätobst besser ausfällt, als man dachte, auch ist das Obst gesünder gewachsen, als in den letzten Fallen, so daß es verhältnismäßig wenig Fallobst gibt: leider muß es nur überall, weil es vor Hamster- unb Tiebeshänden nirgends sicher ist, vielfach zu früh abgemacht werden und bekommt durch die Unvernunft des Publikums, das sich bei den Versteigerungen in unsinniger Weise in die Höbe treibt und durch die große Nachfrage der Händler aus den Großstädten Preise, die bei der guten Ernte in dieser Höhe nicht gerechtfertigt sind. Die Kartoffelernte verspricht durch das schöne Wetter ebenfalls gut zu werden, so daß hofsenllich jedem ein auskömmliches Quantum bewilligt werden kann. Regen wünscht der Landmcmu, jedoch baldigst, für die Ricken und die Raps- und Getreideaussaat, da die Felder völlig ausgetrocknet sind. Auch die Gemüseernte ist freuet sehr gut geraten, Gurken, Bohnen und Tomaten gibt es in seltener Menge und Schönheft. Meteorologische Beobachtungen _____der Station Gießen._____ Votum Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit ffiraö der Bewölkung in Zehntel der sichtbaren Himrnelsflöch« ! Wetter 18. 9. 18. 9. 19. 9. Höchste nm. abbs. om. Tempe 19.9 14.1 12.0 catur 11.3 11.0 10.5 am 18 66 92 100 .9.= 8 0 10 = 20.4°, wechs. bewölk: nachts Rebel 19. 9. = 14.6°. Niedrigste „ „ 18.9. -= 13.8’, 19. 9. --- 10.8e Wettervoraussage für Samstag: Wechselnd bewölkt, Regenschauer, Dempevatur wenig geändert, westliche Winde. Letzte Nachrichten. Malsnworte an die Landwirte. Neustadt a. d Haaftü, 18. Sept. (W. B.i Der Zweckverband der landwirtschaftlichen Körperschaften der Pfalz, in dem sich die gesamte pfälzische Landwirtschaft organisch zufammengeschlvssen hat, erläßt in ben Zeitungen einen Aufruf, in dem es heißt: Die Preise für Brotfrucht, Karto ffeln , Fleisch und Milch sind gerade in der letzten Zcnt durch dringende Vorstellung unserer landwirtschaftlichen Vertretungen nickst unwesentlich erhöht worden. Wir möchten deshalb an alle unsere Berufsgenossen die dringende Bitte und Mahnung ergeben lassen, doch unter allen Umständen auch der öffentlichen Bewirtschaftung frufrufüfreen, was irgend möglich ist. Weist dem Hamsterer, dem Schieber und dem Schleichhändler die Tür, auch wenn et noch so viel für Eure Produkte bietet. Es kommt jetzt darauf an, unser Volk noch einmal über einen hatten Winter hinüberzubringen. Wir werben alles daran setzen, Euren berechtigten Wünschen Geltung zu verschaffen. Aber wir müssen auch dem Volksganzen Rechnung tragen, wenn unser Volk als solches weiter bestehen unb das Deutsche Reich wieder in die Höhe kommen soll. Eine Spionageorganisation im Osten. Königsberg i. Pr., 18. Sept. Hier wurde eine von polnischer Seite ausgehende und finanzierte Spionageorganisation aufgedeckt und unschädlich gemacht, ehe sie sich voll entfalten und wirksam betätigen konnte. Der Hauptschuldige, dessen Nationalität noch nicht feststeht, sowie fünf ferner Mitschuldigen, die größtenteils geständig sind, sind gefangen gesetzt. Das gefundene Beweis- material ist erheblich. Die Hauchmittelpuntte der Spionage waren die Bahnhöfe Königsberg, I n ft e r b u r g , Tilsit und Stallupönen. Ihr Zweck war die Feststellung der Stärke und Bewaffnung des Grenzschutzes, ferner die Truppen- Verschiebungen längs der jwlnischen Grenze. Die Berliner Polizei. Berlin, 19. Sept. In der Berliner Stadtverordn etensi tzun g kam es gestern zu einer erregten Aussprache über die Zuftlnst der Berliner Polizei. Es wurde ein Anttag angenommen, auf eine Regelung hinzuarbeiten, dre den Bedürfnissen der Bevölkerung wie der Polizeibeamtenschaft, aber iiafr der städtischen Finanz- tage Rechnung trägt. Das Glück der andern. Original-Roman von Erich Eben stein. Copyright 1916 by Greiner & Comp., Berlin W 30. ^Nachdruck verboten.) Fortsetzung 10. „Aber bedenke, Mama —," wollte Evelyn betroffen einwenden. Doch die Mütter fuhr fort: „Gerade weil sie reich und toir arm sind — was er doch wissen muß, —, dürfen toir in keiner Weise ben lächerlichen Versuch machen, ihnen imponieren zu wollen. Er mag uns kennen lernen, wie wir sind, arm, aber anständig unb ehrlich, dann roirb er uns wenigstens.ferne Achtung nicht versagen können." Evelyn schwieg. Vielleicht hatte die Mutter recht, vielleicht imponierte Magnus und „seiner Sippe" gerabe das! Aber bie Ausstattung mußte natürlich doch künftigen Verhältnissen angepaßt roerben. „Uno eine solche Ausstattung könntest du selbstverständlich nicht leisten, Mama. Ich habe darum an Tante Ada in Wiener Neustadt gedacht. Sie hat keine Kinder und ist reich. Ich nur immer ein wenig ihr Liebling, und ihr Mann ist dock» Papas Bruder!" „Aber sie ist bei aller Protzerei geizig," warf Emmy ein, „sie hat keinen Heller bei meiner Ausstattung geopfert!" „Bah, sie ist noch mehr eitel als geizig. Eine Nickte als Gräfin zu haben, wird ihr schmeicheln. Schließlich deute ich ihr an, daß man sie zum Dank dann einmal nach,Rettenegg ernläbt." Mama Losenstein, die sich nie gut mit der hochmütigen Schwägerin gestanden hatte, fuhr auf: „Wie — du willst Tante Ada anbetteln? Tas dulde ich trübt! Sie hat nie etwas für unZ übrig gehabt!" „Für mich ja! Sie hat drei Jahve lang die Kosten meinet Pensvonataufenthaltes gezahlt!" „Tu weißt ganz gut, daß dies jrur geschah, um mich zu ärgern, weil ich es dir damals ab- schlug. Mittellose Töchter eines Subalternbeamten gehören nicht in ein aristokratisches Pensionat! Leider hast du diese Art von Stolz, die ihre 9Irmut nicht als Schande stets zu verbergen trachtet, sondern mit ruhiger Würde trägt, nie verstanden, liebe Evelyn. Sonst würdest du jetzt Tante Adas Hilfe nicht erbetteln wollen, wie du bisher nicht ihre abgelegten Kleider getragen hättest, um in Gesellschaft damit glänzen zu können!" Evelyn war feuerrot geworden. „Tu vergißt ganz, Mama," sagte sie überlegen, „daß ich ohne diese Pensionsjahre und die Toiletten .Tante Adas weder Bootens Freundrn geworden wäre, noch mir eine Position in der Gesellschaft errungen — also Magnus auch nre kennen gelernt hätte." „Wir werden erst sehen, ob seine Leute dich nicht immer über die Achseln ansehcn und als Eindringling behandeln werden! Du mußt ihnen sehr, sehr viel an inneren Werten entgegen bringen, wenn . . „Tas laß nur meine Sorge ,ern, Mama! Ich werde es fefron verstehen, mir Geltung zu verschaffen. Uebrigens hat Magnus nur noch eine Mutter. Was nun die Ausstattung betrifft, so mußt bu dock, jugeben, daß du sie mrr ja doch gar nicht verschaffen kannst!" „Sn vier Wochen natürlich nicht. Wenn du mir afrer Zeit läßt, sollst du eine ebenso gediegene Aussteuer wie Emmy . . ." „Tanke. Tiefes stückweise Anschaf-cn ist gar nicht nach meinem Gesckmack. Durch Tante Uba geht die Sache viel einfacher auch „für dich. Tu hast bann weder Scherereien noch Auslagen, denn Tante Ada wird sicher alles selbst besorgen wollen — unter meiner Aegide natürlich! Da sie ja gerne protzt, roirb sie auch nicht knauserig sein nt biefem Fall!" Tie Mutttr schwieg verletzt. Wie schon so oft, fühlte sie schmerzluh, bafr Gxllm sie nicht brauchte, und nur ihren Bottell in Betracht zog. Als Evelyn bann endlich in ihrem Schlafkabinett stand und sich anschickte, zu Bett zu gehen, glitt Modesta aus ihrer Ecke noch einmal zur Schwester hinüber. „Siebft bu ihn sehr, Evh? Liebst du ihn wirklich und wahrhaftig?" fragte sie, die Arme um der Schwester Nacken legend, und ihr forschend in die Augen sehend. Mit Beftemden merkte Evelyn, daß die sie umschlingenden Arme bebten, und die übergroßm dunklen Augen der kleinen Schwester einen seltsam angstvollen Ausdruck trugen. „Was haft du, Modesta? Natürlich liebe ich ihn — wie kommst du zu der Frage?" „Weil ... du weißt . . . gestern abend jn der Zeisiggasse — der fvemde Herr, mit dem du sprachst — ich dachte — ich fürchtete —" Wie von einer Natter berührt, wich Evelyn zurück. Ein Schauer lief durch ihren Leib. Aber sie faßte sich rasch, stieß Modesta unsanft von sich und sagte in gereiztem Don: „Ich weiß wirklich nicht, wie du dazu kommst, dich in meine Angelegenheiten zu mischen? Jener Herr war ein Bekannter, ben ich zufällig traf. Was hat er mit meiner Verlobung zu tun?" Modesta senkte beschämt den Kopf. Evelyn aber, deren ärgerliche Stimmung m- stinttiv nach einer Ablenkung suchte, fifrr fort: „Uebrigens tätest du besser, dich um betroe eigenen Angelegenheiten zu kümmern. Es ist jedenfalls viel passender, mit einem Bekannten ein paar Worte zu weckffeln, als bei fremden Leuten die Tnselbeckerin zu spielen unb seiner Familie dadurch Schande zu machen. Ah — jetzt erschrickst bu! Tn dachtest wohl, ich erführe es nicht?" Und als Mlodesta in ihrer Verwirrung kein Wort der Erwiderung fand, schloß sie gebieterisch: ,,^n Zukunft muß ich mir derlei Scherze von dir natürtid) energisch verbitten. Tn und ihr all: fiabt Rücksicht zu nehmen auf meine künftige Stellung als Gräfin Sanderfeld! Tas merke brr!" V. Mägnus' Mutter, die Gräfin Rena Sander-- feld, hatte oft halb im Scherz, halb im Ernst, mit ihm über die gesprochen, die einst Herrin auf Rettenegg sein würde. Sie braucht nicht die Schönste und noch weniger die Reichste zu sein, aber die allerbeste in Bezug au» Herzenseigenschaften muß sie unbDingt sein! Hochherzig, vornehm in der Gesinnung, pilichtgetreu! Und sie muß dich über alles lieben! Daß sie auch aus guter Familie stammen muß, ist selbstverständlich." So imgeräfrr lauteten der Gräfin Ansprüche. Magnus ivar überzeugt, daß alles, soweit es Evelyn betraf, in Ordnung war. Wer deren Famili.- log ihm schwer am Herzen, und nicht ohne g> Heime Angst stieg er die vier Treppm hinauf, um bei Frau Losenstein ferme Werbung anzu- bringen. Aber er wurde angenehm enttäuscht. Gottlob — das waren ja ganz andere Leute, als er im stillen gefürchtet hatte. (Fortsetzimg folgt.) Prima Werre rauer Prtma Werrerauer i Kartoffeln J k Öber-Bostdirektion. 10793D Tel. 2197 Xd. 912 □ 3. ö D •c Gensheimer. 018082 MW 018100 Prima 5ä<*e Sache Stz jegeirudie V y £k Gewebe H Segeltuche stattfindenden 01811» Brennholzverkauf iom van Itaerle’N Vvm- 10770 von find VE 10751D Fuhrverkehrsamt Molikeatraße 30 Tel. 2131 la Doppelkorn 32°/0 prima Ware. 018175 A.-G. Wetzlar. 10725D 14 Bahnhofstraße 14. 10783v D. T. Fräulein möchte stch ige Wochen tm einige b ÄS <> J1 s Obstkeltern Obstmühlen Putzmühlen 4. 5. 6. 1. 2. -in- u. Verkauf von Mein, Gold, Lilber, Antiquitäten, sowie Uebernabmc ganzer brcn- urkundeu vom Bezirks« Wetrichrriben. Sonntag, 21. Eeptemb. Lollar 8.20 yorm. Abfahrt für die Wettfckrcibloitnehmer, 2.25 nachm. für die Teilnehmer an der Beran« stattung in der ^Linde-. Der Vorstand. M. Wunderlich, Gießen BlelchetraQe 28 p. Wiederbeginn des Unterrichts Montag den 28. September, vormittags 8V1 Uhr und nachmittags 2*/, Uhr. Empfehle auf frühe Reife und hohen Ertrag erprobt, la Abs. von Original 10661 Fay - Champagner-Roggen Lembk. Obotriten-Weizen Umgehende Bestellung crL Saatkarte ev. nachsenden. W P o n S in (tz r u n b e r g, Hofgut Waribof. Massenfabrikatienvon •■Sackens’Geweben. vrhördliche Anzeigen. Der Vlan über die Errichtung einer oberirdischen Telegravhenllme in der Wcidengasie in Langsdorf liegt bei dem Postamt in Ltch l^berhessen' von heute ad 4 Wochen aus. Darmstadt, Sevtember 1919t Wieder zu haben: la. Fussbodenlackfarben ftretchfert., barltrocknend, Hochglanz., In 1 Ätlo«Vofen (drobabnehmer billige Vrctfe. Otto Vorbach, Prarkfart a.M„ Hansa-Haüs Ebemisch rechn. Srzcngnive. 1’073 Strümpfe, Sweater«, Westen J&ckchen, Blusen usw. |lnuo zu sehr vorteilhaften Preisen Kaufhaus Katz Kirmes zo Holzheim bei Gastwirt Heinrich Reitz ladet herzlich em Burschenschaft„Heiterkeit“. Tür Essen ist reichlich gesorgt. und Damenverein Gabelsberger. Sonntag, 31. Sevtbr.: ttahrt Wehlar — BlaS« oachtal—Bieber. 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Häute und Felle jeder Art kauft zu den höchsten Tagespreisen bei kulanter Abnahme Mitteldeutsche Gerberei und Riemenlabrik Ausstellung im Giehener Aöbel-Zeminar, sartenftr.so Die Arbeiten der abgehenden Schülerinnen werden Samstag, Sonntag und Montag, 20., 21. und 82. Sept, ausgestellt. Aum Besten der Shnberflärttn wird ein kleines Eintriltügeld erhoben. sl07V0v Zu der am Sonntag de« 21. September A Turnverein 3E von 1810. 1F Souotag nachm. 2 Ubr vom Oswaldsgarten ab Turngang für d. Männer«, Krauen« u.Zöglingöabteilung zum Vereins Wetturnen des Bruderoereind Rodheim a. d.Bicber Borm. 9 Ubr: Spielen. Borm. 11 Uhr soll eine tobotb. Ausnahme der Aktiven, Jößünne und Scküler erfolgen, weöh. dringend um Erscheinen gebeten wird. Turnzeug nicht vergessen. — Beiungünstiger Witterung statt deS TurngangS um 4 Uhr Zusammensein im Verein-Heil« (Poftfeller). Zwiebel vrtma Wtnterware. ver« endet in Zentnersäcken edes Quantum solange Vorrat reicht 10706 Vilhelm Walzenhorn, Södel Tel. 1, Amt Wölfersheim. Billigste Bezug-guelle in Lchubriemen 10Me für Händler u. Hausierer. Beengara, 100 cm In., v. Gros4ö Mk., Makke-Hehl- rlemen, 100 cm lg., u Ottos 40 u. 45 Mk., Hatte-lohb rieinen, 110 cm lg-, v- Gros 502)11.,Eakkc-HohlriRmea, 80 cm lg., v. Wroö lio 2)ik. Versandt v. Nachnahme. Blasser Grtirath Seliaooa öoteroffizierverband Gießen Samstag den 20. September 1919 findet im Saale der „Liebigshöhe“ das diesjährige Neu eingetroffen: Großer Posten 1lurLXNr.41 —12tstgm Acker hinter dem Waldbrunnen an den Aeckern, fthir XXIII 9h. 179 - 1391 qm Acker aus die ^starb'.lrger Slratze u.den Badenburger Vusivsad. D«e Bedingungen können wsthrend den Amiostun- dcn 10— I2ttbr vormittags b. und clngcsehen werden. Gienen, ll. Dept. 1919. Hcsstscheö Qrtogerickt. I. B: Leo. Ktleidernähcn 8eg g. Bezahl, ansb. 2chr. lng.u.018133a.Gieü.An». Wäsche y. Slrilmple Lkltstil-Nllmmkr abznaeben. Schr. Anaeb. u. 018173 an d. Gies,. Anz. i Einen Steffel mit Gestell *um Honig« lochen au leihen gesucht. VabcreS Blu'nenaeschüft Wit!»»■», Babnhontr 45. Bekanntmachung. Die Rückgabe der Scheine über Verbilligung Jim Kohlen und Holz für Kriegsbeschädigte usw. hat tote folgt zu (w wbrn: Samstag den 20. d. Mts., vormittags von 8 bis 12 Uhr, Bezirk 1, 2 und 3; Montag den 2 2. d. Mts., vormittags von 8 bis 12 Uhr, Bezirk 4, 5 und 6, und nachmittags von 2 bis 4 -Uhr, BeNrA 7 und 8; DienStag den 23. d. Mts., vormittags von 8 bis 12 Uhr, Bezirk 9, 10 und 11, und nachmittags von 2 bis 4 Uhr, Bezirk 12 und 13. 107998 Giesten, den 18. Startern bet 1919. Der Oberbürgermeister (LebenSmittelamt). Bekanntmachnng. Gcmäst §33 unserer Satzung wird hiermü Mentlrch bekannt gemacht, datz der Zinsfuß für Einlagen, Wnächst für das Iabr 1920, auf JP/j vom Hundert hevabgesetzt Wochen ist. Butzbach, den 17. September 1919. 1075TD Mathildrnstist Butzbach (Bezittssparkhsse). Rühl, Steinhäuser, Grüninger. Direltvr.Rechirer. Kontrolleur. Rübenschneider Viehsiittkrdmxsec KtttoffklMetslhe« usw. M. Rosenthal Liebigstr. 13, Fernspr. 77 la Tafelobst liefert zum Einkellerr» zu billigstem Tagespreis G.Ä0lb,Weserstr.20. Alalktlisteiok liefern prompt waggon« weise Bebr. Kahl, Gießen, l kn es aber ni lunqer., bieS yerrchtet halt griffen sie en sie einen A Schauplatz \\ und der Hell weg, der un lid) soziald Kasino Mal als CnlWk „68 ging, vjtirnn barai [t’.-eiimer Di bang Grjbt; fite Zchan im uni, woraus ihm gfbDlat wurde, öänüdK Grenze bett. Mehrfach ntm ge'itehen ir itenillifc Anw SMciintggftanb Wen (stnnbinin «nn erfidrtf al ■ter feinen Ciji n ibw mit bet 2 Me» Wliches l vagaben vrn fRan lang wrgetrasien. ”!9 L. am nächsh trat, wurde n v Nkanm, angespiicst Auch einOv ' schreibt, e und seine Spitzel f>nnvalhie" habe m.ne "Tchauerge ^'ttveg sei schon grom eingetreten Munter den- y,°. bedenklis “r-Mr«über SW leine betont, wobei er V? und ihm I. 7 wdisch" Dan^ Zungen weiter: . „Als im »ac: H eifr Sie 3? Die e ^lersKde 'tvecklos da- z a?uklug 3 L-zÄx ^-r^ng Fngen A h)i f«- °