Samstag, 19. Juli 1919 169. Jahrgang Erstes Blatt in der Gliederung des Reiches un- ommijsär. tat. kommissär. ngsuu. mtifih: tat. eW 5. August 1919 erei Heuchelheim mb :r Votlzugskomniissi.'n ober 1919 vorgesehen falten zur Einsicht der eidung spätem Aus- ti der Bürgermeisterei rer eigentliche Kitt waren, der die Bundes- änder in ihrem Bestand zusammenhielt. Bismarck schreibt in seinen Gedanken und Erinnerungen: „Wenn man den Zustand fingierte, daß sämtliche deutschen Dynastien plötz- ich beseitigt wären, so wäre nicht wahrschcin- ich, daß das deutsche Nationalgesühl alle Deutschen in den Friktionen europäischer Politik völkerrechtlich zusammenhallen würde, auch nicht in der Form föderierter Hansestädte und Reichsdörfer. Die Deutschen würden fester geschmiedeten Nationen zur Beute fallen, wenn ihnen das Bindemittel verloren ginge, welches in dem gemeinsamen Standesgesühl der Für- ten liegt." Dieser fingierte Zustand ist nun aber wirklich eingetreten, und das „Bindemittel" der Fürsten ist wohl unwiderbringlich darin. Man kann vielleicht an die Wiederkehr der Monarchie in Deutschland denken, nicht aber an die Wiedereinsetzung der zahlreichen pochte man, so schreibt es, wünschen, daß die teilte durch Machtspruch anordnete, es lehnen, da ein Verschulden der Stadt Berlin nicht vorliege. Ferner sei nach der „B. Z." von der französischen Militärmission eine Note eingetroffen, die die Ablieferung des Gepäcks und Geldes des verstorbenen Manheim Forderungen FochS. Berlin, 18. Juli. (Wolff.) Die „B.Z " erfährt, daß die Antw o rt d e r deu tja)en : topograpM 23- W 1919 [iw lhnis nebst tis .rändert bleiben wie es bisher gewesen sei. i erfährt, daß die Antwosct• oetoeuiiQc diesem Standpunkt fehlt nur die Berück- Regierung auf bie Note des Marschalls ifchtiguna dessen, daß es keine Bundesfürsten IFoch in Weimar fertig gestellt sei. Sie werde D. 166 Ter Siebener Lnzelgn erscheine tagllch, eucher Sorm- und Feiertags. Itpgspreis: ^onatt.Mk.1.60. wertet- Irlich Mt. 4.60-, durch >tbhole- tu Zweigstellen lujnatl. Mk. 1.50; durch ^jePost ML. 4.50 oiertel- ährt. auSscht. Besteüg. erusprech - Anfthtüfie: ;"ir bie bchrötl eüunq 112 ^erla-,SdchLlitSf1«lle5t 'laschriÜfürTrabtnach- ichtau Lozetger tzie-e«. paßsch«ll»nto: raeffirt a. M. 11686 >Mg des Ausschluß gementnei steiidbaii Imabrnt Mt »-zeigen f. die Xttqrfnummer bis zum 9lad)mtttaq oarher ohuejedeVerdindtichkeit Preis für l mm Höfa für Anzeigen v.34mmBreite örtlich 15 Pi, auSivärtS 18 für Reklame, an zeigen von 70 mm Brette 48 Pf. Bei Platz- x>odcbrift20e/eHuffd)[ag. HauotschriiUefter: Aug. Goekz. Derantivortlich für Politik: Aua. Goetz, für den übrigen Leib Dr. Reinhold Zenz-, für ben Anzeigenteil: H. Bech sämtlich in Dieben Teur6«ne fordert. Frankreich und daS linke Rheinufer. Versailles, 18. 5?uli. (Wolff.) Vor dem Friedensausschuß der Kammer behandelte Ministerpräsident Clemenceau gestern die Frage der militärischen Sicherheiten für Frankreich auf dem linken Rheinufer und erklärte, Marschall Fach habe vorgeschlagen, Brücken köpfe am Rhein zu errichten, die von Ententetruppen gehalten werden sollen. Er betonte, daß der Oberieidherr der alliierten Armeen jede mögliche Freiheit gehabt habe, sich schriftlich oder mündlich vor dem Viererrat, vor der Konferenz oder vor dem Ministerrat zu erklären. Tas, was der Friedensvertrag vorsehe, genüge sür Frankreichs Sicherheit, selbst ohne Brüctenlöpfe, die Frankreich schließlich selbst hätte besetzen müssen und die auch politische und mili- Ärische Schioierigkeiten. nach sich gezogen haben würden. Nack seiner Ansicht gebe die vorgesehene militärische Hilfe Englands mnd Amerikas im Falle einer deutschen Herausforderung Frankreich genügend Sicherheiten. Wenn diese Sicherheiten fcfon im August 1914 vorhanden gewesen wären, wäre es nach seiner Meinung nicht zum Kriege gekommen. Tie Sicherheit sei so groß, daß Frankreich durch Gesetz die militärische Dien st zeit auf ein Jahr herabsetzen könne. Nachdem Clemenceau die Kammer vcrlaisen hatte, berichtete Bernard über die deutschen Kolonien. ♦ Aushebung der Blockade gegen Rußland. Basel. 18. Juli. Tie „Agence Centrale" meldet aus Paris: Ter Rat der Fünf beschloß gestern die Aufhebung -der Blockade gegen Rußland als Folge der beendeten deutschen Blockade. Ob diese Maßregel auch für die Gebiete, die noch im Besitze der Bolschewisten sind, gelten soll, steht noch nicht fest. Die Kämpfe in Rußland. Berlin, 18. Juli. (Wolff.) Nach einem Telegramm aus Wiborg begann, der „Prawda" zufolge, eine O ffen sive der Noten Armee gegen Denikin. Balschoff wurde von ihnen zuruckerobert. Bei Perm ntachten die roten Truppen 30 000 Gefangene, erbeuteten dabei Lebensmittel und Kriegsmaterial. Drei Regimenter der Armee Koltschaks sind angeblich desertiert. ♦ Postverkehr mit Amerika. N e u y o r k, 15. Juli. Das V e r b o t des Po st Verkehrs zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland ist von der Bundesregierung wieder aufgehoben worden. Aus dem Reiche. Tas Neichs-LiedluugSgefetz. Weimar, 15. Juli. Ter Haushaltsausschuß der Nationalversammlung setzte heute seine Beratungen über den Entwurf eines Siedelungsgesetzes fort. Zunächst berichtete Abg. Lecker (D. Vp.) über die Verhandlungen im llnterausschuß, in denen zum Aus- oruck kam, daß die, landesrechtlichen Vorschriften durch Reichsrecht nicht berührt würden. Es soll deshalb d.r landwirtschaftlich genutzte Grundbesitz in der Größe bis zu 100 Hektar unter bestimmten Voraussetzungen im Rcichsgesetz geschützt und eine entsprechende Bestimmung im § lo ausgenommen werden. Ter heffische Finanzminister hält die oor- geschlagene Regelung mit Rückicht auf die besonders gelagerten Verhältnisse in Hessen sür ungenügend. Es beftefa dort das Bedürfnis, den landwirffchaftlichen Klcingrundbesitz wieder aus standcsherrlichem Besitz auftusrischen. Tiefer ist ober nickt gleichmäßig verteilt, und wenn Besitz bis 100 Hektar zu diesem und zu Siedlungszwecken nicht in Anspruch genommen werden darf, so wird das Sftdelungsgesetz für Liessen wenig Wert haben. Vertreter Bayerns und der würltembergi- schen Regierung erklären sich, dagegen mit dem Vorschläge des Unterausschuss^ einverstanden, sofern feine Bindung des Siedeiungsbezirks erfolgt. Darüber, unter welcher Hcktargröße lMtdwirtschastlich/r Grundbesitz zu Si.delungszweckeu zwangsweis: in Anspruch genommen werden dürfe, fand eine eingehende Erörterung statt, an der sich Redner aller Fraktionen und wiederholt auch der preußische Landwirtschoftsminister beteiligten. Schließlich wurde zu § 15 mit knapper Mehrheit folgender Zusatz beschlossen: Landcsgesetzliche Vorschriften zur weitergehenden Förderung des Siedelungswesens und Beschaffung von Pachtland für lanfaoirftchaft- liche Arbeiter bleiben unberührt. Landwirtschaftlich genutzter Grundbesitz im Eigentum von Personen, deren gesamtes Eigentum dieser Art 100 Hektar nicht büerschreitet, darf zu Siedelungs- zwecken nicht enteignet werden. Ter letzte Satz hmrbe mit nur 14 gegen 16 Stimmen angenommen. Die Heimkehr unferer Kriegsgefangenen. Am 21. und 26. d. M. treffen je 400 schwer- verwundete Kriegsgefangene aus Frankreich ein. Als Beginn der Heimreise für die m der Schwei-- Jnteväerten ist der 21 festgesetzt Von (Ein Kompromiß über § 18 der versasjungsvorlage. Weimar, 18. Juli. Ter vielumstrit - tene Artikel 18 der Verfassungsvor- lage soll nach einem Kompromiß, das zwischen den maßgebenden Parteiführern vereinbart ist, folgende Fassung erhalten: Tie Aenderung des Gebretes von Ländern imb die Neubildung von Ländern innerhalb des Reickres durch Vereinigung oder Abtrennung von Gebieten setzt die Zustimmung der daran unmittelbar beteiligten Länder voraus und bedarf b?r Bestätigung durch Reichs- g e s e tz. Stimmen die beteiligten Länder nicht zu, so kann eine solche Neubildung durch Reichsgesetz erfolgen, weim sie durch den Willen der Deoöl- ferung gefordert wird und ein überwiegendes allgemeines Interesse sn> erheischt. Ter Wille der Bevölkerung ist durch Absttmmung der mahl- bereckt^ten Einwohner des Bezirkes fe Miste UM. Tie Reichsregierung ordnet die Abstimmung an, wenn ein Trittel der Wahlberechtigten es verlangt. .., In allen Fällen, auch wenn es sich nur um Abtrennung eines Teiles eines Bezirks (preußische Provinz, bayerischer Kreis ober ein nach der Landesgesetzgebung entiprechender Bezirk) handelt, ist der Wille der Bevölkerung des ganzen Bezirkes festzustellen Zum Beschluß der Gelnetsänderung sind drei Fünftel der Stimmen der zur Wahl der NAo- nalversammluna bereckstigten eingetragnen Wähler des abzutrennenden Bezirks nohoenbig. 9Zad) Feststellung der Zustimmung der Be- völkerung bat die Reichsregierung bie Abtvennung durck Reicksgesctz zu beantragen. Entsteht bei der Vereinigung oder Abtrennung Streit über bie Dermögensauseinandersetzung, so entscheidet hierüber aus Antrag einer Parier der Staatsgel-ichtshof für das Teutsche Reich. Als Uebergangsbestimmung wird der Artikel 164 a eingeschoben mit folgenbem Sufrüt: Tie Bestimmungen des Artuels 18, Absatz 2 bis 6 treten erst zwei Jahre nach Verkündigung der Reichsverfassmrg in Kraft. Deutsche Antwort auf die wochenröckblick. Wer nach der'Friedensunterzeichnung in putschen Landen umhergeht und nach aufkei- irendern neuem Nationalgefühl sucht, der sin- bet nicht viel. Auch die Trauer, die seine Stelle eingenommen haben sollte, erscheint beinahe i?fe in Lumpen. Es tut weh, zu sehen, wie jetzt Narschall Foch ob der Tötung eines französischen Soldaten, der in der S'richshauptftadt sich vermutlich herausfor- ternb benommen hatte, mit Herrengebärde der Stadt Berlin Sühne und Buße auflädt. Trotz Cid unterzeichneten Friedens und ungeachtet der doppelten Entschuldigung amtlicher deutscher Vertreter. Die Pariser Presse schimpft rü altem Hasse und schlägt nach dem alten ' rügelknaben, den Alldeutschen, die durch ihre letzereien den Berliner Zwischenfall veran- ißt hätten. Wäre dem so, dann würde die ^ochsche Note wohl große Entrüstung bei uns ntfesseln. Wir neigen aber stumm und leid- gewohnt das Haupt, und die Stadt Berlin schiebt wohl, trotz des vorläufigen Sträubens bet Reichsregierung, zuletzt gehorsam dem Franzmann die geforderte Goldmillion zu. 9 irgendwo zeigt sich in der Welt irgendwelche Achtung oder Ehrfurcht vor der Größe des Rutschen Unglücks. Allerdings hat das deutsche lolk nach dem Fall, den cs getan hat, keine gerade große und edle Haltung gezeigt . . . Die paar Masten und Fahnen, die deitt- sche Städte jetzt zu Ehren der heimkeh- nnden deutschen Gefangenen aufstellen, erscheinen mie ein schmales, bescheidenes, aber leuchtendes Band von Seelenzierde, bie wir uns noch bewahrt haben. Obwohl cs int deutschen Hause unwirtlich genug aussieht, berußen wir die ihrem harten Schicksal endlich Entronnenen in der süßen Heimat. Das ist bet Rest von stolzem Besitz aus der Glanzzeit des Reiches, es ist d i e Kundgebung, die uns jetzt allein noch wohl ansteht. Wir wollen uns trotz allen Elendes als Deutsche fühlen und »usammenfinden, an der Hoffahrt unserer j 'Mnde, die zur Befriedigung ihrer Rachsucht | unter unseren früheren Führern nach Schul- f öiqen greifen, unseren Nationalsiun wieder er» ’ wärmen. Sonst aber soll man sich von Demonstrationen zurückhalten. Für lärmende Massenproteste ist kein Ohr vorhanden. Am nächsten Montag, den 21. Juli, wol- !lc n die Sozialisten Frankreichs, Englands und 3laliens einen großen Protest-Generalstreik gegen den „Gew alt fried en" ins Werk setzen. Das ist gewiß für uns eine Genugtuung, deren Wert wir freilich nicht überschätzen dürfen. Denn die Wogen der all- Kmeinen Siegesfreude bei unseren Gegnern gehen doch höher als dieser sich in Schaum uslösendc Wellenschlag der internationalen Sozialdemokratie. Wir wollen ibn aber nützen, "otoeit wir können. Dazu ist es keineswegs nö- lig, daß wir ebenfalls die große Trommel rühren und die Hände feiern lassen; — wir nhöhen die Wirksamkeit dieses Welt-Gene- n streiks vielmehr am besten durch ein feierlich beredtes Schweigen. Wir erscheinen in der Uvlt nun einmal immer noch als Angeklagte; denn sich Zeugen und Sprecher zu seinen Gunsten erheben, tut der Angeklagte gut, sich still zu verhalten. Gegen wen wollten wir in Deutschland auch streiken? Gegen unsere Re- tierung, die den Gewaltfrieden nur unter dem 3ioang der Gegner abgeschlossen hat? Nein, ist genug gestreikt worden in Deutschland, kiesen Standpunkt hatte anfangs auch der .Vorwärts" eingenommen, aber der sozial- -clnokratische Parteivorstand hat es anders schlossen. Wo alles streikt, kann Karl allein nicht arbeiten. Die Unabhängigen gingen mit «gutem" Beispiel voran; die Mehrheits- lozialisten glauben nun für die Massen eben» falls populäre, das heißt grobe und plumpe Lolitik machen zu müssen. Als ob die Solidarität mit der Internationale irgendwie in piage gestellt worden wäre, wenn die deut- 'chen Sozialisten ihre Rolle auf ihre Weise gespielt hätten! Die „konstituierend^ Nationalversammlung ist noch bei der Arbeit, aber es fehlen ihr klare, praktische Ziele. Sie verliert, wie einst die Frankfurter Versammlung iit der Panlskirche, sehr viel Zeit mit theoretischen Erörterungen über Verfassungs- smragravhen. Es sitzt kein überlegener Reichs- baiumeifter in Weimar. Die liberale „Kölnische .Mtung", der die rheinischen Zentrumstreiber emg auf dem Leibe sitzen, schrieb gestern einen wenigen Artikel gegen die Schieber der vielen ^-ründungspläne. Preußen müsse insei- Mm alten Bestand erhalten bleiben, das Reich ifrtrbe sonst in die Brüche gehen. Aus dieser $ mfjerung des Blattes spricht auch nur wie- viel Trostlosigkeit, aber kein Trost. Fast :? «<-- < «mm >c Et i "bn Drainagen dlu-fch1ussi5 Münjfa GietzenerAnMer General-Anzeiger für Gberhefsen ZVillingrnmbbruck u. Verlag: Vrühl'sche Univ.-Vuch- u. Ztein-ruckerei R. Lange.Zchriftleitimg, Gesch'Zftsstelle ».Druckerei: Zchulpr. 7. diesem Datum ab werden alle drei Tage 500 Inter/ inerte in Deutschland an kommen. — Mit bet Heimkehr unserer Kriegsgefangenen und Intern rtierten aus Japan dürfte leider vor Weih^ nachten nicht zu rechnen sein. Ein Lazarettkongreb. Frankfurt, 17. Juli. Dem Lazacett- insassenkongreß im Palmengarten, der im Mai tagte, folgte jetzt ein zweiter. Nach langer Debatte über die Maßnahmen zur Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage fanden u. a. folgende Forderungen feste Formen: Erhöhung der Familienunterstützung um 100 Prozent unter Beibehaltung der Kriegshilfen; Schaffung einer Einheitslöhnung von 5 Mark mit Einschluß der nicht aktiven Offtziere und Beamten; gleiche Teuerungszulagen, wie sie den Beamten gewährt werden; Festsetzung des Beköstigungsgeldes auf 5 Mark; gleiche Lazarettverpflegung, wie sie die Regierungstruppen erhalten; Gleichstellung der Militär reute für Mannschaften und Offiziere, nämlich 1200 Mark Grundgehalt, 1200 Mark Kriegszulage, 900 Mark Verstümmelungszulage, alles pro Jahr und ohne Rücksicht auf Dienstgrad und Rang; Portofreiheit in jeder Beziehung; Bildung von Vertrauensräten, die, von den Kameraden gewählt, Sitz und Stimme in allen Sanitätsämtern, Regierungs- und Dienststellen des Landes haben; zurückkehrende Kriegsgefangene genießen die gleichen Rechte wie die Lazarettinsassen. Der Belagerungszustand über Pommern aufgehoben. Stettin, 18. Juli. (Wolff.) Die Verhandlungen im Oberpräsidium ergaben eine Uebereinstimmung zwischen den Vertretern der Zivil- und Militärbehörden und den Vertretern der Bevölkerung darüber, daß gegenwärtig ein Grund zur Aufrechterhaltung des Belagerungszustandes in der Provinz Pommern nicht besteht. Er wurde demgemäß auf gehoben. Die Kommissare glauben sich hierzu umso eher entschließen zu können, als die Vertreter der Arbeiterschaft die sofortige Aufhe» bung des Generalstreiks zugesagt haben. Dc» Bürgerstreik wurde als beendet erklärt. Aus dem besetzten Gebiet. Vom deutschen Nationalgesühl. Wiesbaden, 18. Juli. Deutsches Nationalgesühl! Was soll man da zu einer Annonce sagen, die das „W iesbadenerTag- blatt" am 13. Juli (Nr. 307) veröffentlicht. Der „Kristallpalast" gibt wörtlich bekannt: „Abteilung Nosenkavalier. Anläßlich des französischenNational- t festes beute Sonntag und Montag: Großer int. Blumenkorso mit anschließendem Ball. Feenhafte Dekoration. Reizende Ueberraschungen.^ Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder: diese Amwnce stammt mittelbar von den Franzosen und ist dem Besitzer des Vergnügungsinstitutes wie der Zeitung ausgenötigt worden, dann hat sich die Waffenstillstandskommission mit der Sache zu beschäftigen. Oder aber — was wir zu fürchten Ojrunb haben —, der Mann will sein „Geschäft" madjen, mit Deutschen und Franzosen, dann ... barm sollten alle anständigen Bürger und Bürgerinnen der immer noch deutschen Stadt Wiesbaden ihm das gehörig versalzen. G. Sch. Keine Vergnügungsfahrten auf dem Rhein. ch. Vom Mittelrhein, 19. Juli. Dia von der amerKanischen Besannngsfahörde ftei- gegebenen Rheindampfer bre Köln-Tüssel- dorfer Tampfsckiffahrtsgesellschäft kö nen jeder-nt wieder in Anspach genommen nrrben, da sie laut Vertrag ständig &ur Verfügung fielen müssen. Unter diesen Umständen iit zur Aufnahme der Sommcrsahrten keine Aussicht trjrfatnien, zumal auch das Anlegungsoerbot, die Pers^nalauÄveise, die Kohlennot usw. dem Verkehr der Personendampfer hinderlich im Wege stellen. Französische Schikanen. = Wiesbaden, 19. Juli. Die französische. Behörde hat den Abteilungsleiter für das Schalmeien des Regierungsbezirks Wiesbaden, Ober» regierungsrat Florschütz auf secfa Wochen zwangsweise beurlaubt, weil er ohne vorherig« „Genehmigung" der Franzosen Lehrer versetzt hat. Lehrer Müller von der hiesigen Volksschule wurde von ftanzösischen Soldaten aus der Schule weg verhaftet und schmachtet noch im Gesängnis, weil er in der Schule den Sohn eines Kellners, eines gebornen Franzosen, leicht gezüchtigt batte. Ter Vater, brachte den Lehrer zur Anzeige.^ Die französische Behörde begrünbet die Verhaftung mit dem Einwand, daß französische Kinder m Schulen nicht geschlagen roerben dürfen und datz darüber ben Wiesbadener Schulen eme,.Verorc^ nung zugegangen sei. In Wiesbaden tft I«wch von einem solchen Verbot nichts bekannt^. Bierstadt wurde der Lehrer Vrnz verhaftet. Grund: Ter Sohn des Lehrers hatte erneu ftan- zösischen Soldaten im elterlrchen Garten beim. Obstdiebstahl überrascht und geschlagen und istz reutschen Fürstenhäuser. Und doch darf das Reich nicht auseinande^fallen. Bismarck hat uns keine weitere Weisung und Lehre hinterlassen. Er hat aber in seinem interessanten Kapitel über „Dynastien und Stämme" zugestanden, „niemand werde die Frage mit Sicherheit beantworten können, ob der staatliche Zusammenhang Preußens fortbestehen würde, wenn man sich die Dynastie Hohenzol- lern und jede, die ihr rechtlich Nachfolgen könnte, verschwunden denkt." Einem solchen Preußen hätte er also auch keine große deutsche Mission zugetraut. Bismarck kritisiert auch die Entwicklung der territorialen Souveränität der einzelnen Fürsten und tadelt in diesem Zu- ammenhang die Unnatürlichkeit mancher deutschen Länderbegrenzung. Wir glauben uns nicht im Widerspruch zu Bismarcks Auffassungen zu befinden, wenn wir glauben, daß eine praktische Verbesserung der Gliederung des Reiches, die Beseitigung mancher Unnatürlichkeiten, gegenwärtig sehr wohl angestrebt werden kann. Der deutsch-nationale Gedanke wird in seinem Ausflug damit nicht gehemmt. Wir müssen doch hoffen, daß, trotz Bismarcks Prophezeiung, das deutsche Nationalgesühl die Fürstenhäuser überdauern und endlich die freie Bahn einschlagen wird, die auch andere kraftvolle Völker wandeln. Gefahren wie die früheren fürstlichen Rheinbundhändel liegen nicht mehr vor, wenn deutsche Stämme auf angestammtem Boden neues staatliches Leben aufbauen wollen. Für eine Neuauflage französischer Rheinbundpolitik fehlen in der heutigen Zeit doch die meisten Unterlagen und Vorbedingungen. Unter allen Umständen muß es verhindert werden, daß das vom Feinde besetzte linksrheinische deutsche Gebiet ein Pufferstaat wird, in dem sich die fremden Einflüsse ungehemmt tummeln könnten. mehr gibt, keine Dynastien, die nach Bismarck I der Zahlung einer Entschädigung an die Fa- ' mitte des Sergeanten Manheim zustimmen, Iaber die geforderte Kont ribu tion ab» ft Kamps um die Schule nach tnfi geistigen Waffen I r.>.Airnh ninnt bte Wrfrrhrrt hf» bl 4 ^MoÄbÄloMo Bteft.» B6H™ Biviol P|| po>ilo PüLfjl Mb Ac Sis iJJn. Dreh-, rvs«» r Sm Iftbili ?,rBeben pHät in ^ärbt, r'HaarÄ^'Hi. nannt. ** Aus b ent Militär-Wochenblatt, v. Harnier, Major im Drag.-Regt. 5, wurde der Abschied mit der gesetzlichen Pension, der Charakter als Oberstleutnant und die Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Draa.-Regts. 5 bewilligt. ** Von der Landes-Universität. Tas Vorlesungsverzeichnis der Universität für das Wintersemester 1919/20 ist erschienen. ** Aus dem Stadttheaterbureau. Es ist von vielen Seiten der Wunsch nach Wieder- holurrg der Operette „Schwarzwaldmädel" geäußert worden. Die Direktion hat sich entschlos- stm, noch eine weitere Aufführung zu veranstalten und zwar am kommenden Dienstag, 22. Juli. Da Frl. Wossidlo wegen Verheiratung endgültig aus dem Verbände unserer Bühne ausgcsck reden ist, wird Frl. Anni Sutter, die erste Soubrette des Franffurter Schumann-Operettentheaters in der Partie des „Därbele" diesen Abend gastieren. ** Oberhessischer Kun st verein. Tie Arbeiten der elf Berliner Zeichner sind erst heute eingetrossen, infolgedessen kann die Eröffnung der Ausstellung erst am kommenden Sonntag den 27. Juli erfolgen. An der Ausstellung sind beteiligt: Christophe, Finetti, Karner, Kvch-Gotha, Leonard. Schenrich, Simnrel, Stern, Trier, Wolff und Zille. ** Anlagenkonzert. Morgen konzertiert die Regimentsmusik bei günstiger Witterung vormittags von 11 bis 12 Uhr in bet Süd-Anlage. Der Musikplan sieht vor: 1. Feierliche Musik jaus „Parsifal" von R. Ragner. 2. Ouvertüre ur Oper „Oberon" von K. M. v. Webe» >. Melodien aus der Oper „Der Kuhreigen" von W. Kienzl. 4. Peer Gynt-Suite" von E. Grieg — a) Morgenstimmung, b) Aases Tod, c) Anitras- tanz, d) In den Hallen des Bergkönigs. 5. Armeemarsch Nr. 7 (L Ball. Garde 1806) bearbeitet von W. Voigt. ** Tie Auszahlung der Militär- versorgunasgebüh misse für den folgenden Monat erpolgt am 29. ober wenn dieser Tag auf einen Sonntag oder allgemeinen Feiertag fällt, am 28. des vorhergehenden Monats an den der Paketannahme gegenüber für die Rentenzahlung besonders eingerichteten Schaltern von 8—;1 Uhr vormittags und 2—7 Uhr nadMittags. Tie Zahlungsempfänger mit H- und die mit P-Quittungen erhalten ihre Bezüge an dem Schalter links, diejenigen mit R-Quittungen an dem Schalter rechts. An den übrigen Tagen tocvben MilitärSyersorgungs- gebührnisse an dem Briefannahmeschalter gezahlt. ** Weißmehl.und Nährmittel, die auf Grund vc.w Lrztlicljen Attesten zugewiesen wurden und bisher in der städttschen Verkaufsstelle, Asterweg Nr. 9, abgeholt werden mußten^ werden ab Montag den 21. d. Mts. in rvcnljiste'hendenl rpo 2 Zrrnkfurter s Wrotn Rudervec *libMaffia" ton ■ U Sennen bestehend öRennmi M Än bekannten Wt werden im In KcsÄneisterschast srai f. ™ in unterschätz« W/munen. Weitcrhü (4 W. Dbtzmch : wmt Mmturtenyn rimttag, teils Tonnt Md«, hat M. !>dwMblktmde Mann itoj Fechenhemer R »ochivimmverein „B, anzumelden. Kreis Friedberg. "Münster. 19. 3uti. Trc nut bot bereinigung zusommenhanzenboi ar««! nebnan bitr rinnt sntot $ottgw 3n ten dem vortgen Markte rn^tenen waren, >rnd d«> mal ausgeschlossen. Die Böck werden in zwei Kl cs. fen eingeteilt und bei der Versteigerung m bn Reihenfolge bet Katalognummern einzeln ausge. boten. Die Versteigerung findet toi eher in der fteb. scheune der Fürstlich Lichschen GutsoerwaitULa statt. Freihändige Verkaufe nach bet Versteigerung sind in diesem Jahre verboten. Näheres sich' Inserat. ** Christlich-soziale Arbeitsgemeinschaft katholischer Akadem:, ter. Gestern abenb fand im Saale des „Felsen- keller" bie Gründung einer christlich-sozialm Arbeitsgemeinschaft katholischer Akademiker statt ntii dem Zwecke, katholische Studenten und Stuben- timten sowie bereits im Berufsleben stehende Akademiker zur Pflege einer christlichen Welt- anschauung und zu theoretischer und praktischer sozialer Arbeit zu vereinigen. **TerJuxplatzander Lahn ist Samstag und Sonntag geöffnet. Neu erngetroffen ist Rusen- Sicherheits-Schaukel, 25 Meter Front, das größte Unternehmen dieser Art in Deutschland mit neue« Musikinstrument. 1 ** In den Schwarz-Weiß-Licht, spielen, Seltersweg 81, kommt ab heute bis einschließlich Montag eine große Bauerntragödii in vier Akten mit dem beliebten Charakterdarstelln Friedrich Kühne und Hedda Vernon in der Haupt, rolle, sowie das dreiaktioe Lustspiel „DaS fidele Gefängnis" mit Harry Siebte in bet Hauptrolle zur Aufführung. Landkreis Kietzen. Grotzfmer in Sich. O L i ch, 19. Juli. Gestern kurz na® 12 Uh, mittag, brach in der Heinrich Negerischen Eisschrankfabrik Großfeuer aus. Dü Feuer fand in dem großen Holzvorrat reiche Nahrung, so daß in kurzer Zeit der Maschinenrami mit Werkstatt in hellen Flammen stand. Dank bti energischen Eingreifens der hiesigen Feuerwehr konnte das Feuer überwältigt und auf seinen öeeb beschränkt werden. Der Schaden ist sehr erheblich, da viele wertvolle Maschinen und Geräte bat Flammen zum Opfer fielen. Soweit bekannt, iß der Schaden durch Versicherung nicht gedeckt. ** Klein-Linben, 19. Juli. Zu btt gestrigen Notiz über Kvmnrunalwahlen in Klein- Linden wirb berichtigend mitgeteilt, daß bi: am Mittwoch stattgefundene Versammlung wohl vorn der sozialdemokratischen Partei einberufen war, aber als öffentliche Bürger Versammlung galt. Sei der Kandidatur Luh handelt es sich nicht um bat Weichensteller 1. Klasse, sondern um den Unterassistenten Heinrich Luh. Eine Spaltung zwischen der demokratischen Partei besteht nicht. Von bieiet Partei wurden lediglich nur 2 Kandidaten (Sune lund Luh) aufgestellt. Der überwiegende Teil bei Versammlung sprach sich jedoch für die Kandidatur bleiben. Tie Weiterberatung wird auf 4 Uhr vertagt. NachmittagSsttzullg: Vizepräsident Haußmann eröffnet bie Sitzung um 4.10 Uhr. Abg. Beiermann (D. Vp.): Wenn es gelänge, die Einheitlichkeit des Lehrerstandes herbeizuführen und gleichzeitig dem ReligionÄmerricht den ihm gebührendOi Platz in der Schule zuzu- roeifen, so wäre alles geschehen, was man billigerweise von den Schulartiteln fordern kann. Die Ausschußsassung ist zum Teil überladen mit Dingen, bie nicht in die Verfassung gehören. Wir treten dafür ein, daß Bekenntnis- und Simultanschulen, .wo sie geschichtlich begründet sind, erhallen bieiben. Abg. Kuhnert (Unabh.): Wir verlangen volle Einheitlichkeit, Unentgeltlichkeit und Weltlichkeit der Schule. Was uns bie Vorlage auf dem Wege zu diesem Ziele bringt, ist nichts weiter als ein Bröckckren, eine winzige Abschlagzahlung. Abg. Philrpp (Deutsch-natl.): Tas Schulkompromiß wird nicht das Ende des Schulkampfrs, sondern der Anfang eines neuen Schulkampfes sein, der in die Schule hinein getragen wird. Abg. Tr. Luppe (2cm.): Das Kompromiß ist höchst unklar. Ter Schulkampf wird wciter- gehen. Ein besonderes Gesetz soll die Tinge rociter regeln. Dieses Gesetz wird nicht sobald kommen, und ich glaube, bie Sozialdemokraten werden auch ganz froh sein, wenn es nicht soweit kommt. Abg. Frau Blos (Soz.): Tie wellliche Schule, um bie wir seit Jahrzehnten kämpfen, ist infolge des Schnlkompvomisses möglich geworden. Wir Frauen und Mütter wollen den Begriff der Völkerversöh-nung in die Verfassung hinein- haben, damit wir nicht nochmals einen so furchtbaren Krieg erleben. Abg. R heinländer (Z.): Die freie Schule wird die Freude an der Arbeit wecken und pflegen. Abg. K a tz e n st e in (Soz.): Das Schulöom- pvomiß wird keine Konfessionelle Zersplitterung erzeugen, sondern im Gegenteil ihr vorbeugen. Abg. Haase (U.S.): Diese Vereinbarungen bedeuten eine glatte Unterwerfung unter das Zentrum. Alles, was das Zentrum gewünscht hat, hat es bei diesem Kompromiß durchgesetzt. Abg. Hofmann (Z.): Tie Konfessionsschule soll nicht den Haß schüren, sie soll die Versöhnung predigen. Abg .Weiß (Dem.)Warum haben Sie (zu den Soz.) das Kompromiß wieder fallen lasten, das im Ausschuß unter Mitwirkung sämtlicher Parteien zustande gekommen war? Nur desl)vlb, weil eine andere Parteigruppierung eingetreten wäre und weil das Zentrum in \dyc kluger Weise die Situation ausnutzte, um noch mehr ZugestLnd- niste für sich herauszuholen. Damit schließt die Besprechung. Vor der Ab- ftrrmnung bezweifelt Abg. Luppe (Dem.) die Be- chlußfähiakeit des Hauses. Der Namensaufruf ergäbt die Anwesenheit von 218 Mitgliedern. Das Haus ist also beschlußfähig, da dazu die Anwesenheit von 212 Mitgliedern erforderlich ist. In der Abstimmung werden die Artikel 139, 140, 141 und 142 in der Ausschußfassung angenommen. Ans Anttag Katzen- tein (Soz.) mit der Hinzufügung zu Artikel 142, daß -nicht nur in den Volksschulen, sondern auch in den Fortbildungsschulen Unterrichts- und Lernmittel unentgeltlich sind. Tie Arttkel 143—146 werden in der Fastnng des Kompromisses nach dem Antrag Loebe-Gröber gegen die Stimmen der beiden rechtsstehenden Parteien, der Demokraten und der Unabhängigen angenommen. Hinzugefügt wird dem Kompromiß noch die Bestimmung, bah neben der Staatsbürgerkunde und dem Arbeitsunterricht auch die Volkswirtschaftslehre Lehrgegenstand in den Schulen sein soll. Alle Abänderungsanttäge werden abgelehnt. Nachdem schließlich Arttkel 147 (Denkmalschutz) angenommen ist, wird die Weiterberatung vertagt. Nach längerer Geschäftsordnungsdebatte einigt sich das Haus auf Beendigung der Verfassiungsberatung aM Montag und Dienstag. Die große politische Aussprache beginnt Mittwoch mit den Reden der Minister. Nächste Sitzung Samstag 9Vz Uhr: Zahlung der Zölle in Gold und kleinere Vorlagen. Schluß 8V< Uhr. 1 Parteien,^ «ii« i"”*! flb eaW1; Mnns BSitat hcmano * »Mistigkeit w If’ hrssen-Nc 1 inttrnationo LtianoU Strei iß, wird stranm K M sozialiltiicte Ejduiten 'Scrtraut L lediglich die Lera fojrötiye in Srmtfhir Missten Eisenba Ewta. W MS Manger hshtn. Tie Stabt gt L NrÄs vor En ktoejenntg von Km br.lflüi Rimbübei -Marburg, 19. L kor; lag drang eine $ । Wz Körle ein u weilende Lel Lotiw sich ein Kamps Hit iinb ihr Mann 1 V Lie Spur der Rar Mafiel, 19. JA W te Schulhaus in Wm Genau bim ■u ttrarbe geschlossen. -Mistes. Abg. Groeber (Ztr.): Die Regierungsvorlage enthielt nur einen einzigen kleinen Artikel. Der Ausschuß bat durch seine tiefschürfende Arbeit einen ganzen Abschnitt über die Schtulfrage ausgearbeitet. Das Zentrum hat an dieser Erweiterung tztach Kräften mitgearbeitet. Bezüglich des Religionsunterrichts ist es schon im Ausschuß gelungen, eine Lösung zu finden, bie wir als eine ausreichende und genügende anzuerkennen vermocht haben. Abg. ©et) rert (Dem.): Der Schulkompromiß hat zu unserm größten Bedauern die Aufrichtung der staatlichen Gemeinschastsschule verhindert. Man hat uns fälschlich die Schuld aufgeladen. Vor dem letzten Kampf sind wir ausgeschaltet worden. Wir lehnen die Verantwottung für das Ergebnis ab und betonen gleichzeitig, daß wir unsere Ausschaltung als ichmerzlich empfunden haben. Tas Zentrum hat m dem Kampf um die Schule die schärfste Waffe ausgespielt im Hinweis auf die Unversehrthett des Reiches. Das Zentrum hat wesentliche Zugeständnisse erreicht. Die Sozialdemokraten haben zwar die religionslose Schule im Prinzip erreicht, aber auf Kosten der Schule: denn an die Stelle der Staatsschule tritt die zerklüftete Weltanschauung, die zu roeiteoer Zerklüftung führt. Mag es nun werden rote es will, ich wünsche der Volksschule das Beste. Abg. Traub (T-Natl.): Das Kompromiß ist unnatürlich. Wir halten bie ursprüngliche Regierungsvorlage für besser. Tas Kompromiß ist eine Verschlechterung. Es bedeutet die Zertrümmerung des einhelllichen, nationalen Schulwesens. Unterstaatsfekretär Schulz: Eine staatliche Einheitsschule werden wir nicht haben, solange der Charakter des Reiches nicht einheillich ist. Ter bann tdi=s Fur cht vor Bestrafiumq ms «nbesetzte Gebiet geflüchtet. Ein Zwischenfall in Mannheim. ft. Mannheim, 19. Juli. Zu einem aufregenden Zwischenfall kam es am Dienstag abenb bei der Rheinbrücke. Die Darstellungen der Mannheimer Blätter gehen in der Schilderung der Angelcgenhell auseinander, soviel scheint aber festMstehen, daß Mädchen mit schwarzen Franzosen pich einließen, woran eine größere Menschenmenge Anstoß nahm. Eine Frau wurde von der Menge ans bem Wachlokal herausgeholt iinb verfolgt. Vor bent Schloß kam es bann zu einem derartigen Auflauf, baß die dorttge Wache glaubte, es handle sich itnt einen Putsch. Sie warf einige Handgranaten, worauf bie Menge auseinanderstob. Daß die Entrüstung der Menge nicht ohne Grund war, geht daraus hervor, daß die Frauen oft die ganze Nacht in bem Wachlokal der schwarzen Franzosen zubrachten. Schmugglrrlos. ---Worms, 19. Juli. In der hiestgen Gemarkung wurden zwei Schmuggler, die auf den Anruf französischer Soldaten nicht stehen blieben, e r s ch 0 s s e n. Bei Bodenhetm traf einen Schmuggler das gleiche Schicksal. --Idstein, 19. Juli. Der Landwirt Karl Ries aus Esch wurde im Tiefenbachtal, als er für Schleichhändler Waren ins unbesetzte Gebiet fahren wollte, von französischen Wachen durch einen Schutz in die Brust lebensgefährlich verletzt. Seine Pferde, der Wagen und die Waren wurden von den Fraw- zosen enteignet. = Cronberg, 18. Juli. Domi König- fteinet Militär-Polizeigericht wurden zahlreiche htesige Einwohner, die Lebensrnittel ins unbesetzte Gebiet auszuführen suchten, zu empfindlichen Geld- urtb Gefängnisstrafen verurteilt. Der von den Franzosen als Führer von Lebensmlltelschmugg- lern bezeichnete Weißbinder Ludwig G e t n b a r b t erhielt drei Monate Gefängnis und 4000 Mr. Geldstrafe, ein gewisser Adam Müller zwei Monate und gleichfalls 4000 Mk. Aus Heflerr. H.T.K. Darmstadt, 17. Juli. Dte Gründung eines Demokratischen Bauernbünde s für Hessen im Anschluß an den Deutschen Bauernbund steht bevor. Eine große Anzahl vm Mitgli»dern hat sich bereits angemdbet Deutsche Nationalversammlung. 60. Sitzung. Freitag den 18. Juli. Am Regierungstisch: David und Dr. Preuß. Präsident Fehrenbach eröffnet bte etfcung 9 Uhr 45 Minuten. Abg. 2 aber rett» (D. NM.) fragt, was bte Regierung zu tun gebende gegen die Versuche, bie Absetzung mißliebiger Beamten bur chAngehörige nmngen entfernt werden tonnen. Abg. von Gräfe (D.Natt.) fragt ergänzend, waS gegen bat mecklenburgischen Minister für VokkseNtähamg getan werden würde, der nach seiner Erttärung nur Beamten von ausgesprochen sozialistischer ober demokratischer Gesinnung rav* stelle" wolle. Geh. Rat Freiherr ttoU Welser: DaS tst-me vollkommen neue Frage, auf bte bre Regreruns nicht antwortet Abg. Hamp« (D.Natl.) fragt, was dieReichs- regimmg zu tun gebetete, um bem immer mehr umsichgreisenden Glücksspiel nachdrücklick! entgegenyuirden. Die bestehenden Strafgesetze versagen. Bei den Interpellationen Heinze (D. Vp.) und Arnstadt (T.-N.) bett, die Landarberterstreiks erregt der Vertreter des Reichsarbeitsministerrums Tr Levy den lärmenden Unwillen der Versammlung durch seine saloppe Haltung, in der er Auskunft zu erteilen sich anschickt. Tie Jnterpellattonen werden demnächst beantwortet werden. Tas Haus setzt seine Beratungen des Verfassungsentwurfrs bä dem Abschnitt Bildung und Schule fort, zu dem der bereits veröffentlichte Schulkompromrß als Antrag Löbe, Groeber u. Gen. vorliegt. Reichsmrnister des Innern Tr. David: Mit der Vereinbarung, bie in bem Kompromiß zwischen zwei gwhen Auffassungen getroffen ist, wirb sich auch bie Regierung einverstanden erklären. Hoch- bedeutsam ist, baß Kinder unbemittelter Eltern Erziehungsbeihilfen erhalten sollen. Abg. Schulz- Ostpreußen (Soz.): Wrr haben keine Veranlassung uns über bas Schulkompromiß besonders zu freuen. Vom pädagogischen Standpunkt aus wünsche ich nicht, daß die Schule in die politischen Streitfragen hineingezogen nnrb. Ich empfehle ohne Ueberschwung, aber auch ohne Ge- wissensbedenten die Annahme des Schulkompro- Atts Stabt und Land. Gießen, den 19. Juli 1919. Gießener Volkshochschule. Der borläufige Arbeitsausschuß hat die Vorbereitungen so weit geförbert, daß er zu der öffentlichen GründungsVersammlung am Donnerstag den 24. Juli, abends 81/* Uhr, in ber Neuen Aula ber Universität ein toben tarnt. (Siehe Anzeige.) Die Gießener Volkshochschule ist nicht zu verwechseln mit Bolkshochschul kursen, wie sie im Auftrage bes Landesamtes für das Bildungswesen von ber Zentralstelle zur Förbemng ber Volksbildung in Hessen im vergangenen Monat für Arbeiter und Angestellte auch in Gießen veranstaltet würben. Ste ist jebermann ohne Ausnahme zugänglich. Ihre Bevanstaltungen finden in den Abendstunden statt, so daß jeder Hörer den Besuch mit seiner beruflichen Tätigkell ohne Schwierig kett be Deutbaren kann. Die Gießener Volkshochschule will vor allem eine Bildungs- gemein schäft sein. Desl;alb richtet sich auch die Wahl ihrer Lehrstoffe nach ganz anderen Gesichtspuntten. als bei den erwähnten 14tägigen Kursen. Die Gießener Volkshochschule soll ferner eine dauernde Einrichtung werden, die in regelmäßigen Semestern ihre Arbeit leistet. Tie Gießener Volkshochschule ist berufen, eine merkliche Lücke in den Bildungsbesttebungen unserer Stadt auszufüllen. Das Bedürfnis nach Erweiterung des Wissens und nach Verttefung ber Bildung hat weiteste Kreise erfaßt. Das beweist die lebhafte Teilnahme an ähnlichen Veranstaltungen und der schon oft laut geworbene Wunsch, sie im ©inne ber Volkshochschule auszubauen. Die Ausfuhr von Lebensmitteln aus dem besetzten Gebiet. Durch bie Interalliierte Kommission ber Rheinlande ist die Blockade Deutschlands vom 12. einschließlich an aufgehoben worden, mit Ausnahme von einigen eBschränkun- gen, welche verschiedene chemische Produkte, Edelmetalle, gemünztes und ungn^inztes Gold und Silber und ausländische Wertpapiere betreffen. Infolgedessen kann die Ausführung der Lebensmittel ungehindert vor sich g e h e n. Es sind in dieser Hmsrcht keiner la Rapiere §=i Anzeige. _ m ♦* Schafbockversteigerung. Die Besichtigung der zur Schafbockversteigerung in Lich nngemelbeten Schafböcke durch Sachverständige ist abgeschlossen. Infolge strenger Auswahl verringerte sich die Zahl der zu versteigernden Böcke aut ungefähr 50 Stück. Bei der Auswahl ließ sich die Immission von dem Grundsatz leiten, daß nur beste Tiere aut den Markt kommen dürfen. Die stvmge Auswahl mag manchem Züchter als Härte 'chÄnen, sie ist aber nötig, wenn die oberhes- che Schafzucht gehoben und das vom oberhess chafzüchterverein erf Lich aus. Kreis Alsfeld. M. Alsfeld, 18. Juli. Gestern nachmittag hielt Prof. Tr. Kinkel im „Deutsck)en Kaiser" den letzten seiner sechs Borträge über bas Thema: „Schicksal und Charatter". Tie Menschheit müm eine Entwickelung der Kultur zur vollkommmm Schönheit durchleben. Mitarbeiter an bem Enthüllen bet Welt seien Fichte, Goethe und Schilstr. Es sei ein Irrtum, anzunehmen, der Cbarakia sei unwandelbar. Leben fei Entwicklung. Des Hub sei es auch Torheit, von guten ober bösen Menscher! zu sprechen. Es könne dies höchstens nur twnj einzelnen Seiten des Charakters gesagt toetten,' Tie Charakteren würden sich daher auch gr»r* seitig nicht ausheben. Deshalb fei eS aiun ca Unrecht, wenn Völker ober Krtchengemeinschaste, sich die gegenseittge Achtung versagten. Genau bat« selbe gelte auch für das Privatleben des Etnzrinert Ter Begriff Schicksal sei ebenso wie bas Wort Charakter recht vieldeutig. Bei den alten Völlem habe es die Bedeutung ton äußerer Macht gehabt, bie sogar über die Götter geherrscht habe. T« neuere Zell sehe im Schicksal all die ungrluN Probleme, die unser Leben erschwerten. Aiiette und Leidenschaften dürften nicht zu unserem Schll' sal werden. Um groß zu werden, müsse nasl Großes erleben. Im Glauben an die Zukunft Üc- die Rechtfertigung Gottes wie die des Menschca- An den Vortrag schloß sich nun eine rege Aussprache über die sechs Vorträge an. ObcrwaW direkter Hensiug - Alsfeld eröffnete fte. Es te teiligten sich daran Pfarrer Möbus-AM und Pfarrer Hoffmann-Hopfgarten. Mll te Hoffnung auf frohes Wiedersehen schloß Schulla Huff die Aussprache Kreis Lauterbach. = Lauterbach, 18. Juli. Bor eiriefli Tagen wurden einem fast erblindeten Kriegsrnt« liden aus seinem^ Garten sämtliche Erdbeeren 6» stöhlen. Die Diebe waren so fteundlich, ihre Vinte»'! karte zu hinterlassen, denn einer verlor ber M Tat ein Notizbuch. Dadurch kamen die Täter yw hus — Ein Schreiner eines benachbarten Deri!^ ffihr in den Wald, um seine gesteigerten ßtnWj stämme zu holen. Da der eine gestohlen toar, fal^l er sich kurzer Hand einen anderen Stamm, füllen der Förster schläft nicht. Als er nach Hause lori ffndet er schon den Forstmann vor, der nun « ^Messung des Stammes vornimmt. I 4b Wallenrod, 19. Juli. Beim Swela mll emer Schrtßwaffe traf hier em 14ilrtM Junge ctwm anberen Jungen mll der Kugel l«! Bein, so daß er sich m ärzllrche Behandlung Lauterbach begeben mußte. Kreis Schotten. . j qu. Ober-Lais, 19. Juli. TieJuge'iS' Vereinigung Ober-Lals-GlasYättr'. veranstaltet am Sonntag den 3. August un -uawi bei Ober-Lais ein großes Jugend fest. Mittelpunkt des Festes steht dre Aufführmm drei Volksszenen aus Schülers „Wrlh.rte Teil". Es sind dies die Apfelschuß-, OtW* Tod- und bte Rütti-Szene. Tie Darsteller W Mädckpen, Jungen und Männer aus Ober-Late Glaslstitten. Tie Hauptrolle- des Wühelm 2L spielt der beliebte erste Heldendan'.eller vom MaD zer Stadtthcater Otto Laubrnger, berget Kind, ein Sohn des in Worms verftor^Ji Lehrers Laubinger. Die Kostüme stellt das ÖriW , Landesthcater in Darmstadt auf Anregung ^! Bilbungsministeriums. Tie Gesamtern'lrwter 1 liegt in den Händen des Dltekwrs MerZ^,^ Heidelberger Stadttheater, der auch du Rotte R Geßlers übernommen lyat. Näheres totrb Farmt gegeben; es ist ratsam, wegen des -u tenden Andranges den Besuch von Schutm I Vereinen schon jetzt an Pfarrer Wcidner-Ober I R'i-BMIg I II Klein handelsgesck)äften ausgegeben: Nährmlltel: Adami, Gebr., Vläusburg, WeißmeA: Arnold, Heinr. II., Karser-Allee. ** Ein Le be ns reichen der Braven von Scapa-Flow. Bon der Besatzung des Torpedobootes 8 132, das in Scopo-Flow interniert war und dort versenkt wurde, traf gestern die erste Kunde von dem Obermattosen Alfted Kohlhase bei seinen Angehörigen hier ein. Tie Besatzung ist in dem Gefangenenlager Gvbv - ven bei O swastr Y (bei Schrewsburh) untergebracht und wurde von den Lagerinsassen mit großer Freude begrüßt. Tie Nachricht von der Versenkung der Flotte wurde mit gleichem Jubel ausgenommen. Tas Aussehen ber Gefangenen sei Stt, doch erwarten alle mit großer Sehnsucht den ag der Heimbesörderung. Ter Brief ist vom 25. 6. dattert. Die Seeleute haben daher sogleich mit der Heimat in Verkehr treten können, während eine amtliche Meldung über den Aufenthalt der Besatzungen von den Engländttn bisher nicht zu erlangen war. Tie Ungewißheit über das Sck)ick- sal der gefangenen Besatzungen ist nunmehr behoben. ** Schuhdiebstahl. In der Nacht zum 18. Juli wurden aus einem hiesigen Schuhgeschäft in ber Friedrichstraße mehrere Paar Herren- und Damenfchnürschuhe entwendet. Darunter befand sich ein Paar orthopädische Herren- Schnürschuhe Nr. 42 mit Korkeinlage. Vor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mittrilungen nimmt die Kriminalabteilung entgegen. ** Hesediebstahl. Am 18. Juli, abends 8l/s Uhr, kamen hier am Bahn Hofsplatz zwei Kartons mit 50 Pfund Hefe abhanden. Die Hefe- Pakete tragen die Aufschrift Preßhefefabrik „Hanscff' Neunkirchen, die Kartons Konrad Bender, Gießen. . , ** Besondere Abteile für Kriegsversehrte. Der bequemen Beförderung der Kriegslnschabigten widmet die Eifenbabnverwal- tung die größte Ausmerksamkell. Wo sich ein Be- dürwis zeigt, werden befonbere Abteile für Kriegsbeschädigte eingerichtet. Die Abteile sind als Abteile für Kriegsbeschädigte bezeichnet. Wo keine besonderen Abteile freigehalten werden, ist das Zugbegleitpersonal angewiesen, unter allen Umständen für gute Unterbringung der Kriegsbeschädigten bemüht zu sein, sei es durch Anweisung eines Sitzplatzes ober durch Aufnahme einzelner Persorren in das Dienstabteil. Bei Platzmangel in» einer Wagen klasse kann auf Anordnung des Aufsichtsbeamten ober Zugführers den Reisenden zcittvcilig ein Platz in der nächsthöheren Wagenklasse ange= wiesen werden. Diese Anweisung ist besonders für Kriegsbeschädigte mit Bein- und Fußverletzungen erneuert toorbrn. Den beteiligten Beamten ist nochmals zur Pflicht gemacht worden, den Kriegsbeschädigten und namentlich den SchTOerverletzten, bei ber Beschaffung eines Sitzplatzes in jeder Weise behllflich zu sein. Man kann aber nicht den Schwerbeschädigten allgenvein erlauben, bet Ueberfüllung ohne weiteres eine höhere Klasse zu benutzen. ** Tie Nähstube für Kriegs für sorge, Walltorstraße 24 I., tarn an jedermairn noch Jop- penstvff, 1,50 Meter breit, zum Preise von 22 Mk. der Meter, sowie Männerunterlwsen zum Preise von 12 Mk. und Ersttingsjackchen zum Preise von 3 Mk. das Stück und Nahgarn abgeben. Siehe Kampf um die Schule nach tnfi geistig« WaffenI ** Amtliche PersonalnaArichten. ausgefochten werden und wenn bte Mehrheit deS 1 Der Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lampert- ifl in Würzburg entftrndt Tiefer Ernst Wille und mit tBermitroortimg 5freu dig-> uhermg nitft gebtdt Sport. (=- Goetheschule l Reelflaff., verb m.vorschule, ett.EinjährigenzeugwI J^ÜO nichts alskdo Verlangen Sie bitte nur Schuhkrem Pilo! Wir nehmen schon jetzt (05752 Aufträge in 8257c eblt 014064 verkauft. zu verkaufen 8465 Steinweg 2L 8467 Wnöänötr Schlitz «Hessen.« 1 .Slauleiod. Herben*. 8431 SuiixnitrntGi imb einiger ' Jüngerer Schüler find, liebevolle Aufnahme mit voller Pension. Schriftl. Angebote unt. 014129 an den Eießen.Anzeig. erbet. Io Mo Pilo Pi Pilo Pilo Pilo Io Pilo Pilo Pi Mio Pilo Pilo Pilo Pilo Pil Wo Pilo Pilo pfehlungen| Vein-Essig mach-Essig re bester Qualität. AMtBItAbLÜK Charlotten borg o Central Drogerie, Schitlnroße. «i.,PlagwitzerStr.5. (W * ftrts Per tret, gesucht bk ’t'. «Kit... r ••.. s ... w** Berlin, 19. Juli. Zur Entsendung deutscher Z ivi l a r beite r für Nordfrank-^ reich wird in der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" ausgeffll-rt, daß seitens der deutschen Regierung, die stets betont hat, daß sie die schon 1918 über» roommenc Verpflichtung loyal aussühren wird, an Modbeimcr Straße 6, neben MöserS Oelmllhle. Pilo Pilo Pilo Pito Pilo Pilo Pilo Piio Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pi Ho Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo Pilo P'l mrrstag drang eine Räuberbande in das Maus Körle ein und übersiel das hier Raubüberfälle. ^-Marburg, 19. Juli. In der Nacht zum Mitarbeiter an ben Me, Goethe und Ä Düngekalk z. Herbstbestellg. entgegn können a. W. a. sos. liefern. Wemper & Sp esmacher, BieBen, Blelehs’.rasse 16, Telaioa 277. AMBI- Dachstein-Maschine für Handbetrieb arbeitet reich, sparsam nnd znwedisdg Slaälthealer Gießen. Leitung Herrn. Ste'ngoetter Dienstag den 22. 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Alexander Schnütgen Neues von Franz Schreker. Chamberlains Weg nach Bayreuth. — Unsere Kunstbeilage. Wettervoraussage für Sonntag: Wolkig bis freiter, Gewitterneigung, Temperatur «wenig geändert, westliche Winde. Hciratsgtsiich. Landwirt, 33 I. alt, will mit Dienstmädchen, das Landwirtschaft kann, oder LandwirtSiochtor in Verbindung treten zwecks spät. Heirat/ etwas Vermögen erwünscht. Witwe ohne Kinder nicht anS- geschl. Schr. Angeb. mit Bild u. 014009 a. d. G. A. cBild wird wieder zurück- gesandt.) Anonym zwecks. Landaufenthalt für löjährig. Jungen auf 14 Tage in d. Ferien ges.r am liebst, bei ein. Pfarrer ob. Lehrer. Angebote mit Preis-Angabe an Prof. Lambv, Gienen, Großer i ja Entwicklung.^ guten ober Wen • biet W»» Mt lharaktcr^ m \x& W «M z Privatleben des । sei ebenso wie utia. Bei den olUj Vorträge Letzte NackrLcbtsn. Das Programm der Nationalversammlung. Weimar, 18. Juli. (WTB.) Der Ael- testenausschuff der Nationalversammlung beschloß, am Dienstag die programmatischen (Srfiärungcn des Ministerpräsidenten und dos Reichsministers des Aeußern entgegenzunehmen, für den Fall, daß Aussicht besteht, die zweite Lesung des Verfassungsentwurfes am Montag zu beenden. Sollte nach dem Gange der Verhandlungen diese Wahrscheinlichkeit nicht eintreten, so soll die zweite Lesung des Berfassungsentwurses unterbrochen ünd bereits am Montag in die große politische Aussprache cingctreten werden. Am Sainstag werden lediglich kleinere Vorlagen zur Beratung stehen. Bei dem ausgedehnten Arbeitsprogramm der Nationalversammlung wird mit der Möglichkeit einer Tagung bis Ende August gerechnet. Die Abstinnnung in Schleswig. Versailles, 18. Juli. (WTB.) Die französische Regierung wurde durch eine deutsche Note darauf hingewiesen, daß nach Artikel 109 des Friedcnsvertrages Militärperionen der deutschen Armee, die aus der Abstimmungszone in Schleswig stammen, zum Zwecke der Teilnahme an der Abstimmung die Rückkehr in den Heimatsort zu ermöglichen sei. Unter diesen Begriff fallen auch die zur Zeit noch in Gefangenschaft befindlickxm deutschen Heeresangehörigen aus Schleswig. Da bereits zehn Tage nach dem Inkrafttreten des Vertrages die Abstimmungsfrist zu laufen beginnt, wird die Durchführung der obigen Bestimmungen für die Gefangenen aus Nordschleswig in Frage gestellt, wenn nicht jetzt schon ihre Rückkehr in die Wege geleitet wird. Tie französische Regierung wurde deshalb gebeten, baldtunlichst die notwendigen Maßnahmen in dieser Richtung zu treffen. Die Auslieferung des früheren Kaisers. fassender Werfe in br Wege geleitet worden sind» und die Entsendung deutscher freier Arbeiter möglichst zu beschleunigen und in engstem Einvernehmen mit Arbeitnehmer- und Arbeitgeber verbilden den zur Erfüllung dieser nationalen Pflicht nach Nordfrankrrich Gehenden günstige Arbnt> bcdingungen und genügenden Schutz ihrer txrföit- lichen Sicherheit zu gewährleisten. Die deutsche Regierung hofft, daß es gelingen wird, genügend Arbeiter hierfür zu finden. Es dürsten etwa 150 000 Mann in Frage kommen. Marschall Foch in London. Paris, 18. Juli. (28TB.) Havas. Marschall Fach wird sich nackt London begeben. Er hat gestern abend in Begleitung des Generals Weygand Paris verlassen. Der Fall Manheim. B e r l i n, 18. Juli. (WTB.) Die Antwort der deutschen Regierimg auf die Note Fvchs gegen die Tötung Manheims ist bereits abgegangen. Es wird darin darauf hingewiesen, daß einem Teile der von französischer Seite ausgestellten Forderungen, insbesondere wegen der Einleitung einet' Untcrsuchungsversahrens gegen die Täter, SnO schuldigung und Uebernahme der Kostet der Beerdigung bereits vor Eingang der Note Ge In ü gc geschehen sei. Tie für die Familie des Getöteten beanspruchte Entschädigung wurde, obwohl eine Rechtsverpflichtung dazu nicht beiteht, ' aus Entgegenkommen zugestanden, dagegen lehnt die deutsche Regierung die Bestrafung ■ der Stadt Berlin mit einer Buße von einer Million Franken als völkerrechtlich unbe- gründet ab. Für den Fall, daß die französische Regierung sich hierin dem deutschen Rechtsstand- puntt nicht anschließt, wird jedoch angeboten, die Frage einem gemis chten S chiedsgerrcht zu unterbreiten. Der internationale Strciktag. A m st e r d a m, 18. Juli. (WTB.) Ter „Tele-- gram" melvet aus Paris: Der allgemeine, Slv beiterverband hat mit Rücksicht auf die Oppchition des Personals des öffentlichen Dienstes, besonders der Angestellten der Eisenbahnen und der Post beamten beschlossen, daß öffentliche Dienste nicht an dem allgemeinen Streik am 21. Juli teil nehmen sollen. Amsterdam, 18. Juli. Der „Telegraast meldet: Die niederländische Gcwerkschastsvereini- gung wird sich an dem Demonsttationsstteik am 21. Juli nicht beteiligen. Trennung von Kirche und Schule in Braun schweig. Braunschweig, 19. Juli. (WTB.) In der Bramischwrigischen Landesversammlung wurde in namentlidKr Abstimmung mit 39 gegen 13 Stimmen die völlige Trennung von Kirche und Schule beschlossen. Samstag den 19. Juli 1919, abends 8 Uhr oiliz. Kneipe Um recht zahlreiches Er« scheinen wird gebeten. 014072 Der Vorstand 0.0. Ortsgruppe Gießen. Sonntag, 20. Juli 1919 91 usfiug nach demJagd» schlösxchcn (Dutenhofen). Treffpunkt 2.30 nachm.am Hotel Schütz. Für Nachzügler Abfahrt 2.52 und 3.41 Richtung Wetzlar. 8447c Der Vorstand feit und Pflichtgefühls am Neubau des Reiches mitznarbeiten beseelte auch die Studentenschaft. An den beiden ersten Tagen fanden Beratungen über Vorschläge zur Nougestaltung des HochsckMl- unterricksts und über Maßnahmen zur Hebung der NTirtsckafrlichffvzialen Notlage der Studenten statt. Bern, 18. Juli. (WTB.) Nach der Chicago Tribüne" haben sich die Amerikaner, Japaner ---------- - und Italiener offen gegen die Aus- dec Hand der von den Alliierten angegebenen l i e fe r u n g des Exkaisers ausgesprvchen. Nur ' Richtlinien sofort die nöligen Vorarbeiten in um- yochschUtnachvichten Würz dura, 19. Juli. Der lary Zllsammenschluß der Deutsche: d e n t c n> d) a f t ist am 17. Juli hier ML ^5*5^ Bittle » , C ■fftagd bet Lohn MÄ mit tJnh. Alfred Bnimlik) Gieireu,Vabnhosstr.S9, eigene Möbel- und Polsterwerkstätten. M7,c Versand durch flau« Deutschlaud. Mr Bcrtyflhmg von Uebersckst»em- r4en der Gärten bei Münstrr reguliert. Die fc-ten werden bis Oktober fertig sein. Da der htz jetzt gerade verläuft, lassen sich die Wiesen OÄne Parzellen erntcikm. •' Vilbel, 19. Juli. Tie beiden sozial- erratischen Parteien, dir, wie berichtet, für die iHirgermcisterwahl erst eigene Kan- ALn aufgestellt Hanen, haben inzwischen tn einer * -infamen Bersammlung eine Einigung d.»r Sy rien für alle kommenden Wahlen oollzogm durch einstimmigen Beschluß folgende Man* Cm aufgestellt: Als Bürgermeister Arbnter- K;är Rechtin in Worms, als 1. Beigeordne'.m ^'nicifter Karl Armbrust^ als 2. B-igevrdnetm 2 starnührer Hermann Walz. Tie bürgerlichen My tin sind der Ansicht, daß die Bürgermeister- ijx eine Personen - und fein: ar t ei» |rige ist, und daß Wlbel nicht nötig hat, kn Ortsfremden zum Bürgermeister zu wäh'.en, die biefiffen Verhältnisse nicht kennt uns t r Einarbeitung in die Verwaltung Jahre ge- und haben deshalb in letzter Stunde 1-ffitrrapier Treffet einstimmig als Kandidaten stellt. Dr. ist geborener Bilbeler, der schon über K '.jbre fein Amt mit ausgezeichnetem Geschick kö Gewifsenh.rft1gkeit verwaltet, ein äußerst Cf- Tlyaflcr Arbeiter und vorbi dlicher Gemeinde- Eff-t-r, der mithin das Vertrauen der Eiüwohner- Er in reühem Maße verdient. HLssen-Nassau. Der internationale Streiktag. I -Frankfurt a. M., 19. Juli. Der „i n - Rtrnationa le" St reik, der für den 21. Juli Ment ist, wird Frankfurt diesmal nicht be- Ejvn. Beide sozialistischen Parteien beschlossen * t saft ErdbtA tttn so DErlor Ic . denn nnff M ier «i» ^steigerten V;, SÄ»'! bat Fravzosen scheint nur nvch daran pi liegen. Ter Fünferrat habe bisher feine Liste der auszuliefernden Personen aufgestellt. Nur von anderer Seife ist eine vorläufige Lisfe aufgestellt worden. Versailles, 18. Juli (WTB.) Tie Kommission für die Verantwortlichkeiten berichtete gestern dem obersten Rat der Alliierten über die Briefe Bethmann Hollwegs und Hindenburgs, die die Verantwortung für die Handlungen Kaiser Wilhelms übernommen haben. Wie die Pariser Ausgabe der „Daily Mail" wissen will, l>at die Kommission beschlossen, das Verlangen der beiden Manner, für den Kaiser einzutreten, abzulehnen. Die Ratifizierung M Fricdcnsvertrages durch Amerika. Amsterdam, 18. Juli. (WTB.) Der Neu- Yorker Korrespondent der „Daily News" meldet seinem Blatte, daß man in dortigen gut unterrichteten Kreisen der Ansicht ist, daß der Friedensvertrag vom amerikanischen Senat schwerlich vor Ende August ratifiziert wird. Belgien und der Fricdensvertrag. Brüssel, 19. Juli. (WTB.) Die Kammergruppen, die den Friedensvertrag prüfen, sind der Ansicht, daß der Vertrag unverändert angenommen werden darf und daß jede Opposi- tionüberflüssig fei. Immerhin beklage man sich darüber, daß Belgien die ihm gebührenden Bedingungen nicht zugestanden erhalten hat. Die Schlage in bezug auf die Volksabstimmung in Malmedy mürbe einer Kritik unterzogen. Es wurd: eine Anfrage gestellt, ob es für Belgien nicht möglich wäre, den gleichen Schutz seitens der Ver- einigten Staaten zu erlangen wie Frankreich. Der oberste Rat der Alliierten. Paris, 18. Juli. (WTB.) Havas. Tiplv- matisckier Situationsbericht. Ter oberste Rat der Alliierten beschäftigte sich gestern mit der Fraae der Ernährung Öefterreichs. Da die österreichische Telcgatioii verlangte, die Sendungen von Nah- rnngsmitteln auch im Ackgust und September sort- zusetzen, glaubt der „Marin", daß dem Verlangen stattgegeben werde. Ter oberste Rat behandlt alsdann die Frage der Besetzung des linken Rhein n f'ers und die durch die Zurückziehung der englischen und amerikanischen Truppen geschaffene Lage. Diese Fwage machte die Anwescn- heit Marschall Fochs in der Sitzung notwendig. Schließlich verhandelte der Rat über die Berichte der Kommissionen, die Danzig und Memel übernehmen sollen, über die Frage der Festlegung der Ostgrenze Deutschlands. Der „Marin" meint, dic Aussührnng dieser Bestimmungen werde, jeben--’ falls die Entsendung von Truppen und die Zusammenstellung eines beträchtlichen Personals notwendig machen. Schließlich soll der oberste Rat über die Frage der Zurücksendung der deutschen Kriegsgefangenen gesprochen haben. Er wird sich am Freitag wieder versammeln, am Samstag jedoch nicht, da an diesem Tagc^die Siegesfeierlichkeiten in London stattfinden werden Tie letzten Bestimmungen für den Friedensvertrag mit Oesterreich sind nahezu vollendet. Tiefer dürfte alsdann unverzüglich übergeben werden. Tie französische Regierung hat von der beut- schen noch keine Antwort erhalten auf die Forbe- rung des Marschall Fach von 100 000 Fr. für die Familie des französischen Unteroffiziers und von einer Million als Buße für die französische Regierung. Die Entsendung deutscher Arbeiter nach Nordfrankreich. s Wrfcm. er in Liih. Rrgrrisü, Sufefentr ans I volzvorral reich r, 8rit der Moschs «Minen stand. Tack d« hiesigen Feucw W und auf Inmn h Schaden ist sehr c; Maschinen und Gnätr Trockenes Buchenholz liefert in größeren und kleineren Quantitäten J. Mappe! Müblltralre 18. (6739 Dienstmann Böcknec Druhtstraße 21. i-u hrleletnnffen sowie Aussührungen von Erd-, Maui-er- u. Leton- arbeiten übernehm. 8481 BirkenstockLScimeiber. „Adler“- nnd sämtliche Bureaumascliineg kauft, verkauft und repariert sachgemäß Heinrich Noll Papierhandlung u.Bnreanbedarl M87 M&UBbnrg 7. Für Stelnhaner! Habe größeren Posten Sandbuniffeine, einige Stücke Marmor, sämtl. 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Offenbacher Rnder- 5ri)toimniverein „Vorwärts", der sich vor län- niim y» Zeit dem Verbände angemelbet hat, als em|t» J die ungc-He Gegner. slarkbesuckten Vertraueusmäirnersitzunaen an i lag lediglich die Veranstaltung von Massen- htybungen gegen die „Weltreaktton und für die ib.it der deutschen Arbeiterbewegung". Die Ab- mmf gerade in Frankfurt darf als Nachwirkung > verpufften Eisenbahner ft reiks ange- .. roerbm. dessen Folgen sich noch heute in m. eoipeit bekam: em gänzlichen Mangel an Kartoffeln bemerk- wwig nicht gedeckt. märten. Tie Stadt gibt heute bekannt, daß des Streiks vor ©nbe nächster Woche mit ItFir mit ckrmdand vcr- loten von Cass Amend-Marktür. Abzug, gegen fiute Belohn. 01UÄ Caf6 Amend Bahnhofstraße 66. Der Hausier. Wilh.Scheer verlor auf dem Wege von Gießen nLollar Samstag morg. zw. 6n.7Uhr,vdM. Leflenr. mitSSanberfiero.» Sch-, Krankensch u. Fabr- pi. Find. w. geb., solche a. d. Polizeiamt abzug. 014146 Einkoch' Apparate Gläser Gummi Gin» sehr billig. 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Juli 1919 Eietzener Anzeiger (Eeneral-Anzeiger sSr Sberhefsen) Zweites Blatt Ur. 166 1, itige nicht gcbedte Bedarf des Rrickis, der ge- lvöhnh Landhaukkall irttrr Sinftnn mens quellen) und mit allgemeinen Kl! tu nicht? Na, dann reden Sie man weiter mit dem setzte sich der Wagen langsam in S sonderbaren Schwärmer." Kinder wirkten noch einmal, Geerd, Bewegung, die Fortsetzung 15. «Nachdruck verboten.) er- ung W II. igen imi« 4093 nks. ie. tera und gut ictL iQlflK n: Herren-A,. •w to 01«W Mitt, artt gaffe. des Abg. Dr. Osann an, der fortfährt: Die finanziellen Pläne des Joerrn Reichsfinanzministers waren im allgemeinen bekannt. Nicht bekannt waren die politischen Wirklingen, die die Rcichsfinanzvorlage zeitigen wird. Wir sind die letzten, die in irgendeiner Weise Partikularis- nnis treiben, würden es aber für ein großes Unglück halten, wenn man uns Beamte aus Berlin znr Kontrolle hersetzen wollte, die alles besser wissen wollen und mit den hiesigen Verhältnissen in keiner Weise vertraut sind. Gerade in steuerlichen Fragen halten wir es für nnbebingt notwendig, die einzelnen Bundesstaaten individuell zu behandeln. Was bei dem Reick»sschlüssel für die Ausgaben der Gemeinden herauskommen würde, haben >oir bei der Kriegswirtschaft gemerkt. Es würde allgemeine Unzufriedenheit entstehen. Auch wir sind nicht gegen den Einheitsstaat, müssen aber an der Wahrung der kulturellen Eigenart seschalten. Im allgemeinen kann man mit der Erklärung des Herrn Finanzministers einverstanden sein, wir halten aber eine geschlossene Kundgebung ans dem Hause für wünschenswert. Eine Vorlage betr. Nachtragsforderung zu !kap. 86 des Hauptvoranschlags betr. Gewerb- md eine Ticküerin, mein Fräulein." Ragna überhörte die Worte. Ihre Seele aber ;ab eine jauchzende Antwort, die er in ihren .'(argen zu lesen glaubte. !«S r U14100 Sijkicr?" Er schien nur zu Ragna zu sprechen, die mit Mnzenden Augen das lierrliche Bild in sich aus- Mmt. „Der Mann ist mindestens Schriftsteller," -Ligte Frau Therese leise zu Ragna, „der redet ja aoie ein Buch, ist mir gräulich, so was. Ihnen i re- tt, 62 ilt m- en- mi 411 057 El. SU. In le IUM 67. ptrf«ffnnggeben)t üolfstammer der Sreiftflates fjefien. 36. Sitzung. Darmstadt, 18. Fuli. Präsident Adelung eröffnet um 91/* Uhr die lar, StrJO. Splrlta»* Wal* ilrchhnt Lb.®«4; iiOtSO® n. u- v. E®*." r Fast unbewußt hatte sie es gesprochen, der Mann aber, drr ihr gegenüber so nachässtg den Polstern lehnte, der sagte, und es «wir ^twas wie Bewunderung in seiner Stimme: „sie sen. HUI lanestu- MÜliar- ilsier An- 'Kostüm- §1 sehen A«;lloc [»Ibqtauc OlV^ Ragna Gvendbucg Roman von Annh Wothe. schimmernder Traum vor ihr lagen, als flögen sie geradeswegs in den Himmel hinein. Wer war der Mmrn, der einen so eignen Zauber auf sie ausübte, von dem sie nichts kannte, als seine so flüchtig gesehene Persönlichkeit, der nichts von ihrem Herzen wußte und den sie doch zu kennen glaubte wie sich selbst? „Warum 'wenden Sie Ihre holden Augen von mir, mein Fräulein," sagte der Fremde leise und sah sie mit fast schmerzlichem Lächeln an. „Gönnen Sie doch einem Einsamen einen Sonnenblick. Sehen Sie, menn dieser Tag sinkt, dann ist die Sonne aus meinem Leben geschwunden, und es wrrd dunkle Nacht um mich fern. Also lächln Sie, lächeln Sie mir die Sonne ins Herz." Etwas wie Unwillen stieg in Ragna empor. Trotz der eigentümlichen Macht, welche die Gegenwart des Unbekannten auf sie ausübte, verlor sie doch keinen Augenblick das Gefühl für das eigentümlich Unpassrnrde in seinem Benehmen imi) sie sagte, das feine Köpfchen mit ernster Würde anf- richtend: „Sie nutzen das Vertrauen, das man Ihnen, durch die Verhältnisse bedingt, schenkte, schlecht aus, mein Herr." „Das heißt also, gnÄnges Fräulein, ich verdiene es nicht?" „Nein!" gab sie kurz zurück. „Sie mögen recht haben," entgegnete er langsam und ein fast dämonisch sinsterer Zug legte sich einen Augenblick um seinen Mund. „Aber wa- tut's, ich roill mich nicht besser machen, als ick bin, und geduldig das tragen, was Sie über mich verhängen, nur lassen Sie mich heute an Ihrer Seile, lassen Sie mich heute in Ihren Augen ine Sonne setzen." m . , , . - < , „Mein Hrrr!" sagte Ragna ,o laut, datz bet Wagenführer sich erschreckt umsah. (Fortsetzung folgt.) Tuchl f, gTiU V Mlchälls^dHj^' _ Rugeidlal B- tzS Sy 6*» ober UIW w* Setes'1 g|)it(|# mit Angabe des '' M ÄSI Kinder 'winkten noch einmal, Geerd, wie es schien, recht mürrisch und verdrossen, und dann stano Ragna inmi.ten einer Anzahl fremder Menschen, mit dem dunkeläugigen Reisegefährten allein. „Sehen Sie dort hin," fuhr der Fremde fort, ..bort, wo d« Quellen alle ins Tal schießen, ist iltEuterbru raten. Dort der Stanbbachfall. Sehen Äe, wie das Wasser von der hohen Felswand (,ernieder stürzt? Jetzt totrb es vom Winde erfaßt, öec das Wasser in Staub verwandelt. Gleicht tS im Sonnenlicht nicht einem wallenden Damit waris aber vorbei, denn der Zug hielt, und es begann ein Laufen und Rennen als ginge es zur Jagd nach dem Glück. Alles schrie und stieß durcheinander und die Familie Lorenzen mitten dazwisäxn. Atemlos langte man endlich am Fuße der Drahtseilbahn an. Male schrie wie besessen, daß schon alles voll wäre. Tie Frau Professor wollte durchaus nicht Zurückbleiben, da ihr Mann mit den Aeltesten schon sicher geborgen im Wagen saß, sie riß nurf) dije lbeidatz Zwillinge mit sich, und Male drängte sich zuguterletzt auch nM- durch die Barriere. Als Ragna auch noch- einen Versuch mackste, durchzu- schlüpfen, schob der die Aussicht führende Beamte sie energisch zurück. „Ter Wagen darf durchaus mcht mehr belastet' werden," erklärte er, „eä ist übergenug. Tie Herrschaften müssen warten, bis der andere Wagen zurückkommt. Frau Therese war einen Augenblick ratlos, da sic aber ihre so mühsam eroberten Plätze nicht gern wieder hergeben wollte, sah sie reckt hilflos auf Ragna, die ihr beruhigend kirnet: „Ohne Sorge, gnädige Frau, ich komme aber nach." _ „ ,LSenn gnädige Frau gestatten, Ede uy das gnädige Fräulein bis Murren unter mernen Sckmtz nehmen," mischte sich die Stimme chres Reisegefährten in die Unschlüssigkeit. Frau Professor Lorenzen atmete me erlöst auf. Ihre eigene Tochter hatte s« aw# iw >3 laicht einem Fremden anvertraut, aber Ragni — pah — sie war ja selbständig, da bvruchte |te sich kerne Gewissensbisse zu machen. __ Ihre weiteren Reflerronen wurden dcwnrch beendigt, daß man sie in den Wagen schob. aRave, pie inzwischen mit Schrecken erkannt hatte, wache schwindelerregende Höhe sie mit der Drahtseilbahn noch zu nehmen hatte, tveischte nxeter laut, dann Kaffe w srerriß E «>»' „&6 Ä Ja^> um einen Platz, und beinahe wäre es geschehen, daß Ragna nebst ihrem Begleiter^ nneder zurückgeblieben wäre, wenn nicht der Lchassnn, ihnen zuvorkommend die Tür der kremen G:- päckabteilung geöffnet hätte, wo stc ganz allem waren. Die Aussicht war da unbeichrankt, nur der Führer des Wagens, der vor ifrnat stand, hemmte sie zuweilen, Ragrm war es,, als fte so mit dem fremden Mann an ihrer Seite langsam hinansfuhr über grüne Matten und üpptgrn Wald, hinauf zur Höhe, zu den gewaltigen Schnee- regivuen, bie p wundervoll und glanMrd wte an •voMtüm, b,' und Koetüa'J oertaufen. -JÜ*: neütt Mdli QSnj> °n,< 0141U AttkNv<« ® Q.De,Va.U'' WO. \44V|-rhöttmsse der Einzelstaaten. Ter Gesamtbcdarf y0H Reich, Einzelscaaten und (fsemeinden wird attf rund 25 Mlllürrdar berechnet. Unter Hinzu» rahmm«, nxiteren rvatzrscheinliickxn Bedarfs imb et Leistungen auf .Grund des FriedensverttagS xto man mit einem Gesamtbedarf von rund 30 Milliarden rcdjnen mLsjeir Hiervon sind durch Trecks bestehende ober ans Grund der in Beralruv, '^mrdlick-en Vorlagen demnächst zu entartenden Aenergesetze n'ir das Reich nnti) 15 bis 16 Mil- jtrben zu en.-arten. Ter Reichöfinanzminister gerenkt aus etn-.T Erhöhung der Postgebülsren, ans “Lbgaben vonr Mehl- und Fleischverbrauch k-wn 2V3 bis 3 Milliarden und aus der auf 30 Prozent crhölsten Kapitalertragssteirer 4 Mil- Ixrben $u erzielen. De rRest soll durch eine all- aementr Reiä^einlommensteuer mifgebnacht werden. Tie hVF.staaten werden an den Erträgen der Erbschasts-, Eiickmnmen-, Stempel- und Uny Stepp- SnoBl* , Slihl» tt. ", lü>. Mtid pibank verk. :h iU verk. eKv, Ktb m. »erbest flaDOi' M'iÄ itr^ r -S im giHrtcPote **n*^jj Swy Wendel!" »u kaufen «K „Sehen Sie dort, gnädiges Fräulein," wandte sich der Fremd: an Ragna, „mv: sich hier das berrliche Qauterbruimeittal aufwärts nräibct? Tort ter riesige Rundturm ist die Hunnenfluh, und bort kommt der rauschende Sausbach schäumend da- ,hrr. Kann man sich ein schöneres Bild denken?" JD ja," gab Ragna mit leisem Lächeln zurück, !.,ich sehe über die hohen KalkfelswäntL hinweg, ich sehe die wnße, schimmernde Schnecsläche der sungfrau, wie sie im Sonnengvide blitzt und 'chimmert, ich sehe sie wie ein Stück Märchen- .77 -.AiöÄMta-bj! samten Einkivmmenstruer sind alle Stenerpflrch- ligat im Reick» nach Bcrl>-'lltnis ihres Eirrkvmmens zleühmäßch beteiligt. Die sogen. Steueroasen also die Steuerfreiheit in einzelnen Gemeinden) laecben beseitigt. Ter Bedarf roirb nach, einem bestimmten Schlüssel an die Staaten und die Ge- mnnbeit ohne Jtückficht auf die Höhe des Steuer- auftomm>7ns in ihrem Gebiet verteilt. Das setzt natürlich voraus, daß dem Reiche eine Jdjarfe -mtvblle der Finanz gebarimg der EinzelllQaten und der Gelneinden txorbelyilten wird. Zur Er- stänziurvi dieser Maßwatzmen lMt es der Reichs" smonNnriiiister für nottvendig, daß das Reich nickst nur die Gesetzgebung über die Erhebung der Stenern hat inö die Vorschriften wegen der Or- Ein Leuchten flog durch seine Züge, als er höflich den Hut lüftete und sich vvrstellend einen Namen nannte, den Ragna nicht verstand, sie achtete auch nicht weiter darauf, sondern sagte heiter in dem Gefühl, endlich mal sich, wieder wie ein freier Mensch unter Menschen zu fühlen: ,-Jch bante Ihnen vielmals, mein Herr, für Ihre Liebenswüchrgkeit, aber ich komme gewiß sicher und ungefährdet auch ohne Ihren Schutz nach Murren." ,F)hne jeden Zweifel," gab er leicht lächelnd zurück. „Frauen wie Sie, beschützen sich selbst, aber gönwn Sie mir doch den Glücksaugenblick, Ihre Gegenwart zu genießen, gönnen Sw mir einen Tag, der VÄleicht wie ein Traum zerrinnt. Tie eigenartige Sprache trieb Ragrm das Blut m die Wangen, sollte sie gehen ober bleiben, sollte sie seine Gesellschaft ertragen ober sollte sie dieselbe meiden? Wie ein Fmber erfaßte es sie — sie 'wußte selbst nicht, war es Furcht oder Seligkeit, aber sie hätte doch dieses süße, still beseligende granrni des Finanzministers. Abg. Schorn (Ztr.): Auch die Zentrums- raktion hat die ernstlichsten Bedenken gegen die politisck>en und finanziellen Pläne des Rcichsfinanz- ^ministers. Wir stehen auf dem Boden der Reichs- einheit, aber unter Wahrung der Stammeseigen- art. Es ist sehr bedauerlich, daß unsere kulturellen Ausgaben durch die Finanznot leiden sollen. Wir hatten in Hessen höhere kulturelle Slnforbenmgeul als z. B. Mecklenburg. Im allgemeinen billigen wir die Erllärung des Finanzministers. Finanzminister Henrich: Es ist unmöglich, Über alle Phasen der Verhandlungen das Haus zu unterrichten, sonst müßte es sich in Permanenz erllären. Den Finanzausschuß werden wir auf dem Laufenden halten. Doch wird die Volkskammer Gelegenheit erhalten, rechtzeitig Stellung zu nehmen. Ministerpräsident Ulrich stellt fest, daß die Msführungen des Finanzministers die Auffassung des Gesamtministeriums ist. Mit Einzelheiten der Finanzpläne haben wir uns noch nicht befassen können. Es kann sich für uns nur darum handeln, die Einlteit des Reiches in völlig klarer Zusammenarbeit mit den Einzelstaaten zu wahren. Ich bin überzeugt, daß die Finanzvorlage ein Schritt auf diesem Wege toerben kann. Präsident Adelung stellt die einmütige Hal- Limg des Hauses fest und schlägt vor, daß der Finanzausschuß die Meinung des Hauses nach dem Beispiel des bayerischen Finanzausschusses in die Form einer Entschließung bringen solle. Die Regierungsvorlage über die Einwirkung des Krieges auf den Staatshaushalt, in welchen ein Gesamtfehlbetrag von 10 400 OOO Mck. festgestellt wird, wird nach dem Bericht des Abg. Dr. Osann ohne Aussprache genehmigt. Einig« Nachträge jumi Staatshaushalte, die sich bei Prüfung der jetzt fertig vorliegenden Protokolle über die Verhandlungen als notwendig erwiesen, werden nach ben Vorschlägen des Finanzausschusses (Berichterstatter Abg. Sißnert (Soz.) genehmigt. Eine UegiearngSvorlage über di« befret- vräßig« Bestellung von 14 weiteren Schreibgehilsen totrb ohne Debatte angenommen. Einer Vorstellung des Referendars M. in Mainz wird stattgegrben. Die Vorstellung des ehemaligen Lehrers Sch., z. Zt. in N a i n r o d wird für erledigt erksätt. Eine Vorstellung des Landesver- eitts technischer Lehrerinnen wird nach dem Ausschußanttag (Berichterstatter Abg. Lenhart (Ztr.) dem Landesamt für Bildungswesen als Material überwiesen. W mu.i V» ; DW Inwrägnl^, vreiSwer: iU nn' ibtr- utlid) Bett- 0UM 46p. )fa Sofa, , zu ilarer 014112 in« »fue Mar schon am 1. Oktober nicht nur die in der Berfassung vorgesehene Verwaltung der Zölle und " K ichssteuern, sondern auch der Ans schilp und bk Srhebrmg aller übrigen Steuern einschliclich des Ausschlags der Gemerndestenern auf das Reich übergehen Ter Reichs ftnanvmrittsrer begründet seiner Fraktion: Wir können die sachliche Berechti- Kg der Vorlage nicht anerkennen, da die Stel- 3 der parlamentarischen Minister anders ist als die der Beamtenminister. Es ist eben eine Konsequenz des parlamentarischen Systems, baß es Ministerpensionen nicht kennt, z .B. in keinen der alten parlamentarisch regierten Staaten nicht kennt. Man hätte von Fall zu Fall entscheiden müssen, das Haus hätte das seine getan, um Härten zu vermeiden. Tas parlamentarische System bringt einen häufigen Regierungswechsel mit sich. Sachsen UN) Ba en ab n e n an erc Regelung vo genommen. wachsen gewährt eine einmalige Abfindung, Baben regelt die Frage individuell. Wir haben die Frage geprüft, ob die Verhältnisse der gegenwärtigen Minister eine besondere Büiürstigkeit als gegeben erscheinen lasse und mußten die Frage verneinen. Vor allem hat weder das Reich noch ein Gliedstaat ernt generelle Regelung vovgenommen, wie sie )etzt in Hessen vorgenonnnen werden soll. Auch wissen wir nicht, ob unser Staat in seinen jetzigen Grenzen erhalten bleibt. Die Finanzlage legt uns die Pflicht größter Sparsamkeit aus. Abg. Dorsch ($). Bp.): Wir stehen im all- gemeinen auf dem Standpunkt des Abg. Dingel- dey. Besonders der generellen Regelung der Frage können wir nicht zustimmen. Abg. Dr. Paaenstech^r (Dem.) kann nicht verstehen, in welchem logischen Zusammenhänge das pailameu torische System und Ministecpensio' nen stehen sollen. Dieser Grundsatz ist ja vom Abg. Tingeldey selbst aufgegeben worden, da er einer Regelung von Fall zu Fall zustimmen will. Tie Prüfung der Verhältnisse im Einzelfalle hätte etwas Odiöses an sich. Auch unter dem alten Regime gab es im Reich und Preußen einen starken Ministerwechsel aus politischen Gründen. Wenn man die Sparsamkeit so sehr preist, sollte man im Hause selbst damit anfangen und überflüssige Interpellationen unterlassen. Jeder auf diese Weife vergeudete Tag in diesem Hause kostet 2000 Mark. Wenn die.Rechte in der Regierung säße, bin ich überzeugt, daß sie eine andere Stellung zum Pension sgesetz ein nehmen würde. Finanzminister Henrich: Es ist peinlich, in eigener Sache reden zu müssm, aber es ist auch eine Laudessache. Heber unsere Einkommcnsver' hältnisse gehen Räubergeschichten um. Hessen hat die lleinsten Ministergehältrr in Teutschland. Wir kennen auch keinerlei Aufwandsentschädigimgen. Wir halten es für selbstverständlich, im Interesse des Landes persönliche Opfer zu bringen. Aber das hat eine Grenze, die Versorgung seiner Familie. Mit dieser Sorge dürfen Sie keinen Mi- itzt, jo zu leiten, daß er gnt funktioniert. Daß Jem Einheitsstaat jetzt ziel bewußter als bisher int Wege geebnet werden, mag vielleicht politisch jut und richtig sein, ob aber der von dem Reichs- immzmrniüer gewählte Weg sicherer dahin führt als eine organische, durch die jeweiligen Berhäll- nifie bdnngte naturgemäße Entwickelung, das bliebe noch näher zu prüfen. Redner macht noch oeriebiebene Angaben darüber, wie man das von der Reichsregierung aufgestellde Ziel auch auf anderen Wegen erreichen könnte. Die Hessische Regierung würde über diese Frage weitere Verhandlungen namentlich auch mit den übrigen, ins- besondere den süddeutschen Staaten führen. Er glaube annehmen zu dürfen, daß er di oft Verlangen in folgendem Sinne weiterzuführen berechtigt sei: Hessen erkennt an, daß angesichts der ung?heueren Notlage des Reichs alle feine Glieder, auch die Einzelstaaten verpflichtet sind, zur Er- baltinig des Reichs schwerste Opfer an finanzieller und kultureller Selbständigkeit zu bringen. Tie Einzelstaaten müssen ihre Eiislenz hinter die des Reickis stellen. Tie Ein^elstaatm müsfetl dafür aber auch erwarten, daß iftven wie den Gern ein- den daß Maß von wittschaftlicher und sinrn- zieller Selbständigkeit und von Selbstverwaltung bleibt, das sie zur Erreichung ihrer befvnbcr.m. kulturellen Aufgaben unbedingt nötig haben. Eine charfe zentralistische Organisatio-n der Verwal- ung des Reichs würde den Emheitsgedanken nicht ördern, sondern schädigen. Unter allen Umständen mutz erreicht werden, daß den Gliedstaatrn und Gemeinden dtc eigene GmtfdKibiing und Berantwor- tting über ihre Lebensbedürfnisse und Ausgaben bleibt und haft sie nicht in eine derartige finanzielle Abhängigkeit -um Reich geraten, die diese in Frage $u stellen geeignet ist. Die Veyvaltung der Fittanren sollte nur soweit auf das Reich übergehen, als dies im Interesse einer einheitlichen Steuerveranlagung unbedingt geboten erfd)rint. Soweit es irgtnbnrie angängig ist, und im Interesse einer billigen und geordneten Verwaltung als angezeigt eridieint, sollte das Reich sich aus eine Kontrolle der Landesbehördm beschränken. Tie Regierung wird in der Annahme, daß die Volkskammer mit diesem Gedanken einverswnden ist, btt weiteren Verhandlungen in diesem Sinne füllen, entsd-eibende Sch it e felbftoerftänbltd) nidü ohne Mitwirkmrg der Volkskammer unternehmen, s-rweit eine solche nach Lage der Gesetzgebung in Bettacht kommt. Abg. Dr. Osann (D. V.) hält sich für verpflichtet, sofort Stellung zu nehmen, weil her Herr Reicksfinanzminister bereits im Oktober auf die Verwaltung der Einzelstaaten Hand legen will. Wenn wir es heute nicht tun, so werden wir bis dahin keine Gelegenheit dfazu haben. Wir müsseil schärfsten Einspruch dagegen erbeben. Die Sache hat md>t nur eine finanzielle, sondern auch eine politische Seite. Wir sind auf dem Wege zum Einheitsstaat. (Zuruf von links: Das ist kein Fehler.) Wir haben bisher unsere Aufgabe darin erblickt, unsere Selbständigkeft und damit unsere Eigenart zu wahren. Präsident Adelung unterbricht den Redner und bittet zu erwägen, ob es zweckmäßig ist, die Pläne des Reick)sftnanzministers zu erörtern, die ja erst Plane sind. Sobald fie feste Gestalt angenommen haben, wird das Haus sofort Gelegenheit erhalten, sich zu äußern. Abg. Dr. Osann crHärt, das Land würde es nicht verstehen, wenn wir dazu schweigen würden. In Bayern hat der Finanzausschuß btroenei einen gemeinsamen Protest erhoben, ebenso haben Baden und Württemberg dagegen Stellung genommen. (Das Haus schließt sich der Meinung Mßttbbm Erwügirngen. Die Folgen dieser Maßmrymen Rnb Bax: Mit her eigenen FinanWerwatturLr wird ben Einzel- töatm der wichtigste Teil ihrer Selbständigkrit amnmffi. Aus dem Wag zum Einhritsstmrt wirb incr rin etnidmeibenber Schritt getan. Tie Art ,aft von Staat und Gemeinden! s-yt der Lclbstvcttvaltung enge Schranüm, schärfste zentralistische Verwaltung ist die imausbleiblidie s-otqe. Zn crnem nmß man von vornherein klar schm: Tie 9?ot des Reick-s zwingt zu Maß- rahmM, die von den Eiiizelstäatern früher als rmerttäglick) empfunden worben untren. Der Zn- ßriff des Reid>o auf die EistLommensteuer ist nicht mehr zu vermeiden und die Einl?eitlich- jteä der SteuetberttxÄtung liegt im Interesse einer gerechten S teuerveraniagung. Fraglich bleibt nur, ob es nötig ist, hierzu so scharfe Ein- rn men steuer durch bas ganze Reich i>iil>er- •iiiei* (ii .,\A -"'Ls bevdrn für grok VMlu, ____, anu^^pSn1- chkwen werden. Hierin ist einbegriffen der gesamte töÄ« rbrrom.q, .,ri^t jctxtfte SBrterf brt Reichs. - H ----lftnzelstaatnr und ber Gemernden. An dieser 1 XvdÜCtl <«!*« Ei«^ommenst euer find alle Steuerpf iUDertWilliem liche Unterrichtsanstalten wird gutgeheißen. Zu der Vorlage über Gewährung von Zulagen an Empfänger von Ruhegehalten usw. aus der Fürsorgekasse für Kommunalbeamte vrechen die Abgg. Herbert und Knoll (Ztr. >, die es bedauern, baß keine höheren Sätze eingesetzt werden konnten. — Der Ausschußantrag wird angenommen. Eine Vorlage, bett. Abänderung der Gemeinde-, Kreis- und Provinzial o r d n u n g , wonach bei Wahlen, wo nur eine Wahlliste aufgestellt ist, feine Wahlhandlung vor genommen zu werden braucht, wird ohne Debatte angenommen. — Sämtliche Parteien des Hauses haben einen dringlichen Antrag eingebracht, die Wahlen für die Kreis- und Provin z i a 11 a g e an einem Tag und in einem Akt vorzunehmen. Minister des Jmrern Dr. Fulda erklärt trotz der vorhandenen technischen Schwic- rigfeiten das Einverständnis der Regierung hierzu. Nack) einer ziemlich ausgedehnten Pause, in >cr der Finanzausschuß noch einmal die Vorlage betreffend die Ministerpensionen vornimmt, vollzieht das Haus die Wahlen zum Vertrauensmänner-Beirat des Siedlungsamtes. Er besteht aus 6 Mitgliedern aus der Mitte der Volkskammer: Lux lSoz.), Widmann (Soz.', Feldmann (Dem.), Knoll (Ztt.), Köhler, ev. Hahn (D. V.), Brauer (H. V.), weiter aus 3 Mitglie- dem, welche die Volkskammer bestellt: Es sind find dies als Vertreter der Landlieftrer Frhr. Philipp von Wamboldt zu Umstcckt auf Birkenau, als Vertreter der Landbewerber L>einrich Kröll II. von Altenstadt, ferner Georg Schanz von Dber- Ramstadt. Außerdem hat die Lcnckwirtschasts- kammer noch drei Mitglieder zu bestellen. Das Ministerpensionsgksetz. Ausschußberichterstatter Dr. Büchner (Dem.) gibt die Vorschläge des Ausschusses bekannt. Abg. Tingeldey (D. B.) erflärt namens m. grok. Mo: grenz. Land bi? b ob. (iu6 ®ut bil® od.Mhr.JS.Roin Araoksntt 0. *.»1 Gwinnerltt. U._ diese Maßnahme mit der Rot des Reicks, mit Zwang, der sich aus bem Friedensvertrag “ Jmlllhhr M, (Verpflichtung zur weitestMhvrden Ersassi | Kautgesuci HAUS mit grobem Santi Land,anberhalbd: zu kauf gef. Ltt m-GrSH.' u. PM u. V13lA an d. Gin ‘""üfStä Softem unt. • ■ benMlM mit freiwerdcudi erenrrn yac uns nie ^onmirTnra oer G-Simmcttvobnir qauisatvnr der StEerverwallung erläßt, sondern kaufen gef. daß »tos Rridz selbst die gesamte SttueVerwaltung. HauSbes.u/jMr ber Einzelstcvaten übernimmt. Es würde also, und :mar- 33 43 Setter Datum 85 5 ts wechs. btöiOrt 7 Liebig 4M vom Antragsteller be- flourg NmtitM Behördliche Anzeigen 8452B 8861V etn. Spiegelblank 84356 Alleiniger Hersteller: Larl Gentner, Göppingen tWürttbg.) 12.4 13.7 11.5 58 92 99 23.4 17.4 13.6 Darmstädter Teieph.4n Gg. Schwab äo Q- tu H echt Kristall, zu 1.50 Mk. llreuz-vrogerie, i B-hsSssßrch 51. Möbelfabrik Hoflieferant Teieph.4ii dem Gericht Anzeige zu machsr. Gießen, den 12. Juli 1919. Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. Arißmehl und Nährmittel, welche auf Grund von ärztlichen Attesten zu gewiesen wurden und seicher in der städtischen Berstrufsstelle, Asterweg Nr. 9, abgeholt werden mußten, werden ab M o n- tag den 21. d. MtS. in nachstehenden Sieht* Nährmittel: Adami, Gevr., MäuSbnrg, Weiß mehl: Arnold, Hrch. II., Kaiser-Mee. Gießen, den 18. Juli 1919. 8453B Ter Oberbürgermeister sLebeuSmittriamt). Aussldltmg Otessen 1914 Goldene MedafBe. NM. obbs. vm. Aufgebot. Die Frau Amalie Zwirner Witwe in Marburg, vertreten durch Rechtsanwalt Geh. Jnstiz- rat Metz in Gießen, hat beantragt, den verschollenen Ernst Zwirner, geb. am 6. September 1880 zu Aschenberg, zuletzt wohnhaft in Gießen, für tot zu erklären. Ter bezeichnete Verschollene wird anfgefvrdert, sich spätestens in dem auf Montag den 29. Marz 1920, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, Zimmer 6, anber(turnten Ausgkchotstermine zu melden, widrigen Halls die Todeserklärung erfolgen wird. An Alle, welche Auskunft über Leben ober Tod des Verschollenen zu erteilen vermögen, ergeht die Ansiorderimg, spätestens im Aufgebvtstermine Beldr.LlcM-D.Waii!i]i w. gutu.preiswert an«s< Sehlessurei n. XailalL TV VelkmasQ, BenchelhM Wtlhellnstrahe 34. 813 Beffina 1 ühschopp t« 11 Mi 1 Uhr im E IflWMbteüan« der Ei ladet en lnsKirzinger.il DABUS TADT. Ständig grosse taaW io Malz, Berrenz, Speisez. u.Küchen LÄiart1”" zu ganz vorteilhaften Preisen. Lagerbesueh für Verlobte and Kriegsgetraute sehr lohnend. 187hv 18. 7. 18. 7. 19. 7. Zopfe Lorken, Dreher, sowie sämtliche fraararbrite« werden schön und dauerhaft angesertigt. 17748 Hermann Plank Wwe. Spezial - Haar - Geschäft. »Bewerber gegettflSer. Der frLhevc Ärigoorteretß Rocker ging mit 123 Stimmen als Sieger hoc» vor, sein GEnkandidat Hrch. Theiß XX. brmhtzr es auf 42 Stimmen. Nur die Hälfte der Wähler machte bei dieser Wahl von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Im allgemeinen verliefen sämtliche ®o meindewahlen sehr ruhig, von Partei haß war nichts zu spüren. eßen, den 14. Juli 1919. , 8426c Hessische Kulturinspektion Gießen. H. Steinbach, Baupat. dLiirch Mitwir' Trompeterk __ Direkt« SicHt Rege« nachts Nebel 19.7. = 17.2*. 19.7. = 12.7. Höchste Temperatur am 18. 7. =24.3*, Niedrigste „ „ 18.7. = 12.9*, Niederschlag 4.1 nun Hockvrozent. I» fciMättll-M ml Siratil C. Mühsame«. Airchliche Nachoichte«. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst am Sonntag, den 20. Jilli (5. nach Trinitatis). In der Stadt kirche. 8: Zugl. Christenl. f. d. Neukonfirm. aus der Markusaemeinde. Pfarr> assistent Schaefer; 9V»: Pfarrer Mahr; 11: Km- derkirche f. d. Matthäusgemeinde. Pft. Mahr - In der Johan neskirche. 8: Zugl. Christenl. f. d. Neukonfirm. a. d. Johannesgemrinte. Pft. Ausseld; 9V2: Pft. Bechtolsheimer; 11: Kinder kirche f. d. Lukasgemeirtde. Pfr. Bechtolsheimer. — Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung im Johannes' saale. — Kirchberg. Vormittag 10 Uhr. Hl Christenl. f. d. männl. Jugend — Lo klar. Vvrm. 11: Christenlehre für die männl. Juvack Kirchberg. 10: Gottesdienst in Lollar. Katholische Gemeinde. Samstag, 19. Juli. Nachm. 6 Uhr mrb «4M 8 Uhr: Gel. z. hl. Beichte. — Sonntag. 30 M Vorm. 6V,: Gel. z hl. Beichte: 7: fct/LW- <8e- nveinschaftl. Komm. d. Mlngl.: 8i Aust b. H Komm.; 9: Hochmnt m. Pred.; 11: ßt Messt m Pred.; nachm. 2: Christenl., darauf fefcem. Br» derschafts-AndaÄt. — Diasporw-GottesdttuH 20. Juli: Hungen 71/», Ltth 91/, Uhr. werden Ltnoleum, Parkett bei fortlaufendem Gebrauch von Parkettbovenwickse Roberin ■ CJÖ5 bä«; Brö>5 ausgÄ unter ptru MkM-A aut Kaffee J Morgen! W'M feft Wbt. Die «ockrge wird bst Stimm« Der Teutschcn BoWpmter, de Bvlks- Partei und des UmblpngpyeR Kiel in frrfgenba Fassung, die wm Finanzausschuß während der Pause noch eine Abänderung erftrhren hat, angenommen. In der Regierungsvorlage Ziffer 1 Wird das Wort ,,derzeitigen" (Ministern) gestrichen. Ziffer 2. Tas Ruhe^halt soll mindestens 50 Prozent des Gehalts betragen. Der Anspruch auf Ruhegehalt entsteht nach einer Dauer von mindestens 6 Monaten. Ziffer 3. Ter Anspruch auf Ruhegehakt tritt bei „begründetem" Ausscheiden aus dem Amt rin. Er ruht in Höhe des Ernckommens, das der Ruhe- (gehaltsberechtigte in Folge anderweitiger Anstellung ober Verwendung im Staats- ober Schuldienst oder sonstiger beruflicher Tätigkeit bezieht. War der Ruheyehattsberechtigte unmittelbar vor seinem Eintritt m das Gesamtministerium im Staats- und Sdjaribienft verwendet, so hat er wieder rin Amt zu übernelhmen, unter Berücksich- tigamg inzwischen wahrscheinlich ringetretener Beförderung. Ziffer 4 wird gestrickten. Tie Position des Dirritzors der StaatsLmZ'lei hat der Ausschuß gestrickten und dafür Regelung im kündbaren AnstellungsverhÄtnis empfohlen. Der Re st der Tag es o rdnung wird hierauf durchgepeitscht. Ein dringlicher Anttag Dr. Pagen steche r und Genossen bett. WohmmgsgeÜHuschusses für die Reichs- und preußischen Beamten in Mainz nach der Ortsklasse A wird durch die Re- gimm^eröarung, daß die Reichsregierung erllärt habe, un Augenblick sei an eine Aenderung nicht zu denken, für erledigt erklärt. Ebenso worden für erledigt erklärt: ein Anttag Urstadt n. Gen. bett. Entschädigung für Beamte, die feine Wohnung finden können, eine Vorstellung der Offenbacher Ortsgruppe des Verbandes der Bureauangestellten Deutschlands bett. Gewah- nprg von Ortszulagen für Offenbach. — Eine müße Anzahl von Eingaben der verschiedensten Beamtenkategorien wird der Regierung als Material für die kommende Neuordnung der Gehaltsordnung überwiegen. Abg. Herbert (Ztt.l weist bei dieser Ge- kcgenbeit auf die unberechtigte Verschiedenheit in den Gchaltsverhältnissen der Bureaubeamten in fern einzelnen Ressorts hin. — Der Finanz Minister erllärt, diese würde bei der Neufestsetzung der Gehaltsordnung verschwinden, da dieselbe eine große Vereinfachung bringen werde. Abgelehnt werden: Die Vorstellung der Reichspostbeamten in Darmstadt bett. .Steuerfreiheit der TeuerungsMlagen, eine Vorstellung des Vereins zur Förderung des Stadtbad e s in D u d e r st a d t, eine Bitte um Rechtsschutz aus Elenshausen und die Vorstellung des Lehrers Sch. in SchrimM in Posen. Dagegen wird einer Vorstellung des Forstwartes B. in Frosch--- Hausen stattgegeben. Eine Anfrage der Abgg. Dr. O s a n n u .Gen. bett, die Bildung eines Freistaates Großhessen wird zurückgezogen. Ein Aittrag der Ortseinwohner von Weiher wttd dem Siedlungsausschuß überwiesen, ebenso rin Anttag Schild bach u. Gen. zur Förderung des Stein» Wohnungsbaues. Ein 2drttag der Abgg. Hatt» nttru. Gen. bett. Steuerfreiheit von Kriegsentschädigungen wttd der Regierung prr Prüfung überwiesen. Ein Anttag Gösser n. Gen. (Ztr.), die größeren Landgemrindeu mit Jndusttiebevölte- rung den Städten ui bezug auf Lebensmittelversor- Kamerade«! Meldet Euch zu diesem wich» tigen Dienst. Tägliche Zulage 5 M., wovon bei jeder Dekade 20 M. Kletdergelder zunächst bis zu einer Höhe von 200 M. einbehaltcn werden. Tägliche Löhnung 1 M. Mobile Verpflegung- Ordnungsmäßige Entlassungspavtere, noch nicht Volljährige Genehmigung der Eltern oder deS Vormundes mitbringen. Meldung: Gießen, neue Kaserne n, Zimmer 119. zeichnis. — Feldbereinigung Heuchelheim. Ter für Steinkohlenhrikette festgesetzte Höchstpreis ist mit Wirkung vom 1. Juli 1919 aufgehoben, ebenso die Verordnung über die Verwendung von Erdölpech und Oel, und die Bekanntmachung Nr. 811/3. 17. A. Z. 8.1, betreffend Regelung der Arbeit in Web-, Wirk- und Sttickstvffe verarbeitend« Gewerbezweigen. Verkehr mit B rotgetreide und Gerste aus der Ernte 1919. Ortsbehörde ist die Bürgermeisterei (Oberbürgermeister, Bürgermeister). Untere Verwaltimgsbehörde ist der auf Grund der Rrichsgetreideordnung für die Ernte 1919 bestimmte Kommunalverband. Zuständige Behörde ist das Kreisamt. Höhere Verwaltungsbehörde ist die Provinzialdirektion. Ter Schluß des Unterrichts vor den Sommerserien war bisher an den einzelnen Unterrichtsanstalten verschieden. Tie oberste Schulbehörde hat daher bestimmt, daß an den Tagen vor Beginn der Oster-, Pflügst-, Sommer-, Herbst- und Weihnachtsserien der Unterricht nach der zweiten Vormittagsstunde geschlossen wttd. D i e R ä u d e ist unter dem Pferdebestand des Ludwig Vogel in Großen-Buseck ausgebrochen. Tas bisher im Hause Friedrichstraße 10 befindliche Wirtschaftskartenbureau ist in die Räume des Kommunalverbandes, Zimmer Nr. 6, Ost-Anlage 11, verlegt worden. Bekanntmachung Die Nähstube für Kriegsfürsorge, Walltoc- stvahe 241., kann an jedermann noch Joppen- stofft 1,50 Meter breit, zum Preise von 22 Mk. per Meter, sowie Männerunterhosen zum Preise von 12 Mk. uno Erstlingsjäckchen zum Preise von 3 Mk. das Stück und Nähgarn abgeben. Der Verkauf erfolgt: Montags, Dienstags, Donnerstags und Freitags vormittags von 10 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Leihgestern für 1919 liegt von Mon tag den 21. Juli d. I. ab eine Woche auf der unterzeichneten Stelle zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zett daselbst vorgebracht werden. Zu den Umlagen haben die Ausmärker brizuttagen. Leihgestern, den 17. Juli 1919. 8470 Bürgermeisterei Leihgestern. gründet und der Regierung als Material über* wiesen. Auf eine Anfrage Hofmann u. Gen., Ausfuhrverbot von Baumaterialien, wttd eine gedruckte Regierungsantwort den Abgeordneten zugehen. Abg. Scherer (Ztt.) beschwert sich über die Verschleppung seiner im Ma igestellten dringlichen Anfrage wegen des Terrorismus gegenüber den christlichen Arbeitern. Ministerialdirektor Raab weist nach, daß die Regierung nicht daran schuld sei. Präsident Adelung fragt um l1/8 Uhr das fast leere Haus, ob es noch in den letzten Punkt der Tagesordnung, Fortsetzung der Aussprache über die Anfrage Dr. Osann u. Gen. bett. Bolks- bttdung ein treten wolle. (Heiter kett.) Er schließt darauf unter Dankesworten an die Mitglirier der Kammer und an die Presse für ihre unermüdliche angestrengte Tättgkeit die Sitzung und vertagt das Haus auf unbestimmte Zett. (Anfang Oktober.) * Die rcommunalwahlen. Sc. Elinrba ch, 19. Juli. Bei der Beigeordnetenwahl wurde der Freiherr!. Rabman- ische Förster Severin Leyerer gewühlt. Die Wahlbeteiligung war, da noch ein Gegenkandidat aufgestellt war, sehr rege. Möge mm die alte Eintracht, die durch diese Wahl etwas gestört wurde, recht bald wieder in unferm Dorfe rinziehen. ** Hattenrod, 19. Juli. Bei der Beigeordnetenwahl wurde Schuhmacher Wilhelm Stein mit 74 Stimmen gewühlt. Heinrich Dörr erhielt 62 Stimmen. "Hungen, 18. Juli. Bei der Beigeordnetenwahl wurde das bisherige Gemrinde- ratsmitglied Kaufmann,Johs. Verkett von 806 abgegebenen Stimmen mit 524 Stimmen zu'm Bri- aeordneten gewählt, der Gegenkarckidat Wilhelm Hbtgust Hofmann, Metzgermrister, erhielt 282 Stimmen. tt. Treis a. L., 18. Juli. Bei der Wahl seines Beigeordneten wurde Landwitt Hch. Will VIII. mit 268 Stimmen gewählt. Sein Gegenkandidat, Weißbinder und Gastwirt Konrad Arwend, erhielt 184 Stimmen. X Weitershain, 18. Juli. Hier wurde der bisherige Bürgermeister Reichert bei guter Wahlbeteiligung einstimmig wieder gewählt. Bei ' Beigeordnetenwahl standen sich Ml WeBter •Wtttij W Schrotkarten. — Feldbereinigung in kung Lumda (Kreis Gießen). — Feldbereinigung Münster; hier: Drainagen. — Feldbereinigung Kesselbach; hier: das topographische Güterver- Arbeitsvergebung. Für die Feldberettrigungsgesellschoft All en- dvr i a. d. Lda., Kreis Gießen, sollen vergeben werden: Liefern von Zementtöhven, veranschlagt zu 614 Mk., Planieren zweiter Wege, Verlegen von Durch- Men und Grabenarbeiten, veranschlagt zu 3760 Mk. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hess. BLvgermersterer Altendors a. d. Lda. zur Einsicht offen. Angebote haben rn Prozenten des Voran schlaf zu erfolgen im£> sind bis Mittwo ch den 30. Juli 1919, vorm. 8 Uhr, auf Hess. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. einzureichen, j wo die Eröffnung bi Gegenwart erschienener Bieter 7 stattfindet. ttöter belasten. Das Beispiel von England» und Frankreich trifft nicht zu, da dort die Verhältnisse ganz anders geordnet sind und es ist darum von keinem deutschen Bundesstaat übernommen worden. Ter Zeitpunkt ist ungünsttg, das geben wir zu. Aber für einige Minister wäre die Natlage gegeben, bei Ableh'.iung der Vorlage aus dem Amt zu scheiden. Meine persönliche Wünsche, das kann ich offen sagen, gehen nicht in Richtung auf An- riahme der Vorlage. Abg. T i n g e l d e y (H. V.): Ich habe die Höhe ter Minister gehaller nicht in die Ausspeache gezogen. Der Zusammenhang zwischen parlamentarischem System und Ministerpensionen wird t-om Finanzmirrister zugegeben. Herr Koll. Pagcmstccher möge die Verhandlungen der sächsischen Kammer nachlesen, wo alle Parteien auf unserem Standpunkte standen. Es entspricht nicht tem Gedanken ter loyalen ZusammMarbeit in diesem Hause, die Sachlichkett unserer Interpellationen anzuzwrifri n. Ferner finde ich es wenig freundlich, uns zu unfin- stellen, daß wir anders denken würden, wenn nrir in der Regierung säßen. Wg. Dorsch (D. V.) findet es gleichsaUs eigentümlich, daß die Sachlichkett ihrer Interpellationen angezweiselt wird. Wtt finden, mit bjrr Sparsamkeit, die ter Herr Finanzminister gepredigt hat, muß von oben angefangen werten. Abg. Dr. Pagenstecher lehnt es ab, such vom Äbg. Dingeldey Belehrungen erteilen lassen. Ich habe keine Namen genannt. Kollege Dingeldey scheint sich aber getroffen zu fühlen. Meine Behauptung, die Rechte würde sich anders stellen, wenn sie in der Regierung säße, wcvc rem sachlich. Sie stmrde bann vor denselben Notwendigkeiten wie wtt. Abg. Dr. Osann (D.B.): Herr Pagenstecher möge einmal mtt Ja nnb Nein beantworten« ob er uns gemeint hat. (Wg. Pagenstecher: Ja!) Ich stelle fest, daß er baS gemeint hat, was er soeben verhüllen wollte.. Wtt mußten unsere Interpellationen rinbrinaen, 1. da die Regierung bei iljtcem Antritt kein Programm entwickelt bat, 2. ba bei ter Beratung des Hauptvoranschlags keine Gelegenhett war, wie ftüher solche Fragen zu erörtern. Abg. S child b ach ede IJ* Ä’&ffel '^ iber m M *i "r birftga XJJJI 1 kr die 20. Juli. H. , tui .M lUJlL.-m fanjorrgnügrn Ki»egiment»m«stk statt. ®l laden ein ktkng 7 «hr. oi*<9 7 Uhr. Das fidele Gefängnis Lustspiel in 3 Akteev-Ernst Lu titsch. Mb Dienstag der weltberühmte Hetm- tv|»Boman »Au dem Leben ! 7.-243«, N.7. i. 7. = 12.9', >Iag 4.1 mm Ich habe mich hier in Gießen, Bruchstraße Nr. 13 p. als ,H1M Schuhmacher niedergelassen. Sorgfältigste und reelle Bedienung wird meiner werten Kundschaft zugesichert. Hochachtungsvoll Albert Schädlich, Schuhmacher. ieVmer RudmOerclllttjaft 1877 e. v. Sonntag den 20. Juli 1M9: MILKuflcrRegatta itäa Lahn (IX Kcgatta des Lahn^Kcgattadttrbandcs) » er Abend-Konzert rtfie, 8: M W I m 7 „ er ^urtu^eiiiniihf. Vai Be<*nn ' UMr. ÄÄlFrühschoppen-Konzert irche. 8: Angl. Thri«»« 11 bie 1 Uhr im Brauerei- Auwchank D. Johlmne-gemeinte ? ilerreaabtetl u u< der Chiemseer-Kapelle «chtolshrimr: 11: Jin Ea ladet ergebend ein 61<117 tbe. W. Bechlolsbeime j [b?|Dred)img im Jobarn 1. Lomkittog 10 Mr. LL Sl^Liebigshöhe WF Gäste sind willkommen. Zur Stadt Marburg Sonntag den 20. |ali von nachmittags ab Srohss Tanzvergnügen wozu freundlichst einladet gslanzkränzchen Verstärktes Orchester Liebigshöhe Sonntag den 20. Juli Direction der Disconto -Gesellschaft ZwetgstelleGleßen Alicestraße 2 iiiiHiiiiiiinHmuuimiyuiiiiiiiiHi Fernsprecher Nr;‘ 62 Kapital und Reserven Millionen Sorgsamste und vertraulichste Erledigung aller bankgeschäftlichen Aufträge Torfstreu Z Photogr. X r Apparate^ tiffiMeBeiiailmtÄd emptieMt preiswert L H8d.-9rog.z. Iro^blz i Abt. f. 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