&>- ntctj Erstes Blatt Donnerstag, 18. September W H69. Jahrgang * l’S«n »j »in 1)1S •l»n Wet tb« 1919 *n» Annahme von Anzeigen f. die ‘4.agesmtmmer vis gum 9tnchmittag vorher ohne jedeVerbindlichkeit Preis für l mm Höhe für Anzeigen v.34mmBreite örtlich auswärts 18 Ps., für Reklame- anzeigen von 70 mm Breite 48 Pf. Bei Platz- vorlchriil20°/gAuffchla^, Hauptschristleiten Ang. Goetz. Berantwonlich für Politik: Alig. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für beit Anzeigenteil: H. Beck; fänrtlich in Gießen Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen ZWklliilgrrunddruck n. Verlag: - Vrühl'sche Unio.-Vuch- u. Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Nr. 258 Der Siebener Anzeiger erfcheint täglich, außer Sonn- und feiertags. vrzuzrpreir: nwnatl.Pik.1.60, vierteljährlich Akk. 4.80; durch Abhole- n. Ziveigstetlen monatl. Akk. 1.50; durch diePost Mk. 4.50 öiertel- jährl. ausschl. Bestellg. Feriisprech - Anschlüsse: fürdieSchriftleitungll2 Verlag,Gcschäitsstelle51 Anschrilt für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: Frankfurt a. Ul. H686 0116' Sept- 1919. lke leib in-Reparaturen ; •ledigen prompt *at j Co., Gleisen • Telephon 2064. j t-iO en Schlagern. |6n, Gebirgs- Volksstilcke »gramniwedtoel. I eil tnnlnu. Tal. UM. pftigen nent an ack >■ Schmitt VW Der zrledensvertrag in der französischen Kammer. ris 17 Sept. (Ktolff.) Tie Kammer (f^tc die Tiskufswn des Friedensvertrages fort. Gte mente! legte die wirtschaftlichen Bestim- mtmgen dar und sagte, daß es ungerecht wäre, re iitschland den siegreichen AMachten gleichzustellen, io lange diese nicf.it wiederhergestellt seien Andererseits hätten die Miierten besckloss-en, nidit ehr jcln mit Teutschland verl>andeln. Frankreich habe die wirtschaftlich: UnabMigigkeit wiederer- fargt, welche ihm der Frankfurter Vertrag genvin- mem l-abc. Clementel stellte fest, daß das praktisch Ergebnis der Freiheit vorerst eine Hausse der R w h st o f f e zur Folge hätte. B a r t h o u (unter- frrciif.ciib) fragte den Finanzminister, ob die Kurse sortlsahrcn werden, zum Schaden Frankreichs zu fciggen. Klotz antwortete, daß, als die Freiheit der Ein- und Ausfuhr wiederhergestellt worden sei, die Negierung darauf austnerisam gemacht heb«, daß die Differenz zwisch-en Ein- und Ausfuhr valutasorgen. Unsere.Valuta hat sich in den letzten Tagen wieder erheblich verschlechtert, und die Organe verschiedenster Richtungen beschäftigen fich mit diesem Uebelstand. Die Papiermark wird heute im Auslande nur noch mit knapp 15 Pfennigen bewertet. Mit Recht wird diese «Erscheinung auf unseren ungezügelten Ein- ffuhrhandel zurückgeführt, auf das Schieber- tum, das vom besetzten Gebiet her Deutschland mit Waren überschwemmt hat. Wir lhaben Milliarden für nicht unbedingt notwendige Waren ins Ausland geworfen, das vertrauen auf die Einlösung unserer Papier- moten ist darum gesunken, unsere Kaufkraft vst vermindert worden. Ein Ausgleich besteht nicht, weil noch immer allgemeine Arbeitsunlust besteht. Am 21. Juli 1919 hat Deutschland das Gesetz über die Zahlung der Zölle in Gold und besondere Ausführungsbestimmungen dazu erlassen. Die Motive waren ganz vernünftig: Die Zölle sollen in Gold oder in kern um das Aufgeld erhöhten errechneten Betrag in deutschen Banknoten, Reichs- oder Tarlehnskassenscheinen gezahlt werden. Der deutsche Zolltarif ist nämlich noch unverändert in Geltung; die Wertminderung der Mark erheischte das erwähnte Gesetz. Es wird jedoch ton unseren Herren Feinden nicht befolgt. Die kritischen und amerikanischen Befatzungsbe- hirden haben bald nach Erscheinen des Gesetzes (über die Zahlung in Gold regelrechte Bekanntmachungen erlassen, in denen sie Lne Zollzahlung in der Währung vorschreiben, „die von der deutschen Regierung durch Gesetz cioer Erlaß in Umlauf gesetzt worden ist" und das deutsche Berlangen, ,chaß die Zollabgabe rur in Gold oder sonst in Papier zu oemi ^minderten Umrechnungskurs erfolgen imisse", ablehnen. Die Zollämter des besetzten Gebietes werden also gezwungen, auf die Durchführung des Reichsgesetzes zu verzich- u n, und die Ware kommt über den Rhein, ohne daß die Möglichkeit bestünde, die Nachzahlung zu erheben. Mit Recht stellt die „Rhein.-Westf. Ztg." iftst, daß die erhofften Wirkungen des deut- sckben Gesetzes nicht nur nicht eingetreten scien, sondern sich daraufhin nur neue üble Folgen gezeigt hätten. Gleichmäßige Zoll- erchebung .an allen deutschen Grenzen niuß wieder die Losung sein. Wenn das Meichsgesetz über die Zahlung in Gold den Feinden gegenüber nicht durchgesetzt werden kann, mutz es wieder aufgehoben werden. In diesem Zusammenhänge schreibt auch die „Voss. Ztg.": „Schließen der Gvenzen und Förderung mttr- tuitionaler Kredite zur Stützung des Markkurses, drns verlangen wir von unseren Gegnern, nicht um lyifercr schönen Augen willen, sondern um ihllien selbst unsere' Verpflichtungen erfüllen zu töimen. Die Zügelung der Einfuhr muß vor allen Singen unter dem Gesichtspunkte erfolgen, daß wir Waren einführen, die uns dazu dienen, sei es als notwendige Nahrungsmittel durch Hebung deu Arbeitskraft, sei es als Rohstoffe, die Er- zemgung von Werten zu heben, die wir aus führen können und mit denen wir die rwtwendigen Einfuhren ^wieder bezahlen köiimen. Wir müssen aber auch die Kontrolle der Ausfuhr aufrecht erhalten. Die schlechte Valuta bedeutet ja eine Ausfuhrprämie, die wir bis zu einem gewissen Grade natürlich brauchen, um on den Auslandsmärkten konkurrieren zu können. Wir müssen uns aber davor schützen, daß durch bie "e Entwertung der Mark manche Gruppen deutscher Produkte auf den Auslandsmärkten verschleudert werden. Wenn wir die Ausfuhrpreise nach dieser Richtung nicht kontrollieren, so ,mi-en wir einerseits imfere Ausfuhr nicht ge- iitüiieno für die Besserung unserer Zahlkraft aus, andererseits werden )vir aber durch, beit Grad beti Preisschleuderei auf einigen Gebieten einen Sturm 'm Auslande über deutsches „Dumping" eMfesseln, dre die Gefahr in sich birgt, daß Markte, auf denen, wir zu gezügelten Preisen immer noch aus- ti TTäfjig sind, uns allmählich ganz verschlossen Verden." retten w»* ..-trt ’it- Nm! n Welt ; Tiizkch'. kßlßpÄlilU Äliktz- geriet isschule. lainutnbtn Shntex \u unb rtiän ärtztenL W LrimMngrnem- 01783t n, Steinlttafet 56n. Stolzenberg JjSeni eneiebb« B_Prospekt!JTL-!^ »chmuck- SmmM --- j zwebeb*rl,e toppel'UDd aat-Pflüge Co., notwendigerweise ein Mißverhältnis im Kurse her- bciführen müsse. 9)lan müsse die nationale Produktion erhöhen. Clementel verzeichnete eine Verbesserung im Weltfrachtenverkehr. Er fügte hinzu, daß bie Führer der Industrie sich in die Aufgabe teilen würden, um die Lage zu Frankreichs Gunsten zu gestalten, namentlich in Amerika. Tie amerikanische Handelsöammer habe Vorbereitungen getroffen, diejenigen Handelskredite einzuschvänken^ deren unsere Landsleute bedürfen. Ter Minister erklärt, daß Frankreich eines der bestbestcllten Länder Europas ist, um sich rasch wieder zu erholen. Alle Rohstoffe werden tn den französischen Kolonien erzeugt. Tie französischen Kapitalien müßten zukünftig anstatt ins Ausland zu gehen, zur Entwick- lrmg der Produktion Frankreichs und seiner Kolonien dienen. Andererseits wird die Möglichkeit vorhanden sein, in DeutschiandbilligeEr- zeugnisse zu kaufen. Ter Minister schließt mit einem Appell an den Geist der Disziplin. der Industriellen, in diesem Sinne sich zu betätigen. V i v i a n t sagte, daß die Größe des Friedens- Vertrages darin liege, daß er auf der Freiheit begründet Jei. Er erkläre sich mit Vorbehalt über die meisten Bedingungen des Friedensvertrages befriedigt. Tie Rheingrenze hätte die Ueberwachung von sechs Mllliionen Menschen der Rheinlanoe erfordert, von wo aus schlimme Schläge gegen Frankreich, hätten ausgehen können. Wie Sembat erklärte er, daß Frankreich Deutschland ein Beispiel der Freiheit geben muß. Viviani ist belustigt über diejenigen, die glauben, daß Deutsch,land plötzlich, trotz der Kontrolle der Alliierten, Millionen von Männern aufbieten könne. Er fügt hinzu: Können Sie sich denken, daß angesichts des großen England und Amerika Teuft chiland es wagen könnte, Frankreich herauszufordern? Hinsichtlich der Kontrolle sagte Viviani, der Artikel 26 erlaube Frankreich, zu verlangen, daß der Völkerbund stets zu beobachten habe, was in Teutschland vorgehe. In Besprechung der wirtschaftlichen Lage Frankreichs verlangt er, daß die Finanzabkommen des Völkerbundes verwirklicht werden. Zum Schluß verlangt er von den Alliierten, daß sie das au| oen Schlachtfeldern siegreiche Frankreich nicht am Tag: nachdem grieben aus 'dem wirtschastlichM Schlachäfelde ohne ilfe stehen ließen. Der Friedensvertrag vor dem amerikanischen Senat. Amsterdam, 1?. Sept. (Wolff.) Wie drahtlos aus Washington gemeldet wird, begann am Montag nachmittag« im amerikanischen Senat die Debatteüberden Friedensvertrag. Sie wurde mit einer Rede des demokratischen Senators Jones aus Neu-Mexiko eröffnet, der energisch 'auf Annahme des Vertrages ohiL Abänderungen drang. Jones sagte, daß die Senatoren, die gegen die unbedingte Ratifikation des Friedens- Vertrages seien, das Volk gegen den Friedensvertrag und den Völkerbund aufhetzten, intb daß der Friedensvertrag uno der Völkerbrmd zunichte gemacht würden, wenn der von der Mehrheit des Senatsausschusses für auswärtige Angelegenheiten anempfohlene Vorbehalt angenommen mürbe. Ter „Newyork Herold" meldet, daß die den Friedensvertrag betreffenden Verhandlungen im Senat sehr langsam fortschreiten. Es wird erwartet, daß die endgültige Abstimmung nicht vor dem 15. Oktober stattfindet. Ein neuer Schritt der Entente. Paris, 17. Sept. (Wolff.) Havas. Es bestätig t sich,, daß in der Frag: der baltischen Provinzen der Oberste Rat den Marschall Foch beauftragt hat, bei der deutschen Telegation energisch vorstellig zu werden. Keine Rückgabe der Lokomotiven. Berlin, 17. Sept. (Wolff.) Von der gestern abend von der „Vossischen Zeitung" nach dem „Malin" gemeldeten Rückgabe der von Deutschland abgegebenen Lokomotiven ist an hiesigen amtlichen Stellen nichts bekannt. Dar englische Regierungrprogramm. Amsterdam, 17. Sept. (Wolff.) Am Montag erschien in ganz England eine Flugschrift mit dem Titel „The Future", Regierungserklärungen über die nationalen Bedürfnisse und die nationale Politik, die eine Botschaft Lloyd Georges an das englische Volk und mehrere Erklärungen der vornehm st en Staatsmänner über die Zukunft enthält. Das Regierungsprogramm, das darin für den Herbst angekündigt wird, sieht die .Einführung einer Höchstarbeitswoche von 48 Stunden, angemessene Löhne für alle Arbeiter, das M it be sti m m u ngsr echt der Arbeiter bei der Festsetzung der Arbeitsbedingungen, finanzielle Beteiligung der Arbeiter an dem Ergebnis ihrer Arbeit, gesunde Wohnungen und gute Transpottmittel vor. jFerner wird der Ankauf der Bergbaurechte durch den Staat, die Erhöhung der Kohlenpreise zum Zivecke sozialer Verbesserungen in den Bergbaudistrikten, die Vertretung der Arbeiter in den Kontrollräten, freie Laufbahn für alle Bergarbeiter in der ganzen Industrie und die sofortige Einsetzung einer Kommission für die Kohlenerzengung angekündigt. Außerdem werden eine Reihe von Maßregeln aus dem Gebiete der Handelspolitik angekündigt, die zum Teil schon in Kraft sind. In den Redaktionen und politischen Klubs wird, wie dem „Telegraaf" aus London gemeldet wird, das Erscheinen der „Future" viel besprochen. Der „Star" teilt mit, da» das Blatt von einem gewissen Wallis Myers redigiert wird, der wählend des Krieges die offizielle Propagandaliteratur veranlaßte. Die „Future" wird nicht regelmäßig erscheinen. Sie ist dazu bestimmt, das Publikum, wenn das Parlament nicht tagt, über die Taten und Absichten der Regierung zu unterrichten. Das Geld wird von Männern aufgebracht, die der Ansicht sind, daß die Parteikombination, die notwendig war den Krieg zu gewinnen, für die Politik der Wiederherstellung nach dem Kriege ebenso notivendig sein wird. Der Herausgeber der „Future" hatte vor zwei Wochen in Deauville eine Unterrebung mit Lloyd George, worin die Herausgabe des neuen Organs beschlossen wurde. Verstaatlichung der Kohlenbergwerke in England? Amsterdam, 17. Sept. (Wolff.) „Mgemeen Handelsblad" meldet aus London: Der Bergarbeiterbund wird im Verein mit der Leitung der Arbeiterpartei und der parlamentarischen Kommission des Gewerkschaftskongresses im ganzen Lande einen Werbefeldzug zugunsten der Nationalisierung der Kohlenbergwerke beginnen. Der englischen Negierung sind Beweise für die Existenz einer Verschwörung in die Hände gefallen, die von Anarchisten und Arbeitern angezettelt wurde und bezweckte, revolutionäre Streiks zu organisieren und Gewaltmethoden in Anwendung zu bringen. Im Mittelpunkt der revolutionären 'Organisation, die beabsichtigt, mit Hilfe des politischen Mordes selbst der Negierungsgewalt sich zu bemächtigen, steht die „Maritime Workers Foederation", die jetzt von der Polizei verboten ist. » Die Arbeiterkonferenz in Washington. v Berlin, 17. Sept. (Wolff.) Ter „Vossisch. Zeitung" zufolge beschlossen die Vertreter der deutschen Gewerkschaften gestern bei der Beratung über die Frage der Teilnahme Deutschlands an der Arbeiterkoferenz in Washington, daß die deutsche Arbeiterschaft sich an der Konferenz nur beteiligen wird, falls sie gleich den Arbeiterverbänden der an beten Länder dazu ein geladen wird. Tie bloße Zulassung genüge d:n beutschan Arbeitern nicht, selbst wenn ihnen gestattet werden sollte, mit abzustimmen. Nach im Gewerkschaftshause eingelaufenen Nachrichten wird auch die österreichische Arbeiterschaft nur nach Empfang einer offiziösen Einladung und im Falle der Emladung der deutschen Gewerkschaften Delegierte nach Waslchigton entsenden. Düstere Lage der Stadt Wien. Wien, 18. Sept. (WTB.) Korrespondenzbureau. Gestern nachmittag fand unter dein Vorsitz des Staatskanzlers Renner eine Beratung über die ungünstige Kohlenlage Wiens statt. Es wurde beschlossen, daß ab 21. September der Straßcnbahnverkehr vollständig eingestellt werde, daß alle Gastund Kaffeehäuser und Haustore um8 Uhrabendsgeschlossen, und daß alle elektrischen Aufzüge außer Betrieb gesetzt werden müssen. D'Annuuzio al» Beherrscher von Fiume. Von der Schweizer Grenze, 18. Sept. Wie die „Köln. Ztg." erfährt, hat nach einer Meldung der „Tribuna" d'An- nunzio den früheren Kommandanten von Fiume, P e t t a l u g a, festnehmen lassen, weil er ihm nichts von der Ankunft des Generals R i b o l a t mitgeteilt hätte. Die Schweiz und die Internationale. Bern, 17. Sept. (Wolff.) Schweizerische Depeschen agentur. Tie Abstimmung in den Sektionen der schweizerischen sozialdemokratischen Partei ergab rund 7600 Ja und 11 400 Nein für den Eintritt der Partei in die Tritte Internationale. Abgesehen von einigen wenigen noch ausstehenden Sektionen hat die Abstimmung ergeben, daß der Eintritt in die dritte Jnternativale verworfen wird. Aus dem Reiche. Erzberger nicht amtsmüde. Berlin, 17. Sept. (Wolff.) Ein hiesiges Blatt gibt in seiner heutigen Morgenausgabe unter der Ueberschrift „Erzberger amtsinüde" eine Meldung des „Freien Wortes" wieder, wonach das Kabinett darüber einig sei, daß der Rücktritt Erzbergers nach einer ihm eingeräumten kurzen Anstandsfrist zu erfolgen habe. Demgegenüber wird von zuständiger Seite festgestellt, daß das Kabinett sich weder mit der Frage des Rücktrittes Erzbergers befaßte, noch irgendwelche Veranlassung hat, sich mit dieser Frage zu befassen. Die Meldung ist glatt erfunden. Oberst Rcinlpird. Berlin, 17. Sept. (W2Ä.) Von 'uständiger Seite wird mit geteilt: Tie Vertrauensleute der Brigade Reinhard gaben gestern gemeinsam und einstimmig die Erllänmg ab, daß Oberst Reinhard seit dem Bestehen der Brigade niemals eine gegen die Republik oder gegen bfie Reichsregierung gerichtete Propaganda getrieben habe. Oberst Reinhard betonte im Gegenteil stets sehr energisch, daß er selbst unbedingt hinter der Reicklsregiernng stehe und die gleiche Haltung auch von seinen Untergebenen verlangt;, da er eine) solche Stellungnahme als Voraussetzung dafür doch nicht gelang. Dagegen drangen sie in der Neuen Kieler Straße gelegene Bauernschenken ein und raubten Spirituosen. Darauf zog^ die Menge vor die Dienstwohimng des Landrats, in der die H o ch z e i t d e r ä l t e st e n Tochter gefeiert wurde. Sie bekamen jedoch den Landrat nicht zu sprechen. Man schrie nach Schnaps und Spirituosen. In das Gebäude einzudringen, gelang der Menge nicht, da es durch ein starkes Gendarmerieaufgebot bewacht wurde. Für die Nacht wurden Vorsichtsmaßregeln getroffen. So wurde die Post von der b e w a f f n e t e n I u g e n d w e h r besetzt. Die sozialistischen Parteien, die schon am Montag eine Kundgebung gegen die Lebensmittelteuerung angesetzt hatten, stehen diesem Treiben fern. Ein sozialistischer Führer, der die Aufständischen zu beruhigen versuchte, soll verprügelt worden sein. * Stettin, 16. Sept. Die Unabhängigen demonstrierten abends im Schloßhof gegen die Ernenn ungdes Mehrhcitssozialisten Fenner zum P o l i z e i p r ä s i b e n t e n, die sie als Provo-, fation betrachten. Sie fordern seine schslermige Ab-< berufung. — Ter Ober Präsident erklärte, daß daS gewaltsame Eindringen der unabhängigen Temow- ftranten in den fiskalischen Schloßhof Hausfriedensbruch bedeute. Er verbot ausnahmslos die Benutzung desselben zu Versammlungen und droht die Sperrung an. Liman v. Sanders über den Zusammenbruch der paläftinafront. Marschall Limanv. Sandershat in einer Unterredung mit einem Hamburger Journalisten („Hamb. Nachr." v. 15. Sept.) interessante Mitteilungen gemacht, denen wir folgendes entnehmen: Nach meiner Ansicht waren endgültige und entscheidende Erfolge auf dem Palästinakriegs- schauplatz überhaupt von vornherein ausgeschlossen. da die Engländer Aegypten als Basis hinter sich hatten und dazu auf der einen Flanke das Meer als Verbindungsweg beherrschten, auf der anderen Flanke jedoch östlich des Jordan die, Araberstämme als Verbündete gekauft und orgini< fiert hatten, während demgegenüber die..Türken zahlenmäßig weit unterlegen waren. Ich, verfügte nur über eine Kavallerie von 1200 Pferden, wogegen Allenbyl4000 wohlgenährte Pferde und Rennkamele besaß. Ferner wurde nirgends in Rechnung gestellt, daß wir nur über eine eingleisige und völlig unzureichend betriebene Bahnlinie von zirka 1700 Kilo-, meter Länge bis Konstantinopel als einzigste Ver- bindnugsmöglichkeit verfügten. Diese Bahn besaß« drei verschiedene Spurweiten auf der Strecke. Das war die Basis, auf der ich operieren sollte! Nachher dritten Gazaschlacht im November 1917 hatte der innere Halt der türkischen Armee an jener Front ganz erheblich gelitten. Jerusalem, Jaffa und Jericho waren bereite verloren, als ich am 1. März 1918 den Oberbefehl dort unten übernahm. Die bei Mossul an der Bagdad front stehende zweite Armee wollte ich nicht übernehmen, um mich nicht zu zersplfttern, und eine zwischen dieser und der Palästinafront stehende Armee gab man mir aus mir nicht bekannt gewordenen Gründen' nicht, sondern ließ sie dort stehen. Und die vierte Armee stellte nur Depotregimenter unter Tjemat Betret ran Fortsetzung 9. t i 8 bet wc «f 8» die Dc tft- mc ist !® W ?a A >ri' ®o ftr ter A T den fott) Stt den W vttgchiil „ Am bei NN C ftride Ne Feldbe, 1919 t G Der O Das Glück der andern Original-Roman t»n Erich Ebenstein. Copyright 1916 by Greiner & Camp., Berlin W 30. A«- Hessen. Volksbildung und Volksunterhaltung. An» Stadt nnd Land. Gießen, den 18. Sept. 1919. KriegSgefangenen-Heimtehr. Heute abend gegen 7 Uhr wird ein neuer N luit» und vom für S ich hi zu t> gefttz kNacU>ruck verboten.) IV. „Du brauchst keine Angst $u haben, Mama, daß rroch eine von uns als ewige Braut daheim sitzen bleibt. Mein Bräutigam, Graf Magnus Sandcrfeld ist sehr reich, und wir heiraten schon in ein paar Monaten." „Eia G-vaf? Wirklich ein ®raf ?" fragte Emmy ungläubig, und etwas wie Neid zuckte um ihre Mundwinkel. .jawohl, ein Wirklicher Gras aus altem, feudalem Geschlecht. Tie Sanderfeld existierten schon unter Larl V. Magnus bekleidet eine Stell: im Ministerium des Aeutzern. Er ist Besitzer von Rettencgg, GlaverSheim und Ottendorf, sein B:r- ntögen beträgt mehrere Millionen, und er hat von näheren Verwandten nur noch eine alte Mutter, die auf Rettenegg lebt. Beat: ist eine Base von ihm. Bist du nun befriedigt?" „3a. Natürlich. Da mutz man dir freilich gratulieren!" „Aber, wie kam denn nur das?" fragte die Mutter, der alles noch wie ein Traum schien. Evelyn erzählte, was sie für nötig hielt. Die Szene in der Glasgalerie verschwieg fr. Tie Schwestern gratulierten. Nur Modrsta schwieg. Sie säst seit dem ersten Wort starr wie ein: Bildsäule da, mit abwesendem Blick unb wie benommen. „Nun, Modesta — dir hat wohl die Ueber- rasckung die Sprache geraubt?" lochte Evelyn endlich „Willst du mir nicht auch gratulieren?" Diodesta ful.r erschrocken zusammen. ,^Ja — natürlich — verzeihe — ich — ich freue mich ja so über dein Glück. . .!" stam- melte sie vernarrt. Mama Loienstein erging es seltsam. Sie hatte doch gehört, daß es eine Liebesheirat war — Evelyn hatte ja nachdrücklich erklärt: ,Mir liebe« W tnW tUftba^ ter fcrbt । rwtortneä ! wr Stabt in nrotit tergtlk •inten, tet m war imb ju Vereine, sonn Kräfte gemck unter der Le nahm einen Verein alle 0 durchweg gut das überaus erfreuliches Z unterer Zügen feste Grundlag Nachwuchs zu *ie Jniöfl, Mdtatt: Gruppe. Meter-Lau 2. 'Koppler (8. S. 1900) 62 2 Ltiöbt Mr 8.1.12.8 «I 13,1 Lek — o * 8 i.ii Transport Kriegsgefangener, 1372 ?J?arcn, aus der Richtung Köln kommend, auf hiesigem Bahnhof eintreffen und nach dem Durchgangslager überführt werden. Evelyn war sehr spat, erst nach Mitternacht, chrimgekommm. Millners hatten sie, wie gewöhnlich, in ihrer Equipage l-eimgebracht. Tie Baronin war sehr verstimmt. Aber Beate, die ganz entzückt war von dem Geschehenen — Magnus selbst hatte es ihr strahlend zugeflüstert als „Ge- fcinmid" noch: denn öffentlich bekannt gemacht tonnte die Verübung doch nicht werden, ehe Grä für Rena Sanderfeld davon in Lbemllnis gefetzt worden war —, rief der Freundin noch zärtlich aus dem Wagen nach: „Schlafe süß, meine liebst: Evelyn, und komme morgen ja bald zu mir, damit wir ims ausplauderu können über den heutigen Abend!" „3a," nickte Evelyn, der es natürlich auch am Herzen lag, von der Freundin jetzt möglichst viel über Rettenegg und ihre zukünftige Schwieg-w- mn.tter zu erfahren. ,,3d) komme gleich nach Tisch" Dann stieg sie langsam die vier Treppen hmaui, indem sie dachte: „Gottlob, diese „Gebirgs- vartien" haben nun auch bald ein Ende. Tie Gräfin Sanderfeld wirb nie vier Treppen hoch wohnen müssen!" Oben waren sie noch auf. Emmy und Mo- desta räumten Geschirr und Tischzeug in das kleine alttncdrsche Bütett, und Mama Losenstein versbl-oß beinahe mrdäckttg ihre sechs China.'ill>erbest cke und die zwölf Eßlöffel aus echtem Silber. Jetzt li'st 3n der ersten Sitzung des Ausschusses für Volksunterhaltung der Zentralstelle znr 'Förderung der Bottsbildung und 3ugenb» s pflege in Hessen hob Direktor Hassinger in Deiner Begrüßung hervor, die Volksunterhaltung '.müsse aus dem Alkiohol heraus. Sie müsse Klassengegensätze überwindend Boden für gemeinsame Unterhaltung schaffar. Das Einzelne, gut Erprobte imüsse darum in den Dienst der Allgemeinheit gesellt werden. 3m Anschluß daran schilderte M ö hl -(Offenbach a. M.) die Sitzung des „Reichs- ckundes für Volksbühnen spiele". Da- schloh sich ein Referat vor Dr. Robert C o r - faegh über „Neue Aufgaben und Ziele Gestern abend 6 Uhr traf auf dem Bahnhof ein Transport vo n 330 Offi zieren ein, die aus amerikanischer Gefanbenschastzurückkehrten. Der Zug hatte etwa drerviertel Stunde Aufenthalt unb roitrben die Offiziere vom Emp- fangsausschuß bewirtet. Zum Empfang hatte sich die Rcichswehrkapelle cingefunben, die den heim- kehrenden Offizieren die Zeit durch vaterländische Weisen verkürzte. Die Damen des Roten Kreuzes beschenkten die Gefangenen mit Blumen, Schleiuns schon lange heimlich —" und sicher war diese Heirat ein märchenhaftes Glück für ihre Tochter. Tennoch blieb daS weiche, gerührte Gefühl in ihrem Herzen aus, das sie gestern bei Lottes stürmischer Mitteilung empfunden hatte. Evelyn sprach fo viel von Lusteren Bloririlen und so wenig von ihrer Liebe . „Es wäre schrervich," dachte die Thitt?r beklommen, „wenn sie ihn nur aus Berechnung nähme. 3ck müßte mich ja bann zu Dode schämen für mein Kind." Denn in dem Herzen dieser einfachen Frau, deren Leben nur eine einzige Kette von Sorgen oertc'cn war, lebten unverrückbare 3b*ale und Gibt begriffe, denen die Not des Lehnrs nichts hatte an hoben können. Dazu gehörte die Ueberzeugung, dast man in Evelyns Lage nur mit außer gewöhn- lick großer Liebe und seltenen Herz.»nseigenschaften zahlen konnte, was man an äußeren Vorteile erhielt. Würde sie dazu fähig fein? War sie so ed l, selbstlos, hingehend, treu und wahrhaftig, wie bü Famüie ihres künftigen Gatten es fordern durfte? I Dieser Gedanke machte Frau Losen stein schon jetzt Sorgen. Evelyn achtete nicht auf daS Schweigen tfrrt Mutter. Sie wies Modesta an, morgen die Woh- mmg instand zu setzen für Magnus' Besuch unb all die „bettelhaste Armseligkeit" darin möglichst zu verdecken, indem sie von Sattlers einig: Teppiche und Möbelstücke borge. Aber da fuhr die Mutter aus ihrem Sinnen auf. „Nein, es bleibt alles, wie es ist. Nichts ist unvori'.ehmer, als falschen Schein zu erwecken." (Fortsetzung folgt*) . .tft tfr* fen, Zigarren ufw. Inzwischen hatte sich eine große Menschenmenge am Bahnhof eingefunden, die die Offiziere herzlich begrüßte. Diese sprachen sich sehr erfreut über dielen kaum erwarteten Empfang aus. Unter Tücherschwenken und jubeln» den Zurufen rollte der Zug 6,45 Uhr aus der Halle, seinem Bestimmungsort Hohenasperg in Württemberg entgegendampfend. Wiederum harte dec Empfangsausschuß für heim kehrende Kriegs- und Zivil gefangene gestern abend den am 9Jlontag zu rückgekehrten Gefangenen der 23. und 24. englischen Gefangenen- knipagnie, die zuletzt in den Lagern Däons und Raismcs bei Valeneiennes untergebracht warm, auf der Liebi gshö he einen Unterha l - tungsabend veranstaltet. Leiber des Abends war Tr. Schneider, 2. Borsitzender des hie- figen Roten Kreuzes, der die Erschienenen mit herzlichen Worten begrüßte. Professor Lagueur hielt eine Ansprache, in der er in fesselnder Form die jüngsten Ereignisse der deutschen (Geschichte schilderte. Gr hob besonders hervor, in wie frivoler Weise die deutsche QHäubigteit von der Entente durch den Vertrag von Versailles hinter- gangen worden ist. Ter Bauer sche Gesangverein, der durch eine stattliche Anzahl seiner Mttglteder vertreten war, brachte stimmungsvoll Gesäuge zu Gehör, die reichsten Beifall auslösten. Konzertfäuger Ströbel aus Marburg sang einige Lieder im Bolksdon und die Kapelle des Durchgangslagers spielte muntere Weifen, die zum guten Verlauf des Abends beitrugen. Eine kurze Ansprache hielt noch Prokurist Boller. Tarnen der Stadt verteilten die üblichen Liebesgrben. Einer der Heimkehrenden dankte im Namen feiner Kameraden für die ihnen bereiteten schönen Sttin- den, indem er hervorhob, daß sie allen Teilnehmern unvergessen bleiben werden. Dr. Schneide r schloß die Veranstaltung durch einige freundliche Geleitworte. .Mehrere der am Montag abend hier ringe* troffenen Gefangenen erschienen heute vormittag auf unserer Redaktion, und baten im Auftrage ihrer Kameraden, den herzlich st en Dank der Gefangenen über den ihnen hier zuteil ge- wordenen Empfang öffentlich Ausdruck geben zu dürfen. Er habe jegliche Erwartung übertroffen. Dies gelte auch von der Begrüßung auf der Fahrt nach Gießen. Das schöne Siegtal habe in mehr als einem Auge der Hartgeprüften Tränen der Freude ausgelöst. Ueber den Empfang am Bahnhof, im hiesigen Durchgangslager und vor allem über den gestrigen Empfangsabend auf der Liebigshöhe, sowie über die Anteilnahme der Bevölkerung sprachen sie sich in geradezu begeisterten Worten aus. Die Einrichtungen des hiesigen Durchgangslagers seien in jeder Hinsicht mustergültig zu nennen. Man merkte es den Leuten an, daß ihre Worte von Herzen kamen. Lebensmittel. ** Zucker-Ausgabe. Der bei den Kleinhändlern der Stadt Gießen bestellte Zucker für September kann von Donnerstag abi in Empfang genommen werden. Es entfallen auf die Zuckermarke Nr. 9 (September 1919) 750 Gramm Zucker. ** Auslandsbutter. Wir weisen hiermit darauf hin, daß die in dieser Woche zur Dcr- teHung gclangmrden 40 Gramm Auslandsbuttec 85 Pfennig kosten, nicht 50 Pfennig, wie in der Lebensmittellabelle vom Montag irrtümlich veröffentliche wurde. e ** Die Kohlenproduktion in Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion in Dessen weist für den Monat August 1919 folgende Zahlen nach: An Rohbraunkohlen wurden gefördert 31540 Tonnen, verkauft wurden davon 11 354 Tonnen; der größte Teil der Rohkohle wurde.weiter verarbeitet oder war zur weiteren Verar- leitung bestimmt. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelereiprodukten erzeugt: 438 Tonnen Braunkohlenbriketts und 2213 Tonnen Naßpreßsteine. Außerdem würfen in Hessen — soweit feststellbar — erzeugt 2843 Tonnen Steinpreßkohlen. Unter Berück- ichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände, sowie des Absatzes und Selbstverbrauchs verblieben am Monatsschluß ab- atzfäbig: 2837 Tonnen Rohkohlen; 486 Tonnen Briketts; 2108 Tonnen Naßpreßsteine; zus. 5431 Tonnen Braunkohlen und Braun- ohlenprodukte im Gesamtwert von 220 229 Mark. ♦* Weitere erhöhte Postgebühren. Zu den Gebührener Höhungen der Post am 1. Oktober tontmen weitere, die bisher nicht bekannt waren ober wenigstens nicht beachtet worden sind. Sv sind die Gebichven für Postlagerkarten von 25 Pf. auf 1 Mk. erhöht, ebenso die für Postausweiskarten von 50 Pf. auf 1 Mk. Bestellschreiben roeetn Nachlieferung von Zeitungen kosten künftig 25 statt wie bisher nur 10 Pf., der Erlaß । eines Laufschreibens 40 Pf., also das Doppelte. Itigu Aus schäl dem zrich Ma' nad Kap Vereinen pflegen. Schulfeste geben bann Gelegenheit, das; Aeltere sie kennen lernen, mittun unb ihre frohsinnfördemde Wirkung genießen. Er zeigte, wie man die Reigen darstellerisch ausgestalten kann, und damit zum Theaterspielen überleiten. Vom Kaiperlcthealer, vom Schattenspiel sprach er bann, baä Kasperletheater als Erzieher der Dorfkinder im engsten Sinne unb im erweiterten, daß es zur hohen 5temst hinfühve. Vom Vorlesen als gemeinschaftsbildendes Element sprach er ferner unb vom Erzählen, Das Erzählertalent des Rhap foben sei unserem Volke verloren gegangen. Sein Wiedergewinn bedeute Wiederbrieben der Volksdichtung, denn rin Lied werde zum Volkslied, wenn jeder vom Eigenen zu ihm beitrage. Durch Erzählenkönnen werde die Sprachlehrbeherrschung in Wort und Sckrist gefördert. 3mmer wieder auf Erfahrungen seine Beispiele ausbauend, schloß der Referent mit dem Hinweis, daß nicksts so gemein- schaftsbildend sei wie Volksunterhaltung, das echte Gesellschaftsspiel der Großen um den enoeiterten Tisch ihres Lebens. Darin ruhe die Briteutung der Volksunterhaltung: sie baue Brucken der Liebe über Mißtrauen und Haß, die jetzt iwch das Volk in Klassen und Schicksten trennen. — Pfarrer Weidner (Ober-Lais) schloß daran die Schilderung feiner letzten Schülerspiele an. Als Jugend- fest seien sie gebadjt gewesen und ein Volksfest für Arschiedene Orte geworden. Er erzählte, wie die Wiederbelebung des Spinnstubengedanlens ihn zur Jugendorganisation geführt habe. Mit kurzer Borbereit ungs-rit habe man, wenn auch nicht Muster- gülliges, so doch Gutes geschaffen. Der Iugerrd- verern umschließt jetzt 151 Mitglieder, unb man plane die Aufführung von „Wallensteins Lager" und von „Glaube unb Heimat". Ein neuer Geist fei hierdurch in bie Jugendpflege der Gemeinde gckommen. — Schauspieler Wester mann vom Landestheater griff den Gedanken der Aktivität in der volksunterhaltung auf und betonte, daß es vor allem darauf an komme, daß Leute mit Intereffe in den Dienst eines künstlerischen Gedankens trden. — Hieran anschließend regte Direktor Schmitt an, um den Uebergang vom Volkslied zur höheren Musik zu erlrickstern, Bolkschöre zu errichten. — Mmistcrialsekretär Wandel bat, die Bolkserziehungsbemühungen nicht nur der proletarischen Jugend ober irgendwelchen Greifen an» gebeüxn zu lassen, sondern Volksbildung müsse dem ganzen Volke zugute kommen. — Direktor Hassinger wies hierauf auf die Absichten und Tätigkeiten der Zentralstelle hin, die ja gerade dieses beabsichtige. Prof. Dr. Bernbeck erzählte dann die Geschichte der „Gießener Wald- bühne", die seit 1909 alte Lieder, alte, gute historische Stücke, Stadtgeschichtliches, Bimbächer, den Gießener Datterich usw. zur Darstellung gebracht habe. Er betonte, daß besonders die „Hum- boldtianer" von Herrn Dr. Strecker großen Erfolg gehabt hätten. Als praktisches Ergebnis dieser Vorführung war es Herrn Prof. Bernbeck möglich, mehrere Sparkassenbücher zu 200 Mark für verschiedene Kriegsblinde anzulegen unb damit durch bie Veranstaltung vielen eine Freude zu bereiten. Obechefsische Bauernbewegung. # Herbstein, 17. Sept. Hier wurde eine Ortsgruppe des Hessischen Bauernbundes gegründet, der 123 Mitglieder angeboren. Vorsitzender ist Engelbert Friedrich Kübel, dessen Stellvertreter Hermann Amend Schneider. Schristfübrer Engelbert Joseph Böttinger I., als Beisitzer Aquilin Staubach. Boncventur Böttinger, Valentin Trand I., Florian Leister unb Zakob Schneider. Darmstadt, 16. Sept. Der Reichs- kommissar für die besetzten rheinischen Gebiete in Koblenz hat seine Tätigkeit ausgenommen. Es ist bei ihm als Vertreter der hessischen Interessen als „Hessischer S t a a t s k o m m i s s a r" bis aus weiteres der Kreisdirektor des Kreises Erbach Dr. E. Kranzbühler ernannt worden. Ett A-A ftn* RH. Ä’» sgbril Da ün allen ° (innchtungci ßltcnvo ra. di a > te wt Ä 433 9f„ 230 = U jinj ftud) Mt>e ihitö «uf. Es handellr sich für mich angesichts der be- schränüen Kräfte der Türkei im vierten Kriegs- lahre an dieser Front nur um ein Hinhalten, bie große Entscheidung im Westen gefallen war. Wir haben denn btefe Front vom X. Mörz ab in den sechseinhalb Monaten, in denen sw unter meinem Befehl stand, gegen zahlreiche Mrd zum Tell schwere englische Angriffe gehalten. Dann waren aber die physischen und moraliichen Kräfte der türkischen Truppen, welche seit dem Fruhwhr ohne ?lblösung, zerfetzt, zerlumpt und bald verhungert in der Front standen, erschöpft, und es kam das bittere Ende. Aus den Eiuwurf, der Beginn des Zu- santmenbruchs habe mit dem Augenblick eingesetzt, als oem Ge n e r a l v. Kreß, der bei allen deutschen und türkischen Truppen sehr beliebt gewesen sei, der Oberbefehl gekommen worden und das Hauptquartier der Heeresgruppe F in Jerusalem erschienen sei, und auf die Frage, wer den General von Kreß abberufen habe, antwortete Liman: Der Befehl der Ablösung ging von General v. Falkenhann aus. 3ch war stets ein Geg- ner dieses Wechsels. 3d) htelt General von Kreß, der ein guter Freund üon mir ist, für den einzig für diesen Posten in Fraqe kommenden Militär. Daß man meinen Befürchtungen nicht genügend Gewicht beilegte, rächte sich sofort bitter. Die dritte Gazaschlacht gab mir recht. Der Befrager sprach die Ansicht aus, daß sich die Oberste Heeresleitung über die e n o r- men Schwierigkeiten des Orientseld- zugs nicht klar gewesen sei und die Warnungen der Sachkenner in den Wind geschlagen habe. Liman erwiderte: Militärisch war dieser Feldzug dort unten selbstverständlich vollständig aussichtslos. Es handelte sich ja nur darum, zu drohen. Unb diese Drohung sollte den Engländer veranlassen, möglichst grafte Truppenmassen von der Westfront fort- ^rehen und auf die Etappen verteilen zu müssen. Seit Sommer 1918 habe ich dauernd an imapgebender Stelle betont, daß der Feldzug auf tbicie Weise in Palästina ein schnelles und schlechtes Ende nehmen müßte. Von Konstantinopel aus war Unterstützung nicht mehr zu erwarten. .Die Besten des Landes waren in den siegreichen Kämpfen gegen die Engländer auf Gallipoli gefallen. Was noch vorhanden war, lam für einen Ersatz nicht in Frage. Sie kennen ja audf bie Gegensätze zwischen den Türken unb Arabern. Meine dringenden Berichte an L u d e n - dorff haben ihn wohl erreicht. Es war aber zu spät. 3m Westen wurde jeder Mann gebraucht. Von feiner Seite Unterstützung, mußte die Sache ihren Gang gehen. ES war ein unabwendbares Geschick. Ueber die Zukunft sagte Marschall Liman: „3ck halte es für das Beste, wenn wir einen dicken Strich unter die ganze Türkenpolitik machen!" Tie Gebühr für UnbestellbarkrilÄneÜnmgen wird von 20 Pf. auf 50 Pf. erhöht. Zritungsüberweri rimgtn nach auswärts kosten das Doppelte, 1 Mk. Verm Umtausch amtlich gestempelter Vordruck: mürbe bisl-er 1 Pf. abgrz?gen, künftig das Dip- pelte. Tie mvnatlick* Stundungsgebühr für Pirro- betrüge betrug bisher 5 Pf. für jede Mark, mindestens 50 Pf.: künftig werden 10 Proz., monatlich mindestens 1 Mk. erhoben. Tie neuen Gebührensätze gelten für die Sendungen, bie in der Nack t vom 30. September bis zum 1. Oktober um 12 Uhr 1 Minute unb später ein geliefert werden. Tie Hausbriefkasten der Postansvalten unb dte Briefkasten her Bahnvvsten werden deshalb um 12 außergewöhnlich geleert. Wenn Brieffasten ni.ijt um Mitternacht geleert werden können, so wird bei der ersten Leerung am 1. Dttröer nicht nach den neuen Sätzen nachtaxiert. ** F a hr raddicbftahl. 3n der verflossenen Nack t um s/ill Uhr wurde ein vor dem Hotck Einhorn dahier aufgestelltes Fahrrad, Marke „Türkopp", im Werte von 300 Mk., von einer unbekannten Person, die Eisenbahnermütze trug, gestohlen. ** Tiebsgut. Bei zwei vyr einigen Tagen fest genommenen Einbrechern würben 5 Kaffeetassen mit Goldrand 2 mit Blumen verwert, einige Untertassen, 1 Trinkglas unb 6 Glass bü seln vor- gtfunben, die zwritellos auch von rinem Tieb- stalst herrühren. Ter Eigentümer wolle sich bieier- halb mit der hiesigen Kriminalpolizei ins Benehmen setzen. ** Die Fliegenpläge ist in diesem Sommer in den Dörfern außerordentlich groß. Da dieses Ungeziefer draußen nicht die nötige Feuchtigkeit findet, so kommt es m ganzen Schwärmen in die Häuser. Ein Glüch daß die Wespen diesmak nur fthr spärlich auftreten. — Tie Amerikaner haben in der Gegend von Montabaur einen Feldzug gegen die Fliegen geführt. Mmongendlich mußte der Mist aus den Surfern weggejchafft .verden. Dann mußte in jedem Hause eine Fliegenklapt^ fein, um den Störenfrieden zu Leibe rücken zu können. ** Deutschnation ale DolkSpartei. Es sei nochmals auf die heute a benb im „Grohherzog" ftattfindende Versammlung lstngewiesen, in der auch die Vorgänge in der letzten Stadtverordnetenver- s a m m l u n g erörtert werden sollen. * * S chach k 1 u b. Samstag den 20. Sept, findet abends 7 Uhr im Hotel Schütz Simultan- Vorstellung des Schachmeisters Mieses statt. Stehe Anzeige. * * Im Lichtspielhaus ist heute letzter Tag der „Austemprinzessin". Bon morgen bis Montag wird „Eine junge Dame von Welt", Gesellschaftödrama in 5 Akten, ferner „Mein Neffe — der Herr Baron" gegeben. Landkreis Gießen. * * Heuchel heim, 17. Sept. Der am vorigen Sonntag veranstaltete Blumen tag zum Besten der hcimkehvenden ftricgtigefangenen aus unserer Gemeinde hatte ein sehr erfreuliches Ergebnis. Durch die Haussammlung unb den Blumenverkauf -auf der Stvaße kamen rund 16 00 Mark ein, darunter eine Einzel spende von 5 00 Mark. Kreis Schotten. up. Ulrichstein, 17. Sept. Ter Postaulv- bus, der zuletzt durch Ben-olmangel gezwungen, die Skrbinbung mit Post Mücke nur durch einmalige Hin- und Herfahrt aufrecht erhielt, fährt von näd£ ften Sonntag den 21. ds Mts. cb nwber doppelte Fahrt. Tie erste Fahrt schließt von hier an den Morgenzug nach Gießen an, der um 7 Uhr von Mücke abgeht. Die Rückfahrt erfolgt im Anschluß an den um 9 Uhr von Gießen in Mücke ankommenden Zug. Die zweite, Nachmittags fahrt, geschieht im Anschluß an ben um 7 Uhr von Mücke nach, Gießen fahrenden Zug und Rückfahrt schließt an den letzten von Gießen Danrmenben Zug. Tas Postauto bat voll stündig neue Bereifung erhalten, welche die Fahri sehr verbessert. Kreis Friedberg. Q. Bad-Nauheim, 17. Sept. Der ReichS- versicherungsverband der Privattxrsicknnung, der Arbeitgeberverband deutscher Bersicherungsunter- nebmungen, der Verband deutscher LebeTtsoersiche- rungsgeiellschaften und die Vereinigung der in Deutschland arbeitenden Privatfeuerverstcherungs- gesellsck>aften halten in der Zeit vom 18. bis 23. d. Mts. im Kurhaus ihre Ausschußsitzungen und Hauptversammlungen ab. Bis jetzt sind etroa 100 Teilnehmer für die Tagung gemeldet. — Die Sommerspielzcit des Kurhaus-Theaters schließt am 22. September. Es finden von da afi toödyentlid) eine bis zwei Ä^rftellungen statt. — Vilbel, 17. Sept. Nach den Feststellungen der Ortskrankenkasse gibt es hier eine größere Anzahl Persner nicht Theaterbesuch unb Museen sowie Ausstellungen. Sie bedeuten ihm Mtehr. Wenn auch das Theater unterhaltend sein falle, so weist die Auseinandersetzung mit hohen Kunstproblemen doch tiefergreifenb in Seelenleben unb geistiges Wirken. An das Kind im Menschen faenbet sie sich. Dem lebenfördemden Frohsinn ,gilt die Volksumerhaltung. Frohsinn unb Spiel- ! trieb lösen Hemmungen im Menschen, seelische unb körperliche, daher griff bisher bie Unterhaltung uum bequemsten und gefährlichsten Erlöser: zum «Alkohol. Tfa Zukunft wird andere Wege suchen. sAuch Musik löst nicht nur die Seelen, sondern •in ihrem Rhythmus schwingen unsere Wörter mit. «Die bestehenden Vereine für Gesang (Männer- IflcfangtKTcine), Turn- und Sportvereine, Theatcr- vereine sollen in den Kreis der Futeressen neue Anregungen aufnehmen, die im Grunde manch «mtcs Alte neu erwecken. Nachdem der Redner bie Ipassioe Unterhaltung gestreift, ging er auf die aktive Unterhaltung über. Den alten Reigentanz, begleitet vom Lied, den Frödel in feinen Kindergarten ausgenommen, soll man in Schulen und «jss; "fronten ,3' Sirmner angrtet; b 10 106i6Dn,let Kl '4 Ian 6Meiehf -men te knhmdlu rraa vn Pr Tk nmt fi '■'-■mnnten v ''.liextrftfttt SirifliwtN Dbtitonfifto ff: sich müde auf einen Stuhl fallen unb über-l backte den Abend. Es hatte sich' doch alles sehr gut gemacht bei Tisch uno ntemanb bemerkte, daß Modesta kein silbernes, sondern ein böl-ernes Besteck gehabt. Auch das Essen hatte Beifall gefunden. Schwteger-- mama Geras bat sogar um das Rezept des kal scheu Hasen, und Modests Tafelarrangement hatte geradezu Sensation gemadü. „Sie tjat ein merkwürdiges Geschick dazu," badete die Mutter nach' nachträglich bewundernd, „man bemerkte weder, daß der Tamast schon dünn und teilweise gestopft ist, noch daß Glaser unb Geschirr bereits arg abgenutzt sind — eS sah im Gegenteil alles vornehm unb poetisch aus. Kompott und Fruchtschale hätten auf ieber Fürsten- tafel stehen können, unb die Veilchcnskräußchm ..." Ihre Gedanken wurden unterbrochen durch Evelyns Eintritt. „Ah, nun bist du ja auch da," sagte Fran Losenstern, sich erhebend, „nun können wir wohl fdiafen gehen, Kinder? Laßt das weitere Aufräumen nur für morgen. Sckxrdc, daß du nicht barer warst beute, Evelyn! (5d war wirklich sehr nett und gemüttich. 3ch glaube, wir haben in Ehr-m bestanden vor den n-men Derwandtm. Hast dir dich bei bemer Freundin gut unterhalten?" "Sfo Planta; ich habe mich heute auch verlobt, antwortete Evelyn ruhig, während ihre sckiönen Augen stolz und selbstbewußt über Mutter und Schwester glitten. „Verlobt? Tu hast . . . dich . . fab auch verlobt?" Frau Losenstein sank vor Nebe^aschung wieder auf den Stuhl zurück. Tann starrte sie die schöne Tochter beinahe ängstlich an. „Mit wem t Ser** - -in^S LÄsM ^UeberjeugM auverrn " ? S-r l'e ivahsA ducket .-s— r, -besuch Ä Ä «°K fak'»'M S A -G. Wetzlar. 10725D 57 59 Pfennig, Pfennig, Pfennig, Pfemiig. 1O599B 65 69 b) Lose ausgeimsN . . Z. Würfelzucker . . 4. Kandiszucker: — Fußball. Mit nächstem Sonntag beginnen im Kreis Lahn-Sieg für Gießen die Der- bandsspiele. Wir werden eine Reihe spannender Spiele hier zu feljett bekommen. B. f. R. 1900 spielt mit vier Mannschiften in Wetzlar und die Gießener werden alles aufbieten müssen, um die Punkte für sich buchen zu können. Wetzlar siegte letzten. Sonntag in Marburg über den dortigen B. f. D. mit 2:1 Toren. Auf dem Platze des V. s. R. 1900 an der Darbt treffen sich, nächsten Sonntag nachmittags 4 Uhr S^->rt-Verein „Merkur" gegen F. C. Geisweid im BerbandSsprel. Zucker-Ausgabe. Ter bei beit Kleinhändlern der Stadt Gießen bestellte Zucker für September 1919 kann von Donnerstag, 18. September 1919 a b gegen Vorlage des Besdellausweises zur Zuck^> karte und Ablieferitng der ZuckermarVe Nr.9 in Empfang genommen werden. _ ES entfallen auf die Zuckermarke Nr. 9 (September 1919): 7 50 Gramm Zucker. Mit dem 30. September 1919 vexiert die Zuctamarbe Nr. 9 ihre Gültigkeit 2Ser ju diesem Zeitpunkt den Zucker nicht abgeholt hat, hat keinen Anspruch mehr darauf. Tie Kleinhomdelsgeschäft« haben die verem- nahmtrn Znckermarken Nr. 9 (September 1919) zu sammeln und zu je 100 gebüindelt b i31ßngjte ns 2 Oktober 1919 an das Städtische Lebens- mittelamt, Zimmer 11, unter Beifügung einer schriMickrn Mitteilimg über die Anzahl der abgc- tietaten Marken einzusenden; die nicht abgehvlten ober mehr überwiesenen Zuckermengen sind nach p-orgeschriebenem Muster dem Städtischen Lebensmittelamt zu melden. „„ , Der Kleinverkaufshöchstpreis für das Pfund Achtung! Achtung! 1 Wam» Kürbis Ä? Rotlr-iit, WciükrMt, Wirsing, Zwiebeln, Einmal n.Züld'ßutfcn einnetroften. Staunend billiger Berkmif Freitag frilü 8 Ubr am Feksenkeller. Vahnbofitraye 10758 l-roach, Neustadt Ist Tel. 2133. “Ie e”Ä Fay-Champagner-Roggen Lembk. Obotriten-Weizen Wieder zu haben: la. Fussbodenlackfarben stretchfert., barttrocknend, Hochglanz., in 1-Kilo-Dvsen. Großabnehmer billige Preise. OttoVorbÄch, Frankfurt a.M., Harn-Hans. Cbemisch-techn. Erreugniffe. (10732 Aepfelversteigerung. Montag den 22. d. Mts. sollen Mis dem Hofgut Häuserhof — Bahnstation an der Linie Friedberg—Nidda — stammweift versbeigeri nrerben: 1O735D etwa 200 Zentner Taseläpfel und „ 500 „ Wirtschaftsäpfel. Zusammenkunft 10V4 Ulw vormittags auf bei Straße nach Ober-Widdersheim Erb, Verwalter. gerate, 1 Wagentuch <6x5 Meter», 1 Nähmaschine, mehrere Fensterrahmen mit Glaö. Versteigerung bestimmt. (0180W3 H. Benner II., Auktionator. Annahme von Versteigernngen aller Art, auch einzelner Stücke. HM und Felle jeder Art kauft zu den höchsten Tagespreisen bei kulanter Abnahme Älttdie Gerberei und Riemeoiabrik Mrche und Schule. 4 Darmstadt, 18. Sept. Die Hessische Landesvereinrgung des Tcutsch- Evangelilchen Gemein de tags hält am Montag einen Gemeindetag ab. Im Mittelpunkt der Verhandlungen steht der sehr zeitgemäße Vor- tray non Pr)f. D. Tr. Schian - Gießen über „Ti« neue kirchlick^e Lage und die evangelischen Gemeinden in Dessen". Tie Aussprache wird von s-Arbeiie.sesretär Laufer-Tarmstedt eröffnet. Kirchenv rstände können nach einer Verfügung des Oberkonsistoriums auf Kosten der Kirchenkasse an dem.Gcmeindetag teil nehmen. Bezirkslmsschttßwahlen in Weimar. Berlin, 18. Sept. Laut „Lokalanzeiger erhielten bei den Bezirksausschußwahlen im Staate Weimar der Thüringische Bauern bund (Dcutschnationale Volkspartei und Bund der Landwirte) 24 Sitze, Demokraten 4, Sozialdemo traten 15, Unabhängige Sozialdemokraten 3 und Zentrum auch 3 Sitze. Die Wahlbeteiligung be trug durchschnittlich 20 bis 25 v. &. der Wahl berechtigten. Rückkehr aus Deutsch-Südwrftafrika. Haag, 18. Sept. (WTB., Morgen wird in Rotterdam der Dampfer „Prätoria" aus Queebeck mit 441 Männern und der Dampfer „Ebani" aus Südwestafrika mit 195 Männern, 98 Frauen.und 184 Zindern an Bord erwartet, die nach Deutschland zurückbefördert wer den. Sie sollen morgen nacknnittag nach Deutsch land Weiterreisen. Aus Elsaß-Loth ringen. Berlin, 18. Sept. Wie der „Vorwärts" berickstet, nimmt trotz starten Einschreitens der Militärbehörde in Elsaß-Äothringen die Volks bewegung gegen die Einberufun? zweier Jahrgänge täglich zu. Die ange- kündigten Versammlungen wurden verboten. Das Unternchmen d'Annuncios. Bern, 17. Sept. (WTB.) Nittri richtete gestern in der Kammer an die Soldaten und die Nation eine ernste Warnung und wies auf die Schädigungen hin, die das Unternchmen d'Annunzios bringen könnte unb erklärte, daß der furchtbare Krieg in allen Gemütern eine tief- gehende Verwirrung angerichtet habe. Das ganze Land sei in Unruhe. Seit Wochen streiken 400 000 Arbeiter, ganze Provinzen stellen in Gährung und Aufregung. Allen daraus entspringenden Schwierigkeiten könne Italien nur mit Einsicht und leidenschaftsloser Vaterlandsliebe Herr werden. Bekanntmachung betreffend Schornsteinreinigung. Dir zwecks Neuregeluns der Bestimmungen über die Schornsteinrefttigung aufgestellten Feuer- stzättatverzeichnisse liegen in der Zeit vom 2 0. bis 2 7. S e p t e m b e r d s. I s. im Stadthaus, Zimmer Nr. 9, zur Einsichtt der Hauseigentümer und sonstigen Interessenten offen. Einweitdungen gegen die RickLigkeit der Einträgf' sirü) innerhalb der Ofsenloguiigsfrist bei mir schriftlich, vorzubringen. Gießen, den 17. September 1919. (1O753B Ter Oberbürgermeister: Keller. a) brtnni b) schwarz O)ie ßc n, den 13. Septentber 1919. Der Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Aepfklversieiqerunq Winnerod. Montag den 22. September sollen ca. 270 Zentner Aepfel, feines Tafel-- und Wirtschaftsobst, in ca. 160 Losen am Baume versteigert werden. Beginit vormittags 10 Uhr auf der Chaussee Winnerod—Bersrod am Baume Nr. 96. Tas Obst kann sofort nach erfolgter Genehmigung und Bezahlung abgemacht werden. W i n n e r o d, den 13. September 1919. 10616D Ludwig Stemm. f- R. 1900) 23 Sek. 3. Schade (Durchgangslager) 28,3 Sek. — 400-Meter-Laufen. 1. Werner (B. f. R. 1900) 66 Sek. 2. Nettß (V. f. R. 1900) 67,1 Sek. 3. Misipv (V. f. B.) 70 Sek. ohne Anstrengung gewonnen. — 1500 -Meter- Laufen, 14 Teilnehmer. 1. Adolf (V. f. R. 1900) 5 Min. 18,7 Sek. 2. Will, Paul (V. f. R. 1900) 5 Min. 19 Sek. 3. Ltn. Ebel (RWR. 36) 5 Min. 23 Sek. — 4xl00-Meter-Staf- fell auf. 1. B. f. B. 53,3 Sek. 2. V. s. R. 1900 1. Mannsch. 53,4 Sek. 3. D. f. R. 1900 2. Mannschaft 54 Sek. — Olympischer Staffellauf (800, 400, 200, 100 Meter). 1. Verein für Ras. 1900 1. Mannsch. 4 Min. 20,7 Sek. 2 V. s. R. 1900 2. Mannsch. 4 Min. 30,3 Sek. 3. Sp.-B. Merkur 4 Min. 40 Sek. — Diskus - werfen. 1. Müller, Otto (V. f. Rudersport) 25,42 Mtr. 2. Bode (V. f. R. 1900) 21,20 Mtr. 3. Althoff, Fr. 18,70 Mtr. — Schleuderball. 1. Müller, Otto (Rudersport) 35,35 Mtr. 2. Bernhardt (MTV.) 33,57 Mtr. 3 Wolf, Wilh. (Klaftsportverein) 32,10 Mtr. — Schlag- ballweitwersen. 1. Neuser, Herrn. (Tv. v. 1846) 86,90 Mtr. 2. Hauser, $rf). (V. s. R. 1900) 85,10 Mtr. 3. Bouteiller (V. f. R. 1900) 83,20 Mtr. — Kugelstoßen 15 Pfund. 1. Müller, Otto (Rudersport) 8,88 Mtr. 2. Bernhardt (MTV.) 8,87 Mtr. 3. Isenberg, Gers. (Kraftsport-Derein) 8,73 Mtr. — Weitsprung. 1. Thödt (WTV.) 5,96 Mtr. 2. Bouteiller (V. f. R. 1900) 5,58 Mtr. 3. > Bode, Ernst (B. f R. 1900) 5,31 Mtr. — Dochsprung. 1. Cramer, W. (V. f. R 1900) 1,57 Mtr. 2. Lulcy (V. f. R. 1900) 1,55 Mtr. 3. Thvdt (MTV ) 1,55 Mtr., 2. und 3. Preis durch Los entschieden. — Stabhochsprung. 1. Hauser (V. s. R. 1900) 2,83 Meter. 2. Neuser, Herrn. (TB. v. 1846) 2,78 Mtr. 3. Thödt (MTB.) 2,47 Mtr. — 4-Kampf. 1. Hauser (D. f. R. 1900) 297,4 Ptmtte, 2. Neuser (TV. 1846) 292,6 P. 3. Thödt (MTV.) 187 P Gruppe ß 17 —18jährige. 1 00» Meter-Laufen. 1. Balser K. (Sp.-V. Merkur) 13 Sek. 2. Schmidt (Rudersp)rt) 13,1 Sek. 3. Bingel (B. f. R. 1900) 13,4 Sek. - 400- Meter-Laufen. 1. Cramer (B. .f. R. 1900) 64,1 Sek. 2. Schmidt (Rudersport) 65,3 Sek. 3. Rothermel (Rudersport) 66,2 Sek. — Schlagballweitwerfen. 1. Schmidt (Rudersport) 79,30 Mtr. 2. Rothermel (Rudersport) 71^55 Mtr. 3. Walther (B. f. R. 1900) 68,60 Mtr. - Kugel st oßen, 10 Pfund. 1. Balser (L>P.- V. Merkur) 9,73 Mtr. 2. Waltlta (V>. f.- R. 1900) 9,54 Mtr. 3. Rothermel (Rudersport) 9,47 Mtr. — Weitsprung. 1. Bingel (D. f. R. 1990) 5,05 Mtr. 2. Schmidt (Rudersport) 4,68 Mtr. 3. Walther (V. f..R. 1900) 4,46 Mtr. — Hoch- sprung. 1. Walther (B. f. R. 1900) 1,47 Mtr. 2. Bingel (B. f. R. 1900) 1,45 Mtr. 3. Braubach (V. f. B.) 1,38 Mtr. Drei-Kampf. 1. Balser (Sp.-B. Merkur) 1843/4 Punkte. 2. Cramer (B.' f. R, 1900) 176V» P 3. Walther (B. f. R 1900) 154 P. — GruppeO 1 5—1 6j ährige: 50-Meter-Laufen. 1. Bingel (B. f. R. 1900) 7,2 Sek. 2. Braubach (B. f. B.) 7,2 Sek. Turch Los entschieden. — 4x100-Meter-Staffellauf. 1. Verein f. Beweg. 58 Sek. 2. Turn-Verein v. 1846 58,5 Sek. — 10xl00-Meter-Staffellauf f. Schulen. 1. Ober-Mealsthule 2 Min. 22,3 Sek. 2. Realgymnasium aufgegeben. — Treikampf- Gr u p p e D, un ter 14 Jahre. 1. W. Seipp (MTV.) 85 Punkte. 2. Felsing. H., (MTV.) 55 P. 3. Hering, Ernst, 22y2 P. — Otaamtpunktz-ahl der Vereine: Verein für Ras. 1900: 11 erste, 12 zweite 10 dritte Preise = 67 Punkte. Manner- Turn-Berein: 4 ersta, 3 zw^te, 4 dritte ----- 22 P. Verein für Rudersport: 4 ershq. 4 zweite, 2 dritte Preis« = 22 P. B. f. B.: 2 ,«rfte, 3 zweite, 2 dritte Preis« = 14 P. Sport-Verein „Merkur": 3 erste, 1 dritter Preis = 10 P. Tum-Berein von '1846: 1 lersttro.. 3 zweite Preise -- 9 P. Kraftsport- Verein uiti> Militär je 2 (dritte mit je 2 P. Letzte Nachrichten. Die Lage in Pommern. Berlin, 18. Sept. Aus Stettin wird verschiedenen Blättern gemeldet: Die Befürchtung, daß es in der Landarbeiterfrage in Pommern zu neuen Unruhen kommen werde, ist übertrieben. Fast in ganz Pommern ist es bereite zum Abschluß von Tarifp'rträgeit gekommen. Eine Anfrage an die Reichsregierung. Berlin, 18. Sept. Der deutschnationäle Abgeordnete v. Gräfe stellte an die Reichsvegierung die (Frage, ob das Reich in irgendeiner bireften oder indirekten Weise an der Hergabe der Million Mark in Gold zur Befriedigung der franz ö fischen Ansprüche im Fall e Manheim beteiligt sei. Parteitag der rheinischen Zentrumspartei. Köln, 17. Sept. (WTB.) Nach- der „Köln. Bolksztg." nahm der hier versammelte Parteitag der rheinischen Zen tr u m s pa r t e i eine Entschließung an, in der über die Behandlung der Nheinlandfrage die Leitsätze ausgestellt wurden, nach denen die Verwirklichung der rheinischen Selbständigkeitswünjche im Rahmen des Deutschen Reiches und im Zusammenhang mit der territorialen Umgestaltung des Reiches unter dem Gesichtspunkt des gesamtdeutschen Interesses und auf dem durch die ReichSverfassung oargesebnenen Wege geschehen soll. Es sollen gleichberechtigte, möglichst glerchwerttge Länder mit weitgehender Selbstvt-rwalttmg geschaffen werden. Im Falle, daß das aussichtslos sei, können die Bestrebungen zur Bildung neuer Bundesstaaten nach Art. 18 der Reichsveriassung wieder aufgenommm werden. Tie deutsckw MickMoersassung wird rückhaltlos anerkannt. Ter Parteitag erwartet jedoch, daß Reicksrcgicrung und Bolksvertrettmg bi« in Artikel 167 vorgesehene zweijährig; Sperrfrist nicht aufrecht erhalten werden, falls die nationalen Notwendigkeiten und rheinischen Lebensinteressen in Zukunft ihre sofortige Beseitigung erfordern sollten. Für di: Zlvischenzeit wird eine weitgehende Autonomie gefordert. Wer die Loslösung vom Reiche anstrebt, schädigt di« Interessen der rheinischen Bevölkerung imb stellt sich außerhalb der Zentrumspartei. Tie Reichsregierung wird aufgefordcrt, den inneren Umbau des Reiches in vor gedachtem Sinne so rasch wie möglich vvrzunehmen. ____ Versteigerung. «reitag den 19. September von nachmittags Udr ab versteigere ich im „Pfmr",'Ueuüadt 55: 3 Bettstellen mit Matratzen, 1 vollständiges Bett, 1 Polyphon mit 20 Platten 2 Paar gute Portieren, 1 Bowle (Kupfer-Kuntt- schmiedearbeit), 1 Ofenschirm mit Stickerei. 1 Schreibsessel, 1 Blumenständer, 1 vier- schubladige Kommode, I wejheS Kinderbeti, 1 Gasherd mit Tisch, 1 Gasherd mit Back Haube (7-flammig), 1 Sofa, 1 Glasschrank, 1 Partie Bilder, Kleidungsstücke und .Küchen Bern, 17. Sept. (WTB.) Wie der „Secolo" aus F i u m« erfährt, lyat sich der von der Regie rung entsandte General Anfossi bis jetzt vergeblich bemüht, die in Fiume befindlichen Truv^ pen zum Abfall von d'Annunzio zu bewegen. Di« Besatzung des Panzerschiffes „Dante" hat d'An- nunzw durch eine Ansprache von der Abfahrt abgehalten. Den am Montag morgen abziehenden englischen Truppen haben die italieni schen Sturmtruppen die militärische Ehre erwiesen. Die Franzosen vermeiden i«de Verbindung mit dem neuen Stadtkommandanten und haben sich teilweise schon am Sonntag auf dem „Con- dorret" cingeschifft. Von der Schweizer Grenze, 18. S«vl Wie den italienischen Blättern von der Friedens konferenz mitgeteilt wird, sieht das in Clairfon tarne zwischen Tittoni, Clemenreau und Lloyo Gfeorge über di« Frage von Fiume abgeschlolsene Abkommen folgende Lösung vor: Fiume wird der Souvettinität Italiens unterstellt und der Hafen dem Völkerbund. In Ergänzung des Londoner Vertrages haben Frankreich und England diese Lösung angenommen. Man sucht auch den Präsidenten der Vereinigten Staaten für dieses Abkommen zu gewinnen. Schülerftreik. Berlin, 18. Sept. Laut „Berl. Tagebl." trat die Obertertia des Gymnasiums in Dessau in den Streik wegen Entfernung der Fürsten bilder, und weil ihnen die Auf- l>ängung eines neuen Kaiserbildes verboten wurde Ein reiches Vermächtnis. Berlin, 18. Sept. Das „Berl. Tageblatt" meldet aus München: Der in Berchtesgaden ve, stör bene Bankier Alexander von Mendels s o h n - B a r t h o l d Y vermachte einen Teil seines kauf 5 bis! 6 Millionen Mark geschätzten Vermögens dem Bad Berchtesgaden. Grotzfeuer in Christiania. B«r l in, 18. Sept. In C hr i sti a n i a brach gestern ein Schadenfeuer aus, das nach der Meldung verschiedener Blätter als das größte in der Geschichte der norwegischen Hauptstadt bezeichitet wird. Die ^Feuerwehr l>atte gegenüber dem Brand einen schweren Stand: u. a. waren di« städtischen.Fleischhallen, die Ge bäude des Viehmarttes urtb her großen Schlächtern mit Vernichtung bedroht. Obstvevsteigernng. Montag den 22. und Dienstag den 23. d. Mts., beide Tage um 9 Uhr anfangend, werden in der. Gemeinde Münzenberg baumweis« meistbietend versteigert: etwa 650 Ztr. seine Tafeläpfel (darunter ein grös-ereS Quantum Champagner-Reinetten:, etwa 460 Ztr. Wirtschaftsäpfel, etwa 20 Ztr Tafelbirneir. Zusammenkunft: am erftai Tage beim Gasthaus „Zur Burg", am zweiten Tage m der Bahnhofstraße. — Händler können nach Belteben steigern 10764 Münzen berg, den 17. September 1919. Bürgermeisterei: Metz. Sport. Leichtathletische Stadtwetttämpfe 1919. Am letzten Sonntag herrschte auf dem Sportplätze des Vereins für Rasenspiele 1900 e. V. an der Hardt auf dem Gebiete der Leichtathletik Hochbetrieb. Nachdem die Laufbahn mit Beihilfe von Stadt und Militär in den letzten Wochen soweit hergestellt, konnte die Veranstaltung statt- itnben, die vom prachtvollsten Wetter begünstigt war und zu der sämtliche Turn- und Sport- Vereine, sowie Militär und Schulen ihre besten Kräfte gemeldet hatten. Die Veranstaltung, tvelche unter der Leitung des V. f. R. 1900 stattfand, nahm einen glatten Verlauf und machte dem Verein alle Ehre. Die erzielten Resultate sind als durchweg gut zu bezeichnen. Insbesondere ist jedoch das überaus rege Interesse unserer Jugend, ein erfreuliches Zeichen. Gerade die Heranziehung unserer Jugend müßte, um unserem Sporte eine feste Grundlage und den unbedingt nottvendigen Nachwuchs zu sichern, unser aller erste und vornehmste Aufgabe sein. Nachstehend die erzielten Resultate: , Grupp« A, offen für alle Teilnehmer. 5 0- Meter-Laufeu. 1. Thödt (MTV.) 6,1 Sck. 2. Knöppler (B. f. B.) 6,2 Sek. 3. Werner (23. f. R 1900) 6,3 Sek. — 100-Meter-Laufen. il. Thödt (MTV.) 12,7 Sek. 2. Knöppler (23. 1. B.) 12,9 Sek. 3. Bouteiller (23. f. R. 1900) (13,1 Sek. — 200-Meter-Laufcn. 1. Werner (V. f. R. 1900) 27,7 Sek. 2. Bouteiller (V. Turnen. ** Turnerbund,,Lahn-Tünsberg". ,Am Sonntag den 14. September fand unter sehr starker Beteiligung las P:rgturns«st de- Turnerbundes „Lahn-Dünsberg^' auf dem Altenberg bei Odenhausen statt. Tie Wetturner und Kampfrichter versammelten sich um 9 Uhr in Wißmar. Nachdem die Sitzung des Kampfgerichts stattgefun- den l-atte, wurde um 10,30 Uhr der Turngang durck> dem Wißmarer Wald nach dem Altenberg angetreten, woran etwa 600 Turner und Kampfrichter teilnahmen. Gegen 11,30 Uhr war bet Berg erreicht. Von 222 Attiocn und 169 Zöglingen konnte man recht schöne Leisttmgen sehen. 20 Punkte im S tabhoch springen, 2,50 Meter, Iraren keine Seltenheit. Tas Turnen ging recht flott, um 4 Uhr hatten die Turner den Berg schon verlasset!, un\ in Od^nhausen, wo her Turnverein eine Feier ver-t anfialtet batte, einige fröhliche Stunden zu verleben. Herr Taupert-Wioseck richtete einige Worte an die Turner, worauf Turnwart Schmidt-Launs- bach um 6 Uhr die Preisoerteilung tornatym. (Es folgen di« fünf ersten Preise von jeder Stufe.) Es erhielten den 1. Preis mit 75 Punkte F. Rohr- back--Lollar, Kurl Agel-Lollar und Ernst Krämer- Ruttersl)ausen; den.2. Preis mit 73 Punkte Wilh. Schütz-Rodheim: den 3. Preis mit 72 Punkte Paul Happel-5)ausen, Karl Klinkel-Lollar und Karl Christ-Wieseck: den 4. Preis mit 71 Punkte Luo- nig Krämer-Ruttershausen, Wilhelm Sckienbein- Baufen und Heinrich Olmotz-Kesselbach: den 5. reis mit 70 Punkt« Heinrich Frank-Wlescck, Karl Scheerer-Wieseck, Wilhelm Best II.-Waldgirmes, LSilltam Grölz-Taubrmgen. — Von der Zög- lingsabtcilung erhielt den 1. Preis mit 74 Punkte August Best-Waldgirmes; den 2. Preis mit 73 Punkte Karl Henß-GroßewBuseck: den 3. Preis mit 70 Punkte Wilhelm Römer-Lollar, Ernst Sck.irupp-Waldgirmes; den 4. Preis mit 65 Punkte Heinrich Franö-Lollar, Gevrg Kaletsch- Odenhauson: den 5. Preis mit 64 Punkte Karl Zöllcr-Hausen. Bekanntmachung. Der von demGentandcratdmrchberatrne Voranschlag der Gemeinde LllleiÄwrf a. d. Lumda für das Rechnungsjahr 1919/20 liegt von Freitag den 19. bis einschließlich Donnerstag den 25. September 1919 auf der Amtsstube der Bürgermeisterei offen. Während dieser Zeit können Einwendungen erhoben lverdcn. Allendorf a d. Lda., 17. September 1919 Hessische Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lumda. Rein. 10762 Starkenburg und Rheinhessen. / ' rm. Darmstadt, 16. Sept Der erste Ge- -angenenzug mit über 950 Gefangenen von der 23cstgrcnze kommend, trafen am Sonntag abend aus englischer Gefangenichaft hier ein. Tie Jn- -sassen waren in sichtlich guter Stimmung. Ter Vorstand der Kriegsgefangenrn'^lmkehr mit vielen Helferinnen Ijatten sich -um Empfange einflefunben, Kic Leute wurden bewirtet und fuhren nach zweistündigem ?lufmthalt nach l^erzlichen Begrüßungs- Worten durch Pvof. Pfaff und OöerUeutnant Bauer nach dem Tuochgangssager Mannheim weiter. Dort haben sie 3—4 Tage Aufenthalt, da sie neu geneidet, aus dem Militärverhältnis entlassen und itytt Entlassungsgelder, Löhnung und Verpfle- Nungsgcbührnisse^ zusammen etwa 360 Mk. erhalten, worauf sie in ihre Heimat befördert werden.) Hessen-Nassau. — Frankfurt a. M.. 17. Sept. Im V-Zug ton Gießen nach Frankfurt lernte eine junge Dame einen liebenswürdigen Mitreisenden kennen, der ihr bei der Besorgung des Gepäcks helfend zur Seite stand. Als die Dame später ihr Gepäck nachzähtte, war der beste Koffer mit 5000 Mk. Wertinhalt von dem Reisenden gestohlen worden. — Hanau, 17. Sept. Die Pul verfahr ik Hanau, die sonst Kriegsware in Form von allen möglichen Pulvern herstellt«, hat ihre Einrichtungen jetzt zum Schlagen aller Arten von Oelsrüchten umgebaut. ra. Naunheim (Kr. Biedenkopj), 17. Sept. Metzgermeister Bill kaufte die bem Fürsten von Lich gehörige Mühle mit 40 Morgen Land zu einem Gesamtpreise von 140 000 Mk. ra. Rodheim a. b. Bieber, 17. Sept. Aus den Gemeinden des Bezirks Rodheim sind für die Kriegs- und Zivilgefangenen folgende Beträge eingegangen: 23ieber, Fellingshausen, R^dheim 728,80 Mk., Crumbach, Frankenbaich 433 Mk., Königsberg 162 Mk., Hermann stein 230 Mk., Naunheim 379,20 Mk. und Waldgirmes 280,25 Mk. — Usingen, 17. Sept. Der städtische Steinbruch „Wormstein" mit seinen prächtigen Klippen wurde unter Denkmalsschutz gestellt. Zucker betragt: 1. Gemahlener und Kristallzucker: a) nicht raffiniert (Konsumzucker) 55 Mennig, b) raffiniert........5? Pen-mg, 2. Hutzucker, Platt«n»ucker: a) im ganzen Hut oder Platten . 55 Pfennig, behördliche Anzeigen. Vergebung vonpfiasterarbeiten. Die zur Herstellung einer Gossenanla ge qu Allendorf a. d. Lda. erforderliche Pflaster- fHehl', Basalt- ober Schlackensandlieferung und Pslastaarbeiten sollen im öffentlichen 2L«ttbewerb vergeben werden. Voranschlag und Bedingungen liegen vorn 17. d Mts. ab auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten. RegierungsgLbäude, Üandgraf-Philipp- Platz 3, Zimmer Nr. 18, offen. Angebote, die in Prozenten des 23onanschlags lerfolgen müssen, sind mit entsprechender Aufschrift versehen, verschlossen und postfrei, spätestens bis Dienstag den 23. d. Mts., vormittags 10 U taz an den Unterzeichneten! emzureich-m. Di« Eröfsnung der Angebote erfolgt zum gleichen Termin in Gegenivart etwa erschienener Bewerber. Zusclstagsfrist 3 Wochen. Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt Vorbehalten. 107798 Gie ße n, den 15. September 1919. Der Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. Cellarius, Baurat. MMuKckii's Bönen - Anhänger : QTjre in Harleshausen-Kassel vollzogene Vermählung zeigen hiermit an Anhänger Gießen, Vahnhofstr. 66, den 18. Sept 1919. Der Bei © Vermählte Deutsche Bolkspartei Saalbau (£afe'£eib Gießen, den 17. September 1919. vereinrfeftlichteiten Gaste wifltommen. aus Flcislhkr-Zmuig Gießt« Hans ttirzinger 018091 O1WZ71 018101 Beate Opern-Abend [Frische fische Grosser Posten Damen-Hemden Saalbau Cafe Leib Heinrich Ferber. an. Täglich Kaufhaus Katz 14 Bahnhofstrasse 14 Ergebens! ladet ein inero 52 Banz Kirzingcr, WoiBes B rauhen«. Tat 1295. an den Gieir. Anz. erbet. | Verkaufe | *'*4‘ LudwigSpl. 14 III. für per KanarieibHähnß ü.-Weibchen 018047 zu verkaufen. 3. erkr. 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