Nr. 15 Ter Lief euer Anzeiger erschein! täglich, außer kountape. - Beilagen: 6i<6cntr$amilienbläUti; Kte.sliott für den Kreis Sieben. vlag;Plat;vor» schrist 20 % Mifschlag. Äauvtschri't'.eiter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Neinhold Zenz; für den Anzetgeiiteil: Ö Beck; sämtlich in Gießen letzener Anzeiger ä General-Anzeiger für Oberhefsen Nun wähle! Dor uns liegt ein großes Elend aus- gebreitet, das Elend, daß der Femdeswille aufs Ernsteste unsere staatliche Selbständigkeit bedroht. Wären n/ir nur arm, so wär's lange nirl)t so schlimm. Armut schändet nicht; der Arme, der seine Arbeit, seinen Stolz, sein Gottoertrauen hat und dem der Himmel seines Strebens und seiner Wünsche offen fleht, ist oft glücklicher als der Reiche. Der an harte Gläubiger verschuldete Arme jedoch, der die Freiheit seines Handelns verloren hat, ist bejam- mernsroert. Die Note, mit der Graf Brockdorff-Rantzau einen flammenden Widerspruch gegen die finanzielle Versklavung Deutschlands erhoben hat, ist ein Aufschrei des Jammers und des Zornes, der im Gewühl der Wahlvorbereitungen nicht ersticken darf und nachhallen muß in die Zeit nach dem 19. Januar. Was in jener von Rantzau zu- rückgeiviesencn Note der Feinde von uns an Verzickiten auf unsere natürlichen Freiheiten, auf allgemeinste Aesitzrechte, verlangt wiro, ist bitterer und schmählick>er, als die neuen Wafsenstillstanüsbedingungen, mit denen Foch die Waffenruhe um wettere vier Wochen verlängert hat. Die Abgabe großer Mengen von landrvirtschaftlichcn Maschinen schmälert unsere nctionaie Habe beträchtlich, erschwert uns aufs Neue den Kampf ums Dasein, aber sie ist schließlich) erträglich- weil es eben nur eine einmalige Einbuße an materiellem Besitz ist. Selbst die „Strafe" der Ablieferung weiterer Lokomotiven und Wagen daiür, daß das Eifenbahnmalerial nicht vollzählig und fristgemäß abgeliefert worden sei, braucht nicht tragisch genommen zu werden, zumal uns zugleich die Abgabe des Rcftbestandes der alten Forderungen, die unser Verkehrswesen so arg bedrohte, erlassen worden ist. An die Grenze des Möglick)en jedoch geht die uns zugemutete finanzielle Kontrolle durch die Entente, denn sie ist noch schlimmer als die Schmach und Bevormundung orientalischer Völler durch die Großmächte, sie ist ein geradezu erschreckender Sprung rückwärts tpn dem Wilsonsckien Ziele der Völkerversöhnung. Allerdings hat der kluge Matthias Erzberger, der berühmte Prophet des Weltfriedens, in seinem Wasfenstillstaichsvectrag den folgenden, sehr dehnbaren Satz unterschrieben: „Während der Dauer des Waffenstillstandes darf der Feind keine öffentlichen Werte beseitigen, welche den Verbündeten als Pfänder für die Deckung der Kriegsschäden dienen könnten." Nun soll sogar der Umfang der Einfuhr von Lebensmitteln, Rohstoffen und Fer- tigfabrilaten nach Deutschland künftig von den Gegnern bestimmt werden! Mit der Negierung muß sich dagegen das ganze deutsche Volk erheben. Für ein solches Vorgehen der Entente würde es, das hat Graf Rantzau laut und drohend hervorgchoben, bei uns Deut- sck-en „kein Verzeihen und Vergessen" geben. Wenn wir bei den Wahlen am morgigen Sonntag uns fragen, welckren Männern und Frauen und welck-er Partei wir unsere Stimme geben sollen, dürfen wir diese Erlebnisse und Erkenntnisse der letzten Tage nick)t außer Acht lassen. Wir müssen uns in der Brandung und den Stürmen der Zeit ein solides, festgefügtes und sicheres Haus erbauen — und keine sozialistischen Luftschlösser. Die Bestrebungen der Soz-ialdemosratie sind international gerichtet, was aber vermögen wir heute iwch über das Ausland? Wenn Wilson wirklich Ideale verfolgt — die Weltverbrüderung im Sinne der Sozialdemokratie, den großen, inlernaliona.en Zukunftsstaat, meint er sicherlich nicht. Es liege» keinerlei Anzeichen vor, daß die Bruderhände der Sozialisten oder Proletarier aller Länder sich zu ammenfinden würden zum Aufbau einer neuen 'Welt. Der „Völlecfriede" wird von gewinnsüchtigen Häuptern der Entente ausgeklügelt und von den Fäusten der Gewalthaber ausgerichtet. Die internal io a e Arbeiterlonfe - enz, die nach zaghaften Ankündigungen englischer und schwedischer Sozialisten demnächst ftattsinden soll, hat noch geringere Aussichten als die einstmalige Stockholmer Konferenz. Der internationale Kontakt hat versagt, er bringt kein Licht und keine Wärme hervor. Also müssen wir uns national wieder anf- richien! Das heißt: wir müssen die deutsche Produktion steigern, dürfen uns keinen Luxus erlauben, der die wirtschaftliche Gesamtleistungssähigkeit herabmindert. Würde eine sozialdemokratische Mehrheit zur Herrschaft kommen, so würde ein frisch-fröhlicher Wettstreit in der sinnlosen Beschränkung der Arbeitszeit, in Lohnerhöhungen eintreten — die nach Aufrufen der heute Regierenden bereits verwüstend auf dc.s deutsche Volksinteresse gewirkt haben — jeglicher Unternehmungsgeist, der uns doch allein wieder emporl-elfen kann, würde erlahmen. Nach nner kurzen Zeit der Verschwendung und Ver- lgeudung unserer Kassenbestände würde ein schneller Zusammenbruch kommen. Die Revo- 'lutionszeit hat uns eine höchst lehrreiche Ne- beneinandecftellung von Theorie und Praxis gezeigt. Es wurde niedergerissen, aber nicht aufgebaut. Die Verstaatlichung der Produktionsmittel, die mit dem Sieg der Sozialdemokratie ihren Vormarsch antreten würde, könnte nur niederreißen und niedcrtrelen; dann würde es wohl kampfbereite und streitsüchtige Politiker geben, aber keine befähigten und fleißigen Unternehmungen, keine Ordnung, Stetigkeit und Ergiebigkeit unseres wirtschaftlichen Lebens. Die auswärtige Politik des Reiches, die sich der Vergewaltigung durch die fremden Völker entgegenstemmen müßte, würde, wie bisher, unter dem Streit über die Verwirklichung der Parteiprinzipien das kümmerlichste Dasein führen, und schließlich würde Deutschland vielleicht, wie anscheinend das bolschewistische Rußland, statt mit Spaten und Pflug mit Flinte und Säbel das Werk der Erneuerung betreiben. Wir warnen vor der Reise in das Land der Utopien, die wir heute weniger riskieren können denn jemals! Unser Staat uitb unsere Politik müssen auf die uns umgebenden Wirklichkeiten eingestellt werden. Wir dürfen dabei nicht von Parteiprinzipien und deren geräuschvollen Auslegungen belastet sein. Das alte Spstem ist gefallen, aber nicht a l l e s daran war falsch und morsch. Vieles muß und wird anders werden. Die Programme der „bürgerlichen" Parteien sehen einander sehr ähnlich; es wird eine völlig neue Entwicklung anheben mit weitgreifenden sozialen Umgestaltungen und freiheitlicher Mitwirkung des Volkes an den Staatsgeschäften. Das alles wird aus der Lage des Reiches heraus, die allerwärts Aufgaben des völligen Neuauf- haues vor uns hinstellt, sich schnell genug entwickeln. Reaktionäre Sehnsüchte nach dem Alten, Erstorbenen, werden die große Mehrheit des Volkes nicht rühren und nicht kümmern. Möge uns der innere Friede erhallen bleiben! Jeder Wähler denke morgen an die traurigen Wochen und Vorzeichen, mit denen uns die Sturzgeister der Linken in Atem hielten. Er lveise die Finger zurück, die allzu ge- schäftig sich an Einrichtungen vergreifen wollen, die das Gemütsleben des Volkes und unsere Volkserziehung nicht entbehren können. Hiergegen werden besonders auch die Frauen auf der Wacht stehen! Wir vertrauen ferner auf den bodenständigen Sinn unserer landwirtschaftlichen Bevölkerung! Sie wird der neuen Zeit und ihren Bedürfnissen Rechnung tragens aber von links her keinen Lockungen folgen. Ist es nicht bezeichnend, daß die Sozialdenlolratie seit 1891, der Verkündung ihres Erfurter Programms, be_n Agrarfragen keine Aufmerksamkeit mehr geschenkt hat? Besteht wirklich eine Gefahr, »ne die Sozialdemokratie behauptet, daß das Kleinbauerntum von dem Großgrundbesitz aufgesogen werde? Ach nein, im Gegenteil, auch die Zukunft wird freie Bauern auf eigener Scholle sehen; alle bürgerlichen Parteien haben eine rege Siedlungspolitik und die Erhaltung und Förderung kleinbürgerlicher Existenzen auf ihrem Programm. Auf zur Wahl! Es darf, wenn auch die Zeiten trüb und ernst sind, keine Müdigkeit und Gleichgültigkeit in der Politik geben! Bisher hat sich das Bürgertum seit dem 9. November im Hintergründe gehalten. Morgen muß es auf die Schanzen! Es geht um Ruhe und Ordnung im Reiche, um eilte von Illusionen freie, kraftvolle Politik nach außen, um einen sicheren und daher nicht überstürzten Aufbau des Staates und um die entschlossene Abrvehr aller demagogischen Strömungen! - iuk—। । । ■■■ । Die Verhandlungen über die Verlängerung des Waffenstillstandes. Trier, 15. Jan. Die Verhandlungen über die Verlängerung des Waffenstillstauds- abkommeus begamien heute vormittag 10 Uhr in Trier auf dem Bahnhofe in dem Salonwagen des Marschalls Foch. Mit Foch war als Vertreter Englands an Stelle des verhinderten Admirals Wemhß der Admiral Browning erschienen, der die Waffenstill- ftandsverhaudlungen in Wilhelmshaven und Kiel geführt hatte. Browning, der erst während der Sitzung vorgestellt wurde, und dem die linke Hand fehlt, ist ein barscher Seebär. Auch die ihn begleitenden beiden englischen Marineoffiziere machten einen bärbeißigen Eindruck. Im Folgenden geben wir eine Ueber- icht über den Verlauf der Verhandlungen. Es kommt uns dabei weniger auf eine wortgetreue Wiedergabe an, als darauf, den Geist und die Stimmung der Verhandlungen festzuhalten. Foch: Wir kommen zu den einzelnen Brim- mtnnen, unter denen eine Verlängerung des Wafsenßi lstandsabkoinmei s stattsinden kann. Ich überreiche einen Schriftsatz; die blau angestriche- jicn Stellen enthalten die Bedingungen., lDiese haben ttrir unfern Lesern bereits mitgeteilt.) Am 17, Januar, morgens 5 Uhr, läuft der WafsenstÜl- stand ab. Ich erwarte eine Antwort bis morgen, 16. Januar, vormittags. Erzberger: Ich werbe die Bedingungen bet deutschen Regierung übermitteln, aber ich kann nicht garantieren, ob bis morgen früh die Antwort eingetrofsen sein kann. Ich muß jedoch meinerfeit-5 eine Frage stellen: Für welche Frist ist die Verlängerung in Aussicht genommen. Foch: Wie bisher, für einen Monat. Staatssekretär Erzberger verliest nunmehr die bereits im Auszuge mitgeteiltc Rede, welche diesmal im Gegensatz zu der früheren Gepf.ogenh-ttt des französischen Dolmetschers abschnittsweise übersetzt wird. Foch hört gespannt zu und wird erregt, sobald sein Name fällt. Nach Verlesung des Abschnittes der Rede, welche die Ablieferung des Eisenbahnmaterials behandelt, greift Foch sehr lebhaft ein. Foch: Ich bin ganz überrascht, daß von mir gegebene Zulagen nicht eingehalten worden sein sollen. Ich verlange ganz präzise Angaben. Erzberger: Ich habe durch General von Winterfeld wiederholt und in letzter Zeit täglich eine Menge von Einzelheiten mit ganz genauen Angaben über die Belästigung des deutschen Eifenbahnpersonals, welches zur Abgabe von Lokomottoen und Wagen ins besetzte Gebiet fuhr, durch den General Nudant in ©paa überreichen lassen. Foch: Ich wiederhole: Mir ist von diesen Angaben nichts bekannt; ich bitte um weitere Einzelheiten. Erzberger: Dann form ich nur sagen, daß meine dem General Nudant übergebenen Angaben nicht weitergegeben worden finb. Soweit es hier in Trier möglich ist, werde ich sofort das Material zusainmenuellen intb heute nachmittag um 5 Uhr durch General von Winterfeld dem französischen Generalstabschef Weygand überreichen lassen. Die Aussprache über die Auslegung des Artikels 6, wonack; die Teilnahme an Kriegsmaßnahmen, die vor Unterzttch- nung des Wafsenstillstandsvertrages stattfanden, nicht strafbar sein soll, gestaltet sich besonders dramatisch. Erzberger: Ich muß darauf Hinweisen, daß trotz der gegebenen Zu sicher mtgen eine Reihe von Werkleitern, die im guten Glauben Industrie- material von den beut'eben Militärbehörden übernommen haben, jetzt von den Alliierten verfolgt und ins Gefängnis gesetzt wurden. Es liegen hier ausschließlch Fälle doci Leit nähme an den in § 6 bezeichneten Kriegs Maßnahmen vor, die nach dem Wasfensticksta'..bsabkVmmen straffrei sind. Foch: Ich kann eine solche Auslegung des Artikels nicht annehmen. Für mich handelt es sich dabei nur um Fälle von Spionage, nicht aber um Handlungen mit dem Vermögen der Untertanen des Gegners. Erzberger: Ich solbst habe seinerzeit in C o m p i ö g n c den Vorschlag gemacht: Ich wies damals ausdrücklich daraus hin, daß in den zu besetzenden deutschen Gebieten Liquidationen statt- gentnben Hätten, und daß fremdes feindliches Ver- niögen rechtmäßig erworoen worden sei. Ich l>abe diesen von deutschen Jndnsttiellen stammenden Vorschlag gemacht, um C?i: deutschen, gutgläubigen Besitzer fremder Maschinen zu schützen. Foch: Damit hat dieser Artikel gar nichts zu tun. Es handelt sich nur um die Teilnahme am Krieg; nur Kriegsmaßnahmen im engsten Sinne des Wortes ist Straffreiheit zugesagt. Erzberger: Diese Auslegung ist mir ganz' neu. Sie stimmt mit den Motiven und dem Wortlaut des Artikels nicht überein, denn es liegt durchaus eine Teilnahme an Kriegsmaßnahmen vor, wenn, wie es in Elsaß-Lothringen und im Saargebiet vielfach geschehen ist, ein Industrieller auf Wunsch der deutschen Militärbehörden Maschinen kaufte, nm die Kriegsproduktion zu steigern. Das ganze deutsche Volk ist während der vier Kriegsjahre gezwungen gewesen, nur für den Krieg zu arbeiten. Wenn Frankreich Vergeltung für bte früheren Kriegsmaßnahmen üben will, so muß es sich an das ganze deutsche Volk, oder wenigstens an die deutsche Regierung halten und nicht einzelne Persönlichkeiten herausgreifen, um sie für die Erhöhung der Kriegsproduktion strafbar zu machen. 9tbcr selbst wenn man die Fochsche Erklärung ancrferait, so ist es eine Härte und Unbilligkeit, jemand wegen gutgläubig und rechtmäßig durchgeführter Ankäufe ins Gefängnis ju werfen. Ich erwarte, daß Marschall Foch über diese einzelnen Fälle eine Untersuchung anordnet uni) nach Einsicht in den Tatbestand die widerrechtlich Verhafteten freilaßt. Foch: Ich erkläre mich bereit, die Fälle zu untersuchen. Erzberger: Ich stelle zur persönlichen Information des Marschalls Foch eine ausführliche Denkschrift in Aussicht. Den Höhepunkt erreicht die Aussprache, als Staatssekretär Erzberger das Kapitel der Ausweisungen der Deutschen aus Elsaß-Lothringen in Angriff nimmt. Foch: Tie Austveisungen ans Elsaß-Lothrin- gen haben mit der französischen Regierung gar nichts zu tun. Hier handelt es sich um rein militärische Fragen. Tas Höchstziel ist die Sicherheit der alliierten Truppen. Ich lehne ^s ab, über Maßregeln militärischer Art Belehrungen ober Kritiken anzunehmen. Im übrigen erinnere ich an das Verhalten der Deutschen in Lille und Nordfrankreich. Erzberger: Tas war im Kriege, jetzt sind wir im Waffenstillstand. Foch: Frankreich lebt mit Deutschland nicht im Frieden; ich bin Soldat, wo kein Friede ist, i st Krieg, ein drittes gibt es nicht. Erzberger: Tas dritte ist eben der Waffenstillstand. Ich selbst habe während des Krieges wiederholt durch deutsche Soldaten Nachrichten an Bewohner Lilles über ihre Familienangehörigen gelangen lassen. Man konnte doch wenigstens die Härten gegen die elsaß-lothringischen Bewohner dadurch mildem, daß man die Postsperre aufbebt. Foch: Lassen wir dieses Kapitel. Ich bleibe dabei, die Bilanz von Lille und Nordfrankreich würde nicht zu Ihren Gunsten ausfallen. An dem Kriegszustand in Elsaß-Lothringen wird nicl-ts geändert. Erzberger: Tas ist tief bedauerlich, denn hier müssen nur Unschuldige leiben und dabei hat Frankreich nicht einmal einen Vorteil davon. Den nächsten Anlaß zu einer Wiederaufnahme der Aussprache gab die Stelle in Erzbergers Rede: „Deutschland wird nicht der Finanzsklave der Alliierten." Fach: Ich weise es zurück, daß der alliierte Finanzkommissar, der Vertreter der französischen Regierung, den Vorwurf des Bolschewismus verdient. Erzberger: Ich bringe nur Tatsachen. Tatsache ist, daß für den Fall der Annahme der französischen Finanzbedingungen der Finanzkommissar uns Verhältnissen aussetzt, deren Aehnlichkeit mit bolschewistischen Zuständen nicht bestritten werden kann. Fach: Wir haben in der Waffenstillstondskom- Mission nur firiegsfragen zu verhandeln, keine Rechtsfragen. Erzberger: Einverstanden! Die Angelegenhell ist eine Rechtsfrage, w-.r werden über die ganze Frage überhaupt nicht weiterverhandeln. Foch «schweigt). Zu dem Passus über die Notwendigkeit, die deutschen Kriegsgefangenen zu- rückzugeben, und auf die direkte Frage, wann auf die Rückgabe zu rechnen sei, erteilte Foch zunächst keine Antwort. Als er unmittelbar auf die in der T ü r ke i befindlichen deutschen Gefangenen angesprochen wird, wendet er sich an den englischen Admiral, der nach einent demonstrativen Schweigen endlich bemerkt: „Ich habe keine Antwort zu geben!" Dasselbe sagen seine beiden Begleiter. Erzberger: Wenn ich Keine Antwort erhalte vom Vertreter Englands, so muß ich annehmen, daß es schweigend zulleht, wie durch verbrecherische Tatenlosigkeit Deutsche in den Tod geiriebeit werden, durch eine Tatenlosigkeit, die schlimmer ist als die Greuel gegen die Armenier. Deshalb mußj ich darauf beharren, daß mir eine Antwort gegeben wird. Foch: Ich werde die Sache prüfen. Erzberger: Ich bin dankbar für diese Auskunft, aber sie ist ungenügend. Die Antwort muß erteilt werden in der Schiffahrtskommission, denn bie Frage des Rücktransportes unserer Gefangenen ist ist »ns ebenso wichtig, wie die Frage der Lebens» Mittelversorgung. Schiffe sind genug vorhanden. Darauf überreicht Staatssekretär Erzberger ein Exemplar der soeben verlesenen Rede dem Marschall Foch, auch der englische Vertreter wünscht ein Exemplar. — Foch: Ich nehme Kenntnis vorbehaltlich der von mir bereits mündlich erhobenen Einwände; ich er- ioarte Antwort morgen früh. Clemencearr über die MeinungSver- schicdeuheiten ans der Pariser Konferenz. Paris, 17. Fan. (WTB.) Hcwas. In der Kammer hielt Elemenceau eine Rede, in der er u. a. ausführte: „Die Kammer setzte ihre Arbeiten im Geiste vollkommener Herzlichkeit und Versöhnlichkeit fort. Die Regierung gedenkt ihre Politik gegenüber Rußland nicht zu änbem." lieber die auf der Konferenz sich zeigenden Mernungsverschiedcn- heilen sagte Elemenceau: „Wenn nicht verschiedene Auffassungen bestünden, so würde es sich überhaupt nicht lohnen, daß w:r zusammenttcten. Wir versammeln uns ja eben, um uns zu verständigen, um die verschiedenartigsten Interessen in Einklang zu bringen. Sie wissen, daß die Deligierten in der Konferenz auch durch Abgeordnete ersetzt werden können. So wirt» jedermann befriedigt werden, und jedes Problem wird von den zuständigsten Leuten erörtert werden, können, so z. B. die Frage des Völkerbundes. Es ist demnach Vorsorge getroffen im Interesse oller Lander." lieber die Demobilmachung erklärt» Elemenceau, daß am 31. März die gesamte. Landwehr-Reserve, die erste Landwehr-Armer, sowie zwei Klaffen der aktiven Armee ent» lassen werden. Elemenceau warnte die Kammer vor falschen Nachrichten über die Beratungen der- Konferenz. Er erwähnte als.Beispicl ein für Amerika bestimmtes Telegramm, in dem behauptet wurde^ Wilson habe mit der Heimschaffung der amerikanische^' Armee und mit seiner Abreise gedroht, falls man ihm nicht bestimmte Forderungen bewillige. „Ich, habe," bemerkte Elemenceau, „das Telegramm heute Herrn Wilson gezeigt. Er erwiderte: Welch em, pörende Lüge!" Wie der Ministerpräsident weiterausführte, begegnet der Gedanke der Oe ff ent. lichkeit der Beratungen lebhafter Sympathie. „Wenn wir eine Völkergemeinde bilden wollen, so genügen schriftliche Abmachungen nicht, vielmehr kommt es auf die geistige Derfaffung an, die diesem Völkerbund das Arbeiten ermöglicht Wir wollen den Krieg beendigen im vollen Einverständnis aller zivilisierten Nationen, dem hohen Ideal einer befferen Menschheit zuliebe." Amerika und die Linderung der Hungersnot. Washington, 16. Ian. (WTB.) Dee Finanz, ausschuß des Senats sprach sich für die Bewilligung von 100 Millionen Dollar zur Linderung deet Hungersnot aus. Mt: enrefigt» h— sich artgen. i tudMid)« Äi»Ä, t*r fcmmtxDoentünucgc uhd nbet flch jebts menschlich fühlende der Rechte, dir ine berutltü) totiyn ürra^nt an* oll über» den ferner für die Wiedereinsetzung eine kolonialen Rechte im Rah- Lberhessische- Museum n. Gailsche Sammlungen. Die endgültige Feststellung wird demnächst erfolgen. demokratische Partei veranstaltete g ern abend im Gt-bt 17. Fan. Die Parteileitung de Berlin, Berlin, 17. Jan. Die Parteileitung ber . 'tugenbrr-tefrung, i>tt Ernährang, ber ^cDvfle» Unabhängigen erla&t einen Ausruf an die Ar-Z^ngspolutt, tx^ Eho uni) FarnüiLnrechrs, des 58 53 22 15 5 3 Dolksbeauslragten ber Nationaloersammlung wiesen. Bayerische Dolkspa.iei Sozialdemokratie . . Deutsche Dolkspartei . Bayerischer Bauernbund Nationalliberale . . Unabhängige . . . 1 079 884 964 603 427 730 307 456 108 916 77 990 wie folgt: teien folgende Stimmzahlen ergeben: Bayerische Dolkspartei....... Mehrheilssozialdemokratie...... Deutsche Dolkspartei ....... Bayerischer Bauernbund...... Rotionalliberale und bayer. Mittelpartei Unabhängige.......... Die Mandate verteilen sich demnach Mann unterhalten werden. Die Frage der Neu- oufstellung eines Regierungsheet es hat der Rat der Die Deutsche ©erlitt ständige ®arnlf»tt von 10 000 Mann. Jur Aufrechterhaltung der Ordnung in Berlin hinfort eine ständige Garnison von 10000 Kirchliche Nachrichten» Sonntag, 19. Januar 2. Sonntag nach (£ptphonte Äa hä lischt Gemeinde. Au» Stadt und Land. Gießen, den 18. Januar 1919. Die Wahlbcwegirng. tbccter eine össeulliche Kundgebung. Nach einer Ätti- spräche beä £)errn Prvi. Bousset crerr Geh. Rat Prof. Dr. Eck in scharfer Polemik gegen ben zuletzt veröffentlichten Wahlaufruf bet Deutschen Vol kspartri. Von einer Verbrüderung ber lenofratifdx-n Partei mit ber Sozialdemokratie fei keine Rebe, aber Verständnis müßten nir hoben für die Röte unb Sorgen vieler Mil'.imien Partei ber Fabrikarbeiter, unb bas verlorupen imr auch Don ber ru- lünftiarn Negierung. Tie einfache Formel für alle BleuMt «Turnen fei die gegettfeirige VerständniS- lofigfeit -trisihen 9lcgieriutg unb Volk. Ferner Hütte bie Sozialdemokratie nur recht, iwtm sie die Religion als Privatsache ansehe. Es fei eine großartige Dummheit, Religion als Sache bc4 Staates hinzu stellen. Wenn von oben lein Recht mehr bestehe, dann müsse von unten aus Die Kirche neu erbaut werben, als freie Bvikskirch- Don einem freien KirchenDolk. Die Religion könne durch bie Revolution nie gefährbet werden. — An brr Aussprache beteiligt™ »ich £jerr canb. Phil. Taug, £>err Grub. Korne mann und £>err Rrchts- anwalt Spohr, stkach einem Schlustwort des £>errn Grüne wal b schloß Herr Prof. Bo u sset die Versammlung. ** Die Ermittelung des Wahlergebnisses der einzelnen Stimmbezirke erfolgt am Montag, den 21. d. Mts., von oorm. 9 Uhr ab in den bekannten Wahllokalen. **DerPostdienstwährendberWa tz- len. Wie das Amtsblatt des Mrich^pvsianits bekannt gibt, müffen sowohl am Tage ber Wahi selbst als mich am Ta^ ber Ermittelung des eirbgülHijen WahlergebnisseS alle belcirigten Post- anstalten folaiig>- im Dienst biriben, bis der zu erwartende Lferfehr erledigt ist. Tio3 gilt audt für tessen. ISodann warf ber Redner en um Rückbiid auf ben nun fast bevnbeum Wahl- Ans dem Aelche. Das Reich und die Eiuzclslaate». Berlin, 16. Ian. Unter der Künftigen Reichsverfassung, die im Entwurf ausgearbeüet worden ist, über die jedoch die Konstituante das letzte Wort zu prechen haben wird, soll sich, wie der „Tag" hört, die Zahl der Einzelstaaten verringern. Das neue Deutschland wird Keine Kleinstaaten mehr Kennen und der größte Teil des Staates Preußen soll in sieben oder acht Einzelstaaten aufßdeilt werden. Das Reich würde danach aus 17 einzelnen Freistaaten bestehen. Gebiete, die mehr als 2 Millionen Ein- wohner haben, Können sich zu einem solchen Freistaat zusammenschließen. 3m Entwurf hat man bereits vorgesehen, daß folgende Gebiete sich zu selbständigen freien Staaten zusammenschließen Können: Schlesien und Teil« von Posen, Ostpreußen und Teile von Westpreußen, Brandenburg und Pommern mit beiden Mecklenburg, Großderlin, Hannover und Holstein, Weltsalen, das Rheinland, Hessen mit Helsen-Rassau, Sachsen, unter Einschluß preußischer ffieoietsteile, Thüringen mit Regierungsbezirk Erfurt, Baden, Württembelg, Bayern, die Hansestädte und schließlich Oesterreich und als besonderer Freistaat die Stadt Wien. Berlin, 17. Jan. Von den zuständigen Reichs- ämtem wird, laut .vossischer Iettuna», augenblicklich eine Gesetzesvorlage vorbereitet, die die geregelt« An- stellung und Unterbringung zahlreicher Arbeitsloser zum Ziel hat. Heute oder morgen soll der Derfassungsentwurf und die ihn begründende Denk- schrift des Staatsministers des Dnntrn an die Re- gierungen der deutschen Freistaaten abgehen. Wie es heißt, wird das neue Deutschland keine Kleinstaaten mehr kennen, und Preußen soll in sieben oderacht einzelne Staaten ausgeteilt werden. Das Reich dürste danach aus etwa 17 einzelnen Freistaaten bestehen. Neue Pcessekne-elung in Düffeldorf. Düsseldorf, 17. Fan. Vergangene Nacht mürben die Zeitungen in Düsseldorf abermals ge- hindert, Morgenausgaben herzu st eilen. Bei der „Düsseldorfer Zeitung" wurde ein Scheiterhaufen errichtet, auf dem sämtliche illustrierten Beilagen verbrannt wurden. Dann zog die Menge nach dem Parteibureau der Demokratischen Partei, das voll- ständig zerstört wurde. Auch hier wurden sämtlich« Druckschristen verbrannt. Da» Wahlergebnis in Bayern. München, 17. Fan. (WTB.) Die Iusammen- stellung der vorläufigen Berichte über die Wahl- ergebnisse im Ministerium des Innern sind nun. mehr beendet. Die Zahlen haben sich durch die in den letzten Tagen eingelaufenen Ergebnisi« einzelner Stimmbezirke und durch nach rägliche Berichtigungen noch verschoben, so daß sich für die einzelnen Par- Mtt Entsetzen wendet flch jedes ..... Herz von den Greueltaten dieses Tages ab. Ein gräßlicher Meuchelmord ist an Liebknecht und Rosa 1‘uremburg verübt worden. (Es ist nicht wahr, daß Liebknecht bei einem Fluchtversuch erschossen worden tft Einwandfreie Zeugen haben im Leichenschauhause eftgestellt, daß di« Erfchirßung Liebknecht» ous näch- ter Rahe von vorn geschehen ist. An der Stirn ist die kleine Einschußöffnung mit Brandwunden umgeben. Am Hinterkopf befindet sich die größere Ausschutzöffnung. Rosa Luxemburg ist zu Boden geschlagen, zerrissen und verschleppt worden, und die Reg.erungstruppen, die sie verhafteten, und die die wehrlose (Befangene chützen sollten, haben die ebenso feige, wie Kannibale, unmenschliche Tat nicht gehindert. Jedem Arbeiter unb jeder Arbeiterin, auch wenn sie politisch nicht mit ihnen übereinftimmte, ist es bekannt, was Liebknecht und Rosa Luxemburg für bie Arbeiterklassen unb ben Sozialismus geleistet, mit teter Hingabe unb mit stetem Opfermut immer für bas Proletariat gekämpft haben. Jene Schandtaten tnb das unvermeidliche Ergebnis der maßlosen Hetze gegen alle, denen es mit der Errichtung einer so. zialislischen Republik Ernst ist. Wie in früheren re- oolutionären Epochen werden auch heute die Träger des revolutionären Gedankens als Räuber, Mörder Im Sabre 1918 hat es das Musmnn trotz des Krieges unternommen, im fogcnaTnv.cn Dor crialb bei Muschenheim (fireü Gietzeu) eine um auamdw prähistorische fcügelgröbergritDpe systematisch ;u unter|ud>ciL Es mürben bis jetzt 11 Hügel auf- as eitrzige, waS man gerechterlvciie von ihr Derlnngen tann. Die llnabbäiigigcn fiter Virbfnttfit« Tob. atogun noch ui twirarj ivcytu. Besichtigung entzogen sind. Um so mehr weroen 1«, nxmn bri wärmerer Witterung Die räume wieder geö inet .verden, der Au'inerkiam- feit Lnvohlen. Es darf bet dreier Ge.egenhett Darauf hingetvirien wer>en, daß ia? Muieum trotz der l>artcn ilrira-jahce in allen 4tbtei! ungen durch Ankäufe und Sd> ntungen rcLfeen Zuwrnys bekommen hat: cs fei nur an die Sammlung römischer Gläser und an die Porzcllrut-Adt.il ung erinnert; auch stehen ihm löri ert große c . nrangen, namentlich in der Leßtgcnannten Wtcrlung, p AuLsicht, ** Pserdedkebstahl. In derNacA twm 12. zum 13. Januar b. Is. wurden dem Friedrich Frey, Sommc-rsmühfe, Post Ewünberg, aus dem Derschlossenen Pserdestall durch Ernbruch 2 Pferde im Werte von 8ÖU0 Mk. gestohlen. Ta- ein^ Pferd ist Dierjährig, Rappwallach mit langem Schweif und langer Mähne, kurhessischer Schlag, Border- bu| links mit ganz flachem Strahl, mährrnd der Strahl an den übrigen £»ufcn hoch ist, frisch beschlagen mit hohen Stollen. Tas Pferd ist sehr gut genährt, bat glänyntbe Haare. TaS zweite Pferd ist dunkelbraun. Wallach, mit ganz kurzer, dunkler Mähne und bunt dem toupierten Schweif, an einem Hinterbein leichte Verdickung infolge einer alten Schußoerlehung. 9bi beiden Vorderbeinen vermutlich Vertetzunaen infolge Dan An-, streichen. Leicht. Ramsnase, Alters 8 Jahre. Vcfee Pferde sind 1,75 ^Mcr hoch. Tie mutmaßlichen Diebe sind zwei Soldaten, einer groß, mageres ns unentgeltich. •• Freibank. Montag den 20. Januar werben von 12-4 Uhr bie Nummern 1101-1300 beliefert. ** Abnorme Wilterungsoerhältnjsfe. Rach einigen Frosttagen zu B-ginn des Spätherbstes hatten wir bis jetzt noch kein eigentliches Winterwetter. Di« Ratur ist noch nicht in di« Winlenuh« eingetreten, unb schon r«gt sich neues Leben Di« Wiesen grünen weiter, die Gänseblümchen blühen, unb die S»:, vt'j y <-\4:.-.'.;>^ WW '«■ VhHiU. Vortrag Ibtt >b ganjen Äit- sr, hudimülogs. Wn Dnfltfrts, nö «nenigrltlch. ßinuar werden -1300 bekennt. )8!lni||t. 91a<^ ilherbsles haben linkncelkr, Die uht eingrtrtten, Niesen grünen ib bi« 5ch Wien ihre ‘Blüten, .en Melier ging nlid) glatt von rhen Mange! an ngen an Kohlen, t aber wäre eeperiobe wün» muh ausgestie' Winleffeuchlig' mb btt tienschen ko|tperiobe recht jugenb auf ben i NodelschliNen,. btt lagt an zu -en. HofftnÜich M tonn nicht NU . , Kt?tö^ ^ti'ung et, ^'^kungen, schast. yu abtnü waren e bi^tt gewähl« flqtcDtibt, Ärchi- lublijiftik, Denk- ».nArfihM 5 kam nach "S« n Aidetisratr sm bntttn bn Fach- aus breiter bema. -ndung Mcht Mrtunbt bmllellt. oh bit einzelnen iweiiern unb als- .„Irrlchafl In/ eindejieht» 5 n n I! btt l)',t* b als Hauptorgan 6 bititnW 5l'J‘ beider^"; ahflebtnb beraM , ArbeilsraltS r' >n bin Viül' iS‘<8"^^E j].[log btt ml iw v', ’ r» " Tribunal.. 00» W‘ 1 lh tzchitbtlhuth. Mw, 9 ' . nOB ?IüU59t9tb,n id flUfritqefriy. htut« s.üh von uMipahttt ab« i würbe tt öcheibrmaM sthalle finlabtn, >ic flaKate. Die lt vetbetl. js.fi m, m Diedrich ?' aus _btm ^.-Pferde w NN Pferd J™ ^ittveis vorder. Wtib bet F-Mich k, zweite ganz kurzer, Mm lLhtveis, ung infolge ?en Vorder- W ban An. ^ohre. Seide tnudnatzuchen /-.mageres \ s «ü eutrn am Bahnhof «b, ma bat M fetzt aui Wohnung von »ervfftntltchLng '«fitit Das teg»Rot|eme« bas Somme» j WH ■ ' im erirtm gesucht 8nqeb. #-Ö<«»wf thbebneee e-citeroroenTy. Eia Lchliiag gefugt Frledr. Hroemana, Kaffenschrankiabril. Laden au oerm. Mger von Kurz- waren L ca. iOÜOOlil. tuun mttüb«'rninnmcn werben. Gute Oxiflenj für Änsänger. SdjrtftL tlnpeb. unter 7G5 an den CHteu- Wn» L MrtoalBe latchteea In sämtlich. Orten Oberhessens z. vor* Sehen. A> geh. unk H a. d. Q -achAfu* steile des Gießener Anmelders. i DsaermioUr. Sünne» Ehepaar, Mann Akademiker, lucht »nm 1 frebt. wbbL Woduuna t»on 8—8 dimiuern mit Küchen dm uhu na- Ciwl auch leer. 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Otto Scheel, Handlungsgehilfe Karl Baiser, Monteur Ernst Bolte, Monteur Otto Dern, Installateur Fritz Forbach, Installateur Heinrich Görnert, Installateur Ludwig Lorenz, Installateur Karl Rösser, Spengler Joh. Wagner, Arbeiter Gießen Gießen Lollar Lang-Göns Gießen Lieh Gießen Rodheim Gießen. 1NeqerhosfLSozlar,xrtuzpi.,z H.Kaetz Nachfolger,ltrcu,vi.,s Karl Horn, martipatz« 28. Sonderkursei förErwaßh», besonders I 01065 7.-. Jagd-Berpachtung. Montag de« 3. Febr. d. I. mittag» 1 Uhr füll in» Saale des Gastwirts Schlörb dahier die Jagd der Gemeinde Ruppertsburg, ins« gesammt 4300 Morgen (davon 2600 Feld u. 1700 Morgen Wald), auf weitere 6 Jahre öffentlich meistbietend verpachtet werden. Die Bedingungen werden vor derBerpachtung bekanntgegeben. Das Revier liegt unmittelbar an der Bahnlinie Friedberg-Hungen-Mücke und ist jagdlich in Jägerkreisen bekannt. Ruppertsburg, den 14. Januar 1919. Hessische Bürgermeisterei Ruppertsburg Bekanntmachung. Durch Beschluß der Generalversammlung vom 13. Januar 1919 ist die Spar- und Dar- lehnskasse Grüningen, eingetr. Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, in eine solche mit beschränkter Haftpflicht umgewandelt worden. Etwaiger Wiederspruch der Gläubiger gegen diesen Beschluß der Umwandlung ist bei dem Vorstand der Genossenschaft anzumelden. Grüningen, den 14. Januar 1919. Spar- und Darlehnskasse Grüningen Stimmen Reparieren Polieren in tadelloser Ausführ Wiih.Riidolph Plnnohandlunff Sellenweg 91. Feraipr. 383. TageSordnung: Bericht über die Tätigkeit 1918. Rcchnungöabloge. BorstandSwahl. Besprechung der Beibehaltung der SantiätAi mache im Frieden. Verschiedenes. geb. vüchler. Gießen, im Januar 1919. Ihnen, denen die Rückkehr In die Heimat und zur alten Arbeitsstätte nicht vergönnt war, werde ich stets ein ehrendes Andenken bewahren. Gießen, den 15. Januar 1919. Vogtsche Privalbandelsscbals Boethestr. 32. Tel.2Ct Das gewaltige Völkerrineren forderte auch aus den Reihen meiner Mitarbeiter schwere Op er. Ich beklage den Verlust nachstehender Angestellten und Arbeiter: Rudolf Schönberg, Techniker aus Witten-Ruhr Aus Grund der Verordnung des Bundesrats voin 23. September 1918 zum Schuh der Dheter ruh b für den Bezirk der Stadt Gießen folgendes bestimmt: 1. Die Vermieter von Wohnräumcn können ein Mietverdälinis rech'swirksam nur mit vorheriger Zustimmuni des Einiguugsamles kundigen, insbesondere, wenn die Kiin.ugung zum Zwecke der Mietstcigernng erfolg. 2. Ein ohne Kündigung ablausendeS 2)iietvcr- bältnis gilt als aus unbestimmte Zeit vor» (rittgert, toenn der Bermieter nicht vorher die Zustimmung deS EinigungSamteS mit dein Ablauf erwirkt hat. 815B Darmstadt, den 30. Dezember 1918. Hessisches« LaudeS-Arbcils- und Wirtschaftsamt. Raab. finden In meinem grollen Lager eine Auswahl wh Im [S30a Georg Appel uesundheitstechnische Anlagen. Füi die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verlust meines inniggeliebten Mannes, unseres 0992 (darunter 8 Reitpferde) meistbietend verkauft. Halfter- und Beschlaggeld Mk. Heutenacht3Uhr entschlief nach tunem schweren Leiden meine liebe Jrau, unsere gute Mutter und Schwiegermutter grau ßca üiaicnbtiftr, ged. gertlifl im Alter von 72 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Eberhard Roieubecker Familie Höfler. Gieften lMühlgasse 4), 17. Januar 1919. Die Beerdigung nnbet Diontag den 20. Januar nachm. 2‘/, Uhr auf dem neuen .viieobofe stait. 01007 Die aktiven und inaktiven, sowie die unterstützenden Mitglieder werden hierdurch bringend eingeladen. Gieften, den 18. Januar 1919. Der Vorstand. Bekanntmachung. In unser GenoffenschaftSregister würbe heute bezüglich deS landwirtschaftlichen Konsuni Vereins Annerod, eingetragenen Genoffeuschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, eingetragen: An Stelle deS als Direktor auSgefchiedenen Johannes Fenster zu Annerod ist Heinrich Feusler II. daselbst gewählt. Gießen, den 14. Januar 1919. Hedwig Stern Harry Rollmann Verlobte Marie Lotz Friedrich Gerstenberg Verlobte Heute früh verschied plötzlich unsere innigstgeliebte, treusorgende Mutter, Großmutter und Urgroßmutter, unsere liebe Schwester und Schwägerin Frau Marie Fendt geb. Köhler im 70. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ida Schwöret geb. Fendt Wilhelm Fendt Georg Fendt, Finanzassessor. Gießen, den 16. Januar 1919. Die Beerdigung findet Montag den 20. Januar nachm. Gr58tei Oberhees sehet AI«'? Iversaodhaus GieOrn. Bahnhofetraße 29. Bekanntmachung den Schuh der Mie er betreffend. 30. Dezember 1918. Regierungsblatt Nr. Statt Karten. Ohre Vermählung zeigen an Carl Simmermann »nd Krau Inheiden oiot1; Nachhilfe für Lberrealfch ert. ehid. math. nat An geb. u. 0959 an d. ttieftener Anzeiger. eröffne. Marken werden ab 18. ds. Jlta. entgegengenommen. Joh. Marker u. Sohn Metzgerei u. Wirtschaft, Goethestraße 54. 8!MiMks Gießen. Leitung Herrn. Stelngoeiler Samstag d. IS.Jauuar abends 7 Ubr: 12. Freitaj • Abonseeents- Vor stillaag: 823c Der Revisor Komödie von Gogol- Sonntag, 19. Januar, nachmittags 3 Ubr: D,e bessere Hälfte AbcndS 7 Ubr : Die Rose vonStambul sowie für die zahlreichen Kranzspenden sorcchen wir hiermit unfern tiefgefühlten Dank auS. Familie A. Schmidt und Kinder MäuSburg 1611. (Sieben, den 17. Januar 1919. r..—..............................................ru. Die Hanptversannnlnng der ircim.§iniiWkl>ll>!iiiciiWRstciiAttilz8itßkii findet nm Samstag de« 1. Februar 1919 abends ü'li Ubr im Geschäftszimmer des Roten Kreuzes (Alte Klinik) statt. Empfehle mein reichhaltiges Lager in Kefidn, Ueffelgestellen, Gefen und Herden allerZabrikare.vezimalwagen.Lmaille-lroch' gefchrrren, Haus- u. Küchengeräten aller Art. Billigste Bezugsquelle. Spezialgeschäft w. vilrbeck Nachf. Die Mäntel sind aus allerbestem Stoff her. gestellt und werden in nachstehenden Geschäften bezugfcheinfrei abgegeben: 5inno:Gebr. ImhSuser, uiarttpi. 9-10 Nachruf. Den Heldentod furd Baterlaud starben von unseren Turngenossen am 7. Juli der Landsturmm. Anton 50 Mk.. Ilscho. btür.le, Matra zen Drah.- matratzen 45 Mk. Gute Schreinera. bell, billige Preise. Der .Lebensbund" bemüht sich mit beispiellosem (Erfolge, leit 1914 bas zu erfüllen, was Hunderte grober, ernster Männer der z. istenschaft. ®t stliche, Aerzte, Sozial- Politiker und Menschenfreunde, was lau ende denkender Frauen von der «ultur unserer Zeit fordern: Die Wahl eines Lebensgefährten nicht vom .Zufall abhängig zu machen, nicht unter wenigen zu treffen, di, r,trabe den Lebensweg kreuzen, nicht blt grauen warten zu lassen, bis einer kommt und sie holt, sondern, sich, alle ISrichten Vorurteile überwindend, in unbedingter Wahrung von Takt und Diskretion gegenseitig zu sinden durch gegen- fettiges Suchen unter Gleichgesinnten, ohne an irgend- welche Setliche ober perlSnliche Rückstchtnahme gebunden zu sein oder gesellschaftliche Rücksichten zu verletzen, ohne sich sofort federn gän Uch Fremden gegenüber offenbaren zu muffen, und endlich auch ohne Zeit zu verlieren! Der . ebensdund' ist keine gewerbliche Vermittlung und löst das ichwierige Problem in einer W.is«, die als „überaus genial gekennzeichnet wurde und hundertfache, notariell beglaubigte höchste Anerkennungen aus allen Kreisen fand! Jeder, der die AbsiMt hat, zu heiraten, fordere vertrauensvoll von der '«cichäftsstelle L. De- reiter, D rlagsbuchhän^ler, Schkeuditz 662 bei Leip ig, gegen (tinsendung von 40 Pi. deffen Bundes- schriften Postsche 1 kontv *Rr. 20792, Amt Leipzig gn, sendung erfolgt sofort unauffällig in verschloffenem Brief — Allerstrengst« Verschwiegenheit wird zugeffchett. Nach, weislich grSht« Verbreitung und Derbindungen im ganzen Deutschen Reiche und im Auslande. 834< Den geehrten Einwohnern von Gießen zur gefl. Kenntnis, daß ich ab 20. ds. Mts. meine Metzgerei t Ilankku.'.-unc. tyür die vielen Beweise aufrichtiger Tet nähme bei dem nnS fo schwer betrog neu Verluste, für die zahlreichen Blumenioenden und nniovfcrnöe Vflege dertalholifchenSchweuern lagen wir aas diesem 2r-e tc unseren herzlichsten Dank. JmNameu der trauernd.Hinierl licbenen Familie Slmmer netsi allen Angehörig an. Gieften, den 17. Januar 1919. 0929 Holzversteigernng. Versteigert werden: Jreitag. 24. l. Al., auS dem Distrikt Scklemverwalo 19», 25d ii. 20a dcS Markwatdes Grüningen—Torsgill: Stämme Eiche: iSchnitiholzl 1. Kl. 1 St. — 0,75 Fstm., 3. Kl. 3 St. = 2,01 Fstm., 4. SIL 2 Sr. = 1,02 öftnu (Sonstigesl 2. Kl. 1 St. 0,98 Fstm., 3. Kl. 1 St. 0,,3 Jiim., 4. Kl. 30 St. = 10,06 Altin., 5. Sil. 10 St. = 4,24 Jilin.; Lärche: (Schnittholz! 2. KL ß St. = 7,18 Affm. 3. STL 5 St. «= 4,29 Fstm., (Sonstiges) 3. KL 6 St. = 4,79 Fstm., 4. Kl. 5 St. — 3.70 A ftn., 5. KL 2 St. =• 1,10 Fstm.; Nutzichciter fRiii.: 4.8 Eiche: Scheiter 9tin.: 103 Buche 1. ML, 13Buche 2. SU., 69,0 Eiche, 3 .Mieter, 7 Lärche, Kniivvel 91m.: 40,4 Buche, 24 Eiche, 2,2 Kiefer, 2 Lärche, Reisig Rm.. 191 Buche, 85 Hainbuche, 112 Eiche, 18 Lärche, 55 Fichte: Stücke Rm.: 39 Buche, 30,2 Eiche, 11,5 Lärche, 1,6 Kiefer. Beginn am Abtrieb in Distrikt Schlemver- roalb 2tia um 1 Ubr nachmittags. Rähere Auskunft erteilt Forstwart Schäfer, Dorfgill. Gieften, 16. Januar 1919. Ter Markvorstand: Trautwetn, Geh. Forstrat Bersteigernna. Montag htn 23. Januar 191919 Kr norm, werden in Groften-Linden (Turnhalle) da 764 Bingel, Rechner. Köln a. Rh. Gießen, Ludwigstr. 29 Heim kehren de künde, Sprache Rech ; neu.Stenograph, Mn- X schinenschreib. usw. ; Obige Facher werde.) : auch im Privntunter- • richt erteilt. UaC r Beginn 15. Jan. • Annie d. werd, noch : bis Ende d s Monats ; entgegeugenommen. « Ausgabe von SWtoff sSaccharinj. Jür die Zeit vom 16. bis 31. Januar 1919 wird gegen den L eseruugSabichnitt 25 der Siinftoff- tarle „tv“ (blaut und gegen den Lieferungsab schnitt 5 der Suhstonkarte „G" (gelb) von den Süszstofsabgabeftellen ©üb ft off abgegeben. ES gelangt auf den Abschnitt 25 ein Briefchen und auf den Abschnitt 5 eine Schachtel zur Ausgabe. Mil dein 31. Januar 1919 verlieren die Abschnitte 25 bezw. 5 ihre Gültigkeit. Nach diesem Zeitpunkt nicht abgernfene Sühstoffmengen dürfen von den Abgabestellen ftet verkauft werden. (Mieüen, den 17. Januar 1919. 816B Ter Oberbürgermeister (LebenSmittelamtl. Bekanntsttachnttg. • In unser Handelstgistcr Abi. A wurde heute bezüglich der Firma I. Kaan jr., Gießen, eingetragen: Die Firma ist erloschen. Jagd - Verpachtung. Mittwoch den 5. Februar, nachmittags 1 Ubr, wird im Frankfurter Hof zu Homberg in Cbcrbeffen die ca. 1700 Hektar grobe Domo.nialiagd der .^csfischen Obcrfvrsterei Homberg in 2 Teilen auf 12 Jahre verpacktet. Uttbekannte Pachtliebhaber wollen sich vor Der Verpachtung bei der umerzei brieten Stelle, die weitere Auskunft erteilt, nuSwetfen. Homberg (Cberheffen), den 15. Januar 1919. Hessische Oberförsterei Homberg. 751D Holzversteigerung in der Staatlichen Obersörfterei Krosdors. Mittwoch den 22. Januar von vormittags 10 Ubr ab werden zu Krosdorr in der Gastwirt' schäft J-rcund nachstehende Hölzer in kleinen Losen meistbietend versteigert. Händler beim Brennholz- verkauf ausgeschlossen. 6716 A. Nutzholz. Schutibe». Krofdorf, Distr. 10b: Buchen 4 Rm. Schichlmchholz 2. Kl. »>elgenholzl, Hain buch. 4 Rm. Sckichtntiuholz 3. Kl-, 2 Mtr. lang. Schutrbezirk Waldbaus, Diftr. 53a: Eichen 2 Fstm. Stämme 4-/5. SIL, Buchen 2 Fstm. Stämme S./4. StL, Hainbuchen 70 Rm. Schichtnnhholz 3. KL, 2 Mir. lang. B. Brennholz. Cchntidezirk Stro dors, Distr. 10b, 1t a.- Eicken 2 Rm. Läieit. 12 Rm. SlnüuveL 50 Rm. Reis 2-/3. SIL; Bucken 41 l Rm. Scheit, 172 Rm. KnüppeL 1582 Rm. Reis 2 3. Ml. Schuikbezirk Waldbaus, Dtitr. 53a: Buckelt 260 9hn. Scheit, Ä0Rm. Knüppel, 1300Rm.ReiS3.Kl. Bekanntmachung. In unser GenossenschaflSregister wurde heule bezüglich deS landwirifchaftlichen Konsumvereins II eingetragenen Genoffeuschaft mit unbeschränkter Haftpflicht Leihgestern eingetragen: An Stelle deS als Direktor zurück- gelreteucn Georg Seipp V. ist Johannes Krick VII. daselbst gewählt. Gießen, den 14 Januar 1919. Hessisches Amtsgericht. 806B LebensmineiausscImB L Eijgnii.-BBtlienstele. Don der Reichsbekleidungsstelle sind dem! Textilverband (Ortsgruppe Gießen) ein Quantum Damen-Hläntel ’ßitiffiteilÄe ßuehführ., Haudels- ErsatzteiBe26 wie Nadeln, doppelte und einf ehe, Schusterpech, ■ wachs, starkes Schuster und Kleider-Garn ( äh- 7wim) zu den in unserem am 1. Ian. aufgehoben Zweiggeschäft in Glessen, Mäusburg gekau ten Hand-Näh-Ahlen, sowie ganze Qamituren können jetzt nur noch als Doppelbrief durch die Po hessischen Nationalversammlung zu stören, ja unmöglich zu machen. Es sollen zu diesem Zweck die Soldaten in den Kasernen aufgeputscht und Unruhen in den Städten herv-or gerufen werden. Arbeiter-, Bauern- und Volksräte! Seid auf der.Hut! Diese Versuche müssen energisch zurück- gewiesen werden! Jetzt ist Euere oberste, vornehmste Aufgabe, die ruhige Durchführung ber Wahlen zur deutschen Nationalversammlung und zur hessischen Volkskammer sicherzustellen. Es gilt, jeden Augrifs auf die Freiheit des Volkes, auf das demokrattsche Grundrecht, das Recht der freien Wahl, rücksichtslos zurückzu- iucilen! Der gesunde Sinn des hessischen Volkes in seinen breitesten Schichten wird sich nicht von einigen Fanatikern beriöirren lassen. Al^r seid trotzdem auf der Hut! Von welcher Seite auch Anschläge gegen den ordnungsmäßigen Aufbau unserer Hessischen Republik kommen mögen, sie müssen dererelt werden. Ihr Arbeiter-, Bauern- und Vollsräte, müßt jeden Versuch der brutalen Diktatur einer Mittderheit (von links und rechts) energisch abweisen. Unser gemeinsamer Ruf bleibt: Es lebe die Freiheit, die Demokratie, die Republik! Darmstadt, 7. Januar 1919. Der Ministerpräsident: Ulrich. An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Vorstehender Aufruf ist alsbald ortsüblich und durch Anschlag an der Ortstafel öffentlich bekanntzumachen. Gießen, den 15. Januar 1919. Kreisamt Gießen. ___________________Dr, Usinger.___________________ BcknnntmaHnnq. Im Reichsgesetzblatt vom 14. Januar 1919 ist eine Verordnung zur Ergänzung der Verordnung über die Wahlen zur verfassunggebensden deutschen Nationalversammlung veröffentlicht. Nach ihr sind die Angehörigen des Heeres und der Marine, die am 19. Januar zur Bewachung von Wahlräumen rominandiert und daher verhindert sind, in ihrem Wohnort zu wählen, berechtigt, das Wahlrecht in den von ihnen bewachten Wahlräumen auszuüben, auch wenn' sie dort nicht in die Wählerliste eingetragen sind. Tie Ausübung der Wahl erfolgt auf Grund einer Bescheinigung des nächsten Tienstvor- gesetzten in der Stellung mindestens eines Kom- pagnieführers. Tie Wahlvorsteher haben die Bescheinigungen abzunehmen und dem Wahlprotokoll beizufügen. Tie Zahl der Bescheinigungen ist in dem Abschnitt des Wahlprotokolls über die Zählung tfer Wahlumschläge zu vermerken. Darmstadt, den 15. Januar 1919. Staatsministerrum. Ulrich. An Len Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürgermeistereien der Lanügemeindm des Kreises. Tie Wahlvorsteher sind unverzüglich entsprechend obiger Bekanntmachung mrzuweisen. Gießen, den 18. Januar 1919. Kreisamt Gießen. Dr. U i i n g e r.______________________ Bekanntmachung. Im Reichsgesetzblatt vom 10. Januar 1919 ist eine Verordnung zur Ergänzung der Verordnung über die Wahlen zur verfassunggebenden Deutschen Nattonalversammlung veröksentlicht. Nach ihr haben Angehörige der deutsch- österreichischen Republik, die am 19. Januar 1919 das 20. Lebensjahr vollendet haben und die nicht bei entsprechender Anwendung des 8 4 Reichswahlgesetzes vom Wahlrecht ausgeschlossen sind, das Recht,, an den Wahlen zur deutschen Nationalversammlung in der Gemeinde t e i l z u n e h m e n, in der sie innerhalb des Deutschen Reichs ihren Wohnsitz haben. Das Wahlrecht kann auf Grund einer Be scheint g u n g ausaeubt werden, die von einer in Deutschland befindlichen dip'omatisckien oder konsularischen Vertretungsbehörde Deutsch-Oesterreichs oder Oesterreich-Ungarns nach folgendem Muster ausgestellt wird. (Ueberschrift:) Bescheinigung. (Inhalt:) Dem...... (Vor- und Zuname), geboren am ...... (Stand oder Gewerbe) ........ wohnhaft in...... wird zwecks Ausübung der Wahl zur verfassunggebenden deutschen Nationalversammlung hiermit bescheinigt, daß er ein Angehöriger der Deutsch-Ocfter- reichischen Republik ist und keine Umstände bekannt sind, nonach er bei entsprechender Anwendung des 8 4 deS deutsch.m Wahlgesetzes vom 30. November 1918 (Neichs-Gesetzbl. S. 1345) vom Wahlrecht ausgeschlossen sein kö.mte. (links:) Dienstsiegel, (rechts:) Bezeichnung der deutsch-österreichischen oder österreichisch-ungarischen Gesandtschafts- oder Konsulats- behörde. (Unterschrift:)..... Der Paragraph 10 Abs. 1 des Reichswahlgesetzes findet keine Anwendung. Der Wahlvorsteher oder sein Stellvertreter hat die Beschein t- gung dem Wähler vor Ausübung des Wahlrechts abzunehmen, die Bescheinigung dem Wahlprotokoll beizufügen und die Zahl der abgegebene« Bescheinigungen im Abschnitt des Wahlprotokoll- über die Zählung ber Wahlumschläge zu Der*' merken. Darmstadt, den 13. Januar 1919 Staatsministerium. Ulrich. An ucn Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir beauftragen Sie, vorstehende Bekannt-« wachung ortsüblich bekanntmachen zu lassen und die Wahlvorsteher unverzüglich entsprechend anzuweisen. Gießen, den 16. Januar 1919. Kreisamt Gießen. J.V.: Welcker. Bekanntmachung. stehen müssen. 16. 6. 7. 8. 9. 11. 12. 13. 14. 15. 17. 18. 1. 2. 3. 4. 5. Be 1 r.: Festsetzung von Erzeuger-, Großhandelsund Kleinhandelshöchstpreisen für beit Bundesstaat Hessen. In teilivei'er Abänderung unserer Bekanntmachung vom 26. November v. I. werden die Er* zeuger- und Kleinhandelslwchstpreise für die nach- stehenden Gemüse hiermit für ben Bundesstaat Gemüsesorte: Dauerweißkohl Dauerrolkohl Dauerwirsingkvhl Grünkohl Rote Speisemöhren und längliche Karotten Gelbe Speisemöhren Rote Beete Gelbe Kohlrüben Spinat Weißrüben Mairüben Feldsalat (Freilandsalat- Sellerie ohne Kraut (Wurzel- und erdfrei) Sellerie mit Kraut (Wurzel- und erbfret) Lauch Zwiebeln a) bis zum 31. Januar b) ab 1. Februar In den vorstehenden . , Erzeugerhbchftpreisen sind die Vergütungen, die dem Erzeuger nach § 2 der Bekanntmachung der Reichsstelle für Gemüse . Weiße Kohlrüben 10. Kleine runde Karotten Hessen neu festgesetzt. Die neuen Erzeuger- und Kleinhandelshöchstpreise treten drei Tage nach ihrer Veröffentlichung in Kraft. Mit ihrem Inkrafttreten wird unsere Bekanntmachung vonr 26. November v. I. aufgehoben. Den Kommunalverbänden bleibt es überlassen, für ihre Gebiete für die nachstehenden Gemüse- arten Großhandelspreise festzusetzen, die in einem entsprechenden Verhältnis zu den Erzeuger- und KleinlMndelshöchstpreisen und Obst vom 22. August v. I. für besondere- Aufwendungen an Arbeit oder an Kosten der Aufbewahrung (Einmieten, Eiirkellern u. dgl.) zu- stehen, mbegriffen. Neber schreirungen vorstehender Höchstpreise werden nach der Bundesratsverordnung vom 8. Mai v. I. gegen Preistreiberei (R ichs-Geietzbl. S. 395) mit Gefängnis und mit Geldstrafe bis zu 200 000 Mk. oder mit einer dieser Strafen bestraft. Mainz, den 14. Januar 1919. Hess. Landes-Gemüsestelle, Verwaltungsabteilung, Ter Vorsitzende: Werner, Regierungsrat. ErzeugLr- Kleinhöchst- handels- preis höchst pr. pr. Ztr. pr. Pfd. Mk. Pf. 6.50 20 11.50 25 11.50 25 10.— 20 9.— 20 7 — 15 10.— 20 3.75 10 2.50 8 12 — 20 25.— 35 1.50 5 5 — 10 80.— 100 40.— 60 30.— 50 40.-^- 60 16.50 35 18.50 40 B e t r.: Wie oben. Dic Hessische Landes-Gemüsestelle, Vcrwalumgs» Abteilung an die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Landes. Unter Hinweis auf vorstehende Bekannt machung empfehlen wir Ihnen, diese in Ihren Ge» meinden ortsüblich zu veröffentlichen. Zuwiderhandlungen sind zur Anzeige zu bringen. 778c M ainz, den 14. Januar 1919. Ter Vorsitzende: Werner, Regierungsrat. Slümtl.altc u. zerbrochene Zähne I Kaufgesuche"] Notenständer Kriegsbeschädigter mit ^^!"M^Ä^b.,zu kaufen 6 Kindern sucht „ ÄFM11 LAÄ;Ä 0104t g. ü. Gicß. Anzeig. Hou. Detektiv zu kaufen fein. 614 ! Verschiedenes) Pflege neben. (836 vermißt wurde. 798 Katharine Siittner, Nodlleim bei Hungen. Ein Kind (Junge», 14 Wochen aü, möchte in J. Abpinnalp Friedberg (Hessen). Carl 4>Uhlcr, Berlin Paukow, Breitestr. 4U. Th. Deichmann Pol.-Nrim.-Beaml. n. 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Knnst-Bildb. 3. fiöbbiitfl Franksurt Str. <710. Zagd- verpachtung. Große Waldjagd zu »er- narbten. 'Rah. durch bi** Geschäflsn. d. (M. A. i834 Bcrmiht. Welcher Infanterist von der «.Komb. Jnf.-Regt. 116 kann mir 9tacbrirtit geben über meinen Sohn Gerhard Gäbler, welcher am 24. Ling. 18 bei MariacourtIFlanb.l JFiechtwi. Wlinden, °KrS^ mhvihiiim i w um umiiii hmihi hiMHii1 i i^iiniiii aderleitlen heilt 'Otrar in verzweifelt.Fällen mit oft üb-rrascri. Erfolg (i. hantblldende, schmerz- u. juckreizstillende ..Vater Philipp-Salbe“, Preis 1.80tu3.50M.: erhält!. In Apotheken. Män hüte sich vor Naclu.hm. u. bestelle, wo nicht erhältlich, direkt bei Taingds- Laboraferlam, Sxltt ^ehmen-Retaintsn S3.(831ss Cartea’.aad in b. flkähe ber Pnloerm. z. verv. I. Rothschild,a h 11 Im f ft r. 041 e(Sü8löttnttHttrrijit Schristt. Angeb. mit Preis u.01037 a. d.Gieß. Anzcig. Or.med» sucht in einem Ort in Oberhesjen 'Jiieberlafiung wo Praxis fehlt. mit 6—7 Zimmer müßte JfbtrjitljtrÄXei: Schr. 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Wer nicht will, daß Judnstrie und Handel, Handwerk und Landwirtschaft lahmgclcgt und unser Volk der Verarmung und Verelendung überliefert werden, Wer nicht will, daß die Staatsgclder unsinnig verschleudert und die Quellen unseres Wohlstandes gedankenlos verstopft werden, Wer nicht will, daß das Privateigentum, sowie die Sicherungen für die Spar- kasseucinlagen und Kriegsanleihen beseitigt werden, Wer nicht will, daß die religiösen und sittliche» Mächte des Volkslebens lahmgclcgt werden, Wer nicht will, daß durch Auslösung unseres Heeres das Reich zerstückelt und für alle Zeiten wehrlos gemacht werde, der wähle zur Nationalversammlung nur die Kandidaten der 8iüd Deutsch-nationalenVoikspartei Pr«s. Or. Fnilimd Mrner. BetzW Sgllfiniiüi ihr! jstküM, WodllÄ o. N. Laüe-irt K. Torftfi II., $BMicr8l|tim gtmlnirkirtrin ßuiiia Dichi, graafjnrt i. M. ßintoirt Zekob Tikfkrt, gronfaf b. RkiKelSheiw i. L. Sbrrgoftitfrdär Hmaini Schlei?, Sifjjea Smöniid Dr. Dchliigcr, Wciltrhos b. Wolststhlc» Prof. Dr. Arlhar Wcbcr, Boü-Naaheioi. Wcldtli!stz-8litMll! iiiiiKii taDiwÄtalij. e. O. m. b. H. der nimmt den Stimmzettel, welcher beginnt mit dem Namen Professor Dr. Ferdinand Werner, Butzbach und endet mit dem Namen Professor Dr. Arthur Weber, Bad-Nauheim. An unsere Mitglieder! । o Das städtische Lebensmittelamt hat uns als Butter-u. Fstiverteiler zugelassen. Die Mitglieder können jetzt regel- M1D mäßig allwöchentlich das ihnen zustehende Quantum gegen die in Betracht kommende Buttermarke aus ihrem eigenen Geschäft beziehen. Die Abgabe erfolgt in allen 4 ♦ Verteilungsstellen. 811D Der Vorstand. NM-Mimik UcksMlki = Ner, eröffnet Der verehnen Einwohnerschaft von Gießen und Umgebung zur gefl. Mtttetiung, daß ich im Htuterhanse Noed-Ankage Nr. 7 ab 15. Januar eine Hvchitn Iker-Werkstatt eröffnet habe. Empfehle mich in Reparaturen von Schreibmaschinen, Fahr, rffdern, Nähmaschinen, Registrierkassen und photographischen Apparaten, sowie in Neuanfertigung von Installations-Apparaten. Indem ich der werten Einwohnerschaft gewissenhafte Ausführung und prompteste Bedienung zusichere, bitte ich um geneigten Zuspruch. A. Auster • Mechanische werkstätte. NB. Bestellungen werden dortselbst sowie auch telephonisch unter Nr. 223 jederzeit entgegengenommen. 01067 Stadt. Polytechn. Lehranstalt Friedberg (Hessen) für die zeitgemäße Ausbildung zum Ingenieur oder Architekt. 383D Einführungskursus: 17. Februar bis 29. März. Sommersemester: Ab 1. April. Vergünstigungen für Kriegsteilnehmer. OOO»OdO»VGOOGOOGQGOKQGOOG^OOOQOdOUOOOOGOOG-GGGGGOGG^GGGG^G^^dOGOOGVOOOG^H? Sank sürksandel «.Industrie (Darmstädter Ban!) § !! ocn 192 miUionen ntart Niederlassung Gießen “XSSÄ1 Z»hanu«rftratz« Nr. 1 • ddt ntutnrntg-Hcuen Däne 9 Srgründe» im Jahre 1853 | An- an» vrttauf von Wertpapieren, Seldsorten usw. Eröffnung von Schelk- und laufenden Rechnungen. Aufbewahrung und vollständige Verwaltung von Wertpapieren und Wertgegenständen jeder Art (auch für MündeivcrmSgcn). Vermietung von eisernen Schrankfächern in diebes- und seuerstcherem unterirdischen Gewölbe unter eigenem Verschluß der Mieten Annahme von var-vepostten gegen Ausstellung von Linlagebüchern. Hinterlegungsstelle für Mündelgelder : ; ■ (Belannhnadiung der Sr. hefi. Reg. vom 1Z. Lug. 1900) $ I ' IW 1 Privat Kandels $d)ule 3of)s. SKödding Carl &ries Aus dem Heeresdienst entlaffen, nehme ich den OtiÄ) Unterricht Giessen. 6*8 Sprengtechnik. Unfall*Verhütung 01003 Gg. Schieft'TNtein, Lieh Telephon Nr. 17. 124c Cafe Amend Sametag und Honntaf Künstler-Konzert Eigene Konditorei. mit anschliessendem Kostüm-Ball Vertrauensmaun der Grenxschutskomp. SKunßfdjule in gießen für fatalen und 33ild/jauen Architekt Hans Burg Liebigstraße Nr. 12, Liebigmuseum Fernsprecher Nr. 895 hat seine Tätigkeit wieder aufgenommen statt Es wird gebeten, dass die Damen In Kostüm erse'iehien. Beginn 7 Uhr. Hierzu ladet freundl ein Hochbau - Raumkunst Kunstgewerbe--- für die Anlage nnd den Betrieb von Melnbrüchea und tirttbereien über Ts* nebst de > suffehörtgen maschinellen und Transport anlagen. — Anfertigung von Gutachten, Kostenanschlägen. RenUbil tAU Berechnungen. Echte Cunm-Saoger paffend a.Sorbletflafchen solange Borrai reicht, au haben bei: 496 Gecrg Wallenfels 1'iorftoL gegenüber der Wr. 2t. Euaelavolbeke ^arge fertig lackiert und be« schla en,!oivieineiu» Aclnen Teilen fertig zum Zusammenbau liefert ab Lager Emil H. Müller Helxwareafabrüt Gießen. für Klavier und Violine wieder auf. Neuanmeldungen jederzeit. Pianist fjans Krug, Wetzlarer Weg 59. 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Aufnahme i alle Klassen bU Ende Januar noch mö di eh. 1142 Handwagen Leiterwagen Kaste iwagen Einzelne Räder Carl Schurck, Seltersweg 38. 061,8 Abc nd-Karee. Biuhfflh n .tr. Handele- kunde Schriftverkehr. Rech neu, 1 nographie, M »e inenscl.reib. usw. * rWp. frei. Aumeld. ULgI, IripalTliliriDgsrBaiis-ßÄii In allen Größen ab Lager lieferbar Waagen aller Art weid, eichfäbig hcrgeit. KarlHcbmtdt. Neuenweg 42. 01028 Geschäft»-Emvkebiung. Habe heute meine, lm Wiesecker Weg gelegene, ► chloseercl ivieder eröffnet und empfehle mich im Jnitandse -en aller Arten o. n Maschinen sowie aller in diefeö .Vach einichlageiiden Arbeiten m«h Achtungsvoll Karl hke, Dchlofferineiter. SpeBlul-helme. bervorrag. Güte, s. Buchv. n Baoier- Inbintrie. '.Bcrtr. gcf. R. Eicbold, lLaffel.«, Oberingenieur A. Mühlhan HUneter L W., Gutcnbergstraue 17 bisher langjähriger technischer Aufsicht»beamte» der Sekt V der Stein bruclis-Bemfi-GenodScnech. einphehlt sic i als Familien-Konzert Sonntags von 1 Uhr ab »?• Kaffee Astoria Empfehle eigene Konditorei, vorzügl.Getränke. Cafe Ernst Ludwig Inhaber: Äug Rath Täglich: KONZERT Tin erricfitufätfart a) 5£eidß‘ abrikant, Hanaw Cbriitovb Müller, ^iaurermeitter, Cassel, 6b rlottektavpcs, Oberlehrerin, Marburg a.L. Karl Be.tzttedt, Pottsekreiär, Franlfurt a. M* Karl Stein, Pfarrer, Casiei, Friedrich 3ieee?imcber, Kaufmann, Idstein. Arnold 3rfcnftt’t, VQ' bivtrt, Cubach b. Weilburg, Pani Wiukbauö, SanilälS-Rat, prakt. Ar^t, GeschästSttelle „Rite Post", Fernruf 422. Lpar- u.Vorsüjußvcrein Stausrnbcrg In der am 5. Januar 1919 stattgefundenen Generalversammlung wurde beschiänkte Haf- tung bcschlvsicn. Gläubiger, welche dem widersprechen, können sich beim Vorstand melden. Der Vorstand. 474 Geißler, Kraft III., Direktor. Rechner. wahlmanover! Es ist ein MhlmnSrtt, Programm die Sozialisierung einigermaßen verwirft, wenn aber ihre maßgebenden Redner in Hessen, in Frankfurt, in Hannover nichts sein wollen als „der rechte Flügel der gemäßigten Sozialdemokratie"! (so wörUich der Führer der Demokratie in Hannover!) Es ist ein WImnüm, ^nV«^'Ä Sammlungen Männern, wie Prof. Köser, säst nationalliberale Reden halten läßt, dann aber auf die Kandidatenliste Männer wie Loo», Henrich usw. setzt! Es ist ein WMimSm, Ä Hauptführer und Hauptzeitungen der Kirche immer gleichgültig gegenüber gestanden haben;, jetzt aber aus Ang 1 vor der gründlich verkannten Meinung unserer christlichen Beoölke» rung ihre alten Schulforderungen (Moralunter» richt usw.) unter den Tisch fallen lassen. Es ist riB WlihiimüSvtk, tische Partei die Köpfe verwirren will durch dar Schreckge penst eines Bürgerkrieges für den Fall des Sieges des Bürger tumes. Reine ist, ä» führuvg der bürgerlichen Grundsätze, durch Treue zum bürgerüch- nationalen Gedanken überwunden wird. Reine ist, SÄmS und ehrlichen Gegner Respekt hat und chn fürchtet. Reine Wchheit ist, Partei nicht aus Wahlrücksichten, sondern aus innerem sittlichen Pflichtgefühl mit ganzer Kraft für den Schutz der religiösen Erziehung, für Rückkehr der nationalen Würde kämpft und immer kämpfen, wird. Rem Wckbeit ist, tisch töricht ist, sondern geradezu den Terra, rismus hervorlocken muh. Und das tut die stolze Demokratie l Ein wirklich starkes, entschlossenes Bürgertum braucht sich vor der Sozialdemokratie nicht zu fürch» ten. Sie werden voreiimnber Respekt hoben nnl» miteinander arbeiten, soweit es ihre Grundsätze erlauben. Ein schwächliche«, zaghaftes, innerlich gebroche. nes Bürgertum wird allerdings die leichte Deute jeder Gewalttat von links l Wir wollen daS starke, stefchlofseue, selbstbewußte Bürger» u. Bauerntum! Also wählt den Zettel der NfiWltepiirtfi (früher NatlonaülLerale Partei) beginnend mit TSfo Dr. Joh. Becker, Fiuauzmiuifte«. Die Litte der sozialitataiisih Farid itt folgende: Sari Mich, aCffcnba*'1a!^L1' vr. Eduard David, ‘'"'"'Ä'"'81' Dr. Ludwig (Baefiel, Ludwig hcsenzahl, Öin» Henriette Zürth, $riin?furtt£LeBl. yermann Neumann, Friedrich Detters, 8ern!)arö Hed)tien, 2lnton £UJ, WeSiSnrUabt 74OD euffdieVolksparfei fSEiffl in Beifen ns (früher Nationalliberale Partei) fc wir glaub uri was wir wollen. In ernster entscheidungsvoller Stunde treten wir vor die hesiischen Wähler. Dem rasenden Lauf der Ereignisse können die wenigsten folgen. Neue Parteien mit neuen Namen und neuen Zielen werben um die Stimmen. Zum letztenmal vor den Nationalwahlen wollen wfr klar onb deutlich, in gedrängter Kürze ein Bekenntnis dessen ablegen, wa- ttrtr -laude« U«d 6> — Deutschland hat den Weltkrieg verloren. Eine» großen Volkes würdig wäre es gewesen, in Fassung und einträchtiger Geschlossenheit die Last der Niederlage zu tragen. Es ist anders gekommen. Die Revolution hat die Einheit des Volkes zerrisien. 3m Taumel der Erhebung glaubten die Revolutionäre bas Volk Üb« die Schwere der Niederlage Hinwegtäuschen zu können. Sie haben es um so tiefer hineingeritten. Nilil iß Mg uicj>tigcnjstn, jetzt endlich mtz gnfgedant wtröcs. Aal den Trümmern des alten soll dar neue Deutschland erstehen, an dessen Aufbau wir mit unermüdlicher Kraft Mitarbeiten wollen. Aus seiner tiefen Erniedrigung wollen wir unser Volk heraufheben zu einer bessere, Zukunft, «der deutsch im Deuten uu» Fühle« und Sandeln soll uuü) bas neu, Vater- land sein. IJliemanb von UNS will Reaktion ober gar Gegenrevolution, keiner will die großen Ideen der neuen Zeit, die auch ohne Revolution schon da war, verkümmern lassen. Wir wollen sie aufgreifen und die starken Kräfte der alten Zett in ihren Dienst stellen. Wir wofitn aber in der men Zeit lebe», sicht an ihr Kerben. Sozialdemokratische Partei Wähler rind Wählerinnen! Vei der Wahl zur Nationalversammlung am Sonntag sollt Ihr über das fernere Geschick unseres Volkes mitentscheiden. prüft und überlegt, wie Ihr abitimmen wollt! Laftt Tuch die Erfahrungen, Leiden und Drangsalierungen der letzten Jahre zur Lehre dienen! Heuchlerisch versuchen gewisie Parteien die Schuld an den heutigen Zuständen der Sozialdemokratie zuzuschieben, wobei sie mit der Unkenntnis und Unerfahrenheit eines großen Teils der Wählerschaft rechnen. Wer nur einigermaßen den Lauf der Dinge verfolgt hat, weiß, wem wir das heutige Elend zu „verdanken" haben, weiß, daß in der Anhängerschaft der bürgerlichen Parteien die Kriegshetzer, Kriegsgewinnler und Wucherer sich befanden. Im Sommer 1910 erschien z. D in den „Deutschsozialen Blättern", einem antisemitischen Organ, ein mit Vr. W. unterzeichneter Artikel, in welchem in frevelhafter Weise zum Kriege gehetzt wurde. Dieser vDr. W." ist hier nicht unbekannt, er tritt als Kandidat der deutsch-nationalen Partei auf. Auch diese Partei hat, wie alle unsere gegne* rischen, ihr Firmenschild geändert. Warum? Weil sie sich im Bewußtsein ihrer alten Sünden schämen, unter ihren alten Parieinamen aufzutreten! Hinter ihren neuen Namen stecken aber die alte» volksfeindlichen Begebungen! Vie sozialdemokratische Partei dagegen kämpft unter ihrem alten Namen für ihre auf Er- kenntnir der wirtscha tlichen Tatsachen gestützten Grundsätze ».Ziele. Trotz aller Anfeindungen, trotz Bekämpfung mit den übelsten Mitteln tritt sie unablässig für die Rechte und Interesien des arbeitenden und minderbemittelten Volkes ein! Ihre bisherige Tätigkeit ist detz Zeuge! WM" Tieg der gegnerischen Parteien bedeutet NWk" neue Kriegsgefahr, neue Lasten für das Volk! DM- SiegderTozialdemokratieverbiirgtJrieden, MM- Freiheit und Wohlergehen für die Volks» DW" gesamtheit! Darum gebt am Sonntag 988» den sozialdemokratischen Stimmzettel ab, der mit dem Namen Lari Ulrich beginnt I sozialdemokratische wahNSMttee. Darum wollen wir: Nach autzerr: Erhaltung bet RUchsetnheit Aufnahme Deutsch-QesterretchS in den Reichsverband Platz als gleichberechtigtes Glied im Bunde der Pthfer Unabhängigkeit von fremden Mächten Freie tür für deutsche Wirtschaft in der Welt Pflege de» Audlunds-DeutschlumS Ein Volkoheer, das den deutschen Erfordernissen entspricht und nach den Erfahrungen des Kriegs ausgebaut ist. Im Innern: Wahre Freiheit beim Ausbau des Staates Dolle Gl ei ckd^rechtig«»-aller Staatsbürger beiderlei Geschlechts Freiheit der Personen, des Demfs, des Wahlrechts. Auf volkswirtschaftlichem Gebiet: S-ck-rffte Abwehr gegen das sozialdemokratische Ziel der llebersuhruug des Privateigentum» an Produktionsmitteln (Grund und Boden, Haus, Hof, Acker, Fett», Handwerk und Handel) iti ge- Mriusckaftticke» Eigentum, Schutz des Privateigentums, Vermehrung derer, die Produktions- mittel ihr eigen nennen. Erleichterung des Ausstiegs der Arbeiter zum selbständigen Gewerbetteibenden, Handwerker und Landwirt. Wiedecaufrichtung des durch den Krieg schwer betroffenen kaufmännischen Mittelstands durch schleunige Wiedereinführung des freien Handels. Rasche Auflösung aller Kriegsgeselljchaften. Gewährung von Krediten. 'Einschaltung des Kleinhandels bei staatlicher Warenzuteilung an das Hand« w. Heck, Ockonomierat, Landwirk- schaflslehrer, Alsfeld 4. Dr. HanS Gmelm, Universitätsprofessor, Gießen 5. Karl Läufer, evang. Arbeitersekretär, Darmstadt 6. August Biegler, Landwirt, Dorn- Dürkheim 7. tz)rorg Bickel, Landwirt und Gemeinde- rcdpicr, Affolterbach 8. Fräulein Luise EchweiSgnt, Lehrerin, Darmstadt 9. Wilhelm Kitz, Direktor der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg, Mainz- Gustavsburg. Stimmzettel der Deutschen Volkspartei sind bei den Bürgermeistern trnb bei «wferen Vertrauensleuten zu haben. Wer keinen Zettel der Partei bekommen kann, schreibt auf weitzes Papier in der Grütze von 9 zu 12 cm den ersten der obigen Namen, nämlich Dr. Becker. Auskunft bei der Landesgeschäftsstelle Darmstadt, Wityetmirutnstrabe 6, Fernsprecher Nr. 130*. wer ist die Deutsche öemolratische Partei? So fragt die Deutsche Volkspartei in ihrem letzten Wahlaufruf. Heber die Antwort wird kein politisch Unterrichteter im Zweifel fein. (Es ist die Pattei der deutschen Demokraten, deren Vorgänger schon 1848 und früher für die Freiheit und Gerechtigkeit in Deutschland gestritten und gelitten haben. Es ist die Partei derjenigen deutschen Männer und Frauen, die nicht erst umlernen mutzten, sondern nur an ihren alten Idealen und Traditionen festzuhalten brauchten, um zu ihrem Programm zu gelangen. Mr wer ist die Deutsche Bolkspartci? Wer ihre Dorfahren, die alten Uattonalliberalev, waren, ist schwer zu sagen. Denn sie hingen ihren Mantel bekanntlich stets nach dem wind. Doch wer sie selbst ist, darüber Kann Kein Zweifel mehr sein. Statt eine Listenverbindung mit der Deutschen demokratischen Partei einzugehen, zu der sich diese bereit erklärte, hat sie, unter dem Vorwand der Einigung aller sogenannten bürgerlichen Parteien, eine Verbindung mit der Deutsch-nationalen Volkspartei vorgezogen. Sie marschiett vereint mit den alldeutschen Rriegshetzem, die uns ins Unglück gebracht haben, vereint mit den Uonservattven, die für das Volk und seine Rechte kein Verständnis haben. So darf man wohl auf sie das Wort anwenden: „Sage mir, mit wem du umgehst, und ich will dir sagen, wer du bist". Dars eine Pattei, die sich in solcher Gesellschaft befindet, fich noch eine „Volkspattei" nennen? Freilich, sogar die alten Konservativen haben sich diesen Namen beigelegt, wie es scheint als Deckmantel für die Sünden, die sie gegen das Volk begangen haben. Oder gehört es vielleicht in das Programm einer Volkspartei, durch einen Leutnant mit zehn Mann den Reichstag sprengen zu lasten? Die wirklichen Nattonalliberalen wntzten, wohin sie gehörten. 3m „(Lietzener Anzeiger" wurden kürzlich die Hamen von <2 Führern der Nattonalliberalen Partei, darunter Männer wie Friedberg, Freiherr von Richthofeu, Prinz Heinrich zu Schönaich-Earolath, veröstentlicht, die sich der Deutschen Demokratischen Partei anschlossen und in einem Auftus ihre nationalliberalen Parteifreunde aufforderten, ihrem Beispiel zu folgen. Die Deutsche Volkspartei wollte nur von einigen solcher nationalliberaler Politiker wissen und klagte über Stimmenfang, zumal es fich dabei um Unterschriften handele, die längst zurückgezogen seien. Wir stellen fest, datz von jenen 42 nur 2 ihre Unterschriften nachträglich zurückzogen, dafür aber 15 hinzukommen, so datz es nun 55 statt 42 sind! Was ist das Trcnncndc? Die Deutsche Volkspartei und die mit ihr verbündete Rechte hält uns als trennenden Punkt immer wieder die Trennung von Staat und Rirche vor. Dabei schreibt sie selbst in ihrem hessischen Landesaufruf: „Wir glauben, datz bem neuen Geist der Zeit die Trennung von Staat und Kirche entspricht." Die Stellung der Deutschen demokratischen Partei zu dieser Frage haben wir schon oft genug bargelegt. Sie tritt ein für eine vom Staat unabhängige Volkskirche, str die finanzielle Sicherung der Rirche, für Beibehaltung des Religionsunterrichts in den staatlichen Schulen unter Aus^ fd)altung allen Gewissenszwanges und für Beibehaltung der theologifchen Fakultäten an den Hochschulen. Insbesondere fordert sie, datz der Rirche zur Neuordnung unter allen Umständen Zeit gelassen werde. was ist nun das Trennende? Es ist nicht die Frage der Trennung von Staat und Kirche, sondern die Tatsache datz die Deutsche Volkspartei ihrer ganzen Geistesrichtung nach sich wohler fühlt in konservativer als in liberaler Gesellschaft^ Wähler und Wälstmnncn! Bedenkt, was aus bem Spiel steht! Wollt Ihr verhüten, batz Alldeutsche mit Nationalliberalen Stresemannscher Färbung, Konservativen und Antisemiten wieder zur Herrschaft gelangen, wollt Ihr eine wahrhaft freiheitliche, demo- kratische Ausgestaltung des neuen Deutschland mit gleichem Recht für alle, dann ' BC wählt die Liste der Deutschen demoiratifchen Partei: Henrich-Grünewald! Nr. 15 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Samstag, 18. Januar (919 Die Demobilmachung der Alten. Man schreibt uns: Schmerzlich ist es für manche Frau und manches Mäi'ch n, die während der Krie 8 .eit cm? gut, gelohnte Stellung in der Inou«irre, in den Bureaus der Kaufleute und der Staats- imb Gemeindeämter erlangt halten, diese wieder aufgeben und den zn- rüclkchrcnden mamilichcrr Personen abtreten zu imüssen. In richtiger Erkenntnis der Notwendigkeit, das; die mäniclichcn Kopf- und Handarbeiter in erster "Linie wieder dem Eriverbsleben zu?eführt werden müssen, haben die seither erwerbstätigen Frauen und Mädchnr willig ihren Platz geräumt: wie schwer sich gerade für die sogenannten Kopfarbeiter die Unterbringung in geeigneten Stellen gestaltet, zeigt die wöck)«ntlich anwachsende Zahl der Arbeitslosen, insb sondere im kaufmännischen Berufe. Während man so dem weiblichen Geschlecht die Anerkennung zollen muß, daß es den Erfordernissen des Uebergangs zur Friedenswirtschaft willig lnachkouinit, muß leider fcstgcstellt werden, daß die vielen älteren und alten Männer, insbesondere in Stellen der privaten und staatlichen Betriebe, der Gerichte, der Verwaltungsbehörden und Fiuanz- behörden, der Hochschulen und der Gemeindeämter snicht erkennen, daß sie nur durch die lange Dauer des Krieges an ihrer seitherigen Stelle trotz ihrer verbrauchten Arbeitskraft geblieben sind oder wegen des Mangels an Frontkämpfern aus ihrer bereits erfolgten Verabschiedung für einige Zeit wieder hervorgerufen worden waren. Vielfach glauben diese oft schon sehr alten, teilweise schon p n iouiert gewesenen Arbeiter, besonders in Staats- und Ge- fmciudeämtern, daß sie, und zwar die bereits im Ruhestand Gewesenen, entgegen der Lbrnahme bei ihrer früheren Pensionierung, noch voll arbeitsfähig seien, und daß ihre Tätigkeit in den letzten vier Jahren den Beweis dafür erbracht habe. Zeigt sich also bei diesen Herren eine, wenn auch entschuldbare Selbstüberschätzung, und ist es ihnen nicht zu verargen, daß ihnen in der jetzigen Zeit der Teuerung, bei den Pensionären neben ihrer Pension, der für ihre Tätigkeit ihnen gewährte Gehalt oder Lohn eine willkommene und nicht gern entbehrte Zulage ist, so muß doch auf der anderen Seite ermattet werden, daß sie die Zeit hüt größerem Verständnis übersehen und sich darüber klar werden, daß sie in gesicherten Vcrhält- tnül'en stehend oder durch eine odter anderen Verhältnissen schon längst eingetretene Pensionierung in gesicherte Verhältnisse kommend, ihren jüngeren Berufsgenossen den Platz versperren. Tas soziale Wend droht nicht allein dem gewöhnlichen Handarbeiter, sondern in demselben Maße dem Kopfarbeiter insbesondere dem akademisch gebildeten, und zwar in dem Maße, daß der Verzug jeder Wackre für die jungen mit Verständnis und Tatkraft erfüllten Berufsgenossen eine schwere Schädigung bedeutet und sie mit tiefer Erbitterung erfüllen muß. Es muß auch doch für diese alten Kvvf- arbeiter. denen die Anerkennung für ihre Aushilfeleistung während des Krieges nicht versagt wird, angenehmer sem, unter Anerkennung ihrer Verdienste jetzt freiwillig aus ihrer Tätigkeit auszu- scbeiden, als abzuwarten, daß sie zwangstveise oder doch durch die Macht der Verhältnisse genötigt werden, ihre Tätigkeit einzustellcn, denn es ist, wie schon die von der jetzigen Reichsregierung t ils in Aussicht genommenen, teils schon inS Werk gesetzten Maßnahmen beweisen, nicht zu umgehen, daß die Alten zugunsten der Jungen demobil gemacht werden müssen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 18. Januar 1919. Die Wcihnachtsversorgung 1918. unserer Feldgrauen durch das Rote Kreuz Gießen. Nachdem durch die Gießener Bürgerschaft dem Aufruf des Ausschusses für Weihnachts- liebesgaben in so freigebiger Weise entsprochen morden war, daß das Note Kreuz Anfang November Liebesgaben im Werte von 25 000 Mark abschicken konnte, erstand durch den Eintritt in Waffenstillstandsverhandlungen für die Gießener Liebesgabenstelle eine neue Aufgabe. Zunächst galt es, die bereits auf dem Weg? befindlichen Weihnachtslisten zurückzuholen und einen neuen Verteilungsplan aus- zuorbeiten, so daß jede zum Weihnachtssest in unserer Vaterstadt im Quartier liegende Formation, forme die Gießener Lazarette einen gedeckten Weihnachtstisch vorfinden würden. Die Lösung dieser selbstgestellten Aufgave ist dem Gießener Zweigverein durchaus gelungen, denn das stand bei dem hiesigen Roten Kreuz-von vornherein fest: nur dann wurden die von der Bürgerschaft so reichlich gespendeten Mittel im Sinne der Geber auch verwendet, wenn sie nicht den einzelnen Gemeinden zur freien Verfügung zurücküberwiesen wurden, sondern alles oa- rangcsetzt wurde, unsere unbesiegt heimkehrenden Vaterlandsoerteidiger zum Weihnachtsfest zu erfreuen. An erster Stelle mußte natürlich unser 116. Regiment bedacht werden, das ja schon bei seinem Einzug vom Roten Kreuz gewissermaßen im Auftrag der Bürgerschaft reichlicl) mit Liebesgaben beschenkt wurde Aber auch eine große Anzahl anderer Formationen, wie: Funker- Abt. 136, Nach?ich cn-E.satz Abt. 18, R.-J.-N 37, R.-Fuß Art.-Regt. 66, Pion.-Komp. 100, Pion.-KomP 99, Sau.-Komp. 611, Fuß-Art.- 9tegt. 6, Nef.-J.-Dio. 76, Fernspr.-Adt. 476, Lichtmeßtrupp 26, Akokraft und Sanka I, sowie mehrere anbere kleinere Formationen empfingen zusammen mit den hiesigen Lazaretten 50800 Zigarren, 44 000 Zigaretten, 2100 Pfeisen, 1850 Taschenmesser, 1530 Briefmappen, 1000 Ra ierapparate, 1650 Hosenträger, 1700 Notizbücher mit Bleistift, 400 Mmrdharmomkas, 2800 Pakete Tabak, zirka 5000 Bücher, 340 Spiele, 800 Geldtaschen, sowie eine große Menge sonstiger Gebrauchsgegenstände, wie 250 Ta chenlampen, Spiegel, Uhrarmbänder, Uhrricmen, Seife, Kartenspiele, Etuis u. dgl. mehr. Es ist für das Gießener 9tote Kreuz, nun es allmählich dem Ende seiner Kriegstätigkeit zugeht, eine besondere Genugtuung, daß es ihm die einheimischen Bürger möglich gemacht haben, auch das letzte Weihnachtssest, das unter dem Zeichen des Krieges stand, für unsere heimgekehrten Feldgrauen und die Verwundeten in den Lazaretten durch die genannten Gaben etwas zu verschönern. * ** Amtliche Personalnachrichten. Verliehen wurde am 8. Januar dem Privatdozenten an der Technischen Hoch chule in Darmstadt Dr.-Ing. 2ldolf Kleinlogel der Charakter als Professor. ** Hessischer Siedlungsausschuß. Der Ernst. Ludwig.Derein, Hessischer Ientraloerein zur Errichtung bill ger Wohnungen, und der Hessische Landesverein für Krieger-Heimstätten haben sich zu enger Zusammenarbeit in einem gemcinfamcn Organ, dem Hessischen Siedlungsausschuß, zusammengcschlossen. Dieier setzt die Tat gkeit des bisherigen Sredlun sausschusfes des Ernst-Ludwig-Dereins fort; er ist beratende und auf. klärende Landessteile in allen Siedlungs. und Heimstättenfragen. Seine Geschäftsräume befinden sich Luisenplah 5 (Altes Palais), (Eingang Wilhelminen. strahe. Mündliche Auskunft wird vormittags von 10-12 Uhr erteilt. „Zweigstellen des Hessischen Siedlungsausschusses" in allen Kreisen des Landes sind in Vorbereitung. Landkreis Gießm. ** Steinbach, 18. Jan. Dem Kanonier und Hufschmied August Haas im Res -Feldart.-Regt. -18 wurde das Eherne Kreuz 2. Kllffe verliehen. Er war schon ftüher Im Besitz der Hessischen Tapferkeits- Medaille. Kreis Büdingen. < Ortenberg, 18. Jan. Für den Kirchen, erneuerungsfonds stiftete Fürst Martin Christoph zu Stoiberg-Rosola 10C0 Mk. Die h ejige gräfliche Familie hatte bereits zum Reformation -Jubiläum im vorigen Jahre die gleiche Summe geschenkt. - Postverwalter Göllner wurde zum Postsekretär ernannt. Hessen-Nassau. n Frankfurt a M., 16. Ian. Zu Ehren des verstorbenen Schriftführers des hiesigen Iweigvereins vom Vogelsberger Höhen-Elub, des Lehrern Ferdinand Ritter, fand im Künstlersaal des „Steinernen Hauses" eine sehr eindrucksvolle Totengedenkfeier statt, die von Mitgliedern der Sektion außerordentlich zahlreich besucht war. Pros. Gg Bender entwarf ein Lebensbild des Verstorbenen. Lehrer Dem-Offenbach a. M. übermittelte die Teilnahme des Gesamtoereins und der Offenbacher Sektion. Ritter war ein geborener Vogelsberger, er stammle aus Hopfmannsfelb im Kreise Lauterbach. Er hat sich um den hiesigen Iweigverein durch Wort und Schrift große Verdienste erworben, doch ist er niemals Schriftleiter der Dereinszeitschrift „Frisch auf" gerne en, wie hier kürz ich irrtümlich berichtet wurde. Letzte Nachrichten. Line deutsche Antwortnote an England. Berlin, 17. Ian. (WTD.) Die englische Re. gierung ließ am 8. Januar der deutschen Regierung eine Note überreichen, in der sie die deutsche Regierung auffordert, künftig jede Herausforderung der polnischen Bevölkerung in Ost. und Westpreuhen, Posen und Schlesien zu unter- lassen. Sie weist darauf hin, daß die Zukunft der deutschen Ostgrenze von den Entscheidungen der Friedenskonferenz abhängen werde und daß die Mächte bei der Beurteilung der Frage notwendigerweise be- einflußt würden durch die Fähigkeit oder Unfähigkeit der Deutschen, die Gebiete mit gemischter polni- scher Bevölkerung zu verwalten. Die deutsche Regierung hat darauf mit einer Rote geantwortet, in der es heißt: Staatssekretär Dr. SoIf hat bereits am 24. Oktober 1918 im Reichstag erklärt, daß die deutsche Regierung das Programm des Präsidenten der Vereinigten Staaten offen und ehrlich angenommen habe. Dieses Programm begründet einen Frieden des Rechts und der Versöhnung und will nicht neue Gegensätze und Kriege entstehen lassen. Nach Wiedergabe von Ausführungen des Staatssekretärs fährt die Note fort. An dieser Auffassung hält die deutsche Negierung fest. Sie ist aber in hohem Grade befremdet, daß von ihr gefordert wird, sie solle alle Provokationen der polnischen Bevölkerung in Ost- und Westpreußen, Posen und Schlesien unterlaßen. Sie kann die Auffassuw. der britischen Regierung nur darauf zurückj uhren, daß die Alliierten über die Vorgänge an der Osl- grenze Deutschlands n cht unten id)tet sind, denn fei der Annahme der Wiljonschen Gl^ndsätze durch die deutsche Regierung reihte sich eine Provokation der Polen an die andere. Dm Gegensatz zu der Annahme der englischen Regierung hat die deutsche Regierung alles getan, um die von den Polen vorgebrachten Klagen abzustellen. Die Ansiedeluiigs- und politischen Ausnahmegesetze wurden aufgehoben, der Gebrauch der polnischen Sprache gegenüber den deutschen Behörden wurde im weitesten Umfang zugelassen, auf dem Gebiete der Schule und Kirche wurde den Forderungen der Polen Rechnung getragen. Polnische Berat r wurden den deutschen Behörden beigeordnet. Besonders ein Amt zur Kontrolle der durch die Kriegswirtschaft aus der Provinz Pofen heranzuziehenden Lebensmittel, in dem die Polen das Uebergewicht haben, wurde errichtet. Heber weitere Maßnahmen in administrativ r und personeller Beziehung schweben noch Verhandlungen. Trotzdem sind die Polen planmäß g damit beschäftigt, einen Staat im Staate zu errichten. Gleich nach Abschluß des Waffenstillstandes entfalteten sie in der Provinz Posen eine tejC Agitation in der polnischen Presse zur Schaffung eines polnischen Truppenkörpers Es erging die Aufforderung an alle entlassenen Mannschaften, sich sofort bei bestimmten Truppenteilen zu melden. Da die polnischen Soldaten dieser Aufforderung fast restlos nachkamen, gelang es den polnischen Führern, eine zu er. lässige Truppe in ihre Hapd zu bekommen. Die aus den polnischen Provinzen gebürtigen beut« schen Mannschaften, die zur Entlastung kamen, begaben sich im Gegensatz hierzu sofort nach Hause. Den Polen ist es gelungen, die deutschen Garnisonen in der Provinz Posen zu polvnisieren. Der englischen Regierung selbst ist bekannt, wie das auf ihr Ersuchen von der deutschen Regierung gewährte freie Geleit an den englischen General Wado und seine polnischen Begleiter Paderew.ki und Frau von letzteren in schmählicher Weise mißbraucht wurde, indem diese Delegation gegen alle Verabredungen nach Posen fuhr, um dort das Zeichen zum Kampfe der polnischen Bevölkerung der deutschen Gebiete gegen die Deutschen zu geben. 3n dankenswerter Weise traf die englische Regierung selbst Anordnungen, damit die Forts tzung dieser Provokation unterblieb. Am Tage nach der Ankunft Pade- rewskis fiel die Festung Dosen in polnische Hand. Sofort schlossen sich die polnischen Kreise des Regie- rungsbezirkes Pofen den Polen an. Von hier aus wurde die Agitation in den zur Hälfte deutschen Regierungsbezirk Dromberg und die westlichen deut- fchen Äreije des Regierungsbezirkes Posen herüber- getragen. Aus dem militärisch-strategischen Vorgehen gegen die wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte muß auf Planmäßigkeit der Bewegung geschlosten werden. Durch nationale Begeisterung allein ist sie nicht zu erklären. Die Polen haben offenbar nicht das Der- trauen zur Friedenskonferenz, daß allen ihren Wünschen entsprochen wird Es wird zuverlässig berichtet, Herr Paderewski habe in Posen mitgeteilt, die Polen könnten nicht damit rechnen, die Gebiete in dem Um« fange, in dem sie sie beanspruchen, zu behalten. Dies ist der Grund dafür, daß in weilen Gebieten der Provinz Posen die beut che Bevölkerung burch Terrorismus zur Flucht veranlaßt wird. Wehrfähige deutsche Männer würben interniert. 3n Posen barf bie deutsche Bevölkerung bie Straße nach 5 Uhr nicht mehr betreten. 3n ber Zuteilung von Lebensmitteln werben bie Deutschen ben Polen gegenüber planmäßig benachteiligt. Für die Deutschen ist die Briefzensur eingeführt. Der L berpräsident wurde seines Postens enthoben und Herr Trampczinskl) in das Amt ohne Zustimmung der preußischen Be- Hörde eingesetzt. Der Kommandierende General in Posen wurde verhaftet, mehrfach Landräte verhaftet und ihres Amtes entsetzt. Auf zahlreichen Bahnstationen wurde der ^Abtransport von Lokomotiven und Eisenbahnwagen verhindert, die dazu bestimmt waren, gemäß den Wafsenstill standsbedingungen ab geliefert zu werd n Die deutsche Bevölkerung richtet dauernd Hilferuf« an die Reichsregierung. Diese sieht sich daher genötigt, ebenso wie früher die englische Regierung in Irland, militärische Maßregeln durch (Entfenbung einer starken Truppenmacht anzuwenben, um Ruh» und Ordnung wiederherzustellen. Alle Maßnahme» der deutschen Regierung seit dem Abschluß des Waffenstillstandsabkommens dienen nur der sinngemäße» Durchführung dieses Abkommens und der Abwehr unberechtigter polnischer Ansprüche, die polnische Frag» bereits vor dem Friedenskongreß zur Entscheidung zu bringen. gez. v. Brockborff-Rantzau. lliitrrbnnblunncn mit beu Polen. Posen, 17. Jan. (WB.) Im Laufe des gestrige» Tages begaben sich polnische Unterhändler nach Caffa. Dort finden heute mit deutschen Regierungsvertreter» Unterhandlungen statt, die au. einen allgemein»» deutsch-polnischen Waffenstillstand hinzielen. Foch nu Erzbcrgcr. Trier, 18. Ian. Foch hat auf ein Schreibe» Erzbergers folgende Antwort erteilt: Ich begreife von welchem Interesse die Rückbeförderung der gegen» roärtig in den Händen der alliierten Regierungen sich befindenden (Befangenen für Deutschland ist. Ich beabsichtige Ihre Bitte, die harrptsächl ch auf die rasch» Rückbeförderung der bie meiste Teilnahme einflößen» den Kategorie hinzielt, diesen Regierungen zu über» Mitteln und bei ihnen zu befürworten. Was die Beziehungen zwischen den besetzten und unbesetzten Gebieten betrifft, so bleibe ich bereit, den Warenaustausch in dem ganzen mit der Sicherheit der Armee» zu vereinbarenden Maße zu gestatten, um dadurch Arbeitslosigkeit und die sich daraus ergebenden Unruhen zu vermeiden. Die neuen Wnffenstillstaiidsbedingimgen. Berlin, 17. Ian (WTD., Die gesamte Press» beurteilt den Abschluß des neuen Waffenstill» standsvertrages mit lebhafter Besorgnis. Di» „Vosfifche Zeitung" schreibt: Sowohl bas Reichs» wirtschaftsamt wie auch bas Reichsernährungsaml sehen in der Erfüllung ber Ententeforberungen auf Auslieferung bes Ackerbaugerätes ben völligen Ruin ber beutschen Lanbwirtjchaft und die schlimmst« Hungersnot im ganzen Reiche. Der „Lokalanzeiger" schreibt unter der Heber» schrist: „(Eine neue Infamie der Entente", leider hätten wegen der kurzen Zeit die zuständigen Reffortminister nicht gehört werden ^können. Man werde gut tun, ben Wort aut ber Sebincungen abzuwarten. Man sei aber vielfach ber Ueberzeugung, baß es bester gewesen wäre, bie ganzen Waffenstillstanbsverhanblungen ab» zubrechen. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" bezeichnet bie Debingungen als französische Agrarpolitik aus beutsche Kosten. Dies sei bas Vorspiel -um „Frieden der Versöhnung und Gerechtigkeit". Das ,.B. T" schreibt, die Annahme der neuen Wafftnstillstandsbedingungen hätten in der gesamten deutschen Bevölkerung, namentlich in landwirtschaftlichen Kreisen große Beunruhigung hervorgerufen. Die in Frage kommenden Restortminister hätten sich fast einstimmig gegen die Annahme dieser Bedingungen ausgesprochen. Diese bedeuteten die organisierte Vorbereitung der Hungersnot. Eine Bcw chunqSnrmee am Rhein. Paris, 17.Jan. iWTB.) Havas. Die britisch« Regierung hat beschlossen, daß während ungefähr 6 Monaten eine Bewachungsarmee am Rhein zurückgelassen werde, die mit den Alliierten zusammen wirken werde. Dies« Armee werde nicht groß sein, jedoch aus ausgewählten Mannschaften bestehen. Wie verlautet, geschieht diese Maßnahme wegen der un« bestimmten Lage in Deutschland bezw. weil die Waffen- stillstandsbedingungen nicht respektiert werden. Nilch Vicbtncd)t5 Tod. Berlin, 17. Jan. Der von ben Unabhän- nigen wegen ber Tötung Liebknechts mtb Rosa Luxemburgs geforderte Gnreralstv.ik ist nur ut wenigen Betrieben durchgeführt worben. TdeGrrbv- Kavallerie-Schützen-Dirision veröffentlicht sol- genbe Erklärung: Tie ärztliche Untersuchung Liebknecht hat ergeben, daß Liebkiwcht von drei Schüssen im Rücken getroffen worden ist. Ter Fall ist juristisch einwandfrei geklärt und die Ersck.eßung aus dein Fluchtversuch als zu Recht bestehend »n zu sehen. Um ein übriges zu tim, hat die Gavde-Kavallerie-Schützen-Tivision >te Dollsbcauftraglen ersucht, zur Untersuchung einen Vertreter der Unabhängigen hinzuzuziehen, um jeden Verdacht zu beheben. Der einzige Vor- luurf, der gegen die Divi'ion erhaben w-.rden kann, ist der mangelnde Schutz im Falle Rosa Luxemburg Diese Airgelegenheit ivirb vom KrugS, I gerichtsrat ber Division strengstens untersucht. — p Uebrig.nrs ist die Leiche der Ro'a Luxemburg auch bis in dir j4?ä:cn Abendstunden deS Freitag nitft '• aufgefunden worden. Ausschreitungen in Breslau. Breslau, 17. Jan. (WTB.) Um die Mit- agszeit wurde das Wahlbureau der Deutschen demokratischen Partei in RüguerS Hotel in ber Königstraße gestürmt. Tas Bureau nnirbe verwüstet, Plakate, Wahlaufrufe und Stimmzettel wurden auf die Straße geworfen und unter Gejohle verbrannt. N mudttsam Abknteiitt des Scan Roman von H. A. AdamS. Nachdruck verboten. Fortsetzung 48 „Sic toerben sich wohler fühlen," log er ebenso mutig. Er wandte sich ab, um ihren Abschieds- kuß nicht sehen zu müssen. Sie lehnte sich über den Balkon hinaus, das Fortgehen der beiden z i beobachten, und Tränen verschleierten ihren Blick. beiden erreichten das Wassertor. Das Boot war fort! Hastig suchten sie danach: umsonst. Galahad versuck)te sich zu erinnern, ob er es ordentlich befestigt habe. ,,Wir müssen schwimmen," entschied er. „Es sind ja nur ein paar Stöße." „Aber ich kann nicht schwimmen," sagte der junge Mann. Galahad fluchte. „Es muß noch irgendein anderer Ausgang da sein — der Eingang für Lieferanten," murmelte er. „Er führt nach der Hintern Gasse hinaus, ich habe es aus- irobiert. Kommen Sie." Der junge Mann folgte. Galahad, dessen genaue Bekanntschaft mit allen Hindernissen, die der Garten bot, unter peinlichen Umständen erworben war, ging voraus, am Wohnhause vorbei nach der Hinterseite. Sie kamen an ein Gittertor, und Galahad entsann sich des-Hundes. Das war gleich, sie mußten es jetzt wagen. In die'em Augenblick erklang ein erschrockener Aufschrei, dem das Zukrack-en einer Tür folgte, und eine große Gestalt trat den Eindringlingen cntg:g-m. „Was macht ihr hier?" sagte der Mann und erhob drohend seinen Arm. Als sie sprachlos dastanden, ging er auf sie zu. „Hol' mich der Henker, wenn's nicht wieder der verrückte alte Kauz ist!" murmecke er, indem er lachend seine Faust sinken ließ. Galahad erkannte den dicken Fleischer, der ihm Sibtzls Brief gebracht hatte. „Sie!" rief er. „Was machen Sie hier?" „Scheintz mir, Herr," antnwrtete der Fleischer, „daß wir beide hinter demselben Spaß her sind. Bin jetzt der Fleischer hier im Haus, und da ist hier eine Schürze, die ich besucht habe; Sie haben sie zu Tode erschreckt, sie dachte, es wär' der Herr. Und Sie sind hinter dem andern Schätzchen her, die Ihnen Briefe zuwirft. Sollten sich schämen, wahrhaftig, Sie in Ihrem Alter! Aber wie sind Sie reingekommen?" „Wir haben ein Boot genommen, aber es ist fortgctrieben." „Dann treibt es jetzt auf dem Hafen umher." Der Fleischer pfiff leise. ,L>ören Sie, alter Junge, diese Nachtbelustigung wird Sie was kosten. Ein neues Boot höchst wahrscheinlich." Daran hatte Galahad nicht gedacht. Und weil er ein Jones war — unb ein mittelloser Jones — faßte er daraufhin den verbrecherischen Entschluß, bei der Bootshalle nicht wieder zu erscheinen. Wahr'chein.ick; würde der Mann das Boot am näck)sten Morgen wiederfinden. Galahad wollte ihm eine Postanweisung über fünf Schilling schicken — aber ohne Absendervermerk. Er hatte einfach die zwanzig Pfund, oder was eben ein Ruderboot kostete, nicht. ^,Na, es ist nur put, daß Sie nicht versucht haben, hier heretnzukommen." „Warum?" fragte Ho race nervös. „Da ist ein billiger Hund." „Aber auf was warten wir denn noch?" fragte Horace. „Er könnte —" ,,£), ist schon be'vrgt. Ich habe ihn angebunden. Bringe ihin immer Fleisch mit, und wir sind die dicksten Freunde. Aber die Fremden haben 'ne Mordsangst vor ihm, sagt mir mein Madel. Sie haben ihn erst seit einer Woche, taten ihn ein, weil der Herr mal einen Strolck) abfaßte, der nachts im Garten umherschlich." Galahad schauerte schuldbewußt zusammen. Sie gelangten hinaus, ohne das Tier zu stören, und sobald sie einmal aus dem Garten waren, begannen Galahads geistige Fähigkeiten wieder aufzuleben. Es war unmöglich, noch einmal vermittels eines Bootes hineinzukommen, denn Galahad mußte jenen betrogenen Bvotsverlecher von nun an aus oem Wege gelten, und es gab keine andere Boots- Halle in der Nähe. Außerdem würde die Beschreibung dieles offenkundigen Bvotsdiebes durch die Polizei in allen Bovtshallen verbreitet werden, so daß er ein gezeichneter Man« war. Erst widerrechtliches Eindringen in fremdes Eigentum, dann Ueberfall und nun Diebstahl. Er machle Fortschritte. Seine Verbrechertriebe, die durch jahrelange Bureauarbeit abgctötet waren, machten ihr Recht geltend. Und er hatte Sibyl versprochen, daß er — oder vielmehr Horace — am nächsten Abend in den Garten kommen wolle. Hier war der Weg geöffnet! „Sagen Sie, können Sie morgen abend nicht mit uns kommen?" wandte er sich eifrig an den Feischcr. „Nein. Ich habe genug zu tun, mich in« mein eigenes Schätzchen zu kümmern." „Aber bedenken Sie doch den Hund! Er kennt uns nicht und wird bellen. Aber wen« Sie kommen, ist er still. Sie könnten ihn ruhig halten, während wir —" „Und was mache ich solange?" fragte der Fleischer die Sterne. (Fortsetzung folgt.) , Bezugscheinfreie KBäntel, Kostüme u. Röcke aus prima Frieden*ware gebe ich zu billigen Preisen ab und nehme auch Kriegsanleihe znm Zeichnungskurs von 98 Proz. in Zahlung. Marktpl. 6 J. Pfeffer Marktpl. 6 ______________________________________________________________ 612 Die neuesten Musen Marktplatz J. Pfeffer Marktplatz .■ für fnltzjatzr 1919 nnmnuiLuimu find emgctrofi'cn und liegen )um Cdl in meinen Lchautcntiern )um DeiKßtlgen aus SinrE güTÜl Vahlcn »i und folgt. Sud famtS tkfl mung-ber drn'Ltra! schr groß. 8. inj ipflrtalil’ii drr bürge aber fW Ms sie l Derschicch begrüfjen, mann in Ztg." trf/ mung reff den ver D Wahlen de gtntffi6tK brühen! Derli ßllgemrine klattes: J Idsim Zeit $ gitrung -trni Die 3i tramenben tvlilischen A entgegen :?r 9lahoni gramm mach1 verpslichtulig sozialistische Äesorgntsseu über zu bei rang Ebrch in btt gtn vrvvisorische Boden de kunft Tratsch der in der kommt, bestii JMt, die Tagen zu b Sicherung b unb it)«8 8 haben in bv heil zu der Krönt Es im ganzen kehren, Dem "egen, in K würde sie de Itfcf notwend bmdelt es sil dieLebenslnt "EnM'svo Ncjlungen öm die der 1 ^M-intcresi mutim. fei A« Itntrt 2?" " L»w™, b. Sm» «8nEnr Sch N'n b*b,ä^ kn rS*".» jlKen lan S” ।< CD, bti!» $o N?1 Smufei? ^9hi «5$ l Q1 N AV bl ötiM **Wi °hlle fff •‘e6f e»nn tu*1-; erg "-Ä johdi«11,1 Ms nwnail- dieSostM jftd. «■* Keni-pr-ch Ulräue» fcrd6fli”9 Auichrlh!" nd)ffn:$m Darmstädter Möbelfabrik Teieph.Aii Gg. Schwab Hoflieferant Teieph.An DARMSTADT. SläDdip grosse Auswahl in Scblalz., H&rreoz., Spcisez. u.Küchen toÄüun' zu ganz vorteilhaften Preisen. Lagerbesuch für Verlobte und Krlegigetraute sehr lohnend. 187hv DMeNcksMei eilten Namen: 7830 Unsere Wahlzettel für die National- wählen sind an die Bürgermeistereien abgegangen. Sollte einer unserer Wähler wider Erwarten Keinen Stimmzettel erhalten, so nehme er ein Blatt weißes Papier 9x12 und schreibe nur den Wahl zur HcMs PolkskWmr. Tie Wahlen aut verfassunggebenden hessischen BolkSkamnier sind auf Sonutag den 26. Nanuar 1919 festgesetzt Tie Abstimmung beginnt vormittags um 9 Uhr und wird um 8 Uhr nachmittags geschlossen. Tie Stadt (Sieben zerfällt in folgende Stimm' bezirke: 1. Stimmbezirk. Wahllokal: Alte- Rathaus. Marktplatz 14. Wahlvorsteher: Direktor Dr. Baur: Stellvertreter: Mctzgermeister Ernst Ludwig Sack. Auf der Bach. Burggraben. Tammiira&e, Hunds- nasse. Hirdicnvlab, Kirchstrasie, Lindengasse, Ltn- denvlntz. Marktviatz. Walltorstratze. Wetzüeingasse und -nrahe. .-Zo;elsausie. 2. Stimmbezirk. Wahllokal: Saal im Grd- gcirboH des Justizgcbäudes, Qst Anlage 15. Wahlvorsteher: Stad verordneter Nektar Janu; Stellvertreter: Kommerzienrat Mueller. Am Radverg, Bütkingstraüe, Ederflrohe. Marburger Slrave, Sletnstratze, Weserstrabe. Wie» secker Weg. 3. Stimmbezirk. Wahllokal: Schulbau-, Schilleritrabe 8. Wahlvorsteher: Stadtverordneter Rentner Wilh. Löber, Stellvertreter: LandgerichtSrat Reuenhagen. Asterweg. Zlrandgasse, Brand vlatz, Brauaaste, Dreibäufcrgasie, Kavlaneiaasie, Landgraf Philtov- Platz (ohne Seuabauöfafetne), Landgrafenstrabe. Nord-Anlage. Schlohgasie. Schillerstrabe, Schott- stranc. Schulstraste, Lvniienstraste. 4. Stimmbezirk. Wahllokal: Schulbaus, Wett Anlage 43. Wahlvorsteher-Stadtverordneter RentnerGeor? Simon- Stellvertreter: GewerkfchastSfekrelär Albin Mann. GabelSdergerstraste, Grabensrrabe. Hammstrahe, Kavlansgane. Kai darinengasie.Kreuzpiatz, Löwen- g 'sie, Schanzenstrabe, West-Anlage. Hinter der West-Anlage, Wolkengasie. 5. Stimmbezirk. Wahllokal: Gewerbebauö, Kirchstrastc 1«. Wahlvorsteher Stadtverordneter Rentner Wilhelm ’i'lanf; Stellvertreter: Prosesior Dr. Erb. Au der Hardt, Kornblumenaasie, Ärofborfer Str.. Lahnstrabe. In Löberö Hoi, Müblstrahe, Kleine Mühlgasse, Neustadt, Rodheimer Strube. Sand- gaffe. Schützenstrabe, Tiefen weg. 6. Stimmbezirk. Wahllokal: Hotel Prinz Earl. Seltersweg 40. Wahlvorsteher: Stadtverordneter Spengler- meister Kurl August Faber; Stellvertreter Schnei- bermciiicr Johannes Diehl. Jotiannetzstraste, 5lanzleiberg, MauSbnrg, Mai- gasie. Marktstraste, dleuenweg, Plockftrabe. Ritter- gaste, Seilersweg, Wagengasse, 'JVcueraafyc. 7. Stimmbezirk. Wahllokal: Alte Klinik, Liebig st raste Iß. Wahlvorsteher: Stadtverordneter RentnerHein rich Winn; Stellvertreter: Stadtverordneter Kaufmann Eduard Krumm. An den Bahnhöfen, Am Steg, Bahnhofstraße, Buchncrstraste, Erednerstrabe. i>riedrichstraste. Glaubrcchtsrrabe.Hi lebrandftrabe.Hvsuiannstrabe. Mittelweg, Wetzlarer Weg. 8. Stimmbezirk. Wahllokal: Stadthaus, Garten- straste 2, Sitkungssaal. Wahlvorsteher: Siadiveroidnetcr Geh. Kom- merzienrat Sigmund Heichelheim: Stellvertreter: Geh. Kirchenrat Bro-, sior Dr. Krüger Diezstrabe,Erlcngaste,(s>arteustra c.Goethestrabe. Gulcnbergst raste, Lösteu'traste. Neuen Baue, Slld- Anlage. Teufelsluitgilrtchen, e dengasie. 9. Stimmbezirk. W stilokal: Alte Cüi*cufHnit Lieblgstraste 20. . Wahlvorsteher: Beigeordneter Krenzien; Stellvertreter: Avoitzerenstentzer ,,rltz Bauer Bichdestrabe, ftrantfurter Skraste. Klinikstraste. 10. Stimmbezirk. Wahllokal: NuiversitätS-Bi- bhutücf, Kcvlerstrastr 2. Wahlvorsteher: ß. Wahlvorsteher: Geh. ^ustizrai Prosesior Dr. Mitlermlner, Stellvertreter .rastrikdireki. .Friedrich aJtau. Ehelsteabe, Erdkauterweg, Leihgesterner Weg mit Bergwerk. Liebig,trage. Wilhelm Uraste, Wilson- ftrane. 12. Stimmbezirk Wahllokal: RenierungSae- Landgra, Pb.livv Blatz 3, Sitzungssaal. Wablvorneoer: Beigeordn. Geh. Kouuuerzien- rat Loui5 Emmelius, Stellvertreter Stadtverordneter Kommerzienrat Hel rich Schaffitädt. Bruchurane, .Noltkeitraste. Ost. An läge. Roon- ^e'tckenbergitraae.Gr.Sieiinveg, Stevhan- unb Zeughauökaserne tLandgraf- t. hilivv-Platz 4,. 13. Stimmbezirk. Wahllokal: Handelskammer qn ^^""^'.-vnvstrane 7. Wab vorueher: Geh. Hofrai Prof. Dr. fromme; :.,£>Q