Ur. 295 «ter ««ehever Anzeiger scheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, vezugrpreir: Monatlich 2 Mark, »terteliäbrlirf) 6 Mark einichlreblich des Bestell- aeldS; Dind) die voft vie>t liäbrlich 6 Atarr auvbhtikbltch ttefteflgelb. Fernsprech - Anschlüsse: für die Lchriflle>tungI12 9?ei Iap.t^eschä'tsslelie5l AnlchrtstfiirDrabtnach« richten: »ozeiger Sieden. postschrckionto: firanfturt a. M. 11686 Erster Blatt 169. Jahrgang Mittwoch. «7. Dezember 1919 wF WM Lnvahme von iBjeigea Wf Hr s. die Liiaesnuminer vlS GichKerÄMger IN^ Hauvtlchn.tleUer: Aug. General-Anzeiger für Oberheffen WW SwiMngrninddruck u.Verlag: vrühl'sche Uaiv.-Vuch- u. Stetnöruderei «.Lange. Zchriftleltung. Geschäftsstelle u.Druckerei: §chulstr.7. Sieben'. Rüüzugslämpse. Don einem Baltenkäm vier der M. G G. S. Abt. Tamm, bie zum größten Teil aus Hessen besteht und im Mai 1919 aus Gießen aus- gerückt ist. ersten mir den folgenden interessanten Vries zum Abdruck: 2. Dezember. Tie West-russische Sache, ins Leben gerufen zur Bekämpfung des Bolschewismus, ist zusa in menge- bvochcn. Tiefer Zusammenbruch war nicht notwendig. aber hier soll nicht untersucht werden, welche poli.ischen und militärischen Fehler die Schuld trugen, sondern Teutschlarw soll erfahren, wie Ix-Ibenmü tg seine Söhne, die zur wcstrussischeiv Armee über getreten waren, den weit überlegenen Letten und Botschewiki bis zum lebten Widerstand leisteten und nur dadurch einen geordneten Rückzug vor den Horden Ulmanis und Lenins ermöglichten. Wir Balterchämpfer wissen, daß in unserer Sackte das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Mr wissen, daß auch die jetzigen RMÜrungskreise Deutschlands und ihr Anhang in Ächt zu ferner Zeit einsehen werden, daß nur wir es waren, die die Welle des verbrecherischen T^ischewismus von Teutschlands Grenzen fenthielten. Der weitaus größte- Teil von uns ist aus Begeisterung für den iboalen Qfebanfcn ins Baltikum gegangen, ein Teil desivegen, weil ihm die deutsche Heimat in ihrer jetzigen Gestalt T ine Existenzmöglichkeit bot und er sich diese im Balti'katN erkämpfen wollte. Mit dem Tkirnm Teil unter uns. der des Rubelns und Plündrns wesen hinausging, haben .vir nichts gemein. Tiefe Schweineftinde , sind langst fluchtartig nach Teutschland zurückgeeilt und verbreiten dort Lügen und Schauermären über ihre überstandenen Gefahren und Kämpfe. Leute, die nur die binnen Bohnen haben pfeifen hören, wenn sie von uns auf Plünderungen ertappt wurden und schleunigst das Weite suchten. Nach EEmpfuns der Tünalinie um Mitte Oktober herum, wobei durch den überraschenden Flanlensloß und die Einnahme von Thorensberg der Vorstadt Rigas, durch die deutsche Legion, die Eiserne Tioi-von und dem russischen Korps Graf Keller der Weg bis zur Düna freigemacht tvar, wurden die Freikorps der deutschen Legion .veiter fübtid) bis in Gegend Friedrichstadt gezogen, um die dort stechntdcn esthischen Tivisionen am lieber- schreiten der Düna zu hindern. In wochenlangen Kämpfen inr waldigen Sumpfgelände wurde diese Aufgabe gelöst, der Lette mußte auf dem jenseitigen Dünauser verbleiben. Mittlerweite trat der strenge Frost ein. der vald die Düna »ufrieren liefe und — es traten die cnglifdicn Schitfsgeschütze vor Dünamün^ in Tätigkeit. Diesen wich das Korps Gras Keller aus. Um dort die Lage wiederherzustellen, mürben Teile der deutschen Legion dem Korps Gras Keller und der Eisernen Division zu Hilfe gesandt, ba nm ter das Regiment Baltenland und das Freikorps Steuer. Inzwischen hatte aber der Lette den schwachen rechten Flügel der Eisernen Division richtig eingeschätzt, stieß übmxtfdrnb gegen diesen vor und warf die Eiserne Division in die Olai- Stellung zurück. Zudem war die zugesrorene Düna kein Hindernis mehr, und schveren Herzens mußte ich nun die deutsche Legion entschließen, auch ihrerseits die Linien zurückzuvorlegen. Hari bedrängt von den ernergisch folgenden Letten-Bol- schewiki ging dieser Rückzug in'Linie Bauste-Bal- bon vonftatten. Da begann der Lette eine Kolonne von SckMcherg aus auf Krücki in Marsch zu setzen, um den rechten Flügel der deutschen Legion zu Umgehen; oleickryeittg griff er die fie^ion twn Osten und Nord osten in der Front und die Eiserne Division von Norden her heftig an. Sein Plan war die russische Westarmoe in Kurland einzu- freisen und zu öerniefeten. Das Regiment v. Weick- momi. größtenteils aus Oesterreichern »stehend, wurde bei Gr -Ekkau ton .einem lettiscknen Bataillon Werfallen und ging auf Banste zurück.Die Regimenter Rieckhoff. v. Jena und Baden leisteten ui Linie Raganski—Zeillant tapferen Widerstund, trotzdem sie schon stark geschwächt waren, die linke Flanke der deutschen Segion deckte bei Zoh- bat die M.G.S.S.-Abteilung Damm, verstärkt durch die schoache dritte Infanterie-Kompagnie v. Weidmann und die Batterie Winnig. In der Steckst vom 16. zum 17. November gingen die Regimenter Rieckhoff. v. Jena und Baden 20 Kilometer zurück, in Stnie Gut Gr.-Bersteln— Bauske. Am Nachmittag des 16. November war der fibrmrttmbinrr der deutschen Legion. Kapitän z. S. Siewert, gefallen, als er von einem Frontbesuch zu seinem Stabsquartier xurückfuhr. Er war ein ganzer Mann, den wir nicht vergesßm werden ! Die M.G.S.S.-Abteilung Damm bei Zvhden und bie inzwischen bei Kvsacken'krug süd.vesllich Gul Bershof einqetroffenr M.G -Abteilung Meden blieben bis 11 Uhr vormittags bzw. 5 Uhr nachmittags des 17. November in ihren Stellungen, wiesen die Setten ab um» zogen sich bann ohne Derlulte aus unsere neue Linie zurück. Der Sette hatte feste einen auf den Kop! Mountren und folgte mtr zögernd in den nächsten Tagen mit Pattouillcn. Am 18. November wurden die Linien der 1. Brigade kampflos 5 Kilometer torverlegt, rechts vorwärts des äußersten rechten Flmvls der deutschen Legion wurde in Euniten bie M G.S.S.-LlbteilungDamm, verstärkt durch $toci Geschütze, unter den Leutnants Pumpe und Winnig. einem Oestervrickrr, eingesetzt. Dm nächsten Tage stieb bie 1. Brigade der deutschen Legion und bie Eiserne Tivision vor und erkömpf- ten sich 6—10 Kilometer Raum nach vorwärts. Hinter dem rechten Flügel ber deutschen Legion traf das Freikorps v. Brandis ein, um gegen die lettische Kolonne, bie aui Krucki marschiert:, ein* jugreifen. Mit W''-bt warf sich Hauptmann von Brandis am 21. November gegen diese Letten uno begegnete einem vt.liad) überlegenen ©egnangrifl ton Ost und Süd! Gleichzeitig griff der Sette* Bolschewicki bas Detachenrent Damm in Euniten ton Süden, Osten und Norden her an, begünftißt durch starkes Schneetreiben, das ihn ungesehen bis aut 200 Meter heran to mm en liefe Durch vernich- tendes M G -Feuer wurde der Okgner restlos ab» gewiesen. Beim Detach'ment Damm hatte sich in» pvischen noch die 2. M G K. Stever gemeldet, die >as Gelwit Stautieg südlich Euniten belebte. Ln ber wurde dort sehr bald ihr schneidiger Kon,- pagnieführer, Offizier-Stellv. Schult i?eiß, verwundet. Am Nachmittag gr.ff der Lette das Detachement wieder an, dieses Mal auch vom Rücken, her kommend. Den Gesechtslärm von Brandis hörte man weit rechts rückwärts. Die 2. M.-G.-K Stever verlor von ihren 4 M.-G. 2 durch Artillerievolltrefser. eins wurde unbrauchbar. Daraus räumte die Kompanie in Richtung Jani- krug ihre Stellungen, das Detachement Damm driftete, noch weiter hel enmüEN Widersiand, die Artillerie in schneidigster Weise stets in Linie der M.»Gs. kämpfend, bis es schließlich auch zum Zurückgehen gezwungen war. In Verbindung mit den Batterien Pump und Winnig gtng der Rücktzug unter fvrNoähvender Einnahme von AusnahmesteUungen glatt von tat ton. Hier wußte jeder M.-G.-Mann und Arttllerist, Führer und Mann, Oesterreicher und Deutsche, daß er sich aus dem anderen verlassen konnte! Jeder dachte nicht an sich, sondern an das Ganze. Ter letzte Gurt rourbe durchgcfckwfsen, der letzte Schuß aus dein Rohr verfeuert, erst dann zog sich das Detachement auf bie eigenen Linien zurück und bezog 5 Kilometer hinter der vor- »erften Linie Alarmauartier. Dem aus der Straße haltenden Brigadekommandeur, Rittmeister ß ^uie d'Avis, riefen die Leute auf seine Begrüßung hin lackumd zu: „Mumtton wollen wir haben, dann gehts wieder nach vorn!" Ter nächste Tag brachte nur schwächere Kämpe, da bet Lette wieder nur schwach zu folgen wagte. Am Abend war die Aufgabe der deutschen Legion, nämlich den Rückzug ber Eisernen Division von Mitau auf Schau len in der Flanke zu decken, erfüllt, ba die Eiserne Division mit ihrer; Hauvt- teilen die Linie Vteiten—Gut Gr.-Wilzen passiert batte. Die lettische Kolonne aus Krucki. die den weitern Rückzug auf das schwerste gefährdet hatte, war durch das Freikorps v. Brandis aufgehalten worden. So konnte der weitere Rückzug auf litauisches Gebiet erfolgen, ohne bafe uns der Gegner belästigte. Jetzt sitzen wir in Schau len und sollen gemein^ sam auf Befehl des Generals v. Eberhart nach der deutschen Grenze zu marschieren. Umsonst ist unser Blut hier nicht geflossen, umsonst haben wir nicht schwere Kämest und 9lnflrengungcn durchgemacht, umsonst haben wir nicht den Mangel an Wäsche und Bekleidung, die uns die Heimat vorenthielt, empfunden. Die Zeit wird kommen, wo man uns Recht gibt, ebenso wie man in der Schmachzcit Preußens dos Schill'sche Freikorps erst verdammt und bann gesegnet hat. Ein Baltenkämpfer. Churchill über den Kampf gegen die russischen Volsck-eivisten. London, 15. Dez. (Wolff) Das Unterhaus nahm gestern das Armeebudget an. das dre Höhe von 405 Millionen Pfund Sterling erreicht. Churchill erklärte, daß das Budget für das nächste Finanzjahr nicht den vierten Teil dieser Summe erreichen werde. Er sprach dann über die russische Frage und sagte, daß die gegen- üler Rußland angenoinmerven Richtlinien das Ergebnis der Beschlüsse des Obersten Rates feien. Die Bolschwewisten sehen sich dieses Jahr von Koltschak und Denikin auf- gehalten. Aber wenn die Truppen dieser beiden Fülper aufgerieben sein nxtben, bekommen die Bols cke misten alle Kräfte frei, um die lettischen Staaten, Polen und Finnland niederzuwerfen, durch Persien an die Grenze Indiens vorzudringen und ganz Asien in Unordnung zu bringen. Wenn dieser Tag kommt, werden wir uns Rechenschaft abgeben darüber, daß wir nicht für Koltsckwk und Denekin gekämpft haben, sondern diese für uns. Vie Behandlung der Wutschen Gefangenen In .Frankreich. Berlin, 16. Dez. (WB. ) Der Man- chester Guardian" vom 11. 12. veröffentlicht folgende, der Redaftion aus Nord fr ank- reich eingesandten Brief: Das französische Volk fängt an, seine Meinung zu der Frage des verlängerten Zurücklialdms der deutschen Kriegsgefangenen zum Ausdruck zu bringen. Ich arbeite seit mehreren Monaten vn den verwüsteten Gebieten und kann versickern, bafe der Geist der Gerechtigkeit,dei ber hiesigen Bevölkerung lebendig ist, was dazu führt, bafe sie offen das Verhalten ber militärischen Behörden und der Regierung gegenüber den (Orangenen verurteilt. Eine Meile ton unserer Niederlassung entfernt befindet sich ein großes Disziplinlager für deutsche Gefangene. Die Leute werden dorthin verschickt als Strafe fiir Fluchtversuche ober andere Vergehen. Die Behandlung die diesen Leuten nnberfäfrrt ist scharf bid zmn Aeußersten. Sie haben Heine Decken, teuie Schuhe (mit Ausnahme von Holzschuhen für die Arbeit im Freien, die aber im Gefängnis nicht getragen werden dürfen) und pour im rien ttrrben ste zu Dwt und Wasser oerurteilt. Warmes Esten bekommen sie mir jeden vierten Tag. Hob doch unrb dieselbe schwere Arbeit von diesen Männern wie von dm aitberen verlangt. Ich weiß, daß vor einigen Tagen 13 dieser Leute in mtterirdlschen, nicht ausgelegten Zellen waren, die sehr feucht sind. Bon einem Augenzeugen wurde mir erzählt, daß den Gefangenen, die in einem schweren Regen» sturm arbeiten mußten, verboten wurde, ihre Mäntel anzuziehen. Die ftanzösischen Soldaten, die die Aufsiäst haben, verhehlen nicht, was sie von ihrer Tätigkeit halten. Ich wünsche, daß die Oeffentlich- teit in England dies erfährt, weil ich überzeugt bin, bafe die Disziplinlager die letzten fein wer- den, bie von ihren Betvohnem geräumt werden und es sich für alle alliierten Mäckste gehört, (^ererijtigfeit und Vernunft in dieser Angelegenheit zu verlangen. Die französische -lnleihe. London, 16. De-. (WT.) Aus Paris wird berichtet, baß die in England ausgegebeiie f r a n- zösische Anleihe 300 Millionen Psd. betragen werde. Deutsche Spielwaren in England. A m st e r d a m, 16. Dez. (WTB ) „Tele- graaf" meldet aus London: Im Unterhause erklärte Geddes auf eine Anfrage, daß die Einfuhr von Spielwaren aus Deutschland im Monat November beträchtlich höher war als im Monat Septenv- ber. Er könne jedoch vorläufig die Einfuhr deutscher Spielwaren nicht auf zwei Jahre verbieten, wie man von ihm verlange. Englische Nnmenschlichteit in Jt,dien. Amsterdam, 16. Dez. (WTB.) „Telegraaf" meldet aus London, bafe die Veröffentlichung des amtlichen Berichtes über bie Unruhen in Anrit- sa r (Indien), bei denen General Dyger auf eine Menge von 5000 unbewaffneten Eingeborenen Schnellfeuer eröffnen liefe mit dem Erfolge, daß 450 getötet und dreimal so viel verwundet wurden, grosses Aussehen erregt habe. „Westminster Gazette" fragt, was man gesagt hätte, wenn ein deutscher Offizier so aufgetreten wäre. — „Times" schreibt, man verstehe nicht, daß diese Tatsach: neun Monate lang geheim gehalten werde. — „Star" spricht von einem entfeßlidjcn Schlachtfeld. Hus dem Reiche, Grenzspende für die Grenz- mw Ausländsdeutschen. Berlin, 17. Dez. (WTB.) Der Schutzbund für GrenL- und Ausländsdeutsche veranstattete gestern abend eine Versammlung im Reichstag, bie sich zu einer erndrucksvotlen Kunvgebimg des gesamten deutschen Volles für die bedrohten Gebiete gestaltete. Der Präsident der Nationalversammlung, Fehrenbach, und der Vorsitzende der preufeischen Landesversammlung. Lein ert. hielten Ansprachen. Zum Schlüsse der Versammlung wurde folgende, Entschließung unter Beifall angenommen: „Nach dem Friedensvertrag bim Versailles sind in Schleswig. Osb- und Westpreußen sowie in Oberschlefien viele tausende Grenzdeuisckter stimmberechtigt, die zerstreut im Reiche wohnen. Damit sie von ihrem Ab- sttmmungsrechte gemäß der im Friedensvertrage festgesetzten Normen Gebrauch machen tonnen, müssen sie die Reise ins Abstimmungsgebiet an treten, um an ihrem Geburtsorte abstimmen. Die dadurch entstehenden Kosten aufzubringen, ist Sache des ganzen deutschen Volkes. Die Mittel sotten durch eine freiwillige Sammlung (Die Grenzsvende oes deutschen Schutzbundes für die Grenz- tritb Ausländsdeutschen) beschafft werden, um dadurch den Grenzdeutschen zu zeigen, daß das ganze Vaterland bereit ist, diese Gebiete bei Deutschland zu erhalten. Dieses Streben muß alle Deutschen ohne Unterschied der Partei einen. Das deutsche Volk muß seine ganze Kraft einsetzen zur Durchführung der großen politischen Aufgabe der Erhaltung der Abstimmungsgebiete beim Reiche." Wann kommt das Heimstättengrsetz? Unter dem 1. Dezember hatte der Abgeordnete Dr. Becker (Hessen) in der Nariv- nalverfammlung die Anfrage gestellt, wie weit die Arbeiten an dem Entwürfe eines Heimstattengesetzes nunmehr gediehen sind. Die Regierung hat darauf nunmehr geantwortet, Oie kommissarischen Verhandlungen zwischen den beteiligten Ministerien über dieses Gesetz fänben noch im Laufe dieses Monats statt und der Gesetzentwurf selbst werde der Nationalversammlung im Laufe oeS Monats Januar zugehen. Ein Streit in Dortmund. Dortmund, 16. Dez. (WTB.) Seit heute mittag 3 Uhr streifen sämtliche Angestellte der groben und mittleren Geschäfte imb Kaufhäuser ber Stadt. Streik im Warenhaus Wertheim. Berlin, 15. Dez. (WTB.) Der „B. Z." Zufolge sind heute vormittag in vier Waren- bäusern der Firma A. W e r t h e i m die Hausdiener, Handwerker, Heizer und das übrige technische Personal in den Streik getreten. Es handelt sich um die Zahlung einer au feer» ordeittlichen Wirtschaftsbeihilfe von 300 Mk. Aus dem besetzten Gebiet. c Frankfurt a. M., 15. Dez Wie die ,.Neue Rheinische Korresponoenz" aus Höchst meldet, hat der O b e r b e s e h l s h a b e r der französisckten Rheinarmee hier die Errichtung einer Volksküche für kranke und bedürftige Personen angrorbnet, in ber auf militcirisck>e Kosten unenlg.ltlich Suppen verabreickft tverden sollen. Die Anordnung tarn hier ebenso überraschend wie eine gleiche Verfügung in Bingen, so daß die öffentlichen Kü.perschasten keine Stellung nehmen konnten. Den berufenen Fürsorgestellen ist bie Einmischung der Franzosen in ihren Auf- gabenkreis durchaus nickst erwünscht. Auch die Bürgerschaft betrackstet dieses französische „Geschenk", dessen Kosten Deutschland letzten- Endes doch bezahlen muß, lediglich als Mittel französifck-er Beeinflussung. Köln, 16. Dez. Die .Mlnische Zeitung" meldet aus B a d E m s vom 15.: „Die französische Behörde verlangt von der Stadt den Bau einer Kaserne, der ungefähr 3 Millionen Mark kosten würde, ohne daß sie dem Reich auf bie Besatzungskosten anzurechnen wären. Der Magistrat hat er* widert, bafe das Reich zum Bau verpflichtet sei und sogleich darauf hingewiesen, daß es der Stadt nicht möglich fei, die Kosten aufzubringen. Sie weigere fuß nicht, sei aber nicht in der Lage, eine solche Last zu übernehmen." ——X—■ Deutsche Nationalversammlung. Berlin, 16. Dez Vizepräsident Löbe eröffnet die Sitzung um 10,25 Uhr. _ Auf die Anfrage des Abg. Tektus (Dem.) nach Hilfsmaßnahmen für die notleidenden beut* chen Londes-, Be-irks- und Gemeinde-Beamte«^ Geistlichen, Lehrern und Lehrerinnen aus Elsofe- £otbringen erwidert Unterste«lsseckretär Dr. Le* w a l b: Di? Reichsvegterung wird sofort nach Weih» nachten der Nationalversammlung ein Gesetz ju Gunsten der vertriebenen Deutschen vvrlegrn. Inzwischen ist eine ausreichende Entschädigung vorgesehen. Ter Transport von Möbeln wird ganz, ober teilweise auf RcichsLosten übernommen. Oef- fentliche Angestellte werden im Reickrsviensl untergebracht werden, Lehrer von ösfenckichen ©ttftuiu gm »sw. werden staatlichen Lehrern gleichgestellt. Tie Vertriebenen werden im Siedlungsweien bevorzugt werben. Tie Reichsreürung hofft, daß die deutschen Brüder aus Elsaß-Lotltringen erftm» nen werten, daß hier ein warmes Herz schlägt, bas Uwe Not versteht und ihnen zu Helsen bestrebt ist. (Lebhafter Beifall.) Tie Mehrzalst bet sonstigen Anträge erledigt sich dadurch, daß bie Antragsteller, in einigem Fällen ine Regierungsvertreter, nicht anwesend sind. Es folgt die zweite Beratung des Grindes betreffend bie Sözialiskrung der MktrizltätSrvirtschäft., Abg. Krüger-Potsdam (Soz.): Eine völlige Sozialisierung unserer Wirisckiaft hat zur Voraussetzung das Bekenntnis zur Demokratie. Tte Elekttizitätsversorgung muß durch Fernleitungen aus großen zusammengesckstossenen Werkm erfolgen, die ihren Sitz in den Kohlenrevieren ober in ber nächsten Nahe der Wasserkräfte habm müssen. Nicht politische Rück.ick.ten auf Schlag- wörier veranlassen uns, mit aller Entschiedenh'it für die Vorlage einzutreten: bie Sozialisi.'rung der Elektrizitätswirtschast ist höchste wirtschaftlich« Notwendigkeit. Abg. Dr. Zehnter (Ztr.): Widerspruch macht sich bet ben Unternehmern geltend dagegen, daß das Reich die Verwaltung übernehmen tvilL Abg. Falk (Dem.): Wir wollen nicht sozialisieren lediglich um ber Sozialisierung willen. Das Monopol darf nicht als Einnahmeauelle für das Reich ausgenutzt werden, sondern wirtschaftlich ungünstig gelegene Gegenden müssen durch dasselbe einen Ausgleich erfahren. Möge das Gesetz zum engeren Zusammenschluß des Deutschen Reiches beitragen. ~ Abg. Laverenz (D.-NÜ): Trotz mancher Bedeuten hat sich ein Teil meiner Fraktion mit ber Vorlage befreundet, bet deren Beurteilung wir rein wirtschaftliche Gesichtspunkte in den Vordergrund gerückt haben. Der größte Teü mmnaJ Freunde wrrd aber das Gesetz ablehnm. Schwere Bedeuten haben wir dagegen, bafe bn der lieber* nähme bestehender Betri'be ber Eriragsweri für die Entschädigung ausschlaggebend sem soll Abg Dr. M a r e b k i (D.-Bp.): Wir für (htm, bafe das Gesetz einen außerordentlich schädliche Einfluß auf bie bestehende günstige vrgamsch.' Entwicklung der Elektrizitätswirtschaft ansü en wird. M»g Henke (Unabfe.): Eine wirkliche Enteignung des Besitzes ist nur möglich, wenn das Proletariat bte politische Macht hat. Dieses Gnetz ist mir ein Brosamen, der dem Proletariat hin- genwrfen wird. Bei allen Sozialisierungsfrag2i tarnt es sich nur darum handeln, bte Aufhebung ber kapitalistischen Aus^utung herbetzu'ühn-n. Um 1 Uhr wird dje Sitzung abgebrochen. Weiterberatung 3 Uhr. Um 3 Uhr 5 Minuten wird die Sitzung wieder ausgenommen. Das Elektrizitätsgesetz wird ohne weitere Aussprache im wesentlichen unverändert nach den AuS< schttßbeschlüssen angenommen. Gegen den Vorschlag des Präsidenten, bie dritte Lesung sofort vorzunehmen, erhebt der Abg. Henke (Unabh.) Widerspruch. Es folgt dir zwei:« Lesung des Umlatzsteurigrietzes. «brr Stock (©oj.): In die Borlage fmb soziale Bergünsttgungen ausgenommen worden, DU den ärmeren Kreisen zugute kommen, was unsere Bedenken gegen dieselbe einrgermaven zerstreut Hot. Wir wünschen nun noch, bau aus den Erträgen dieser Steuer eine Rückvergüttrng an kinderreiäte Familien zugestanden roetpe mit betrachten das ganze Gesetz aber nur als yrotry sorium, das geändert werden muß, sobaw die Lage des Reiches es gestaltet Dbg. Schlack lZcnlr..,: Cm Teil memer Freunde bcsürchtet eine Äonzemratwn der Be- triebe. TaS SinbcrurwiLuium begrü Fn ton vom sozialen Stawwu.rkl aus. Trotz ma^r Bedenken stimmen wir der Darlage zu. we l ohne dieic inref- tm Steuern eine Gesundung unterer Fcronzen un* ^?lbg"Detzlich (T.-Natl.): Diese Vorlage ist unS uttirimpalhisch. Wenn Minister Erzberger ?u- gibt dost die Belastung der Arbetterschast durch diese' Steuer imbcdingt Lohnerhöhungen im Gefolge haben must, so ist daraus zu vcrweren, datz die mmtrrbemiitclrtn Kreie heute nicht mehr Arbeiter sind, sondern der Mittelstand und die Beamten. für die 'dann eine Gelialtsauibesserung erfolgen' must. Tie Steuer wird dadurch wesentlich fferabgemindert, wenn auch der Steuersatz tun 1 Prozent aus V/e Prozent heraufgeletzt warten ist. Not tut uns ein Abbau der Preise. Durch dieses Gesetz wird ober daS Gegenteil erreicht. Dbg. Waldstein (Dem): DaS Gesetz ist em Pvovi'vriiim. Kommen einmal wieder normale Ariicn mit normal,-n Preisen, so must d,e Umsatzsteuer goandert werden. DaS Kinderprivil-g stillte nur Platz greifen bet kinderreichen Familien, nicht schon bei rin ober zwei Kindern. Aba Kem vkeS (D. Vpt): Es wäre falsch, aus Prinzimenreiterri gegen eine indirekte Steuer -u stimmen Schon mitten im Krieg haben rotr verlangt, dast dos Gleicktgewicht des Haushalts mich! nur durch Anleihen, sondern durch Steuern bernestellt werde. Die freien Berufe haben wir m die Steuern hinein genommen gerade tm Interesse der gleichmästigen Belastung aller Bolkstrile Ebenso stehl es mit der Lurussteuer. Das Kinder- Privileg gehört eigentlich nicht in eine inbircftr Steuer hniein. Trotzdem stimmen rotr ihm zu. allerdings so. bau es nicht schon bei jedem zweiten vder dritten Kinde eintritt. Abg. Lenke (Unabh.) beantragt Vertagung und bezweifelt die Beschlutzsähigkeit des HauseS. Vizepräsident Löbe setzt daraus die nächste Sitzung aus Mittwoch vormittag 10 Uhr an. J-vrtsetzung und dritte Beratung des Reichsno to Piers Schlust 61/, Uhr. Aus StaM und Land. Gte s.e n, den 17. Tejvmb'Z 1919. Lebensmittel. ** Zucker-Ausgab«. Der bet den Klern- HLndlern bestellte Zucker für Dezember 1919 kanrz von Donnerstag bett 18. Dezember ab gegen Vorlage des BestellauSweises und Ablieferung der Zuckermarte Nr. 12 in Empfang genommen toer* den Es entiallen oui die Zuckcrmarüe 12 (Dezember 1919) 750 Gramm Zucker. Näheres stehe Bekanntmacknma. *• Speck. Potcf Groscherzog, 3'/, Uhr. Weihnaclitssesl des Seminar* kudergartrns — 2id)t(pirilxui8, ..Gebannt unb erlöst'. — Lichtspiele, Se.tcrSweg, „Der Scor- flton". 2. IL GosveneS Doktorsubiläum Die philosopl)isck)e Fakul!ät der Landcs-Uni- versltSt Meßen erneuerte am 16. Dezember I das vor fünfzig Jahren erworbene Doktor- : diplom Herrn Professor Tr. August Wecker- lina in Worms, Lberlebrer t. R-, Vorstand . des Paulus-Museums und der Paulus-Biblio- thek, „dem verehrten Lehrer der Jugend, dem um die Wormser Geschichte und die mittelcheinische Altertumsjorschttng hochver- bienten Mitbegründer und Leiter des Paulus- Museums, dem Schöpfer und erfolgreichen Verwalter der städtischen Bücherei, dem ver- stänonisvollen Hüter des reicks-sstädtischen Ur- kündenschatzes, dem umsichtigen Verfasser und Herausgeber wertvoller geschichtlicher Schriften, Dem selbstlosen Förderer echter deutscher Volksbildung". "Schutz der elektrischen Straßenbahn Es ist in letzter Zeit wiederholt vorgekom- men, bat Fuhrleute kurz vor dem herannahm- ben Sttaxenbahnwagen bie Bahn mit ihrem Fuhrwerk kreuzen anb auch sonst nicht rechtzritig aus- weichen. Hierdurch entstehen erhebliche Gefahren für ben Betrieb der Sttahenbahn sowohl wve für die Fuhrwerke. ** Tas Beschmieren der Gebäude mit Kreide. Die hauptsächlich unter der Schuljugend viel verbreitete, nicht scharf genug zu verurteilende Unsitte, Gebäude und Einfriedigungen usro. durch Beschmieren» mit Kreide, Schmutz usro. zu verunreinigen, hat in letzter Zeit wieder sehr überhand genommen. Das Kreisaml sieht sich daher veranlaßt, vor solchen Beschädigungen eindringlichst zu war- nen, sowie an Lehrer. Eltern, Vormünder usw. das dringende Ersuchen zu richten, die ihrer Obhut untenlellten Kinder mit allen ihnen zn Gebote stehenden Mitteln von der Verübung der- artigen Unfugs abzuhalten. Die Polizeibeamten sind angewiesen, die Schuldigen im Betretungssalle unnachiichtlich zur Anzeige zu bringen, im Falle der Strafunmündigkeit der betrefienden Kinder aber die Bestrafung ihrer Eltern, Vormünder usw. nach Artikel 44 des PolizeisttafgesetzeS herbe izusühr en. ** Verkehr mit Feuerwerk-kör- pern. Wer Feuerwerks körper — Frösche, Schwärmer, Zündplättchen (Amorces) usw. — feilhalten will, muh dem Polizeiamt Anzeige machen. Im Kaufladen dürfen nicht mehr als 2'/, Kilogramm, im Hause außerdem nicht mehr als 10 Kilogramm vorrätig gehalten werden. Die Abgabe von Feuer- werkskörpern an Personen, von denen ein Mißbrauch zu befürchten ist, insbesondere an Per- onen unter 16 Jahren, ist verboten. Diese Vor- chrift findet keine Anwendung auf Spielwaren, die ganz geringe Mengen von Sprengstoffen enthalten. Zündplättchen (Amorces), die mehr als 7,5 Gramm Sprengmischung «Knallsatz) aus 1000 Plättchen enthalten, dürfen als Spielwaren nicht in ben Verkehr gebracht werden. Zuwiberhand- lungen gegen diese Bestimmungen «verden mit Geldsttafe bis 150 Mk. ober mit Hast bestraft, soweit nicht höhere Strafen — Gefängnis von brei Monaten bis zu zwei Jahren — verwirkt sinb. An bewohnten oder von Menschen besuchten Orten ist das Abbrennen von Feuer- werkskörpern verboten. Wenn (Eltern, Vormünder ober anbere Personen, denen Obhut Kinber unter 12 Jahren ober sonstige unz'rrechnungSsähige Personen anvertraut sind, es an der erforderlichen Aufsicht haben fehlen lassen, bann werden bie zur Beaufsichtigung verpflichteten Personen beim ersten Falle polizeilich verwarnt, im Wioberholungssall^ bis zu einem Dritteil ber auf bie Uebertretung selbst gesetzten Strafe belegt. ** Umsatzsteuer. Der Verband Deutscher lertilgcfdröile e. B., Ortsgruppe Gießen, »nacht darauf aufmerksam, daß nach dem neuen Umiatz- steuciaesetz auch atu vor dem 31. D.'z-.'mber 1919 gekauften Waren ber erhöhten ©t’u-’r unterliegen. wenn bie Bezahlung nicht bis zu diesem Tage erfolgt ist. Der Käufer,ist in solchem Falle gesetzlich verpftichtri.dem Skrtßuf r einen eutfprcdxnben Zuich ag zum Kaufpreis zu e na - ten. Es empftehlt sich deshalb, sämt- ltche Rechnungen bis längstens -um Ende des Jahres zu begleichen. ** Dre Oberheslische Gesell! chatt für Natur- und Heilkunde hielt gestern ihre diesjährige Hauptversammlung ab, zu der auch ein Vortrag des Prof. Dr. Kaiser Über „W t n b und Wasser in derWÜ st e" auf der Tagesordnung stand. Prof. Steifer hat den Krieg in Südwest verbracht, 1914 von seinem dlusbruch dort überrascht. In stiner Foricherarb.nt nicht le- sonderS gestört, sammel de er eine Menge Material zur Erbforschung, woraus er nun einen ganz kleinen Ausschnitt anschmilich und vor allen Ihn gen von eigener Forsärerarlxit durchleuchtet darbot. So bekam jene- to teste Stück Erde, bte Wüste, ein ganz bcsonderrS Leben. Oder ist es and.es als Leben zu bezeichnen, roenn der Sand, vorn M.rr angesvÄt, vom Wiird erfeßt wird und die Reife an tritt? In der Küstenwüste von Süd-West wandert der Sand durch be Luft, er schleift barest Quarzit-Felsen, er durchlöchert wehren Stein tn schönen Mustern, er macht aus Holz tafeln. t>w Tiamontschürfer auffteilten, wunderliche schnitt stempel. ja er mcdH aus Glasflajchcn Siebe, jahraus lal/nin in gleicher Richtung geiagt Sichel- drmize Dünen roanbem über die Erde dort, laftm fl.inere aus sich ausgehen, überwinden selbst Fe> senzüge. Berge und Platten ändern sich unt.r dem steten Wind, weite Felder kleiner Maulwurfs- hstgri werden unter dem Streichen und Lecken hei) crorgen Wehens. Das Vaster, wenn es au£ud>ni-> mcise aus dem satten roärmertn Norden herunter kommt in Regengüssen von ein bis zwei Tagen, wascht aus den bergen und Höhen langsam Schicks um Schicht nach den Becken und Wannen: dort lässt es Stufen dochwasen, l-ilret STruilen, dfe in ber Sonnenglut zu tndgftaltrtcn Quxichichte unserer Erd:, der deb aus ben ausgezeichneten Licht-nldem mti) Prof'stör Kaiser- Wonen bevaus^enalleie, wofür Gckx'im- rat König, der die lirrfemmlimg leitete, ganz besonders dankte. Der ausschlfetzluh geschäft.ich' TXil ber Tagesordnung hielt bann nur noch bte orbenHieben Mitglieder zusammen. * Ter Deutschen BolkSpartei ist es Gelungen, Geh Rat Pws. Tr Kahl-Berlin, Mitglied der Nalfenoloersammlung, als Redner für eine öffentliche Versammlung am 19. Januar zu gewinnen. "Volkshochschule. Das Verzeichnis der Vortragsreihen und Arbeitsgemetnschaf- ten im 2. Semester (Januar—Marz 1920) ist in allen Buchhandlungen zu haben oder von oer Geschäftsstelle (Löberstraße 2611.) zu beziehen. Landkreis Giesten. H. Allendvrf a. d. Ldo., 15. Dez. Der hiesige Zweigverrin des Evangelischen Bundes hielt gestern abend einen Familienabend ab. Pfarrer Petick^-EbS^vri sprach über „Was uns rot tut". Fräul in Jäger-Lich und Tr. Benning- ft'ft-Gietzen brach en abwechselnd Lieder und Musikstücke zum Vortrag, bte nril viel Beifall ausge- rrommen wurden. Der Reinertrag tbmml den not- leiden den Wienern zugute. ga. Grünberg, 17. Tez. Am Samstag gingen am Lauterer Berg einem hiesigen Offizier bie Pferde durch. Der Wagen wurde derart be- schädigt, ba& bie Pferde auSgesvannt unb in bie Stadt geführt werden mussten. Als man zun'ck- 1hm, war alles, was am Wagen von ein wem Wer) und nicht ni-t- und nagelfest war, verschwunden. u. a. rin werttnlles Sitzvolster. ** Heuchelheim, 15. Dez. Den Umständen ber Zeit folgend, fanden sich hier unter reger Beteiligung die Ber m ieter njfommcn, um ihrer Meinung über zeitgemäße Mietpreise Ausdruck zu geben. Die Lage der Zeit nicht verkennend, war man andererseits aber doch genötigt. die hiesigen Mietpreise als fehr rückständig anzufehen. Um bei heutigem Geldmärkte nicht geschädigt zu fern, glaubte man folgende Sätze als wirtschaftlich notwendig sestfetzen zu müssen: für 1 Zimmer und Küche nebst Zubehör sKeller und Holzschuppen) 15—18 Mk., für 2 Zimmer und Küche nebst Zubehör 20—22 Mk., für brei Zimmer unb Küche «bst Zubehör 25—28 Mk. U Lang-GönS, 15. Dez. Die Freiw. Preu erwehr hielt gestern abenb in Stille ihr 39jähriges Stiftungsfest in ber Restauration Wallenfels ab. Man gedachte ber gefallenen Mitglieder An 20- und 25jährige Mttgliedschaft wurden Twlome übergeben. Kreis Lauterbach. rr. Schlitz, 15 Dez Jin 9. Bolkshoch- s ch u l a b e n b deS hiesigen VolksbildmigSt errins. wozu sich wiederum gegen 100 Personen aus allen Schichten und Sibcnä iit rn unserer Gemri ide tin- gefunben hatten, hielt Architekt Ihle von hier einen Hochinteressantei« Vortrag Üb.-r: „Die Bau- ' fünft in Vergangenheit unb G geuwart." fla'.lridic ’ bildliche Darstrllun.en unb pijoto < u,üfliing. Im 2. Teil des Vortrags wurden bie Schlitze«: Dou- . b-mTmäl r riror cingcli'ntx.m Betrachtung unter- zogen Eine anregende An-sprachc schloß sich an , — Berichtigend fei roch «nitg teilt, ba& an unserem 8 Brltol»chschulal»nd nickst, wie in Nr 288 irrtünv . lich berich et, Pfarrer Knott, sond rn Pfarrer Bvrck- . ner ben Vortrag über: ^.Die Wirksam ei dS Boui- । fazius unb Sturmius tm allen ^udjcnlanb"" ge- . halten bat Kreis Schotten. *♦ Ra in rod. 16. Dez. Die unter Terrt i malSschutz ftefrnbe .Läger eiche"' ist gefäll: worden. Ter Feldbereinigur^ ist sie. wie eine Zu i fchrift in ber „Oberh Z:g" besagt, nicht zum i Opsrr gcfeflni, doch ist nrcht ang geben, von w.w ■ Hz Anordnung zur Befeindung txi Naturdenkmal ■ anSgegangen ist. Angeblich bat der ehrwürdig« • Baum 36 Meter Holz ergebrn. .Neuen R! schwrin, das nach TMendurg befördert werdea sollte, der Beschlagnahme unb Versteigerung. Frankfurt a. M., 15. Dez. Nach der 'hrinrchen Aorresvondenz" meldet be Wesn'älliche Seiiung7' auS Lüden« Starkenburg und Rheinhessea. Darmstadt. 16. Dez. -Dolfs.) Bei der Heimkehr aus dem Theater wurdm am Frettag abend ein Herr aus Griesheim unb seine Frau vor ber Grenze des besetzten Gebietes von bret gelben Fran zosen angtballen unb nach ben Papieren geiraal. Dährenb der Mann ui bet Tasche suchte, fielen zwei ber Gelben über bie Frau her unb suchten sie f a r 11 u« schlepven, währenb der dritte den Mann mit dem Gewehr bedrohte Auf das Hilfegeschrri ber Frau eilten jroei elsässische Dolmetscher von bet sperre herbei, «voraus bie Gelben in der Dunkel* heft verickioanden. oz Offen ba ch, 16. Dez Tie Nachricht, rooroeb ber Hauptschuldige an dem Oif en lachet Karsrritagsputsch, E i s e n r e i ch, aus dem Zucht- Ixrus entsprungen sein soll, bewachrhrivet sich nicht. Eifenrrich ist zur Zeft wieder nach Darmstabt in UntersuckAMgsyast gebracht worden, da demnächst eine weitere Stoassacke gegen ihn verhandelt wird. Kreis Wetzlar. Da. Wetzlar, 17. Dcz. Bor einigen Tagen wurde hier ein Mann aus Gilsbach angehalten, t>ir einen Treibriemen von 10,80 Mwu Länge tntb 23 Zentimeter Bte-ite zum Kvufe anbot Der Riemen tollte angeblich «inem Hrinrich Mütter zu Grünebach gehören. Diese Angabe hat sich all unwahr heranöoestellt. Der rrdtmäftige Ergrrr- tümer bat sich bisher roch nickzt gemeldet. )o datz rvohl festst«ht, bau ber Riemen aus euirm Dfeb- smhl herrührl. Hessen-Nasstm. Biedenkopf, 15. Te» Der Gendarmerie griong eS gestern in 91 iebereifenbcufen eine ttn* zahl lunger Schweine zu beschlagnahmen, die in Hommertshausen etnfrtnuft waren und ohne Ausfuhr gen chmigimg nach Nfedericheld (T>il iftriO tcanepjr.iitt nxrden feilten. Aus demielbe« Grunde verfiel Vvr einigen Wochen« ein Läufer- Rlteinischck—RPH1W. —------ scheiv dost der dortige Arbeitaeberverq ein feine Mitglieder verpflichtet habe, mit keinem einzigen sranzösi scheu Geschäf.tS- ha u S in Verbindung |u treten, fe langt sich roch ein deutscher Kriegsgefangener in Frmck- reich befindet. kr. Frankfurt a. M., 15 Deh Die Auf- zeickmungcn deS Statistischen Amtes bringen alS Ergebnis der Volkszählung wm 8 Oktober eine Efttwohnerzahl von 448 299 für bie Stabt Frankfurt. Davon sinb 210 955 männlichen und 137 344 weiblichen Geschlecksts. Die Bcoölferunz hat sich gegen bie Zeit vor bem Krieg kaum vermehrt. Der jrauenidxTidjufL ber vor dem Kriege 13 000 betrug, hat sich jetzt aus über 26 000 vermehrt. => Frankfurt a. M , 16. Dez. Durch HittS- pelizisten wurde in der vergangenen Nacht im Biegwalb ein mit 24 greifen Kiiten Dein beladener Wagen gestellt, der unter Bedeckung tun acht MLnnern aus dem besetzten Gebiet nach Frarcksurt geschmuggelt werden sollte. Noch hartem Kampfe fcnnte bte Pasck>erware von der P^-lizri in SicherIz-it gebracht unb beschlagnahmt werden. Bei der Prüfung der Sktrffiften — an ber Hand der Begteftschrribeil — stellte ei sich heran? daß die acht Ordnung-Hüter, bie der Schieb« itim Schutze seiner Waren bestellt batte, währ-'nd des Transportes schon gründlich an dem Bein genippt hatten. = Frankfurt a. M., 16. De». Die Lebensmittelkarten-Unter sch lagunaen bei her Birtoabtetlimg im Ivsigen Leben-m iriete ml iiriyn immer grdficre Kreise. Heute verlMstete tv Krimiwalri lizei weitere acht Angestellte, fo daß bis jetzt 27 Personen in die Angelegen hat verwickelt sind. Wrdie und Schule« DaS ZüchtigungSrecht. Berlin. 16. T.ex. (WTB.) Der vren ßk- schon LandeSverfammlung ist ein Äniroy König- Frankfurt a. M. (Svz ) und Genossen zugegongen, wonach dos ZüchEiuungsreckst der Loh- rer und Lehoeriimon für alle schulen nur in besonderen Ausnabmefällen zugrlassen feioie auf völlige Besteigung des ZüchttgungSrechteS hin- gcroirtt werden feil. yochsebulnuchrrchten. — Kapserlina-Stiftung für freie Philosophie in Darmstadt. Der früher« Gros« Herzog bat auf Grund des Inhaltes bet Broschüre deS Grafen Kayserling Was uns •jot tut! in Darmstadt eine Kanseriing-Stii'tung für freie Philosophie, in Berbrndung mit mrh- rreen namfxif en Porfenen errichtet. Geegespenskec. Roman von Anny Wothe. A»erflran«Khee Copyright «918 by Ae*y Vo.he-Mdn. kNochdruck verboten.) Fortsetzung 10. lagt Euch bcÄ?" Estr'd wurde blafe ,^d> meine, wir hätten eS jüngst erörtert. Aber d e ©dKinen, die ich gewahre, sind ganz freundlich. Seht Ihr dort brühen, nach den Lister Dünen zu, wie cs glänzt unb nkifot? Ist eS nicht, als bdx sich rin fcbimmeniber Seepalast im Abend- flote aus ber title? Nften im tzfelddaar umspülen ihn, unb alle, Frau EstrS», tragen Eure Büße." ,^JHr fest) rin Schmeichler," lächelte Estrid, unb blinde Glut trat in ihr Antlitz. „Nichts liegt mir ferner. Ich sehe Euer Antlitz nur immer ander-, und immer ist es schön Bloh Eure Seele verbirgt sich mir. Gleich den STOeemnen hütet Ihr Eure Gedanken." „Woher roifct Ihr da-?" „Ich fühle es. In diesen Tagen besonder- tzode ich darüber nachgcchickzk. al- ich in. ber Seele Eurer Schioester Sölve las, bie mir bei unserer aemeinternen Pflege vertrauter als sonst geworden ist." Estrid lachte fast dobnvoN auf. Tas sieht ben Männern ähnlich. Heute schwärmen sie für bie eine, morgen für die and^-rr. und am dritten Tage roiiien sie von beiden nichts." Ter jtapüän sah die erregte Frau befremdet an. „Wie eigen ^hr seid, Frau Estrid. Ein geheimnisvolles Rätsel, das ich gern ergründen möchte." „WaS reizt Euch dazu^ „Eure Dingen, d e alles a-wä^vn nriv b*** alle- versagen, Ihrer ft'fanu^ Lächeln, de- einen Himmel verheizt unb doch förmlich in Spott ge- trdnlt ist. u.urt tuten cip^c., oic gc.vid iaIu lüften können und es doch nie tun’." „Distt Ihr daS so genntz^ Dunste Glut stieg Bent Banken in fein ebr- lich^s, braunes Gesicht Wohin verirrte sich das Gespräch mit bieier blonden Frau in bem seidenen Nitenhaar, bic noch dazu die Frau seines Bruders war? „Nein," gab er zögernd zurück, „aber ich meine eS zu fühlen." „TaS kann man nur ans dem Erleben beurteilen." Denk fad feine Sckpvägerin ehrlich erschreckt an Was memte sie mit bieten Worten? Sollte ,ie? -vrin Herzschlag stockte, dunkel rourtx- es vvr teilten Augen Sckron bob er fein Haupt bir blon- ben Schände t. ihren dürstenden Lippen entgegen W«e von Smnen war er einen Augenblick, bann aber sprang er Idmell von dem Futzschemel aui unb starrte Estrid erschreckt an. ^Jdr treibt seltsamen S.cherz. Estrib Banken." kam es tonlos von feinen Lippen. „Wer lagt Euch, bas ich i\1jme?" „Mein Herz, denn ich kamt nicht annehmen, bah meines Bruders Weid —" Er sprach ben Satz nicht zu Ende, jonbern er starrte Estrch nur unaNaffig an. Wieder Ug das Lächeln um ihren Mund, brs ihn rofemb machen konnte. Er wutzte nich^ ob vor Liebe, Schmerz ober Wut. „Ein wunderlicher Getelle seid Ihr, Herr Schrvogcr, Ihr versteht mich nicht." „Ziigrgeben." antwortete er bedrückt, „ich sinne Euvm Welen nach. ES gi.-t rin berühmtes Bild, bie Mona Lisa — ich weist nicht, ob Ihr es kennt —, das mich immer seltsam ungezogen und lugfeid) abpe st osten bat Euer Lächeln und Eure Äugen hat eS. 8:el bei he L» idenschast la:«vrt darin, aber auch unendlich viel Graufamleit." „Sehr schmeichelhaft beurteilt Ihr mich nicht, Bent Bonken." Irirrtb sagte es spöttisch, aber ihre Sttrnme zitterte leicht. „Ihr mögt recht haben. Zmvecken deute ich. Euch — terjeibt — menschliches Seien ttenft' ist. Vfelleicht feid Ihr gar ein N«klein dort auS dem salzigen Grund?" versuchte er zu scherzen. Estrid lab ihn prüfend an. DaS wollte er eigentlich? Was wustte er unb tote stellte er sich zu ihr? ,Lch gedenke oft unseres letzten Gesprächrs von den Seegespenstern," fuhr Bent fort, näher an bie breite Fensterrride tr.-tenb und tn bi- letzt gintrotc, unter ödende So «ne blittemb. ,^)st es nicht telttam, dast Jngewart Ferks gerat* so au unS ins Hau« Dom, wie rotr uns den „Gonger", das bekannte Seegesvenst, trorflelkm ?" Estr d schwieg ES war totenstill m der Stube. „Welch dunkle Worte er sprach." fuhr der Kapitän fort, ,,alS er aut ber Diele, rote wir ibn krackten, einen Augenblick zu sich kam. Wer mag bte Ungetreue fein, tvr er d.s Nachts erscheint unb bte er verfluchte > Such hat feine wir« Rede so erschreckt, dast Ihr lufemmenbrachct." Estrcd raffte sich ans. „Ja, ich glaubte ibn schon tot, unb vor seine» plöküichn Di bbeit fürchtete ich mich, daß ich noch beute zittere, ivenn ich baran benfe Wenn Ihr mir «yjr ein Nein wenig gut seid, Bent Bonten, bann sorgt dafür, batz ber Mann aus bem Hiuse lommt. Mit Peter ist darüber nicht zu rer« und bie törichte Sölve tut, als pflege fie den Heftand selbst." Zuerst, bei Estrid» kosenden Dorten hatte de« Kapitän Ix in da- Herz geklopft, aber ihr Angrift aus Sölve erlältete ihn loiort. ,^Jbr tut Eurer Schwester Unrecht," trat er eifrig für sie ein, „nie sah ich eine rührender^ auiovfcrnbe Pflegerin, rote dfeses junge G.»schöpf, das fest em halbes 5Ci«O, eine so feine Seri: für bat schwere Leiden dtefes verunglückten Si^fehrers hat." ^Jhr flberteeibt, Käpten, denkt etwas weniger an völve und lieber rin klein wenig mehr an mich, unb sorgt, dast JngewaN Ferks den Gvttes- koog versäht." „Das dürfte taum angeben, ffren» Estrid. Peter krachte vorh'N die Nachri.lt au- List, ditz Ferks Mutter selbst schwer krank bonuccerlirgt. Sie tonn ihren Säten weder holen noch nfleyn." Estrid sah voll Schrecken in bad Gesicht be# jungen Seemannes. „So bleibt er hier?" stammelte fit fassungslos „Ach, Bent," rie« sie verzwei>tlt, beide "rmt um bes Schlra^rs Hal» schl n -end, „ich ä^'tne mich vor dem „Seegespenftt', das ich oft M feite, so wie Jng-wart Ferks dort au« tter Tide gelegen hat. Helft mir hoch, tfenl Bonten. (Fortsetzung ulgQ o Veb n Lollat Zn> Der bei ben Mrfhr Sudftt xonnerötafl ab gegen Vorlog lirferungber Zu jaornma« roerbc V enifalte lütynürr 1919) 75C Sil ben 31. ? Zulkrnnorkk Nr. hinan Tage be leiten Anspruch Die Heinhc o*mten Surfen r sammeln imt> Januar 1 «inelamt, Zi'mn I !6nftliteen Mitt fltütfextni ’ERarb ttn ober mdn ül voTgtfihnebmm amt zu melden Die Släm Surfer betragen 1. Gemo-le •) mcht ro| b) raffimeri d but- oder •) im ganze . d) ausqewvg «Birfrlju, luandiszu, »I Wljarbig d tvrig unb tk Ausgabe * 6 Jahren, *««((, Jh Bot den tftgtaa be '•Ute unb r "Wfcjit fiintrr, J nut bis' an ’ öimnur Nr. w 6amj , . dorn r 1*9 ®onl —iSDbn , DI- 18, «Q "ZV0 Är ■L. ; w- der gute JJcbulj/pjut'Z VeberaU. zll habert. VorfObrans 4.15, 6.30, 8.45 Uhr, mm Man sichere sieh zeitig Platze. ■»■■■ Verstärkte® Orchester. Kaseeneröffnung 31/, Uhr. Jugendliche haben keinen Zutritt! 024381 Lichtspiele Seltersweg Seitenweg 81 Das einstimmigen rteil „Wunderbar“ Ist der Film Privat-Kandels-Sohnle „Hermes“ Gießen, Babahofstr.68 w /C-5 dem Kreisamt Gießen eidlich verpflichtet. Stenographie. ** Sofia r, 16. Dez. Vergangenen Sonntag fand hier einBezirkswettschrciü e n her SctaWätahM aller Systeme werden schnellitenS und sachgemäß auSgeführt. J.P.Mono&Schmidt Neuenweg 10. lager In zimll. Ersa'ztmlen. 11 MM Pianohandlung Tel. 389. Selten*. 91 aller Art werd.eichfäbta berorftellt sowie neue Dt-simab und Ketten waagen empfiehlt 023080 Karl Schmidt, Neuenweg 42. ____________ Schmidt._____________ Eber-Versteigerung Samstag den 20. ds. Mts. vormittags 11 Uhr soll ein abgängiger Eber der Gemeinde Rrinh.irdshain öffentlich versteigert wer- bciL Tie Bedingurrgen werden bei der Berfteigo rung bekannt gegeben. Gleichzeitig wird ein sprnngfähiger Eber zu kaufen gesucht und sind Angebote an die unten bezeichnete Stelle zu richten. 14084 Reinhar^ÄiaLn. den 16. Dezember 1919. Bürgermeisterei Rrinfardshain. Graulich. etablbrabtmo traben für jede Bettstelle nach Maß, an jedermann. Kaialog frei. ^liv Elaenmibellalr. Snhl LTb. 275» Mark. Elegantes, langes, grau -Batlst-Keraett, Frackform m. prima Stahleinlagen, mit Fe-ton - Verzierung, in allen Weiten vorrätig. IMSC amt zu melden. Die Klei nverkaufshöchstprerke für das Pfarch Zucker betragen: 140388 1. Gemahlener und Kristallzucker. a) nicht raffiniert Mk. 1.04 b) raffiniert Mk. 1.06 2. L>ut- oder Plattenzucker: a) im ganzen Hut oder Platten Mk. 1.04 b) ausgewogen Gegen kalte Füsse schützen unsere allerbesten Fußschlüpfer die in allen Größen wieder am Lager sind. Modehaus Salomon Gießen, Schulstr. 1Wsrc jl» & tragen *ü unbedingt bfoig unser vS&Ksrbpranzband Hflf OeufxhesthkfofV^t WütyfKvnSysteaf •• a. Ohne Feder, OhneS&en/Klrietnen Abbfldvng und Beschreibung basten/cm durch die Minder ■eroLSpraei.üaterkethea (Württemb.), Nr. 112. B« Küpscilkssel Itzimslivliligkii sowie ßssS-«. IMtiwrch in nröhtcr Auswahl empsiebli zu billigsten Behördliche Anzeigen. Zncker-Ansgabe. Der bei den Kleinhändlern der Stadt Gießen bestellte Zucker für Dezember 1919 kann von Donnerstag den 18. Dezember 1919 ab gegen Vorlage des Bestellausweises und Ablieferung der Zucker marke Nr. 12 in Empfang genommen werden. Es entfallen auf dir Zuckermarke 12 (Dezember 1919) 7 50 Gramm Zucker. Mit dem 3 1. Dezember 19 19 verliert die Zuckermarke Nr. 12 ihre Gültigkeit; wer bis zu diesem Tage den Zucker nicht abgcholt hat, hat keinen Anspruch mehr darauf. Die Klrinhandelsgrichafte haben die vereinnahmten Zuckermarken Nr. 12 (Dezember 1919) yu sammeln und zu je 100 gebündelt bis längstens 3. Januar 1920 an das Städtische Lebeus- mittelamt, Zimmer 11, unter Beifügung einer schriftlichen Mitteilung über die Anzahl der abgelieferten Marken rinzusenden; die nicht abgehvl- ten oder mehr überwiesenen Zuckermengen sind nach vorgeschriebenem Muster dem Stadt. Scbaidmittd» b' tveiß und schwarz Gießen, den 15. Dezember 1919. Der Öberi'ürgcrmristz-r ten h®tt*n übet bkritteä tontllu* j das öi[jf(5nn. mit I Nch, aus TT« ta Mr, asfau. ^is^s^°wrck Wffl eint Sn. Ä*»**' • ® Äxhni ein Läufn, i btjörbert rotrbtn i und Veriirigerung. •-,15- Tez. Nach der ? fahonbeni" meldet bte eHW' au« l'üben« * ptilatbtröeri ]>Hta (üoc, mit tti« 1 men Geschäfts, mlen, y langt sich iwch Unngenti in Frank. M., 15. De,. Die Ans« i>3i Amtes bringen als Ölung vom 8.Ostober 448299 für die Stadt 110955 männlichen und lechts. Dit Utoölkerunz ot dtm Sfatg kaum an« buK der rar dm Shit» i jetzt aus übet 26000 K., 16. Dq. Durch MS« DtigQngtntn 9!acht im oohcn Alten Dein bl« teilt, der unter Dttahina Dem besetzten @ebin nach rrben sollte. Nach harim ixroerr non brr rt> öftchlagnahnu meM ■uififtcn — an her Hand rille A sich ktrnis. W tx, bte btt Wc tn Wttt halte, Ment grünblid) an bem fidr. . M., 16. De». Die St* .UnterlchlaSvaS" n Ivsigen LebenSmittelami Anise, beute verhalt^ •itcTt acht Angestellte, ^ in die WM Bekanntmachung. Betr.: Mazzosbestellmrg. Unsere Gemeindemit^lieder, die Anspruch auf den Bezug von Mazzos für das Osterfest 1920 erheben, werden ausgefordert, sich am Freitag den 19., Mittwoch den 24. und Freitag den26. Dezember vormittags von 9—12 Uhr in unserem Gemeindehause, Lonystr. 4, Kassen- iimmer, dieserlxilb zu melden. Spätere Anmeldungen können^ keine Berücksichtigung finden. 14079V Gießen, den 16. Dezember 1919. Der Borsband der israelitischen Religionsgemeinde Gießen. S. Leiche! he im. lnachrlchte"' idrmlta^ w ui M uni Ihre Vermählung geben bekannt Otto Roth junior Else Roth venot. Streitberger geb. Lindig. Krölpa, Kreis Ziegenrück (Thüringen), Villa Lindig, 16. Dezember 1919. liW, ReichrwiNschaftsverband Deutscher Berufssoldaten, Ortsgruppe Sieben Donnerstag Öen 18. Dez. 1919 abends 7 Uhr 5. literarischer Abend im Hotel Srotzherzog. Der Dorstand. MM Jun!KXpii' 5^*’ „ * i iet y ' ich ü H :KS'^ te? Steuvaravhenvereinsgimg Stolze - Schreh statt. Es wurde in den Abteilungen von 60 bis 340 Silben geschrieben. Mit einer Ausnähme konnten nur erste Preise verteilt werden. 340 Silben: Josef Küb l-Gießen. 240 Silben: Sfairich Kraus- kops-Gießen. 180 Silben: Otto Schenk, Minna $>oi, Lmse Göbler und Karl Ockcl-Gicßen. 160 Silben: Adolf Keil-Gießen und Georg Schäoel- Lollar. 140 Silben: Fritz Jaeggle und Karl Schwarz-Gießen. 120 Silben: ixibermehl-Gießen, Gustav Tauber, Ludwig Klinke! und Karl Volk- mann-Lollar. 100 ©itb«i: Ernst Rohrbach, Otto Philipp und Karl Müller-Lollar. 89 Silben: Franz Kwß, Karber, K. v. Eicken, I. Borngässer, Karl Tamm, Emil Bittendorf und Friedrich Heckrotb' Gießen (2. Preis): Ernst Minkel, Wilh. Keller, Erich und Reirchard Rohrbach und frriebr. T«bel- Lollar. 60 SÄen: Otto Jung-Lollar. Bekanntmachung. Wir bringen zur öffentlichen Kenntnis, daß vom 2. Januar 1920 ab unsere Kasse jeden Werktag von vormfttags 9 Uhr bis ununter- Vvochen 3 Uhr, Samstags jedoch nur bis 1 Uhr geöffnet ist. Am 24. Dezember d. Js. wird die Kasse um nadym. 1 Uhr geschlossen, der Geschäftstag am 27. desf. Mts. fältt ganz mrs. 14085 Butzbach, den 15. Dezember 1919. Mathildensnft Butzbach (Bezirkssparkasse). _______________Rühl, Direktor._______________ Bekanntmachung. Bekanntmachung. Bei der stäüttschen Fürsorgestelle für Kriegsbeschädigte und Krregshrnterbliebcne ist alsbald eine freigewordene Gehilfenstelle mit einem Schwerbeschädigten zu besetzen. Als Gehalt wird die für schdtische Bnreau-Dilfseräfte festgesetzte Vergütung gewährt. Meldungen mit Lebenslauf und Zeugnissen sind sofort, spätestens bis zum 34. ds. Mts., bei uns cmzureichen. Borslelkmg nur auf besondere Benachrichtigung. 14070B Gießen, den 16. Dezember 1919. Der Oberbürgermeister. (Städtische Füriorgesbelle für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbiröbene.) _______________I. A.: Koch._______________ .Haferflocken Ausgabe. Von Freitag den 19. Dezember 1919 bis einschließlich 5. Januar 1920 gelangt in den hiesigen Kleinhandelsgeschäften gegen Abgabe des Bezugsabschnittes Nr. 11 der Lebensmittelkarte l/= Pfund L>aferflocken zum Preise von 9f> Pf. zur Ausgabe. Die Kleinhandelsgeschäfte haben die ringe«» gangenen Bezugsabschnitte bis spätestens 9. Januar 1920 dem Städtischen Lebensmittelamt, Zimmer 12, rin zu reichen. 140768 Gießen, den 16. Dezember 1919. Der Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Bekanntmachung. Detr.: Ten Verkehr und Schutz der elektrischen Straßenbahn. Es ist in letzter Zeit wiedcrhvll vvrgeLommen, daß Fuhrleute kurz vvr dem herannahenden StraßenLahnwagen dve Bahn mit ihrem Fuhrwerk kreuzen und auch sonst nicht rechtzeitig aus- weichen. hierdurch entstehen erhebliche Gefahren für oen Betrieb der Straßenbahn sowohl nrie für die Fuhrwerke. Ich mache dal-er die Fuhrwerksbesitzer auf die im Amtsverkündigungsblatt Nr. 127 vom 28. November ds. 5>s. veröffentlichten Be- ftimimmgcn hierzu aufmerksam!. 140378 Gießen, den 4. Dezember 1919. Ter Oberbürgermeister. 5v. D.: Kren»ien. 1. Largo...............O. F. Haendd 2. Weihnacht (Marianne Schmäh!).....H. R. Koch 3. Ave Verum.............W. A. Mozart 4. Die Eichen (Friedel Oeorgi)..... Th. Körner Ansprache des D. Dr. Schian 5. Meditation.............Bach- Oounod 6. Christnacht (Karl Althaus) ....... R. E. Prutz 7. Gemeinsamer Gesang 13905 Mitwirkende aus dem Orchester des D. J.-B. G~* Richard Mulch, Alice Ackermann, Heinrich Schönhais und Kurt Welter. Saalöffnung l/*8 Uhr. Eingang Ludwigstraße, für Mitglieder Goethes!raße. Eintrittskarten an der Abendkasse u. im Vorverkauf in der Musikalienhandlung von E. Chaliier und in der Ferber scheu Buchhandlung zu 2 M. (numeriert) und 1 M. (unnumeriert). Der Saal lat gut gehelst! Ausgabe der Vollmilchkarten. Tie Ausgabe der Bvllmilchkarten an Kinder unter 6 JalTven, werdende und stillende Müller, iowie an alle KvanVen, denen über den 1. Jonwir 1920 hinaus Boll milch bewilligt .r»irden ist, findet Tvnm-rstug den 18. ds. Mts., Freitag den 19. und Samstag den 20. d. Mts. vormittags von 9—12 Ubr und nachmittags nun 2—5 Uhr in den Duslündigen Bezirlrii statt. An Stintr-T, nxttdende und stillende Mütter, denen nur bis zum l. Januar 1920 LZollmilch tzustz'ht, und an vvrübergel-end anwesende Personen erfolgt die Ausgabe der Vollmilchkarten auf dimmet Nr. 6 des «s äht. L«chensmittclanues, und zwar an solche Personen mit den Anfangs- buchstalxn: A—H Samstag den 20. ds. Mts. von 8—1‘/2 Ubr, J—Q N(vntog dm 22. dS. MtS., R—Z Dienstag den 23. ds. Mls., tttrrm. von 8—12 Uhr und nachm von 2—4 Uhr. Die AuswriÄkarten zum Bezüge von Vollmilch sind vorzulegen. 140548 Gießen, den 15. Dezember 1919. Ter Oberbürgermeister (Lebensmittelamr). Speck-Berteilnttg. Perivmm, N'clche den ih.Ln zusiebenden Speck nicht abflr-l>-n Hafen, wollen dies auf dem Stadt. Lebensnfadelamt, Zimmer 13, melden, da beab- stchriflt ist, andere Lebensmittel als Ersatz zu liriern. Gießen, den 15. Tcymbcr 1919. 140418 Der Olerbürgermrisbcr (Lebensmittelamt). Marken-A usgabe. Am Donnerstag, Freitag und Samstag, dem 18., 19. und 20. b Mts., gelangen in den Bezirken Brot-, Fleisch-, Nähnnütel-, Zucker- und Milchmarken wie nachstehend zur Ausgabe: A—J Donnerstag von 9—12 Ubr und 2—5 phr, K—0 Freitag von 9—12 Ufa und 2—5 Ufa r—Z Samstag von 9—12 Ufa vormittags und von 2—5 Ufa nachmittags Die Marken sind unbedinat an vorgenannten Ausgabetaam in den Bezirken abzufalen. Die Fleifchmarken müssen wegen der bejorlhfanfan DeihnachtSfriertagen am Samstag und Sonntag, bem 20 und 21 0. Mts., in den Metzgergcschäfan iminiiiiiiiniiiiiiiiiiiiuiuiiiiiiiiii! Einige Divans auS bestem Friedens- maierial und eckten H'C- AÜoen bat preiswert ab zugeden 024339 Ernst Rau, Walltorttraße 37 p. 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Wir sehen wieder, wie ganz anders schasst doch ein Einzelmensch als eine Kommission. Nur einen Borwurf möchte ick gegen ihn erheben: Lieber Freund, worum klommst du so spät? Ich möchte Vorschlägen daß Herr Tr. Gerl ich uns einen neuen Entwurf liefert. Tvrnblüth (Halle): Es ist schwer, nach den eindrucksvollen Worten des Vorredners sich Gelftir zu verschaffen. Aber ich muß ihm ent- aegentrcten, da ich aus Zweckniastigkeitsgründen für die Verabschiedung des Parteipvogramms bin. Ich bin für Ueberweisung des Programms an die Parteisraltiott, an die Männer des praktischen politischen Lebens. Nach lebhafter Debatte verlangte ein Antrag Gerlich, den Programmentwurf provisorisch an- Khmen. Ein anderer Anttag schlägt die Ein- tg einer ständigen Programmkommission vor, die neu auftauchmde polittsche Fragen in das Programm hineinarbeiten soll. Ein dritter Antrag verlangt die ausdrückliche Bezeichnung als vorläufiges Programm. Vorsitzender Dr. Petersen: Wir wollen eine ruhige Diskussion führen. Ich schlage vor, das Programm unter dem Vorbehalt redaktioneller Aen- derungen au zunehmen, und kann erNären, daß Dr. Gerlich für den Antrag Waldstein ist. (Bravo N In dieser erregten Stimmung können wir das Programm nicht erledigen. Dr. Gerlich in einer persönlichen Erklärung: Es war meine Pflicht, meine Bedenken zum Aus- drull zu bringen. Ich bin Demokrat seit 13 Jahren und von Anfang an hinter Naumann hergelaufen. Aber außenpolitisch bin ich Nationalist und habe keine Veranlassung, zu verleugnen, daß ich M i t- glied der Vaterlandspartei war. Nehmen Sie das Programm an. Parteiprogramme werden nicht für die Ewigkeit gemacht. Sie haben sich von mir mitrcißen lassen, nicht aus Erkenntnis, sondern durch Rhetorik. Das will ich nicht, ich will ein bewußtes Lebensideal. Die Demokratie wird sich dieser Erkenntnis auf die Dauer nicht verschließen. Sodann folgt ein Vortrag des Staatssekretärs a. D. Pros. Dr. Tröltzsch über demo- kratische Kulturpolitik. Der Redner stellt dann vier Punkte auf, die näher behandelt werden müßten: 1. Die Frage der Zensur, 2. die Schulorganisation, 3. das Verhältnis zu Staat und Kirche und 4. die Frage des Religionsunterrichts in den Schulen. Um auf die erste Frage zurückzukommen: Es ist dringend notwendig, daß ehte Filmzensur eingeführt wird, wenn nicht das ganze Volk vergiftet werden soll. Eine Zensur der Presse müßte von den geistig hüchststehenden Persönlichkeiten ausgeführt werden. Zum zweiten Punkt ist der- Redner der Meinung, daß heute die Einheitsschule politisch und ethisch notwendig sei, selbst wenn sie pädagogisch nicht durchaus indeal sein sollte. Zwei Forderungen seien zu stellen, eine möglichst gehobene allgemeine Volksbildung und die Pflege der höheren Bildung. Das Zentrum verlange mit Recht die Erhaltung des Gymnasiums. Alle großen Sozialisten seien aus dem Gymnasium hervorgegangen. Es gelte aber nicht nur dem Schüler die höhere Bildung lebendig darzustellen, sondern ihn auch zu geschlossenem Charakter zu erziehen. Es müsse ein neuer Geist sowohl in der Volksschule, als auch in der Universität Einzug halten, ein Geist der Liebe, der Liebe zu den jungen Menschen. Als Drittes stellt der Redner fest, daß es richtiger wäre zu sagen: Trennung von Staat und Kirche. Man denke nicht nur an die großen Religionsgemeinschaften, sondern auch an die Sekten. Diese würden eine mächtige Propaganda entfalten. So feien beute schon zahlreiche Vertreter der amerikanischen Sekten in Deutschland am Werke. Sie hatten versprochen, die Sendung von Lebensmitteln nach Deutschland durchzusetzen. Der Religionsunterricht tu den Schulen müsse in den planmäßigen Unterricht aufgenommen werden. Sei dies aber Tatsache, so habe die Kirche ein Uebertvachungsrecht über diesen Unterricht. Pros. Rade (Marburg) teilte mit, daß uck ein freier Ausschuß zur Beratung der Ktutur- aufgaben innerhalb der Partei gebildet habe. ES ent spinnt sich eine l ängere A usspr ach?, wobei Tr. Cohnstaedt (Frankfurt a. M ) im )hamen der Presse Verwahrung einlegte gegen die Ausführungen Tröltzschs zur xFrage der 3en|ur. Tröltzsch habe sich in bedingter Form für etne den-; sur ausgesprochen, aber die demokratische Partei dürfe ihm darin neckt folgen. Wenn Tröltzsch meine, die Zensur müsse von geistig höchste »enden Männern ausgeübt werden, so müße er ihm darauf erwidern, daß nch für solche Aufgaben nur nnnder- werlige Menschen bereit finden werden. Der Vorsitzende Dr. Petersen, bringt hierauf das Programm zur Abstimmung.' Es wird eut- stimmig angenommen. (Stürmischer, langanhaltender Beifall.) Die dazu noch vorliegenden Anträge werden dem Parteivorstand zur Berücksichtigung überwiesen. Auch ein Vertrauensvotum für die Fraktion wurde angenommen. Dann schloß der Vorsitzende den Parteitag. Kirche rrntz Schule. xi. Lich, 15. Dez. Gestern sand hier die Neuwahl zur Kirchengemeindevertretnng statt. Um zu vermeiden, daß Parteipolitik in die Kirche hineingetragen werde, war von kirchlicher Seite versucht worden, mit den Sozialdemokraten eine Einigung aus einen Wahl Vorschlag herbeizu- sühven, wobei den Sozialdemokraten 6 Sitze zn- gestanden wurden. Obwohl der sozialdemokratisch Partei Vorstand sich dafür aussprach, waren die Mitglieder in ihrer Mehrheit dagegen. Deshalb ntufite die Wahl stattfindery. Es waren drei Wahl- Vorschläge eingereicht. 493 Stimmen wurden ab» gegeben: auch die Frauen beteiligten sich eifrig. Es entfallen auf den kirchlichen Wahl Vorschlag 24, auf den damit verbundeiren Frauen Vorschlag 8, auf den sozialdcmokratisclien 8 Sitze. XUsenborn, 16. Dez. Am nächsten Sonntag veranstaltet die hiesige evcmg.'lisch? Gemeinde einen Familienabend, in dessen Mitt:h- punkt ein Dorttag des Ottsgcistlichen, Pfarre v Werner, über die Epileptischenanstalt in Niederramstadt sbeht. Da Pfarrer Wcrn r selbst einige Jahre an der Anstalt als Assistent gewirkt hat, *fo ist jedem Gelegenheit gegeben, ans berufenem Mund etwas über dieses große Werk der hessischen Inneren Mission zu Höven. Der Dorttag wird durch musikalische und andere Darbietungen umrahmt fein. Der Ertrag des Abends ist für die Anstalt in Niederramstadt bestimmt. Zur Anschaffung einer schönen, künstlerisch wertvollen G ? ° dächtnistafel zur Erinnerung an die aus unserer Gemeinde im Weltkrieg Gefallenen wurde am Totensonntag und den folgenden Tagen ein: Daussammluug veranstaltet, die einen Bettag von melw als 1000 Mk. erbrachte. Einige größere Bettäge wurden noch von Angehörigen der G:- fallenen in Aussicht gestellt. Aunst und Wissenschaft. — Tüsseldorf, 16. Dez. L udw. Beil, der Sohn des Gießener Schreiner Meisters Louis Beil, las in einer Morgenfeier des Düsseldorfer Schauspielhauses aus seinem, bei S. Fischer, Berlin, erschienenen Roman „Martin" einige Szenen mit gutem Erfolg. Handel. Berlin, 16. Dez. Börsen ft im mungs- bild. An der Börse trat wiederum ein erhöhtes Interesse für Montanwerte hervor, zu dem die geplante Stützungsaktion für die Markvaluta in der Schweiz die Anregung gegeben hatte. Kurs- befferungen von 6 bis 8 Prozent hatten Harpener, Laura- und Lothringer Hütte, Oberschlesische Eisen- inbuftrie, Plwnix unb Rombacher zu verzeichnen. Für Gelsenkirchen regten Erwattungeit bezüglich der heutigen Aufsichtsvatssitzung das Geschäft an. Die eigentlichen Valutapapiere traten mehr in den Hintergrund, immerhin tvaren Eanada und Schantung um 50 Prozent erholt. Auch Kolonial- tverte sind größtenteils gebessert. Pomona ftiegen aus 7700, Neu-Guinea gewannen 20 Prozent. Otaviwerte lagen sckMächer, Farbwerke litten unter Abgaben Von Schisfahrisaltien waren Hamburg- Südamerikanische Dampfschissahtt und Hansa gebessert. Tas Geschäft bewegte sich im allgemeinen in ruhigen Bahnen. Am Anlagemarkt hielten sich die Veränderungen bei Ufcinem Geschäft in mäßigen Grenzen. An der Börse gaben im Einklang mit der 2lbscl>wachung der Devisenkurse Valutawerte und schließlich insbesondere auch Kolonialwette und Loncharden weiter nach. Für Montanwette erhiett sich im allgemeinen die feste Stimmung. Frankfurt a. M., 17. Dez. Am heutigen ersten der vom hiesigen Börsenvorstand festgesetzten Börsenrirhetage waren auch int freien 93er» k e b r, d. h. im Handel von Bureau zu Bureau, die Umsätze sehr bescheiden. Im Frühvettehr wurden Valutaioerte etwas besser gebandelt. Eine Besserung ist in den Devisen zu bemerken. Holland wurden zu 1860 bis 1870, Schweiz 900 bis 910 umgesetzt. Schantungbahn wurden höher genannt. Lombarden waren schwankend. Montanpapierc bewahrten teilweise feste Tendenz. Kolonial werte waren stark schwankend. 'Die deutsche Devise wird aus der Schweiz vormittags mit 11,40 Geld und 11,70 Brief gemeldet: später war sie schwächer, zirka 11,10 Brief. Frankfurt a. M., 17. Dezember. Geld Dries Geld Brief Datum: 15. Dez. 16. Dez. Holland 1888,- 1892, - 1848,- 1852,- Dänemark 894, - 896, - 874, - 876, - Schweden 1054,- 1056,- 1051,50 1053,50 Norwegen 994,- 996,- 984,- v86,- Schweiz 906,25 908,50 849,- 851,- Wien (altes). . . . 30,95 31,05 32,95 33,05 Deutsch-Üsterr.abg. 27,45 27,55 26,95 27,05 Budapest 32,95 33,05 32,45 33,55 Prag ... 83,80 84,20 84,30 84,70 Helsingsors .... Spanien 929,- 931,- — Börsenkurse. Frankfurt Berlin Abend- l-Ulw- Schluß- Anfangs- .ittirs Kurs Kurs Kurs Datum: 16.12. 17.12. 16.12. 17.12. 5°/0Beut.ßriegsanL 77,50 -,- 77,50 -,- 4°/gDeut.Neichsanl. — e ~ 9 3°/„Deut.Re!chsanl. • f — f— 4% Preuh. Konsols r Darmstädter Bank 120,- 120,- —, — Deutsche Bank. . . 265,- — . *• 263,- Discsr.ts- Gefellfch. — . — — . — 175,50 Dresd.urr Bank. . 150,- Nati^nalbank f. D. 122,75 —- — 122,75 — ,— Mitteld.Treditbank 128,50 128,50 — H.-Amerik.-Paketf. 117,- —, — 116,50 —. — NorddeutscherLloyd 119,- —. — 118,25 Boch.Gußstcchwrk. 230,- —. — — . — — . — D.'Luxemb.Bergw. 218,50 —. — 222,50 —, — Gelsenkirch.Bergrp. 296,- — . — 299,- —. — Harpener Bergbau 239,- —. — — • — —, — Oberschl.Eisenb.-B. 155,- —— , — —, — Oberschles.Eisenind. — - — 156,75 —, — Phönix-Brgb.-Akt. —. — 280,50 — ,— Bad.Anilin-u.Soda —■ . — 475,- — - — Höchster Farbwerke 306,- —. — 317,50 —, — (Elehtr. A. (£.©... 249,- — - — 248,- — . — Schuckett-Werke. . 140,50 — — —. — FeltenLGuilleaume 237,- — , — —, — Daimler...... 259,- 263,- — . — Bub.» Eisenw.-Akt. —. — — - — 216,- —. — Adlerwerke .... — . — — - — — . — Marknotierungen. Datum: 15.12. 16.12. Zürich Amsterdam Kopenhagen. ......... Stockholm............ Wien.................. 11,- 12,- 5,375 5,45 11,30 11,60 9,75 9,75 365,- 365,- Seute (Mittwoch) bleiben die Berliner und die Frankfurter Börse geschlossen. Letzte Nachrichten. Eine Erklärung des pveukisch-cn Ministers Heine. Berlin, 16. Dez. (WTB.) In der heutigen Sitzung der preußischen Landesversammlung er- tiärte der Minister des Jnnerrn Heine u. a.: Was die äußerste Linke anbelangt, so müssen wir mit der Möglichkeit revolutionärer Erhebungen in diesem Winter rechnen, aber wir werden ihnen zu begegnen wissen. Das Betriebsrätcgesctz. Berlin, 17. Dez. Aus technischen Gründen hat sich die Verabschiedung d.>s Bettiebsräte- gesetzes vor Wcihnachtrn als nicht gut mö^ich erwiesen. Ter „Vorwärts" rnvarkt, baß gleich nad) den Feiertagen di; Nationalversammlung zusammen tritt, um das zur Wiederhersttllung d.^s iimeren Friedens außerordentlich wichttge Gesetz schleunigst zu verabschieden. Wie versdnedene Blät- fcen wissen wollen, sei die Beratung des BettiebÄ, rätegesetzes für die erste Sitzung der Nationalversammlung nach den Weihnachtsfcttm in Aussicht genommen. Die ArbcitftcbervcrbLnvc im beichten Gebiet und das Betriebsräteyesetz. Mainz, 17. De^. (WTB.) In der Hauptversammlung der Arbtttgeberverbande von Mainz, Wiesbaden und Umgegend hielt Dr. Brenn einen Vortrag über die soziale Gesetzgebung feit der Revolution und ihren Einfluß auf Handel und Industrie. Der Vortragende forderte die Unternehmer zum Widerstande gegen die Flut von Verordnungen auf sozialem Gebiete auf imä erklärte, nach entern Vvrttag im ^aargebict habt ihm ein anwesender svanzösischn' Ofnzier ter sichett, baß das Betriebsrätegesetz im Saargebiet nicht zur Anwendung gelangen werde. Der Redner scl)loß mil einer Er • immterung zum Kampfe gegen Berlin und das Betriebsrätegesetz und gab der lieber-engung Aus druck, daß die Alliierten den gewerblidxn .^kreisen ihre Unterstützmrg nicht versagen werden. Einstellunaen in die Reichswehr. Berlin, 16. Dez. (WTB.) In letzter Zeit Iverden vielfach Gesuche um Einstellung in d i e Reichswehr unmittelbar an das Reichs- wehrministerium gesandt. Durch dieses Verfahren erleidet die Erledigung derartiger Gesuche ein- praße Verzögerung, da das Reichsn^hrminist'erium im Einzelnen nicht dauernd Darüber unterrichtet ist, bet welchen Verbänden zur Zeil Fehlstellen vor Händen sind. Das Reichsivehrministettunt muß bn her, diese Gesuche an die Reichswehrdienststellen weiterleiten. Zur schnelleren Erledigung der Gesud» ist es datier ratfam, daß sich die Gesudchleller un mittelbar an den Reichswehrtruppenleil oder an das Welnkommando wenden. Die, so weit Etatstellen offen sind, dem Gesuch entsprechen können. Terrorismus. Gleiwitz, 16. Dez. (WTB.) Ben. Lokal anzeiger. Der Ärbeiterausschuß der Bismarckhütte verlangte gestern von der Verwaltung Weih nachtsgescheNke, die dem Werk 2L/s Millionen Ntark kosten würden. Nachdem die Verwaltung dieses Verlangen abgelehnt hatte, zwang die Menge den Generaldirektor gewaltsam, die Forderung zu unterschreiben. Die Vwioaltung gibt bekannt, daß dieses erzwungene Versprechen nichtig sei. Eine Räuberbande in Harburg. Berlin, 17.. Dez. Nach dem Berl. Lokalanzeiger wird aus Harburg gemeldet, daß sich in der Nähe des Unterelbe-Bahnhofes etwa. 30 Personen versammelten, um den Balpihof zu stürmen und die Dort liegenden Güter zu stehlen. Der Versuch, die Bahnhofsbeamten zu überwältigen, mißglückte aber. Die Räuberbande wurde mit scharfen Schüssen zurückgetrieben. Die Beratungen in Paris. Paris, 16. Dez. (WB.) Havas. Die alliierten und deutschen Sachverständigen trafen heute nachmittag 4 Uhr in der Maisvn de la Presse ziisammen, um die Kompensation« über die in Seapa Flow versenkten Schiffe zu beraten. Den Vorsitz führt Lou cheur. Die Derhandlunaen in Paris. Paris, 17. Dez. (WTB.) Hwws. Das „Scho de Paris" erkundigte sich, ob die Hoffnung be^- stehe, mit den deulsckien Delegierten zu einer Verständigung zu gelangen. Es erhielt daraus folgende Antwort: Die deutschen Delegierten Haden uns die Schwierigkeiten dargelegt, denen sie dft her Ad- gäbe von 400 000 Tonnen Hafenmatettal, die verlangt werden, begegnen würden. Es muß hervor- gehoben werden, daß die Deutschen ihre Sache auf sehr einfache Art vertreten haben. In unserer ersten Anttrwtt an die Berliner Regierung haben wir auL- geführt, da ß wir bereit seien, die vorgebrachten Gründe zu prüfen. xBir werden dies heute tun und werden sodann mit unseren, englischen Mitarbeitern eine Entscheidung voller Gerechtigkeit und Billigkeit treffen. Die Frage der amerikanischen Vorbehalte. Paris, 17. Dez. Die ,Löln. Ztg." meldet: Der Vertreter der „Ghicagv Tribüne" erffärt bestimmt gegenüber anderslautenden Meldungen, daß die Frage der amerikanischen Vorbehalte offiziell besprochen wurde. Er schreibt weiter: Ich bin in der Lage versichern zu können, daß England geneigt ist, ziemlich große Opfer zu bringen, um die amerikanische Mitarbeit bei der Lösung der Wert frage und bei der Aufrechterhaltung des Friedens zu erhalten. Washington, 17. Dez. Die „Köln. Ztg." meldet: Wie verlautet, soll Die Bestätigung des Friedens Vertrages durch Amerika bevorstehen, da die Annahme der Vorbehalte durch England und Frankreick) die hauptsächlichsten Hindernisse beseitigt hätten. Englische Unmenschlichkit in Indien. Rotterdam, 16. Dez. (Berl. Lokalanz.i Wie die englischen Blätter über die Greueltafm in Pundjab berichten, hatte Anfang April die plündernde Menpe die Stadt vollkommen in Der Gewalt. Die Nattonalbank wurde besetzt unb 120 000 Pfund Sterling geraubt. Zu seinem Vorgehen erklärte General Dyaer, er glaubte, daß sein Vorgehen das mildeste Mittel war, um weiteres Blutvergießen zu verhindern. Enver Pascha zum König von Kurdistan gekrönt. Berlin, 17. Dez. Nach einer Meldung des Berliner Lokalanzeigers aus Konstantinopel wurde Enver Pascha zum Könige von Kurdistan gekrönt. ist mehr wert als ein Vortrag. Sie xdg} die Hauptsache, die Jede Probe Ul ein Sieg för schwarz, gelb, braun, rotbraun AJkmhmfeUrr Werner IMerti. Maine tatata ans? Irl ZMMTÄ! wer» die Rrt»Warte aitv.-BreahereL B. Lange,ei»»* Statt Karlen. Holzheim, 17. Dezember 1919. Stil r Fotz Nowack Vatersleben, Den 13. Dezember 1919. Meter M. 29*50 van itfaerle’s Srrnfpttdnt tDatlteiltrobe 77 van Baerle 4t Co., Worms a. Rh. Begr. 1838. t r t | Betriebsassistent Robert Ehmer | u. Frau Emma geb. Kauffmann. Gut Malas bsyer. ANytu I i Ihre Verlobung zeigen an Emilie Reuhl Karl Jung Ihre Verlobung geben bekannt Martha Plöwa Beni Höß ............. -....... Hl...... Flockköper in verschiedenen Qualitäten Holtonx, gebleicht und ungebleicht, für Unterwäsche und Wickeltücher Kalmuk. ungebleicht, für Unterlaßen Grauer englischer Flanell, besonders für Blusen. 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