Freistaates Hessen. , ;3§. Sitzung vom 16. Oktober. Sitzung. Haus und Tribünen [mb ziemlich leer. ver Entwurf einer hessischen Verfassung. Der Hessischen Volkskammer ist als Drucksache der neue Entwurf einer Verfassung zugegangen, der gegenüber den früheren Veröffentlichungen auf Grund der Reichsverfassung in weitem Maße vereinfacht erscheint. In der allgemeinen Begründung wird u. a. ausgeführt: ungenügend ist. Die Druschprämien wurden abgeschafft und durch Lieferungszuschläge ersetzt. Lästige Bestimmungen laffen sich bei der Zwangswirtschaft nicht vermeiden, aber wir haben für möglichste Milderung gesorgt. Der Hauptgrund der Gefährdung unserer Versorgung ist der Schleichhandel und Wucher, der mit allen Dingen getrieben wird. Wenn der Landwirt Kohle und Düngemittel, um sie nur überhaupt zu bekommen, auf dem Schleichhandel Im Umsatzsteuerausschuß der Nationaloers ammlung wurde die Juseratensteuer mit allen gegen die Stimmen der Unabhängigen angenommen. Es wurde k^r- vorgehoben, daß der Gedanke einer Differenzierung der Steuer einen ihrer Hauptvorteile, die Einfachheit, beeinträchtige. Eine neue Forderung des Obersten Rätin Paris. Paris 16. DEL (Wolff.) Havas. Der Oberste Rat billigte den Entwurf einer Note an die deutsche Regierung, in der die Auslieferung der deutschen Schiffe an die alliierten und assoziierten Mächte gefordert wird, die während des Krieges an niederländische Schiffahrtsgesellschaften abgetreten wurden und sich jetzt in deutschen Häsen befinden. Der Verkauf wird für nichtig und ungültig erklärt. Die Veröffentlichung der amtlichen Dokumente zum Kriegsausbruch. Berlin, 16. Okt. (W.B.) Die Ver- öffenllichung der deutschen amtlichen Dokumente zum Kriegsausbruch steht unmittelbar bevor. Die Drucklegung des umfangreichen Werkes hat bereits begonnen. Die Sammlung wird demnächst unter dem Titel »Die deutschen Dokumente zum Kriegsausbruch" erscheinen. StaatSregieruug und Eisenbahner. Frankfurt a. M., 16. Okt. In einer Konferenz, die heute abend unter dem Vorsitz des Unterstaatssekretärs Gräf stattfand, der als^öeauftragter der Reichs- und Landesregierung anwesend war, und an der Vertreter der Eisenbahndirektion, des Polizeipräsidiums, des Verkehrsausschusses und des Bezirks-Beamtenausschusses teilnahmen, wurden die Vorgänge bei der Frankfurter Eisenbahner-Kundgebung eingehend besprochen. Unterstaatssekrctär Gr äf teilte mit, daß sich Präsident Dr. Stapff im Staatsministerium warm für die Forderungen der Eisenbahner eingesetzt und erklärt habe, daß er mit dem Frankfurter Verkehrsausschuß in durchaus sachlicher Weise gearbeitet habe. Herr Gräf erklärte sodann, daß die Staatsregierung lereits am Dienstag beschlossen habe,, die Forderungen der Eisenbahner auf Zulassung )es Verkehrsausschusses Frankfurt a.M. uud damit aller Direktions-Arbeiterräte bei den preuß.-hessischen Staatseisenbahndirektionen ■ u den Präsidialsitzungen zu erfüllen. Damit ind die Hauptforderungen der Eisenbahner rer Staatseisenbahnoerwaltung erfüllt. — In der Konferenz waren sich alle Parteien darüber einig, daß die Forderung nach dem Rücktritt des Eisenbahnpräsidenten Dr. Stapff und der anderen Direktionsmitglieder hinfällig geworden sei. Die deutsche Antwortnote aus §och§ Vorhaltungen. In der deutschen Antwortnote, die jetzt nach Paris abgegangen ist, wird ein auffällig milder, versöhnlicher, um nicht zu sagen unterwürfiger Ton angeschlagen. So widerwärtig und willkürlich auch das Verhalten und Fordern der Entente ist, so ist es doch vielleicht zweckmäßig, daß unsere Politik nicht ständig mit Entrüstungsfeuerwerk arbeitet, sondern auch nach geeigneten Mitteln sucht, um gewisse Wendungen der allgemeinen Lage zu erleichtern. Wir wissen z. B, daß m dem von französischen Truppen besetzten deutschen Gebiet einWechsel desSystems stattfinden soll, und wenn wir uns davon natürlich auch nicht viel Erleichterung versprechen dürfen, so soll unsere Negierung doch mit aufmerksamen. Augen und Ohren diese Wandlung beobachten. Also lassen hrir zu den kostspieligen fremden Kommissionen, über die sich der Haushaltungsausschuß der Nationalversammlung gestern mit Recht erregt hat, noch den baltischen Ueberwachungs- ausschuß herein. Mit Ernst und Entschiedenheit aber die Verschwendung zu brandmarken, die auf unsere Kosten in Berlin und in den linksrheinischen Gebieten getrieben ivicd, bleibt vor wie nach eine Pflicht der Reichsstellen, nicht nur des Parlaments. Berlin, 16. Oktober. (Wolff.) Dem Vertreter Fachs wurde folgende Note übergeben: Die alliierten und affoziierten Regierungen Netzen die deutsche Regierung erstmalig in ihrer Mitteilung vom 18. Juni zur Räumung des Baltikums und Litauens auffordern, nachdem sie noch im Mai ausdrücklich verlangt, und ungeachtet des Protestes der deutschen Regierung darauf bestanden halten, daß die deutschen Truppen von dort nicht zurückgezogen werden sollten. Seitdem war die deutsche Regierung Unablässig und ernsthaft bemüht, die Zurückziehung der Truppen durchzuführen. Sie wandte alle ihr zu Gebote stehen, den Mittel an, um den Widerstand der Truppenteile zu brechen, die sich um das ihnen von der lettischen Regierung versprochene Einbürgerungsrecht und die erhoffte Änsiedelungsmöglichkeit gebracht sahen. Sie sperrten schließlich den widersetzlichen Truppen Sold, Proviant und die sonstigen Zufuhren und entzog ihnen sogar die bereits erworbenen Ansprüche au spätere Versorgung. Sie traf Maßregeln, um jeden etwaigen Versuch von Munitions- und Mannschaftsnachschüben zu unterbinden, sperrte zu diesem Zwecke den gesamten Personenverkehr nach dem Baltikum und ordnete die Ueberwachung aller Grenzstationen an. Das Haus tritt sofort in die Tagesordnung. Die Vorlage über die Ausführung des Gesetzes über die Reichsfinanzverwal' tung wird ohne,weitere Debatte einstimmig angenom- men, die Anträge Dr. Osann werden abgelehnt. (Heiterkeit links.) Ebenso werden ohne Aussprache angenommen die Regierungsvorlage über die Versorgung s- ansprüche der Staatsbeamten und ihrer Hinterbliebenen, die Regierungsvorlage über die Bildung eines Hilfsfonds, die Regier gierungsvorlage über die Beschaffung v o n B e- triebsmittel n. Das Haus tritt sodann in eine ErnährnnsiSanssprache ein. Jur Erörterung steht ein Antrag U r st a d t u. Gen. Die Förderung der landwirtschaft- schaftlichen G ü t e r e r z e u g u n g und di. Sicher st ellung der Ernährung der Bevölkerung. „Tie neue Rerchsverfassung regett nicht nur in umfassender Weise alle Grundrechte und Grund- psllchten der Deutschen, sondern greift auch in die mnerstaatlichen Verhältnisse der einzelnen deutschen Lander ein, wie r. B. im Artikel 17, wo ausgesprochen ist, daß jedes Land eine freistaalliche Verfassung haben und die Volksvertretung in allgemeiner, gleicher, immittelbarer und geheimer A>ahl von allen reichsdeutschen Männern uud Frauen nach den Grundsätzen der Verhältniswahl Sewählt werden muß, sowie daß die Landesregierung des Vertrauens der Volksvertretung bedarf, ferner daß die Grurrdsätze für die Wahlen zur Volksvertretung auch für die Gemeindewahlen zu Dies alles zeigt, daß die deutsche Regierung Keine Veranlassung gab, so einschneidende Maßnahmen zu ergreifen, wie sie in den Noten der alliierten und affoziierten Regierungen vorgesehen sind. Die deutsche Regierung lehnte es auch nicht ab, den General v. d. Goltz aus dem Baltikum «Mzu- berufen, sie wies lediglich darauf hin, daß es sich dabei um eine innere deutsche Angelegenheit handele. Tatsächlich wurde General v. d. Goltz damals a b - berufen. Erst bald nach seiner Abreise erfolgte die Meuterei der Eisernen Division und ver- anlatzte ihn, aus eigenem Entschuß nach Mitau zurückzukehren. Diese vorübergehende Rückkehr wurde auch nur deshalb geduldet, weil v. d. Goltz noch am ehesten den unzuftiedenen Truppen gegenüber genügende Autorität zu haben schien, um sie zur Befolgung des Abmarschbefehls zu bestimmen. Ein Teil der Truppen folgte denn auch damals seinen Anordnungen. Als auch sein Einfluß zu versagen be- gann, wurde v. d. Goltz endgültig abberufen und nach Berlin befohlen. Inzwischen hat General v. Eberhardt als sein Nachfolger den Befehl übernommen. Die deutsche Regierung hat keine neue Regierung in jenen Gebieten anerkannt, noch mit einer, solchen irgendwelche Verbindung. Sie hat den deutschen Soldaten strengstens verboten, in russische Formationen einzutreten und hat mit denjenigen, die es trotzdem taten, jede Verbindung abgebrochen. Es befindet sich bei den russischen Kampftruppen im Baltikum kein einziger deutscher Soldat, über den die deutsche Regierung noch Besehlsgewalt ausüben könnte. An der Offensive des Generals Bermondt find keine einem deutschen Kommando unterstehende Truppen beteiligt Die politischen und militärischen Pläne des Generals Awalow-Bermondt werden in keiner Weise vr* Deutschland hegt weder gegen das lettlän« “’l*® noc*) Segen bas russische Volk irgendwelche krie- gerrschen Absichten. Die deutsche Regierung nimmt gern Kenntnis, daß die alliierten und affoziierten Regierungen eine interalliierte Kom Mission nach den baltischen Provinzen entsenden wollen. Sie bittet, inefe ÄommifiiQn so bald als möglich abreisen und zur Besprechung mit den hiesigen Stellen einen kurzen Aufenthalt m Berlin nehmen zu laffen. Die Kom- mlffron wird sich durch eigenes Urteil überzeugen, oajj die gegen die deutsche Regierung erhobenen Vorwürfe nicht ausrecht erhalten werden können. Sm Stück Zremdherrschast in Deutschland. Berlin, 16.Oktbr. (Wolff.) Im Haus- haltungsansschuß der Nationalversammlung teilte Reichsminister Dr. Atay er mit, daß voraussichtlich in der Mitte der nächsten Woche zwei Ueberwachuugsaus- schüsse der Alliierten in Berlin ein- teeffen werden. Die ungeheuere Zahl von Zimmern und Geschäftsräumen, die von den Ausschüssen gefordert werden, legten der Regierung zunächst nahe, für diesen Zweck Schlösser in Aussicht zu nehmen. Diese Absicht habe sich aber als undurchführbar erwiesen und es seien nunmehr die Hotels „Kaiserhof", »Edenhotel", „Carltonhotel", Hotel „Saxonia" imb ferner die militärtechnische Akademie zur Unterbringung in Aussicht genommen. Die Bemühungen der Regierung, den Umfang der Ausschüsse herabzusetzen, seien erfolglos geblieben. Insgesamt werden schätzungsweise die Kosten der Unterhaltung der gesamten Besatzungsarmee der Alliierten 21/, bis 3 Milliarden Mark jährlich betragen. Die Mitteilung des Ministers ruft in dem Ausschuß allgemeine Entrüstung hervor. Der Minister betont die ungeheure Last dieser Kosten für das Deutsche Reich und bemerkt, daß dieses Vorgehen eine bedauerliche Absaugung deutscher Kapitalkra't darstellt. Der.Berichterstatter Abg. Stück! en (Soz.) erklärt, daß man mit der Deckung so ungeheurer Summen nicht hätte rechnen können. Die Ansprüche der Entente gingen in dieser Hinsicht weit über das Maß der Billigkeit hinaus. Solche Bedingungen müßten den Ruin Deutschlands zur Folge haben. Weiter weist der Berichterstatter auf die große Hotelnot in Berlin hin, die sich durch das Ausscheiden der vier Hotels noch verschärfen wird. In Anschluß daran wies Abg. Falk (Dem.) auf das anmaßende Verhalten der Soldaten und Offiziere im besetzten Gebiete hin. Es werde für deutsche Rechnung eine ungeheuere Verschwendung getrieben. Was di« vollziehende Gewalt betrifft, so ist erwogen worden, ob nicht neben dem Organ der Regierung (dem Gesamtministerium) ein besonderer Staatspräsident zuzulasseu sei, ähn- ^£2?^ die RLichsverfassung neben Reichs- .............. UU| uc.u^uyyunue, Aetchsprasidenten geichaffen hat. I gu Wucherpreisen kaufen muß, so sucht er natürlich ist mcht AN verkennen, daß die Lchaffmrg eines auch feine Probukte auf bem Schleichhanbelswege zu ™menM wenn höheren Preisen abzusetzen. In Frankfurt kann man kosten Volke nnmU^lbar ge- überall weiße Brötchen u. bgl. ohne Marken haben, ber Weizen bazu stammt aus ber Wetterau unb geht §2stigkeN gleichen auf Kosten ber Ernährung ber hessischen Bevölkerung, wese |te bat, tvarn sre ausschließlich auf Dazu kommt bas Loch im Westen, bas Fehlen einer t angeWtefcn ist. Zollgrenze. Die wichtigsten Lebensrnittel werben aus ^^rerseUs ist aber Nicht zu leugnen, baß, wah- Deutschland in bas besetzte Gebiet unb von bort in bie r^bdas Rmcherne Fülle von repräsentativen Aus- Länber ber Entente verschoben-AuchsranzösischeOffiziere ^t^eren S&ejargung euren befassen sich in großem Maßstab mit diesen Schiebereien. n %ra^u 110erlernen Wir hoffen burch strenge Absperrmaßnahmen an ber ÖS a ®ren3e des besetzten Gebietes bas Loch stopfen zu wir m können. Man macht ber Regierung Vorwürfe, baß 000 K,e den Schleichhandel nicht scharf genug bekämpfe Aber es ist ein Kampf gegen die Hydra- für jeden abgeschlagenen Kopf wachsen neun neue nach. Wir haben hohe Prämien ausgesetzt für die Erfassung eh'/Ss Wr* Don Tchleichhandelsware. Da die hohen Geld- hlSwfb s^fen wirkungslos blieben, haben wir die Staats- DDrLänfi1 afa anwaltschaft ersucht, Freiheitsstrafen ZU beantragen; 1919 und sind jetzt in Berlin vorstellig geworden um Er- die ^tz eines Gesetzes, das Zuchthaussttafe für Schleich- ä? j Vor- Händler festsetzü - Demnächst wird ein Landes- >wuche ramt ins Leben gerufen werben. Mer alle Maßregeln werben wirkungslos bleiben, wenn sie nid)t oon »er Se^tterung oerftänönisooü unterstützt c. ®“S »erben. Auch lassen -- melsach die niederen ans. Ä 1 L?ur- -bl-hnt, s° führenden Organe an dem nat,gen Durchgreisen sehlen. Der Redner weift auf die bedenliliche Erscheinung hin, nS'9 .Orte, ö.e mitten im Kartoffellanb sitzen, ganz ,°VrCn' UxJ.Cm ohne Kartoffeln sind, bas muß auf bie Stimmung bei xbure Wurdo in den Augen der Bevol- Bevölkerung aufreizenb einwirken und sie zur Selbst- 1““ 5/ -Srix, • f r 4 e - , Hilfe veranlaffen. Ferner stellt der Redner verschiedene rnitmnrf^n h>br)9Cn ^frfas^Ngs- Undichtigkeiten in einem Bericht ber „Neuen Fried- m ation an, die die Regte- berger Tageszeitung fest. In einem Artikel des Frank- ^ouf Grund der vorläufigen Venasiung ge- futtacr Generalanzeigers wurde von ber Beschlagnahme a $ t.ni ■ö’ntereüe be3 2anöe£ gelegen D°n 26 Ztr. Butter, bie aus bem Kreis Groß-Gerau erachtet werden muß. stammen sollten, gesprochen, bavon ist kein Wort wahr. Es handelt sich nach einer Mitteilung des Frank- verfassunggebende Volkskammer Ves furter Wucheramtes um eine Namensoerwechslung - 'mit Gerau-Reuß. Und aus solchen erfundenen Geschichten wird Kapital geschlagen und bie Kluft zwi- . , , „ _ _.. scheu Stabt und Land vertieft. Ich habe stets meine Präsident Adelung eröffnet um V, 10 Uhr die Aufgabe darin erblickt, diese beiden Pole Stabt und -------- *” , Land miteinander zu versöhnen. Nur auf dem Wege Annahme von Anzelgen f. die Tagesnllmmer bis zum Nachmittag vorher ohnejebeVerbinbli^keit Dreis für \ mm höhe für Anzeigen v.34mm Breite örtlich 15 , auswärts 18 Vf., für Reklame» anjeiaen von 70 mm »reue 48 Ps. Bei Platz. D0ilcbrüi20° Aufschlag. Hauotschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. . - . Reinhold Zenz; für den SwiMngsrunddruS u. Verlag: vrilhesche Univ.-Vuch-«. SteinOruSerei «. Lange. Schristleilung, Seschästrstelle u. vru-kerei- Lchulftr. r. gg“1; ferner daß die Grundsätze für die Wahlen zur Präsident des Landesernährungsamtes Nau» Volksvertretung auch für die Gemeindewahlen zu mann: Der Antrag Urstadt hat zwei Teile. Der erste flutet hoben. Beachtet man mm, daß nach Art. 13 Teil fordert bie Förberung bet landwirtschaftlichen Aos. 1 der neuen Reichsverfafsung Reichsrecht Gütererzeugung. Die Regierung hat ihr Möglichstes ^andrccht brncht, daß mithcn die Landesgcsctzgebung getan trotz ber Schwierigkeiten ber Düngerbeschaffung nipt nur nichts bestimmen darf, was ber Reichs- unb trotz der falschen Preisfestsetzung, wodurch ber F2,ietzgebung widerspricht, sondern nicht einmal das Anbau ber notwendigen Lebensrnittel weniger loh- wlwerhvlen darf, was das Reichsrecht ausspricht, nenb war als ber von anderen landwirtschaftlichen , W wird man verstehen, daß aus dem veröffent- Produkten. Die Sicherstellung der Ernährung war Uchten Entwürfe einer hessischen Verfassung na- bedeutend schwieriger zu lösen. Die Zwangswirt» mentlich alles ausgeschaltet werden mußte, was schäft hat von Anfang an nicht geklappt unb üch auf die Grundrechte und Grundpflichten der hat zu unserem Zusammenbruch geführt. Als Teutschcht bezog. Als Gegenstände ber Regelung ich damals das hessische Ernährungsawt übernahm, durch bie Landesverfassung bleiben in der Haupt- da war ich mir wohl bewußt, daß ich jetzt das Der- fache nur übrig die gesetzliche Geswltung der ^or» trauen ber Landwirte besaß, daß ich es aber verloren men, m denen das souveräne hessische Volk seinen haben würde, wenn ich nicht aus diesem Amte schiebe, maßg.'benden Willen kundgibt, und die Bildung Nach bem Krieg haben wir möglichst große Massen ber Staatsregierung. In beiden Punkten hat man! an Lebensmitteln eingeführt. Dafür ging unser ganzes fuf) mehr oder weniger an die württembergischo Gold ins Ausland und sank unser Valuta. Es führte und badische Verfassung angelehnt, da es als er- zu unserer völligen Verarmung, sodaß wir die aus- wünscht angesehen werden muß, daß wenigstens ländischen Lebensrnittel nicht mir erschwingen können, die süddeutschen Staaten in den Grundlagen ihrer Die Einfuhr stockt fast vollständig. Wir sind auf Existenz möglichste Uebererirstimmung zeigen. unsere eigene Ernte angewiesen. Wir muffen die Auszugehen ist davon, daß auch in Hessen alle Rattonierung auftechterhalten und haben Schwierig- Staatsgewalt vom Volke ausgeht. Es ist nottven- beiten die Rationen in ber bisherigen Höhe big, die Gesetzgebungsgewalt einer bestimmten An- aufiechtzuerhglten. (Es ist für uns sehr erschwert zahl von Bottsbeauftragten anzuvertrauen, die nach dadurch, daß die Bauern sich weigern, ihre Abliefe. Artikel 17 der neuen Reichsverfassung von rungspflicht zu erfüllen. Sie wollen die Iwangswirt- allen Reichsdeutschen Männern und Frauen schäft los werben. Die Bauern wurden von ihren in allgemeiner, gleicher, unmittelbarer und Führern mit dieser Parole scharf gemacht. Man gr^im-r Wahl nach den Grundsätzen der Ver- hat sich nicht der Einsicht verschlossen, daß eine haltnrSwaU gewählt fein müssen (Volks,- plötzliche Aufhebung unmöglich sei, aber man rammet). Tabei muß jedoch dem Grundsatz, baß I forderte eine Reform und einen allmählichen alle Staatsgewalt beim Volke liegt, wenigstens in- Abbau. Die Landwitte haben das eingesehen, sowett Rechnung getragen werden, daß es dem daß die wichtigsten Lebensrnittel, wie Brot, Milch 'Alke Vorbehalten sein muß, seinen Willen über- Fleisch und Kartoffel, unbedingt zwangsbewirtschaftct all da in maßgeblrcher Werse zur Geltung zu brin- werden. Die Führer versprachen, wenn gewiße Wünsche gen, wo es dres für geboten erachtet (Volks- erfüllt würden, für die richtige Ablieferung zu sorgen, begehren), und daß, auch wo eine solche Volks- Die Führer haben auch sich alle Mühe gegeben, aber nuttalwe nicht votlregt, wenigstens in besonders die Lieferung ist nicht bester geworden, teilweise fast wrchtrgen Fallen ser es auf Grund befonterer Be- ganz zum Stillstand gekommen. Das bedeutet dann strmmung der Vetsassung, Jet aus. Verlangen große Gefahr. Die erste Beschwerde war dec zu - E unmittelbar lernen Willen niedrige Erzeugerpreis für die wichtigsten Lebens- Iksabsttmnrmrg)^. Eirdlrch war auch für I mittel, z. B. die Kartoffel, ber wie nachgewiesen würbe, solche rvalle Vor,orge zu treffen,.wo außergewöhtr-1 bie Erzeugerkosten nicht beckt. Wir wurden in l^e Grergnriie em soforttges gesetzgebchnsches Ern- Berlin vorstellig und der Kartoffelpreis wurde schrerten notwendig machen ohne daß bas Volk von 7,25 Vik. auf 8 Mk. erhöht, was natürlich oder dre Volkskamnwr vorher befragt werden' - - - " - • - könnte. Für solche Falle ist ein vorläufiges Eingreifen der Regierung vorgesehen (Notverordnungsrecht). Nr. 245 Ter Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Bejttgspreis: monatl. M k. 1.60, vierteljährlich Mk. 4.80; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Pik. 1.50; durch diePost Ptk.5.— oiertel- jährl. ausschl. Be tellg. Fernsprech - Anschlüffe: für die Schriftleitüngl l2 V erlag,Geschäitsstelle51 Anschriftfi'irDrahtnach- richten: Anzeiger Sieheu. Postscheckkonto: Kranksurt a. M. U686 t69,5a^r-aan9 Freitag, jl. Ektober jyjy Äehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesten I u n w ■H »I bi •n bl Al I I All U. nci AU ■'tat Au AU U. ' ft Laa uni; mtiif V H 0197 toUi r u. A tasc n. Ank FS Seb Inta 019sä Goler AU D( Leit (fintr bunfc Au nci cNWÄ der beiberjeitigen Terfiänbigung zwischen Erzeugerin einer Htt imb dr. es außer und Verbraucher Kann die Emährungsfrag« gelö|t m einer Beleltng-nngsNas- auch in der werben. Und bas ift bie Vorbedingung, wo n wir P""e btanm;ottvt tu nxtten. unser Volk, bem ein übermütiger Gegner den Wenn er memt x »tn au dcn Nachen setz,, vor der Versklavung schützen S* * Ä «hbK fcte tai Nachen setzt, vor bet auf r 9> aller* anders ju behandeln» 0 Mk. Grmid- 80 2. , ä “ einer triftig* hi-r.u Stellung 1 [eit. &U fltrafe^u fcu LSN tcitat »a &MWÜWS. jb« Ml2Q-.h M Der Zwischenfall auf dem Gießener Bahuhof. zahlen, lieber L _ tende Stellung eistscheidet 3m überfüUten Saale des Gewerkschafts- Hauses sand gestern abend eine Angestelltenversammlung statt. Zur Beratung stand der von der Arbeitsgemeinsd)aft der AngestelltenverbLnde ' ’ " " • -----e. Wenn es Lehrzeit: Jm 1. Gehilfenjahr , 2. » 3. Nach vollendetem 20. Lebensjahr 475 , , „ 23. „ 550 „ , „ 26. ff 600 „ Für technischeAnge st eilte wird zu diesen Mützen ein Zuschlag von 25°/, verlangt. Lehrlinge sollen im 1. Lehrjahr 50 Mk. 250 Mk. 300 „ 350 , Aus Stadt und Land. QHe&en, ben 17. Ott. 1919. Die Not der Hochschulajfistenten. Vom Deutschen akatemischm 0fiifbaitenl>>t* banb, Ortsgruppe Gießen, erhalten wir'folgend: „ 3. „ 160 , Diese Gehälter sind Mindestgehälter einschließlich Teuerungszulagen. Den Kriegsteilnehmern wird die Kriegszeü angerechnet. Auf diese Mindestgehälter sind für Angestellte in selbständiger und ver- antwortungsvoller Stellung 30*/. ~ ' vir Angeftevtenbewegiing in Siehrn. Gießen, ten 17. Ott. 1919. Cine schwere Kränkung ehemaliger Berufesoldateu. Von bet Ortsgruppe Gießen teS Reichswirt* schaitsvertenbes deutscher terzeitigtr inb ehe* nialincr Berufssoldaten wird uns geschrieben: Ter ArbeiterauS schuß Dillenburg hielt es in einem -schreiben an sämtlich: Ar* teiterausschüfse für angebracht, gegen die Unter» pfiyiere des Heeres und der Marine LoSzuziehen. Damit sie nicht als Militäranwärter im tliscn* ldihndienst in Frage tommen sollen,) Sr tut wollen. Es tritt eine längere Pause ein, in der der (yi- nanzausjchuß zu einer dreiviertelftündigen Beratung Zusammentritt. Nach der Pause erfolgt zunächst eine (fcrllärnug bei Miuiftcivräfibnittn, in der er sein Bedauern zum Ausdruck« bring! oag seine Aeußerung von den Bankrotteuren gestern so aufgefaßt werden könnte, als ob er damit den dbg. Dr. Osann und die Ferren von der nattonaltiberalen Partei perfßnl.d) gemeint habe. Selbstvttstuiidlich ist das nicht der Fall. Abg. Bauer (H. D ) erklärt, daß sein« Fraktion willens war, eine Erklärung gegen die Aeuherung de» Ministerpräsidenten abzugeben. Nachdem der Ministerpräsident zu erkennen gegeben hat, daß sie nicht auf die ganze Nechte gemünzt war, sondern aus die Deutsche Bolkspartei, sehe sie davon ab. Abg Brauer (H. D.) beantragt als Bericht- erstattn des Ausschusses, die Anfrage Urstadt u^ Gen. durch die Antwort des Ausschuss« für erlebigt zu erklären. . m ... . .. Abg. Eißnert (Soz.) erklärt als Dorsihender de» Finanzausschusses, daß dies« einstimmig dem Hause Vorschlag«, von einer Besprechung der Ntgle. rungsanlwort abzusehen und dafür folgende Entschließung steht dem Angestellten jedoch frei, falls er sich benach tätigt glaubt, Berufung bei dem einzulegen. Kommt zwischen diesem--------------- ------.... „ — leilung keine Einigung zustande, so entscheidet ber wegen des LchtazeS zur R-'te sbUltr, m einer Tarifausschutz. I io her aus fordernden Art mb 2i>eise, bw uter- Alr kaufmännische Angestellte gelten s,aupt jeher Scfdnxibmg spottet. in der Reges nur, die eine 3jährige crbnu.igsradöige l'amtcr ihm iunci: „Ihr iäb w ha Heun, kaufmännische Lehrzeit oder eine praktisch« Tättgkell Ur seid tn Deutschland, 2<.üf j*rve feinai Untrrichied) und stimmt weiter, daß t ihm an beim gaben, in Zukunst eiitm der Hauptbestandteile des deutschni vecres etwas heiratetet Assistent von u. U. 45 I wiisenschastüchm Institut hat 1 gebalt +2000 Mk. einmaliger TeuerungSMage = 3400 Mk.; ein unverheirateter 400 Mk. weniger. Die an den Gießener Kliniken tätigen Assistenten behandeln jährlich mindestens 30 000 Patienten ohne loeitere Entschädigung. Ohne die Tätigkeit der Assistenten an Kliniken und Instituten wäre die Auscechterhaltung unserer Lochschule nicht mög* lich. Der Assistent ist nicht pensionSberechtigt. Er wird von seinem „Ches" angeitellt, hat keine feste Anstellung und kann lederzeit entlassen wer* den, ohne Aussicht aus eine neue Stelle zu haben. Um diesen ganz unhaltbaren Zuttänden ein Ende zu machen, wendet sich die Ortsgruppe Gießen deS Deutschen akademischen Assistentenverbandes an alle sozial Dankenden in der breitesten Oessentlichkeit. Sie verlangt eine dem Alter und den Leistungen der Assistenten entsprechende Entlohnung — etwa Gleichstellung nut den Oberlehrern — und Sorge für ihre Zukunft. Die wiederholt vorgebrachten Forderungen ber Assistenten haben bisher bei dec Regierung keine greifbare Föroerung und Ergebnisse gezeitigt. .... Zuschrift: Ein ungelernter 17iäbriaer Wärter an einer Gießener Klinik verdient a. Zt. gleichviel stellenweise mehr als ein Assistenzarzt nach mehrjähriger Berufstätigkeit. Dabei ist letzterem Privat- praris nicht gestattet. Ein verheirateter llinncher Assistent hat 800 Mk. Grundgehalt 108o Mk. Ablösung freier Station — 1885 Mk. + 2000 5WL einmalige Teuerungszulage, zusammen 388o fulL; ein unverheirateter 1200 Mk. weniger. Eui ver- ----- ** ~ iren an einem Lager Umschau ballen Addilft ^affm, bevor er andere Kreise verdächtigt. Leim der M». litäranlcjrler verlangt, bau tt nach lc.sährigtt Dienstzc : uwglichst balo.m eine geirrt: ste'.lung fjmmt, »-t oici nut fein gutrf Staut Tic Ixllrn Japr.- seines L'.bens hat er jur ein (ikib, das zum Leben zu W2iig utd zum Sterdrn au viel war. dem Staate gcgedm, ganz oj^kIkh von bei gcfu.udheitlic1.--n Schädigung, dl- er durch fein baueaio im Dienst sein während ter 12 Zahr; Tis technisch« Äugest«71t« gellen tn der Regel nur, tit neben einer praktischen Ausbildung eine Baugewerkschule, Technikum ober Maschinenbau- Aule besucht haben und hierüber das Schlußprüfungs. Zeugnis oorlegen oder sonst ihre Befähigung nach- weisen und den Beruf als Techniker ausüben. Gehaltskürzungen bei Kriegsausbruch. Die feit Kriegsausbruch bis zum Waffen- tillstand vorgenommenen Gehaltsminderungen sind allen Angestellten für die Zeit, in der sie während des Kriegs voll weitttbeschästigt wurden, nachzu- zahlen. Wirtschaftsbeihilfe. An jeden Singe- tenten, der sich am Tag« des Abschlusses dieses Der- träges im Dienste der Firma befindet, ift eine einmalige Wirlschaftsdeihilfe oap 1500 Mk. für Verheiratete und 1000 Mk. für Ledige zu zahlen. Diese Wirtschaftsbcihilse ist auch solchen Kriegsteilnehmern zu gewähren, die erst nach Ab» chluß dieses Vertrages auf Grund ber Verordnung vom 24. Januar 1919 wieder eingestellt werden. Betriebe, die wegen ungünstiger Lage sich außer- tande erklären, diese außttorbentlichen Zulagen zu bezahlen, bleibt die Anrufung des Tarifansschusie» anheimgestellt. Arbeitszeit. Neben ber gesetzlichen achtstün- dioen Arbeitszeit (Samstags 6 Stunden) besteht für alle Betriebe völlige Sonntagsruhe. Ueberftunben. Alle vom Arbeitgeber ober besten Vertreter angeorbnete lieberftunben müssen mit 'L, des Monatseinkommens für jede angefangene Halde Stunde entlohnt werden. Für Nacht- und Sonntagsarbeit sind 50 Proz. Aufschlag zu zahlen. Die ersten drei Ueberftunben gelten nicht als Nachtstunben. Urlaub. Den Angestellten soll unter Fortzahlung des Gehalts ein ungeteilter Erholungsurlaub wie folgt gewährt werden: Nach einjähriger ununter, drochener Tätigkeit in derselben Firma 1 Woche, nach 2 Jahren 2 Wochen und nach sechsjähriger ununterbrochener Tätigkeit in derselben Firma und sofern da» 30. Fahr vollendet ist, 3 Wochen. Die ftrieg»- jahie werden voll angerechnet, wenn der Angestellte vor der Einberufung zum Heeresdienst bei der Firma beschäftigt war. Den Lehrlingen ist in jedem Lehr- jahr ein Urlaub von einer Woche zu bewilligen. Wettbewerbsabrede. Auf Anwendung der Wettbewerbsabrede in jegliche Form wird ver- verzichtet. Kündigung. Hitt gelten die gesetzlichen Be- Stimmungen. Nach ununterbrochener Tätigkeit von 10 Fahren hat der Angestellte Anspruch auf eine Kündigungsfrist von 3 Monaten. Angestelltenausschüsfe. Angesichts ber be- vorstehenden reichsgesetzlichen Regelung des Mitbe- stimmiingsrechts werden vorläufig folgende Vereinbarungen über die Mitwirkung der Angestelltenausschüsse getroffen: 3n Betrieben von weniger als 20 Angestellten ist bie Wahl von Vertrauensleuten burch- zufuhren. Die Vertrauensleute haben bie gleiche Befugnis wie bie Angestelltenausschüsse. Die Angestell- tenaussch üste wirken bei Kündigungen und Entlassun- gen von Angestellten derart mit, daß sie etwaige Einwendungen bei der Betriebsleitung cor bringen. Dertragsdauer. Diese Abmachungen gelten bis 31. Märr 1920 und verlängern sich um je drei Monate, falls sie nicht einen Monat vor Ablauf des jeweiligen Termins gekündigt werden. Allgemeine». Alle Streitigkeiten aus diesem Vertrag werden in erster Linie zwischen der Firma und dem Angestelltenaussckuß des Betriebes geregelt Erfolgt eine Einigung nicht, so entscheidet zwecks Vermeidung von Ausstand und Aussperrung endgültig unter Ausschluß jeglichen anderen Rechtsmittels der Tarifausschuß. Dieser wird aus 3 Arbeitgebern und 3 Arbeitnehmern als Beisitzer und einen unparteiischen Vorsitzenden gebildet Die Beisitzer wählen den für Schiedsspruch stimmberechtigten Vorsitzenden. Einigen sich die Parteien nicht über bie Person bes Vor- sitzenden, so bestimmt biefen der Präsident bes Landgerichts Gießen. ** Der ErzeugerHSchstprei» für Kartoffeln ift durch Ver.ngunv des Lautes- crnährungSamtcs aus 10 Ml. erhöht worteu. Damit hofit auch das LebenSmtttelamt mit Kartoffeln beliefert zu werten. Einsiweilen sind leine Kartoffeln ein getroffen. **• Aus dem Bureau deS Stadttheater s. In ter Ausführung von „Maral", btt als zweite Samstag-Abonnement-Borsbellung tttgeben wird, sind in Hauptrollen bcschäjttgt die Damen fftubnrr, MarckS, Rammel, WernuL und Winner, sowie die £>mni Goll, tdefo, Bold, Weber und Feigel, der auch die Regie sühn. — Singspiele können erst im dLovember aulgenommen werten, da für die nächsten Somttage die Musik nicht zur Dersügung steht ** ProvinzialauSschuß. Samstag den 18. Ottober 1919, vormittags 8'/. Uhr, fuitet im RegierungSgeböude zu Gießen eine ö I f e n t l i ch e Sitzung des ProvluzmlausschmseS der Broom, Oberhessen mit folgen ter TagcSordnung statt: X Bürgermetsterwahl in Mddmgshausen, §rerS Gießen; 2. WürgermeiftMoahl in Wenings, JtteU Züdtngeu. •• Bei der Obst-und Gemüseftelle kommen noch Slepfel verschiedener Sorten in beliebigen Mengen zum Verkauf. Die Zwiebeln für den Winterbedarf sind ein« getroffen und werden in jedem Quantum abgegeben. Die bereits vorbestellten können in Empfang genommen werden. könnten Arbeiter? Ohr wißt, wie empfindlich ber gefundene Gelbwert auf unsere gesamte Volkswirtschaft und auf Euere Lebenshaltung brückt. 3n Euerer Hand liegt es, durch warenschaffende Arbeit, durch ruhigen ungepörten Fortgang der Produktion eine allmähliche Besserung und Gesundung herbeizuführen. Beamte und Arbeiter! Die Ohr im Dienste des Staates steht, an Euch ergeht bie Mahnung, in treu bewährtem Pflichtgefühl auch ferner auf Euerem Posten zu stehen und an Eurem Teil die Ordnung aufredit zu erhalten. Der Fugend aller Stände legen wir dringend ans Herz, in ihren Vergnügungen das durch die Not der Zeit gebotene Maß inne zu hallen. Niemand mißgönnt Euch das Recht auf edle frohe Geselligkeit. Aber' wenn Ohr Euere kostbare Kraft und Zeit in leeren rauschenden Lustbarkeiten verschwendet, versündigt Ohr Euch an der Zukunft (Eures Volkes. Den heimkehrenden Kriegsgefangenen entbieten wir herzlichen Willkomm. Viel schweres habt Ohr in ber Fremde ertragen; hun Ohr in die langersehnte Heimat zurückgekehrt seid, werdet Ohr, bas find wir gewiß, freubig (Euere Kraft einfetjen, um bas Vaterland von neuem aufzurichten. Fe mehr fo gearbeitet und abgelicfcrt wird, unnötiger Aufwand vermieden und schädliche Auswüchse bekämpft, um so eher wird bann ber Druck der Zwangswirtschaft, unter ber alle Stänbe leiden, von uns genommen werden. Die gewählten Vertreter bes hessischen Volkes vereinigen sich in ernster Stunbe zu diesem Aufruf an die Einsicht und das Pflichtgefühl ber hessischen Dolhsgenojien : Tue jeber seine Schulbigkeit, helft alle zusammen. Abg. kiel (Unabh.) widerspricht dem Antrag des Finanzausschusses, in keine Debatte einzutreten. Fhm war die Negierungsantwort viel zu zart besaitet. Man solle ürempel statuieren und die Schuldigen e£propiieren. Die von dem Finanzausschuß vorgeschlagene Ent- fchließung wird einstimmig angenommen (der Abg. kiel hat den Saal verlassen), ebenso ein Antrag Büchner, diese Entschließung durch die Preffe und und durch öffentlichen Anschlag bekanntzugeben. Das Hau» erledigt hierauf ohne Aussprache den Rest der Tagesordnung und bewilligt 157000 Mark £ur Einrichtung von Dureaurämen im Alten Palais in Darmstadt, die bringend notwendig sind. Für den Beirat zum Landfiedlungs- a m t werben al» Stellvertreter ber von ber Volks- Kammer zu ernennenben Mitglieder folgende Herren ernannt: a) von oen Abgg. Hartmann und Bornemann (Soz.), Urstadt (Dem ), Dorsch (H. V.), Hahn (D. V ), Hoffmann (Ztr.); b) für die Landlieferer Abg. Schroeder (Ztr.); c) für bie ßanberwerber Bür- germeijter Ar ras-Ober-Ostern und Bürgermeister Jakobi-Rohrbach. Endlich wird noch eine Regierungsvorlage bett. Verwaltung der Staatsschulden nachträglich auf die Tagesordnung gesetzt und ohne Debatte angenommen. Um 12 Uhr wird die Sitzung geschloffen und das Haus bis in bie zweite Hälfte bes November vertagt. ** Eine Besprechung der Kartoffel* konfumenteu. Man schreibt uns: Obwohl bie Jahrc-zln ter ?Ütnge, die sich auf tem ersten Bahnsteig in- nxid.cn angesammelt hotte, die Zunge zu yigen. Ich selbst war über dieses teci l-gemnne Ber- Ititen w entrüstet, teß ich noch beute die chm zuteil gewordene Strafe für viel ;u giring er- achte; bitte «in deutscher So tet in Fvattkr^ich jfw ein solch«- Benehmen gezeigt, er Wate nicht lebend nach $xüi[e gekommen. Äie rechtfertigt ftch Frankreich z. B. bett, ver tiDrgänge an ter Zttthlcr ihculbrücke im November und gebeut»er 1918? Der Streik auf den oberheffifchen Sicbendahneu. Wi« uns soeben mitgeteüt wird, ist ber Stre^ auf ber Strecke Lich-Dutzoach und Lich-Erünberg feil heute früh wieder beigelegt- bie Züge verkehren wieder regelmäßig. Die Maßnahmen gegen di« rsohnuugönot. Vorn Etadt-Liohuungsamt wird tmr geschrieben: _ _ W-Hirräume, LL>en und SBcrfftätiai können nur mit vorheriger Zustimmung des SR i e t * eintgungsamtes getibtinflt nweten. w d r Miete von Gärten, Möbeln, Stallungen und dergl. ist die .Kündigung auch ohne Zustimmung des ytietcxingungäamted zulässig, letech ftcht tem Mieter daS Necht zu, das Mieteinigungöamt an» uruien. Bei unverzüglicher Anrusung kann daS '/kleleinigungöamt gegebenenfalls den Vertrag verlängern, abänteni ooa auch die Kündigung gv- lassen. Unter gewissen Voraussetzungen steht ber meindebehörde ein Beschlagttahinerecht zu. Unbenutzte Wohnungen und Räume, die zu Wohnzwecken geeignet lind, können beschlagnahmt und mietweise solchen Wohnung- suchenden überwiesen werden, bie nad) ihren sozialen und wirtschastlichen Lerhältnissen für dieft Wohnungen als Mieter geeignet erscheinen. Auch benutzte Wohnungen unterliegen dieser Bestimmung, wenn sie im Verhältnis zur Za Ist der Bd- mobiler übergroß sind und entbehrliche Teile ohne erhebliche Aenderung als räumlich und wirtschaftlich selbständige Wohnungen oerroenbet und ab- getrtiml Werten können. ' Ohne Zustimmung des 6ttot. Wohnung-' omtcS dürfen Gebäude oder Teile von Gebäuden nicht abgebrochen, Räume, die bis zum 1. Ottober 1918 zu Wohnzwecken bestimmt oba benutzt waren, zu anderen Zwecken, insbesondere nicht als Werlstätten. Dienst« oder Geschäfts, räume verwendet werten. ES ist verboten, mehrere Dohnungeu zu einet zu vereinigen. Die Ueberlassung von Wvhuräumen an Personen, bie von auswärts zuziehen, ist ohne Zustimmung des MieteinigungsamteS verboten. Der Aulenthatt von Perfoium m Gasthöfen, Wirtschaften und dergl. ist nur für die Dauer von höchstens einer Woche gestattet. Jeter Ab- schluß eines Mietvertrags über Wohnräume. Läden und Werkstätten ist vom öerrntttir bunten einer Woche, nach Abschluß des BertraaeS tem Stäbt. Wohnungsamte unter Benuvung te3 vorgeschpie- denen Formulars anzuzeigen. Erscheint der Mietpreis nicht angemessen, so kann fettens des Wohnungsamtes oder des Mieters bis zum 2CbIau< zweier Wochen nach Abschluß deS 8ertrage! beantragt werten, daß der Mietzins auf anacmeffew Höhe herabgesetzt wird: etwaige Nebenleistungen deS Mieters gelten alS Teile des Mietzinses, ebenso eine für ten Nachweis ter MietSraume gezahlte Belohnung, sowett sie dem Vermieter unmittelbar ober mittelbar zusließt. Aus einem nicht gemeldeten Mietverträge können von dem Vermieter Ansprüche nicht geltend gemacht werden, i-sbeson- bere kann die Zahlung des Mietpreise- nicht ver- langt werden. Der Vertrag wird in Ansehung bet Aniprüche teS Vermieters wirlsam, wenn weder daS Wohnungsamt, noch der Mieter innerIjalb ter Friitz von zwei Wochen die Lerabsetzung deS Miet- zuiscs beantragt, weint der Antrag aus Lernte, letzung zurückgenommen wirb, oder wenn das Stieteinigungäamt über die Anträge entscheidet. Zuwiderhandlungen gegen die erlassenen Be* fhmmimgen werten mit Geldstrafe bis zu 1000 Mark bestraft. getragen werden. Der Tarisentwurf.wie er nach einigen Denderungen von der Versammlung angenommen wurde, wird in einigen Tagen gedruckt vorliegen. Die Arbeitgeber sollen bann zu Verhandlungen auf Grund dieses Entwurfes aufgefordert werden. Kommen sie biefer Auf. forberung nicht nach ober verlaufen bie Verhanblungen ergebnislos, dann sollen sie vor dem Schlichtungsaus. schuß fortgeführt werden. Akzeptierten auch hier die Arbeitgeber diese Forderungen nicht ohne wesentliche Aenderungen, bann sollen bie Verhanblungen abgebrochen unb bie Machtprobe begonnen werden. Au» bem Tariftntwnrf bringen mir nachstehend bie wichtigsten Bestimmungen: Geltunasbereich. Angestellte im Sinne dieses Tarifs sind alle nach dem Versicherungsgesetz für Angestellte versicherungspflichtigen Personen, sowie die, bie veisicherungspflichtig sein würben, wenn nicht ihr Zahresarbellsverdienst 7000 Mk. obfer ihr Alter 60 Fahre übersteigt. Weller fallen barunter die Lehrlinge. Ausgenommen sind Prokuristen und Handels- bevollmächttgte. Gehälter. Unbeschadet des Grundsatzes ber inbivibuellen Entlohnung und ber Art der Zusammensetzung be» (Einkommens nach Gehalt unb anberen Bezügen gelten für männliche unb weibliche Angestellte ab 1. Juli 1919 folgenbe Sätze als garantierte monatliche Minbesteinkommen. Bereits bestehende höhere Einkommen dürfen eine Herabsetzung nicht erfahren. Einkommen für ausgebildete männliche unb weiblich e Angestellte nach beenbigter breijähriger anzunehmen: . „Schwere Rot bedrückt unser Volk, unb unheimliche Gefahren bedrohen unsere nächste Zukunft. Wir werben Oie schlimme gefährliche Lage nur bann überwinden, wenn bie klare Erkenntnis beffen, was not ist, und der ernste Wille, bas Rotwenbige zu tun, in ollen Schichten des Volkes wächst. Vor allem gilt es, bem oolk- unb landverderbenden Wucher- unb Schiebertum mit vereinten £>er ’4roetisgcmeiii| ujap uei «nycpcui Kräften ben Garaus zu machen. Wer aus schnöder! Gießens ausgearbeitete Tarifentwurf. Gewinnsucht unserer ohnedies geschwächten Wirtschaft auch bei der ersten Verlesung dieses Vertrages, be- bas Mark vollends ausjaugt, wie es die Schieber sonders bei den zu fordernden Gehaltssätzen, eine und Wucherer tun, ijt ein Verbrecher und ganze Reihe verblüffter und skeptisch lächelnder Ge- muß als ein Verbrecher gebranbmarht und be- sichter gab, so wußten die verschiedenen Redner des straft werden. Polizei und Gendarmerie sind. Abends, insbesondere die Frankfurter Herren, bie deshalb aufgeforbert, bie Schulbigen minachficht- N?rtammluna von ber anaeblichen Berechtigung unb lich anzuzeigen unb bie Organe ber fireisoerroaltung unb ber Gerichte haben Weisung, mit ben schärfsten Strafen einzuschreiten. Aber auch bie Verbraucher selbst müffen bei oer Bekämpfung biefes gewissenlosen Verbrechertums mithelfen. Niemand mache sich durch Mehrverbrauch an Fleisch, Butter, Eiern, Weißbrot h. a. zum Auftraggeber für die Schleichhändler und damit zum Mitschuldigen an ben Nahrungsnölen von ungezählten kleinen Leuten im Lande. Landwirte! Ohr dürft stolz darauf fein, daß ihr ein lebensnotwendiger Stand seid. Vergeßt aber auch nie, daß ihr zu einem Ganzen gehört, von dem ,hr selbst mitgetragen und erhallen werdet. Seit Euch Euer Verantwortung gegen die Gesamtheit voll bewußt, liefert gewiffenhaft unb pünktlich alles ab, was ihr von Eueren Erzeugniffen entbehren könnt, bamit nicht Hungersnot in den Städten auffoommen und Unruhen ausbrechen, bie Tuch selbst gefährlich werben Eine Dame, die beim Roten Kreuz am Zahnhofe tätig ist, gibt uns nachstehende Darstellung des Vorfalles am Bahnhof, durch die vas Verhalten des amerikanischen Offiziers allerdings in einem ganz anderen Lichte ge» s'oolier Stellung N7, Zuschlag'zu keigt wird. Wir geben die Zuschrift nach- hie Einreihung in bie höher zu bewer- st.-hend wieder: Ä _ l crftrtyeibet bie Geschäftsleitung. Es Äls Zeugin te5 vorgestrigen Borfalls am hi.'* falls er sich bensch- sigen L^uprbatnh^f möchte ich hlgtnted tenp* Angestelltenausschufi fügen. Der Offizier war ein äußerst hochmütig,:r n unb ber Geschäfts Urnsch und benahm sich, als ter oabnirtetta nxrb. iAichk fcnii im unb rraßen. £ Jhflrr mag fuß Mi Üwgcaatm bt - 'Ma-S miltat t andere Seife 'rtiagnibe mifite -- Mmäa ■ Wl Wto. " ttt ' unztr im SogIi -mrie Slthöv 'Men ÖoriKl fine Reihe fd Manfmkxi "siberttagiDtg, •Äe Irtni ju Etliche ffiiberft '■^9 unb bem -nfhnbung der von -Jowrlflniii öerte -wWrteugs unj •Ä» joP vprnlf. Set.1" be‘‘ ,1! ser tr llÄ -ea tudltige. ; solche mH be Ölungen vtt lilenauffvam», > X, tüdjriflf Ä nvclmvgcnL -rb-tcn Uc^ -»LiK ■*e,£ pTnt 'an, 0rvald-4« - «olkstll Srrnns üb« bi* da fmilW» S tu ten 21. W mda mit Freute bri m ©einet, t scha Mnists V> flirtet hemcht- ; Kudiche, ist b jHnmg « b« * Icr Lvurog hat (rata W® n ift w bM r ZidöieachaN ban Ertrag. (6 « LebenS Stile. Aus bie atenb der ? SliÄtnjelb ÜM-t tentijaftt 'rlciidjla. Saite tzchlu se vugo« z,ier loi und dl cwgmte emgam bau Lust der eigenen Önt v nuu- Aus dem AmLsverkündigungsSlatt. Regierung habe aber das Schulkvmpromiß ge Vertreter der Bezirksgemcinden saft vollzählig erschienen waren. Den Vorsitz führte der Direktor der Kasse, Geh. Justizrat Röm- T^tctc herzliche Begrußungsworte an die -oerianimlung. Dem verstorbenen Vorstandsmitglied. Beig. Menzle, dahier, widmete er dann liirsen tüchtige Sparkassenbeainte l-cranzubilden, um solche mit den jetzigen modernen Sparkassen- meindeobstpflanzungen sind vor ca. 50 Jahren von dem damaligen Bürgernieister Feldmann angelegt »vor- den. Als dre ersten Erträge kamen, folgten auch Vrrvatleute dem Beispiel des Bürgermeisters. Dieses Jahr wurde viel Obst nach Gießen geliefert. Kreis Büdingen. h N i bba, 13. Okt. $)cute sand hier im -^pariasiengebäude die diesjährige Mitglieder- Versammlung der Bezirks sparkosse einen warmen Nachruf. Der Rechenscl>aftSbericht für 1918 zeigte für die Kasse einen noch ftär* fercn Gelbzufluß als das Vorjahr. Tie Einnahmen betrugen 10 443 306,36 Mk. (7 861388 Mk. in 1917), die Ausgaben 10 418584,01 Mark (7 724975,88 Mk.), so daß ein Ucbcrschuß von 34 722,55 Mk. verbleibt. Dem Kapitalvermögen von 9 729 436.93 Ml. stehen 9 453 295 Mk. Schulden gegenüber. Der Reservefonds .stellt sich auf 300863,33 Mk. und der Reingewinn auf 50 730,77 Mark (36 815.75 Mk.). Die Zahl der Sparkassenbücher hat uni 496 Stück zugenommen und beträgt 5725 Stück. Der Zinsfuß für sämtliche Einlagen betrug bisher 4 Proz., wird aber entsprechend der Lage des gegenwärtigen Geldmarktes für 1920 auf 3,6 Proz. ermäßigt; für Scheckgeld toerden Ü Proz. Zinsen vergütet. Darlehen zahlen 47z Proz. Zinsen. Die Rechnung für 1918 und der Voranschlag für 1920 wurden genehmigt und über die Verwendung des Reingewinns Beschluß gefaßt. 32 Dienstboten des Bezirks erhalten 600 Mark Prämien für 5jährige treue Dienstzeit; für landwirtschaftliche und gewerbliche Schulen und Vereine, für Wvhlfahrtseinrichtnngen, Krankenpflege, Reichsbuna der Kriegsbeschädigten und ge= meiimützigen Zwecke sollen etwa 11000 Mk. verausgabt und der Rest mit 38 270 Mk. dem Reservefonds überwiesen werden. Bei den Wahlen wur- den die bisherigen Vorstandsmitglieder wieder- und August Lampes und Heinrich Rappolt von hier neugewählt. Schließlich dankte noch der Direktor dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Bürgermeister Schneider in Unter-Widdersheim, für seine er- sprießlichen. Dienste, die er während seiner 44jähr. Mitgliedschaft der Kasse erwiesen. Kreis Friedberg. Q. Bad-Nauheim, 16. Okt. In der ver- MMgenen Nacht tourbe das in der Kurstraße gelesene Hut-» und Modewarengeschäft von Joh. Gürtler von Einbrechern fast vollstäickig aus- geraubt. Die Diebe, die durch einen erbrochenen Keller eingedrungen waren, stahlen für annähernd 30000 Mk. der wertvollsten Waren, die sie in Kartoffel, äckcn verpackt, fortschafften. Anhaltspunkte für die Täterschaft hat die Polizei noch nicht. — Im Laufe des Winters veranstaltet das ans Mitgliedern des staatlichen Lurorchesters bestehende Bad- 9 tau Heimer Streichquartett im oberen Gesellschafts- saal des Kurhauses vier Lanunermufikabende. Starkenburg unv Rheinhessen. = Dieburg. 14. Okt. Der Ko muiun al- verband erübrigte im Jahre 1,917 durch den Verkauf von Getreide 116 000 Mk.. der Ucberschuß des Kartoffeloerkaufs durch den Kreis betrug 22 000 Mk. Demgegenüber mußte der Kreis für die Beschaffung von amerikanischem Speck 132000 Mark und für amerikanisches Mehl 108 000 Mk. zulegen. Tic Schuldenlast des Kreises hat sich durch den Krieg auf 8 Millionen Mk. aufgehäuft. hiervon soll (soll!) das Reich 4 Millionen zurückerstatten. Für Kriegsleistungen hat der Kveis noch 1600 000 Mk. aufzubringeu. w , Liündwaren-Nachstteuerordnung. Sun Grund vvn § 48 des Ziüwwarensteuergefetzeo 10. September 1919 hat der Reichsminisder der Finanzen vvm 17. September eine Züudwaren- Nachsteuevordmmg erlassen, die im Zentralblatt für das Deutsche Reich Seite 1058 pckarurtgcmachl trocdeu ist. Danach unterliegen der illachsteuer une 9- F. außerdem dem Nachzoll Zündwaren, dic sich am 1. Oktober 1919 außer Halo der Räume eines angeme-ldeten Fabrikoetrrebcs, eines Zoll- oder Steuerlogers oder einer Zollniederlage un Beists von Herstellern, Ländlern, Wirten, ferner von Mon , umvereinen, Kasinos, Logen und ähnlick-en Vereinigungen beftndeu. Zur Entrichttuig sind Per- ionerr und Vereinigungen der vorbezeichneten Art verpflichtet, die nachsteuer- oocr nachgollpflich^ige Erzeugnisse im Besitze haben. Brennholz aus Waldungen. Es ist der Negierung durch besondere gesetzliche Vorschriften das Recht zu geben, jeder Gemeinde nach einem bestimmten Vcrterlung^uiaßstab Holz zuzuweisen, das die Gemeinden alsdann an die Verbraucher zu verteilen haben. Die Regierung soll zu diesem Zweck berechtigt werden, von den WaLbeffbern die Fällung des hiernach erforderlichen Holzes zu verlangen. Um, für die Durchführung dieser Ver- sorgung der Bevölkerung mit Brennholz möglichst frühzeitig das bereits gefällte und im Wald sitzende, aber noch nicht verkauste, sowie das zur Fällung gelangende Holz zu erfassen, war es geboten, jetzt schon die in der Verordnung enthaltenen Vorschriften zu treffen. Wie sich aus einer Verordnng des Gesamtministeriums ergibt, beziehen sich die Vorschriften nur^auf die unmittelbare Abgabe von Holz ÄS den Waldungen, also nicht aus die Vorräte der Holzhändler, ferner nur auf dir Veräußerung gegen Entgelt, so daß die Abgabe von Holz auf Grund von Stutzungsrechtcn. Leibgedingsverträgen und bergt nicht betroffen wirb. Soweit Gemeinden nach ben Borschristen der Berorbnung Hol- erwerben, wird es ihnen bei der späteren Zuweisung von Holz ausgerechnet werden. Daher liegt es im Interesse der Gemeinden, baß sic bies bei der Verfügung über erworbenes Brennholz beachten. Getreideausmahlung. Auf Anordnung der ReichSgetreidesbelle wird vom 16. Okwber 1919 ab die Ausmahlung bei Roggen aus 82 vom Hundert, bei Weizen auf 80 o. H., bei Gerste auf 75 v. H. herabgesetzt. Diese Festsetzung güt ganz allgemeüt sür Getreide, das die Reichsgetreidestelle oder ein selbstwirtschaftender Kommunaloer- band oder die Unternehmer landwirtschaftliä^er Betriebe zur Verwendung für menschliche Ernährung ausmahlen lassen. Verlängerung der Frist für den Lreferungszuschlag bei Brotgetreide und Gerste. Auf Anordnung des Landescrnährungs- amtes ist die Frist für Gewährung des September- Lieferungszuschlages für Brotgetreide und Gerste in Höhe von 150 ML. für den Bezirk des Kvm- nrunalverbandes Gießen über den 1. Oktober 1919 um zwei Wochen verlängert worden. Teuerungszuschlag zu der Gebühreno rdnung für die H e ba m m en. Mit Rücksicht auf die herrschende Teuerung werden dic nätze der Gebührenorbnung für die Hebammen mit Wirkung vom L Oktober d, Js. bis guf weiteres verdoppelt^ Dar Lchulkompromitz. Gießen, den 17. Okt. 1919. Nach einleitenden Worten von Lehrer Fischer sprach gestern abend im „Einhorn" Ministerialdirektor Dr. Strecker über das Schulkom- p r o m i ß. Er führte aus, es komme darauf an, das Problem zu sehen, um sich auch mit mancher Kompromißarbeit zufrieden zu geben. Aus dem Wirrwar der Gegensätze müsse das Gemeinsame gefunden werden. Bei seiner Berufung habe er beabsichtigt, die religiösen Schulfragen nid# anzu- rütrcen. Der Austritt der Democraten aus der Er. D>re-MiEcye lynsn bunc nicht die kulturelle Eigenart wrtasten. Das Recch solle von den Sehuldingen nur so viel regulieren, als absolut notwendig sei. Manchs des Weimarer Kompromisses gehe darin schon zu wett. Die Simnltcmschule sei in letzter Stunde durch geschlossenes Auftreten von Baden und Hessen noch gerettet worden. Mc»t dürfe nicht auch auf diesem Boden einen Kampf Hervorrufen. Dafür habe er auch in Weimar Verständnis «funden H146 erkenne die Simultanschule als die höl-cre ^nhulform an. ^Dic Entscheidung über btt Kou- fesiionssckntle sei der Landesvertretung anheim- geitcllt, sie werde auch bei dem neuen Schulgesetz "halten bfeihak Umstritten bleibe die Frage des Rtligwnsuttterricküs in der Simullanschule, deren «ttwicklung nicht abzusehen sei. Er selbst sehe rn emer säuberlichen Trennung den Weg zum Frieden. Wenn die Lkirche das Aussichis recht ausgebe, würde manche Reiberei vcrsclMindcm. Die Reichs versa ssmrg biete immerhin jedem die Mvg- ftch einem Gewissenszloang zu entziehen. Als Erzichungsmacht Tonne die Religion nicht cnt< wbrt werden. Erne Verständigung mit der Kirche sollte nicht zu schwer fallen. Als toeüere Erzie hungsberechtig te Limen die Eltern in iyixxgc, deren Recht ganz entschieden aneeflanm loeroen muffe, ohne daß man die £T urchr aussck-alte. Auch hier müsse eine gung erzielt werden, da die Interessen gememsan» icieiu Es lei eine ?s Leyr:s nrerde ihm Arbeit bringen, aber auch Freude, wie kaum einem dnbereu Berufe. Ju dec Aussprache warf Rechtsanwalt Hornberger dem Redner vor, daß er keinen prakti- lchen Vorschlag gemacht habe, seine Ideen zu verwirklichen. Die. Männer der jetzigen Regierung seien ausgesprochene Kompromißler, die leinen Gedanken konsequent durchsührten. Weiter sprach er für Aushebung des Klassenunterschiedes innerhalb der Lehrerschaft. Privatdozent Dr. Huntemüller verlas einen Beschluß der demokratischen Partei, der die körperliche Ertüchtigung in der Schule fordert und Richtlinien dafür aufstellt. Ein theoretischer Kurius für Leibesübungen sei für Gießen in bieicm Semester erstmalig eingerichtet worden. Rechtsanwalt Peters trat für die konfessionelle Schule ein, womit man auch ben Anordnungen der Kirche entspreche. Das Erziehungsrecht, das den Eltern durch die Verfassung zu- gebüligt sei, lasse man sich nicht antasteu. Die Frage der Simultanschule könne einen Kampf heraufführen. ntmrwm» Worr tee Sptinet. - gtetmrntmad-nTn, bett, dic Zunvwcrrrn-Nachsteuevordmoig — Ta-, .ÄUsäium der in Nutzung her Gemeinden stehenden Obstoaume an Kreissiraßeu. — Berorc- nrmg die Verfügung über Breinttrol» betreffn ■ v.Getociseausmal^un.. — Verlängerung der Frist für dm Lieferviiq- zuschlag bei Brotgetreche und G«ste — Teu crungszuschlag -u der Gebülnsiordnung für d .Hebammen bett. Vom 18. September 1919 — Feldbcreinigung in der Gemarkung Reinhard' lMN, Kreis Gießen. Zuzug von ortsfremden Personen. Alle Bestimmungon, welche bai Zu-ug orts fremder Hkmonat erschweren, finden teure Anwen oung auf alle Flüchtlinge auS Elsaß-Lothringcn und den anderen bisi-er deutschen Gebieten unb alle bisher dort ansässigen Deutschen, die zum Verlassen ihres bisherigen Wohnsitzes gezwungen wvrocu sind, auf rurückrehrendc ILnegS- uuo Zrvilgefangcn< um Einvenrehnten mit den KriogsgefangaL'nheiin kehrflellrn; auf Personen, die fett 1. August 1911 nur Älufuahme von Arbeit rn einen anderen Ct. g'jogen und in ihren früheren Wvlmort zurückleh- ren; auf Sicia'jß- und Staatsbeamte oder -bedien- slete, die ans dienstlichem Interesse versetzt werben. BrZefkasten der Ncdaktkon. A. L. Die bis jetzt erlassenen gesetzlichen Bestimmungen enthalten darüber nichts. Nach § 71 des Gesetzes über das Branntweinmonopol wird das letztere unter Aufsicht des Reichskanzlers von einem Letter, dem Monopolamt (Berlin) und der Verwertungsstelle verwaltet. Wenoen Sie sich an das Branntweinmonopolamt in Berlin. LSUvriM dienen. -m. Hungen, 16. Okt. Tie seit l.Ahrll d.-J. hier einquartlerte Eskadron tvS Reichs we h r- 18 (5. Trag.-Regt. 23) hat gestern früh unser Stadihim verlassen und siedelte m die Kalerne nach L>anau über. Sau te*c, 12. Okt. Wie segensreich das Wirken cinzclner PersonLn ost für eine Gemeinde wiu^iunn, zeigt »viWer das Ergebnis unserer Obsternte. Für die Gemeindekasse allein wurden aus der Obsternte rund 40 000 Mk. erzielt, dazu Gano. med. Görlack forderte, daß man bet Jugend Platz und ein Recht auf sich selbst gebe. Auf die Ausführungen der Dislu swnsredner ging Pros. Ur Habt ein und wandte sich be- wnders gegen die Ausführungen von Rechtsanwalt Pcters. Das Zurückstcllen aller Gegensätze sei notwendig, das werde in der Simultan- langcbahnt. Kvnses.ionelle Schule setze ton- sestionelle Leitung voraus, die Leitung sei aber Sache des Staates. — Frau Rechtsanwalt Peters sprach nochmals für die Konzes.ionsfchule. Oberlehrer Freitag begrüßte das V^tpr.cheii eii.ec idealen Weiterbttdung des Lelucr^anbes, ver.angte aber auch seine materielle Sicherstellung. — CaÄ. phil. Ecker sprach über den tZegen,atz zwischen Volksschullehrer und akademisch gebildetem Lehrer, hauptsächlich dadurch erzeugt, daß ber Akademiker zum Fachgelehrten erzogen werde. . Der Hauptredner des Abends veit ibigte sich im Schlußwort dagegen, baß die neue Regierung anscheinend noch nichts Posttioes geleiuet habe. Man möge ihr nur noch etwas Zeit gönnen. Die geistige Arbeit an den Schullragen könne nicht von heute auf morgen in die Praxis umgefetzt werden. Zum Schluß wies er nochmals nach, daß die Simultanschule jn der Berfasiung gefichert sei. einrichtungen vertraut zu machen und durch Äb- • ginig einer Fachprüsung ihre Fähigleiten zu beweisen. Diese Evirichtungen fordern einen großen - ostenaufwant». und man beschloß mit Rücksicht mrauf, baß es im Interesse der Sparkassen selbst liegt, tüchtige Beamte zu erziebeu, die Sparkasfcn- ' erwaltungen zu ersuchen, für diese Kosten ans den lährlicken Ueberschüssar einen B>:trag zur Verfügung zu stellen. ** Die Neichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener - Ortsgruppe Gießen - labet alle Aus- getauschten zu einer am 19. Oktober im Restaurant Sauer, Osroalbsgarten, staitfindenden Versammlung ein. Näheres stehe Anzeigenteil. •* Volkstum und Menschheit. Ein Vortrag über dieses Thema, den die Fraumgruppe der Teutschen demokratischen Partei am Tims- tog den 21. Oktober veranstaltet, wird gewiß von vielen mit Fceuden begrüßt werdm, behandelt er doch ein Gebiet, das im Mittelpunkt des politischen Interesses steht unb auf dem noch viel Un» klarheir l)errscht. Von dem Borwagenden, Prof. Fritzsche, ist tiefgehende Belehrung und Einführung in bie betreffenden Fragen zu erwarten. Ter Vvrlrag hat in Tarmslodt bei einem erlesenen Publikum lebhaftes Interesse erweckt, unb w rft zu lassen, baß er auch hier eine zahlreich.' Zuhörerschaft anziehen wird. Freie Aussprache nrch dem Vortrag. (Siehe Anzeige.) Lebensfreude und sieghafter Mille. Auf diesen Richtlinien baute am Mittwoch abend der Vortragslünstler Werner von Biumenfeld fern Programm aus, das eine Anzahl kern Hafter Dichtungen il o bie Feststellung einn genau bezeichneten Bankiwte. Auch eine Vorführung ohne Kontakt -utt dem Medium gelang. Am Schluffe gab es noch eine Auseinandersetzung, in deren Verlauf Cumberland hecvorhob, baß seine Leistungen nicht etwa au> übersinnliche Kräfte, sondern auf feine in jahrelanger Hebung errungene außerordentliche Cmpfiudlichkeit bet Sürne und der Nerven zu- rückaeführt werden müssen. Eine wettere Vorstellung über Spiritismus soll bemnächst stattfin- ben. ** Lichtspielhaus. Heute bis einschl. Montag wird Aphrodite, ein Drama in 6 Akten, gegeben, : das herrliche Naturaufnahmen bringt • , .. —-e7'------- Amtsverkünbigungsblatt schaffen das auch die relrgwien Fragen aus- Nr. 105 vom 16. Oktober enthält: Bekannt- |tr uns schreibt, seine Mitglieder auf vorigen Sonntag nach Frankfurt a. M. zur ersten Tagung eingeladen, zu der sich eine große Anzahl Mitglieder enrsanben. Ucber bie auf der Tagesordnung _____lluw wuvu >2A-X rajltll ftejenbe Gehalts- ^Teuerungszulage cutwickeltc I kommen noch bettächtlich« Summen, bie die einzelnen fiA enre Icb^aitc Ansfprachc. -Jtau beschloß, ju- • ©runbbefitjer eingenommen haben. Die bebeutenben®e» nächst mit eurem Vorgehen an bie Organe bet!—•• ■ Sparkaffen mit Rücksicht auf bie in Aussicht gestellte allgemeine Besalbungscegulierung lür Reichs-, Staats- unb Itommunalbcamte Abstanb W ncljmen, aber schon jetzt bie Sparkasselcitungen ?n ersuchen, int Hinblick auf die allgemeine trostlose Lage der Beamten, burch Gewährung von Gehalts- unb Teuerungszulagen auch bic Svar- lassenbeamten vor einer wett-wen Notlage zu schützen. — Der Verimnb versolgt aber auch vor- Sn; sx « ° V ” aT v-0 ‘ i ‘ ® Vv ’ uehmlich den Zweck, durch Abhaltung von Fach.! fl Snb.rQ,,1 9,do;u .bet. 950^tin.th,3unb .Auffichts- SM» WWiRiflt ömn vs Tsetflen mirpimw 6 Leib), Walltorstr. 36—38, in Gießen statt- 1, ist im Anzeigenteil zu ersehen. **- Der im vorigen Jahre gegrün- ; bete hessische Sparkassen beamten- , Perband, ber ixm Allgemeuien deutschen Spar- i Eassenbeamtenverbanb angegliedert ist, Ixttte, wie NW MMW «W I SJ,'i i-UjV I I -- • t. ?»•' Achtung! Achtung! i Heilquelle KarlSsprudel, nabe der Setter- serarenze, iviskirchen 14, Fernruf Nr. L (63O5D Kaffenschrank S'ÄÄ'Ä werden geeignete Räume SÄL L«; Settersweg. Sahnhofstrahr IKfc”nIer' Boonitr. 18ÜL A.lUuvAH CttZMhrnri&am umC Etwas Feines AU U OEL MOK‘ sasuH- KHEM Kragen Manschetten Vorhemden LouisRothenberger LNcuenwegW. Lei. 178. .iar au A 1 io neu au > w< Kl m< bt A> du C 11 Wansdißtten-SdiMer wieder eingetroffeu Julius Schulze Mert AU oe Leit (Eintn dünke au ued 019826 Ituoi 0UK> fi 'i n l seicht u. Podagra, Blasen- u. Nieren leiden, öfflCn etc ne in Nieren und Blase, lSallensteine, (Slrocthnbnonn, Zuckertrankhe,'. nervöse Magen- leiden. Grippe u- alle Arien Katarrhe trinkt inan tescl Wfl- Ankc u |Stellana^efrötej Reise und Platzvertreter von gutem Lause gesucht. Geil. Slngcbote mit Angabe der Branche, In welcher gut cingesühri, erbeten unter F. W. 4M3 an Rudolf »oMoe, WicSbadcn. 11870», ^0t0‘ Mty Apparate sämtliche Bedarfs-Artikel aus dein Londe. CcbrihL Angebote unter 019Ü0G an den «iegener Anzeiger zur Aushilfe ges. ,i«»D Htzgicnifches Znttitut, Frankiurter Str. 101. fABRIMl otre rmuasiAe>:i3Ofrt*e*ai Seo* .m3 Gardinen aller Art Gi*»c abgevaht n. am Stück. Einladung. As Mn, iltin ?0. Mber 1919, soü im mvkm Lule 6« (Safe Leib, VsStsrßr-ßc in Site«, °b 10 Uhr lomittW tixt Besprechung über Kartoffelbelieferung der Bevölkerung des Kreises Blessen stattfinden. Hierzu sind sämtliche Arbeiter-, Angestellten, und Beamtenausschusivertreter aller Privat- und Staatsbetriebe im Kreise Gibtzen freundlichst eingeladen. 019953 Persönlicher Ausweis erwünscht. Vereinigte CisenbahnbeamteM u. Arbeiterausschüssc Gießen. AU U. ( Tüchtiges Mädchen z. Führung d. Haushaltes v. älterem alletnst. Herrn ncfrdjL Eintritt möglichst 1. November. 019962 -j 1 u he reo Neustadt 28. Strumpfband Strumpfhalter = Sockenhalter preiswert eingetroffen Jelins Schoko Lauffrau oder Mädchen gesucht. ___Ttevbauftr. 3 p. Lang. Daw-Memaiiicl hfll ü.Mtttßroh Pie W.U1M», Weo StCl |»« kaulcu scfnAt. Gu«, Danksagung. Siir die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden uufcrce teuren Entichlafeuen fcocit wir aur diesem Wege innigsten Tank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen, grau R-Wttthe ö-ns-It. WieseL den 16. Oktober 1919. Hauptagentur zu vergeben. Alte, eingeführte Feuerversicherungs-Gesellschaft mit erheblichem Inkasso sucht für Gießen einen rührigen Herrn mit guten Beziehungen zur Führung ihrer Hauptagentur. Schriftliche Angebote unter 11807 an den Gießener Anzeiger. pr Lichtspielhaus T Heute bis einschließlich Montag ' Vornehmen Famlllen-Programm: Aphrodite k Kunst-Drama in 6 Akten. — Noch nie > hat Gießen so herrliche Naturauf-^gÄ nahmen gesehen wie in „ Aphrodite^^^^^H^k IP.geldeßcrrMjel, ft( .h nrbeit^Tu verlaufen. 8ettlig. Kleider 019974 Hammstr. 71. Schuhk Lebertran- Emnlsio^ EiseBtiDktor Haemalegeu toa-lecin Eisen-Trepon M-stüM Bein. Htotracl Biotoal- Servenaahmg toaiedliap* LecIlerrlE-laMen DaUmaoo'i Kolapaslülen sowie allesonstigen Kräftigungsmittel empfiehlt tmtC taz-We Bahnhofstr. 51. kttion Amateur: ambealon Central - Drogerie E. Karo Schelsirasse (fr.Kaiserh.)___________________ Photo-Arbeiten prompt I f(na ö. Berkaus V0U nnd^cteste----1 $6Ml# Silber, Einf. möbl. Zimmer für tofort aeiucht. 020025 Gori Nikel. Sonnenstragc 91. । DrMÄch-r-iEd-lw-iß oi»w» Ncueu-Bauc 2III. 1 «leid für mlttL Figur, 1 «ackfifchiacke, rot, 2 Damcn-Winter-Hüte, 1 Paar Dam.-Gummt' fchube, Gr. W, 1 Brie; lasche, Zigarrenetui n. lu.echtled.Portemoun. 1 eiievue Bettstelle zu Planere für Hemden u. Blusen in bester Qualität 80 cm breit u** Mtr. Mk.12.50 u. 11.00 CffTodehaus Qalcmon Vcicfct UrteaSbeachaolq ter, lcdtg, intelligent, mit feinem Gehör, guter Aussprache, gewandten Um« gangssormen, vonanstän- digei, durch Zeugntste be- legier Gesinnung — tüT Berlrauen'oosten gegen gute Bezahlung, bei freier «Ltanon u. Ticnstlleidung alvbaldgcs. Meld.m.auü- fübxl. VcbcnSlauf unter 11789V an den Gieh. Sn». Hansbnrsche dct sofort mf bt 1 855 Scttc.Sweg SS. KMt.LslUlljllM » im Aufträgen gesucht. 1 s'd______Ohiit. Geige. Siiiöto Bitt «i'BH »um l'ckdenputzen gesucht 080024 yivibcu^lau " All- Hiih Bttkns Sold, Silber, vrlllanten, Ferngläser, Antiquitäten, Möbel,gLnzeLiurichtvngen Wäsch«, Herren« und va- u.en.leider, sowie Srgen- stär.dr aller Art. Hans Kratz, 019987 Brandgasse 8. Änfuffirterin f. einige ®Wt. norm. ges. 019985 Rieaelvfnd »0. 18000 awt auf 2. Hvvothek auf ein crstkl. Gesck'äitsbau» von einem oünktl. ZiuSzabler u leihen gesucht. Schriftl. lng.u. 020021 a-Gieff-Anz Student wünscht ein vollständiges Bett für 1 Semester au mteteaj Schr. Angeb. unt. 020020 a. d. Giexener Anzeiger Fräulein, im Geschält tätig, sucht zum L Nov. möbl. Zimmer möal. mit voller Pension 2chr. Angeb. mit Preis u. 11774 an den Gies;. Anz. Student sucht ab L 11.19 möbl. Zimmer. Schr. Angeb. unt. 019893 an den Gteb- Anz. erbet. Allenntehender, ruhiger Herr sucht sofort möblierte* Zimmer. Schrijtl. Angebote unter 019991 an den Gien. Anz. TilA. Uäöltztll für sofort oder 1. Nov. bei hohem i'ohn gesucht. 11770 Frau Struck, Marburger Str. 9. Zum L oder 15. sJtoö. getundeS selbständiges e Mädchen i in angenehme stelle ges. Näh. SrOVtrl. Plockstr.7. Klndccfrüu le In wenn inögl. der englischen Dvrache mächtig, zu zwei aus England zurückge- kehrten Kindern (8 u. 10 I. alt) für nachmittags gesucht. Borzustellen zw. 0 ir. 8 Nbr abdS. bet «“*« Frau Mar Friedberaer, Süd-Anlage 5 II. Junges Mädchen ober Fran für einige Stunden vormittag» zur Lttthilie in der Hausarbeit gesucht. Borzustellen »wisch, (i und 8 Uhr abends. Frau Hm Friedberger, Mtw Sud-Anlage 511. Anitänd. Arbeiter kann Schlasuelle erhalten Mi*., Lijweuaane IX Glea. möbl. zimmer, 2 Sletten, mit Tension oder ztuchenoen. sofort zu vernneten Ludwiattrastc 37 IT. BlatmÖbL Lllor. m.2Bett. z. vm. Harittpl- 13,1V. °"™ SÄlassl. nt el.Ltcht ?.vrn. ■ An flenBahnh3 «n | Mietgesuche"! 2—3 Zimmer Wohnung von jungem Ehepaar tÄe- amten ver bald gesucht. Schrifll. Ängeb. unter HSjti an den Gl?'';- Anz. Metallbetten . M ... ..... Stahldrabtmatr^Kinder-1 ÄNtt^NltÜteN, bett., Bolster a. Iederm. sowieNebernahmeganzer Katal. frei. EUenmöbel« (Linrichtungen. Mu sabrik,Sublt.Tdur.«.hv' - --- - - dreiarmig, m. Auglamve, zu verLauien. 0200Ä) 7jrantiirrter Str. 4 I. e MtÄ-ishlMM» maschrnen zu verkaujen. 019978 neu uni) gebr., gesucht.! Schnhseeicaaft, Sostem, Preis, Schrift- Licblgitrake b->. örobc erbittet R. Güuz- 1 £Ät$a”raaTia 1P. neue led. Herren- Jalousie-Schreibtisch 1 ® bTtemaicbiee Zentralverschluß 1 Lameumantelidunkel. .u lauf. ges. Offert, unter grün, reine Wolle) i^.., 530 an ..Äerao“, iu oerkauien. MjileldeutscheLlnnoncen- gonntHÜtait 14 Ul. Gebr. Fayrrav Untcrrock, Sn«! mit 18U kaufen gesucht. 020022 SÄÄ» ®. Rübsamen. ßttetpäfmerfTäuft R-Aalsze 391. nwi «r-»«-"- «■ Lackschuhe ion):c Mcl aller Art b“ns°ÄLeuil OlÄjMMlS. bU.'ru»w-w.<«,-d^ Taiiicnlnlksiicskl lsn^;ryÄi| neu, Gr. 3),5, zu verkauf. » wiwä 8«,euren . A,tera-en M p. kauft Dunleldlauer Änzug L”- 5S wen. getr^ FriedenSw., z.1 verk. L18blgitr. 73 ü. S- Stuhle zu verk. ».»»»» Vamlaror V. 85 p. r. TüWiiiki'iiEüiitfötii mit 300 Gefachen zu verk. -*->* tvallubofftr. 60 l. tiastirone Einigt Pferde, darunter 2 schwere, zu verkaufen. ^Näheres axMt) Sonnenttr. S, H. Zu verk. 1 deutsch. gerichL — bchlkferhur.d — IRüde) 1‘ ,J. alt, schwarz« grauer Strobel, seit. Sin- vacker ohne Schad. Preis nach Uebcrcintnnft. 11843 Otto Rahn, Schäfer, rret»ase»n, Str. Schott., H. kaurbesitzer! Für ein elegantes, der Neuzeit entsprechendes (tchtspielhans 0197, Wut m Lae um* Besseres erfahrenes Mädchen sucht Stelle. Schr. Angeb. u. 010961 an d. Gieß. Anz. Miicheo M Maag zur Aushilfe ob. für ganz, mögt in kleinem, feinem Haushalt. Schr. Angeb. u.020012 a. d. G. Anz. erb. I Verkaufe Die Auftraggeber kleiner Verkaufs - Lnzeigcn werden gebeten, unter allen ver« artigen Angeboten ihre Avrelse (Strafe, Hausnummer und Stodt- werb);u verSffentUchen. Soll di« Adretzc verdritN bleiben, so wolle man schriftliche Angebot« unter der Untcigcnnummcr sordrrn. Auskunft über Adressen u. s. f. durch die Deschästsstell« kann niSft trttUl werden. Student sucht zu sofort Möbl. ZiAlttr. Angeb. an C. Hammel, Loberitrahe 5. 019052 »SdllivrtC's Llmrnvr mit 2 Betten, mögt mit voller Penstott, öon zwei Schülern gesucht. Schriftl. Slngeboie unter 019907 an den Olieh. An», erbeten. Möbl. Zimmer sofort ncfuoDi. Schrtfti. Angeb. unter 019089 an den Gieh. Anz. ■» Hohl. Zimmer nt Licht und Heizung von Student sofort ges. Schriktl. Angeb. unt. Ol'.Wfl a. d. Gieg. Anz. Solider Herr sucht per sofort icbön möbliertes Zimmer ohne Pension, eutl. mit Klavier, mögt zentrale Lage. Schriftl. Angeboie unter 020910 an den Gieh. An», erbeten. Vermögensverwaltungen, Revisionen - '" ' Bilanz- " Steuer- Reinhold Gehrke, Büchenevisor, Sechvaratanlloor la Baak- u. BlraenwesenLliWe Bad-Nauheim, Hauptstraße 7. Auf Wunsch jederz. Besuch, auch nach auswärts. UXcürcre Gäusc und guten abzugeben. 010980 11. Meyer, Wieseck. ReueS S-ZiunucrlMS mit 4Etaa. zu verk. Schr. Ang, u. 020g. bess.Tame Ltvkret. Bedingg. etbr. Ang, u. 010972 a. d-Giest-A- Zugelaufen s bcntidict Slbüscrbuttd. Abzuh. geg. Rückerstatt. d. .Zeitunasaeb. u. Futter'. FoLSimon, Nen'tadtSl. | Vereine | IHHIIIIIIIIIIlillllllllllHllll'lllllllHB blsüogr.-lißsülisßh. Gabels iergero.DameDaiteGg.Lf. TamStag, 18. CfLfri*6 Fr«nks«rter Hof. unuinniniiHnnugmiHuiuiimai Bavaria. k Sametag. 18. Oktofc- 1910, abends: „Astoria, §auSiaöh6tn gesicht. Zu sprechen mittags 12 Ubr in der Sliutk Francs. Str. 99. iianeD Fran Celialmrat Sogmer. Stellengesuch j Zahnttlhlliker in Gold- und Kautschuk« arbeit gut bewandert, sucht Stellung. (Operatioe Kenntnisse). Schr. Angeb. u. 020019 a. d. G. Anz. erb. FrlsourgehiHeUtoUtcbeur) ucht z. I.Nov. oder später Stellung nm liebsten in Gieben. Schriftl. Angeb. mit Lohnangabe unter 11853 an den Giegener Anzeiger erbeten._______ Fräulein erfahr, in allen vorkomm. Arbeiten, sucht Stelle als Stütze. Schriftl. Angeb. unt.020028 a. d. Giest.Anz. 2 jg. Plädchen v- Lande suchen Stellung in ben- Hause, wo ihnen Gelegenheit gegeben ist, den Haus« halt gründ!, zu erlernen. «Ohne gegenseitige Ler« gütung.) Schr. Angeb. u. 019747 an den Gieh. Anz. Sauberes, zuvcrlän. Müdche» Frau Dapper, Schotte«, Gederuer Str. Tüchtig, selbst. Mädchen ober enfache Stütze zu einzel. Dame ges. U8K> (sloetbcstrastc 6311L Dienstmädchen geirrcht. ffnnit für Hautkranke. Küchenmädlben gesucht. 11604V Provinzial- Siechenaustalt. LÜA«Mädchen da- selbständig kochen für gröberen HauShalt gesucht. Schr. Angeb. unt. 11767 an den Gieh. Anz. i?Ä» Mädchen für kleinen Haushalt gesucht. (>>nrtcnfttahc26 I, zwischen 11 u. 1 Uhr. ,lw>,i lilhtißes MäSüicii für oorrntttagv ober tagsüber gesucht. 01WJ84 Frau (F. Reiber, ______^elterSwea 88 il Mädchen für Haus- und Gart em arbeit gesucht- U1VU77 Srou Sir, Gr. Steinweg /. Tüchtigee), soltdeo Mädchen zutu 1. Novbr. bet gutem Vobu gesucht O2U0O6 Gvctucstrahc 34 I. Verschiedenes) Gründlicher Vfolöfl-CeHo-Onterrlchl wird erteilt, sowie Rach hilicstundeu in satntltch- >ächern der Musik. Schr.' Ingeb. unt. 019K85 an den Giehener Anzeiger erdet. SP Latein. 42 Unterricht von Anfänger gesucht. Schr. Angebote mit «tunbenoreiß unter 019996 an ben «leb. Auz. Junge Wirtsleute suchen eine gut gebende 93irK*at* in der ®tabt . pin)3jB|l ob. mit Saal möglichst bald beziehbar, zu kaufen gesucht. Schr. Angebote unter 019831 an den Giefrener Anzeiger. Schreib- Ausstattungen ^n£Sle. eirSatoren, Clysos» Buschen, Milchpampen. Brusthütchen, Leibbinden, sämtliche Desinfektionsmittel, ferner Dam en binden und -Gürtel emPv?«n preiswert 11110c Medizinal-Drogerie „Zum Kreuzplatz“ Krenzplata 0—10. __ ===== Für Damenbedarfsartikel nur Damenbedienung. : VodenauSzügeu------- ,----------------------, zngeben. 11872 Guterhaltene |-------- __. »bgurn KnabBB-ILWedesMlr |Empfehlungen] cu._afprc Für lerzle u. Sebnlen! WMZZ Handwagen 3 Elektristeravvarate jTasclobst) zu verkaufen. 3 | ffutWolle wiea. su« m- iLhromsäure-Tletneitt. Uac-bael-, Ecke Nodh. Leiterwaqen abzugcbcu. 0^011 u. Schützenstrane. 019902 Kasienwaoen üeinr. Döring I., I - 't.'i’ifte U-70023 Ixasienwdgen Grosteu-Buseckb.Giehen Einzelne Rader Gebr. Bettstelle mit ©Pt- -iöfSlcJltHClt Qarfl Schlinck ralmatratze u. dreiteilige, 2 a m s t a a auf Iflammmer Caiberi ned Oöwnldsaartert. _ Bahnho.str. ü2 Krautfafl btll. zu verkauf. , ------- neben Cafe Ameno. o‘*^ watziaMrw.ui._r; | Kawfgesucho | -f—-----— Froster 6tn Gespann mittelschw. äu Ackerpferde ---mit mögl. einer Stute zu kaufen aes. Schr. Angeb. u. 019992 au d. Gieh. Anz. für Arzt, in guter ^age der Stadt, ff"“* wenn Wohnung Nr. 245 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Zrettag, \l. Moder 191g —W——■—»—■WJUiM. i —I « ■ i ■ ilii ... ■ . ... _ Deutsche Nationalversammlung. Sitzung vom 16. Oktober. Am Ministcrtisch: Dr. Koch, Dr. 93eil. Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 1.20 Uhr. Ten mündlichen Bericht des parlamentarffchcn Unterausschusses betr. die Unterausschüsse, den Arbeitsplan uin>. erstattet Abg. Tr. Petersen (Dem.). Vom Ausschuß h>irb u. tu beantragt, daß sämtliche von beit Unterausschüssen zu vernehmenden Beamten von der Pflicht der Amtsverschwie- yenheit entbunden werden. Tie Anträge des Ausschusses werden angenommen. Es folgt die Jnter- pellation Arnstadt betr. gesetzliche Einführung der Zensur für Lichtspiele, gesetzliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Schrttw- und Schmutzliteratur sonne zum Schutz der Jugend bei öffentlichen Schaustellungen und Darbietungen. Abg. Dr. Mumm (Deutscl)-Natl.): Die Ge- Gefahr für unser Polt, die rhm aus der Schund- literatur droht, ist so groß, das; unter Hintansetzung aller Parteigegensätze sich eine Partei der anständigen Leute bilden muß, die dagegen vorgeht, zumal von der Negiermrg nichts geschieht. Der durchgängige Spielplan der Lichtspieltheater in Berlin und den Provinzen ist Volksverwüstung schlimmster Art. Tas beste Mittel bagegen wäre die Konzession ierung. Ich persönlich würde eine Sozialisierung für erwägenswert b alten. Und würden die Kinos nicht eine gute Einnahmequelle für die Kommunalsteuern bilden? Minister Dr. Koch: Alle gefunben Kräfte unseres Volkes müssen zusammenstehen, um gegen den Schmutz vorzugehen. Ich lasse eine Novelle ausarbeiten über die Zensur der Kino- theater, die Ihn«: alsbald zugegen wird. Das neue Kommunalisierungsgcsetz wird den Gemeinden Mittel in die Hand geben, die Kinos in den Dienst der Volksbildung zu stellen mü> ihre Auswüchse zu unterdrücken. Schwieriger ist die Frage der Schundliteratur. Die Polizei hat freilich ihre Mittel nicht überall ausgenutzt. Bevor ich aber hier an ein Gesetz heranaehe, wlll ich umfangreiche Besprechungen mit Fachleuten abhalten. Dir Besprechung der llnterpallation wird verbunden mit der Beratung des Haushalts des Rrichsmirristeriums des J-nnenr. Abg. Hoch (Soz.) berichtet übet die Aus- schuftverhandlungen. Minister Tr. Koch: Ich will mein Amt sachlich und ohne Boreingenommenheit ausüben. Ti: öffentliche Ordnung im Reicks must wieder her- gestelll werden. Durch eine Reihe von Gesetzen müssen die Zustände den jetzigen AnfordwUTmen genähert toertxeiL Auf die Tauer hängt das Bolk nur dem an, der ihm die Ordnung bringt 26er ihm die Freiheit bringen wlll, must ihm die Ordnung bringen. Unser Volk ist seelisch noch nicht gesundet; darum sollte man es nicht in neue Peric>ssun gskrämpfe stürzen. Mit dem ReichArrhr- ininister bin ich der Ueberzeugung, dast es an d'r >Zeit ist, die Hut der öffentlicher! Ordnung allmählich aus den Händen des Militärs in die der bürgerlichen Polizei überzuführen. Zuerst soll :r-i? Wafferpolizei geschaffen werden; sodann eine minalpolizei, die über die Grenzen der Glieo- ftaaten hrnüberreicht. Tie Aufgabe der Demokratie ist es ferner, die Reichseinheit zu fördern. Ter 2ßeg zum Einheitsstaat ist frei Diese Entwickelung kann ruhig und ohne Verätzung der Länder vor sich gehen. Aber das Reich kann verlangen, dast jede wichtige Frag; als Frage d^Reichs -behandelt werde. Die Aus ührung muß immer bei den Ländern und Kommunen liegen. Unter Berücksichtigung der Rechte der Beamten und unter Einfülirung ihrer Mitwirkung wird eine Verein- leitl ch mg b.T Verhä tnisse der Beamten an.estrsbt werden müssen. Alle Beamten, auch die hoben, /müssen auskömmliche Gehäller erhalten. Ein Q3e»* setz gegen den ?llkol)vlmitzbrauch wird vorbereitet Mr Auswanderungsgesetz soll unsere Mswanderer draußen richtig leiten und vor Ausbeutimg schützen. Ich gehe an mein Amt ohne übertriebenen Optimismus beran. In iriefem Wircter wird sich das Schicksal unseres Volkes entscheiden. Auf Jahre hinaus ist bei uns feine Regierung ohne Arbeiter möglich, aber auch keine Regierung nur aus Llr- beitem. Die Demokraten wollen versuchen, dem deutschen Volke yr helfen und ich bitte dabei ton die Unterstützung des Hauses. (Beifall bei den 'Mehrheitsparteien.) Abg. Dr. Braun« Frank en(st): DasReichsminifle- thxm des Innern mutz für die Wissenschaften sich ein- setzen. Schulen und Universitäten müssen auf das Reich übernommen werden. Man muß endlich über die bloßen Konferenzen Hinwegkommen. Das germanische Museum, die Deulsche Bücherei in Leipzig und andere großartige Institute müssen vom Reich gestützt werden. Das llommunalisierungsgeseh muß schleunigst kommen. Wir sind bereit, die neuen Männer im Ministerium in ihrer Arbeitsfreudigkeit zu unterstützen. Abg. Frau Zeltler lZtr.) tritt für vermehrte Tätigkeit auf dem Gebiete der Jugendpflege ein. Abg. Nu^chke (Dem.): Da die staatliche Filmzensur kommt, müsse die Filmindustrie selbst Zensur üben. Da aber das Kino nun einmal vielen Tausenden Alles ist, so sollte es benutzt werden, um zu belehren, un besten Sinne rrufzu- ftären und zu bessern. In der Irgendwo hl fahrts- pflege muß eine gewisse Einheitlichkeit im Reiche herrschen. Die Jugend muß mit der Wirtsck>afts- Politik und der Außenpolitik bekamit gemacht werden, besonders in den Fortbildungsschulen. Das wird die Jugend ablenl'en von den faden unb schädlichen ißergnügungm. Abg. Tr. v. Delbrück (Deutsck-Natl): Die Notweiio:gleit der Teilung des Reichsamts des Innern war längiti klar; aber jetzt ist die Teilung vielleicht etwas reichlich und es könnte kommen, bas verwandte Materien wieder zusamm mgelegt iverben müssen. Der zweite UnteTstaatssellelär im Muusterrum ist überflüssig. In den Ausschüssen müssen Fachleute unb Beteiligt'e gehört werden. Vorschüsse sind in misreichcilbem Ntaße zu go währeir. Atinister Dr. ^och: Ich gebe zu, daß bei der Jugendpflege nicht zu viel zentralisiert werden darf. In den meisten Städten ist der Neubau von Kinos schon jetzt verboten, und es ist verboten zu solchen Zwecken Baumaterial herzugeben. Das Mögliche soll geschehen um die Verbote durchzusetzen. Abg. Beuermann (Dpt.): Die große «Beamten» reform für das ganze Reich muß unter Hinzuziehung der Beamten durchgeführt werden. Die Reichsjchul- reform begrüße ich durchaus, doch sollte man die Volkshochschulen nicht in bureaukratische Fesseln legen. Hier darf das Reich nur mit Geld helfen. Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf morgen 1 Uhr: Außerdem Anfragen und Reichs» arbeitsministerium, Schluß 6 Uhr. Art- Stadt und Land. Gießen - den 17. Okt. ISIS, Neue Fürsorgernakuahmerr für Wöch«eriu«en. Bereits während des Krieges wurde durch Erlaß mehrerer Bundesratsverordnuugen eure weitgehende Fillsorge für Wöchnerinnen eingerichtet. Das kürzlich verabschiedete, mit Wirkung vorn 1. Oktober 1919 in Kraft getretene, Gesetz über Wochenhilfe und Wochen für sorge sieht in Abänderung der Bestimmungen der Rerchsver- sicherungsord-närngeine wesentliche Erweiterung des Kreises der Bezugberechtigten und der Leistungen gegenüber den alten gesetzlichen Bestimmungen vor. Bor allem erhalten' die weiblichen Mitglieder der Lrrmkenrassen im Falle ihrer Niederkunft 1. einen einmaligen Beitrag zu bar Kvsten ber Entbindung in Hohe von 50 Mk.; 2. ein Wochengeld in Höhe des Kranöengrides, jedoch mindestens 1.50 Mk. täglich einMteß- lich der Sonn- und Feiertag« für zehn Wochen, von denen mindestens sechs in die Zeit nach der Niederkunft fallen müssen; 3. eine Beihilfe bis zum Betrage von 25 Mk. für Hebammendienste unb ärztliche Behandlung, falls solche bei Sen, die Mehraufwendungen zu decken. Eine Bitte der Eisenbahnverwalt««g. Eine weitere hrirffante Einschränkung des Person mmrkehrs, tote sie im Osten zur Abfuhr d:r bärtigen Kohlenvorräte unvermeidlich ist, bringt der Eisenbalmverwa tung außerordentliche Schwierigkeiten. Einmal verfügt sie nicht über die nö- tigen MittÄ, um den überflüssigen vom notwendigen Reiseverkehr zu trennen, baten werden die Euffckssänkungen der Fahrgelegenheiten vielfach dadurch unjvirtiam gemacht, daß nach wie vor Reisen unternommen luectren, bereu Notwendigkeit nicht immer einwandfrei erscheint. Fortgesrtzt werden Fackperiammlungen, Kongresse, Zusammenkünfte rojt Interessenten, ja fogar große Mesfm veranstaltet, die nicht unerhebliche Zugleistungen er» foroern. Es geschieht dies gerade zu einer Zeit, wo die Strafte der Eisenbahnen für die Kohlenabfuhr sowieso nicht ausreichen unb die Rückbeförderung der Gefangenen unb Flüchtlinge außer* geicöhnliche, unabioeisbare Anforderungen an die Eisenbahner stellen. Ter Minister der öffentlichen Arbeiten in Preußen hat deshalb die Ressortminister des Reiches und von .Prsuften sowie die Poen- ßiiche Staatsregiermkg ersucht, ihn bei der Einschränkung zu unterstützen. Aber auch an dir weitesten Kreise ergeht jetzt die dringende Mahnung, alle nicht dringend netteren big en Reisen zu unterlassen unb Bevanstalrimgen zu vermeiden, die zu Reisen mit der Eisenbahn Anlaß geben. Ties gilt ganz besonders für die Monate, in treuen ber Herbstverkehr außerordentliche Anitzrüche an dve AerVri-rsMrstaiten stellt. r ’♦ A mriliche Persvnalrrüchrichten. Tem Pfarrer Paul Schorleinmer zu Frischborn wurde am 7. Oktober 1919 die zweite evangelische Psarrstelle zu Lich übertragen. ** Ausgabe neuer Münzen. Die Ausgabe der neuen 50-Pfennigstücke aus Aluminium an die Reichsbank toirb voraussichtlich noch in diesem Monat erfob gen. Es sollen 100 Millibnen neue 50-Pfcn- nigstücke au§gegeben werden. Für die Hei> [teltung von neuen Enr- und Zweipfennig- stücken wird zur Zeit noch eine neue Legierung gesucht. ** Das „Aufgel d" für die Zahlmig der Zölle in Gold beträgt für die Zeit vom 13. biss 19. Oktober 450 v. H. ** Gebührenfreie Zeitungsüb'er^ Weisungen, lieber gebührenfreie Zetiungsüber-i Weisungen hat das ReichsposMriiiisterimn neue Be- stinunungen in die Dienstanweisungen für die Be-l amten auigenommeu. Diese llcbenrreifungen sind! gebührenfrei, wenn der Bezieher aus dem Bestcll- lrezirk einer Postanstalt in den Beftellberzirk einer anderen Postanstalt innerhalb desselben Postortss verzieht. Unter Bestcllbezirk ist hierbei Orts- und Lcnrdbestellbezirk zu verstehen; eine Gebühr ist auch bann nicht zu entrichten, wenn ber Bezieher inu Laufe der Bezugszeit iirnerhalb der Bestellbezirkej ber dem glcidfcn politischen ® emcinirebe5.tr t aiv» gehörendeit Postort verzieht z. B. aus dem poltiifch in Berlin-Wilmersborf belegcnen Beste! lbezirfl eines Berliner Postamts in den des Postamts Ber^ lin-Wilnrersdorf. Eine Gebühr wird endlich nicht: erhoben, wenn ein Berlagsstück infolge eines Irrtums des Verlegers über die Abgrenzung ber Bestellbezirke unrichtig für eilt Vororts- statt für ein Orts-Postamt und unngekehrt angemelbet wird., Voraussetzung ist auch hierbri, daß es sich um bcatj gleichen politischen Gemeindebezirk handelt, z. B./ für einen Bezieherr in ber politischen Gemeinde Berlin-Wilmersdorf an das Postamt I Berlin- Wilmersdorf statt an das Postamt XV Berlin W.' ** Wichtig für Rentenempfänger. Tie Kriegsteilnehmer, die als Rmtenempfänger! zum Heeresdienst erneut cinberufeu worden find und deren Versorgungsverhällnisse wähvend d:p Zeit ihrer Wiederheranziehung bis zu Vzo den bezogenen Löhnung gieruht haben, stehnt teckweis^ noch nicht im Genutz ihrer vollen Bezüge, well das Regelungsverfahven erhebliche Zeit in An^ sprach nimmt Es mehren sich daher die Gesuche unb Anfragen wegen Zahlvarmachung der Versorgungsgebührnisse, die vielfach in unberechtigte Borwürfe gegen die Pensionsvegelungsbehordenj ausarten. Um den Interessen ber Empfänger ent-i gegenzukommen, werden jetzt alle lausendem Versvrgungsgebühritisse. — soweit Anträge vor-' liegen — zahlbar gemacht und bst Beteiligten Bescheide darüber zugesüellt. Die Berechnung der Gcbührnisse für die rücktvegende Zeit muß dabei zunächst ausgesetzt bleiben, da gerade diese Ai> freit erhebliche Zeit lreansprmlti, weil teilweise über*! ho bene Beträge anzurechnett sind, tetinreis« auch bet den Zaylstellelt (Kccts- unb Pvstkassen) erst festgeslellt »ariden muß, was bisl-er gezahlt morden tft Sobald jedoch die Anweisung der laufenden Gebührnisse beanbet ist, wirb auch die Bereckjamn» unb Awveistmg der einmaligen Zahlungen in Angriff genommen werden. Die in Frage kommens den Militärpersvuen, fotorit sie Kriegsteilnehmer sind und ihre Rente noch nicht geregelt ist, habens alsbald bei den zuständigen Pmii-mSvegelurigs-' behörden unter Angabe ihrer Katasier- und StommVartennummer, oder -unter Borlage be? BentMMittrmssbuches vvrstLlftg m toextreu» Landkreis Gießen. — Lich/16. Ott. Tas Fest der silbernen Hochzeit feierten heute, von der Bürgerschaft herzlrchst beglückivünscht, Fürst Karl zu Solms-^ Hohensolms-Lich unb Gemahlin. ga.Queckboru, 13.Ott. DieFeldbereft nigung ist hier beendet. Nun kommt das Ge-i mänbegut — 60 Hektar Ackerland unö 13 Hektars Wiesen — wieder zur Verpachtung, liebet letzterer konnte sich der Gemeinderat nicht einigen. Dies Arbeiter und Kleinbauern richteten eine Eingabe ans Ministerillm und baten um freie Abgabe von Ackerland nach Wunsch (b. h. jeder wünschte sich! die Anzahl Morgen, die er haben wollte) zu einem niederen Preise. Den Nest sollten sich dann bia Begüterten noch öffentlich pachten. Die Bauern waren für öffentliche Verpachtung. Dieser Tage weilten nun Kreismntmann Dr. Langermatm unb Landamtmann Braun hier und hielten im Schul-, saale eine öffentliche Gemeinderatssitzung ab. Nach Das Glück der andern. Original-Roman von Errch Dbensteiu. Copyright 1916 by Greiner & Cotop^ Berlin W 30. lNachdruck öerbotcru) Fortsetzung 27. Sie aber 'war gar nicht ergriffen. Sie dachte nur, ob dieser kleirre Raum iwU auch imstande lern würde, alle Hlvchzritsgäsle zu faffen( und machte fchlieflich mit lauter Stimme eine dresbrzügllche Semertung. Magnus runzÄte die Stirn. Zum ersten Male empfand er den Klang iHvrr Stimme als etwas iwMgenehm Irrfdrürgiiches. . „Die Kapelle faßt hundert Personen," antwortete er kurz und folgte den untrer m, die bereits unter Führung der Gräfin die Treppe zum zteeidm Stockwerk empörst«:gen, wo die Zimmer dw drei Damen liegen sollten. „Gerade über der Terrasse mit btt .Aussicht Wer den ganzen Park. Ich hoffe, es wird Ihnen sriallen, meine Liebe," sagte bit Gräfin elren zu Mama Losenstein. Ob es ihnen gefid! Mama Losen stein unb Modesta konnten strh «ar.nicht zurecht finden in der nngeta^nten Pracht, wtrcint glitten ihre Blicke über all die hübschen Tinge, die seidenen Decken, schnellenden Teppiche unb deckenhohen Spiegel hinweg. Tie .Gräfin hatte sich entfernt. 1 Ta sollten sie wohnen? Und ihre eigen; Kammerjungser hatte ihnen die Gräfin zur Bedienung überlasfen während ihres .AufmchaltÄ hier? Mein Gott, sie waren doch gewohnt, sich selbst z» bedienen . . , Evelyn, die treiben jede Regung vom Gesicht ,ie auf Nadeln laß, ja war diese um Evrihns i ml len in gleicher ,,Deine blasierte alles als selbstverständlich hinzunehmen und nichts zu bewundern, mutz Magnus ja geradez>n verletzen!", flüstert: sie ber Tock-ter einmal zu, als betbe etwas hinter d:n anderen zurückbliebm. „Es ift doch seine Heimat, die er hebt!" „Ueverlaß das mir, Mama," lautete bte hochfahrende Antwort. ,^Jch bin doch seine Braut, und all dies wird in kurzem mein eigen fein. .Utein Verstand sagt mir, daß es lächerlich wäre, hier die Bewimdemde zu spielen." „Ich wollte, du hörtest nicht immer aus deinen Verstand, sondern mehr auf dein Sers!" „Dann stände ich wahrscheinlich nicht hier! entfuhr es Evelyn halb widv Willen, und ohne von b^m erschrocken fragenden Blick der Mutter Notiz zu nehmen, eilte sie den Voranschreiten den nach. 9)Zobe(la war anfmigd an Harold Wolkerns Seite dahingeschrittem der sich eifrig Atühe gab, sie zu unterhalten. Aber sie antwortete nur einsilbig imb befangen, und ihr Blick, der in stillem Entzücken Über die Landschaft hinglitt, hob sich nur schüchtern zu dem großen Hünen mit dem blonden Siegsriedslopf, der ihr von seiner Sternwarte, von Schvnan und seiner guten allen Taute Luise erzählte, die dort das Regiment führte. Sie war so gar nicht an den Umgang mit Herren gewöhnt und atmete erleichtert auf, als die Gräfin sich mit einer Frage an den Freund ihres Sohnes wandte und ihn dabei in ein kleines Gespräch verstrickte. Magnus sah sie nachher, zufällig aufblickend, öeOoutiirert ein paar Himmelschlüssel pflücken und mit inniger Zärtlichkeit an die Brust drucken. Auch über tne weiße Pracht eines blühenden Magnolienbaumes sah er sie in verstohlener Liebkosung streichen. Dann mar sie plötzlich verschwunden. Man merkte erfä daß sie fehlte, als man die Schloßterrasse wieder erreicht hatte, wo zu Abend gegeifeu werden sollte. Magnus nnb Harald machten sich sogleich auf die Suche. Dabei blieb letzterer plötzlich stehen und sagte mit einem stürmischen lleberschwang, der seiner sonst ettoas trockenen Gelehrtenart ganz fern lag: ,^Zch danke dir, alter Junge, daß du mir erlaubt hast, schon heute zu kommen und eure Gäste zu begrüßen! Ich werde diesen Tag nie vergessen! Sie ist cntrilckend? So fein und zart und poetisch. . . ." „Wer? Evelhw?" fuhr Magnus m>s seinen Gedanken auf. Graf Molkern lachte. „Rein. Die andere. Modesta. Seine Braut ist ja vielleicht schöner, jedenfalls königlicher, aber die Schwester — du hast mir nickt zu viel, sondern zu wenig von ihr erzählt! Versprich mir, daß ihr balo nach Schönau kommt! Tante Link- muß sie au di kennen lernen." I Magnus versprach es. Sie fanden Modesta endlich nach Tangente Suchen im HLhnerhvfe, wo sie mitten unter jung:nj Küchlein und den «ahmen weißen Tau Iren d.ri Gräfin hockte und leise mit ihnen plauderte. lieber ihr wölbte sich tret klare, blaßblaue Abcudhimmri, ,und unter ihr im glänzend grünen Rasen lagen wie zerstreute Gold- und Silber- stemlein Butterblürnchen und Margueriten. Mo-< destas Wangen aber waren rofeacot vor imrerem Glück, Beide Wünuer berrachteten sie eine Weile stumm über den Lattenzaun hinweg, che sie sie aTtr‘‘Se besah eine so merkwürttg weiche, Unmutige Art der Mwegungi. Es war eutzückchÄ, ihr: schmalen, weihen 5ttudrrhände lcelrevoll die Kiickri km und Dauben streicheln zu sehen, wahrnch eine keusch« Jnbvmtz aus ihren samdWnllcm Mge-.i strahlteu „WariiM sind Sie meinem FrLitndie Mte ente wischt?"^ fragte Magnus sie eine Stunde später, als sie zufällig einen Augenblick allein marem „Er gab sich doch so Mühe, Sie $u unterhalten! Gefüllt er Ahnen nicht?" rr \ O doch," antwortete Modesta Äschrocken übet die Worte, die sie als Tadel emtfanb, „vfr weift es selbst nickt, .ich scktz so reizend ans ..." • . „ES gefällt Ihnen also auf Rettenegg?" \ „Heber alle Begriffe l Es ist ja alles ivi: eiitj Märchen — die vielen Blumen, die Wiesen, die. Berge', unb diese Stille ringsum! Mir ist, als) gehöre ick gar nicht hierher, als müsse ich jeden Augenblick erwachen und jentemb mich prthreifen!" Ihre Augen leuchteten, ihr Gesstlst strahlt:. Er lächelte gerichri. „Tas wird wohl nie geschchar. Wir alle habest Sie ja lieft, kleine Adobesta, unb wünschen -nur; daß Sie sich wohl fühlen bei un3. Ich aber bin ganz besmärers stolz daraus, drft Ihnen Retten^gg so gefällt, denn es i|t meine Heimat, und ich !; jeden Sl-ei« davon!" ^Fortsetzung folgt) r 6 11 1 n UN nr mc bn Oii dm < -U » II. I 6 Al! u. o 3ati äu i 1 io ncui äu t Laa) unui 01O Wut« ii. Al tusch Wfl. Anka ui Sehr Sin ob Enterb AU Dt) ütitl (iinmr dunkel tu vor 019826 fllle dru ommen Der Bürgermeiücr, 2 Bauern und 2 Sfiiclbemofrabm — eoenl. kann noch ein beratendes Mitglied tfer Landwirtschaitskammer hrnzi-gezogen werden - bilden einen Ausschuß, welcher die Angelegcnhrö rrp t. Bon dieser Kommission wird auch der Pachtpreis festgesetzt. Kreis Büdingen. # Echzell, 16. Oktober. Nach 30j ästiger Dienstzeit wurde zum OberdriestrLger befördert der Briefträger Heinrich Dinding VII. * Ober-Mockstadt, 15. Okt. Nach fast ILjähriger Dauer ist her weithin bekannt- Konkurs des Borscknß- und Creditvereins jetzt be> enbiaf. Beranlastt wurde er durch den Zusammenbruch des Bankhauses Rothschild-Büdingen, welches dem Deretne 711000 Mk. schuldete. Kreis Lauterbach. O Schl itz, 12. Qft. Ter h enge Volks- bildungsverein, der durch Zusammensch uh des Vereins zur Förderung allgem-.iner Bildung und des Lrtsbüdunverein2 entstanden ist, hat beschlossen, den Otebanfen der Volkshochschule and, hier zu verwirklichen. Die früher schon von den «nannten beiden Bernnen in diesem Sinne geleistete Arbeit soll ernh'itlich zusammengefachr und unter Zug undc egung eines bestimmtm Pla nes weiter aasgebaut werden. Im kommenden Winter sollen bereüs drei Arbeitsgebiete behandelt werden: Volkskunde, Naturkunde und Lebenskunde. Tie öeimat wird bei allen Erörterungen im Vordergrund der Betrachtungen stehen. Um dm 5>eimarssmn in aeschi'chtlicher, volkS'.undlicher und landeskundliclier Hinsicht zu wecken, sollen in unsere an geschichtlichen Erinnerungen urrd o-efogi» scheu M^-rfwiirdigknten fo reiche Umgebung heimat- fundliche Ausflüge unternommen werden. = Schlitz, 12. Okt. Einem Mann aus einem Vogelsberaorie, der vor kurzem aus russischer Ge- fangenschatt zurücktehrte, folgte dieser Tage eine russische Frau, die angab, mit dem ehemaligen Gefangenen getraut zu sein. Bis der Fall gerichtlich kiargelegt ist, wird die Frau auf der hiesigen gräflichen Gutsverwaltung beschäftigt. • Vesseu-Nasfau. = Frankfurt a. 'M., 15. Okt. Ter 46- fZhrige Schuhmacher Sigmimd Straub geriet mit seinem 23jährigen Sohn Julius um ein Stück Fleisch in Streit, der schliehlich soweit ■ciirtortde, haft der Vater nuN dem nächsten Polizeirevier lief und hier um £>Üfe bitten wollte. Der Sohn folgte dem Vater und schlug ihn auf dem Börneplatz zu Boden. Der Vater zog darauf das Messer gegen seinen Sohn und stach ihn in di? Lunge. Tie Verletzung des jungen Strauß nxir derart, daß er nach karger Zeit im SxÜigrn Geist- Öotatal verstarb. Ter Vater nnirtr verhaft. •* dfahrraddiebstahl. Gestern abend wurde ein noch gut erhaltenes Fahrrad, Marke „Dstrkvvp", mit noch neuem Hinteren Mantel ans dem Hauseingang des Postamtes I entwendet. *♦ Einbruchsdiebstahl. In einem Krause in den Eichgärten wurde wähonch der Ab- I toefenijrö der D^ewhioer röt Einbruch DerSSt und ! neuer Äxmbentud ston mit Kauen u. grauen Stx n- fen, sechs Serv-.esten gez. M. ft-, sechs weiße Kopf- rifröbeynge mit Gavätzrö und eine silberne Damen- uhr entwendet. ** Eine Besprechung über Kartof- felbelieserung der Bevölkerung des Kreises Gießen wird am Montag bent_ 20. Oktober, vormittags 10 Uhr, hn vorderen Saale des Cafe Leib ftattfinben. vier zu sind sämtliche Arbeiter-, An gestellten^ und Betrkebsausfchußvertreter aller Prö vat- und Staatsbetriebe im Xreife Gießen ein- geloben. Ein persönlicher Ausweis ist erwünscht. Vie KartefftlDtrforgmig. 4 Sad°Nanheim, 17. Okt. Wenn man seit etwa 1-1 Tagen täglich die vielen Bauerngespanne in der Stadt sieht, die Äartosfeln nach hier liefern, carni fragt man sich unwillkürlich, ob die Kartoffel- lnavpheit wirklich so groß ist, wie sie von vielen Seiten angegeben wird. £>rö, wo die Verbraucher rn unverantwortlichster Weise den Erzeugern die reinsten Fantasiepreise für Aartoffeln bieten, ist es mit der Versorgung fo schlimni nicht bestellt, aller- d.ngs nur bei solchen Leuten, die nach b Die demsche Dete- gation in Versailles erhob bei der Entente wegen der über die deutsche Schis fahrt in der Ostsee verhängten Sperre, besonders wegen der Ausdehnung auf die Territoricllgeloässer, Einspruch. Liman von Sanders. Berlin, 16.'Oft. (WTB1 2lus die deutschen Anfragen wegen der Zurückhaltung der Generäle Liman von Sanders, Kreß von Kresfeustein und Gras Schulenburg, lief eine französi'che ?lnt- worknote ein, worin erklärt wird, daß General von Sanders jetzt in Freiheit gesetzt worden sei, ohne daß röte weitere Anklage gegen ihn erhoben worden sei. Die beiden letzteren wurden in lieberemstim mung mit dem Waffen stillstand heimbefördert. Zur Volssabftimmung in Schleswig. Berlin, 17. Okt. Wie dem „Lokalanz." ans Flensburg berichtet wird, wird man mit der Bestimmung zu rechnen hab.m, daß die stimmberechtigten deutschen Hc'resanhöngen nicht in Uniform zur Abstimmung erscheinen dürfen. Ta- durch wird vermutlich vielen die Teilnalmre »nt der Abstimmung unmöglich gemacht werden, da sie sich nicht im Besitze eine» Zivilanzuges b> finden. Es stellt sich diese NLaßnahme alS ein? neue Erschwerung der beutfdjen Dorb reitmigen für die Abstimmung lserairs. Auch ist es ein Verstoß argen den Frieden svertrag, der ausführlich bestimmt, daß den iMtttärperfonen Gelegenheit gegeben werden ioll, an der Abstimmung teilzu- nehmen. ^er Mord in Franktnchal. Ma nnbei m, 16. Oft t ranlbeit ist sehr verbreitet in allen Gesellfchanofta'sen. Tie Blutarmut nahm Formen an rote nie uvor, Krankheiten der Eingeweide nehmen fortaröW zu Kinder von 6 bis 14 Fahren waren an (ffröße, Lürperumsang und Gewicht weit unter dem normalen Maß. In vielen Volks- und Mittelstand!.-kücken sanden wir überall denselben Mangel an Lebmömineln, und was vorhanden war, hatte keinen Nährwert. Nicht nur die arme Bevölkerung leibet an Nabrungs-- Mitteln, sondern oad. ine befftr Situiert n sind ebenso ictilinrm dran. Tas Gespenst der Mohlennot droht Für den kommenden Winter. Ev «vächst üi Mitteleuropa ein Geschlecht heran, das körperlich und seelisch durch und durch krank ist. so daß es M einer Gefahr für die ganze Welt wird. Die Neuwahlen in Frankreich. Paris, 16. Oft (Stolff.) Havas Tie Kammer setzte die Wahlen auf den 16 November fest und das End' der Arberfsv-riode auf den 7. Tezember. Tie nächste L?aislaturperiode läutt unter dem 31. Mai 1924 ab Die Gemeinde»- rätt werden am 30. November, die Gmeralräte am 24. Tezember und der Senat am 11. 3awja 1920 gewählt. Wilsons Pefinden. Aas hing ton, 17. Oft. Havas. Wilson bat gestern einen befriedigenden Tag gehabt. Eine Pkr^chwörung in Serbien. Berja111e-2, 16. Oft. Das „Petit Fournall^ meldet: In Agram wurde ein Komplott entdeckt, das bezweckte, den Kronprinzen Alexander von Serbien zu ermorden. Hunderte von Verschwörern seien verhaftet. Schnee in München. M ü nche n, 16. Oft. lWV Nachnritlags hot n hier stark g e i d> n e 11 .JS&Ä Ti 3« i*r 3) «18* Wüh beim beim Paul Otto Geor! b) als Eck beim Wilh Guitc Mari Ludiv Fcrdi Gießt std Erscheint n> i5i$S Setr.: $f (3 «n den j m LmA (Amisveck Ersuchen1 enckrechr durch orl der hiesiz ju madje. Wtefät imb bafj SiMngen ®ic| behördliche Anzeigen. Bekanntmachung. Gelderhebung für Gas und Ltron». Mit Wirkung vom 1. Oktober 1919 ab werden die veträge für gelieferte» «as und für gelieferte» Strom sofort »ach der Zahlcrablesuug eiukasfiert. Rechtsgültige Quittung über den he- zahlten Betrag wird vom Empfänger durch Namens- cintragung in der für jeden Zähler bestimmten Quittungsharte geleistet. Wird der Bettag nicht sofort nach der Iählerablesung bezahlt, jo muh die Zahlung innerhalb der nächsten 8 Tage lastenfrei an die Kasse ober an das Postscheckkonto des bettcffenden Werkes erfolgen. Nach Ablauf dieser Frist Hal der Zahlungspflichtige Mahnung und Pfändung für seine Rechnung zu gewärtigen. Die PostscheckkontAnummer des Gaswerks ist 27572 Frankfurt a. Man, Elektrizitätswerks ist 27707 Frankfurt a. Main Gießen, den 15. Oktober 1919. [11867R Ter Ol^rbürgrrrnerster. I V.: Krruzieu. Bekanntmachung. Detr.: fimiptitöningen im Jahre 1919 des «reifes Gießen. Der diesjähriae Termin für bk HauptkSrung In der Stadt Dießen ist auf Montag den r7.b.M., vormittag, a Uhr festgesetzt. Dießen, den 10 Oktober 1919. U888B Ter Ob.tti'ürgermrister. I, V.: Dr. Rosenberg. Strntbing m ^rtintrarfÄ Die ßteferung ber Türen für den Kleinwohnu«a«- hau in ber Mühlsttaße (Brupve II), 181 Stück, soll Samstag den 1. November b. I., vorm. 10 Uhr. öffentlich vergeben werben. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibungeu uub Be, bmgun -cii liegen bei uns z« Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst crhÄtlich, sind di, zum genannten Termin an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Lieferungstcrmin für die Schreinerarbeiten ist ber 1. April 1920. Gießen, den 15. Oktober 1919. 1186GB Stadlbauamt Gießen: Braubach iäHi Wegen kohlenmangel ist bi< Bücherhalle von Montag den 20. Oktober an nur noch einmal »ötbrnt- Ick g«öffnet und zwar (lltoOD jtlffl Smttiii in M lilH K «atfiffl. van jHaerle’* van Baerle A Co., Worms a. Eh. vage. 1838. Neu eingetrofffens Grosser Poeten schwere ElsHseer Hemdentuche Meter M. 8.75 Schwere Hemdenflanelle __ . « Ä 11850c Meter M. 4 Fritz Nowack Gebrmrchle. aber vollkommen birrchreparierte Lastkraftwagen M. A. 3—4 t, 40/45 PS, Holzefteebereifung. Karbon.........M. 21000.— Daimler, 3 — 4 t, 36 PS, Holzeiienbereisteng, «ette..........M. 33000.— Steewer, 4 4, 46 PS, Holzeiftnbereisteig' ."»eite, „ M. 1MMH).— Bergmann, 4 t, 40 PS, Holzeisenbereistina, Mette, gibt mit Garantie ab: 117WD Westdeutsche Kraftfahrzeug-Gesellschaft Essen. IsenbcrKstraOe L«, Telephon 5N0 ond S81. Telepr.• Adr. ..Kraftfahreeug“. Alle Torten Värme, Blasen und Gewürze inot offerieren W.. Theisebach S3bn< Darm-Großhandlung ließen, Wctzsieiugaffe LS. Telephon 9.34 , Drucksaclieo aller Art wert tie Brtll’sHe Balv.-OiTefcereL B. Loge, tHeflai Statt Karten. t Julius Jacob Pauline Jacob geb. Simon Vermählte Bonn (Hotel Königshof). 19. OH. 1919. auS «titUnger, Weißes Branbans. DAMENSTRICK-JACKEN reine Wolle, in schöner Auswahl, eingetroffen iiwfc Julius Schulze. s__y Betr.: ! t d Durch 25. Augu Sxinrid; unb rrleiid) Gieße Betr.: Fel .. In der. 1919 liegen die Sc Nur1 uebsl iur Ginjidjt • ^Q9iabr un Rathaus Samstag cktt, wozu die Nichlns^ Tie A 'ehe» ewzur Fried detr.: witm besi D°m öess. ; Worbnet »j ^öentümer z, fil.kutt ein. K'JUng £ tU '“Äfi