llr. 186 Ter eitfitntr Anzeige, erscheint täglich, außer Loim- und Feiertags. vezugrpreir: monatl.Mk.1.60, oiertet- jäbrürt) Mk. 4.80, durch älbhole* iu Zweigstellen monall. Dlf. 1.50; durch dieDost Mk. 4.50 uiertd- jährl. ausschl. Bestetlq. steriisprech - Anschlüsse: siirdieSchristleitungl12 Perlag,GeschästHstelle51 Anschritt für Drahtnachrichten: Anzeiger Siebe». Postscheckkonto: zranisurt a. M. U686 Erster Blatt 169. Jahrgang Dienstag, <2. Rnguft 1919 ÄBMtf G6 Annahme von Anzeigen WW f. die Tage4uuiun»er dis Slehener Anzeige General-Anzeiger für Gberhefsen Swilliikgrrundüruck u. Verlag, vrühl'jche llnio.-vuch- u.Steindruckerei N. Lange. Zchriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Zchulstr. 7. ließen zum Nachmiltaa vorher olmejedeBerbiudlii-hkelt Preis für [ mm höhe für An>ei.>eu v.34n»mBreite Örtlt l) 15 lir., auSwärtS 18 Pi., für Reklame- au zeig?" von 70 mm Breite 48 Pf. Bei Platz- vorfchriil20'/oAliischlag. Hauptschriitleiter: 9lug. Goetz. Verantwortlich für Politik: '21 ug. Goetz. für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Line Botschaft WIlsonr gegen Wucher und Preistreibereien. Berlin, 11. Aug. Nach einer Meldung aus Washington verlas Präsident Wilson in einer gemeinsamen Sitzung beider Häuser l^s Kongress c s eine Botschaft über bte Lebensmittelteuerung, in der er Maßnahmen aeacn bie Preistreiberei in Lebensmlt- teln und eine scharfe Aufsicht über den Die vertehrskrise. Berlin, 11. August. Eisenbahnminister ü Mer kündigte in einem Vortrag, den er heute fror der Berliner Handelskammer hielt, und in er die sehr ernste Betriebslage der Staats- nisenbahnen bebau beite, an, daß bte kürzlich an- I georbnete Einschränkung bes Personenverkehrs sticht ousveickren werde, und daß in nächster Zeit Verhandlungen mit den anderen bundesstaatlichen Eisenbahnverwaltungen ftattfinben würden, loobei Ineue, sehr weitgehen de Einschrän - k u n g e n des Personenverkehrs für den Winter verabredet werden sollen. ^Die Transportnot — so führte Oeser aus — ist eine Kohlen- und Reparaturfrage. Die preußischen Staatsbahnen pflegten um diese Zeit für 90 Tage Kvhlenvorräte zu haben; im Frühjahr reichten die Bestände 36 Tage, gegenwärtig reiclst der Bestand für 10.1 Tage, in Erfurt sogar nur für 7 Tage und in Berlin nur für 2 bis 3 Tage. Diese Zustände sind schrecken- erregend und werden uns vor schwerste Entscheidungen stellen. AuS den Verhandlungen über unsere Pflichtkohlenlieferungen an die Entente, die ein endgültiges Ergebnis bisher nicht gehabt haben, gab der Minister bekannt, daß wir die Lteferung von 12 Millionen angeboten hatten, daß aber Frankreich 20 Millionen Tonnen verlangt habe; das ist um jo ernster, als der Kohlen- mangel international ist, und die Franzosen verlangen, daß wir bte Folgen der jetzigen Zustände tragen, und als der Artikel 375 des Friedensvertrages Wr Entente das Recht zuspricht Zich eventuell in unsere Vertelwsverhältnisse einzumisclen. An R o l l m a ter ia l b e st el l u n- gen sind mehr hinauSgegeben worden als je, nämlich für 1,8 Milliarden Maik, ober die Werke formen die Lieferungsfristen heute nicht mehr einhalben: Am 1. Juli waren von 2463 bestellten Lokomotiven 470 rückständig und von den bestellten Wagen 14 611 nicht fristgemäß geliefert. Bei dem jetzigen Wirtschaftlichen Tiefstand sind im Juni nur 55 Prozent derjenigen Gütermengen geliefert worden, die letztes Jahr^im Juni zu transportieren waren. Daher könnte unsere Lollvrno- tiveiranzahl wohl ausreichen. Wir hatten vor dem Kriege deren 22 000, jetzt 23 500, aber davon 41 Prozent in Reparatur, also sind nur 13 500 Maschinen betriebsfähig einschließlich der in Posen umlaufenden. Tie Reparaturwerkstätten und Zufuhrgleise firtb stark verstopft. Allein durch Heißlaufen infolge der schlechten Ersatzschmiermittel schieden im Oktober 1918 17 700, im Januar vorigen Jahres 10 200 Wagen aus. Der Achtstundentag führte direkte und indirekte Minderleistungen herbei und machte den Betrieb ,,dickflüssig". Bei den Verhandlungen erwies fich das Fahrpersonal als einsichtig, und man wird auswärtiges Ilebernack-ten wieder einführen tonnen. In den Werkstätten hat sich seit der Temvbil- madmng die Ar bei ter zahl von 83000 auf 204 000 gesteigert, aber das Arbeits e r ge b nis ist nicht befriebigenb: es kommen immer noch weniger reparierte Lokomotiven aus ben Werkstätten heraus als reparaturbedürftige hinein. Die ftühe- ren Militärwerkstättcm wurden zur Hilfeleistung herangezogen, richten sich aber nur langsam ein. Tie Demobilmachungsvorschriften, wonach binnen besinnmter Frist keine Arbeiter entlassen werben dürfen, hatten eine ungünstige pspchische Wirkung. Auch an Güterwagen haben wir nicht viel weniger als vor dem Kriege, nämlich 557 000 gegen 585 000, indessen sind davon über 50 000 reparaturbcdürstlg. Eine Reihe ander.'r sind Beutewagen und daher weniger für preußische Dahnen geeignet. Trotzdem kämen wir bei flotterem Betrieb aus. Wir müssen jetzt zuerst soviel Kohlen fahren wie möglich und bei dem schlechten Lokomotiven stank» andere Güter mit Sperre belegen. Mit allem Ernst sollt-? auf die Arbeiterschaft und ihre Berireter -üngewirkt werden. Tie Gleichheit der Löhne hat sich als verfehlt erwiesen. Versr'.chs.veise ist von einem Unternehmer mit seinen Arbeitern vereinbart wordm, daß sie für vorzeitige Fertigstellung bestimmter Aufträge eine Gewinnbeteiligung bekommen. Rußland selbst kehre zum Akkordlohn zurück, einzelne Privatbetriebe bei uns desgleichen. Ta die Lohüglcichheit bei ungleichen Leistungen ungerecht und produktionsschädigend wirkt, wird auch in den Eisenbahnwerkstätten in irgend einer Form dahin gestrebt werden müssen, die Löhn-: nach den Leistungen abzustufen. Zusammenfassend erklärte Oeser, man sei also nun leider gezwungen, den Verkehr niederziuholten, wenn ein vollständiger Zusammenbruch im Winter vermieden werben solle. Mit Rücksicht auf ihre Finanzen hätten Bayern, Württemberg und Sachsen bereits beantragt, durch Erhöhung der Tarife für den Personen- und Güterverkehr die Lage zu verbessern, zumal sich im internationalen Verkehr der Unterschied in brr Bewrrtung der Valuta bemerkbar mache. Preußen scheine nicht abgeneigt, sich diesen Toriserhöhungswünschen anzuschließen, zumal da er, der Eisenbahnminister, täglich den Finanzminister um 10 Millionen Mark bitten müsse, um ben Betrieb überhaupt aufmcht- erholten zu Tonnen; dabei habe die preußische Staatsbahn bekanntlich ein Defizit von 3403 Millionen Mark. Gegen den Bahnbeamtenstreik. Berlin, 10. Aug. Heute nachmittag fand ■im "Eisendahnministerium unter dem Vorfitz des Ministers Oeser eine Sitzung statt, der die Vor- fitzenden sämtlicher Eisenbahnfachverbände beiwohnten. Es ist anzimehmen, daß diese Sitzung eine amtliche Absage an den Streikgedan- ken gebracht hat. Steuerberatung. Die Steuergesetzgebungsmaschine arbeitet mit einer Schnelligkeit, die nur noch von der Notenpresse übertroffen werden rann. Bevor die Nationalversammlung in die Ferien geht, sollen die neuen Entwürfe des Reichsfinanzministers noch durchgepeitscht werden. Von einer gründlichen Durchbera- tuna kann kaum die Rede sein. Es heißt bewilligen, bewilligen, ohne sich über die letzten Konsequenzen der Steuervorlagen klar zu werden. Nach der Tagesordnung, die gestern bekanntgegeben wurde, sollen vier Steuergesetze, Grundwechsel-, Tabak-, Zündwarew- unb Spielkartensteuer ihre zweite Beratung finden und haben sie mittlerweile zum Teil bereits gefunden. Ferner sollen drei Gesetzentwürfe in erster Lesung durchgehen, das Reichsnotopfer, die Reichsabbabenordnung u. bie vorübergehende Verstärkung bet ordentlichen Betriebsmittel der Reichshauptbasse. Um den ungeheueren Arbeitsstoff weniger umfangreich erscheinen zu lassen, hat man bte Lesung mehrerer Punkte in einen zu- sammcngezoyeii. und die Beratung des Reichs- uotopfers mit der Reichsabgabeordnung und Verstärkung der Reichshauptkasse zusammengelegt. Es sind dadurch Gegenstände mit- cmander verquickt, die ihrem Wesen nach nichts miteinander zu tun haben. Ein Steuergesetz, eine Berwaltungsordnung und eine Vanlangelegenheit sollen von den Debatterednern in einem Atemzuge behandelt werden. Bei solchem Vorgehen kann die neue Et'uergesetzgebung nicht vom Geiste der Billigkeil getragen sein und muß Härten schassen, die bei dem besinnungslosen Beratnngs- 110100 einfach nicht beseitigt werden können. Wir machen in diesem Zusamrnenhange vus den Artikel des hessischen Finanzministers c. D. Dr. Becker: „Finanzceform oder Etaatsbankrvtt?" im zweiten Blatte unserer heutigen Nummer aufmerksam. Auch dieser be- tmmte Finanzpolitiker kommt zu dem Ergebnis, daß die bisherigen Steuervorlagen des Keichsfinanzministers durch keinerlei System oder Grundgedanken zusammengehalten sind, wenn nicht durch den einen: Tue Geld in meinen Beutel. Inzwischen nimmt die Kvhlcnkrisis immer bedrohlichere Formen an, die als wichste Folge eine Verkehrskrisis herbeifüh- ten wird, über deren Ausmaß Eisenbahn-- miniftcr Oeser erschreckende Andeutungen gemacht hat. Kommt hierzu noch ein neuer Eisenbahnerstreik, dessen Gefahr immer noch nicht ganz behoben scheint, so werden wir einem Notwinter entgegen gehen, wie wir noch keinen erlebt haben. Welche weiteren Folgen ein neuer Eisenbahnerstreik haben würde, geht aus einem geheimen Flugblatt des Spartakusbundes hervor, in dem es u. a. heißt: Tieser unter Standpunkt gilt nur für jetzt und twi sich täglich ändern. Würde, was wir heute ivch nicU wissen, der Eisenbahnerstreik sich lange Anziehen und damit die politisch' Weitcrenttvicke- lung der Eiscnbahnermassen vor sich gehen, so daß sie der im Hintergrund ihrer Bewegung stehenden politischen Ziele bewußt werben und sie sehen, ober wird die Eisenbahnerbewenung aufgenommen werden von einer gewaltigen Bewegung der Industriearbeiter, bie bereits ihrer politischn Ziele fick,! he- itufet sind, bann wäre es Zeit mit der Herausgabe der letzten politischen Parolen. Bis dahin müssen die Parolen jeweils den Verhältnissen entsprechen. Für bie Agitation ergeben sich aus dem Ganzen die Aufgaben des gegenwärtigen Augenblicks. Ziel der ülgitation muß sein, Perfektiven den Eisenbahnern vor Augen zu stellen, ihnen zu zeigen, daß die Zugeständnisse, Lebensmittelpreisherabsetzung u. a. Schwindel sind und daß es für sie kein anderes Ziel ®ibt als für das das Gesamtproletariat: Räterepublik." „Wir müssen jeden Augenblick, jede Situation daraufhin prüfen, ob die Gesamtlage eine Aktion iorbert ober nicht. Die Bewegung der Eisenbahner gibt uns Anlaß zu solcher Prüfimg. Die Eise n - bebnerberoegung ist bie Bewegung, die, wie feine zweite, ber Bourgeoisie ans Mark geht. Ein Eisenbahner streik setzt auf die Dauer eine starke Regierung matt (siehe Rußland 1906), geschweige denn einen solchen halbverwesten Körper, wie die Regierung Ebert-Noske. Die Eisenbahner treten neu und zum ersten Riale in eine große revolutionäre Aktion ein. Ahnen liegen nur die wirtschaftlichen Ziele vor chgen, diese freilich im weitesten Umfange, Räte- wftem eingeschlossen. Politische Ziele ver- oIflen s ie bewußt nicht. Es würbe zweck- o» sein, bie Streikbewegung nur schwächen und ten Absplitterungsversuch nur Vorschub leisten, iwnn wir unvermittelt die politischen Parolen Huteinwersen würben. Handel ankündigte. Die bestehenden Schwierigkeiten seien bie Folge spekulativer Mackxmsckxiften, bie unter allen Umftänben unterbrückt werben müßten. Augenblicklich verschifften bie Vereinigten Staaten mehr Waren als jemals zuvor nach Europa. So lange aber ber Friebensvertrag nicht ratifiziert unb burchgesührt sei, könnten normale Zustände nicht eintreten. Wilson fordert eine Kontrolle über bie WeizenVerschiffungen nach Europa. Der Ueberschuß der Regierungsvorräte an Nahrungsmitteln unb Kleibungs- stücken soll ohne Gewinn verkauft werben. Der Zusammenschluß von Hänblergruvpen zur Monopolisierung von Waren und zu- ^Preistreiberei werbe mit schweren Strafen geahndet. Lebensmittel aus Gefrierhäusern dürfen nicht zu höheren Preisen verlaust werben, als sie zur Zeit ihrer Einlegung wert waren. Ein System von Handelserlaubnisscheinen zur Regelung der Preise soll im ganzen Lande eingeführt werben. Die gerichtlichen Maßnahmen gegen bie Lebensmittelwucherer haben bereits begonnen. „Daily Chronicle" teilt mit, daß auf Grund des Antitrustgesetzes fünf große Gefrierfleischfirmen in Chicago, deren Interessen über bie ganze Welt und befonberd nach England reichen, imter der Beschuldigung verfolgt werden sollen, daß sie ben Lebendviehmarkt monopolisiert unb die Versorgung der Vereinigten Staaten unb ber Welt mit Lebensmitteln behindert hätten. Die öffentlichen Ankläger in ganz Amerika beginnen mit Verhaftungen von Lebensmittelwucherern und -Hamstern. Wil fon scheint noch! nicht, entgegen den ursprünglichen Ankündigungen, die Kriegsgesetze für die Nahrungs- mittelverteilung in den Vereinigten Staaten, die nur noch formell bestanden, wieder in Wirkung gesetzt zu haben. Man erwartet aber nach dem gestrigen Nachrichten, daß sie sogar -auf? bie bisher noch nicht von ihnen getroffenen Lebensmittel ausgedehnt werben sollen. Gegenwärtig herrscht in Amerika ber Einbruck vor, daß Wllson burch seine lange Abwesenheit bas Versagen ber Regierung auf biesem Gebiet zum großen Teil mit verschulbet hat. Tie Zeitungen erkennen aber bte große Tatkraft an, mit der er sich in wenigen Tagen bereits zu kräftigen Maßnahmen entschlossen hat. Inzwischen hat sich auch schon bie Politik mit der gerichtlichen Verfolgung ber Wucherer beschäftigt. Nicht nur die großen Fleischfirmen selbst, sondern auch zahlreiche republikanische Blätter behaupten, es handle sich um eine parteipolitische Maßnahme ber Regierung. Neben bieser Verfolgung geht eine große Untersuchung gegen ben amerikanischen Schuh11ust einher. Die Preise ber Schuhe haben sich seit drei Jahren verdreifacht unb sind nicht zurückgegangen, trotzdem seit dem Waffenstillstand alle Lebervorräte frei gegeben sind. Ein Beispiel im einzelnen wie gehamstert wirb, gibt bas Verfahren gegen bie Tomatenfabrikanten, Deren Vorräte im .August vorigen Jahres 88,5 Millionen betrugen, heute aber 179 Millionen betragen. Seit dem vorigen Dezember sind überhaupt keine eingemachten Tomaten mehr auf den Markt gekommen. ♦ Amerikanische Anleihe an Estland. H els i ng for s, 11. Aug. (Wolff.) Tie Vereinigten Staaten von Amerika haben Estland eine Anleihe von 50 Millionen Dollar gewährt. Da« Schicksal der Goebeu. Versailles,-11. Aug. (WTB.) Nach einer Radiomelduna aus Athen versuchten türkische Offiziere, die „Go eben", die sich augenblicklich auf der Reede von Nikomediv befindet, zu versenken. Der Versuch ist von englischen Kriegsschiffen vereitelt worden. Die türkische Besatzung sei geflohen. Tie Abdankung de» Kaiser». Köln, 11. Ang. Ein der ,,Köln. Ztg." persönlich bekannter Herr, ber eine ganz genaue Kenntnis von ben am 9. 11. 1919 ll3/< Uhr vormittags unb 23/a Uhr nachmittags geflogenen telephonischen Verhandlungen zwischen bem Großen Hauptquartier unb ber Reichskanzlei hat, teilt ber „Köln. Ztg." in einer Richtigstellung der Darstellung des Prinzen Max u. a. mit, daß die Entschließung, die am 9. 11. zwischen 2 unb 3 Uhr von Hintze-Großes Hauptquartter an Wahnschafse-Reichskanzlei telephonisch mitgeteilt würbe, ben Passus enthielt, ber Kaiser fei bereit, als Deutscher Kaiser abzu- banken, aber nicht als König von Preußen. ♦ Westungar,, verlangt Anschluß an Deutschland. Wien, 11. Aug. (WTB.) Den Blättern zufolge fanb gestern in Fürstenfelb eine Massenversammlung der Bevollmächtigten von 331 west- ungarischen Gemeinden statt, welche eine Entschließung annahm, in der gegen die Bestrebungen ber Schaffung einer westungarischen Autonomie protestiert wird und zwecks baldigen Anschlusses Deutsch-Westungarns an Deutsch-Oesterreich die Durchführung enter Volksabstimmung unter neutraler Kontrolle gefordert wird. Die Entschließung) wurde an Renner telegraphiert. Bus dem besetzten Gebiet. Die rheinischen Treibereien. Köln, 11. Aug. Der Vorsitzende der sozialdemokratischen Bezirkskommission für die obere Rheinprovinz, Abg. M eerf e l d, ver- öffentlichl in ber „Rheinischen Zeitung" eine Erklärung gegen die Bestrebungen zur Grrid)hntg einer rheinischen Republik und versichert bann, daß die Sozialdcnwkratie nötigenfalls ztc ben schärfsten Mitteln greifen werbe, um eine unabsehbare Gefahr für das rheinische Volk zu bannen. Die Bezirkskommission ruft alle Anhänger ber Sozialdemokratie im besetzten Gebiet zu kräftiger Abivehr ber verbrcck^erischeu Aktionen der Kastert-Kuckhofs unb gewisser ka'.ntalislisck-er Gruppen aus den Plan. Die Sozialbemokrateit feiert zwar nirgendwo an ber ©onberbünbelci beteiligt, inbesseir stehe es fest, daß sich unverantwortliche Personen auch in ihren Reihen bemühten, für die rheinische Republik zu werben. Die rheinische Republik würde sofort den wirtschaftlicl)en unb politischem Einwirkungen der Entente Versalien unb bie breiten Massen ber Bevölkerung mit Unkultur unb Rückschritt bedrohen. Die Rheinlandfrage und Artikel 18. Köln, 18. Ang. Die Nheinlandsfrage unb Artikel 18 ber Verfassung (Länberparagraph) bil- bete ben Hauptgegenstond einer sechsstündigen Sitzung bes erweiterten Hauptausschusses ber Kölner Zentrumspartei, bie gestern nachmittag 'in ber Bürgergesellschaft stattsand. Als Berichterstatter waren bie Abgeorbncten Dr. Brauns unb Staatsminister Stegerwald erschienen. Sie berichteten über die politische Gesamtlage, die Beteiligung an der Regierung, die Stellungnahme beim Friebensschluß sowie über die gesetzgeberische Tätigkeit ber Nationalversammlung in Weimar. Besonders über den § 18 der neuen Reichsversassung entwickelte sich eine sehr lebhafte Aussprache, an der sich u. a. Stubienrat Kuckhosf, Syndikus Dr. Karl Müller und Oberpsarrer Kastert beteiligten. Die auch von Delegierten zum rbei* nischen Parteitag stark besuchte Versammlung!! nahm mit allen gegen eine Stimme eine Ent- s chließung an, bie ber Z e n t r u m s f r aktiv n in der deutschen Nationalversammlung r ü ck- haltlose Anerkennung für ihre bisherige so überaus schwierige unb verantwortungsvoU« Tätigkeit ausspricht. Die Teilnahme an der Regierung sowie das Verhalten in ber Friedens frag« unb mit Bezug auf §18 ber Neichsverfassuns (werben gebilligt. Die Mityliü>er der Zentrumsfraktion werben auf das eindringlichste gemahnt, die Einigkeit und Geschlossenhett der Partei zu wahren. In der Rheinlandfrage will die Versammlung der Stellungnahme des demnächstigen rheinischen Parteitages der Zentrumspartei nicht vorgreifen. Dorten in Pari»? Köln, 11. Aug. Bor kurzem lieh Ke bor* läufige Regierung ber Rheinischen Republik durch die offiziöse Pvesse in Mainz, Trier unb Koblenz einem aufgetauchten Gerücht widersprechen, wonach ber sogen. Präsident Tr. Dlorten nach Paris gereift sein sollte. Diese ÄÄeugmmg entsprach b?r Wahrheit mir halb. Tr. Dorten ist, wie ber „Rheinische Nachrichtendienst" aus unbedingt zu-, oerläsiiger Quelle über Holland erfährt, in der vergangenen Nacht in Paris ein getroffen. Es soll in Verhanblungen in Paris eine Grundlage gefunden werben, um nach ter Rückkehr Törtens im Rheinlanb die Ausrufung der Republik von neuem zu versuchen. Hinter diesen Plänen stchen, wie aus den ununterbrochenen Reisen Törtens in bet letzten Woche zu stbließen ist, eine ganz: Anzahl von Zentturnsausschüssen im Rheinland. Vor der Reise nach Paris hatte Dorten eine Anzahl von Versammlungen an bem bisher wenig bearbeiteten Niederrhein ab gehalten. Aus dein Reiche. Berschachcrung deutscher Flaggen. BerIin11. Aug. Ein krasses Beispiel nationaler Würdelosigkeit lieferten Dock- arbeitet int Hafen von Neujahr wasser. Sie entwendeten von bem nach Kiel abzuschleppenben Lickten- chifi „Z äbringen" einen Sack mit beut* 'chen Kriegsflaggen unb verkauften 150 !>eutsche Flaggen gegen Tabak, Zigaretten unb Seife (an bie Matrosen bes im Hafen siegenden englischen Kreuzers „Coventty". Grlzöhung der Postgebühren. Berlin, 11. Aug. (Wolff.) Nach den dem Staatenausschuß vorliegenden Gesetzentwürfen über die Erhöhung der Poft- und Telo graphengebühren beträgt künftig das Briefporto bis 20 g 20 Pf., über 20 g 30 Pf. über 20 g 30 Pf. Für die Berechnung des Pake t p o r t o s sind zwei Zonen vorgesehen, eine Nahzone bis 75 km einschließlich und eine Fernz^one über 75 km. Beim Gewicht wurden vier Stufen von je 5 kg gewählt. Das Paketporto beträgt bis 5 kg einschließlich in der Nahzone 0,75, in der Fernzone 1,25 Mk., über 5 kg bis einschließlich 10 kg 1,50 bzw. 2,50 Mk., über 10 kg bis einschließlich 15 kg 3 bzw. 5 Mk., über 15 kg bis einschließlich 20kg 4 bzw. 5 Mk. Die Telegraphen gebühr beträgt für gewöhnliche Ortstelegramme 8 Pf. für jedes Wort, mindestens 80 Pf., für gewöhnliche Telegramme im Fernverkehr 10 Pf., mindestens 1 Mk., für Presse- telegramme die Hälfte der vorstehenden Gebühren. Der Gesetzentwurf über die Aende- rung des P o ft s ch e ck g e s e tz verfügt, daß die feste Gebühr für die Auszahlung im Post« scheckverkehr von 5 auf 10 Pf. erhöht wird; im übrigen bleiben die Bestimmungen des bisherigen Postscheckgesetzes bestehen. Das Ergebnis der Einnahmen aus dem neuen Posttaxgesetz und der Erhöhung der Telegraphengesetzes und die Berbesserrurg der Einkünfte der Pfarrstellen und des Zentralkirchenfonds wird in der zweiten Lesung ohne Acnderungen erledigt. Auch die Entschließungen Ijictju werden an- genommen. Dann wird der Antrag des Abg. Müller- Lauterbach betr. die Anstellung von Misswnaren als Geist! ickre der Landeskirche beraten. Oberkonsistorialpräsident D. Nebel kann btc I Stellung der Landeskirche noch nicht festlegen, weist aber auf die Schwieriakeiten infolge der herrschenden Tienstpragmatir, b%to. Bvrlnldung sowie auf die große Zahl der zu berücksichtioenden hessischen Geisllicheii, die demnächit angestellt werden mÜ,’Se'nM:rftntter Wahl-Schlitz tritt da Mr ein, daß das ObetVonsisüvrium der Frage nal)crtutt. I Obe.ckvnsistorüchnä-ident v Nebel stellt auf eine Anfrage des Syiwdttten Ubg. Jacob fest, dcnß die Staatsregieriliig mit Rücksicht auf ine Vorbildung der Geistlickien das Bestätigungsrecht ^ästsordnung Remedur zu schaffen, man einfach auch eine Genehmiguiig derselben festlogen könne. . | Oberkonsistorialpräsident D. NeVel kann seinen Widerspruch im Namen der Kirchenregie- rung nicht zurückziehen. "Nach weiterer Aussprache wird der 8 5 angenommen, ebenso § 2, der Zusatzantrag abgelehnt. v „ .. Zu 8 3 beantragt Synodale Abg. Jandt drc Vermehrung der Mitglieder auf 6. Geheimrat V.Bernbeck spricht gegen diesen Antrag. ~ . f , r. I Synodale Abg. Freiherr v. Heyl glaubt daß man den Antrag Jandt anneljnten solle. Es sollen mindestens drei Geistliche vr dem AussckMß sitzen. , , ., Synodale Abg. D. Herrmann tritt gleich'- falls Mr den Antrag Jandt ein Synodale Llbg. D. Diehl ersucht um Erhöhung der Mitglieder auf die Zahl ackst. | Synodale Abg. Dittmar spricht gegen ernt nng der Zal)l, wovauf Freiherr v. Heyl rrebner darauf Ijinweift, daß damit die l Gefalw verbunden sei, daß eventuell ungeeignete | Mitglieder in den Ausschuß kommen. Der Lkls- schußalittag wird ixuui angenommen, die anderen! Anttäge werden abgeleh.it, ber Antrag Jandt, wonach 3 Geistliche und 4 iveltlrch: Mitglieder den Ausschuß bilden müssen, abgelehnt. Ter Antrag Wahl- Schlitz, wonach die beiden Präsidenten vollständig unablMigia von ihrer Stellung, dem Ausschukß angehören, findet Annalpne. Tic weiteren Pavagraphen sonne das ganze Gesetz wird dann einstimmig angenommen. Ter Präsident stellt nock,. fest, daß damit mn wichtiger Abschnitt in der LAvcheivgeschichle erledigt ist. Ätöge er zum heile der Kirche ausfallen. Tann wird die Verhandlung auf nachmittags 4 Uhr vertagt. emgeteeten. . | Synodale Pfr. Unverzagt vermißt tn dem Gesetz eine Bestimmung darüber, wie die Ergänzung des Oberkonsistoriums stattfuidet. Geh. Oberkonsistorialrat D. Bernbeck erklärt, daß in 82 des tzsesetzes klar ausgesprochen ist, daß die bisher durch den Lanoesherrn ausgesprochenen Funktionen an das erweiterte Ober» konsistorium übergehai Oberkonsiswrialpräsident 1). Nebel spricht I gegen die vorgesehene Dreiteilung m der Go- schäftssührung, insbesondere dagegen, daß der Synodalausschuß die Berechtigung hat, selbständige Anordnungen zu treffen. , . Oberkonsistorialpräsident D. Nebel findet I in der geforderten selbständigen Tätigkeit des Synodalausschusses eine Zurücksetzung des Oberkonsistoriums. Er muß es, wenn der Beschluß angenommen wird, als ein Mißtrauensvotum gegen das Kirchenregiment betrachten und als eine Beschränkung des bisher von ihm ausgeübten Ernennungsrechtes ... Synodale Dr.. Diehl tritt für die vor- Mschlagene Dreiteilung in der Regierung ein. Man wolle, daß die Beamteusck>aft in vollständiger Unabhängigkeit ernannt werdrv Oberkonsistorialpräsident D. Nebel hat die Empfindung, daß die Anträge jetzt dem Ober-- konsistorium auf eine untergeordnete Stellung, Sim. Abgg. Gevrai-^ herabgedrückt iverdcn. l schußantrag abgelehnt. Kattowitz, 11. Aug^(Wolff) Wie die Pressestelle des StwatSformnnsariats mitte.1t, streiken heute 35 bis 40 Prozent des gesamten oberschlesischen Kohlenreviers. Tie Uussdändigen fordern die Wiederelnstettung dar entlassenen Arbeiter, erbeben Einspruch gegen dew Grenzschutz, gegen die Wiedercinstellung der von den Arbeitern entlassenen Beamten und gegen Die SBcrbaftung mehrerer Obmänner. Vankbeamtenstreik. Hamburg, 11. Aug. (Wolff.) Tie Bankbeamte n in Hamburg und Altona suid heute in den Streik eingetreten und die Banken infolae- dessen geschlossen/ Tie Bankleitungen forderten die arbeitswilligen Beamten und Boten auf, sich am Montag früh an ihren Arbeitsstätten euiyijmben. Mr die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung imb den Sckutz der Arbeitswilligen seien von deni Korps Lettvw ausreichende Vorkehrungen getroffen J Die Banken gaben jedoch bekannt daß falls du Mahrzahl der Beamten nicht zur Arbeit erscheine, der Betrieb der Banken für den Verkehr mit dem Aublittim nicht ausgenommen wird. Hutfam bei drahtlosen FunkenverkehrS. Berlin, 10. Aug. Die „Deutsche Der- kehrsreittn»" macht interessante Mitteilung qen über Pläne der Reichspostverwaltung rum Ausbau des drahtlosen Funkenverkehvs innerhalb Deutschlands. Es ist zunächst eine funkentelegraphische Verbindmig zwischen B e r l i n und den größeren Städten Deutschlands als sogenannten Leitstellen und ferner zwischen diesen Leitstellen und kleineren Funken stellen der dazu gehörigen Bezirke geplant. Ferner aber sollen Empfangsstellen für Funksprüche aus Berlin errichtet werden. Diese Einrick)tttng wird besondere Bedeutung für die Presse erlangen. Es wird dann möglich sein, gleichlautende Telegramme, die bisher unzählige Male durchgegeben werden mußten, auf die einfachste Weise durch einmalige Aufgabe von Berlin aus über ganz Deutschland zu verbreiten. Die Redaktionen sollen ihre eigenen funkentelegrapMen Empfangsapparate erhalten. Alle diese Plane befinden sick aber noch durchaus im ersten Stadium der Erwägung. Vorläufig ist der technische TeU der Frage noch nicht völlig gelüst. E———— 9. evangelische Landersqnode. Sechster Tag. besonders geen den Aufgaben, iat, cmsznneh Malle, ein' lith günstige bnngung der - tnt einer Stät |ud)t, wodurch spart bleiben. Kerpflegungss bis jetzt vorlic sehr lebhastei rchmr. De -Oberf da Paul Jaci « Birleba 1 tag hoßuuugs i tat wurde er -sehen. Es ist I' Frankfurt Verb I ie Ecricbtsklm tuf 437 Millionen geschätzt, von denen diel erhöhten -Postgebühren 327 Millionen, die erhöhten Telegraphen- und Feriisprechgebüh- ren 118 Millionen Mark ergeben sollen. Auck) die Gebühren für Drucksachen über 50 g werden erhöht, ferner die Sätze für Geschäftspapiere, Warenproben und Mischsendungen. I Aufhebung des Goldhüchstprciscs. Durch eine Bekanntmachung be^ $>crrn Reichswirtschaftsministcrs vom 23. Juli 1910 (RGBl. S. 1356) ist der Goldhöchstpreis mit sofortiger Wirkung aufgehoben worden. Demnach ist jetzt der Handel in Roh-Abfall uiid I Druchgvld auch zu einem 2790 Mk. sur 1 Kllo- qramm fein überstrigendeiiPreis gestattet. Der Verkehr mit ausländischen Goldmutizen un-1 terliegt einstweilen noch den Vorschriften der I Devisenordnung. . , L . m ., o Die Verbote des Agiohandels mit Rcichv- goldmünzen (Bekanntmackiung vom 23. November 1914 RGBl. S. 481) und der gewerblichen Verarbeitung von Reichsmünzen (Bek. vom 10. Mai 1917 RGBl. S. 406) bleiben nach wie vor in Kraft. Für Aufhebung der Zlgaretben- Zwangswirtschaft. Dresden , 9. Aug. Eine außerordentliche I Versammlung des Verbandes Deutscher Z^re"m- tabakhändler, die in Dresden gestern statt sand, sprach die Ueberzeugung aus, daß die wettere Fortdauer der Zwangswirt chast für Zigarettentabak, bei gleichzeitiger Erleichterung für die Cm^ fuhr von Zigarrentabak, die V er Nicht un g d e s orientalischen Rohtabakhandels für Deutschland bedeute. Da fich in Dresden der deutsche Mittelpunkt dieses Handels befindet, wurde die sächsische Regierung, ebenfalls aber auch die Reichsregierung und die Nationalversammlung um ändernde Maßnahmen gebeten, ferner wurde in einer Resolution ersucht, dem Ks°rtttent°b°I- handel zu gestatten, sich an der Versorgung der beutfd)cn Zigarettenindustrie mit Rohtabak zu be* teiligen, den Transitharwel wieder auszunehmen und daher das Beschlagnahmerecht der Zigaretteneinkaufsgescllschaft zu beseitigen. Streiks in Oberfchlesten. ** General von Höppner, der Kommandierende General des 18. Armeekorps, wird demnächst in den Ruhestand treten. v. Höppner ist 1860 in Wollin in Pom- „ t mern geboren. Seine militärische Laufbahn t e r b l i e b e n e r, in welcher ,dve Kamerad^ führte ihn frühzeitig in den Generalstab und H0rst und Eikmeier aus Gießen sprach^ Ä ^eUXiftfrimn. tung d;s Luftkrieges machte es erforderlich, nnschlvß. Zweck des Zusammenschlusses s die gesamten Luft- und Luftabwehrmittel des Waldung wirtschaftlicher Interessen bei streng M Heeres im Felde und in der Heimat in einer trjpvlitischer und kmfessfoneller Neutralität. Dienststelle zu vereinigen; Höppner wurde 4. £u..v., 12. 22 *2 im November 1916 mit der Wahrnehmung in der Wirtschaft Pitz eure gutbesuchtL Reiber Geschäfte eines Kommandierenden Gene- sammlung hiesiger Landwirte statt, m d« nals der Luftstreitkräfte beauftragt. I über den Abbau be r Z wan gswirtschast rals derLus > eine leblmste Aussprache geführt wurde. In einet 3 wer 0 n schein en d intern a t fln ^ss. Bauernbund gerichteten Entschli! nale Taschendiebe, der ^liosser -Hoax uTla»urde gefordert: Aufhebung der ZwaM- Goldmann geb. am 10. Mai 1893 zu ^i^-ischaft, Beseitigung des Viehkatasters, Aui- Lomza (Polen) und der Schuhmacher ^aDob hcbnng der Zwangseierablieforung,. Freigabe da Kolobzelski geb. am 15. Juni 1900 zu Hausschlachtungen, Verweigerung leglicher sm- Warschau, wurden am 10. August von der w-gk La “ Starker un Tal? AS «Di uist lügllst' LSÄ" A u» Ä* ■? Fran! konsistorium!. „ Gel,. Oberkonsistorialrat D. Merck, daß alle auS Hessen stammenden und abgetfeforten Glocken einem Bleiwerk in der Eifel abgeliefert und bereits eingeschmolzen worden seien. Eine einige “eine I Glocke sei noch vorhanden, an der aber die Ämdes- synode kein Interesse haben könne, da sie einem katholischen Kloster in Mainz gehöre. Unter allgemeinem Aufsehen teilte Redner weiter mit, emr oberhessische Gemeinde sei dem Verbleib ihrer Glocken nachgegangen und habe in Erfahrung I gebracht, daß sie sich in einer Augsburger Zahnradfabrik befinde. Sie habe dort angefragt, ob sie die Glocken zurückerhalten könne und zur Antwort bekommen, daß dem nichts im Wege stehe, wenn die Gemeinde bereit sei, einen wett höheren als den Ablieserungspreis zu zahlen. Die zuständige Behörde sei die Kriegs-Metall A. G. Diese verlange statt der 4—6 Mk., die sie für das Kilol abgelieferten Glockenmetalls bezahlt habe, wenn! sie'die noch vorhandenen Glocken zurückgeben solle, I 10—15 Mk. für das Kilo. Die Bemühungen des Oberkonsistoriums haben also für Hessen leider zu keinem Erfolge geführt, doch muß festgestellt werden, daß alle Staatsbehörden dem Oberkonsistorium weitgehende Hilfe zuteil werden heben. ylbg Wahl- Beyenbach gibt der Entrüstung der gesamten Synode über die Art und Weise, I tnic mit den Ablieferern der Glocken nunmehr ! verfahren würde, Ausdruck. Für das Vaterland habe man jenes Opfer gerne gebracht, sei aber sehr beunruhigt und entrüstet darüber, daß nunmehr der Erlös daraus in die Hände einer Privatgesellschaft fließen solle. Syn. Llbg. Wagner bespricht die große Be- imruhigung und Empörung, die in der Bevölkerung darüber herrsche, daß bte zu vaterländischen Zwecken al>gelieferten Glocken vielfach ganz aw deren Zwecken zugeführt wurden und letzt nach Belgien und Nordfrankreich abgeliefert werden sollen Er fordert zum wenigsten Rückgabe des Materials, soweit es noch vorhanden ist. Tie Nachmittags-Sitzung wird 4V4 Uhr durch bat Präsidenten Dingeldey eröffnet erfolgt zunächst die zweite Lesung des Gesetzes, bett. Tagegelder, Reisespcsen für die Synode, Teranats- synvden. Tie Vorlage wird angewommen. der gesamten Maßregeln in Ansstchk genommen so dgs Reichsministerium des Innern den 1. Oktober. Eingestellt ioerben sollen in erster Linir freigetoorbene Beamte, Mllitärcmwärter obn Kriegsbeschädigte. ** Zeitungsgebühren und Bestell gelb. Die Zeitungsgebühr für Verlagsstücke js< für die Dauer des Krieges um die Hälfte des Monatsbetrages für die Anmeldungen auf kw- zcre als einniimatige Zeittäume ermäßigt worden wenn der Bezug mit 15. des Monats ober später beginnt Diese Vergünstigung bleibt für dauern bestehen. Ebenso luirb das Zeitungsbestellgelb slß derartig an gemeldete Stücke nur noch mit in Hälfte des Monatsbettagies erhoben. Mit bm Inkrafttreten des erhöhten Zeitungsbestellgelde^ am 1. Oktober werden die HaVmoimtsbettägx cuj eine durch 5 teilbare Pfennigsumme nach oben abgerundet. ** I m Licht spiel haus wird beute i». I große Sensation „Die Lieblingsfrau des Maharvp" sckm", 2. Teil, in der Hauptrolle Lilly Jacobson und Gunnar Tolnas, foivie das glänzende Beibringen ab heute das große Drama ,Verrat und Sühne" in 4 Akten und ein neues Lustspiel „Fürs! Sally" in 3 Akten. In der Hauptrolle: Lr L'Arronge. Landkreis Gießen. L 7 des Gesetzes, der die Grundsätze der Verhältniswahl als maßgebend feftfetzt, wird dann angenommen, wie der Zusatzantrag, datz im Falle nur ein Wahlvorschlag vorliegt, eine eigentliche Wahl unterbleiben kann. In 8 9 ist die Zahl der Abgeorfoitten für den Landeskirchentag durch den Ausschuß von 30 auf 34 weltliche und 23 geistlick>e Abgeordnete festgesetzt worden. Oberkonsistorialpräsident D. Nebel spricht gegen die Vermehrung der Abgeordneten. Der 51^ titel findet Annahme, ebenso die Bestimmung, daß das erweiterte Oberkonsistorium auS 6 weltlichen und 3 geistlichen Abgeordneten bestehen soll. Oberkonsistorialpräsident D. Nebel tounfa)t auch eine Vertretung der Division, doch soll cnes^r Wunsch evtl, in der Kirchenverfassung Berück,ick»- ^Jn Attikel 10 ist die Zahl der Abgeordneten von 53 auf 57 erhöht worden. Sie sollen nach dem Aussührungsanttag durch bte Gemeutdever- tretungen der Dekanate gewählt toerden. Verschiedene Abgeordnete empfohlen bte Wahl durchme Dekanatsdsynode und Vermehrung der weltlicheii MitgliÄer. . .. . Bon verschißenen Seiten werden mit Rücksicht auf die Finanzlage Bedenken gegen die Wahl zu vieler Abgeordneten für die Dekanatssynodei geltend gemacht. , , Ä . ar Der Ausschußanttag wird abgelehnt, der Antrag Bolitsch angenommen. , ,, Dann wird §8, der die Verhältniswahlen auch für den Kirchenvorstand, die Dekmiatssynode, zum Landeskirck-entag usw. festsetzt, ebenfalls an- wobei ihnen über 4000 Marr tn Die Vanpe ^Etdes, der 45 Mitglieder sofort bei traten, fielen. Das Geld konnte den Bestohlenen wie- $ Villingen, 11. Aug. Der Gemch^ der zurückgegeben werten. Die Festbenom- Arbeiter- und Bauernrat hielt lä« menen gehören zweifellos der ruralict) in j Sitzungen über Beseitigung der ZwangswÄ- Frankfurt a. M>. festgenommenen Bande von ab. Hervorgehoben zu werden verdient dc Taschendieben an. In ihrem Besitz befanden Anttag aus Belassung de- Brotgetreides in k fiA außerdem 1 goldene Herremchr mit ßtememde an die Versorgungsberechttgten M Svrunadcck-l 1 silbnn- Herremrtzr. 1 Stahl, ist eine »rechte Forderung der beJu8äWreis Hch Müller. Ausschußanträgen erledigt. (upUu,R ^Twxirtt ** Burkhardsfelden, 11. Aug. Nach Damit ist die erste Lesung des Gesetzes erledigt. i|t 182 unseres Blattes vom von- Schluß 7 Uhr. ’ Nächste Sitzung Dienstag früh 10 Uhr. einberufen zu werden. stimmig bte Zuteilung von tarorgerrewc — *♦ Zwei Schleichhändler, die audM»n Mehl gefordert. trenn besetzten Gebiet Zigaretten geschmuggelt hat- Kreis Schotten. ten, beraubten sich gegenseitig, und wurden am » Herchenhain, 11. Aua. Das mn GM Bahnhof festgenommen. Der etne hatte Jem ein* I, in Ober-Lais so gut verlmta ttäglick>es Handwerk als Bergmann. au>f,^^'l Jugendfest konnte gestern nachmittag weil er beim Schmuggrün mehr verdiene und der L^.ch^hainer Höhe noch einmal wiederholt N«te- andere behauptet Ferkelhändler zu fern. Pfo^r Weidner, Ober - Lais Liter ** Tie Fahrpreisermäßigung auf I Schöpfer jenes Festes, wollte dteAufführnittr- den deutschen Eisenbahnen für den Besuch der am brci großen Vollsfzenen aus Wilhttm 31. August beginnenden Leipziger Her bst- Schwur auf Rütli, Apfelschuß urch GeßlcrS^o Mustermesse fällt in diesem Jahre »oeg Dic ^uch den Bewohnern semes Heimatdorse^ Ablehnung erstreckt sich auch auf bte frachtfreie Augen führen. Die herrliche Umgebung Mckbeförderung der Meßmnster. ganzen Spiele einen wunderbaren Maymen ** Die Entlassung von Hilfskrüf- zählige Scharen von Menschen^egen tei ten, die von ben Aemtern währerT des Kriegs ^den.Sonnenschemmttte^^rahten^ eingestellt worben sind, ist bekmintlich angeordnet hang hinauf. Um 2 Uhrnachmittagsnapm. worden um Stellungen für Kriegsteilnehmer und Darstellungen ihren. Anfang. Ebenso wie i gen müssen auf die persönlichen ""b wirtschaftlichen Verhältnisse Rücksicht nehmen. Zuerst werben die Hilfskräfte entlassen, die nicht unbcbmgt auf ben Ettverb angewiesen sind, also vor allem die nmblidyen Hilfskräfte, die im Hausbalte der Eltern leben und von ihnen ausreichend unterstützt werden können; bann Frauen, deren JJcmtner genügendes Einkommen zur Ernährung der ättfolgt°^nnC^rtfobung^r Vorlage bete ßn«w ‘^sich^I gemeine Lawn-Tennis-^u^ Bildung brr SticdKngemeinbamtrrtung und W°chni^d>- ®i»nt«g ben 1. imb bK W. traute ÄWÄÄ SS I 016761 geleitet vom (Brüntngen = »660 8352 m. 27 Weiße Tüllblusen j verreist Gesundes trotfen.Wleten- wieder nm Lajrer. i«,,c wi«‘ci schwer, drei leicht verletzt. Der Materialscha den ist erheblich. Familiendrama Zittau, 11- Aug. (Wolfs.) Der etwa 50 Jahre alte Landwirt Barth aus Weinböhla bei Dresden verletzte heute früh seine hier wvh nenbe, von ihm getrennt lebende Ehefrau durch Messcrstiche in die Brust lebensgefährlich, er ft ad) das im Bett liegende einjährige Kind und durchschnitt sich dann du Halsschlagader, so daß er bald darauf starb. die in den Tiefen rauschenden noch unbekannten Ströme und Quellen überschreitet, heftig aus- schlagen, glaubt Herr von Graeve auch bi: Art der aufgefundenen Quellen mti) üjre Zusammen setzung besttmmen zu können. So sand er in der Allee in einer Tiefe von 56 Metern Homburgs jahrzehntelanges Sehnen und Harren, eine sole- haltige Thcrmalouelle von mehr als 40 Grad Wärme; eine zweite Therme entdeckte die Rute am Elisabethenbrurmcn; beim Kaiserbrunnen meldete die Rute ejne Erzader Weitere Versuche am Sonntag vor einem anderen Zuschauerkrcis brachten das gleiche Ergebnis. Fallo nun die Praxis, die sofort in Kraft treten soll, die Theorie des Herrn von Graeve bestätigen sollte, dann würde Homburg noch mehr zu einem Heilfaktor ersten Ranges durch die Therme. trolle und beschloß, das LandratSamt zu erfuayat, zu veranlassen, daß in jedem Torf zunächst die ortsansässigen Nichtsclbstverforger mit Mehl beliefert toerden, damit die Transport- und Bermittler- kosten sich erübrigen Tie Treschlöhne wurden auf 7 Mk. (mit Presse 8 Ml.) festgesetzt. Weitere Beschlüsse richteten sich gegen die Stallrevisionen, die Probemelkungen, die schwarzen Listen wegen der Viehbelieferung und sonstige Einrichtungen. Die Milch- und Butter preise sollen mit denjenigen dec Nachbarkreise in Einklang geb rächt werden. Geschieht dies nicht, hört die Belieferung der Molkerei auf. Zum Schluß beschloß man, daß der Vieheinkaufskommission ein Vorstandsmitglied des Bauernvereins an gehören soll. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. Das Amtsverkündigungsblatt Nr 71 vom 11. August enthält: Bekanntmachung des Reichswehrministers Nr. F. R. 270/7. 19. K. R. A. — Aushebung des Verbots der Versteigerung von Grummetgras (Ohmetgras) vom 2. August. — Ten durch den Wolkenbruch am 8. Juli 1919 im Kreis Darmstadt entstandenen Schaben: hier: Hilssansschuß für die Unwetterbeschädigten — Ausführungen des Friedensvertrags: hier: Aufhebung der Blockade. — Berichtigung zu den Kreistagswahlcn. — Feldbereinigung in der Gemarkung Großen-Linden, Kreis Gießen. — Feld- bcreinignng Allendorf a. d. Lda. D i e Beschlagnahme und Meldepflicht von Retortengraphit wird aufgehoben. Zugunsten der Unwetterbes chädig- t c n im Modautal hat das Kreisamt die Erlaubnis zu Haussammlungen erteilt. Jrn Interesse ber schwer geschädigten Bewohner der betroffenen Gemeinden übernimmt das Kreisamt die Arbeiten !. «*•‘ti, fort M GP MM «PA ttki — Bad Homburg v. d. H., 11. Aug. Tie A.-G. für Kurbetrieb läßt augenblicklich Voruntersuchungen für Bohrungen im Quel- lengeviet vornehmen. — Fulda, 8. Aug. Tie vom 21. August ab hier tagende B i s cho s s ko n f e r e n z wird dadurch besonderen Glanz erhalten, als auf ihr vorn 21. bis 24. August auf Anordnung des Papstes die 1200-Jahrfeier des hl. Bonisalius sestlich begangen wird. Am 24. August zelebrrcrt Kardinal o. Hartmann- Köln, asjistiert von den deuijchen Bischöfen, im Tom ein feierliches Poniisttalamt. Auch in allen deutschen Tiözesen finden in den Tagen Bonifatiusandachten statt. Homburg o. d. H., 10. Aug. In der Nachbargemarkung Ober (lebten überraschten der 38 Jahre alte Heinrich Herzberg aus Oberstedten und der Schreiner Jakob Birlebach aus Biebrich den 38jährigen Schlosser Hugo Jakobi aus Oberstedten dabei, als er einen ihnen gestohlenen Hammel abschlachten wollte. Jakobi gab fofort eine Anzahl Schüsse ab, durch die Birlebach auf der Stelle getötet und Herzberg hoffnungslos verletzt wurden. Der Mörder wurde festgenommen, überwältigte aber in dem Dberftebtener Haftlokal seinen Wärter und entfloh. Bisher konnte er nicht aufgegriffen werden. hl. Kassel, 10. Aug. Der letzte Schwe i ne- markt brachte große lleberraschungen. Während zum letzten Markt 190 Ferkel angetrieben waren, wurden gestern 643 Stück zum Verkauf gestellt. Tie Preise waren gegen die des letzten Marktes um die Hälfte gesunken. Gezahlt werden für Ferkel bis 6 Wochen alt 50—70 Mk., von 6—8 Wochen 70—100 Mk., von 8—13 Wochen 100 bis 150 Mk. Den Züchtern war der Absatz zu diesen Preisen leicht möglich, während die Händler, die teuer angekauft hatten, ihre Ferkel nur zum Teil und mit großem Verlust losschlagen konnten. □ Marburg, 11. Aug. Im naben Bürgeln zeigte sich gestern ein.fremder Mann, an- schernend ein Irrsinniger, im Adamskostüm. Als man ihm nacheilte, lief er ins Feld und sprang in die Ohm, in der er seinen Tod fand. Tic Leiche des im Lllter von 20—30 Jahren stehenden Fremden wurde ins Spritzenhaus gebracht. nräVrviiL des Turniers gewährt Anschließend am 6. uub 7. Sptember rcrrbeu Reiterspiele, Rennen und it.fdjau sowie H^ckey-Wettipiel auf dem Golfplatz veranstaltet. Starkenburg und Rheinhessen. rnr. Tarmstadt, 12. Aug. Eine Lohn- und Gehaltsbewegung schwebt zur Zeit zwischen den städtischen Arbeitern, Lehrern, Beamten und Hilfsbeamten. Tie Arbeiter verlangen für die Monate Mai bis September eine tägliche Teuerungszulage von 3 Mk. Nach den bisherigen Verhandlungen verhält sich die Städtische Verwaltung ablehnend, doch haben die Arbeiter, wie uns mitgeteilt wird, ein Ultimatum gestellt, nach dessen ergebnislosem Ablauf sie alsbald weitere Maßregeln ergreifen wollen^ Tie Beamten und Lehrer usw. fordern eine einmalige Teuerungszulage von 1000 Mk., refö. 500 Mark, für die Anschaffung von Holz, Kartoffeln usw. zum Herbst. Die Verhandlungen hierüber sind anscheinend noch nicht abgeschlossen. Hessen-Nassau. Frankfurter Einfuhrmesse. Frankfurt a. M., 11. Aug. (Wolff.) Zu den wichtigen Fragen der Neugestaltung des deutschen Wirtschaftslebens gehört die der Neubelebung und des Wiederaufbaues eines Benner&Krumm Gießen. Schnürfaden G am lerfaden AnfnUhfaden Wachs -IlaMhiaenx vira Möbelgurte Hol laden garte Jalousie band Rouleauxkordel grau, weiß und creme, alles in best, Friedens- quailtäten, hat billigst abzugeben 9327 Ludwig LaznfUR, Asterweg 63, Ferasp.665 SSn«* u.w Baurrnrat M n xn »uMidaA i bei Srotgetrnoe--- idorguitgÄh^.^. entng der beM to-üiStf»!,, * ovuna 1 6imijgr* Tiktzni. 10. atm - enthmu^t m ^«toenualtung. '^trm 4 St ■ t ©rcöen möglich t ^ verteilen, ixmbS toitncn fc V^hrenpccls, ritt Älber-KmjH^ »'F- Volk, F. t _S?6tr; für Cchc. tz Sä BürgnJ 2. Mull«; für L Wranb; für tzm» l Weber! tür Hvlläck Äug. <• mfereS Alattes üom tr hiesiger Landwirt m Korn zum Wuchers haben. Der in fsl, i unä nun ein cs vor, wonach btejc, Suchers beschuldigte Sc Mehl leihweise überüf m dem genannten 8c orn für 100 Mk. 11, Aug. Bei einei «chädigter undbn welcher die Stimcai r au- Gießen [N : gegründet, die fio t (oerband NegsbeW' er bzw. dem Ginheil-c r Toiitschlands, A? ü eS Zusammen schlug Sntetffien bti streng | netter witnlitdt. ! hoür * e kitzcM PtzdeiMe-eV Landwirte sw, ui V r Zwangsdüish!! e geführt wurde $ ev ch gerichteten EnWi Aushebung der । des BieMstn-, -rabücknmg, W .' trocigenmg ,l.egM » Fruchtkommchunm'.. t sich, sämtliches, zu r- Mraz-W-LiÄpieli Selterewee 81 Programm v. Dienstag, L, bis Inti. Freitag, 15. August Verrat und Sühne Großes spannendes Drama in 4 Akten. Wasser und R^gissaur Max Mack Fürst Sallv Ein hochmodernes rur^l Odliy Luatapieii.3Akten * Kopenhagen, 10. Aug^(Wolff.) „Ber- lingske Tidendc" meldet aus Ma l m o e: Am Freitag vormittag wurde fein W a f f er f l n g zeug, das aus einer Höhe von etwa 200 Metern zwei Pakete abwarf, gesichtet Daraus verschwand cs wieder über der Ostsee. Aus dem Innern dec- Landes, wo seit einiger Zeit ein deutscher Herr und eine deutsche Dame wohnten, wurden Sig ,nale an das Flugzeug erteilt, das ftch nad) umen richtete. Der Leuchtturmwärter von Tretteborg erstattete Anzeige hierüber. Das den tscheP aar wurde in Socsdranuby verhaftet und bic beschlagnahmten Pakete nach Tkelleborg geschasst, wo es sich zeigte, daß sie außer echten Spitzen und Jüwelenschmuckstücken Staatsobliga ttonen über einen sehr hohen Betrag enthielten. d!ach verschl. denen Ausflüchten gestanden die beiden Deutschen, die Pakete seien von dem Prinzen zu Wied abgeworsen worden; ihr Inhalt gchöre dem König von Sachsen. Tt. Tie Tanzwut. In Andernach am Rbein verkaufte ein 18jähriger Bursche seine Schuhe, als ihm beim Tanzvergnügen das Geld ausging. Auf Strümpfen torkelte er heim. * Eine neue Erschwerung der Koh lenoersvrgung. Tie Schwierigkeiten der K>h lenoerforffung werden auch durch die ^ebrets Verluste im Osten vermehtt. Tie oberschleft fdjtn KoUen konnten frülier auf dem nächsten Weg,- in die Eifenbahndirektionsbezicke Boomberg, Ton zig und Königs^rg gebracht werden. Jetzt müßen die Kolstenzüge erhebliche llmnvge madyrn. Tr.'S vermehrt die Beanspruchung der Ersenbahnen ui jeder Weise. Man braucht meljr Lokorwottoen, mehr Kohlen, mehr Wagen und Persioiral, Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Kohleiivcrsorgung der Landwirtschaft Tie Zeit des Ausdrusches der neuen Ernte rückt heran, die Kohlenversorgung läßt aber noch viel zu wünschen übrig. Wir leben leider immer noch in einer Zeit, wo das Brotgetreide aui schnellstem Wege den Verbrauchern zugesührt werden muß. In diesem Jahre besteht nicht, wie in den vergangenen Kriegsjahren, ein Zwang zur Ablieserung Aber warum sorgen die maßgebenden Stellen nicht für die nötigen Kohlen? Läßt sich doch die Versorgung der Bahn, tote man sich mit eigenen Augen überzeugen kann, ermöglichen. So wurden in Garbenteich für die Eisenbahner in den letzten Monaten mehrere Waggons Kohlen sowie Holz ausgeladen, so daß mehrere Familien schon letzt große Kohlenvorräte für den Wintcr- bebarf im Keller haben. Ist die Beschaffung der Kohlen zur Trescherei nicht ebenso toichtig oder noch wichtiger? Mehrere Landwirte. .^Schäfte all. Grüß, L oerfch. Veber- fort.,VeberabfälUgeitanAt. Sohlen u. Absätze, Schuh- macherbebarsSart.PreiSl. frei. Ha* Jörger, krank- Isrt/IL, Holzgraben7.„,^c Prmll Rettilhe täglich frisch Seitz, Re«enivk-SL. Lichtspielhaus Heate die große Sensation UMMiüiüsdmW II. Teil Ld.IL: Lilly Jakobson, Guan ar Tolnäa sowie das glänz. Beiprogramm Har bla takt Freltaj Georg Kaletsch III Die tieftrauernden Hinterbliebenen Niederwalgern, den 10. August 1919, 015716 Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag Ve3 Uhr vom Trauerhause aus statt Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meinen lieben Gatten, unseren treusorgenden, innigstgeliebten Vater, Bruder, Großvater und Schwiegervater, den durch einen sanften Tod von seinem langen, schweren mit großer Geduld ertragenen Leiden zu sich in ein besseres Jenseits abzurufen. M sss M s U ’S® M Ätz | Vermietungen! Pension Brandl L°L i Gut möbl.Zimmer m. V er- pflegunR.J3ad._Tel. 1085. SckSn möbl. Zimmer. 2Vetien. elektr.L,Neben- raum, .Kochgelegenheit, au ucrtnieten. Wüsche ist selbst au stellen. 9207 Wett Äulagc 31. Mietgesuche | Wer löürüe 3 bis 4 Zimmer mit Küche evtl, auch nur für einige Monate, an zwei bessere Damen abgeben?^Sckr. Angeb. unter 015/rrO an den Gies;. Anzeiger. Ehepaar (Kaufmann) mit Ijähr. Kinde bittet um lleberlaffung einer 2 bis 3 - Zimmer - Wohnung. Schrift!. 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August WO Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Zweites Blatt llrJ86 die ?lepren Fabriken Mitglied der Nationalversammlung. !»st 1919. NachmittagSsrtzung. einer Tabaksteuer ein. Fortsetzung 30. (Nachdruck verboten.) n 1 9 belastuug sehr beeinträchtigt werden kann unb andererseits der tobe Steuerlast die Mi:tprnse treiben kaim. Sehr erwunsckst wärt es, den Umsatz in Grundstücken mm geringerem Wert etwas zu erleichtern, um den kleinen Manu moglutit zu sckwnen, imd ivir bitten Sie schon jey:, unserem diesbezüglichen Antrag;uzu stimmen Wir können uns von'der Befürchtung nicht frei- ^gslwlitik, t^ch die Wr den halten, daß der Umsatz durch eine so hohe Stemptt-' Wohnungen be,chafscn-wollen^ Ragna Gvendburg Roman von Anny Wothe. Abg. Bae recke (Teutsch-natl): Wir kön- Cncn mis nur schweren Herzens entschlretzen, diesem Gesetz 3iRummnwii. linier Hauptbedenken richtet sich gegen die Höhe der Steuer und dr.- Benachteiligung der Gemeinderi. Wir oerlcrng.m, ben den Gemeinden auch fernerhin wenigstens nn fester Anteil an dem Ertrage gewährleistet wird.f jwnt; Am Regierungstisch: ErLber^ Präsident Fehrenbach eröffnet bee Sitzung inn 4 Uhr 15. Das Haus tritt in die zwecke Lesung aeS Ge- setzentlvurses einer Tabaksteuer ein. Aba W e tz l i ch (Deutschnatl.): Wir hcklvn gegen daS Gesetz ernsthafte Bedenken, da es di" Listeuz des Tabakgewerbes gefährdet Du- Buche- wie findet nur Beifall bei einem klemm, aver mächtigen Kreise der Grvstkapitalisten. Abg. Schlueter (Soz.): Die Vorlage bedeutet eine sehr starke Belastung der Tabakmdu- strie. Die Prüfung der Monopol frage hat uns gezeigt, daß für die Verstaatlichung der Zigarren- Industrie iwft> jede Grmchlage fehlt. Die Ber stoatlickung würde unS viele ^Zahre kein (Md bringen, sondern Zuschüsse nötig machen Die Banderole liegt sowohl im Interesse der Kvnlu- mmten als auch in dem der Arbeiter. Mente Partei behält sich ihre, endgültige Stellungnahme zum Entwurf bis zur brüten Lesung vor. Wir machen sie Djn der Gestaltung der Besitzsteuer herzlicher :m H'nscheiden Wtnen jagen 9e unseren aus. »in«, und ^inber angenommen. ,u„.*s § 18, der für den gewerdsmotziacn - stücksbandel die Steuersumme um 2 Proz. Höver ansetzt, wird mit einer redaktionellen Aenderung angenommen. S 25 wird unverändert angciwmmen, ebmn solvent sie nicht von der Kommission gestrichen worden sind, die §§26—37. Nach § 38 erhält vom Ertrag der steuer da<- Reich die Hälfte, lieber die Verwendung beran- deren Hälfte trifft die Landesregierung Bestimmungen. , , „ Qti Ein von der Komm iss-."n neu em gefugter z ov a bestimmt, daß den Gemerndcn imlcr allen llmstru den bis znm 31. März 1925 der biSlterige Dürft: schnittsertrag der Steuer zugennescn werden Joli und zwar soll der TuvchschnittSertvag imck dem Rnuerttkrmlmen der letzten sechs Jahre WWW nXTtO0. Riedmiller (So».) begründet erneu sozialdemokratischen Antrag, wonach der Tuvck'' sckmittsertrag itnrb den letzten drei Jahren vstgefetzi werden ''oll, weil dadurch bet Gemeinden wnaw? sichtlich ein höherer Betrag garantiert werdet kamt. Tre §§ 38 und 38 a werden fchließluh anste rwrnmen, letzterer mit dem siozialdenckkratischen Antrag. . Y - . . Bei § 41 beantragt Abg Siehr.(Dem.) bte Streicknmg des Absatzes 4, der bat Enrzelstntten und Gemeinden die Möglichkeit bittet, m der Uebergangszeit gewisse Steueirrletchteruirgen oder Beftenm gen wieder zu besefttgen. Wecker beantragt er die HinzuÄgung eines neuen Absatzes, wvauim für Veräußerungen, die sckzon vor dem 1. Juli 19U' abgeschlossen wurden, aber erst später beurkundet wurden, eine Befreiung von ber Steuer etntreten joü ’ Absatz 4 wird gestrichen, dagegen wird der An trag Siehr (Dem.) auf Einfügung eines neuen 2lbsatzeS ab-gclehnt. Damit ist das bjrwkdtvechselsteuergefetz erledigt. Hierauf wird die Werterbevatung aut raidv mittags 4 Uhr vertuest. Schluß 21/* Ulm. Wenn hier und Da eure uicungrcu gqiuuM. amu, so müssen an anderen Stellen -obere Ernnalmtar bewilligt 'verden. Die Finanzgesehe müssen so, wie sie rorltegen, verabscksiedet werden, ^gestellten Anttägc srnd aud* teilweise undurchführbar, da die Grundlagen für die Veranlagungen fchlert. Bei den. groben SchWterigPeiten ist ein Ersatz nicht leicht zu ^schaffen. Im übrigen kann die Umsatz- steuer mehr aufbringen. setzt et nachher Prügel, aber die Menschen hier, die bringt nichts mehr uff de Berne." Sie zeigt, auf wei Tote, die man soeben mit zersÄnetterten Gliedmaßen vorüber trug. Und wieder verging eine bange, arbeitsreiche ^“"jtrau Brand," sagte einer der Aerz>'. t>en Kopf zur Tur herein steckend, ,,,haben Sie noch irgendwo ein freies Plätzchen tnt ^auft? Hwr hot man unter den Trümmern eines Wagens soeben einen jungen Mann l>ervorgezogen. Aeußer- lick scheint er imverletzt, aber er ist ohne Bewußt- fein, vermutlich schwere Gehirnerschütterung, wir müssen zunächst trachten, ihn aus dem Wirrwarr zu entfernen." ,^Jch weiß, nicht," sagte Frau Brand und sah Ragna unschlüssig an. „Natürlich, mein Zimmer steht zur Berfü- Ragna schritt mit stolzer Vornehmheit m dem Arzt vorüber, um ihm den Weg zu zeigen, ^as Antlitz des Kranken, der auf der Bahre lag, konnte sie nicht niIT ^r Stunden, mein.Fränkin " sagte der Arzt, der nugenscheurlich nstaunt war eine so vornehm ausfthende Dame, in dem Bahnwärterhäuschen zu finden, Echuldt^nd zu Ragna. „Sobald der Kranke, trmsportsahig, wird man ihn wie die anderen schwerverletzten sofort nach der Stadt ins Hospital schaffen. Im Umsehen hatte Ragna in ihrem Wo bn- rimmer efin bequemes Nachtlager bereitet, und di? Träger hatten den Fremden darauf nieder- gelegt. Ter Arzt trat setzt mit Nagna hu^u, und der Scl>cin ber Lampe fiel voll auf das Gesicht des Kranken. Ragna starrte ihn an, als habe [te einen Geist cefcben Ihre Kniee bebten, ihre Hande zitterten, sie suchte unwillkürlich nach einer Stutze und klammerte sick voll Verzweiflung an den Arm des Arztes, denn der Mann, der da bleich und Nacken (Ztr.): Die BelastmigSfahig- kett des Tabaks wird frfttocr, aber nicht nner- tttiglich in Anspruch geiwmmen. ES bleibt für uns nur eine Fabrikatsteuer übrig. Zur Zoll frage werden wir erst in der dritten Lesung 'ätel - hing nehmen können. Im ganzen würden wir dem Entwurf in der vorliegenden Form zustimmen Abg. Kempkes (D. B.): Die Sätze ber Bor- läge find zweifellos sehr hoch, aber sie gehen! »vch, warum denn »ich? Wir wollen ja schon ton selbst, daß Sie bei uns bleiben, Fräulein Ragna. Soll denn der Mann da oben liegen bleiben?" „Bis morgen früh," saugte Ragna mit schwerem Seufzer, dann schritt sie mühsam die Treppe hinan. v . Sven hob bei ihrem Eintritt unruhig den irolv AlS er sie sah, huschte wieder ein fast tor Wirt':'' Lächeln über seine Züge. Sttll schloß er bre Augen Ragna rückte ihm mit bebenden Händen die Kissen zurecht und legte ihm kühlende Kom - pressen auf das schmerzende Haupt — er schien cd nicht zu bemerken. Stundenlang lag er so unbeweglich- „ . Frau Brand kam von Zeit zu Zeit, um zu fragen, ob sie etlvas helfen sollta Ragna saß an Svens Saget. Der matte Ethem der Lampe brach sich in dem blitzenden Goldreif art seiner Hand. Der Flieder duftete betäubend herein in das stille Gemach, und unten im Garten blühten die Rosen. Der Nachtigall Lied war längst berftnmmt Rosenrot ging die Sonne im Osten auf, und jubelnd stieg die erjte Lerche in die Luft. Da erwachte -Sven. Klar und durchdringend richtete sich sein Blick auf Ragnas Gestalt, und nach ihrer Hand tastend, sagte er leise: „Es ist doch schön zu leben. Ich glaubte zu träumen, als ich Sie gestern abend sah, und er war süß, dieser Traum, ich wollte ihn auskosten und schloß dir Augen und träumte mich so in eine Welt voll Glück und Sonnenschein hinein. Der Schlummer in Ihrer Hut, mein Fräulein, hat mich gestärkt, neu belebt — ich glaube, ich bin ohne ernstlichen Schaden zu nehmen, davongekommen. In erster Reihe aber lassen Sie mich Ihnen danken, daß Sie sich so freundlich meiner annahmen." Er wollte sich aufrichten, sank ober gleich , darauf wieder matt in die Mssen zurück „Ruhe, Rul)e," mahnte Ragna, „der Arft wird bald hier sein." (Fortsetzung folgt.) »n- ViW 0 n»ch ^mutter, I stumm vor ihr lag, war Sven Svendburg, der Gatte ihrer Schwester. ... Wie der Goldreif an seiner bleichen Hand, die so schlaff herniederhing, blitzte! Ragna erfaßte eS wie Grausen vor dem Schicksal, vor sich selbst. „Sic haben sich überanstrengt, mein Fräulein , sagte der Arzt gutmütig. «Hier nehmen eie bicfc Tropfen, der Anfall wird bald vorübergchen. Und nachdem er Sven untersucht, setzte er hinzu: „Der Kranke wird Sie nicht viel m Anspruch nehmen. Ruhe ist das Einzige, w<^ ihm augenblicklich nottut/' Und noch einige BerhalttingSmaß,' regeln im allgemeinen erteilend für bte Pflege der Krankem sagte er Abschied nehmend: „Also sorgen Sie sich nicht, mein Fräulein, dies« unfret- wttlige (Srnquarticrung soll nicht lange dauern höchstens bis morgen.' Dann war er gegangen, um nach den anderen Verwundeten zu selben, und Ragna war mit Sven Svendburg allein. Ihr Blick fenllc ^stch zufällig auf ihren Schreibtisch, wv sein uno engrite Bud stand — siel fern Auge baraut.bann war sie verloren, bann wußte er, wer sie war, und das durfte nicht fein. Mühselig raffte sie sich auf und schritt.zum Schreibtisch, es einzuschließen. Kaum war es geschehen, so schlug der Kranke die Augen nur. Groß und starr waren sie auf Ragna gerichtet. „ . n,, f „Ein Traum," sagte er leise, unb em Lächeln irrte über die erblaßten Wangen. Dann nahm wieder tiefe Bewußtlosigkeit ihn gefangen. Ragna hatte kaum zu atmen gewagt, letzt ging sie eiligst zur Tür und die Treppe bmab „Frau Brand," sagte sie mit singendem Atem zu ihrer braven Wirtin. „Der Mann, ber dort oben in meinem Zimmer liegt, ist ein Verwandter unseres Hauses. Er bars nie erfahren, wo ich weile, weil ick sonst zurück in die Heimat muß. Rennen Sie nie meinen Namen, und verbieten Sie es auch den Kindern, solange ber Fremde hier weilt. Hören „Ja bad)," sagte Frau Brand, „mem Jotte ■»“tonUM., Milq „Falsche Weichenstelluna" Brand auf Ragnas entsetzte Frage. „Ich sah das llngtüd kommen unb versuchte alles, den Zug rum^lehen zu bringen, leider vergeblich, letzt gilt es, ben Un^ glücklichen zu helfen, die vielleicht noch unter den Krümmern liegen." Ter Platz vor bem £>aufe fAlte sich mit ivehklagenden, bestür-ten Meusch^' di- alte knt 8uge enteilten. Unter d,-s-n b«s-nd sich glücklicherweise ein junger Arzt, der )iaj tat* kräftig der Verletzten, bevor andert^ittge Hilfe herbeikam, annahm. Ragna lttifi vhne erst zu fragen zu unb ward so zur wirksamsten Hilfe für die Verwundeten. Einen Teil hatte man bald im Bahn Häuschen untergebracht, ein anderer Deck lag stumm unb bleich auf dem fügten Rasen Schreck und Angst Ijattcn sie nur bewußtlos gemacht. So verging die erste bange Stunde, da riufte ein Hilfszug von ber iiächsten Station an, er brachte Aerzte unb Arbeiter, und lxild^ entwickelte sich eine fieberhafte Tätigkeit, ^llettht konnte man nach ein kostbares Menschenleben, das imter ben Trümmern begraben tag, retten. „Sie sind ein braver, wackerer Kamerad,, mein Fräulein," sagte ber junge Arzt, als er svebm kunstgerecht eine klaffende Wund^ am Arme nnes Schwerverletzten zunähte, wobei ihm Ragna Assistentendienste leistete. ,jDbne Sie, unb ohne die wackere Frau da," er zeigte auf Frau Brand, „batte ich selbst wenig ausrichten können, nun aber müssen Sie rulx'ir, wir bekommen jetzt Verstärkung, und Sie," sagte er zu Frau Brand, „gehen jetzt ruhig zu Ihren kleinen Kiildern, die ich da in der Kammer weinen höre." „3, wo wär ick berat," sagte Frau Brand. „Tie Gören kennen man immer brüllen, bann 11 gegen die Organisationen gesprochen. Die Be- bas aäiize^Gesetz abzulehnen. amten nehme ich in SclMtz, aber die Organisationen d ?lbg^ Waldstein (Dem.): Ter Entwurf er- verwerfe ich. DSlsalb schaffe ich eine ^euorMtu- febeirtt uns überhaupt nur unter dem Gesichts- sation. Gegenüber dem Abgeorbnett.i ^r. Wald- vunll annehmbar, daß das Reick in seiner Not- stein bitte ich um Dmu^si^Aing, ^ß wij bic ?age ungelseure Einnahmen braucht. Ob der Ent -1 ungeheure Notlage des Reiches einen veränderten wurs wirkluh die erwähnten Mlehreinnahmen bcin- Standpunkt zur DÜrchsnhrwig bei btaftif^n gen wird, ist uns aber mehr als fraglich. Wir Politik anfertegt . . Srbei? deshalb nicht aus -Steuertoeu, fonbern Abg. Dr Becker-Hrt^lDttc^s^ksp.). um das Erträgnis ber neuen Steuer eiiligwimchen | Wenn auch bte Finanznot des sickerzustellen, den deutjch-nationalei: Antram den ander ter Betrachtungsweise zwingt, so glauben wir ©teS ton 4 auf 3 'to^ent $u doch datz benj.ur6 umeren SIntra« - • I emtretenben Ausfall et trag en tarnt. w“ Seiet Seifen, T, SW: Wir stimf. tog...»«»«. CU.Q: _«et gegen, wfew _ Erliegens bringt, wenn man ihnen nicht butd) besondere Sckutzmastnahmen unter die Arme greift, kann rninbesteiiS Stontel* haft erscheinen. Sicher aber sind die dem Wirtschaftsleben drohenden Gefahren der starken Blutentziehung, die die Boralgen über die einmalig* Kricgsabgccke für 1919 sMchreinkvmmeiNteuer) unb die Bermögenszuwachssteuer, schließlich auch die Vorlage über die Erbschaftssteuer in vielen Inllen zur Folge haben wird, außerordentlich chwer. Nicht jeder, ber im Kriege verdiente, Hal ein Gelb in leicht greifbarer Weise angelegt. Dazu kommt nunmehr die Notwendiglett, sich wiederum Ull d~— -. auf bic Friedenswirtschaft umzustellen jmb endlich bar mären wir für eine 6rtiärimg, Jt>re sich da>. bic gewaltige Steigerung des Bedarfs an Be- Verhälttiis dieser Steuer zu anderen tsteinrn. Um triebsfapttal infolge Steigerung ber Löhne unb satzsteuer, Grundsteuer usw. gestalten wird ber Rohmaterialpreise. Soweit der Verdienst im Geheimrat Papitz erwidert, daß über bieü* Betrieb festgelegt ist, wirb man ihn ohne ~rnq< im Nahmen der Reichsabgabenvrdnung z>: Scksäbigutig des Geschäfts ^überhaupt Nicki cuis ^rlwndelu sein werde. ihm herausziehcn können. L-oweit dies man der mnt i inbami m ber Fasstrng del ÄÄW »v l an ds k apita l m ftartcrem Umfang in Gruichstückkn 20000 Mk. unb deutsche Wirtschaft ernzieht, als dies dieser Wirt- '»000 nickt übersteigt (ali § 7a). schäft und -- bei bem Mangel an sozialem Smn uub^en ^000 8 20 a und ber Auslandskapitalisten und Unternehmer — ben Decker-Hessen (D. V. P. Angestellten unb Arbeitern nützlich lern kann. Alle 20 b berbunben. Nach dem letzteren diese Umftanbc muß bte Steuergesttzgebung geradi Oberbe Hürde aus demselben Grunde, wenn in der des Neuausbaues unseres Wirtschaftsleben- sheuervstickttge Betrag bic genannte Höhe nicht mehr berücksichtigen als je bic SkrtaHer der vor- ^Litetb«S^er ermäßigen. liegenden Gesetzentwürfe aber unb diejenigen, die uvers^reitti ow v Siehr noch iortwährenb nach Vertchärfimg ber Steuer- WaZ) Ur di- Anträge gesetzt' insbeionder-e der Mehrwilommen- uick dsr Erend Abg. Simon (Svz.) dagegen spricht. Zuwachssteuer rufen, scheinen daran viel zu wenig \™, w Erz berg er: 58er der ju denken. Aufgabe derftmige^dre un^e Fvaktton ^1y4 sind bic Anträge abznlel/mm. rn die Steucrausschusse der Nationalversammlung uni) ^ne Kleinigkeit gestrichen wird, entsandt hat, wird es fern, immer unb immer I u,lv w J -------- wieder darauf hinzuweisen, daß das Reich ge- walttge Steueropfer von allen Bevölkerungsund Wirtschaftsschichten verlangen muß, daß ihm aber nickt damit gebient ist, wenn unter allzu hohen Steuern das wirtsckZaftliche Leben schwer gefchabigt wird oder gar in einzelnen Fällen ganz »um Erliegen kommt. bleiben. Nicht gelungen ist es und, im Ausschuß rung wird namentn eine Abstufung der Steuer nach der Leistuiigsfähig" tretcne Enttvicllung kett zu erreichen. Im ganzen sehen wir das Gesetz stören. Die Demerfu' .. als eine immerhin erträgliche Steuerquelle für „ich habe Mißtrauen S-ä-rlbie bas Reich an. . Behörden", iveifen imr mit dos @ Aba Henke (U. 6.): Für uns wiegt bas! Ltvw#*'iww—o — —- n -• -, -r . Bedenken, baß die Grunderwerbsstcuer auf die nicht von flrtßtraucn gegen bte Beamten, sont^n OTteter abgcrodlit roerben mtb, [<6roer genug, um r - - -- -------------- *•’« ^rb|i«b=n6n; 12NI 8»-J MM 50000 » ..i neuen flnte - w -j, I Wi SS|j verlor^ ; E Manzresorm ober Staatsbantrott? Don Dr. Decker, Finanzminister a. D. Abg. Simon (So;.) spricht gegen die An- ^ic Abstimmung ergibt bic Annahme des K « unb die Ablehnung ber 7 a unb 20 a. 5? 20 b wirb angenommen 3u § 8 crllärt Reichsftnanzmildster ttr#* ber acr, baß eine Vorlage, bett, die einbciP licke Regelung der vesteuermig der Toten H-r.ck in ber Ausarbeitung begriffen lei inib demnacvst Oer 'Nationalversammlung zugehen werbe. ^8 wirb nach längerer Debatte unverändert angenommen, nachdem ein Streichungsantvag bn- Demokraien mit knapper Mehrheit abgelekmt worben war. . , M c n (,■ S16 setzt bic Steuer auf 4 Proz. feit, em Antrag ber Deutschnationalen Will fit aus 3 Proz herabseven. Reicksfinanzminister E r z b e r ger er- sucht bringend um Ablehnung des bcutidinatw ■ naleti Antrages. § 16 wird darauf unverändert - ~ 9Ibg. Dr. Becker-Hessen (D. Bp : Nichts ist Deutsche Nationalversammlung. einfacher, als an der Hand des. Steuerzrttels das nnm 11 qhujuft 1919 Einkommen sestznstellen. Der Fmanzminister wirb Sitzung vom 11. August 1919. ton€ Ausfälle haben. Wo soll man denn Steunn Vormittagssitzung. Nachlassen, wenn nicht bei fleinen Leuten unb Ge- Am Regierungstisch: Erzberger. Scktnidt. setzen, bic gerade sie so hock belasten? Außerdem Zwette Beratung des Grundwechselsteuer^ der Ausschuß in der Seftimmung des § / gesetzeS. für die Besiedelung des platten Landes und die 8 1 hat nach ben Beschlüssen des Ausschusses Schaffung aesimder Kleinwohnungen denselven folgmde Fassung erhalten: Grundgedanken bereits -lü richtig^anerkannt, roenn Beim Uebergang des Eigentums an in- auch unter gewissen Vovcmssetzungen ländischen Grundstücken wirb eine Grund- ?lbg. Kurtage (Ztr.) spricht gegen bic erwerbssteuer erhoben. Dem Uebergang des Anträge. KB"4 M.einmd ^n^rt worden IN. „Entwurf eines « Einnahmen nicht einstellen fönnai. ^Abg. Sol mann ^Soz.): Annehmbar ist Abg. Soll mann 'So».) für uns der Entwurf inn unter der Bedingung, Partei von der Nrndrtoe,mttelten daß bei aller Rücksichtnahme auf die Fttiailznot deS ton ber Steuer roiei^r sei, wett Ruches auch die Lincmznot der Gemeinden iiccht ckirch eine Sonbervergünsttgung fftt bas platte außer acht gelassen wird. Alles gemeinnützige Land geschaffen worden wäre Grundeigentum muß von dieser Steuer befreit Abg, Mum(D.-natl.): Dw hohe Best^- bleiben. Nicht gelungen i» es i-n «Mbf$u8|nmg roirb namentliche ing des Reichsfmanzminisvd.s, gegen bie~ gegenwärtigen Behörden", iveifen wir auf das Schärffte zurück. Reicksfinanzminister Erzberger: Ick habe Mal frisch elngtttoffeiL |01M Kirchenplati li Verschieden^ WtüwÄWil Mittags- u. Abeniti emvsiehlt nb 15. . «Ho gttimtiflut u ”^iigkrhT für Stärkcffäirhfj empfiehlt M I aufier dem Haine. _2AanicnftrqHHlll HtmMW zum Waschen w Ml wird anaenommen I 015751 Haamiw-^! Wk . , empfiehlt m bester Qualität I Med.-Trogcrik zum Kreuzplah Kreuzplatz Hd Unser hessischer Abgeordneter veröffe>ttlttl>t in ter Zeitschrift ,,Teutstl)e Stimmen" einen Aus- (otf, den wir im Auszüge hier wiedergeben tvvllen: Das Steuerbündel, mit dem ber Reickssinanz- cnniürt die National Versammlung bedacht t)üt und taä deutsche Volk beglücken will, ist recht uu- rteickmäßig zusammengesetzt: es enthält Steuern, sie einmalige, und solche, die dauernde Einnahmen bringen sollen: neben direkten »reteii indirekte Llbgaben von belr'icktlicher v)öhe auf, Besitz, Verbrauch unb Ver- jehr werden in gleichem Maße belastet. Tie SSßten Mängel der Vorschläge find ihre Lücken- fftgkett unb ihre Systemlosigkett Die Kernstücke icklen noch: die in ihren Grundzügen bereits durch die Presse verösfentlilMe einmalige V e r- nögenöab g abe ober wie man sie letzt, um (jt bat Steuerzahlern schmackhafter zu machen, xamt: das Reichsnotopfer — Reicks n o t e n opfer P6I in einer Zeitimg infotge eines seltsameii Druckfehlers gesagt — soll in wenigen Tagen (ungelegt werden, die Reichseinkommensteuer iM herbste folgen. Aber auch harte mbircftc ?Ib» gabot werden nach mehr oder weniger deutlichen Mziösai unb anderen Mitteilungen noch kommen, von denen man vor einem Jähre kaum zu reden hätte wagen dürfen. Unb was bis jetzt vorliegt, ist durch keinerlei System, dürft) fchtetlci lettenbat Sftinidgedan ken zusammen gehalten, ivenn Nicht durch den einen: Tue Geld in meinen Beutel. Zwei Streitpunkte, um die in allen Verhand- lungen über frühere Reichssttlanzreformen der figtnvf ber Meinungen heftig hin- imb bertobte, foielen bei dieser Reform eine hockst untergeorix- Vtt ober fast gar keine Rolle, sie trcrben rn ber Begründung zu den bis retzt vorliegenden Gef'tz- mtwürten kaum gestreift: die A b gren z u ng ber Steuer gebiete zwischen Reich unb Einzelstaaten unb die Frage der direkten und inbireften steuern. Wer bie Begründung der Gesetzentwürfe nn «micn übersieht unb bie bisher darüber geführten Berhandlungen verfolgt hat, vemmg einen Gedanken nicht los zu werden: alle Vorlagen — bie jetzt zur Beratung stehenden nne auch bie ruxb kommenden — stehen unter dem Geiste des stärksten F i s k a l i s m n s. Das Reich braucht viel Geld, uick es nimmt es überall, wo nock^ etwas ju holen ist Deshalb werden nicht nur die Quellen biretter Besteuerung ausaeplinipt bis zum letzten Tropfen, sondern auch indirekte Steuern gesteigert rts zu einer Höhe, die z?var bei der Leiftstferttg- krtt, mtt ber heute das Geld leider ausgegeven itntb, crträglid) erscheinen mag, die aber bei Wiederkehr normaler Verhältnisse und gesunver Anschauungen über ben Wert bes Geldes geradezu ichwindelerregeick erscheinen wird. Der lüiahrige .stunge. der ohne Bedenken 35 Psi für ferne jjriUp stückszigarette hinlegt, tarnt dabei gennü auch dem Reiche in ber Form der Zigarettensteuer etn starkes Opfer bringen. Daß aber int Warenpreis, den i>er 35erbraud>cr zahlt, mehr steuer als Rohmaterialwert unb Arbeitslohn steckt, stellt doch so sehr alle 33egriffc auf ben Kopf, das; eine Besteuerung mit solcher Wirkung ttur unter der iieutigeu Anschaunngstveise unb der erdrückenden sttot 'des Reichs vorgesftsiagen und angenommen loerben kann. Schlimmer aber ist etwas an bered: iiic Vorlagen nehmen zum Teck recht wenig .Kütf* üibt auf die Wirkungen, die sie auf das deutsche Wirtschaftsleben — auf private wie,oftent- lnche Wirtschaft — üben werden Das Schlimmste für die letztere, für bte Finanzwirtschaft in.Staat unb .Gemeinde, wird erst die kommende Glnkom- inensteuervorlage bringen, die an cheinend Glied- fbaaten und Gemeinden zedes Recht auf die Einkommensteuer nehmen unb sie damit finanziell entlfaupteii will; darüber wird später noch zu sprechen sein. Der Privatwirtschaft aber, bie für die nächsten Jahre ohnelstn schwer zu kämpfen haben wird, um wieder einigermaßen m bte Hohe iu kommen, schlagen bic vorgesehenen Steuern »um Teil schwere Wunden. Von den tnbireften Steuern führt bic Erhöksting der Züickholzab.mbc zweifellos zum Monopol, die ber SteuerauSfchuß zur Einführung im Jahre 1921 auch bereits beschlossen haben soll. Auch für Tabak, vor allem für Zigarre und Zigarette, scheint die Banderolensteuer nur eine Zwisftfenstation auf bem Wege zum ^tvnopol unb damit zum Ruin eines blühenden . Erwerbszweiges, zum Untergang vieler lleiner unb jufhmmen. SÄ’ M fcteuten. Ob di« gewaltig. Äi LLLk iÄ mit I Antr°g"stimmt," mÄ bie W- Erhöhung ber ^chklkartenstetier, gegat bic m der men Ei k^u, ^r nunosvolittk. durch die wir ben Arbeitern billige gegenwärtigen Zett der bis zuni Wahnsmn gesteigerten Spielwut an sich gewiß nichts einzn- mcht über das Maß dessen hinaus. was die In- duskie ertragen kann. Wir toeroet uns entschließen, der Vorlage zuzustimmen, wenn sie nickN noch erheblich verschlcäuttrt toerben sollte. Abg. Raute (U. S.): bei jeder Steuer» Vorlage hat besonders der Tabak bluten müssen. GS wäre richtiger, die Zigarrenindustric zu der» staatlichen. Wir lehnen die Vorlage ab, bitten aber auch die Entschließung abzulehnen, die von deutsck>-nationaler Seite beantragt worden, und die die Aufhebung der Beschlagnahme des inländischen Rohtabaks fordert. Abg. Nuschke (Tem.): Die Industrie ist bereit, um auch ihrerseits Opfermut zu beweisen, ans dem Boden der Vorlage zu treten. Dieses Entgegenkommen wird die Regierung in den Aus- süh-rungsbestimmungcn anerkennen müssen. Mit Genugtuung begrüben wir, daß die Sozialdcino- kralle selbst für die Etverzwcrgtt' Tabakindustrie ein Monopol nicht für angezeigt imd möglich halt. Ich 'würde es begrüben, wenn die Regierung noch einmal eine flrtftv Absage betreffs Einführung eines Klejnharrdelsmonopols aussprechen möchte. Im übrigen ist meine Fraktion bereit unter dem Truck der Zeit und d-er Not, indirekte Steuern zu bewilligen. Geheimrat Saemisch sagt für die Aus- sührun g s b? flimmun gen möglich ste Berücksichtigung des Handels zu. V Damit schlicht die Besprechung. Bor der Abstimmung über § 1 wird ein Kom- prvmißantrag Tr. Blume (Tem.) und Gen. angenommen und § 1 wird hierauf unverändert angenommen, ebenso § 2. ' Abg. Tr. Phi l ipp (D. Ntl.) begründet einen Antrag, statt Reichsfinunzministerium zu sagen: Reichsrat. Tie §§ 3 und 4 werden angenommen. § 5 behandelt die Steuertarife und wird unter Ablehnung sämtlicher Abkdcherungsanträge in der Ausschußfassung mit großer Aäehrheit angenommen. Das Gesetz nrirb darauf ohne weitere Debatte angenommen. Auf einen Vorschlag des Präft- denten, die Verhandlungen auf morgen nachmittag 3 Uhr zu vertagen und den Rest der heutigen Tagesordnung unter Einfügung des Umsatzsteuergesetzes zu erledigen, entspinnt sich eine Geschäftsordnungsdebatte, nach welcher der Vorschlag des Präsidenten angenommen wird. ES ergibt sich aber Bcschlußuufähigkeit des Hauses. Präsident Jehrenbach setzt die nächste ©ifumg auf Tienstag nachmittag 3 Uhr an. Tagesordnung: Anfragen, Reit der heutigen Tagesordnung, Umsatzsteuer. Schluß S1/* Uhr. Büchertisch. — Zukunftsstaaten der Vergangenheit. Von Dr. B. Schidlof. Verlag des Generalsekretariats zum Studium des Bolschewismus, Berlin W. 35, Lutzowstraße 107, Preis 50 Pf. — Walter von Molo, Ter gezähmte Eros. Ein bürgerlicher Totentanz an der Jahrhundertwende. 5. veränderte Auflage. Umschlag- unb Einbandzeichnung von Erich Schilling. Geheftet 4 Mk., gebunden 7 Mk. Verlag von Albert Langen in München. Wettervoraussage für Mittwoch: Ziemlich heiter, trocken, warm, wechselnde Winde. Letzte Nachrichten. Die Kohlenkrisis. Berlin, 12. Aug. Wie die Morgenblätter melden, .hielt gestern der Verkehrsminister Cefer für die Mitglieder der Berliner .Handelskammer einen Vortrag über die Vetriebslage, dis Staatseinnahmen und den Herbstverkehr. Ohne eine Steigerung in der Kohlenförderung, so sagte er, wird ein Erwarten unsere Wirtschaftslebens nicht möglich sein. Es wird vielleicht nötig werden, das; durch Reichsgesetz die Verwendung der Rohkohle in der bisherigen Form verboten wird. Es darf nicht fein, daß der oller größte Teil der Kohlen unbenutzt durch den Schornstein entweicht. Tie Kohlennot hat die Zuverlässigkeit der deutschen Industrie untergraben, weil sie keine Lieferfristen mehr einhalten kann. Die Ursachen der Lokonrotivennot liegen in her starken Abnutzung während des Krieges. Ter Minister teilte ferner mit, daß rr mit dem Fahr- personal verhandelt habe, welches sich bereit erklärte, die Uebernachtung auf her Strecke, wieder einzuführen. Ter Minister will sich dafür ein= setzen, daß soviel Kohle wie möglich abgefahren wird. Es ist aber damit zu rechnen, daß für lange oder kurze $eit für andere Güter eine Sperre eintreten werd. Wenn wir unser Wirtschaftsleben nicht heben, so sagte der Minister, dann.haben wir noch trotz der furchtbaren Verluste des Krieges 20 Millionen Deutsche zu viel im Lande. Schließlich kündigte der Minister eine neue Erhöhung der Tarife für Personen mtb Güter an. Für heute nachmittag hat der Minister Vertreter aller Fachverbände zu einer Sitzung emberufen. Groß-Thüringen. Berlin, 11. Aug. (Wolff.) Amtlich. Auf Cinladung der preußisäien Mgierung fand in Weimar unter dem Vorsitz des preußischen Ministerpräsidenten eine Zusammenkunft von Vertretern derjenigen preußischen Gebi-töteile statt, die nach den von Thüringen geäußerten Wünschen für eine etwaige Vereinigung mit diesem Staate in Frage kommen könnten. Neben Vertretern mehrerer preußischer Minister warm Vertreter der Provinzialbehörden Sagens und Hessen-Nassaus, die Vertreter mehrerer wichtig.'r Städte, «die Setter der einzelnen Berufsdertretun-t gen. Vertreter der Jndusttie und inäMmttxrr? auch Abgeordnete der verschiedensten Partnen aus den ftaglichen Landesteilen anwesend. Ter Zweck der Zusammenkunft war eine Aussprache zwischen der Regierung und den beteiligten Kreisen Prcu- ßens über die Haltung, die gegenüber den von Thüringen geäußerten Wünschet einzunehmen sein werde. Sämtliche anwesenden Abgeordneten oon der äußersten Rechten bis zur äußersten Linken sprachen sich auf Grund ihrer Kenntnis der Stimmung der Bevölkerung dahin aus, daß eine etwaige Abtretung preußischen Gebietes den Wünschen der Bevölkerung nicht entspreche und daher unter keinen Umständen in Frage kommen könnte. Es bedarf daher feiner Darlegung, daß diese einmütige .Haltung der in erster Linie betefligtm Staatsbürger bei der ferneren Stellungnahme d'r Regierung zur sogenannten „Gvoßthüringer jjrage" berücksichtigt werden muß. Im übrigen tft bte in die Presse gelangte Nachricht, daß Preußen seinen am 3. Juni 1919 in der Landes- Versammlung dar gelegten Standpunkt ausgegeben Behördliche Anzeigen. Arbeitsvergebung. Tie Weißbinderarüeiten (4 Lose) für den Neubau von Kleinwohnungen in der Wühlstraße sollen Samstag den 23. August d. Js. vormittags 10 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbettsbeschreibung und Bringungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Arrgchote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten ^Termin an uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. 93436 Stadtbauamt Gießen: Braubach. Bekanntmachung. TrminttgrMeriieigerW her AM Wen. Montag den 18. und Dienstag den 19. August 1919 soll das Grummetgras von den ftädttscheu Wiesen meistbietend versteigert werden und zwar: Mvntayden l8. August a) vormittags 9 Uhr, Zusammenkunft am Schlachtbvf, von den Wiesen im Neustädterfeld uni) auf der Insel; b vormittags 10I/2 Uhrrn der Restauration von Melchior Schäfer Wwe., Kaiser-Allee 4, von den Wiesen im Heeg- strauch; c). nachmittags 2 llhr im PhilvsopHenwald, von den Wiesen am Fürstenbrunnen, tm Wie- seckertal, von den Lospitalwiesen in der .Gemarkung Wieseck. Dienstag, den 19. August a) vormittags 9 Uhr an Ort und Stelle von den Ochsenwiesen, von den Wiesen im G Stolzenmorgen, am Utersbrunnen und Altentisch: bj nachmit tag s 1 U h r an Ort und Stelle von den Wiesen in der Gemarkung Grvßen- Buseck. Steigliebhabier, welche die Wiesen zn besichtigen beabsichtigen, wollen sich an den städtischen Wiesen,Wärter Bellos, Wolfstraße 15, wenden. Die Bürgermeistereien der umliegenden Gemeinden werden ersucht, Vorstehendes in ihrer Gemeinde bekanntmachen zu lassen. Gießen, den 11. August 1919. 93426 Ter Oberbürgermeister I. V.: Dr. Rosenberg. Bekanntmachung. Ter vom Gemeinderat durchbevatene Voranschlag her Gemeinde Weitershain für das Rj. 1919 liegt vom 12. d. M. an eine Woche lang auf unserem Amtszimmer zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. ES wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Weitershain, den 10. August 1919. Bürgermeisterei Weitershain. Reichert. 9338 Stadt. Arbeitsnachweis Gießen West-Anlage 31, Teleph. 2054. Es können eingestellt werden: ». bei diesigen Arbeitgebern: 1 Schuhmacher, 100 Grubenarbeiter, 6 Schreiner, 2 Schneider, ein Wagenlackierer, 1 Bilderrahmer, 1 Kupferschmied u. Installateur. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 4 landw. Knechte u. Arbeiter, 200 Grubenarbeiter. 3 Friseure, 0 Schreiner, 1 Schwerbeschädigter für eine Behörde, 1 Küchenchef, 3 Schneider, 1 Eifendreber, 1 Schmied, 25 Maurer, 1 Schuhmacher, 1 Küchenjunge, 1 Hausdiener, 1 Wagenschmied, 1 Spengler für Telegrapbenamt, 1 unverheirateter Hausmeister, 1 Melker, 1 Motorschlosser. Lehrlinge: 1 Maler und Weihbinder, 2 Graveure, 1 Stukkateur, 2 Schriftsetzer, 2 Schneider, ein Drogen u. Lebensmittel, 2 Spenglern. Installation. Lehrlinge: 1 Friseur, 1 Schweizer, 2 Schlosser für Elektr.-Jnstallation, 1 Schreiner. ES suchen Arbeit: 7 Bäcker, 4 Schriftsetzer und Buchdrucker, Kaufleute, Schreiber und Reisende, 4 Kellner, Packer, Hausburschen und Auöläuser, Maschinenschlosser, Bauschlosser, Mechaniker, 1 Kriegsbeschädigter sucht Ausbildung im Korbmachen, 4 Svengler und Installateure, 2 Lackierer, Zigarrenarbeiter und -arbeiterinnen, 5 Weth- binder, 8 Maurer, 4 Heizer, 2 Stellmacher, 1 HtisS- schneider, 6 Sattler, 5 Elektromonteure, 3 Gärtner, 6 Chauffeure, 2 Steinbauer, 2 Krankenpfleger, 1 Hotel-Geschäftsfübrer, 1 Dreher, 3 Meralldreher, 5 Schmiede 7 Buchbinder, 1 Küfer, 1 Fliesenleger, 3 Köche, 2 Schreiner. 1 Anstreicher, 1 Glaser, 2 Tiefbautechniker, 1 Müller, 1 Zuckersieder, 1 Friseur, 1 Schuhmacher, 1 Kapellmeister, 1 landw. Verwalter. Lehrlinge: 3 Kaufleute, 1 Schmied, 1 Elektriker, 2 Schuhmacher, 1 Sattler, 1 Mechaniker. Weibliche Abteilung: Bei hiesigen Arbeitgebern können eingestellt werden: Bessere Hausmädchen, mehrere Köchinnen, 2 Küchenmädchen, 1 Büfettfräulein, Mädchen tagsüber, 1 Stütze für Hotel, 1 Waschfrau, 2 einfache Stützen, 1 Kindergärtnerin II.Kl., Dienstmädchen, Lauffrauen «. -Mädchen, 1 Lehrmädchen in Schuhgeschäft. 1 ältere Haushälterin, 1 junges Mädchen zum Anlernen für Buchbinderei, Putzfrauen, 1 Bereisertn, perfekte Hausmädchen, tüchtige Alleinmädchen. Bei auswärtigen Arbeitgebern können eingestellt werden: 5 landw. Dienstmädchen. Dienstmädchen, 8 landw. Arbeiterinnen, 1 Friseuse, sechs Küchenmädchen, HanSmädchew 5 Zimmermädchen, 3 Köchinnen, 2 Beiköchinnen, 1 Saaltochter, eine Kaffeeköchtn, IKafieemadchen »um Anlernen, eine Scholarin, 1 Haushälterin. 1 einfache Stütze, Mädchen f. Hauö- u. Gartenarbeit, Alleinmädchen. Es suchen Arbeit: Bureaugehtlfinnen, l Büglerin, 1 Verkäuferin, 1 Beschlwsterin, jg. Mädchen vom Land tagsltb., 1 Schulmädchen f. einige Stunden, 1 Telephonistin, 1 Pianistin, 1 Mädchen wünscht Nähen zu lernen, 1 Kindergärtnerin.______1931413 Bekanntmachung. * Der Voranschlag der Gemeinde Kesselbach für 1919 Ri. liegt von Mittwoch den 13. August bis einschließlich Dienstag den 19. August 1919 auf unserem Amtszimmer zur Einsichtnahme offen. Innerhalb dieser Zeit können bei uns Einwen- dnngen schriftlich oder mündlich zu Protokoll bor> gebracht werden. ES ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker heran- gezogen werden. .Kesselbach, den 11. August 1919. Bürgermeisterei Kesselbach. Schwalb. 9330 inti? sich mit her Ueberlassung von Staatsgebiet au Groß-Thilringen endgültig einverstanden erklärt habe, nicht Zutreffend. Verhandlungen mit den Polen. Berlin, 11. Aug. (WTB.) Heute nachmittag fand tut Gebäude des ehemaligen Herrenhauses hie Eröffnung der Verhandlungen zwischen der beutfriieii und iwlnisclnn Regierung statt. Deutscherseits waren die Vertreter aller beteiligten Reichs uftb Staatsbehörden der adzutretenden Bezirke erschienen. Tie polnische Kommission besteht aus fünf führenden Delegierten mit Unter» staatSfckretär Tr. v. W c o b 1 e m s f i an der Spitze und 40 Ressortvertretern. Seitens der interalliierten Militärmission waren acht Herren zugegen. UnterstaalSsefretar v. Haaiel eröffnete die Sitzung mit einer Ansprache, worin er hie Abgesandten der Zentralremerung der Republik Polen, dem obersten polnischen Bolksrat in Posen und die Vertreter be«. alliierten und assoziierten Hauvt- mächte begrüßte. Er wies darauf hin, daß die deutsche Regierung mit überaus schmerzlichen Empfindungen in die Besprechungen eintrrte, gleichwohl aber alles tun werde, um die Verhandlungen zu einem für beide Völker beftfedigen- den Ende zu führen. Es fei Pflicht der beiden Re- aierungen, die berechtigten Wünsche der Allgemein- lieit auszunehmen und zur Erfüllung zu bringen. Der Hauptwunsch des deutschen Volkes gehe dahin, daß unsere Volksgenossen, die kunftigmu Angehö- rige her polnischen Republik werden, dort als gleichberechtigte Bürger Schutz ihrer kulturellen Güter genießen. Als Leitsatz der Tagung bezeich- neic er den Gnmdgedanken der Programmrede des ReichsnllNisters Müller, daß unser Verhältnis zn den Nachbarstaaten von dem guten Willen für gegenseitige Verständigung, vom Geiste aufrichtiger, .ehrlicher Friedensliebe beseelt sein möge. Ter Vorsitzende der polnischen Delegation begrüßte in Erwiderung die deutsche Delegation und die Vertreter der interalliierten Militärmission und versickerte im Namen der polnischen Regierung, daß diese die Vcrlumdlungen im vielste eines aufrichtigen Verständtgungswillens zu führen entschlossen sei; sie würbe sich glücklich schätzen, wenn diese erste gemeinschaftlich' BerHandlung dazu dienen könnte, die Grundlage für ein gutes nachbarliches Verhältnis zu schaffen. Jedenfalls würde sie künftig die dem polnischen Staate angehörenben Bürger deutscher Absiammimg in lohajer Weise und in jeder Beziehung als gleichberechtigte Mitbürger betrachten. Jeder polnische Staatsangehörige solle die Freiheit genießen, die das durch den Friedensvertrag befreite, wieder vereinigte Polen von jeher allen Mitbürgern gewährt habe. Ter italienische General Nenoivenga dankte in Vertretung des zur Zeit von Berlin abwesenden Chefs der interalliierten Militärmission, bei General Dupont, für die in den Ansprachen den alliierten und assoziierten Regierungen gewidmeten Begründungen und erklärte, es werde seitens der interalliierten Mission alles geschel>en, um die Verhandlungen zu unterstützen und zu fördern. Mchdem der Zusammentritt der Kommission zur Aufstellung des Verhandlungsprogramms auf Dienstag vormittag vereinbart war, wurde die Sitzung geschlossen. Die Besetzung Oberschbesiens. Bern, 11. Aug. (Walff.) Nach einer Meldung des „Nouvelliste de Lyon" weiden die alliierten Truppen für die Besetzung Ober- Bekanntmachung. Sämtliches aus dem hiesigen Stadtwald ersteigertes Holz, das noch im Walde lagert, muß bis 1. September 1919 abgefahren sein. Lich, den 5. August 1919. 9162B Hessische Bürgermeisterei Lich. Fuhr. Fahrbereite Lastkraftwagen N.A.G., 4 to, 40/45 PS, neueres Modell, mit neuer Vollgummibereifung, 29000 M. Arbene, 4 to, 30 PS, mit Holzeisenberelf., 15500 M. I>lxl. 3 to, 35 PS, mit Holzeisenbereifung, 17000 M. fllannesmann • Mulag, 3 to, 32 PS, mit Holzeisenbereifung, 20000 M. 9269 sofort lieferbar abzugeben. Westdeutsche Kraftfahrzeug-Gesellschaft Ewien-Bnhr, Telephon 580 und 58L Reisegepäck- Versicherung Vollkommene Deckung gegen Transport-, Feuer- u. Diebstahlgefahr Billigste Prämien-Berechnung Police gleich erhältlich durch 6ebr. Julimann Graben Straße Nr. 7, Fernsprecher Nr. 542 General-Vertretung der ssosd Frankfurter Allgem. Vers.-Akt-Ges. 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Es tagten ferner die polnische Kommissvon, um das Statut für Ostgalizien fertigzustellen, die Spitzbergei, - kommission und die Finanzbommission, die die österreichischen GegenvorschLäge auf den Friedm-^ Vertragsentwurf zu prüfen-hat. Eine Vermögensverschiebung des Prinzen Wied. Berlin, 11. Aug. (WTB.) Zu der angeblichen Vermögensabschiebung des Königs von Sachsen erfährt der „Abend", daß die Flugzeugsendung der Wertobjekte vom Prinzen von Wied erfolgte, der seit geraumer Zeit nicht mehr deutscher Staatsangehöriger ist und Fürst von Albanien war. Der Exfürst, der zur Zeit in der Schweiz weilt, wurde von Freunden veranlaßt, die Wertobjelte auf diese Art Verwandten iit Schweden überbringen zu lassen. Dresden. 11. Aug. (WTB.) Der „Dres dener Anzeiger" meldet zu der Nachricht eines dänischen Blattes, der Prinz von Wied habe ver sucht, mittels Flugzeuges Wertpapiere und anbeir Wertgegenstände nach Schweden zu schaffen, die dem König von Sachsen gehören sollen, daß der juristische Sachoetwalter des Königs die Meldung als vollständig unwahr erklärt habe. Die Regie rung wird voraussichtlich eine Untersuchung einleiten. c- Achtung! kroße Sendung EininsE- und Solat-kurken, Wciftrmt, Bohnen und Ziviedel eingetroßeu. Verkauf Mittwoch früh von 8 Uhr an am Felsen feiler. (9256) Frosch. Telephon 2133. Geschäfts-Empfehlung Bringe hiermit mein Geschäft in empfehlende Erinnerung u. halte mich im An fertigen sämti. Schuhmacher - Arbeiten bestens empfohlen Anfertigung feinster Massarbeit Aenderungen nach mod. 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