Nr. 257 Ter Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Bezugspreis: rnonatl.Äik.1.60, vierteljährlich Mk. 4.80, burd) Abhole- n. Zweigstellen monatl. Mk. 1.50; durch diePost Mk. 5. - viertel« jährl. auSschl. Be tellg. Fernsprech - Anschluffe: für die Schriitleitunall2 Verlag,GeschästHstelle51 Anschrift für T rabtimcb- richten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. U686 169. Jahrgang Freitag, 10. Gttober 1919 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen SwMIngrrunddrud u. Verlag: Brüql'sch- Unio.-Vuch. u. SieinOruderei 8. Lange. Schriftleitung, Seschästrftelle u.Druderef: Schulst». 7. Annahme von Anzeige» s. die TageSnumrner bis zum Nachmittag vorher ohnejedeVerbindlichkeil Preis für 1 mm höhe füi Anzeigen v.34mmBreite örtlich 15 Pf., auswärts 18 Pf., für Reklame- anzeigen von 70 mm Breite 48 Pf. Bei Platz- vorschrist20°/,Ausschlag, Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für benübriflcnxciü Dr Reinhold Zenz: für den Anzeigentell: H. Beck; sämttlch tu Gießen Erklärungen über die Lage im Baltikum. In der gestrigen Sitzung der Nationalversammlung hat öer unabhängige Abg. Cohn anstelle be>3 von dem Revolveranschlag' betroffenen Abg. Haase seine Klagen lvider die Regierung vorgebracht. Von Ueberrafchungen oder Sensationen kann dabei keine Rede sein. Cohn übte auch in der Beurteilung des Mordanschlags eine größere Zurückhaltung als die Freiheit und ähnliche Organe, die mit großem Mund sogleich verkündeten, die Tat auf Haase komme auf das Kerbholz der Reak ttoit. In der baltischen Frage waren die Anklagen der Unabhängigen gleichfalls schwach. Sie behaupten, es bestehe in Berlin eine Zen- trcklstelle oder eine „westrussische Regierung" zur Anwerbung von Soldaten, die zum Feldzug gegen die Räterepublik verwendet werden sollen. Noske hielt darauf mit harten Worten den Unabhängigen ihre Stiefellcckerei gegenüber dem Auslande und ihre fortgesetzten Denunziationen Deutschlands vor. Die alliierten Negierungen, so sagte er, sollten nicht vergessen, daß sie monatelang gefordert haben, daß die deutschen Truppen int Baltikum bleiben sollten. Die deutschen Soldaten weilten ursprünglich zum Schutz der deutschen Grenzlande im Osten. Der Dank, der ihnen heute von dem Befehlshaber der „russischen Wcstarmee" abgestattet wird, daß sie in Lettland Verwüstungen und Grausamkeiten verhindert hätten, bringt nichts neues in die Oeffentlichkeit. Als Lettland noch in Not war, hatte es, wie der Reichsminister Müller gestern ausführte, unseren Truppen vertragsmäßig die Einbürgerung zuqesichert. Daß daraufhin bei unseren Truppen im Osten Verstimmungen und Gehorsamsverweigerungen vorkommen, ist nicht gar so verwunderlich, besonders wenn man bedenkt, daß Ordnung und Disziplin in der Republik nicht feststen wie im alten Reiche. Mi tau, 8. Okt. Oberst Aw alvff Ber- nrondt übergab faute dem hiesigen Vertreter der Entente folgende Note: An die Vertreter der al liierten ,Mächte in Jdußlwnd. Ich habe als Chef der russischen Armee dec westlichen Provinzen, um die Bolschewisten zu bekämpfen und die Ord- nung und Sicherheit meiner Aktionsbasis wiederherzustellen, mit dem Führer der Truppen, die das Land besetzt halten, ein Abkommen schließen müssen, wonach ich die Sicherheit ihres Transportes nach Deutschland garantierte, um mitzu- falsen, daß der chaotische Zustand der Verwaltung aufhört, in welchem sich die durch meine Truppen besetzten Provinzen befinden. Ich ernannte einen Zentralausschuß und beauftragte ihn, die .zeitweilige Vernmltung zu organisieren sowie die Grundlagen von liberalen Verwaltungsmaßnahmen auf demokratischer Grundlage nach den Wün- Hckien der Bevölkerung vorzubereiten. Zu meinem «roßen Bedauern hat die gegenwärtige lettische Regierung begonnen, gegen die Grenzen meiner militärischen Basis bedeutende lettische und sogar polnische Truppen zu werfen, die die neutrale Zone verletzten und eine Reihe von Scharmützeln hervorriefen, während meine Truppen die deut- sck.-cn Posten ersetzten. Ich hatte meinen Posten den Befehl gegeben, trotz der fortgesetzten Herausforderungen sich nicht mit den lettisch-estnischen Truppen einzulassen. Diese aber, weit davon entfernt, Zurückhaltung zu zeigen, glaubten, in meinem Vorgehen eine Art Schwäche zu sehen, und griffen meine Stellungen an. Durch ihre Haltung bin ich gezwungen, Maßregeln für meine militärische Sicherheit zu er- -greisen und eine neue Linie $iu 'besetzen, die mir die Möglichkeit gibt, gegen die Feinde meines Landes, die Bolschewisten, zu marschieren und sie wirksamer zu bekämpfen. Ich wage zu hofsin, daß ibie meinem Lande verbündeten Mächte meine Be- smühmtgen unterstützen, gemäß den Verträgen, die diese Mächte mit meinem Lande verbinden, und mir alle Erleichterungen gewähren werden, die erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Mi tau, 7. Okt. (Wolff.) Der Oberbefehlshaber der freiwilligen russischen Westarmee Oberst Awaloff Bermenet l)at der deutschen Gesandtschaft folgende Note überreichen Msn: In den vom Bolschewismus befreiten Teilen Westrußlands habe ich, unterstützt von dem önl/- Oktober neu gebildeten Zentralrat für West- < . Tnt Namen Gvoßrußlands die Aufgabe der Wiederherstellung der Staats-, v r d n u n g und -Zucht übernommen. Als Ver- ^eter der russischen Staatsgewalt will ich diese Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, ohne der oeutichen Reichsregierung den Dank Rußlands auszu sprechen für die unvergänglichen Dienste, die sich die deutschen Truppen uni die Errettung der mpsuchen Randprvvinzen vor dem russischen jWolschermsmus erworben haben. Nach der Zu- ^rückziehimg der beutfdyen Truppen nrirb der Schutz des von meinen Truppen besetzten Gebietes von /mir übernommen. Die Sicherung der Abtransporte der deutschen Truppen nrirb meine besondere Sorge sein. Ich habe das feste Vertrauen, bei der ^ciederwerfung des weltzersetzenden Bolschewismus •tnt russischen Staate bei allen Völkern das Verständnis zu finden, das iwtwenbig ist, um diese -Weltaefahr zu beseitigen und allen Staaten F-rieden rinti> freie Entwicklung zu sichern. Pas veiriebsrätegesetz. Berlin, 9. Okt. (Wolff.) In der heutigen Sitnng des B c t r i e bs r ä t e - A u s mH u s s e der Nationalversammlung wurde der Antrag der Mehrheitspartei-en, die Artikel 7 und 8 d s Bciriebsrätc-Gejetzes zu streichen, t iftiminin .ingen.'inmcn. Tamit sind die A b t: U » n g s Betriebsräte gefallen. Als Be.ründn.'-g für die Ablehnung gilt die Tatsache, daß durch tri.'te Abteilungs-Betriwsrate ein unabsehbarer, schwerfälliger Apparat entstehen würde. Der Fünfcrrat. Versailles, 9. Okt. (WTB.) Gestern hat die angelündigte Sitzung des Fnnferratcs, in der die Frage der Antwortnote auf die deutsche Note betresrend die Räumung der baltisch e n Provinze n sowie der Bericht Georg Clarks über seine Mission bei der rumänisch)en Regierung verhandelt werden sollten, noch nichl stattgefunden. Die Reise des Präsidenten Poin- c a r 6 nach England, die wegen des Eisen- bahncrstreiks verschoben werden mußte, ii) nunmehr aus den 10. November festgesetzt warnen. A m st e r da m, 9. Okt. (Wolff.) Ter Pariser Korrespondent des „Allgemeen Handelsblad" berichtet, daß die Ateldung, wonach der Fünferrat sich bereits mit den Listen der deutschen Offiziere, die an die Entente aus geliefert .ver-l den müssen, befaßt hat, den Tatsachen nicht entspricht. Bisher geben sich nur die einzelnen Regierungen mit der Aufstellung der Listen ab. Der italienische Sozialistenkangretz. Bern, 8. Okt. 'Wolff.) In der der gestrigen Vormittagssitzung des Bvl^gnaer Sozial i st en- k o n g r e s s e s fortgesetzten Debatte über die Par- teitaftif sprach als erster Redner der Direktor des „A v a n t i". Cr wies auf die düotwendigctkeit eurer Richtlinie für die Partei hin und betonte, der Par- lamcntismus reiche zur Umgestaltung der bürgerlichen Gesellschaft in eine sozialistische nicht aus; es müßten auch andere Mittel angeioandt werden. Eine davon sei die Anwendung von Gewalt. Niemand glaube an das langsame Ab sterben der Bour- goosie: es werde der Endzusammenbruch Kommen., Tas Proletariat werde die bürgerlichen Kreise aufa lösen, aber nicht vernichten. T u r r a l i oerteü>igL^. die Haltung seiner Fraktionen, begegnete aber hef-i tigen Zwischenrufen, wobei es auch zu mehreren Zwischenfällen kam. Er wandte sich gegen die Putschtaktik und gegen die Versuche, in Italien die Tiktatur des Proletariats nach russischem Muster einzuführen. Tie Minderheit applaudierte ihm am Schluß feiner Rede in stürmischer Weise. B e r n, 9. Okt. (Wolffs In der gestrigen Nachl- mittagssitzuug gab der italienische Sozialistenkongreß seine Solidarität mit dem italienischen Sozialisten Migliano kund, der seit den Januar-Unrulwn dieses Jahres in Berlin im Gefängnis sitze. Es sprach noch der französische Sozialist Faure, der Redakteur des „Populaire", der die Haltung der französischen Sozialisten in der Durchführung des Generalstreiks im letzten Sommer bedauerte und feilte Bewunderung über die revolutionäre Haltung der italienischen Arbeiterschaft ausdrückte. Alsdann erfolgte die Abstimmung über die tut» (gebrachten Tagesordnungen zur Parteitaktik. Die Motion der maximülistischen Wahlreckstsanhänger (unter Ferrati bringt zum Ausdruck, daß das italienische Proletariat alle Mittel zum Sturz der kapitalistischen Wirtschaftsordnung benützen müsse. Es müsse auch zur Gewalt greifen, um sich gegen das aggressive Bürgertum zu verteidigen. Andererseits sollen sich die Parteien an den Wahlen zur Aufklärung des Proletanats über die kommunistischen Grundsätze, beteiligen. Die Motion Laz- z a r i, die von der Kammerfraktion unterstützt wird, besteht auf dem Programm von 1892, das aber durch die Forderung auf Schaffung von Arbeiterräten erweitert werden soll. Die konrmunistische Gruppe unter Bordigha will die Abschaffung des eigenen Parteiprogramms, den Anschluß der Reformisten, die Namensänderung in „Kommunistische Partei Italiens", die Festlegung des Akiionsprogramn^ der Sowjetrepublik und die Wahlenthaltung. Alle drei Tagesordnungen fordern den Eintritt in die dritte Internationale. Das Wstimmungsergebnis ist folgendes: Ferrati 48 411, Lazzari 14,480, Bordigha 3417 Stimmen. Ans dem Reiche. Die Lage der Eisenbahn. In der preußischen Landesver- s a m m l u n g führte am Donnerstag, bei der Besprechung der Eisenbahnver.voltung Eisenbahnminister O e s e r u. a. aus: Eine Besserung der Verhältnisse hat leider noch nicht eingesetzt. Gegen den Voranschlag von 1919 haben -vir einen Muider- ertrag von mindestens 634 Millionen Mark. Wir müssen den Güter-undPersonenverkehr ein sch ranken, trotzdem das wirtschaftliche Interesse des Landes eine Steigerung verlangt. -MC1 Ausgaben für den Betrieb sollten für 1919 etwa 4800 Millionen betragen, in Wahiheit aber faßen wir 7500 Millionen erreicht. (Hört, hört!) -ten lotteren Beamten ist es auch heute schon möglich, in mittlere Stellen cnrzurücken. Um den mtmereni Beamten das Ausrücten in höhere Stellen zu erleichtern, werden alle Uebergangsstufen gehobene mittlere Stellen beschafft und die Fachschulen verbessert «veroen. An Entschädigungen für Diebstähle .vcrden wir im laufenden ^ahre 160 Millionen Mark zu bezahlen haben. Hort, hört!) Es wird ein besonderes Dezernat im Ministerium ernannt werden, das an die Bekämpfung dieser Mißstände ferne ganze Kraft jetzt. Eine rheinisch-wcstfäliche Jndustrieprovinz. Köln, 9. Okt. (Wolff.) Wie der „Kölnischen Zeitung" aus Berlin gemeldet wird, fanb geltem nachmittag eine interfraktionelle Be iprechung der preußischen Abgeordneten aus d. m r h e in i s ch wc st f ä l i s che n I n du st ri e- gebiet über die Bildung einer besonderen Industrie-Provinz oder eines den rhei- ui>ck-west iä.i schon Judustriefazirk umfassenden Ziueckverbaiides statt. Tie Ansicht m waren ge tritt, insbesondere äußerten die Vertreter der Deutschen Volkspartei, der Demokraten und Sozialdemokraten schwere Bedenken gegen die Er- rid/tnng einer besonderen Industrie-Provinz. Die Frage wurde zur weiteren Behandlung einem Llusschiuß von fünf Mitgliedern überwiesen. Das Befinden Haases. Berlin, 9. Okt. Privattelegramm. Das „Acht-Uhr-Abendblatt" meldet: Tas Befinden des Abg. Haase ist durchaus günstig. Tie Röntgenaufnahme ergab, daß eine Kugel in der Kniegegcnv sitzt, ohne aber das Gelenk verletzt zu faßen. Es wird ein operativer Eingriff nütioenbig werden, um die Kugel zu entfernen. Wenn das Befinden des Patienten, wie anzunehmen ist, weiter günstig bleibt, soll die Opevatwn morgen vvrgenommen werden. Terrorismus in Barmen. Barmen, 9. Okt. (Priv.) Der B o h k o t t von Reichswehrangehörigen wird bon der Arbeiterschaft weiter fortgesetzt. Dse Firma E. Molineus und Söhne hatte einen Angehörigen der Reichswehr eingestellt. Die aus 200 Personen bestehende Arbeiterschaft verlangte die sofortige Entlassung und trat, als der Forderung nicht entsprochen wurde, in den Ausstand. Tie „Freiheit" ans drei Tage verboten. Berlin, 9. Okt. (WTB.) Der Oberbefehlshaber Noske hat die „Freiheit" auf drei Tage verboten, weil in chrem Aufruf „Arbeiter, Parteigenossen!" die wissentliche Unwahrheit aufgestellt werde, daß es in Deutschland Mörder- zentralen gäbe, die hochbezahlte Mordbuben suche, auf welche auch das Attentat aus Haase zurückzuführen sei. Aus Hessen. Die Vollversammlung der Volkskammer tritt am nächsten Mittwoch zusammen. Für die sTogung sind nur zlwei Tage (Mittwoch und Don-« nerstag) vorgesehen, im Notfall noch der Freitag. Auf der Tagesordnung steht die Teuerungszulage für die Beamten usw., daran wird sich eine Ernährungsdebatte sckliesen. Ter Vollversammlung voran geben am Dienstag Sitzungen sämtlicher Fca.tionen. die sich gleichfalls mit der Teuerungszulage befassen werden. Außerdem wird ihnen der Entwurf der neuen Verfassung unterbreitet werden. — Ter Finanzausschuß befaßte sich in der Sitzung am Mittwoch mit der Teuerungszulage der Beamten. Besch lüfte wurden jedoch nicht gefaßt. Die Beratungen Iverden morgen fortgesetzt. Ter Gesetz g eb u n-g s au s s chu ß hatte Mittu och g eich- salls eine Sitzung und erledigte eine 19 Punkte 'umfassende Tagesordnung. Aus dem Finanzausschuß. i. Darmstadt, 9. Okt. Ter Finanzausschuß der Volkskammer nahm heute einstimmig die Regierungsvorlage berr. Versorg n ngsansprüche der Beamten und ihrer Hinterbliebenen an. Darnach werden die Beamten vorläufig gemäß ihrem jetzigen Gehalt zuzüglich Teuerungszulage pensioniert. Später wird chre Pension bann nach der neuen Gehaltsordnung festgesetzt, wobei dann die Teuerungszulagen in Wegfall kommen. — Die Regierungsvorlagen, die die Ueberführung der Finanzverwaltung an das Reich zum Gegenstand haben, werden gegen eine Stimme angenommen. Das betreffende Mitglied des Ausschusses ist Gegner der ganzen Reichsfinanzreform, behält es sich aber vor, für einzelne Bestimmungen einzutreten. — Der Finanzminister würde als hessischer Staatsbeamter und als Reichsbeamter (Vorstand des Landesfinanzamtes) einen doppelten Gehalt beziehen. Er verzichtet auf sein Gehalt als Minister zugunsten des hessischen Staates. Das Gehalt des Präsidenten des Landesfinanzamtes entspricht in seiner Höhe dem hessischen Mrnister- gehalt nebst Teuerungszulagen. Darüber hinaus erhält jedoch her Präsident des Landesfinanzamtes vom Reiche auch noch eine Wohnungszulage. Auch diese stellt der Finanzminister dem Land zur Verfügung, was jedoch vom Ausschuß abgelehnt wird; vielmehr soll der Reichswohnuugszuschuß dem Minister zu freier Verfügung überlassen bleiben. Anck) in ,dieser Frage behält sich das obenerwähnte Ausschußmitglied seine Entscheidung vor. — Eine Verordnung über die Dolzvertei- lung im Lande wird von der Regierung vor- gelegt und vom Ausschuß gutgeheißen. Darnach sollen die Gemeinden das Holz zur Verteilung überwiesen erhalten. Aus dem Ausschuß wird angeregt, Notstandsarbeiter zu den Holzfallarbeiten heranzuzichen. Auch soll die Belieferung der Gemeinden mit Kohlen, die von der Reichskohlenstelle sehr schematisch erfolgt, in Anschlag gebracht werden. — Die Thea terf rage wurde erörtert. Die Frage, ob das Hoftheater zukünftig als Landes^ tbeatcr oder als Stadttheater weitergesührt werden soll, wird jedoch nicht gelöst, sondern das Theater wird vorläufig auf mehrere Jahre von Staat und Stadt gemeinsam finanziert werden. Der Zweigvcrband, Hessen" desZentralverbandcS Deotschcr Bäckerinnungen hielt am Mittwoch nachmittag im Fürstensaal in Da r in ft a b t seinen 9. Obermeister tag unter dem Vorsitz von Obermeister Weber-Darmstadt ab. 9iad) einem Bericht von Finger- Tarmsladt über das Genas senschafts.vesen wurde den einzelnen Innungen empfohlen, Einkaufsgenossenschaften zu bilden, die sofort in Tätigkeit treten tönnten, wenn die Zwangswirtschaft aufgehoben würde Nur durch den genossenschaftlichen Zusammenschluß kann das Handwerk sich giegen das Großkapital einerseits imtx die Konsumvereine andererseits behaupten. Wenn» auch, urie der Vorsitzende mitteilt, Unterstaatssekre- tär Schmidt auf eine Anfrage des Zentralvorstan- des erklärt habe, daß an die Sozialisierung be<( Kleingewerbes, insonderheit des Bäckergewerbcs nicht gedacht sei, so gebe borfji das Sozialisicrungs-t mantelgesetz den Genceindcn das Recht zur Som--* munalfsierung. Deshalb müsse das Handwerk der Kommunalpolitik vollstes Augenmerk zuivenden. Die Offenbacher Lohnausgleichsstelle fei ein Anfang: zur Kommunalisierung. Man muffe sich in anderen Orten von vornherein einer solchen Einrick^ung widersetzen. Ter Zusammenschluß des gesamten. Handwerks und Getvcrbesbandes sei unbedingt not- tvendig. In Tannstadt habe man damit gute Erfahrungen gemacht. Nur barni bilde man einen Machtsaktor, der auch zur Selbschilse schreiten Tonne, wie es die Arbeiter und Bauern macksten. Ein Antrag O f s e n b a ch auf Anstellung eines juristischen Spndikusses wurde allgemein beifällig aufgenonu men. Tie eine Mark monatliche Beitrags kosten würde sich, für jedes Verbandsmitglied bezahlt machen. Tie Sache soll vor den nächsten Verbands- tag gebracht werden. Einstweilen müßten die Ober- meifter in den einzelnen Imiungen Propaganda modien. — Ein Antrag Erbach auf eine einheülicfa Festsetzung des Brot Preises für ganz Hessen wurde als unmöglich bezeichnet, da die Unkostew verschieden hoch seien. Bei dieser Gelegenheit .uur-4 den verschiedene Klagen vorgebracht über die Be^ Handlung der Bäcker durch die Kommunalverbände., Es wurde empfählen, die Kalkulationen unter bett einzelnen Innungen auszutauschen. Man müsse nur energisch auftreten. Leisetreterei habe keines Zweck. Obermeister Löber-Gießen erklärte, die dortige Innung sei fest zum Streik eartschbossen, luenn ihre berechtigten Forderungen bei der Festsetzung des Buolpreises nicht berücksichtigt würden. deutsche Nationalversammlung. Berlin, 9. Oktober. Am Ministertisch: Reichskanzler Bauer, Mül« Cer, Noske und andere. Präsident Fehr en bach eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Min. Fortsetzung der zweitelc Beratung des Haushalts, politische Besprechung (gestern obgebvvchen wegen des Attmtats auf Haase). Abg. Tr. Cohn Unabh. Soz): Solche Mord- anntläge, wie die auf meinen Freund Haase, gedeihen nur zu leicht in einer Atmosphähre, wo gefällige Offiziere gehungerte Mörder mit Auslandspässen versehen. Unser Kurs bleibt b?r alte. Auch die Lockrufe Scheidenmnns können uns nicht rühren. Herr Ebert hat schon (einen Lohn dahin. Wenn die Entwickelung so werter geht, wird et dec erste und letzte sozialdemokratisch: Reichspräsident fein. Redner geht hierauf auf di: Handhabung der Zensur unb der Berfammlungsverbote durch den Minister Noske ein, die vor krassen Ver- sassungsbrüchen nicht zurückschrecke. Bei den Eini- gnngsverhaudlungeic zwischen den beiden sozialdemokratischen Parteien faben die Mehrheitssozialisten die Mehrzahl der Ministerposten be- aniprucht, aber bmt Unabhängigen die volle Verantwortung aufbürden wollen. (Unruhe und Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Wenn Sie (zv den Mehrheitsfozialisten) nicht mehr Koalitions- Politik treiieit, sondern wirklich demokratische, \o* zrolisfische Politik vom StMrdpunkt der äußersten Linken aus treiben wollen, bann wäre über eine Wiedervereinigung zu reden. Der Arbeiterschaft wäre viel wvhler, wenn sie nicht in der Regierung säßen, sondern mit uns Opposition macksten. Erst dann hätten wir auch das Vertrauen des Auslandes. Eitler der Hauptschuldigen im Daltikuw ist Herr Winnig. Tie Wcrbunger: sind in Berlin unter den Augen d.s Reichswehr Ministers bis in den Sommer hineingegangen. Tie schwerste Sünde der Regierung ist die, daß sie die Beziehungen mit Rußland noch nicht wiederhergestellt hat. In der Ostpolitik liegen die Lebensftagen des deutschen Volkes. Es ist Gefahr vorhanden, daß uns auch noch Ostpreußen verboven geht., Tie R:- gierung muß eine positive Ostpolitik treiben. Neichswehrminister Noske: Herr Hergt hat mit heute die bündigste Er-, klärung abgegeben, daß der Parteivorstand den Deutsch-Nationalen dem Jnfalt des gestern er-, wähnten Pamphlets fernsteht. Ich nehme davoir^ Kenntnis. Gegen gepredigte Gewalttätigkeiten hat, die Regienmg sich zur Wehr zu setzen. Darum sind gewisse Schriften verboten worden. Gegen ehren neuen Bürgerkrieg muß die Regierung Siche- rmrgsmaßregeln treffen. Es ilt zuzugeben, daß in Berlin bei den Versammlungsverboten Mißgriffe borge £o mm en sind. Aber mrangemeldete Versammi fimgen können und werden nicht geduldet werden. Die Unabhängigen machen das Ausland scharf gegen uns durch teilwerse erlogene Nachrichten. (Lärm bei den Unabhängigen.) Wir brauchen Solq baten an der Ostarenze und im Innern. Polen vergrößert seine Armee bauentb. Wir werden die Truppen abbauen, sobald es angängig ist. Deutschland hat die Ratifizierung nicht verzögert. Tie Regierung wird den Vertrag lohal halten. Tie Partei des Herrn Cohn sollte sich das Denunzieren allmählich schenken. lZusttmmung. Lärm bei den Unabhängigen.) Die nationale Würdelasis-» feit und 3 tiefen ecftrrf be5 £>trrn Tohn ffcrfMflt doch alles Maß. (Erneuter Lärm bei den Unab- hängigen.) Die „Freiheit" schrieb: Lüttwitz will nicht abrüsten. iveneral von Lüttwitz hat nur ^daraus hingewiesen, daß eine allmähliche Ab- tüfiimw, das heißt Entlassung der Soldaten ge- büieu ist durch die Arbeitslosigkeit usw. In Frankreich nimml die chauoiniüuche Presse all^ tontratten mit den Leuten und hier unb da Neueinstellungen nötig. Mündliche ‘^et» Handlungen mit der Entente werden eingelötet werden über alle militärischen Fragen, um, wbald eZ möglich ist, altes Mißtrauen zu beseitigen. ft. Auf dringlichen Antrag des Krcistagsmitglieds Rehart-Ulrichstern hat der .Kreistag des Kreises Schottest einstimmig d'it Beschluß gefaßt, an die hessische Regierung das Ersuchen zu ruhten, zu dem Aut«ount>erne hmen M ücke — U lrichstein euteifber Höhe nach noch näher zu bestimmenden Beitrag zu bewilligen. e Scho t ten, 9. Ott. Tos Zkreisamt veröffentlicht im hieffgen KveiMatte die Nam m von 17 Landwirten, die rn den letzten Monaten rotgen Uebertrctung her Kriegsgesetze be- traft worden find. Kreis Friedberg. * P o hl - G ö n s, 10. Ott. Ter frühere Orts- b?nter Joharmes Zörb III. feiert am 10. Ottol^r mit seiner Ehefrau Katharine, geboren» Schmidt, das Fest der goldenen Hochzeit. An Glück- nrünfden wird es dem alten, noch sehr rüstigen Jubelpaare nicht fehlen und auch das Hess. Olfer- tonsistorium ließ durch Pfarrer Naumann ein Gi üchimrnschschreiben und Gefangbuch überreichen, da Zörb jahrelang auch im Dienst der krvchlichm Gemeinde gestanden bat. ----- Vilbel, 9. Okt. Während ber Gassperrstunde ließ eine hiesige Familie die Hähne offen, wodurch sich alle Mitglieder eine schwere Gasvergiftung zuzogen. Starkenburg und Nheinhessen. Oberbürgcrmcistcrwahl. = Offenbach, 9. Ott. Die Stadtverordnetenversammlung nahm beute abend die Wahl dos Obrobürgermeifters vor. Da eine Einigung auf einen gemeinsamen Kandidaten nicht zustande ge- tommen war, hatte jede Fraktion einen eigenen Bewerber aufgestellt. Im ersten Wahlgang entfielen auf den bisherigen Oberbürgermeister Dr. D u l l o 5, den mel)rheitssozialistisck)en Kandidaten, den Berbandsleiter der Technischen ' Angestellten und Beamten Gran zin-Berlin 17, den demokratischen Kandidaten Bürgermeister Gündert- Mainz 17, den Zentrumskandidaten Bürgermeister Rech- Offenbach 1, und auf den unabhängigen Kandidaten Hüttmann- Frankfurt 12 Stimmen. Es mußte Stichwahl finitfnwen. Hier erhielten Granzin 26, Gundert24 Stimmen. Für Gündert hatten in diesem Falle allem Anschein nach mehrere Unabhängige gestimmt. « ----- Grvß-Gerau, 9. Ott. Etwa 26Ztr. Butter, die aus Schleichhandelswegen von Groß- Gerau nach Frankfurt gebracht weiden sollten, würben im Frankfurter Hmiptbahnhof, wo die Ware als Eilgut lagerte, von Boomten bed Wncher- arntes beschlagnahmt. = Worms, 8. Ott. Die hiesige Zuckerfabrik kann wegen Kvhlen mangel ihren Betrieb vorläustg nicht aufnefirnen. Bisher wurden ihr nur 15 Prozent des Bedarfs gcliefat. Kreis Wetzlar. ra. Dorlar, 10. Okt. Der Gesamteres aus der äußerst geringen Gemeindeobftverstei rttii g beträgt 6600 Mark. Hessen-Nassau. Straßenüberfall. = Frankfurt a. M., 9. Ott. Auf dem Wege nach Hanau wurde ein Soldat, der ein Gespann führte, von zwei Männern überfalle n die ihm die Pferde aus zu spann en vcrfucküen. Als die Räuber mit Messern auf den Soldaten eindrangen. machte dieser von seiner 'Stoffe Gfew brauch. Dem einen Räuber brachte er einen derben Bajonettstich bei. dem andern einen Schuß in den Oberschenkel. Die Verwundeten wurden von Sttaßenpasfanten fvrtgeschasff. Der Regierungsbezirk Kassel und die Abgabe von Vieh an die Entente. Kassel, 7. Ott. Nach einer Mitteilung der Laudnirnckattskammer .Kassel entfalten nach den in'fonnt gewordenen Zahlen auf den Regierung»- b?zirk Kassel zur Abgabe an die Entente ungefähr 770 Pferde, 550 Schafe imb 360 Ziepen. Do noch nicht fefisteht, ob der Regierungsbezirk Staffel neben Niederungsvieh aoch Simmentaler liefern muf, taten über die Zahl der z i liefernden Küh.' nock, nichts bcflimmtiX' gesagt werden, jedoch dürft? im ungünfiigsten Falle mit einer Lieferung von löck ficns 2500 bis 3000 Stück zu rechnen fein. Ti ' Zahlen bedeuten jedoch nichts Endgültiges, son- । bcni sind zunächst nur eine Aorverteilung, die noch- mehr oder weniger umfangreichen Abänderungen unterliegen wird. Tie Kuh: follen erkennbar tragend ober in Milch sein. Bezüglich des e>ewicktes und der Milchleistung konnten bisher mit der Entente noch keine fest'n Berembarungm getroffen werden. Iedock) feint als feststehmo rnt- gelben werden, don Tier: von guter Mittel- aualität zur Älblieserung an die oamirehtdle, als welche für b:n Regierungskvzirk Staffel bie Stadt Frankfurt bestimmt ist, verlangt werden. -- Kassel, 9. Oki. Während der Fahrt wurde der Perfonenzug Kassel—Hagen tron_ Beamten der Gewerbevolizei durchsucht. 20 Schiebern konnten etwa 30 Ztr. Mehl und Fleisch abgenommen werden. [1 Marburg, 8. Ott Am 10. Oktober beschließt der längs ihrige Geistliche der reformierten Gemeinde, Pfarrer a. T Tr. tbeoL Reinhard Scheffer in vc')er Rüstigkeit fein 85. Lebensjahr. Die Kartoffelernte. Q Aus der Wetterau, 8. Ott. Die^K ar- toffelernte, die dieses Jahr vctehältnismäßig spät begann, gebt nun ihrem Ende entgegen. Sie ist in den einzelnen Gemarkungen sehr ungleichmäßig ausgefallen, so daß sich ein allgemeines Urteil über den Ertrag nur schwer fället läßt. Ge^ markungen, die höher liegen und dazu auch nicht ui die Gebiete der ab und zu niebergenangenat Gewitterregen fielen, haben naturgemäß an\ schlechtesten abgefchnitrrn^ während andere t^cmartungai, die im Laufe des sommers häufiger Niederschläge hatten, gute Ernte aufzwoeisen haben. Die Un- gleichmävigkeit, bie fürs gante OKbi-et gilt, be- herrfcht aber selbst audi bie einzelnen Okmartunget, in Denen je nach der Bodenart die Erträge Mischen f,gut" und „schlecht" schwanken. Großer Schaden tft der Ernte stellenweise durch die M ä u s e p l a g e entstanden, besonders in der südlichen und mitt-* leren Wetterau, während im nördlichen Teil Mäuse fast gar nicht aufgetreten sind. Manche Gemeinden haben die Plage mit allen möglichen Mitteln »u bekämpfen gesucht. Gift stand nur in geringen Mengen zur Verfügung. Da wurde die Schuljugend in den Ferren zum Kamps gegen die Mäuscplage auf* (geboten. Drei bis fünf Pfennig Wurden für jede getötete Maus bezahlt. In den Streifen, die von der Mänseplage betroffen sind, konnte bis jetzt mit der Aussaat der Winterfrucht noch nickt begonnen werden. Man wartet auf naßkalte Witterung, die den Mäusen mehr zusetzen würde, als alle sonst angewandten Mittel. Lin den Balmhofen werden allenthalben schon Kartvfseffr verladen, bisher rät der Hauptsache zu dem festgesetzten Höchstpreise. Aber die letzten Tage haben Händler, die auch gegen Abgabe von Bezugsscheinen mir tauften, schon 8 und 9 Mark für den Zentner gezahlt. Die Belieferung von Privatpersonen in Den Städten Friedberg, Bad^Nauheim Butzbach und Vilbel erfolgte bisher durchweg auch zu dem nock angemcficnen Preis von 8—10 Mk., wobei durchweg gute Speisekartoffeln (Industrie) frei ins Haus geliefert wurden. In den letzten Tagen macht sich aber auch hier eine unerfreuliche Preissteigerun g geltend. Es müssen in den Städten jetzt schon 10—12 Mk. für den Zentner bezahlt werden. An dieser Preis-- treiberei tragen die Schuld in der Hauptsache die Käufer selbst, die den Saite Leuten bie verlockendsten Preise anbieten, um nur möglichst ball» ihren Bedarf gefidjert zu sehen. So wurden von Pensionsinhabern in Bat»-Nauheim schon bis zu 15 Mk. für den Zentner geboten. Unter diesen Umständen wird der weniger bemittdnben Bevölkerung ber Städte der Ankauf ihres Winterbedarfs außerordentlich erschwert. Dte Leute haben die Bezugsscheine in der Hand, können dafür aber nur mit Mühe erlangen, was ihnen zustedt. Selbst auf den Landorten hält cs der b^ugSderechtigten Bevölkerung mitunter schwer, sich in der eigenen Gemeinde mit Kartoffeln zu versorgen, alles eine Folge der unverantwortlichen PreiStr ibrrei, die sich gewisse Bevölkerungskreise leider leisten können. (-) B a ben ha u sen, 8. Ott. In der Marn- ebene ist bie Kartoffelernte, bedingt vurd> gün ■ fiigere NtederschLagsverhal tnisfe, b'Deutenb besser ausgriallen als in anderen Tellen HchatS. Ter Berkaui erfolgt allentchalben zu dem tesvg-fetzten Höcknpreise von 7,50 Ml. für ben Zentner. Die Bauernregel „Wenn's viel ijibt im Sand, s) ichadt's dem gomzen tienh", scheint sich h mck diries Jahr wieder zu benxchrheiom. ra. Groß-Rechtenbach, 10. Ott. Im Gegensatz zu vielen deckbargemrinben fällt btrr die Kartoffelernte äußerst dürftig ans. Infolge der fortgesetzten Trockenheit während bei Sommermonate tonnten hier nur 20 Zentner per Morgen geerntet werden. Da der GesamtcwSsall etwa 8000 Zentner beträgt, kann von einer Ab- Ittfcnmq kaum bie Rede sein. 0 Marburg, 8. Ott. Ter KreisanSschuß hat auf Ersuchen der Vertreter der Landwirtschaft befdiloffm, den Landwirten, bie bis zmu 15. Nov. die Kar to f fetn tiefem, eine Prämri von 1 MT für ben Zentner zu bezahlen, dies güt auch für Lieferungen auf Bezu.Tssckeine. Ter Beschluß hat rückwirkende Kraft. Wegen der durch die großen Verschiebungen und Ueberbietrmgen geÜhcbeiat Kartoffelveriorgung tont es in der gestrigen Stadt- veroronetensitzung zu einer regen Aussprache, in der scharf gegen die Wucherer und Schieber loSgeMgen imb verlangt wurde, die für die Stadt benötigten Kartoffeln zu befdtfagnabmen und bann erst an die Belieferung nach anderen Städten zu denken. Auch mit der Ka r to f fe l b e l ie fe - rung sicht es, wie mitgeteilt wurde, höchst bedenklich aus. Ein Antrag betreffend Gewährung von Anwesenheftsgridenr für die Stadtverordneten, der in der vorletzten Sitzung von fowlbaiwftnii- felfer Seite gestellt worden war, erfuhr glatte Ablehnung. Kriegsgefangenen-Heimkehr. X Gelnhaar, 9. Qtt. Aus englischer Gefangenschaft fvtrrten zurück die Ätiegogeiangenai: Adoli Tebus und Hriirrich ’Ucinnert. Vm Mw- nert befinden sich nock, 2 Brüder, Wilhelm und Karl, in Gefangenschaft, ein vierter Bruder, fton* roh, ist Kriegsbeschädigter. Ebenfalls nach in Gefangenschaft sind aus imferer Gemeinde: Otto Scknepp und Iatob Iimgmann. r Lauter, 9. Ott. Als erster traf am Sonntag abend der Krieasgefangene H^rm-ann Mebus ans englischer ^"angenschaft em. Er kam Dom Durchgangslager Münster i. W und befand sick vorher in einem Gefangenenlager in irr Nähe von Bovaume. Er ficht woblgenährt uno gesund aus. Hoffentlich felgen ihm die anderen recht halb! Lützellinden, 8. Ott. Aus unserer Gemeinde imd in der letzten Woche zwei Mann aus ber Ofefangenscbaft znrückgekehrt. JorinnJ? Tckurä- irtümt aus aighidjer und Fritz Zörb au-> anrrr; tonischer. Ter dritte, Litdwig Krombach, Hot bereits t imirbe, unt>barm|ä >r Kartof!«^ I sKLZ »srJPs* 1(h !^ bie für die t irmrde, rnei Site’m» I Ks I !S'“x «tzÄL MSr z J?e ^auseplage aus- ^,i3 iDurben für vbc K könnt« bis jetzt mit Enoch mcht begonnen Inhalte Witterung, die [ n>urde, aß alle i'onfr tot Änhöfen werden ’nt verladen, bisher in Letzten Höchstpreise. vMdler.dre auch gegen . Mlauflen, schon 8 und «zahlt. Die Betieserung m Städten Friedbug, ^Bildet erfolgte bisher och angemesjenen Preis archiveg gute Lpeisekar- 1 Haus geliesui wurden, t sich al« auch hier eine gernug geltend. Es 3t schon 10-12 Mk. für >en. An dieser Preis- öÄrld in der Hauptsache iandleutcn bie verlockend- rar mvglW bald ihren >o wurden von Pensions- schon tö zu 15 Ml. Intel diesen Umßäröm tocx der , Dvrteü^arss autzn- Leute baden die Bezugs- nm dafür aber nur mit m rusretzt. C°M aus bcn .. iyugsberMgtrn Bevöl- H sich in der eigenen Ge- ni oersorgm, alks eöic | ien Preisrcüberei, die sich U leider leisten kämen. , 8. OL. In der AM" rte, bedingt iM E' imG, biatenb Wer l ai Meu b-sMTa # Km M dem «styrMn für den ZaMr Äe gibt int Tand, p I n d", iltxiut sich ft «rh ; ZAZr rägt, kann von ema W- fe Ter SreismAchuü 4 schien, dll§ hat iedcrbietunW Ehrend btr » WuJ’'n2o“’n3‘ LWO^b,. JM. »SS”*® vlt.Die^ar ffeäE- rftuigen fehrT1 W-utes- ^ver fälimESx’ und daruM,!^^- nkbSflMtin =£•**& K- 1 '“*5 rrf»*^ DK-k 1(4 i seine Anümft auf dem heimatlichen Baden aiige* meldet, man erwartet ihn auch in den ersten Tagwn. Nun schmachten noch fünf Gemcindeglicder in französischer Gefangenschaft. Zroei von diesen fünf, Johannes Schimmel und Fritz Möglich, befinden ftch seit September 1914 in Gefangenschaft. Die Braunkohlenfeldcr Oberheftens. ga. Münster, 9. Okt. Trotzdem die Angestellten der Grünberg-Licher N'benbahn gestern inargen wegen Lohnfardnrtmgen in Streik trat 'n, war die vom Kreisamt -.usammenberufene Versammlung zur Besprechung über die Erich licß un gsm ö g lichkei t der in der hi.'- sigcn Gegend vorhandenen B r a n n k o h l e n f e l - der hauptsächlich von den.Vertretern der in Betracht lammenden Gemeinden und einzelnen Industriellen gut -besucht. Regierungsrat Lange r- m an tt .wies auf die Wichtigkeit der .ilohlenfrage I>in und die Notwendigkeit, der bestehenden großen Not zu steuern. Tas .Kreisamt sei daher sofort bereit gewesen, das von Oberrngenieur Fertsch und Bergingenieur Eisen traut angeregte Un- tcntchmcn zu unterstützen. Nack> den darauf folgenden ausführlichen Tarlegungen des Oberingenieurs Fertsch ist unter allen Umständen mit einem günstigen Abbauergebnis der Laaer zu rechnen. Sämtliche Kuxe des vor Jahren stillgelegten Bergwerks nnb ihre .Rechte befinden sich in den Händen der Mitteldeutschen .Kreditbank in Frankfurt. Sie sind vor einiger Zeit für 90 000 und kurz danach für 100 000 Mr. freibleibend zum Verkauf angcboten wordm. An der Aussprache beteiligten sich hauptsächlich Bürgermeister Fendt- Hungen, R an f t-Grünberg, Beigeordneter K r e n z i e n - Gietzm, der Direktor des Gaswerks Gießen und Stadto. Otter- Gretzen. Auf Vorschlag des Regr'erungsratsLanger- mann 'wurde ;in Konsortium gebildet, bestehend Ms dem Oberbürgermeister von Gießen, den Bürgermeistern von Lich, Grünberg, Hungen, Münster, einem Vertreter des Kreisamts und bcn beiden vorgenannten Ingenieuren. Das Konsortium soll mit der Mitteldeutschen Kreditbank in Verhandlungen treten und vor allem ein für ß Monate bindendes Angebot der Kuxe erwirken, während welcher Zeit die Bohr- rcrsuche stattzufinden hätten. In der Aussprache wuft>e betont, die beteiligten Gemeinden könnten nur unter dieser Bedingung der Forderung einen geldlichen Unterstützung von etwa 50 000 Mk. entsprechen. Zu den Bohrungen soll gegebenenfalls ein Beamter des geoliogischen Instituts Darmstadt zugezvgen werden. Der Schlichtungsansschutz der Provinz Oberhessen. Verhandlung vom 29. September 1919. (Schluß.) 4. Auf Antrag des Deutschen Metallarbeiter Verbands, Verwaltungsstelle Gießen, sollte der Schlichtungsausschuß bei Regelung der Lohnverhältnisse der Firma Eugen Kaufs mann, G. 'm. b. H., Lampen- fabrir in Gießen, vermitteln. Die Firma hatte einen Gegenvorschlag gemacht, der bezweckte, im Interesse der Umstellung der Preiskalkulation eine gewisse Uebergangsstaffelung der Lohne zu erzielen. Der Schlichtungsausschuß trug den beiderseitigen Interessen Rechnung, glaubte jedoch die Erreichung des angestrebten und in der Höhe auch zugebilligten! Stirndenlohnes in kürzerer Zeit ermöglichen zu sol- lcn, als cs nach dem Vorschlag der Fa. der Fall sein wmde. Es wurde deshalb Schiedsspruch dahin erlassen: Von der laufenden Lohnwoche an sind den Arbeitern folgende Löhne zu zahlen: Erwachsenen l.oO Mk. Stundenlohn, vom 1. November 1919 an 1.60 Mk , Jugmdlichen von 14 Jahren 55 Pf. 'Ltundenlohn. Soweit günstigere Vereinbarung.m bestellen, bleiben diese unberührt, lleberstunden sind mit 25 Prozent Zuschlag zu vergüten, Nacht- und Sanntagsarbeit mft 50 Prozent. Tie Firma behielt sich Erllärung über den Schiedsspruch vor, den die Arbeitnehmer anerkannten. 5. Ter Deutsche Holzarbeiterverband, Zahlstelle Gießen, bcantrngte gegen die Fa. Hck. .Reger-Lich, den Stundenlohn für das Säge- griverbe anderweit festzus:&cn. D-rSck^ichlungsaus- schuß entschied: Den Arbeitern ist mit Rückwirkung vorn 16. August 1919 ein Stundenlohu ton 1,25 Mark zu bezahlen: vom 1. Oktober 1919 an tritt der unter Mitwirkung des hessischen Landes-Arbeits-- und Wirtschaftsamts zustande gekommene neue Tarifvertrag in Wirkung, mit folgenden Lohn-, sähen: Facharbeiter über 22 Jahre lwie Säger, Schreiner, Maschinisten usw.> 1,60 Mk. Stundenlohn, Platzschwerarbefter 1,50 Mk., Hilfsarbeiter 1,43 Mk., Arbefter von 19—22 Ickhrc 1,10 Mk., Arbeiter von 16—19 Jahren und Arbeiterinnen über 19 Jahren 1,— Mk., Arbeiterirrnen von 16 bis 19 Jahren 0,90 Mk. Ter Schlichtungsausschuß ging davon aus, daß der bisher bei anderen Betrieben festgesetzte Stundenlohn von 1,25 Mk. auch für die Firma Reger maßgebend sei und zwar vom 16. August an, daß jedoch der neue Tarif mit der für den Landkreis Gießen maßgebenden Lohngrup- pierung (III) erst vom 1. Okbober un bei ber Firma Platz zu greifen habe, um ihr eine gewisse lleber- gangszeit und Einstellung auf die neuen Lölmc zu ermöglichen. Tie Arbeitnehmer behielten sich Erklärung über den Schiedsspruch vor: von der Arbeitgeberin, die nicht erschienen war, lief nach deck Verhandlung eine Erklärung ein, wonach sie sich mit ihren Arbeitern verständigt habe. GerZchtssaaL. Berlin, 9. Okt. (Priv.-Tel.) 9!ach einer Meldung des „Bok.-Anz." verurteilte das Volksgericht in Augsburg den kommunistischen Agitator Dr. Rothen selber, der als erster die bayerische Räterepublik ausrief, ivegen Hochverrats zu .6 Jahr en Zu chthaüs. Märkte. st Marburg, 9. Okt. Auf dem heutigen Schweine markt standen 730 Ferkel und Läufer zum Verkauf. Kleine Ware kostete 60 bis 100 Mk., größere 300—500 Mk. und V-jährige Ferkel 600 Mk. das Stück._____________________ Letzte Nachrichten. Line Prämienanleihe. Berlin, 9. Okt. (Wolff.) lieber die Prämienanleihe, die, nachdem der Z-chnermrs- schuf der Nationalversammlung ferne Zustimmung erteÜt hat, voraussichtlich Anfang N>ovem- ber zur Ausgabe gelangen sockl, erfahren 'wir von zuständiger Seite: Die Anleihe klommt mit 5 MÜliarden Mark, und zwar 5 Millionen Stücke zu je 1000 Mk.. zur Ausgabe. Ihre Laufzeit beträgt 8 0 I a h r e. Während der ersten 40 Jahr: weichen 3 Mckliarden, während der letzten 40 Jahre die beiden anderen Milliarden zurückgezahlt werden. Für je 1000 Mk. Zeiä^nungssumme sind 500 Mk. Krieysanleibe und 500 Mk. in bar zu entrichten, wober die Kriegsanleihe zum Nennwert berechnet wird. Die Zutellung erfolgt nach der Höhe der Zeichnungen, doch wird die Reichsfinanz- verwalumg im Interesse der kleinen Zeichner vorweg jeden Zeichner mit ein bis fünf Stücken befriedigen, cl;e eine Weiterverteilung erfolgt. Zweimal jährlich finden Gewinnverlosungen statt, wobei jedesmal 2500 Gewinne im Betrage von 25 Millionen Mark zur Ausschüttung gelangen, darunter 5 Gewimre mit je einer Million, tünf zu 500 000 Mk., fünf zu 300 000 Mk., fünf zu 200000 Mk. usw. Einmal jährlich ftndct weiterhin eine Tilgungsauslosung statt, 'wobei für je 1000 Mk. Auszahlung für jedes seit Beginn der Anleihe abgetaufene Jahr 50 Mk. extra gezahlt werden, -oder aber noch ein Zuschlag, genannt Bonus, zu der Tckgungssummc hinzukommt, der in den ersten 50 Jahren 1000 Mk., in den weiteren 10 Jahren 2000 Mk. und in den letzten 40 Jahren 4000 Mk. beträgt. Jedes zweite zur Amortisatiion gelaugte Stück ist mit einem solchen Bonus ausgestattet. Jeder Besitzer von Stücken hat außerdem die Möglickikeit, nach 80 Jahren dem Staate seinen Bc'itz zu kündigen. Er erhält dann den Betrag einschließlich der aufgelaufenen Zuschläge mit einem Abzug von 10 Prozent zurück. Mit der Anleihe find besondere steuerliche Bevorzugungen verbunden, die sich besonders auf die Nachlaß- und .Erb- anfallsteuer beziehen. Die Ratifikation des Friedensvertrages in England. London, 9. Okt. (WB.) Reuter. Nachdem die Antworten aller britischen Dominions emge- gangen sind, steht die Ratifikation des Friedensvertrages durch den König unmittelbar bevor. Der bevorstchende Rücktritt Clemenceaus. Versailles, 9. Okt. (WB^) Clemen- c e a u erklärte gegenüber einer Abordnung von ehemaligen Frontsoldaten, daß er beabsichtige, nach 50jährigcr Arbeitszeit sich zurückzuziehen. Er werde weder für den Senat noch die Kammer 'eine Kandidatur annehmen. Wilsons Erkrankung. Haag, 9. Okt. (WB.) „Nieuwe Cauvant" meldet aus Washington, daß der Nervenarzt Dr. U c r c u m anläßlich der Gerüchte. Wilson sei geisteskrank geworden, erklärt, das Wrl s'on frisch und munter sei. Sein physisches Befinden mach: Fortschritte. Aus der russischen Sowjetrepublik. Rotterdam, 9. Oft. (WB.f Einem Telegramm aus Reval zufolge haben sich die Sozialrevolutionäre gegen die Bolschewisten in Moskau erhoben. Amsterdam, 9. Okt. (WB.) Tas Pressebureau Radio meldet, daß amtlich mftgeteilt wird, daß in Sowjetrußland infolge von M- neigung gegen die bolschewistische H:rrschaft Unruhen vorgekommen sind. Bei der Sowjetsitzung in Moskau vom 25. 9_ wurden durch Bombenanschläge 13 Bolfchewistenkommisare getötet. Die Bolschewisten machen ungewöhnliche Anstrengungen, um die Bauern zu beruhigen. Sie kamen mit den Gewerkscksaften in den Arbeiterfragen hart aneinander und mußten schließlich zustimmen, daß die Gewerkschaften als wichtiger Faktor anerkannt werden. Der Vormarsch Koltschaks in Sibirien. Amsterdam, 9. Okt. (WTB.) Nack einer drahtlosen Meldung aus Paris dauert der Vor marsch Koltschaks in Sibirien fort. Nördlich von Tobolsk haben die Truppen .üoltsckias- Gefangene gemacht und Geschütze, Maschinen gewehre und Kriegsmaterialien erbeutet. Beson ders in der Gegend von ttuiganc ist der Erfol.' Koltschaks beträckülich. Nördlich der Eisenbatm hat Kckltschak eine Reihe von Dörfern genommen, dlußerdcm hat er den Bahnlwf von Wai'gasckne 30 Werst von Sturgane, genommen. Südlich ber Bahn wurde der Widerstand des Feindes nach er bittertem Kampfe gebrochen. Tie Truppen Koltschaks setzten den Vormarsch fort und erbeuteten Gefangene und Geschütze. Die Gewerkschaftskonferenz in Washington. Berlin, 10. Okt. Der „Vorwärts" schreibt: Die deutschen und österreichischen G.' w c r k s ch a f t e u werden auf der Oscwerkschaft^ konferenz in Washington, die nach dem Frie- densvertrag Ende dieses Monats stattfiuden soll, nicht teilnehmen, da sie keine offizielle (iinlabunq erhalten haben. Da der internationale Gewerk schaftskongreß in Amsterdam seine Teilnahme au der Washingtoner Konferenz nur unter der Bedingung zugesagt hat, daß auch die deutschen und die österreichisckeir Gewerkschaften zur Teilnahme mit gleick-en und vollen Rechten eingeladen werden, so ist damit zu rechrren, da die deutschen und österreichischen Gewerkschaften keine Deputationen entsenden, daß auch die neutralen Länder nicht an der Konferenz teilnehmen. Daher wird diese Konferenz nicht einen internationalen, sonder» einen ententisttschen Charakter tragen, zronrit der Zweck der Konferenz aber nicht erreicht werde. Goldene Medaille 1919 Silb. Staatspreis AMBI Massiv-Bau ohne gebrannte ZiegeL Internationale Einfuhr-Messe Frankfurt a.M. Ausstellungsstand Nr. 8 a (Zelt) AMBI, Abt. I, Berlin» Johannisthal. 159 Behördliche Anzeigen. Konkursverfahren. Nachstehender Gerichtsbeschluß wird hierdurch bekannt gemacht. lieber den Nachlaß des verstorbenen Otto Wöruer von Bellersheim wird heute am 7. Oktober 1919, nachmittags 4 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Rechtsanwalt Schoenhals in Hungen wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 28. Okt. 1919 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschluhfastung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretenden Falls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Mittwoch den 5. November 1919, vorm. 9 Uhr, Dor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an Öen Gemeinschuldner zu verabfolgen ober zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Beftiedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 28. Oktober 1919 Anzeige zu machen. Hungen, den 7. Oktober 1919. 11605B Der Gerichtsschreiber ______des Hessischen Amtsgerichts in Hungen.______ Bekanntmachung. Tft Personen inti> Familien, die sich zum Be- ÄU9 verbilligter Kartoffeln und Brennstoffe gemäß BewnntmachuTtg vom 16. September 1919 ge- nwlM Ixiben, können Kartoffelschein-e auf hiesige Wandler oder Kartvffelbezugischeine auf Landwirte auf dem Städtischen Lebensmittelamt, Zimmer 16, ,me folgt in Empfang nehmen: _ Anfangsbuchstaben A—K: Montag den 13. ds. -Vtt3 vormittags 9—12 und nachm. 2—4 Uhr. Anfangsbuchstaben 1^—2) Dienstag den 14. ds. Mts^ vormittags 9—12 und nachm. 2—4 Uhr. T . ,Der Brckrag, der als Beihilfe zur Kartoffel- beichaffung jedem Antragsteller be.villigt ist, wird durch besondere Zuschrift mitgeteilt, aus der auchl Drt und Zeit der Zahlung ersichtlich sind. Gicßen, den 9. Oktober 1919. 116138 _______Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Ausgabe von Süßstoff (Sacharin). Für die Zeit vom 1.—15. Oktober 1919 wird iwncn die Lieferungsobschnittc 8 der Süßstoffkarte „U" (blau) und 5 der Süßstoffkarti^ „6" (gelb) von den Süßstoffabgabestellen Süßstoff abgcgebm. Es gelangt auf den Abschnitt 8 ein Briefchen und auf den Abschnitt 5 eine Schachtel zur Ausgabe. Mit dem 15. Oktober 1919 verlieren die Abschnitte 8 bzw. 5 ihre Gültigkeit. Nach diesem Zeitpirnst mcht abgerufene Süßstofsmengen dürfen von bcn Ausgabestellen frei an die Bevölkerung verkauft 'werden. 11615 B Gießen, den 8. Oktober 1919. Ter Oberbürgermeister (Lebensmittelamt). Bekanntmachung. Betr.: Ermittelung der Oft- und Wrstprcußen, Oberfchlefier und Nordschleswiger. Nach dem Friedensvertrag, demzufolge die Volksabstimmung über das staatliche Schicksal Ost- und Westpreutzens, Oberschlefiens imd Nordschleswigs entscheiden soll, haben an der Volksabstimmung alle diejenigen das Recht der Teilnahme, die vor dem 1. Januar 11901 in den angeführten Gebieten geboren sind, auch wenn sie zur Zeit in den Abstimmungsgebieten nicht mehr ihrm Wohnsitz haben. Das Hessische Landes-Arbeits- und Wirtschaftsamt wünscht Namhaftmachung der in Hessen sich aufhaltenden Stimmberechtigten. Es handelt sich um Personen aus folgenden Kreisen: 1. Von der Provinz S ch l e s i e n die Kreise Namslau, Kreuzburg, Rosenberg, Oppeln-Stadt und Land, Grotz-Strelitz, Laubnitz, Gleiwitz-Stadt, Tost Gleiwitz, Tarnowih, Beuchen-Stadt und Lmid, Kvnigshütte-Stadt, Hindenburg (früher Zabrze), Kattowitz-Stadt und Land, Pleß, Rybnik, Ratlbor-Stadt und Land, Tosel, Leobschütz und Neustadt. 2. Von der Provinz Ostpreußen die Meise Oletzko, Lyck, Lätzen, Johannis- burg, Sensburg, Ortelsburg, Rössel, Al- lenstein-Stadt und Land, Neidenburg und Osterode. 3. Von der Provinz Westpreußen die Meise Marienburg, Stuhm, Rosenberg und Marienwerder. 4. Von der Provinz Schleswig-Holstein die Kreise Hadersleben, Apenradc, Toiwern, Sonderburg, Flensburg-Stadt und Land und Husum. Mit Rücksicht mtf die große Wichtigkeit der Angelegenheit werden alle hier in Frage kommenden Personen dringend gebeten, sich ffn die auf dem Stadchause, Zimmer Nr. 8, ausliegenden Listen bis spätestens am 15. Oktober einzutragen. 114288 Gießen, 3. Oktober 1919. Der Obetbürgermeistcr der Stadt Gießen. J.V.: Krenzien. Bekanntmachung. Donnerstag den 16. Oktober 1919, vormittags 9*/2 Uhr beginnend, werden in den Waldungen der Stadt Gießen im Distrikt des Försters Brück. Rödgen (Abt. SZolzenmorgen lb, 5, 6c, 9) versteigert: 689 Fichtenderbstangen 1. Kl. mit 86,89 Fstm., 77 Fichtenderbstangen 2. Kl. mit 4,18 Fstm., 97,8 Rm. Fichtenstockholz. Die Zusammcntunft soll an der Ochseirwiese, Rödger Straße, erfolgen. Gieß«:, den 6. Oktober 1919. 115988 Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Rosenberg. Beigeordneterrstelle. Bei der Stadtverwaltung! Gießen ist die Stelle eines 11614B besoldeten Beigeordneten alsbald zu besetze^ Tas ruhegLhaltsfähige An-- fangsgehalt beträgt 8000 Mk.; die weitere Gehaltssteigerung bleibt besonderer Vereinbanmg Vorbehalten. Neben dem Gehalt wird eine nicht ruhegehaltsfähige Teuerungszulage in Gestalt eines Famllienzuschusses von 2000 Mk. für Verheiratete und 1600 Mk. für Ledige .sowie einer Kinderzulage von 500 Mk. für jedes Kind unter 18 Jahren gewährt. Tie Wahl erfolgt auf eine Amtsdauer von 12 Jahren. Die Ruhegehalts- imb Hinterblicbenen- bezüge regeln sich nad) den Satzungen betreffend die Dienstv-erhälttrisse der Beamten der Stadt Gießen. Bewerber mit juristischer oder volkswirtschaftlicher Vorbildung und praktischer Erfahrung wollen Meldungen mit Lebenslauf bis spätestens 15. November hierher einreichen. Persönliche Vorstellung ohne Aufforderung nicht erwünscht. Gießen, den 7. Oktober 1919, Der Oberbürgermeister. ---------------------------.. Haupt- Versammlung am SamStag, 11. Okt., abends 8'/, Ubr, im VereinSbeim, Postkeller. Tagesordnung: 1. Bericht, 2. Rechmmgs- obläge, 3. Entlastung des Rechn., 4. Vorstandswahl, 5. Antrag auf Abänderung des § 15 der Satzungen, 6. Auslosung von Anteilscheinen, 6. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet inne Der Vorstand. KoüsumveremGießen u.Umg. e. G. m. b. H. Sonntag den 12. Oktober 1919 nachm. Uhr im Saale des Caf6 Leib, Walltorstr. 36 Generalverfammlnng. Tagesordnung: I. Verlesung dvs Revifionsberichts. 2. Vortrag der Jahresrechnung, Genehmigung derselben und Entlastung des Vorstandes. 3. Beschlußfassung über die Verteilung des Reingewinns. 4. Statutenänderung (tz 29). 5. Ergäuzungswahl des Vorstandes. 6. Ergänzung des Anfsichtsrates und Wahl der Stellvertreter. 7. Anträge. Für den Auffichtdrat: I. A.: Vetters. iiasi Freiw. GaiTsche Feuerwehr Der Vorstand 11509 Ab Montag !< Amend). SchreiUniaschiue gebraucht, wenn möglich (softem „ClDnw", z. (auf. gesucht. Schristl. Angeb u. 11608 an d. 0>icst. Anz. 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Freunden und Bekannten sagen wir für die Teilnahme bei dem .Heimgang unseres lieben Ent- schlosenen sowie für die vielen Kranz- spenden und den Grabgesang deS Ge- sangoereinS Fortuna auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Familie Johanne» Pfaff. ßit müll. MM mit zwei Betten gesucht. Ziischriftcn an Ludwig Marautb, ÄapeQmcifter. << Chemnitz, den 21. Jan. 1919. ' Heilquelle Karlsfpruöd V W • nabc der Selterfergrenze BiSkirchen 14, Fernruf 1. .... Ich freue mich. Ihnen über Jbr Wasser nur daS beste Loo auüforeäien zu können. Gs gibt nichts BeffereS gcgen Nervostläl. C. Jech., WevftubHabrik. G.R.G 1877 e. V. u. Damen-Vereüi Babelab. Dienstag, 14. Oktob^ abends 8'/, Uhr, Im »Fclfeukeller^ Bereinsabend. u«i*c Die Borslände Zerfahrenes Mi^kii das kock. kann, sucht Frau Fabrikant Karl Hellmann, BurgsolmS a d. Lahn. E Kräst. Mädchen tagsüber oder für ganz gesuchl. Näh. in der Ge- schästst. d. Giest. Anz. 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