ZwiHiilgsrunddruck u. Verlag: Brühl'fche Univ.-Such- u. Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. zeichnen ober sich der Unterzeichnung zu enthalten. Tie rumänische Delegation hat noch keinen Beschluß gefaßt. Nr. 2U Ter Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Eonn- und Feiertags. Bezugspreis: monatl.Mk.l.60,viertel- jährlich Mk. 4.80; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Alk. 1.50; durch die Post Mk. 4.50 viertel- jährt, ausscht. Bestellq. Ferusprech - Anschlüsse: für die Schriftleiluiigl 12 Verlag,Geschäitsstelle51 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. postschecktonto: Frankfurt a. M. U686 Der Angriff ans Petersburg. Amsterdam, 9. Sept. (Wolff.) Englischen Blättern zufolge meldet Central News aus Hel- singfors: Wie verlautet, wurde wegen der zu erwartenden Offensive der Alliierten Aimayuie von Anzeigen f. die Lagesnummer vis zuin Nachnnltag vorher ohuejcdcVerb'.udlichkcit Sretr für l mm höhe füc neigen v.34min Vreite örtlich 15 Pi., auswärts 18 Pi., für Aeklame- auzeigeii von 70 mm Breite 48'1'1. Bei Platz- vorichriii20°/„Auischlag. Hauvtjchriitleiter: Aug. Goey. Verantwortlich für Politik: 'iliifl. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zeuz: für den Auzelgent.il: H. Beck; sämtlich in Gießen Der Streit über die deutsche I Verfassung. lieber die /Antwort der Entente auf die letzte deutsche Note in der Verfassungsfrage ist noch nichts Bestimmtes bekannt, doch verlautet, daß Clemenceau eine unnachgiebige Haltung beantragt habe und demgemäß eine schroffe Kundgebung nach Berlin bevorstehe. Französische.Hetzblätter, wie der „Temps" regen sich künstlich über die deutsche Auffassung auf und sprechen von einem „verhöhnten Ultimatum". Die friedliche, nachgiebige Haltung unserer Regierung, die in der Sache wie in der Form den besten Willen erkennen läßt, in der Frage des Anschlusses Oesterreichs an das Reich nichts zu unternehmen, was der Völkerbund vorher nicht genehmige, soll Hohn und Herausforderung feti! Der „Temps" meint u. a., wenn Deutschland sich heute über ein Ultimatum lustig mache, werde es in zehn Jahren vor der Blockade keine Angst haben. Das „siegende" Frankreich zeigt fürwahr eine wenig stolze und hoheitsvolle, vielmehr eine im Grunde klägliche Haltung. Es duldet die engherzigen und gehässigen Uebergriffe in den besetzten Gebieten und es läßt nicht davon ab, den toten Löwen Deutschland immer wieder anzuspeien. Man betrachte sich die ruhige ' Lammsgeduld der Berliner maßgebenden Stellen bei einer so starken Herausforderung, wie sie der französische Finanzminister Klotz . mit seinen ungeheuerlichen Milliardenziffern . vorgebracht hat! Es fragt sich sehr, ob die deutsche Regierung genug getan hat, als sie in ihrem amtlichen Organ Herrn Klotz als nicht ganz ernst zu nehmenden Minister bezeichnet , hat. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, : bleich formellen Einspruch zu erheben und das i französische Gebühren, das unsere Valuta wie- ' herum geschädigt hat, vor der Welt gebührend 1 SU kennzeichnen und zurückzuweisen. Im übri- 1 gen Ausland, so in England und Amerika, wachsen doch allmählich die Meinungen, die dem französischen Haß Grenzen gesetzt haben möchten. Englischer Gewerkschaftskongreß. Amsterdam, 9. Scpt. (Wolff.) Dem „Tcle- graas" zufolge wurde gestern der Gewerk- s ch a f t s k o n g r e ß in G l a s g v w eröffnet. 848 Delegierte waren omvesend, die 5 265 426 organisierte Arbeiter vertreten. Ter Vorsitzende, Stuart Dunning, behandelte in seiner Eröfsnungsreoe die Frage der direkten Aktion und setzte miseinanp der, warum die parlamentarische Kommission sich weigerte, zur Behandlung dieser Frage einen be- foitbcren Kongreß einzuberufen. Der Kongreß habe nie ernstlich an einen allgemeinen Streik zu politischen Zwecken gedacht. Der Münchener Selse!nrorb vor Gericht. Münchcn, 9. Scpt. Zu Beginn des heutigen Verhandlungstages wird als unbeeidigter Zeuge der Kausniann Karl P f i st e r vernommen, der tvieder- holt als dritter Konunandant im Luitpvldgym- nasium genannt worden ist. Er gibt an, Seidl fei als Oberstkommandierender im Gymnasium tätig veivesen. Er habe immer nur von Verhaftungen, vom Ausschluß aus der Roten Garde und chvm Erschießen gesprochen. Seidl und Hausmann hätten sich gegenseitig im Dienst abgelöst und sich auch von dem Angeklagten Hesselmann vertreten lassen, der in manchen Fragen nntentschieden habe. Am Nachmittag habe Hausmann mit Gsell und Hesselmann im Geisclzimmer die zu Erschießenden ausgesucht, und später, sei Hejselmann nochmals zurückgekehrt, um die Reihenfolge der Opfer zu bestimmen. 1 Bon den weiteren Zeugen berichtet der Zeuge Ludwig Pozzo, er habe als Wachhabender int Luitpoldgymnasium in der erster: Nacht die Geiseln aus dem Keller herausführen lassen und ihnen feilt Wachzimmer züm Wärmen angewiesen. Als er Seidl Vorhalte über den unmöglichen Aufenthaltsort der Geiseln machce, habe Seidl ihm geantwortet: Tann führen wir sie eben wo anders hin. Darauf seien sie im dritten Stock untergebracht worden. Am Tage der Niselenuordung sei kurz vor 12 Uhr mittags im Wachlttokal ein Russe mit der Aufforderung erschienen, Leute für die Erschließung der Geiseln zusammen zu stellen — Ter aus der Festungshaft ooogeführte Zeuge Ferdinand Mair- g ü n t h e r, der in der Räterepublik vorübergehend Polizeipräsident von Münckren war, bestreitet, daß von ihm an Seidl der Befehl ausgegangen sei, die in der Polizeidirektvon untergebrachten Geiseln nach dem Gymnasium zu bringen. Er wisse nichts davon, daß der Aktionsausschuß nach deni 27. April im Luitpoldgymnasium Sitzungen abgehalten habe. Er persönlich habe am 28. April Axelrod von München fortgeschafft; er könne also an späteren Besprechungen im Gymnasium nicht mehr teilgenommen haben. — Ter Zeuge Josef Schneider berichtet, der vor einigen Tagen in Haft genommene Kammerstetter habe noch der Erschießung der beiden Weißgardisten ibn auftordern ivollen, den beiden die Papiere a^unehmen. Kammerstetter habe zu ihas gesagt: Niederschneßen habe ich sie schon Helsen, aber den Mut finde ich nicht, ihnen die Papiere abzunehmen, mir graut davor. Er habe ihm geantwortet, doch ein paar Russen zu holen, wenn er nicht selbst den Mut dazu finde. Hierauf wird der verheiratete Fliesen- berger alias Kammerstet ter vorgcfü'hrt, der letzten Samstag im Zeugenzimmer wegen B.'r- dachlts der Teilnahme am Geiselmord verhaftet wurde. Nach seiner Darstellung sei am Morgen des 30. April ein Soldat aus dem Kriegsministerium mit der Nachricht eingetvoffen, im Isartal wären rote Gardisten von den weißen erschossen worden, dafür sollten nun die beiden Weißgardisten erschossen werden. Ter Zeuge sei darauf sofort in die Wohnung des Se.idl gegangen, um ihm hiervon Mitteilung zu machen. Seidl habe geantwortet: Wenn du glaubst, daß du es jnädjeti kannst, dann kannst du '-*3 machen. Er habe den Sinn seiner Worte dahin verstanden, daß er den Befehl ausführen solle. Ins Gymnasium zurückgekehrt, habe er die beiden Soldaten zusammen mit Schickel- hofer in den Hof geführt. Schickelhofer habe dann Leute für die Erschießung gesucht. (Er sei in dieser Zeit mit den beiden im Hofe gestanden. Mehrere Soldaten hätten den betören, bedeutet, sie sollten sich an die Wand stellen. Sie hätten es aber von selbst getan. Tann sei Schickelhofer mit etwa 10 Mann gekommen und darauf .nieder fortaegaitgen. Ein Mann, der wegen der Erschießung eines Angehörigen durch, die Weißen besonders erbittert war, habe zuerst geschossen. Ein Kommando sei nicht gegeben worden. Bon den Angeklagten habe Josef Seidl bestimmt in der Schützenkette gestanden und geschossen. Der Zeuge erklärt, er sei dann in die Kanzlei gegangen, wo ein Zivilist Seidl grab frug, weshalb die Heiden erschossen wurden. Seidl habe ihm gesagt, sie hätten zur Noskegarde gehört, und hätte ihn dann ausgefordert, von den beiden Toten die Papiere zu holen. Im Hofe habe er zu einem Soldaten gemeint, er tue das nicht selbst, weil er einen Toten nicht anrühren könne. Russen hätten es dann getan. Der Zeuge Schneider müsse seine Worte mißverstanden haben. Davon, daß er selbst geschossen habe, wie der Angeklagte Seidl behauptet, könne keine Rede sein. — Die Zeugin Elsa Linnenbrügger, die Frau des einen der beiden getöteten Regierungssoldaten, glaubt mit Bestimmtheit die dem Angeklagten Hesselmann abgenommene Uhr als das Eigentum ihres Mannes wiederzuerkennen, vor allem, weil sie sich an eine schadhafte Stelle daran erinnert. Berlin, 10. Sept. Nach einer Meldung des „Bert. Lokalanz." aus Lugano hat in der gestrigen Sitzung des Obersten Rates über die an Deutschland zu richtende Antwort, wie der „Cor- riere della Sera" berichtet, Frankreich eine sehr energische Antwort vorgeschlagen, die aber von der amerikanischen Delegation verworfen worden ist. London, 9. Sept. (Wolff.) „Daily News" schreibt in einem Leitartikel, der Streit zwischen den Alliierten und der deutschen Regierung über die Beziehungen Deutschlands zu Deutsch-Oesterreich sei in jeder Hinsicht zu bedauern. Das Veto der Alliierten gegen den freiwilligen Zusammenschluß zwischen Deutschland und Oe st er reich sei voll- ständig unberechtigt. Es vergewaltige jeden Grundsatz der Selbstbestimmung und sei auch aus Gründen der Zweckmäßigkeit eine Torheit, da der Anschluß Deutsch-Oesterreichs an den Deutschen Bund ein ansehnliches Gegengewicht gegen die Vorherrschaft Preußens bilden würde. Deutschland sei vollauf berechtigt, Vorsorge für den künftigen Zusammenschluß mit Oesterreich zu treffen, besonders wenn es annehme, daß der Völkerbund diesen Plan wahrscheinlich billigen werde. Die Frankfurter Linsuhrmesse. Frankfurt a. M„ 9. Sept. (Wolff,) Un»' unterbrochen laufen die Anmeldungen zur Beschickung der internationalen Einsuhrmesse Frankfurt a. M., die zum erstenmal vom 1 .bis 15. Oktober abgehalten wird, beim Meßamt ein. Die Ausstellerzahl ist bereits auf über 1000 angewachsen. Man hatte In der Meßleitung damit gerechnet, alle Aussteller in der Festhalle unterzubringen. Das hat sich nun als völlig unmöglich «erwiesen. .Mehrere große Hallenbauten mutzten bereits in Angriff genommen werden, um die vorliegenden Anmeldungen berücksichtigen zu können. .So wird der Umfang der ersten Jittcrnatio- nalen Einfuhrmesse in Frankfurt a. M. wesentlich größer sein, als ursprünglich angenommen wurde. Sehr lebhaft ist das Interesse für die Messe im besetzten Gebiet, vor allem auch bei den dort tätigen ausländischen Geschäftsleuten. Um die .Erteilung von Auskünften im besetzten Gebiet zu erleichtern, bat das Meßamt in Köln und in Mainz zwei Geschäftsstellen errichtet. In Köln erteilt das Bureau des Norddeutschen Lloyd, Domgasse 1, und in Mainz die Speditionsfirma G. L. Kayser in allen die Messe betreffenden Fragen bereitwilligst Auskunft. Verschiedene Anfragen gaben Veranlassung, darauf hmzuwcisen, daß auf der Frankfurter Einfuhrmesse auch bisher nicht bekannte Artikel und Erzeugnisse. Neuheiten, zugelassen und in besonoerem Maße willkommen sind. Es ist bei dem starken Besuch aus dem Auslande, der 3u erwarten steht, damit zu rechnen, daß sich Erfindern wertvolle Geschästsmög- lichkeiten bieten werden. In diesem Zusammenhang sei auch noch einmal daran erinnert, daß auf Antrag des Meßamts der Reichsjustizminister eine Bekanntmachung erlassen hat, nach der Erfindungen, Mustern und Warenzeichen auf der F-rcmksurter Messe der im Gesetz vom 18. März 1904 vorgesehene Schutz zuteil wird. Ein deutscher Offizier in den französischen Gefangenenlagern. Versailles, 8. Sept. (WTB.) Nach dem „Temps" erhielt Major Traudt, der deutsche Kommisstlr für den NücktraNsp >ortderdeut - schen Kriegsgefangenen, die Erlaubnis, einige Gefangenenlager zu besuchen. Die Versorgung Deutschlands. Amsterdam, 9. Sept. (Wolff.) Laut „Tele- graaf" beschloß die interalliierte Kommission für die Versorgung Deutschlands, daß 50 Prozent des Kvrns, das aus Südamerika nach Deutschland verschifft wird, über Antwerpen und 50 Prozent über Rotterdam gesandt werden. Die Unterzeichnung des Friedens von St. Germain. er. das e l / 9. Sept. (Wolff.) Depeschenagentur. Er österreichische Staatskanzler Renner hat anS V.r Fahrt nach St. Germain Basel pas- pert. Wie die Depeschenagentur erfährt, erfolgt die Unterzeichnung des österreichischen Friäens- verträges Mrttwoch vormittag 11 U h r i n St. Germain. Am Abend desselben Tages reist vtenner nut dem Teil der Fried en sdetegation. der St. Germain geblieben ist, nach Wien ^n^^^<^dschaftstrager der deutsch-österreichi- schen Republik verbleibt in St. Germain Sektionschef E r ch h o s mit einem kleinen Stabe von Mitarbeitern zu ruck, der in ähnlicher Weise, wie es der deutsche Vertreter tat, bis zur Herstellung der diplomatischen Beziehungen den Zusammenhang Mit den Ententemächten aufrecht erhalten wird. Holland und Belgien. Versailles, 9 Sept. (Wolff.) Nach der „Chicago Tribüne" soll die holländische 9t e» «ierung sich weigern, territoriale Fordern ng en anzuerkeunen. Sie sei jÄvch bereit. Uns dem besetzten Gebiet- Arbeiter- und Bürgerstreik in Virkcnfelo. In der Stadt Ober stein ist es zu einem Streik der gesamten Bevölkerung gekommen, der einzige Weg, aus dem gegen die Vergewaltigung durch den französischen Militärverwalter Major Dastiani protestiert werden konnte. Tie Arbeiter in sämtlichen Betrieben legten am Freitag nachmittag Plötzlich die Arbeit nieder. Auch das Elek- ttizftätswerk stand, wie wir dec „Pfälzischen Volkszeitung"^ entnehmen, infolge des Streiks der Arbeiter still, und die Geschäfte in der Stadt schlossen sofort ihre Läden. Der Militärverwalter dec Provinz berief sofort eine Versammlung sämtlicher Fabrikanten ein. Die Nichterschienenen und die Inhaber der Firmen, welche ihre Betriebe geschlossen batten, wurden mit hohen Geldstrafen belegt, auch die Stadt Oberstem selbst. gegen Petersburg die Zivilbevölkerung von Kronstadt, Krasnaia-Gorka und Oranienbaum nach dem Innern Rußlands gebracht. H e l s i n g f o r s, 9. Sept. (Wolff.) In einer Unterredung mit einem Vertreter des Helftngsorser „Sanomat" äußerte der hiesige englische Geschäftsträger, daß aus eine aktlve Teilnahme Englands an dem Vorgehen gegen die Bolschewiki kaum zu rechnen sei, da der (Gebaute in verschiedenen politischen Kreisen Englands auf scharfen Widerspruch stoße. Auch sei die Armee nach den Beschwerden des Weltkrieges o ruhe bedürftig, daß es schwer sein werde, sie zu einem neuen Kriegszug zu verwenden. Daher werde England alle kriegerischen Operationen in Nordrußland aufgeben. Der H e i rn tra n s Po rt der in Murman befindlichen englischen Truppen habe bereits begonnen. Die Heimschaffung der Verbleibenden sei nur noch eine Frage der Zeit. In keinem Falle werde die englische Regierung neue Truppen gegen Rußland senden. In englischen Regierungskreisen herrsche die Ansicht, daß man in England die Entwicklung der Verhältnisse in Rußland als Außenstehender verfolgen, Mach eine bewaffnete Einmischung vermeiden müße. Er glaube nicht, daß Petersburg in der nächsten Zukunft genommen werde. Eine Spaltung unter den russischen Bolschewisten? Amsterdam, 9.Sept. (W.B) Das Reu- tersche Bureau meldet, daß die Anzeichen aus eine Spaltung unter den Bolschewisten, insbesondere in Nordwestrubland, und die Bildung einer neuen Grupp?, die die radikale Politik Lenins und Trotzkis nicht mttmachen will, hindeuten. Die Polen im Kamps mit den Litauern. Berlin, 9. Sept. (Wolff.) Der „Lokalanz." bringt eine „Times"-Mcldung aus Warschau, wonach sich die polnischen Truppen längs des nördlichen Abschnitts der Eisenbahnlinie Wilna- Dünaburg im Kampfe mit den Littau- ern befänden. Die Polen ständen beinahe vor Dünaburg. Königsberg, 9. Sept. (Wolff.) Die Räu - mungLittauens südlich der Memel ist planmäßig ohne Zwischenfälle verlaufen. Rumänien und die Entente. Belgien .aus wirtsck-aftlichem Gebiet entgegenzu- Lommen. Holland wolle Belgien erlauben, auf der I Sche lde zwischen Antioerten und dem Meer zu baggern und Leuchtfeuer zu unterhalten. Ferner fei man bereit, dem Bau eines Schelde-Maas- R Hein-Kanals zuzusttmmen, soivie freier Schis fahrt auf dem Kanal Geni-Terneuzcn. Andererseits wolle Holland, hxmt Belgien eine Kriegsmarine besitze, seinen Schiffen das Recht zugestehen, die Schelde hinauf bis Antwerpen zu falyren, das dadurch zu einem Flotteustützpunkt würde. Nachtleben Japans in der Schantungsra^t. Berlin, 10. Sept. Wie dem „Berl. Lok.-Anz." aus dem Haag berichtet wird, erklärte nach einer Meldung aus Paris das Mitglied der japanischen Friedensdelegation, Matauka, in einem Interview, daß Java n seine Truppen wahrscheinlich noch in diesem Jahre aus Schantung zurück- z ich en würde. Innerhalb weniger Monate sei eine Einigung mit der chinesischen Regierung zu erwarten. Wilson über die Philippinen. Amsterdam, 9. Sept. (W. B.) Laut einor „Times"-Meldung erklärte Wilson, Amerika zögere, den Philippinen die Unabhängigkeit zu geben, da cs befürchte, sie eventl. den westlichen Mächten auf Gnade und Ungnade auSz liliefern, wodurch Amerika gezwungen sein werde, eine gröbere Flotte in den .asiatischen .Gewässern zu unterhalten. Artikel 10 des Völkerbund Vertrages fordere dagegen, daß die ganze Welt, Japan einbegriffen, die territoriale Unverletzlichkeit der Philippinen verbürge. Die syrische Frage. Versailles, 8. Sept. (Wolff.) In einem großen Teil der Pariser Morgen preise werden Telegramme aus London veröffentlicht, aus Grund deren fcstgestellt wird, .daß in der lyrischen Frage eine offenbare Entspannung eingetreten ist, und daß mit einer Regelung zwischen England und Frankreich gerechnet werden kann. vernommen. Aus ihrem Verhör geht hervor, daß ihr Mann früher einmal in einer Nervenheilanstalt untergebracht war. Die Zeugin bestreitet entschieden, vom Fenster aus der Erschießung Angesehen jn haben. Sie habe später ihren Manu gefragt, ob er das Kommando zum Feuern gegeben habe. Er antwortete: Rein, ein gewisser Senner hätte den Befehl gegeben. Bevor er in den Hof ging, habe er in seinem ?lbschiedsbrief seine Unschuio beteuert. Ter Befehl zur Geiselerschießung sei vom Oberkommando ausgegapgen. Es wäre eine infame Lüge, daß den Getöteten die Finger verstümmelt worden seien. Ter Schneidermeister Titus Watzelsberger, der in bekamt tfchaftlichm Beziehungen zu Seidl steht, wird darauf unbeeidigt vernommen. Er antwortet aus di: Fragen des Vorsitzenden äußerst zurückhaltend und vorsichtig und sucht den Eindruck zu erwecken, als sei seine Bekmmtschaft mit Seidl nur flüchtig gewesen. Der Zeuge versucht dar- znstellen, wie er an einem Sonntag morgen zufällig dazu gekommen fei, Frau HauSmann zu besuchen. — Ter Vorsitzende läßt darauf Frau Hausmann nochmals yortrelen und hält dem Zeugen vor, daß er bei jedem Besuch Frau Hausmann darauf aufmerksam gemacht habe, daß sie die Hauptzeugin im kommenden Prozeß sei und daß es an ihr liege, den Seidl einigermaßen entlasten. Frau Hausmann hätte darauf geantwortet, sic habe ja ihre Aussage schon gemacht und sei bereits vereidigt, worauf ihr der Zeuge envidert habe, ihr ßid gelte nichts, weil sie damals noch krank gewesen fei/; sie könne ihren Eid noch so ummvdeln, daß Sndl nicht so hü ei iomme, und dem Toten täte cs ja nicht mehr weh. — Ter Zeuge leugnete die Richtigkeit dieser Darstellung, wogegen Frau Hausmann sie bestätigt und hinzufügt, der Hinweis, dem Toten täte es nicht mehr weh, habe sie besonders verletzt. Der Vertreter der Anklage, Staatsanwalt Hofmann, gibt darauf bekannt, daß er die Beurteilung der Aussage dieses Zeugen zum Gegenstand eines Ermittelungsverfahrens wegen Meineids inache und den 'Zeugen für verhaftet erkläre. Im selbenr Augenblick erhebt sich der Angeklagte Josef Seidl und erklärt, Watzelsberger habe sich während der Geiselerschießung im hinteren Hose oes Gymnasiums aufgehalten. Er erkenne ihn ganz Be» stimüft als den Man nwieder, zu dem er sagte? Man sollte doch nicht die Leute erschießen. Darauf hätte Watzelsberger geantwortet: Die machen es uns auch nicht anders, in zwei bis »drei Tagen sind wir auch alle tot — Der Vorsitzende fragt den Angeklagten, ob er sich nicht tausche, föofcfi Seidl bleibt jedoch bei seiner Behaupttmg, der Watzelsberger widerspricht. Ter Zeuge wird darauf in die Untersuchungshaft abgeführt. Die Verhandlurrg wird morgen fortgesetzt. Erstes Blatt 169. Jahrgang Mttwocy, jl). Zeptsmber M9 Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Paris, 9. Sept. (Wolff.) Havas. Die N o t e der rumänischen Delegation teilt die Absicht der rumamschen Regierung mit, den Friedensvertrag zu unterzeichnen. Indessen kündigt die rumänische Delegation an, daß sie Vorbehalte machen werde zu der Bestimmung des Vertrages hinsichtlich der Rechte der Minderheiten, die unter die Kontrolle des Völkerbundes gestellt werden sollen, eine Klausel, die die Souveränität Rumäniens l>eeinträchtige. Außer diesem Vorbehalt erklärt die rumänische Delegation, sich vollständig der Politik der Alliierten anzuschließen. Ter Oberste Rat hat beschlossen, dreien Zu Beginn der Nachmtttagssitzung wird als Vorbehalt nicht anzunehmen und Rumänien ern- erste Zeugin die Witwe d.s Komma^cuften und zu laden, den Verttag ohne Bemerkungen zu unter- > früheren Straßenbahnangeftelltrn Hausmann In der Versammlung fragte der Militärverwalter I nach der Ursache der Arbeitsniederlegung, und es wurde ihm mitgeteilt, daß es sich anscheinend nur um eine Protestkundgebung gegen die neue Regierung handele. Als Geiseln wurden verhaftet und nach Birkenfeld übergeführt: Fabrikant F. Hahn-Oberstein, Geschäftsführer Ludw. Cullmann-Oberstein, Arbeiter Phil. Göclitz-Ober- stein imb Rechtsanwalt Törr-Zdar. Anderen Tags wurde die Arbeit wieder aufgenommen,' die P re ß- zensur wurde wieder eingeführt, ebenso die Polizeistunde auf 8 Uhr zurückverlegt. Bon abends 8 Uhr bis morgens 4 Uhr ist jeglicher Verkehr auf der Straße verboten. Berlin, 10. Sept. Nach dem „Berl. Lok- An^." erlaßt die „Regierung" der Repu - blikBirkenfeld eine Zßuudgebung, wonach» die bisherige Provinz Birkenfeld des Freistaates Oldenburg sich von diesem lvssagt und als selbständige Republik erklärt. Tie Regierung setzt sich zusammen aus Ludwig Cellcr als Präsident, sowie aus Hubert Eifel und Wilhelm j)aut. Tie bisherigen Staats- einrichtungen bleiben bestehen. Tie Beamten bleiben im Amt. Ucber die Zeitungen ist die Vorzensur verhängt worden. Räumung hessischer Orte durch die Franzosen = Frankfurt a. 9)2.; 9. Sept. Tie Franzosen haben in den letzten Tagen weitere Orte an der Ostgrenze des Brückenkopfes Mainz geräumt, so das hessische Steinbach und das Dors Eschborn. Aus dem Reiche. „Werktätiger Arbeitsschutz". Berlin, 10. Sept. Utter die Organisation der technischen Hilfstruppe zum Schutze lebenswichtiger Betriebe, wie Gas-, Wasser- imb Elektrizitatswerken bei politischen Streiks, erfährt die „Boss. Ztg." von unterrichteter Stelle u. a., daß die über das ganze Reich sich erstreckende Organisation den Namen „werktätiger Arbeitsschutz" führen wird und von der Berliner Zentrale aus geleitet wird. Tas ganze Reich wird in 19 Kreise eingeteilt. In jedem von diesen wird eine besondere technisch^ Hilfstruppg von freiwilligen Technikern, Ingenieuren, Fach- und ungelernten Arbeitern gebildet werden. Tie Freiwilligen werden in drei Kategorien eingeteilt: in solche, die sich zur Verwendung im ganzen Reich zur Verfügung stellen, solche, die sich nur tm Kreise verwenden lasten und andere, die nur im Orte tätig sein wollen. Eine erhebliche Ammlch von Freiwilligen hat sich« bereits gemeldet. Nach einer ungefähren Schätzung würden im Reich 30 000, darunter für Berlin 6000 Freiwillige nötig fein. / Saatgutpreise. Berlin, 9. Sept. (Wolff.) Ter „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung über die Regelung der Ein- und Ausfuhr und eine Verordnung über die Saat gutpreise für Brotgetreide und Gerste. Ein sozialdemokratischer Redakteur zum Landrat gemacht. Berlin, 9. Sept. (Wolff.) Hum Landrat des SaalekreiseS ist das mehrhertssoziildenro- krettscke Mitglied der deutschen Nationalversammlung, Friedrich Adolf Thiele, Redakteur und Schriftsteller in Halle a. S., berufen Worten. Reichskonferenz der Unabhängigen. Berlin, 9. Sept. (Wolff.) Nach dem „Vorwärts" tagt die heute beginnende Reichs kon- ferenz der Unabhängigen unter st r e n g - st em .Ausschluß der O e ffen t li chfei t. Nicht nur die Presse, sondern auch die Arbeiter- rälv und sonstigen Funktionäre der Unabhängigen sind von der Konferenz ausgeschlossen. Nachspiel zu den Chemnitzer Unruhen. Berlin, 10. Sept. Nack dem „Berl. Lok- Anz." sind aus Anlaß der Chemnitzer Unruhen bisher 4 0 Personen wegen Plünderung, Mißhandlung usw. verhaftet worden. Es werden immer neue Fälle angezeigt. Ans Hessen. Die Vauernbewegung in der Provinz Starkenburg. Darmstadt, 9. .Sept. 12 Bauernprotestversammlungen fanden am Sonntag in Babenhausen, Bensheim, Beerfelden, Bieter, Hep- venl-cim a. B., Höchst i. O., Hofheim, Gr.-Bie- berau, Ober-Ramstadt, Psimgsladt, Reichelsheim und Wald-Michelbach statt, die zum Teil sehr gut bcfndirt waren. Es wurde überall eine einheitliche Entschließung angenommen, in der vor allem gegen die, Fortdauer der Zwangswirtschaft prv- testicrt wird, da sie nicht nur wirtschaftlich ter- . hängnisvollcn Schaden anrichte, sondern aivch durch Unsinnige und undurchführbare Mafchahmen dicUn- tergrabung von Ordnung, Recht und Gesetz der- schiuldct habe. Schleichhandel und Schiebertum habe das ganze Wirtsckriaftslcten verseucht. Tie einseitige Bildung der Preise für landnnrtschaftlickL Produkte sei ein schveres Unrecht und drvhe heute die schwerste Gefahr für die Existenz der Landwirtschaft zu werden. Ter Kampf gelte aber nicht um der Zwangswirtschaft und umhöhererP reise willen, sondern es sei der Kampf des freien, selbständigen Bauern für die Freiheit seiner Wirtschaft. Nur durch die Aufhebung der Zwangs.virt- schaft könne unsere Volkswirtschaft gesunden. Tie Entschließung fordert: 1. Tie Puoduftwnslielnmü durch Beschaffung geeigneter und billiger Tung- mittel, Saatgut, Futtermittel us'w. 2. Bei der Preisgestaltung weitgetente Zuziehung von Be- rufslandwirten zum Beirat des Ernährunasmini- steriums. 3. Zur Sickrwung der Selbstversorgung Freigabe der Hausschlachtungen für Selbstmäßer, gleichniäßige BerteÜuny des Auslandsmehles, oder als Ersatz Freigabe einer entsprechenden Menge Weizen, sowie Freigabe eines Teiles der (Erzeug» Nisse eigner Ernte zur Hebung der Viehzucht, . rascheste Wiedertelebmtg der Schweinemast, geslei- aerte Aufzucht von Jungvieh. 4. Zur Erfassung ter Landesprodukte wird erklärt, daß es für die erste Pstlcht erachtet wird, die Bolrseruähning zu sichern, urdem den berechtigten Wünschen und der Wveren Notlage Rechimng getragen wird. Tie Verfassung soll ohne bureaukratische Schälänen gelxmblxibt werden. Absckxtrfung der Revisoren und Koittmllcure Bei den Konimunalverbänden soll die Entscheidung bei aNen sie betreffenden Fragen bei den Landt- nnrten li.-gen, Reform des Viehhandelsverbantes, Beseitigung der Viebkommistiionärc und Aufhebung der Vi. hkataster, s?(ufljcteing der Eierzwangs.virt- schast und Freiteit der Kar1offelal>gave, schärfste lieberwachung des SchiebertumS usto. Endlich wird erklärt: Tie Landwirtschaft kann in dem Präsidenten des Emährungs- und Landwirtschaftsministeriums einen sack-verständigen Vertreter ihres Berufs nicht erblicken. Sie fordert end-, lich Fertigstellung der Verfassung und Neuwahlen für die Volkskammer. Lberhejsische Bauernbewestnng. '*♦ Grünberg. 8. Sept. Gestern wurde in einer öffentlichen Versammlung der Landwirte von Grünberg im „Gasthaus zum Rappen" eine Ortsgruppe des hessischen Bauernbundes gegründet. Karl Georg Jöckel erläuterte in längerer Ausführung, daß der deutsch^ Bauernstand die Befreiung von drückenden Fesseln mir erreichen könne, wenn er sich einmütig zusammenschließe. In Zukunft'werde der deutsche Bauernstand wohl dazu berufen sein, das Vaterland vor dem vollständigen Zusammenbruch zu retten. Tie Landwirte sollten aber auch Verständnis zeigen für die Notlage der anderen Stände und deshalb das Verhamftern des Getreides unterlassen und ordnungsmäßig abliesern. Sämtliche 30 Ämvesende erklärten durch Namensunterschrift ilyren Beitritt zu der Ortsgruppe Grün- terg. Heinrich Bausch wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Es soll in einer nächsten Versammlung ein Vorstand gewählt werden, der bezüglich der Wünsche und Anträge der Landwirte in Verbindung mit dem Abgeordneten Fenchel in Oöer- Hörgern und dem Kreisamt Gießen in Verbindung treten soll. Aus StaM rinv Land. Gießen, den 10. Sept. 1919. Ruhrgefahr. Von Herrn Kreisarzt Medizinalrat Dr. W a l- ger wird uns mit geteilt: Ta in Offenbach' einige Erkrankungen an Ruhr vorgeliommen sind und auch in Gießen ein von dort eingeschleppter Fall aufgetreten ist, sei hiermit auf folgende Merkpunkte erinnert, die ich am August 1917 in diesem Blatt zur Kennttiis der Oefsentlich/eit gebracht habe: R u h r ist eine von Cholera völlig verschiedene, nenn auch gleichfalls duvckMusf ernste Krankl-eit, und entsteht durch Ansteckung: sie wird durch bestimmt.' Krankheitskeime (Nuhrtezillen, Ruhramöben) her- Dorgcrufen, und in unseren Gegenden meistens im Spätsommer -oder Herbst beobachtet. Tie Krank- teitserscheinungen bestehen Hauptsachlich in Seite schmerzen, heftigem und sckMerzhaftem Trang zu Stuhtentleerungerk, sowie häufigen toäfferigcit, mit schleimigen Flocken und Blut gernischiten. Ausleerungen, nach deren Abgang der Stuhldräng nicht aufhvrt. Man versäume ja nicht, rechtzeitig den R a t eines Arztes einzuholen. Einer sorgsamen Pflege nach näherer Anweisung des Arztes verdanken selbst Schweikranke ost ihre Genesung. Tie Llnsteckungskeimc werden mit den Tarm- entloerungen ausgeschieden. Zur Uebertragung der Krankheit genügen selbst Spuren der von Ruhrkranken herruhcenden Ausscheidungen. Gelangen diese auf "die Seite und Bettwäsche, die Kleider, den Fußboden, auf Eß- mid Trinkgeschirre, in Milch, auf Gemüse, Obst, Salat u. dgl., so können sie leicht von anderen Personen aufgenöinmen loeroen und bei diesen die Krankheit hervor bringen. Auch, kann der Krank- heitskeim durch Wasser, welches beim M spülen von Eß- und TrinkgejckstrrQi, non Obst, Gemüse u. dgl. mit Iiuhrkeirnen verunreinigt tvird, weiter.verbreitet worden. Tie Pflege eines Ruhrkranken ist zu Hause wegen der damit verbundenen Ansteckungsgefahr meistens tritt mit Schwierigkeiten durchführbar. Solange es sich also nur um einzelne Fälle tändelt, ist die Ueterführung in ein Krankenhaus zu empfehlen. Wo dies nicht möglich ist, muß der Kranke in ein von den übrigen Wohnräumen getrenntes Simmet gebracht und jeder unnötige Verkehr von ihm fern gehalten tverden. Niemand, den nicht feine Pflicht dahin führt, besuche einen Ruhrkranken. Namentlich sollen Kinder niemals zu Ruhrkranken zugelassen werden. Im.Krankenzimmer soll man Speiien und Getränke niemals zu sich nehmen, und,n>ir einen Ruhrkranken oder dessen Wäsche oder Bett berührt hat, reinige unmittelbar nacktster die Hande gründlich mit einer desinfizierenden Flüssigkeit. Selbstverständlich müssen die Ausleerungen der Ruhrkranken durch Desinfektton (Kalkmilch, Chlorkalks unschädlich gemacht werden. Ebenso dedür- fen Wäsche, Kleider und alle Gebrauchsgegenständ:, besonders auch das Eßgeschirr, sorgfältigster fortlausendet Desinfektion nach Anweisuna tes Arztes. Zu Zeiten von Ruhrepidemien ist der Genuß von Milch, Obst und Gemüse in rohem Zu - stand dringend zu widerraten. Direkt gefährlich kann der Genuß von unreifem Obst werden, desgleichen scckl man sich» vor Erkältungen deS Leites hüten. Wo keine Wasserleitung ist und das Wasser aus Brunnen entnommen werden muß, ist sorgfältig auf Reinhaltung der Brunnen zu sel.en, und zu Epidemiezeiten soll am testen das Wasser erst nach vorherigem Abkochen genossen werden. UebrigenS sei zur Beruhigung aller mitgeteilt, daß außer der einen oten erwähnten Ruhr- erfranfung keine weiteren Fälle in Gießm oder Umgegend' bis jetzt vorgekommen sind. Herabsetzung der Fleischpreise. Infolge der Aufhebung der Bewirtschaftung der Häute sind die Preise für Häute innerhalb kurzer Zeit außerordentlich in die Höhe gekommen, so daß zur Zeit für eine Rindshaut 500 bis 800 Mk., für eine Kalbshaut über 100 Mk. bezahlt werden. Um das hierdurch entstandene Mißverhältnis zwischen dem Einstandspreis des Schlachtviehs und dem Fleischverkaufspreis zu beseitigen, hat das Landes- ernährungsamt die Kreisämter angetviefen, die Preise füt Rind- und Kalbfleisch mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres um 1 Mk. pro Pstmd zu senken. Hierdurch wird der Mehrwert der Häute bei den Rindern ungefähr ausgeglichen. Bei den Kälbern bleibt noch ein gewisser Unterschied, der dem Abli'ferer in Form eines Zuschlags zu dem Schlachtviehpreis in Höl-e von 40 fMk. zugute kommen soll. Sollten in der Preisgestaltung der Häute Aenterungen eintreten, werden die eut- spreckxmden Ataßregeln getroffen werden. Der Fleischpreis wird mit Rücksicht auf die eingetretene außerordeutliche Preissteigerung der Vtehhäute mit Wirkung vom 10. d. M. bis aus weiteres für Rindfleisch auf SMk., für Kalbfleisch auf 1,40 Mk. das Pfund festgesetzt. * . - Sitzung der Stadtverordneten. Gießen, 10. Sept. 1919. ** Keine Richtpreise für Ledet. Nachdem auf Beschluß des Volkswirtschaftlichen Ausuhusses der Nationalversammlung und auf Alt- ie- img des Vertreters der Leterinterefsenten die Aushebung der Zwangsbewirtschaftung für Leder Deriügt worden ist, nnü> der Regierung vielfach der Vorwurf gemacht, die starke Preissteigerung hätte sich durch Aufstellung von Richtpreisen der- meiden lassen. Dieser Vorwurf ist durchaus ungerechtfertigt. Von einzelnen Fachoerbänten ter Ledccherstecker sind bereits Richtpreise ausgegeben motten mit dem Erfolge, daß sie gleichwohl durch Vereinbarung besonderer Vergütungen umgangen wurden. »Dian kann sich infolgedessen von der Einsührung von behörteichen Richtpreisen um so weniger Erfolg tersprecheu, als diese nur für eine Uetergangszeit in Börsetag gebracht wurden. Nach den bisterigen Erfahrungen bei Höchstvreis- erhöhungen vor Aufhebung der Lederzwangswirt- schäft würden diese vorübergehenden Richtpreise dazu führen, daß große Mengen von Waren bis zu tem Zeitpunkt zurückgehalten würden, bis die niedrigeren Preise außer Kraft gesetzt werden. Damit würde also das Gegenteil der Wirkungen erreicht tverden, die man sich von der Freigabe des Lederhandels versprochen hat. Von der Einfüte rung ter Richtpreise wird infolgü>essen abgesehen. ** Seifen verbrau chs reg elung. Während Seifenpulver auch künftig nur gegen die mit dem Aufdruck „Seifenpulver" versehenen Abschnitte der Seifenkarten abgegeben werden darf, lömicn nunmehr Feinseife, Kernseife und Rasierseife ohne Marken verkauft werden. Es gelten hierfür folgende Höchstpreise: 80pvoz. Feinseife 100 g 1,20 9)tT., 60—62prvz. Kernseife 100 g 0,80 Mk., 80proz. Rasierseife 100 g 1,20 Mk. • ** Der Eisenbahn-Konsumverein, e. G. m. b. H., hielt vor einigen Tagen tm Ge- werkschastshaus seine erste ordentliche Generalversammlung ab. Von 686 Mitglieder waren 54 erschienen. Auf ter Tagesordnung stand: Die Verschmelzung mit tem hiesigen Konsumvereül Gießen und Umgegend und Aenderung der Statuiert. Obereisenbahnsekretär Wagner trug die Grunde vor, die eine Vereinigung wünsckensivert erscheinen lassend und empsiehlt dringend die Verschmelzung. An der Aussprache beteiligte sich Stadtserordneter S i« in o n , der ebenfalls für die Vereinigung eintrat. Stadtv. Diener (Geschäftsführer vom Konsum- Verein Gießen u. Umg.) legte die Vorteile der Verschmelzung dar. Eisenbahngehilfe Simmer- machet, Zugführer Bender und Unterassistent Stephan traten auch für die Vereinigung ein. Weick-ensteller 1. Kl. Bechtold übte scharfe Kritik am Vorstand, protestterte gegen Abhaltung ter Generalversammlung im Gewerkschastshaus und sprach sich gegen die Vereinigung aus. Ein ^Beschluß konnte nirfjt gefaßt werden, weil Zweidrittel Der Mitglieder nicht anwesend waten. ** Tie Vereinigung der Wagner- meister des Kreises Gießen hält am nächsten Sonntag, nachmittags 1 Uhr, in ter Gewerbeschule ihre Herbstversamknlung ab. (Siehe Anzeige.) Landkreis Gießen. Schmutzfilme auf dem Land-. ch. Langd, 10. Sept. Der Schulvorstand und der Kirchen vor st and zu Langd haben heute einmütig die folgende Eingabe an das Kreisamt Gießen gerichtet: Am 2. September spielte in Langd das mit einem Gewerbeschein versehene Kino „Frankfurter Wand er-Licht spie le" von Hvlmheit. Wie Von mehreren Anwesenden glaubwürdig versichert wird, wurde datei als Schluß ter Darbietung ein Bild vorgesührt, das jedes Anstandsgefühl auf das Gröbste verletzte. In der Bevölkerung herrsckst, bis in die Kreise der Jugend, eine, soweit wir fcststellen können, einmütige Entrüstung darüber, daß solche bisher hier unbetamite Unsauberkeiten jetzt den Dörfern geboten werten dürfen. Die unterzeichneten Borsttinde sind davon überzeugt, daß solches Treiben auch die schärfste Verurteilung der Behörden findet, und richten daher an Hessisches Kreisamt Gießen die ebenso dringende wie vertrauensvolle Bitte, mit allen Mitteln auf einen" wirksamen Schutz der Bevölkerung, insbesondere ter imgefeftigten Jugend, gegen ein derart unsauberes Gebaren Hinarteiten zu wollen. Turnen. ** Wieseck, 10. Sept. Tas 57. Stiftungsfest des Turnvereins Wieseck nahm einen sckönen Verlauf. Tie 40 angetretenen Turner boten recht gute Leistungen. Tie Freiübungen brr Schülerabteilung sowie die Geümgsvvrträge ter GesangSabttilung und besonders die des neugegrün- teten gemischten Chors, fanden ungetrilten B.'isall. Tie bei eintretenter Dunkelheit aufg.'führten Pyramiden zeugten von echt turnerischem Geiste. weiter auszutehnen, seien kurz die Hauptpunkte erwählt, die zur Erledigung kamen. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stauten ein Gesuch ter stützt. Arbeiter um Bewilligung einer Teuerungszulage von 400 Mk und die Fürsorge für Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene usw. Bei beiten $untten kam cs zu erregten Auteinantersetzungen Wiichen den soziack>enrorra tischen und bu gcrlichen Parteien, die sich um 9?etenfragen drehten, mäb- rend man sich in den Hauptfragen einig war. In beiten Fällen wurden die Anträge tes Finanzausschusses angenommen und die Erweiterungsanträge ter Unat: ingigen abgelehnt bzio. tem Finanzausschuß zur Prümug übernnesen. Um die Nitlage der Kr-iegsb.schädigten zu steuern, ifti ein Kredit von 20 000 Mk. bewilligt ivorden, ter es ermöglicht, ihnen Brennholz und Kartoffeln zu billigerem Preise und je nach den Verhült- niffen umsonst zu liefern. Tiefer Beschluß ist mit zwei w.iteren Für orgemaßnahmen verknüpft, die den Kriegsbeschädigten Gartenland und rückzahlbare Darlehen zur Verfügung stellen. Aus tem weiteren Verlauf ter Sitzung sei noch hervorbehobcn, daß ter Betrieb tes Stadttheat.'rs im Wmter v-orläuftg ausgenommen werden foU. -m. Hungen, 10. Sept. Der 18jährige Karl Emmel von hier stürzte gestern von einem im Bau begriffenen Hause, an tem er beschäftigt war, so unglücklich ab, daß er sich einen doppelten Beinbruch znzog. — Das Wohnhaus tes Gastwirts Karl S a m e s ging zum Preise von 10 700 Mart in den Besitz des Sattlermeisters Geiß- l e r, ter sein Geschäft schon feit mehreren Jahren darin betrieb, über. ** Stockhausen lOberiß), 10. Sept. Der Eisenbahn-Unterassistent Karl Rohm und seine Eheftau Katharina geb. Deuker feierten gestern das Fest ter silbernen Hochzeit. Kreis Schatten. dz. Kreis Schotten, 10. Sept. Tie Bürgermeistereien Schotten, Laubach und Dreieichenhain wurden ermädXigt, eine Ueberlas- sung von Wohnräumen an Personen, die von auswärts zu ziehen, ohne Zustimm'ung tes Mieteini- mlngsamtes zu verbieten und teil Aufenthalt von Personen in Gasthöfen, Wirtschaften und dergleichen auf eine gewisse Zeit zu beschranken. Hessen-Nassau. --- Frankfurt a. M., 9. Sept. Aus einem Stofflager der Mainzer Landsttaße wurden vor einigen Tagen durch nächtlick-en Einbruch für 100 000 Mk. Stoffe gestohlen. Die vier Einbrecher und drei Hehler wurden heute verhaftet. Ein er- heblick^er Teil ter gestohlenen Stoffe tonnte bereits wieder herbeigeschafft werten. Tie gesttige Tagung ter Stadtverordneten erledigte tn ter öfsentlick-en Sitzung in einem Großreinemachen 41 Punkte. Tie Sitzung, die um 4 Uhr begann, zog sich bis halb acht Uhr lstn rnntz tetemtelte in der Hauptsache Vorlagen des Fi- nanzausichusses. Um den langen Sitzungsbericht 8. Sitzung. Beginn ter Sitzung 4 Nhr. Anwesend sind: Oberbürgermeister Keller, die Beigeordneten K l i n g s p o r und Rosenberg sowie mit Ausnahme der Stadtverord^ ncten Ebel, Sichert, Gmelin, Kiel, Frau Kramer, Frau Naumann und Sommer 42 Stadtverordnete. Zu Urkundspersonen wurden erwählt die Stadtverordneten Simon und Wenzel. Oberbürgermeister Keller eröffnet bu Sitzung mit folgender Ansprache: Zu Beginn der ersten ortenllichen Sitzung, die nach meiner Rückkehr aus Urlaub stattfindet, ist es mir ein Bedürfnis, tes Umstandes zu getenfen, daß zwei bewährte Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die Herren E m m e l i u s und Grünewalch inzwischen aus ihrem Amt—ilö unbesoldete Beigeordnete der Stadt Gießen kud» geschieden sind. Herr E m m e l i u s hat der Stadtverordneten- Versammlung seit tem Jahre 1893 ununterbrochen angehört, wurde im Jahre 1911 zum unbesoldeten Beigeordneten aewählt und im Jahre 1917 einstimmig in dieses Amt wiedergewählt. Die ihm anvertrauten Aemter eines Stadtverordneten und Beigeordneten bat er mit hervorragendem Fleiß und größter Gewissenhaftigkeit verwaltet und ist namentlich auf dem Gebiete tes Finanzwesens ein sachverständiger Berater der Stadtver.valtung gewesen. Nicht nur als Stadtverordneter und Beigeordneter, auch in sonsttgen Ehrenämtern hat er seine Kraft und große Ersahrung bereitwilligst in. den Dienst unserer Stadt gestellt, so daß die Wirksamkeit dieses Mannes in vielfältiger Weile von reichem Segen für unser Gemeinwesen begleitet gewesen ist. Tie Stadtverwaltung wird die verdienstvolle Tätigkeit tes Herrn Beigeordneten Emmelius in dankbarer Erinnerung bewahren. Herr Grünewald bat der Stadtverord- neten-Versammlung von 1893 bis 1901 und dann wieder von 1908 ab angehört, wurde im Jahre 1912 zum unbesoldeten Beigeordneten gewählt und im Jahre 1918 einstimmig in dieses Amt wieter- gewöhlt. Mit größtem Interesse und vollem Erfolg bat er trotz starker bennlieber Inanspruchnahme diesen Ehrenämtern sich Ijingeijeben. Als Abgeordneter der Stadt Gießen zum Hefsifcksen Landtag hat er mehrere Jahre hindurch den Interessen der tobt Gießen in ersprießlicter Weise gedient. Auch die Tätigkeit, die er als Vorsitzender der von Ümt mit großer Tatkraft ins Leben gerufenen Siebener Hochschulgesellscha't ausgeübt hat, ist — wie jede der Universität förderliche Wirffamkeit — auch für die Stadt Gießen von größtem Nutzen gewesen. Tas verdienstvolle Wirken des Herrn Beigeordneten Grünewald zum Se.zen der Stadt Gießen wird von ter Stadtverwaltung in dankbarer Erinnerung sestgehalten werden. An Stelle dieser ausgeschirchenen Beigeoü>neten hat die Stadtverordnetenversammlung zu unte^ loldeten Beigeordneten die Herren K l i n g s p o r und Dr. Rosenberg geivahlt, die ich hier an meiner Seite begrüße, in der Ueterzeugung, daß sie mit ihren bewahrten Sltäftcn sich den Geschäften des Beigeordnetenamtes mit regem Eifer widmen werten. Es ist mir weiterhin ein Anliegen von dieser Stelle aus öffentlich allen Denjenigen herzlichen Dank auszusprechen, die bei den mehrfachen in der letzten Zeit stattgel-abten Wahlen zu öffentlichen Körpersck>asten tätig gewesen sind: bei ter Wabl zur Nationalversammlung, zur Hessischen Volkskammer, zur Stadtverordnetenversammlung, zum Kreistag und Provinzialtag. Eine grobe Zahl von Herren und Damen haben als Wahlvorsteher Beisitzer, Protokollführer und in sonstiger Weist hierbei amtlich gewirkt und sich für diese nichl geringe Mütewaltung den Dank der Stadtver- loaltung verdient. Eine Zuschrift des Vereins städtischer Beamten und Bediensteten dankt für die bewilligte Teuerungszulage. Das GetoerUck-aftskartell deutscher Eisenbahnbeamten, Ortsgruppe Gießen, bat ein Sdyreiten eingereicht, das sich mit ter Wohnungskalamität besaßt. Das Schreiten wird der Wohnungskommission überwiesen. Baugesuche. Auf Befürwortung der Baudedutation werden genehmigt: das Baugesuch des K. und L. Wehrum für die Frankfurter Straße, Befteiuug von § 70 ter Ausführungsverordnung zur All- gemeinen Bauordnung, das Bange such des Vereins „Rudersport" für das Lahnuser, Befreiung von S18 des Ortsbaustatuts: Erricküung einer Einfriedigung durch H. W. Rinn in ter Süd-Anlage; durch Ludwig Georgi in ter Dammsttate und durck K. Küchel in ter Gutenbergstraße: ein Baugesuch des Ludwig Joachim für .naifec-Allee Nr. Io, Befreiung von § 5 und § 18 des Ons- bauftatuts. Der Bausluchtlinienplan für das Gelände ter Baugenossenschaft 1894 an ter Licher Straße wurde allgemein genehmigt, eine Anregung tes Oberbürgermeisters^ an der Straße längs ter Eisenbahnlinie zwei Reihen Bäume ntenemanter zu pflanzen, wurde an die Baudeputatlon ter» wiesen. Genehmigt wurde ebenfalls ein Vertrag mit Bauunternehmer H. W. Rinn, betr. 'Iktennaig seines Grundstückes in ter Süd-Anla c Es bandelt sich hierbei um ent Gelände am Schorgrab.m, das mit ter Haupt front nach ter Süd-Anlage licflsm soll. Der Vertrag ackspricht den Verträgen, um nun lunyuii 'öi^uiiHäPtTiu#! । bie bet bcn anderen Grundstücken in ähnlicher Lago durch euu längere Zusammenfassung nicht noch j abgeschlossen worden sind. einer Winter) von QBKW! tn ■ 10. September 1919. oiTaie AnetöhTMohoProsreSte lonorrospQsie mau kosten- e ftchttilelliug.y kommen nur große Poften. 017624 Hannover Münzstraße 4a Gießen Ebelstraße 11a Hepion, # Eatwlcälnigei,^^ 7 VerBrClarungoa, n wie alle weiteren photogr. 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Stadtv. Schmahl (D.-N.) beantragt, den Antrag Beckmann abzulchnen. Stadtv. Urstadl (Dem.) stellt sich auf den Standpunkt des Finanqauslschussts. Cs entsteht eine weitere Debatte, an der sich die Stadto. Fourier, Kraus Müller, Beckmann, Mann, Urstadt, Schmäht, Goerz, Weiß und Otter beteiligen. Stadtv. Urstadt (Dem.) stellt zuletzt den Antrag, die Bewilligung einer Kinderzulage von 50 Mark durch den Finanzausschuß prüfen zu lassen. Buchführung Steaegr., Hfaesh., alle Hamieis!8cfeer. Anmeld.tttgl. Prosp.frei Beginn der neuen Halbjahrcsklaes® am 1. Oktober. (n9l Heiyteffer. Chemi/che Fabrik Rr$hm & Haar m Darm/tadi Dlmgkark 10249 auf Lager. Ccbr. KahL | Verschiedenes j Welche akademisch ge vrüfte Lehrerin erteilt Unißmcbt !si fecl* von ftitag, Mora™, an zwei Damen, in zu vereinbarend. Stunden? Schr. Ang. in. Breis unt 017490 an den Gtest. An» Sport. ™ ** Proße leichtathletische Stadt- Wettkampfe finden am Sonntag den 14. September aut dem Sportplatz an der vardt unter Beteiligung sämtlicher Gießener Turm- und Sportvereine sowie Schulen und Militär statt, tzaupt- mmpfe nachmittags 2 Uhr, Vorkämpfe vormittags 9 Uhr. •Krünxe -ScMeler •Seele ““a -Easäscheke •WfiDCka Achtung! Alle Waren, gleich welcher Art, werden prompt u. auf schnellstem Wege von englischem Handelshaus geliefert. — Lieferung aus erster Hand nach allen Stationen. — In Betracht Vermischtes. Die Cholera. Amsterdam, 10. Sept. (WTB.) Nach einer „Times"-Meldung aus Peking sind in Chardin 4000 Personen an der Cholera gestorben. Oldym /töndiq im Wa/th-und Bade- angewendel madii die Haut zart und ro/ig Ofagenefim wdvdüruend beim •topf-und Haar wachen, ✓por/arr) un Gebrauch, 8el$tili|ei gegen amtlichen Schlag, schein übernimmt Selmfifjlc Mainzlar Schmitz."'^ n und Nen eiS «H< die £”> 01 adqx-.A^te- "ch zu £?■ ilnr 'W und ?.Q$ b(n' M rietet «u-Ält-- « iit Mailand SM 'N stellt tu6" lichmcn Beigeordneten nsammlung zu unbc= Lenen Klingspor «wühlt, die ich hier in bet UeberzeuWg, rlen Krallen sich den etenamtes mit regem nn Anliegm von dieser i Denjenigen her^Wn bei den mehrfachen m mSüHen lu ilimt- mnlung. «n MM» -rordnelenversammlung, (ialtag Eine glotze M Stet als WahlvorWer M in sonstizr Ach ch sich sür d§ nch a Dank der AadM ürain? xmft für tue bewüllgle eß ^'A.'hnungskalamiläl g WohMüskoin Jafanterje-Ac-it. Ar. IIS lKaiser Wilhelill) 1. Kompagnie 9Rfr Mllfifttüft £.6cr bcn Verbleib des 2DU H 11*1 ZlUJllxilfl Fahneniunker-UnterofstzierS Fritz 9?liefet auö RUdeSbcim a. Rb.» vcrwuudck und vermutlich in englische Gefangenschaft geraten am 20. Oktober 1918? Auskunft erbeten an Herrn Karl Haubach, Wietzen, Liebigslratzc 17. (017145 «.'lejitt ^lrrtrag 1 und 2 des Finanzausschusses werden angenommen. Ter Anttag, die Verwendimg bc* Kredites mi 1 durch die amtlick« Fürsorgestelle und den sozialtolrttsck?en Ausschuß vornehmen zu lasten, wird ebenfalls angenommen. Ter Antrag Weis; aus Hinzuziehung des sozialpolitischeir AussäiusseS des Rlnchsbundes der Kriegsbeschädigten wird abgelehnt. Stadtv. Dr. Krausmüller (D.V) wünscht vrach Mschluß der Beratung dieses Prmktes, das; »amtliä-e Anträge zuvor den betrefsenden Ausschüssen zur Prüfung borgelegt tverden. (Schluß folgt.) An- u. Verkauf von Lumpen, Eisen,Mer tollen, Knochen, %»-- vier, Maschen, gebr. Maschinen. !)7ß5 Louis Rothenberger Wentiwog 82. Toleplt. 175. Au- u. Berr«uf pon Motels 8<», AntiquitiLteu, somieUebernahnre gan'.er Einrichtt'ugcn. "" LouiS RottzenHerger 22Neuenweg 22. Lei. 176 Am Häuserblock II in der M ü hl str a ße sind iwch verschiedene Maler-, Spengler-, Sch-reinw- imb Glaserarbeiten zu vergeben, die den Mind'.st- fordernden zugeteilt werden. Stadtv. Kraus m üller (D. Vp.) wendet sich dagegen, daß am Bahnhof Leinöle beschlag- nabmt werden. Stadtv. Grobe (Ztt.) regt an, für den Häuserblock II die Vergebung der Türen gesondert schon jetzt anzuordnen. Stadtv. Winn (D. BP.) regt an, die Jn- stallationsarb.'iten nicht in eigene Regie zu nehmen, sondern den Jnstallationsgeschäften zu übergeben. Stadtv. Krausmüller (D. Vp.) schließt sich d'm an. Stadtv. Mann (Soz.) vertritt die entgegen- geiebte Ansicht. Es entspinnt sich im Anschluß hieran noch eine kurze Debatte. Beschaffung von Amtsrciumen. Tas Amtsgericht will die dem Lebensmittel- amt zur Verfügliug gestellten Räume am 1. Oktober wieder in Besitz nehmen. Als Ersatz war die Zeughauskaserne in Aussicht gcnjmmen. Tas Gebäude ist aber nicht dazu geeignet, auch ist dos Garniwnkomnlando nicht geneigt, das Gebäude zur Verfügung zu stellen. Es bleibt also nichts übria als nochmals wegen Belassung der Räume des Lebensmittelamtes unter dem Gesichtspunkt zu verhandeln, daß Lebensmitlelamt und Kom- munolverband mindestens 20 Räume freizumachen. Ein' Deputation soll die Notlage der Stadt dem Finanzministerium vortragen. In der Tepnta- tion sollen die Herren Klingspor, Vetters, Urstadt und Kiel vertreten sein, die Angehörige der Volkskammer sind. Annahme einer Stiftung. Tis Eheleute Friedr. Bender haben eine Stif- hntg von 2000 Mk. der Stadt vermacht, deren Zinsen an Stadtarme verteilt werden sollen. Ter Sohn der Eheleute, Fabrikant Bender, hat diese Summe um weitere 2000 Mk. erhöht. Tie Ar- mendeputation beantragt, diese Stiftung unter Tank anzunehmen. Dies geschieht. Tie Verteilung der Zinsen der Wil sonst if tun g wird, wie bisher, in der Weise beschlossen, daß von der Summe von 800 Mk. 500 Mk. an den Knabcnhort und 300 Mk. an den Mädchenhort verteilt werden. Der Allgemeine Verein für Armen- und Krankenpflege beabsichtigt mit Rücksicht auf die holten Verdienste der verstorbenen Leiterin, Schwester : 3üihc Fuchs, eine Stiftung zur Schaffung eines besonderen Krnderkrippen-Gebäudes einzurichtm. Die Mttel sollen durch Sanrmlung aufgebracht werden. Gleichzeitig toenbet sich der Vorstand des ' Vereins an die Stadt mit der Mtte, ebenfalls eütut ' Urri Obstpressen empfiehlt ab Laser J.B» Häuser Gleesen [l0*“c ÜS8DW., Eans- u. Küchengeräte. Leiterwagen Kastenwagen Ersatzräder ’Ofsrßi Sommerkorn Bleichstr. IQ. 103041 All- llllS Zeck«s aller Sorten Säete^lpi3i,PacÜic!i M. Tronik, dtroi Wnlltorstrafre 71. Mittag zu bewilligen. Ter Finmrzausschuß Vean- tiogt tne Bewilligung von 500 Mk. Stadtv. Michel (Tem.) beantragt 1000 Mk. ju bewilllgen. Ties wird mit Sttmmenmehrheit genehmigt. Die Brühlsche Druckerei beantragt Geneh- 'nngung einer Rechnung von 4055 Mk. für Iben ?rud des städtischen Voranschlags. Ter Fmanzausschuß beantragt, die Rechnung zu genehmigen. Stadtv. Fourier (USP.) beantragt Rück- verweisunh an den Finanzausschuß um die Unterlagen der Summe zu Prüfen. Oberbürgermeister Keller hält dies für nicht rwtwendig, da die Forderung korrekt ist. Sie basiert ans einem Vertrag der Druckerei mit der Stadt und aus den Preisen des Teutschen Buchdruckrr- vereins. Für die Räume des städtischen Arbeitsnachweises in der West-Anlage wird vom Vermieter eine Erhöhung des Mietspreises von 800 ML ab 1. Juli um 115 Prozent beantragt. Da das Mietseinignngsämt die Forderung für berechtigt hält, wird ihr stattgegeben. Die Gebühren für die Beisitzer des Gewerbe- und Kaufmanns-Gerichts betrugen bisher bis zu 3 Stunden 3 Mk.. darüber 4 Mk. Der Finanzausschuß beantragt die Gebühren bis zu 3 Stunden auf 4 Mk., bar über hinaus .auf 6 Mk. zu erhöhen. Stadtv. Beckmamn sUSP.) hält die Sätze für zu niedrig und beantragt 6 Mk. bzw. 10 Mk. Der Antrag des Finanzausschusse s wird mit Wirkung ab 1. Oktober genehmigt. Für die Heran sgabed-esAdreßbuches ersucht die Brühlsche Druckerei um Benülligung eines Zusck)>chies von 500 W., wml die Schutzleute für das Einbolen der HauSWen 800 Mk. statt 300 Mk. verfangt haben. '. Der Finanzaussckmß lehnt die Gewähwmg emes Zuschusses ab. Es sei Sache der Brühlschen Druckerei ihre Kalkulation so einzurichten, daß sie auf ihre Kosten komme. Demgemäß beschließt auch die Stadtverordnetenversammlung. . Winn (D.V.) regt an, ba3 Lldreßbuch int Selbstverlag der Stadt herauszugeben. die i; Feine « > 10291D zum Mtid- udurch bn ^ntwicn lijUdjec Weise gebient. 5 Zorsihendn der von ins Sieben gerufenen :t ausgeübt bat, ist - derliche Sirffamfrit - i von größtem Nutzen le Sirfcn des derrn ;um Segen der Stadt iloerivaltuilg in bant» ' or Der Antrag Beckmann wird abgelehM, der Antrag Urstadt, svwie der Antrag des Finanzausschußes angenommen. ., Anschließend werden auf Antrag des Finanzaus- schusses Teuerrmgszulagen für Arbeiterpen- sronare bewilligt und zwar ein jäl)rlick>er Fami- lrenzuschutz von 400 Mk., eine Kinder zu läge von 200 Mark und ein Zuschuß für Vollwaisen von 300 Mark. 2. er Gesamtaufwand beträgt 13 000 Mk. Fürsorge für Kriegsbeschädigte. Obwohl es Sache des Reiches ist, zur Fürsorge für.Kriegsbeschädigte, Kriegslstnterbliebene, ehe- mallge Llriegsteilnehmer und die Frauen von Kr-regsgefangienen ausreickiende Mittel zur Ber- Mgung zu stellen, hat der Finanzausschuß einmütig Maßnahmen getroffen, um s)Lotlagen abzuwenden, solange das Reich eine ausreichende Fürsorge noch nufit: geschaffen hat. Einstimmig bedauert der Fi- nanzausichluß, daß die Anträge der Kriegsbcschä- orgten usw. bei den Reichsbchörden noch nicht durch- gedrung-eu sind. Der Finanzausschuß beantragt demgemäß: Znr Verbilligung des notwendigen Brenn- stones und der notwendigen Kartoffeln evtl, zu nn- chEtgeltlicher Abgabe, ferner zu MietsveiHilfen usw. «men Kredit von 2)000 Mk. zu Lasten des Reserve- sonds. Dre Verwendung des Kredits soll durch die amtlick)e Fürsorgestette und den sozialpolitiicksen -Ausschuß der Stadtverordnetenversammlung geregelt werden. r -2- landwirtschaftliche Deputation soll für vald-ze Bevettstellung von Gartengelände für Kne^sbeschädigte usw. Sorge tragen. 3. Die Summe ton 10 000 Mk. soll für rück- Tarlehen zur Verfügung gestellt werden für Fälle, tn denen der Antrag auf staatliches Darlehen nacht zum Ziele führt. SöndÄ). Maier (USP.) beantragt im Namen des Gewerkichaftskartells, die Anträge auf alle Uniailrentenempsänger auszudehnen. , Odesbürgermeister Keller bemerkt, daß es nicht möglich ist, im Mennm hierüber zu be- schlleßen Stadtv. W-eiß (USP.) verttitt nochmals bsn Antrag Maier und verlangt, daß §>olz und Kartoifelu unter allen Umftäitbcn gratis geliefert 8«rner verlangt er, daß die sozialpolitischc! Abteilung des Rerchsbundes der Kriegsbeschädigten der der Verteilmig gehört wird. Stodtv. Beckmann (USP.) beantragt, von Frau Martin (USP.) unterstützt, 10 Zentner Brennholz den bedürftigen Kriegshückerbliebenen und den Frauen der Gefangenen gratis zu verabfolgen. Stadtv. Krausmüller (T>. V.) betont, daß der Finanzausschuß ohne weiteres die Summen bewilligt hat und jede notwendige Summe tuciter» Han l>ewilligen wird.' Tie Verteilung ist bisher völkg unparteiisch behandelt worden. Stadtv. Urftadt (Tem.) stellt fest, daß die erste Rate zur Feststellung des wirllichen Bedürs- mffes biene. Tie Fürsorge für die Kriegsbcsch^ig. ten liege den bürgerlichen - Parteien eben so sel-r am Kerzen wie den sozialistischen. Man sei sich rm Anschuß davLber klar gewesen, daß die Mittel nickt reichen und werde nach Bedarf weiter be- die Stadtvv. Biermann CJm-h Weck (U<), Mann (Soz.), Kling (D. R,), und Hausmütter (D. B ). Die Debatte ist teSnefte recht schürf und dvdht hochpolüisch zu n-erdim. Oberbürgermeister Keller meint, es sei besser genesen, die Debatte zu beschränken, da die ein-- nrütitzc BenMig-ung der Anträge des Finanzausschusses einen besseren Gmdnxk gemach!t Hobe. Sodann legt er dem Stadtv. Beckmann vergeblich!-nahe Für die uns anläßlich unserer Vermählung in so reichem Maße erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir herzlichen Dank. Ferdinand Rinn und Frau Elisabeth geb. Schröder Heuchelheim, den 9. September 1919. 017891 Gummi- Hosenträger ans prima Gummi mit Ledergaraitur vorzügliche Qualität Paar 12.50 Mark. letoi® Cyifadebaus Qalomon, k Dellkatetz-RollmopS . . . 8Pfd.-Dose M.25.00 M-marrkv«rin«e .... 8 „ „ 25.00 Mekrelen wt hstn« ... 8 „ - 19.50 T»Eck,n.»«btiaui.Keler8 "n 19'50 Sal»,ottberi«se.....8 „ „ 13.50 versend., solange Vorrat, ver Nachnahme ab hier Iwlosl iUOnder & 0o., Nartorf in Holstein 6. Prima Wetteraucr Kartoffeln! UthÄ 23. Frfflkl. Str. 134 Berkaus an jedermann, auch an Nichrmitgltedcr! 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(Für Form und Inhalt aller unter dieser NubrN stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) m Gießen, 8. Sept. Tie Verwaltung der Stadt Gießen scheint fftt unsere heimiehrenden Krieger herzlich wenig übrig zu haben, denn sonst würden sie die Sttaßeil etwas mehr ausschmücken. Auf dem Bahnsteig ist überhaupt kein Schmuck. Der Bahnhof hält es für unnötig, jeiue Flagge aufzuziehen. Am Bahnhoss- platz ainb einige Mastbäume mit Fahnen, aber das Grün fehlt vollkommen, ebenso in der Fra nick rter Straße. Tas Willkommenschild in der Franknirter Straße hänat so leer in der Luft, daß wirklich ein trauriger Anblick ist. Warum kann z. B. am Bahnhofsplatz zum Eingang in die Bahnhofstraße nicht eine Ehrenpforte errichtet werden? Tie Post kann ihre Fahnen heraus- hängem Aber nichts dergleichen geschieht Unsere heunkehrenden Kameraden, die in Gefangenschaft und vordem so uneMich viel durchgemackft haben, haben es verdient, daß ihnen ein feierlich r Empfang bereitet wird. Warum können das alle ondern Städte wie Frankfurt a. M, Wetzlar, Kassel! Ja sogar Marburg, wo sich kein Durch- gangslager befindet, hat fernen Bahnhof mehr geschmückt als Gießen. Ter hiesige Empfangsausschuß kann ed nicht allein machen. Er tut schon alles, was m seiner Macht steht, um den Heim gekehrten die Zeit in Gießen fo angenehm wie möglich zu nrach^n. Ich hosfe^ daß diese Zeilen mäst ganz Unberückilchttgt bleiben und schnelle Abhilfe geschaffen wird, da jetzt fast täglich« größere Transporte zu erwarten sind. 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Fortsetzung 3. „Gott erhalte dir dein Glück, mein Kind!" i bat drin Niemand als Modesta hrtte tn dem Trubel, I zusagte.' 44 77 tags leicht bedeckt nachts Nebel Letzte Nachrichten. Zentralverband der Angestellten. nm. abds. vm. Emmtz . Ihr schmales, weißes Mädchengesicht, das wie ein Schneeglöckchen unter der Flut goldbrauner Haares" hervorschimmerte, hatte sich tiflf auf die Nein, es wäre gnxntfont und brutal gckwesm, setzt von Vernunft zu sprechen. Und ging denn nicht alles . . wenn man sich nur lieb hatte? Hatte sie selbst es einst anders gemacht? Sie streichelte zärtlich Lottens heiße Backen. Das Glück der andern Original-Roman von Erich Eben st-ein. Copyright 1916 by Greiner & Comp., Berlin W 30. „Ja! Wie du neulich M amas Geburtstags- tuch so reizend hergerichtet und auch bei Tante Berta schon öfters aus Gefälligkeit für mich die Ta^el decktest, wenn große Gesellschaft dort war. und daß dann alle Tamen immer ganz weg waren vor Entzücken über dein Talent . . . kurz, ni’ bekam endlich den Begriff, daß nur du ihr set-t aus der Verlegenheit helfen könntest, und bat dringend um deine Hilfe, die ich ihr denn auch . (Fortsetzung Polats 24.0 15.9 10.0 9.9. 9. 9. 10. 9. 9.8 10.4 24.3°, 10. 9. = 15.4°. 8.5°, 10. 9. --- 8.9°. Hörden und Recklsanwätten beschäftigten Angestell ten geschaffen. o.er Verband steht beschlustgemäst aur dem Boden strengster parteipoliti- Nis e r N e u t r a l i t ät und ist mir über 350000 Mitgliedern der größte Angestelltenvcrband der Welt Deutsche Schiffe. Ä m st e r d a m , 9. Sept. (WTB.) Aus Lloyds neuem Register ist ersichtlich, daß 16 große deutsche Ozeandampfer von dem ameri- koniichen Schiftahrtsamt, 9 vom britischen Sckiff- sahrtskontrollenr, 6 von Italien, 2 von Brasilien lmc> einer von Chile verwaltet werben. Tie van Amerika übernommenen Sckstffe erhielten andere Namen, was darauf schließen läßt, daß sie als am.rikanische Schiffe angesehen werden. Darunter befinden sich: „Vaterland", „Kaiser Wilhelm II.", „Kronprinzessin Cäcilie" und „Amerika". Der Anschlag auf den ägyptischen Ministerpräsidenten. Amsterdam, 10. Sept. (WTB.) Tie „Times" meldet aus Kairo, daß der Mann, der den Anschlag auf den ägyptischen Ministerpräsi- deuten verübte, 14 Mitschuldige angegeben habt, vvn Venen drei in Haft seien. Bei der Unterjuchung seren in einem Hause noch zwei Bomben gefundm worden. Haase über die politische Lage. Berlin, 10. Sept. (WTB.- In der gestrigen Nachmittagssitzung der Reichskonferenz der unabhängig.'!! Sozialdemokraten führte Haase laut „Freiheit" zum Thema „Tie politische Lag^>" : Tie Regierung, die sich nur mit Hüte des Belagerungszustandes an der Macht erhalten kann, behauptet zwar, die vollendetste Demokratie zu repräsentieren. Es handelt sich aber nur um eine verkappte Diktatur der l-errschenden Klasse. Im Proletariat sei eine gewisse Gleichgültigkeit eingetreten. Tie Kommunisten hätten recht, locntvjie von einem Abflauen der vevo- lutionäreu Stimmung sprechen. Tie starke wirtschaftliche Not könne zwar zu einer verstärkten Revolutinrs-Chance führen. Man müsse aber auch mit einer längeren Tauer des jetzigen Zustand?- rechnen. Taher dürfe die Partei die parlamen- tarischic. Wirksamkeit nicht aus der Hand geben und die Wahlen keinesivegs boykottieren. Solange die tetzige Gesellschaft bestehe, müsse man durch Mitarbeit in den Parlamenten für das Proletariat möglichst günstige Kampfbedingungen zu schaffen suchen. Was die Beteiligung an der Regierung anlangt, so sei für die Partei auf dem Boden der jetzigen Verfassung an eine Mitarbeit an der Reichsregierung nickst zu denken. Einer möglichen Aufforderung der Rechtssozialisten zur Beteiligung an der Regierung gegenüber könne es sich unter Umständen empfehlen, ihnen Bedingungen zu stellen, d. h. ihnen das volle Parteiprogramm zur Annahme zu unterbreiten. Das sei aber nur eine Form frage, da die Ablehnung von vornherein fest- siehe. Ausgabe der Partei müsse es sein, das revolutionäre Bewußtsein zu.stärken und die Lage im Interesse des revolutionären Zieles auszu nützen. Ein eigentümlicher Politiker. Berlin, 10. Sept. Wie die Morgenblättzrr melden, ist wegen schweren Einbruchsdiebstahls der ehemalige Vorsitzende des Arbeiter- Rotes in Schiefelbein, Gerhard Bugs, zu 1 Jahr 3 M-onaten Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt worden und 'wegen Fluchtverdachts so fort verhaftet. Er war Führer der Unabhängigen Sozialdemokratie und neuerdings zu den Kommunisten übergegangen. Ein Manifest Dewets. Amsterdam, 10. Sept.H(WTB.) -.Daily Telegraph" meldet aus Kapstadt, General Dewet habe durch Vermittlung des maximalistifchen Organs „Volksblad" in Bboemfontain ein M a n i - fe st veröffentlicht. Er wolle über die u n g eje tz - liche Eroberung von Deutscb-Sud- west- und Ostafrika nicht länger schweigen. Er müsse jetzt, da Botha tot sei, zu seinem Leidwesen mit der nackten Wahrheit hervortreten. Tie wirkliche Ursache für den Aufstand im Jahre 1914, an dem er test genommen habe, sei ein ungerecht fertigtcr Angriff auf das deutsche Gebiet gewesen. Er beabsichtige deshalb, eindringlich au das Volk Südafrikas zu appellieren. Es möge die Mgierung zwingen, die Kolonien ihren rechtmäßigen Eigentümern zurückzugeben. Er würde das nicht gesagt haben, wenn die von Botha und Shmuts sofort nach ihrer Rückkehr aus Europa verkündete Amnestie noch nicht durchgeführt worden wäre. Dewet erklärte öffentlich, er werde, obwohl inter niert, die Regierung nicht noch einmal um Erlaubnis fragen, wann er seinen Distrikt zu verlassen wünsche. Die R e i ch s v e r e i n i g u n g e h e m a l i- gerKricg^gefangener, Ortsgruppe Gießen, Mackst nochnrals alle Ausgetauschten auf die am 11 d. Mts. stattfrndende Versammlung im Hotel Felsenkeller, Bahnhofstraße, aufmerksam. In der Versammlung soll besprochen werden, toefcye Am Mücke einem ehemaligen Kriegsgefangenen von Staatsivegen zustehen. .** Im Lichtspielhaus i.. strafje 34 geht zur Zeit ein neuer Henny-Portew .^ck denke, du hättest die Annehmlichkeiten dieser aussichtslosen Warterei nun schon zur Genüge genossen! Warna soll lieber beizeiten ein Machtwort sprechen. Es wäre ja zu albern, wenn Lotte deinem Beispiel folgte. Wir sind doch alle Mer.hübsch genug, um gute Partien zu machen, mstatt solcher i^tielheiraten! Nur muß mau bei- *?J?'_n klug sein. Arme Mädchen haben nur ihre ockonheit als Kapital, das darf man doch nicht verschleudern! Es ist der einzige Weg für unser- cmen, sich Geltung in der Welt zu verschäften." Niemand antwortete darauf. Tie Mütter war m ocachdenkm versunken. Man aß schweigend Derartige Auffassungen Evelyns waren nichts Neues. Plötzlich legt? Modesta Messer und Gabel bei» mte und sagte erregt: „Nein, das ist nicht wahr! 4.as wäre ja schmählich!" ,/Was denn?" st agte Cvelyn, sie belustigt von der Sette antehmd. Was bringt dich denn so m Harnisch, Kl-eme?" rü*-r sollen als unser biß- chcn L>a>onhkNt . . . Tag wir nur warten müssen aus eme Heirat.' a.as kannst du doch selbst nickt glauben?!" „Aa — haben wir denn etwa sonst noch etwas?" Weimar, 9. Sept. (WTB.) Die zwischen dem Verband der Handlungsgehilfen und dem Ver- band.der deutschen Versickerungsbeamten geführten Verhandlungen führten auf der Tagung am 8. und 9. September in Weimar zu der Vereini- gimg zum Zentralverband der An gelt e l l t e n. Somit ist die freigewerkschastliche Ein- heltsorganisation für all« im Handel, Vertehr, Traußen läutete es. Emmy eilte hinaus. Man hörte Flüstern im Flur, dann einen Ausruf Emmys, und jetzt wurde die Tür ungestüm aufge- rrssen. Lotte, das dunkle lockige Haar etwas zerzaust, die blauen Augen voll strahlenden Glanzes, stürmte herein und warf sich der bestürzten Mutter direkt an die Brust. „Nicht böse sein, Mammh," stammelte sie atemlos, „ich konnte nicht früher kommen. Bertie ließ mich nicht fort . . O, Mammy, ich bin so namenlos, so ioahnsmnig glücklich! Wir haben uns verlobt. . und morgen kommt Bertie zü dir!" Frau Losenstein stand stumm da. Also war es bereits geschehen . . . auch diese Tochter hatte gewäh-lt! Lotte drückte und küßte die Mutter wie närrisch. „Ich hab ihn so lieb! Er ist der beste, gescheiteste und schönste Mann der Welt, Mammy! Heute will er es noch seiner Mutter sagen, obwohl K. «s gewiß schon ahnt . . . Freust du dich mit mtc VtJ®1'* b11 denn nicht auch glücklich, Mammy?" Was sollte die Mutter sagen? Sie blickte in das strahlende junge Gesicht der Tochter, und rws, was trotz Sorgen und Kummer nie in ttzr gestorben war — die Erinnerung an eigenes Glück, der Glaube an das Göttliche solch einer ersten hertzen Liebe — machten sie weich. d... Lottens stürmischer Bericht begleitete, auf ein l-ises Klopfen an der Wand> geachtet. Sie eilte unbeachtet hinaus. Tiefes .Klvpftn an der Wand war ein Zeichen, daß Äist>a Sattler noch^mit. ihr sprechen wollte. Tie Freundin stand auch bereits wartend am Flur. Liebste, beste Modesta, ich habe eine furcht bar große Bitte an dich! Ich hatte heute Stund ■ bei den Kammelsbergschen Kindern — du weißt, mein vornehmstes, bestbezahltes Haus — dort habe ick beute etwas für dich versprochen, das du nun mir zuliebe halten mußt!" „Ich?" sagte Modesta sehr betroffen. „Was könnte ich bei deir mir ganz fremden Kammels bergs . . ." ,,Tie Baronin gibt morgen ihr letztes Feit in.dieser Saison und war heute ganz außer sich, weil Monsieur Francois, der Dafeldecker, der bei all diesen Herrsckjaften das Tafelarrangemeitt übernimmt, plötzlich, erkrankt ist. Sie behauptete, nun zrewiß vor ihren Gästen blamiert zu sein, denn tlr- Leute verständen es nicht, die Tafel hü dick herzurichten, und Francois habe immer so nette Inen gehabt. Ta habe iä). ihr von dir erzählt.. " „Hilda?!" Modesta wich förmlich entsetzt zurück. 2lu$ Stadt und Land. Gießen, den 10. Sept. 1919. ** Das deutsche Binnenfunkennetz. Mit der Eröffnung der Leipziger Messe wird ein funken telegraphischer Schnellver- k e h r zwischen Leipzig Telegrapbenamt und Berlin HauptteleiTraphenamt vom Reichspostministerium eingerichtet. Dadurch erfährt das im Bau begriffene deutsche Biitnenfunkennetz innen willkommenen Zuwachs. Oesfentliche Funkstellen, die unmittelbar mit Berlin verkebren können, finb außerdem in Hamburg, Königsberg (Pr.), Leipzig, Hannover, Frankfurt (Main), Darmstadt und Dortmund geschaffen worden. Die Arbeiten für die Errichtmrg weiterer Funkstellen in Breslau, 51on- stmiz, Stettin und Braunschweig beftnden sich im Gange. Für den internen deutschen Luft.schiff- v e r k e h r ist eine besondere Linie Berlin—Friedrichshafen errichtet worden. Außerdem waren bisher für die Zwecke der Nationalversammlung zwei Verbitrdungen mit Schnellverkehr zwischen Berlin im?d Weimar in Tätigkeit. Um den Verkehr mit allen^diesen Funkstellen bewältigen zu können, sind die Funkeinrichtung-en beim Haupttelegraphenamt in Berlin erheblich erweitert worden. Ueber Berlin erhalten die Funkstellen des Reiches Anschluß an die Großstationen für den beftebenben internationalen Verkehr. ** Tie Telegravhenleitungen, besonders diejenigen zur Verbindung der großen Städte, sind noch immer dauernd überlastet, so daß nn" größeren Verzögerungen in der Beförderung der Telegramme gerechnet werden muß. Unter den gegemvärtrgen Verhältnissen — Mmtgel an Apparaten, an Baustoffen usw. zur .Herstellung neuer Verbindungen — kann eine Besserung nur allmählich herbeigeführt werden. Es entpfiehlt sich daher, in minder wichtigen und nickt eiligen Fällen (Begkückwüntchungen und bergt.) vom Telegraph«! nicht Gebrauch zu mochpn, besonders wichtige Telegramme aber als „dringend" aufzugeben. Der Brauch, möglichst unmittelbar nach der Aufgabe eines Telegramms eine Abschrift als Brief mit der Poft an dem Empfänger äbzusenden, ist gegenwärtig besonders am Platze. ' „Ja! Viel! . . Mödestos Augen, die noch dunkler und samtartiger waren als die Evelyns, nahmen einen verträumten Ausdruck an. „All da-;', »aares yervo was in ims liegt ... Tie Seele erst bestimmt | Brust gesenkt. Der Viehbestand der Deutschen Reicher. Ti: vorläuftgen Ergebnisse der Zählung von Rindern, Schweinen und Schafen am 2. Juni 1919 bat ergeben bei den Rindern den Bestand von 16 798 815 Stück, davon entfallen auf Kälber unter 3 Monate 2116 920, Jungvieh 4 843 865, Bullen, Stiere und Ochsen 994187, Kühe, auch Färsen und Kalbinnetr 8 843 843, Milchkühe 7 850 298, Rinder über 3 Monate im ganzen 14 681895. Tiefe Zahlen beziehen sich auf die Ergebnisse der Zahlung im Reich mit Ausnahme der Provinz .Posen, der Bayerischen Pfalz und Elsaß-Lothrin- gms. Em Vergleich mit der Zählung vom 1 März 1919 zeigt, daß die Zahl der Kälber unter 3 Monaten in den gleichen Zählbezirken um 28,2 Proz. ff-meaert rft, und daß der Bestand an Jungvieh Don 3 Monaten bis 2 Jahren eine Verringerung von 3,1 Pvoz. erfahren hat. Auch die Zahl der Brülen, Strere und Ochsen hat sich vermindert, jedoch nur um 0,1 Pvoz. Tie Zahl der Kühe, Färsen und Kalbinnen hat sich, wenn auch unbedeutend, nämlich um 0,03 Pvoz., vermehrt Die dabei eingezählten Milchkühe zeigen eine Zunahme von 1,9 Pvoz. Tie für die Fleischversorgung in Betracht kommenden Rinder über 3 Monate haben rm ganzen um 1 Proz. ab genommen: dahingegen t|t bei den Rindern überhaupt infolge der er^'b- llchw Zunahme der Kälber eine Zunahme von 1,9 Proz. festzustellen. Gegenüber der letzten Frie- denszählung am 1. Dezember 1913 finden wir bei den Kälbern unter 3 Monaten eine Zu- nabm« von 21,4 Pvoz., bei den übrigen 3 d r, t uh * :n eine Abnahme und zwar bei Jungvreh um 14,5, bei den Bullen, Stieren und Ochsen 29,4, bei den Kühen, Färsen und Kalbin- wen 14,6, bei den Rindern über 3 Monate 15,7 5tlm über die Leinwand, ein Lustspiel mit dem verheißungsvollen Titel „Tie beiden Gatten der Frau Ruth" von Heinrich Galeen. Henny Porten spielt mit dem ihr eigenen Charme die Rolle des Backfisches und ^der jungen Ehefrau. Ihr Partner ttt. Kurt Götz. Ferner bringt der gut zusammen- §e,teilte Sptelpla i einen Kriminal- und Dete.tir- Lchlagee in 4 Akten, betitelt „Extrablatt, Fred Lorst ermordet". Ein Besuch dieses vorzüglichen Programms kann nur empfohlen werden. Kreis Friedberg. 4- Bad-Nauheim, 9. Schrt. Ter Verbau d der Schuhmacher meist er für Hessen melt gestern unter dem Vorsitz von Schuhmacher- meiltet Weber (Darmstadt) im Gasthaus „Zur guten Quelle" seinen dritten Berbanostag ab, der von 150 Vertretern besucht war; besonders stark vertreten war der Bezirk Gießen, i'luf.der Tagesordnung sbanden ivichtige Berufsfragei'.. Besonderen Ani'lang fanden die Ausführungen von Öandwerkskammersyudikus Schöttler (Tarm- üadte, der sehr für die Selbständigkeit der kleinen Handwerker eintrat. Eine Sozialisierung auf diesem Gebiete bedeute den Untergang des Handwerks, das neben dem Bauernstand der älteste Berufsstand in unserem Volte sei. Eine lebhafte llussprache schloß sich an den Vortrag an, wobei auch die Lehrlings- und Fortbildungsschulfrage eingehend erörtert wurde. Die hiesige Schuhmackrer- innung hatte durch ihren Vorsitzenden, Schuh- machermeister Mink, bett auswärtigen Gästen nach den Verhandlungen nock) Gelegenheit zur Besichtigung des Bades geboten. O Friedberg, 9. Sept. Tie hiesige Ortsgruppe der Teutschen demokratijchen .Partei ver- anitaltetc heute einen gut besuckften Gedacht- 111gabenb für Friedrich Naumann. Tie tief- e Erfüllungsmöglichkeit überhaupt nicht gedacht wurde, sondern daß nur der Zweck vorlag, gegen alle Absichten des „Auskneifens" uns „wie eilt Insekt zwischen den Fingerspitzen" zu batten, so ist oaß eine festzuhalten: die „Bonität" Frankreichs hängt von unfern Zahlungsleistungen ab. Diese Leisrimgen haben aber auch unsre Erholung, besonders die Erholung unsrer Valuta zur Voraussetzung. Genügt aber nickt schon der moralische Eindruck, den die Ziffern des Herrn Klotz in der ganzen Welt Hervorrufen müssen, eine derartige Erholung imter einer normalen Entwicklung des durch den Friedensvertrag vorgesehenen geschichtlichen Ganges der Dinge als aussichtslos erscheinen zu lassen? Es bliebe also nur die Hoffnung auf eine doch kaum anders als katastrophal zu denkende Korrektur. Wahrlich eine ebensowenig tröfttiefre Aussicht, die sicher von jedem vernünftigen Deittsch.m angesichts unsrer tatsächlichen Erschöpfung, angesichts der Unfähigkeit, noch weitere Belastungsproben dieser An auszuhalten, verworfen wird; eine Aussicht, durch die übrigens die ganze Welt aufs neue und noch stärker in fine Beunruhigung versetzt würde, wie ilft doch durch? den Frieden ein Ende gemacht werden sollte! Denn am Tore eines derartigen „Auswegs" stünde nichts anders ols der Bolschewismus, wenn auch vielleicht tn einer andern Form als der, mit dem Rußland die Staatsmoral vergiftet hat. doch unseren wahren Wert! Wäre es nur ein glatte^ Gesicht, bann . . dann wären wir ja nur Ware für den Meistbietenden! Wie schändlich — zu denken, daß wir nur da sind für den Mann!" „Halt, Kleine! Tu verdrehst die Dinge wieder einmal in deiner Ueberspanntheit. Nicht wir sivd für die Männer da, sondern sie für uns! Tas eben ist es, was Emmy und Lotte nicht begreifen können. Sie sollen verliebt sein, nicht wir! TanN können wir alles von ihnen verlangen, w«S wir wollen. Merke dir das beizeiten: Verliebe dich nicht kopflos, sondern heirate mit Verstand!" Modesta fuhr entrüftet auf. „Heiraten, bloß um sich zu versorgen, ist einfach gemein!" „Bah, spiele nicht mit Worten, die du noch gar nicht verstehst. Es ist doch überall so auf der Welt. Oder willst du etwa eine alte Jungfer werden?" „Tausendmal lieber, als mich verkaufen ohne Stete! Und gerade du solltest nicht so. . ." „Du bist ein kleines Schaf. Warum sollst du dich nicht nachher auch in „ihn" verlieben? Nur mußt du ihn zuerst — haben! Was wolltest du denn übrigens anfangen als alte Jungfer — gerade du, die zu fchüchtern ist zur Lehrerin und keinerlei Talente hat? Meinst du, mit deinem Geschmack für Tischdecken und Blumenarrangieren könntest du dich einmal selbständig erhalten?" Modesta schwieg beschämt. Es war ja wahr — sie war p schrecklich schüchtern und hatte gar keine Talente. Nicht einmal für Kleidemähen, wie Äs As Wettervoraussage für Donnerstag: Morgens Nebel, wolkig bis beiter, meist trocken, Temperatur wenig geändert, Winde vorwiegend aus westlichen Richtungen. und hft den Rindern insgesamt 12,4 Pvoz. Tie Zahl d:r Milchkühe, die in den Friedenszeiten letztmals ant- 2. Tezember 1912 festgestellt wurde, bat um 15,8 Proz. abgenoinrnen. Die Zählung der Schweine hat am 2. Juni 1919 einen Gesamtbestand von 8 837 464 Stück ergeben. Davon entfallen auf Ferkel unter 8 Wochen 2 387 894, 8 Wochen bis ein halbes Jahr alte Schweine 3 889 793, int ganzen Schweine unter einem halben Jahr 6 277 677, ein halbes Zabr bis noch nicht ein Jahr alte Schweine 1524 640, ein Jahr und ältere Schweine 1 085 147. Gegenüber den vorhergegangenen Zählungen vom 1. März 1919 hat die Zahl der Ferkel sich um 23/> Prozent vermehrt, die der 8 Wochen bis uock nicht ein halbes Jahr alten Schweine um 25,6, die der Schweine unter einem halben Jahr also um 24,8. Auch bei den Schweinen von einem halben bis noch nicht ein Jahr ist eine Zunahme von 37,3 Prozent und bei den ein Jahr und älteren Schweinen eine Zunahme von 17 Proz. festzustellen. Im ganzen hat die Zalst der Schweine eine Zunahme um 25,7 Prozent gehabt. Diese allgemeine Zunahme findet ihre Erklärung in der alten Beobachtung, daß auf die im Winter eintretende Verringerung des Bestandes infolge der ^auSschlachtungen durch die Ausstellung junger ^ch-ocine im Sommer die Zahl dieser Tiere erheblich steigt. Gegenüber der letzten Friedenszählung am 1. Dezember 1913 bleibt das Ergebnis der Zählung bei den Schweinen von unter einem halben Jahr um 55,3, bei denen von einem halben Jahr bis noch nicht ein Jahr um 77,9, bei den ein Jahr alten und älteren um 58,8 und der gesamte Bestand an Schweinen um 62,3 Prozent zurück. Die Zählung der Schafe hat einen Bestand von 6 423 036 Stück ergeben; das bedeutet gegenüber der Zählung vom Mär; eine Zunahme von 8,2 Prozent, gegenüber der Zählung vom 1. Juni 1918 um 4,5 Prozent. Bei der letzten Friedenszählung cmt^l. Dezember 1913 betrug der gesamte Bestand an Schafen 23,5 Prozent weniger, die Zunahme ist also erheblich. Die rtommunalwahlen. . g. Rüddingshausen, 8. Sept. Bei der gestern hier abgehaltenen Beigeordneten- tT to a b l machten 310 Stimmberechtigte von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Es entfielen auf den Kandidaten Heinrich Theis IV., Briefträger, 165 und auf den Kandidaten Heinrich Reitz II., Landwirt, 141 Stimmen; 4 Stimmen waren ungültig. Somit ist Heinrich Theiß IV. als Beigeordneter gewählt. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Saalbau Saft Leib g gelangen zur Versteigerung: Ai weg und Feterfen, Marktplatz. 10399c ferner: Frau Aug. Bues, 9»? 410 □□□□□□crooaoaooooatjoaa ddddddodddd Mäßige Preise! Kurgemäße Verpflegung 1 IM- Man verlange Prospekt! -W» 1MM>P 5 Goethestr. 32. Telephon 2064. 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Ende 12»/, Uhr nachmittags. BesichttgnngStagc 15. und 16. Vevtbr. 1919, von 9—4 Ubr, Standplatz und Bersteigerungölokal RetchSVer Wertungsamt Vaubil, Filiale Frankfurt a. M., Hanauer Landstraste 417. Zuschlag erfolgt an den Meistbietenden gegen sofortige Bezahlung. Die Kaffe ist an den BersteigerungStagen bis 4 Uhr nachmittags geöffnet. Kriegsanleche wird nur vom Selbstzeichner und zwar zum Nennwert angenommen. Der Käufer hat einen lückenlosen Nachweis der Selbstzeichnung der angebotenen Stücke zu bringen, gegebenenfalls durch eine eidesstattliche Erklärung der Zelchnungs' oder Vermittlungsstelle unter genauer Rummernansgabe. Im anderen Falle muh bar bezahlt werden. Um an den BesichtiaungS- sowie BersteigerungStagen Zutrttt zu» Gelände zu erhallen, ist die Hinterlegung einer Bietekaution von Mk. 500.— pro Person in bar erforderlich. Diese Kaution wird ieher- zeit zurückbezahlt. VerstetgerungSbestimmungen sowie Listen sind erhältlich bei der Danbil-Ailiale, Frankfurt a. M. Das DersteigeruugSgelände befindet sich an der Endstation der Linie 18 lRlederhösel. August Börse vereid. Sachverständiger bei den Gerichten des Land- und Oberlandesgerichts Frankfurt tu 3JL 10897ss Mvselstratze 32 II. Fernsprecher Hansa 5101. Verein für Kafcnfplelc 1900 cing. Verein. aoDODODDDDOOoaaacjooDaa □□□□□□□ □□□□□□ □□□□□□□□□□□□ Behördliche Anzeigen. Fleischpreise. Auf S&eortxmntfl des Landes-Ernährmrgswnls werden mit Rücksicht auf die emgctvedene autzxr- ordenlliche Pveissteigerung der BiehÄtbe die Preise für Rind -und Kalbfleisch mit SEBnfumg vom 10. d. Mts. bis auf weiteres wie folgt festgesetzt: Rindfleisch, das Pftmd 2,00& Kalbfleisch „ „ 1,40 „ Pietzen , den 9. September 1919. 104128 Der OberLürgermeifter (Lebensmittelamt). Seisenvsvbrauchsregelung. Während Seifenpülver auch funftig nur gegen die mit dem Aufdruck „Seifenplulver" versehenen Mschnitte der Seisenkarten abgegeben werden darf, tömen nunmehr Feinseife, Kernseife und Rasierseife ohne Margen verkauft werden. Es selten hierfür folgende Höchstpireise: 80pwsentise Feinseife 100 g —1,20 Mk. 60—62 „ Kernseisr 100 g = 0,80 „ 80 „ Rasierseife 100 g = 1,20 Giehen, den 9.SckpEember 1919. 104138 Der ObeMirgermeister (Lebensmittelamt). Arbeitsvergebung. Für die Frilchereimgungsgesellschaft Langd sollen 6 6 2 7 0 qm Rodungs arbeiten, ver- a nschlagt %u 13254,00 Mark aus dem Submissionswög vergeben werden. Die Serge» uungsmtterlagerr liegen auf Hess. Bürgermeisterei Langd zur Einsicht osten, woselbst auch Angebote, verschlossen bis zum M ittwvch den 1 7. September, vormittags 9 Uhr, einLureichicn sind. Um diese Zeit findet auf dem Rathause die Eröffnung der Angebote in Gegenwart erschicnLn^'r Bieter statt. Gietzen, den 4. Settember 1919. Hess. Kukturinspektion. 103958 I. B: Kraus e, Rcg.-Gaumerster. Saalbau Cafe Leib T&fflich Maners Otolaifc-Kapelle mit ihren allerneuesten Schlagern. Bauern-Darstellungen, Gebirgsszenen u. Oberbayer. Volksstücke Jede Woche zweimal Programm wechsel. Ergebens! late! oin lQSM Hone Kirziuger, Weißes Brauhaus. Tel. 12K. Sanatorium Stolzenberg bei Salmünster-Soden von Frankfurt aus schnell und bequem erreichbar eröffnet am 1. April! Aerztlicher Leiter: Dr. mefl. K. Strüneknaau. Geffentliche Versteigerung von llrastsahrzengen A. Go« v ick jahr Abb nron dik? 'N jürii* Snsch' richtt" P< Tt( holen, i infltrt al in bet., schon im häng; feit 1 Äus < heit" gen t 6?nt| Ml. Ü5 ir.uV iw rariais Nrlkai MK Df Durch di kwickari ^schafft nirlameni c» mm toi tonten hr ^stagr nm ttrunbt t Bürqnffü Aichtssoz Berhaltei &e 8fufi mart l/ai m die UM. fotonrig )r in einer R Flamen!, im Lamps; die Situatii Frage einer Revo! bar aemachi vorbir Srokta ^.Situoi Waten [ap An b:» Ai da Alen lieber ijt« -'vOriDÖrts haften Zarismus iorismils k ^sninlina, Meiner la Sie 8fii ei tiS iur rK anteri btr^ trat di mentari geben, i rec der tender eine fr stehende sowohl ■ len fest. Vorhand Wir