Ter Lietzener Anzei-« erscheint tätlich, oufeec Sonntags. - Beilagen: Siebener KamiIienbiötter; Ute.« Hut für den Kreis Siehe«. Bezugspreis: monatt.Mk. 1.35, viertel- iährl'ch Tlt. 4.05; durch Abhole- u. Ziveigstellen rnonall Tif. 1.25 durch die Post Dik. 4.05 viertel- S ausscht. Beilellq. prech • Anschliisje: fürbicSchr'ttleitungll2 Verlag,Geschäitssleile51 AnschrtttfürDrabtiiach- rrchlen: Anzeiger Siehe«. 169. Jahrgang Freitag, GietzeimAnzeiger 's». General-Anzeiger für Gberheffen Swittingrrunddruck u.Verlag: vrühl'fche Univ.-Buch u. Steindruckerei R. Lange. Schriftieitung, Geschäftsstelle «.Druckerei: Schulstr 7. 10. zanrrar M9 abi.ü^a.e von Anzeigen s. die Lagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeBerbuldüchkert oeilenpreise: für örtliche Anzeigen 25 Ui.Jür auSiDÜrltfle 30 Bi., für Reklamen 'dÖ.L-nebfl 20° „leue* runas-uf.dlatt.Blaljvor' fchrisi 20 % An'schlag. Dauptschriitleiier: Aug. Goeiz Verantwortlich für Politik: Ang. Goetz, für den übrigen Teil: Dr Reinhold Zenz; für den Anzelgenteü: v. Beck; fämtltch in Gießen Vrockdorff und dar Berliner Lhaos. ' Unser Berliner Mitarbeiter schreibt uns: Das Berliner Chaos hat auch die auswärtige Politik Deutschlands lahmgelegt. Graf Brock- dorfs-Rantzau erklärte den Volksbeauftragten, daß es nicht möglich sei, in dem Zustand, in dem sich Berlin derzeit befindet, Politik zu machnr und -u regieren Die Beamten des Auswärtigen Amtes sind durch die Einstellung des Groß-Berliner Verkehrs und dürft) die blutigen Kämpfe in der Wil- Helmstraße von ihren Bureaus abgeschnilten. Und gelingt es einem von ihnen, durchzukommen, so ist nur ein spärlicher telephonischer Dienst möglich. Ter |9fftenbetricb muß eingestellt werden. Die Verbindung mit der Wasfenstillstandskommission ist unterbrochen. Was man zu sagen hat, geht über — die Vntenteofsiziere, die in verichiedenen Berliner Lw- Itels wohneir. Diese Ententcofsiziere beschäftigen sich , scheinbar nur mit der photographischen und kine- matographischeu Aufnahme des Berliner Bürgerkrieges. In Wahrhaft haben sie die Aufgabe, den Fortschritt der polittschen Auflösung und das Vordringen des Bolschewismus zu beobachten R7Ü> ihre Berichte durch Kuriere an die Rheiu- greuze zu senden, wo alles sofort nach ßonhon! fcmb Paris gedrahtet wird. Dort lauscht man mit gespannten Sinnen. Besonders in London. Tie „Daily Maft" l)at es bereits verraten. Sie meldet, zur Abioehr des.Bolsck^ewisnrus von Europa ständen wichtige Beschlüsse bevor, die nicket einmal angedeutet werden könnten. Damit ist aber sckwn alles angedeutet. Tie Entente plmtt den Abbruch des Waftenstiftstu-rds und den Vormarsch gegen den russisch-deutfftreu Bolschewismus. Bckamitlich wolften die Alliierten in der zweiten Sitzung der Wasfenstillstandskommission in Tri^r am 13. Dezember 1918 das Waften- sti lstand a kou m n zuw'ch't (i3 zum 17. La uar verlängern. Ter Vewfttzcnde der Deutschen Wasfenstillstandskommission hatte dann in derselben Sitzung noch durchgesetzt, daß die endgul- tige Mmachung b« Fassung erhielt: „Diese Ver- lÄrgerung um einen Monat wird unter Vorbehalt der Zusttmnrung der alliierten Regierungen bis zum Abschluß des Präliminarfriedens aus- gedelmt werden." Deutscherseits war mit Recht vorausgesetzt worden, daß die Entente tatsächlich fernen Grund finden würde, den Waffenstftl- standsvertrag nicht über den 17. Januar hinaus bis zuM Abschmß des Präliminarfriedens zu verlängern. Run ist jetzt aber plötzlich eine Änftage ,der Entente bei der deutsckxen Waffenstillstands- femmission eingelausen, welche mit den Worten beginnt: „Ta der Ablauf des Wassenftillstauds bevorsteht..." Taraus geht klar hervor, daß die Entente sich jetzt auf den Standpunkt stellt, den Waffenstillstand nicht über den. 17. Januar hinaus bis zum Abschluß des Präliminaftriedeirs zu verlängern. Tie Erklärung für birfen Gesinnungswechsel kann mir in der Mft:eftung gesunden werden, welche die Entente bereits vor vierzehn Tagen in Spaa hat verlautbaren lassen, und deren EckZo laut unb deutlich in der feindlichen und neutralen Presse bis heute widerhallen. Sollte in Deutschland eine Regierung Liebknecht-Ledebour ider Name Ledebour war ausdrücktch genannt) zur Macht kommen, so würden alle Verhandlungen, auch die in Spaa, sofort abgebrochen werden, an eine Versorgung Deutschlands mit Lebensmitteln und Rohstoffen wäre dann nicht mehr zu denken und der Kriegszustand mit Deutschland träte im vollen Umfange sofort wieder ein. Es bedarf keines weiteren Wortes, um mit voller Eindringlichkeit zu beweisen, daß die Ereigniffe, welche sich gegenwärtig in Berlin abspielen, nicht geeignet sind, den Slandpunkt der Entente zu ändern und uns dem Frieden auch nur um einen Schritt näher zu bringen. Das Traurigste dabei ist, daß die Berliner Zustände ganz allein die Schuld an dieser Lage tragen. Die Entente will jetzt selbst die Beschleunigung des Friedens. 3n London ist man nervös geworden. Bei der Demobilisierung englischer Truppen sind Unruhen ernster Natur zutage getreten. Am 13. Januar soll die erste Zusammenkunft der interalliierten Friedenskonferenz in Paris stattfinden. Das britische Außenministerium und das Londoner Kriegsamt haben, wie über Holland gemeldet wird, darauf gedrungen, daß zunächst eine allgemeine formelle Feststellung der Tatsache eines Friedenszustandes die erste Aufgabe der Friedenskonferenz sein soll. Diesem Vorschlag, der dem Wunsche einer rascheren allgemeinen Abrüstung entspringt, soll sich Wilson ausdrücklich angeschloffen haben. Und nun soll infolge des Berliner Anarchismus dieser erste Schritt eines vernünftigen Entgenkoinmens wieder zurückgenommen werden? Zwischen dem 13. und 17. Januar fällt die Entscheidung in Paris! Unabsehbares, grenzenloses Unglück kann für Deutschland verhindert werden, wenn es in den nächsten Tagen gelingt, den Bolschewismus niederzuzwingen und eine glaubwürdige, tragfähige auswärtige Politik des Reiches wiederherzustellen. Flucht Eichhorns. Berlin, 9. Jan. Wie ber Charlottenburger „Neue Zeit", die sich während der Re- volulionstage sehr gut unterrichtet zeigte, von zuverlässiger Seite gemeldet wird, hat der amtsentfetzte Polizeipräsident Eichhorn, der durch seinen Widerstand gegen seine Absetzung die Veranlassung $um Blutvergießen gegeben hat, das Nutzlose jeder weiteren Verteidigung eingesehen. Um dem Schicksal zu entgel>en, das seiner harrt, wenn er gefangen toüro€, ist er nach Dänemarkentflohen, woher übrigens der russisck)e Bolschewist R a - d e k gekommen ist, um den Aufstaub mit an- Atteln zu helfen. Daß er jetzt sein Heil in der Fluck)t sucht, kennzeichnet seine Feigheit und seine Verrätergesinnung. Aus Stadt und Land. Ließen, den 10. Januar 1919. Lebensmittel. ** Die neuen Lebensmittelkarten werden am Samstag, 11. d. Mts., vormittags 8l/2 —12 Uf)r, in den zuständigen Bezirken ausgegeben. ** Käse-Verteilung. Don Samstag, den 11J bis Donnerstag, den 16. ds. Mts. einschließlich ge-< langt Käse zur Verteilung. Der Verkauf des Käses erfolgt nur gegen Vorlage des Bestellausweises ber! Lebensmittelkarte und Abgabe des Bezugsabschnitter । Nr. 15. Auf jeden Abschnitt entfällt ein halber Käse- zum Preise von 45 Pfg. Näheres siehe Bekanntmachung. ** Petroleum-Verteilung. Die Marken für § 'Petroleum zur Versorgung bis zum 15. Februar d. I. | werden am Samstag, 11. ds. Mts., vormittags 8‘/3- t bis 12 Uhr, in den zuständigen Bezirken ausgegeben. * Nähgarn-Verteilung. Das für das 2. Halbjahr 1918 bestimmte Nähgarn ist jetzt eingetroffen und in den Geschäften, bei denen die Be-, stellung erfolgt ist, gegen Vorlage der Nähgarnkarte abzu holen. Bei der Firma Holterhoff u. Söhne ist bas Nähgarn noch nicht eingetroffen. Näheres siehe Bekanntmachung. ** Freibank. Samstag, 11. Januar 1919, werben von 2-4 Uhr die Nrn. 201-400 beliefert. ** Amtliche Personalnachrichten. 3n den Ruhestand versetzt wurde am 4. Januar 1919 ber Präsident des Landgerichts ber Provinz Rheinhessen Geheirnerat Dr. Philipp Hangen auf sein Nach- suchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste mit Wirkung vom 6. Januar 1919. ** Aus dem Stadttheaterbureau. Weges plötzlicher Erkrankung des Herrn Ielikofs muß in der morgigen 11. Freitagsabonnements-Dorstellunz statt „Der Revisor" Lessings „Emilia ©alotti“ gegeben werden. Ferner wird nochmals darauf hin. gewiesen, daß die Vorstellungen von nun an bereits um 7 Uhr beginnen. ** lieber die Sozialisierung des Produktionsmittel wird in der Gießener Hochschulgesellschast Prof. Skai weit einen Vor-, ■trag halten. Die Vergesellschaftung der Produkt ttonsmfttel, eine alte Forderung des Sozialismus! in seinem Kampfe gegen das Privatkapital, ist zu einem Schlagwort in dem politischen Parteien-, kämpf der Gegenwart geworden, ohne daß immer eine klare Vorstellung darüber herrscht, um was es sich eigentlich dabei handelt. Es ist daher zu be* jguüßen, daß von einem Rationalökonomen biefd, Frage streng sachlich unb unter Ausschluß jeher parteipolitischen Stellungnahme erörtert und auf ihre Durchführbarkeit hin untersucht wird. Der Vortrag findet am nächsten Montag (13. Januar), um 81/« Uhr, im großen Zörsaal des Vorlesungsge-i bändcs statt. Gftsbe sind willkommen. ** Die Gießener Frauenvereini- gung für Wühlarbeiten veranstaltete geftern abenb tut StadttHeater eine Frauenver- lanunlung, die man wohl als die einbrucksvollsts der ganzen Wohltätigkeit bezeichnen kann. Schott allein der Umfamb, daß sie über den Parteien . stand, gab ihr ein besonderes Gepräge. Tie stärkste Wirkung hatten aber die Persönlichldft und die in zwingender Logik aujgebauten Ausführungen des Redners Dr. Ernst Hornesfer. Sein Go daukengang, den der Raummangel leider aussulw- licher zu behandeln verbietet, war etwa folgender: Tie Frau ist unvermittelt vor die große Ausgabe gestellt, am Schicksale des Vaterlandes mit-n- ivirken. Sie Eami dies nur, wenn sie die Eutw-ick-, hmg der Lgge kennt. Sie muß Stellung 5um Weltkriege nehmen. Hier ist ein Unterschied zu machen zwisck-en Schuld und Fehlern. Fehler sind in Hülle und Fülle gemacht worden, etwas gart» anderes ist die sittliche Schickd. Bon der as Proviantamt in Tempelh 0 f von Negier rungstruppen ohne Verlust genommen worden. Austritt der Unabhängigen aus dem badischen Kabinett. Karlsruhe, 9.Jan. Die bisherigen Mitglieder der vorläufigen Volksregierung aus der Partei der Unabhängigen, Brümmer und Schwarz, haben gestern ihren Austritt erklärt, weil die Wahlen zur badischen Nationalversammlung eine bürgerliche Zweidrittel-Mehrheit^ ergeben haben. Daher erachten sie die Vorbedingungen, die sie am 11. November zum Eintritt in die Regierung bewogen haben, als nicht mehr gegeben. Die vorläufige Regierung hat die Austrittserklärung angenommen. Eine Kundgebung Heidelberger Professoren. Heidelberg, 9. Ian. 76 Professoren unb Dozenten ber Universität Heidelberg haben eine Kundgebung unterzeichnet, die ber kubischen Volks» regierung zu Händen des Ministers des Auswärtigen Diettich zugestellt wurde, in ber dringend verlangt wird, zu verhindern, baß künftig burch einseitige Veröffentlichung amtlicher Dokumente ein falscher unb verhängnisvoller (Einbruch über bie Frage der Schuld am Kriege erweckt werde, daß vielmehr der Über- ragende Anteil der Schuld der Feinde nachgewiesen werde und daß für uns der reindeutsche Charakter der von der französischen (Eroberungsgier angegriffenen deutschen Landesteile nachgewiesen werde. Angesichts der „überwältigenden Bedeutung der äußeren Bedrohung" möge der innere Haber bes Volkes zurückge- stellt werden. Der Wahltag in Deutsch-Oesterreich. Wien, 8 Ian. (WB.) Der Staatsrat hat beschloßen, als Wahltag für die Konstituante enb- gültig ben 16. Februar festzusetzen. Deutsch-österreichischer Wafsenersolg. G r a z, 8. Jan. (Wiener Korr.-Bureau.) Ferlach wurde von den Deutschen erstürmt. Die Bevölkerung jubelte den einziehenden Truppen stürmisch zu. Ein Anschlag auf Kramarsch. Prag, 8. Jan. (WB.) Meldung des tschechoslowakischen Pressebureaus: Auf den Ministerpräsidenten Kramarsch gab ein junger Mann im Gange zum Empfangssaal der Hradschiner Burg, während Kramarsch sich im Gespräch mit einem Maler befand, von rückwärts einen Revoloerschuß ab, der jedoch fehlging. Als Kramarsch sich umwendete, erhielt er einen Schuß. Das Projektil traf ihn in der rechten Drustseite, blieb jedoch im Notizbuch stecken. Der Attentäter wurde verhaftet. Er heißt Alois Stastny, ist achtzehnjährig und bei Prag geboten. Er ist Schreiber im Staatsbahnmagazin und Anhänger der tschechischen sozialdemokratischen Partei. Stastny erklärte, daß der Anschlag vor einigen Tagen in einer Vereinigung beschlossen worden sei, über deren Existenz er ebenso wie über den Beweggrund des Attentates, für das er sich freiwillig gemeldet habe, jede Auskunft verweigerte. Der amerikanische Vorschlag über die Völkerliga. London, 8. Ian. Daily Mail meldet: Der amerikanische Vorschlag über die Völkerliga, der von der britischen Regierung angenommen wurde, besagt in seinen Hauptsätzen: 1. Der Völkerbund wird -seine Arbeitsorganisation in einem kleinen Lande wie Belgien oder Holland haben. 2. Jede Nation wird einen Botschafter dorthin entsenden, der gleichzeitig Mitglied des Kabinetts seines Landes ist und der gleichen Partei angehört, bie bie Regierung bildet. 3. Die Botschafter werben einen ständigen Amtssitz haben und stets im Einvernehmen mit ihren Regierungen vorgehen. 4. (Es soll ferner ein Bölk er- bundsgerichtshof geschaffen werden, ber dem Dö Verbund unterstellt, aber von diesem getrennt ist. 5. 3m Falle eines Konfliktes zwischen zwei Nationen kann der Streitfall drei verschiedenen Gerichtshöfen unterbreitet werden: a) Die beiden Streitenden können sich mit beiderseitigem Einverständnis an Öen obersten Gerichtshof eines jeden an ihrem Konflikt nicht beteiligten Landes wenden, b) Sie können sich an den Völkerbundsgerichtshof wenden. c) (Ein Streitfall kann dem Gerichtshof der Völkerliga vor- getragen werden. 6. 3m Falle der Weigerung einer Nation, sich an irgendeinen dieser drei Gerichtshöfe zu wenden, sollen bie streitenden Parteien gezwungen Regierung Jrn L werden, je einen Schiedsrichter zu wäh'en. Die so ernannten beiden Schiedsrichter werden einen dritten bezeichnen. Wenn diese beiden Schiedsrichter über die Wahl eines dritten nicht einig werben können, wird der Gerichtshof der Völkerliga einen solchen ernennen. 7. Wenn endlich bie beiden im Konflikt lebenden Parteien das Schiedsgericht nicht annehmen wollen, wirb der Völkerbund Mächte dieses Bundes bezeichnen, die den Auftrag erhalten, einen Druck auf bie streitenden Parteien auszuüben. Die Umbildung des^labinett- Lloyd George. London, 8. Jan. (WB.) Havas. Daily Telegraph bestätigt, daß Churchi ll das Kriegsministerium übernimmt. Lord Hilner bleibt Minister ohne Portefeuille. Trotzki Diktator in Rußland? Kopenhagen, 8. Jan. (WTB.) „Berlingske Tidende ' gibt eine Meldung der Göteborger „Handels- tidning" aus Bergen wieder, wonach dort aus Moskau eingetroffene Reisende berichten, Trotzki habe Lenin verhaften lassen und sich selbst zum Diktator ausgerufen. Der Grund zu diesem aufsehenerregenden Bruch sind angeblich Meinungsverschiedenheiten über die dolschewikische Reformarbeit. Lenin erstrebte den Anschluß an bie Menschewiki unb wollte die Abschaffung des Terrorismus durchführen. Aus Hessen. Eine Warnung der hessischen Regierung. Darmstadt, 9. Jan. Ministerpräsident Ulrich erläßt folgenden Aufruf an die Arbeiter-, Bauern- und Volksräte: Es ist zu meiner Kenntnis gekommen, daß spartakistische Elemente versuchen wollen, die Wahlen zur deutschen und-he ssi s chen Nationalversammlung zu stören, ja unmöglich zu mad>en. Es sollen zu diesem Zweck die SoLaten in den Kasernen aufgeputscht und Unruhen in ,ben Städten hervorgerufen .werden. Arbiter-, Bauern- und Volksräte seid auf der Üntt. Tiefe Versuche müssen entschieden zurückgewiesen iverden. Jetzt ist es euere oberste vornehmste Aufgabe, die ruhige Durchführung der Wahlen zur deutschen Natioualversammlung und zur hessischen Volkskammer sicherzustellen. Seid auf der Hut. Von welcher Seite auch Anschläge gegen den ordnungsmäßigen Aufbau unserer hessischen Republik kommen mögen, sie müssen vereitelt werden. Ihr Arbeiter-, Bauern- und Volks- räte müßt jeden Versuch der brutaleir Tittatur einer Minderheit — von links oder von rechts — energisch zurückweisen. Unser gemeinsamer Ruf bleibe: Es Libe die Freiheft, die Demokratte, die Republik! hätten unb von den für rheinische Verhältnisse paffenden unb erprobten wirtschaftlichen Verorbnungen und 'Maßnahmen haben manche bei ihrer dem Kreise Wetzlar aufgenötigten Aus- unb Durchführung viel Unwillen unb Unfrieden gestiftet. Dabei muß zugegeben werden, daß der Kreis Wetzlar allen Grund hat, seiner Zugehörigkeit zu Preußen dennoch gerne unb dankbar zu gebenden. Nun ist aber eine neue Jett angebrochen. Das beutsche Reich geht baran, sich eine neue Verfassung zu geben unb neu zu gliedern. Da erscheint es für ben Kreis Wetzlar selbstverstänblich - und für bie Wahl zur Nationalversammlung geschieht es bereits -, daß er nicht als zur Rheiuprovinz, sondern zu Heffen- Naffau zugehörig betrachtet wird. Hoffen wir, daß die neue preußische Negierung bie schon unter dem früheren Minister Dreros begonnenen Vorarbeiten zur tatsächlichen Loslösung von der Rheiuprovinz unb Einreihung in Hessen-Nassau rasch zu Ende führen unb der preußischen Nationalversammlung zur Genehmigung bald vorlegen kann. Was die Republik Groß-Hessen betrifft, so' wird darüber in ber deutschen Nationalversammlung zu reden sein. Jedenfalls sollten die für ben Wahlkreis Hessen-Nassau unb Kreis Wetzlar ausgestellten' Kandidaten, wenn sie auf ihren Wahlreisen mit ihren Wählern Fühlung nehmen, die Gelegenheit benutzen, sich über die Stimmung bes Wahlkreises zu dem Gedanken, eine Republik Groß-Hessen zu schaffen, zu vergewissern. 3d) für meine Person bin durchaus der Meinung des Derfaffers bes Aufsatzes in Nr. 303 bes >„Wetzlarer Anzeigers", baß völkische Art Uebergänge haben muß, um Reibungen zu vermeidet und daß die Großhessische Republik ein ausgeprägtes Mitteldeutschland zwischen Nord- unb Südbeutschland bilben mürbe." Wahlvorschläge der Deutschen Volkspartel in Hessen. Die Deutsche Dolkspartei gibt nunmehr folgenben Wahlvorschlag für bie Nationalversammlung bekannt: 1. Dr. Ioh. Becker, Finanzminister, Darm= stabt, 2. Frieds. Schott, Lanbwirt und Bürgermeister, Uffhofen lNhein), 3. Friedr. Heck, Dehonomierat, Landwirtschaftslehrer, Alsfeld, 4. Dr. Hans Gmelin, llniöerfitätsprofeffor, Gießen, 5 Heinrich Köhler, Oberbürgermeister, Worms, 6. Karl Läufer, eoang. Arbeitersekretär, Darmstadt, 7. August Biegler, Landwirt, Dorn-Dürkheim, 8. Georg Bickel, Landwitt unb Gemeinderechner, Affolterbach, 9. Fräulein Luise Schweisgut, Lehrerin, Darmstadt. Für die hessische Volkskammer hat die Deutsche Dolkspartei folgende Kandidaten aufgestellt: 1. Oberstaatsanwalt Wünzer - Darmstadt, 2. Kommerzienrat Klingfpor-Gießen, 3. Affeffor Dingel» dey-Darmstadt, 4. Frau Bi er au-Darmstadt, 5. Dr. Osann-Darmstadt, 6. Pros. Dr. Schian- Gießen, 7. Zimmermeister Haury-Darmstadt, 8. Frl. Dingelbein, Lehrerin, Gießen, 9. Malermeister Launs» Sach- Gießen, 10. Genoffenschaftssekretär Kirchner- ießen, 11. Prof. Dr. Krausmüller - Gießen, 12. Gewerkschaftssekretär Laufer-Darmstadt. — Ein Volksschullehrer im hessischen Ministerium für Bild ungs- we 1 en. Lehrer I. Jung, Darmstadt, wurde b's auf wefteres zur Aushilfe als flimmberechttgter Referent in das Ministerium für das Bildungswesen berufen, um an der Umgestaltung unseres Sckml- wesens im Sinne des Voltsstaates mitzuarbeiten. Mit dieser Berufuna wird einer Forderung des L>essisck,en Landes-Lehrervereins Rechnung getragen. Lehrer Jung, der von jeher ein eifrig tätiges Mitglied der F-ortschrittlichen Volkspartei gewesen ist und schon seit einer Reihe von Jahren «auf sckmlpolittschem Gebiete eifrig gearbeitet l)te Eirop^s ixtxntr ausging, einen starken Staat in Mitteleuropa nicht an k>mmcn zu lassen. Besonders der Ehrgeiz Frankreichs wehrte sich da- ae nu, Deutschland en stel-en zu lassen und Hal deshalb den Ätiog 1870 entfesselt. Zu dein harren Frieden damals hatte Di.mrrck bine vollspftch'- logischeu Gründ '. Auch ol/ne die Abtrennung Lothringens unb die Milliardenenlschäd-irung hätte Frankreich die Nieder a e nickst überwunden. Die Ruhmsucht Hal Frankreich zum mi!i aristischsteu Volk der Erde gemacht. So mußte das Deutsche Reich ton An an i an freien die Gefahr nach Westen und bald nach Osten tämpien, seit Rußland das erstarkte Teulschlmrd fürchten lernte. Bismarck hat alle Mittel angewandt, diese geährliä)e Entwicklung zu verhindern. Nach 1871 hat es in Deutschland keinen friedliebenderen Mann gegeben als Bi?marck. Im Gauben an Oesterreichs Tauer schloß er das Bündnis, an dem wir zugrunde ge-. gangen sind. Aber auch er sah bald die kommnde Zerrüttung Oester reich-Un- yarns imb schloß den russischen Rück- versich nmgsvertrag, gegen den die Erprivisck-e Politik sich versündigte. Unbegreiflicherweise wurde das Bündnis mit Oesterreich-Ungarn nicht gelöst, ttls die dcutlichssen Spuren seines Verfalles sich zeigten. Zu der Gefahr des Zweifrontenkrieges kam der Gegensatz gegen England. Deutschland hat zuviel Diplomatie gehabt, aber zu wenig staatsmännische Ideen. Niemals hatten wir einen festen Stützpunkt. Mit Planlosigkeit haben wir jede Großmacht vor ben Kopf gestoßen. Nach dem russisch- japanischen Krieg hatte man Rußland im Westen befriedigen müssen, um seinem Expansionsdrang entgegenzukommen. Das hat Deutschland nicht getan unb außerdem in der Marokkoaffäre Fränkisch vor den Kopf gestoßen. Dem Deutschen und *11(1) den Parteien hat es an Urteil über äußere Politik gefehlt. In der ganzen Geschichte gibt es keinen Klrifti, in den ein Volk nfdt so großer sittlicher Kraft eintrat, wie das deutsche in den Weltkrieg, niemals hat es einen erschütternderen Ausgang gegeben. Die sittliche Kraft im Kampf um Sein oder Nichtsein, bis zu Ende durchzuhalten, haben wir nicht besessen. Eine 2000jäyrige Geschichte ist zugrunde gegangen. Der deutsche Staat, den man endlich errungen hatte, ist vernichtet. Disziplin besitzt der Deutsche nicht, er hat sie sich mühsam anerzogen, sie ist ein Glanzstück seiner Er-' ziehung. Jetzt ist sie völlig abgetragen, aber nicht von innen her, sondern von außen. Nährstoff hatte sie tm Innern, und wir haben alles getan, was unsere Feinde wollten. Sittliche Kräfte bleiben aber nicht von selbst und aus lieber Beugung beisammen. Die demokratischen Länder haben durch die Diktatur den SiegeswUlcn des Volkes zum Durchhalten gezwmigen. Wir haben immer weiter auf- gedroselt. Aber ein Beamtenstaat Fann keine Diktatur aufrichten, sondern nur Männer, die aus feem Willen des Volkes hervorgegangen sind. Wir hatten den technisch am besten regierten Staat der Welt, aber es fehlte ihm die Saele des Volkes. Preußen war ein Staat der Gesinnungs- tzfichterei, der die Seele des Volkes nicht mehr kannte. Es gab einen Bureaukratisnrus der Parteien und der öffentlichen Meinung. Um den deutschen Geist hat sich niemand mehr bekümmert. Dem Deutschen fehlt es, wie Bismarck sagt, an Ii- vilkourage, an moralischem Mute. Auf dem Marktplatz zu Jena hat Bismarck starke Parlamente verlangt. (Er wollte den Beamtenstaat mit dem Volks- «eist und der Volksseele verschmelzen. Er durfte das Werk nicht zu Ende bringen. Die Berufenen müssen den Staat und das Volk leiten, aber sie müssen von der Masse des Volkes getragen fein. Wir Haden das Elend des monarchischen Beamtentums erfahren. Herrschen muß der Volkswille, aber wir müssen auch die Traditionen der Geschichte in den Volksstaat der Zukunft hinüberretten. Man kann Besorgnisse haben, ob die künftige Regierung Deutschland eine achtungsvolle Stellung im Kreise der Rationen verschaffen kann. Aber mögen Fehler gemacht werden, das Volk muß durch die Schule der Verantwortung hindurch, um einen starken Staat aufrichten zu können. Es wäre ein verhängnisvoller Fehler, wenn die sozialdemokratische Partei glaubte, uns allein ihrerseits nun „herrlichen Zeiten" entgegensühren zu können Es gibt keinen Staat ohne starke bewaffnete Macht. Mit Rom war es zu Ende, als zum ersten Male die Legionen gemeutert hatten. Heute ist es noch an der Zeit, die Disziplin aus dem Volke heraus neu zu schaffen. Alle Kräfte muffen in die Wagschale gewor- ten werden, alle Parteien und jeder einzelne muß feine Kraft einsetzen. Die Aufgaben sind noch ge- wachsen. Nie ist ein Staatswesen mit solchem Glanz zugrunde gegangen, wie Deutschland in diesem Kriege. Wir werden von England und Frankreich einen Frie- den erwarten mäffen, den die Weltgeschichte noch nicht gesehen hat. Schwere Lasten werden uns verbleiben. Die Demokratie muß die Illusion verlieren, in abseh. barer Zeit einen Schatten von Gerechtigkeit und Duldsamkeit bei England zu finden. England sucht über die europäische Halbinsel den Weg nach dem Welt- land Asien. Der Weltkrieg war ihm ein Kolonialkrieg. England hat den Weltenthron besttegen, cs kann tun und lassen, was ihm beliebt. Dagegen können wir uns nicht durch Macht und Gewalt retten, sondern nur dadurch, daß mir Geist und Seele freihalten von Sklaventum England gegenüber. Wir müssen uns mit tiefer Seele in deutsche Geschichte und in die deutsche Seele versenken. Wir müssen den besten Staat der Well schaffen. Arbeiten müssen wir und Disziplin schaffen. Rur fester Zusammenhalt und Einheit können uns bestehen lassen. Wir müssen die deutsche Seele finden, wir müssen nicht weniger leisten wollen, als die Vergangenheit, sondern mehr, und uns einig als die Brüder eines Volkes fühlen. Fort mit den Vorwürfen der Schuld. Fehler darf man nicht dem Gegner als sittliche Schuld vorwerfen. (Es war ein Verhängnis, daß wir neben dem Feldherrn keinen Staatsmann hatten, der das Volk zusammen hielt. Wir müssen eine Einheit schaffen, die durch das Ge- wicht der sittlichen Kraft zusammenhält und kein Sklaventum auskommen läßt. Auf daß wieder eine Zeit kommt, da wir mit vollem Herzen das Lied wieder anstimmen können das kein Lied der Throne, sondern ein Lied der Gerechtigkeit und Freiheit ist, das Lied „Deutschland über alles". In der Aussprache gab Prof. Bousset zu, daß auch die Parteien sich künftig mehr mit äußerer Politik befassen müßten (Er legte dann dar, daß man bei den Schwierigkeiten der ganzen poli- tischen Lage auch anderer Ansicht über politische Zweck. Mäßigkeit e n könnte Demokratie und Bürokratie, Dolkswille und Sachverständige müßten verriniqt werden. Um die Ordnung, das Vaterland zu erhöh ten, müßte über allen Parteien das Bewußtsein stehen, daß wir zusammengehören. Ferner sprach ein Herr Krause. Auf Wunsch legte hierauf Dr. Horneffer die Unterschiede der einzelnen Parteien bat, was roie- I herum hochinteressante Ausführungen brachte. Frau Oberstleutnant Naumann, die die Versammlung leitete, schloß mit warmen Dankesworten (für den Redner. * Diebstahl. Am 7. d. M., gegen 7 Uhr abends, wurde einem Reifenden an dem hiesigen Bahnhöfe aus einem Abteil 2. Klaffe des Zuges Marburg- Frankfurt a. M. eine kostbare grauweiß melierte, grün gemusterte Reisedecke entwendet. Für die Wiedererlangung hat der Geschädigte eine Belohnung von 100 Mark ausgesetzt. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die hiesige Kriminalpolizei. * * Besitz wechsel. Die Firma Birkenhoff und Diebes in Aßlar erwarb vom Weißbindermeister Ehr. Schmidt für 112000 Mark dessen Haus Bismarck- sttaße 43. - Das dem Architekten Louis Seuling gehörige Anwesen Friedrichstraße 7 ging für 41000 Mark in den Besitz des Büfettiers Aug. Schwarz über. * * Lichtspielhaus. Ab morgen, Samstag, kommt der Detektiv-Schlager in 4 Akten ..Der Gast aus der vierten Dimension" mit Hans Mierendorf als Detektiv Harry Higgs in der Hauptrolle zur Aufführung. Außerdem das zwciaktige Lustspiel „Wer heiratet die Braut.?" ^0d?)cbul?iacbricbfctt« Bern, 8 Jan. (WB.) „Progrös de Lyon" meldet aus Straffburg, daß am Dienstag die deutschen Professoren und Privatdozenten der Universität in Straff bürg nach Deutschland gebracht worden sind, insgesamt nahezu 70 Personen. Aunst und w ssenschaft. Peter Altenberg f. * Wie aus Wien gemeldet wird, ist dort der Dichter Peter Altenberg gestorben. Peter Altenberg ist fast 60 Jahre alt geworden. Mit ihm ist ein echter Dichter dahingegangen. Sein erstes Buch „Wie ich es sehe" erregte Aufsehen durch die Knappe überraschend anschauliche Art, in der er Gedanken und Bilder formulierte. Man hat ihn oft mit dem französischen Dichter Paul öerlame verglichen und dieser Vergleich entbehrt nicht der Berechtigung. In Wien war er eine beliebte, volkstümliche Persönlichkeit, um die sich bald ein ganzer Legendenkranz spann. Seine Dichtungen sind nicht in allzu weite Kreise gedrungen, denn sie sehen ein literarisches Feingefühl voraus. Wer aber einmal seine Art lieb gewonnen hat, wird sich immer wieder von seinen impressionisttschen Schöpfungen angezogen fühlen. Grnge'uttdt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dein Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Jedermann hat ein Einsehen imb fügt sich, vielfach bei großem Schaden, den $fcitimnrirngert [über die Lichterspcrrnis. Weshalb haben sich nicht mich die militärisckM Stellen zu fügen? Wenn man z. B. des Abends an der Oberrealschule vorbeigeht, sieht man, daß diese Gebäude, die Ern- giiartienmg haben, bis Mitternacht bis zum letz-« ten Zimmer feenhaft beleuchtet sind. Manches Zimmer, das vielleicht mir von einem Hftrcn Unteroffizier belegt ist, wird durch vier große Lampen mit etwa 400 KerzenstHrke beleuchtet, wo eine Kerze genügte. Ebenso wie das viele unnötige Herumkutschie- ven mit Kraftwagen, dürste auch die feenhafte Beleuchtung während der Nachtzeit abzustellen sein — wenn nötig unter STnrufimg der Volksregierung. Kirchliche Nachrichten. Gottesdienst am Sonntag. 12. Januar (1. Sonntag nach Epiphanias). In der Stadt kirche. 9Vs: Pfr. Mahr. 11 : MMärgottesdienst; Pst. Ausfeld. 2: Ärnderk. f. 'ne Matth.-Gem. 5: Pfarrass. Schäfer. 8: Vereinigung d. fonf. männl. Jug. der Matth.-Gem. Dienstag, 14. Jan., 4: Frauenmiss.-Verein. Frci- ltag, 17. Jan., äbds. 8: Vereinig, der ko ns. weibl. Jugend der Matthäusgemeinde. In der I o h a n n e s k i r ch e. 9Vs: Pfarrer Beckstolsheimer. 11: Kinderk. für die Lukasgem.: Pfr. Bechtolsheimer. 5: Pfr. Adolph. 1/28: Verein, der fonf. weibl. Jugend der Lukasgem. V?8: Vereinigung d. fonf. männl. Jug. d. Joh.-Gem. — Kirchberg: Vorm. 10. Mainzlar: Bonn. 10. Briefkasten der Ne-aktion. E. S. Kranfenbrot. Auf Ihr Eingesandt hin haben wir beim städtischen Lebensmittelamt Erkundigungen eingezogen und erfahren, daß das der Stabt zur Verfügung stehende Weizenmehl infolge der hohen Ausmahlung in letzter Zeit nicht von besonderer Güte war. Ferner hat sich die Qualität verschlechtert, weil Sauerteig verwendet werden mußte, da Hese im Handel völlig fehlt. Um den als berechtigt anerkannten Beschwerden vorzubeugen, wird in allernächster Zeit wieder reines Weizenmehl zur Herstellung von Krankenbrot verwandt werden. Letzte Nachrichten. Lin blutiger Lag in Berlin. Berlin, 10. Jan. (Privatnirldung.) Die fnrchtbarcn Straßculämpfc in Berlin haben in letzter Nacht einen nicht mehr zn iiberbieten- den Höhepnnkt erreicht. Der Schlesische Bahnhof ist nach stundenlangen Kämpfen mit Maschinengewehren und (Heschiitzen durch die Rcgiernngstruppen zurückcrobcrt worden. Mehrere Hundert tote Spartakisten, fast alle mit Bauchschüssen, liegen im Bahnhofsgebäude. Die Strotze Unter den Linden ist im Pc sitz der Regrerungstruppen Es wurden mehr" fach S teil feuer ge sch ütze ausgestellt, nrutmatzlich, um von hier aus über dus Sch'otz h-mvcg das Porizeig-ebände zu besch-etzen. Stundenlange Kämpfe fa. den im Z-itnngs- viertel der Jerusalemer Straße ftrtt. vier PU es bis gestern abend an80Toteundzahl- reiche Verwundete gegeben. Dir Dö- beritzer Seerstraß: ist von NegisrungsM'pp n besetzt. Für hnttc. spätestens morgen, ist die Verlängerung des verschärften Pela- gerungsznstandes und des Stand- rechtes in Berlin zu erwarten. Damit dürften die Kämpft in ihre letzte, entscheidende Phase einrreten. Der Kampf im Zeitungsv'.erlel. Berlin, 9. Jan. Ter Kampf im Zeitungsviertel nahm im Lause des fltachmittags an £ef- rigkeit zu. Der Stampf tobt in der Hauptsache um das Berlagsgebäude von Rudolf Moffe, m dem Spartakus fein Hauptquartier aufgeschlagen bat, unb das von ihm nach wie vor befefrt gehalten» wird. Die dem Mossehaus gegenüberliegenden Häuser dienen den Regierungstruppen, bie mm her Leipziger Straße angerückt sind, als Unterichlups, und die bercf.rs bis in das Httns der Kaffoegro»- handlung Gdarbt, bas dem Moffehaus an der Ecke der Schützenstraffe gegenüberliegt, vorgedrungen sind. Bis zum Dach hinauf ist das Haus mu Re- gierungstruppen besetzt, bie mit Gewehren imb_Dca=> schinengewehren bas Mossehaus beschießen. Spartakus erwidert heftig und hat bisher alle Angriffe abgeschlagen. F-eruxr wird bas Mossehaus vom Toenhofplatz sehr stark beschossen von Garbeschützen, bie hinter Bäumen, Zeitungsbuden imb Litfaßsäulen Aufstellung genommen haben., Ter fi.inbentange Feuerkampf bat eine größere Zahl von Toten unb Verwundeten gefordert. Zu einer Entscheidung ist es bis zur Stunde noch nicht gekommen. Gleichzeitig besetzten bie Regierungstruppen bie Jemsalemerkirche, bie von dem Verlagshaus Mosse unb Ullstein ungefähr gleichweit entfernt liegt. Auf der Brüstung des Glocken- turmes dieser Kirche wurden zwei Maschinenge- wehre, darunter ein schweres, aufgestellt unb das Feuer in bet Richmng nach dem UltstLinhaus in der Kochstraße angenommen. Daraufhin besetzten die Spartakisten einige Däuser in der Jerusalemer- traffe, von denchi aus bfc Kirche besser erreicht werden kann als vom Mossehaus selbst, unb bebrohen nun die Kirche. Rückkehr zur Vernunft? Berlin, 9. Fan. Die Arbeiter der Deutschen Waffen- und Munitionswerke, die als Garde- truppen Liebknechts gelten, haben einen Aufruf erlassen, worin sie erklären, daß jetzt, nachdem so viel Blut gefloffen ist, die Führer aller Parteien zurücktreten sollten. Die Arbeiter seien des Kampfes müde, und wenn die Parteien sich nicht einigten, so würden die Arbeiter am Montag die Arbeit wieder aufnehmen und nicht mehr auf die Straße gehen. (F. Z) Berlin, 9. Fan. Die Verhandlungen der stret- kenden Straßenbahner vor dem Gewerbegericht haben zu einem Schiedsspruch geführt, durch den den Sttaßenbahnern nach dem Vorschlag der Direk- tion eine einmalige Zulage bis zu 500 Mark und Lohnzuschläge unter der Voraussetzung zugebilligt wurden, daff die geplante Tariferhöhung die Genehmigung der Aufsichtsbehörden erhöh. Die Straffen bahne ihrerseits wurden verpflichtet, den Betrieb heule nachmittag 3 Uhr wieder aufzunehmen. Das ist auch geschehen. Ter Kampf in öer Ostmark. Posen, 9. Jan. Mit bem heutigen Tage haben übernommen: bas Amt bes Oberpräsidenten unb Regierungspräsidenten in Posen der Rechtsanwalt unb bisherige Nrickrstagcabgeord-- nete Trarnprczinslv aus Posen, das Amt bes Präsibenttn ixt Ansieblungskommission Bank- bireklor Vionski unb bas Amt des Polizriprä- fiixmtcn. Azevecki aus Posen. Nach einer Bekanntmachung erklärt der Ober st e polnische Volksrat, daß durch bie Macht der Ereignisse der letzten Tage die politische wie auch die militärische Gewalt auf die Polen übergegangen sei. Tie bisherigen Behörden hätten sich außerstande erklärt, Ruhe. Ordnung und Sicherheit ausrechtzuerhalten. Tie Arbeiter- und Soldatenräte seien machtlos und die Unordnung nehme zu. Jnfolgebessen übernehme er bie Leitung fcer Regierung imb bie militärischen Angelegenheiten, bie endgültige Regelung Ser polnischen Frage ber Friedenskonferenz überlassend. Eingreifen der Belgier in Düsseldorf? Brüssel, 10.. Jen. Reutecmeldung. Anläßlich der Unruhen in Düsseldorf haben sich die dortigen deutschen Beamten unter belgischen Schutz gestellt. Der Polizeipräsident imb der Oberbürgermeister von Düsseldorf haben die belgischen Behörden ersucht, einzugrei- fen. Die belgischen Behörden verfolgen die Ereignisse mit Aufmerksamkeit. Unruhen in Stuttgart. Stuttgart, 10. Januar. (WTB.) Während Western vormittag bie von ben Unabhängigen veranstalteten Demonstrattonen ziemlich ruhig ver> liefen, kam es am Nachmittag, besonders gegen (abend im Weichbild der Stabt zu lebhaften .stünd- gebungen, besonders vor dem Ministerium des ^leußern, am Arbeitsministerium und am Rathaus. Der Verkehr im Hauptbahnhof wurde aus einige Stunden eingestellt, abends wieder aufgenommen und um 8 Uffr wieder geschloffen, da man einen Putsch befürdüete. Tas Ratl-aus wurde von den Spartakisten be ctzt und DaetJÜrjerrnti .er Lautert- schtager samt dem (bememberat für abgesetzt erklärt. 2leußerft unruhig ging es vor, der großen Infanterie-Kasenre zu, wo auch Schüsse fielen und Leuchtraketen auf stiegen. Bis gegen Mitternacht bew.gten sich au । geregte Mengen auf den Straßen. £>ier rief man „Sbod? Spartakus", dort „.hoch SckZcibemann". Zu Störungen ernster Art ist es nicht gekommen. Die Arbeiter bei Bosch und Taimler haben bie Arbeit niepergelegt. Nach cr:c< vom Stuttgarter Tageblatt ver aßtan Erklärung ist in einer gemeinsamen Sitzung der Lainde.'aus- schüsse der Arbeiter- und Saldatanräle beschloffen morben, von den technischen Einrichtungen des Blattes Gebrauch zu machen und todbrenb der Tauer des gegenwärtigen Slrei es zur Forderung der Arbeiterau, Eiärung in ausgiebiger Weise bei zutragen. Verlängerung des W-aftenstillftandtS. Genf, 9. Jan. Tie franzö'ischen Zeitungen enthalten heute eine Reihe von halbamtlichen Mitailungen über den Waifcnstlllstand und die FriedcnüverHandlungen, die in ihrer Gesamtheit von großer Bedeutung sind. Eine Note des Kriegsministeriums künligt zunächst an, daß Marschall Fach im Namen der alliierten Regierungen beit Waffenstillstand ent- fpnchnd den Bestimmungen des Prvtakolls front 13. Dezember am 17. Januar verlängern iinrb bis zum Abschluß der Frt densprälirninarien. Nach Ankurrdigun^n ber Agence tzavas ist es mdglich, daß der Marschall Fach in Ausführung bereite erlpbener Reklamatiwen bestimmte Va bingwtgen stellt für bie Zurückziehung deutscher I ruppen an der Ostgrenze Wü- eine gestrige sNittcilung des Ministeriums des Aeußem an die Presse hinzu uft, Hal Wilson gleichzeitig einen Entschluß l-etamttgegcbe;i, persönlich an oen F-riebensfrerhatitstuw'en der Alliiert.-n teiU ztutehmen Tie erste Folge die'es Wilsonschen Entschlusses war, daß Clemeuceau für beult, Temnerstag, eine Vorkonferen z nach dem Ministerium des Aeus^rn einberu'en hat. an ber Wilson, Lansing und Oberst Lwusc sowie Balfour, Lord Robert Cecil. Drfanbo it^b &>nnüu> teilnehmen )ollen. Was die L-altung Wllions m diesem wichtigen Abschnitt des Begums der tyrt£> deusverhanbt ungen bestimmt hat, ergibt ita ohne Sck».meiigleiten aus einer wer erm Jtote, die das französische Ministerium des Aeutzeru durch die Agence L>avas den Zeitungen hat zugehen lassen. In biei'er Note wirb bte _fnnv zösische Republik darauf vorbereitet, daß die Gründung des Vereins der Völker wahr- sch.inlicki nidit von den übrigen Friebensbedvu- gimgen der zeriegsent chädigung uttb ber ©renj- beftimmimgeit getrennt werren könne, um auf einer späteren Konferenz beffanbeit ^zu roertei. Es steht fest, daß die Vereinigten Staaten die Gründung des Vereins der Rattoncn als wesent- lickx's Kriegsziel ansehen, und außer 8!euhork hätten bereits 14 weitere Staaten Brsch ässe in diesem Sinne ge afft, besten sich bie m iften anderen Staaten anschließen würben. Die Wahlbem g'.mg. Magdeburg, 9. Jan. Die Teuffche bemo krarische Partei, die Deittsche Volkspartei, die kLeutschnationale Volkspartei und die Christliche Volkspartei in dem Wahlkreis Atagdeburg-Anhalt haben ftir die Wahlen sowohl zur Narionalversamm- timg, als auch zur Preußischen ver'assunggebendcnl Versammlung Listenverbinduttg beidüoficn. Braunschweig, 9. Jan. Wi? los Amtsblatt erfährt, ist eine Einigung ber beiden, sozialdemokratische nParteiender Republik Braunschweig zur sltationalversgmmlung zustande gekommen. Es wurde beschlossen, ba beide Parteien auf dem Boben des Erfurter Programms stehen, in ^amwver beim Zentral-Wahllomitte eine Verbindung ihrer Listtn herbeizuführen. Der Beschluß ist bereits ausgeführt. Bolschnvisti ch? G-cwalt'atcn in Riga. Berlin, 9. Jan. Der bisherige deutsche Gesandte im Baltikum, August Winnig, teilt folgendes mit: InRiga, sowie in den übrigen von ben Bolschewisten besetzten Teilen Livlands und Kurlands herrschen furchtbare Zustände. Nach dem Einrücken ber Bolschewiken haben bie örtlichen Bol- schcwiki unb bolschewistische Truppen unter ber einheimischen Bevölkerung, insbesondere unter den Deutsch-Balten und unter den dort gebliebenen bcutfdien Reichs angehörigen ein Blutbad veranstaltet. Verhaftet sind auch die drei Mit" gl jeder ber deutschen Gesandtschaft, die int Vertrauen und die Exterritorialität in Riga zurückgeblieben sind. Ihre amtlichm Gelder in Höhe von einer halben Million sind beschlagnahmt. In Tukum und einigen anderen Orten ist man mit den Balten ebenso verfahren. Die Teutsch-Ballenl unb auch die Letten und andere Personen wurden perffafiel, die .in ber deutschen Gesandtschaft gearbeitet haben. Ein Schwindel NadekS. Berlin, 9. Fan. (Durch FunkspruchI Der m Berlin weilende Radek hat die aufständischen Spar, tahusleute ermahnt, auszuhalten, bis russische Truppen hereinkommen. Der Soldatenrat der 10. Armee würde die Ruffen durchlaffen. Don der Ostfront wird uns mitgeteilt, der Durchmarsch da Russen sei ganz ausgeschloffen. Kein Soldatenrat bul» bet die Einmischung der russischen Truppen in unser« revolutionären Kämpfe. Die Behauptung Radeks ist sinnlos und eine Beleidigung des deutschen Proletariats, deffen Söhne an der Front stehen. Ientralrat der sozial. Republik Deutschland: gez. ßeinert Amtlicher Teil. Bekanntmachung betreffenb Lieferung von Zuckerrüben. Vom 3. Jamurr 1919. Durch Besetzung des .streifes (^roff-(Seron ist die Lieferung von Zuckerrüben an bie Zuckerfabrik Groß-Gerau z. Zt. unmöglich. Ta uns bekannt geworden ist, baff noch große Mengen Zuckerrüben in diese Fabrik gelte ert roerben sollten, haben wir uns mit ber Reichszuckerstelle wegen Namhaftmachung einer anderen Fabrik ins Benehmen gesetzt. Tiefe Stelle hat bar au bin verfügt, daß die Lieferung dieser Zuckerrül>cu an die 3uderfabril Gernsheim er eigen solle, die zu bereu Annahme bereit sei. Wir empehlen deshalb etnxriiieu Interessenten, sich loegen Einlieng der lei ihnen lagernden Zuckerrüben um'er üffttb mit tec Zuckerfabrik Gernshrim ins Benehmen zu setzen. Darmstadt, den 3. Januar 1919. tzessisck>es LüN exmiilrun sa nt. Neumann. Uetann»«' Be t r.: Feldbercinigung Aliendor an der Lumda, hier den allgemeinen Melioratimsplan. In der Zeit vom 22. Januar bis einschließlich 6. Februar üb. Js. liegen werktags auf ber Lttss. Bürgermeisterei Ällendorf die Arbetten bes 1. Abschnitts, nämlich: der allgemeine Meliorationsplan nebst Er- länterungsbeiicht und PrüfmtgsprottckvU zur Einlicht ber Beteiligten offen. Tag ahrt zur Erliebung von Einwendungen hiergegen rindet daselbst Freitag den 7. Februar Ifb. IS., vormittags 11 bis 12 Uhr, statt, wozu ich die Beteiligten mit der Andrvhuns einlabe, baff die Nickckerfck-einenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Tie Einwendungen sind schriftlich unb mit Gründen versehen einzurrichen. Friedberg, den 31. T<-ember 1918. Ter Dess. Feldbereinigungskommiffär: ___________Dr, Iann, Rk Darmstadt dahier, Neckarsttaffe 3, statt. Der Dahlkommir ar des 34. Wahlkreises löeffen Dr. Neid hart. = Billiger Sekt! Freibleibend abztureben: 1800FL Feilt Cablnet, Heehgewächs äl6,75 DI. 700 Fl. Oppmaan moaasler. Stein ä 16,60 BI. mit Zucker gesüßt, einschl. Steuer und Verpack., ab Frankfurt bezw. Würzburg, geg. netto Kaise vor Absend, der Weine. Philipp Sieglitz, Wiesbaden Welnhandel und Welnkotamlislon. 0529) Näheres Gießen, Bergstraße 22L Stenogr.-Gesellschaft „Gabe'sberger“ Giessen u. Damenabteilung e. V. *nm*. i. 9 21. 5.1880 4. 9.1881 18. 9.1884 25. 7.1888 Margarethe Kasper. Gießen (Kaiser-Allee 35), den 9. Januar 1919. Beleuchtung in der Küche, nicht aber in den Wohn- raumen baden 1 Marke, Einzelpersonen, denen Beleuchtung nicht zur Ber» sugung ueht, 2 Marken. Arbeitsvergebung. Jür die .teldbereinignngSgesellschast Qber- Bessiugen, Kreis Giegen sollen vergeben werden : Giessen, 8. Januar 1919. Die Beerdigung findet in der Stille statt. Adami, Q)ebr„ MäuSburg 14 Arnold, Hrch. II., Kaiser Allee 19 Balke, Ern t, Stephausirafre 42 Banfe, Emilie, Jranksurtcr Straffe 76 Bender, Conrad. Walltorstraue 14 Becker, Hrch., Löwcngasse 28 Bieker, Ehr., Neustadt 65 Blum. 21. Wwe., Steins,rahe 7b Dedns, Äiarie, J-riedvichstraffe 5 Danksagung. Jür die vielen Beweise aufrichtiger Terlnabme bei dem Heimgang unserer teuren Entschlafenen, für die zahlreichen Blumenspenden, die aufopfernde Pflege durch die evangelischen Schwestern und die trostreichen Worte des Herrn Pfarr- Assiftenlen sagen ivir allen aus diesem Wege unfern herzlichsten und tiefgesühl- lesten Dank. Im Namen d. trauernd. Hinterbliebenen: Hch. Lindenstruth. Gtehen iTtefenweg 61, d. 9. Januar 1919. Lieferung von Draiuröbren veranschl. zu „ „ ZementauSmündungen Jubrleistungen lliainev arbeite» Los 1—4 (9raben- u. Rohrverlegungsarb. Die BerdingnngSnnterlageu liegen 1 „rj* . »k Krieicerkamerad- *chafl Gleflon. 0ndemam8.d.M.erfolg. •iBf Hinscheiden unseres ^«^.^LJ^iL^'^denKanieraden u.lang' jährigen Borsihenden Heinrich Kasper sehen wir die Kameraden geziemend in Kenntnis. ^,0 Die Beerdigung findet SamStag den 11- d. M. nachm. 2'/, Uhr von der Kavclle des,lenen Friedhofes anS statt. 'stifainmeukunft '«Stunde vorher am Jriedbofövortal. Wir btiteu nm zahlreiche Beteiligung. Der Vorstand. Karl Schlierbach, Rodheim August Richter, Gießen Das Andenken der Gefallenen wird Erinnerung bei uns fortbestehen. Heuchelheim, 7. Januar 1919. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinsoheiden unseres lieben Entschlafenen, insbesondere dem Herrn Pfarrer Groth für die trostreichen Worte am Grabe, sagen wir auf diesem Wege allen herzlichen Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elise Inderthal geb. Balser. 23.11.1833 15.12.1883 3. 1.1391 8. 6.1894 Statt jeder besonderen Anzeige. Am 2.Januar entschlief im 26. Lebensjahre unser einziger geliebter Sohn. Bruder, Schwager und Onkel ObcrientiiHiit Karl Bnchoitz im Infanterie-Regiment „Kaiser Wilhelm" (;ro2b. hessisches Nr. 2) 116 Inhaber des Eisernen Lrenzes I. u. II. Hasse and anderer Kriegsorden Bon zweimaliger schwerer Verwundung genescn.endete nun im Elternhaus ein kurzes, schweres Leiden sein hoffnungsfrohes Leben. Sanität^rai Dr. BuchoHz Johanna Bn:ha ts geb. Bogel Harle Weyland geb. Bull olv Ellsabe'h Bncholts, Johcurniterschwester Lenl Bn hholtz Bastav Weyland, Hüttendirektor [404D Harle-Luise Weyland. Siegen, Dortmund u. Witten, 2. Jan. 1919. Die Beerdigung fand statt am Sonntag den 5. Januar nachmittags 37» Uhr. Draneriej.-r rt, S'unde vorher t n Hause. Die Beerdigung findet Samstag den 11. Jan. nachmittags 21/, Uhr vom neuen Friedhof aus statt. Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. Carl Gerlach, Heuchelheim Karl Hofmann, „ Wilhelm Hildebrand, Groß.-Linden August Haffner, Gießen Ferdinand Hofmann, Heuchelheim Der Krieg hat auch in die Reihen unserer hiesigen Beamten und Arbeiter große Lücken gerissen. Wir betrauern den Verlust folgender Mitarbeiter: Käse Verteilung. (Anögabe Ar. 15). Bon SamStag den 11. bis Donnerstag den 16. ds. Mtü. einschlicstlich gelangt in nachitebcnden Geschäften Käse zur Verteilung. Die Marken für Petroleum zur Versorgung vlS zum L). Februar d. I. werden am Sonnabend 11. ds. Alts, vormittags 8'/,-l2 Ubr in den zuständigen Bezirken ansgegeben. Anspruch aus Piarken haben diejenigen, die Beleuchtung weder in den Wohnräumen, noch in der Küche 3 Marken, Beleiichiung in den Wohnräumen, nicht aber tn der Küche 1 Marke, fWS* £cr bentigen Ausgabe des (Yiestener , 9J{’lif,2ctöJ‘cßx ein »lugblatt: .So leben wi-r, so lebe» wir. . .* bei. $>Ti> Aus jede Marke entfällt '/, Liter. Der Verkauf des Petroleums beginnt am gleichen Tage durch die bekannten "Verkaufsstellen. Der Verkaufspreis beträgt 45 Pf. für das Liter. 2. 3. 4. & ti. 7. 8. 9. 10. Danksagung. N Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Dörr und für die vielen Kranzspenden sagen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Gorr nebst allen Angehörigen. Nach langer, treuester Pflichterfüllung vor dem Jeinde in die laugentbehrie Heimat zuriickgekehrt, verschieden nach kurzer, tückischer Krankheit 317D Wciitmt Karl Waltz Inhaber deö Eisernen Kreuzes I. u. ILÄL. der Hessischen TapferkeitSmedaille und des Oldenb. Jriedrich-August-KreuzeS II. Kl., Lkillaaiit Kart KlingeWkr Inhaber des Eisernen Kreuzes I. u. II. Kl. und der Hessischen TapferkeitSmedaille. In langen, schwersten KrtegSzeiten haben beide fid) die Hochachtung ihrer Bor- besetz en durch ihre Führergaben. die Liebe ihrer Kanieraden durch ihr steis liebenswürdiges Wesen und die Dankbarkeit ihrer Untergebenen durch wohlwollende, uncr- müdliche Fürsorge erworben. Ihre Namen gehören der Geschichte des Regiments an. DaS Regiment betrauert aufs tfcfne das tragische Geschick dieser beiden jungen, alS ganze Männer oft erprobten, hoff- nungSvollen Offiziere. 3.y.b.5R.ß.: Sidenöratl), Major. . ! Statt besonderer Anzeige. Am 8. Januar abends l/2\0 Uhr entschlief sanft nach längerem Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Heinrich Kasper Polizei - Wachtmeister i. P. im Alter von 73 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: - . ----- --------------- auf der Bürgermeisterei Ober-Be,fingen zur Einsicht offen. An iebo e haben in Prozenten des Boranfchlags zu erfolgen nnd und verschlossen, poüfrei und nut ent- svrechender Aufschrift versehen bis Freitag den 17. Januar nachmittags Vlt Ubr auf der Bürgermeisterei Ober-Bessingen einzureichen, wo die Er- öffitung der Angebote in Gegenwart erschienener Bieter ftaitfinbet. Jagd Verpachtung. Die Gemeinde, Feld- und Waldjagd der Gemeinde Burkhard- soll am 20. Jan. d. I , 1 Uhr mittag-, auf die Dauer von 6-Jahren verpachtet werden. Der Jagdbezirk Nr. 1 liegt Vs Stunde von der Bahnstation Gedern entfernt. Burkhards, 6. Januar 1919. Dörr. Emil, (.«roher Steinweg 14. Der Berkaus des Käses erfolgt nur gegen Vorlage des Bestellausweises der Lebensmittelkarte Unser lieber, herzensguter Vater, der Rentner August Stolte starb in seinem 75. Lebensjahre zu Sehnde b. Hannover. Dies zeigen an Direktor Stolte und Familie. Nähgarn Verteilung. Das für das 2. Halbjahr 1918 bestimmte Näh- narn iit jetjt ctngetroffen und in den O-cschärten. bei denen die Bestellung erfolgt ist, gegen Borlage der Nabgarnkarte abzuholen. Bei der Firma volterboff L Söhne ist das Nähgarn noch nicht ein- getroffen. ES entfallen auf die weihen Nähgarnkarten mit den Ziffern 1, L 3 und 4: je 1 Rolle 5, 6 und 7: je 2 Rollen 8 und 9: je 3 Rollen 10: je 4 Rollen. Die versorgungSberechligten (f'eroerbetretben- den «Schneider, Schneiderinnen und bcrnL) erhalte» auf eine blaue Garnkarie mit der 'Uffcr 1 = 4 Rollen 2—8 Rollen 3 = 16 Rollen . <-> 4 ” Rollen Nähgarn. Der Klemvertguf^rets für eine Rolle Nähgarn LU 200 Meter betrag, 32 Pf. . Die Bezugsberechtigten haben keinen Anspruch aus Lieferung des OlarnS in einer bestimmten irorbe oder Nummer. Borgebrachten Wünschen soll icdoch, soweit möglich, entsprochen tverden. Da das gleichfalls für daS 2. Halbjahr 19'8 veutinmre Stopfgarn und der Leinenzivirn bis heute noch nicht eingetroffen sind, sind die bei der Abgabe dcS Nähgarns vorgelegten Nähgarn- BenellauSweise mit dem Firmenstempel des öle» schästeS zu versehen und den Bersorgungsberech- tigten zurückzugeben. Tie Abstempelung gilt als Nachweis über den Empfang des Nnb-rnrnS. Die Bestellausweife sind aufzuheben, da sie später bet Ausgabe des Stopfgarns und des Vci nein mime abzugeben fein werden. U 1 und Abgabe des Bezugsabschnittes Nr. 15. Auf jeden Abschnitt entfällt ein halber Käse zum Preise von 45 Pfennig. Die Kunden der nicht ausgeführten Kleinhandels- aefchäste haben den Bezugsabschmtt sJir. ij der Lebensmittelkarte auszubeivahren, da ne beim Eintreffen weiterer Käsesendungeit gegen Ablieferung deö Be;ugSabschnitteS Nr. 15 beliefert werden. Die Kleinhandelsgeschäfte haben die einge- gangenen Bezugsabschnilte Nr. 15 bis iväteitend CamStaa den IS.bJi.'Ditd. dem Städtischen Lebens- nnttelamt Zimmer Nr. 12, unter Beifügung einer schrutlichen Ptuteilung über die Anzahl der abge- ltetcricn Abschnitte einzuretchen. .Hilluelnbaltung dieser I rl st, sowie Unregel- mäs;iak''iien bei der Abgabe Haden den Llusschluff von weiteren Zuteilungen zur Jolge. Verwandten und Bekannten die schmerzliche Nachricht daß meine liebe, unvergeßliche Tochter, unsere liebe, gute Schwester, Schwägerin und Tante Elisabeth Grebe im 14. Lebensjahre, nach langem, mit Geduld getragenem Leiden, am 9. Januar vormittags 4'/, Uhr sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Fr. Laine Grebe Wwe. nebst Angehörigen. Gießen (Schloßgasse 1), den 10. Januar 1919. Die Beerdigung findet Sonntag den 12. Januar nachmittags o‘/i Uhr auf dem neuen Friedhof statt. ZuschlagSfrist 3 Wochen. Sichen, den 7. Januar 191Ü Hessische Kulturinspektion Sieben 442B H. Steinbach, Baurat. Geffentl. Zrauenver' Sonntag den 12. Januar nachm. 4 Uhr, im Hotel Fürsfenhof. Tagesordnung: Vie Bedeutung der Wahl zur Nationalversammlung für die Krauen Referentin: grau Schulze aus Hrantfurt a. M. 3« dieser Versammlung laben wir hiermit alle wablberechtiaten Frauen und Mädchen freundlichst ein. 460D Arbeitersrauen und Mädchen, erscheint in Massen! Unabhängige sozialdemotratische Partei Sieben. I- A.: Gg. Beckmann. I. A.: M a r i e M a r t i n. 1 = Ohne Bezugfdjein = Kinberffrumpfe In allen 6röRen Frauenrümpfe, gute Winterqualitäten Ijerrenfocken mit. 4.75, 5.75, 6.75 Füßlinge In verschiedenen Sorten. 106a ßrucksachen aller in ÄÄÄS» wert ile BrtU'sehs Üelv.-Draekeret, B. Lange, flleflee veutsche demokratische Partei Am Freitag, dem 10. Januar, abends 8 Uhr, findet im Saale des Hotels Fnrstenhof eine offentl. Versaininlung statt. Gegenständ: Demokratie und vaterländische Politik Sfiwr: Pkof. D. Senffet, Prof. Dr. Zritzscht, grau Prof. Bozt. Alle Manner und Frauen sind herzlich eingeladen.