Mittwoch, 9. )uli 1919 Erster Blatt 169. Jahrgang lg. unproduktiven MK. 2. Ungelernt« A rbe iter 3. Ungelernte Arbeiterinnen MK. in. ieii. unter 19 Jahren von 19-21 Jahren von 21-24 Jahren über 24 Jahren unter 19 Jahren von 19-21 Jahren von 21 -24 Jahren über 24 Jahren 6600 7200 7800 8400 unter 19 Jahren von 19-21 Jahren von 21-24 Jahren über 24 Jahren 1200 4800 5400 6000 6840 7440 8040 Jahres, verdienst zur die iskommissür. zsral. •erfet 2.85 3.10 3.35 Stunbcn. lohn 1.75 MK. 2.00 „ 225 „ 2.50 „ Ta,es. loh» 14 MK. 16 „ 18 , 20 v fifoinmififir. VmiWii, dic die SBetei» uiiidsliicke gellend modwn i 1919, öorniittdflJ : Bürgermeisterei Ober Heu und müssen angeben, bezeüimenden Grundstncle kWr alten Parzelle die die in diesem Termin en keinen Anspruch aus gemeinen den Ausführungen des Ministers zu und gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß die Streiks und Unruhen im Lande nicht ohne Zusammenhang und ohne zentrale Leitung entständen. Der sozialdemokratische Vertreter vermißte in der Erklärung des Ministers eine Mitteilung über die Ausgestaltung des Mitte stimmungsrcchts der Arbeiter und Angestell ten. Ohne dieses werde keine Ruhe und Ord irung kommen. Der Vertreter der Demokraten wie aus Flugblättern und Sitzungen der Kommu nisten und der Unabhängigen nach, daß poli tische Motive, namentlich das Streben nach dem Sturz der Regierung, tatsächlich mit eine Ursache der Streiks seien. Der Minister erklärte, er habe es nicl-t für nötig gehalten, seinen Standpunkt in der Frage des M i t b e st i m m u n g s - rechts noch einmal darzulegen. Die Frage der Betriebsräte werde recht bald von der Nationalversammlung erledigt werden, und er sei fest entschlossen, in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den Vertrelern der Arbeiter und Beamten die Demokratisierung der Verwaltung durchzusühren. Gewiß eien viele aus wirtschaftlick)en Gründen in den Streik getreten, aber es fehlten doch nicht die politrcten Motive. Der Frankfurter Streik sei angeblich wirtschaftlicher Art genasen. Dabei sei weder vor deut Ausbruch nori) während des Streiks der Versuch gemocht worden, mit den zuständigen Instanzen über die angeblichen Forderungen zu verhandeln. Man habe den Betrieb stillgelegt ohne jede Rücksicht auf das allgemeine Wohl. Allerdings habe man Dor der Entente Halt gemacht, indcin man die für diese bestimmten Züge fahren ließ. 22.80 24.80 26.80 ber iu m.tir Jtab btt hilibrjchlag- 11 bereit m-5u ririjtfn. chistisches ^mplott entdeckt haben, das die Be- sck-affung von Waffen und Munition ' Durchführung eines Handstreiches auf öfjcntUdKn Gebäude zum Zwecke hatte. burdwud nichit aus dem Wege gehen zu wollen. Ter Wunsch aus Zurüchiclmng fei aus Zweck» mößigteitsgründen entsprungen. Es könnte dadurch viel Zeit genroitncn werden zur Erfüllung der noch zu losenden schoercn Ausgaben. Ein Kongreß der Lazarcttinsasseu. Hamburg, 8. Juli. (Wolff.) Das Korps Lcttow-Vorbeck teilt nut: Der zum 12. Juli nach hier einbcrufene Kongreß derLazarettinsassenDeutschlauds findet wegen des Belagerungszustandes nicht statt. erzechiissc. irei-Bswrbnnng "bcr dcn Kreis Gießen erntWetei« en wir erneut daraus^ Mr getöteten bei VM «"gedwhten stttte T npchl vollzogener IW teil' Behörde entiprtdxni'* »miahme von Bnzetgeu s. die i.afle<>nummer »t-J zum Nachmittag vorher lchnejedeVerbmbiichkeN puh für 1 mm HStze für Anzeigen v.34mmüre,le örtlich 15 Vf , aus»värt4 18 Bi., Wr iKeflflme- anzeigen von 70 mm vreuc 48 '13 L Bei Platz- vvvtchrui20', Aufschlag. Hauotschritleiler: Aug. lpoeu. Berantwortlich für Politik: Aua. Woefi. für den übrigen xeifc Dr. Rcmbold Zenz; für den Anzetgenuü: H. Beck; sämtlich ui Bietzen g. ■ Trainrgen. Grundstücken j» ^[ur uj > >o>vle ber HDmmifibii-3 >• Js. über die feriifr holten liegen in der !“• offen, und ztm ■Qcrmtiiterei .övlzheim, rgermeiiterci Grüningen rgcrnteifterci Tvrs'Wl.' ■ciöung des WschbisseS einer der obengenannten Arzberger mrt dem Hinweis auf vielfachen uxus, der in emporgekommenen finanzkräf- igen Klassen sich breit mache, empfahl. Dann aber redete er auch der Mehrheit der 'te'itzlvsen ins Gewissen. Keine ■55 I Die bei dem letzten Streik ausgestellten Forderungen der Eisenbahner gemäß den Beschlüssen der Lohnkom- mifsion waren: 1. Handwerker för ®r8,6f M-Ä '<&?•& naiver sammlung bildete sich heute in Heber» einstimnnmg mit den Fraktionen. In der Ans- svrache einigte man sich, zunLck.st btc Frage der Teuerungszulage für Beamte und Lehrer durckitzuspvechen und sooann die Rätefrage und das Mitbeslimmungsrecht der Beamten in den Betrieben und in den Verwaltungen näher zu erörtern. Bei Besprechung des ersten Punktes stellte sich die Mehrzahl der Redner auf dcn Standpunkt, daß eine eiirmalige Teuerungszulage das Gegebene sei, für deren Verteilung nicht drei, sondern nur zwei Teuerungsbezirke geschaffen werden sollen. Tie Regierung soll gebeten werden, Vertreter der einzelnen Ressorts zur nächsten Sitzung zu entsenden. Angeschnitten wurde auch die Frage des Ausstiegs befähigter unterer Beamten und Arbeiter m höhere Beamtenstellen. Vom Abg. A r l c ko t t er (Ztr.) und Delius (Dem! wurde angeregt, tm Hinblick auf die Bildung des 21gliedrigen interfraktionellen Ausschusses, in dem die Beamten fragens eine eingehende .Erörterung fürden könncm, die eingereichten Beamtenintervellationen zurückzuzte^ ten. Abg. Deglerk (D.-N.) glaubt, diesem Wunsche nicht entsprechen tzu können, es müßten vor aller Oesfentlichkeit die Beamtenverhclltnisse einmal vir $rage der Aurlieferung des Maliers. Amsterdam, 8. Juli. (Wolff.) Laut .Ml- gemsen Handelsblad" schreibt „Manchester Guardian": Ein gerickitliches VerstÜTren gegen den Kaiser würde ihn nur zum Märtyrer machen und ihn der Vergessenheit entreißen. Ter Gerichtshof, den man einsetzen wollte, werde kein Vertrauen einflößen, fern Urteil keinen Respekt erzeugen, wälTrend durch das Schüren gegenseiii gen Hasses die Rückkehr zu ersprießlicheren Verhältnissen verzögert würde. Das Beste wäre, wenn die niederländische Regierung, wie zu erwarten, sich weigerte, dem Truck oon außen nachzugeben. „Westminster Gazette"" schreibt: „Ter Kaiser und der Kronprinz halten sich als Fremde in einem neutralen Staate auf und hoben die Freiheit, absurden, wenn sie ed wünschen. Holland iuar jachrchmdcrtelang zahllosen Flüchtlingen jeder Nationalität eine Zustuchtsstätte. Tiefes Asylrecht fei durch, die Geschichte geheiligt. Holland werde die schlreßliche Entscheidung in Ueber- einstimmung mit seinen Pflichten als unabhängiger Staat, mit seiner nationalen Ehre und Würde auftreten wollten, würde es idjroer möglich lein, gegen Holland oorzugeten, ohne sich der Beschuldigung der Tyrannei auszusetzen. Ein politischer Mitarbeiter des radikalen J5tar" schreibt, um Öen Kaiser in die Hände zu bekommen, würde es notwendig fein, auf Holland einen Zwang anszuüüen, damit es ihn ausliesere. Es sei uiibenfbar, daß dic Königin der Niederlande nrit ihrem deutschen Prinzgemahl den Kaiser ausliesere, wenn |ic nicht geznmngen werde. Der Völkerbund würde also damit beginnen müssen, in denkbar brastiicher Weise die Unabbängigfcit der kleinen Völter zu Dcrlei>en. Wir mürben nicht im Krieg, sondern in FriÄxMs-eiten begiraien, Holland zur Ausliescrurtg des Kaisers , zu zwingen. Hierauf würden nxr ihn vor einen Gerichtshof bringen, den anznerkennen er absolut sich weigern würde. Was würben nrir und bet Welt gesagt haben, wenn die Mittelurächtc gesiegt und die Fürsten und ‘Staatsmänner der Entente vor eine von den Mittelmächten ernannte geriÄlich.' Kommifsion ge- bradjt haben würden. Welches Recht hat der Völkerbund, ben Trüberen Herrscher eines souveränen Staates, der kern Mitglied des Bundes ist, für ein Vergehen gerichtlich zu befangen, die begangen wurden, ehe der Völkerbund existierte? ♦ Die Nuruhcu in Italien. Bern, 8. Juli. (Wolff.) D ie italienischen Dekrete über die Herabsetzung dec Lebensmittel haben den erwarteten Erfolg nicht gehabt. Nach den kurzen Zeitungsberichten wiederholten sich die Ereignisse der letzten Tage an vielen Orten. Ruhe herrschte nur in den Städten, wo genügend starke Besatzungen vorhanden sind. An vielen Orten wurde aufs neue der G e n e r a l st r e i k erklärt. Die Unruhen zeigen überall die typische Form: Plünderungen auf breitester Basis und Zusammenstöße mit der bewaffneten Macht. In G en u a stürmte die Menge das Polizeigebäudc, wobei eine Person getötet und dreißig Personen verwundet wurden. In N e a p e l ruht der Hafenbetrieb. Auch hier wie in E ck t a n i a, Bari und Toronto wurden zahlreiche Geschäfte Fragen Kurse veranstaltet werden. Das Programm der ersten Kurse wird selbstverständlich zu ergänzen sein. Wir steuern hin aut dienende Kunst. Ich orderte jahrelang im Sinne Grundwigs, dckl Herr Lenhart zitiert hat. Dieser Mann war ein Gegner des Bekenntnis Nvanges. Ich unter sch ide mich von. ihm nicht in feiner religiösen Stellung, sondern in seiner nationalen, berat er hat ben bänijdjen Chauvinismus von 1864 in das Bolkshvchschul- Wesen hineingearbeitet. Wir wollen uns ben Blick frei halten auch für bie Kultur unserer Nachbarn, Der Worwurs ber Ueberfütterwig trifft nicht zu. Am Nachmittag wurde nur ber Stoff des Vormittags in fofratifakr Weife verarbeitet. Die Leute sollen erlernten lernen, daß geistige Arbeit schwere Arbeit ist. Die Teilnehmer an diesen Kursen fmi> ihrem Berufe nicht entfremdet worden. Wir wollen aus der bloßen lernenden Wissensschule l-crauS- kommcn. Was hier Herr Kollege Lenhart Jagte, hat er mir aus dem Herzen gesprochen. Auch wir streben bie Charakterbildung an. Das unselige Berechtigen gSwesen hat zu dieser materiellen Zielsetzung, Stirn Strebertum erzogen. Wir wollen bie Erziehungsschule. Auch an meiner Tefon wracke eine sehr scharfe Kritik g-eübt, meine Aeußerungen audio freideutsche Jugend und an die Lehrer von Dieburg löst sich sehr einfach,' ich t-abe hei beiden Gelegenheiten dasselbe über Freiheit und Autorität gesagt. Wir haben in ber Ernennung bes Rektors in Die-, bürg allerdings keine glückliche Hand gehabt. Wir erfuhren es erst nach seiner Ernennung, daß er, obwohl Katholik, evangelische Kinbererzrebung hatte, und ich muß mit ber Stimmung ber Bevölkerung als einer gegebenen Sache rechnen. Ich habe ben Kollegen in Dieburg gesagt, baß wir bei ber nächsten Gelegenheit eine Veränderung eint re; n lassen würden, baß wir barüber sind, bie b'rahl ber Rekwren burch bie >dollegieit ber höheren Schulen in die Schulversassung auszuttehmen. Wir lmben allen Schulkollegien (Gelegenheit gegeben, sich dazu zu äußern. Die Hetze in ber Dieburger Provinzialzeitung wurde von einem Herrn dvk Zentrums selber als ungezogen bezeichnet. Die jugendlichen Autoren ber -^chülerzeitichrist „Neu^ licht"" schickten mir ihr Blatt zu, ob das Lanbes- bildungsam" sie vor einer Maßregelung durch ihre Schub- zu, schützen gedenke. Ich habe tbnert (ft.i» W»* mnenlft.«m «■ * \ id.r, "SS»1» Mi,k" $11 an jevc"' £ 5 Uhr "-lri ^,,’Är L "iolgeii- ntincr - Ausgabenk Der Abbau der Arbeitslosenunter- sützuug muß ins Auge gefaßt werden. Der Ykenfd) sei zur Arbeit gekoren, wie der Vogel Flug, das sei auch sein persönliches Le- be«sprin.5ip. Wir hörten, alles in allem, aus der Rede mchr den großen Puanzmann, sondern den grschickren Macher, den ehrgeizen, unstreitig auch vielseitigen und fleißigen Propagan- pirteiL «Seine gehässigeu Ang riffe auf den ehe- tuiuligen Schatzsekretär Dr. Helfferich hätte er ksich Klienten können; was daran etwa berech- ' tizjt war, gehörte an einen anderen Platz, durfte bei einer anderen Gelegenheit gesagt werden. In noch etwas unklaren Andeutungen erging sich Erzberger über das notwendige treue System der Steueroickmung. „Die Ge- ntcinfainfeit der Interessen von Reich, Gliedstaaten und Gemeinden wird es mit sich bringen, daß es künftige Steuerinseln in Deutschland nicht mehr geben wird"". Ein etwas banausig zusammeugebackenxr Satz. Erzberger meint, es müsse überallhin eine gleichmäßige Berteiluua der Steuerlasten erwirkt werden — und darin hat er ja freilich recht. Stunden» Tafle»- Jahres- laha tahn verdienst 2.60 MK. 20.80 MK. 6240 MK. Stunden» Ta«es» ä>f,H 2.75 MK. 22 MK. 3.00 „ 24 „ 3.25 „ 26 „ 3.50 „ 28 „ Mu» dsnr Reichs. Die neuen Finan^läne. B e r l i n, 8. Juli. (Priv.-Tel.) Wie das „B. T." aus Weimar erfährt, befindet sich unter den Finanzprojekten auch eine Erhöhung der Eisenbahntarife für Personen und Güter, die als Neichsabgabe erhoben werden soll, bis die Reichscisenbahn verwirklicht ist. Eine deutsch-nationale Anftage. Weimar, 8. Juli. Eine Reite deutsch-nationaler Abgeordneter, darunter Traub und Mumm, haben folgende kleine Anfrage in der Nationalversammlung eingebracht: In der Monatsschrift „Der Jude"" weift Max Wchelbacher darauf hin, daß, nnbemerlt von der großen Oefsentlichkeit, in Scharen jüdische M änner und Frauen aus Nußlanv bei bntd emgewattdert strtd und in den letzten drei Kriegsjahoeit in unserer Volkswirtschaft eine wichtige Nolle gespielt haben; er nennt die unverbürgte Zister 60 000. Die ganze Materie wurde von den Behörden geheim gehalten. Manche gaben sich als katholisch oder evangelisch aus, ohne an einen Wechsel des Bekenntnisses zu denken. Eschelbacter nimmt an, die meisten seien zurückgekehri. erwähnt ater, daß bereits neue Zuwanderung beginnt. Wie stellt sich die Reichvleitung zu solcher Eimvanderuna aus dem Osten? Ist es richtig, die Grenze im Osten zu einer Zeit zu öffnen, in der wir völlig ungenügende Nahrung für unsere deutsche Bevölkerung haben 3mb eine starke Auswanderung Deutscher aus ihrem Vaterlande unausbleiblich erscheint? Eine Einigung im Beamten ausschuß der Nationalversammlung. . Weimar 8. Juli ^WÄst.) Ein tnierfraf* tioiceller Beamtenausschuß ber Nativ- Der LisenbahnmiMer über den Ausstand und seine folgen. V^e rlin, 8. Juli. Im Haushaltsaus- ici uß der Preußischen Landesversammlung führte am Montag der E isen b ah n m in i- ster über die Lage der Eisenbahnangestellten aus, die Verwaltung werde alles tun, um die Lage der Arbeiter und Beamten iu verbessern. Aus den Beständen der veeresverwattung werden 41 Millionen Mc- jer Kleiderstoffe frei, die besonders kin- terreichcn Familien der Arbeiter und Angestellten zugute kommen sollen. Auch bei Senkung der Lebensmittelpreise werden die V, iihne von der Verwaltung nur langsam ab- gebaut locrden. Aber diese Linien der Entwicklung müssen mit eiserner Konsequenz ein geilten werden, kein Streik wird zu einem Abzeichen davon führen: denn wenn wir jetzt iricht Ruhe und Ordnung schaffen, steht un- ^re Arbeiterschaft in ganz kurzer Zeit trosd- loscn Zuständen gegenüber. Die Aufhebung der Blockade wird eine Ueberschwemmung Deutschlands mit ausländischen Waren brin- .gen, und da bleibt uns als wichtigste Aufgabe [bie Förderung unserer eigenen Produktion. einem Versäumnis auf diesem Gebiet in I dc.n nächsten Monaten verlieren wir jede Aussicht, wieder in das Weltgeschäft hineinzukom- Mn, ja wir verlieren auch die Herrschaft über ten inneren Markt und müssen dann Menschen statt Waren exportieren. Unseren Eisen- '«hnern blcibt dann die traurige Aufgabe, die Mr Auswanderung gezwungenen Arbeiter IW) den Häfen zu ^fördern. Die Vertreter aller bürgerlichen I Partei en stimmten dem Minister zu und I Maten für die Notwendigkeit scharfen Durch- I seifens gegen die Streiks-ein. Der Vertreter I *5 U n abhängigen bestritt das Vorliegen politischer Motive bei den Streiks und machte ' «n Nvskefchen Streikerlaß für das Aufflam- ^en der Streiks verantwortlich. Der sozial- atische Vertreter stiuuute im all- Man"‘ u»«ren unfSchw^ Gietzenn Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen 3®iIli;igsninö6nKf u. Verlag i vrähl^cht Univ.-Vnch- u. Steiulrudcrei N. lauge. Schriftlrliuug, Seschäftrjtelle u. Drudtrtl; Schulstr. 7. Derfafiunggebenbe Dolfsfammer der Sreiftaates hesten. 27. Sitzung. Darmstadt, 8. Juli. Präsident AdekunL eröffnet um IOV4 Uhr die Sitzung Das Hans sLhn sofort werter in ber Aussprache über die , Volkshochschulen. Präsident des LandeÄnldungsMnts Tr. Strecker: Jch> war überrascht, daß die außer" ordenlliche scharfe Kritik aus den Rechen des Sen-* trums, also einer Regierunsspartei. kam. Wär« das Bild, das ber Herr Redner Don mir zeickmete, richtig, wäre ich allerdings in meinem Amt im-i möglich. Ater ich nehme dic Kritik nicht tragisch. .Herr Abg. Lenhart Ixil zugegeben, daß sich rarsett Programm gut cuchört. Es läßt sich also nur an- nehmen, baß es im§ an dem guten Willen ubcu an den Fälligkeiten sclilt, dieses Programm aus- zusühreic. Tas Landesbildungsvmt ist nicht mit einer nervösen Hast gegründet worben, sondern fid! uns wie rin reifer 2lpfel zu. Ich liate mich seit zwei Jahrzehrrten mit Bolksbildungsftagen beschaff tigt, Herr Hassinger war feit Jahren mit ber Bekämpfung ber Schmüüiteratur befcbäftiyt. Wir tesitzeu also Erfährungai auf diesem (gebiet. Wir wissen incs in UeteteinfLimmung mit ten Grund- tiÜsen, die in der Tagung in Rothaümrg a. d. fest gesetzt wurden, an der auch ber BorvonErS- verein teilnahm. Die Befriste $u rasch oder zu langsam bei Reformen sind fuvjekti« Bearrffe. Wir geben mandjerlci Dinge zu langsam: ». D. die Schulreform, die durch Unsere größten Pädagvgrm längst spruchreif geworden, zu langsam geht mir die Behebung ber Notlage der LechranitsasfefsoreH und Lehramlsreferendare, der Schulverwalter. Ich war froh, daß eS ein .Gebiet gab, wo eS ßernt^ Ressortschmerzen gab, keine Ruckscck/en auf das Reich, das Gebiet ber BolkSlwckM ilen. Die ersten Voltshvchschulkurst gingen nicht von uns aus, sondern von den Arbeiter- und Aargestell!euverbä.nd«n. Ter Sozialismus ist doch ein zeitgemäßes^ Problem. Daß die Kurse segensreich gewirkt haben, gebt auS ben Aeußerungen ber Teilnehmer l-ervor. Warirm blieben die Herren Interpellanten biefer Feier fern, wo sie Gelegenheit gehabt hätten, mis eigener Anschauung bie Volkshochschulkurse kennen zu lernen ? Die Volkshochschulen sollen selbswerständ- lich nicht bie Kirche, ersetzen, sonhern ergänzen. Sie wendet sich auch cm die breiten Kreise, die nicht niete von den Kirchen erreicht werden. Wir können arc diese Masse nur heran, wenn in ihnen kein Mißtrauen erregt wird, daß sie zu feinen bomnotifdien Glauben vergewaltiat werben sollen. Wir haben felbstverstänblich nichts bagogen, wenn auch einmal über religiöse Fragen ober über nationale m. 157 Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer ronn- und Feiertags. vezagspreir: nwnatl. Mk.1-60, oiertec- iährvch E. 4.80, durch Whole- u. Zweigstellen inonart. Tlf. 1.50: durch diePost Mk. 4.50 oiertel- sihrl. ausschl. Bestellq. fi«nsprech - Anichlüfie: furhe€d)riftleihmgll2 ?iertap,Geschäit4ftelle51 Anlchrist für Drabtnach- richien: Anzeiger Sietzen. postfcheckionts: ranksnN 0. M. 11686 geplündert und die Schiffe am Ausfahren gehindert. In Ro rn kam es zu vereinzelten Tumulte". Die Polizei wM in Nom ein anar- Lrzberqer über öa$ Reichs- finünzproblem. In der gestrigen Sitzung der National- pcrfammlung hat der Reichsf inanzminister cr^bcr^cr eine große, wohlgemute Rede gehalten, rn ber er bie von feilten Vorgängern vorbereiteten Vorlagen dem Volke unterbrei- ;ete und daran achchließend seinen „festen Entschluß"" krmdgab, finanzpolitisch durchzu- «i.eifen. Er stellte „entsetzlich"' hohe Steuern in Aussicht, abgesehen' von den bereits erschienenen neuen Vorlagen, über die wir in ihren Umrissen berichtet haben. Jeder Steuerzahler muß trqgen, was er nur irgend kann. Also gibt es auch keinen Streit mehr darüber, laß guch indirekte Steuern bevorftehen. In der Hauptsack>e bereitete Erzberger auf zwei muc Steuergesetze vor. auf die große Ver- rwgensabgabe und auf die große Umsatz- jrcuer. Heber die beabsichtigte Höhe des Eric ages dieser Steuern verriet er vorläufig rod) nirbts. Er führte der großen Masse des Die er im übrigen durch geschickte 1‘riffe zu packen wußte, vor Augen, daß >iv Steigen des Arbeitslohnes und das i-ifien des Geldwertes die „größte Sozia- ijierung" sei, ,chie die Welt kenne". Die 1 .itcu Massen warten, so sagte er weiter, rruer wuch aus das große Opfer der besitzen- en Klassen. Also die Vermögensabgabe, die . und feitt W ite •* !> s-br K sprechen."" Ter Korrespondent der „Daily News"" hatte eine Unterredung mit dem holländischen Prinzgemahl, worin dieser auf bie Frage, was Holland tun würde, wenn 23 bis 34 Mächte eine 9tote unterzeichneten, in ber die Auslieserimg bes Kaisers verlangt würde, antwortete: „Ich weiß nicht, was Lloyd George bezweckt. Teulsch- lmw ui tereichnete das Versprechen, den Kalser zur gerichtlichen Versolgung^ au^utiefem. Wenn Teutschlanb di - Anskteferung verlafts- gefühl willen. Auch die Serien vom Zentrum werden erkennen, daß in unser Schulwesen ein freierer Geist eingezogen ist. Ich stehe dem Katholizismus durchaus nicht so kühl gegenüber, Ivie mir Herr Lenh.rrt vorwarf. Ter Katholizismus kann nicht ausgeschaltt-t werden Aber auch Sozialismus und Temvkratie nicht, wie es früher der Fall war, eben um der Gewissensfreiheit wttlen. Mit dem Zentrum verbindet mich seine Sozial' polttik. Tas Zentrum hat eher ein warmherziges soziales Gewissensgefühl gezeigt, als der Protestantismus. Das gestehe ich als Protestant. Um viele Schrttbe ilähergetreten bin ich dem Zentrum durch seine Stellung zur Friebensfrage, an der sich bei den nächsten Wahlen nach meiner Ueberzeugnug die Geister scheiden werden Ich war schon vor dem Krieg ein Mitglied der Friedimsgesellschast. Herr Köllege Dorsch hat mich zwar als verschleierten Annexionisten bezeichnet, well aus einer Rede von mir in Friedberg epi Satz gerissen wurde. Ich habe Erzbergers Schrift über den Völkerbund voll -ugesttnunt. Ich Whtte mich eins mit ben Reden, die Prinz Max von Baden gehalten hat. Der Redner verliest ein langes Zitat aus den Werken Prof. Försters. In diesem Sinne will ich wirken auch auf dem Gebiete der Schicke. Sobald eine chauvinistische Politik auch in ber Schule wieder getrieben tirirb, werden Sie mich nickst mehr auf diesem Platz sehen. (Zustimmung links.) Ich habe die Revolution nie als einen Segen betrachtet. Tas brauche ich nicht ju betonen. Wenn die linke oder die rechte Opcposttron immer mehr anschwillt, dann kommt es zur spartakistischen oder chauvinistischen Diktatur. Das kann nur auf dem Wege der Vernunft vermieden werden. Dem will ich auch mit meiner Volksblldungsarbett dienen. Ich hoffe dabei die Unterstützung wenigstens der Parteien der Re- gjerungsmehrhett zu finden. (Beifall links.) Es tritt eine Pause ein. Abg. Reiber (Dem.) nimmt das Landesamt für Blldungswesen gegen die Kritik in Schutz. Die Einheitlichkeit unb Zähigkeit der Angriffe gibt ein falsches Bild. Weite Kreise, insbesondere die Lehrerschaft, stehen von rechts und links geschlossen hinter dem Landesamt und begrüßen es, daß nicht mehr ein Jurist, sondern endlich ein Fachmann an der Spitze des Bildungsamtes steht. Wie Zentralstelle für Volksbildungswesen ist bereits von dem Vorgänger des jetzigen Präsidenten, dem Abg. Urstadt. geschaffen worden. Die Wahl des Leiters der Zentrollstelle ist eine sehr gün- istige. Nur muß sie befjer dotiert werden, wenn dir Zenwalstelle ihren Ausgaben gewachsen sein faH. Die Rechte des Hauses hat sich sehr etfnrnt te&eifft durch die Kritik des Herrn Lenhart. Ich glaube nicht, daß die Einigkett auch andauern würde, wenn ein Zentrumsanh äug er Letter der Zentrale würde. Der SRebner begrüßt die Bildung von Ortsblldungsausschüsseu und von Ortsbibliotheken. Die Zensur gegen die Schundliteratur und das Kiuounwesen ist zu erwägen. Der öden Ber- miügungsfuckst sollte durch Veranstaltung von Jugendsesten durch die Zentrale entgegen gearbeitet werden. Wir pflichten der Absage an den Intellektualismus bei. Es ist Aussicht vorhanden, daß die Lehrpläne in diesem Sinne geändert werden. An dem Schwinden der Autorttät sind wir Lehrer vielleicht zum großen Tell selbst schuld durch unwürdige Bevormundung. In Bensheim erhielt ein Kriegstellnehmer, der ben Abschlußkurs am Lehrerseminar inttumcht, eine Stunde Arrest, well er auf der Straße eine Zigarette rauchte. (Heiterkeit.) Mtt unseren Sttasmitteln erreichen wir gar nichts mehr. Verantwortlichkeitsgefühl erreichen wir nur, wenn wir Verantwortung überttagen. Nur nicht zuviel Zett durch Erwägungen vcr- üeocn. (Beifall.) Präsident Adelung schließt um 1 Uhr die Sitzung, da noch 5 Redner vorgemerkt find, von denen einige eine längere Rede „angedroht" haben. (Heiterkeit.) Nächste Sitzung: Mittwoch, vormittags. 9 Uhr. Aus der Volkskammer. nn. Darm stadt, 8. Juli. Das Ministe- rium des Innern hat der Volkskammer eine Borlag e ein gereicht, in welcher zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, im besonderen Schaffung von Aufnahmemöglichreiten für Geschlechtskranke bei der Universitätsklinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Gießen ein Kredit von 100 000 Mk. nachgesucht wird. Unter dem Truck des in der Vorlage geschilderten Notstandes wird um die Ermächttgung nachgesucht: 1. drei zerlegbare Baracken z uermerben, um sie auf dem Gelände der Universitätsllinik in Gießen zur Ausnahme von Geschlechtskranken auszustellen, 2. die für die innere Einrichtung notwendigen Gegenstände zu beschaffen, 3. etwa notwendigen Zuschuß zu den Betriebskosten aus Staatsmitteln zu leisten. Alles Erforderliche soll, soweit möglich, ausHeeres- beständen erworben werden. Eine dringliche Anfrage des Abg. Dorsch wünscht Auskunft, ob bei Jeldbereinigungen die Mqssengrundstücke unter das Siedlungsgesetz fallen oder ob sie, wie bisher, im freien Verkehr verkauft werden können? Die Zentrumsabgg. Knoll und Gen. beantragen, daß die Negierung veranlaßt wird, den mittleren und unteren Beamten einen gleichmäßigen Urlaub, und 8war bis zum 40. Lebensjahre 3 und über dem 40. Lebensjahre 4 Wochen zu gewähren. Hessen-Nassau. — H erbo rn, 6. Juli. Zwischen der hiesigen Station und Burg wurde der Bauunternehmer Gries aus Herborn bei der Besichtigung von Bahnerweiterungsarbeiten von dem Gießen—Siegener Schnellzuge überfahren und getötet. Aus dem besetzten Nheingebiet. = Königstein i. T., 7. Juli. Für den lommandierenden General der französischen Besatzungsarmee im .Brückenkopf Mainz, General Mangin, wurde in der Vllla der Baronin von Rothschild Quarüer gemacht. Es ist darnach anzunehmen, daß das französische Hauptquartier während der Sommermonate von Mainz nach Königstein verlegt wird. mr. Königstein, 6. Juli. Der Arbetter Lorenz Graf aus Mamrnelshttn erhielt vom französischen Militärpolizeigcricht 1000 Mk. Geldstrafe und einen SDäonat Gefängnis, well er Zei- t ungen und Flugblätter aus dem unbesetzten Gebiet geschmuggelt hatte. Seine Frau er» hielt wegen Beihilfe 2000 Mk. Geldstrafe, ein weiterer Helfershelfer 500 Mk. mr. Frankfurt a. M., 6. Juli. Marschall Foch hat sich mit einer Verstärkung der Reichswehrtruppen in Frankfurt a. M. und Mannheim einverstanden erklärt. Turnen. G ie ß en , 8. Juli. Ter Turnverein von 1846 begmg am Sonntag in seiner Halle ein Wetturnen. Angetreten waren 76 Wetturner. Geturnt wurde in drei Stufen: Aktive, Zöglinge und Schüler. Ein erfreulicher Fortschritt in den tumertf Ijen Leistungen konnte durchweg festgestellt werden. Am Nachimitdag war Schauturnen mit Konzert, dem die große Zuschauermenge reges Interesse entgegenbrachte. Abends bereinigten sich die Turner mit ihren Famillen zu einer Abendunterhaltung. Der erste Spreck-er, Univ.-L>ekr. Erle, ermähnte die Turner Wetter zu streben in der Ertüchtigung ihres Körpers, damit uns die Volkskvaft, die uns der Feind nicht nehmen formte, erl-alten bleibt. Tie turnerisck-en Ausführungen, besonders auch die der Tamenabtellung, fanden ungeteilten Beifall. Tie Sicgerverkündung batte folgendes Ergebnis: Tie fünf ersten Sieger der Akttven sind: Ehrenpreis H. Neußer, 1. K. Erb (84), 2. A. Schuck und C. ©omnrer(bm (83), 3. E. Freitag (74), 4. N. Köhler (73), 5. H. Salzmann mit oöVt Punkten. Zöglinge: 1. K. Reuter (96), 2. N. Frecher (94Vz), 3. W. Koch (91Vz), 4. K. Spies (85), 5. W. Arnold mit 83V, Punkten. Schüler: 1. H. Tinges (80), 2. Fr. Pfeiffer (751/,), 3. Ehr. Ziegler (741/,), 4. K. Jost (73), 5. W. .Rinn mit 72V, Punkten. H. Lang-Göns, 8. Juli. Tas Bezirks- wetturnen des 5. Bezirks des Gaues Hessen findet am 20. Juli statt. Für alle Teilnehmer (Turner, Zöglinge, Schüler) sind als Ucbungen vor geschrieben: Freiweitsprung (ohne Brett), Freihochsprung (ohne Brett), 100-Meter-Laufen, Kugelstoßen, eine Pflichtfreiübung. Arrnft rind Wissenschaft. Berlin, 8. Juli. (Wolff.) Laut „V. Z." ist gestern in Kiel Geheimrat Prof. Paul D e u s s e n, Phllosoph und Indologe, das anerkannte Haupt der deutschen Schopenhauer- Gemeinde, im Alter von 74 Jahren gestorben. SLtzrrng der Stadtverordneten. (Schluß.) Gießen, den 8. Juli 1919, Tie wettere Tagesordnung erledigt sich verhältnismäßig schnell. In der Ersatzwahl zu den Deputationen und Ausschlüssen für den verstorbenen Stadtverordneten Heichelheim wird von demokratischer Sette vorgeschlagen für den Finanzausschuß Stadtv. Noll, für die Verschon ßÜMnmission Stadtv. Hühn, für die Lebenömitteldcputation Stadtv. Erhard. Die Vorschläge werden angenommen. Baugesuche. Angenommen werden ohne Debatte das Gesuch des H K. Fießer für ein Gartenhaus auf seinem .Grundstück an der Georg-Phikipp-Gail- Straße, des Nathan Günther um Genehmigrmg für ein Holzdor für das Grundstück Wetzsteingasse 47 und Hemrick) Ger lach für fein Grundstück Koos- dorfer Strafte 12, des Ernst Niemann um Genehmigung einer Einfriedigung für fein Grundstück am ßetbgefterner Weg und des Braunsteinbergwerks für den Gasthof-Neubau am Leih- gefterner Weg, des Braunsteinbergwerks um Be- frciitng von den Vorschriften der H 5 und 18 des Ottsbausbcttuts, des Friedrich Schreiner für ein Gartenhaus auf dem Grundstück Flur XVI Nr. 55Vio, schließlich ein Gesuch der Baugenossenschaft 1894 um Befreiung von verschiedenen Bauvorschriften. Bei dem Gesuch der Firma Gy. Ph. Gall um Genehmigung einer Einfriedigung an der Verbindungsstraße zwischen Sand-gasse irrti> Kirchstrohe, das ebenfalls genehmigt wich, bedauert es Stadtverordneter Wachtel (Z.), daß ein schöner Garten zugemacht werde. Beig. Krenzien weist daraus hm, daß die Mauer durchbvcxlien sei. Stadtv. W inn (D. Bp.) erklärt, die Baudeputation sei sich in diesem Falle einig, daß der Gartenzaun schöner sei, als die Aussicht auf die Hintergebäude. Stadtv. Grvde (83: Die Befreiungen von Bauvorschriften haben sckMr vor dem Kriege den sÄdtischen und staatlichen Behörden viel Arbeit, ben Bauenden Zeitverluste, Geldausgoben und Verdruß gebracht. Cs war deshalb schon früher geplant, bei der Beratung der neuen Bauordnung; aiid) die örtlichen Bauvorschriften einer zeitgemäßen Umarbeitung zu unterziehen. Ta aber bei der heutigen politischen Lage nicht abzu- zuiehen ist, wann das Gesetz, „die allaemeine Bauordnung bett.", beraten wird, stelle ich den Antrag, ohire sstücksicht hierauf, die Abänderung der betreffenden lokalpolizeillchen und ortsstatutarischen Vorschriften alsbald zu vernnlaffen. Erhöhung der Gebühren für die Ausgrabung von Leichen. Die Baudeputation empfiehlt eine Erhöhung von 50 Prozent, so daß sich die Sätze nunmehr zwischen 150 und 200 Mk. bewegen werden. Stadtv. KrauSmüller (D. Bp.) bittet, solche Anträge prinzipiell erst den Ausschüssen zu Überweisen. Stadw. G m e l i n (D. Bp.) weist darauf hin, daß hi diesem Falle auch der Rechtsausschuß zu- gLKvgen werden muß. Spielplätze. Ter Sportverein Merkur imb der Verein für Bewegungsspiele haben Ueberlossung von Sport-1 Plätzen auf dem neuen Vichmarktplatz beantragt I 24000 Mark. schicht dies lediglich aus terial gemacht worden sind, haben diese Möglih Außerhalb der Tasesvrdmmg 0 Srün^erg, Mtislermhl tun Fabrik empfehle, so gt» oem Grunde, well ein lungskosten der Schlackensteine wird wesentlich e wirken, wenn wir die große Schlackenhalde an btt Margaretenhütte mitver arbeiten. Die Proben erheblich großer Wohnungsinangel herrscht, wczii der Mangel an geeigneten Baustoffen beiträgt. Ä bleibt fest bestehen, daß die Betonbauweise billigt: sein wird wie biejenige mtt Schlackensteinen. Stubern wirb sich bet Preisunterschied zugunsia: bet Schlackensteine dadurch, wenn der Fabri rattvneller eingerichtet wttb, wozu ca. 10 000 bü 12 000 Mark erforderlich sind. Auf die dos beste s .! für die seitherig Stadw. Winn (D.B.): Wenn beute die Uebernahme der Fabrik emp mitt Zita«. Hk Van S sMSch Nach kurzer Verhandlung wird der Antrag an bit Baudeputotion und land- und .svrstwirtsck)astlich! Deputation zurückverwiesen. Die DeMtatwwcn werden beauftragt, für Spielplätze zu sorgen. Verbot über das gleichzritise Mieten von mehreren Wohnungen. Hierzu führt Beig. Krenzien aus: Bei der ReAierung soll auf Grund der Skr-' ordnung zum Schutze der Mieter vom 22. Jmi« 1919 um Ermächtigung zu der Anorbnmrg nach. gesucht werben, baß jeber Abschluß eines Mie^ Vertrages innerhalb einer Wockie anzuzeigen ift, Wetter ermächtigt bie erwähnte Verorbnung biti Herabsetzung bes Mietzinses^ toenn er bie übliche und angemessene Höhe übersteigen sollte. Etwaigk! Nebenleiswngen bes Mieters gelten als Teil beit Mietzinses, ebenso eine für den Nachweis der! Mietsräume gezahlte Belohnung, soweit sie dm Vermieter mittelbar ober unmittelbar zufließt. Das Ansuchen um Ermächtigung wird be. schlossen. Bestandsaufnahme der Wohrmngrn. Tie Wohnungsdeputation hat besckllossen, bq genauen Bestand an Wohnungen durch Revier« schutzleute und sachverständige Techniker ceufnchm^ zu lasserr. Nachl-er soll die Deputation die not« nenbigen Besckstüsse zur Beschlagnahme fassen. Tie Stadt ist hierzu in drei Bezirke eingeteilt. bie Bestandsaufnahme verlangen die SaclwerslLi> bigen 5 Mk., die Schutzleute 4 Mk. Pro L-vmd«. Tas macht eine tägliche Ausgabe von 604 Mtt Ta voraussillftlich Vier Tage erforderlich^sein werden, werden sich die Kostcrr auf etwa 3000 belaufen. Stadtv. Sommer fTem.) regt ost, $n btp langen, daß die Inhaber der Wohnungen zugexq sein müssen, und beantragt daher, die Jnchrbv genau in Kenntnis zu setzen, wmm die Kommission erscheint. Stadtv. Simon (Dem.) beantragt, bestimmte Straßen an bestimmten Tagen aufzunehmen. Ter Betrag wird bewllligt. Städtische Steirrfabrik. Zu diesem von der letzten Tagesordnung an kett ergeben. Durch die Verwendung dieses M» terials wird auch ein wertvolles Gelände fai> gemacht, Pas jetzt durch die Halle weniger g» braucht werden farm. Bon dieser Scte&nma mrs gehend, möchte ich Ihnen ben Äntaf xnb VL. der Fabrik empfehlen und ben Äntre» stellen, bl Baudeputation zum AnLrnf und Betrftd ba Schlackensteinfabrü an der 9Rarflar>etatiteltte 45 WJ! Mark zur Verfügung zu stellen. Die Uebernshe der Sttnnfabrik ist nur ein Notbetrieb, der, rooa, wieder aufgelöst werden sollte. Stadtv. Sommer (Dem.) spricht für da; Antrag, bittet aber, auch andere Bauweisen toi den Lehmbau im Auge zu behalten. Stadtv. Erhard (Dem.) hält den Schlack«^ stein nach einer Probe, die er selbst vornahm, üj feuergefährlich. , I Stadtv. Görz (Zentr.) spricht ebarfall- M die Lchrnbauweise. Das Licher Schloh ist so vi baut. Eine Anzahl ton Ringöfen soll trorai •' Steine haben, bie aus Mangel an Kohlen iriitii gebrannt werden können. Vielleicht könne die StnK ’ Kohlen hierfür beschaffen. Stadtv. W i n n (D. V.) erfEärt, dah die 5»V und Arbeiter als erste bei Wohnmrgsmögllchcruei berüHichtigt werden sollen. Stadw. Simon (Dem.) antnrortet, da« als stlbstverstandlich schon geschehe. » Stadw. Kling (D.-N.) erinnert an )errw| Antrag auf Wiedereinführung aufgehobei-I Haltestellen der Straßxichahn. r.l Stadw. Fourier (U. S. P.) erimrert an *■ neu Antrag auf Gehaltserhöhung der AngesteulS» des Lebensrntttelamtes. .. Stadw. Diehl (Soz.) beantragt, für l1.| städtischen Obst verkauf an den Marktlauben nne® daö Markensystem einzuführen. Die Sitzung schließt fui» vor 9 Ubu I rft M^q,llers^ | v,t nWp ■ 'n»! M, .HD1- ßs'.IS ItiÄ K/mit 488 gegen 3fl Kn Wahlvc Iw Wagne Ifmä U2 Stu K'W drigeor ■ siflitermeifter ,5tor K,Kandidat auM H iühcle erbte ■Lt er mit 100 vl B^Eeih-Md ^Srigeordnet< Mk Beigeordneter, ,, jier Gegenkandt «VlUlyUl vVVIliyUllv IIHlVvmVvVUVH. ** •*- 4******l ., welche vom Stadtbauamt von dem dortigen SR® 1 ; vmuf er in Li -.......11 • ’ ‘auch tu i i'Ägs tätig fein die Baudeputation zurückverwiesenen Punkte. emp : t stehlt diese, die Fabrik mit Material und Einrich> • - *-■- < Mn Kaspar Ra ; mgavähll. Er erh | Ä Gegenkandidat, 2 :ws 2ll Stimme: j itinmtn zerspiillerl rege, itimmter 1320 Wat :a Stille eine star ja Bürgermeister $ler Stunde nod tiidjien, siegte e für das Vertv tiiünmg toährenü Men Mehrzahl d aMsikverem brach tun gen zum Preise von 28 000 Mk. zm erwerb« und Römer mtt 450 Mk. Gehalt vorläustg aui g vier Wochen und dann mit monatlicher Kündrguiq an zustellen. Ferner beantragt die BandeMtav die Bewilligung eines Betriebskapttals vv» Tode. L Datum Wetter Höchste Temperatur am 8. 7. Niedrigste 8.7. o Gei Beige t. - 8 stimmen zersplittert. Die Wahlbeteiligung war von inlgefomt 1320 Wahlberechtigten ab. Trotzdem in der Stille eine starte Agitation gegen den bis- JLAJ^OCT t 11 Kirzlngcr. Gewerbebank, e. G. m. b. H Mitteldeutsche Creditbank, Filiale Gießen. 8072D 8. 7. 8. 7. 9. 7. 12.6 11.4 10.1 72 86 82 nm. I 20.1 obbsJ 15.6 vm. 14.6 -r Z to 9 10 10 21.1', 14.3*, Bank für Handel u. Industrie Niederlassung Gießen vorm. Regen dann heiter nachts Regen 9.7. ---156°. 9.7. —14.4». L« w H oslk, Gesang, Schuhplattler u.Theater ie verehrliche Einwohnerschaft von Gießen und Dgebang lade ich besonders freundlichst ein Meteorologische Veobachtungen der Station Gießen. ahrcs führte er die Bürgermeistergeschäfte, nun jrirbc er mit 100 Stimmen zum Beigeordneten ron 28 000 Mk. $n .... 0 5Jlt Gehalt vmMfig nt mit monatlicher Direction der Disconto-Geseiischaft Zweigstelle Gießen Hessischer Bankverein A.-G. Filiale Gießen ZDettervoranssage für Donnerstag: Vorwiegend wolkig, Gewitterneigung abnehmend, Temperatur wenig geändert, nvttmxstliche Winde. VK »«mmnnalwahlrn. Annerod, 7. Juli. Bee der gestrigen Seigevrdnete n wa hl wurde der bish. Sei» ;^timete Dahn mit 165 Stimmen wiedergewählt. Ane Stimme entfiel auf eine Frau. Die Wahl- ^jligung betrug 45 Prozent. r Bu tzbach, 6. Juli. Bei der Bürger- ahl wurde Stadtsetrelär Köhler neisterw .. ... iiit großer Strmmcnmehrzahl zum Bürgermeriter Bücherttsch. — Das Geschlecht Habsburg. Erich von Kahler. Verlag „Das Neue Merkur", Mün- chen, ^imphenburgerstraßr 177. Preis geheftet EK 5 ML Ti« polviiche MrmMS Berlin. 8. Julr (WB.) Die Deutsche Wasfenstillsiant^kommission übermittelte dem Chef inmütigleit. Tie Wahlen zum Gemeinderat brach- n nur einen Wahlvorschlag. Als Bürgermeister 5 Ludwig Wagner aufgestellt, der auch ein- ntmifl mit 112 Stimmen gewählt wurde. Zur cbl des Beigeordneten am 6. Juli war Pslasiermeister Konrad Hilberg als alleini- Kandidat aufgestellt. Seit Februar dieses Eigentümervonungarischen Wertpapieren jeder Art werden zum Schutz ihrer Interessen hiermit dringend aufgefordert, ihren Besitz unter Vorlegung der Stücke bei den unterzeichneten Banken bis zum 15. Juli d. J. anzumelden. Die Anmeldung ist unbedingt notwendig, da nach neuester Verfügun der Ungarischen Räterepublik bei Versäumnis ' der Anmeldung die auf den Besitz von ungarischen oder in Ungarn befind- bereits mit dem 31. Juli d. Jahres als ungültig erklärt werden. pit&OO Stimmen gewählt. Der sozialdemokratische crr Kvr starr d. strrn wurde unser bisheriger Bürgermeister Konrad Falck fast einstimmig wiedergewähit. Ein Gegenkandidat war nicht aufgestellt. Auch bei der Beigeordnctenwahl wird wohl unser bisheriger Beigeordneter Heinrich Falck wicdergcwähtt werden. ** Stockhausen, 7. Juli. Bci derBürger - mristerwahl wurde unser bisheriger Bürgermeister I o ch i m das zweite Mal einstimmig zum Bürgermeister gewählt. Fast sämtliche Wahlberechtigte haben ihre Stimme abgegeben, ein Zeichen, daß er sein Amt zur Zufriedenheit geführt hat. X Wieseck, 7. Juli. Bei der gestrigen Beigeordneten wähl unterlag der nxh tn den letzten Tagen von den Sozialdemokraten aufgestellte Sattlermeister Wilhelm Will II. mit 300 Stimmen dem bisherigen Beigeordneten Karl Schäfer III., der 779 Stimmen erhielt. Abgegeben wurden 1083 Stimmen, von denen 4 ungültig waren. Es 'wählten 60 Prozent der Wahlberechtigten gegen 50 Prozent bet der Gemeinderatswahl. ’ verlegen dir ^ID, 4 m Na da» 3Qjo dimtz die ÜaL am* r Ä* 7 ' 'nen be&iftMle» \ inst vvüw atdelMr^Mr ig tu stellen. Dir St cm M-tmb, da. neben und dir emtgcnd Material nden sollte, mer (Dem.) • auch andere [um zu behalte». jt M Ringofen i Ä^saklÄt^die? .tu lSG.1 bov«L, Aus dem Amtsverkündiguugsblatt. Dos Amtsverkündigungsblatt Nr.54 vom 8. Juli enthält: Verordnung über bic Abän- bmmg der Verordnung vom 21. Juni 1916, betreffend anderweite Regelung der Paßpflickt (Rcicks-Gcsetzbl. S. 599). Vom 10. Jun, 1919. — Bekanntmachung, betreffend Abänderung der Bckanntmechungen ovm 23. Oktober 1918 (Reg.- Bl. S. 231) und vom 4. Juni 1919 (Reg.-Bl. S. 279), den Verkehr mit Schlacht-, Rutz- und Zuchtvieh und brifen Beförderung betreffend, und der diese abändernden Bekanntmachung oom 17. Juni 1919 (Reg.-Bl. Nr. 20). Vom 1. Juli 1919. — Tie Wahlen zum Kreistag. — Tie Strafregister; hier: die Nachweisungen der in der Zeit vom 1. Julr 1918 bis 30. Juni 1919 verstorbenen bestraften Perstmen. — Beginn eines neuen Kurses bei der Hufbeschlagschule zu Gießen. — Feldbereinigung Bergheim: lner Tramagm. — Feld Vereinigung Ober-Bessingen. — Einsrn- dung der Kreisabdeckereiverzeichnisse. — Gefunden und verloren. Ein neuer Kursus bet der Duf- bescblagschule zu Gießen beginnt roieber im Juli 1919. ,Der Kurs bient der Vorbereitung für die Prüfung zur Erlangung eines Ausw.iies zur selbständigen Ausübung des Gewerbes- als Hufschmied. Anmeldungen zur Teilnahme sind baldmöglichst an Herrn Professor Tr. Knell, Gießen, den Vorstand der Hufbeschlagschule — der auch zur Wgabe von Auskünften bereit ist — Zu richten. Ge fu nden und verloren. In der Zeit vom 15. bis 30. Juni l. Js. wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Gesangbuch, 3 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Medaillon, 1 silbernes Herzchen, 1 Solmenschirm und Papiergeld; verloren: 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 goldener Zwicker, 1 schwarzer Tamcnvegenschirm, 1 grüne Tuchmappe mit Papkergetd, 1 goldener Ring mit Tiamant, 1 schwarzes Tamenhandtäschchen mit Geld, Paßkarte und Notizbuch, 1 grünledernes Geldtäschchen mit Inhalt und 1 grünlichbrauner Tamengürtel. Caf6 Ernst Ludwig iiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiHHimiiiiiiiMiiiimiiMiiifnniiimiiii Heute ülttwoch •*** Operetten-Abend !■bct $5^ 4 :Uict Mu6 emcz • envähnlr । Handlung zu Schulden kommen lassen, um ein solches Urteil auch nur im geringsten zu rechtfertigen. Ter polnische Abschnittskarnmandeur in Krotoschin ließ das Todesurteil bereits am 6. Juli mittags tn fveoeltzrfter und unverantwortlicher Weise vollziehen. Eine derartige Greueltat kann vor der Menschheit nicht ungesühnt bleiben und fordert unverzügliche Genugtuung. Die Besetzung Danzigs. Berlin, 9. Juli. Der „Berl. Lokalanz." meldet aus Danzig: Heute traf ein englischer Ausschuß unter Führung eines Generals zur Besprechung des Friedensvertrages und der Besetzung Danzigs hier ein. Die Weitrrreisc nach Graudenz und Memel ist geplant. Gerichtshöfe der Entente. Amsterdam, 8. Juli. (WTB.) In der „Times" vom 5. d. M. schreibt der parlamentarische Mitarbeiter des Blattes: Es werden zwei Arten von Militärgerichtshüfen eingesetzt. Personen, die eines Verbrechens gegen Angehörige eines der alliierten Länder angeklagt sind, werden vor die Militär gerichtshöfe biefer Macht gestellt. Personen, die Verbrechen gegen Angehörige mehrerer Länder der Alliierten beschuldigt werden, kommen vor gemischte, aus Mitgliedern dar Mili- tärgerichtshöse der betreffenfcn Mächte zusamntt»- geslellte Militärgerichtshöfe. Seber Angellagte lxch das Recht, seine Verteidiger zu wählen. Dem britischen Gerichtshof wird man fteistrllen, auch in Frankreich und Flandern Sitzungen abzuhalten wegen Der dort ansässigen Zeugen. Der interalliierte Militärgerichtshof wird seinen Sitz wcpr- scheilüich in Paris haben. Wilsons Ankunft in Amerttü. Washington, 8. Juli. (WTB.) Havas Sechs Kabinettsmitglieder reisten ab, um mil Wilson zusammentzutreffen, der heute tn New York eine Rede halten wird. Er wird sich sodann nach Washington begeben und am Donnerstag im Senat über den Friedens vertrag und den Völkerbund sprechen. Ein „Ministerium der Verteidigung" in England. Amsterdam, 8. Juli. (W. B.) Me die englischen Blätter melden, spricht man von einem M inrfterium ber Verteibigung, bas 'Marino, Heer und Luftstr.itkräfte umfassen wirb Winston Churchill wirb als erster Minister dieses SRinisteriums l^zeichnet. Kundgebungen gegen ein Eingreifen in Rußland und Ungarn. Amsterdam, 8. Juli. (WTB.) Wie das „Algemeen Handelsblad" meldet, teilt das niederländische nationale Arbeitersekretariat mit, daß die ihm angeschlossenen Arbeiterorganisationen beschlossen haben, für den 21. Juli Anweisung zu einem 2 4 ft ün bi gen S h m pat hiestreir zur Unterstützung der an diesem Tage von französv- scheu, englischen, italienischen und belgischen Arbeitern unternommenen internationalen Kundgebungen gegen das Eingreifen der Ententeheerein Rußland und Ungarn auszugeben. Die Lage in Italien. Rom, 9. IM. (WTB.) Stefant. In allen größeren Städten wie Turin, Genua, Palermo, Bologna, Mailand und Florenz Vertief bet ge strige Tag ziemlich ruhig, anägenom- men in Tarent und Catanina, wo die Kundgebungen gegen die Händler andauerten. Tie Arbeiter haben die Tlrbeit überall wieder ausgenommen. Ter Handel verläuft in geordneten Bahnen. Die Behörden setzen die Preise herab. Tie Blätter heben die erfreulichen Worte des Generalsekretärs der Cvnfcderation generale bu Tra- vail hervor, die dieser in einer Versammlung gesprochen hat. Saragona führte bei seiner Rede aus, daß der Streik nicht das geeignete Mittel sei, um die Teuerung zu bekämpfen, anderseits würde die Preisveduzierung von 50 Prozent den Bankrott der Konsumgenossenschaften zur Folge haben, was für die Bevölkerung die Hungersnot bedeuten würde. Kellnerstreik in Brüssel. Brüssel, 9. Juli. (WTB.) Havas. Tie Kellner sind in den Aus stand getreten. Sie verlangen den Achtstundentag und eine Gehaltserhöhung. Tie Hoteliervereinigung hat in gewissen Punkten Zugeständnisse gemacht, während sic andere Forderungen ablehnt. Vermischte». * Assistenzarzt und Abwasch- frau. 33er einigen Wochen haben die Assistenzärzte ber Wiener Kliniken einen Streik inszeniert und gefordert, daß ihre Bezüge denen der Abwaschfrauen gleichgestellt würden. Sie sind auch durchgedrungen. Eine andere Assistentin, eine Dr. med. und Röntgen- genologin mit 200 Kr. Monatsgehalt, hat kurzerhand den Posten der Aufräumerin des Instituts mit 650 Kr. Gehalt übernommen. Das Kopssteherischste an der Sache aber war, daß das sozialdemokratische Hauptorgan und ein Teil ber bürgerlichen Presse seitbem eine noch nicht unterbrochene Debatte über die Zulässigkeit der Forderung ber geistigen Arbeiter führen und das sozialistische Organ allen Ernstes behauptet, die Abwaschfrauen hätten wegen ihrer viel monotoneren und anstrengenden Beschäftigung tatsächlich Anspruch auf eine höhere Entlohnung. * Das Ende von „Krebsjauche". In her Mark Brandenburg gibt es eine Reihe seltsamer und oft grotesker Ortsbezeichnungen. Eine dieser Gemeinden hat jetzt den Geschmac an ihrem alten Namen verloren und sich umtaufen lassen, wie aus folgender Bekanntmachung des Regierungspräsidenten zu Frankfurt a. O. hervorgeht: Die preußische Staatsregierung hat genehmigt, daß der Landgemeinde „Krebsjauche" der Name „Wiesenau" beigelegt wird. «6» ft,,, (®. 8.1» »S'S*-» M AM KJ’* '*&&&* •jSS* w* w, w 4 i ** aalbau Cafe Leib Täglich 7,30 Uhr Ghiemseer ihrem reichhaltigen dezenten Famillen- Programm (alle drei Tage Wechsel). Letzte Nachrichten. Die Rückführung der deutschen Kriegsgefangenen. Paris, 9. Juli. (WTB.) Havas. Tutasta begab sich nach Versailles, wo.dr mit Herrn von Lersner über die von Deutschland zu stellenden Hilfskräfte verhandelt, welche die nach Deutschland zurückkehrenden Kriegs- gesangenen ersetzen sollen. Rücktritt des Neichswirtschaftsministers? Berlin, 9. Juli. Das Kabinett beschäf- tigte sich gestern in Weimar mit ber Frage ber wirtschaftlichen Neuvrbnung. Es nahm Stellung gegen alle 'wirtschafllick^n Organisations- pläne, die als ExperimeMe anzusechen seien. Ein Rlicktrittsgesuch des bisherigen Nrichs^wirtschafts- ministers W i s s e l l lag, stne verschiedene Blätter melden, bisher m>ch nicht vor. Einzelne Blätter wollen wissen, Wissell habe bereits demissioniert. Man bemühe sich innerhalb des Kabinetts, ihn im Amte zu halten. Vtelfach werde angenommen, beridjUt die Deutsche Allgemeine Zeimng, baß der bisherrge Reichsernährungsminister Schmidt den Posten übernehmen soll. Ein neuer Eisenbahner-Ausstand. KattoWitz, 8. Juli. sWTB.) Nach Mitteilung der Pressestelle sind aus dem Bahnhof T a r - nowitz die Eisenbahner ausständig; sie fordern die Lohnsätze einer hölseren Teuerungszone. Es wurden sofort Verhandlungen angetnüpst. Augenblicklich ist der Verkehr auf den Strecken Tar- nowitz--Oppeln, Tarnowitz-Kreuzburg und Tarno- witz-Beutl)en gesperrt. Tie Streikleitung tagt im Bahnhofsgebäude. Sie will für die Milchbeförderung Sorge tragen. Die Bewegung der Bankbramlen. Berlin, 9. Juli. (W. B.) Wie der Bankbeamten-Verein mitteilt, wurde Nach einer Versammlung der Bankbeamten Grvß-Berlins bas Mitglied des BollzugsratS und Geschäftsführer des Bankbeamtenverbandes Marx verhaftet. — Tie Vertrauensmänner des Deutschen Bank- beamtenvevrins in den Berliner Großbanken verwarfen gestern mit 204 gegen 6 Stimmen den am Sonnabend gefällten Schiedsspruch. Jrn Verlauf ihrer Versammlung trat plötzlich E m o n t s aus einer Kulisse Ijertror und rechtfertigte sein Verhalten. Er erklärte, daß er bereit fei, sich einem deutschen Gericht zu stellen. Nachdem er ungefähr 5 Minuten gesprochen hatte, verschwand er wieder. D böüiuSt. ^*nat inen, der Gegenkandidat, Otto Lind, nut 113 Strivfllbrik. Göbelnrod,?. Juli. BerberBürger- t*er letzten Tagrsockmi» meister wähl wurde unser bisheriger $ ärger» i^kvenviesemi PMc '' reiller Weber mit 63 Stimmen einstimmig ik mit Matenal uÄ 6nrri| ^ederge'wählt. Turch feine Wirirerwahl hat ihm die ooaaa m.. ‘ bas beste Zeugnis und den schönsten k für die seitherige Amtsführung ausgestellt. ol« orf - Güll, 7. Juli. Wie uns mit geteilt J toirb, beruht die angebliche Kandidatur von Frau hveS rur Beigrordnetenwahl auf einem Irrtum. O Gambach, 7. Juli. Zum Beraevrd- i wurde gestern ber Landwirt Boller oder-Angebot! a. Zigarren Bbtrseeisehem it Sumatra- und Fellx-Dccker hat nur an •elbstverbraucher Sortimenten abzugeben. ft Sort I zu 50 Pf., n zu 75 PL, III zu M 90 PL, IV zu 1 Mn V zu 1.30 M. V p liAhß.CAnl von 250 Stück an ’ "©wßB3wl8l« unter Nachnahme. ^Stellungen xu 8055 an den Gieß. Anxelger erbet. _____ Q Grünberg, 6. Juli. Bei der heutigen toitoiT^ kllrgeimeisterwahl wurde der bisherige Bürger- oidlter staspar Ranft mit starker Mehrheit »!L>crgewählt. Er erhielt 770 Stimmen, während ü (ein Gegenkandidat, Zigarrenfabrikant Lindner, nur auf 241 Stimmen brachte, außerdem waren i M): Mm ich A- « der Fabrik empfehle, io p Ms dem Grunde, weil i hmmgsMNgrl herrscht, ti ’?llFfl1 seripiuien. SzW «xiMunacaiyung Personen mtz die Betoickmweife bil.n ^gesamt 1320 Wahlberechtigten ab. Tro m. Bellersheim, 7. Juli. Zum Bei- t ^ordneten unserer Gemeinde wurde der Lanb- > ijid Heinrich Göbel gewählt. des neuen Friedhofs aus statt. 8065 / Neue Lehrgänge in Buchführung Stenographie Maschinenschreib. Tageskurse:: Abendkurse 7791 Näheres d. d.Schulleitung Gestern morgen entschlief sanft nach längerem, mit Geduld ertragenem Leiden unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Fran Berta Kreiling geb. Günther. Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen (Goethestr. 68, z. Zt. b. Merschroth, Plockstr.10), den 9. Juli 1919. Die Beerdigung findet Freitag 4*/« Uhr von der Kapelle Rrwat-Handelsschule Hermes Bahnhofstraße 60 Telephon 1097 WKagsu aller Art ivcrd. eichfäbig Hernest. Karl^chiuidt, Neuenweg 42. I013375 8ötziM».8sger»etiS empfiehlt 7650 Christian wimmer Bahnhofstraße 12 ^Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der Krankheit und beim Ableben unserer lieben i Fm flctolint Santi geb. Fegaß S sagen wir im Namen aller Hinter- Ä siebenen tunigften Dank. 8068 Familie Karl Jegutt « FrtedrickDunkel, -Zt i. fr. Gefangensch. »Kap tat Itoüert te ?e4er gewßasehtoa tsrol LT 1 AassteWeay siBrehi"e. prata- Tj 6fl äc örflBFeefce öaiv.-DreekereS, R. Lecfle, Siefce» Für Divandecke» und Dekorationen geeignete Mische Lljals 3,20X1,50 m M. 235- desgl, Tischdecken Gröhe 1,50X1,50 m Iseitig M. 110.— s Lseitig M. 195.- ° solangeBorrat, vornehme Dessins. Zn erfrag, tu d. Geschähst. d. Gieß. Anz. Akademischer hilszhund Ortsausschuß Gießen. Grdeutl.Nitgliederversamm!uug Montag, 14. Juli ISIS, nach«. 6 Uhr, i. d. 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Die! y7ia«tt.3nib llcvcrlast ehn. da xm miser Birth ^mmen ist und । '■jß schwer erschüi ng bringt der ( Äa-tt ist heute annt DeutlÄam laitfchland aber b ,6at und sich entn j ja Kreisen leicht iWllimmg der | dünöiing des all M mit. Der Z' rüche »ls ausgesi gfa Mimst« s« KÄ TSt Dauer ^Mlung, wi V°"d>«k w ük erftf» Krbindung m Sawssen (Soz.^ #ritg5gdvinnc I* Uichssinc "JU 3$; r^üJtr I SSt# ES* M Ke- D?. als MH ME te Ungeheure Lasten werden uns aufgebürdet. Wir erklären, tvi in den deutschen Gegenvorschlägen, daß wir davon tragen wollen,! was gerecht ist und was wir tragen können. Es gibt bei niemandem einen Zweifel, daß Deutschland an dem Wiederaufbau der Welt nft« aller verfügbaren Kraft mitarbeiten wird. Wir wollen das als freie Menschen tun, aber nicht als Sklaven der Entente, die wir sein würden, wenn wir für alle Zeiten unter den uns auferlegten Bedingungen stehen müßten. Der sogenannte Friedensvertrag, der n Wirklichkeit keiner ist, und von dem in der ausländischen Presst allgemein gesagt wird, daß er nur ein Stadium des Uebergangei Daran wird nichts geändert dadurch, daß er auf Pergament- oder japanischem Büttenpapier gedruckt wird und daß er die Unter«' schriften der Vergewaltiger und der Vergewaltigten trägt. Das deutsche Volk ist sehr gedrückt. Einzelne Kreise im Bolkt, deren gerechte Empörung über dieses Schandmal der Weltostschichtr vollkommen zu billigen ist, haben sich zu Stimmungsausbrüchn z. kaufen ges. Schr. Ang. u. 013425 a. d. Gieß. Anz. Betrachte FMcta von 50—500 Gramm möglichst mit Stopfen zu kaufen gesucht. , e*9 Friedrich C. Weiss, Grünberg lHessen). j Verschiedenes | Auskömmlicher i018391 Privrrtmittags- u. -aberrdtisch gesucht. Schriftl. Angeb. erbeten an Avotbckcr Simon, Engel-Apotheke. Junge Dame wünscht schriftliche Heimarbeit, täglich 1—2 Stunden. Schriftl. Angebote unt. 013372 an den Gieß. Anz. Nehme noch Kundschaft z. 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Es soll nach dem Entwurf mir noch eine einheitliche Grundwechsel steuer geben. Die Auseinandersetzung der bisherigen Steuergläubiger über den Ertrag mlllzieht sich nach dem Entwurf in Form der Abrechnung, ohne daß der Steuerschuldner selbst damit Zu tun hat. Ter Entwurf hofft pis* Ai iul? $*• OlM Ladens n dem das Ungeheuei müssen alle Kraft zusim Liuskeln bewahren, m: t dem sich unsere h»jft te verwirklicht. etiot du St« nigfeit lot barf bit MW t üiöt M was W M vA M! ure teideüsch «n P°°> wirt w‘;; Hiebet gutjiimch«,, W Inncb. eÄ kov zu Annev. ebLntk te FjT. Ang. W jefienL- enjsj ^7 itags- »tisch Angeb- -otbck" «lpoib^ Wünscht ehe >eit nden-, . M *en ZI., blond»; B»; ft«? Slbrlstllch/MM 013379 nnJ*n Sj BelohM SW sei 8.1-4 61,11 AM BI, Ati.1 Berlin-Johannisthal l‘< >2 die dieses Haus beschäftigen. Sie sind nicht mein Werk. Worte des wärmsten Dankes an meine Borgänger, die Herren Schiffer und Dernburg, ffnd meine Amtspflicht und mein Hwsörlliches Bedürfnis. Die Steuern selbst sind in den wesentlichsten Bestandteilen der Oeffentlichkeit seit geraumer Zeit bekannt. Zwei Gesetzentwürfe sollen d« .^gsgewinnbesteuerimg zum Abschluß bringen. Der Entwurf des Gesetzes über eine außer- ordentlicke Kriegsabgabe für das Rechnungsjahr 1919 ist im wesentlichen eine Wiederholung des Gesetzes über eine außerordentliche Kriegsabgabe für das Rechnungsjahr 1918 vom 26. Juli 1918. Während das Kriegsabgabegesetz für 1918 weiterhin die Entrichtung einer Vermögensabgabe für Einzelpersonen vorgeschrieben «rcra^sgegnern als gemeinsam Verpflichtete Minder. Der deutsche Steuerzahler wird künftig kuu Sorge mehr haben, auszurechnen, ob er mit üieracm günstiger nngkommt, wenn er in Berlin- °urwewatt> oder am Bodensee wohnt ^r Bedarf des Reiches scheidet sich künftig in vn Kategorien: a) Inlandsbedarf, b) Wieder gut- Die voraussichtlichen fortdauernden und ^Mrsen IahresauSgaben des Reiches werden sich pEtfarnt auf rund 17V, Milliar den belaufen. Da- Verz-msung der Reichsschuld auf Veriorgung der Kriegs- wirten und HuUeMiebenM auf über 4 Ml- w Weimar, 8. Juli. Am Ministertisch: Bauer, Erzberger. Ein schleuniger Antrag der Abgeordneten Kvan Agnes (Unabh.), betr. Einstellung des gegen den Abg. Eichhorn 'tlnabb.) beim Amtsgericht Berlin I schwebenden Strafverfahrens für die Dauer der Sitzungsperiode der Nationalversammlung. wird auf Antrag von 9Ib£. Wurm Unabh^» an die Geschäftsordnungslommission w«fen. I inrrden sollen. Wir müssen wissen, wie hoch dir tvcsamtfunrme unserer Leistungen an die Gegner ist, und wrr müssen auch wissen, wie hoch die Iahres- auo« ist, «e geleistet werden faint und muß. Ich ro -j.fr bntzchloffen, und die Herren, die mich vom merchstag her kennen, werden mir diesen Willen auch bestätigen, ben Weg der harten Sparsamleit überall zu gehen. .Larum hal>e ich sofort noch lieber» | nähme menics Amtes die von meinem Herrn Amts- vorganger bereits vorbereitete Parole ausgegeben, daß.vom 1. Oktober 1919 ab es keine K r i e g s f o n d s m e h r gibt, daß die Kriegs- finannzwirNchast aufhort und daß zur geregelten Eichewir.schast zurüdgekchrl weiden muß. Darum muß auch der saft gemäße Abbau der Ar- beitslosenUnterstützung ins Auge gesüßt werden. Lohnende Arbeit, nicht Arbeitslosenunterstützung ist das Ziel. Wie soll der Gesamtbedars gedeckt werden, den ich für Reich, Einzelstaaten und Gemeinden mit rmid 25 M i l l i a r de n M a r k beziffern k um 74 Millionen. Dabei ist den Verhältnissen - bisherigen Heiden anderen Skeuergläubiger, ' bet Bundesstaaten und Gemeinden, Reft>:'.ung ge- ttagen, indem sie von der Steuer von 1 Prozent bte Halste erhalten sollen, wobei die Ansein- andersttzung zwischen Staat und Gemeinden den Gliedstaaten als Ausschluß ihrer LandeÄwheit über-- lossen bleibt. Durch das Ray-onstcuergesetz wll berjenige besondere Wertzuwachs erfaßt ,ver- den, der für Grundstücke in der Umgebung von Festungen bei Aufhebung der für sie nach b.mt Reicksvayvngesctz von 1871 geltenden weitgehenden Benutzung-bcschränkung (Bauverbote und dergleichen, im Falle der Auflösung der betreffenden J-estnngsanlagen entsteht. Eine weitere Erhöhung der Belastung des Tabaks ist bet der gegenwärtigen Finanzlage des Reiches unoermeidltch. Ter Entivurf rechnet im Beharrungszusdand, das ist beim Wi-chercintritt regelmäßiger Verhältnisse, mit einem Gesamtertrag hvn 750 Millionen.. Dies würde gegenüber den im Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1918 eingestellten Einnahmen von Tobakabgaden eine Meh'r- einnahme von „450 Millionen bedeuten. Tie diotwendigkeit, zur Deckung des erhöhten Ftnanzbedarfes des Reiches Mehreinnahmen zu schaffen, ist derart dringend, daß es nicht mehr angängig erscheint, von einer Erhöhung der Zuckersteuer ab^ufeiten, so unangenehm es auch manchen Kreisen sein mag. Tie erhebliche Preissteigerung des Zuckers während der letzten Jahre und die trotzdem vcrstärtte Nachfrage lassen erkennen, daß der Zucker eine starke Belastung ertragen kann. Tie jetzigen Zuckerpveise betragen lilehr als das Dreifache der Durchschnittspreise des Betriebsjahres 1913/14. Tie Vorlage sieht eine Erhöhung von 14 auf 30 Mk. vor. Von einer sola/en Erhöhung, die einer Verteuerung des Kleinhandelsbetrages um 8 Pf. für das Pfund entsprechen würde, ist nad? den Erfahrungen der letzten ^ahre ein nennenswerter Berbrauchsrückgcmg nicht zu befürchten. England und Frankreich erhöhen lhl>: Zuckersteuer gleichfalls. Tie Sch ie l ka r t e n- steuer ist seit über vierzig Jahren unverändert geblieben und entspricht nicht mehr dem heutigen Oseldwert. _ Schon zur Ausgleichung dieser Ungerechtigkeit ist daher eine Erhöhung geboten, ■sie .wird neben einer Reihe anderer Steuern auf den mehr oder minder entbehrlichen Aufwand als gerecht empfunden werden. Der Mehrbetrag wird aut zehn Millionen berechnet. Auch die Zünd waren können dem Reich größere Einnahmen zuführen, wenn einerseits die schon jetzt der Zündwarensteuer unterliegenden Zündhölzer höher besteuert 'werden, und wenn mindestens die Feuerzeuge und Zündmittel ebenso ivie in anderen Ländern zur -steuer herangezJgen werden. Diesen beiden Gesichtspunkten folgt der Entwurs des neuen Zündwarensteuergesetzes. Ter Entwurf sieht eine Verdoppelung der bisherigen Steuersätze vor. Tie Industrie wird eine derartige Belastung tragen Tonnen, wenn einerseits die zum Schutz der jetzt bestehenden Zündholzfabriken getroffenen Kontingentierung bestehen bleibt tenb wenn andererseits, wie schon erwähnt, der stärkste Feind der Zündholzrndustrie, die Feuerzeuge, herangezogen werden. Bisher ist die Zünd^varensteuer des Reichshaushalts mit rund 22 Millionen eingestellt worden. Künstiglstn wird eine Mehrern- nahme von rund 30 Millionen erwartet. "«WZ Mil (.»„ ' " "« mil he J*1 Zweimal nur in meinem politischen Leben, ------ - - -..... bin ich erschrocken, das eine Mal, als gegen I berrf? Nachdem ich das Reichsfinanzministerium meine Erwartung und gegen vorherige Verab drei Wocl)en leite, werden Sie von mir nicht retxung der Reichskanzler am 5. November 1918 Mcntjich schon die Darlegung eines bis in alle mich mit der Führung der Waffenstillstandsver-1 Emzelherten durchdachten Steuersystems ernrarten. Handlungen beauftragte. Es war vormittags zwölf ,-lber mein Plan steht bereits fest. Die neu vor- llhr, und abends fünf Uhr mußte ich abreifen ^sten^n, Steuerentwürse sollen dem Reich weitere mit unbekanntem Ziel und mit dem bindenden 1200 Millionen laufend und umgerechnet auf die Auftrag, dem deutschen Volk den Waffenstillstand 6msguote 600 Millionen einmalige Einnahme unter allen Umständen zu bringen. Ten zweiten bringen. Gs ist noch zu decken die Summe von politischen Schrecken erlebte ich am 21. J-uni 1919, mehr als 10 Milliarden Mark. Das ist mehr als als der Reichspräsident zu meiner großen lieber- bas Fünffache unseres Friedensbedarfes. Zwei rajdynng bei der Bildung der jetzigen Regierung I fly°Bc neue Steuern nähern sich int Finanzministe mich aufforderte, das Reichsfinanzministerium zu I ruim ihrem Abschluß, und ich beabsichtige, sie noch übernehmen. Die Bedenkzeit war kurz, ich mußte 001 Beginn der Parlamentsserien dem Hause zu sagen. In diesem Augenblick kann die neue iMterbreiten: Die große einmalige Ver- Steuerlaft eher dazwischen geschoben iverden, als N?kö9ensabgabe -und die große Umsatz- ivcrm unser Wirtschaftsleben wieder in Ordnung ftene r.Aber auch durch die in diesen Vorlagen angekommen ist und dann durch neue Steuern aber-1 geführten Summen ist der Fehlbetrag für den eige- mals schwer erschüttert werden müßte. Keine Ret- neu Bedarf noch nicht gedeckt. Die Summe für hing bringt der Staatsbankerott, denn Staats-1 bte WiedergAtmachimgen muß auf andere Weise bankerott ist beute Volksbankerott im Innern unb cubrebracht werden. Im Herbst werden der Na umunt Deutsckstand im Ausland jeden Kredit, tionalversammlung neue Vorlagen zugeheir mit dem Teutschland aber braucht Kredit, viel KrÄnt, um I ^biteL diesen Fehlbetrag zu decken. Die Steuerleben und sich entwickeln zu können. Die in man- last wird etnegeradezuentsetzlicheHöhe eben Kreisen leicht verfänglichen Ratschläge auf Zeichen. Es muß an dos Höchstmaß der '.'Inimllicrung der Kriegsanlei hen oder Leistungen eines jeden Steuerzah- ^>erkündung des allgemeinen Bankerotts mache ich f lers^ heran gegangen werden. uicht mit Der Zinsendienst für unsere Kriegs- Airche unb Schule. ** Aus der Hessischen evangelischen Landeskirche. Während des .Krieges standen 67 Geistliche der Hessischen evangelischen Landeskirche im Heeresdienst. Davon waren 44 im Seelsorgedienst des aktiven Heeves (Front oder Etappe) tigtig, 6 im dayrccttiyienff und 1 im Verwaltungsdienst des 5)eeres; 16 Geistliche dienten mit der Waffe, darunter 12 als Offiziere: 6 Geistliche sind gefallen bzw. verstorben. — Ferner standen 33 im kirchlick>en Vorbereitungsdienst stehende Kandidaten im 5)eeresdienst: 2 find gefallen. bj. Tarmstadt, 8. Juli. Das LandeSamt für das BildungSwesen beabsichtigt, die Veranstaltung von VolkshoclffchulkursLn, ebenso wie dies nt zahlreichen anderen Städten schon geschahen oder geplant ist, auch in Darmstadt zu einer ständigen Einrichtung zu machen. vermischte». ♦ Kirschen für 45 Pfennig. Ans Jena wird berichtet: Durch eine kürzlich ergangene Verfügung für ganz Thüringen ist ermöglicht, den gesamten .Kirschenerttag der Bevölkerung ui dem Preise von 4o Pfennig das Pfund im Kleinhandel abzugeben. Alle höher reichenden Abschlüsse mit den Verpächtern werden für imgülttg erflärt Wenn die Reick-Svegierung den jetzt der Nationalversammlung vor gelegten Stenerentwürfen den Entwurf eme5 Dergnüguugssteuerge- setzes an fügt, so ist das geschehen, weil immer erneut aus allen Kreisen der Bevölkerung der Wunsch geäußert wurde, den besonderen Aufwand, der allenthalben gerade auf dem Gebiet der Lustbarkeiten getrieben wird, nachdrücklich zu besteuern. Es faint nicht geleugnet werden, daß die Ver- gnü-gungslust in TeuHctLcrnd, und zlvar nicht nur in den Großstädten einen Umfang angenommen hat, der M den ernstesten Bedenken Anlaß gibt und MM Teil in schreiendem Mißverhältnis zu dem urchtbaren Ernste unserer Zeit steht. Eine Beteuerung scheint auch durchaus am Platze. Nun be-- stehen leider bereits in den meisten Gebieten des Reiches Lustbarkeitssteuerordnungen der Gemeinen. Diese Steuerordnungen sind aber naturgemäß o unglejichmäßig und vielfach werden gerade in £>ttoten, in denen die Vergnügungssucht besonders «groß ist, nur geringe Steuern erhoben, weil die der gutzumachen suchen. Die breiten Massen des Volkes warten seit der staatlichen Umwälzung auf das große O p fe r der b e si tz en den K l a s s e n. Pflicht der Besitzenden ist es, nicht nur sich dem staatlichen Zwmig zu fügen, sondern sich zur nme- ren Ueberzeugung der Notwendigkeit der Hingabe aller Reichtümer und alles Ueberflusses durchzn- ringen und durch Abkehr von Selbstzuc^ und Eigennutz die Brücken zur sozialen Bersöhmrng zu ichlasen. Grundlegende Sy stem änderungen in der Steuer Verwaltung werden baldigst der National Versammlung unterbreitet. Diese Reformen werden die Vollendung des Gesamtwerkes dar stellen. Ich bedauere es, alle Emzelheiten nicht schon jetzt darlegen zu können. Aber Reichsministermm und Einzelstaaten konnten in so kurzer Zeit nicht endgültige Stellung nehmen. Eine dringende Bitte habe ich, meine Damen und Herren, erledigen Sie alle Ihnen zugegangenen und noch zugehenden Sieuervorlagen bor den Ferien im Interesse des Reiches. Ob reich oder arm, wir alle tragen zu Viel Papiergeld in der Tasche herum. Ewig wahr bleibt das alte biblische Wort: Der Mensch ist zur Arbeit geboren wie der Vogel zum Flim. Das war mein Lebensprmziv. Ich rühme mich, daß ich ein Mann der Arbeit bin. Keiner meiner tzolirischeu Gegner wird mir das bestreiten nrleihe als ausgesprochene Volksanleihc muß ge» mhert sein. Die deutsche ^iegsanleiha ist von den breitesten Schichten aufgebracht worden. 39,1 Millionen Zeichner zeichneten insgesamt 98,2 Aiil- liarbcn Mark. Von den 39,1 Millionen Gesamt- ?eichnungen entfalten nicht weniger als 34,3 Millionen auf Zeichnungen unter 5000 Mk., das sind 90 Prozent der Gesamtzeichnunaen. Diese 90 Prozent ergeben 25 Milliarden Mark, also rund ein Viertel der gesamten Zeichnungen. Rechnet man die Zeichnungen bis zu 50 000 Mk. zu den mittlere», so ist das die Hälfte ber Gesamt- nungeu, so ist fast die Hälfte der Gesamt- jiichnungen von mittleren, kleineren und kleinsten Zeichnern aufgebracht worden. Außer den 25 Mil-1 narben Mark, welche die kleinen Zeichner aus- acbracht haben, haben die Sparkassen, Kredit- lassen. Kreditgenossenschaften und Versicherungsgesellschaften insgesamt 21,5 Milliarden gezeichnet, hinter dieser Summe stehen in ber Hauptsache Arbeiter, Angestellte, Dienstpersonal, Beamte, Hand- ßrrfer, kleine Landwirte, die die Sparkasse als gesicherte Stelle für ihre Ersparnisse betrachten. Ehcime Pflicht ber ReichsfinanzVerwaltung ist es, iid# dafür ein^usetzen, daß ber Ainsendienst für bü- Kriegsanlenhe geleistet werden kann. Steuerliche Begünstigungen kann ick allerdings für die Kriegsanleihe nicht in Llussicht stellen, wohl aber irirb dieselbe auch künftig bevorzugt werden bet ber Zahlung von gewissen Steuern und beim tauf von Heeresgut. Das Finanzelend nach diesem Krieg ist Gemeingut der Sieger und Besiegten. Ein Riesenwerk wird die Aufbringung der neuen Steuern darstellen, ein Riesenwerk die Verzinsung der Kriegsanleihe. Aber damit ist die Gefahr für unser Finanzleben noch nicht beseitigt. Eine stete Gefahr sind die 72 Milliarden schwebende Schuld, sie sind die stets drohende Gewitterwolke am Finanzhimmel der deutschen Republik. Ihre tunlichste unb rascheste Beseitigung ist eine der dringendsten und wichtigsten Aufgaben für mich. Zwei Wege gibt es: Entweder Umwandlung in eine festsundierte Anleihe oder Tilgung durche große Abgaben, sei es durch Einziehung sämtlicher Kriegsgewinne, sei es durch eine große Vermögensabgabe, wobei ich mich keinem Zweifel hingebe, daß diese beiden Steuern zusammen nicht sofort den gesamten flüssigen Bettag von 72 Milliarden aufbringen werden. • Annen dBrr eine Rettung gibt es für unser Volk, in schwerer Arbeit rückwärts blickend vor- ’ tvärts schreitend. Den Rricküimi hat uns ber Krieg : genommen, die Welt hat uns die international ' Gerechtigkeit versagt. Ilm so leidenschaftlicher uni? energischer aber wollen wir arbeiten ifn eine ' in Gerechtigkeit wieder aufblnhende Heimat uno ; all unser Sorgen und Mühen widmen dem armen. ' aber gerechten TeulWand. Wenn unser Volk in allen seinen Schichten jetzt nicht mit allen Kräften an die Arbeit geht, sind wir rcthmgv!o5 verloren. Das muß dem deutschen Volke endlich ;u ’ vollem Bewußtsein kommen. Die Rede des Reichsfinanzministers wurde an vielen Stellen von lebhaftem Beiiotl unterbrochen. Als der Minister vom gewissenlosesten aller Finanzminister Dr. Helfferich spracli. erfolgten lebhafte wiederholte Ruse: Sehr richtig! links). Daraus stürmische Rufe von der Rechten: Pfui! Pfui! (Großer Lärm. Lebhafte Zwisckieil- rufe links. Rufe links: Raus, raus!) Diese :Rufc . galten einem auf ber Rechten gefallenen Zwisckren > rus. Reichsfinanzminister Erzberger sagte zu dem Zwiichenniser: Neu ist mir, daß Sie int Paria inentarischen sich auch der Schimpfworte bedienen' Dir Aussprackie. Nach einem Beschluß des Aeltestenausschui^s bejchließt das Haus, daß von jeder Partei nur em Redner je eine halbe Stunde sprechen soll. Ltbg. Keil (Soz.): Die Rebe, die wir eben gehört haben,, hat nur den einen Fehler, daß sie Izu spät gehalten worden ist. Hunderte von Mll> harben sind seit ben 5 Monaten seit Zusammentritt der Nationalversammlung über die Grenzen (geschmuggelt, verschoben, versteckt und verschlvendet, j>ckenfalls dem Steuerzugriss entzogen toouxm. DaS Bündel neuer Steuern, das uns mm endlich ?nr sBeratmig Dor gelegt itrirb, läßt leider die große imo kühne Entschlossenheit vermissen, ohne die eine Lo> sung ber gigantischen Aufgaben aus biefem Gebiete unmöglich ist, undD nur eine Fortsetzung und Wr. derlwlung von Steuerarten, die während ix_> Krieges fdpn in Angriff genommen worden sind. Anse ber Reichserbschastssteuer, die rasch zu ?r ledigen ist, muß eine Milliarde und mehr Ikt ausgeholt werden. Die Nachlaßsteuer ist aber für bte großen Nachläffe zu genug. Bis zur Pollen Konffskatton des Erbvermögwi-s sind VssrsMrf nr gerat angezeigt. Ohnehin ist der Luxus ber oberen Schichten unerträglich Finanzielle und sozi.il.- Gründe sprechen für ein radikales Vorgehen bet yvegierung. Abg. Farwick (Ztt.): Daß die Spekulant:.1 in Kriegsanleihe in dem Gesetz über die Kteiegs abgaben ihren Meister gefimben haben, wird im Volke ungeheuere Besriedi^ing ffnden. Es ist tenier ein mit Sorbeten zu krönendes Beginnen, daß den Kriegsgewinnlern das Handlverk gelegt wird. Heber die indirekten Steuern fuhrt Redn.r aus, daß sie den Ausfchiß noch lebhaft beschäftigen werden. Es gilt für unser Volk, alle phn fischen und moralischen Kräfte zusammentzuneh- men, um die ungeheueren Lasten zu ttagen. Abg. Schiffer (Dem.) verteidigt sich gegen die Vorwürfe Keils wegen der Verschleppung der Steuervorlagen und erklärt ir. a.: Ich verweise darauf, daß die Versteuerung ber Krwgsqcwimch &dor Ostern fertig gestellt war. Weshalb ist cks nicht veichandelt worden? Tnrch die Schuld der ^rattonalverstlmmlnug, die damals eine Pause eintreten ließ. Hinsichtlich der Abwanderung des Kapitals nach dem Ausland^ habe ich alles getan, was $n machen war, und keinen brauchbaren gchört, der über meine eigenen Maßnahmen chinausgegangen wäre. Ohne große indirekte Steuern werden wir nicht auskommen, bei der Gelegenheit aber zugleich hie Frage der Erhebung der Zölle in Gold prüfen müssen. Der Finanzminister flüstert mir eben zu, daß hierüber bereits ein Gesetz im Gange wäre. Das Kapital dürfen wir bei der Besteuerung nicht zerstören, sondern wir müssen dafür sorgen, daß möglichst viel Kapital erzeugt wird, um unsere Wirtschaft wieder hochzubringen. Gegen die Steuer- Unehrlichkeit müssen wir alle Mittel anwenden. Darauf tritt Vertagung ein. Der Präsident macht noch einige Mitteilungen über den Arbeitsplan der nächsten Zeit. Daraus ist hervorzuheben: Mittwoch nachmittag 3 Uhr Bo endigung der ersten Beratung der Steuervorlagen, Siedlunysgesetz. Die am Donnerstag dieser Woche beabsichttgte große politische Aussprache wird um acht Tage verschoben. Schluß 71/* Uhr. Gerechte Steuern müssen die Ueberkapitalisie- ung eines Volkes verhindern. Sie tun es dann, wenn gewisse Arten von Einnahmen vorbelastet werden. Das Kapitaleinkommen muß eine -rhebliche Vorbelastung vor dem Arbcitsein- bnunrn tragen. Ein guter Finanzminister ist der,, - - beste Sozialisierungsnnnister. Ärlche Ärziallsierung 7^' will der Entwurs auf die nochmalige Er- B uns bitter not. Schon vor dem Kriege war Iein«: solchen Abgabe mit Rücksicht auf Unterschied in Deutschland zwischen den besitzen- ?}e kommende große Vermögensabgabe verzichten, unb nichtbesitzenden Klassen zu groß und damit Jn, Frist ber entsprechende »a sozialen Ungerechtigkeit und zu einer Strand Gesetzentwurf gleichfalls vorgelegt werden soll. Der heft am Wirtschaftskörper geworden. Nur das Blut, ^er vorgelegte Entwurf eines Gesetzes über eine flicht auch das Gut verlangte man freiwillig undI .^^B^aoe vom Vermögenszuwachs chne Zinsen für das Vaterland. Der damalige Vize- bie ^legsgewinnbesteuerung der Einzelper- Irnzler ' unb leichtfertigste aller Finanzminister, '0"Ni schließend regeln Der Entwurf will jbtaatssekretSr Helfferich, hat dieser Tage von ben gnmbfahhti leben m der Zeit vom 1. Juni 1914 inneren Mächten ber Zersetzung gesprochen, die die ol. Dezember 1918 eingettetenen Vermögens- Katastrophe des moralischen und nationalen Znsam- rnwachs mü einer Abgabe treffen. Sie soll die rieubruchs verschuldet haben. Er hat es unterlassen, dem K^egsstenergetetz 8u entrichtenden Be- r«rbei jene unheilvolle Wirtschaftspolitik ber da- lräge, die al§ Abschlagszahlung zu gelten haben, Maligen Regierung $u erwähnen, die dem mora- durchweg übersteigen und derart gestafsell snn, licken Siegeswillen des deutsck)en Volkes so sehr daß von einem bestimmten Betrag ab ieder Verschöbet hat und deren hauptsächlichster Träger er mdgenszuwachs restlos toeggefteuert wird. Ueber sckdst war die Größe diefes Bettages bestehen zwischen Reichs- Der verstärkte Ruf nach Sozialisierung ist nur >*gtening ^nd Staaten ausschuß Mrinungsverschie- j?s Echo der überkapftalistischen fi^:i0g^!uirt^^^aft ^061x115 ber Zant ber 8to^te0ierung p» großes Stück Sozialisierung ist allerdings in derart gestaffelt ist, daß in keinem Falle ein Ver- ,^n wenigen Monaten ber jungen deutschen Re- niögenszuwachs von mehr als ^04 500 Mk. ver- WiT bereits unbemerkt vollzogen worden. Das bleibt, will ber Z^mf beä Staatenausschusses dies ihrigen des Arbeitslohnes unb das Sinken des Ael lerst bei einem Vermogenszuwachs von 440 500 Geldwertes sino bie größten Sozialisierungen, die Mark erreichen. Zuverlässige Unterlagen den ke Welt kennt. Der Kapitalist, der vor dem Kriege wahrscheinlichen Ertrag dieser Steuern zu schätzen, 100 000 Mk. Vermögen 6000 Mk. Jahres- stehen Nicht zu Gebote. vikommen zog und heute dieselbe Diente hat, stehtI Der Ausbau der Besteuermig der Erb- iUt schlechter da als ber Arbeiter, der vor schäften dürft) das Reich unter Einbeziehung i Kriege 1500 Mk. Einkommen hatte und j e tz t des Gatten - und Kindeserbes, auf das die Hach)l- (800 M k. Lohn bezieht. Eine giftburchbachte, mässe ber Veoerbung entfällt (etwa vier Fünftel, tmf angelegte Reichsffnanzresorm wird dem Rus stellt eine alte Forderung dar, bie, wie bekannt, »all Sozialisierung Gehör verschaffen. bei der Frnauzreform Dort 1908—1909 den Die Erbschoftsstewer und bie große Vermögens- Gegenstand heftiger Kämpfe bildete, heute etwas die ersten einleitenden Schritte, andere selbstverständliches unb von allen Seiten erwartet : L^^.tojgcn. Die Annahmen des Reiches müssen ist. Ter Entwurf sucht das Ziel zu erreichen, 900 Prozent gesteigert werden, die der Einzel-1 einmal durch Ausdehnung der bestehenden Erb- rind Gemeinden um vielleicht 100 Prozent, anfallsteuer, b. h. die Besteuerung des einzelnen Isvlcke Riesenverschiebunsen erfischen neue Maß- Erwerbes vvn Todes wegen, auf die Ehegatten Ikbvden, neue Organisationen, neue Ideen. Der und ihre Nachkömmlmge unter gleichzeitiger Er- ,bes Steuerschuldners muß die Einheit der I Höhung der Steuersätze für entferntere Berwandt- Bedürfnisse gegenüberstehen. Reich undI schaftsgrade unb unter Berücksichtigung auch des vor dem Erbau fall bereits vorhandenen Vermögens des Erwerbers, ferner durch eine entsprechende Erweiterung ber Schenkungssteuer, außerdem aber auch noch durch eine ergänzend. Nachlaßsteuer, die neben der Erbanfallsteuer und vor «Äffe “ns Netlcütat 'te Fntdeu-vntra? de Stablu« bi« Utbttgi,, der ktz daß er auf Png«, Jitb und daß n dir Qrt itoaltigttn trägt. ^iazelne kreise im |i|| chandml der WelWr zu StimmungSausbcha nere Front Drutschl-ii irnden sich an die in y wie an bit, die ihre &ik sich zu Handlungen atu iflofe Verzweiflungsakt i Louis Roll’* -h =s bchsrdliche Anzrigen. Apparate Glaser Statt Ketten! Gießen, den 9. u. 10. 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