Piels her: ZrvMngrr-unddnick u. Verlag: vrühl'fche llniv.-Buch- u. Zteindruckerei H. Lange. Schristleitrmg, Geschäftsstelle u. Druckerei: Zchulstr. 7. a um Zur Vorgeschichte der Krieges. tote ift -o- ;i einer venz bezüglich P I Annahme con Anzeigen f. die stagesnuminer bis zum Nachmiltaq vorher ohne jcdeVerbmdlichkett Preis für \ mm höhe für Anzeigen v.34min Breite örtlich 15 Pf , auswärtL 18 Pf., für Reklame- anzeigen von 70 mm Bre'le 48 Pf. Bei Platz- Dorfrbriti200/„9hiffd)(nfl. Hauptschriitleiter: Ang. (Stoen, verantwortlich für Politik: illug. Goetz, fiirden übrigen Teil: Dr. Rei.chold Zenz; für den Anzeigenleil: £). Beck; fämtltd) tu Gießen o au 5 Anna- in einer Rede über lelfing 10301c lU??ert°n Aschen- feinem )lMo»8e Un,i e n ente Reihe. ™22.SeptdJ. 16W leugnähen Handarbetea, enlfliiengenemmen Straße 49II. K;chei. achnng. M afafjm Be» t am BrStchoi heb a tat 8. d.Mts. ü ter route giftetet ter 1919. 10909§ tas^llüüücMs Amsterdam, 6. Selt-mber. (W.B) Wie die aus Bagdad meldet, wird Mackensen und sein Stab morgen nach Saloniki abreiscn, sich von dort aus nach Marseille einzuschiffen. m der < 50 - fyv ” 3»*1 CtgtroW *919, Acdüers^ lK ichuntz. S. witd der Kwv M 12 Vomig ftr Wien, i5. Sept. (WTB.) Um zu beweisen, tongerecht das deutsch-österreichische Volk im Friedensvertrag ifür den Kriegsausbruch verantwortlich gemacht lvird, verösfentlickst der „Morgen" angeblich authentische Mitteilungen über den Verlaus desgemeinsamenMinisterrates am 7. Juli 1914, worüber am Tage darauf die Wiener .Blätter amtliche Verlautbarungen veröffentlichen, nachdem der Ministerrat einberufen tourbe, um sich mit der Beratung der Maßnabnren M /beschäftigen, die in der inneren Verwaltung! Bosniens und der Herzegowina zu ergreifen seien. Demgegeickiber stellt der „Morgen" fest, daß zunächst der Austenminister Berchtold Hervorbob, der Ministerrat sei einberufeu, um über die Maßnahmen zur Sanierung der durch die Katastrophe (in Serajewo hervorgerufenen Uebelstände in lBosnien und der Herzegowina zu beraten. Vorerst müsse man aber sich darüber klar loerden, ob nicht der Moment gekommen sei, um Serbien durch Kraftäußerung für immer unschädlich rzu machen. Ta ein solch ent- scheidender Schlag allerdings nicht ohne diplomatische Vorbereitungen geführt nerden könne, nahm er bereits mit der deutschen Regierrmg Fühlung. Nun wäre wohl noch notwendig mit Italien und Rum amen zu rechnen, doch sei er in Uebereinstim- mnng mit den: Berliner .Kabinett der Ansicht, daß 's.besser wäre, zu handeln, und etwaige Kompen- atwnsansprüche abznwatten. Nußlarrd verfolge die Polittt Zusammenschlusses der Balkanstaaten mit Rumänien. Es werde gewiß im entschcitanden Bcoment den Balkanbund gegen Oesterreich-Ungarn ausspielen! Deshalb mußte man zur Stärkung der Position der Habsburger Monarchie und weil ein Avwarten als Schwäche ausgetegt würde, gegen ern 1 Zuvorromme:: durch rechtzeitige Abrechnung mit Serbien, bereits den im vollen Gange befindlichen ^Entwicklungsprozeß aufauhalten versuchen, was spater zu tun nicht mehr möglich wäre. Aus die Vorstellung T i s z - ' nicht unbedingt für den Krieg e r kl ä-| l de r baltischen Gebiete an die latente leine Note,, in der die deutsche Regierung bedauert, daß die von ihr befohlene vollständige , Räumung der baltischen Gebiete durch das gehvr- samswidrige Verhalten der hoch in Kurland stehenden deutschen Truppen ins Stock«: geraten ist. Während sie die Eigenmächtigkeit der Truppen aufs sck>ärfste verurteilt, sieht sie sich jedoch infolge der ihr von den alliierten uitb assoziierten Negierungen auferlegten Beschränkungen außerstande,, durch Anwendung militärischer Machtmittel den Gehorsam der Truppen zu erzwingen. Bei dieser Sachlage bleibe der deutschen Regierung 'nichts übrig als der Versuch, die Truppen durch I Zureden zur Vernunft zu bringen und von Ausschreitungen, namentlich auch gegen Angehörige der alliierten Mächte, zurückzuhalten. Eine amtliche deutsche Antwort auf lettische Beschwerden. Berlin, 6. Sept. (WTB.) (Amtlich) Dem Führer der lettischen Delegation in Berlin, -L ch r einer, wurde heute vom Reichsminister c>es Aeußern, Hermann Müller, folgende Note übergeben: „Tie deutsche Negierung verurteilt aufs schärfste die am 24. August in Mitau von den deutschen Truppen gegen lettische Soldaten •mb Behörden verübten Gewalttätigkeiten und spricht der lettländifchen Regierung ihr leb- •-aftes Bedauern,über die Vorkommnisse aus. Df)ne dreie Vorl'vmmnis e irgeMvie elftschuldigen zu wallen, glaubt die deutsche Regierung auch bei dieser Gelegenheit auf die Ursachen der gereizten Stimmung eines Teils der deutsckien Truppe:: aufmerk- sam machen zu müssen. Ein Teil der deutsche^ Sol- üaten ist im, höchsten Grade erbittert darüber, öafr die lettische Regierung den ftemdstaatlichen Soldatei: zu einer Zeit, als ihr die deutsche mi- lttärische Hilfe mrentbehrlich schien, das Recht der Einbürgerung gab und damit die Aussicht auf eine Ansiedelung in Kurland eröff- mte, daß sie diesen nunmehr aber jede Anwart- schaft ab spricht. Dessen ungeachtet versucht die -deutsche Regierimg mit den ihr zu Gebote stellenden .Mitteln, insbesondere auf dem Wege stärkster Beeinflussung der Truppen durch ihre Führer, weiteren Ausbrüchen dieser verbitterten Stimmung vorzubeugei: und die Truppen zur Aufgabe des Widerstandes gegen den von ihr gegebene:: Befehl der schleunigen und vollständigen Räumung Lettlands zu bewegen. Tie deutsche Regierimg spricht die Hoffnung aus, daß. sie hierdurch zu dem von ihr erstrebten Ziele der Vermeidung toeiterer Unbotmäßigkeiten der deutschen Truppen in Lettland gelangt." Die Hcimschaffunq der Krieg-gesaugenen. ; _ Derlin, 7. Sept. (Wolff.) Die Reick-szentral- stelle ifür Kriegs- und Zivilgefangene teilt mit: Die bereits angezeigte Konferenz tourbe heute vornnttag im Kölner Hof zu Köln eröffnet. Sie wurde englischerseits von General Hutchison mrd deutscherseits von Oberst Bauer geführt. Als bnsherrges ^Ergebnis wird mit geteilt, daß die englffche Qtegienntg mit eigenem Material vorauS- ftchtttchi bis auf weiteres 3000 Gefangene täglich in Köln übergeben wird und wöchentlich nut eigenen Schiffen 3000 Mann nach Rotterdam unter der Voraussetzung des Einverständnisses der hollandrschen Negierung führen will. Die weftere Steigerung der Heimschasfmrg hängt davon ab, in welchem .Umfange die deutsche Regierung in bet Lage äst, rollendes Eisenbahnmaterial und Schiffsraum /zu stellen. Das Ergebnis der hierzu noch notwendigen lErhebnnge:: wird so schnell als mög- l:ch «der englischen Wako in Köln übermittelt. Der Gang der Verhandlung«: zeigte, daß die englische Regierung bereit ist, die Heimschaffung der beut- ftlEN lKriogsgefangenen:wch Möglichkeit zu fördern. Bis emschließlich 6. September sind in Köln 6000 deutsche Kriegsgefangene übernommen werben Mit einer Heimkehr der in französischer Gefangenschaft bcfindlckien deutschen Kriegsgefalv- gene:: kann vor der Ratifikation durch Frankreich nicht gerechnet werden. Mackensen. sprechenden diplomatischen Erfolg eine starke Te- mütigung Serbiens erzielen fönne, erklärte Graf Berchtold, eine radikale Lösung sei nur durch ein energisches Eingreifen möglich. Auch der M» nisterpräsident Graf Stucrgk trat dafür ein, indem er sich auf die Meinung des Landeschess in Bosnien, des Generals Pot io re k, berief, der sich für einen kräftigen Schlag gegen Serbien »itg* sprach . Der Pole Bilinsk: erklärte, als c-bcr]te» Verwalter Bosniei:s und der'Herzegowiua könne c« sich mit einen: diplomatischen Erfolg allein nid^ begnügen. Derselben Anschauung war der Kriegs- Minister, der daran erinnerte, daß die letzten Krieg«, stets ohne Kriegserklärung begonnen worden sind. Trotzdem Tisza nochmals auf die Furchtbarkeit eines europäischen Krieges unter den derzeitigen Verhältnissen hinwies, stellte Graf Berchtold als Ergebnis der Debatte fest: . 1. daß alle Versammelten eine rasche Entscheidung mit Serbien in einem kriegerischen oder friedlichen, Sinne wünschten, . 2. daß der gemeinsame Ministerrat bereit wäre, swh der Ansicht des Grafen Tisza anzuschließen, nach welcher erst mobilisiert werden solle, mrichem konkrete /Forderungen an Serbien gerichtet und diese zurückgewieser: worden wären, 3. daß alle Anwesenden mit Ausnahme des Grafen Tisza, der Ansicht wären, daß solche lucit» gehenden Forderungen an Serbien geteilt werden möchten, die die Ablehnung voraussetzen ließen, damit eine radikale Lösung im Wege des militäi rischen Eingreifens angebahnt werde. 0 ________ Die Zurückbringung der russischen Kriegsgefangenen. Berlin, 6. Sept. (WTB.) Entgegen ow* derslautenden Meldimgen bestellt, wie uns inn zuständiger Seite mitgeteilt wird, zur Zeit keine Möglichkeit, die russischen Kriegsgefangenen durchs die östlichen Randstaaten lstudurch- zuführen. Tie deutsche Regierung ist nach wie vor vm der Einwirkung der Entente auf die Regierungen dieser Randstaaten in ihren Maßnahmen abhängig. Es muß daher leider mit bet Tatsache gerechnet werden, daß die russischen Kriegsgesang-- mn trotz ter schwierigen Verpflegungslagie des Reiches und trotz ihres begreiflichen Wunsäies auf' baldige Heimleh-r in der Mehrzahl noch bis in den Wmter hinein in Deutschlmw verbleiben müssen.' Tenn auch für den Abtransport über See fehlt es an der dazu erforderlichen Tonnage. Tie deutsche Regierung wird, wie bisher, so mrch in Zukunft den Abtransport nach den Gesichtspunkten leiten, daß jeder Kriegsgefangene so abtrans'wr-l t:ert w:rd, daß er möglichst seine Heimat erreicht- oder die Gegend, wohin er sich begebe:: will. Ukrainer und Bolschewisten. . Berlin, 8. Sept. Tie „Deutsche Allgrm. Zeitung" gibt eine Meldung des ukrainisch-n Preffebnreaus wieder, wonach die ukrainischen Streitkräfte Kiew von den Bolschewisten geräumt haben und bei der V-rsolguna 50 Mecken über Kiew längs des Dujcper vor- gebrungen sind. Am st erb am, 6. Sept. (Wolff.) Der „Tele- graaf" veröffercklicht eine Londoner Meldung, bet Zufolge an: 5. September in Euskirchen im befttzteu Gebiet einige englische Soldaten über» , z .., . fallen wurden. Ein englischer Soldat wurde schwer z a s, der erklärte, s:ch verwundet. Der Stadt wurde eine Geldbuße von .----2- 100 000 Mark au kriegt. Ter Hauptschuldige, der reu zu können, da man auch durch erneu ent-! Arbe:ter Kupfer, wurde zum Tode verurteilt. bürg sind nur durch die nach dem bisherigen Gesetz berufenen Behörden und Volksvertretungen von Birkenfeld und Oldenburg zu führen. Vergrößerung der amerikanischen Zone. Haag, 6. Sept. Aus Neuyork wird gemeldet: Wie aus Koblenz berichtet wird, hat Marschall Foch beschlossen, daß der Teil der Rhein- lande, der .permanent von Amerikanern zu besetzen ist, zweimal größer sein soll al^das ^jetzt^ unter amerikanischer Verwaltung * Au; dem besetzten Gebiet Birkenftld. B e r li n, 6. Sept. (Wolff.) Rechtsanwalt Zeller-Birkenfeld hat an die Reichsre- g i e r n n g folgende Depesche gesairdt: Birkenfeld sagte sich vom Freistaat Oldenburg in der Landesausschußsitzung vom 30. August als elbständige Republik im Verbände des Deutschen Reiches los. Die Volksabstimmung über die Anschlußfrage an einen Nachbarstaat ist bereits in die Wege geleitet. Wir bitten um telegraphische Anerkennung. § 18 der Reichsverfassung ist von der Besatzungsbehörde als nicht vollziehbar erklärt worden, >a es sich um besetztes Gebiet handle. Die ranzösische Besatzungsbehörde erkannte die Republik bereits an. Die Regierung der Republik Birkenfeld: Zeller, Präsident. Darauf erging folgendes Telegramm des Reichsministeriums des Innern: Die Erklärung des oldeuburgischen Landesteils Birkenfeld zu einer selbständigen Republik ist unvereinbar mit den Artikeln 18 und 167 der Reichsverfassung. Die gewünschte Anerkennung durch die Reichsregierung wird deshalb versagt. Verhandlungen über die Loslösung Birkenfelds von Olden- leater »mm! am SamSkag SÄ He eiter t bie^r MSS Ä ffiifitillM, ransing über da; verfahren gegen den Kaiser. ,jti Amsterdam, 6. Sept. (Wolff.) Nach einer ro]"Ticloit :g des Pressebureaus Radio auS Ann ZiegelAafü. -o l i s erklärte Lansing in eine . ke Verhandlungen der Friedenskonfci I vorgeschlagenen gerichtlichen Verfahrens gegen uv Vvll« I den früheren de n t scheu .Kaiser, es sei vom Eine verschwindende Minderheit in der I <^ften Augenblick an ersichtlich geiuefen, die französischen Kammer ist der Ueberzelmuna, Mitglieder der Kommisse: entsck-loffen waren, vor daß der Friedensvertrag in Wahrheit ciuch ben %a:|er nor einen mternatronakii ssssArsk STSäsEuS be-j aus dem bte:chvkörper gesch,::tten yat, I burgischen Nenttalität so-.vie für flagrante Vcr- unb w:e man mit der Bevorzugung Polens I letzungen der .Vrtiegsgebräucl'e durch deutsch: Stteit- auch Rußland abstoßt, erweckt bei unseren fräfte berantiuortlid) sei. Tie Kommissivn 'habe westlichen Nachbarn allerlei Unbehaglich-1 mit ber Untersuchung der strafrech lichen Vevant- feiten. Der Finanzminister Klotz wollte die Wörtlichkeit bcgvnnen, se: aber schließlicheinstiinmig kritischen Bitterkeiten beseitigen mit der An- dem.Ergebnis gelangt, daß es nicht nckiglich °rh°»?n werde! S SZifMÄ U Ä'Ä ..c:U:ardei: werden vom franzosijchen Volke die moralifd>eit Verbrechen gegen die Menschheit idoqi mach so heiß genossen, wie sie bo-n begangen hat, sah sich aber gleichzeitig genötigt zu Herrn Klotz gekocht werden. Auch unsere Geg- erklären, daß es Tein positives Gesetz gebe, durch ner sehen ja eine Revision des Vertrages ^aS das Verhalten des Kaisers zu einem sttgfbare:: vor, und über die späteren finanziellen Bcrbrechei: gestempelt mürbe. Die Schuld des Kai- Leistungen ist noch gar nichts Bestimmtes feit» nicht derart, daß.sie von einem Gerichits- gesetzt. Man muß sich chso echftw7i?en^wun- sestgestellt und beftraft werde:: konnte, bern über dtese Offenherzigkeit des französi- Wilson über die englischen Fmanzmtmsters. D:e Zeit schleift Geheimverträge, manche Ungeheuerlwhkerten der gegenwärtige A • 26 ^^ollung, daß ^Utente-Kommis- in einer Rede in der bärtigen Lwudelskammer, 'on. davon abgesehen habe, den früheren er fei „gegen die Gehei rnvertr äge Groß- Kats e r strafrechtlich zu verfolgen. Die Be-I britanniens und Frankreichs. Er hoffe, grunbung, d:e Lansing dazu erwähnt, bedeu- daß rmter dem Völkerbund Geheimverträge unmög- tet geradezu einen Faustschlag in die von un- lich ftm würden. seren Gegnern bisher verkündeten Rechtssätze -------- LlÄXfeMÄÄ"i* vieAnnahmedesLriedensvertragrdurch gesetzt hatte, geht zu Ende. Deutsch-Gesterreich. Nr. 209 Der Siebener Anzeige* erscheint täglidi, außer 6onn« und Feiertags. vezugrpreir: monatl.Mk.1.60, oiertal- iährllch Akk. 4.80; durch Aohole- u. Zweigstellen monatl. Aik. 1.50; durch die Post Mk. 4.50 uiertel- jährt. ausschl. Bestellg. Ferusprech - ^luschliisse: für dieSchristleituug 112 Verlag,Geschäitsstelle51 Anschrift sürDrabtuach- richten: Anzeiger Kietzen. Postscheckkonto: Zranksurt a. M. V686 Erster Blatt 169. Jahrgang Montag, 8. September ^9 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen miet 1919. 1O3O8B (LrbmÄuttebMt). achnng.. oMriagt der -Oesterreichs durch den Fried ms- i'Reere sichern müssen. Das sei aber möglich ge- vertrag pvotcstiert wird, an. Ter Sbaatskmzle» . *,:e vvn Perswn, itlem» I ftreng zu überwachen und das eventuelle lleli-r- t Con Mavowo feien ge- schreiten der Grenze durch Deutsckr-Oesterreicher man etiwt geglaubt, durch die zu verhindern. Auch andere Blätter bestätigen die I Reibung von der Grenzsperre. Ten Blättm: „ Gou de trat warm fiir die zufvlae erklärte Staatskan^ler Nenner hpr tnift 111 r.-MT Kav ii*. z 111i t"• deir ^3riJ)Lödtrctcrn u. a.: Mit der bänatokeft gewesen fei, der inche Iftwb-i Unterze:chnung des Friedensverttages ist unsere nicht beendet. Mr bettachten den Ab- -■^caur??r) ^116 der Frieder^verlmndlungen nur als eine XftetfÄSÄ Etappe int Instanzenzuge, und wir werden vor er Frankriick/ md.it das Intfc Rhemufer brachte. der ReparatiouskommissiM: und dem Völkerbund Die Cntschädigungsfraae. welterkämpsen. Am Sonntag, fahre ich nach St. «... f Germam, um dort nach den in W:en eingeholten wenj, 6 Sept. D:e französ:sche De- BescÄüffen zu handeln. putiertenkammer gelangte :n der Verhandlung über den Friedensvertrag geftern zu der Die Entente und Rumänien. V n.a 11 e n Seite des Vertrages. Der w , ^ortahft Bedouce erklärte, daß die finanzietle n der Schweizer Grenze, 8. Sept. Lage, bie aus dem Krieg hervorgehe, Frankreich! « S' ^ec Meldung der „Köln. Ztg." wird die von erdrücken werde und daß sie auf den Kopf der Be- redigierte neue Nvte an Rumänien völkernng ausgerechnet schwerer sei als selbst in L? ^a.u?c bie>cv Woche in Bukarest überreicht. Tie Teulfchland. Der Redner erblickte die einzige Ret- X< r ,et etn£ni weitsichtigen und versöhnlichen (Nmg darin, .daß der künftige Völkerverein inter- 1YCT’te ^tr<^cn ■ Die WCbungi, daß Rumänien mit nationale Geldquellen schaffe, um Frankreich zu I ""garn . ^nen Sonderfrieden abschließen oufe zu kommen. Sodann nahm Finanz- wird von enwm rumänisch-:: Friedensdele- miutfter Klotz das Wort, um die Entschädi- Sorten m Rumamen für falsch erklärt. gimgssrage zu ^behandeln. Er schilderte insbeson- I --- Entschädigungen Deutschland auf- UI? SU.beweisen, daß diese Entschä- Eine deutsche Note über die Räumuna miSI9 r!Cttc 950l$ fei und keineswegs die Vor- p-x baltischen Gebiete toure rechtsert:ge, als ob Frankreich nichts be- m vamwn ^tötete. Redner führte aus, daß Frankreich .Berlin S.Seht. (W.B.) Die deutsche Re- rmch den Besttmmungen des Friedensvertraaes ?icrtm9 richtete :n der Frage der Räumung ?^wde von 36 Jahren eine'^" ------ - -- .....- ® o.u 4 6 3 Milliarden erhalten LÄ»' nicht sagen, daß dos Ti bemühte sich dann, nachzu- teisen, M Deutschland bie)e Entschädigung wirk- ich bezahlen könne und versicherte, daß das auch to^^Ä^Ä^L^ns sei Der Finanzmftckster lvird seme Rede am nächsten Dienstag nach- mrttag fortsetzen. r Aus dem Reiche. Eine neue Beschuldigung gegen Erzberger. Das „Freie Wort" richtet gegen den Reichsfinanzminister Erzberger ehrenrührige Vorwürfe, die ohne Zweifel noch zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung führen werden. Es handelt sich dabei darum, das; zu den Verhandlungen in Versailles über den Wiederaufbau in Frankreich entgegen den Vorschlägen der Sachverständigen der Berliner Kommerzienrat Julius Berger von der nach ihm genannten Tiefbau-Aktiengesellschaft entsandt worden ist. Das Blatt behauptet nun, E r z b e r g e r sei bei dieser Tiefbau-Aktiengesellschaft mit großem Kapital beteiligt. Dazu erklärt die „Deutsche Allg. Ztg.": „Erzberger ist aus der Gesellschaft ausgetreten, als er Minister wurde, und ist an ihr überhaupt nicht mehr interessiert." Strafantrag gegen Hclfferich. Berlin, 7. Sept. (Wolff.) Die Morgen- blätter veröffentlid^n ein Schreibe n Heisse- richS an den Reichspräsidenten, worin Helsferich daran erinnert, bafl drei Wochen vergangen sind, seitdem das Reichsjustizministerium mit der Prüfung des gegen ihn einzureichenden Strafversahrcns beauftragt worden ist und im Interesse der Reinlichkeit des öffentlichen Lebens entweder ein gerichtliches Verfahren vor aller Oesfentlichkeit. fordert, oder daß aus dem Unterbleiben eines solcl-en Verfahrens die einzig Mögliche Folgerung gezogen wird. Sollte der Neichssinanzminiftcr sich dieser Alternative noch länger zu entziehen suchen, so würde er genötigt sein, die bisher geübte Zurückhaltung fallen zu lassen. Wie die „Bossische Zeitung" hört, hat das Reich-justizministerium die Prüfung bed Materials beendet und das Ergebnis der Untersuchung bem Reichskanzler unterbreitet, der entschieden hat, daß namens des Reichsministeriums Strafantrag gegen Helsferich gepellt ivird. Berlin, 7. Sept. (Wolff.) Der Reichspräsident richtete anHelfferich folgendes Schreiben: Auf das gefl. Schreiben vom 5. ds. beehre ich mich, Eurer Exzellenz mitzuteilen, daß das Reichs- tfabinett dieser Tage beschlossen Jjgt, auf Veranlassung Erzbergers Strafantrag bei dein preußischen Justizministerium gegen Sie zu stellen. Ans Hessen. Henrich über die politische Lage. + Lanka ch. 7. Sept. Im Solmser Hof sprach am Samstag abend Minrsterialdirek- to r Henri ck. der z. Z. in hiesiger Gegend in der Sommerfrische wellt, über die wirtschaftliche und politische Lage in Reich und Staat. Als ?lb- georbneter der Nationalversammlung und der Hess. Vollslammer seinen Wählern und Wählerinnen einmal Bericht ju erstatten über die parlamentarische Tätigkeit der demokratischen Fraktion — so führte der Redner ans —, suche er einer seither infolge Arbeitsüberlastung nicht zu ermöglichenden Pflicht nachzukommen. Unverständlich sei die Art und Weise der Krllik, die die äußerste Rechte und die äußerste Linke an der Regierung übe. Ter Versuch, zur Politik von vor der Revolution zurückzumarschieren, sei aeradezu ein Ber- ’brcdicii am Reich. Diese habe uns das Chaos geschaffen, in dem wir uns gegenwärtig befinden und sei nach den Bestimmungen des Friedensvertrages nicht möglich. — Eine der brennendsten Fragen sei die F i n a n z s r a g e geworden. Gegenüber 4—5 Milliarden vor dem Krieg seien jetzt 25—30 Milliarden auszubringen, um den laufenden Verpflichtungen in Reich, Staat und Gemeinde gegenüber gerecht z uwerden. 8A des Einkommens — das vor dem Kriege 50 Milliarden Mark betrug — müsse jetzt als Steuer abgegeben werden, und zwar in vierfacher Gestalt, 1. als Erbschaftssteuer, 2. als Notopfer, 3. an Einkommensteuer und 4. an indirekten Steuern. Dabei sei der Grundsatz, die großen Vermögen und Einkommen prozentual schärfer heranzuziehen, deshalb gerechtfertigt, weil diese nicht in dem Maße, wie die mittleren und kleinen während des Krieges gelitten und somit dem Reiche gegenüber eine Dankesschuld abjutragen hätten. — Dos Landgesetz, die Siedlungsfrage be- Iresfend, dessen Sinn kurzoiefaßt ber sei: Land und zwar zunächst fideikommissarisch gebundes Land, sodann solches der toten Hand und drittens solches des Großgrundbesitzes mi enteignen und an Landbedürf- tigen entweder in Pacht, Erbpacht oder als Eigentum weiterzugeben, sei von den Vertretern des Hess. Bauernbundes in einer Sinn und Absicht entstellenden Art und Weise zu Agitationszwecken ausgebeutet worden, die es auch verschuldet habe, daß durch die von der Reichsregierung getroffene Bestimmung, lvvnach Grundbesitz erst von 400 Morgen, gegenüber der int hessischen Gesetz vorgesehene Grenze von 100 Morgen, enteignet werden darf, Das Glück drr ändern. Original-Romgn von Erich Eben stein. Copyright 1916 by Greiner & Comp., Berlin W 30. (Nachdruck verboten.) Fortsetzung 1. „Bleiben wir bei ber Sache, Herr Gotdorb. Sie sind der Erzieher der Millnersck-en Sühne, und ich die beste Freurrdin der Tochter des Hausis. Ta wir uns fo naturgemäß täglich trafm, ist es wohl nur natürlich, daß wir einander freundlich begegneten. Zum Gegenteil lag ja bisher auch kein Grund vor. Sie liehen mir interessante SSiufar, uno wir tauschten gelegentlich unsere An- fidjten darüber aus . . . die zufällig harmonierten. Wir schwärmten beide ein wenig für Nietzsckfe, dessen kühne Tl-esen vom rücksichtslosen Recht bvr Individualität unserer eigenen Anlage entsprachen. Aber das ist auch alles. Gefühlsmenschen sind nur doch nicht? Und darum, ich wiederhole eS, ist es mir unbegreiflich, wie Sie zu der Annahme kommen formten, ich wurde mich eines Tages mit dein Haus ehrer von Beatens Brüdern verloben!" Er trat noch näher an sie heran und zwang sie so, ihn anzuselen. „War das wirklich alles, Evelyn? Belügen Sie in freem Moment nicht mich und sich selbst? Treten Sie mit diesen taten Worten nicht die Wahrlxit imd das Recht der Individualität mit Füßen? Tenn was immer 3Iyr Mund je.t auch sp e verantwortlichen Ausgabe zu unter» stützen «und somit unser Volk und Vaterlcmo vor neuen fdjtoeren Erschütterungen, vor einem Bürgerkrieg, »zu bewahren, schloß der Redner seine mit Beifall au fgenommenen Ausführungen. — An der Aussprad)e beteiligten sich die Herren Pfarrer Fritsd) (Ruppertsburg), Joh. Jacob (Ober- Bessrngen) und Parteisekretär Heller (Gießen). • sw. Darmstadt, 7. Sept. Das Landesbildungsamt ordnete an, daß der Sedantag uirb die Geburts- und Namenstage des Gvoßh. Hauses in den Schulen nicht mtfyr zu feiern sind. Wegen des Kohienmangels sollen die H e r b st f e r i e n erst am 23. Oktober enden. Eine Gedenkfeier für die Toten des Weltkrieges ist für den 5. November angeordnet. Der Münchener Seiselmordprozetz. München, 6. Sept. Im weiteren Verlauf der Zeugenvernehmung gab der Zeuge Hauptlehrer Bund eine eindrucksvolle Schilderung von der furckftbaren Mißhandlung der beiden Regierungssoldaten vor ihrer Erschießung. Einer der Rohlinge wäre dem jüngeren ber beiden direkt auf dem Leibe herumgesprungen. Als die dritte Gruppe der Gefangenen zum Tode geführt wurde, habe sich Professor Berger trotz aller Warnungen ihr zugesellt da er glaubte, sie würden zur Vernehmung geführt. Der Zeuge erklärt mit aller Bestimmthrit, daß der Angeklagte Hesselmann gerufen habe: .Hetzt kommen die Leute von der Thule-Gesellschaft dran!" Auch der nächste Zeuge bleibt darauf bestehen, daß 'Hesselmann auf dem Zettel, auf dem er sich die Namen der zu Tötenden aufschrieb, hinzufügte: Ersclsteßen! Der Angeklagte leugnet dies und bezeichnet sich als das Opfer einer Verwechslung. Als der Zeuge Schwarzmaier verhaftet wurde, versuchte man, von ihm ein Geständnis zu erpressen, wobei ein zwanzigjähriger innerer Mensch, der nur gebrochen Deutsch sprach, zu chm sagte, er komme ins Luitpoldgymnasium unb habe dann mit der Sache bald nichts mehr zu tun. Im Gymnasium habe Hausmann in ähnlichem Sinne gesprochen. Hierauf gibt der Zeuge Pronauer, der ehemalige Vorsitzende des Revolutionstribunals, der vom Standgericht $u einem Jahr drei Monaten Festung verurteilt worden ist, eine eingehende Schilderung von der Tätigkeit des Revolutionstribunals und den vielfachen Anfeindungen, denen es von den radikalen Elementen- der Räterepublik ausgesetzt war, .da es fid) nicht zur Fällung eines Todesurteils ent- sdstiehen konnte. Dieser Kamps fei so weit gegangen, daß selbst er einmal verhaftet wurde und vor weiteren Verhaftungen auch nicht mehr fid)cr war. Vom Vorsitzenden über die Stellung des Revolutionstribunals zum Luitpoldgymnafinm befragt, erklärte der Zeuge, daß er nicht wisse, ob im Gymnasium eine eigene Gerichtsbarfoit geübt wurde. Er habe sich dagegen venvahrt, daß vom Gymnasium Verhaftungen au^oingen, und verlangt, daß alle Gefangenen dem Revolutions- tribimal vorgeführt würden. Uebecall, wo er deswegen Beschverde erhoben habe, auch bei den Führern ipie Levien, L e vi n6 - N i ssen , Eglhofer und anderen, sei ihm zur Antwort geworden: Tas geht hon Seidl und Hausmann, aus. Sie hatten eine gut organisierte Armee von mit vollkommener Kälte: „Genug! Enden wir diese nutzlose und peinliche Szene. Ich habe Ihnen ntriinen Entsckrlnß klar genug ausged.ückl unb . . ." „O ja! Sie sagten mir, daß Sie nickst daran d.mken, fick) mit einem — Hauslel-rer zu vor- fobJrt. Tas kann ich Ihnen ja auch nicht übet nehmen. Aber diese Stellung habe ich nur vorübergehend und aus Trotz angenommen, wie Sie wissen, ivell ich mich mit meiner Familie entzweite. Meine Tante, deren Erbe ich bin, besitzt ein Gut in Mährm, und eS kostet mich nur ein einzig.'s Wort . . „Tanke! Ich habe krinerlei Sehnsucht, von. .. Ertanten abl;ängig zu sein, Und d-.imit ist die Sackte wohl erledigt. Sitte, geben Sie den Weg frei! Es ist mit schan peinlich genug, i>rß unsere Jüngste uns vorhin hier beisammen stehen sah, wie ein . . . Liebespaar!" Sie lachte trocken und spöttisch auf. Er aber wich nickst von der Stelle. Leichenblaß, mit einer verzehrenden Glut in den hellgrauen Augen, starrte er sie an. „Ich habe Sie bibber für ehrlich gehalten," sagte er langsam. „Wenn Sie mit schworen können, daß Ihr .Herz wirklich nichts — gar nicksts für mich empfindet, dann — vielleicht — ich würde es ivcmigstens versuchen . . . Sie zu vergessen . . Wieder irrte der flimmernde Blick an ilstn vorüber. „W-elclie Dreistigkeit!" murmelten die plltz- lickr b!au ge wrdenen schönen Lippen, um im nächsten .Augen b. ick laut, fast schreiend l^ecauszustoßen: „Nein! Nein! Ich liebe Sie nicht!" Ihm n»ar weder ihre Blässe noch die seltsame Leidenschaftlichkeit ihrer letzten Versickerung entgangen. Wie ein Blitz zuckte es über sein Ck* sicht. Im nächsten Augenb.ick hatte er ihre Hand erfaßt und stammelte heiser: „Unb dennoch lullen 800 Mamn die sie durch ihr herrisches Auf- treten im Zaum hielten. Diese Armee hätten die beiden jederzeit gegen das Revolutionstribunal mobil mad>en und ihn selbst an die Naill» stellen tonnen. Seidl fei ein jähzorniger fOZento gewesen, der den Leuten den stvps herunterriß und im nad/ften Augenblick auch wrü>er alles für sie ^ergeben wollte Als er von dem Geiselmord gehört habe, habe man ihm gesagt: „Das haben Seidl unb Hausmann ßeniad t." Egl- hofer habe insofern große Schuld aus fid) geladen, als er seine Untersciwift viel zu fahrlässig her- gegeben habe, sehr oft, ohne darauf zu achten, was er eigentlich unterschrieb. Er bezweifle daher die Echtheit seiner Unterschrift im Geiselmordbcfehl. Der Vorsitzende zeigt dem Zeugen das Schriftstück, das dm Vermerk tragt: „Meine Zustimmung gebe ich. Eglhofer", wodurch sich Pronauer in seiner Ansickst bestärkt glaubt. Eglhofer habe auch ferne Unschuld am Geiselmord auf das Lebhafteste beteuert und dabei hinzugefügt: „Die Sache bricht mir den Kragen." Als nächsüer Zeuge wird der Postbote Max Paulus vernommen, der als Rotgardist im Luit- poldgymnasium Ordannanzdiensle versah. Nach feiner Ansicht haben Seidl und Hausmann ab* weckst« nd das Kommando im Gymnasium geführt. Tem einen oder anderen seien die eingebrachten Gesangenen vorgeführt worden. Zwei oder drei Tage vor dem Geiselmord habe in der Nacht bis zum frühen EO^orgen im Zimmer neben der Kanzlei Seidl eine Gehei msi tzung von etwa 20 P.rfvnen stattgerunden, an der ganz bestimmt auch Levien teilgenommen falbe. Auck) Seidl fei ab .und zu hinzugekommen. Dabei fei van den Anwesenden auch getrunken worden, offenbar Wein. Auch gibt der Zeuge die genaue Schilderung einer Unterredung zwischen Seidl, dem Fürsten Tl.urn unb Taxis und Stvvbl, dem Vorsitzenden der Kommission zur Bekämpfung der Gegenrevolution, in deren Verlauf sich der Prinz am seinen von Strobl erhaltenen Ausweis berief, daß er nicht der gejuchte Fürst [ei. Ter Fürst habe dabei Strobl nicht wiedererkannt, da er verkleidet war. Als er das Zimmer verlassen hatte, habe Strobl zu Seidl gesagt: Ter Strobl bin ich. Vorsitzender: Wann haben Sie das Gymnasium verlassen? Zeuge: Kurz vor der Erfthiedmg ber beibeit Regiemngs vHattn. Vorsitzender: Was können Sie uns hierüber berichten? Zeuge: Ich habe im Zeugenzimmer den Zeugen Kammer- ftätter als den Mann wiedererkannt, der die beiden zum Rchtpatz führte. Vorsitzender: Wiffcu Sie, wer d« beiden aus dem Haus in den vof begleitete? Zeuge: Nein. Kammerstätter hat die beiden zum Richtplatz geführt und als sie noch in den Hof schauten, sie zur Ericksießung her- gerichtet und mit dem Gesicht an die Wand gestellt. Vorsitzender: Sie haben den Kammerstälttr bestimmt als diesen Mann wiedererkannt? Zeuge: Jawohl! (Bewegung^ Ter hierauf a!S Zeuge aurgerufene Strobl, der aus der Hast fror geführt wird, bleibt gegenüber den wiederholten Aussagen des Zeugen Paulus darauf bestehen, daß er sich in keiner Weise an die angMiche Uintervrtnnrg mit Seidl und dem Fürsten Thurn und Taxis erinnern könne. Ter Fürst habe ixm jhm einen Ausweis erhalten, daß er als Mitglied der deutschen Botschaft in Wien unter dem Schutz der Räteregierung stehe. Er habe geglaubt, er gehöre der Regensburger Linie an. Er sei nur zwei- oder dreimal im Gymnasium gewesen und dort errtmaT mit Seidl überein-' gefommen, fron den Geiseln die polittsch Verdächtigen zu entlassen, um sie angesichts der kritischen Lage der Räterepublik einer möglichen Lynchjustiz zu entziehen, die kriminellen Berbrechr jedoch im Gymnasium festAuhalten. Seidl, den er so ziemlich als Hauptorgan im Gymnasium betrachtet habe, fei damit einverstanden gewesen. Alle im Gymnasium in Hast gehlltenen Personen habe man als Geiseln anyefehen. Vorsitzender: Sie svilen noch am 30. April im Gymnasium gewesen sein. Zeuge: Nein. Vorsitzender: Nach der Behauptung des Angellagten Hesse'mann falben Sie habet, also am Tage der Geiielerschietzung, gesagt: Sucht Euch nur die Feinsten heran s! Zeuge: Gegenüber derartigen Denunziationen habe ich hier nichts zu äußern. Ter Angeklagte Hesselmann halt demgegenüber seine Behauptungen miftecht. Auf eine Frage der Berteidtgimg stellt Strobl dem An- geklachen Seidl das Zeugntis eines aiiftichttaen Geirosfen aus, den er in der fommnnistischen De- toegung als einen unermüdlichen Arbeiter kennen gekirnt habe. Aus Stadt tinfc Land. Gießen, den 8. Sept. 1919. KrieKSqefangeircrr-Hcrmrchr. Gestern abend 8 20 Uhr traf von Köln-Deutz kommend ein Transport Heimkehrer auf dem hiesigen Bahnhof ein. Die Leute, 880 an der Zahl, kommen aus englischer Gefangenschaft (Lager Ca- Sie mich, Evelyn! Es muß also etwas anderes sein, das ..." Er ließ plötzlich ihre Hand wieder fallen und — trat einen Schritt zurück. Sein Blick t-olyrtc sich in jähem Schrecken in die samtbrauncn Augen. „Sollte .es daS sein . . . ?" stammelte er mühsam. „Die Daronin Millarer sprach neulich mit ihrer Tochter von auffallenden Huldigungen, die Graf Magnus Sanderfeld Ihnen bar bringe . man schien peinlich erstaunt, denn Millners hatten bisher in Sanderfeld ftillfckpveigend den künftigen Bewerber ihrer eigenen Tochter erblickt ... O, Evelyn — bte Wahrheit? Die Wahrheit?" rief er angstvoll. „Wäre es das? Lieben Sie Magnus Sanderfeld oder hofft nur Ihr Ehrgeiz . . ." Er kam nicht roeüer. Evelyn war an jhm vorübergeglitten und setzte mit einem halblaut gemurmelten, fcljr hochmütigen: „Welche Unver- -ichämtlreit!" ihren Weg lwstig fort. Er zitterte am ganzen Leib. Dann eilte « ihr nach wie fron Sinnen. „Evelyn!" Sie wandte nur halb den Kopf. „Wünschen Sie wirllich, daß ich die Hilfe eines Schutzmann's in Anspruch nehme gegen weitere Zudringlichkeiten?" kam cs eiskalt von ihren Lippen. Ta blieb er stehen. Ihre schlanke, königliche (Hcftalt verschwand im Nebel; der Sck>aN ihrer Sckiritte verhallte allmählich in der einsamen Seitengasse. Er ivar allein. Mit bebender .Hand strich er sich über die Stirn, atmete schwer auf und wandte sich dann um. Unsicher wie ein Trunkener ging er den Weg zurück, den er vor einer halben Stunde sttahlend mit Evelyn Losenstein gekommen ivar. p längtrfl iflnito l scharf sahen — bis f I fortan bei Millners aus dem Lotte?" (Fortsetzung folgt.) Tas war Darüber und abgetan — gottlob. Ganz leicht ivar es ia nicht geuxicn, aber es mußte eben sein. Hoffentlich batte er so viel Takt, ihr Evelyn aber eilte wie gejagt die Treppe zur mütterlichen Wohnimg hinaus. #* ftetnrirf? fiebung no! »ung Schot! sir-D tot Ren Mädckxn fafxti. Modestas verlegen envar tim gdtu Iler Blick wurde mit einem kaltstrengen, der einschüchternd wirken svlltr, erwidert. « Evelyn grüßte beide Schwestern kurz und kühl. Tann trat sie zu Emmy, die, wenn ihre Schon- beit auch fck-on etwas verbtüht ivar, iljr doch fthr ähnlich sah. „Natürlich! Tie ..ewige" Braut stichelt wed«c an der Aussteuer! Wie mich da-s langweilen rvütw an deiner Stelle! . . . Ucbrigens, wo ist denn *♦ Freibank. Tsinktag den 9 September nachmittags fron 1—3 Uhr werden die 9himmem 2101—2200 beliefert • • • ♦♦ Amtliche Person alnachrichten Der Direktor ber Staatsschuldenkasse Gehciin-ll Finanzrat Karl Krebs zu Darmstadt wurde auf sein Nachsuchen unter Anerkennung feinen wälyrend mehr als 50 Jahre dem Staat geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt. ** Steuerungen im Postverkehr. Vom 1. Cftobcr ab wird das Neichspostministerium nidstamtlich ausgegebene, also im Privatwege her* gestellte Postkarten, die in Form und Papierstärke nicht wesentlich fron den amtlich ausgegebenen abweichen, für den inneren deutschen Verkehr bis zur Größe der Paketkarten (15,7:10,7 cm) und bis zum GewidK von 8 g zulassen. Für die amtlichen Postkarten werden die bisherigen Abmessungen (14:9 cm) bei» behalten. Ferner dürfen vom 1. Oktober ab gedruckte Empfangsbeftättgungen über Oclbbeträgc, wenn darin der Betrag der Postanweisung, Zählkarte usw. Handschriftlid) eingerückt ist, gegen die Drucksachengebühr befördert werden. ** Volkshochschule Gießen. Tas Verzeichnis 2)cr Vortragsreihen und Arbeitsgemeinschaften für das Wintersemester 1919 ist soeben erschienen. Es enthält alles Nähere über die Veranstaltungen und Einrickitungen der VolkS-^ fa'dst'chule nebst Anweisungen iüc Ei:sichreib«n u.ib Belegen. Auskunft und Rat erteilt außerdem mündlich unb schriftlich an jedermann die Ge- fchäftsstelle, Löberftraße 26II. (S. Anzeige.) *♦ Der Khffhäuser-Bund der deut- schenLandes-Kriegerverbandehttam 13. unb 14. September ferne 18. Vertreterverfamm- tuna auf dem Kyssi>lufer ab. Tie Versammlung nnrd sich mit wichtigen C rga n so ‘ ion.-frayn beschäftigen und der äkriegsbeichädigtenfüriorge in tlyren Beratungen breitesten Raum gewähren. ♦* Die fälligen Zinssck-eine der Kriegsanleihen werden von den Post- anstalten berrits vom 21. des dem Fälligkeitstage .vorhergehenden Monats ab eingelöst. ** Eine Art „Arbeitsschule" für Schüler höherer Lehranstalten, die irgmdwelckrer Aufsicht r- einft erklärten Kaugelälv Worten jn L Ein I rm. 5 lais). Beim Einlaufen deS Zuges spielte die Musikkapelle vaterländisckie Weisen. Die Damen des Roten Kreuzes verteilten Blumen und Marten, auf dem Bahnhofsvorplatz richtete Amtsgerichtsrat Trümpert eine herzliche Wlllkommenanfprache an die Leim gekehrten. Die Gefangenen Hattern eine eigene deine Kapelle mitgebracht, die sie an die Spitze des Zuges setzten: unter herzlichen: Zurufen der Bevölkerung und bei feierlichem Glockengeläute bewegte fid) der Zug zum Lager. Der Männer-Turnverein und der Turnverein 1846 hatten in liebenswürdiger Weife die Musikkapelle, die auf dem Gau turnfest auf ber Hardt spielte, zum Empfang der Gefangenen zur Verfügung gestellt. Tas Publikum, das sich zahlreich zum Emp^rnq eingefunden Ijatte, machte, wie uns b-richtet >oird, leider bei ber „Säuberung" des Balmyoisplatz:» gvoß2 Schwierigkeiten. Auch hat es Mißfallen er* regt, daß einige Trupps fid; garju unbekümmert zwischen die Musik und die Getstrngenen drängten. Wv: uns tvn der Kommandantur des hie igtrt1 Turckgangslagers mitgetrilt wird, rechnet man miti regelmäßigen größeren Transportm in Abständen fron drei Tagen, so daß der nächste Transport am Mittwoch hier eintreffen dürfte. Gültige Lebensmittelmarken für die Zeit vom 9. bis 14. September 1919. Brot: 2300 Gramm Brvt oder 1680 Grimm Mehl. Brot Kilogramm 50 Pf., Weizenbrvtmehk Kilogramm 58 Pf., Weißbrot itUogvamm 80 Pf. WeißbrotbLcker: August Deibel, Neuenweg, Ko,r- sumverein: Verkaufest-lle Sckianzenstvaße, Neucn^ Baue, Bleichsttas^, Aüerwcg. Butter: Marke 37: 40 Gramm AuskandS- butter zu 85 Pf., 125 Gramm Margarine zu 60 Pf.. Fleisch: Add^nabsdnikt Bi. Metzger für Fremde und Urlauber: Von Eisf, Bismarcksttaße. Nährmittel: für September noch nicht eingetroffen. Zucker: für September noch nicht ringe- troffen. Nährmittel und Zucker für Zu gezogene und Kranke: Johann Seibel, Ludwigsplatz, Wilhelm Haas, Bleichstrasx, (Ibriman ScksimdalS, Nord-Anlage, Emil Fichbach,, Sellersweg, Schade u. Füllgrabe, Babnlwftttaße: für Urlauber: Heinrich Trecholer, Steinsttaße. Krankenmehl: Heinriche Arnold II., Inh. Ludwig Schmitt, Kaiferallee 19. Nährmittel für Kranke: Heinrich Becker, Löwengasfe. Seife: Marke für September 1919: Anteil 125 Gramm K-Tb-Seifenpulver zu 15 Pf. Don r bom irdbf n, in, A.Agrn > ttblickrne IS“'» CS $u l Ter Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung ließ folgenden Erlaß an die Negierungen herausgeb.'n: Auf die Anfrage verschiedener Schul verbände, ob künftig auch Sehr er ohne das Zeugnis über t>v; bestandene Reifeprüfung zu Schulleitern gewählt werden können, bestimme ich, daß die Bestätigung zur Ernennung eines Schulleiters nickt mehr von der vorherigen Ablegung der Rektorprüfung abhängig zu machen ist. Die Regierung wolle demnach künftig auch geeignete Lehrer und Lehrerinnen, die das Zeugnis über die bestandene Rektorprüfung nicht besitzen, als Rektoren (Rektorinnen» bestätigen. Die Rektorprüfung fällt vom 1. Juli 1920 weg. lieber die weiteren Berechtigungen, die bisher nach § 12 der Prüfungsordnung für Rektoren vom 1. Juli 1901 durch die Ablegung der Rektorprüfung erworben wurden, bleibt ' eure weitere Verfügung Vorbehalten. O Darmstadt, 6. ©eDt. Der hessische HauPtve rein der Gustav-Adols-Stif- t u ng wird seine 75. Jahresversamm- DBettervorarrssage für Dienstag: heiter, trocken, nachts kühl, südliche Winde. ZntcreisenWmsW öcr NmlsnMtktm bei militärisiht« Sicnftücffen des 18. A. fi. Ortsgruppe Gießen oirasa AlieeschuSe. Der Unterricht des Winterhalbjahrs beginnt Dienstag, 23. September. Anmeldungen zu den Kursen (Hauslialtungsschu)e, Kochschule, Weißzeugnähen. Flicken u. Stopfen, Schneidern, Putzmachen, Handarbeiten, Bügeln und Kunstwaschen) werden im Schulhaus I, Steiustraße 19 11 *1** Vortrags - Vereinigung Gewerbe»verein • ttausmannifcher verein Donnerstag den 11. September, abends 8'/, ttbr in der ueucu Aula 10339D III. Vortrag: Sommertage im Polargebiet "LW von Herrn Kapitän Carl Herbert, Hamburg. Eintritt 1 Mark für Nicktmitglieder. Mitglieder nebst eng. Familie geg.VortragSkarte frei. dem Lehrziel des Gymnasiums, des Realgymnasiums und der Oberrealschule bis Oberprima. — Verberelinng an! alle SehnlprülängeB auch für Damen. Eintritt jederzeit. eneiU M. Elias, II erd weg 56'/r« Versa mm Lung Tagesordnung: V. Wahl vor schlag (Teutsch-N atio-' naleParteides Kreises Alsfeld): .Heinrich Brauer, Mühlcnl>esitzer, Ober-Ofleiden; Gustav Korell, Gutspächter, 8?tnaenwd. VI. Wahlvorschlas (Hessischer Bauernbund und Deutsch-Nationale Partei): Gustav Nüogk, Landwirt, Gruno- Schwalheim; Karl RDemheld, Geh.Justizrat, Nioda. VII. Wahl vor schlag (Hessischer Bauernbund und Deutsch-Na tionale Partei): Tr. Mor^ von Helmolt, Nieder-Wöll- stadt, Rechtsanwalt rn Friedberg; DeEonioinUrit Karl Breidenbach, Landwirt. Dorheim; Konrad Ph. Tiehl Bürgermeister und Landwiri, Hoch>Wejsel; Johannes Seibaldk VI., Landwirt, Nieder-Eschbach VIII. Wahlvorschlag (Vereinigte Stadt- und Landlisie): Otto Schneider 1., Landwirt UtM; Tr. Paul Gisevius, Professor der Landwirtschaft, Gießen; Peter Neeb, Wer schinder- meister Hattenrod; Heinrich- Keil V., Bürgermeister, Ettulgshausen; Ludwig Riirn, Fabrikant, Heuchelheim. IX. Wahlvor schlag (Hessischer Bauernbund und Deutsch-Nationale Part e i): Theodor Cellarius, Landwirt, Schotten; Fritz Klingel Höfer, Forstmeister, Gedern. schwarzen Crepe de Chine für Kleider u. Blusen j i r» , doppeltbreit Mtr.32.-- Ikvtschc ütmofrafifdit Partei. 9832!BiCn8,"a Mitgliederabend be» Herrn Sanitätbrat Dr. Honigmann. Das Verzeichnis der Wapib iinil irbeitsgemeinschaften im Wintersemester 1919 Ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben oder durch die Geschäftsstpllp (Löberstrasse 2611.) zu beziehen. imb Weiterhilfe bedürfen, wird am 15. Oktober ge- «ründet. Zugleich soll ein Aufenthaltsraum für Auswärtige geschaffen werden. Wir verweisen au die Anzeige in heutiger Nummer. ** Die Reichsvereinigung ehern. Kriegsgefangener, Ortsgruppe Gießen, ladet alle Ausgetauschten zu einer am 11. September, nachmittags 4 Uhr, im Hotel Felsenkeller (Bahnhofstraße) stattfindenden Versammlung ein. *♦ I m Lichtspielhaus tritt ab morgen Henny Porten in ihrem ersten Film der Saison 19/90 „Tie beiden Gatten der Frau Ruth", Lustspiel in 4 Akten, auf. Ferner wird „Extrablatt! Fred Horst ermordet" , Kriminal- und Tetektivsckla- ger in 4 Mten, gegeben. Landkreis Bietzen. ** Mainzlar, 8. Sept. Der Oelmüller Hernnch S ch m r tz in Mainzlar ist zum Schlagen der Oeftrüchte für Selbstversorger zugelassen worden. Die Mühle ist vollständig neu eingerickstet und mit der neuesten Schlageinrichtung versehen. Kreis Schotten. O Gedern, 6. Sept. Im Interesse der Hebung der auch hier herrschenden Wohnungsnot fand kürzlich eine Gemeinderatssit- »ung statt, zu der Kreisdirektor Tr. Merck- Schotten, Kreisamtmann Regicrungsrat S chä - fer - Schotten, der stellvertretende Kreisbauinspck- tor Regierungsbaumeister Geibel - Schotten, der ■ Landeswo hnungsInspektor Oberbau rat K lump- Darmstadt, Regiernngs- und Baurat Schenk von der EisenbalMnrektion Frankfurt am Main, der Ortsgeistlich.', sowie der Vertreter der Fürstlichen Standesherrschaft zugezogen waren. Nach einem längeren Vortrag des Landestrwh rungiZinspektors, in hem besonders das Gesetz vom 31. Oktober 1918 über die Baukostenzuschüsse eingehend gewürdigt und erläutert wurde, fand der Beschluß, in Gedern eine Kleinwohnungs-Kolonie zu errichten, einstimmige Annahme. Tie Vertreter der Kuckengemcmde und der Fürstlichen Verwaltung erklärten sich bereit, den erforderlichen Erwerb von Baugelände bei ihren vorgesetzten Behörden befürworten zu wollen. Starkenburg und Rheinhessen. Ein Lustmord auf dem Frankenstein. Büchertisch. — Nummer 3975 der Leipziger ^Illustrierten Zeitun g" (Verlag I. I. Weber, Leipzig; Einzelpreis 2Mk.) ist als Sondernummer unter dem Titel „Der deutsche Film" soeben zur Ausgabe gelangt. Die namhaftesten Fachleute der Filmbranche sowie eine Anzahl bedeutender Maler, Illustratoren und routinierte Photographen haben sich in den Dienst des mit allen Mitteln modernster Drucktechnik ausgestatteten Unternehmens gestellt, das sowohl literarisch als auch rein illustrativ den.Höhepunkt in der reichen Filmliteratur unserer Tage bedeutet. Wer sich über die überraschende Entwicklung des ssilms und die damit verbundenen ethischen, wissenschaft- lick>en und wirtschaftlichen Probleme orientieren will, findet in dem vorliegenden Heft einen zuverlässigen Führer. Vermischtes. CV3 * Dumor in trüber Zeit. In origineller Weise hat sich der frühere tschEsche Reichstags- abgeordiwte Graf Sternberg, dem die Führung seines gräflichen Titels untersagt wurde, OCßtn diese Maßregelung helfen gewußt. Um urcht mit den Bestimmmlgen des Erlasses über die Führung von Adels Prädikaten in Konflikt zu kommen, hat er sich, Besuchskarten mit folgendem Text unfertigen lassen: „Adalbert Sternberg, aus dem Dause der Grafen Sternberg, geadelt von Karl dem Grossen, entadelt von Karl Renner." H istorischehessische Funde auf dem NeuYorker Broadway. Bei Auö- iclwchtungsarbeiten für neue Gebäude auf dem Broadway wurden, wie aus Neu York gemeldet ivtrb, in 12 Futz Tiefe ein offener Feuerplatz und Die Grundmauern eines alten Hauses von Arbeitern entdeckt. Zwei Mitglieder der Neuyarier historischen Gesellsck-aft stellten fest, daß es sich Incr um Ueberrestc eines Lagers hessischer gruppen während des Unabhängigkeitskrieges handelte. Weitere Grabungen brachten denn auch eine ganze Anzahl von Uniform knöpfen mit dem hessischen Wappen ans Licht. Die Reste des alten Dauses stellen die Ruinen einer der 40 Baracken Dar, die das sogenannte Lager des Generals von Donop bildeten. Die hessischen Truppen lagen dort bis zum Jahre 1779 und kämpften zusammen mit einem englischen Regiment gegen General »Washington, den sie in einer blutigen Schlacht ■00.11$ m der Nähe bis zu den Harlem-Höhen zurückdrängten. onaliigchrich^ huldeiikofic Ckfe iu Tarin-Ldt rene AnerlmMiig t bem Staat gelnslne. versetzt. im Postverkehr. i ReichsrvsMiMmuv: so im Pnootwege Form und Paom- tn amtlich «uisgegklv- ntren beutfdien ätze btt Pocket - ab bis um «iixwicht mathäM Hofstarttn jungen (14-.9 cm) bei- om 1.2bodei ad geigen übet Geldbettäge, r Poilarnveifung, M- ingcrüift ist, gegen bi: t linden. e Gieken. Tas Le n und Äroeilsgemm- reffer 1919 il socl'-i les NSHete über die ichtungcn bet Lol^ ii für ^id;d)[fiben uni Mi erteilt äußern n icbermann die Ge- 6II. ^.Anzeige.) r-Bundberdeu'e erverbandehstain e 1b Lernetetmiaimr.' ab. Tir LersaMlm s)raani'a uEfta-m -beMistcnfiiyotse w n Kaum genähten. Zi»UÄ«i»-L nnn ben des dem MlligkeitZ' tats ad ein-M Die Reichsvereinigung ehern. Kriegsgefangener Ortsgruppe Gießen ladet alle AuSgetauschten zu der am 11. September b. Y., nachmittaas 4 Hbr, im Hotel Delsenkellcr, Bahnbofstraye, stattfmdenden letzte Nachrichten. Professoren und Proletarierdiktntur. . Budapest, 7. Sept. (WTB.) Tas Präses- lormkollegium der Budapester Universität ernannte laut Ungar. Korr -Bureau ciunt Disziplinarausschuß, der feststellen soll, welche Pr>- . sefsoren während der Pvoletarierdiktatur sich nicht . benahmen, wie es ihre Pflicht als Lehrer ovaes und Oserny zur Hauptver- Handlung. Sämtlichen Angeklagten werden mehrfacher Mord und andere schwere Verbrechen zur Last gelegt. Um die Auslieferung des in Deutsch- Oesterreich internierten Bela Khun und Gen. rst dre deutsch-öfterreichische Regierung bereits >ord- nungsgemäß ersucht worden. In Budapest und Umg'bung sind über 3500 Beschuldigte in Hast. . Berlin, 8. Sept. In der Wohnung des trüberen ungarischen Vollsbeauftragten iKza- muelly wurden drei Kisten beschlagnahmt, in denen sich aus acht bis zehn Geschäften gestohlene Schmuckgegenstände und eine Million in Kronen befanden. Ein Mordanschlag auf Lettow-Vorbeck. Berlin, 8. Sept. (WTB.) Wie die Morgen- Rätter berichten, hielt General von Lettow- Vorbeck am Samstag in Stargard einen Vortrag. Beim Besteigen des Wagons nach dem Vortrag krachte ein Schuß. General Lettow-Vorbeck blieb unverletzt. Der Attentäter wurde verhaftet. Berliner Jugend. r. Berlin, 8. Sept. (WTB.) Die sozialistischen Jugendorganrjattonen veranstalteten gestern abend in Berlin einen „internationalen Iugendta g". Trotz Belagerungszustand und Umzugsverbot zogen die Teilnehmer in geschlossenem Zuge unter Borantragen roter Fahnen und Absingen der Internationale durch die Stadt. Durch Regierungstruppen wurden die Demon ftrnnten zerstteut, ohne daß es zu Zwischenfällen kam. •ie,bie « N SÄ .xnrb® Mzu Äb "ühst-.». Nan, "vlSfvrt «TS ragt. anb: bmrich Untier 1919: Anteil vn zu lö Pf. unreu !»$■». Hptvnbet totiöt die Nummern provinziattagrwahl. Ein amtliches Wahlergebnis war bis zur stunde immer noch nicht zu erhalten, da die Mahl- wmmissivu ihre Tätigkeit erst heute ausnimmt, ^on zuständlger Stelle wird uns jedoch mitgeleilt, o r < m unserer Samstagsnummer mitgeteilten Zahlen eine wesentliche Aenderung nichit melw er» Ictbert toerden. Als gewählt dürften demnach fol- 6ende Herren zu betrachten sein: . I. Wahlvorschlag (li. S. P.): Fourier, boinrrch Ge>chäftsfühver, Gießen, Ludwigstt. 12; Koch, Georg Wilhelm, Weißbinder, Nieder-Flor- nadt; Laudon, Heinrich, Treher, Wieseck, Alice- straße 54. II. Wahlvorschlag (Deutsche Volks- p a r ter): Tr. Martin Schicrn, Professor, Gießen; Vetnrich Schudt, Müller und Landwirt, Görbel- hctm: Friedrich Heck, Oekouomierat, Msfeld. III. W ahlvü r schla g (Deuts che de m o- kratische Partei): Will^im Grünewald, Ju- sttzrat, Gießen; Heinrich Ludwig Langsdorf, Kommerzienrat, Friedberg. IV. Wahlvor 4ch l a g (Sozialdemokratische Partei)? Anlon Lux, M. d. V., Nie- der-Florstadt; Tr. Albert Aaron, Rrck.tsanwalt, Greßen; Wilhelm Pebler, Lehrer, Büdingen; Hans Braun, Krankentassenbeamter, Alsfeld: Emil Selbmann, Kupferschmied, Lauterbach: Wilhelm Schimmel, Privatier, Heuchelheim, Kreis Gießen; . 3rura> SBirtig, Buchdrucker, Butzbach»; Heinrich knas, Techniker, Büdingen; Tr. Felix de Bra, Arzt,, Schlitz: Georg Merz, Händler, Sck.otten; Heinrtch Mehl, Werkmeister und Beigeordneter, Großen-LinDen; Adam Becker, Gastwirt, Groß- Felda. blhthen Studierenden ins Leben gerufenen „Verein der blmden Akademiker Deutsästands" und die ebenfalls hier errichtete .Hochschulbücherei, Stu- DienunUalt, und Beratungstelle für blinbe Studierende" einen Namen gemacht hat, verdient auch ein lunger Marburger Student, Ludwig Machts, wegnr wmer Erfindungen, die besonders den 4) Imb en, Tauben und Stummen Erleichterungen bringen sollen, erwähnt zu tt>erDen. So erdachte er einen in hohem Grade praktischen Leseopparat für Blinde, dem er im r Dlpsom-Jngenieur Freling eine [old)e Fwrm gab, daß dre Massenherstellung jetzt fchvn beginnt. Ern zweiter 2lpparat, der die dop- pcOe ©röfce einer Streichholzschachtel hat, ermög- hept den Blinden eine vorzügliche Orientierung am der Straße und ein dritter Apparat, den- Machts im Verein mit einem Mediziner ausarbeitete, ist für solche Leute bestimmt, die Gehör itnb Sprache verloren haben. Weitere Erfindungen betteffen das Flugwesen. Die Erfindungen, Die, Herr Ma äst s schon vor dem ttriege als Primaner auearbeitete, sind laut „Oberhessischer Zeitung" bereits patentamtlich geschützt. rm. Darmstadt, 6. Sept. En gemeiner S.u stmord wurde gestern in der Nähe des Frankensteins an dem 7 Jahre alten Töchterchen des Wirtes Hufnagel von Franken stein begangen. Das Kind ging nach Meder-Beerbach zur schule. Samstag mittag kehrte es nicht zurück. Abe-rdS nach 7 Uhr fand man in der Gemarkung Nieder Lccrbach, etwa 25 Meter seitlvärts des Fußpfades, die Leiche des Kindes. Anscheinend i|t es vergewaltigt und dann emmrbet worden. Der Tat verdächtig ist ein unbekannter Mensch i>mt untersetzter Gestalt im Alter zwischen 20 und SO Jahren, mittelgroß, (1,65 bid' 1,68 Meter), der mit dunklem Anzug und dunklem Hut be- flctbct war, einen Stock und einen Rucksack trug, 'ic ist bei dem Absuckxm des Waldes in der Nähe v)C» Tatortes gefliichtet und konnte nicht mehr '-n geholt werden. Die Staatsamvaltsck)aft l)at eine Belohnung von 1000 Mark für die Ermittlung ausgesetzt. rm. Darm stabt, 8. Sept. Eine Belohnung vsn 1000 ML hat ein hiesiger Fabrikant ausgesetzt für den Ermitteler des Diebes, der ihm am Mittlvoch abend im Hauptbahn Hof bat wertvollen Handkoffer mit Inhalt im Werte von über 10 000 Mk. geskohleir hat, als er sich eine MfiOrfaite lösen wollte. Tie Diebstähle im hie- ngen Hauptbahnhofe haben überhaupt in der letzten Zeit stark zugenommen. Der Vertrag mit Bulgarien. Berlin, 8. Sept. Wie dem „Berl. Lokal- Anz." aus Basel gemeldet wird, hat laut „Baseler Nachrichten" der Oberste Rat endgültig den Vertrag mit Bulgarien gutgeheitzen. Bulgarien mus; auf Thrazien verzichten und dic später von den Alliierten festzusetzende Neugestal- hmg annehmen. Dafür erhält es den freien Verkehr mit dem Hafen von Dedeagatsch und di« Benutzung der Schiffahrtslinien, sowie die Binnenschiffahrt auf der Martha. Klara Zetkin aus der Schweiz ausgewiesen. Berlin, 8. Sept. Nach einer Borwärtsmel« düng wurde Klara Zetkin, als sie sich in btt Schweiz begeben wollte, um sich zu erholen, an der Grenze festgenommen und nach dreitägiger Hast nach Deutschland abgeschoben. Lord Beresford. Amsterdam, 8. Sept. (WTB.) Reuter meldet aus London, daß der britische Admiral Lord Beresford im Alter von 73 Jahren in Schott« land Plötzlich gestorben ist. Spielplan der 8ran?surter Theater. Opernhaus. Dienstag, 9. Sept.: Rigo- letto. Mittwoch, 10.: Das Dreimäderlhaus. Ton- nerätag, 11.: Ter Rosenkavalier. Freitag, 12.: Hoffmanns Erzählungen. Sonntag, 14.: Tristan E "Gvldc. Montag, 15.: Tosca. Dienstag, 16 : £er Waffenschmied. Mittwoch, 17.: Martha. — Schauspielhaus. Dienstag, 9. Sept.: Tie Marquise von Arcis. Mittwoch, 10.: Rausch. Donnerstag, 11.: Tie Marquise von Arcis Freitag- 12.: Gespenster. Samstag, 13.: Struenjee Sonntag, 14., nachmittags: Tie drei Zwillinge Abends: Struensee. Montag, 15.: Tie Marquise von Arcis. Dienstag, 16.: Struensee. Mittwoch, 17.: Die Marquise von Arcis. stz. „ tat S tm. Darmstadt, 8. Sept. Die auch in dielen anderen Städten in der letzten Zeit laut gewordene Klage, daß die Schutzmannschast all- znvtel mit dem Austragen von Steuer- und an» bereu Zetteln aller Art beschäftigt und dadurch in ihrer eigentlichen Tätigkeit außerordentlich be- bmdert wurde, so daß die Sicherheit der Stadt notleidet, hat jetzt hier endlich zur Errichtung einer sogen. Botenmeisterei geführt, die alle richt. zum Exekutivdienst der Polizei gehörigen ^irnitverrichtungen zu erledigen lM. Soweit wie möglich sollen auch hier Kriegsbeschädigte untcr- grbracht werden. — Ter alte Ludwigsbahn- h o f wurde vom Staate durch die Stadtverwaltung übernommvn. Es sollen darin eine Anzahl städt Bureaus untergebracht werden, die bisher in Privathäusern usw. während des Krieges Unterkunft .Jnttyn, aber jetzt dort räumen müssen. Für die Herstellung sind 60 000 Mk. für Werfchindcrarbei- ttit notwendig, die in der gestrigen Stadt verordne teils itzung bervilligt 'nrurben. Hessen-Nassau. 0 A ns dem Kreise Kirchhain, 8. Sept. 3n dem Dorfe Halsdorf, dem Geburtsorte Franz hon Dingelstedts, ereignete sich ein schrecklicher Unglücksfall. Ein Landwirt, der Frucht VE Felde nach Hause fahren wollte .hatte, wie rs übttch rst, seinen Kindern gestattet, oben auf dem Wagen Platz zu nehmen Als er die liegen ffebhebene Sense holte und diese hinten in die Krrben crnschlug, traf er sein a chtjä hri ges Mädchen, das ohne sein Wissen dorthin gerochen war, so unglücklich, daß das arme Kind bald darauf verschied. [I Marburg, 8. Sept. Während Marburg un Laufe der Kriegsjahre sich durch den von s^7 Mlen ||| M BI** Ivo lL LLngernttDt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Der Gemeinoe-Steuerzettel. für das Steuerjahr 1919, tvelcher bereits am 1. April ds. Js. fällig war, ist nun endlich, seit einigen Tagen, in den Händen der Steuerpflichtigen. als ob mit Sehnsucht auf diesen Zettel gewartet worden wäre, so wäre es sicher einen 6rosten Zahl von Steuerzahlern, namentlich in den Ncihen der Minderbemitteileti, dock, angenehmer gewesen, wenn die Zettel rechtzeitiger zur Zustellung gelangt wären, denn es ist nicht jedermann imstande, wie es mm durch die, um volle 5 Monate verspätete, Zustellung der Gemeindc- Steucrzettel notwendig geworden ist, 3 Steuer- zieleauf einmal z u entrichten. Tic Zielzahlnng ist zur Erleichterung ft'lr die ^ttwerzahler gesetzlich eingeführt worden unb diese Erleichterung sollte nicht durch eine so sehr verspätete Steuerzettel-Zustellung illusorisch gemacht werden. Möchten deshalb die zuständigen Stellen — Stadtverwaltung und Finanzamt — es sich angelegen sein lassen, künftig hier Wandel eintreten zu lassen. Ein Steuerzahler für Viele! Tie Gebäude Kleine Mühlgasse Nr. 5 sollen Freitag den 12. September d. I., vormittags 10 Uhr, verkauft tverden. or Dedingungen liegen bei uns wahrend der ckmts tnndeii zur Einsicht offen. sind schriftlich, verschlossen Und mit cinlprechender Auffchrtft versehen, ckn uns einzu- .. ve- reito . 10337L V. iu - festen, den 5. September 1919. <.ichllv. L. tilt 1- Stadtbauamt Gießen. I. B. Kühler *"«6f'u,teäS An. IW' ___________- - & Vergebung von Abbrnchurbeiten. ii tfäaid 18 Telephon Nr. 2554 rrivatschule mit Ihre Vermählung geben bekannt Todes-Anzeige Gießen, den 8. September 1919. heute nach kurzem sanft entschlafen ist. 10358 □ □□□□□□□□□ □□□□□craooDD □□□□□□□□□□□□□□ □□□□□□□□□□□□ Dentist Crotz, Lieh (Praxis Enders) 10844 Butzbacher Straßei (AltePost) vom 8.-20. Sept verreist | Frau Aug. Bues 017410 Mädchen □ □□□□□□□ □□□□□□□□□□'□ □□□□□□ ODD □□□□□□□□□□□□□ □□□□□□ Arbelte*tundel 017411 Silentium! merarbeiten ren 017407 Landweg 7. Gisevius. 10330c Zum sofortigen Eintritt einen tüchtigen FakfurHfen 10362 tagsüber gesucht. 01>W1 Marktplatz?. 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