Montag, 7. Zuli 1919 169. Jahrgang Erster Statt e^abe vie nd Fahrrad Ul» der Anin eng- Eitel- an den Bas Strafgericht der Entente. Haag, 5. Juli. Der „Times" wird keimtet, man glaube, daß die Forderung, den hiser auszuliefe rn, erst dann an die niederländische Regierung werde gerichtet wer- kn, wenn der Gerichtshof gebildet -sei und Wne Tätigkeit begonnen habe; bisher sei rwch Kner der fünf Richter ernannt worden, viel- vchr würden die Ernennungen erst nach der Ratifizierung des Friedensvertrags erfolgen. Ks müsse nochmals betont werden, daß die Alliierten keinerlei Schwierigkeiten der niederländischen Regierung erwarte- Pn. Sicher sei, daß die dem Kaiser aufzuer- ltzende Strafe nicht die Todesstrafe sein ^rde, da man ihn nicht zum Märtyrer uachen wolle; er werde zu lebenslänglicher Verbannung verurteilt werden. Ms eine schlimmere Strafe sei. Man erkläre P auch für unwahrscheinlich, daß der Kaiser “r die Dauer der Untersuchung in den Tower «brcuh1 werde, man werde ihn vielmehr an amn sicheren Platz im Inland unterbringen, «r Kaiser sei übrigens nicht der einzige Ver- erkehrl'X” hen u. decken Neue Reichsfarben. Die Deutsche Nationalversammlung hat, wir mitgetcilt haben, beschlossen, die . ,Hn Ausübung selbstverständlicher Soh- und Offizierspflicht stelle ich mich mit ^^uen vier jüngeren Brüdern ^*er Majestät an Stelle meines kaiserlichen ■toi Katers für den Fall seiner Auslieso- nJ^'Kht' <5 „ Mcher unter den früheren Feinden. Die Admiralität habe eine Liste von 71 Angehuldigten aufgestellt (darunter zahlreiche Boot-Kommandanten), die grausame öenbhingen begangen hätten, für die sie be- »rst werden müßten: Beschießung offener Klischee Küstenplätze, Grausamkeiten bei der ^rsenkung von Schiffen, Minenlegen an un- tobten Stellen u. a. m. Einzelne schuldigten befänden sich bereits Wn Händen. L Berlin, 5. Juli. Prinz Friedrich von Preußen hat «o üig von England heute folgendes Te- "»ramm gesandt: Annahme von Anzeigen f. die Tagesnnmmer vis zum 9hicbmiitaß vorder obneicbci'crbinbliditeil Dreis für \ mm höhe für An^eiaenv.34mm BreUr örtlich 15 Pf., au4ioäri8 18 Pf., für Reklame- auzeigen von 70 mm Brette 48 Pf. Bei Platz» oorfchriil20°/^Auffchlaq. Hauptfchriitieiter: Aug. Goetz. Perantwortilch für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenlcil: H. Beck: färnllid) ui Gießen toP thbach Straße 1 m. 155 l er Sletzener Anzeiger erscheint täglich, außer Bonn- und Feiertags. vezugspreic: trwnaU. Ack.l.60, vierteljährlich Mk. 4.80. durch Abhole- u. Zweigstellen nwnatl. Akk. 1.50; durch diePost Alk. 4.50 viertel- lährl. ausschl. Bestellg. ^ernlprcci) - Anschluss«: furdleTchr'ftleilunqllZ ü erlaa,Gefchältsstelle51 Anschrift fürDrahtnach- nchten: Anzeiger Sieben. Potzschecttonto: Srenfftirl a. M. U686 Möbelfabrik IomeferantT.hph.4fi T. reisen. ■auie sehr lohnend. 187hv ' auch '""Otto Schaaf. ^amdae|ht«« ■"Mch PKkote vT £*** MdJh “* “nd „„ Ergebend Waldschmidt Apotheker. n#D Großfeuer auf Bahnhof Bebra. B e b r a, 6. Fuli. (Wolff.) Seit 4.30 Uhr nachmittags brennt die einige hundert Meter lange Güterhallc des Haupteisenbcchuknv' tzenpunktes Bebra lichterloh und mit chr mehr als 100 Eisenbahnwagen. Fortgesetzt explodieren feuergefährliche Güler, wie Benzin und dergleichen/ Der ungünstige Wind treibt die Funken dem Personenbahnhof zu und gefährdet auch diesen. Die Entstehungsursache O unbekannt. Bebra, 6. Juli. (Wolff.) Die näheren Umstände des Bahnhvfsbrandes legen die Vermutung nahe, daß es sich um eine Brand- stiftung durch Spartakisten handelt. Heute abend ist eine Truppenabteilung von Kassel zur Sicherung hierher abgegangen. > 'S ne Grasmäher s - Eröff nund und Wirtschaft Einwohnerschaft von I lti>W .■UErtCj iSft*** Karl Fiedler. maschinef Hen Größ^ Inigunfl HervorrBfl lsd,U .,1 ! lähef 4h & CO' /farth * ’h,urtÜ^ schwarzweißrvte Flagge zu beseitigen und da- sür schwarzrotgoldene Farben zu hissen. Wir haben früher schon über die Geschichte her schwarzrotgoldenen Farben ausführlich berichtet und wissen es wohl, daß viele deutsche Herzen mit gutem Grunde daran hängen. Sie waren ein Symbol der Sehnsucht nach einem großen, geeinten Reiche. Diese Sehnsucht ist natürlich jetzt lebendiger in uns als je zuvor, fflbct der Flaggenwechsel ist doch heute auch eure Frage an den deutschen Charakter. Gilt uns das Bismarcksche neue Reich gar nichts mhr? Wollen wir vor der Wcltz, bekunden, daß nahezu 50 Jahre deutscher Geschichte achtlos und pietätürs von uns als lästig abge- tvorfen erbtn sollen? Machen wir nicht mit km Flaggenwechsel eine neue Verbeugung vor d'nen, die draußen den deutschen Namen mit schimpf und Schande überhäufen? Der Kaiser, Hindenburg und Ludendorff sollen rach den neuesten Meldungen den Gegnern ausgeliefert werden müssen. Werden sich deutsche Männer finden, die bei der Ausführung eine solche Schande auf sich nehmen wollen? flber wenn wir die Farben Schwarzweißrot 'streichen, so ist das beinahe so, als wenn wir ber Entente sagen wollten: Ja, IHv habt Riecht, wir verdienen all diese Urteile und Züchtigungen. Wer keinen Stolz mehr im Leibe hat, wer heute nicht den freien Mut besitzt^ zu Geraten und zu unterscheiden, was Unglück und was Schuld war, der kann, auch wohl nicht gerade mit Begeisterung, der neuen Fahne nachgehen. Für diese stimmten die So- | jialdemokraten, ein erheblicher Teil des Zentrums und ein geringen Teil der Demokraten. Warum mußten wir uns auf diese Weise eine bewaffneten Macht, bemerkt der „Avanti", wurde in die Luft geschossen. Tie Kavallerie weigerte sich, die Menge anzureiten. Tas Blatt fügt hinzu, daß die vielen neuentstandenen örtlichen Sowjets zur Regelung der Lebensmittelversorgung der Schwierigkeiten Herr geworden sind und sich überall durchgesetzt haben. Dem Beiipiel der Romagna werde das übrige Italien folgen. — In Palermo suchte die Regierung einer Volksbewegung gegen die Teuerung dadurch zuvorzukommen, daß sie kurzerhand 21 bekannte Lebensmittelschieber ins Gefängnis werfen lieh. Koltschak und die Alliierten. H a a g , 5. Juli. Reuter meldet aus London: Die Annahme, daß die alliierten Regierungen Koltschak offiziell anerkannt haben, beruhe auf einem Irrtum. Die Alliierten versprachen lediglich, Koltschak mit Kriegsmaterial zu unterstützen. ♦ Die FriedenSbcdigungen für Oesterreich-Nugarn. Versailles, 5. Juli. Ter „Temps" be- schästigk sich im Leitartikel mit dem Friedens- schlu.hmitTeutsch-Oe st erreich. Die endgültige Antwort aus die deutsch-österreichischen Gegenvorschläge werden der Delegation vor dem 14. Juli überreicht werden. Im ganzen solle Oesterreich zehn Milliarden Goldkronen als Entschädigung zahlen. Davon hätten die Sukzessionsstaaten 1500 Millionen Goldfranken zu übernehmen. Tie Hälfte hiervon falle auf die Tschecho- Slowakei. Deutsch-Oesterreich müsse die den Habs- burgern gehörenden Güter im Werte von 6V2 Milliarden bezahlen. Um die Teckung zu schaffen, soll geplant sein, die natürlichen Kräfte Oesterreichs, namentlich die Wasserfälle, zugunsten der Alliierten auszunutzen. Zwei Noten der deutschen Frieven»- delegation. Versailles, 6. Juli. (Wolff.) Ter Vorsitzende der deutschen Friedensdelegation in Frankreich, Legationsvat Frhr. v. Lersner, übermittelte gesternd abend Clemenceau folgende Note: Tie deutsche Regierung nimmt an, daß der Friedensvertrag selb st, nicht dagegen das Protokoll und die Vereinbarung über die besetzten Gebiete, zu ratifizieren ist. Eure Exzellenz darf ich um Aeußcrung bitten, ob die alliierten und assoziierten Negierungen diese Auffassung teilen. Tie deutsche Friedensdelcgation lenkte in einer Note an Clemenceau die Ausmerksamkeit der Entente auf die infolge der lettisch-estnischen Kämpfe bedrohliche Lage der Bevöllerung Lettlands und Rigas. Tie Sorye der bärtigen deutschen Bevölkerung blerbe auch trotz des abgeschlossenen Waffenstillstandes und im Falle der Bildung eines Koalitionskabinetts infolge des Vorhandenseins zurückgebliebener bolschewistischer Elemente und der nationalen Gegensätze bestehen. Die deutsche Regierung schlägt daher Maßnahmen zum Schutze der bedrohten reichsdeutschen Bevölkerung vor. Es sollen besttmmte Fristen für die Räumung Lettlands von den deutschen Truppen verabredet werden. Nach der Räumung sollen die lettische Regierung bzw. die alliierten Kommissionen zum Schutze der Bevölkerung verpflichtet sein. Der Rücktransport der deutschen Gefangenen aus Italien. Zürich, 7. Juli. Ter „Secolo" meldet: Der Rücktransport der deutschen Kriegsgefangenen aus Italien m der Gesamtzahl von 68 000 Mann beginnt am 25. Juli. Tie italienischen Eisenbahnen l>aben für die Heimbeförderung 7500 Eisenbahnwaggons zur Verfügung gestellt. Interpellation über Demobilisierung in der französischen Kammer. Bern. 5. Juli. (28. B.) Nach Lyoner Blättern fand in der französischen Kammer am Freitag die Diskussion der seit langem eingereichten Interpellation Durand, Giray, Talbiez und Poncet über die Demobilisierung und die damit zusammenhäugendeu Fragen statt. Auf der Regierungsbank war Unter* staatssekrctär Deschamps allein anweiend, was sofort einen Protest des sozialistischen Teputr-rten 3t an Bon hervorrief, der sich beklagte, datz bn einer so ernsten Frage der Politik Clemenceau es nicht für nötig hielt, iif der Kämmer anwesend zu sein. Durand entwickelte hierauf seine An- ficht über die Temvbllmachung, ohne die die wirt- schastlichcn und srnanziellen Prob.eme nicht gelöst werden können. Im Mai d. Js. habe Frankreich noch 2 900 000 Mann unter den Waffen gehabt, darunter eine Million Ackerbauer. Mit den Toten und Verstümmelten seien dies 3 Millionen Mcmn, die der französischen Erde fehlten. Tiefes Jahr rverde die französische Ernte nicht 50 Millionen Doppelzentner betragen, was einen Ausfall von 44 Millionen Doppelzentnern bedeute. Um diese aber einzuführen, habe man aber weder den genügenden Frachtraum noch die entsprechenden Devisen. Bis jetzt habe man der Regierung Vertrauen entaegengebracht. Aber jetzt muß diele der Kammer 2>crtrauen entgegen bringen und ihr die Gründe für ihre Maßnahmen barlegen. Wir werden uns nicht damit zpfricden geben, daß die Regierung bereit ist zur Temobilisierung, „wenn nichts dazwischen fommt". Dollle ein solcher Fall ein treten, so müßte die Regierung vielmehr von der Regierungsbank herab die Unterbrechung den Demobilisierung verlangen. Tie große Mehrheit bereitete Durand, dessen Rede von Beifall unterbrochen war, eine Ovation. Giray will wissen, nxtrum Frankreich in Rußland und auf dem rechten Rheinufer Trupps^ stehen habe. Alle Reservisten müssen entlassen werden. Tie Truppen sind unzufrieden. Unter Protest des Kammerpräsidenten und zahlreickzer Tepn- ttertet des Zentrums und der Rechten ruft Giray gegdn die Regierungsbank: Wissen Sic, was am 1. Juli in Chalvns-sur-Marne vor gegangen ist? Wenn diese Fälle anbauern, weFen die -oowatatz sich selbst demobilisieren. Für Frankreich flt bq Das Ende des Eisenbahn-Ausstandes. Eine Kundgebung der Vertrauensleute de» deutschen Eisenbahnerverbandes. Frankfurt, 6. Juli. Die Vertrauensleute des Deutschen Eisenbahnerverbandes erlassen eine Kundgebung, in der es heißt: In Erwägung, daß der Zentralvorstand des D. E^V. die bindende Erklärung abgegeben hat, daß rasch eine Urabstimmung der gesamten Mitglichschvft herbeigeführt werden soll, zur Entscheidung über die Ein heitsaktion wegen fZerwrrllichung der bekannten Forderungen, ge- geben-enfalls auch durch bat Streik aller Staatsbahner, in weiterer Erwägung, daß die Frankfurter /Eisenbahner diese Entschließung des Zlest- tralvorstandes alss Erfolg ihres Streiks buchen können, endlich in Erwägung, daß eine durch den Teilstreik herbeigeführte Störung des Wirtschasts- lcbrms nicht zu rechtfertigen ist, wenn die Herbeiführung der Einheitsaktion nahe ist, b e s ch l i eß e n die Vertrauensleute: Der Mitgliederversammlung wird der Abbruch des Streiks empfohlen- die Forderungen werden aufiechter- halten, besonders das Verlangen nach dem R ä t e- s Y ft e m als innere Betriebseinrichtung; und die gesamte Kvllegenschaft wird aufgesordert, für die Einheitsaktion sich bereit zu halten. Der Oeffentlichkeit ertlären die Vertrauensleute, und die Mttgliebcrversammliung bekräftigt die Erllärung: Dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten wurden am Donnerstag, den 3. Juli, die Forderungen der Eisenbahner, die wirtschaftlicher, nicht politischer Art sind, durch Vermittlung der Eisen- bahndirektion von der Streikleitung telegraphisch übermittelt. Tie Streilleitung erklärte gleichzeitig ihre Bereitwilligkeit, in Unterhandlungen einzn- treten. Bis heute Sonntag, den 6. Juli, ist eine Antwort nicht erfolgt. Tas Schweigen des Ministers^ das dem Verhalten der Unternehmerschaft alten Schlages gleicht, kennzeichnen wir derOeffent- lichkeit als volksschädlich. Feierlich sprechen die Streikenden ihren Entschluß aus, daß der Streikabbruch nur ein Waffenstillstand fein wird, falls das Ministerium nicht ehrlich zu einer Verständigung die Hand bietet. Ern neuer Streik wird den gesamten Staatseisenbahnbetrieb erfassen. Tie Streikenden erklären zum Schluß: Jeden Versuch und jede Maßnahme der Verwaltung, die am Streik beteiligten Arbeiter, Hilfsbeamten und Beamten zu maßregeln, das heißt, von ihren Dienststellen ohne ihre (finwilliguirg, oder ohne die Einwilligung ber Arbeiter-Ausschüsse zu versetzen, üe zu entlassen ober sonst irgendwie zu schädigen, werden wir mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln zurückweisen. Wir warnen auch die öffentliche Gewalt, aus Anlaß von Streikhandlungen irgendwelche Strasmaßnahmen einzuleiten. Frankfurt a. M., 5. Juli. (W. B) Tie Streikleitung teilt über den Eisenbahn- vcrkehc während des Streiks mit: Es ist Vorsorge getroffen, daß den allerdringendsten Reise- bebürfniffen Rechnung getragen wird. Zu Hefem Zweck werden Sammeltransporte zusammen- gestellt, mit denen Reisende, die in Frankfurt ihre Fahrt unterbrechen mutzten, weiterbefördert werden. Zu diesen Transporten sind auch Personen zugelaffen, die wegen Todesfälle, Erkrankungen ober aus sonstigen sehr dringenden Gründen aus Frankfurt abreifen müssen. Um feinen Mißbrauch mit dieser Vergünstigung zu treiben, ist int Hauptbahn hoi eine Prüfungsstelle eingerichtet, m ber die Reisenden gegen Vorlage sttchhalllger Ausweis- Fahrtbckchei igungen erhatten. -Liefe Sammeltransporte roerben in Sonderzügen, biz nach allen Richtungen gehen, wertergeführt. Auch die Fv- rijenfonberiüfle, Lazarett- und LrressgefLflsenLw Joffre über die Beteiligung Englands am Kriege. Versailles, 5. Juli. (WTB.) Marschall Joffre erschien nachmittags vor dem parlamentarischen Aussckmß, der eine Enquete über die Verteidigung des Beckens von Briey veranstaltet. Ter Marschall verlas ein Schriftstück, in dem er die militärischen Vorbereitungen, die zu Beginn und vor Beginn des Krieges getroffen wurden, auseinandersctzte. Bemerfenstvert ist, daß Joffre erklärte, die Beteiligung Englands an dem Kriege sei .vvvauszusehen gewesen. Es habe eine Militärkonvention mit England bestanden, von der aber nicht gesprochen werden duritc, da sie ge Heimen Charakter hatte. Frankreich habe auf sechs englische Divisionen und auf die Mitwirkung ber Belgier gerechnet. Auf eine Frage des Abg. Violette erklärte Joffre, die französische Armee sei mit 2300000 Gewehren in den Krieg gezogen. Französische Feier de» amerikanischen Unabhängigkeitstage». Versailles, 5. Juli. (WTB.) Paris feierte gestern den amerivamschen Unabhüngigkettstag durch eine Parade auf ber Place de la Concorde, der außer Clemencean auch Poincare beiwohnte. Benn Festmahl ergriff Marschall Fach das Wort und feierte den Sieg ber amerikanischen Heere. DieZurückziehung der britischen Truppen. Haag, 5. Juli. Reuter meldet aus London: Die britischen Truppen werben aus dem Kaukasus zurückgezogen werben mit Ausnahme der Freiwilligen. Während ber Kälteperiobe sollen keine britischen Truppen mehr in Rußland verbleiben. Mit ber Räumung würbe bereits begonnen. LebenSmittelunruhen in Italien. Bern, 5. Juli. (WTB.) Ter „Avantt" mel- bet ans Florenz, daß die ArbetterschastHerrin der Stabt ist. Sämtliche von ber Menge mit Gewalt beschlagnahmten Lebensmittel werden zu den von der Arbeitskammer sest- gesetztenPreisenabgegeben. Ein großer Teil wurde der Bevölkerung des Erdbeben-Gebietes überwiesen, weil sich die Hilfsaktion der Regierung für die nach Tausenden zählenden obdachlosen Familien als vollkommen unzureichend erwiesen hat. Bei den Zusammenstößen mit der SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen ZwillingsnmSdruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Such- u. Steinbruderei R. Lange. Zchristletturig, Geschäftsstelle u. Druckerei: Zchulstr. 7. rung zur Verfügung, um ihm durch unser Opfer den entehrenden Gang zu ersparen. — Im Namen der Prinzen Adalbecri August Wilhelm, Oskar und Joachim von Preußen: Eitel - Friedrichs Prinz von Preußen." Rotterdam, 7. Juli, (p.) Die Pariser Mütter melden, daß die Auslieferung ber Generale Hindenburg und LubendorN wegen ber auf dem Rückmarsch der Deutschen planmäßig vom beuti'djen (Heneralstab an» geordneten Zerstörungen erfolgt. Für diese Zerstörungen allein habe Deutschland jetzt 17 Milliarden Schadenersatz zu leisten. Die Anklage gegen den Kaiser richtet sich nicht gegen die Kriegführung, sondern gegen die Urheberschaft am Kriege. Die erste Rate der Zahlung au die Entente. Genf, 7. Juli. „Echo de Paris" meldet, daß die deutschen Zahlungen an die» Entente bereits am 1. Oktober beginnen sollen und zwar mit ber ersten Rate von 40 Milliarben Franken. lleschluß. Die Farben sollen nicht allgemein gitttig, (ein, sondern außer dem Hause, also jerf See, wo allerdings der Deittsche feine ckwße Rolle mehr spielt, soll noch Schwarz- weißrvt gezeigt werden. Da war die Rücksicht auf belgische Wünsche mit maß- gcbend. Da war die Entstehung der Flagge : ipoarzweißrot doch rM^licher als die neue fedini>ung. Bismarck Mgte 1867 den preu- Li'chen Farben Schwarz-Weiß die Farben Dchß und Rot der drer Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck hinzu, denen er stomit eine Höflichkeit erwies. Preußen war ider Staat, der den Nori)deutschen Bund ourch gerne Waffen geschaffen hatte, wie er früher kn Zollverein gegründet hatte. Jetzt hat, hei der neuen Beschlußfassung, weder historischer, noch irgend ein anderer wackerer Sinn «^geholfen. . . züge erhalten Passierfrciheit. Ebenso werden auch die zahlreick-cn in Frankfurt eintreh'c.iben Flüchtlinge aus Elsaß-Lotlxringen wciterbefördert. Berlin, 5. Juli. (Wolff.) Die Regie, rung beabsichtigt, wie die „B. Z." erfährt, gegen den Terror der streikenden Eisenbahnarbeiter in F r a n k fu r t a. M. Hn i t allen Mitteln einzuschreiten. Wahrscheinlich wird heute der Belagerungszu^ stand verhängt werden. Die Truppen der Reichswehr erhielten den Auftrag, den Bahnhof von den Streikenden frei zu machen. Sollten die dortigen Truppen nicht ausreichen, so werden Verstärkungen nach Frankfurt am Main gesandt werden. Infolge der Ausdehnung des Streiks wachsen die Verkehrsstörungen zwischen Süd- und Norddeutschland. Nördlich von Heidelberg und Mannheim verkehren seit zwei Tagen keine Züge mehr nach Frankfurt a. M. Infolgedessen trifft in Baden keine Post mehr aus Norddeutschland ein. Berlin, 5. Juli. (Wolff.) Nach den heute im Ministerium der öffentlichen Arbeiten vorliegenden Meldungen sind die Eisew bahner im Bezirke Hannover nunmehr sämtlich in den Ausstand getreten. Der Betrieb wird notdürftig unter großen Einschränkungen aufrecht erhalten. In Frankfurt a. M. ist die Lage unverändert. Ueber die Forderungen der Ausständigen ist man bisher an amtlicher Stelle nicht unterrichtet. In den Be- zirken Magdeburg und Elberfeld ist alles ruhig. In Oberschlesien scheint Man wieder eifrig zu agitieren, doch ist eine Neigung zu einem Streik nicht festzustellen. Aus anderen Bezirken liegen keine neue Nachrichten vor. Der Groß-Berliner Verkehrsstrcik. Berlin, 7. Juli. Die Lage im G r 0 fr BerlinerVerkehrsstreikhatsichnorb nicht gebesser t. Die Ausständigen sagen, wie der Berliner „Lok.-Anz." schreibt, mar könne von ihnen nach den Verhandlungen nicht verlangen, daß sie nachgeben sollen. „SS gs* >'.***> itjenben aus der Fraktion und zu seinem! gen so lebhaftem Unwillen hervornefcn, daß ...• iHcnom burm .Rtotftfyrmifp imterbrotben WUT Pi VOM ab- rem 2. ö s fentlichen Bor ** obst und verschiedenes andere -um Berkaus. von ,tcn ncm vom itubenten die .Herren mitüren Auökühruu« Bürger in der Mühlstraßc Feuer. aus, M zum Glück von einem Arbeiter lu'merkt ftwxfc sonst "hält? in diesem alten Stadtteil, worin » Däuser dicht zusammcnhäilgen. grosse-; Unheil t$> fLfjen rönnen. Derbeigeeilte Nachbaiund ffeiiff N iehrlcute vermochten bett Brand rasch zu löitfa Dennoch ist btc Schneiderlrerkstätle völlig uv* gebrannt und nicht nur sämtliches Mobiliar, V* bern auch eine Anzahl fertiger MnAilge und tuej Anziigstosfe gänzlich verbrannt. Ter Sdjabeit I bedeutend. Ter Besitzer des Dauses ist nr ring versickert und bat beim Versuch?, nodi zu retten, eehebliclse Brandwunden am linke, und dem Kopse crUiten . Tie (blui war fj ML daß die Leittingsrohrc der ekktrifd-en L-ichianlc- schmolzen und der Ofen ganz glühend niar. _r "i. k-—'K v fr,k*ti:'n;Uhrtiict [' Ulli, v u\,®LÜ kZn.2'^, odJ A«s Stabt uttb Cant Gießen,. den 7. Juli 1919. Das Ergebnis der Opferwoche. M M^wis «gäbe mü < ■r M \Q 6k\Vni MW1 i.auqwn in, ettoa trn j** Ohmden & beim einer M nehmen "nenvechmmlimg f; ■*« ö(HiaUt€n nie j®01 der Stadt ar ^letzt auf das jhwi ryc3 Stadtverordt «, gehender Besic kmlichkeiten, doh W sei. Wfr tt hssenzimmer vei A Bud-Nau^ A.5tiebbfr, d« vielfach durch Zwischenrufe unterbrochen tvurin und die Versammlung fick spontan erhob um „Teutschland Deutschland über alles" sang. Ihren entgegneten die Dorren Pros. Eigener, Ti Marer und Prof. Roloff. Jrn Schlußwog aßte Prof. Schian nochmals seine Ausstih, rungen kraftvoll zusammen und erntete stürm:- chen Beifall. ** Im Saalbau (la f 6 Leib tritt [eit Donnerstag die zehnköpfige Konzerttruppe btt einstimmig angenommen. An Stelle des auS- geschiedenen seitherigen Vorsitzenden wurde alsdann Lehrer Fischer einstimmig zum ersten Vorsitzenden des Vereins gewählt. In längerer Ausspräche wurde hierauf das Vorgehen der Partei bei den bevorstehenden Kreistagswahlen erörtert und das Erlebnis der Besprechung dann der (am 6. statt- indenden) Tagung des Kreisvcreins borge* egt. Die Versammlung des Kreisvereins war einhellig der Meinung, daß mit Rücksicht auf die Not der Zeit versucht werden müsse, einen eigentlichen Wahlkampf mit seinen oft uner- reulichen Begleiterscheinungen zu vermeiden. Die Partei wird zu diesem Zweck an alle politischen Parteien herantreten und ihnen ein emeinsames Vorgehen anbieten. Man ist der Meinung, daß unter den heutigen wirtschaftlichen Verhältnissen in unserem Vaterland und unter dem furchtbaren Eindruck dessen, was uns unsere Gegner angetan haben, bei allen Parteien Verständnis für diesen Schritt vorausgesetzt werden dürfe, und daß Bereitwilligkeit vorhanden sei, durch das vorgeschlagene Vorgehen bei der Wahl den Frieden im Innern zu fördern. Kreis Friedberg. Der Streik der Eisenbahner 4 Bad-Nauheim, 4. J'ch. Durch » Bahn streik hat unser Bad mit einmal Rjl Kohlen mehr. Gröbere Sendungen, die Ixt I regeitcm Betriebe inzwischen kinaetrosfen nai». geführt ihaben. Die Landesobststette aufgelöst. Aus Darmstadt wird uns gmelbet: DaS Hessische Landesernährungsamt gibt be- annt, daß die Bekanntmachung vom August 1916 betr. die Obstversorgung aufgehoben und Damit die Landesobststelle vom 1. Juli d. I. aufgelöst ist. tragsabend batte die „ArbeitSgemein- chaft sozialistischer Studenten" als einen der besten deutschen Kenner des heutigen Rußland, Tr. Alfons Paquet, gewonnen. Der Vorsitzender der „A. s. St.", canb. phil. Seelbach, eröffnete den Abend mit der Aufforderung an das zahlreich erschienene Publikum, in keine parteipolitische, sondern eine kritische Betrachtung des rus- ischen Bolschewismus einzutceten. Ter Redner des Abends behandelte seinen Stoff von drei Gesichtspunkten aus. Wir Deutschen müssen und klarlverden 1. über das, was Rußland für sich als drfdjicinung einem Wesen nach ist, 2. über das, was es im Zeichen der Revolution für sich und die Menschheit geworden ist, 3. über das, was es für das deutsche Volk in seiner Gesamtheit beute bedeutet. Zum ersten Punkt nab der Redner eine Uebecsicht über die.geschickMch? Entwickelung Rußlands von den Anfängen des Zarismus über die „Sozialisten vor dem Sozialismus" der Aristokratie, die Lcibeigen- chasts- und Agrarfrage, ihrer Lösung außenpolitisch durch großzügige Besiedelung (Sibiriens, bis zur bürgerlichen Revolution von 1905 und dem endgültigen Zusammenbruch des russisen Jmpe- rialismus in der großen Revolution von 1917. Mit einer Verurteilung der %. T. barbarischen Methoden des Bolschewismus versuckFe Dr. Paquet eine objektive kritiscl-e Würdigung der im bolschewistischen Staat tatsächlich gekifteteten ungeheuren Arbeit, indem er die Organe bet Räterepublik : Allr-ussisckien S'owjetvongreß, Zentralrat und die einzelnen Volkskommissariate, insbesondere das der Nationalitäten sowie der DottSausklärung iLlunatschiwSki) ausführlich besprach. Für Deutschland das mit Rußland durch bic gemeinsame polnische Sage angenähert ist, sah 6epunkt habe dieses Nationalgefühl bei Kriegsausbruch erreicht, um dann einen jähen Absturz zu erleben. Heute scheine das deutsche National- aefühl völlig erstorben. Das sei eß, woran Deutschland kranke. Wir müßten wieder zu einem bewußten Nationalgefühl kommen, sonst seiDcutsch- land verloren. Nationalgefühl haben, heiße nicht Nationalismus treiben, wie wir ihn jetzt bei beit Polen und Tschechen erleben, sondern ein mit gimem Herzen und ganzer Seele zum Vaterland- tehen, ein Glauben an seine Zukunft, ein Einstehen für daS Vaterland mit Gut und Leben. Dem Nationalgesühl entgegengesetzt sei der internationale Gedanke, der jede Hoffnung betrogen und mit dem Vertrauen auf daS Ausland und schmählich belogen habe. Wenn wir uns in den Zeiten der Flagge Schwarz-weiß-rot das deutsche Nationalgesühl nicht gefestigt und behalten hätten, so würden wir c8 unS in den kommenden Zeiten enoerben müssen, denn sonst werden wir rettungslos verloren sein. Damt werden wir mitten in Europa ein Beutestück für Franzosen, Polen und Tsci)echen bedeuten, die Feinde werden sich um das wehrlose Deutschland balgen. Dieser Gefahr kann Deutschland nur entgegentreten, wenn es aufhärt, an die Internationale zu glauben, wenn eö den Wolt- tcr Offenlegung der zur Kreis bzw. Provin- ztaltagswaiil zur Verwendung kommenden bereits zur Gemeinderatswahl benutzten Wählerlisten abgesehen haben. Sie haben hierbei von ministerieller Ermächtigung Gebrauch gemacht. Inzwischen ein getretene Veränderungen sind somit auf diese Listen ohne Einfluß. Auch früher bereits aufgetretene Fehler können jetzt nicht mehr beseitigt werden. **DerEinbruchsdieb stahl in der Zentralwaschanstalt der hiesigen Kliniken hat seine Aufklärung gefunden. Die entwendete Wäsche, an der zum Teil die Zeichen abgerissen waren, wurde bei der Person, die auch mit dem Diebstahl der Butter in der Gar- nisonschlächterci in Verbindung stand, vorgefunden. Sie will die Wäsche von Soldaten gekauft haben. ** Eine unbekannte Frauenlciche wurde in der Mhe der Station Braunfels am Bahnkörper gesunden. Die Tote ist 25—30 Jahre alt. Tas Pvrtemv-muric, daS sich in einer sck-warzen Handtasche befand, enthält über 100 Mk., darunter auch Gießener Notgeld. Weiter wurde ein Taschentuch, gezeichnet P. S., gefunden. **DrePaketsperrefürBreslau ist wieder aufgehoben worden. ** Deutsche Volkspariei. Am Mittwoch, 2. Juki, fand im Gewerbehaus eine sehr gut besuchte Frauenversammlung der Deutschen Bvlkspartei statt. Nach einigen einleitenden Worten der Vorsitzenden sprach Frl. M. Feder in faß cinstünoigem Vortrag über die geschichtliche Entwicklung des Sozialismus und die sozialistische Bewegung. Ihren sehr klaren und anschaulichen Ausführungen folgte eine lebhafte Aussprache, an der sich viele der Erschienenen beteiligten. Man konnte aus der Aussprache ersetzen, ttne ernst c5 den Frauen mit ihrer politischen Schulung ist, und wie eifrig sie bestrebt finb, sich über die vielen Fragen und Probleme, zu deren Erörterung der Vortrag Anlaß bot, klar zu werden. ** Von dem Verein der Deut- bürger nicht mehr höher stellt, als den Bürger bcS eigenen Staates. Auch der Wissenschaftler dürfe niemals vergessen, beft er im deutschen Volke wurzele und daß deutsche Wissenschaft nur da gedeihen könne, wo es einen deutschen Staat gebe. Unsere Ehre hat man uns genommen, halten wir unsere Würde aufrecht und — die Liebe »um deutschen Baterlandc. — An der sich ansÄießen- den Aussprache beteiligten sich von der Arbeits- Giiltige Lebensmittelmarken für die 28. Woche vorn 7. bis 13. Juli 1919. Brot: 2300 Gramm Brot oder 1680 Gramm Mehl. Brot Kilogramm 50 Pf., Weizenbrotmehl Kilogramm 58 Pf., Krankenbrot Kilogramm 72 Pf., Zvrankenbrotbäcker: Jakob Horn Nachf., Steinstraße, Eario Brühl, Neuenweg, Karl Haas, Bleichstraße. Ludwig Weber, Frankfurter Straße. Butter: Marke 28, 40 Gramm Margarine zu 27 Pf. Eier: Mark 7, ein Ei zu 33 Pf., für die Bezirke 7, 9 und 13. Fleisch: Wochenabschnitt 28. Metzger für Fremde und Urlauber: Seligmann, Bahnhofstraße. Nährmittel: für Juli eingetroffen. Nähere Bekanntmachung folgt. Zucker: für Juli noch nicht eingetroffen. Für Zugezogene und Nachzügler: für Lebensmittel, Nährmittel und Zucker: Heinr. Kalbfleisch, Licbig- trafoe 71, Otto Nachtigall, Steinstraße 65, Emst Noll. Noonstraße 2, I. Maternus, Klmikstraße 22, Konsumverein, Schaiizenstraße 16. Für Urlauber: Borger, Wetzsteingassc 15. Seife: Marke für Juli 1919. Anteil 125 Gramm K.-A.-Seifenpulver zu 15 Pf., 50 Gramm K.-A.-Scife zu 20 Pf. ** Bei der ftädt Obst- und Gemüsestelle in ben Marktlauben treffen diese Woche voraussichtlich täglich Kirschen ein. Der Preis ’iüirb sich aus etwa 1,60—1,80 Mark be- krukn. Ferner kommen Erbsen, Karotten, Törr- ... 6D,m«rjlg( üussckeiben aus dem Verein geführt haben. Line Entschließung, in der zu den Vorgängen Stellung genommen und der Fraktion und ihrem Vorsitzenden, Prof. Ebel, unvermindertes Vertrauen ausgesprochen wirb, wurde Aus Hessen. / Schotten, 4. Juli. Am 2. Juli sand hier zur Vorbereitung der kommenden Kreis- tags mahl eine Sitzung unter Vorsitz von Pfarrer Fritsch-Ruppertsburg statt. Füns- undzwanzwanzig Herren aus den 4 Bezirken des ftrdkö und allen Parteien berieten einträchtig. Sie wurden einig, daß Bezirk Schotten 7, Ulrm> kein und G'dev» je 5 und Laubach 4 .Hianbicat'en für die gemeinsame Liste und je 2 Ersatzmän.i>»r vorsck>lagen sollen. To alle Parteien berücCi'üMigt werden, hofft man, daß keine (^egnUiste aufgest.'llt wird und die Wahl ruhig verläuft. Mau wird auch an den bisherigen Mitgliedern des Kreistags nicht ganz ovrübergclien. Tie Vorbereitung in den einzelnen Bezirken liegt in den Händen von Bürgermeister M e n a e i - Sck>ott>m, OberamtSrichl>rr Re ha rdt - Uliichstetti, Forslmeisler Klingelhöfe r - Geber», Dbcramlimdjter Zimmermann- Laubach. sJJtan verhandelte auch über bk kommcndi' Provinzialtagswahl und Nünscht, daß durch Verftttnbigung «US den eiiv- zelnen Kreisen Ober Hessens l-eraus es gelingnr möge, auch hier eine gemeinsame Liste auszu- stellcn. Es gilt dock) auch bei diesen Wahlen, daß nickt die Parteiangel>örigkeit entscheidet, sondern daß geeignete und mit den lokalen Bedürfnissen uno Wünschen vertraute Persöiilichkeiten gewählt werden. Tie weitere Vorbereitung ward m die Hände von ü'ü'ae,meister Mengel- Schoiten und Lehrer L » a i RudingSl>aili gelegt, Mitteilungen au cm Kreise entgegen-' und auch auf Anfragen aus anderen crffpnb ProvrnzialauMußWahl toartcn,. t: K ;naittfcv h/ ^ürte, 9.^81 M. Kreis Lauterbach. * Bermuthshain, 4. Juli. Anfang? t» (er Woche beschlagnahmte die Gendarmene am figen Bahnhof ein frisch geschlachtet« Rind im Getoicht von 167 Pfund, irodd>wgU|l,| - - Schleichhändler auS Köln von einem Vauert fl | 35'' * Gunzenau käuflich erworben und dort hatte sMo- >8 [■ ten lassen. DaS Rind wurde, da unser PK A^ützt, 1 tmeifkr nicht anwesend Ivar, ohne tveitercs r® Bjij— a».... .. (Grebenl>ain überführt, und dort drei HRctMKtn t«|I-ui Vi y 9-v<. Vi Wcsichtiguug durch den Tierarzt zu g(cid>en Trilo l|< ZU80||'d^, odei zum freihändigen Verkauf überwiesen. Nur a"- Nraii meinen, es sei dort an minderbemittelte beiter und Handwerker, überhaupt an HaiiShvlttk» gen, die nidyt hauSgeschlachtet hatten und im w6 sitz von Fleischkarten waren, verabfolgt werben, 1* gefehlt. GS erhielt jeder, wer so glücklich war. Portion vvii 2 Pfund, ob die Hanshalttor^ 2 wj 8 Personen umfaßte. Den Löwenanteil erhield^D reidxm Bauern, die diesen Winker gut hatten, welche auch gerne einmal billiges < iciJS essen wollten, da daS Pfund zu 1 Mk. lxral'fM wurde: mandNn: war auch so glücklich bei zwei gern eine solche Portion zu erhalten. Diesel W viel böses Blut bei den geringen Leuten bt/t W Grebenhain gesetzt, da über die Hälfte der HalW Haltungen kein Fleisch erhielt. Es ist unverstmio^W daß das Fleisch ohne Fleischkarten verkauft iviij] Es mußte an den Kommunalvcrband abgclic^f Mitt» geringen Leuten in der Stadt augrtcilt wenji da auf dem Lande die Fleischawt nicht in gleichen Maße herrscht. Ansicht AuSdruck gab und der darauf gestützte Passus, wonad) die Bezeickmung Fran als Titel ober königliche Gunstbezeichnung verliehen mürbe, entbehrten eines RechtSgrunbes und entsprechm nickt Den heutigen Lebensvechältnissen und Tat- sarheu. Ich werbe bcshalb diese Verfügung nicht mehr anwenben lassen." ferteg beendet, baa der Frieden mit Deutschland I kst ukttcrzeichnet. (Lebhafwr Befall.) Doloiez erklärte, daß man mit der Demobilisierung bet Klaffen 1907/09 nicht zufrieden sei. Tie Klasse 1911 sei seit acht Jahren unter den Waffen. Der Mahre Grund her Berzögermifl der TemobUisieruna fei nicht in der NirlztUnterzeichnung des.Friedens torit der Türkei, Bulgarien »mb Oesterreich zu suchen, sondern in der Tal fache daß die Negierung Tür die kommende Wahlperiode die Waffen behalten will. Poncet: Man hat Angst vor einer 9tegie- ^1^ Sozialisten. Jedenfalls könnten 22 000 n demobilisiert werben. Der Unterstaatsfekre- tär versprach alle Tage eine Klasse zu bemobili- (imrn. Poncet erklärte rv ijer: Tie Jahresklas,en 1911—13 stehen seit 7 Jahren unter den Massen. Wir müssen and) gegen bic Beibehaltung ber sran- tzösischen Truppen in Polen protestieren. Die Polen bieten 500 000 Mann auf und können bis 2 Millionen mobilisieren. Sie sollen sich also selber Helsen. Unsere Truppen sind ungeduldig und 'tznutlos. Die Kriegsgerichte sind sttenger als während des Krieges, und die Ernähruna ist vollkom- !wen imgenümmb. Das französische Heer himgert. ^Gerald wies ebenfalls auf die große Unzufriedenheit des Heeres hin, die bald auch auf btc Kolonien über greif en toerae. Dechamps verteidigte den guten Willen der Regierung, die Demobilisierung unverzüglich durchMsühren. Albert T h 0 - hraS verlangik von der Regierung energisch die Freigabe der Landarbeiter und ©hibenten vor Oktober. Schließlich wurde bie Tagesordnung Durand-Meznier,dieder Regierung für bie schnelle ununterbrochene Demo bili- sation das Vertrauen ausspricht, mit 366 Stimmen gegen eine Stimme angenommen. Aus dem Aeiche. Sitzung des Staatemmsschusses. Weimar, 6. Juli. In der heute unter dcm Vorsitz des Rcichsministers des Innern Dr. David abgehaltenen Vollsitzung des Staatenausschusses wurde dem Entwurs eines Gesetzes über die durch die inneren Un- ruhenvcrurßachtenSchäden und dcm Entwurf einer 6. Ergänzungdes Bes 0 l - dungsgesetzes vom 15. Juli 1909 zugestimmt. Berlin, 5. Juli. (Wolff.) Der Gesandte v. Daniel ist zum Unter st aats- sekretär im Auswärtigen Amt ernannt worden. Er hat bie Funktionen seines neuen .Amtes bereits übernommen. Die Steuervorlagen. Weimar, 5. Juli. (Telegr.) Wie Die „Köln. Zig." hört, ist als Stichtag für die kommende große Vermögensabgabe der l.De-ember1919iu Aussicht genommen. In parlamentarischen Kreisen ist man der Ansicht, daß es unmöglich sein wird, in der Som- mertngnng der Nationalversammlung alle Steuervorlogen durch die drei Lesungen hin- durch-ubringen. Man ist daher geneigt, sich mit der Vornahme der ersten Lesungen zu begnügen und die endgültige Erledigung auf den Herbst zu Verlagen. Würde auf die sofortige i^ddrigung der Steuern gedrängt, so würde -aiid) der August zur parlamentarischen Arbeit hinzugenommen werden müssen. Schwere Ausschreitungen In Kattowttz. Benthe«, 7. Juli. Wie die „Ostdeutsche Morgenpost" aus Kwtivwitz erfährt, firmt cs dort am Szmnbag nachmittag vr sch werenAuS- schreit ungen bei einer Massenkundgebung butdi bie gegen die Besetzung Obcrfdjilefieiu» durch die .Arm« Hatter Emspruch erhoben werden sollte. 4000 Polen, die aus per weiteren Umgebung nach Kattowitz gdkmtntm waren, schrieen bic Redner nieder und warfen sie von dm Tribünen. Tie Unruhen bauerten etwa frroe Stunde, bis milb- tärische Verstärkungen eintrafen. ES sind Tote und Verwundete zu verzeichnen. Die Bezeichrmug Frau. Berlin, 3. Juli. Der preußische Minister deS Innern Heine hat auS Anlaß eines Einzelfalles foigenbe Verfügung vorn 13. Juni 1919 erlassen : „Die Bezeidmung „Frau" für Angehörige des weiblichen Geschledsts ist nicht gleichbebeutend mit „Ehefrau'. Sie ist Weber eine persönliche ©tanboibcMidmung, noch ein Teil bes Namens, noch ein Titel, ber verliehen werben müßte ober könnte. ES kann bcshalb auch keiner lebigen Frau verwehrt werden, fick ,,8rau" zu rierntem Tie Verfügung beS Minislers bes Jn- Rittet -ul' ms} H wtae JJ lehr V * fei S utn von bot Sn i- ;v wW $ w -Wicke juTuaXii »Sw? gtfid) intb Ttrnls, letzte Slsen ।betroffen ro Ernfftdt einsetzte rüttnot verhind« Errangen aber M ET&li. mit. übte Leb. Tie dienbal [u durch BenützM Efl Fahrzeuge so | $[ Friedberg LyM des Els liipyn Lerianmilun Kbit den Streif Küigmüder Strei Etoi verlangten v Kia5> MW t!a fit gesonnen sc LmS zu erhalten. D M da StauLMlÜ, fern Verden müssc Vm eusföhrten, bic fät trflärtai sich Ltz M laßen, nmm «M, d« auch son Wdeiftn ist voridis fc-q ber Lage. Am s Kdai mit antifemii » Arbeiterschaft, die gagnt kam, verurte «ckhMbkiler. Bis fct gestört. DirS ** Wählerlisten. Zur Vermeidung Mißverständnissen weist daS Kreisamt darauf hin, daß die oberhessischen Kreise und die Provinzialdirektion Oberhessen von erneu» dem neuen öfemeinberat abgclebnt. r. Londorf. 7. Juli. Am Mitttvoch mtz der neugewä^k Gemeinderat seine erste SiW> im Reathaus ab. Vürgermciflcr Vlunumn verpfliS tete bic Mitglieder burd> ÖMidsdiilag. Vorbei Hs er eine kleine Ansprache, in der er bat, daß/Ä, einzelne bic Pflichten irnb Obliegenheiten, Mir mit dem Ami eines Gememderatcs! überTwmmi treu unb gewissenhaft, nad) bestem Wissen W| Gewissen ausüben möge. Auf der Tagesvrbmj stand unter anderm btc Wohnungsnot. Diese u auch hier vorhanden. Kinderreichen Familiirn W es schwer, unterzukommen. Es wurde feftfleM baß in einigen Fällen die Wolprräume tatsächl« ungenügend sind. Zur Ahl/ilsc wurde eine M misfton gewählt, die feststellen soll, ob uno wv Ml m Wohnungen frei sind. — Tic Wahl eines ^7.7^ Wie nm geordneten würbe auf den 20. Juli bestiinÄ KrciS Büdingen. Chiemseer auf. ** I m Lichtspielhaus wird von moi> I gen bis einschließlich Tonnerstaa bas sünfakti;. I Filmschauspiel „Wenn Gräber sich öffnen" gt I reben. 5erner gelangt das Lustspiel „Meyer am I Beilin" zur Aufführung. LanokreiS Gießen. Q Bettenhausen, 4. Juli. Unsere 1 markung gehört zu denen in Obertassen, die sich < größerer btirfcbenanlagen erfreuen können, wem diese auch nicht an die Rosbacher und Ockidädi-r I heranreichen. Die Ernte, die jetzt gereift ist, ij I reichlich, erreicht aber doch nicht Oen Ertrag, wie I ihn frühere Jahre schon zu verzeicknen batt^ 1 Tie Gemeinde erzielte bei der Versteigerung ihrer j SHrfdyen arp Muschenheimer Weg und auf bcrnl Oberlwlz noch nie erzielte Summen. Für manijt I Bäume wurden 80 bis 100 Mark bezahlt. Zu bei I Gemcindekirschen kommen ebensoviel Bäume, bie | Privaten gelyören. T-vcEorten llommen h.cr Haupt,! ächlick- vor: Die Früyvoten, die schtzvaczen Herz,V irschen und die iveißen Glaskirschen. Bor dem I Sbriege haben die Leute ihre Kirschen in GieDe« Lich uno Hungen für 15 bis 18 Pf. das Ppich I zum Verlauf angeboten. Jetzt sind Händler h«, | die 2 Mk. unb mehr bieten. 0 Birklar. 7. Juli. Tas Fest der silbernen 1 Hochzeit begehen morgen bie Eheleute LcmdtviS z und Gemeinderat Konrad O 11 und Frau. O Sirflar, 6. Juli. Ter neue Okmeinberd I hielt heute seine ernste Sitzung ab, in der dir! Gemeinberctte durch Bürgermeister Müller in ihr Amt eingeführt und verpflichtet wurden. Ar! Beigeordnetenwahl wurde auf nächsten Sonnta, I festgesetzt. Da der bisherige Beigeordnete Müllei | eine Wiederwahl abgrlehnt hat, wird es ivadpl scheinlich zur Aufstellung eines bürgerlichen im| I eines sozialdemokratischen Kanbidaten und damit I zu einem Wahlkampf lommen, ber bei ber M meinberats- unb.bei ber Bürgermeisterivahl ia 1 Interesse bes Gemeinbefriedens vermieden werdatzE konnte. Hz. Hos-Güll (bei Lich), 7. Juli. Schm» ßcftbäbigt wurde ber Besitzer von 5)of-Güll b« 1 Ebcrstadt (Lich), dem in der Nacht aus sein»» Schweinczud>t 10 schwere Eber und Sauen hmj lich abgeschlachtet wurden. Wohin das Fleisch wl kommen ist, konnte bis gestern nicht teitgcflfill t werden. Erwiesen ist, daß ein Lastauto in der Nacht ! im Torft geweilt hat, ohne daß man iveiß, a I welcher Richtung es bavonaefahren ist. ** Grün lngen, 5. Juli. Am 3. MW abends 8 Uhr, sand die erste (vemeindcratssib^ J in ihrer neuen Zusammensetzung unter dem >oip j dergetrählten Bürgermeister statt. Zuerst fanbbvl Verpflichtung der neuen Mitglieder statt. Sodaq» beriet man Über die Zulage des (ÄcnunudevttlMcrtt ] Arnold für Mehrarbeit walxrend des Krieges. 1«| Antrag wurde imd> längerer Debatte auch teil schon demokratischen Partei wird uns geschrieben: Der Verein der Deutschen demokratischen Partei hat am 28. Juni und 5. Juli im Hotel Großl)erzog zwei gut bo- suchte Mitgliederversammlungen abgehalten. In dec ersten widmete ber 2. Vorsitzende. Professor Bousset, dcm verstorbenen Mitglied Bankdirektor H e ich c l he i m einen ehrenden Nachruf und bob den schweren Verlust hervor, den Partei und Fraktion durch deu frühen Heimgang beS ausgezeichneten Mannes erlitten haben. Auf Wunsch der Versammlung erstattete dann Professor Ebel Bericht über dieVorgängeinderFrak- d^n"Äu-sprache 'beteiligten sich Hon der Stadtverordneten, die zum AuS-,aemeinsdM sozialistischer StuI tritt des seitherigen ersten Vo r-ILav.^ und Seelbach, dic mi Höhere unb erweiterte Mädchenschule . 1160,43 Straßensarnmlung und im Theater . . 1858,51 Mk. 14 493,66 Auch an dieser Stelle ja allen Gebern herzlicher Tank gefegt. ES sollen nach Bestimmung ber Reichszentralstelle zwei Tritiel dem Empfangs- auslchuß für das Durchgangslager und das verbleibende y8 für di e heim kehrenden Gießener Verwendung .finden. Wie groß die Aufgaben finb, läßt sich am besten daran erkennen, daß, wenn jeder unferjr l>eimkehrenden, das Gießener Lager passievenden Gefangenen auch nur eine einigermaßen an* tänbige Zigarre erhält, ein Kostenaufwand von 20 — 25000 Mk. erforderlich ist. Tas Ergebnis der Sammlung auf dem Lande kann erst später bfernntgegeten werden, da eine Anzahl Gemeinden im Kreise die Beträge direkt nach Berltn an die Reichs zentral stelle Tie vom Bolksbund und den Zweigstellen Roten Kreuz auf Veranlassung der Rcichs- entralstelk jn Die Wege geleitete Opferwoche tir die heimkehvendcn Gefangenen hatte in Gießen nachstehendes Ergebnis: Einzelipenden..... . . , . 3577,50 Bank- und Zettungseinzeichnungen . . 7681,22 Vereine, Korporationen und Kliniken . 216,— ÄWen. Ss △ Nidda", 5' Juli. "Heute früh ocffl > 5 Uhr brach im Haufe des SckntcidenneisterS M fciMiZl?9,10 — - • ------- - - 1 j 'vcnig erb in ändern. anWt Keine Wanze mehr M2r_ .zbain, tihflrmtrifa . ■** mit Kammerjäger Berg’s Nieedial I und H ' Amte btt9 »r/ß d(6: | zu erzielen. - frt(4 indi1' Jet"t beete Zelt zur Brutvernichtunff. *llt « 167 W fcSrfolff verblüffend. Kinderleicht anzuwenden, ht von, «neitt ® ;.*6-setzlich geschützt. Viele Dankschr. Doppel- i» dort d !.ack- 2.—. Ausreich, f. 1—3 Zimmer u. Betfen. Wir haben abzngeben 19000 Kreuzhacken Spaten Schaufeln Aexte und Beile Hämmer versch. Grützen Hobel in versch. Sorten Sägen in versch. Sorten Zangen in versch. Sorten Feilen in versch. Sorten u. Grützen vier Badeleden sehr schädigt, sofort wieder be- JfOt. — Tas Rcisebureau Koch und Lauteren tun. Morgen müssen auch die Salinen den icb einstellen. Mit Beendigung des Eisen- rerftrciks wäre auch die Betriebsstörung, die ilelnverkao!: Drog. O. Wtnterhoff. Krenxpl. 3. Id Eins. v. M. 2.40, oder Postscheckk. Berlin »1286 fcrtofr. Zusendung durch Eerm. A uroesel, Berlin, t Königgräteer Straße 49.(1345s3 , 91 Ntrttru^ JE loooo •1000 loooo loooo 9000 9000 oooo Mei Vorrat in Nägeln und Schlokltbrauben Stärke, Pumpen, Schläuchen, Grubenlampen, Türschlössern usw. konftigcS Werkzeug und GebrauckSaegenstände m Schreiner, Schlosser. Schmiede, Bauband- werker, Landwirtschaft und Industrie. zprtBilDfffllrika foppctfe «L-etf. pteil: Geräte für Industrie ».Landwirtschaft Aürgeudorf (Kreis Siegen), soooo Minensetzlmg unter dem meister statt. Zuerst fort men Mitglieder statt. Zulage des Äcmeinderrch töt während des Krieg« . ! längerer Debatte ack i erat aboklehnt. 7. M '»'im Rtttmü te sei verbesserungsbedürftig, so daß es am rat» rrften sei, etwa ans die Dauer von 2 Jahren an kB bestehenden Verhältnissen nichts zi icnbcnr dann einen großzügigen Schulneubau in Ingriff yu nehmen. Wenn die alte Stadtverorb- ntinbftai femr crjtt im'fcr tow«.n d rtib LEotzL-G w ter « W, « 1 Gemmdeiwks übfiM. »ft, nach W-Mj. mögt. 8uf Ikr i d« ßofnumgy■ i, Mentichen 3on^«i tonunat W wrde M ffÄßrv ent alM n-!bu «fad ?hkrt*t0^tr 5,^*In* unterwegs Negkn gtbRgben. Seit heute sind .bJLiltl6n tri»' I hie Badehäuser ohne Hei-ung: die Bäder n ß”8' lang fimtcn nicht mehr angewärmt werden. Da bei der ftolnc; ®'9tntTV''I r«mvartigen Witterung die natürliche Wärme Spnibd auch nur 26-30 Grad beträgt, ist ihnen Ä .1 t vielen Kurgästen nicht möglich, ihre Bäder zu Hnö erntete Mvraen müllen auch hie Salinen den hm J M -ME ^«ttornntaittr J IVDkai, die schsaneu^M • ALWF « AM lö kS 18 |f. bei ® 3tt$t sind Ländler M tntten. JE Dar M der silbo, rgen bie Weilte & 'tob Du und M fbU reu,t ^memd, ß. ~'Bun£ ab, in bet ötegermetiler Müll« mb vernichtet mürben.: iirbt auf nächsten Sone Beigeordnete Mi Ztlchü hat, nnrd es loq lung nnrS bürgerlichen i ichkn Mndidatcn und bc \ lammen, der bei der ■ her Bürgemeistenvahi ibefricbeti vemicden twr ' (bei Lich>, 7. Juli. Lb t Besitzer von öos-Äüll n in der Nacht aus le tennerfammlimg sich vor dem Kriege in der Frage Schulbauten mcht so konservativ gezeigt hätte, (M4t der Stadt große Summen erspart worden, r jetzt auf das Konto Kriegseinbuben gebucht wer-- müssen. Wie nunmehr verlautet, soll doch das amte Kreisamt seinen Dienstsitz im Schlob an- viesen erhalten. Es rückt damit aus seiner zen-- den Lage heraus und überdies bedenklich weit nt Bahnhof weg, so daß die Landleute von diesem tswechsel wenig erbaut sein werden. -N Q. Bad-Nau he im, 4. Juli. Anschließend die Ende dieses Ntemats stattsindenden olym- ichen Spiele iverden am Dienstag, den 29. dS. . auf den Schießständen am Goldstein große kontaüben schießen veranstaltet. Rl.» Friedberg, 4. Juli. Unsere Stadt litt in die neutrale Zone östlich vom Rl?ein. in der Friedensvertrag kein Militär garnisonierett '. Das Gcnerallommondo in Bab-Naul)eim ist der Ansicht, dab Militär trotzdem hier ver- könne, wenn die Stadt energische Schritte rür unternehme. Die Stadtverordnctenvcrsammp hto beschloß daher, in diesem ©inne ein dringiick?es Mud) an das Generalkommando zu richten. Sollte 5»» Ä ha unpjl] GW )ie «inma L HKÄ be m6 v flubt.t,Sdbnl, »t $5 T Dir Schlotzfrage. 9Q.» Fr iedberg, 4. ^Ii. Unter dem Dorsi» des Lwrrn Präsidenten Dr. Strecker entschied ei ie ans Stadtverordneten bestehende Kommission! Mf) eingehender Besichttgung der in Frage stehen» d-A Baulichleiten, daß das Schloß für Schnlzwecke l lyecignrt sei. Höchstens zwei Räume seien darin li KTMssenzimmer verwendbar. Ein Umbau zum haus ergäbe mit einem Aufwand von 300 000 art mit 10 Klassenzimmer anstatt bet erforver» 25. Auch das Dans der Höheren Mädchen- £at einen regelmäßigen Autoverkehr nach Franken eingerichtet. Tie £)in- und Rückfahrt tonet -ir eine Person 40 Mark. Bei dem gänzlicl^n 'LtlfeU der Züge in Richtung Frankfurt >vurde t.tie Reisemöglichkeit bis jetzt sehr rege benutzt. — rjij den Strecken derButzbach-LicherErsen- babn wird der Betrieb ausrecht erhalten. Auch er der Linie Friedberg-Dungen verkehrten yte Personenzüge. Leute, die nach Gießen reisen K»(Um, benutzten heute mehrfach die Kleinbahn tj Lich, um von dort mit Wagen oder zu Fuß . ich Gießen zu kommen. C. Bad-Nau hei m, 7. Juli. Ter Höhc- ymß der diesjährigen Sommerkur ist über- fdjnttcn. In Anbetracht der unruhigen Zeitver- Mnisse kann man mit dem Verlaus der ersten itri Monate zufrieden sein. Ungilnftig beeinflustt rnitbc der Besuch unseres Bades durch den im ilnfang der Kur (April- sehr eingeschräntten Eisen- bihrmerkehr und später durch die vielen Unruhen im Reich und Streiks, sowie durch die Ungewiß- Ifcit über den Ausgang 6>er Friedensverhandlungen. ‘4ud) der letzte E i s e n bahner strei k l>at unser kad schwer betroffen weil er gerade zu Beginn der iamävkisezejt ein setzte und viele angemeldete Gäste vn Eintreffen verhindert waren. Trotz aller dieser rchindernngen aber schließt die letzte Fremdenliste, ton 3. Juli, mit über 15 000 angemeldeten MUr- t-Jiai ab. Tie eisenbahnlose Zett der letzten Tage wndc durch Benützung von Autos aller Art und sonstiger Fahrzeuge so gut es ging überwunden. Rl. Friedberg, 4. Juli. Friedberg steht int Zeichen des Eisenbahner'streiks. .In ffchveren Versammlungen wurde seitens der Be- rmten, die den Streik verurteilen, versucht eines Güiigune mit der Streiklciwng herbetzUMHren.^Die farmten verlangten von den Arbeitern, am *Be- hhlen iutb Ausschlacken nicht gehindert ?n werte,, 5a sie gesonnen seien, den Betrieb norjürftia Mvecht zu erhalten. Die Arbeiter stellten sich jedoch aus den Standmmkt, daß darin ein Stveikbruch «schm werden müsse, wenn die Beamten Arteten aus führten, die sonst Sache der Arbeiter jfci Sie erklärten sich bereit, die Beamten unbe- HÄigt zu lallen, wenn sie nur die Funktionen ver- nchteten, die auch sonst ihres Amtes seien. Jn- vtLedesfen ist vorläufig keine Aussicht auf Äefi- (fning der Lage. Am Bahnhof ist ein großes rotes ' *_i mit anttsemitischem Text angeschlagen. Tu Arbeiterschaft, die nicht zu ihrer Arbeitsstelle «langen kann, verurteilt scharf das Verhalten der lstsenbahnorbeiter. Ws jetzt ist die Ruhe in keiner Vei.se gestört. totre Ebn unb Sauen je trben. Wohin das Aeisch bis yeslm, nicht fdti daß nn Safiauto in her - nt, ohne bas man roeii xlakat daoongesahm, iß. en, o. Zuli Am 3. ■ die erste Gemeinderatsiil dem nuht statlaegeben werden, dann würde es K fallen, für die erst feit roangen Jahren x Kaserne eine Verwendung zu finden, da weit von der Stadt abliegt, um etwa eine Schule daraus zu machen. Rl.- Friedberg, 4. Juli. Der schon feit Jahren vakante Bürger in ei st erbosten soll in kürzester Zeit neu besetzt werden, und demzufolge wird die Stelle nächstens in hiesigen und auswärtigen Zeitungen zur Ausschreibung gelangen. Gemäß dem Zuge der Zeit werden diesmal Bewerbungen aus allen Berufsständen Berücksichtigung finden, die Bewerber müssen nicht aus dem höheren Justiz- und Verwaltungsdienst hervorgehen. Die Stelle wird verhältnismäßig gut dotiert fein, das Anfangsgehalt soll 8000 Mk. ohne Teuerungszulagen betragen und alle 4 Jahre um 1000 Mk. bis zu 10 00Ö Mk. steigen. Rl. Friedberg, 5. Juli. Einen guten Fang machte gestern die Polizei, indem sie einem Händler 25 Körbe Kirschen beschlagnahmte, die trotz des Ausfuhrverbotes nach Preutzen vorgeschoben werden sollten. Die Stadtverwaltung ließ die Kirschen heute zum Preise von 1 Mk. daS Pfund rationiert an die Bevölkerung verlausen. Hunderte von Menschen umdrängten, mit Körben und Lebensmittelkarten bewaffnet, die Ver- kaussstände, so daß biete unverrichteter Dinge nach vause gehen mußten. — Heute gelangte das ausländische Weizenmehl zur Ausgabe, aber die Freude über diese Ernährunasverbesse- rung ist durch den unerklärlich hohen Preis von 2.20 Mk. das Pfund stark herabgemindert. Ein großer Teil des Publikums verzichtet auf den Einkauf: cs wäre dringend wünschenswert, wenn der Kommunal verband eine Erklärung über die Preisfestsetzung abgäbe. O O ber-Erlenbach, 4. Juli. Das tertiäre Brau nkohlenvvrkvm men in unserer Gemarkung, das den Wölfersheimer Braunkohlen gleichzustellen ist, wird von Sachivcrständigen aus rund 400 Millumen Zentner geschätzt, so daß der Abbau des Flözes von großer wirtschaftlicher Bedeutung werüen könnte. Mit der Ausbeute des Lagers ist übrigens noch nicht begonnen worden. Tie Gewerkschaft „Erlkönig", der vom hessischen Staat schon früher Konzessionen eingeräumt worden sim>, I)at der Gemeinde aber schon eine Kaution van 3000 Mark geleistet und beabsichtigt, mit dem Abbau alsbald zu beginnen. Ihrer Qualität nach wird die hiesige Kohle von SaciMrständmen für Industrie- als auch für HauSbrandzivecke als vorzüglich bezeichnet. Voranschlag der städtischen Werke. Städtisches Wasserwerk. Tas städtische Wasserwerk schließt in Einnahme und Ausgabe mit 400 200 Mk. gegen 310 700 Mk. im Vorjahre. An KleinabNelMer wurden abgegeben 1100 000 cbm Wasser, an die Eisenbahn zu Bc- triebsjwecken 800 000 cbm, an das Volksbad 45 000 cbm. Für städtische Zwecke werden 130000 cbm benötigt, für Sclbstverbranch des Werkes 105 000 cbm, für den Verbrauch des Torfes Queck- bom 22 500 cbm. Verlust und Nünderangabe der Wassermesser belaufen sich auf 347 500 Mk. Tie insgesamt abgegebenen 2 550000 cbm Wasser sollen 333 850 Mk. erbringen gegen 267 700 Wk. un Vorjahre. Die dksaMtförbenmg beträgt 2 550000 cbm, hiervon liefern 250 000 cbm die Quellen im Stadtwalde und bei Großen-Buseck, so daß das Pumpwerk Queckborn noch 2 300000 cbm Wasser zu fördern hat. Ter Preis des vom städtischen Wasserwerk bezoge^n Wassers beträgt 25 Pf. für jeden cbm. Es werden lührlich mindestens erhoben für Gebäude mit Wohnungen bis zu bre Zimmern einschließlich: 1 Familie 8 Mk., zwei Familien 16 Mk., mri unb mehr Familien 24 Mk., für Gebäude mit Wohrmngen von mehr als brci Zimmern: eine Familie 15 Mk., zwei Familien 25 Mk., drei utto mehr Familien 35 Mk. Der Wafserpreis ermäßigt sich für jeden cbm bei einem Wasjerverbvouch von mehr als 500 bis 1000 cbm um 2 Pf., 1000 bis 2500 cbm um 4 Pf., 2500 bis 5000 cbm um 6 Pf., 5000 bis 10000 cbm um 8 Pf., 10000 bis 15 000 cbm um 9 Pf., 15 000 bis 25000 cbm um 10 Pf., 25 000 bis 40000 cbm um 11 Pf., 40 000 bis 80000 cbm um 12 Pf., mehr als 80000 cbm um 13 Pf. Tie Preisermäßigung tritt nur ein, wenn der Wasserverbrauch auf einem Grundstück oder aus mehreren, wirtschaftlich zusammengehörigen Grunde stücken durch einen Wasscrverbrauck«ndcn erfolgt. Tas Wassergeld ist vierteljährlich, und zwar unter Zugrundelegung des Preises von 25 Pf. für J. cbm, zu entrichten. Für die vom Werk auszuführenden Arbeiten beim Anschluß von Gebäuden an die Wasserleitung und an die Entwässerungsanlage, für Anfertigung unserer Dauswasserleitungen usw., für die Prüfung von ausgeführten Wasserlritungsarbriten der Prb- üatinftaHateure usw. sind vvrzusehen 10 000 Mk. gegen 5000 Mk. im Vorjahre. An Erlös für Leu- unb Vrummet- ernte in den Gemarkungen Grotzen-Bu ieck, Roi> pen und Queckborn, >jreie tun den Dockchehättern inb nur 450 Mk. veranschälgt gegen 480 Mf. im Borjahve. v An Ausgaben sind vorgesehen: Für die Förderung von rund 2 300000 cbm Wasser, wozu 550 Tonnen Kchlen und Koks erforderlich find, 60 325 Mk. gegen 29 640 Mi. i. B. Für Brennmaterial zum An Heizen der Kessel, Schmier- und Packungsslosfe, Lwizung und Beleuchtung usw. (für 100 cbm Wasser rund 60 Pf.) 13 800 Mk. (t. V. 9700 Mk.). Für Unterhaltung der Kessel und Maschinen, Gebäude unb Grundstücke 5000 Mark (i. B. 2750 Mark). Für Arbeitslöhne 15 065 Mark gegen 9350 Mark im Vonähre. Tic Betriebs- und Unterhaltungskosten sind daher insgesamt von 53100 Mk. auf 96 000 iMk. gestiegen. Tie Unterhaltung derZuleitungs- st recke bis zu den .vochbehältern. sowie des Slraßcnrohrnetzcs erfordert 22 500 Mk. gegen nur 8000 Mk. i. V. Tte Kosten für Unterhaltung uno Bedienung brr Wassermesser sind von 5000 auf 8000 Mk. gestiegen, die Unterhaltung der Betriebswerkzeuge von 800 auf 1503 Mk., Wasserriilrichtungen und Hauientwäs- sernngen von 4000 auf 8000 Mk. Tte Gehälter erhöhen sich von 20050Mk. auf 27 000 Mk., die Nu he geh älter, Witwen- unb SBaifengelbcr ton 3500 auf 4000 Mk. An allgemeinen Unkosten find vor- gesc^n 15 000 Mk. gegenüber 11000 Mk. 1. B. Der an bie Stadtkasse abzuführende Betri e b s ü b e r s ch n ß wird mit 55 000 Mk. veranschlagt, gegenüber 59 300 Mk. t. V. Auch das Wasserwerk sieht eine Reihe von Neuanschaffungen vor. Es sind eingesetzt: für Ausführung von neuen Straßenieitungen unb Wasserzuleitungen 16 000 Mk., für Einbauen von Schiebern und Hydranten 1000 Mk.. für Wassermesser 5000 Mk., insgesamt 22 000 Mk. Im Vorjahre waren lediglich für Neuanschaffungen im Werk'5000 Mk. oorgesehen. Die Uommunalwahlen. -s- Bersrod, 2. Juli. Zur Gemeind e- r atswahl lag nur ein Wahlvorschlag vor. Es wurden wiedergewählt: Jobs. Bischer II., Phil. Töring, Karl Gerhard, Wilh. Hammel II., Pyil. Bosmann I., Deinr. Kutscher III. und Ehristian chwalb, neu gewählt Georg Bötz, Ludwig .Hambach, Wilh. Herzberaer, Wilh. Magold und Heinr. Schmitt. — Zum Bürgermeister wurde der bisherige Beigeordnete Friedr. Wilh. Becker mit 154 Stimmen gewählt. Von 243 Wählern stimmten 160 ab. Ein Gegenkandidat war nicht ausgestellt, und Bürgermeister Reuschling hatte wegen Hohen Alters eine Wiederwahl abgelehnt. So verlief die Wahl ohne Reibung. * * Boden rotz, 3. Juli. Bei der Bei - geordnetenwahl wurde Beigeordneter Hofmann einstimmig wiedergewählt. * * Burkhardsfelden, 2. Juli. Bei der am 29. Juni abgehaltenen B ü rgerweist e r wa h l wurden 318 Stimmen abgegeben, hiervon erhielt Ludwig Schmidt III. 267 Stimmen und Hch. Heuser III. 46 Stimmen. Es ist hiermit Ludwig Schmidt III. als Bürgermeister gewählt. * * Dannenrod, 3. Juli. Bei der Bürgermeisterwahl wurde der Landwirt Heinrich August Koch mit 62 Stimmen gewählt. Ter bisherige Bürgermeister Steinmann erhielt 36 Stimmen. Zum Beigeordneten wurde der bisherige Beigeordnete Sack mit 57 Stimmen gegen Otto Friedrich mit 14 Stimmen wiedergewählt. * * Ermenrod, 3. Juli. Die Bürgermeisterwahl gestaltete sich zu einer großen Bertrauenskundgebung für den bisherigen Bürgermeister Konrad Kühler II. Während bei der vor kurzem vorausgegangenen Gemeinderatswahl zwe Parteien bestanden, wurde Köhler nach nunmehr 16jähriger Amtszeit einstimmig wiedergewählt. Von den 208 Wahlberechtigten machten 170 von ihrem Wahlrecht Gebrauch. * * Flensungen, 3. Juli. Mit 171 Stimmen wurde einstimmig Bürgermeister tzrch. Brüunina III. wtedergewähtt. Ter 172. Zette trug die Aufschrift: „Lagt nur den alten walten, der so lange daus gehalten." . * * Grebenau, 3. Juli. Bei der Bürgerweist e r w a h l wurde der bisherige verdiente Bürgermeister Ebel einstimmig wiedergewählt. O L>och-Weisel, 4. Juli. Zum Beigeordneten wurde Joh. Konrad Schäfer mit 155 Stimmen gewählt. * * Langenhain, 3. Jutt. Bei der Neuwahl eines Bürgermeisters wurde Heinrich Ernst Rumpi, ein Sohn des jetzi^n Bürgermeisters, mit 132 Stimmen gewählt. Mit dem Gewählten übernimmt der 3. Bürgermeister aus der Familie Rumpf diese Amtrgeschäite. * * Nieder-Gem ünden, 3. Juli. Bei der Beigeordnetenwahl wurde der bisherige Beigeordnete Heinrich Otterbein einstimmig wi^ergewählt. * * Ober-Hörgern, 3. Juli. Bürgermeister Doller wurde mit 84 Stimmen rin- hmmtg wiedergewählt. Tie Frauen unseres OrteK machten von ihrem Stimmrech e keinen Griirauch. * * Ohmes, 3. Juli. Bei der Bürgermeisterwahl wurde der bisherige Bürgermeister PiuS Freidhof einstimmig wrcderacwählt. * * Rodheim v. b. £>., 3. Juli Bei der Bürgermeisterwahl tvairbc der bisherige Bürgermeister Hofmann mit 747 Stimmen ohne Gegnerschaft wiedergewählt. Aus diesem Anlaß wurden noch am gleichen Tage drei Chreubäume gesetzt. * * Rodheiin b. jungen, 5. Juli. Bei der Bürgermeisterwahl wurde der bisherige Bürgermeister Kröll einstimmig wiedergewählt, ein Beweis, daß Kröll sein Amt bisher mit bet größten Zufriedenheit geführt hat. * * Romroo, 3. Juli. Tie Wahlen de» Bürgermeisters und des Beigeordne-- t e n vollzogen sich im Zeichn der Einmütigkeit und Geschlossenheit. Ter bisherige Bürgermeister Karl Leinrich Schmidt I. sowie auch der bisherige Beigeordnete Karl Hermann Schmidt wurden wiedergewählt. g Rüddings Hausen, 3. Jutt. Zn der Bürgermci st erwähl waren öm.i Kandidaten ausgestellt. Gastwirt Müssig mW ein Kriegsbeschädigter, Ludivig Genth ll. Bei der Wahl« batten von 412 Stimmberechtigten 354 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, da der Wahl eine rege Agitation vorausgegangen mar. Von den abgegebenen Stimmen waren 4 ungültig und aus jeden Kandidaten fielen 175 Stimmen. Es muß.e das Los entscheiden, das zugunsten von Gastwirt Müssig entschied. * * Seibelsdorf, 3. Juli. Ter bisherige Bürgermeister Pius Kranz wurde mit 64 Stimmen wiedergewählt. Der Gegenkandidat, Müller Joseph Lang, erhielt 59 Stimmen. * * Steinheim b. Hungen, 7. Juli. Bei der Bürgermeisterwahl wurde der Landwirt Wilhelm Bipp mit 126 Stimmen gewählt. O Trais-Münzenberg, 4. Juli. Ter bisherige Bürgermeister Gorr wurde einstimmig wiedergewählt. * * Wettsaasen, 3. Juli. Bet der Bürgermeisterwahl wurde der Bürgermeister Langohr mit* 105 Stimmen bei 125 Wahl- beredjtigten wiedergewählt. Eine Stimme war ungültig. Sport. Der Jugeiwwg. Rl. Friedberg, 6. Juli. Sämtliche Turn* und Sportvereine unserer Stadt tjaben sich zu-^ sammengeschlossen, um unter Beteiligung samt-, lieber Schulen als würdigeren Ersatz des früherem Jugendsestes im September einen Jugendtag zu! veranstalten. Geplant sind für vormittags turnerische Vorführungen, leichtathletische Wettkämpfe Wettschwimmen im städtischen Schwimmbad, für den Nachmittag ein Festzug der ganzen Jugend, danach Wettspiele auf der Seewiese. In einer Festrede soll der Jugend die Bedeutung der körper-, lichen Ertüchtigung ans L>erz gelegt toerben. Man. hofft, durch die Veranstaltung in der Jugend eilt größeres Interesse für Turnen, Spiel unb Sport zu wecken. Man muß aus Gründen der Volks- bDgicne dem Jugendtag einen vollen Erfolg wünschen, schon aus dem einzigen Grunde, weil durch den Wegfall der allgemeinen Dienstpflicht künftighin mit einem Zurückgehen der körperlichen Leistungsfähigkeit der männlichen Jugend gerechnet werden muß. Daß der Aus,chnß seine Aufgabe unter diesem hohen Gesichtspunkt ausfaßt, gehr schon daraus hervor, daß der Beranskrltung der Name Jugend s e st genommen ist: es soll jeder Verwechselung mit dem bei ähnlichen Festen der Vorkriegszeit üblichen Jahrmarktsbetriebe vorgebeugt und jede Aeutzerlickkett vermieden werden, die oen ernsten Charakter der Sache beeinträchtigen könnte. Im Hinblick darauf haben sich die Amts genossenschasten der hiesigen Schulen für die Beteiligung der Schuljugend erklärt. (Eine Nach ahmung dieses Festes für Gießen wäre dringend empfohlen.) Meteorologische Beobachtungen der Station Sietzen. Datum F I a c i H f 1 Llbsolute Feuchtigkeft Relative Feuchtigheit Grad bet Bkwöl- kung tu 3et)HleI ber flchlkaren Ht«im«I»fiäche Weiter 6. 7. nm. 23.5 11.2 52 5 meist heiter 6. 7. abds. 18.5 12.0 76 1 trocken, warm 7. 7. om. 14.6 11.6 94 10 nachts Nebel Höchst e Temr eratu am 6.7. ---25.5' 7.7. = 18.2°. Niedrigste - - 6.7. = 13.3* 7.7.--110°. 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Gröber zu seinen. rieinem Vertrauen begegnen. Außerdem- wird sie daS Verfahren beschleunigen. Nach kurzer Debatte wird die Fassung des Ausschusses angenommen. Hierauf werden t*e gestern ausgesetzten Abstimmungen über Art. 21 und 22 vorgenommen. Zn Artikel 21 werden die Anträge der Teutsch- »ationalen und der Teutschnalionalen Volkspartei Uhr (oum Sop itbriitl- mgabe lohlMg übjUQtbti Mw. Bonrath,* La).®lle S ßimuitr 59. o en febt itnis fiCXI t er- H*e. <82SS el und u so nllig lein- 13273 lchm. Artikel 49 m der Wendung „zur Meder Herstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnun»" die Worte int , mit :otem lüget )tüirt Ölung 6tlnbou|tn, U <30o barosjüfkaße! Schwarzer unaemoK Pfeffer u oetL $fb. 37.50 K Joiten, BrelinLBi WerkhauSgassr L und Taw, -- ÄS wie bei uns. Das zeigen uns die Vorgänge im Baltikum. In Riga sind allein 7000 Personen erschossen worden unter dem Vergeben, daß sie Bolschewisten fern. c Rrichskvnrmiffar .Dr. Preu h: Die Annahme des Antrages Haase würde die Abschaffung jeder Verantwortlichkeit der führenden Stellar bedeuten. . Es wäre die Auflösung jeder geordneten Regierung und würde schließlich zu einer Diktatur führen, sei eS des Proletariats, sei es — und das ist das wahrscheinlichste — zu einer anders gearteten Diktatur. Abg. Dr. v. Delbrück ('S. N.)7 Den Antrag Haase lehnen wir unter allen Umständen ab. Abg. W innig (Soz.): Es ist richtig, daß es in Ost- und Westvreußen Kreise gibt, die den Gedanken einer Einigung und Verständigung mit den Polen propagieren. Aber diese Bestrebunbungen sind von allen Organen der Regierung mißbilligt worden. Was sich jetzt in Riga abgespielt hat, kann man nur verstehen, im Zusammenhang mit dem, was sich vor dem Einmarsch dort zugetragen hat, und da möchte ich daran eriiment, daß mehr als 4000 unserer Volksgenossen ihr Leben für die deutsche Herrschast haben lassen müssen. Wenn darüber geklagt wird, daß Menschenleben dort vernichtet worden sind, so llage ich meinesteils am meisten um das Leben unserer ermordeten Volksgenossen. (Lebhafter Beifall.) Der Kampf, der sich jetzt dort droben abspielt, ist der letzte Tag des großen BernichtungSkampfes, der sich gegen die letzten Reste des Deutschtums richtet. Äby. Haase (U. S.) befürwortet den An- mifl ferner Partei, die Neuwahl spätestens am 30. Tage nach der Auflösung vorzuschreiben. Reichskommissar Dr. Preuß: Für die Fest- ietrung der Frist von 60 Tagen Sind lediglich mahltechnische Gründe maßgebend gewesen. Nach kurzer Debatte wird Artikel 25 unter Iblehnuug des Antrages Haase (U. S.) an» irato atmen. Nach Artikel 26 wählt der Reichstag seinen Obmann, dessen Stellvertreter und seine Schriftführer. Abg. Haußmann (Dem.) beantragt, statt „und Ortmung" zu streichen. Preußischer Justizminister Heine wendet sich gegen den Antrag Katzenstern auf Streichung der Worte „und Drbrämg". Damit würde der Inhaber der vollziehenden Gewalt auch verhindert werden, Schr. änflertafi! Ä7rh!it°fn?rt'^ möchte ich für das Wort „Präsident" den Aus' 8WLL « »Wo-,holte-" v-rschl-g-n. an den Gieli Anz. n! V" Antrag geführt haben, beantragen auch wir dis Streichung des Gesetzes betr. den Völkerbund. Abg. Dr. Quarck (Soz.): Ich bitte, beide Anträge abzukehnen . Es lohnt nicht, um einmal voWtümlich zu sprechen, jeden Dreck dem Reichstag vorzulegen, und wenn andererseits unsere Feinde der Idee des Völkerbundes untreu geworden sind ünd eine Kvalition zur Vergewaltigung Europas beschlossen haben (hört, hört! rechts), so haben wir es gewiß nicht nötig, ihnen auf diesem Weg zu folgen. Abg. Dr. v. Delbrück (D.-N.): In so kri- tischchi Tagen, wie sie dem Ausbruch eines Krieges vorausgehen würden, muß die Entscheidung des Reichstags genügen. Der Passus betreffend den Völkerbund muß im Interesse der Würde des deutschen Volkes gestrichen werden. Deutschland hat es nicht nötig, nachdem seine Aufnahme in den Völker- sbund abgelehnt worden ist, bei Herrn Clemenceau gewffsermaßen seine Visitenkarte abzugeben. (Lebhaftes Bravo.) Der Antrag Heinze (D. Vp.) und der Antrag der Unabhängigen werden abgelehnt. Der Antrag G r ö ber (Zentr.) wird angenommen. Artikel 15 wird also in der Fassung des Aus- slchüsses unter Streichung des Absatzes betr. den Völkerbund angenommen. Abg. Ablaß CDemJ: Das schöne Wort Ob- natm wird eine deutsche Verfassung zieren. Mit großer Mehrhest wird der Antrag Hauß- iitbtb. Srltet gnai nattn angenommen. uiÄ Nach Artikel 31 soll die Wahlprüfung durch sfrage. Ab«. Knollmann (D. Bpt.) macht in einer Anfrage Mittriluna von einem durch das Kartell der Taten Gewerkschaften in Göttingen gefaßten unb an die Verwaltung der staatlichen Kliniken Prüfung ist ein Akt der Rechtsprechung. Dafür ist ein pvlittsck?er Körper wenig geeignet. Tie Entscheidung des Gerichts wird allge- crus dem Saal entfernt) In keinem Lande ist Maße Gehrimwisienschaft Derjenige, welch« "Lio en s -'M-«, .NaL Art. 46 ernennt und entläßt der Reichspräsident die Reichsbeamten und Offiziere. Er kann die Ernennung und Entlassung mich tnirrf) an dere Beamte aus üben lassen. Abg. Cohn (Unabh.): Wir beantragen die Streidrung des Artikels 46. Artikel 46 wird unverändert angenommen. Nack) Artikel 47 hat der Reicksvräsident beit Oberbefehl über die gesamte Wehrmackü des Reichs. Abg. Cohn (Unabh.) beantragt die Streichung auch dieses Artikels. Artikel 47 wird unverändert angenommen. Artikel 48 bestimmt: „Wenn ein Land die ihm nach der Reidsverfassung oder dem Rrick* gesetz obliegenden Pflichten nid.t erfüllt, kann ixv RcidisPräsident es dazu mit Hilfe der l»ewaffneten Mackfl an halten." Abg. Katzenftein 'Soz.f begründet einen Antrag, wonach der Reicks Präsident verpskickitct sein soll, unverzüglich die Genehmigung des Reids- tags einzuholen imd seine Maßnahmen ansttuheben, wenn der Rcick^stag die Genehmigung versag! Außerdem soll er seine Maßnahmen nur treffen können „unter Beranttvorilichkeit des gesamten Reichsministeriums". Artikel 48 wird in der Fassung des Ausschusses angenommen. Das Haus geht nunmehr zu ber gestern ausgesetzten Abstimmuttg über Artikel 41, Amt des Reichspräsidenten, über. Vorher begründet 9£bg. Dr. v. Schulze-Gchter- nitz ehren Antrag, statt Reichspräsident zu sagen „Reichswart". Der s?bttnag rotrb abgelehnt. Entsprechend dem Antrag Siehr (Tem. beschließt das Daus die Fcffsung, daß zum Reichs Präsident wählbar ist „jeder Deutsche, der das 35. Lebensjahr vollendet hat". Nach Artikel 49 kann der Reichspräsident bei Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung unter Verantwortinig des gesamten Reichsministe- riumS mit Hilfe dec bewaffneten Mccht ein Meriten und die zur Wiederherstellung der Sicherheit und Ordnung erforderlichen Maßnahmen treffen, zu einem bestimmten Teile aud) die Grundrechte außer Kraft setzen. Die Genehmigung des Reichstags ist rinzuholeit; die Maßnahmen sind anfznhebeu, toenn der Reichstag die Genehmigung versagt. Abg. Frau Agnes (Soz.) beantragt Streichung deS Artikels. Ein gemeinsamer Antrag der Ab geordneten Beyerle (Z.), v. Delbrück (D.-Notl. . Haas (Dem.) und Heinze (D. BpZ schlägt eine For- mulierung vor, nach der ber Reichspräsident die „nötiMn Maßnahmen treffen, erforderlichenfalls mit Hilfe der bewaffneten Mackfl einschreiten" kann, sowie den Zusatz: „Bei Gefahr rm Verzüge kann die Landesregierung für ihr Gebiet einstweilige Maßnahmen treffen. Tw Maßnahmen find auf Verlangen des Reichspräsidenten außer- Shxift zu setzen". Hierzu beantragt Abg. Katzenstein (Soz. , hinter „auf Verlangen des Reichspräsidenten" zu setzen: ^vder des Reichstags". Reichstommissar Dr. Preuß: Aud) Herr Dr. Cohn könnte ohne den Belagerungszustand nicht ausvonunen. Tas haben seine Parteifreunde in Bremen und München jmb an anderen Stellen tElSE igkeit! -88»-" setl kaufs von Nahrungsmitteln, also Maßregeln, die an sich zweckmäßig und notwendig sein können, aber sich nicht ohne weheres unter den Begriff der „Sicherheit" subsumieren lassen. Artikel 49 wird in der Fassung des Antrages Beyerle mit der Einfügung nach dem Anträge Katzenstein angenommen. Ter Antrag Katzenstem auf Streichung der Worte „und Ordnung" wird abgelehnt. Tre Arttkel 51 (Gegenzeichnung), Artikel 52 (Vertretung des Reichspräsidenten), Artikel 53 (Reichsregiertmg) werden ohne Erörterung angenommen. Tie Arttkel 54 und 55 werden verbunden zur Beratung gestellt. Sie bestimmen: „Ter Reichs-' k a n z l e r und auf seinen Vorschlag die Reichs- minister werden vom Reichspräsidenten ernannt und entlassen. Ter Reichskanzler und die Reichsminister bebürfen zu ihrer Ausführung des Vertrauens des Reichstages. Jeder von ihnen muß zurücktreten, wenn ihm derReichs- Ragna Svendburg Roman von Anny Wothe. Art. 35 wird unter Ablehnung aller Abändc- rungsantiäge angenommen. Heber den Abschnitt Reichspräsident und Reichsregierung referiert Berichterstatter Dr. v. Delbrück. Art. 41 bestimmt: Der Reichspräsident wird vom ganzen deutschen Boll gewühlt. Wählbar ist, wer das 35. Lebensjahr vollendet hat und seit mindestens 10 Jahren Deutscher ist. Gewählt ist, wer die meisten Stimmen erhält. Das Nähere bestimmt rin Reichsgesetz. Die Abgg. Arnstadt (D.-N.) u. Gen. beantragen statt „seit mindestens 10 Jahren Deutscher ist" zu setzen: „als Deutsck)er geboren ist" und einzufügen: „Bei Stimmengleichheit entschei- des das Los". Die Abg. Frau Agnes (U. S.) und Gen. beantragen, das Amt des Reichspräsidenten überhaupt zu beseitigen. Abg. Haas (Dem.) beantragt, eventuell, wenn keiner der Bewerber die Hülste der abgegebenen Stimmen erhält, hat nodj eine zweite Wahl statt- yufinben. Bei dieser ist gewählt, wer die meisten Stimmen hat. Bei der zweiten Wahl können auch neue Bewerber zugelassen werden. Abg. Dr. Philipp (D.-N.): Wir halten es für unbedingt notwendig, einen Reichspräsidenten einzuführen. Nach längerer Debatte werden die Abstimmungen hierüber auf morgen vertagt. Nächste Sitzung: Samstag 2 Uhr. „Erlaube, lieber Mann, das verstehst du nicht, so was steht bloß gefdjrieben, aber in ber Praxis ist die Sache anders," sagte die kleine Frau Prv- fessor. „Na, gute Nacht, Fräulein, schlafen Sie wohl. Morgen will ich Sie mit Ihrer Arbeit und Ihren Pflichten bekannt machen"-- Ragna stand am Fenster ihres Stübchens und blickte auf das Menschengewirr zn ihren Füßen. Sie hörte das Rollen der'Wagen und das Klingeln der Pferdebahn mit angsthaftem Grauen, und wenn sie in ihrem Zimmer Umschau hielt, schloß sie entsetzt die Augen. Wo war das herrliche Zimmer mit dem großen Himmelbett, mit den seidenen Gardinen, die ihr zu Hause immer nicht schön genug erschienen. Wo waren die stolzen SÄe, das kostbare, alte Gerät und wo, wo war der weite, große offene See, die sie so geliebt, der freie Blick übers Meer, alles, alles für sie versunken versunken in alle Ewigkeit, weil sie selbst es sä gewollt. •SS"*» erkennungszrichen sein sollte, daß sie es recht gemacht. Der Herr Professor, ein wortkarger Mann, der zufrieden war, wenn man ihn in Ruhe ließ, hatte sie kaum beachtet, .die Frau Professor dagegen hatte schon unausgesetzt geredet und ihr tausend Verhaltungsmaßregeln gegeben, was sie tun und was sie lassen sollte, so daß Ragna unfähig war, aus diesem Wirrwarr sich herauszu- finden. „Sa, wissen Sie, Fräulein," rief die Professorin lebhaft^ „Sic dürfen, wenn Sie sich im Leben nützlich machen wollen, vor allen Dingen nicht daran denken, ob es sich für Sie paßt oder schickt, wie es leider immer Ihre Vorgängerinnen taten, sondern Sie müssen stets darauf bedacht sein, Ihre Stellung ganz auszufüllen. Tas heißt, seine Pflicht tun bis zur Grenze des Möglichen. Arbett adelt — einen anderen Adel als den einer anftänbigen Gesinnung erkenne ich nicht an — den kann sich jedermann erwerben, aber der ererbte Adel, das ist kein Vorzug, sondern in vielen Füllen rirte Saft" „Aber Therese," wandte der Herr Professor fast schüchtern ein, „laß doch Fräulein von Svend- birrg in Ruhe mit deinen Ansichten, die sie kränken muffen." „Kränker:, das wäre ia noch schöner — ich will Fräulein Svendburg nur meinen Standpunkt klar machen, was ich übrigens auch schriftlich tat. In unser schlichtes, bürgerliches Haus paßt keine Gräfin und da Sie, mein Fräulein, auf die Bedingungen, die ich stellte, ringegangen sind, brauche ich mid> wohl nicht mehr erst zu entschuldigen, daß Sie für uns nur Fräulein Svendburg sind." „Gewiß nicht, gnädige Frau," sagte 9?agna, „ich kenne mehre Stellung und meine Pflichten." „Tas gefällt mir," sagte die llrine, energische Professorin, behaglich die Hände über den Magen falte ab und das junge Mädchen mit etwas indiskretem Wohlgefallen betrachterrd. „Ter Mensch soll nie mehr scheinen wollen als er ist, das heißt. als er leisten kann, und zu Ihren Leistungen habe ich bis jetzt, nehmen Sie es mir nicht Übel, noch gar kein Zutrauen." ,Lch werde mir Mühe geben, gnäbtge Frau zusrredenzu stellen. Mein Lehrer sagte mir, daß ich gerade in Ihrem Hause Gelegenheit hätte, das zu lernen, was mir fehlt." ,^Jhr Lehrer, der alte Lars, nehmen Sie es mir nicht übel, der redet wie der Blinde von der Farbe. Er kennt mich ja gar nicht — daß er mit meinem Mann früher zusammen studiert hat, ist doch kein Grund, über unser Haus zu urteilen. Das ist gerade so, als wenn mein Mann von Norwegen schwärmt, das er seit seinen Kindertagen nicht wieder gesehen. Er hält sich nämlich für einen Nordländer, wie er im Buche steht, und dabei ist er ein Berliner geworden, so gut wie ich eine bin, trotzdem ich hier in der Nahe auf dem Lande groß gewordrii." „Wollen Sie es glauben," lachte die Professorin in sich hinein, „daß mein guter Manu, als unsere Kinder geboren wurden, glaubte, echte Norweger zu erziehrii. Na und nun sehen Sie sich die Balger mal an, trotz der schönen Namen. Gunhild, Geerd, Dagmar, sehen sie alle aus wie die Zigeuner. Nichts Lichtes, wie Sie es haben, wie cs sich für die Nordländer ziemt, blauäugig und blond. Dreimal habe ich mit Angst und Zittern gesehen, wie die Haare meiner drei Aelte- sten, die ja zuerst so was ähnliches, wie blond wallen, dunller und immer dunkler wurden, bis sie in braun und schwarz übergingen, bei den Jüngsten habe ich mir die Pein erspart, darauf zu warten, daß ihr Aussehen sich dem Namen anpaßte. Ta habe ich über die Namen bestimmt und ich meine, Peter, .Fränze und Aenne passen immer." Alle lachten und Geerd sagte dann leise zu Ragna: „Mama meint, unsere Namen wecken zu vielx Erwartungen, die wir weder äußerlich noch simerltch erfüllen können, und Papa ist der An- rat WahlprÜfnngsge richt vorgenommen ►erbat, das aus Mitgliedern des Reichstages fcrib Mitgliedern deS Rrichsverwaltungsgerichts b tlrbt. Die Agnes (U. SJ und Gen. beantragen, die Wahlprüstmg wie bisher durch den slc-chstag vornehmen zu lassen. Abg. Haase (U. S.): In einer Zett, die so viel neues Volksrecht sucht, soll das Recht des (47. Sitzung.) Weimar, den 5. Juli. Eingegangen ist ber Gesetzentwurf über die Ratifikation des Friedensvertrags. Die zweite Veratting des Verfasfungsenttvurfs wttd fortgesetzt. Die Besttrnmungen über das Amt des Reichspräsidenten werden entgegen dem Antrag der Unabhängigen angenommen bis auf Arttkel 41, über den später namentlich abgestimmt wird. Nack, Artikel 45 schließt der Reichspräsident Mindnisse und Verträge mit auswärtigen Mächten. Kriegserklänmg und Friedensschluß erfolgen) durch Reichsgesetz. Sobald ein Völkerbund mit dem Ziel des Ausschlusses aller Gehrimverträge abge- Üd)Ioffen ist, bedürfen alle Verträge mit den Bölker- bunbftaaten der Zustimmung des Reichstags. Abg. Dr. H c i n z e (D. Vp.) befürwortet einen Antrag seiner Partei auf andere Formulierung., Das Verfahren eines Reichsgesetzes ist viel zu kom- plisiert und erfordert so lange Zeit, daß eine Kriegserklärung vielleicht gemeinsam mit dem Friedensschluß erfolgen könnte. (Heiterkeit.) Es genügt, wenn für Kriegserklärungen einfach Die Entscheidung des Reichstags erforderlich ist Ferner können Bündnisse in Frage kommen, bei baten die fremden Staaten Geheimhaltung fordern. Ein Anttag Gröber (Ztr.) will gleichfalls die Bestimmung über den Völkerbund streichen, idbriifo rin Antrag der Unabhängigen. Reichskommissar Dr. Preuß: Die Komplikationen, die ber Abg. Dr. Heintze befürchtet, sind prattisch ganz und gar ausgeschlossen. Abg. Gröber (Ztr.) befürwortet den toitrog betreffend bat Völkerbund zu streichen. 2ibg. Dr. Cohn (Unabh.): Der Antrag Heinze hat bte Tendenz, die Kriegserklärmtg zu waltnng erheblich über die Gehälter der »nteren und sogar ber mittleren Beamten emporgeschnellt sind, und fragt bte Regierung noch ihrer Stellungnahme zu tiefcr Umkehrung der Verhältnisse. Geheiwrat Sämisch gibt den in der Anfrage erwähnten Zustand als richtig zu. Die xcgenwärtigen Verhältnisse müßten als vorüber- (icbenb angesehen werden, denn der Abbau der flrbetterlöhne stehe beim Sinken der Preise außer Der Antrag Auer (So».): Der Wahltag muß ein Sonntag oder öffentlicher Ruhetag sein, wird gegen tue Stimmen der beidrn Rechtspartrien, des Zentrums und eines Teiles ber Demokraten angenommen In Arli^l 22 werd die dreijährige Legislaturperiode in wuncntlicher Abstimmung mit 159 gegen 142 Stimmen abgelehnt unb mit einfacher Abstimmung die fünfjährige Periode gegen Vie Stimmen der beiden sozialdemokratischen Parteien und eines Teiles ber Demokraten angenommen. Artikel 32 über die Beschlußfähigkeit des Reichstages wird durch einen gemeinsamen Antrag der Sozialdemokraten, des Zentrums und bet Demokraten dahin abgeändert, daß Vie int Entwurf ovrhandene Bestimmung von der Notwendigkeit ber Hälfte bet Mitgliederzahl gestrichen tvitd und die Beschlltßfähigkett durch die Geschäftsordnung geregelt Iverden soll. Art. 34 bestimmt bie Berechtigung des Reichstages zur Einsetzung von Untersuckwi'gsmisichusieii unb macht ihre Einsetzung zur Pflickst aus Antrag von einem Fünftel seiner Mitglieder. Art. 34 wird in der Fassung des Entwurfes mit großer Mehrheit angenommen. Art. 35 bestimmt die Bestellung eines ständigen Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten unb eines Ausschusses zur Ueberwachung ber Tätigkeit ber Rrichsvegierung. Abg Heintze (D. Bpt.) unb Gen beantragen bie Streichung des ganzen Artikels, Abg. Schücking (Dem.) die Streichung des Uebet- wachu n gLausschusses. D« Unabhängigen beantragen noch einen Art. 35 a über die Verpflichtung der Rcichs- regierung zur Vorlage der über die Beziehungen des Reiches zu auswärtigen Staaten geführten Verhandlungen. Abg. Heintze (D. Bpt.): Unter allen Umständen würde durch einen solchen Ausschuß Unsicherheit in die Außenpolitik getragen werden und die Möglichkeit von Jndiskrettonen bestehen. (Beifall.). Ter Absatz des Artikels über den Ueber- wachungsauSschuß ist ein Ausdruck des Mißtrauens. i Abg. Katzenstein (Soz.): Was wir hier verlangen, ist fein MißtvauensNotum, sondern es ist lediglich die Anerkennung ber Notwendigkeit, daß die Vvlksverttetung dem Volk gegenüber verantwortlich ist. (Als Redner eine kleine Pause macht, versucht eine Dame, die schon einige Zeit sich neben dem Redner au fgehalten hat, zu der Versammlung zu sprechen. Sie wird aber, nad)bcm sie nur bte Worte ,^Zon der Maß bis zu der Memel" gesprochen hat, vom Präsidenten aufejefortert, den Platz zu verlaffen. Nach einigem Zögern verläßt sie den Platz und nimmt am Ministertisch Platz. Der Schriftfülwer Abw Dr. Neumann-Hofer redet ihr anscheinend gütlich zu, um sie zum Verlassen des Platzes zu veranlassen. Schließlich ivird sie auf Anordnung des Präsidenten durch einen Diener shvm Mit «bftilwig ber Kejfyn ftettt' «wrbt(teile eg NW-foe Ragna schauderte. Wer doch nicht wieder aufzuwachen brauchte in diesem elenden Gemach, wer sie doch nicht wiederzusehen brauchte die taktlose Frau dort unten, die so hart und hochmütig war und so ungebildet, daß sie ihren eigenen Mann nicht mal zu Worte kommen ließ, wenn sie redete. Unb der sollte sie, Ragna, Gräfin Svendburg, dienen? Deren Kinder sollte sie erziehen, sic lieben, Tür sie sorgen / Die ganze Schwere der Verantwortung ihrer Pflichten senkte sich auf Ragnas Herz. Ties aufstöhnend drückte sie das lockige Haupt in die Kissen, imd heiße Tränen flössen unaufhaltsam über ihre bleichen Wangen. Traußen flutete das großstädtische Leben dahin, und Ragna fühlte zum erstenmal in ihrem Leben, daß sie rin „Nichts" war. (Fortsetzung folgt) DaS war also der Anfang des neuen Lebens ? kas Pivfefforenhaus, in welches sie durch die kmvsehlung eines alten Lehrers gekommen, um >v Haushalt zu Helsen, die Kinder zu unterrichten mb zu erziehen, war gewiß recht und gut. Es tat hübsch und bequem und zeigte auch ange- rhmen Komfort. Die Leute befanden sich gewiß in den glücklichsten äußerlichen Verhältnissen, und ikch fülstte Ragna es wie Bleigewichte, daß dieses ärgerliche Haus nickst die Sphäre war, in der in Mensch wie sie leben unb gedeihen konnte. Und doch war ihr keine andere Wahl ge- ii-tSm. Ein Examen hatte sie nie bestanden, ine Erzieherinnriistelle in vornehmen Häusern, tf welche sie erst gerechnet hatte, blieb ihr veralt, da hieß es denn sugreifen, toenn sie nicht mch länger das Brot ihres Vetters essen wollte, mb nun mußte sie eben durch. „Licker in ärgster Dürftigkeit leben," sagte sie, langsam Hut und Zickett ablegend, „lieber täglich die ärgsten De- ®Tilgungen ertragen, als das Gnadenbrot dieses Hannes effen, dem ich niemals ein Recht der fylimmung über mich rinränmen kann unb darf." Und dann saß sie am Abend an dem Teetisch itta der großen Hängelampe des Eßzimmers unb Wtt Butterbrote, weil es der Herr Professor so pte. und Dagmar eine unzählige Menge ver- konnte, und sie wagte die Augen nicht auf- f-iFben, ans Furcht, Geerd Lorenzen, der den -Äal!' m den Augen hatte, könnte über ihre Unschicklichkeit lachrii. Aber Geerd lachte nid#, er nur lange zu, und endlich bat er fast -Wern, ihm auch ein Brötchen zurechtzumachen, fö fw tat es mit toarmem Dantesblick, fühlte sie daß es für sie. die arme Dienende, ein An- Deutsche Nationalversammlung. Weimar, 4. Juli. P«tfS>eut Fe hrenbach eröffnet die Sitzung nm S Uhr 15 Min. iej hieve }(! SchrislI. Sinnebott i 7931 an den Gieg. I Darlehen .Obmann" wieder einzusetzen: „Präsident". aus 1.Hyvochekober Abg. Be verle (Ztr.): Wir haben uns Sicherbeil auc-wleüt überall bemüht, in der Verfassung ein gutes GruudstückSansius volkstümliches und gemeinverständliches Deutsch anxustreben, ohne dadurch in den Fehler der Deutschtümelei zu verfallen. Nachdem nun soeben .'er Antrag Haußmann eingegangen ist, das Wort 9Irtito 25 sieht die Auflösung des Reichstages durch den Reichspräsidenten vor. Die Neuwahl soll spätestens am 60. Tage nach ber 1 Auflösung stattsindeu. «er nimmt si üt voll den Begriff, der ist vor allen Dingeri 'N unferm Sprachgebrauch nicht Jo bekannt, daß wir hoffen dürften, es werde sich bald ernbürgern. Schristi. Ang. iraL u a. b. Giehenei äny;i .WahlntttndjgkritSaltcr von 20 Jahren zu streichen mb dessen Feststellung in das Wahlgesetz zu oer- mgate M gep reisen ober es auf 24 Jahre sestzusetzrii) gegen A Anz. cm"«., aus eteil sie Stimmen der Antragsteller abgelehnt. rTw MMl q.Artikel 21 wird nach den Beschlüssen de- »8er stitn E tuffH mit ber Wahlmün gkrit oon 20 Jahren in Göttingen gerichteten Beschluß, wonach die dort beschäftigten Arbeiter bei Androhung mit sofortiger lsittlassung sich einer freien Gewerkschaft an» 'Meßen sollen. RegierungsVertreter Dr. Löwe bezeichnet im Auftrage des Reichsarbettsministeriums den.Be- __ sihluß als mizulässige Beschränkung ber Koali- '■»riiew nouÄreihett. Es sei beabsichtigt, in dem Gesetz- ■Vivb* »fiwrtf über Betriebsräte diesen die Wahrung der stoalittousfreihett zur Pflicht zu machen. ^Utwuitlifo ^nfoagc Mtttrilui -- b" ”” Qflen ietne SHei= für Dien- Voiz- ''asch- Pser> rboL nfter, iliers- mzen an- «an !6II. 27-28), Fdw. 1 nu. IUM tiefet loder sehen 113259 Wg. Bauermann (D. Bpt.) stellt in einer nilc,6t rlrineu Anfrage fest, daß die Löhne der Ar- beiterin der Post-und Eisen bahn ver- *5^ oorch ausdrücklich« Beschließ fern Bertrauen entzieht." Abg. Tr. Leinze (D. Vp.) beantragt, in Artikel 55 ausdrücklich einzuschalten: „Ter Rerchs- Vvüsiderrt ist in der Wahl des Reichskanzlers und der Reichsminister frei." Abg. Tr. v. Delbrück (D.-Natt.): Nach Lage der Dinge muft der Reichspräsident die Minister auf den Vorschlag des Reichskanzlers wählen. Unter den gegebenen Umständen erscheint die Fassung des Ausschusses zweckmäßiger als die des Airtrages. Tas Ziel würde in beiden Fassungen erreicht werden. Abg. Koch-Kassel (Dem.): Der Antrag ist überflüssig, weil alles, was er wünscht, durch die Fassung des Ausschusses erreicht wird. Tie Fassung des Entwurfes wird angenommen. Heber den Abschnitt „Reichsrat": Artikel 61 und folgende, referiert Abg. Hau ßmann (Dem.): Der Reichsrat erschien allgemein noi- it-enbig und zweckmäßig. Selbst die äufierfle Linke hat eine solche Einrichtung als wünschenswert anerkannt. Grundsätzliche Bedenken gegen rin solches Kollegium, das die einzelnen Länder vertritt, wurden nicht erhoben. Für später sind hinsichtlich der Zwergstaaten unter 100 000 Einwohnern gesetzliche Regelungen Vorbehalten. Abg. Frau Agnes (Soz.) beantragt, den gangen Abschnitt ju streichen und dafür als Artikel 61 zu setzen, daß jedes deutsche Land zur Vertretung bei der Gesetzgebung und Verwaltung beS Reiches mindestens eines und höchstens drei Mitglieder zur Reichsregierung abordne. —< Der Antrag wird abgelehnt. Artikel 61 bestimmt, daß zur Vertretung der deutsch« Länder bei der Gesetzgebung und Verwaltung des Deutschen Reiches ein Reichsrat gebildet wird. Ter Abschnitt Mer dm Reichsrat wird obne weitere Erörterungen nach den Beschlüssen des Ausschusses angenommen, bis auf die Artikel 62 und v4 bezüglich des Stimmenverhältnisses im Reichsrat, die erst später, im Zusammenhang mit dem zurückgestellten Artikel 18, beraten werden sollen. Heber den fünften Abschnitt (Reichsgesetzgebung) referiert Abg. Koch- Kassel (Dem.). Bei dem erften Artikel dieses Abschnittes, Artikel 69, der von der Einbringung von Gesetzesvorlagen handelt, macht Abg. Tr. Cohn (Unabh.) daraus aufmerksam, daß der Artikel 162 dem Reichswirtschasts- rat die Befugnis beilegt, seinerseits sozialpolitische und wirtschaftspolitische Gesetzentwürfe ernzubriw- gen: er verlangt, daß der Artikel 162, der im übrigen die Bestimmungen über das Rätesystem enthält, .zusammen mit dem Artikel 69 beraten werde. Da er in längerer Geschaftsordnungs- aussprache auf allen Seiten Widerspruch erfährt, bezweifelt er schlieUich die Beschlußfähigkeit des .Hauses. Infolgedessen bricht Präsidmt Fehrenbach die SBerbanbhingen ab. Um 7 Uhr wird die wertere Beratung auf Montag 2 Uhr vertagt. Vermischtes. * Das Schicksal der Wartburg. Zwischen dem ehemaligen Großherzog Wilhelm Ernst und dem Freistaat Sachsen- Weimar-Eisenach finden augenblicklich Verhandlungen auf Uebernabme der Wartburg durch den Staat statt. Nach Abschluß der Verhandlungen will der Staat die Reichsregie- rung ersuchen, die altberühmte Feste als Na- tivnaletgent um zu übernehmen. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, daß die Wartburg auf ehemals Fuldaer Grund und Boden erbaut worden ist. Merkwürdig ist auch, daß der Burgberg im oberen Teil der ehemaligen Krone, im mittleren Teil dem Forstfiskus und im unteren Teil der Stadt Eisenach zu eigen ist. — Wenn die Wartburg wirklich in Neichseigentum übergehen sollte, Wettervoraussage für Dienstag: Wolkig, Qfamltemeigung, etwas kühler und nordwestliche Winde. J.L'.L’J----1 ' ■—2______ -■..■WffJILJ.. Letzte Nachrichten. Das Geschwätz über die Auslieferung des Stofferd. Berlin, 7. Juli. Die „Deutsche Allg. Ztg." läßt sich zur Auslieferungsfrage aus dem Haag melden: Rach den amerikanischen Meldungen hat die Mitteilung Lloyd Georges, daß der Kaiser in London vor rin Gericht gestellt werden soll, die amerikanisck)en Delegierten in Erstaunen gesetzt. Sie hätten davon nichts gehört, daß Wilson diesem Beschluß zugestimmt habe; jedenfalls habe er vergessen, die Telegierten davon in Kenntnis zu setzen. Auch wegen der auSz-nliefernden: Offiziere sei noch nichts getan worden und Pväsidriit Wilson habe noch am Tage vor seiner Abreise sich dahin ausgedrückt, daß noch kein bestimmter Beschluß gefaßt sei in Bezug auf die Ausführung der Strafbestimmungen. Das Schicksal der deutschen Kolonien. Amsterdam, 6. Juli. Eine Durchsicht des Textes der Unterhausrede Lloyd Georges ergibt, daß er erklärt hat, Südwestafrika werde ein integrierender Bestandteil der südafrikanischen Union werden und Deuts ch- Neuguinea zu Australien kommen. Die Deutschen in Argentinien. Berlin, 7. Juli. Wie dem „Berl. Lokalanzeigeri' berichtet wird, haben am Sonntag, den 18. Mai auf Veranlassung des Deutschen Volksbundes in allen Städten und Ortschaften der argentinischen Republik, wo Deutsche in größerer Zahl beisammenwohnen, Versammlungen stattgefunden, in denen Tausende von Deutschen und Teutschfreunden flammenden Protest gegen die ungeheuerlichen Friedensbedingungen erhoben. Zugleich erneuerten sie auch den Schwur der Liebe und Anhänglichkeit zur alten Heimat. Die neue Städteordnung. Berlin, 7. Julr. Ter „Vorwärts" teilt mit, daß die neue Städ tevrdnu ng fertiggestellt sei Der Abbruch des Eisenbahn-Ausstandes. Berlin, .7. JuK. In der „Morgenpost" heißt es über die Beendigung des Streiks in Frankfurt a. MI: Die Genugtuung über den Abbruch des Frankfurter Streiks kann durch die maßlose und phcafenrriche Drohung der Streikleitung kaum beeinträchtigt Werben. Sie bient in der Hauptsache nur dem Zweck, vor der eigenen Anhängerschaft die Niederlage tu verschleiern, mit der dieser gewissenlose und voreilig auögerufene Streik glücklicher Weise geendet hat. Breslau, 7. Juli. Die Breslauer Eisenbahner, unter denen in den letzten Tagen für einen Sympathiestreik mit Frankfurt agitiert worden war, sprachen sich gestern in einer Versammlung mit großer Mehrheit für eine Erneuerung des Streiks aus. Der fahrplanmäßige Verkehr blieb jedoch ohne Störung bestehen. dann ist zu erwarten, daß dieser durch tausend Erinnerungen geheiligte «erg auch wirklich wie ein Nationalergentum gehegt wird, ganz im Sinne dec Weimarer Tradition. Büchertisch. — Kürschners Bücher schätz. Hermann Hillgers Verlag, Berlin W. 9. Preis der Nummer 50 Pf. — Nr. 1232. Zwölfnächtespuk, Erzählungen von Auguste Suppe. Nr. 1233. Das Geheimnis des Hotel C-osmo Polite. Ein Abenteuer des Tettktivs Asbjörn Krag von Sven El ve sta d. — Geschichte der russischen Revolution. Äon Prof. Dr. Freiherr von ftretjtagfc «LoringHoven. I. F. Lehmanns Verlag, München. Preis 6 Mk. behördliche Anzeigen. Bekanntmachung. Diejenigen SMnber, für die ejn Zuschuß au8 der Ebel Stiftung zur Beschaffung »an MetdungS- stücken begehrt wird, sind btö 31. Juli L IS. bei dein städt. Armenamt, Asterweg 9, anzumelden. Spätere Anmeldungen werden nicht angenommen. Gießen, den 5. Juli 1919. 79738 Der Oberbürgermeister (Armenverwaltung). RoipSiQWfflro Qualität nmmiowaic Friedensware Bettbezüge p. Stück 33.20 M. Bettücher „ „ 21.— „ Damenhemden „ „ 15.— „ Jackenkleider „ „ 100.— „ (äußerst modern) Arbeitsanzüge Lazarettkittel „ „ 21— „ Strümpfe für Mfinner, Frauen und Kinder :: Sportstrümpfe billigst empfiehlt 7968 Aug. Seibert, Wieseck Kirchstraße 32 Telephon 866 -Montag den *7. Juli beginnt ein neuer fflafbjahresAursus in sämtl. kaufmännischen Unterrichtsfächern. Näheres durch unsere ausführlichen Prospekte. Anmeldungen werden täglich entgegengenommen. 6944c 'Vogtjcfje ^Privatfjandelsfdjule gießen Ooethestraße 32. Fernspr. 2064. taitaita aller Irl S2UÄSTÄ wert Ilie örthl'eeke Ualv.-Dreakerel. B. Lun. ülelee Oeffentliche Ausschreibung. Auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. 6. 1893, der Ergänzungsbestimmungen vom 24. 2. 1911 und der Arbeiterschutzverordnung vom 15. 2. 1912 werden hiermit folgende Bauarbeiten öffentlich losweise ausgeschrieben: 1. Aufbau eines Stockwerks auf dem Wohnhause im Forstversuchsgarten bei Gießen: Maurerarbeiten (Los I): 125 qm Fachwerkswände abzubrechen, 28cbm Umfassungswände, 50qm Scheide- wände aufzuführen, 70 qm Balkendecken mit Stroh- lehm auszusüllen und a. m. Dachdeckerarbeiten (Los II): 120 qm Ziegeldach abzudecken, 140 qm unter Verwendung des alten Material« neu einzudecken. 2. Hörsaal ° Erweiterung im Chemischen Laboratorium zu Gießen. Maurerarbeiten (Los I): 30 cbm Backsteinmauer, werk abzubrechen, 46 cbm Mauerwerk und 100 qm Vacksteinverblendung unter Mitoerwendung des alten Materials herzustellen u. a. m. Zimmerarbeiten (Los II): 3,5 cbm Tannenholz zuliefern und abzubinden u. a. m Dachdeckerarbeiten (Los III): 30 qm Schieferdach neu einzudecken. 3. Erweiterung der Kochküche bei der medizinischen Klinik zu Gießen. Maurerarbeiten (Los I): 15 cbm Erdaushub, 18 cbm Bruchsteinmauerwerk und 25 cbm Backsteinmauer, werk abzubrechen, 45 cbm neues Backsteinmauerwerk unter Mitoerwendung des alten Materials, 90 gm Backsteinverblendung zum Teil mit altem Material u. a. m. Zimmerarbeiten (Los II): 5 cbm Tannen- holz liefern und abbinden, 45 qm Schwartenauslegung. Dachdeckerarbeiten (Los III): 20 qm Schieferdach abzunehmen, 45 qm zum Teil mit altem Material neu einzudecken. 4. Heil und Pflegeanstalt; Einbauten im Festen Hau». Maurerarbeiter (Los I): 322 qm Fachwerkaus- mauerung, 123 qm Balkenausrollvng. Zimmerarbeiten (Los II) 9,4 cbm Tannenholz zu liefern und abzubinden usw. 5. Anbau an da» Pathologische Onftttut ,u Gießen. Maurerarbeiten(Los 1): 7,5 cbm Erdaushub, 7,5 cbm Bruchsteinmauerwerk, 17 cbm Backsteinmauerwerk, 37 qm Betonboden u. a. m. Soweit möglich, können Ersatzmaterialien ver» wendet werden. Berschloffene Angebote mit genau bezeichnender Aufschrift sind bl« zum Lröffnungstermin, am 16. d». Mts., vormittag» 10 Uhr, bei uns einzureichen; Zuschlagsfrist: 10 Tage. Gießen, den 5. Juli 1919. Hessische« Hochbauamt Becker. 7977D Herren - Makko - Hemden in weiß und gelb, auch porös Herren - Makko - Unterhosen Herren - Makko-Unterjacken wieder eingetroffen 7990 Julius Schulze, “KT * Die Stillegung von Betrieben. Berlin, 7. Juü. Tie dem Siemens- Son-ern cmgehörige Firma Gebr. Siemens u. (So. in Berlrn-Lichtienberg, die sich vorwiegend mit der Anfertigung elektrotechnischer Apparate beschäftigt, legte infolge L^hlen mangel ihren Betrieb still und kündigte ihrer ganzen Belegschaft, bestehend aus 1500 Arbeitern unü Arbeiterinnen mit gesetzlicher Kündigungsfrist. Die Braut des entflohenen Emonts verhaftet. Berlin, 7. Juli. Wie das ,Mrliner Tageblatt" erfährt, ist tn Siegburg die Braut des entflohenen Bankbeamten Emonts verhaftet Morden. Emonts hatte sich mit der Tame, welche die Tochter eines höheren Offiziers ist, vor einiger Zeit verlobt und die Behörden behaupten, daß der bekannte Briefwechsel durch die Vermittlung seiner Verlobten vonstatten gegangen ist. Bolschewistische Organisation in Frankreich? B e r n , 6. Juri (WTB.) Der sozialistische Deputierte brachte in der französlschen Kam- mersitzung einen Resolutionsvorschlag ein, der die Regierung auffordert, eine außerparlamentarische Kommission zum Studium der wirtschaftlichen und sozialen Methoden des Bolschewismus ihrer Ergebnisse einzusetzen. — Der „Temps" bemerkt dazu, der Bolschewismus organisiere sich in Frankreich. Man habe den Beweis, daß sich S o w - j e t s gebildet hätten. Die öffentliche Meinung brauche sich allerdings nicht zu heunruhiyen, immerhin werde die Debatte in oer Kammer du Aufmerk- famkeit der Regierung auf die Manöver der fron* zösisckpen Bolschewisten lenken. Die Diskussion über die Segnungen des Bolschewismus würde bann den weitesten Volkskreisen die Augen über den Bolschewismus öffnen. — (Anmerkung des WTB.: Die Sowjets, von denen der „Temps" spricht, sind die Räteorganisationen, die sich in Brest, Laurient/ Cherbourg, Toulouse und Toulon gebildet haben und die, wie wir aus zuverlässiger Quelle wissen, tn Cherbourg und Brest noch weiter bestehen. Allerdings «gehen die MacAbefuanisse dieser Sowjets nHcbt über rein IdisziplinarisckZe Rechte binaue, so das; die Sowjets nicht befugt sind, irgendwelche Maßnahmen sribst zu treffen. Es handelt sich lebig» um So ldaten - und insbesondere Matrosenräte, die in erster Linie wirtschaftliche Forderungen aufgestellt haben. Der Hauptzweck ist der, so schnell wie möglich die Demobilmachung durch- zusetzen.) Ein DcrrwnstrationSstreik in Frankreich. Versailles, 6. Juli. (Wolfs.) Der Generalsekretär der französischen Gewerkschaften, Jouhaur, fordert alle gewerkschaftlichen Organisationen Frankreichs zu einem Demonstrationsstreik am 21. Juli auf. Durch diesen soll Protest erhoben werden gegen die Intervention der Alliierten in Rußland und Ungarn sowie gegen die Teuerung der Lebensmittel; ferner soll mit dem Streik zugleich für eine baldige Amnestie, für sofortige Demobilisierung und für die Wlederherftellung der bürgerlichen Freiheit eingetreten werden. Ein Eifcnbahner-AuSstan- in Portugal. Lissabon, 7. Juli. (Haoas.l Tie Re- gierung hat die Verhaftung der Führer der jetzt im Auslände befindlichen Ei senba hner- syndikate angeordnet, da sie iiberzeugt ist, daß die Streikenden nach Vollbringung von Sa bo La graften dem AnSstand einen revolutionären Charakter geben wollen. Ter^ Präsident der Republik hatte mit dem Ministerpräsidenten eine Unterredung über die Lage. Gin neues Gewalturteil der französischen Behörden. Landau, 7. Juli. (WTB.) Die ftanzösischen Behörden haben hriebcnnn ein Gewalturteil gefallt. Der Redakteur her sozialdemokratischen „Pfälzischen Post" in Landau, Steffen, wurde von Dem französischen Oberpolizeigericht wegen Teilnahme an einer Kundgebung^ Aufforderung zu Gegendemonstrationen und zum Schlagen von deutschen Bürgern, wobei er selbst zugeschlagen habe, sowie wegen Mitführung von rechtsrheinischen Zei- .tunken und grober Beleidigung gegen die franzö- Wir sind Käufer für größere Mengen Brennholz und bitten um Offerte unter Fäft Ges. m. b. H., Frankfurt ie Griechen geschaffen wurde. M Blatt befürchtet, daß der Krieg in Älrinafien ari| neue entbrennen werde, und tadelt den Rat d» Drei, der die Landung der Griechen in Sm« beschlossen habe, ohne Sachverständige zu hörM Weder der französische Minister des Aeußern » der französische Kommissar in Konstantinopel |'dÄ befragt worden Frankreich dürfte sich mit ■ Angelegenheit in keiner Weise beschäftigen. 1 Dina Hebell * Walter Meyer Verlobte Gießen, Hammstr. 18 Esten (Westfalen) Juli 1919. Kinder-Strümpfe * sind jetzt in Weiß und Braun in allen Großen wieder am Lager CaaiIam - 4radlümhaltigeSolguelleaj uUUUCU Bewährtes Heilbad bei Katarrh« der Atmungsorg., Herrlefden, nn« armut, Frauenkrankheiten, Rheumatismus. Skrofulose. Rachitis, Rückständen von Influena Lung.- u Rlppenfellentz. iahnllaie Böttingen-»«1^ feeeoMitate herrliche Lage iaaitira eblreewaltaagea.® Solbäder all. Art. Inhalation» Gradierwerke. Pnenmat.Apparate XII u. Kammern. Trinkkuren ÄuekBah * W i nd Preijekte 1 die BaieverwallWB. 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