Nr. 105 Ter •Icfctner flujdftt erscheint wqlich, anker Sonn- und Jeiereag-. Bejugsprtis: monatl. M k. 1.35, oiertel- iührllch Mt. 4D5 durch hbbole- u. Zweigstellen monatl Tlf. 1.25. durch die Bost Mk. 4.05 viertel- jdl)rt ausschl. pestellg» siernfpreck - Anictzlüste: für die 6d)rtltleiiunqll2 Ber1aq.«eIcha'lssteUe5I AnIchr^tsirDralUnoch- r,chten:>N)et-erOiezei. poftschrtNoule: 5r«Nkfvrt a. M. 11686 169. Jahrgang Mittwoch, 7. Mai 1919 SieMnek Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen SroiTIhtgsrunbörnd u. Verlag- vrühl'sche Univ.-Such- u. Steinörurferei N. Lange, bchriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulftr. 7. Annahme von Snjtigta f. die L.ane»n»nnmer DK zum Nncl'mtnaq vorder ohne jede l^ rdnidilchtcU 5eilenord|<: für örtliche .'innigen 25 Itejür au«ioärltge 30 'LU, für 'Jieflamen 2HC.1. - nebst 20* e7eut- niniKAuf "laq;Plaigvor- schrni 20 H tluMd lag. Vauvtichn tleiter: Äug. Goerg. Berantivorrlich für Politik: Dlua. Äoetz. für den übrigen Teil: Dr. Reinhol) Zenj; |ur den Änzeigeitteü: v. Beck; lämihd) in Sieben der der tion überreicht worden. Die Frage von Fiume nicht geregelt. Versailles, 6. Mai. Tic Rückkehr deutsche Delegation wird durch sechs Bevollmächtigte, begleitet von Scftetd.cn, und fünf Zeitungskorrespondenten vertreten sein. Der Frieden: entwuf der Entente. Paris, 7. Mai. (üxroa5.) Ter Text des Präliminarfrieden s mit Tcuschland wurde in einer g b-:iinen Sibung heute nachmi trg um 2 Uhr oen Telegierten der mi. Deutschland, in Krieg befindlichen alliierten Mächte mitgeteilt. Die Ankunft der Italiener. Paris, 6. Mai. (Reuter.) Tas^Beglaubi- gungsschrciben der italienischen Telega-» tien ist heule morgen der deutschen Delega- Eine Frage über den früheren deutschen Kaiser im englischen Unterhaus. Amsterdam, 6. Mai. (Reuter.) Aus eine Anfrage im Unterhaus, ob beschlossen worden sei, daß der ftühere deutsche Kaisen nicht bestraft werden würde, antwortete der Staatssekretär für Inneres, daß diese Ansicht nicht den Tatsachen enlspreche. Ein großes belgisches Munitionsdepot in dir Luft geflogen. Brüssel, 6. Mai. (Havas Reuter.) Tas «riesige M u n i t i o n s d e v o t auf der Rennbahn Groenenteel bei Brussel ist heute morgen in die Luft geflogen. Rach einer spä ercn Meldung soll sich die Munition unter der Einwirkung der Sonne selbst entzündet haben. Es gelang, 600 deutsche Kriegsgefangene zu retten. Wie verlautet, ist eine Anzahl Personen getötet worden. Einmarsch der Alliierten in Budapest? Paris, 6. Mai. (Havas.) Das rumänische Presse-Bureau erhält aus Wien die Bestätigung des Einmarsches der alliierten Truppen in B ud ape st. Der frühere russische Vertreter in Berlin, Joffe, getötet. Berlin 6. Mai. Wie den Berliner Morgen- blättern berichtet wird, ist nach einer Meldung aus Warschau bei der Einnahme von Wilna durch die Polen der ftühere Vertreter der Sowjetrepublik in Berlin, Joffe, getötet wordent Die Ermordung der Münchener Geiseln. München, 5. Mai. lieber die Ermordung der Geiseln ist streben eine amtliche D a r st e l l u n g erschienen, aus der hervorgeht, das, hie Leichen zwei Tage lang nicht identifiziert inertem konnten, da die Spartakisten am medizinischen Institut zwei schwere Maschinengewehre und ein Geschütz ausgefahren Hütten, so daß es den Beamten der Mi'.i ärpolizei nicht möglich war, mit den Agnoszierungszcugen in das gerichtlich-mcd9° zinische Institut zu gelangen. Nach übereinstimmenden Aussagen der Tatzeugen spielte sich die Erschießung der Geiseln folgendermaßen ab: Tie Geiseln wurden über Nacht meistens im Keller eingesperrt', es wurden am 28. April noch Hwei Soldaten der Garde-Schützendivision eingeliefert, deren Namen noch nicht festgestellt sind. Tie Soldaten wurden geschlagen, und es wurde ihnen gesagt, daß sie erschosten werden sollten. Infolgedessen war die Stimmung unter den Gefangenen eine sehr betrübte, um so mehr, als tags zuvvr die Polizeidirektion, Die unter kommunistischer Führung stand, die in dem Hotel Bier Jahreszeiten verhafteten Personen einlieferte und zwar Walter Neubaus, Walter Teilte Graftn Mia von Westarp, Anton Daumenlang. Diesen Geiseln war fdyem in der Polizeidirektion mitgeteilt worden, welchem Äzicksal sie entgegengingen. Sie waren deshalb zunächst ganz fassungslos. Obersekretär Taumen- lang weinte bitterlich, und es machte auf alle Anwesendm einen erschütternden Eindruck, als er erzählte, daß er ganz und gar unschuldig sei irnb nicht wisse, warum er hier sei. Er bäte Weib und Kinder und wollte gern frei sein. Taumenlang war blutüberströmt /rls er ins Luit- poldgymnasium eingclie'ert wurde. Er batte flüchten wollen und war deshalb mißhandelt worden. Am 30. April, 10 Uhr vormittags, wurden die zwei von der Roten Garde eingebrachten Soldaten, von denen der eine, wie er erzählte, Familienvater und in Berlin wohnhaft war, während der zweite ein 18- bis 20jähriger lediger junger Mann war, hin gerichtet. Ter junge Soldat war vorher furchtbar geschlagen und mißhandelt worden. Tie beiden Soldaten wurden in den Hof geführt und mußten sich an die Wand stellen, kamen in ein Scbützenftuer und brtzchen zusammen. Die übrigen Geiseln mußten dabei zusehen Damit war sicher, daß auch sie das gleiche Schickal ereilen werde. Tic Gei'eln schrieben AbschiedSbriese und horten am Nachmittag, daß Dr. Levien anwesend sein sollte. Was er dort tat, weiß bis jetzt niemand. Der Kommandant der Wache, Fritz Seidel, gab nun gegen 4 Uhr seinem Stellvertreter, 'Willy Hausmann, den Befehl, die Geiseln auszusucken, die hingerichtet nrerben sollten. Dausmann kam mit einem Schreiber in das Soldiien. Aus den Fenstern säten ungefähr 150 bis 200 Soldaten heraus. Außerdem standen im Lose 8 bis 10 Mann, darunter Soldaten, Ma trosen und ein Zivilist mit einer Chauffeur-Leder ade. Ter Zivilist lachte und |reute fick) der kommenden Tinge. Die Opfer standen zusammen- .^drängt zw schni zwei Bäumen in einer Ecke. ?\m Hof smnden der Schreiber und Hausmann Vorne auf der Wüte spielten Soldaten auf der Mundharmonflh. hierauf wurden einzeln die Na men aiifgerufen; und ungefähr acht Meter von bei Wand entfernt nahmen dir Mörder Austiellung. Vorher müß en die Opfer alle ihre Wettsarlnn und Brieftaschen an den Soldaten abyten, der das zstommando hatte. Als erstes Opfer wurde der Obers.krelär Daumenlang mit dem Gesicht Mir Maner von rückwärts erschossen. Er ,betete Tic Schlüsse sielen unregstmäßig und es ist nicht erwiesen, ob ein Kommando gegeben worden tvar. Wer als Zweiter erst!)osfen worden ist, tbanrtc 'irch-t einwandfrei ftstgestellt werken: auf das Opfer wurde noch rachtnäglich von einem Zivilisten ein Schuß abgegeben und zwar ganz in der Nähe des Kopfes, so daß die Sckiädeldecke zertrümmert tourte. Ter Tritte, der cicfuticrt wurde, war Oberleutnant v. Teuchert, der sich nicht umdrehen wollte, sondern aufrecht sdehen blieb und zu den Soldaten fagle: „Ich sehe dem Tod ins Auge!" Mittlerweile wurde der Prinz Thurn und Taxis, da er ciTärtc, daß er nicht der ^suchte Thurn und Taxis sei, sondern ein anderer, nochmals zur Seite geführt, da die Soldaten ausdrücklich ver- >ang:en, daß man keinen Unsckmldigen töten solle. S e i d e l, der mit einem Weib am Schreibtisch saß, ,'ag'e bloß: „Weg damit, bei uns gibt es kein Ver hanteln! Entweder Ja ober Nein!" Als nächster wurde wahrscheinlich Professor Berger gelötet, wobei vermutlich auch Dum-Dum Geschosse verwendet wurden, da seine obere Gst'rchtshälste vollständig zertrümmert war. Als fünfter ist tvahrscheinlich kWalter Nenhans, auch von rückwärts, erschossen worden, als sechster wurde Friedrich Wilhelm v. S e y d l i tz ermordet. Als siebentes Opfer kam Gräfin Westarp daran. Sie bat, noch tdjrcv iten zu dürfen; dies wurde ihr gestattet und sie schrieb auf dem Rücken eines Soldaten ungefähr 10 bis 15 Minuten. Sie sagte zu den Soldaten: .Lch bin unschuldig, macht doch aus mir /'keine Leiche!" Den Zettel übergab sie dem Schreiber, drehte sich zur Wand, nahm das Gesicht lin bte ^ände und fiel getroffen von einigen Schüssen auf bte anderen Leichen nieder. Ms letzter kam Prinz Thurn und Taxis an die Reihe. Er war sehr gefaßt und rprhig und »gab noch den Austtag, wenn jemand von den anderen Geiseln entlassen werde, so solle einer den Vorgang im Parkhotel melden. Auch Prinz Thurn und Taxis muß von Dum-Dum Geschossen getroffen sein, da der obere Teil dos Gesichtes vollständig fehlt. — Bon einem Augenzeugen wird berichtet, daß gegen 4 Uhr im Luitpold-Gymnasium ein Plakat auf» gehängt wurde, auf dessen Rückseite folgendes mit Bleistift geschrieben stand: „Erscheßt 22 Leute, aber sucht Euch die s e i n st e n heraus!" Gezeichnet war der Befehl von Egel Hofer, dem Münchener Stadtkommandanten ter Räterepublik und Oberst- kommandicrenden der Roten Garte, der am 1. Mai festgenommen werden konnte und Samstag vormittag bei einem Fluchtversuch im öoie der Residenz erschossen wurde Daß das Oberkommando den Befehl gereten hat, geht auch aus dem Abschiedsbriefe des Willy Hausmann hervor, ter ftch später selbst gerichtet bat; die Sekretärin des Eglchoser behauptet zwar, daß Eglhofer nichts davon gewußt habe, und auch eine andere Schreiberin erzählt, daß Eglhofer, als er von ter Erschießung hörte, mit Tränen in den Augen gesagt habe: „Das habe ich nicht gewollt !" Bis jetzt ist der Zusammenhrr.ig ter Dinge noch nicht klar erwiesen. Tie Leichen wurden weiter nicht verstümmelt und auch von den Soldaten nicht beraubt. Wahrscheinlich wurden in der Naclst die Opfer durch Leichenschänder teilweifie ausgcplüntert. Tie furchtbare Tat verbreitete sich mit Blitzesschnelle in ter Stadt. Tiefem Umstande ist es zu- zuschreiben, daß sich die Bürgerschaft bewaffnete und auch kleine Vortrupps in die Stabt einmarschierten und bte Stadt früher besetzten, als es im militärischen Plane lag. Nachträglich wurde noch im Luitpold-Gymnasium ein männlicher Geschlechtsteil gefunden sowie Eingeweide; letztere wurden zur Feststellung ins gerichtlich-medizinische Institut gebracht, ob sie von Menschen herrühren. Es wird nach den übrigen Leichen g'fahndtt, doch hat bisher kein Zeuge gemeldet, daß noch mehr Geiseln dort umgebracht worden fiitb. Es ist jedoch möglich, daß im geheimen von einzelnen Leuten weitere scheußliche» Morde verübt worden sind. Ueber das Gerichtsverfahren kann noch nichts gesagt werten. Tic Angelegenheit ruht in den fänden der Staatsanwaltschaft. Alle Täter, so schließt ter Bericht, werten verfolgt und zur raschen Aburteilung gebracht. Noch immer ernste Lage. Berlin, 7. Mai. Wie bte Berliner Morgen blätter melden, ist die LageinMünchennoch immer als ernst anzusehen und macht schärfste Aufmerksamkeit notwendig. Durch du scheinbare Ruhe, die augenblicklich in Münckrn herrscht, dürfe man sich nicht täuschen lasten. Die Gegner warten nur auf eine Gelegenheit, um aufs Neue loszuschlagen München, 7. Mai. Das Geschäftsleben in Münckvn kehrt mietet in normale Daunen zurück. Der Münchener Stadtkommandant hat bis cutt weiteres die Herstellung von kommunrstt'chen, spat- takisti'chen und bolschewistischen Zeuungen und Zeitschriften verboten. italienischen Delegation wird von Presse mit lebhafter Befriedigung zur Kenntnis genommen. Tie Presse stellt jedoch fest, daß die Frage von Fiume nicht geregelt sei. Die pause vor der Enthüllung. Die große Eröffnungssitzung in Versailles findet heute nachmittag auch im Beisein von fünf deutschen Ze ittiugs Vertretern statt. Alle Gedanken der Deutschen wandern heute dorthin, und die Arrteilnahme des Volkes an dieser Lösung seiner Schicksalsfrage ist doppelt stark und innig, weil es an den Auswüchsen der inneren Revolution, besonders infolge der kläglichen und frevelhaften, jetzt Gott sei dank unterdrückten Kommu- nistenherrschaft in München, einen wahren Ekel bekommen hat. Das kommt auch z. B. im „Berliner Tageblatt" zum Ausdruck, indem es hofft, „daß die vordringlichen Eitelkeiten schweigen, und daß die radikal gewordenen Literaturbüblein begreifen lernen, wo das Lebensiwteresse des deutschen Volkes heute liegt". Noch vor wenigen Tagen hatte ein Vertreter der so bezeichneten Gattung, nämlich der frühere „Volksbeauftragte" Emil Barth, in einer Versammlung die gröbsten Beschimpfungen gegen unse« Regierung und Unterhändler ausgesprochen und wieder mit gewaltsamen Volkserhebungen gedroht für den Fall, daß unsere Delegierten den von der Entente diktierten Frieden nicht unterzeichnen würden. So hat dieser Herr unsere Auslandspolitik in so schwieriger Situation „erleichtert". Besonders gegen den nach Versailles mitgegange- nen Minister Landsberg hat er Gift und Galle ausgesprüht, ihn den Mephisto des deutschen Volkes, ferner Schurken und Verräter genannt, so daß schließt ch der im radikalen Fahrwasser sich bewegende Versammlungsleiter immerhin sich veranlaßt sah, die Anwesenden wegen dieser Ausdrücke, die aus dem „über- sprudelnden Temperament Barths" zu erklären seien, um Entschuldigung zu bitten. Was soll nun geschehen, wenn die Pläne ter Gegner Deutschlands enthüllt sind? Da heißt es vielfach: nicht die Unterhändler, die wir nach Versailles geschickt haben, nicht die Reichsregieruag, nicht die Nationalversammlung in Weimar sollen das letzte Wort haben, sondern ein Referendum, das ist eine allgemeine Abstimmung im Reich, soll den Willen des Volkes zum Ausdruck bringen. Es ist bezeichnend, daß ein Mann wie Professor Dr. Rade ht der demokratischen Par- teikorrespondenz von dieser Art von Demo- fratie abrückt. Er schreibt u. a.: „Das klingt sehr demokratisch, und ist es doch nicht Teim die Fragen, die in einem Elchen Frie- denssckstuß gelöst sein wollen, finb so verwickelt iirb bedürfen einer selchen Kenntnis und Einsicht, daß ilne wirklich? Durchtei:g mg nur einem klein n Beuchtet ter Nation, ter mit besonderer Sach- Eeimtnis und mit besonderer Politischer Einsicht 'begabt ist, zugemutet werden Boom DaS temo- tfratito gefdmtte Volk muß von den kundigen Männern, te-nen es ferne Regierung und denen es in diesem Falle die Friedens ver Handl trugen anver- irant hat, verlangen, daß sie die Verantwortung reilos tragen und über das Für und Wider zu einem festen, klaren Entschtusie flommrn. Appellieren sie an das Volk, so ist das — man verzeihe das starke Wort — eine Feigheit. Die Beauftragten sollen ihren Auftrag, den sie übernom- tnrn haben, erfüllen und sich nicht in «Momenten, hw> eZ gilt, hinter ihre Auftraggeber zurückziehen. DaS wäre Heine „Flucht an die Oessentlichkeit", frut Appell an die Volkssouveränität, das wäre ein Abschieben und Weilerschieben her Verantwor- hma auf Schultern, die dafür nicht gemacht sind pnd sie mcht zu ttanen vermöchten. Der wahrhaft demokratische Wog ist bet Weg der Einsicht, des gkrtrauenS, ter Gefolgschaft gegen die Sachver- fständi'ten. Appelliert man in Fällen W*e diesem an die Masse des Volkes, so hmßt das die Für- 1br Tie Abfindung wird daraus gegen die Stimme« ter Unabhängigen angenommen. hieraus wird der Verwaltungsvoran» schlag der Volkskammer für 19 19 ohne Debatte angenommen, eine Vorstellung d e s' Lehrers Weckerl e zu Dietesheim für erledigt erklärt. Dem Zentrumscmttag (Frau tzattemer Gen.) über Berufung von Frauen in RegierungS- und Verwaltungsstellen wird vom Ausschußberichterstatter Abg. 6i6> nert (Soz? zugestimmt. Er nennt ihn eine Konsequenz des Wahlrechts für die Frauen. Ihre Berufung wird ermöglicht, da bei der Berufung nicht mehr Examina, sondern Krirntnisse maßgebend sein sollen. Er beantragt, den Antrag der Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen. Frau Abg. H a 11 e m e r (Ztt.) begründet ihren Antrag Zur Lösung der sozialen und chari- tatioen Ausgaben, in allen Frai^n weiblichen Bildung und Erziehung, in ter Kinder-,, Armen- und Äranfcnfüriorgt, Waisen- und Ge-- sangencnpilege, Sittllchkrits- und Wolinung^psleg^ werte die Mitarbeit der Frau dem Wohle deS ganzen Volkes dienen. Frau Abg. Balser (Demokr.) erklärt, di^ ganze FrEntewegung in vessen begrüße lebhaft den Antrag. Für Frauenbildungsfragen verlangenl wir eine Berufung einer Frau ins Ministerium mit dem Rang eines Vortragenden Rates. Wir Höften^ eine Frau mit geeigneter Vorbildung in Vorschlag! bringen zu können. — Frau Abg. Rauck (Soz.)'. Die Sozialdemokratie hat schon lange die Forde-, rang erhoben. — Abg. Dr. Osann (D. B.> stimmt dem Antrag zu. Die Erfahrung ter 'ebtett Monate habe gezeigt, daß sich die Frauen auf dem politischen Gebiet bewährt haben und zur Mitwirkung am staatlichen Leben herangezogen werden müssen. — Der Ausschußantrag wird einstimmig angenommen. Zur Anfrage Dr. Dfamt über Wohnungsnot erklärt der Präsident des LanteSarteitsamteS Raab, daß sich die Wohnungsnot seit ter letzt eie Regierungserklärung weiter Derfd>ärft. Es war deshalb notwendig, den Kretsdirektoren bte Neckte von Bezirkswohnungskom mis- saren mit ausgedehnten Besugni, seit ein^uräu^ men. Tie Regierung ist in Bcrlm vorstellig ge>» ivarden, die Vollmach.cn zur Bel-edung ter Wote nungsnot zu versckärsen. Ten Gemeinden wird» ein Recht auf Beschlagnahme lecritctenter Wohnungen und deren Zwangsverniietung verliehenwerten. Tic Verordnung i,t bereits in Vorbereitung Es sollen bi? Maßnahmen auch aiif bernitzte Wohnungen ausgedehnt we.ten. Ten willkürliches Mietsteigerungen soll entiegengetrrtcn werten. Durch ten auf Hessen «rlfallenden Teil von Sau* eostenzuschLissen (Reich 6 Millionen, S'aat unb Gemeinte je 3 Millionen) kö.tnen, unter ter Annahme des Meft^aufwanteS von 2500 Mark für eine Wohnung. 1200 Warnungen hergestellt werten, ein Tropfen auf einem heißen Stein Tie Regierung ist für alle Anregungen empfänglich. Ter Antragsteller Dr. Osann weist auf bte Verick-ärsung ter Woftiung^not burch Zuzug au& Elsaß-Lotbringen, Saargebiet, den teutfden Ge- genten, wo iitnere Unruljen f'attfanten, hin. Er begrüßt die Maßnahmen der Rechentttg sie dürfe bei allen Maßnahmen zur B.kämpfuitg der Wohnungsnot auf die Mitarbeit teS grnzen HauseK rechnen. Jedem teuften Volk gmossen mül’e eine würdige Wvhnstä te b. fdxifft werten. Nach einer Pause, in der der Jeltesteurat zu-» sammentritt, Abg S ch i l d b a ch (Soz.): Wir lft- ten schon vor dem Kriege an einer teuernben Mahnung not Tic Wohnungsfrage ist eine Botensrage. Ter Boten muß verstaatlicht und der Spe^ulatnne entzoMn werden. Tic Erhöhung ter Baukosten rechtftrligt die Erhöhung der Mieten nicht; denn die Akkordlöhne sind im Frieden surüdgenötigen/ t>ic Erböhimg der Stunden löhne tourte durch bte Intensität ter Arbeit ausgeglichen. Sondern sie tourte durch die Bodenpretssteigcrung verursacht. Tic Steigerung dw Sterblichkeit ist nicht nur auf pie Blockade, fontern auch auf die Wohnungsnozurückzuführen. Tie WohnungsInspektion in Hessen hat nur auf die Schäden aufmerksam gemacht, Co nute sie aber nicht beseitigen. Das Gesetz über Klcinsidlungen war auch nicht wirksam. Wir müssen die Bodenftage regeln. Grund unb Boden müssen m bas Eigentum des Staates und ter Gemeinte überführt werten. (Zuruf des Abg. Dorsch: Auch das Ackerland!- Ja, auch das Ackerland; denn wir können nicht ten Botenwucher in ter Stabt bekämpfen und im Land gestatten. Widerspruch rechts.) Tie Scholle soll ten Bauern in Erbpacht gegeben werten auf 99 Jahre. Dadurch werten die Interessen des Bauern völstg ^eioahrt. Er ist nur durch irreführende Agitation kopfscheu gemacht Worten. Auf keinem Gebiet, latm die Lwzia- lifierung so wirkungslos durchaefuhrt werden al4 beim Grund und Boten, vor alem dem städtische». (Schluß folgt«) iebod)(hod) nicht fest, ob Damaskus zu diesem Aus dem Amtsverillndlgungsblatt. röte sollen an die Stelle der Arbeiter- inti» Mv Trotzen- Stengel ist verganqene Nacht 15. August mehrwöchiger KrankheU im Alte .ter von 82 Jahrvr gestorben. bür unter daZ Mandat Arnettas zu stell n. wenn der Senat zustimmt, werden btefc S.aaten von Amerika sinanziert^werden. Fnmkrerch soll teti Mandat für Svrien erhalten. ES ftete fugnisse erhEii. Hierbei wird auch das Mitbestimmungsrecht bet Ernsteilungen und Entlassungen geregelt. Ter Eiitwurf nnrd in nächster Woche mit den Vertretern der Arbeitgebers Warrn neu herzustellen. Das Gesetz über die Betriebsräte. Serien, 6. Mai. (WTB.) Im Reichsarteits^ Ministerium ist der Entwurf deS G e setz es über Freiherr von Stengel f. München,ö. Mai. Ter frühere Staatssekve- tär des ReichsfchadamteS Tr Freiherr t>oK "* rt tn München nach und Arbeitnehmer beraten. Der Achtstundentag in Kiel. Berlin, 7. Mai. Tie Arbeiter der Kieler Reichswerft haben, wie das „Berl. Tgbl. erfährt, in einer neuen Abstimmung unter Ausschluß der Lehrlinge mit 6395 für die Achtstundew schicht und mit 2944 für die SiebenstundenschE sich für die Achtstundenschicht entschlossen. Infolgedessen wird setzt wieder acht Stunden gearbeitet. Ihre Führer wählen tee MttglrÄ>er selbst: sie sind ihnen im Dienst zum. Gehorsam verpflichtet. An Appellen baten die Mttglreter ter Wehr teilzunehmen, wobei auf die Berufsarbeit Rücksicht M nehmen ist. Der Dienst, ist ehrenamtlich, jedoch soll auf Antrag der durch die Teilnahme am Dienst nachweislich entgangene Arbeitsverdienst erstattet werden. Für diese Unkosten bat die Gemeinte em- «u treten. Die Einwohnerwehren sind dem Kreis- amt unterstellt. Die notwendigen Waffen werten durch dessen Vermittlung vom Generalkommando für Verfügung gestellt. Gegen Mißbrauch ter Waffen und gegen die Gefahr, daß sie ter Unruhen in falsche Hände kommen könnten, smd Sicherhelten 311 f $)a§C(Jknera(lomOTante hat für Ober Hessen fand den unbesetzten Teil Starkenburgs ie einen Osfi-zier bestimmt, ter den Kre^sämtern und Gemeinden bei ter Bildung von Einwohnerwehren !und ter Besorgung ter Waffen beratend zur Seite stehen soll. e ** Die Sammlung en für das Hilfs- werk für unsere Kriegsgefangenen ergaben den Betrag von 1858.51 Mk. ♦* Abgabepflicht von Enteneiern. Bon 7 Enten find abzuliefenr 15 Eier, von 8 Enten sind abzuliefern 30 Eier, für iete weitere Ente 15 Eier mehr. Siehe Bekanntmachung. ** Saatmais kann voraussichtlich von ter Landes-Futtermittelstelle geliefert werden, ©tete Eine Lehrerversammlung findet Freitag den 9. Mai lf. Js., vormittags 9 Uhr, auf ter Liebigshöhe zu Gießen mit folgender Tagesordnung statt: Begrüßung ter Kriegsteilnehmer-, Vortrag des Lehrers Stauflmr zuT«ns- ....... ---- .Neuzeitlicher Sprach- ; Verschiedenes. Der einzige Punkt der öffentlichen Tagesord- drung betraf die Einteilung der Abstirn, mungsbezirke für die Stadtverordnetenwahlen Es war einer Formalität Genüge zu tun und dies geschah. Die Einteilung ter Benrke, die aus dem Anzeigenteil unseres heutigen Blattes zu ersehen ist, wurde zur Verlesung «bracht Hierauf schloß Oberbürgermeister Ke l ler die öffentliche Sitzung. mdtte Erlebnisse unter der voischewiften-herrschast. (Schluß.) Am siebenten Tage wurde ick auch früh am Adorgen abgerufen, und ich ba tfc so das Gefülst, da^ heute ter Abschluß meines Lebens sei. Es kam aber anders. Vor dem Tribunal wurde nur eröffnet, daß ich frei sei. da die Beschuldigungen gegen mich sich als unrichtig erwiesen und die Leute auf Gut I. bestätigt hätten, daß ich di- Nacht vom 12. zum 13. Januar dort zugebracht hatte. Ware ich nicht pkeichsteuticter gewesen und ordnungsgemäß aus dem Heeresdienst entlassen, wäre eine Untmumung nie angestellt worden und ich hätte das Los vieler anderer geteilt. Ans meine Bitte stellte man mir einen Ausenthaltsschein. aus, wobei mich ter Koin- Imanbant auswrterte. in die Rote Armee emzu treten, was ich mit dem Hinweis auf meinen Gesundheitszustand ablehnte. Ich war Bieter tret. Sieben Tage lange war ich nicht aus der Klettern gekommen, ebenso hatte ick mich, nur notdürftig mit Schnee waschen können liniere Jtelofhgung bestand mittags aus einer Suppe, die roabrfttem- lieft aus Mehl und Wasser bestand, abends (aus 3—4 Kartoffeln, mein: gab es nicht. Gerate m der letzten Nacht vor meiner Jnteilassung mar ich noch ,ckuqe einer Szene, die mir ebenso unvergeßlich tfL Einer der Geistlichen hatte die Damen um fick versammelt, war mit ihnen nieder gekniet und betete laut, als die Türe ausgerissen routbeundder Wachthabende ter Gefängniswache mit eirwr Nagaika ber- einsprang und unter tem Rufe: ..Ich werte Euch beten helfen!" wie sinnlos auf die Betenden ein- Horloff'über das Thema: unterricht in ter Volksschule . Vom Handel mit Fletsch und Fleischwaren ausgeschlossen wird der Metzger Heinrich Schmidt X. von Lich. ' Die Maul- und Klauenseuche m Holzheim und E be r sta d t ist erloschen Tre ungeordneten Sperrmaßnahmen smd citfgcbpteik Di e R ä u de ist bei einem Pferde des Heinrich Roll in Trohe ausgebrochen DerRotlaufm tem Gehöfte des Johannes Lutz IX. zu Großen-Linten isterboschen. DieM ühle des Wich. Will m J Buseck ist vom 10. Mai bis -um ' geschlossen worden. ♦* Das Amtsverkündigungsblatt Nr 24 vom 6. Mai enthält: Bekanntmachung Nr' K 30 über Höchstpreise für Kunstwolle aller Art, vom 1 Marz 1919. — Lehrerversammlung. — Ausschluß unzuverlässiger Personen.vorn Handel- hier: des Metzgers Heinrich Schmidt X. von Lich _ Maul- und Klauenseuche in Holzheim ö.HriÄ'V?I b™”"-bäTeTrÄL ÄI in Großen-Buseck. 1 wird auch das 9)1 i t < des Kreuzungsgleises auf Bahnhof Abendstern. Für die bereits erfolgte oder noch nottvefülig wertende Errichtung von Einwohnerwelwen hat das hessische Ministerium des Innern Richtlinien ctusgestellt, denen wir nachstehende- entnehmen: Die als Selbstschutz gegen die zunehmende Unsicherheit in Stadt und Land geschaffenen Em- wohnerwehven sollen sich aus allen Schichten, ter Bevölkerung zusammensetzen und in ihren Reihen jede Betätigung politischer Richtung oder wirt,cha.t- licher Interessen ausschließen. Ihre Bildung erfolgt unter Leitung des Kreisamts durch d« Gegnern tebe hörten unter Mitwirkung bestelender Volksräte. Tie Mitglieder der Einwohnerwehren müssen möglichst über 24 Jahre alt und vertrauenswürdig sein. Auf die Bcteiliaung erprobter Fcld- zugsteilnehmer ist besonderes Gehorcht zu legen. Sie Müssen sich bei ihrem Eintritt durch Handschlag verpslichten, tem Freistaat Hessen und seiner Regieruna ihre Dienste zu widmen und diese, sowie die öffentliche Ordnung nötigenfalls mit Waffengewalt zu verteidigen. Heber bieie Ber- Uslichtung ist eine Mederschnft auf zu nehmen Mid von den Mitgliedern zu vollziehen. 2®er diese Er- flärung nicht abgelien will, darf nicht ausgenommen ttifte für Mb—1 Juni 1919 stattsintende Stadtverordnetenwahl liegt vom 8 bis zum 14. Mai 1919 einschließlich auf tem Stadthause, Zimmer Nr 11, vormittags von^8 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 6 Uhr, -sonii- tags nur von 8 bis 12 Uhr. vormittags, offen. 9 ** Zu unserem Bericht Über dre Ber- fammlung der Arbeiter- und Diuernräte tnlt uns Herr Robert Marcus- Buorngen benchtmeno mit, daß er weder die Verkäufe tes Buten^r.Obst- und Gartenbauvereins als wucherrs^ bezeichnet, noch die Geschäftsführung tessclten Verein^kritisiert. Hingegen habe er betont, daß es eine Schänd« sei, daß ter Städter für einen Zentner,Obst, das tzmser Herrgott in ter freien Natur roadfien läßt, 130 bis 2Ö0 Mk. zahlen muß. Er habe weiterhin die vom Reiche festgesetzten Provisionen für die Ankäufer beanstandet u»id habe ausgeführt, daß ter Kreis-Obst- und Gartenbauverein Büdingen etwa acht Ankäufern je 10-12 000 Mk Proviswnen nachweislich bezahlt habe, einem Ankäufer sogar 31000 Mk. Diese Zahlen entsprächen durchaus den Tatsachen. Den Obst- und Gartenbauverein trifft aber in dieser Beziehung kein Vorwurf, denn die Provisionen wurden bestimmt durch tee Landes- dbststelle, die die Verantwortung hierfür zu tra- 9Cn ^Die öffentliche Lesehalle befindet sich ietzt in tem städtischen Hanse Kirchenplatz 9 und ist vom 8. Mai ab täglich von vormittags 10 bis abends 9 Uhr für jeden Erwachsenen bet freiem Eintritt wieder zugänglich.. **ZentrumsparteiGteßen. Tte Zen- trumspartei Wtttat b-s-udererA-W tm maentcil am Freitag teil 9. ds. Mts., abends 8 Uhr, im Hotel Gvotzher^og von Helfen eine Mitgliederversammlung mit "richtig^ Tagesordnung ab. Freunde und Gönner ter Partei fmd gleichfalls willkommen. 8 ♦♦ Eine öffentliche Frauen- nersammlung findet Freitag den 9. Mai, abends 8 Uhr, im Hotel Schütz statt.. Johan- niterschwesser Elisabeth MseviUs wird über Die C lvicklung und Ausgestaltung der hieb. — • t r- Inzwischen war draußen das ..Soziauue- rungswerk" fortgesetzt worden. Das Privateigentum tourte ausgehoben und ein allgemeiner Raubzug gegen jeden Besitz fand statt Es durste kein Gottesdienst mehr stattsinden, die Geistlichen waren «besetzt. Tvauungen waren verboten. Mankonnte zusammenleben, die kürzeste Zeit war 4 Wochen, dann stand es frei, wieder auseinanterzugkhen. Die Kinder sollten vom zweiten Jahre ab> m staatliche Erziehungsanstalten kommen und dort bis zum 18. Jahre verbleiben. Die Schulzeit war vom lo bis 18. Jahre festgesetzt. Oberostgeld, das einzige Zahlungsmittel, das vollen Wert hatte, mußk bei Todesstrafe bis 1. Marz bet den bolschewistischen Kassen gegen das vollkommen wett ofe Kevenskigeld eingewechselt werten. Tie Pavier- waren- und Buchhandlungen, die Eisenwaren- und Lebensmittelgeschäfte wurden „enteignet . alle besseren Möbel reauiriert und angeblich nach ter Ukraine zum Einkauf gegen Lebensmittel gesandt. Es erschien eine Bekanntmachung, die zum Ab- licfem entbehrlicher Kleider und Wmche für die rote Armee auf forderte. Sie schien wenig Erwlg gehabt zu haben, denn einige Tage danach erschien eine neue, die folgendermaßen lautete: ^er Aufruf Mr Ablieferung von Kleidern und Waiche für die tapfere rote Armee ist fast unteachtet geblieben. Das Proletariat Lettlands laßtsich aber nicht zum Besten halten. Ich befehle daher. Jeter nicht zur roten Armee ober den ^rwaltungs- vrganen gehörige Einwohn^ hat sofort alle in frinem B-siS btftniMen Kl-'»« und Wasche- stücke, ausgenommen die er aus dem Lewe tra^, abzuliesern. Bon morgen ab finden überall Haussuchungen statt. Bei wem noch. Kleider und Wasche jgefunteu werten, tem wird die Sonne nicht mehr scheinen." Auch das Saatgetrmte, das sowi^o knapper als seit Jahren war, wurde eingezogen, selbst vor tem einzigen Pferde des kleinen Bauern wurde Nicht Haltgemacht und ihm gefagi, er solle sich selbst Dor den Pflug spannen. D« Nahrungsmittel wurden immer knapper, und auch auf dem Sante fpurte ter Arbeiter bald am Magen den Segen des Bolschewismus. Während die Rote Armee m Aeifch und Brot schwelgte, Plünderungen und Rcmbuber- säUe an der Tages- bezw. Nachtordming waren uno sich die Anführer die Taschen mit Oberostgeld füllten, hatte er inter sogen. Kornkammer ter Ostsee- Provinzen nicht einmal mehr sein Daferbvot oder genügend Kartoffeln. Wahrend fast icb^rteder sich bisher seine Kuh hielt und ein.Schwein oder «in paar Sckaie heranfütterte, war ihm lebt alles, selbst seine Kleider genommen. Im Anfänge waren tmter den Arbeitern nut wenige, die tem Bolschewismus skeptisch entgegensahen, die Mehrzahl freute sich auf das kommende Wohlleben und darauf, teß eS den Besitzenden an den Kragen gehe. Aber bereits Ente Februar war tee Stimmung vollkommen vmaeschlagen. Anwerbungen zur Roten Armee wußten zwangsweise durch Aushebung erfolgeniind viele desertierten und verbargen sich ut ten 2Uat- tern Von ten 300 Rubel Sold monatlich wurden mir 50 Rubel ausgezahlt und diese in dem wertlosen Ker-mski-Geld, ter Rest wurte am „Konto .gutgeschrieben. Auch der genngffc Arbeiten war zu ter Einsicht gekommen, daß der Bolsctewismus der ttnteraang alles Bestehenden ist und m seinem Gefolge Hunger, Arbeitslosigkeit und Tod marschiert. Den Agitatoren wurden in Bersammlun^n manage Wahrheiten zugerusen, die für den Umschwung der Denkweise des Arbeiters zeugten Diese Agitatoren erhielten monatlich 800 Rubel Gehalt, pslegung und Beförderung per Bahn oder Ach^ Manche Faust wurde geballt und oft genug konnte man von ten Arbeitern hören daß sie, wenn es so weitergehe, die Halunken noch mit Senken Heugabeln hinaustreiben würden. Am 8. März verbreitete sich durch zurück- gekehrte Arbeiter, die an der Bahnstrecke nach Windau 25 Kilometer von T. arbeiteten, die Nachricht, daß deutsch- Truppen bereits bei. U. steten wrd dort ein Gefecht stattgefunden habe. Gleich- vitig bemächtigte sich ter roten Garde und der förbeTeine merfbare Unruhe. Die Akten des Tribunals wurden verladen, eoenfo das gesamte Brotgetreide, das ht den städtischen Speichern lag Der Henker von T, ein gewisser Kretul, brachte bic Revo'utionskasse, die eme und eine halbe Million Rubel enthal^n haben soll, 'N Sicherheit Gr soll jetzt von ten bolfchewisttschen Behörden in Riga g-sucht werden. In ter Nacht vom 13. zum 14° März hörte man Geschützfeuer. Gleichzeitig roam Abteilungen ter roten Garde nach Riga ab. Bald war die Flucht eine all.gernerne, uno am Atend des 14. war offiziell kern Roter mehr zu Doggen hielten sich noch genug tu den Wälbrrn aui unb^toixrtm nun .bie D-bS,t-E Endlich am 17. März abends rückten lo Mann teutfete Truppen mit einem Maschinengewehr in T ein Am 20. März traf auch die Nachricht em, daß 16 der bei dem Abzug mitgeschleppten Ge- sangenen durch baltische Lanteswehr den. Roten Kommen waren. Leiter erlag noch eine alte DE während ter Rückführung ihren ausgestan» tenm Leiten. Mit Einsetzen des Berkehrs «mtz MiL I Schuster,.arbeit" sprechen. Sitzung der Ltaotvarer ram niajr zuimnor, iwu -u«. v v. v«t die erforderliche stimmberechtigte Mehrheit von l ;ige r H a re n s unter jrt^mtcn, fünftig ä meun Stadtvätern nicht zu erreichen war. Kein schafsetchen ^ln^gm,dw ictech nach Anffch Telephon half. Als nach langer Wartezeit tee Zahl I Tillous auf die Dauer Nicht vurchrusuhren fein der Anwesenden immer noch um drei Stimmen werden, haben Es l^ht "pH nicht delt. ob dst ^ gering n~r, gab man di- Sotfmxng auf Mkubergtoerte w« fefdxn bat Polen oba Oberbürgermeister Keller setzte eine unter allen ^Tschechen geboten werten. Umständen beschlußfähige Sitzung auf Dienstag fest. BklebUNa des deutschen Außenhandels. Anwesend waren Beigeordneter Em melius, u w sowie die Stadtverordneten Faber, Heichel- Berlin. 7 Mai. Tie Blätter begrünen lonne Löber, Orbig, Schaff- die Mitteilung, die tn ter gestrigen Sitzung des heim,zrrumm,^ooer,^roig,^cpaii ^^Edensausschusses der Nationalversammlung oon, „ tem Reichsfinanzminister Ternburg baten ge-: - macht tourte, daß es nötig sei, die Fesseln zu lösen, die unseren Em- und Ausfuhrhandel hindett haben Tas Kabinett habe beschlossen, einen Reichskommissar für die Belebung der Ausfuhr und fürdieBeschaffung von Waren für den Absatz im Ausland zui ernennen Drei Kabinettsmitglieder würden einen Ausschuß bilden, in dem ter Reichswittschafts- Minister den Vorsitz führt und tem der Reichs- ernähumgsminister unb Reichsschatzminister an- gehören und ter mit außerordentlichen Vollmachten ausgerüstet unb in der Lage sein soll, etwa auftauchenden Witerstand durch einfachen Beschluß zu brechen. Deutschland habe noch Waren genug, die es ausführen könne unb vermöge auch solche Kreis Lauterback I Die landespolizeilich« Abnah rr Schlitz 6 Mai Nach längerem Leiten des Kreuzungsgleises auf Bahnhof Abendstern soll storb^der äl t e^ste E in w ohne r imsrer Stadt, am Freitag ten 16 Mai ds tzs., nachmittags Pterx'Erwar geborenam 30,OE-M5U^ nach ^unst K eiubahn Gießen- toter 1823 und erfreute sich noch bis Ente vorigen, Bieber an Ort und statt,inden. Jahres einer staunensiverten geistigen unb körper-1— . i. jjl. huii:-------------"*l!,geggsg> liehen Frische und Rüstigkeit. Noch bei ter Wahl Cekic Hacbtlcbtett» zur Nationalversammlung ist er seiner Burger-1 “ ™ Plicht als Wähler Nachkommen. Sur EköffNUNg e. Eichelsachsem 6. Mai Zum Feuer-! der Zriedenrverhandlungen. Visitator des Bezirks t im Kreise Schotten ist m „, r „ : r E des^ D^a n^ die erforderliche stimmberechtigte Mehrheit von Huntette von Personen ermordet worden waren, wie Millionen von Werten vernichtet sind und Kurland jahrelang brauchen wird, um sich von 3Vrmonatiger Bolschewislenherrschatt -u erholen. Aus Stadt und Land. Gießen, 7. Mai 1919. Der Preis des Frühgemüses hat in der schwierigen Ernährungszeit, in der wir uns jetzt beirnten, eine fabetteffte Hohe erreiajt. So wird bet Spinat von ter Stöbt. Gemuie- verkaussstelle mit 1,20 Mk. bas Psund verkauft. Hiesige Gärtner verlangten in ben letzten Tagen bis 1,80 Mk. Man fragt sich vergeblich,. wie das möglich ist, da in Kassel das Pfund. Lpmat mit 60 Pfennig verkauft wirb. Dort kostet auch ter Kopf Salat nur 60—80 Pf. währenb teer in Gießen weit höhere Preise verlangt werten. Tie Lebensverhältnisse sinb demnach für Gießen nutzt billiger als sür eine Großstadt tote Kassel. Zum Schutz der Mieter wirb vom Hessischen Lantes-Artecks- unb Witt- schastsamt sür sämtliche hessischen Gemeinden bestimmt, daß die Kündigung eines Mietvcrhältnisies nur mit vorausgegan- gener Zustimmung des Einigung»- am tes rectztswittsam ist. Diese Zustimmung ist auch baim einzuholen, wenn es sich nur um eine Mietpreis steigerung handelt, oh ne baß bamit eine Künbigung tes bisherigen Mietoer- hältnisses ausgesprochen ist. Ein oline Künbigung ablausenbes Mietverhältnis gilt als aut unoe- stimmte Zeit verlängert, wenn der.Bermieter nicht vorher tee Zustimmung tes Einigungsamtes zu tem Ablauf erwirkt hat. Wo MieteiNigungsamter nicht errichtet sinb, ist jeweils bie Zuittmmung tes zustänbigen Kreisbirektors einzuholen. Richtlinien für die Errichtung von Einwohnerwehren. ÄS* Mufti '£ jro(äUtoäffgr Wmgstmia «nurffotsu Heger 5® Inlnieit y «ggebote Wjiunrt ttir L'L ______ C M$0h »A6,!? jrt S*h. ®UQ) »««blei Rel bsiehr. P'fonbera «otläufi __ $lil( W r iif rs-b"' Tir ®® U M? r .9nnerhai Ln ihren ^Gieße Ter —'S ro e f r ; SQyt In ramfri»! rvn Wcw E«' gntfiik) MJ Temsem Vie W" „, am < । M 8 1 »r jete nritei Gießen Ter Ober ' B Don der lausst^lich St W Mais benr MenSiMlai flflt eintragen ttßrns bis jw «folgt sem- Gießen Ter Ober 6« Die Ausl tannen für ba Ätabote mit i>. I. bei den Gießen Der Oberb Mc Monka, mittag? 9 ben Valbiinae WÜrrs M 8500 70 60 265 DieAa' btraße Mgr Gießen, . TerÖderbÜ Letr.:Schvll Simei Ntbii M w bo 6ro6eti.$ innere «werb verqe _ ierrojjib en. Wn. liefern, den 5 Mai 1919. 663GB n. den 3 Mai 1919. 5631B Unkosten werben eifert. 5362 D icrttn eine An- h .Minuten £ im Vrgnisiih dem Grasku voraus nid)t 'ss-Ranhiiu anU Sie Tröffnungst uttn geschlossen, rhrm haben, b« n 14 Tagen, ibw.n, so bni m 22. Mai er- Teutschen fein 18 sic Lendbvm iur Prüfung bei nterzeichnung bei imb 5. Ium zu iSbau Inspektor deS Kreisch» Metzen. C e l l a r i u «, Baurat tn. aus bestem, schreibfähigem Vavler cmnnrblt «I. P. Nanu, PapierImndlung 5424 Hhmarrka'r. 10. I. d. .Vkh* d. A..1. gediente Pente aller Waffen, ausnahmsweise auch ungediente, suchen Rei bsiehr-Batterien Wagner nnfl Geppert Besonder- notwendig: Reiter, Iahrer vom Raitel, Schuhmacher, Sattler, Schneider. vorläufiger Standort: Babenhausen. Reichswehr-Bedingungen. 5331D lv.ilitärvapiere mitbrtngeu! BITr.Tillou I nph" tnti Borii, I rischen Fueben» I wirb, bie Frie« I brechen. Mnn er-1 Bevingmigcn et* I tn werben. Ta» I ition. Die Tür* I A Settel erholten. I b. Konstant!' merilcmische Sens', t hat, die ®CT- lanbatsmat! jtert großen öe* •anbtttu M inr ti. $ beitöt b.t itmenVik ’SleDU' I p M n. iw icfe L aalen da rantreid) soll dal hallen. ES aSkuszu biejte en erhalten gleich' wahöcheinludtM mctiiwcfentt^1I wt ben in dem Vertrag Vtzbrilmr^'l r Kon'errn, ntt treten werben M ieftuni deS Dao- nmtcn, E » edoch nachW« duAshbd! & * -llkeMndkls- Wttrr begrüß I feg“ s*x»%d fe» • L . 2 cb ^'Men n^au» l°!* veriM^ <*6 Mü^rbcilS^ lern Ä«“fe K-I rtfri^ifterr Liier ?? ^der bt 'N re ich,., uch-et bu faj °u,gesteh l«JU Ml! VlrnX “#*«{ W iDttS ’btt Englandtt, xlugttsen, «menkan«, bV ' £t e Japwa JWm fi^ nonbertet Tilg uta tte Tisch Dolmnjcha -Ast Hh be Mrl'M selbst "ch kurz sein. c ttr Alliierten £ Kvberll benr, k sichren. Clanen, i ..Konferenz bec I Instrument -er* I Elkmencean I lläswurm, Puspern bei Trakehnen. Sanatorium Stolzenberg bol Malm(lneter-Nodert von Frankfurt aus schnell a. bequem erreichbar eröffnet am 1. April I Aerztlicher Leiter-. Dr. K. ItrfliekHaaa. M&s.-Ig Preise! Kargemllie Verpflegung! 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Angebote mit entsprechender Aulschrist sind verschlossen und postsrei spätestens bis zum 15. M ai 19 19, vormittags 11 Uhr, bei dem Unterzeichneten emzureichen. Die Eröffnung der Angebote erfolgt zum gleichen Termin m «Gegenwart etwa erschienener Bewerber Zuschlagssrist drei Wochen Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt Vorbehalten. tt rnn 80. 10. 18 schwer verwundet Im englischen 84. Generai-Hosoitai In Frankreich gewesen und dort nm 7. 11. in genorden. Ich bin ledern von Herzen dankbar, der mir Nachrichten über me neu Lohn geben kann oder angibt, wo da» englische 24. General Hospital laa. 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Wablrau«: Schnlban», Ld,>>»et i. 5- bei dem Städt. Armeuamt einzurrichen. G i e tz e n, dett 3 Mai 1919. 56358 Ter Oberbürgermeister (Armenverwalttmg) Montaa den 12. Mai 1919, vormittag- 9 7i Uhr beginnend, werden m ben Waldungen der Stadt Gießen im Bezirk des ßtötfri» Brück-Mdgen (Abt. 12) versteigert: 8500 Wellen Fichten reisig, 70 Wellen Eicken reisig, 60 Wellen Kleiernrrisia, 265 Rm. Fichterrstvckholz. Die Zu Uhr, in der großen Aula der Universität Mitwirkende: Fran E. Schadt, Fri. Th. Emmerich, Gesang; Herr K. Engisch, Klavier; Herr Grebcrt, Violine; Frl. G. Schlesinger, Th. Scjudt, L Schärfer, 0. Schack, G. Rosenthal, Klavier zu 4 Händen, qbtsd Ein Frauenchor, Leitung: Frl. E. Felchner. Zur Aufführung gelangen: Kompositionen von Schubert, Händel, Beethoven, Schumann, Brahms, Chopin, Raff, Robert Fuchs. Karten zu 3. 2 und 1 M. in der Musikalienhandlung von E. Chatlier, Neuenweg. - Programme daadbiC Z- Caf6 Amend Heute Mittwoch, 8 Uhr: ua Familien-Konzert Holzsubrnission. 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Ausnahme neuer Mitglieder. verschiedenes. Dee Vorstand.' E» wird gebeten, pünktlich zu erscheinen. WBD Eimer BudergeseMalt 1877 (R. V.) General - Versammlung Sam-taa de» 10. Mai 1019, abends »'/. UOe, im Bootsbau». Tage-ordnung: 1. Ausnahme neuer Mitglieder 2. Ncgattnbesuch und Trainina S. verfchtedeneS. Uto» Eisenbalm-KonsiiDiverein Giessen. Die von der On-kohlenstelle auS-estsAfen neuen Sshlenbezugscheitte nehmen mir tn derselben Weise wie seither an. Gießen, den 6. Mai 1919. Ter Borstnnb. Habe mich In Gießen als Privatgeometer niedergelassen. Meßbriefe, Lagepläne und alle einschlägigen Arbeiten werden pünkt- I liehst angefertigt •** OTTO DIEFFENBACH, I Geometer II. Kl. Buresu: Bleichstraße 31. Möbel! Leckiette Schlaf,immer, Küchen, einzelne MSbel nad Vottterware« liefen billigst OtH3t Ernst Nau, Alteu-Buseck Schreinerei und VotuerwerkAäite. Spezialität: EtIbidrnbt-MatresteN. Lieferung franko. MM. [Feinen Rheinsand ! 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