11 „Sack“ treuer Maschinen ■? Maschinen wirtschaft Ufflc enthal ernsprecher77. SS daß Äe -j * n dahitr ’traße7„n Seschäh : ,nsei«plohlcn lc^ Minimer Udfi? » 1919. —B|L »ihn U418 > ^Ajel. 2133 id Reparieren gelnu.Harmoniums ser Ausführung, wm üteryKlaYiermaciiei ScholiBtrafie 18,1. Klaviere z-höchitPreta Swillingrrunddkuck u. »erlag: vrühi'jche Uni»..Such- u. SteinSrutferei R. £angc. Srbriftleitung, (Sefdjäftsftelle u. Druderei: Sdjulftr. 7, den zum Nachmittag vorher ohnejedeVerbiiidlichkeit Preis für 1 mm höhe für. Anzeigen v.34mmBreite örtlich 15 auswärts 18 Pf-, für Reklame nngeigeu von 70 mm Brette 48 Ps. Bei Platz- Dorfd)rtfi200/„91iiiid)(ag. Hauvtschristleiter: Ang. Goetz. Verantwortlich für Politik: '21 ug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: p. Beck: sämtlich in Gießen Vie deutsche Antwort über die Räumung des Baltikums. Die deutsche Negierung hat auf die Droh- ttote der Entente ausführlich gcnntlvortet Die lebhaften Worte, mit denen die Androhung von Zwangsmaßregeln Fochs zurück- gewiesen wird, stehen in einem mertbaren Gegensatz zu beit sack)lichen Zugeständnissen, die gemacht werden. Deutschland kann sich nicht mehr wehren, und es tut jetzt beinahe etwas, ivas nach vieler Deutschen Ueberzcu- gung schon bei der Entscheidung über die Annahme oder Ablehnung des Friedensvertrages hätte geschehen können: es fordert die „Alliierten" aus, die Lösung der Frage selbst in die Hand zu nehmen. Die deutsche Regierung tut alles mögliche, um die Truppen im Osten zum Rückzug z-u bringen; was noch getan werden könnte, soll icns die Em tente gefälligst sagen. Wie wäre wohl die Wirkung gewesen, wenn die Reichsregierung bei der Ungeheuerlichkeit der gesamten Frie- dcnsbedingungen damals gleich die Gegner eingeladen hätte, die Ordnung und Verwaltung der Dinge in Deutschlauö selbst in die Hand zu nehmen? Nach unserer Ueberzrugung wäre dadurch die Verlegenheit der andern groß, unser Schaden und Unglück aber noch gkößer geworden. Im Kleinen darf man nun aber diese Methode einmal einschlagen. Im vorliegenden Fall blieb auch beim besten Willen nichts anderes übrig. Berlin, 4. Olt. (WTB.) In der Frage der Räumung des B a l t i k u nr s ist General u- daut folgende Note für die Entente übergeben worden: „In Erwiderung der Note 1755 G vom 28._ September legt die deutsche Regierung den größten Wert auf die Feststellung, daß sie dauernd auf das Eenergischste bemüht ist, die Truppen aus dem Baltikum und Litauen herauszuziehen. Sie hat zu diesen Zwecken angeordnet, daß den Truppenteilen, die dem Ab- marschbelehl Keine Folge leisten, die Löhnung, sowie alle fünftigen Versorgungsansvrüche gesperrt werden. Um fernerhin jeglicl^n Zuzug zu verhindern, wurde die deutsche Grenze gegen Kurland geschlossen und der Befehl gegeben, auf Trup^n, tro&bem diese Linie überschreiten, zu schießen. Auch ist jeder Naclpchub an Acunition strengstens untersagt. General Grafvonder Goltz ist von seinem Posten ab berufen worden. An seiner Stelle übernimmt bis zur völligen Durchführung des Rücktransportes Generalleutnant Eberhardt den Oberbefehl über sämtliche noch östlich der Reichsgvenze befindlichen Truppen. Schließlich erließ die deutsche Regierung an die Truppen einen Aufruf, der sie zur Pflicht zurückruit und ihnen eindringlich vorstellt, welche unabsehbaren Gefahren und Leiden sie über ihre Volksgenossen herauf- beschroören, wenn sie in ihrem Ungehorsam beharren. Alle diese Maßregeln sollten die deutsche Regierung auch in dein Urteil der alliierten und assoziierten Ävegierungen vor dein unberechtigten Vorwurf schützen, daß, sie die Widersetzlichkeit der deutschen Truppen als Vorwand benutzte, um ihre Verpflichtung zur Räumung der ehemals russischen Gebiete unerfüllt zu lassen. Die alliierten und assoziierten Regierungen haben hinreickhmden Einblick in die durch den Friedensvertrag bedingte Lage Deutschlands, um zugeben zu Müssen, daß der deutschen Regierung weitere militä- Deutsche Frauen für die Rückkehr der Gefangenen. Bern, 4. Okt. Eine Deputation deutscher Frauen Kpräch bei der schweizerischen Regierung im Berner Bundeshaus und bei dem Präsidenten des Internationalen Roten Kreuzes in Genf vor, um rm Namen von vielen Millionen schwer leidender deut scher Frauen und Mütter die dringende Bitte auszusprechen, beim interalliierten Obersten Rat dahin zu wirken, daß noch vor Winteranfang die deutschen Kriegsgefangenen aus Frankreich freigegeben würden. Jr.s- 'pesorrdere wurde gebeten, daß der Vertreter bet deutschen Regierung, Major Draudt, sogleich in die Kommission für die Heim sendurrg der Kriegsgefangenen aufgenommen werde, und daß man, wie versprochen, jetzt die Heimschasfung der Vernnm- deten und Kranken zum Mschluß bringen möge und daß ebenso die Heimschaffmrg der Zivilinternierten beendet werde. Japan und die Arbeiterbewegung. Amsterdam, 5. Okt. (WTB.) Nach einer Meldung des Pressebureaus Radio berichtet die „Newhork Times" aus Tokio, daß Japan zur Erhaltung des Friedens in der I n d u st r i e eine Gesellschaft zur Beilegung industrieller Streitigkeiten bilde. Tas belgische Königspaar in Amerika. Amsterdam, 4. Okt. (Wolff.) Das Reutersche Bureau meldet aus New York: Der Dakupfer „George Washington" kam mit dem b e l g r s ch e n K ö n i g s p a a r an. Der König begab sich an Land und drückte in einer Botschaft an das amerikanische Volk seine Freude über den Besuch in Amerika aus. Wilsons Erkrankung. Berlin, 5. Okt. Wie dem „Bert. Lokal- Anzeiger" aus Rotterdam gemeldet wird, besagen' Meldungen aus Washvngbvn, daß es Wilson nicht besser geht, weil Herz- imt> Atemtätigknt und der. Puls zu Besorgnis Anlaß geben. Man fragt sich, ob die Krankheit nicht eine seelische ist. Aus dem Neiche. Der neue Reichsmiuister Koch. Berlin, 4. Okt. (Priv.-Tel.) Die „B. Z. a. M." meldet aus Düsseldorf: Der neue Reichsminister Koch erklärte bei seinem Abschied in Düsseldorf gestern, daß er es als^ eine der wichtigsten Aufgaben als Minister des Innern betrachten werde, die Loslösungs-' bestrebungen der Rheinländer zu bekämpfen. Die Reichsregierung gegen ein Gerücht. Berlin, 4. Okt. (WTB.) In Kreisen von> Angehörigen der Kriegsgefangenen wird angeblich eine von Kriegsinvaliden in einer Versammlung in Altona geäußerte Behauptung verbreitet, daß in allen Lagern von deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich ein Schriftplakat angeschlagen ist, welches als Aeußerung eines Mitgliedes der deut- sck)en Regierung die Worte enthalte: „W i r b r a u-, chen die Kriegsgefangenen nicht zurück. Wir haben Arbeitslose genug." Es wurde gleichzeitig behauptet, daß dieser Satz vom Reichsminister Erzberger stamme. Dio Reichsregierung leitete eine Untersuchung ein- ob diese Aeußerung in jener Versammlung tatsächlich gefallen ist und ob solche Schrift-, Plakate in französischen Gefangenlagern existieren. Heute schon kann aber ein für allemal festgestellt werden, daß niemals, weder von Erzberger noch von einem anderen Mitgliede der Regierung eine derartige yesühlsrohe treulose Aeußerung getat i die Lordleutnants der Grafschaften unb die Bürgermeister der Stabte einen Aufruf gerichtet, in dem sie aufge- fordert werden, V g erwehren zu bilden, uni der Krisis entgegeniutreten. London, 5. Okt. (Reuter. Amtlich.) Der Eisenbahnerstreik ist b e i c (c g t. m. 255 Der Eiehtuer Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Bezugspreis: monat!.Mk.l.60,viertel- tährlich Mk. 4.80; durch vlbhole- u. Zweigstellen monatt. Mk. 1.50; durch diePost Mk. 5.— viertel» jährl. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: für die Echristleituug 112 Verlag,Geschältsstellebl Anschrift furDrahtnach- rtchten: Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: SreHffurl a. M. 11686 Amtliche Archive Mackensen- beschlagnahmt? Bern, 5. Okt. (W. B.) Wie das ruiiiü.usche Preßbureau meldet, wurden von den rumänischen Behörden in Budapest mehrere tausend Bücher entdeckt, die in der Haupttachc rumänischen Privatbibliothekcu, u. a. der Bibliothek des Historikers Torga entstammen und von den Deutschen auf ihrem Rückzug aus Rumänien zurückgelassen worden waren. Ebenso wurden in einem Magazin 20 große Kisten mit den amtlichen Archiven General Mackensens entdeckt, die sich au" die Kriegsoperationen der deutschen Heere im ~ ileit beziehen. Tie Archive wurden zur genauen Untersuchung nach Bukarest Die französische Kammer fordert die volle Entwaffnung Dentschlands. Varis. 4. Okt. (WTB.) Hcwas. Die K a m - m c r trat in die Tiskiission des Antrags L c- - fövre ein. Diese sieht von der von der Friedcus- lonicrcnj voigcschlagenen Fassung ab, indem sie lagt, daß der Vertrag selbst verbessert werden müsse, denn er gestatte Ebert, die Fortdauer der deutschen Rüstungen zu rechtfertigen. Lciövr^ stellt seit, daß die Wiederaufrichtung der deutschen Armee, die über 600—800 000 Mann (.'?) verfügt,, ihren Fortgang nehme Um ein Uederhandnehmen dieser Macht auszuschließen, müsse die Hefftellung von G e s ch ü tz e ii vollständig unterdrückt werden. Auf eine Einwendung von sozialistischer Leite antwortete Losere: Wenn die Abrüstung vor- -getäuscht wäre, würden wir Gefahr laufen, das Opfer einer ungeheuren Prellerei zu werden. Er schließt, indem er die Regierung auffordert, mit den Unterzeichnern des Friedensvertrages in Verhandlungen einzutreten, um Deutschland in wder Form zu verhindern, den Krieg von neuem zu beginnen. C a ch i n erklärt, daß die Sozialisten für den Antrag Le se v r e stimmen werden. Er tragt an, ob es richtig sei, daß die Alliierten Deutschland ermächtigt hätten, zur Bekämpfung der Revolution mehr Truppen zu behalten, als nach dem Vertrag zugestanden wurde. Clemenccau erklärt, das fei ungenau. Frankreich habe unter dem Zwange der Politik des Waffenstillstandes gestanden, der die Anzahl der Soldaten nicht begrenzt habe. Als C a ch i n cin- wirft, daß die Armee v. d. Goltz in Litauen anscheinend absichtlich von den Alliiei-ten uiiterstutzt würde, erwiderte Elemente au, das fei falsch. Tardieu legt die von Clemenceau ver- Die JriedcnSmöglichkeit mit Rußland im Jahre 1915. lieber eine Friedensmöglichkeit mit Rußland mi Fahre 1915, von "der vielfach die Rede war, äußert fick« der frühere Reichttanzler v. Beth-- mann Holl weg im,Oltz>berheft der „Prcußi- la.icii Jahrbücher". Er sagt u. a, daß die deutsche Regierung tatsäckJich Mitte 1915 durch verschiedene Mittelsmänner die Stimmung in Petersburg habe sondieren lassen. Es i>al>e sich aber ergeben, daß die maizgebendeil Kreise in Petersburg d.e deutschen Niilitarisck.en Erfolg? nicht so hoch einsckMtzten, um den <5d.iritt zu Vcrhaiidluugen über einen Sviüer- friebeit als geboten zu eraditen. Ter pspchp-logisckie Augenblick zu VerlMidlungen ickar jedenfalls nickt getommen. Bethmann Hollweg setzt weiter auseinander, daß oie deutsche Regierung Petersburg attsdrücklich habe wissen lassen, daß wir bereit nären, mit Rußland einen durchaus billigen, die Zukunft sickernden Frieden zu schließen. Teutsch- lanb habe die Russen auch wisseu lassen, daß die Türkei die freie Durchfahrt durch die Dardanellen gcral/ren würde. Kurz, von deutscher Seite sei nickts versäumt worden, um die damalige Lage für ein Mnbaljnen des Friedens auszunützen. Tie Verantwortung für ein Scheitern treffe allein Rußland Eine Erklärung Tschitscherins. Versailles, 4. Okt. (WTB.) Der Volks- kvmmissar Tür auswärtige Angelegenheiten in Moskau, Tschitscherin, gab nach einem Radiotelegramm folgende Erklärung ab: Was den Frieden anbetrifft, so sind unsere Absichten immer noch die gleichen, die sie zur Zeit der Ankunft Bulitts waren. Wir sind bereit, in dem Augenblick Frieden zu schließen, vorausgesetzt, daß die wilitärisckien Operationen auf dem Gebiet des ehemaligen russischen Kaiserreiches sofort eingestellt werden und die Blockade.der Alliierten aufgehoben wird. Die Hauptgrundsätze des Friedens sind dieselben' geblieben: Wir wollen niemanben, wer es auch sei, den Kommunismus aufzuzwingen. Die Blockade fügte uns großen Schaden zu. _ Versailles, 5. Okt. (WTB0 Nach dem „Temps". hat Tschitscherin einen i’tfjarfat Prottest gegen jede Entscheidung über die Aalands- i n s e l n ohne eine vorherige Ueberemkunft mA Rußland verössentlicht. Tie baltischen Staaten und Sowjet-Rußland. Mita.u, 5. Okt. (WTB.) Wie aus ofsö- ziellen estnischen Meldmigen hervorgeht, beschlossen die baltischen Staaten auf der Friedenskonferenz in Dorpat, daß mit den Bolschewisten in Anbetracht dessen, daß sie keine impe- rialisttsche Polittk verfolgen und daß die Maximalisten bereits aus ganz Estland und fast ganz Lettland und Litauen vertrieben worden seien, die Verhandlungen begonnen werden sollen. Die Lage wird angeblich dadurch erschwert, daß die Litauer die Angriffsgelüste der Polen fürchten. Aber auch darin hofft man auf eine günstige Lösung. Helsingfors, 5. Okt. (WTB.) lieber bie Fricdcnsfrage wird von f i n n t) di e r © e i t e offi- jieft niitgeteüt, daß die baltischen Staaten via Präliminarverhandlungen mit Räterußland nach dem 25. Oktober beginnen wollen. Finland wird einen bestimmten Standpunkt erst nach der Befragung des Reichstages, der für den 15. Oktober einberufen ist, eimtehmen. Tie f misch en Vertreter machten in Dorpat geltenb, daß die Fr'ie- densverhanblungen auf breitere Grundlage gestellt norden müßten. Außer Polens Beteiligemg sei autf1 die der Ententemächte erforderlich, deren Haltung für das Friedens Problem ausschlaggebend sci. Tic TLassenstillstandssragv sei für Finland bedeutungslos, Neil an ter Ost grenze tatsächliche Waffenruhe herrsche. Helsinafors, 5. Okt. (WTB.) Havas. Es wird gemeldet, daß die russische Armee beträchtlich vorgerückt ist. Die Truppen des Generals Judenitsch befindet sich nur noch sechs Weist von der Stadt Pleskaw, deren Fall nahe be- voritehe. rische Zwangsmittel nicht zu Gebote stehe n. Was den Eintritt beut (eher Truppen in russische Formationen betritt, so steht b:e deutsche Rcgieruirg diesem Vorgang durchaus ablehnend gegenüber. Sie hat ihre Ausfassmig den Beteiligten auch wiederholt und unzweideutig zum Ausdruck gebracht. Jrgciid eine Ermäckstigung zu solchem lieber tritt hat sie niemals gegeben. Die deutsche Regierung hat den festeii Willen, alles zu tun, was in ihren Krafteii steht, um der Räunlungs- pflicht nachzukommen. Sie muß auf das schärfste Verwahrung dagegen einlegen, daß in der Note des Marschalls Foch Zwangs maßregeln angedroht werden, die bezwecken, Deutschland durch Erneuerung der Blockade die Lebens mittelzusuhr abznschneiden. Die alliierten unb assoziierten Regierungen bürsten nicht vergessen haben, baß gerade bie Hungerblockabe nicht nur den Tob Hunberttauseiiber Frauen, Kinder und sanken verschuldet, sondern auch durch Schiuä- chmig der Arbeitsfähigkeit üifolge chronischer- Unterernährung nicht zum geringsten Teil die 3er» setzungserscheinungeii verschuldet hat, niiter denen Deutschland zur Zeit so schiver leidet. Die deutsche Regierung drückt vielmehr die zuoer- sichinche Erwartung aus, daß die alliierten und assoziierten Regierungen ihren guten Willen anerkennen und dementsprechend von unmerischlichen Kriegsmaßnahmcn gegen bie deutsche Zivilbevöl- fernng, die doch keinesfalls die Mitschuld an dem Verhalten der Truppen im Offen trifft, Abstand nehmen werde. Um aber auch den alliierten unb apoznerten Regierungen bie Möglichkeit zu geben, sicy von bent nachdrücklichen Ernst ihres Vorgehens zu überzeugen, ersucht die deutsche Regierung dieselben, mit ihr in eine Beratung der notwendigen M a ß n ahvien einzutreten. Zu dickem Zweck schlägt sie die schleunige Bildung einer aitä deutschen Vertretern einerseits und alliierten und assoziierten Vertretern andererseits gebildckeii K o 1,1 m i s si on vor. Nach Ansicht der deutscher, Tcogieriiug wäre es bereu Ausgabe, nach Prüfung der Sachlage bie Maßnahmen zur schleunigen Durchlsühruug zu treffen, zu überivachen und durch- zufetzeu. Die deutsche Regierung bittet, ihr eine gesandt, baldige diesbezügliche Mitteilung zugchcn zu Aus Italien. Bern, 4. Okt. (WTB.) Die italienische Regierung hat ein neues Zensurver- k> o t erlassen, daß Veröffentlichungen: über bie Landesverteidigung und die interncrtionalerr Beziehungen betrifft. Der „Seoolo" sieht darin eine persönliche Maßnahme Nittis zur Knebelung der Presse, wogegen sich das Blatt uni so heftiger wehrt, als sie gera.de zu Beginn des Wahlkampfes erfolgt. Das Verbot sei ein neuer Beweis für die Nervosität, die in Regierungskreisen herrsche. Der Verkauf der Kunstschätze in Oesterreich. Wien, 4. Okt. (Wolff.) Korr.-Bur. Staatskanzler Renner erklärte einer Abordnung des Gemeinderats, welche gegen den Verkauf der Kun st schätze protestixrte: „Der Verkauf der Kunstschätze ist unvermeidlich. Es sind für dringende Zahlung von Lebensmitteln im Ausland gegen 15 Millionen holländische Gulden nötig, die durch den Verkauf beschafft werden können. Es ist keine Zeit^ mehr, einen anderes Weg zu betreten, da wir binnen 14 Sagen Zahlungsmittel haben müssen, wenn bie Ernährung nicht gefährdet werden soll. Blatt 169. Jahrgang Montag, 6. Oktober 191? GietzenerAnzelger General-Anieiaer für GberbeKen ItmfeHt reu- Ki"d5 2 Decke», Möbel’ ich»«, SP» liformen etc- jße Beträge ^Sachen SS« , Geldgewinne , Haupigewnn! 17. Oktober 1919 ;h zu haben bei: Preuß.Lotterie-Einn,, .Seaoler.Seltenw.S. [orUn.ücriW- ♦ Krburts- .vrncksaihen ♦ DuMmg in kn •eiJ.Weinert | erhärten. Die Legierung, die vom Wolffschen Bureau im mt ertrug und nun wie ein Gespenst auf dem englischen edjtff erscheint, die SHntung bei kommenden hereinträgt. Man hört die Stimme des An, Stadt und Land. Gieren, den 6. Oft. 1919. Hetze gegen die Einwohnerwehren. Eine amtliche Aufforderung der Reichsv. g. u. gez.: Anton Wöstemcyer. Feuilleton. Scapa Flow im Drama. Man schreibt uns: Reinhard Goering, der Dichter der „SeesckLacht", der ein so erschüt- tcrnbed Bild des Tages von ©la gerat schuf, hat nun and die letzte Heldentat der deutscher Flotte in einem „Scava FloM" vernvigt, das im Sep- temderlrest der „Neuen Rundschau" zum erstenmal LKioffenliid,i wird. Die visionäre Kraft einer genialen Stimmungskilnst, die er in dem ersten Drama so meiftcrbift bewährt^ offenbart sich auch in diesen beiden Akten, die in tu 13 abgeteilten, «gleichsam nur tonlos und verhallend hervorgc- ft-os-cnen Rhythmen zivei unheimlich gewaltige L^aenbilder malen. Es ist die Nachlt vor dem M-laus des Waffenstillstandes. ?lus den dunrpfen, •müDcn, ivortarmen Bemerkungen der Aiatrosen, Eeekadettcn und Offiziere tönt uns die grenzenlose 'Tragik der a 11 ^gelieferten deutsckeic Flotte und ihrer Mannschaft entgegen. Sie fühlen sich schon tot und erstarrt: nur mühsam halten sic in dem nädtüten Dunkel der Knechtschaft, das auf ilmen lastet, „bat Leben wach," durch mechanische Uebun- xKtt und erbeben eintönig gewaltige Silage in diesem, Grab der Ehre und Freiheit, in das der „meiste Kinger" der englischen Scheinwerfer grell hinein- fährt. Aus diesem müden Träumen und Dämmern ITrcHt blitzartig der Entschluß deS deutschen Admirals auf, die Flotte dem Untergang zu weiden, und er spricht ans, was alle dunkel fühlen und wollen . Ans dem englischen Admiralschiff breitet sich bagegen falte Freist» und behagliches Geniesten: inan rüstet zum Siegesfest, yuft veiäckffvch die 'Achseln über die Gesarurenen dort im Dunkeln, vor denen man txxtj ein heimliches Grausen empfindet •— bis plötzlrchi rn Gesang und Gelächter daS Todeswort des deutschen Seckadelten, der tue Schmach „Claudiu s", das zur Rittcrzeit spielt, geht ein Ritter um, der rifetfüdftig ist auf jeden Mann, der lieben kann. In jedem erblickt er seinen Nebenbuhler und tötet ihn. Opfer um Opfer reiht er so aneinander, um am Ende zu erkennen, daß er sein Weib darüber verloren bat. Denn sie ging Nacht um Nacht, wenn er tötete, zu den Menschen, um sich ihnen zu fdienten. „Ick bm ein Tier, du bist ein Mensch," sagt der Ritter zu seinem Weibe, als er es mit dem Schwerte -u- sammenschlägt . . . Der zweite (Sinaftcr „Friedrich und An n a" potenziert diesen Konflikt noch mehr und bietet nur einen Dialog über vermoderte Schllld. Meder ist der Held der Betrogene. Er glaubt, Reines geliebt zu haben und liebte dock mir das, was ein anderer bereits vor ihm besäst. Er tötet aber nicht, sondern begnügt sich, dem imbekannten Borgänger, der seine Frau glücklich gemacht hat, damit zu danken, dast er seinem Weibe zärilick die Hände drückt. Bei solcher Psy- chologie versagte das Mitgehen des Publikums vollkommen . . Am meisten Theatcrblut pulst im dritten Einakter u a n a", der das alte Enodi-Arden-Problem neu modelliert. Juan, der Gatte Juanas, kehrt nach fünfjähriger Abwesenheit zurück. Sein Freund Jorg»: heiratete inzwischen Juana. Gerade als Juan beschliestt, durch Gift zu enden, tritt Jorge dazwischen Beide feindlichen Freunde, Feinde durch bad Weib, haben eine dialektisch ganz famos gelungene Auseinandersetzung, an deren Ende sie beschliesten, dast der den Platz räumt, dem Juana den Giftbecher zuerst reicht, frier fühlt man die Adlerklane des Trama- llkers Kaiser am ganzen Abend ein einziges Mal. Gleich banad) aber Aerflattert die Dramatik wieder geutrckbclnber Sentenz. Juana löst lächelnd die Not der beiden, indem sie selbst den Becher leer trinkt und sterbend die Hände der Freunde zu- fammenlcgt. . . . Tie Aufführung war, wie gewohnt beim Schauspielhaus, mcisteriich, der Rahmen köstlich. Freiwillig erscheint: Ter aus englischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrte Unteroffizier Fritz Walter, Gren.-Regl. Nr. 11, 3 M.-W.-Abtl., geboren 1 8. 1895, Schwersenz, fit. Posen (Oft- preusten,. Berus: Fleischer. Entlasten nach Berlin O. 34, Grandenzcr Str. 35. Er gibt an: Ich geriet am 8. Aumrst 1918 bei Hangard ui englische Gefangenschaft. Kurz 11 ad) meiner Gefangennahme habe ich gesehen, wie zwei Kanadier einem Ge- fangmen, dessen Namen ich nicht Litnt, mit einer Draht schcere den Ringfinger abschneiden wollten, um ihm den Trauring abzunehmen. Der Mann widersetzte sich, ballte die Finger zur Faust und legte sie auf ben, Rücken. Daraufhin wurde er von den beiden uDnadiern hinter eimn Busch geführt. Kürz darauf hörte man einen Schuß fallen und die beiden Kanadier kamen wieder ohne den (gefangenen hinter dem Busch hervor. Beim Rücktransport — wir waren etwa 100 Mann — wurden wir von zwei betrunkenen englischen Soldaten auf 100 Meter Entfernung beschossen. Tie durch die Schüsse Ber- wmideteii durften wir nicht micnehmen. Ich kann meine Llussagen nötigenfalls eidlich erhärten. v. g. u. Fritz Walter. Verbrechen an unseren Kriegsgefangenen. Im Anschluß an bereits früher erwlgte Veröffentlichungen von Aussagen unserer heimgekehrten Kriegsgefangenen ül " völkerrechtswidrige Behandlung in Fer^^laud lassen wir heute weitere Dokumente lotgen. Durchgangslager Gietzcn, 1. Cft 1919 Freiwillig erscheint der aus sranrömcker Gefangenschaft entflohene Musketier Anton Woste- m e n e r , 5. Komp. R. I. R. 60. Berns- «ckuh' macher, geboren 4. Okt. 1899 zu Oesede, Kreis Iburg, Bezirkskdo. Osnabrück, freimatabrefic: Os- nabrütf-GixTvbura, Papenhürte 23 Er erklärt: Ich bm am 27. August 1918 bet Locourt a d Sommc in französische Okfang-.nfdhift geraten. Zuletzt war ich in Dem (Serangenlager Ehampy b’i Pont-ä-Mousson, 807. P. G. K. Im April d.J. machten zehn sriieg5grfaTtgcne einen Fluchtversuch. Drei Deutsch- wurden von der Postenkette wieder sestg?nommen. Aus Anruf eines Korporals und zrveier Alpenjäger blieben s« ,dehen imb ergaben sich. Der Korporal erschätz mir dem Karabiner den .Musfetier Burke, weiter verwundete er durch zwei Schüsse die M: eVotiere BiShub und Lücke am Kopse und in den Hüften. Die Sddr des Surfe holten imr in der Nackt und begruben sie. Bemerken möchte ich noch, bat die Behandlung in dem Lager bei Champy sehr schlecht war Ich bin bereit, meine Aussagen eidlich zu Es tritt hier also nochmals klar hervor, daß die an die Stadtverwaltung ergangene Aufforderung, zum Schutz der öffentlichen Sicherheit Maßnahmen zu treffen, nicht, wie Teile der unaufgeklärten Bevölkerung irrtümlich annahmen, mit reaktionären Plänen in Verbindung zu bringen ist, sondern daß maßgebende Beurteiler in der Neichsregierung die Ueberzeugung haben, daß solche Vorkehrungen nötig seien, um Sicherheit und Ordnung im kommenden Winter aufrecht zu halten. Daß im übrigen auch für die Linderung dec Nahrungs- und Wohnungssorgen das Menschenmögliche getan werden soll, ist ganz selbstverständlich. Die Eröffnungsfeier der Volkshochschule Gießen. Tie VolkshEchule leitete gestern nachmittag ihr erstes Wintersemester in schlichter, durchaus dem Zweck angepaßter Frier ein, feinsinnig gegliedert durch brri ausgezeichnet vom Bauerschen Gelangverein unter Herrn Görlachs Leitung vorge- trag*enen Chorwerken. Geh. Rat Mittermaier bcgrcüftte im Namen des Vorstandes des Volks hockschiulverrins die zahlreich Erschienenen und skiz- zierie in knappen Umrissen den Geist, der unsere Gießener Bolks'hock'sckmle ins Leben gerufen und den sie weiter verbreiten soll. Sozialisierung des Geistes, Bildung zu Tat- und Pflichitmenschm, Erziehung der neuen Führerschaft, die aus dem mate* riellen Zusammenbruch in getreuer Kleinarbeit tüditige Gesinnung und zuversichftiche Arbeitsfreude gar innen und verbreiten soll, das sind die 9tidjt- linien der neuen Stt,.ule. Weder schönrednerifd)c Fafelrien noch parteipolitische Propaganda haben in ihr Platz. Daran schloß er einen kurzen Bericht der Organisation und Arbeit des Bvlrshochschall Vereins. S. Magn. der Rektor Pvof. Tr. Kalbfleisch, begrüßte die Volkshochschule und tonnte ihr teinc besseren Führer Vorhalten als den Menschf heitölehrer Sokrates und Goethe. Tie Worte aus der Zueignung sind wie geschaffen als Wahlspruch für die geforderte Gesinnung „Warum sucht ich den Weg so sehnsuchtsvoll, wenn ich ihn nicht den Brüdern zeigen soll". Herr Oberbürgermeister deutschen ?ldmirals aus dem Dimkel: „Mein Land, mein teures Land. / Jlw Brüder! / Jetzt tue ick / Tie ungewisse Tat. / Zu deinem frommen / Land / In eurem Sinne / Brüder. / Der Ausgang / Strht nicht bei mir / Jetzt tue ich die Tat. / In Treue sterb ich." Tie Stimme erlischt, das .Lichtzrichen, das Signal des Unterganges, zuckt empor, und durch die Luft braust das immer stärker ansckweb- Icnbc Rauschen, das von den sinkenden deutschsen! Schiffen ausgri)t. Tenl en^ischen Admiral tritt in clarakteristts-chpr Rede imb Gegen rrix her deutsche Admiral entgegen, den man aus dem Wasser gezogen hol und der durchnäßt mit der Mütze auf dem Kopf erscheint. In wundervoN beschvingtem 2lnrnf nimmt znrn Schluß der deutsch: ^Ibiniral M schied von dem heiligen Vaterland und den guten Kameraden, Abschied vom Leben und vom Leid, *nb das Schimpfwort, das ihm einer nachsckleudert, versinkt in der tiefen Ehrfurcht, die auch der Feind ihm nidit versagt . . . Ein Werk voll Seichtheit und Große, von erhabener Ahnung und tragischem Schweigen, der Tat nnixing, die es gebar . . . Drei Einakter von Georg Kaiser. Aus Düsseldorf wird uns geschrieben: Georg Kaiser hat drei Einakter unter dem Sammcltitel „D ie Milchstraße" geschrieben, die das Tüsfeldorser Schauspielhaus zur ersten Ausführimg brachte. Der Dickster des „Gas" ist in_ her fionzentriertheit feines Stofflichen, in der Steigerung des dramatischen Geschehens so Meister, daß er berufen ist. Vollendetes in der „Dramatik zwff'ckren zwei Vorhängen" zu leisten. Konflikt und fiatbarfti liegen in allen drei Stücken vollkommen im Weiftigcn, im Gedanklichen, nicht in der Handlung Die liegt, wenn der Vorbang sich bebt, bereits hinter den Perionen, nur die letzte gedankliche Auseinandersetzung lebt der Hörer noch mit. Man erlebt einen Abend in sehr geistreicher Gesellschaft, aber man vermißt das Aufwülsterisric, das Gcpacklsrin, das doch letzte Notwendigkeit jedes dramatischen Geschehens ist. Im ersten Stück Die Voivercitung der Volksabstimmung in Nord^Schleswig. Berlin, 5. Okt. Am 4. Oktober ist dem ^Vor.-rärts" zutolge der schwedische jknvul Vunb- gre-ji, t miss um, die die Abstimmung in Nord- Schleswig vorbereiten soll, in Flensburg gewesen, um zunächst getrennt mit Vertretern der deutschen und dänischen Teile ber Sküölferung über die Frage der Nähr ungswi rtf chaf t während der Abstimmung zu beraten. In etner gemeinsamen dritten Sitzung, die unter dem Vorsitz des Staalskommissars für Seble-wig-Holstern, Tr. Köster, abgehalten worden war, einigte mm sich aut ein besonderes Ernährungspragr.amm, daß die Beibehaltung in der Ltslxrigen fiic’erfnft uh> in dem Austausch aller Ueberschüste des Admm- mungsgebietes gegen Kohlen, Baumittel usw. vor- fieht. Ter Metallarbeilerstreik. Berlin, 4. Okt. (Priv.-Tel.) Die „B. Z. a. M." meldet: Die Lage im Metaller b e i t e r st r e i k verschärfte sich infolge des gestrigen Schreibens der Arbeitnchmerorgani- fation an den Arbeitsminister. Infolge der beständigen Drohungen, auch die elektrische Licht- und Kraftversorgung Groß-Berltns brachzulegen, sahen die zuständigen Stellen sich veranlaßt, Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. Das Kabelwerk der A. E. G. tu Oberschöneweide wurde gestern militärisch besetzt. In Öberschöneweide mürben etwa tausend Soldaten, die aus Oberschlesien getommen sind, einguartiert. Die Behörden treffen Vor- kehrungen, um gegebenenfalls die Licht- und Krastversorgung Groß-Berlins aufrecht erhalten zu können. Die Bemühungen, die Arbeiter der städtischen Elektrizitätswerke m den Metallarbciterstreik hineinzuziehen, blieben auch neuerdings ergebnislos. Bei den Abstim- mmngen in den einzelnen Stationen wurden 781 Stimmen gegen und nur 283 für Len Streik abgegeben. Aus vem besetzten Gebiet. Erleichterungen fürs besetzte Gebiet. Berlin, 4. Okt. Nach einer Meldung der „Information" rechnet die Besetzungs- srist der deutschen Gebiete vom 1. November 1919 an. Nach einem Bericht des „Petit Journal" wird die erste F 0 l g e d e r R a t i - sikation des Friedensvertrags durch die französische Kammer die Gewährung von Erle i ch t e r u n g e n für die Bevölkerung der besetzten Gebiete fein. Die Kommandanten der betreffenden Besatzungszonen sollen bereits Anweisungen aus Paris in Händen haben. Es soll eine Amnestie für bestrafte Bewohner der besetzten Gebiete gewährt werden. Außerdem ist die Aufheoung der Kriegsgerichtsbarkeit in absehbarer Zeit in Aussicht genommen. Für die Monate Oktober und November ist eine weitere Verminderung der fran» gösischen Besatzungstruppen um etwa ein Drittel des bisherigen Bestandes geplant. * , ch. Aus der Rheinpfalz, 2. Okt. Tic «Ernte der Zwctscheu hat ihr Ende erreicht. Mer Ertrag war in diesem Jahre außerordentlich Jgroft. Im Anfänge wurden für den Zentner Äwctschcn 20—30 Ml. angelegt, später ging der Äreis auf 65, 70—75 Mk. in die Höhe. Oft gelangten in den Orten, in denen die Zwrischenernte besonders groß war, am Tag mehrere Eisenbahnwagen von Zwetschen zum Versand. Mancher Aaumb^siver hat 100, sogar 300—400 Zentner abgesetzt und infolgedessen Einnahmen von 12 000 bis 15 000 Mk. verzeichnen können. Seitens der Brennereien wurden viele Zwetschen eingelagert. --- Trebou r, 5. Okt. Die Gemeinde wurde von der französischen Vertvaltung in eine Geldstrafe von 2000 Mk. genommen, weil itin lOjähriger Knabe die Maitrefse des Ortskommandanten durch einen Steinwurf beleidigt hatte. Die Maitresse ließ außerdem den Mubetl in der Schule abstrafen. Schließlich stieß der Ortskommandant bekannt machen: Wenn das noch einmal passierte, würde die französische Fahne zum Rathaus hinausge- hänqt, die die Ortsbewohner fortwährend zu grüßen hätten. DiS jetzt haben sich an 500 Teilnehmer zu den morgen abend beginnenlvn Kursen snnri- bet. Anmeldungen werden noch- dv «nt W^cke fonuhl auf der Geschäftsstelle Löberstra^: 26II als auch vor den Abendkursen angnromm'n. Der Dolkshochlschuloerern ist bereits auf 300 Mitglieder, wozu noch die zahlreichen Körperschaften hinzu kommen, gestiegen, und Stadt, firers, Prvvur» und Staat unterstützen das Unternehmen. Entstehen ist ein Verband fämtlidjes LanoeSamts' tur " Büdun^veien, T«reft»r fr a Hin ger von der Zentralstrile ,zur For- berimg des Lo.todchdui^gSwe'ens Heften nickt erdfernen. Er ^mes darauf mn, dai der neue Staat die entbcdren kann, wenn Fr s^rS JX-tSDtouM* bürget zu Einsicht und ^Iblriurit «J eben tmlL die den dvigen «adxhunger ablehnen Herr Pfarrer Koch eimüblide Vorkämpfer der VottshocktÄüideen, malte in packender Weise die Geftnnung, Ardeft.mrv Erfolge der bäni'den Votksdolechule und rhrer Stifter fioht und Grundvig, d,e ihr bann des X5
frcnc, Standestörver und im Gegensatz zu 103^00her Pielwisserei der sogenannten 'Jillgernembubung. Ganz tote die dänische Volkshochschule sott auch, dte deutsche Bolksdock«schule feine Anstalt zur Erneuerung der Fack dildung für sacht ick. toirtlchaftlrn und sozial Ehrgeizige fein, nickt Belchrmig über alles mögliche, sondern Belebung des g-nzen Menschen. Dolfeh«ttchule ist keine Universität jweuen Grades, ihr Ziel ist nickt der toisscnfchaftliche. zur Forschung fähige^ Mensch, sondern der besinnliche Mensch fi'ein. T?* häu^lcmenfch^, also mit Standeskurziichtigfeit de- haftet, keiner, dem sein Berus zu schleckt ist und kein oberflächickrr Schlogworwriester, ist zu.dieser Schule gescknckl. fi'ommm toll, wer fern .Menschentum, seine Geistigfeit und Innerlichkeit zu vertiefen und zu sichern bestrebt ist, wem die gründ- legenden Lebenslagen am Herzen liegen, roer raube vom Lärm der Tagesschlagroorte die rt. Es füijrte zu wert, die Lügenmridungcn über verkappte Reaktion, Unterbringung der abiulkrcrnben Heeresnaffen in den Einwohnerwehren, Bewarr- nuitg der Jugend und alle die sonstigen, oft geradezu lädcrlrücn Märchen immer einzeln zu widerlegen. Kürzlick, verbreiteten sie, daß bei den KöÄiner Lebensmittelunruhen die Eimvohner.vchr ftl wähllch versagt habe und sogar entwaffnet mar» u meinen eigenen. v. g. u. Leo Grzeck. Wetter Turnen. Effektvoll und ström spane n d 5 0 10 heiter trocken warm nachts klar t f — DeutfcherTurntcrg. Der 16. Deutsche Turntag wird am 15. und 16. Oktober in Erfurt stattfinden. Verbunden mit ihm werden Sitzungen des Gesamtausschusses und des Turnausschusses mit der Versammlung der Kreis turnwarte abgehalten. letztes, neurrtes, am 8. Februar, ein Klavierabend des berühmten, hier nodi nicht gehörten Pianisten Edwin Fischer. Den SdLuß bildet am 15. Februar ein Konzert unseres von früher h? bekannten und beliebten Geigrrs Professor Jose und Orgel die Aufführung von Brahms Deutsch' e m Requiem an. Sodann folgt als vor- Stenographie. — Bad-Nauheim, 3. Okt. Bei dem mit dem Berbandstag des Hessen-Nassauischen Verbandes Gabelsberyerscher Stenographen verbundenen Wettschreiben zu Homburg v. d. H. errang der hiesige Stenographenvercin zusammen 15 erste imb zweite Preise. Höchste Temperatur am 5.10. = 20.3", 6. 10. = 17.2. Niedrigste 5.10. -= 10.3", 6. 10. = 11.5" ordneten vorgeführl werden. Dom Gau E'' E^r werden folgende Vertreter nach Erfurt entsandt: 1. Gauvcrtreter Fabrikant Pfeifer «Wetzlar), Gauturnwart Will (Gießen, und GauredMer vermaTM Post .Alsfeld). Als Stellvertreter sind 7ok 1^1' o" ^auvertveter Redakteur Schneider (Butzbach.2. Gauturmvart Terwr .Marburg, Gaufchristführer Karl Wenzel .Gießen). „ kr. Frankfurt a. M., 4. Okt. Im nahen Neu-Isenburg tritt die Ruhr so stark auf, daß alle Schulen geschlossen wurden und der sonntag- liche Gottesdienst bis auf weiteres ausfällt. Alle Festlich leiten sind verboten. = Frankfurt a.M„ 4. Okt. Iw Hause Kwstergasse 7 wurde heute vormittag die 24jährige Amalie Merkel, geboren in Untersülzbach, er» sd)o ssen aufgefunden. Als Tater verhaftete man den 21jährigen Pius Ried aus Reißenheim. Rich behauptet, das Mädchen habe fidi selbst er- schossen, doch geht aus den ganzen Begleitumständen mit Sicherheit hervor, daß die Merlel durch die Hand des Ried erschossen wurde. Ob der Bursche, in dessen Besitz man 600 Mark versand, dem Mädchen etwas genommen hat, koratte noch nicht ermittelt worden. = Frankfurt a.M., 4. Okt. Der Magistrat hat aus Anlaß einer Eingabe des Bürgerausschusses beschlossen, die Genehmigung zu Neubauten und Umbauten von Lichtspieltheatern bis auf weiteres grundsätzlich- zu verweigern, um durch diese Maßnahme dec Wohnungsnot zu begegnen. . . Frankfurt a.M., 5. Okt. In feierlicher Wec)e wurde heute mittag das aus städtischen und Stistungsmittcln erworbc.ne Volksbildungs- heim (ehemaliges Kaufmännisches Vereinshaus) emgeweiht und seiner Bestinttnung übergeben. Im Mittelpunkt der von musikalischen Darbietungen umgebenen >Feier stand die Festrede von Dr. K. Gebhardt über „Die Aufgaben der Volksbildung". X Hanau, 5. Okt. Thmterdirettor Ludwig Span nu th-Boden stedt in Hanau teilt mit, daß von der Generalintendanz des Altenburger Landestheaters die Uraufführung fernes Dramas „Die TeufelSmühle" nicht gestattet worden ist. H a n a u, 3. Okt. Die Verhandlung vor der Strafkammer Hanau gegen die .Beteiligten an den großen Mehl- und Viehverschiebungen, die vor etiva 2 Jahren hier aufgedeckt worden sind, nimmt am 22. Oktober d. Js. ihren Anfang. Ter Hmcptbeteiligte an den Vorgängen ist der bei der Lebansmittelabteilung des Landkreises Hanau beschäfttgt gdivesene Kreisbeamte, Kreisobstbautechniker Karl Walther aus Hanau. Bei den Haunauer Februarunruhen ist das gesamte Aktenmaterial des .Prozesses durch Frauen vernichtet worden. In mühseliger Arbeit Sonnte im Verlange einiger Monate das für die BÄveis- führung erforderliche Material wieder siownt zusammen gestellt werden, daß jetzt dm Termin für die Hauptverhandlung festgesetzt wertem konnte. = Ufingen, 5. Okt. In den letzten Tagen besch!lagnal)mte die Gendarmerie mehr als 700 Pfund Rind- und Kalbfleisch., das aus Geheirn- schlacht ungen stammte. Tas Fleisch wurde den einzelnen .Kreisgemeirchen überwiesen. Wr «tos Jrtes yiilen -uüt euip.?to^ von Sä «WH? ^ichkK^"" durch forS--11' HZ 2 Ilnefn dxe grünt- Wermut 2, W® bpü nach des %jb hegm. Aber Lehm- .das erste und letzte Harm Ach. 50< ^Inehmer ™. KurfN gtmd» 'wch dre ganz- Koche M Löbcrstraße 2611 Würfen angnummn bereüs auf 300 Mit- rn>bm Körverschaften Stadt, Kreis, Bwoinz ntmnehmcn. Im Ent- iber Volkshochschulen, rstryen. Spigett), der zur Zeit in Genf als Nachfolger Marteaus lebt. Bon ersten Vertretern ihrer Kunst dargebvten, verheißt das, Programm eine aus-, erlesene Reihe hoher Genüsse. Tie Konzerte finden mit Ausnahme der Kirchenmusik sämtlich an Sonntag-Nachmittagen in der Zeit von 5 bis etwa 7 Uhr statt. Karten sind bet Ernst Cha liier und abends an der Kasse zu haben. Hinsichtlich der Aboirnements wird auf die Llä- lünbigung in der Kummer vom 4. Okt. verwiesen. ** Deutscher Volkskunst-Abend. Wenn mehr Menschen gekommen wären, hätten sich noch mehr auch nett unterhalten können. So aber mußten sich Dir. Brei Holz und seine Gruppe mit dem herzhaft Beifall spendenden Publikum und den leider recht großen Lücken zufrieden geben. Erwärmend ist ein unvollständig besetzter Saal keineswegs. .Hansel unb Liesel waren daher bei ihren ersten deutschen Volksliedern zur Laute etwas zurückhaltend und überwanden erst gegen Schluß eine leichte Müdigkeit. Die Lieder waren einfach vorgetragen und geschmackvoll begleitet. Zwischendurch fesselte Dir. Breiholz durch lebhaften packenden Vortrag von Dichtungen seine Hörer. Vielleicht war sein Gestenspiel zu theatralisch. Aber abgesehen davon verdiente er den starken Beifall. Den Beschluß machte ein amüsanter etwas larmoyanter Einakter von C. A. Görner: „Alter schützt vor Torhett nicht!" Ein alter Förster von jenem Schlag, den bis ins höchste Alter der Lügen- oder der Liebeteufel rettet, scharmuziert um seine Pflegetochter, kommt aber im letzten Augenblick noch zur Einsicht, daß er vor dem jungen Liebhaber, seinem Forstgehllfen, besser zur Seite tritt. Der „schwarze Peter" spielt eine ullige Rolle dabei. Felicitas Claußen, die die Pflegetochter fhielte, verdient hier neben dem alten Förster Erwähnung. Der ganze Abend war recht nett und unterhaltend. ** Im Lichtspielhaus, Balmhofstraße, hnrb beute zum letztenmal „Ter Maskenball" gegeben. Von morgen bis Freitag treten Loontine .Kulmberg in „Kinder der Landstraße" einem Schauspiel in vier Akten, und Ellen Richter in „Tas Spielzeug der Zarin", Schauspiel in 5 Akten auf. Landkreis Gießen. -m. H u n g eär, 6. Okt. Der hier tvohnhafte verheiratete Bergmann Wilh. Reufchlin g ver- unglüdte am Samstag nachmittag im Gießener Eisensteinbergwerk dadurch, daß er von sich losgelösten Erd massen verschüttet und im Rücken erheblich verletze wurde. Mittels Tragbahre brachte man den Verunglückten in die Gießener Klinik. wa. Odenhausen (Rabenau), 4. Okt. Am 2. d. M. kehrte unser erster Kriegsgefangener Sergeant Otto Konrad aus englischer Gefangen - schast »urück. Aus lunferem Torfe fehlen noch drei Mann. Zu Ehren der Heimkehrendcm ist von der Jugend der Bahnl-of geschmückt worden. * Wiesest, 5. Okt. Weiter sind aus englischer Kriegsgefangenschaft glücklich nrtt den letzteir Transporten heimgekehrt: Friedrich Hormann, August Reuter, Heinrich Schäft und Karl Weller. x Wiesest, 5. Okt. Unsere Industrie- Lehrerin, Fräulein Lina Hansult, trat mit Wirkung vom 1. d. Mts. in den wohlverdienten Ruhestand. Ms Tochter unseres früheren im Jahre 1884 verstorbenen Lehrers Georg Hansult hat die bald 70jährige fast ihr ganzes ficben den Schül- Nrädchen unseres Dorfs beit HandarbeitsunterricÄ erteilt. Kreis Büdingen. D Bingenheim, 6. Okt. Sicherem Vernehmen nach soll im hiesigen Schloß für den Kreis Büdingen von der Säuglingssürsortze ein K i n d e r- heim errichtet werden. In diesem Heim kommen vor allen Dingen solche Kinder zur Aufnahme, deren Mütter front sind unb die sich deshalb der Pflege ihrer Kttrder nicht so widmen können, wie es im Interesse einer gedeihlichen Entwicklung der Kleinsten wünsst)enswert wäre. Das Heim wird etwa für 15 Kinder eingerichtet, im Küchenbau des Schlosses untergebracht und erhält eine eigene Säuglingsschwester von der Zenttale in Darmstadt. Auch in Nidda wird demnächst eine eigene Schwester für Säuglin gsfür- st o r g e stationiert werden. Büdingen, 5. Okt. Am nächsten Mittwoch, den 8. Oktober, trornt. 1072 Uhr, findet die diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung der Bezirkssparkasse Büdingen statt. Neben dem Borttag der üblidjen Rechenschaftsberichte usw. soll vor allem über die Festsetzung des Zinsfußes von Akttv- imb Passivkapitalien für 1920 beraten werden. Meis Lauterbach. _ macht. Der Verein als solcher bleibt auch nach dem Verkaufe des Heims Wetter bestehen mit dem Ziele, in irgendeinem geeigneten Platze unseres schönen Hessenlandes zu gegebener Zeit ein neues Lehrerheim zu erbauen ober zu erwerben. Für dieses höchst erstrebenswerte Ziel soll der hessische Lanbeslehrerverein in seiner Gesamtheit gewonnen werden. Der bisherig« Beittag von nur 1 Mk. wird nicht erhöht. Lehrerheimsanteilscheine von je 50 Mr. werden nach dem Verlause auf Wunsch ber Besitzer bereitwilligst zuruckgezahlt. baurnvslanz ungen verwandt werden. Ter Gemcinberat hat bereits 1200 Mxrrk für den Zweck LeiruhgL Auck bei der Verpachtung bet städtischen Norden ungewöhnlich hoh-e Preise bezahlt. Tie Gesamtsumme von 4300 Marr beträgt mehr als das Fünffache- der bisherigen Pach.. — Lauterbach, 3. Okt. Wieder trafen vier 'Coline unicrct Stadt aus englischer Gefangenschaft em: SDeinrtd,! Lino, Heinrich Schiebelhut, Karl Schttarz und Heinrich Sachs. Krciä Schotten. 8 He rch en Hain, 4. Oll. Freudig begrüßt kehrte als erster aus englischer .ürftgsgesangeii- schast zurück der 21 jährige Sohn Karl des -Lckneidermelsters Heinrich Adolph von hier. Es lefmden sich nun noch zwei Mann in französischer Gefangenschaft. 8Sichen hausen, 4. Oft. Landwirt Heinrich, Nieß kehrte aus englischer .Kriegsgefangenschaft in die Heimat zurück. e R ainrod, 6. Okt. Ter Landwirt Jakob Kröll VI. wurde hier zum Beigeordneten gewählt. e Kreis Schotten, 6. Ott. Für die Orte des Kreises Schotten wurden die F l - i s ch h ö ck st - preise für Rindfleisch mit 20 Proz. Knocheir- beilage auf 2,80 Mk., für Kalbfleisch bis za 30 Proz. Knochenbeilage auf 2,20 Mk. festgesetzt. ed. Aus dem Vogelsberg, 6. Ott. Wie fast überall, so hat auch im Vogelsberg die Bienenzucht in den letzten Jahren immer mehr Liebhaber gefunden. In Ulrichstein schlossen sich einige ältere Bienenzüchter und viele Anfänger zu einem Verein zusammen. Obmcurn wurde LehrerS a u e r* Köddingen. Ter „höchste" Bienenzüchtervercin Helsens zählt bereits 25 Mitglieder. ed. Unter-Seibertenrod, 6. Okt. Tee unter neuem Namen wieder ausgetaudste „T- r u s ch- prämie" setzt auf beiden. Setten, bmn Verbrauchet und beim Erzeuger, viel bö^s Blut. Ta nicht alle Bauern unseres Torfes rechtz.'ittg dreschen und Mietern kannten, um die Prämie zu crMten wurde folgender Ausweg a.'wählt: Tie ein gegangene Trusdwrämie 'wird auf all: in diesem Herbsle aus der Gemeinde zur Ablieferung kommende Frucht ausgesch^agen und dann verteilt. Kreis Friedberg. S e l t e r s, 6. Oft. Einer unserer Kriegsgefangenen, der Sohn des Kirchendieners Ganß, kehrte zur größten Freude seiner Angehörigen und der ganzen Gemeinde aus der Gefangenschaft in die Heimat zurück. — Der hiesige Sprudel, der vor einigen Jahren erbohrt wurde unb in seiner Zusanmvmsetzimg den Nauheimer und Salchausener 5xilwassern ziemlich glftchkomMt, soll sicherem Vernehmen nach demnächst neu gefaßt werden. Es finb bereits in der Nahe der Molkerei Fischer am Walde weitere Ankäufe gemacht worden, um ein Kurhaus zu errichten. Es soll aud> Bahnanschluß zum Versand der W asser hergestellt werden. Verschiedene Verbände tragen sich mit dem Gedanken, wenn die Pläne der Errichtung eures Bades wirklich zustande kvnttnen, für ihre Mitglieder Sanatorien usw in ber Nähe des Bades am idrön gelegenen Rot lieb zu errichten. Hoffentlich kommen all die schönen Pläne zum Sogen des herrlich gelegenen Niddertals zur Ausführung. Vielleicht wäre für die Ernst-Ludwig--Ju- bilaumsspende, von deren Tättgttit man in letzter Zett so wenig erfährt, im Anschluß an die verschiedensten Projekte Gelegenheit gegeben, in ber klimattsch und landschaftlich gleid» ausgezeidineten Gegend ein Genesungsheim für Kranke und Verwundete des Krieges zu errichten. Starkenburg und Nlteinhessen. — Offenbach, 4. Ott. Die Stabt hat wegen steigender Kohlenttrappheit dieöffentlicheBe- leuchtung bis auf weiteres ganz eingestellt. ch .An s d e r R h c i n p s a l z, 30. Sept. Der Obstverkehr auf den rheinpfälzischen Obst- und Gemüsemärkten hat insofern eine Aenberung erfahren, als bas Angebot von ZWetschen in letzter Zeit, weil bie Ernte ihrem Ende zugeht, nackstäßt. Dafür hat sich ber Verkehr in Birnen, Trauben unb Aepfel erhöht. Auch die Preise dieser Obstörten haben Äenderungen erfahren, berat Aepfel und Birnen sind billiger geworden und Zivetschen gesttegen. Bezahlt wurden für den Zentner Trauben 220—230 Mk., Tafelobst 40—50 Mk., Pfirsiche 100—115 Mk. In Kartoffeln war der Geschäftsgang belebt durch ein erhöhtes Angebot. Ter Zentner stellte sich auf 9—14.50 Mk. Im übrigen wurden für den Zentner Wirsing 9—10 Weißkraut 6—7 Mk., Rotkraut 25—26 Mk., Zwiebeln 25—26 Mk., Kohlrabi 8—9 Mk., Erdkohlrabi 4.50 bis 5 Mk., Gelbe Rüben 4.75—5.25 Mk., Rote Rüben 7.40—8 Mk., Karotten 8.50—9.50 Mk., Einmachbohnen 50—60 Mk., Tomaten 36—40 Mk. und RHarbarber 9—10 Mk. Hessen-Nassau. O Braunfels, 4. Ott. Der Ehren- brief des Mittelrheintteifes (9. Kreis der beut» chen Turnerschaft) wurde Kammerrat Jockel . Vermischtes. * Tie Wirkung der See sperre. Zuo Wirkung ber Seesperre auf die Gesundheit und dasl Leben des deutschen Volkes liigeu wettere bedeutsame Einzelheiten vor. .Königsverg hatte im Juni dieses Jahres keinen Ueb:rschuß^ ber Geburten, sondern einen Uebersch-uß der Todesfälle über die Geborenen vm 2,4 auf 1000. Tas Verhältnis b:r LAendgebvrenm auf 1000 ist vom Juni 1914 Von 24,4 auf 16,9 ^urütfgegangen. In Kiel starben im April 1914 von 1000 Einwohnern 10,9, in demselben Monat dieses Jcchres aber 17,76, die Zahl ber Lebendgeboreneu ist jetzt gerütgec als die der Todesfälle, während sie 1914 das zwn- einhalbfadje der Zahl ber Gestorben:n betrug. Von 1000 Lebendgeborenen starben damals 12,6, jetzt 18,2 Pvoz. im ersten Lebensjahre. Ter Geburten- Überschuß Mannheims von 1914 mit 17,1 auf 1000 ist auf 1,04 zurückgegangen. In Köln stieg die Zahl der Todesfälle beim weiblichen Geschlecht V'crt 4501 auf 6154 im Jahre 1916. In Berlin hat sich die Zahl der kleinen Kinder und jüngeren Sckulkinder in den Iahten 1915—1917 etwa verdoppelt die der älteren Schulkinder verdreifacht. Bei beit 4—5jährigen .Kindern hat sich die Zahl der Todesfälle 'wegen Bvechdurchsall verzehnfacht, bei den 6—10jährigen Verachtfacht. In Köln stieg die Sterbeziffer der 8—10jährigen von 3,3 v. T im Schuljahr 1910/11 auf 5,4 im Schuttohr 1916/17, imb aus 6,5 im Schuljahr 1917/18. Meteorologische Beobachtungen der Station Gicsten. i haben xheattt. Juten deutsche" gegenüber^ iecht „Natur nennen-1» ’ aufthfltt. für,.^na8 «reis" Ein /.fttet werden, daß tinderreicten Familien Der- entf gunuigungen beim Einkauf von Lebensmitteln unb ' ' Brenniroffen gewährt warben. — Tie städtische din> einchaltung, die während des Krieges mtt großen Verlusten mMgc der Mißwirtschaft gearbeitet hat, soll in den nächsten Wochen aufgelöst werden, da genügend Auslandsware vorhanden ist. — Tie Verpachtung ti_o n Gartenland an Kleingärtner durch, die otabt ist von 52,72 Hektar im Jahre 1914 auf 226,52 Hektar im Jahre 1919 gestiegen. fr. Frankfurt a. M., 5. Ott. Ter Schllich- tungsausschuß hat für bic von den Angestellten ge- wrderte B e sck^a f fu ngs beihi l fe ft>lgew)e Eoätze aufgestellt: an verheiratete männliche und nciblidfe Angestellte monatlich 120 Mk., für jedes Kind unter 14 Jahren 30 Mk.; an al le in stehende Leotg K* Iri^ihn ^en?- ‘A (m . ro?nen: vinnaii, Cbrrbcffcit und ftreid IDchlnr. verreib bie bet Lanarorieu, »trouken- unuicrib -lvotbekeib Lanbivirifchaft ufw. gut einiieiüüvt find, ist durch liebernnbmc be8 rlUcinveririebeS glänzende Einnahme ägcr! Kcwthrtisitc a. Scötr Gastwirt sowie die herzlichen und trostvollen Worte des Herrn Pfarrers Ohly und die vielen Kranzspenden sagen wir innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Tüchtige i Mnute r für Neubau Mübtitrahe sofort gesucht, yu melden beim Polier Ehelmüller. rTTZTTTZTZTTTTTrZ-! sehr gut gehalten und j !K2Ukge8Ue»16 Teil unaeirageu. ' Versteigerung bestimmt ^räulrin (gtlrtrin) zurBcaufstchtlaungder Llbularbciten meiner lOjahrig. Tochier gesucht, -christl. Vlnnebotc unter 019242 a. b. i9ieiV2L erbet. Bieber, Steinbach, Königsberg, den 5. Oktober 1919. Die Beerdigung findet Dienstag den 7. Oktober, nachmittags 3*/, Uhr, in Bieber vom Sterbehaus aus statt. 019282 an allen Orten Zwecks I wirb zum Bügeln ange» Unterbreit, an vorgem. noinmen. (vmina Bod, Häuf. (Yeb.Sie unt Bertr. 11470 Wilfouftr. 4 II. Gestern abend '/,!! Uhr wurde meine Hebe Gattin, unsere stets treusorgende Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante FrauluiseKatharineSchmidtgeb.Scherer ohne vorheriges Kranksein infolge eines Herzschlages aus Ihrem Erdendasein plötzlich abgerufen. Stammtisch „Speiß^kCo." Mittwoch. H. Oktober: JJioünts Dcr)fliiiiiilunq. Der Poritand. Unt zablreichesErschemen wird gebeten. OHöH l^ebr. Fahlruö. O3 f mit ob. ohne Gummi sof. verloren zu kam. nei. Schr. Anaeb. u 0189*26 an b. (Mich. «n-. >»Warze Tamcnband laiche, Inhalt uitgefabr InoM.. 2 Znidient., PostL Kauiialislen gesucht zur Gründung eines neuen Untcrncbm. 3unfer, GerichtSvollzieber. 11476 Plockitrabc 4. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Vaters Herrn Wilhelm Paul Roonttrafte 20, vart. Gr.Zlnkfcaflew., 4fl.*Ltst«r f. (5lektr. 2 Gasbagoleliee m. Verbchen, 5 m schwarzweis; gern. Fonlarlseile ->. Ein DienstmUdchcn aus Gie»;en ob. Umgegeub resuchl bei bohem Vobn, reicr Station mit Wob- nungSentschäbiaung. Avotbckc 1149*)B der Univ.-Kliniken. Jung., gesund, williges SDloödicn guter Kost gesucht. 019271 Goetbcstrade 311. Mädchen biS mittags 3 Ubr gesucht. 019266 ________Krcnzvlatz 12. Suche für meine <0c> schaits Direktrice gut inUhl. Zimmer nm liebsten mit voller Pension, ftrit; Nowatk. Spiegel, Anbrf Schiffen- berg-Gieüen. Geg. nute Aelobnung abzuaeben. Bicmarkkilr. 6 ll. Möbl. Zmmcr gesucht. Schr- Slngeb. n. 11469 an ben Gietz. Anz. Sol. iunenbl. 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Ein Ergänzungsetat für das Rechnungsjahr 1919, der eine abermalipe Ergänzung d.'s Besvl- dungsgejetzes umfaßt, wird ohne Aussprache dem Hauptausschuß, überwiesen. Es folgt die Beratung der Bittschriften, die zum großen Teil ohne Debatte erledigt werden. In einer Bittschrift, wird behauptet, ^aß keine sachgemäße Berichterstattung'über die Rcichsiags- verhcmblungen erfolge. Jeder Parteiberichterslat- ter treibe — bewußt oder imbewußt — Schönfärberei bei dem, was Angehörige seiner Partei gesagt hätten. Die Reden der gegnerischen Parteiführer dagegen würden entweder bis zur Entstel- Lung des Sinnes gekürzt oder geradezu falsch drsiedergegeben. An solche ungenauen Berichte knüpften sich dann die Auseinandersetzungen in den Leitausfätzen der Tagesblätter an und Lügen über Lügen seien die unausbleiblichen Folgen. Dadurch entstände die Verhetzung des Volkes. Ter Petent wünscht daher die Herausgabe eines amtlich gekürzten Berichtes. Abg. Kunert (Unabh.): Eine objektive Berichterstattung gibt es tatsächlich nicht. Ausgenommen davon sind selbstverständlich die stenographischen Berichte. Die einzige Lösung int Sinne des Petenten wäre, ivenn eine volkstümliche Kürzung des stenographischen Berichts in Bvoschüren- form herausgegeben würde. Der Kostenpunkt ist nicht erheblich. Tie Verteilung könnte unentgeltliche oder zum Selbstkostenpreis erfolget!. Die Regierung mag, soweit irgend möglich, dieser Anregung folgen. Die Bittschrift wird der Regierung als Material überwiesen. Es folgen Berichte des Ausschusses für soziale Angelegenheiten. Soweit /sie die Arbeitszeit im Maler- und Hotelgewerbe sowie in gewerblichen Betriebrn betreffen «oder sich auf die Entfernung von Angestellten und Arbeitern über 65 Jahren aus Privatbetrieben zu Gunsten von .Kriegsteilnehmern beziehen, werden sie durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Gesuche um Gewährung von Rei/chshilfe und Ueber- tragung von Staatsaufträgen an Kriegsteilnehmer werden zur Ergänzung überwiesen, ebenso Gesuche um Schaffung von E r 'we r b s Möglichkeiten für Offiziere der Handelsmarine. lieber Gesuche um Einführung eines Arbeitszwanges unb Zulassung von Ausnahmen vom achtstündigen Arbeitstag für die Ziegelindu- ftrie in Ostpreußen geht das Haus zur Tagesordnung über. Einem Antrag des Ausschusses für Volksbifi düng und einem Bericht über die Bildung eines Slict stoffspndikales stimmt das Haus ohne Debatte zu. In den Anträgen wird die Negierung ersucht, unter den drei vom Reichsfiskns für den Kerwaltungsrat des Syndikats vorzuschlageuden Mitgliedern mindestens ein Mitglied irr Ver- drauchergruppe vorzufchlagcn, sowie deren Einfluß im Syndikat dahin gcltciib zu machen, daß sich der Stickstoffpreis im Interesse der V'rmeh- rung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse der Preisgestaltung für diese soweit irgend angängig anpaßt. Nächste Sitzung Dienstag 1 Uhr. (Zweite Beratung des Haushaltplanes: Reichspräsident, Reicksministerium, Reichskanzler, Justizministerium?' Schluß 2 Uhr. Fortsetzung 22. u V fr II' •r ut it K ije in tl Sas Glück der andern ,Original-Rom des ersten Unterausfch usses (Vorgeschichte des Krieges) wurde Abgeordneter Tr. Quarck (Soz?, zum Vorsitzenden des zweiten Unterausschusses (Krieg- f führvng) Abgeordneter Warmuth (Deutschn. Volss- önrtci), zum Vorsitzenden des dritten Unterausschusses lmi'itäriche Fragen) Abgeordneter Bolz ^Nachdruck verboten.) X. I Evelyn hätte mit Tante Wa einen Besuch der Oper verabredet, an dem auch Emmy teilnehmen soUte, „damit sie ihren Kummer -ein bißchen vergesse." Punkt fünf Uhr wollte Dante Ada beide Mädchen abholen kommen. Als Evelyn mit diesem Programm gegen Mittag heimkam, fand sie ein Billett von Magnus, in dem er ihr die Ankunft seiner Mutter mit- teilte und ihren Besuch für den Nachmittag ankündigte. „Schade, nun müssen wir die Oper fahren lassen und Tante Ado ablagen!" sagte Evelyn schmollend. „Oder willst nicht du vielleicht doch gehen?" wandte sie sich an Emmy, die traurig am Fenster saß. „Soll ick Tante Ada schreiben, daß du sie abholen wirbst?" „Um keinen Preis! Was fällt dir ein? Ich und unter Menschen gehen in meiner jetzigen Stimmung!" wehrte Emmy entrüstet ab. tue nur um Gottes willen nicht so, als ob dir durch diesen Menschen jetzt das ganze । - Leben vernagelt sei. Tante Ada sagt auch, du wirst ihn vergessen und nachher einen anderen heiraten —" „Nie! Wie kannst du das nur sagen, Evelyn!" rief Emmy aufgeregt. ,^Er ist und bleibt für mich der einzige Mann aus Erden. Nie werd; oder könnte ich Egon vergessen." „Das wäre mehr als albern . . .!" „Nein," fiel Modesta sehr bestimmt ein, „Hnriny hat rocht! Sie soll ihn auch gar nicht vergessen. Es wäre, als verlösche sie selbst das ÄS* r^er^-- n*^5**is 'Wobung V-r>?5! AWH Ue Gcst. Öuie esucht zur Gründung ine”neuen Uuternebm. -clnisil.Angeb.uuMM ndeMesienerAnMu >)°lÄäinmann sucht geg- -icherhest t W» R->! neaen huldige. RW 5000 Ml Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Montag, ü. Oktober Wy (Ztr.) und zum Vorsitzenden des vierten Unterausschusses < wirtschaftliche Maßnahmen) Abgeordneter Landsberg (Soz.) gewählt. Eine Anfrage wegen Aufhebung der Zwangswirtschaft. Berlin, 4. Okt. (WTB.) JnderNatio- n a l v e r s a m m l u n g ist folgende Interpellation von sozialdemokratischer Seite eingebracht worden: Tie teilweise Aufhebung der Zuangswirtschäft führte zu einer unerhörten Preissteigerung, insbesondere von Häuten, Leder und Scharhwaren. Was gedenkt der Reichs-- läuzler gegen diese Preissteigerung zu tun? Lobe, Scfieideimmn und die ganze Fraktion.. ----- » ■■»tTOa»ca»-nB. Aus Stadt und Land. Gießen, den 6. Okt. 1919. Bramrkohlenindustrie im Westerwald. So reges Leben in seinem Braun- und Kohlenbergbau wie jetzt hat der Westerwald noch nicht gesehen. Nicht nur, daß die Belegschaften auf den in Betrieb befindlchen Gruben bis auf den letzten unterzubringenden Mann verstärkt sind, auch an den alten Halden und Hügeln, wo vor Jahrzehnten und Jahrhunderten bicj.ivonitenen Kohlen vor den alten Stollen und Schächten jahrelang lagerten und auf den Abruf ivarteten, wird, wie dcr> Franks. General-Anz. erfährt, gegraben, geschaufelt und emsig zum nächsten Bahnhof gefahren. Es sind die Abfallstätten, wo früher der Bauer für 30 Pf. seinen Jahres bedarf zur Heizung seines Futterkessels holte. Die Grube Wilhelmszeche bei Bach, die bedeutendste des Westerwaldes, die sich mit ihrem Grubenseld, das noch über 20 ÄLillionen Tonnen Kohlen enthält, über zwölf Gemarkungen erstreckt, ging in biefen Tagen durch! Pachzt an die Großfirma August Thyssen-Essen über. Die Kohlen werden bis letzt durch Fuhrwerk und Auto nach dem 20 Minuten entfernt liegenden Bahnhof Fehl-Ritzhausen befördert. Nach Durchbruch eines neuen Lustschachtes bei Stockhausen, welcher 40 Meter durch einen Plattenbasatt führt, soll die jetzige Belegschaft von 200 auf 400 Mann erhöht werden. Auch läßt die neue Firma in demselben Grubenseld einen zweiten Förderschacht bei Ritz- Hausen und einen dritten zwischen Emmrichenhain nick) Niederroßbach schlagen. Letzterer soll durch ein Anschlußgeleise mit Bahnhof Neustadt-Niederroßbach verbunden werden, und hofft man bald die ganze Zeche mit 1000 Mann belegen zu können. — Rechtsamoalt Häuser aus Betzdorf verkaufte seine Grube „Segen Gottes" zwischen Illfurth und Großseifen, die über 20 Jahre außer Betrieb war, an Herrn Ax aus Siegen. Letzterer läßt gegenwärtig einen neuen Förderschiacht in der Nähe des Bahnhofs Großseifen schlagen, wohin täglich durch eine Feldbahn mehrere Waggons Kohlen, vom Schachtbau gewonnen, befördert werden. Man will hier eine Jahresproduktion von 30 000 Donnen bewerkstelligen. Auch die beinahe 20 Jahre still- liegende staatliche Grube „Oranten" bei Stockhausen wird wieder in Betrieb genommen. — In den Eisensteinfeldern bei Laußenbrücken hat man durch neuere Schürfungen gute Aufschlüsse erzielt. Doch ist hier die wette Entfernung zur Bahn der Ausbeute noch hemmend. — Die Basaltsteinbrück^ können durch Wagen- und Kohlenmangcl der Anforderung nicht genügen. Während früher taufmbc Arbeiter vorn hohen Westerwald in das Siegerland gingen finden letzt alle in heimatlicher Scholle lohnende Beschäftigung, Außerdem ist ein starker Zuzug an Arbeitskräften aus Bayern, Württemberg und Sachsen bemerkbar. Die Wohnungsnot unb das Bestreben, daß jeder möglichst selbst ein bißchen Land fein eigen nennt, haben die Haus- und Bodenpreise zu ungeahnter Höhe ge- triebeit. Gültige Lebensmittelmarken für die Zeit vorn 6. bis 12. Oktober 1919 Brot: 2300 Gramm Brot oder 1680 Gramm Mehl. Brot Kgr. 52 Pf., Weizenbrotmehl Kgr. 58 Pf., Weißbrot Kgr. 80 Pf. Weißbrotbäcker: Hölters, Frantfurter Straße, Schilling, Bismarck- straße, Lange, Neustadt. Butter: Marke 41, 40 Gramm Auslandsbutter zu 85 Pf. Fleisch: Wochenabschnitt 41. Metzger für Fremde und Urlauber: Aulmann, Marktstraßc. Nährmittel: für Oktober noch nicht ein- getrvsfen. Zucker: für Oktober iwch nicht eingetroffen. Nährmittel unb Zucker für Zugezogene unb Kranke: Jakob Häuser, Ludwigstraße 36, Äug. Noll, Bahnhofstraße, I. M. Schulhof, Marktstr. 4, L. Kalkhoff Nachf., West-Anlage 5, A. Blum Ww., Steinstraße 78. Krankenzucker: L. Kalkhof Nachf., West- Aittage 5. Nährmittel unb Zucker für Urlauber: S. Ziegelstein, Landgraf-Philipps-Platz 8. Kranken mehl: Konrad Dender II, Wall- torstraße 14. Nährmittel f ü r Är ante: Bebr. Berduz-, Bahnhofstr. 27. Seife: Marke für Oktober 1919. Anteil 125 Gramm K.-A.-Seifenpulver zu 15 Pf. * * * Amtliche Per s o n a l n a ch r i ch t e n. Ernannt wurde am 27. September der Oberlehrer an der Oberrealschule am Friedrichsplatz zu Offenbach Prof. Georg Bentz mit Wirkung vom 16. Oktober 1919 ab zum Oberlehrer an der Realschule Lauterbachs — Durch Entschließung des LaudeS- amtes ft'ir das Bildungswesen wurde der Lehr- amtsreferendar Heinrich Häuser zu Alsfeld, der Lehramtsreferendar Pet:r Ger h ardzuGr. Gerau zu Lehramtsassessoren und die Lehramts- rcieumbarin Dr. Eeettie Eckler zu Fr i * b b c r g Sur Lehramtsassessorin ernannt. — Dem Schulamtsanwärter Wilhelm Rausch aus Bermuthshain wurde die Lehrer stelle an der Volksschule zu H ö r g c n a u , Kreis Lauterbach, übertragen. — Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer ju besetzende Schulstelle zu Engelrod, Kreis Lauter-bach. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Laudkrcis Gießen. * * Allendars a. d. Ä>a., 6. Okt. Am Sonntag wurde hier eine Mette S a m m l u n g zu Gunsten unserer heimkehrenden Kriegsgefangenen veranstaltet, die folgendes Ergebnis hatte: 121 Eier, 23 Laib Vrvt, ungefähr SVa Ztr. Aepfel, verschiedene Tüten mit Mehl, Erbsen, Graupen, 2 Glas Gelee, ein Stückchen Butter und 95 Mk. in bar. Tie Gaben sind bereits dem Turchgcmgsl>rger Gießen zugegangen. Nächsten Sonntag soll die dritte Sammltmg stattfinden. Büchertisch. — ti" i e S n b o g c r m a n e n. Von Professor Dr. O. Sckirader. 3. verbesserte Auflage. (Wis- sensckast und Bildung Band 77.) 132 Seiten mit 6 Tafeln. Gebunden 2,50 Mk. Verlag von Quelle u. Meyer in Leipzig. — ® i n füTy r k ng i n fc iefRe tfi 13 m t f f erv schaf t. Von Professor Dr. Gustav R a d b r n ch. 3. burrf-gearbeitete Auflage. (Wifsenschnft und Bildung Baicd 79.) 213 Seiten. (9eb. 3 Mk. Verlag von Quelle u. Vieyer in Leipzig. Wettervoraussage für Dienstag: Wolkig bis heiter. Tunstig, sonst trocken, wechselnde Winde, Temperatur wenig geändert. Letzte Nachrichten. Wieder eine französische Gewalttätigkeit in Ludnngshafen. Ludwigshafen, 5. Okt. Tie Zahl der 'n der letzten Zeit sich häufenden Gewalttätigkeiten seitens der frnnz ö s i s che n Besä tz u n g ist kürzlich um einen krassen Fall vermehrt worden, über den erst jetzt Näheres bekannt wird. Als am vorigen Donnerstag ein Straßenbahnschaffner mehrere sraazösische Soldaten, die mitsutzren, zurvchtweis, da sie seinen Anordnungen nicht Folge leisteten -und sich weigerten, ?u .-ahlen, wurde er von ihnen verprügelt und blutig geschlagen. Ein in der Straßenbahn anwesender französischer Offizier fühlte sich nichi veranlaßt, eiuzuschreiten. Schließlich wurde der schwerverletzte Beamt' von einer Patrouille fcltgenonnnen und sortgeführt. lieber seinen Verbleib ist bisher noch nichts bekannt. Blutige Ausschceitungeu unter heimgekehrten Kriegsgefangenen. Berlin, 5. Okt. Bellagenswerte Vorkommnisse haben sich, wie die „Tägl. Rundschau" meldet, bi dem Kriegsgesangenen-Heimkehrlager in Dülmen ereignet. Die aus der Kriegsgefangenschaft heimtehrendeii Soldaten für die nordwest deutschen Bezirke werden zunächst in das Lager in Dülmen _ geleitet. In den letzten Tagen tarnen dort verschiedene starke Gefangenentransporte an, darunter eine Kompagnie, in der sich gleich bei der Unterbringung eine sehr erregte Stimmung bemerkbar machte'. Am folgenden Tage kam es zu wüsten Ausschreitungen unter den Leu - ten. In einer Baracke zerrten die Mamischäften ihren Feldwebel, der in der Gefangenschaft chr Komvagnieführer' gewesen ist, nach draußen, fielen mit .Knütteln über ihn her und schlugen ihn tot. Das war das Zeichen zur allgemeinen Meuterei. vMt allen Baracken fielen die Mannschaften über ihre Vorgesetzten her und mißhandelten sie in der unbarmherzigsten Weise. Den einschreitenden Offizieren und der Lagerwache gelang es schließlich, den Gewalttätigleitcn ein Ende zu machen. Acht Unteroffiziere wurden bei diesen Ausschrcitunge, in der er mitteilte, daß die Partei seit 1915 15 000 neue Mitglieder erhalten habe. Er schloß mit folgenden Worten: Ich heiße namentlich u n se r e d e n t schen Gä st e ninBommen, indem ich der Hebersaugung Ausdruck gebe, daß die Losung der nprbschleswigschen Frage gute nachbarliche Beziehungen zwischen unseren Ländern sckpfsen wird. Wir begleiten mit lebhafter Sympathie die Arbeit unserer Brüder, die Wunden des Sieges zu heilen. Ter beutschje So^ zialdemokrat Wels bankte für den Empfang unb erklärte, daß cs den deutschen Arbettern währetrb des Krieges allein durch die Treue der dänischien: Sozialdemiokratic zur internationalen Brüderschaft möglich gewesen sei, eine Verbrndmrg mit den Arbetterllassen der übrigen Welt zu unterhalten. Tie Losung der norbschilcswigschrn Frage wcree j-eben Grund zur Mißstimmung zwischei: Deutschland unb Dänemark entfernen. Er weise mit Freuden daraus hin, daß zwischen der dänischien und deutschen Sozialdemokratte Einigkeit darüber bestanden habe, eine gercrfjte Losung der Frage zu erstreben. Tarauf erstattete Parteivorsitzender Minister Staulfig den Parteibericht. Licktt aus ihrem Leben. Liebe ist doch nicht an den Befitz der bestimmten Person gefettet! Eines ^.aber ist »Le, wenn sie überhaupt echt war: Unsterblich!" Evelyn drehte sich um und maß sie mit spöttischem Blick. „Schau, schau, unsere Kleine meldet sich in Licbesfachen zum Wort! Aber freilich — sie muß es ja wissen! Siebzehnjährige Backfische „lieben" ja immer irgendeinen Helden insgeheim, und ich glaube, ich weiß sogar, wer momentan Modestas Held ist!" Modesta errötete unb verließ zornig das 3immer, worauf Evelyn ihre Absage an Tante Ada schrieb. Magnus brachte feine Mutter gegen vier Uhr. Mama Loßenstein hatte trotz Evelyns Protest in richtigem Taktgefühl alles vermieden, w^s nach beünberen Borbereitungen aussah. Es fiel ihr gar nicht ein, „imponieren" zu wollen. Scklicht und natürlich, aber voll warmer Herzlichkeit empfing sie die Gräfin mit der ihr in allen Lebenslagen eigenen Würde am einfach, aber sauber gedeckten Jauj-nttisch, dem Modesta durch Frühlingsblumen ein trauliches Ansehen gegeben hatte. Aber gerade das gefiel der Gräfin, und bewirkte, daß sie sich sogleich wie zu Hause fühlte. Gottlob, das waren wirklich reine Menschen, die Not und Sorgen auf ein kleinliches Niveau herabgedrückl hatten! Magnus hatte sie ganz richtig geschildert, als er sagte: „Du wirst dich ihrer nie zu schämen haben, Mama, wenn bu sie einst in Rettcnegg unseren Freunden vorstellen willst." Ja, und das wollte sie. Viel eher noch als Magnus selbst erwartete! Nun konnte sie all ihre Pläne getrost ausführen! Evelyns Schönheit ftappierte die Gräfin geradezu und ihr Benehmen war ja auch von tadelloser Vollkommenheit, daß es unbedingt nur einnehmen konnte. Denn Evelyn, die eine sehr geschmeidige Natur be^ß,^venn sie nur ivvllte, hatte sich vor genommen, die „Schwiegermutter" heute zu „b-'zanbern". „Es ist immer besser, ich habe sie auf meiner Seite, als ich muß mir jeden Schritt erst er- fämpfen," dachte sic. „Der erste Eindruck ist ja entscheidend. Später habe ich bann um so freiere Hand." Sie war also genau .so, wie sie erriet, daß es bie Gräfin wünschte: bescheiden, liebenswürdig uno zärtlich gegen Magnus. Aber auch Emmy, Lotte uno Mobesta gefielen der Gräfin ausnehmenb. Sie liebte schöne Menschen und diese Mädchen waren ja jedes in seiner Art wirkliche Schönheiten. Trotzdem gefiel ihr die Mutter am allerbfiten. Sie >aß denn auch bald mit ihr im traulichsten Gespräch und.hörte mit warmer Teilnahme alles über das Schicksal der vier Mädchen, was Magnus ihr noch nicht erzählt hatte. Emmys Kummer ging ihr besonders nahe, und sie gab Mama L'-senstein ganz recht, daß für eine so tief: Herzens- nninöc nur die Zeit und liebevollste Sch-onung Heilung bringen könne. Als man bann beim Tee saß, wurde auch über Hochzeit gesprochen, und nun begann die Gräfin m sehr zarter, taktvoller Weise ihre diesbezüglichen Pläne zu entivickeln. Matt war damit eben halbwegs fertig, als es klingelte und Tanta Ada in einem schweren luisenblaueit Seidenlleid mit strahlender Miene hcreingeraificht tarn. Eine Wolke von Parfüm umgab sie, Brillanten blitzten bei jeder Bewegung überall an ihr auf, die Seide raschelte und der neue Lockenchignon, von einer Friseurin kunstvoll aufgebaut, wippte auf und ab. Sie tat sehr erstaunt, außer „unserem lieben Magmis" noch Besuch zu finden. „Meine Mutter, Wräfin Sanderfeld," stellte Magnus vor, „Frau Ada Losenstein." „Notarsgattin aus Wiener-stieustadt," ergänzte Tante Ada mit einem Hosknix vor der Gräfin, bie plötzlich eine sehr förmliche Miene angenommen hatte. . Evelyn stand wie auf Nabeln. „Hast bu benn mein Billett nicht bekommen?" raunte sie der Tante zu. „Nein," log Frau Ada mit der harmlosesten Miene, obivohl sie Evelyns Absage in der Tasche trug unb eben barum ja erst recht gekommen war. Wie durfte sie — bie Hauptperson — bei dem Debüt vor der Gräfin denn fehlen? Es war abscheulich undankbar von Evelyn, sie da ausschließen zu wollen. Aber nun war sie ja doch da und hatte sich ungeniert neben bie Gräfin gesetzt, inbem sie den Stuhl ihrer Schwägerin mit einem „Du erlaubst schon, liebe Berta?" einfach weiterschab. Die „liebe Berta" sagte nichts dazu. Sie war noch ganz stumm vor Verblüffung über Tante Abas imenoartetes Erscheinen. Uebrigens waren auch bie anderen verstummt, denn Tante Aba hatte fich mit bem ihr eigenen Selbstbewußtsein bes Wortes bemächtigt. Daß sie gern protzte unb trotz aller gegenteiligen Bemühungen die beschränkte Provmzlerin nicht verleugnen konnte, wußte Evelyn. Aber so schreierrd gewöhnlich, taktlos unb unfein hatte sie bie Tante doch noch nie gesehen. Das war ja, als ob das Bemühen, her Gräfin zu imponieren, sie um allen Verstand gebracht hätte! In fünf Minuten hatte sie der Gräfin alles erzählt, was geeignet war, sie als bie Hauptperson erscheinen zu lassen. (Fortsetzung folgt.) Behördliche Anzeige». Bekanntmachung. Am Dienstag, dem 7. und Mittwoch dem 8. ds. Mts., ist die Annahme von Obst und Gemüse bei der Trockenanlage der städtischen Elektrizitätswerke gesperrt. Elektrizitätswerke und Straßenbahn der Stadt Gießen. 11460c Bekanntmachung Der Eisenbahn - -loufumverei« (liegen, e. <4. m. b. H. ist mit dem Ablauf des 30. September 1919 tu Liquidation getreten. Ju Liquidatoren sind bestellt worden die Herren Eisenbahn- Obersekretär Peter Wagner und Geschäftsführer Franz Diener, beide zu Gießen. Wir ersuchen die Gläubiger der Genossenschaft, sich alsbald bei der Genossenschaft zu melden. Gießen, den 2. Oktober 1919. Eisenbahn-Konsumverein Gießen, e. G. b. fj. in Liquidation. [11397 Die Liquidatoren: P. Wagner. Diener. Statt Karten! Gießen UM 9555 Würzburg Zu Hause Samstag, 11. u. Sonntag, 12. Oktober empfiehlt 11381 kaust jedes Quantum 1143358 Statt Karten ? Verlobte Verden b. Bremen Dsch. Eilau (Westpr.) 114920 Der Vorsitzende. Beinen oberhc»»l»chen Luc Schirme ehnd xtprcfaeezf am Lager. 8225c Lang.Göns, den 6. Oktober 1919. i SO 806 » 200®@ Statt Karten. ta En ludet ein Han» Kirzlnger. Etwas ^anz Feines ML t ä; Gelt. Ml Gr. 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