Erstes Blatt Zrettag, 6. Zum 1919 169. Jahrgang er t. dt. dt. iiiär. sondern ihre Hände von len üftür. iniD-' imisial- ßH ä tspogvWsche Juni 1919 liegt as topographische zeichnis zur Emdes Ausschlusjes itt Gründen ver- iöns einjurcichen. octMtagen. Ücnen Beran Wochentagen sür den gejchäsi- im LadeniÄusse erden. zu 2000 Mark, Konnten bestraft. Ausschlagen milchten. England bereitet •to Note vor, um seinen Standpunkt in er Revisionsfrage darzulegen, und wird sie araussichtlich spätestens am Freitag ver- ifentlichem In Italien tritt das Bestreben her- 3T, die Abänderung des Vertrags zu be- lltzen, um das Veto gegen den Anschluß ruisch-Oesterreichs auszuschalten und damit fc Bildung des befürchteten Donaubundes ft verhindern. ^heinischeVeraterderFriedensdelegation . Köln, 5. Juni. (Privattel.) Oberbürgermeister poenauer, Gey. Kommerzienrat Louis Ha- stn der sozialdemokratische Kölner Abgeordnete Möllmann, Regierungspräsident v. Starke der Führer des Koblenzer Zentrums, Rechts» ^alt Lönnartz, sind zu vertraulichen Beübungen nach Versailles berufen worden und mittag dahin abgereist. in Sieben, im Neustadt 55 \\, W Einttäge der t den össentlichm en nicht imhi ent- iten bei dem zu- l zu lassen, damit imgungsverfahrm sammlungen sind verboten.. Die Führer des A-e> monstrationszuges vom Dienstag rourbett festge-- nommen. = Mainz, 5. Jmri. Tie französischen Behörden gehen seit Mittwoch mit allen erdenklichen Zwangsmaßregeln gegen die Bürger vor, die die neue Republik öffentlich mißbilligen. Sie verhaften Geschäftsleute, die ihre Läden geschlossen hatten, Lehrer, die am Schulstreik sich beteiligten, und die Personen, die Plakate abrissen. Selbst Schulkinder fliegen ins Gefängnis. Die Gefängnisse sind übervoll. Vielfach iverden schon die „Sträflinge" abgeschoben. Vergebens ist es bisher gelungen, den Präsidenten Adelung aus der Haft zu befreien. 'UdbneimMs- Volke erst die BeibrikMmg jener Entschädigungssumme ermöglichen. Dazu gehören ausreichende koloniale Gebiete als Stütze für die heimische Wirtschaft als Abflußgebiet für einen Teil der deutschen Bevölkerung, der fürderhin in Deutsä)- land selbst keine Existenzmöglichkeit mehr finden wird. ebmng^M . Juni AöslF BeMder M - d.'handlung v® dsM Kreislttch cinigungsverftyren n spä ÄusWses fsreiW*1*' Wiesbaden,5. Juni. Der von Herrn Dorten eingesetzte „Minister" für das Schulwesen, Klaus Kraemcr, bisher Oberlehrer am hiesigen Gymnasium, ist schon seit November in der „Rheinischen Volkszeitung" in der allergröbsten Werse für die Westdeutsche Republik eingetreten; er hatte dieser Aufgabe seither bedeutend mehr Zeit gewidmet als seinem Schuldienst, so daß vielfach sich Eltern darüber beschwerten, daß er seine Unterrichtsstunden dazu benutze, Zeitungsartikel zu schreiben. Als die Republik am Sonntag ausgerufen war, lehnte er den Vorwürfen seiner Kollegen gegenüber jede Beziehung zu dieser Schöpfung ab und tat seinen Dienst noch bis Dienstag nachmittag. Mittwoch vormittag erhielt sein Vorgesetzter eine Visitenkarte des Oberlehrers Kraemer, in der ihm dieser mitteilte, er sei bis Pfingsten verhindert, seinen Dienst zu tun — zu gleicher Zeit war die „Ernennung" Kraemers zum Unterrichtsmrnister schon im Druck! — Auf die sofort zugegangeiw Aufforderung, den Grund seiner Verhinderung an- Hngeben, ließ er erwidern, er sei in den letzten Tagen in der Schule so ^angefahren und angefressen" worden, daß er nicht mehr kommen könne; er habe auch Nerven. Aber er werde in der dienstlichen Sprechstunde des stellvertretenden Direktors erscheinen. Wer aber trotz dieser dienstlichen Zusage nicht erschien, war Herr Kraemer! Dieser Mann fand also zu einer Beit, wo die Zeitung — natürlich nur die „Rheinische Volkszeitung" — schon ferne Ernennung veröffentlicht hatte, nickst den Mut zu einer offenen Erklärung. - Höchst a. M.. 5. Juni. Zur Unter- drittkung Der gegenrepublikanifchen Bewegung erließ die französische OrttKommaudantur strenge Maßnahmen. Es dürfen nicht mehr als fünf ä^rfonen auf -der Stpaßss heuammeichehen, Acr- Herr von vethmann-hollweg und die §chu!dsrage. Namens der deutschen Friede,'.sabordnung haben die als Pazifisten ivohlbelannten Herren Hans Delbrück, Graf Montgelas, Professor Max Weber und Albrecht von Mendelssohn-Bartholdy dem Rat der Vier eine Denkschrift über die Schuld am Ausbruch des Weltkrieges überreicht. Es ist dies der erste Schritt, den die deutsche Regierung tut oder chich tun läßt, um ihre Auffassung über die Schuldfrage zur Geltung zu bringen. Es der steht sich von selbst, schon im Hinblick auf die Verfasser der Denkschrift, daß von einer Parteinahme zugunsten der deutschen Regierung vom Sommer 1914 nicht die Rede sein kann. Tie Verfasser sind vielmehr bestrebt, nichts außer Betracht zu lassen, was die deutsche Regierung von damals belasten könnte. Trotzdem kommen auch sie, obgleich sie sich zweifellos gegenseitig im Bestreben nach Unparteilichkeit überboten haben, zu dem Ergebnis, daß der Krieg Deutschland durch die Zuspitzung eines allgemeinen Weltkonfliktes! und im besonderen durch Rußland aufgezwungen worden ist. Ebenso bemerkenswert wie diese Tatsache ist die zweite, daß die Verfasser der Tenk- schrift an Herrn von Bethmann Krrtik geübt und ihm den Teil der Schuld aufgeladen haben, den sie für Deutschland glauben zugestehen zu müssen. Herr von Bethmann hat sich dieser Kritik nicht rtchig gefügt und so erlebt man jetzt das Schauspiel, daß der ehemalige Reichskanzler mit den Männern in Streit geraten ist, die ihn früher nicht hoch' genug loben' und preisen konnten. Zu dieser Fehde zwischen Herrn von Bethmann und seinen früheren Lobrednern wird man als Unparteiischer sagen müssen, daß die Verfasser der Denkschrift dock; wohl nicht ganz int Rechte sind. Sie suchen nämlich den Fehler dr§ Herrn, von Bethmann darin, daß er nicht früh genug ein gegriffen habe, um die Aktion Oesterreich-Ungarns gegen Serbien iju zügeln und daß er cs ..aus Mangel an staatsmännischer Kunst und Entschlußkraft" nicht erstanden habe, rechtzeitig einen Ausgleich in der hochgespannten intcrncuionalen Lage zu finden. Wir glauben demgegenüber, daß di? deutsch« Regierung 1914 alles getan hat, wa5 in ihrer Kraft stand, um den österreichisch-ungarischen Konflikt mit Serbien nicht zum Weltbrand werden zu lassen. Wenn die Verfasser der Denkschrift hier auf deutscher Seite einen UnterlassungSschler suchen, so tun sic damit lediglich der Entente einen Gefallen.und setzen sich überdies mit ihrer eigenen Ansicht in Widerspruch, daß Rußland den Krieg wollte und daß. e-s deshalb eben über alle Vermittlungsversuche hinweg zum Kriege schritt. Auch der andere Vorwurf gegen Herrn von Dethmanu-Hollweg scheint uns nicht ganz gereckt zu sein. Man kann mit den Verfassern der Denkschrift der Ansicht fein, daß die staatsmännische Knnst und die Entschlußkraft des Herrn oon Beth- mann-Hvllweg angesichts des drohenden Wcttl'on- ftiktes versagt haben. Man kann die boshafte Bemerkung. des Vorwärts, daß „persönliche Uw Vollkommenheit" noch „der beste Eutschuldigungs- grunb für Herrn von Bethmann" sei, gelten lassen Wir glauben aber nicht, daß man den Grundfehler des Herrn von Bethmann da ,rüden wird, wo ihn die Verfasser der Denkschrift und der Vorwärts suchen. Tie internationale Politik des Herrn von Bethmann-Holliveg bat nicht deshalb Schiffbruch erlitten, weil er die Verständigung mit unzulänglichen persönlichen Mitteln b'trtcb, sondern weil sie falsch orientiert war. Es ist nach den vielen Enthüllungen seit Ausbruch des Weltkrieges kein Zweifel möglich, daß die deutsche Politik gerade dadurch, daß sie einzig uub allein auf Verständigung eingestellt war in die Kriegsfälle der Entente geriet. Teutschland ist diplomatisch besiegt in den Krieg gegangen und die deutsche Regierung ist durch den Ausbruch des Weltkrieges, den sie angeblich planmäßig vorbereitet haben soll, derartig überrascht worden, daß nickt nur die Stärke des stehenden Heeres unzulänglich war. soirdern auch Getreide unb wichtig? Rohstoffe noch kurz vor Kriegsanfang aus Deutschland ausgetülrt wurden. Tiefer völlige politische Zusammenbruch, de.se.i Schatten sich dann immer tiefer auf Teutschland senkten und auch von unseren glänzenden Wasientaten auf die Dauer nicht überstrahlt werden konnten, ist das eigentliche Schuldkonto der Regierung des Herrn von B.tth mann-Hollweg. (Regelt die Schuld am Weltkrieg braucht man ihn sicher nicht zu rechtfertigen, denn niemand bat den Krieg weniger gemacht und weniger gewollt als er. Line neue Phase in den §riedens- verhandlungen. Während sich die Anzeichen mehren, daß Ibie Feinde — und es wird jetzt besonders (fttgland genannt — geneigt sind, in eine Revision ihres ursprünglichen Friedensent- wnrfes einzutreten, ergibt sich zugleich durch Die Gewaltpolitik der Franzosen in den Hcinlattden eine neue Lage. Etwas Rühm .lidjed oder irgendwie Nützliches ist für unsere vcstlichen Nachbarn aus ihrem brutalen Auftreten nicht erwachsen. Die „Regierung" Dor- !M ist in Wiesbaden unsanft entfernt, zum 5eil sogar verprügelt worden, und die beiden sozialdemokratischen Parteivorstände, denen ter maßgebende französische Offizier die Re sicrung der Republik angeboten haben soll, haben sich für diese „Ehre" schönstens bedankt. Es ist kaum daran zu denken, daß ,bie Beamten sich eine andere Verräter-Regierung gefallen lassen werden. Der hessische ^iinstet prüfident Ulrich hat gegen die Miß- Handlung der aus Rheinhessen ausgewiesenen Personen und gegen diese Ausweisung selbst, t'.e einen unerhörten Gewaltakt darstellt, Mimisch Verwahrung eingelegt. So wird es hoffentlich unseren Unter» PMern in Versailles nicht zu schwer werten, den ganzen Skandal für Deutschland nutzbringend zur Sprache zu bringen. Es tnegt Aufsehen, daß gestern verschiedene rheinische Persönlichkeiten, die den Bestrebungen n einer Neugrüpvierung der Staaten inner ulb des Reichsverbandes, zum Teil nahe» landen, nach Versailles berufen worden sind fs mag sein, daß Graf Rantzau sie nur d(£ Berater und Zeugen zu sprechen wünscht, ober man schwebt über die Gründe dieser Berufungen, die ja auch durch neue geane- nsche And«eutmrgen oder Vorschläge veranlaßt fein konnten, einstweilen völlig im Dunkeln. & heißt, datz Lloyd George heute oder morgen die Welt mit einer Note, die den englischen Standpunkt darlegt, überraschest werde. * Lugano, 5. Juni. Nach einem Pariser »Aegramm des „Eorriere della Sera" herben sich die Abänderungen, die der Verwand bei den Fliedensbedingungen zugesteht, kitf alle Teile des Vertrages erstrecken, ranri) England ist nicht abgeneigt, auf eine fminber wichtige Kolonie zu verzichten, um Iutschland mit einem Mandat zu betrauen, r Viererrat hat zur Prüfung der Abäude- ngen besondere Ausschüsse ringe- it, von denen der finanzwirtschaft- ck e besonders große, auch auf poli- che Dinge sich erstreckende Bedeutung hat. ls geht schon aus seiner Zusammensetzung Ebor; eS gehören ihm an: der britische nanzminister Sonar Law, der franzö- che Minister für den wirtschaftlichen Wie- raufbau Loucheur, der italienische Miste'? Crespi und der amerikanische Fi- mzdelegierte Lamont; für die Dauer der liweiligen Aöloesenheit Bonar LawS wird lot)b George selbst in diesen wichtigen Ausschuß eintreteiL Im wesentlichen sind die Verbündeten namentlich der deutschen Formung geneigt, die Gesamtentschädi- 'una auf eine feste Summe festzusetzen, penn sic auch mehr als 100 Milliarden Landesverrätern zurückziehen; in demselben Augenblick wäre auch die Ruhe und Ordnung in der Stadt, die sehr gefährdet ist, wiederhergestellt. Der Oberst Pi ne au hat eine Bekanntmachung anschlagen lassen, in der er mitteilt, wenn die Beamtenschaft sich einig bleibe, die neue Regierung nicht auzu» erkennen, dann solle eine Volksabstimmung entscheiden. Außerdem kündigte er die Freilassung der Leute an, die wegen Abreißens der Plakate verhaftet waren, bis zum Wend war aber niemand freigelassen. Der neue Justiz Minister, Rechtsanwalt Eckermau n, hatte Mittwoch abend die erste Gelegenheit zur Ausübung seines Amtes, freilich in mehr passiver Weise, indem das aufgeregte Volk in das Regierungsgebäude etnbrang, und ihn gründlich d urch- prügelte. (Eine Kote des Grasen Hanftau. Berlin, 5. Juni. (Wolff.) Graf Rantzau hat eine neue Note betreffend die Loslösung der Rheinlande und der Pfalz, unter Beifügung der Note, die Erzberger am 2. Juni an General Nndant gerichtet hat, Clömenceau überreichen lassen. Darin heißt es: Dazu kommt, daß Deutschland die Lasten, die es in beut Fricdcnsvertrag aus sich nehmen will, nur tragen kann, wenn die territorialen und wirtschaftlichen Unterlagen seiner finanziellen Leistungsfähigkeit unangetastet bleiben. Es bedarf feiner Ausführung, daß die Abtrennung von Gebieten mit so großer Bevölkerungszahl und so hoch entwickelter Industrie wie die Rheinlande die Grundlage des deutschen Friedensangebots erschüttern müssen. Wenn also die Behörden der Okkupationsmächte, die den Abfall der Rhein- landc fördern, der Meinung sind, daß sie dadurch den Interessen der alliierten und assoziierten Re giernngen dienen, so vergessen sie, daß sie zwar vielleicht den tatsächlichen Machtbereich dieser Regierungen sür den Augenblick vergrößern, zugleich aber die rcchtliehcn Sicherheiten verringern, Die ihnen für die Durchführung der Friedensbedm- gnngen haften sollen. Hessische Protestnote«. Vie Dortenschr Rcpnblif. Regierung, Magistrat, Stadtverordnete und alle Beamten und Lehrer sind, so wird der „Franks. Ztg." aus Wiesbaden geschrieben, einmütig in dem Entschluß, der neuen Regiemng jede Anerkennung zu versagen. Da Landeshauptmann Kreckel dem Herrn Dorten auf dessen wiederholtes Ersuchen die Ueberlassung weiterer Räume für seine Regierungszwecke rundweg abschlug, so zog Dorten mit seinen Spießgesellen schließlich aus dem Landeshaus heraus und siedelte in die Staatsregierung über, beim diese war, weil gerade Mittwoch war, und an diesem Tage nachmittags dienstfrei ist, nicht im Hause; doch ist der stellvertretende Regierungspräsident entschlossen, von seinem Hausrecht (Gebrauch zu machen. Der Landeshauptmann hatte dem Usurpator ertlärt, er könne die neuen Männer als Behörde nicht anerkennen; er und seine Beamten hätten in keiner Weise den Anordnungen der neuen Männer nachzukommen. — Herr Dorten hat auch versucht, von dem Botenmeister des Landeshauses die Herausgabe der Schlüssel zum Dachgescl)oß zu erzwingen, um die Fahne der neuen Republik, die ein Mitglied der neuen Regierung bereits bei sich hatte, zu hissen. Als der Beamte nicht nachgab und erklärte, den neuen Männern keinen Gehorsam schuldig zu sein, wurde er gröblich beleidigt und bedroht. Aber das Hissen der Fahne unterblieb. Die französischeBehörde läßt der neuen Regierung zwar ihren Schutz angedeihen, denn sonst wäre schon längst kein einziges Mitglied mehr in oer Stadt, vielleicht nicht mehr am Leben, aber fit bat es nicht gewagt, ihr auch den Gehorsam zu erzwingen Das müßte sie schon mit Waffengewalt versuchen. Aber wenn noch etwas Vernunft bei den Franzosen vorhanden ist, so werden sie es nicht soweit kommen lassen. Bürger aus ihrer Heimat lege ich besonders Verwahrung ein, da sie lediglich als Patrioten gehandelt haben nmb dafür die Anerkennung der Volksgenossen verdienen. Ullrich, Ministerpräsident. Gleichzeitig ging in derselben Angelegenheit eine Protestnote an die deutsche Waffen- stillstandskommission in Spa ab. Was die auSgewiesenenMainzererzählen. Darmstadt, 5. Juni. Tie verhafteten Mainzer Abgeordneten undLehrer sind gestern abend aus dem besetzten Gebiet ausgcwicsen und heute morgen in Tarmsladt emgetroffen. Es wurde sofort eine eingehende Vernehmung durch die Regierung eingeleitet, die bei Schluß des Blattes andauerte. Ihre Feststellungen sollen veröffentlicht werden. Herr Abg. Reiber erzähle uns über leine Erlebnisse folgendes: Ohne Verabredung hatten wir Lehrer von der Gvetheschule am Montag mor- gz.t unsere Schulkinder nach Hause geschickt. SckMN 5 Minuten nach 8 Uhr war niemand mehr im Schulhanse. Auch in anderen -Sdjodcn, jedoch nicht in allen wurde «gestreikt.- Schon um Z/z12 Uhr wurde ich in meiner Wohnung verhaftet und alsbald cmem Verhör durch die französische Feldgendarmerie unterzogen. Daran schloß sich eine ausgedehnte Vernehmung sämtlicher 7 verhafteter Lehrer. Diese Vernehmung gcftaltete sich äußerst dramatisch. Fußtritte, Fausthicbe und die Reitpeitsche spielten dabei eine erheblick>c Rolle. Man wollte insbesondere feststellen, ob der Streik von höherer Stelle angoorbnet wocden sei. Ausfallend war auch, daß, obwohl sich evangelische und katholische Lehrer an dem Schulstreik beteiligt hatten, kern katholischer Lehrer verhaftet wurde. Während unserer Vernehmung wurden immer neue Verhaftete cingebracht, ht der Hauptsache waren es Cisenbahnk^amtc. Sie waren zum Teil gefesselt. Ihre Zahl soll bis Dienstag mittag auf 120 an» gewachsen gewesen fern. Tie Vernehmung dauerte bis in den spaten Älbend. Wir wurden sodann immer zu Dreien in eine Zelle gesperrt, wo wir frierend und hungernd die Nacht am Boden gekauert zubrachten. Am nächsten Morgen erhielten hnr sodann einen Schluck Kaftee ohne einen Bissen Bvot. Am Mittag erhielten wir zu dritt eine Schüssel Suppe. Wegen unserer Bitte um einen Löffel wurden tvir ausgelacht. Mit /dieser einen Schüssel, die wir zu reinigen so wenig Möglichkeit hatten, als wir uns selber waschen konnten, mußten wir uns während unserer ganzen Haft begnügen. Die Brühe tranken wir und die Brocken löschten wir mit den Fingern heraus. Am Mittwoch mittag wurde uns mitgeteilt, daß wir ausgcwiesen seien. Wir wurden nach Worms gebracht, erhielten im dortigen, Gesänge- nenlager je einen Laib Brot und z>vei Büchsen Konserven für zwei Tage und wurden sodann über die Rhcinbrücke abgeschoben. Es waren folgende zehn Herren, die heute vormittag in Darmstadt eintrafen: die Abgg. Adelung, Schildbach unb Reiber, her Führer des Mainzer Buchdruckerstreiks, Oberfaktor Conradi von der „Mainzer Volkszeitung", Hauptlehrer Jockel, die Lehrer Senz, Scheu, Schott, Machemer und Born. Die Ausgewicscncn hatten keine Gelegenheit, von ihren Familien Abschied zu nehmen und auch nur das Allernottvenbigstc mitzunehmen. Ihre Ausweise wurden ihnen abgenommen, lieber das Schicksal der übrigen Verhafteten ist nichts weiteres bekannt. Die von der französischen Zensur geknebelten Blätter dürfen nichts bringen oder werden soaar gezwungen, gröbliche Entstellungen der Wahrheit anszunehmen. So sind in Rheinhessen die verschiedenen Kundgebungen der hessisck>en Regierung unb der hessischen Volkskammer entweder überhaupt nicht oder in entstellter Form bekannt geworden; woraus zu erklären ist, daß sich die Bevölkerung vielfach in ihrem schweren Kampf für ihr Deutschtum von den Brüdern im Reiche im Stiche gelassen fühlt. Die Hinrichtung Levins». München, 5. Juni. (Priv.-Tel.) DaS standgerichtliche Urteil gegen Levinö ist in beit Mittagsstunden im Hofe dcS Gefängnisses Stadelheim durch ein Militärkommando vollstreckt worden. Darmstadt, 5. Juni. (Wolff.) Die hessische Regierung hat heute an den französi- jd)en Oberbefehlshaber General Mangin in Mainz folgende Note gerichtet: Mainzer Bürger, die anläßlick; des Streiks verhaftet und jetzt ans Rheinl)essen ausgewiesen wor» den sind, wurden von französischen Offizieren bet ihrem Verhör tätlich m i ß h a n b e i i und per- sönlick beleidigt. Gegen dieses Verfahren protestiere ich im Namen der MemchltästcU! Falls Sie, Herr General, die Tatsaclien fest- 1 des Kreises ?; xWUlür 1918 ou Gramm am V11 neu Gramm Mx ie Marken 109, Mch bekannt- Fr. 130 «er Lietzener »vzeiger erfthnnt täglich, außer €onn* und Feiertags. Bezugspreis: monatt.Mk. 1.35, viertel- Ehrlich Mk. 4.O5; durch :31bf)ole- u. Zweigstellen I inonatl. Mk. 1.25, durch diePost Mk. 4.05 viertel, jäyrl. auSschl. Beftellg. ! Aernsprech - Anschlüße: ^rdieSchriktleiimigllZ 1 T-erlag,GcschäÜc-s!sile51 Ansckröt sür Drahtnachrichten: Anzeiger Gieße». Postscheckkonto: ^cnchon a. Hl, U636 , Unsere kolonialen Ansprüche. 8s. Berlin, 5. Juni. (Wolff.) Ausländische r mesden, daß man sich in den Kreisen der I ä V r c mit dem Gedanken trage, bet Friedens- fl IP 9 Deutschland seinen o ft a f r i k a n i s ch e n " Bttr** re' t tz zurückzugeben. Um allen Mißver- itri*l|e D WkLünnsen vorzubeugcn, sei demgegenüber betont, Die Rückgabe Teutsch-Ostafrikas allein noch । v* die „freie, unboreingenontmenc unb absolut 1/|UIV ,kLRegelung^" unserer kolonialen An» , ijgfF**bedeuten würde, die uns beim Abschluß goffln M Wafsenstillstonbes von der Entente durch die iw .MM.WghE der Wilsonschen Grundsätze zugesichcrt W^eu ist. Wenn die Entente von uns eine Ent- Mavlgung in der Höhe erwartet, wie sie in den. »»— — v -r.- -v v k^'chcu G -envorschlägen angeboten wurde, so züstellen geneigt seui. wUten, dm ich bereits vre ,i: J sie im Friedensvcrtrag die V o r a u s -1 Namen der Äctßhandeltm und BclcWtgten zu ^zhrer uttuiigen schaffen müfseu, die dem oeutscheu' Kenntnis zu bringen. Gegst dee Mrswcipmg der MM ugr Ä Aiiua^ute von Ati-etge» /KW V fV ML V s. die Laqesnnmmer dts Gießener Anzeiger M MM vorichriir20'/,Auischlag. __ Hauptschriitleiter: Aug. General-Anzeiger für Gberhefien WZ ZNMingrruuö-nlck u. »erlag: vrühl'fche Univ.-Such- u. §tem-ruSerei R° Lange. Zchriftleitung. Seschastsstelke n.DruSerei: Schulftr. r. fänuiid^tn Gieß"« 3lu* Stadt and Tand. Gießen. 6. Juni 1919t Die Wemeindcstcuern für 1919. Die Gemein besteuern merken wie in anbt'ren Siß)ten auch in Gießen einer erbcbltcftm Erhöh uirg emtertDorfen sein. Sie wurden zuletzt in Höhe von 150 Pro», der ftaallidien Einkommensteuer imv 26,4 Pf. für je 100 Mk. Vermögensweit erleben. Die Mögabeu der gesamten Betrieb<'rechnung für 1919 bctraovn 5 658 019,90 Mk, die ®n- nahmen diigvaen mir 2 485 612 Mk (54 ergibt sich demnach ein 61 betrag von 3172390,90 Mk. der gebedt nxerbcit muß. \ Hierfür werben erstmals die Ausgl < lm - mittel des Tibl 66 in Form einer Rückerliebung von 250000 Mk. gegen 50 000 Mk. in 1918 heran- "^^er weitere Ausfall von 2 922 370,90 Mk. muß burch (5i l>cbung von Gemeindeumlagen gedeckt werden. r Für den Ausschlag der Gemeindesteuer fern- wen feit 1913 die Bestimmungen deS Genirinde- tonlagengesetzes vom 8. ^uli 1911 zur Anwendimg. Nach Art. 55 dieses GfcfcttoS wird die Gemelndr- fienn vom Grundbesitze, Gewerbe betriebe und Kapitalvermögen nach einem einheitlichen und gleich- Mäßigen Satze für jedes volle Hundert Mark deS für die LVst.iiernng festgeftellten Wertes ausgeschla- mm. Dalvr ist das STtibit al vermögen rate mit seinem halben Werte anzusetzen. Die Gfcntetnbceinfomnum- neuer wird nach Maßgabe ber staatlichen Tin- fommenfteuer betröge erhoben, wie sie im Art. 18, fllds. 1, und Art. 48, Abs. 1 des Gesetzes die allgemeine Einkommensteuer betreffend, vom 12. 8. 1899 angegeben ober nach den bei einer etwaigen Känbtrung an deren Stelle tretenden Sähen i zu besteuernde Einkommen angesetzt sind «der bei bestellender Staatostcucrpflicht anzußtzen wären. Die Höhe der Steuerausschläge wird alljährlich auf Gnmd der hierfür von dem Finanzamt Gießen zu liefernden Unterlagen durch ldrc Stabilertretiing bestimmt und bedarf der Ge- jwbmitnmg des Ministeriums de« Innern. Für je II Pfennig her Steuer vom Grundbesitze, Gewerbe» $dreÄt und Kapitalvermögen sind mindestens 3.5 fcmb lwchstens 8 Pfermig auf die Mark staatliche Mndmi men steuer auszuschlagen (Art. 56). • , lieber die Aufbringung deS Steuer l»ebarfes hat Ifcie Stadt bei Aufstellung des städtischen Vor- Eschlages Beschluß zu stiften (Art 58). Das genaue Ergebnis der Veranlagung für *1919 stund bei Aufstellung des Voranschlags noch »Nicht fest. Nach Mitteilung des Finanzamtes Konnte öfter mit folgendem Ergebnis gerechnet wer* t*m: 1. Staatliche Einkommensteuer 1 046 287 Mk. 2. Die für die Gemeindesteuerveranlmnrng fest- nestrllten Vermögenswerte (Grundbesitz, Gewerk betrieb, Kapitalvermögen zur Hälfte) 271 874 960 Mark. Bet Beibehaltung brr bis Hermen Umlageziffern von 150 Proz. der staatlichen Einkommensteuer und 96,4 M. für je 100 Mark Ttermöaenssteuenoert wären zu brreinnabmen 3 287 180,59 Mk. Zur ^Deckung des Fehllrtrags ber Betricbsrechmmg sind »ober erforderlich 2 922370,90 Mk., also ein Mehr von 635 190,51 Mk. r Um dieses einzubringen, sieht der Voranschlag fvor für 1919 zu erheben 192 Proz. der staatlichen Emkommensteuer y 008 871,04 Mk., 33.6 Pf für ic 100 Mk. VermögenSstener- werte 913 499,86 Mk., so daß insgesamt m vereinnahmen sind 2922 370,90 Mk. Bei dieser ErhShrmg der C9rmeinbeumlage um 43 Proz. sei erwähnt, daß die Stadt Mainz eine Erhöhung von 10Ö Proz. in Vorschlag bringen mußte, so daß dort die Umlage^90 Proz. beträgt, beträgt. Von der Straßenbahn. Die Beschlüsse der letzten Stadtverordnetenversammlung werden nunmehr durch amtliche Be- fairntmndnutg in Kraft gesetzt. Der Fahrpreis der Straßenbahn beträgt vom 15. b. M. ab 15 Pf. Ferner wird vom 8. ^uia, also Pfingstsonntag, ab die Linienfüh ruli g der Straßenbahn geändert. Die rote Linie verkehrt: Bahnhof — Bahnhofstraße — Marktplatz — Äub* wigsplatz — Schützenhaus. Die grüne Linie verkehrt: Bahnhof — SelterSweg — Marktplatz-Marburger Strebe — Neuer Friedhof. Nächtliche Ruhestörung. Wo man siirglt, da laß dich rnhia nieder, Döse Menschen haben keine Lieder. So sagt wohl ein sehe verbreitetes Wort. Aber auf Gießen bann es unmöglich gemünzt sein, beim an ein „sich ruhig Niederiafien" des LlbcndS ist Vicht mehr zu bcuficn, unb daß eS ante Meufkeit find, die ihre armen Neben- menscken mit näckülichen GesangSübimgen um den ZSchlaf bringen, kann man auch nicht gerade behaupten. In unserer Zeit fdieint das Wort R ü ck- sich t n abme außer )lürs gesetzt zu sein. Wo die ton ihrer eigenen Sangrsschönheik berauschten „Sänger" und „Sängerinnen" lange mich edilub der Polizeistunde, ja läS in die ersten Morgen- fhmben hinein, sich ihre ausiielassene Laune verschaffen, ist nicht recht erklärlich Es sind fast im- jncr größere Trupps, die mit lautem Grötzken die Mnwvlmer der Lni»er Straf*', Kaiser-Mtee, sJ)ivestfättfche Repii- blik gtlinrrmt. Jevt köiuie und müße man ö frcnt.lt Destrrbmrgen, Ivie die zur Schaffung eines Groß- Hessens, erörtern, deren Entwickelung flch auf legale Wesse vvllziebe, und man dürfe aber nicht zur Methode der pvlitifchen Putsclfe trnnnren. In bni Bestrebunaen zur Bildung „GiDs^HcssenS" mtb „Süd-HessenS" sei rn ben letzten Tagen eine entscheidende Wendung emgetreten, da mm eine Einigung eingekeitet sei. Ter Redner ivieS Tnrrouf auf die Gefahr hin, bie die Schaffung einer links- rhünischen Republik für die deutsche Volkseinheit und daS Wirffchtfftskeben dtlrch Zollgrenzen am Rhein bedeuten würde. Dir dürften uns jchenfalls bieOTtrohiemng einer solchen Repilblik von französischen Gnaden sticht gcfiiUcit ta fen. One tebbiiftc Aussprache bcscl»loß die Kundgebung. Bo. Kaninchenzüchterversammlung Eine überaus stark besuchte Versammlung der Kaninchenzüchter beschäftigte sich gestern abend mit vtt Kkmttonsfvrderung der Stadt für bie dem Ber-I tion stiftete den ötemertrag eines Wohltätigke^ ein ungeteilten Wiesen. Naich den Mitteilungen des konzerts von 1000 Mk. So brachten die OpserUü! Die am verkauften diese Ware für 3500 M Gastwirt, der das Leder an einen 6 iwtbcn. Ule offett- len. Von ben Dieben, welche vorn Nachbach.'j? eindrangen, hat man noch keine Spur. Hefscn-Nasfau. ki küiseS sollen Ä spätesten- reiten iverden, Zuckerverb ic in ben l ■I die Sudhwr m -ii»gegebeten. rt) Qlramm Zucke M werden. ! die Mar igfcit, Tie Räude W- B k < r W V " Lumda: t-UOi degmend i'J'Ä'j L ^^eis, daß das Jammergeschrei weithin zu hören mit, Die fürchterlich zu gerichteten Jünglinge wurde» von rbren Eltern am anderen Tage per $?oga nach Montabaur gebracht und dort mit i fingerdick aufgelaufenui blutigen Striemen Kommandanten vorg^steltt, der k.wsschüitelnb den Vorfall ein Protokoll aufnahm. Vie Nommunaiwahien. ■WSF5 *fit di--'? w stjsistenzveürm 1 Orten mrd WM Je Mite Zucker Damstagder des Vestel Gerung ter Zu kommen mater für 40 000 Mk. veräußerte, Tann nahmen sjj 9 zwei Leberhändler des Schrebergeschäfts an unk verkauften das Leder für 68 000 Mk. weiter. Ich hat die Polizei dem Geschäft ein Ende bervita unb bie Diebe, Hehler, Schieber und Oberschiete verhaftet. •= Ufingen, Ü. Juni. Wegen ungenfl. genbet Viehablieferung erhalten bi Kreisinsafsen in dieser Woche kein Fleisch. Nm ir BersvrgunaZbrzirk Anspach kommt rin Pfingsftn ten zur Verteilung, ba dieser Bezirk ein Slü Großvieh ablieferte. Tas Lanbratsamt teilt mit daß auch in Zukunft nur der Bezirk Fleisch et* hält, der Meh abgibt. Aus dem befetzten Rhcingcbtet. --»Hambachbri Diez, 6. Junü Eine Wagen- Itimng von 3400 Paar Schuhen, bie ins iuv besetzte Gebiet verschoben werden sollte, wurde bin beschlagnahmt und sodann im Orte / an bie B» völkerung verkauft. Der Preis war recht nicdch = Schwanheim a. M., 5. Juni. Bin lnächtlick-en Passieren der Ortsstraße wurde da 24jährige Gastivirt Leonhard Katz mann tu einer ftanzösischen Patrouille durch einen Schuf in die ßungc lebensgefährlich verletzt. ht. Vom Westerwalb, 6. Juni. Ai Himnielsahrtstaye wurden drei junge Leute, tmi sie einen amerikanischen Offizier nicht geg ' hatten, auf Befehl des Niedererbacher Ortsko Mandanten dermaßen unmenschlich verprügel O Dorf-Güll, 5. Stott Am 1. Ium st die hiesige Gemeinberatstoahk statt. ' nur ein Wahlvorschlag vorhanden war, würbe Wahl von ber Bevölkerung als eine n aufgcfaht. Von beit 250 Wahlberechtigten nur.3 chre Stimmen ab. Dabei war noch ei ungültig. Es hätte also leicht öorfbmmen wim baß die Wahl ergebnislos verlaufen wäre, wegen dieser 3 mußte die Wahlkrmrmissron morgens 9 bis abends 8 bzw. 9 Uhr bei schönen Sonntagswetter tm Wahllokal sitzen. «lAjM tm ‘»„N'i" i- ii J,UO *'919« y^ilung ü: 7enö,f)enen Must ff? meIber Ukn, ten ein .Gesamtergebnis von 7326,63 Mk., wori, 4097 Mk. auf die Haus- und Strvßeniommluin 1256 Mk. auf bie Offtzierssammluna unb Vn Rest auf die übrigen genannten Stellen M Vereine eMfatten. Ein erheblicher Teil der famtfummc wird durch die borttge OrtSgrM' des VolMundes dem Durchgangslager i- Gießen zugesührt werden, ein Teil wird ba,L verwandt werden, den Bad-Nauhcimer Krikä und Zivilgefangenen zu helfen und ihnen bei L Rückkehr aus Feindesland einen würbigrn Empfang zu bereiten. ra. Friedberg, 5. Juni. Der Reincrttr ber letzten der 12 Kriegsanbachten des Mufi! Vereins in Höhe von 200 Mk. wurde der Äriegi. gefangcnenfürsorge überwiesen. bz. Butzbach, 5. Juni. Ihre silberne Hoth zeit feierten gestern Kaufmann Isidor Ärämci und Frau. Hz. Ober-Mörlen, 6. Juni. In ber Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurden te einem hiesigen Landwirt Schinken, Speck, 3i *• DaS AmtsverkündigungSblol n Pr"rl' "" Nr. 40 vom 5. Juni enthält: Prämientaris die Beisicherungsgenossenschaft der Privatsahr und Reittierbesitzer. Gültig für die Zeit 1. Juli 1919 bis zum 31. Dezember 192? Wiederanschafftnm von abhanden gtfomm Militärgut. — Verordnung über ben Artikel beS PolireistrafgeseheS — SolbabPuren für löse und tuberkulöse Kinder. — Urlaub der Lehs und Ferien. — Erwerbslosenfürsorge. — fiiaui* töningrn 1919. — Gemeindewahlen: hier: Wahl« der Bürgermeister und Beigeordneten in den £41* gemeinden des Kreises. — Fahrterlaubnissckei» 'M», u L-?°l» h Kü!L auch ben Kurgästen die Gelegenheit geboten war, Geldspenden für die gute Sache zu geben. Major Raitd, der Dorsipende ber biefigen Ortsaruppe des Osfi-ierSbundes, entfaltete in Offizierskrrisen sowie bei den mllitärischen Behörden eine reiche Sammeltätigkeit. Der Turnverein 1860 und der Männerturnverein benutzten am Opferteae fbatt- findenbc Bereinsveranstaltimgen, um ansehnliche Betröge für imfere Gefangenen zu sammeln. Außerdem stellten sich die hiesigen Banken in den Dienst des SaounelwerL. unb die Kurdirrk- Fürdie Wtederbcschaffung ovn«>: ha nde n gekv m menem D^il »t ä rgut wrto- Belohnungen in Prozenten deS burch AbschäMH festzustellenden Wertes deS wiedererlangten C11» ausgesetzt. Solche Belohnungen sollen erhoiv" Tie Finder 'von verlorenem ^'trc-Jgut; Perfols die in ihrem Gewahrsam befindliches Seers^ HTr (vrt 1*5 ra. Bad-Nauheim, 5. Juni. ___ SamStag und Sonntag veranstalteten Opfer - tage für unsere Qkfangenen haben ein Ergebnis gezeitigt, das wohl eümg dastehen dürfte. Von der Ortsgruppe des Dolksdundes zum Schutze bet brutschen Kriegs- uns Zivilgefangenen batten bie Borstandsmitglievei Lehrer D. Wagner, Lehrer Oswalb unb HanbelSkammcrmitglied Darimann Stolt bie umfangreichen Vorarbeiten bazu in die Hanb genommen. Schüler unb Schülerinnen der Realschule und der Volksschule haben für Die Haus- unb Straßensammlung in den 22 Bezirken ber Stabt die Sammeltätigkeit übernommen. Die Kurverwaltung gab in entgegenkommender Weise die Konzerte auf der Terrasse und in den Trinkknrantagen für die Sammlung frei, so daß ein pcetrtlten Wiesen. Naich den Mitteilungen des Vorstandes batte der Oberbürgermeister der land- und forsUvirtschastlichen Kommisfion die Wünsche der Kanincheiizüchtei' toeitcMOaebcn und ein Entgegenkommen aufs wärmste befürwortet Die Kvm-- Imlssion verstand sich jedoch mir zur Bereitstellung der Wiesen Und alaiwte den fast ausschließlich den (geringeren Ständen angehürenden Züchtern ben* ieiben Preis anvechnen zu sollen, bat btc benach- barten Wiesen bet ben Versteigerungen erzielen würben. Nun sind hier Wiesen zu 50 bis 100 Mk. «1 Schluß ( te 3p. < toorben. U;lnung tragend hat es sich die Deutsch nationaleVolkspar- t e i angelegen sein lassen, Herrn Kapitän- lcutnant Hellmuth von Mücke für einen zweiten Bortrag zu gewinnen. Herr von Mücke wird am Donnerstag den 12. Juni im ,Hotel Einhorn" sprechen über „Die Kreuzfahrten der Emden" unb „Meine Kriegserlebnisse in ber Mari n e". Allen, bie wegen Platzmangels dem ersten im März gehaltenen Woctrage nicht beiwohnen konnten, ist nunmehr Gelegenheit gegeben, bie markante Persönlichkeit bes tapferen, ruhmgekrönten Seehelbcns kennen zu lernen. Auch bie übrigen zahlreichen Freunde bes Herrn von Mücke werden bie AMöglichkeit, sich » fl Krteilen. Soweit dienstlich Deauftragtc Iterl»!» I in Betracht kommen, wird das chrren y f dz. Dillenburg, 4. Juni. Das Ga-vni kann dank der Zufuhr von zwei Doppel-Waggon: >.' Kohlen feinen Betrieb zunächst weiter auf. rechterhalten. =f Frankfurt a. M., 6. Juni. Wer jw ^endliche Schbojserlehrlinge, ixte aus einer SM fabrik für 45 000 Mk. Leder gestohlen battn, Nicht nur ein vorzügl. Programm bietet man Ihnen Im Lichlspielhans ▼ In der Bahnhofstraße, sondern auch ™ vorzügliche Künstlerkonzorte. Heute letzter Tag des gewaltigen Hoclistnblerroman* mit Vlggo Lareeo. Ab morgen bis Inkl. Montag: „Das Goldtal“ k WUdweataohlager in 4 Akten. - Ferner^ „logierbesnch io der Sommernacht", Lustspiel in 3 t ■ WRöiuot «k. ELF* JH Ntb -atzmann Stolte. 6847B Bekanntmachung i 1919 auf auch die Ausmärker herangrzogen werden. j Graulich. 6850 K Konzert miiCanz 6850 Hübet statt am 2. Feiertag im Saale Mank, Lnrschenschaft „Germania EflfeSij I Gattenstei «lich verlebt. iDdlb, 6. Juni KZ Reinhards Hain, den 5. Juni 1919. Bürgermeisterei Neinhardshain. CtltC* 16-, bett 20. L ^ioio. ©ernt Karl Broll, BiSkirchen 14, Fernruf 1. • -teile Ihnen gleichzeitig »itk, bnh mich die Stur oemSsirrlksprudel von einem eutsetzltchenLeiden l«st gänzlich befreit hat. tmbc letzt keine Schmerzen «ehr.Kolikcn lreten gar nicht mehr aus. rraUketorolt r&ss? W ein 6nte bv- bteter unb OderM ®cgen llngei -kung erhalten te Mi Fleisch %u tanmt Ai MB «kr Wrf ein : mbtabamt teilt ter »ejW FWs Rodheim a. d. Bieber tongtioinn z« Snnfifit drr (Sefantieiten) wozu frcundl. einladet 011104 Gießen, ben 5. Juni 1919. 68268 Der Oberbürgermeister (Lebenömittelamt). n Rhtingchiri. 5.6.3tai Eine Nr schuhen, bie inl' verdat sollte, ranbei i int Orte/an bie Ms war recht mH L 91., 5. Juni i Crtfhflfe routit vchördliche Anzeigen. Zucker-Ausgabe. Der bei den Kleinhändlern der Stadt Gießen bestellte Zucker für Juni 1919 kann von Samstag den 7. Zuni 1919 ab gegen Bor- laae des Bestellausweises zur Zuckerkarte und Ablieferung der Zuckermarke Nr.6 in Empfang genommen werden. ES entfallen auf die Zuckermarke Nr. 6 (Juni 1919): 750 Gramm Zucker. Mit dem 3 0. Juni 1919 verliert die Zuckermarke 6 ihre Gültigkeit. Wer bis zu diesem Zeitpunkt den Zucker nicht abgeholt hat, hat keinen Anspruch mehr darauf. Die Kleinhandelsgeschälte baten die vereinnahmten Zuckermarlen Nr. 6 (Juni 1919) zu sammeln und zu je 100 gebündelt bis längstens 2. Juli 1919 an das Statische Letensmittel- amt, Zimmer 11, unter Beifügung einer schriftlichen Mitteilung über die Anzahl der abgeliefertcn Marken einzusenden: die nicht abgeholten oder mehr überwiesenen Zuckermengen sind nach vor- üeschrictenem Muster dem Städtischen Lebens- Tie Räude fft bei Pferden des Taglöhners Mtpp Schick in Gießen, int Stallgebäude des «fasthofes „Zum Pftm", Neustadt 55 H., festge- stllt worden. Alle offenen BerVaufsstelken in Gießen mit Aufnahme der Apotfieten müssen an >. Tvbei >M noch- leicht vvckmMN W vertruste wäre. > jte Mkmmchior. 8 faro. 9 uü btt I erfflnöigungsWott LWÄ SfÄM* «»Äti int9 fiter wir lh eingetelten werden. Luckerverbrauchsregelung Es kön- Hin. .gumnnn rien in tenz Landgemcindeit des Kreises auf die ZuckerimrrVen 109, 110 und 111 der Edurch am - ou8fle°gcbcn(,n Zuckerkarte je 250 Gramm =* 750 Gramm Zucker für den Monat Juni bezogen werden. Mit Ablauf des 30. Juni verlieren die Marken 109, 110 und 111 ihre Bekanntmachung. Laut Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 30. Mai d. I. ist bfltit Fahrpreis für die Straßenbahn ab 15. d. M. auf 15 Pfennig festgesetzt worden. Nickererbacher Cnih'l MschlichvrrprütF aeWn |u höm a\ tten Jünglinge ittti. tim Tagr per Bat it «nd dort m! al Wuhgtn Strm h* bet bpfltblhW®! l cufnstin. ^rat-wahl M. orhandcn IM, s* « Miau. iuniWt weiter.1 M «ei ; j* W einer ‘hfr r* ‘eLtkrHP ließen, den 5. Juni 1919. Direktion der Elektrizitätswerke unb Straßenbahn der Stadt Gießen. Wafct feste MyaS berEchkgt. ZnAtndig ist vietenige Zweigstelle des ReichsverlvertungSamt-S, fai deren Verwaltungsbezirk das wiedererfaßte tzheeresgnt zur Ablieferung gelangt ist. Ter An- trägstellrr hat bcc Zweigstelle den Nachweis über £kc tatsächlick,c Wiedererfassung von Militärgut «tb über seine Tätigkeit habet zu erbringen. Tie ^Abschätzung des Wertes des ivicdererfaßien Mili- eärgütes geschieh durch das Reichsverwertungsamt ober durch seine Zweigstellen. Ter en Entscheidung ist endgültig. Tie Bekanntmachung findet Anwendung auf alle Fälle, in denen wiedererfaßtes Militärgut nach dem 16. April 1919 zur .Ablte- Itnrng gelaugt und tritt mit dem 31. Dezember 1919 außer Kraft. Tie Verfügung deS Rmchs- vcewertimgsamteS Vvm 15. Januar 1919 tritt außer Kraft und wird durch die vorstehende Bekanntmachung ersetzt. । Erwerbslosen für sorge. Der §9 Abs. 2 her Reichsoerordnung v-om 23. Aprrl 1919 hat auch bei Verdienstausfälleu infolge vovütergel)en- ver Arbeitseinstellung oder Beschränkung wegen Kohlcnmangels Platz zu greifen. Vorübergehend ist die Einstellung oder Beschränkung der ärteit auch bann, inxnn sie nicht nur für die Woche, sondern für längere Zeit, oder nicht bauernd rmtdtt. , Die diesj Shrige Hauptkörung in ter Assistenzveterinärarztstelle Grün berg zugeteil- tni Orten wird stattfinden: Tvnnecstap den 5 Juni, vormittags 9 Vs Uhr beginnend, in den Orten: Stangenrod, Weiters-Hain, Allendvrs a. d. 2ta„ Treis ,a. d. Lda., Odenhausen, Geilshausen unb Lumda; Samstag den 7. Juni, vormitlags 9Vs Uhr beginnend, in den Orten: Beltershain, sircisthurdshaiu, Winnerod, Bersrod, Beuern, Elim- doch und Allertshausen; Mittwoch den 11. Juni, vormittags 9 Uljr beginnend, in den Orten: Niedcr-Bessingen, Ober-Bessingen, Nonnenroth, Lillingen und Röthges; Tvnnerstay den 12. Juni, wrmiltaas 8Vs Uhr beginnend, in den Orten: Hattenrod, Harbach, EltingShausen und Münster; Samstag ben .14. Juni, vormittags 9 Uhr be- fltmtenb, in den Orten: Kesselbach, Londorf und Rüdding^hrusen; Montag den 16. Juni, vormittags 9 Uhr beginnend, in ben Orten: Lindcnstruth, Laasen, Göbelnrod, Qneck-wrn und Lauter: Mitt- '/«ch den 18. Juni, vvrnn tags 9 Uhr beginnend, in den Orten: 0-rünbcrg, Weickartshain unb Stock- haustn. Viehbesitzer, welche Fasclticre zur Kö- nmg zu bringen beabsichtigen, haben ihre Anträge umgeheiü» bei dem Borsttzenden der KÄr- kommission anzubringen. Für die Wahlen der Bürgermeister unb Bei gevrdnete n in den Landgcmciiti'en des Kreises füllen die Endtermine, an denen die Wahlen spätestens vorzunehmen sind, unbedingt Der Voranschlag der Gemeinde Rein- dtf rdshain für 1919 Rj. liegt von Samstag te$ 7. Juni bis Freitag den 13. Juni MiMgrr ' mferem Amtszimmer zur Einsichtnahme offen, mern ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, ter mittelamt zu melden. r' •tnteW®’ 9 k(rl ;i ^Fabrterl-ubmA ,ti6 St offenen -fe'Si ssäs*4 zu erwarten und BAD-NAUHEIM LndwJffHtraße 13 Telephon 65 Ein neuer Erlah Moskes. Ernst Hupfeld’sche Weingroßhandlung Hervorragende Weine. - Versand nach auswärts. Berlin, 5. Juni. (WTB.) Ter Reichs- wchrministcr erläßt folgende Bekanntmachung an die Freiwilligen-Berbände: : nach Weimar. _____ „ Friedensfrage beschäftigen. Morgen kehrt Präsident Fehrenbach nach Berlin zurück, alsdann wird der genaue Termin der Einberufung festgesetzt werden. Wupfeüd's Privat-Hotel Staliong. - Autohalle. „Mupfeid's DieSe11 Täglich abends: iirstklass. musikal. Darbietungen. Nachmittagstee Konzert „HupfeSd's Weinstuben“ Frühstuckskarte. 4861V ----- Eine künstlerische Sehenswürdigkeit. ===== Der englische Kamps mit den Afghanen. London, 5. Juni. (WTB.) In den Waffen- igen-Berbänd?: i | ftillstandsbedingungen, die dem Emir von >chsregierung hat vor. wenigen Tagen' Afg banistan vorg?legt wurden, wurde u. a. Berlin, 6. Juni. Die Einberufung der Deutschen Nationalversamm-- l u n g ist, wie die „Deutsche Allgemeine Zeitung" mitterlt, für die zweite Hälfte der nächsten Woche d zwar nach Berlin und nicht . Sie wird sich zunächst mit der festgesetzt, daß die afghanischen Truppen 20 Meilen hinter die afghanische Grenze z-urückgenommen wer den, während die Engländer in der jetzigen Stel hing bleiben. Außerdem sollen die Greuzstämm7 in Afghanistan veranlaßt werden, die Feindseligkeiten cinzustellen. Die Laste In Nutzland. Kopenhagen, 5. Juni. (Wolff.) ,.Bcr^ lingSke Tidende" meldet aus Helsingsors: Neifenvc des Tampfers „Gskilstona", der aus Rußland dort eingetroffen ist, berichten, daß die Stimmung in lltusckand sehr nervös ist, seitdem es allgemein bc Eairnt ist, daß die. Engländer der weifren Garde hLlfen. In der letzten Zeit sind zahlreiche Auu stünde in Petersburg und Moskau atte- gebrochen. Diese Ausslüudc haben namentlich bi*' Fabriken heimgesmA. die mit der Herstellung vvn. Bahnmoteriol besduäftigt sind. Tie Fabriken stehen bestündig unter militäristixr Brtvack-ung, die häufig von ihrer Schußwaffe gegen die Arbeiter Gebraud, macht. Tie Ursack^e der Ausstande ist überall, daß die Arbeiter gegen die Hungersnot pnatestierrn. Tie Bolschewisten sck-einrn bereit zu sein, Frieden zu schließen und mit ihrer Agitation in anderen Ländern auszuhürrn unter der Bedingung, daß tii Grenzen Rrssstmids dort gezogen »verden, wo die Foont jetzt steht. Es bestätigt sich, daß zn HI reich'/ Bolschewisten an der rußffchen Mvrdfrvnt mrs .tzun ger zu den Alliierten übergingen. Schamlose Kriegsgewinnler in Dänemark. Berlin, 5. Junri. (Wolff.) In Nord- schleswig tritt unmer mehr die Erscheinung zuta>re, daß deutsche Kriegsgewinnler und Qttbcrv wul'llmberrde Deutsche ocriudyen, ihr Gel b nach Dänemark zu bringen^ trotzdem bte dänischen Banken sich dagegen skeptlsch verhalte,» Ter Zuzug nach möglickterweise dänisch ipcTbenrtJ- Gebieten ist so groß, daß einzelne größere Stäet" die Answatcherer Daum mehr beherbergen können Grundstücke, 5?Auser und andere Liegensckzaften, ebenso wie Waren werden *u Phanlasievreisen eu'r gekauft. Tie Zoll-- und Steuerbehörden wurix^i deshalb angeiuteim, (an diejenigen, durch deren Mit hilfe dem Lande das Kapital erhalten bleibt, Prä- inten von 10 .Prozent eines, solchen Kapitals zu zahlen. Dedwig Dohm t. Berlin, 5. Juni. (Wolff.) Wie die ,D. Z." meldet, istD d w i g Do hm, die BüTrhämpferin der deutschen f/rauenbewegnng tmd Seniorin der Berliner Schriftstellerinnen, gestern im Alter vvn fast 86 Jahren in Berlin gestorben. Abreise Leinrrts Mls Versailles. Versailles, 6. Juni. (WTB.) Der Präsident der preußisckien Landesversammlung, Oberbürgermeister Leinert, reiste gestern abend zu einem Aweitägigen Aufenthalt nach Hannover ab. durch mich den FrriEi«en-B«bLndcn tfoem Tank aussprech^n und il-re fernere Unterstützung Zusagen lassen. Keine vetze wird sie Deranlaifcn, die Verdienste der FrctwUligen und innere Ordnung und Reichsbestaiid zu vergessen. Sie erwartet aber selbstverständlich als Gegenleistung, daß die Firi- willigen. Offiziere wie Mannsck-aften, alles unterlassen, lvas -der Regierung diese Anerl'ennung erschweren mutz. Immer wieder kommen Ausschreitungen vor, welche bie Truppen in ihrem eigensten und iim Interesse der Gesamtheit durch Selbstdisziplin unterdrücken müssen. Tie deuffchen Freiwilligen sind keine fremden Söldner, sondern Lartdeskuchcr im eigenen Haus. Am schwersten zu verurteilen fft die feststehende Tatsache, daß bei zwei Kapitalverbrechen, in den Fällen Vogel unb Mas loh, es Angehörige bet Freiwilligen-Verbände gewesen sein müssen, die beit zwet mit schEver Schuld Belasteten bi<. FlueA ermöglicht haben. In beiden Fällen haben Kameraden der beiden mitgeholfen, die Suhlte für Verbrechen zu vereiteln, deren Ahu- dnns, das Rechtsempfinden des ganzen Voltes verlangt. Ti- Reichsregicrung (wird im Einvenwhmen mit daften Einhalt zu tun und die Schuldigen zu bestrafen. Sv wenig sie eine Verfemung ber Aiigelwrigen der Truppe zuläßt, so 'roettig hrirb sie Reckstsbeugungen dulden, 'nvter unter Berufung auf eine politische Anschauung noch.unter der Flagge der Kameradschaft. Sie hofft, die übergroße Mehrheit bet Freiwilligen in diesem Kampfe um Recht unb - Freiheit vor dem Gesetz auf ihrer Seite zu sehen. Mur Hochverralsprozesse in München. München, 5. Juni. (WTB.) Vor dem Standgericht München begann heute vormittag die Verhandlung gegen den Kaufmann Michael Cronauer und den Bildhauer Ludwig M ü h l b a u m , die angeklagt sind des Verbrechens der Beihilfe zum .Hochverrat, begangen dadurch, daß sic als Revoluttons-Tribunal unter der Rätezeit als Richter oder Verhandlungsleiter teilnahmen. StreikbeweMngen in England. Amsterdam, 5. Juni. '(WTB.) Im Vordergründe der englischen Presst steht die Poli- zeibcamtenbelvegllng, die gans Eitgland umfaßt. Bci der M a sscn vcrfammlung in London am Soimtag wurde das Ergebnis der Abstimmung mugeteUt, das 44 000 Stimmen für ben Streik und 4000 dagegen ergab. Verlangt wirb die Anerl'ennung der Police Union, die von der Regierung als diuipliugefälwdend hartuäckistst verweigert wird. Ta die TnrchfMrung der Streit; die Anwendlmg von Wafiriigs'walt bedingen wird, wurde der Streik ocrschvb.m, bis der Arbeiter- dreiverband, der ।bie ganze Arbeiterschaft Englands repräsentiert, 'M am 24. Juni für de» Generalstreik zur Bekämpfung des englischen Militarismus -^ft.ch.idet, um ein gemeinsames ersslgrciches Vorgel-m zu sicher». Tie starke Stimmung gegen Lloyd George kam in den Reden am Sonntag im Hydepari zum Ausdruck. Letzte Nachrichten. Die Revision der Zriedenrvertrager. Rotterdam, 5. Juni. (WTB.) Ter Pariser Berichterstatter >der „Daily News" meldet, man könne mit gutem Grund annelymcn, daß bie Bestimmungen.des Friedensvertragcs Über die Schadenvergütung radri'al abgeändert werden. Es bestehe viel Aussicht, daß man ,in O be r s ch l e sr e n die Volksabstimmung gutheißen werde. Auch für das Saar - t a l werde eine andere Regelung getroffen -ver- ben als die bisher geplante. Dve Mehrzahl oer Alliierten scheine nicht dafür zu fein, daß Teutsch- land zugleich mit der Unterzeichnung des Friedens- Vertrages auch Mitglied des Völkerbundes werde. Wahrscheinlich /werde man jedoch Teutsch- land die Versicherung geben, daß es bald in den Völkerbund ausgenommen iverde, vtellrickst bei der ersten Berfammluug des Bundes im Oktober in Washington. Die Frage der Besetzung deutschen Gebietes locrbc genau Vvn einer Kommission untersucht, die vorn Viererrat Ifierfüc ernannt Nwrden ist. Es erscheine nicht z'weistb' haft, daß die Kommission den Standpunkt ein- nehmen werde, daß die Körperschaft, bie das besetzte Gebiet >zn kvntrvllieoen 'habe, eine bürget» lickte und ferne militärische Körperschaft sti und dost der Vierverrat diesen Standpunkt gutheitzen werde. Tie Engländer gingen, was die Ab- änbcnmg des Vertrages betreffe, wahrscheinlich weiter als irgend eine andere Nation. Es sei jedoch keine Rede davon, bafr die Amerikaner sie habet unterstützten. Die Einberufung der Nationalversammlung. lEeererottgen Bart p«fctmtnncrouiig Dee amtes Don 7 Uhr tibalbS bis 7 IQx ntorgead für ben Kschüstlichen Verkehr geschlossen sein. Tie beim idenschlnsst schon anme;entKn Kunden dürfen noch bedient werben. Zuwiberpandelrtde werden mit Geldstrafe dis zu 2000 Mk., un Unvermögens- falle mit Gefängnis bis zu 6 Monaten bestraft. vüchertisch. — Neue Grdc. Halbmonatsschrift. Herausgeber: Friedrich Burfchell. Dveiländerver- lag, rMünchen/Wien/ZÜrich. Bezugspreis Einzelheft 1,20 Mk.; für das Vierteljahr 6 Mk. 6836 Fstm., Fstm., Fstm., zogen werden. L » m d a, den 3. Juni 1919. Bürgermeisterer Lumda. Schultheiß. Likkattv, SvirituSlark liefern r*751 Wempor der Gemeinde Lumda für 1919 Rj. liegt vom 7. Juni 1919 bis einschließlich Freuag den 13. Juni 1919 auf .mserem Amtszimmer zur Einsichtnahme der Interessenten offen. Es troirb die Eckhebmrg einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herange- TreffpunktderGießener 1917er 010907 in Elsbeimer Riesling 800 frei Haus Heil. Kalbfleisch Bad-Nauheim WirtschaftzurTraube Frankfurter Straße 8 :r Jub.: Fr. Ott» Für beste Berpsteguua ist gesorgt. ßröchi allerIrTAiBStattug stilrein a. preiswert die Brtkl uki üelw.-Drcekerel. B. Lasse. «eNe KMer-Soeta alle Größen hnlti» Katz 14Bahnhofstr.l4. Birtarngta gute Mare, 12 Stuck 8 Mk, 100 Stück 00 Mk. Nack° «ahme, Heferl jed. Posten PeterWiesner Groß-Umstadt. musb1 Fernspr. 203 Prachtvolle ( Oan-llM sehr preiswert Kaufhaus tt 14 Bahnhof str. 14. Massage, Schwitzbäder «Elekkrisch,Dampfu. Heißluft»,Bestrahl«. mit künstl Höhensonne bet Kreti, ClleOen, Schulstr. 1t. i'""«'» Tel.W4. Nessel schwere Qualität per Meter M. 14.—. Franz Bette Mftuaburg 10. vayrifche Bierhallen Saalbau Lass Leib / WMorfttatze Sonntag den |. pfingstfeiertag: 2 Militär -Tto»zevte ausgesvhrt von der Kapelle öes Reichswehr-Infanterie-Negiment; 36 unter Leitung der Gbermusikmeister; Löber. Anfang nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr Er ladet ergebenst ein Hans Mzinger / Weitzer Vrauhaur Ausschank von der berühmten Bayrischen Freiherr von EHLngeschen Zchlotzbrauerei, Lhüngen. oeie 542 MO. RantoernrägeD Darunter Extra- d. Mendenrasenen 12 Mill. M. Auskünfte erteilt in Giessen: Fr. Cnrl Hcneerllng: Beastait 4G. [^ss 7 — Stattgarter — x Leiiensversiciierangsbank a. 6. jille Mgarlsrj Größte europäische Lebens versiche- runas-Gesellsch. auf Gegenseitigkeit Gegründet 1854. VeralchenmgiliesL Kode 1918 !MMe255SM aV< tZi Von Beileidsbesuchen bitte abzuschen. 6830 Die Beerdigun, mittags 11'7, U findet statt am Samstag, dem 7. Juni 1919, vor- -, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus. Statt besonderer Anzeige. Meute vormittag */,!! Uhr verschied nach kurzem, schwerem, mit größter Geduld ertragenem Leiden im 58. Lebensjahr mein innlgstgeliebter Mann, unser über alles geliebter, treueorgender, herzensguter Vater, Bruder, Schwager, Onkel Herr Rechnungsrat Gg. Schlehenbecker Hauptsteueramtsrendant Inhaber des Ritterkreuzes 2. Klasse, des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und der Hessischen Kriegsverdienstmedaille. Im Namen der Tleftrauorndon: M. Schlehenbecker geb. Scola. Gießen (Landgraf - Philipp - Platz 8), Langen, Mannheim, Mühlheim (Ruhr), den 4. Juni 1910. U Albert opaar Fahrer im Feld-Artillerie-Regt. Nr.öi im 19. Lebensjahr. In tiefem Schmerz: ilie H. Soaar Wwe. Statt jeder besonderen Anzeige. Gcetera nachmittag verschied nach langem, schwerem, mit grosser Geduld getragenem Leiden mein einziger Sohn, unser geliebter Bruder und Neffe Ruttershausen, 5. Juni 1919. Die Beerdigung findet statt Samstag, 7. Juni, nach mittags 3 Uhr. 683 -ich Ä 1 G «Mitt Brigitte Der Vorstand. I. A.: Alb. Mann. 011164 Erscheint »al! (6889 tag-Uber für Hausarbeit 6-52 gesucht. 6815B gesucht. Gluckr mit Klicke« Gießen Irenen weg 9 «Bock, R.>. Ä) Mk., 8Kanin.. 3 W n a. 10 Mk. of. FrtedriohElr. 10 KII. ftntt ncindit. 6851 hv Ulorfitrufte 9. 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