Zwillingrrund-ruck u. Verlag, vrühl'sche Univ.-Such- u. SteindrnSeret R. Lange. Zchristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Zchulstr. 7. im $nte reffe (Sintoeniiungert schleunigst urch Anuahme doii anjeijen f. die Tcigesminimcr Ui5 zum 9lad)mittoq vorlier otinejcbe^crbuiblichteit Preis für 1 mm hülfe für Anzeigen v.34 mm r reite örtlich 15 Vf., ausivärts 18 Ps., für Reklame- nnzeigen von 70 mm Breite 48 Pf. Bei Plcch- vorfchrüt20°^Auifchlag. Hauvtstbriitleiter: Ang. Goetz. Verantwortlich für Politik: Ang. Goetz, fürdenübrigenTeil: Dr. Reinhold Zcnz; für den Anzeigenteil: d. Beck; sämtlich ui Gießen Nr. 207 Ter Lietzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Vezvgrprelr: monatl.Mk. 1.60, vierteljährlich Alk. 4.80; durch Abhole- il Zweigstellen monatl. Alk. 1.50; durch diePost 'Dlf. 4.50 inert el- jährl. auöschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: fürdieSchriftleitungll2 Verlag,Geschästsstelleöl Anschrift sürDrabtnach- richten: Anzeiger Lietzen. Postscheckkonto: .Frankfurt a. M. H686 Die deutsche Antwort an Llemenceau. Berlin, 5. Sept. (WTB.) Die deutsche Negierung lieh Clemenceau gestern eine Antwort auf die von der Entente geforderte Abänderung der deutschen Reichsverfas- sung übergeben, worin gesagt wird, daß Deutschland sich gegenüber der Note der alliierten und assoziierten Mächte nichtinder Lage sehe, seinen bisherigen Standpunkt in der Frage der Ver- einigungDeutsch-Oesterreichs mit Deutschland aufrecht zu erhalten. Dadurch werde jedoch eine Abänderung des Wortlauts der Verfassung nicht notwendig, denn in Artikel 178 der Verfassung werde vorgeschrieben, daß die Bedingungen des Friedensvertrages durch die Verfassung nicht berührt werden. Da Artikel 61, Absatz 2 nun mit den Friedensbedingungen in Widerspruch stehe, erklärt die deutsche Regierung, daß die Vorschriften dieses Artikels, Absatz 2 der Verfassung solange kraftlos bleiben, als nicht der Rat des Völkerbundes der Abänderung des staatsrechtlichen Verhältnisses zu Oesterreich zustimmt. Das Frarrenwahliecht in Ftalien. R o m, 4. Sept. (Wolff.) Zlgenzia Stcfunt. Tre Kammer hat ihre Tagungen wieder auf» genommen und beginnt mit der Beratung, bd Gesetzentwurfes über die parlameutariscl>e Initiative. Tie Kaimner nahm einen von der Regierung eingebrachtrn Zusatzantrag an, welcher den Frauen das aktive und passive Wahlrecht Frankreichs, daß die rumänischen gegenüber den Ententeforderuugcn unparteiisch geprüft werden. der Alliierten in Teutschlmid von der deutschen Regierung getragen werten müßten. Tie „Neue Korresporrdcnz" verlangt gerade Hoste über die Lage im Baltikum. Berlin, 4. Sept. (WTB.) Noske mochte einem Vertreter der „Deutschs Allg. Ztg." u. a. folgende Mitteilung über die ßage im Baltikum: Die Lage in Lettland kann nicht'mit Befehlen gelöst werden. Nicht mit Unrecht ist die Truppe aufgeregt, weil sie sich in dem betrogen sieht, was die lettische Regierung ihr versprochen hat. Nur von der persönlichen Einwirkung des Generals v. d. Goltz verspreche man sich Erfolg. Die Lage im Baltikum ist außerordentlich unsicher. Infolge der Haltung der Entente gegenüber der Armee Judenitsch und des Geistes bei den rein letttschen Truppen, ist mit einem weiteren Vordringen der Bolschewiki zu rechnen, was nach einer Räumung durch die deutschen Truppen stets auf einer Gefährdung des deutschen Bodens gipfelt. Werden also die deutschen Truppen zurückgezogen, so muß in Ostpreußen ein neues Verteidigungssystem geschaffen werden. Die Letten und die Engländer würden es bald einfehen, was sie mit der vorzeitigen Ausschaltung des deutschen Elementes erreicht haben. Da im kommenden Winter infolge der großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten mit Unruhen zu rechnen ist, so erklärte der Minister weiter, müsse man im voraus diesen vorbeugen. Die uns belassene Truppen st ärke reiche aber nicht dazu aus. Es fteöe zu erwarten, daß die Arbeiten der neuen militärischen Kontrollkommission der Entente sich dem deutschen Volke bald recht fühlbar machen werden. Wenn man sich überlegt, daß 60 Offiziere des Verbandes ständig über das Reich verteilt sein werden, und hört, daß jetzt schon Uebungsschießcn deutscher Truppen, wie in Darmstadt, von einem Ententeoffizier kontrolliert werden, dann bedürfe es keiner Erklärung dafür, daß die Reichsregierung gegen diese Auslegung des Betrages sofort Einspruch erhoben hat. Die Uebergriffe der Polen. Breslau, 5. Sept. (WTB.) Wie das Generalkommando des 6. A. K. Nritteilt, melden die beim Die Rückkehr Ser Gefangenen. Berlin, 5. Sept. Wie die „Köln. Ztg." erfährt, ist nach Mntlichen Mitteilungen, die von der englischen Regierung eingelaufen sind, nunmehr mit Sicherheit eine beschleunigte Rückkehr unterer in englischen Lagern befindlichen Gefangenen zu erwarten. Man plant englischerseits die Heimkehr von täglich 10 000 deutschen Kriegsgefangenen. Don einem Offizier erhalten wir folgende Zuschrift: Vor längerer Zeit ging durch die Presse ein: Nachricht, daß die deutschen Kriegsgefangenen oes Lagers Oswestry gementTt hatten. Als Grund iraren meines Wissens angegeben „Unregelmäßigkeiten bei der Essenausgabe". Aur eine Anfrage schreibt ein Freund mir von dort am 17. 8. folgendes: „Wir haben damals gestrnkt, weil ein Mann grundlos erschossen w u r de." Es wäre angebracht, wenn solche Fälle vion berufener Stelle untersucht würden. polnischen Auf st and nach Polen verschleppten O f f i z i e r e nach ihrer Rückkehr, daß sie nach ihrer Gefangennahme von regulären polnischen Truppen übernommen und in polnische Militärgefangenenlager überführt wurden. Die polnischen Kominandobehörden haben sich also hierdurch einer Beteiligung am Aufstand schuldig gemacht. Unsere Osftziere und Mannschaften würden angeblich als Internierte, in Wirklichkeit aber wie Gefangene bewerfen. Diese Klausel sei ebenso unannehmbar nrie die Neutralitätsklauscl. Bratiann werde demissionieren mid durch Manuelescu R a m n i t i a n u, ehemaliger Präsident des Kassationshiofes, ersetzt werden. Tiefer Kabinetts,oechfcl bedeute jedoch keine Aenderung in der rumänischen Außenpolitik. Tie „Neue Korrespondenz" fügt offiziös einige Betrachtungen hinzu, über das große Interesse, das Frankreich! an einem zufriedengestellten Rumänien habe und macht die augenfällige Enthüllung, daß Frankreich bereit war, die rumänische Politik in Ungarn zu unterstützen, jedoch auf amerikanischen T^nck eine Schwenkung vornehmen mußte. FraNlkrMH könne den Groll begreifen, bc**, Rumänien ftch frage, warum es die Okkupationsllosten in Ungarn selber tragen solle, während die Kosten dec Okkupation Die griebmerörferimg in der französischen Kammer. Paris, 4. Sept. (WTB.) In Fortsetzung ferner Rede in der Kam mer stellte Barthou die Frage, warum die Regierung in dem Augen» blick, als der Waffenstillstand geschlossen wurde, nicht von dem verfassungsmäßigen Vorzugsrecht Gebrauch gemacht hcrbe, die T e m o b i l m a ch u u g zu verlangen und so einer Forderung der Zivil» massen zu genügen und der einmütigen Auffassung des Parlaments ReckMung zu tragen. Ter Reoner stellte hierbei die Frage an Clemenceau, ob die Alliierten eingewilligt hätten, den Artikel, die Re- dnktion der deutschen Armee innerhalb drei fUZonatfi nach Inkrafttreten des Friedensvertrages zu vcr-i langen, zu ändern. Ziveifellos bildet die deutsche Armee für Frankreich keine Gefahr mehr. Aber Frankreich muß an Polen denken und an die Volksabstimmungen in den besetzten Gebieten, wo sich gegenwärtig ungeheuerlich Dinge abspielen. Barthou stellte sodann den offenFunbigen Wider» spruch in Bezug auf die Dauer des franz ö» sii ch-engl i i ch-amerika ni sichen Sonderabkommens fest. Wetter führte der Redner noch aus, daß es notwendig sei, eine Streitmackä ins Leben zu rufen, die imstande sei, die gau^e Menschheit zu verteidigen. Eine Freiheit ist entstanden uird bräitgt uns und der ganzen Welt eine neue Politik auf. (Beifall auf allen Bänken.) Tie Frage der Verminderung der Rüsttmsen muß ebenfalls! gelöst werden. Ter Redner bemerkte, daß die französische Telegation es war, die dies« Frage vor der Friedens von fcren z au frönte. Er wünsche, daß tv von Frankreich aufgestellten Thesen über die Frage der Rüstungen mid Kontrolle den Vorzug erhalte. Ueber Parteien und Programmen müssen wir jenes schöne und edle Ideal Frankreichs stellen, daß dieser Krieg der letzte war und unser Sieg ein Sieg der Wiedergutmachung fei. (Tosender Beifall.) Als Barthou von der Tribüni heruntersteigt, geht Clemenceau auf ihn zu und drückt ihm die Hand. In der weiteren Fortsetzung der Debatte bedauert Franklin Bouillon, daß das »nichtigste Verlangen in Bezug aus die Grenzen nicht aufrecht er Briten tverden konnte und daß die Einheit Deutschlands gestärkt worden sei. Er beklagte sich über die ungenügmröenr- finanziellen Garantien und hofft im übrigen, daß: Amerika nicht Frankreich angesichts des Sieges untergehen lasse. wiison und der Senat. Versailles, 4. Sept. (Wolff.) Nach einet Washingtoner Meldung des „New Pork Herald" verweigerte Wilson dem Cenatsausschuß für die auswärtigen Angelegenheiten die Vorlegung der Friedensvertragsentwürsq m i t O e st e r r e i ch, B n l g a r i e n und der T ü r- k e i. Er weigert sich auch, den Tert der Erklärung über die Besetzung des linken Rhein- ufers, die am 16. Juni zwischen Frankreich, England und Amerika festgestellt wurde, mitzn- teilen. Versailles, 4. Sept. (Wolff.) Nach der „Chicago Tribuna" kabelte Wilson der amerikanischen Friedensdelegation nach Paris, er habe feine Ansicht, aus O st- und W e st t hr a z ie n einen unabhängigen Staat zu machen, nicht geändert. Tas sei Wüsons Antwort auf dis telegraphischen Vorstellungen von Veniftbos. Korea. Von der schweizerischen Grenze, 5. Sept. Wie die ,,Köln. Ztg." meldet, hat bet Mikado Kvrea die Autonomie und Turchfüh- rung von Reformen versprochen. Tie Militär-, regierung ist durch eine Zivilverwaltung ersetz? worden. Ei« Attentat ans den Premierminister von Aegypten. London, 5. Sept. (WTB.) Reuter meldet von einem A tten ta t auf den Premierminister von Aegypten, der aber nicht verwundet wurde. Der Srieöensoertrag mit ©efterreid). Wien, 4. Sept. (Wolff.) Tie Blatter ver- öffenttichen Acußerungen des Staatskanzlers Renner. die er in St. Germain gegenüber privaten Berichterstattern machte. Renner erkennt an, d_ß aus jeder Seite des Vertrages das Bemühen spricht, die verworrenen Verhältnisse Halbwegs zu ordnen. Trotzdem habe sie, was nicht verwunderlich fei. die innersten wirtschaftlichen Zusammenhänge nicht vollständig erfassen noch über die L a st en, die der Krieg zurückließ, auf die Nachfolgestaaten gerecht verteilen können. „Politisch und national," fio fuhr der Staatskanzler fort, „sind wir schwer getroffen. Unser Staat ist beschränkt auf die deutschen Alpenländer. Die vierhundertjährige Gemeinbürgschaft der Alpendcutschen und der Sudetendeutschen ist zerrissen und crwch «von den deutschen Siedlungsgebieten in den Alpen sind uns wesentliche Stücke vorenthalten. Tas urdeutsche Marburg, dessen deutschen Charakter die Antwortnote selbst hervorhebt, soll künftig ferne Vertreter nach Belgrad schicken. Feldberg und Gmunden- Bahnhof bleiben verloren. Tie Nationalversammlung wird darüber entscheiden müssen, ob trotz dieser Opfer der Vertrag unterzeichnet werden kann. In nationaler Einsicht büßte unsere Republik ihre Handlungsfreiheit ein. Tie mit elementarer Gewalt in den Novembertagen hervorgetretenen Anschlußbestrebungen sind auf den schwierige Weg der Verhandlungen mit dem Völkerbund verwiesen. Wir erhalten eine politische Souveränität, von der »vir kaum Gebrauch machen dürfen und werden dazu der vollständigen ökrnomischen Oberhoheit der alliierten Großmächte unterworfen, die in der Reparationskom- Mission verkörpert ist mit dem Völkerbund als höchster Instanz. Man ist versucht zu sagen, das wäre zu ertragen, wenn man nur wüsche, ob der Völkerbund bestehen und so organifiert fein wird, daß er imstande ist, gerecht zu fein. Jedenfalls ist für Deutsch-Oesterreich der Bestand und das Funktionieren des .Völkerbundes eine wesentliche Be- biniing des Vertrages, mit dem auch dieser steht und fällt. Sehr erschwert haben die Mächte sich ihre Aufgaben und uns das Leben dadurch, daß sie uns für alle Sürttreir des alten Regimes zum Sündenbock machten und uns zu dem Uebermaß von Kriegsschulden die noch nicht konsolidierten . Schulden, wie Auslandsschulden, Valuta- schulden, die im Ausland befindlichen Banknoten usw. ausbürdeten. Sie wollen den Ertrinkenden retten und belasten ihn zuvor mit einem Mühlstein. Unser Volk ist nun vor die furchtbarste Prüfung gestellt. Tiefe Probe wird uns nun entweder außerordentlich stärken oder andauernd verelenden. Wir müssen uns zusammennehmen, in doppeltem Sinne uns einheitlich organisieren, zu einer wirklichen Gemeinschaft werden im ganzen imd jeder einzelne muß alle Kraft zusammen- nehmen, dairn kann es gelingen." Ei» Ultimatum an Rumänien. Amsterdam, 5. Sept. (WTV.) Nach einer Reutermeldung haben die Alliierten der rumänischen Regierung ein befristetes Ultimatum durch einen Abgesandten überreichen lassen. Sollte sich Rumänien weigern, die Bedingungen des Ultimatums in der angegebenen Frist zu erfüllen, so wären die di- plomatischen Beziehungen zwischen den Alliierten und Assoziierten einerseits und Rumänien anderseits aufgehoben. Bern, 4. Sept. (Wolff.) Tie „Neue Korrespondenz" verbreitet eine ausführliche Darstellung über die Gründe des Zerwürfnisses zwischen Rumänien und der Entente. Die von der handelt. Die Unterbringung erfolgte in völlig verschmutzten und verlausten Baracken, meist ohne Decken und Strohsäcke. Die Verpflegung war ungenügend und unbeschreiblich schlecht. Die Mannschaften hatte keine Bewegungsfreiheit. Die Decken wurden ihnen größtenteils wieder fortgenommen. Es tarn vor, daß Offizier und Mannschaften geschlagen wurden. Nur dem energischen Eingreifen der Amerikaner ist es zu danken, daß trotz des Widerstandes der Polen die Gefangenen aus ihrer unwürdigen Lage befreit wurden. Breslau, 4. Sept. (Wolfs.) Tie „Schief. Ztg." meldet aus Kattowitz: Gegen 300 verschleppte deutsche Einwohner trafen gestern wieder in Kattowitz ein. Während der vierzehn tägigen Gefangenschaft machten sie eine schwere körperliche und seelische Leidenszeit durch. Jhve Befreiung ist dem energischen Eintreten der amerikanischen Kommis ron zuzu'chreiben, die feit Freitag in Krakau weilte. Die Zurückgekehrten befinden sich in jämmerlicher Verfassung. Sie sind halb verhungert und ihrer Kleidung und der Wertsachen größtenteils beraubt. Sie wurden schwer mißhandelt mrd stehetz unter schwerster seelischer Depression. Tie Gendarmen und Polizei- wachtmeister, fünfzehn an der Zahl, steckten in völlig zerrissenen polnischen Uniformen. Tem Gemeindevorsteher S ch i d l o - Eichenau waren die Zähne herausgeschlagen. Was die französische! Heeresleitung da veröffentlicht, bestätigt Vieles, was wir bereits wußten. Interessant ist, daß der Feind über die deutschen Pläne so gut unterrichtet war; Verrat und Schrvatzhaftigkeit haben also leider in unseren Reihen eine traurige Rolle gespielt. Was die Moral im deutschen Speere beim Kriegsende so weit untergraben hat, darüber könnte man auch nur die alten Tatsachen und Meinungen wiedergeben. Ludendorff, obwohl er dieses Unvermeidliche mit in den Kreis seiner Berechnungen hätte stellen müssen, hat da zu einem großen Teile recht. Die französische Heeresleitung über den deutschen Mederbruch. Das französische Große Hauptquartier hat soeben eine Denkschrift über die deutsche militärische Katastrophe herausgegeben. Die Berliner „Freiheit" veröffentlicht einen Auszug daraus. Die Denkschrift stellt zunächst feft/ daß die französische Heeresleitung im Augenblick des großen deutschen Stoßes bei Reims sowohl über den deutschen Plan, wie über die K r a f t v e r - hältnisse der deutschen Armee, besonders über den Stand der Reserven, aufs beste unterrichtet war und bei ihrem großen Gegenangriff vom 17. Juli in der Ucberzeugmlg handelte, nunmehr das strategische Uebergewicht endgültig gewonnen zu haben. Die Arbeit der Alliierten sei nun darauf hinausgegangen, das deutsche Heer durch dauernde Angriffe mehr und mehr zu erschüttern und zu verwirren, bis endlich am 26. September die Generaloffen - sive begonnen habe. Schon bis dahin habe die deutsche Armee fast das ganze im Jahre 1918 eroberte Gebiet aufgeben muffen und sei, wie aus einer in der Denkschrift veröffentlichten deutschen Urkunde hervorgehe, schon am 20. August zu einer Gegenoffensive nicht mehr fähig gewesen. Am 26. September habe das deutsche Heer nur noch 21 frische Divisionen gegenüber 43 am 15. Juli in Reserve gehabt und trotz einer Frontverkürzung von nahezu 200 Kilometern noch dieselbe Zahl von Divisionen einsetzen müssen, weil sie .schwächer und von geringerem Kampfwcrt waren. Selbst dieser Stand habe nur durch Auflösung von 16 Divisionen, durch Herabsetzung der Bataillone von vier auf drei Kompagnien (nach den Ludendorffschen „Kriegserinnerungen" tettweise auf Zwei Kompagnien) und Heranziehung vieler zur Munitionserzeugung dringend nötiger Reklamierten erreicht werden können. Deshalb sei das Oberkommando der Alliierten seit Ende August zu der Raren Einsicht gekommen, daß ein allge- Tneincr Sturm den v ö'l l i ge n Zusammenbruch dec erschöpften deutschen Armee her bei führen werde. Tie Abnutzung des deutschen Heeres (et rapid fortgeschritten. Tie Zahl der in Reserve befindlichen beutfdjen Truppen (ei trotz dem Einsatz auch kampfunfähiger Formatvonen während des Rückzuges von 40 Pis 50 Prozent auf 11 Prozent zurückgegangen wie die Gefechtsstärke der einzelnen Kcmponien, obwohl die Gesamtstärke um 23 Divisionen vermindert wurde und fast die Hälfte aller Bataillone Kompanien zusammenlegte, von durchschnittlich 120 Mann am 15. Juli auf 50 Mann beim Abschluß des Waffenstillstandes zurückgegangen sei, so daß „die Stärke der auf der Westfront kämpfenden Jnfanterietruppen auf die Höhe ihrer Stärke am 15. Juli" veranschlagt worden sei. Die Denkschrift fährt fort: Die ganze deutsche Armee hatte eine kolossale nervöse und körperlich Anstrengung diircyzumachen, neben welcher die März-, April-, Mai- und Juni- Offensiven reines Kinderspiel gewesen waren. Sechzig Prozent der Divisionen find ununterbrochen während der Monate September und Oktober in Stellimg geblieben, die anderen haben zwanzig bis dreißig Tage unausgefetzt gekämpft. Am 10. November hingegen standen sämtliche kampffähigen Divisionen im Gefecht oder sie waren kaum zurückgezogen worden. Alle waren mehrere Male eingesetzt worden. Schließlich blieben also keine frischen Reserven übrig. . Zu gleicher Zeit hatte der Feind mit der Initiative der Operationen am 18. Juli auch den Vorteil verloren, nach eigenem Willen den 2lozugskämpf zu leiten. Von diesem Zeitpunkt an hatte das Oberkommando der Alliierten die Versicherung, denAbnutzungskampf mit amerikanischer Hilft weiterführen zu können; es nötigte die Deutschen, sich demselben ohne Unterbrechung zu fügen. Dies alles hatte genügt, den Alliierten den Sieg zu sichern. Die moralischen Kräfte waren nicht weinger tief gesunken als die physischen. Tie Ursachen dieser Entkräftung lagen nänllich zu tief. Tie erste war das Sche i t e r n de r »I u l i o f f e n-> Nve. Am 15. Juli schenkte er (der deutsche Soldat) feinen Führern noch, Vertrauen, er war zur letzten dlnstrenyung .bereit, obwohl ihn die lliüdigkeit schon erveichite. Llber in der Champagiie und aur der Marne bleibt sogar der Anfangssieg j™5- T~ Das war der Beginn des Wankens r-€ r eNn nung imdeu Ischen Heere; der Soldat und selbst der Offizier fingen Ian tzu zweifeln, i/te französische Gegenoffensive am 18. Juli und fcaim die nachfolgenden Offensiven der Alliierten im AuMst und tsq>t. vervollständigten nach und nach das Werk, welches mit der Niederlage vorn 15. ^uh begonnen hat Die Anstrengung eines ununterbrochenen Kampfes, ber Mangel an Ruhe in einem ruhigen Abschnitt oder hinter der Front, die ungenügende Ernahrmig, bie Grippe trafen, indem tee die körperlichen Kräfte heruntersetzten, auch beii Geist der kämpfenden Truppen Tie eifrige von Alliierten durch Anftufe, Flugblätter! Flugschriften uslv. in tat ftindlickien Stellen betriebene Propaganda verschärften die Demoralisation. Tas Verlangten nach Sieg um des Friedens willen erzeugte nach und nach das Verlangen nach Frieden um jeden Preis. Zuerst das Versagen einzelner, dann das Versagen ganzer: Verbände kam immer häufiger vor. Tie geistigen Triebfedern waren am Morabend des Waffensttllsttmdes also gebrochen. Erstes Blatt (69. Jahrgang Freitag, 5. September chj9 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Entente geforderten Gavantten für den Sftutz der Minoritäten in Rumänien wären unvereinbar mit den rumänischen Interessen unb der rumänischen Würde, umsomehr, als Rumänien bereits den Juden völlige Gleichibereck,rignng vor dem Gesetze eingeräumt hlche. Nunmehr verlangen die Mlücrten in dem mit Oesterreich abgeschlossenen Vertrage die firöntnotle über die rumänischen Gesctzesmaß- I nahmen gegenüber den Ukrainern, Buh-aren und Transylvaniern. Außerdeni soll sich Rumänien allen Forderungen der Eittentc hrnsickttlift> der Handelsverträge und des Transitverkehrs unter-- Aus dem Reiche Vom früheren Berlin, [^•Lüficnen Augtint in Holland zum Teil einen Umschwung der Meinungen ins entgegengesetzte Extrem herbeigesührt zu haben. Manche holländischen Wirtschaftskreise sehen die künftigen deutsch- holländischen Wirtschaftsbeziehungen überaus pe s- simisti sch au. In letzter Zeit erregten Ausführungen der holländischen Presse über die Zukunft der deutsch-holländischen Wirtschaftsbeziehungen Müffchen. Ter Verfasser geht von der Annahme aus, baß Deutschland durch den langen Krieg von dem ausländischen Markt verdrängt worden sei, insbesondere hätten sich ArnerikaundJapan an seine Stelle gesetzt. Was die Meinung des Verfassers über die Schwierigkeiten für Deutschland, seine Produkte abzusetzen anbclangt, so trifft seine Ansicht nach bisherigen Beobachtungen nicht zu, sie würde vielleicht zutreffen. wenn überall hi der Welt auch nach Beendigung des Krieges mit der gleichen ober höherer Intensität gearbeitet würde, wie vor dem Kriege. Tatsächlich hat jedoch nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Landern, insbesondere in den kriegführenden Ländern, die Arbeitslust und Produktion — wenigstens einstweilen — nachgelassen, so daß überall große Nachfrage nach Waren besteht. Auch Deutschland fehlt es zur Zeit nicht an Absatz für feine industriellen Erzeugnisse, sondern es erhält im Gegenteil mehr Angebote auf Lieferung von industriellen Erzeugnissen, als ihm zu produzieren möglich ist. Nichtig ist, daß die Arbeitslust und Produktion ht Deutschland nach der Nevolnt'on außerordentlich zurückgegan- gen sind, jedoch muß man annehmen, daß sic sich allmählich wieder heben toerben. Zum Teil ist das in den letzten Monaten bereits der Fall gewesen. Dann aber ergeben sich, auch für die oeutstl)-hvlländischen Wittstl'iaftöbeziehungen weit größere Möglichkeiten, als der Verfasser jener Ausführungen sie zu gesteht. Eine erhebliche Aufnahme- sähigkeit besitzt Holland für Fahrräder, Fahrradle ile und für Maschinen wie z. B. Werkzeugmaschinen, Textilmaschinen und andere. Auch gewisse Rohllosfe wird Holland voraus sich', lich von Deutschs lanb weiter beziehen. Ausfuhr von Arzneiwaren, Farben und von Chemikalien verschiedenster Art wirb auch künftig zweifellos möglich sein. Auf der anderen Seite ist Deutschland für Holland ein te- sal, nickst in deinem Tun und Lassen. Jeder Mensch ist allein für sich selbst verantwortlich. Wenn du aber meinst, daß du um Sigrids Willen sühnen mußt, so beißt die Sühne aber nicht entsagen, sondern leten, leben für mich, Ragna!" „Ach, du glaubst nicht," fuhr er leidensckzaftlich fort, ihr zu Füßen stürzend imb seinen heißen StoPT in bee weickZen Falten ihres Gewandes bergend, „tote fein: ich gelitten. Reue, Pein, Sehn- sucht, Verzehvende Sehnsucht nach dir trieb mich von Ort zu Ort — tch kann nicht ohne dich leben, Ragna, ich kann nicht! Behüte das Kind, ich bitte dich, aber nimm den Baler dazu. Liß mich mit dir gehen, wohin du willst, nur liebe mich und werde mein Weib!" Ragna hielt bebend Svens Haupt umschlungen. Au» Hessen. Erhöhung der Schlachtviehprelse? nt. Friedberg, 3. Sept. Auf der gestrigen Viehverteilung in 5-riebterg waren im ganzen 8 Stück Vieh (Kühe unb Rinder) aufgetrieben. Tie Ablieferung rotrb von Woche zu Woche schlechter. — Ter Hess. B auernbu nd hat am 27. 8. ein Schreiben an das Landesernährungsamt geri.ip tet, in dem es heißt: Häute von Kälbern, Rindern, Ochien sind im Preise derartig gestiegen daß dem Metzger durch den Verkauf der Haut fast die Anschafsungskosten für das Schlachtvieh gedeckt werben. Solange biefe Preissteigerung anhält, ist eine Erhöhung der Schlachtviehpreise unbedingt notwendig. Tie Fleischpreise bleiben unberührt. Tiefe Maßnahme würde auf die Ablieferung von Schlackstvieh sehr günstig wirken. Es ist Ihnen vielleicht bekannt, daß in den Preisen der Häute ein wildes Treiben eingesetzt hat. So werden für Kalbs häute bis zu 100 Mk., für Kuhhäute 500—700 Mk. und für ftstche von Dullen cis zu 900 Mk. bezahlt. Hält man dagegen, daß dem Metzger für ein Kalb im Durchschnitt 90 bis 100 Mk., für Schlachtkühe 600 bis 900 Mk. ufto. bezahlt werden, so ist unsere Behauptung richtig, daß dem Metzger das Vieh zum Schlachten sozusagen umsonst geliefert wird. Daß terartiae Verhältnisse dazu beitvagen, der SckMarzschläch- tevei Vorschub zu leisten, liegt auf der Hand. Tie Gesetzgebung hat auch keine Veranlassung, dm Verdienst des Erzeugers zu schmälern und den Metzgern unverdienten Gewinn zuzuwenten. Bei einer Preiserhöhung von Rindern: 1. Kl. 2 Mk., 2. Kl. 1,60 Mk., 3 Kl. 1,20 Mk. unb die Kälber auf 2,50 Mk., würde nach Abzug des Erlöses für die Häute dem Metzger der gliche Verdienst wie beute zukommm, und dem Verbraucher könnte das Fleisch zum heute geltenden Preise geliefert werben. Sollten reichsgesetzliche Bestimmungen einer Erhöhung der Schlachtviehpreise entgessen stehen, so bitten wir Sie, erwägen zu wollen, ob nicht der Erlös $>er Häute dem Landwirt zu- fallen soll, bzw. ihm die Haut zurückzuerstatten sei. Mr sind überzeugt, daß die von uns vor g.schlagenen Maßnahmen eine bessere Abli scrung des Schlachtviehes zur Folge hätten und daß die Schwarzschlächterei damit wirksam befäntipft werden könnte. — Bis heute blieb dieses Schreiben unbeantwortet. Leipzig, 3. Sept. (Wolff.) Am Dienstag abend versammelten sich, wie schon zu früheren Messen in Leipzig, die aus der Schweiz gekommenen Einkäufer und Aussteller »u einem gemeinsamen Essen mit den Vertretern oer deutschen und Wischen Regierung, der Stadt Leipzig und des Meßamtes. Oberbüraermeifter Tr. Rothe gab in ferner Begrüßung oer Hoffnung Ausdruck, zur nächsten Frühjahrsmesft eine größere Zahl Vertreter der Schweizer Industrie als Aussteller in Leipzig zu sehen. Der in Zürich kürzlich gefaßte Plan, ein eigenes Schweizer Haus auf der Messe zu errichten, würde in jeder Hinsicht begrüßt und unterstützt werden. Der eidgenö ische Konsul R i r- z e l knüpfte an die bevorstehende stärkere Beteiligung der Schweizer Industrie an der Leipziger Messe an unb forderte für die Schweiz weitgehende Berücksichtigung bei der Einfuhr ihrer Waren. Ter Zustand dürfte nicht testeten bleiben, daß die besetzten Gebiete im Westen eine offene Grenze bildeten, durch die Waren aus den westlichen Ländern einftrömten, während die Schweiz bei der Einfuhr ihrer Erz-eugnisse durch Anwendung der besteheu- deit Einschränkungen an ihrer Grenze gehindert sei. Zu einer bemerkenswerten undgebung des fueunb- schaftlichen Verständnisses für die schweizer Art gestaltete sich eine Rede des Rrichstoirtschastsministers S ch m t d t. Der Kernseiner Ausführungen lautete folgendermaßen: Die Messe läßt sich nicht von Hein* lieben Gesichtspunkten leiten. Tie Industrien aller Länder sind nach Leipzig eingrladen, um hier ihre Erzeugnisse auszustellen. Ganz leicht wird es uns allerdings nickst gemacht, diese Einladungen ergeben zu lassen Unser Wirtschaftsleben gleicht einem Kranken, der vorsichtig behandelt sein will, wenn er sich auch schm in Genesung befindet. Aber gerade Genesung wird gefordert. Wenn nickst engherzig vorgegangen, soitdern Raum für freie Betätigung von Handel und Verkehr geschaffen wird, denn Handel und VerLhr find es, die die Völker einander näherbringen, wenn erst mit dem ganzen Wirrwarr aufgeräumt worden ist, den der Krieg angerichtet hat, wenn ?rft der Haß verschwindet, der den Völkern eingeimpft ist, bann ist es auch so weit, daß alle SSö'JIler sich eins fühlen als Glieder einer groben 23 ö (Ter* familie. ES ist möglich, daß es in unabsehbarer Zeit dazu kommen wird, ich gestehe aber, daß ich noch nicht die notwendige Festigung der Grundlage sehe, die es einer solchen Völkerorgani- fatiou ermöglicht, diese ihre Ausgabe zu erfüllen. Die Völkergemeinschaft darf nicht einzelne Völker ausichliesren, deren große kulturelle Bedeutung anerkannt ist. Die Regierung betrachtet es als ihre besondere Ausgabe, dazu beantragen, daß die Völker zrach dem schweren überftanbaien Kampfe einander nähergebracht werden. In btefer Beziehung bietet uns die Schlveiz ein Vorbild der Völkersamilie im Kleinen imb erlangt dadurch für sie hervorragende politische Sebeutung. Ebenso vorknldftch ist die Kraft und Beharr! ich teil, womit sich die Schweiz im Kriege ihre Neutralität bewahrte, ottvohl es ihr wahrlich von allen Seiten schwer gemacht worden ist. Sie hat es srchl Mühe kosten lassen, ihr Reckst zu hüten und ihren Boden zu schützen. Auf polftischem Gebiet lind wir bei den Völkern in jüngster' Zeit wesentlich näher gekommen; wir werden uns die Schweiz zum Lehrmeister nehmen, um im kulturellen Sßettftreit wohl der ganzen Menschheit zu bienen; besonders and?, die sozialpolitischen Anlätze sollen in Deutschland, weiter ausgeblldet .oer- ben. Vielleicht werden wir dann später einmal über unseren Meister hinwegwachsen. Ter Minister schloß mit einem Hoch auf die Schweiz unb die Sckvoerzer Mcßbesuckxer, das begeisterten Widerhall fand. Nach, ihm sprach noch der sächsische Minister des Innern Uhlig, der auf die Maßnahmen zur Hebung der Valuta ^u sprechen kam und darauf hinwies, daß der beabsichtigte Umtausch der Banknoten nickst stattfinden werde. Mehrere Reden ließen noch die Zuversichit der Schweizer Meßbesucher auf wirtschaftliches und politisches Wrederer starken Teutschstands erkennen. Ter Wend vxrliel in äußerst angeregter S timmung. laß ihn mir. Sieh, er ist noch fo klein, er «bedarf so sehr meiner Sorge und Pflege, nur noch einige kurze Jahre, Sven, laß mir das Kind." Sven, der vor ihr stand, hatte ihre bittend erhoben Hände mit fünftem Druck erfaßt und zog sie unwlllkürlich gegen feine Brust. „Warum Ragna," sprach er sanft, „warum sträubst du dick» so gegen den Vater, wo du das Kind so liebst?" fltagna erbebte, aber fast gewaltsam ihre Hände aus den seinen befreiend, sagte sie leiten sck>aft- schaftüch, „ich kann nicht länger auf Svendburg leben, die Mauern erdrücken mich, es ist, als ob hier alles über meinem Haupte' zusammen- bricht. Weißt du es denn," fuhr fie fast heftig fort, „was ich hier in dreien endlosen, langen einsamen Jahren gelitten habe. Welche Qual, welch,£ Nene mich erfaßt:, daß ich, ich allein es war, die das ganze Elend verschuldet? Mein Freiheitsdrang, die Sucht nach Selbständigkeit lockte mich fort aus der Heimat. Großes wollte ich tun, Großes schaffen und vollbringen, aber das Nächstliegende vergaß jch. Für andere kämpfte ich in Wort imb Schrift und die eigene Schwester liefe ich allein. — Andern wollte ich Glück und Unabhängigkeit bringen und meine eigene Familie, das mir zunächstliegend:, ging darüber zu Grunde. Wäre ich daheim geblieben, hätte ich Sigrid nicht aus den Augen gelassen, so wäre es nie dahin mit ilyr gekommen." „Tu Lauschst dich, Ragna." entgegnete Sven ernst. „Nickt andere tragen die Verantwortlichkeit für unjer Tun und Handeln, sondern wir selbst. Sn Sigrids eigener Brust lag ihr Schick- Ragna Svendburg. Vioman von Anny Wothe. (Nachdruck verboten.) ' (Schluß.) verzeih' Sven," sagte sie freundlich ernst, „daß ich dich so lange warten liefe, aber der Kleine war etwas unruhig." „Ihm fehlt doch nicksts, ist er krank?" „91cm, nein, beruhige dich, er ist ganz wohl" ■— Ragna.stockte. „Tu wolltest mir etwas sagen," fragte Sven freundlich mild, Ragna einen Sessel zu schiebend imb ihr warm in die Augen sehend, „wird cd dir mir, deinem treuesten Freunde gegenüber fo schwer?" Ragna nickte, es war als kämpfte fie mit den aufflrigmb-en Tränen. Wie unerträglich die Erdbeeren dufteten und fchwül der Rosenduft ins Gemach zog. „'Ja, Sven, sagte sie endlich und sah ihn mit wehem Läcteln an, „es wird mir sehr schwer, aber es lftlst nichts, es muß gesagt fein, du kehrst nach Svendburg zurück, und das ist dein Reckst. Dm sagst aber nickt, ob du nur gekommen bist, um wieder zu geben oder zu bleiben? Willst du das letztere tun, so weißt du, daß ick gehen muß, aber ich flehe dich an — laß mir das Kind, das einzige (Rück das ich habe, laß mich Sven mit mir nehmen. Sieh," fuhr sie eifriger werdend fort, beide Hände bittend zu Sven aufhebend, „du sollst ihn sehen können^ fo oft du magst, aber deutendes Einfuhrland für holländische Erzeugnisse der verf ckstedensten 9lrt sowohl für Lebensrnittel als auch für Rohsvoffe. Schtvierig für Teutschland ist allerdings die Bezal-kung der holla irdischen Einfulsten . Es ist jedoch anzunehmen, daß hier durch. Kreditgewährung von holländischer Seite bis zu einem gewissen Grade geholfen werden könnte. TaS englische Lustftottenprogramm. Amsterdam, 4. Sept. (Wolff.) Den englischen Blättern vom 2. Septefttber zufolge beschloß die Negierung die Einschränkung des Luftflotten Programms. Die Arbeiten an einigen großen Luftfchiffen wurden eingestellt. Mehrere Luftschiffe und Luftschiffhäfen wurden Organisationen zur Verfügung gestellt, die sich die Förderung der Handels- lustschiffahrt zum Ziel setzen. .4. Sept. (Wolff.) Wie dem „Lokalanzeiger" aus München gemeldet wird, hat der ehemalige Kronprinz Rupprecht von Bayern, der im Begriffe steht, auf kurze Zeit in die Heimat zurückzukehren, an den Landtagspräsidenten Franz Schmitt ein Schreiben gerichtet, worin er erklärt, er habe das Gastrecht eines befreundeten Staates nur zu dem Zwecke in Anspruch genommen, um seine Zurückhaltung von jeder Einmischung in die staatliche Entwicklung Bayerns und die Einladung in den Willen der Heimat zu zeigen. Das Einfügen in die Bedürfnisse der Heimat sei für alle Deutschen jeden Standes A«» Stadt and Land. Gießen, den 5. Sept. 1919. Das Ende der Bezugsschcinpflicht. Das ReickSwirtschaft-Zministerium hat durch Verordnung vom 26. August mit sofortiger Rechtskraft die Bezugsscheinpflickt außer Kraft geiet-t, und im Zusammenhang damit auch das i'einetjcü zur Kontrolle der Einhaltung der Bczugsscheinoorschrif» & ^geführte Verbot des Vcrlauls von Web-, Wzrk- unb Strickwaven an Verbraucher durch Personen, die damit nickst gewerbsmäßig fileinban^eC tj^ben. In ^ikgfall kommen auch die Borschristerr über Einkaufsbücher vom 8. Tez-mlUei* dimgs- und Wäsck.estücken, mir sind durck den Fi>rt- sall der Bezugsschempflicht naturgemäß Vorschriften über die sogenannten „'Xbaabebefdzrinigütigen" lur Mtkleider^ die zum Emptange eines Bezugs- sckzeins berechtigten, gegenstandslos geworden: rreg- gefallen sind gleichfalls die Vorschrift.en der Reick)s- belleidungs stelle über die Einkausslnlcher der Schneider, Sckmeiderimien und Wandergcn',rbe-> treibenden. Damit hat die Reick)sbekleckung>st.!lo den Zeitpunkt für gekommen erachtet, auch bi? Bestimmungen über an Höchstmaß von Stossoerbiauch bei der SlTeiberanfertigung, ferner über die Eui- ichränkungen bei der Verwendung von Gast- wtrtswäsche, insbesondere allo das Mund- und Tischtuchverbot, endlich über die Verwendung gewisser Waschmittel in gttoerb.i? en Wä'ckfereicn zu beseitigen. Mit diesen neuen Bestimmungen ist eine in weiten Kreisen feit längerer Zeit begehrte Erleichterung für den Verkchr mit Wel^, Wirk- und Strickwaren geschaffen worben. Eine BolkSzählung. findet am 8. Oktober statt. Der Wortlaut der diesbezüglichen Bckanntmachung ist im gestrigen Amts- verkündigungsblatt abgedruckt. Nachstcheitd gebete wir die wichtigsten Einzelhetten wieder: Gezählt wird die o r t S an wesend« Bevölkerung, das sind die in der Nacht vonr 7. zum 8. Oktober 1919 ständig oder vorüber gehens anwejenden Personen, ferner die vorüber«, ge hend anwesenden Personen, so daß sämtliche m der 8äfr!gemeinte oer’orgten Per'onen ersaßt werden können. Jeter Hauslaltungsvorstinv erhält eine HaushaltungSliste, in welche er oder fein Stellvertreter alle Personen, die in ter HauS- bilnmg .üternackstet halsr und die 6ur HoushaltunI gehören, einjutragen hat. Tie Angaben, sind gemäß ten der Haushaltungsliste aufgeomeften Erläuterungen sorgfältig zu madxm. Für KricgS- gefangene, die unter Aufsicht ter Heeresv.'rwalM tung in geschlossenen Verbänden (in Kasernen, Ba» recken, Lazaretten, Sagem ufw.) in bei Nacht vom 7. zum 8. Oktober 1919 unter gebracht itxi’cn, genügt summarische Angabe ter An za Ist. An- fragen bezüglich ter Zähllmg sind an die Zentral stelle für die Landesstatistik in Darmstadt zu richten. Eine besonders wichtige Aufgabe ist die sorgfältige Auswahl der Zähler, da die hi ten Htms« balttmgslisten gemachten Angaben von den Zählern nachzuprüwn sind. Tas Lantesrmt für tei Bildungswesen, Abteilung für Sckulan gelegen- teilen, hat deshalb verfügt, daß tenienigen Lehrern, die sich am Zählgeschält brtcitigm, mi- testens zwei schulfreie Tage zu ge1väh7en finb. Jur Eintragung in die Hnushalttmgsftste sind die H ius» hattungsvorstänte oder in deren Abwesenlstftt deren Vertreter verpflichtet. Soiveit dies nicht möglich ist, hat der Zähler die Liste selbst auszufüllen. Die ausgefüllten und bescheinigten HaushaltungS-, Ko n t r«o 11 i sten und Gemeinde bogen sind spätestens am 14. Oktober 1919 an die Zentralstelle für die Landesstatistik in Dar mstrdt abzusenden. Ter Termin muß unbedingt eingehalten werden. Tie Zäh-» hing der gebniffe finden für steuerliche Zwecke keineswegs Venvendung. Wer sich weigert, die vvrge- ichriebenen Eintragungen in die HauShaltungs- lifte zu machen, oder lver wissentlick, :vahrteits- widrige Angaben macht, wird mit Geldstrafe bi» zu 1500 Mk. bestraft. Tiefe Volkszählung soll vor allem eine Grund-, läge für die Lebensmittclverteiluirg bilden. Es istz dater außerorteittlich wichtig, die Haushaltungslisten sorgfältig und rechtzeitig auszufüllen. * ** Eine Sitzung der Stadtverord« netenversammlung ist auf Dienstag^ 9. September, nachmittags 4 llhr, mit nach stehenter Ta gcsor dnung einberufen worden: Mittelltmgen. Baugesuche des K. u. L. Mehrum für Pie Frankfurter Straße; Befreiung von § 70 ter Aus^ührungsverord i ung zur A l- gememen Pauordnung. Bauge'uch deS Ber..inS Rud.rfport >Ür das Lahnn.f'er; Befreiung vom § 18| des Ortsterustatuts. Errichttmg einer Einfticdi- Qimg durch H. W. Rinn in ter Südanlage. Errichtung einer Einfriedigung in ter Gutenterg- ftrafee durch K. Küchel. Baugesuch des Ludwig fest an .feine Brust pressend, „Ragna, jetzt bist du erst ganz mein." Ter Svmmerwind webte den Duft ter Ro'ei, in schweren Wolken ins Ztrnmer. Ter rote Wem funkeldr blutrot im Ker?, en schein. Hell klangen die Äiäser aneinander: „Auf unkt; Liebe!" Tic Kurzen flammten noch rin mal auf, und die Rosen glühten von Düften schwer. Unb bann standen Ragna und Sven nock lange eng aneinantergcschmicgt am Be tchen tes stillte-, das freundlich lächelnd im Sd>lummer lag. Sie sprackum nichts aber in ihren Äugen lag ein sonnen« durckglühtcs Glück. Aus ten Meereswellen zitterte bad Mond- licht unb die Lampen am Leuchtturm grüßten wie rote Flammen. Karras, ter alte Leuchtturm- Wächter, braute sich einen steifen Grog und hob das Gläs läck-elnd gegen Schiofe Svendburg au ft „Glück und Heil," sagte er. Ter gute Alte hatte schart Augen — er halte heute Nu.'nni.tag mehr gesehen als Sven, als er in RagnaS Augen klickte. Unb die Meereswellen lachten dazu unb,trugen die Word: jauchzend fort zu dem stolzen Schlosse, das jo glückliche und zutunftSsvohe McnfckMkinter barg. Tas Mvndlicht ater zftterte auch über einen stillen Hügel unter dem dunklem Baum des Parkes Im Fliederbusch fang ein kleiner Bogel und flog termt hoch empor. War es .Sigrids arme, zuckende Seele, die sich endlich befreit, hoch empor schoans zu ten Sternen? ®U habet« in Rarfumener» Ih-oaenhandlunqen ua 5*ändiq frh WA/th-und Bad» wa/rcr angewnndel madtf die Haut zarz und rcv( Von iöSb « ousgedrucklen Er. * Für Kriegs. Der veereAterivK« rt (in Küiernen, Nr« ) in der Nacht hat UdrM waren, 5t« * btt AriM. ixv, fab ^wübfvrn smd. Zur zöMiindimhruS» xm Adwesenlzeil de- troät bic» nW mög* ilte selbst auSMlm. b bescheinigten rirollisten unv spätestens am se Zentralstelle f in Darmstadt nin mub nnbe- eben. Tie Zäh- irliche 3nx& keines» weigen, b« vvrge« btt hMShaltmgS- nssenM, walfliteitS» b mit Msttafe bis er ollcmem Grund, teüung bilden. E» ilü g, die haushaltungS» iiig auszufülien. rrStadtverord« it au Dienstag, itt7g-4Üdr,E unaeinberuMwor» nudx des K. ,u., & 1 Strase; BefmW ivr.rcbnung -ur Al nigf'ud) des Ser-1''1« ■ feäungwm §.£ ins limt ML ^W»d6 »g «W „4 erheitsn>ache um Erhöhung ihrer Vergütung. Bewi ligimg eines Beitrags für die KriegSgefancrenenheimkebrstelle Gießen. Gesuch der Bo!lSl'ochsckm!geelljchaft Gießen um Bewi ligung eines Beitrages. Erhöhung des Tarifs für Iferdedvoschlken. Beitritt der Stadt ,um .Hessischen Waldbeitzer-Verband. Aendening d r Amtsbezeichnung der Polizeiwachtrneist^r und , Schutz eutt. Bel rieb des Stad theaiers im Winter .1919/20. Zuwahl zum Kuratorium der Itölieren imd erweiterten Mäbckeenschule. Schaffung dcr 'Stelle eines ziveiten Schularztes. Erlaß nner Satzung für den ftäbt. Bearnten-Ausschuß. Anschluß der Gemeinde Winnen an die ftäbt. Uebw- 'landonlage. 5 Geiuche um Erlaubnis zum Sckt.ink- wirtsckastsbetrieb. Gesuck) des Bäckermeisters W r- ner Barth um Erlaubnis zum Betriebe einer Kaffeewirtschaft im Haus Ludwigstraße 44. ♦* Armenpflege. Tie von der Stadt- verordneten-Bersamrnlung zu Armen Pfleger und -Pflegerinnen gewählten Personen wurden gestern im Sitzungssaal der Stadtverodneten-Versamm- lung durch Oberbürgermeister ÄeIIer in ihr Amt ein geführt n n d verpflichtet. Ter Oberbürgermeister verbreitete sich in seiner Ansprache des Näheren über die bedeutsamen und sozialen Aufgaben des Armenpflegeamts und teilte gleichzeitig mit, daß im kommenden Winter Borträge über die Armenpflege abgehalten werden sollen. ** Aus dem Stadttheaterbureau. Am kommenden Dienstag findet die letzte Vorstellung vor Beginn der Winterspielzeit statt. Zur Ausführung gelangt „Der I uxbarvn", mit dem sich Herr Eugens, der an das Schauspielhaus in Leipzig verpflichtet ist, sowie Herr Schau m vom Gießener Publikum verabschieden. ** Die Zinsscheine aller Reichkanleihcn, also auch der Kriegsanleihen, werden vom 21. des dem Fälligkeitstage vovli-ergehenden Monats ab nicht nur bei aHen Postau st alt en — einschließlich Postagenturen —, sondern auch von den hessischen Staatskassen in Zahlung genommen werden. ** WirtschaftsbeiHilfe der Eisenbahner. Don dem Vorsitzeirden der Ortsgruppe Gießen des Allg. Eisenbahnerverbandes, Stadtv. Erhard, wird uns geschrieben: In einer, am Sonntag mittag in Wieseck abgehaltenen zahlreich teilten Eisenbahner-Versammlung beä Allgemeinen Eisenbahner-Verbandes wurde nachsteh. nde Entschließung einstimmig angenommen und der Cisenbahir-Behörde in Berlin übersandt: „9tad;i)em die Maßnahmen der Regierung auf Herabminderung der Lebensmittelprerse bis jetzt nur geringen Erfolg (jebabt l)aben, ja sogar einzelne Gebrauchsartikel wieder bedeutend im Preise gestiegen und allen Anzeichen nach, andere wichtige Lebensrnittel und unentbehrliche Gebrauchsartikel eine weitere Teuerung erfahren werden, bitten wir» das Eisenbahnministerium, allen Eisenbahn Handwerkern und Arbeiteni einen Vorschuß von 400 Mark auf die in Aussicht gestellte Wirtschaftsbei- hilfe schnellstens auszahlen zu lassen. Ferner ersuchen wir die Reich.sregierung, schleunigst alle Maßnahmen zu ergreifen, um einer weiteren Verteuerung der unentbehrlichsten Lebensmittel und Gebrauchsartikel vorzubeugen." ** Tie hiesigen Hotel- und Gast- Hausangestellte n sirrd mit Forderungen um Lohnerhöhungen an die Arbeitgeberorganisation herangetreten. ** Der Höchstpreis für Frühzwiebeln wurde von dec Hessischen Landes- Gemüsestelle auf 12 Pfennig pro Pfund festgesetzt. ** Ausgabe von Kunsthonig. Vorn! ... _ _____ 6. bis 20. d. Mts, einschließlich gelangen in den 1 für die Flasche 8—10 Mk. bezahlen. Sie lieferten erflärt, daß fte nicht die Absicht haben, persönliche Effekten ober Andenken von geringerem Wert (des effets personnels ou des souvernirs dc peu de Valeur) zu liguidieren. AuS den verschiedenen Pressemeldungen über die demnächst in Berlin zu erwartende Ententekommission geht hervor, daß über deren Zwecke und Befugnisse vielfach in der Oeffentlichkeit Unklarheit besteht. Zur Darstellung wird folgendes bemerkt: Tie angekünbigtz? Cntent.'kommission ist auf Ersuchen der deutsAn Regierung entsandt worden zu dem Zweck, um- lereits vor dem Inkrafttreten des Friedens vertragt ent'2 Reihe von Zweifeln über die Ausführung der Bestimmungen des Friedensvertrags über Herr, Marine und Luftschiffahrt zu beseitigen wid für die von der deutsckwn Regierung in diesem Zusammenhang zu treffenden Maßnahmen die erforderlichen Grundlagen auf dem Wege der Vereinbarung zu schassen. Wenn einzelne Mitglieder bet jetzt erwarteten Ententekommission der für die Zeit nach Inkrafttreten des Friedensvertrags vorgesehenen Kontrollkommisticn entnommen worden sind, so kann dies aus sachlichen Gründen nur zweckmäßig fein, bedeutet aber keineswegs, daß es sich jetzt bereits um den Beginn der Arbeiten der Kontrollkommission handelt. Vielmehr befiehl darüber auf keiner Seite ein Zweifel, daß von der Ausübung einer Kontvolltätigkeit seitens brr demnächst eintressenden Kommission nicht die Rede sein kann. Ein belgisch-holländischer Streitfall. D r üssel, 6. Sept. (W. B.) Havas-Reuter. Die Zeitung „Le Soir" berichtet, die belgische Armee habe aus dem Rhein ein Schiff entdeckt, daß nach Abschluß des Waffenstillstandes aus Belgien abgefahren fei, und daß die Holländer es durch ihre Gewässer passieren ließen. Die Belgier hätten es iwdj zurückbringen wollen, feien aber daran von holländischen Soldaten verhindert worden, die das Schiff nach Hansweert gebracht und dort dem deutschen Besitzer zurückgegcben hätten. Die belgische Regierung habe daraufhin die holländische Regierung wissen lassen, daß sie, wenn da? Schiff nicht binnen 48 Stuirden zurückgegeben sei, als Vergeltungsmaßregel alle holländischen. Schiffe im besetzten Deutsckstand und in den belgischen Gewässern mit Beschlag belegen würde. Von der englischen Diplomatie. Amsterdam, 5. Sept. (W. B.) Den englischen Blättern vom 4. zufolge, wurde Sir Georg« Buckanan zum britischen Botschafter in Italien, C. A. Dung zum britischen Gesandten in Jugoslawien, Humb 0 ld zum britischen Gesandten in Polen, Lord Acton zum britischen Gesandten in Finland, Sir G. R. Clark zum britischen Gesandten in der Tschecho-Slowakei ernannt. Hebung versenkter Schiffe. Berlin, 6. Sept. Dem „Berliner Lokalanzeiger" zufolge sind nach einer Meldung des „Daily Chronicle" bis zum 1. September 440 gesunkene oder versenkte englisch« Schiffe im Gesamtwerte von 800 Millionen Fricdensmark wieder gehoben worden. Außerdem konnten aus dem versenkten Ozeandampfer „Law rentic" Goldbarren im Werte von 40 Millionen Mark geborgen werden. Das Attentat auf den Premierminister von Aegypten. Amsterdam, 5. Sept. (W. B0 Das Reuterbureau meldet aus Kairo vom 2. September, daß der Mann, der das Attentat auf den Premierminister verübte, verhaftet wurde. Straßenbahn-Ausstand in Saarbrücken. Berlin, 5. Sept. Wie der „Berliner Lokalanzeiger" aus Saarbrücken meldet, sind sämtliche Straßenbahnangestellten unter Aufstellung neuer wirtschaftlicher Forderungen in den Ausstand getreten. Preisausschreiben für einen Flug um die Welt. Berlin. 5. Sept. Wie der „Berliner Lokal- anzeigcr" meldet, bat ein amerikanischer RechtS- amvalt in Seattle einen Preis von 1000 Morgen Land für einen Flug um die Welt den Aequator entlang ausgesttzt. KleinhandelSgeschäffen, bei denen die Vorbestellung erfolgt ist, gegen Vorlage der Lebensmittelkarte und Abgabe des Bezugsabschnitts Nr. 4 500 Gr. Kunsthonig zum Prcife vcm 80 Pf. für Pakctware und 78 Pf. für losen Kunsthonig zur Ausgabe. ** Ein Fernheizwerk in Berlin- Neukölln. Zu der am Sarnstaa unter dieser Ueberschrist in unserem Blatte veröffentlichten Notiz dürfte es von Interesse fein, daß die hiesige Firma H. Schaf fstaedt G. m. b. H. mit der Sieferimg von acht großen Geaenstromapparaten ihres Spezialshstems für diese Anlage beauftragt ist. Die Apparate dienen daLu, das Heizwasser zu erwärmen. Ihre Gesamtleistung beträgt 15 Millionen Wärmeeinheiten. Von dem Umfang dieser großen Anlage bekommt man einen Begriff, wenn man sich vorstellt, daß die genannte Wärmemenge ausreichen würde, um 250 bis 300 mittlere Wohngebäude zu beheizen. — Der Grundgedanke eines Fernheizwerks ist die Ersparung hochwertiger Brennstoffe durch Zentralisierung der Wärmeerzeugung ober durch rationelle Ausnutzung sonst verloren gehender Wärme aus Abdampf von Maschinen, Abgasen und dergleichen. Es würde sich lohnen, auch in unserer Stadt mit Rücksicht auf die Brennstoffknapphcit ähnliche Projekte ins Auge Su fassen. ** Eine Geschäfts-Stenographenprüfung war mit dem letzten Wett schreiben des Bezirks Gießen Gabelsbergersck^er Stenographen verbunden. In der Abteilung 150 Silben, bei einem Diktat von 10 Minuten Dauer, erhielten Preise: Frl. Elfriede Winzer, Giestm (D.-V.), Herr August Hirsch, Gießen (Gesellschaft), Herr Ernst Pfeiffer, Gießen (Gesellscl-aft), Frl. Linny F 0 hrcr, Wetzlar, Frl. Johanna Fahrer, Wetzlar; in 180 Silben erhielt Herr Gvovg Scholl, Giehen (Gesellschaft) einen Preis. Den Preisträgern ist hiermit die Befähigung zum Ge- sckMstssttnographen zuerkannt. ** In den Schwar z-W e i ß-L ichts vielen kommt ab morgen das Sensations-Filmlverk „Das Grubengeheimnis" nach einem in Ungarn spielenden Roman von Max Pemperton zur Auffüllung. Er entljäit aufsehenerregende, spannende uno interessante Massenszenen in tiefem Bergiverks sch acht, in stillem Kloster ufro. Kreis Lauterbach. O Lauterbach, 4. Sept. Die Villa ^Teutonia" am Altenberg, die der Witwe des Meoi- zinalrats K 0 the gehörte, ging zum Preise von 55 000 Mk. an Admiral Langemark über. — Die Fruchthamsterei bat auch im Vogelsberg stark um sich g griffen. Der Hessische Bauernbund wendet sich daher an die Erzeuger mit der beachtenswerten Mahnung, diese Art der Hamsterei auf feinen Fall zu unterstützen; es sei ehrlos, eines persönlichen Vorteils wegen die Volksernährung zu gefährden. Hoffentlich schreiten auch die Behörden gegen dieses Treiben der Hamsterer ein. Kreis Friedberg. O Friedberg, 4. Sept. Von der Verfügung des Landesamts für das Bildungswesen, das; die bisherigen patriotischen Schulfeiern in Wegfall kommen sollen, dafür aber an den betreffenden Tagen Schulspaziergänge unternommen werden könnten, machtet: am Sedanstage die hiesigen Schulen sowie die meisten Landschulen des Kreises recht zahlreichen Gebrauch. Allenthalben wurde das schöne Wetter des 2. September benutzt, um Sckmlausflüge in die nähere und weitere Umgebung auszuführen. Der 5. November wird im ganzen Lande schulfrei sein und durch ernste Schulfeiern dem Gedächtnis der im Kriege gefallenen Volksgenossen geweiht fein. Starkeilburg und Rheinhessen. sw. Fürfeld, 4. Sept. Hier mußte die vom Kommunalverband bestellte Kommission zur Ausnahme des Ritchviehbestandes ihre Tätigkeit ernstellen, da die Biehhalter den Zutritt zu ihren Ställen verweigerten. Sie hatten srch durch Unterschrift solidarisch erklärt. Hessen-Nassau. Bad Homburg v. d. H., 4. Sept Einer hiesigen adligen Dame schwindelte ein Mensch unter dem Der sprechen, srezuheiraten, 18 000 Mark Bargeld und für 1600 Mk. Schmucksachen ab. Der Schwindler wurde in Heidelberg entlarvt und verhaftet. Turnen. O Lauterbach, 4. Sept. Ter hiesige Tu rnverein, der kürzlich beim Rhönturnen >ckon einen schönen Erfolg erzeilte, errang auch renn Feldbergturnen in der Oberstufe zw?i ^^1«. — Born Turnverein Grebenhain er» Spelt? Karl Ruhl mit 64 Punkten den 16. Preis, -ein; für einen ländlichen Turnverein besonders anerkennenswerte Leistung bei der starken Konkurrenz von 1200 Turnern und Zöglingen, die sich am Feldbergturnen beteiligten. — In Nieder- Moos ist von heimgekehrten KriegsteUn.hmem ein Turnverein gegründet worden, dem bereits zahlreiche junge Leute bei getreten sind. O Ortenberg, 4. Sept. Beim Feldbergturnen erhielten vom hiesigen Turnverein der Turner Schenk den 10., Engel den 18. und Nnger den 21. Preis in der Unterstufe. Airchliehe Nachrichten. Israel. Religionsgemeinde. Gottesdienst tu dec Synagoge (Süd-Anlaie). Samstag, 6. Sept. 1919. Vorabend: 6.30 Uhr. Morgens: 8.30. Abnws: 7.05 u. 7.-15. I s r a elit. R-ell g i 0 n s - Ge sel l schäft. Sabbatfeier den 6. Sevt. 1919. Freitag abend: 6 30. Samstag vormittag: 8.00. Nachmittog: 4.00. Sabl^tausgang: 7.45. Wochengottesdimst: morgens 6.30 und abends 6.00. nm. abds. vm. Eine künstlerische Sehenswürdigkeit. ----- .Hupfefid’s Privat-2iote3“ Stallung. - Aatohalle. 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Ich erlebte, als ich nn KraulbeitSausbruch zum Karlösprudel griff, daß der Schleim fid) in Gegenwart des Arztes in einer Weise löste, wie er es noch nicht erlebt hatte. Ihr dankb. Pf. Bachstem. “»TOT h FRFR erhalt, ums. Brosch: Die & I V 1 8 Ursache de9 Stotterns u. Beseitigung ohne Arzt u. ohne Lehrer sow. ohne Anstaltsbesuch. Früher war ich selbst ein sehr starker Stotterer u habe mich nach vielen vergeblichen Kursen selbst geheilt. Birte teilen sie mir Ihre Adresse mit. Die Zusend, meines Büchleins erfolgt sofort im verschloss. Kuvert ohne Firma vollständig kost nlos. „ ,f»c L. Warnecke. Hannover» Friesenstraße 83. Dr. med. WasB6 Facharzt für Haut-. Beinleiden und Geschlechts-Krankheiten 01,239 ..-.r.-.7_-==_. zurück. .......------ Sprechstunden wochentags 11—1 u. 2—3 Uhr Selbstgebauter Tabak. Versteigerung 10252V eines gekörten Vogelsberger Zuchtbullen lHerdbuchtier, bester Abstammung) auf Weide Lauterbach, am Dienstag, dem 9. September, nachmittags 31/, Uhr. 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