Erstes Blatt M. Jahrgang Vonnerslag, 4. September 1919 Swillingsraniförud u. Verlag: vrützl'sche Univ.-»uch, u. SteinSriiderei «. Sange. Schristleilung, Seschästrstelle u. Druckerei - Schulftr. 7 Amerika und der Zriedenr- iM vertrag. ” Bernitt *1919. Tas „Neue Wiener Jvurmck" bezeichnet den Auftrag an , die Neparativnsbommisfivn, Teutschp- Oeftcrreich eine schonende Behandlmig zuteil werden fru lassen, im gegenwärtigen Elend als die einzige Hoffnung. Die Verhütung des Staatsbankenotts sei der einzige Unterschied des zweiten gegenüber deut ersten Friedensvertrag. Tie „Volkszeitung" sagt: Wir werden voraussichtlich unterschreiben. Aber dieser Friedensschluß fei alle Merkniale eines Provisoriums, was viel" leicht der entscheidende Umstaird sein wird, den Volksvertretern ihre Stellungnahme zu erleichtern. Ixßenb jemand nn j> noch zu baden lubl bitte ich muhend föriitl e-n;u- ich., da vor meinem ipgiufl am Eamotag le5 beglich, sein soll. Bradtmann, > Wilbelmftr. 16. Die ungarischen Kommnnistenführer. Budapest, 4. Sept. (WTB.) Nach dem ungarischen Korrespondenzbureau stellte die amtliche Untersuchung fest, daß die ^Kv m m u n i st en, iührer nach ihrem Sturze Auslandsvaluta uni altes Geld der austrv-ungarischeu Bank im Werte von 25 Millionen Kronen auf ihrer Flucht nachi Oesterreich mitgenommeo haben. neu durch Reichsgesetz in das Reich ausgenommen werden, wenn es. ihre Bevölkerung toast des Selbstbestimmungsrechts begehrt." Diesen Bestimmungen steht jedoch Artikel 178 Abs. 2 der Verfassung gegenüber,, der die ausdrücklickst Einschränkung enthält daß „die Bestimmungen des am 28. Juni 1919 in Versailles unterzeichneten Friedensvertrages durch die Verfassung nicht berührt" werden. Ter vom Obersten Rat vertretene Standpunkt dürfte daher wohl auf einem Mißverständnis berufen. Versailles, 3. September. (Wolff.) Ter „Temps" teilt mit, daß die Unterdrückung des Artikels 61 der deutschen Verfassung vom Obersten jRat der Alliierten auf Veranlassung Cle- menceaus vertrugt wurde. Der Friedensvertrag in der französischen Kammer. Versailles, 3. Sept. (Wolff.) Die französische Kammer setzte nachmittags die Beratung über die Ratifizierung des Friedensvertrages fort. Als Regierungskommissar führte T a r d i e u aus, er wolle die Verhandlungen, aus denen die Frankreich zugestandenen Sicherheiten hervorgegangen seien, erläutern. Der Vertrag enthalte Sicherheitsgarantien, Garantien hinsichtlich der Ausführung des Vertrages und Garantien allgemein politischer Art. jiorvcrkaui lM V!e§kieSenzbedmgMgenfürOesterrelch. Versailles, 4. Sept. (WTB.) Unter den Oester reich: zur Unterzeickstumg übergebenen Dokumenten befindet sich ein Schriftstück, durch das sich Teutsch-Oesterreich verpflichten muß, an fer B l ok- kade gegen Ungarn so lange teilzunehmen, bis Ungarn die von den Alliierten und Assoziierten vorgelegten Friedensbedii'gnmgen angenommen hat. Wien, 3. Sept. (Wolff.) Corr.-Burean. Tie Blätter beklagen einhellig, daß die von Sachlichkeit cingegebenen Vorschläge des Staatskanzlers Dr. Renner durch die Entente bis aus wenige unbebe utenbe Aenderungen abgelehnt wurden uiÄ erklären, der erste Eindruck der vorläufig auszugsweise vorliegeirden Friefensbedmgungen sei so niederschmetternd, daiß nur der harte Druck der Wirklichkeit Deutsch-Oesterreich zur Unterschrift des Vertrages zwingen könne, den es niemals werde einhalten. Neuerlich betonen die Blätter, daß dem Staatskauzler Dr. Renner, der redliche, gute Arbeit mit Hingebung geleistet habe, der Dank nicht nach dem Ergebnisse zugemessen werden dürfe. Die zugestandenen Aenderuirgen und Milderungen des endgültigen Vertrages hätten das Wesen dieses Gewaltfriedens nicht berührt. Das schmerzende Bewußtsein, daß Millionen deutscher Volksgenossen in Fremdstaaten hineingeznstingt würden, werde noch durch die Tatsache verschärft, daß die Un abhängig keit Oesterreichs, das sich nicht einmal mehr deutscfe nennen dürfe, unveräußerlich erklärt werden, was mit anderen Worten das ausdrückliche Verbot des Anschlusses an Deutschland bedeute. Die „Neue Freie Presse" erklärt: Deutsch- Oesterreich wird künftig, wenn es überhaupt noch leben kann, nur von der Gnch>e der Wiedergut- machungskommiffion abhängen. Der Fricche von Versailles und der Vertrag von St. Germain Hafen wieder eine deutsche Frage geschaffen. Der Vertrag mit Deutsch-Oester reich ist härter als der mit Deutschland. Im „Neuen Wiener Tagblatt" wird erklärt: Der Vertrag ist trotz kleiner Milderungen unerfüllbar. Die „Reichspost" sagt: Es liegt nicht in der Macht des tief gebeugten Deutsch-Oesterr«ich den Vertrag zu ändern, aber in Dfetsch-Oesterreicks Macht liegt es, das innerstaatliche Leben lebenswert zu machen. Annahme von Anzeigen f. die Tagesmlnuner bis zum Nachmillag vorher ohnejedeVerbindlichkeil Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v.34 mm Breite örllich 15 Pf., auswärts 18 Pf., für Reklame- snzeigen von 70 mm Breite 48 Pf. Bei Platz- vorschriii20°/^Auffchlag. Hauvtfchriitteiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Leib Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck; fämttlch ui Gießen Der Münchener Geiselmordprozetz. Berlin, 3. Sept. Jin Münchener Gei-« selmordprozeß wurde gestern die Vernefe mung des Hauptangeklagten Seidl fortgesetzt. Ter Vorsitzende fragte ihn, welche Stellung er, eigentlich im Luitpvldgymnasium bekleidet fefe. Ter Angeklagte antwortete, er inäre politischer Vorgesetzter gewesen und Hütte die Genossen politisch aufzuklären gehabt. Der Vorsitzende hält ifeit darauf vor, ob aud; die Beschlagnahme einer Fuhre Wein zu diesen politischen Aufgaben gehört hätte. Es wäre auch einem türkischen Staatsuntertan ein Besuch) abgestattet und ihm dafei seine sechs silbernen Rasierapparate gestohlen worden — ob das auch aus politischen Gründen erfolgt tuäre. Ter Angeklagte schvcigt darauf. Ter Vorsitzende erörtert dann weiter die Zustande bei der Soldateska des Gymnasiums und stellt fest, daß der Angeklagte ein wahres Schreckensreg i m e >i t führte. Wer ohne Erlaubnis das, Gymnasium verließ, wurde erschlossen. Seidl gibt an, er habe während der Aus- zahlung der Löhne von Egelhofer den Befehl er», halten, 22 Geiseln zu erschießen. Daß auf 'der Rückseite des Zettels gestanden habe: „Sucht Euch die Feinsten heraus", weiß der Angenagte angeblich nicht. Er behauptet, Hausmann habe ihm bete Befehl ans der Hand genommen, und die Soldaten hätten ihm erklärt, wenn Du nicht mit dem Er-, schießen einverstanden bist, bann schlagen wir Dir mit dem Gewehrkolben den Sckstifel ein. Seidl ist im Laufe seiner Vernehmung etwas kleinlauter geworden. Er erklärt schließlich mit weinerlicher Stimme, daß er die ganze Sache lebhaft bedauere und daß er nichts davon wisse, daß tm Luitpold» gymnasium Wein und Sekt nachfer getrunken worden sei. Tann wird in die Vernehmung des -weit«« Hauptangeklagten Schickelhofer eilige treten, der zunächst über seine verschiedenen Krankheiten berichtet. Unter anderem sagt er, im Gymnasium wären eine ganze Menge Leute Evesen, die rricht arbeiten wollten. Vorsitzender: Sondern? Ange- llagter: Plündern und stehlen. Er bestreitet ausdrücklich, daß er eigenmächtig vor gegangen wäre. Der Angeklagte Gsell, der zu Beginn fe3 heutigen Verhandlungstages vernommen wird, wai lediglich als Schreiber im Luitpoldgymnasimn tätig, ohne der Sloten Armee oder der Kommuni- stenpartei angehört zu Hafen. Ter Angeklagte hat von den ernähren Opfern letzte Aufzeicfeungen entgegengenommen. Auf seinem Rücken hat auch die Gräftn Westarp einen Abscfeedsbrief geschrtefeir. Der Erschießung habe er nicht mehr feigeioohnt. Weigerung vud auf Grund des Vertrages selbst (namentlich des Arttkels 429) erklären die alliierten und af| cs liierten Mächte der deutschen Re- gtenmg, daß diese Verletzung ihrer Verpstichtungm in einem wesenttichen Punkte die Mäckste zwingen wird, unmittelbar die Ausdehnung ihrer Besetzung auf dem rechten Rheinufer zu befehlen, falls ihre gerechte Forderung nicht innerhalb von vierzehn Tagen (vom Datum der vorliegenden Note an gerechnet) erfüllt ist. Die Stellungnahme der deutschen Regierung. Berlin, 3. Sept. (Wolff.) Zu der Ente n t e n o t e betreffend die Aenderung des Arttkels 61, Absatz 2, der Verfassung nimmt die Regierung folgende Stellung ein: Die Note verlangt keine Verfassungsänderung, sondern nur eine authentische Feststellung, daß der Artikel 61, Absatz 2, der Verfassung nicht in Kraft tritt, solange der Rat des Völkerbundes nicht der Vereinigung Deutsch-Oesterreichs mit Deutschland zugestimmt hat. Diese Feststellung enthält übrigens schon Artikel 178, Absatz 2, der Verfassung. Artikel 61 der Weimarer Verfassung, gegen fen der französische Einspruch sich richtet, lautet in seinem zweiten Absatz: „Deutsch-Oesterreich er^ hält nach seinem Anschluß an das Deutsche Reich das Recht der Teilnahme am Neichsrat mit der seiner Bevölkerung entsprechenden Stimmenzahl. Bis dahin Hafen die Vertreter Deutsch-Oesterreichs beratende Stimme." Ter gleichfalls von der Entente angesochtene Artikel 2 der Verfassung bestimmt: „Tas Reichsgebiet besteht ans den Gebieten der deutschen Läüfer. Andere Gebiete kön- Die beabsichtigte Ausweisung deutscher Arbeiter aus Elsaß-Lothriugerr. Berlin, 4. Sept. Dem „Vorwärts" wird aus Lörrach gemeldet, daß die Gewerkschaftskartellig in Mühlhausen, Kolmar, Straßburg und Metz erklärt Hafen, der Generalstreik zu pvokla-, mieten, falls die von den Franzosen angekündigte Ausweisung von 15000 deutschen Arbeitern Tatsache werde. die ">rers Die Bölkerliga ist eine Verspottung des großen Ideals der internationalen Organisierung der Völker für Frieden und Kooperation. Sie hoben unsere Erstgeburt für ein Linsengericht verkauft. )An den Zielen der Freihettsfreunde in Amerika und in der ganzen Welt wurde Verrat geübt. Als Amerikanische Frauen fragen wir Sie, ob die Mütter unseres Landes ihre Söhne zu Millionen in den Tod geschickt haben, damit eine neue „Heilige Allianz" geschaffen werde, die die Demokratie in jedem Lande vernichten soll? . „Nene Tag" schreibt: Wir müssen die x i efendbebingimgen annehmen, weil wir zu schwach sind, eiltet Welt Widerstand zu leisten. Tie „Arbeiterzeitung" bezeichnet den Vertrag als bitteres Gehüssigkettserzeugnis und furchtbares Unrecht. Llemenceaus Kote über die deutsche versaffung. B e r l i n, 3. Sept. (Wolff.) Die Note des französischen Ministerpräsidenten Elemente au, abgesandt von Versailles am 2. September, angekommen in Berlin am 2. September, 4 Uhr 25 nachmittags, hat folgenden Wortlaut: Tie alliierten und assoziierten Mächte haben vonderdeutschenVerfassung vom 11. Aug. 1919 Kenntnis genommen. Sie stellen fest, daß die Bestimmungen des Arttkels 61 Absatz 2 eine förmliche Verletzung des Artikels 80 des in Versailles am 28. Juni 1919 unterzeichneten Friedensvertrages enthalten. Diese Verletzung ist doppelter Art: 1. Indem Artikel 61 die Zulassung Desterreichs zum Reichsrat ausspricht, stellt er diese Republik den das Deutsche Reich bildenden „deutschen Ländern" gleich — eine Gleichstellung, die mit der Achtung der österreichischen Unabhängigkeit nicht vereinbar ist. 2. Indem er die Teilnahme Oesterreichs nm Reichsrate zuläßt und regelt, schafft der Ar- ttkel 61 ein politisches Band zwischen Teutsch- land ynb Oesterreich unb eine gemeinsame Politische Betätigung in vollkommenem Widerspruch mit der Unabhängigkeit Oesterreichs. Tie alliierten unb assoziierten Mächte erinnern daher die feutiefe Regierung an den Art. 178 der deutsckien Versaffung, wonach die Bestimmnu- gen des Vertrages von Versailles durch die Ver- sassimg nicht berührt werden können, und fordern die deutsche Stegierung auf, die gehörigen Maßnahmen zu troffen, um diese Verletzung unverzüglich durch die K r a f t l o s e r k l ä r u n g des Artikels 61 Absatz 2 zu bo-seittgen. Unter Vorbehalt weiterer Vfeßnahmen für ben Fäll der »cht “fflerin KL- W 8chch bauie. -jwautoritr.gii, chneiderin ‘M Kunden an, Harne. rchr An» MiM IN Angevoie unter HntenSies^ r näiifcn 2onninif 7; ^cdtcmbkr, in eor gnu lii-hpelie och frei, trt fetti fOhifllet . mnzrnllLü». «to» Innsbruck, 3. Sept. (Wolff.) Der Bund für Südtirvl richtete an den Senatsausschuß für Auswärtige Angelegenheiten in Washington folgendes Telegramm: Entgegen Punkt 9 der am 8. Januar 1918 verkündigten Grundsätze des Präsidenten Wilson, daß Italiens Grenze in Südtirol bei Saturn gezogen werfen müßte, unterwirft der Friedensvertrag für Teutsch- Oesterreich die feiitid>fe und ladnttschen Süd- ttooler fer italienischen Fremdherrschaft. 172 deuffche und ladinische Gemeinden Südtirols, darunter die alten deutschen Städte Bozen, Me- ranunb B r ixen protestierten in jüngster Zeit' zweimal feierlich gegen die gewaltsame Unterwerfung und verlangten "ihr Selbstfesttmmungs- recht. Trotzdem soll Tirol durch die Brenner- gvenze zerrissen und dadurch ein Opfer des imperialistischen Londoner Vortrages werden. Don der Pariser Konferenz nicht gehört, appellieren die deutschen unb ladmischen Südtiroler an den Gerechttgkeitssinn und die Freiheitsliefe des amerikanischen Senats. Versailles, 4. Sept. (WTB.) Ter amerikanische Senator Knox erklärte einem Sonderberichterstatter des „Echo fe Paris" in Waslstng- ton, ber vorliegende Friedensvertrag bedeute nicht Frieden, sondern .Krieg unb zwar einen viel furchtbareren Krieg als der eben beendete. Der Senat müsse sein möglichstes tun, um ihn zu einem wirklichen Friedensvertrag umzugestalten. Die Zuspitzung der Schantuugsrage. Amsterdam, 3. Sept. (Wolff.) Tie englischen Blätter bringen eine Reu ter Meldung aus Tokio, wonach die Annahme des Abändernngs- aittrages bezüglich Schantungs durch den Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten des amerikanischen Senats großes Aufsehen erregte. Tie Chinesen, fee sich weigerten, ben Friedensvertrag zu unterzeichnen, wollen jetzt keinerlei Verhandlungen mit Japan, bevor die endgültige Haltung Amerikas geklärt ist. Dies gestaltet die Lage ernster als je. Zur RvÄehr der Gefangenen. Berlin, 4. Sept. (WTB.) Haager Blätter» Meldungen zufolge ordnete laut „Temps" eine Zirkularverfügung des französischen KncgSmini- sters an, alle Gefangenenlager die Rückgabe fer feutfefen Kriegsgefangenen aus fern Ausbaug-biel an die Sammelstellen innerhalb 14 Tage an. Ter Minister des Aeußern, P ichon, gab im Kamnrer- ausschuß bekannt, daß sich in Fraorkreich unb feiner^ Kolonien 335 000 deut sche Kri egsgefangene fesänden. Der Minister hob ab 1. Seb* tentber bie Arbeitspflicht der deutschen Kriegsge fang enen auf. Nach einer Reutermelbung werfen alte in England befindlichen feutscken Kriegsgefangenen bis zum 15. Oktober zurückgesandt sein. Amsterdam, 3. Sept. (Wolff.) Die eng* lischen Blätter melden, daß die brftischen Behörden in der Lage sind, die Zahl fer täglich heim- zufefördernfen deutsckien Kriegsgefangenen auf 6 0 0 0 z u erhöhen, sofern die feutfdjen Behörden die dafür notwendigen Eisenbahnzüge stellen. Im Gefangenenlager Oswestry kam beim Bekanntwerben des Beschlusses des Oberstei' Rates, die deutschen Gefangenen heimzufesörfern» zu großen Freubenkundgebungen. Auch der näckffte zur Biwnehmung kommende Angeklagte, der 24jahrig>? Artist Bernhard Hessel mann, war als Schreiber tätig. Derlufi".» «nsie i*1 i'1'“ .«'s«11’,1 Ä. 9hm hat auch ein getvisser Leutnant A. A. Berle, früheres Mitglied des Sekretariates der amerikanischen Delegation in DersaiUes, der wegen des „Verrates der amerikanischen Ideale" von seinem Posten zurückgetreten war, in der letzten Nummer der angesehenen Wochenschrift „The Nation" interessante Enthüllungen veröffentlicht, die auf eine schwere Anklage gegen Wilson hinauslaufen. Er schreibt, der Meister sei selbst der Verräter gewesen: „Dieser Ftt-efen ist Herrn WilsouS Werk. Er wurde ihm nicht nach einer diplomatischen Schlacht ausgezwungen, in der er unterlag. Tie Unterlassungssünden sind mit voller Ueberlegenhttj fe- gangen; die begangenen Sünden sind in vielen Fällen nach seiner eigenen, reiflich überlegtem Wahl. In vielen Fällen stanfen.die Leute, die tatsächlich mit ihm zusarnmenarfetteten, bis zum letzten Augenblick für ihre Idee fer Wilsvnschen Prmzipren em, um bann das Resultat ihrer Be- inÜbungen durch Herrn Wüson fekbst vereitelt zn st fern. Sie mußten sehen, wie feine ferüchmten 14 Punkte zum ständigen Witz fer Pariser Musik- feUen wurden. Nachfem fer Frieden svertrag in fenter ganzen Ungerechttgkeit enthüllt war, traten emxge von ihnen zurück: andere protestierten fei der amerikanischen Kommission. Drei Wochen später war die Gelegenheit gegeben, mcht nur die schreiendsten Ungerechtigkeiten gut zu machen, sondern das aanze Gebäude neu auf fer Basis von Treue und Glauben und Billig- leit, wie man fei Beginn fer Verhandlungen vorhalte, neu zu errichten. Es war Herrn Wilsons Wahl, daß der Vertrag bleiben sollte, wie er war. -vtetzt ist es an ihm, zu antworten." Jede unterdrückte Nation habe-, s osührt Berle weiter aus, in der amerikanischen Flagge ein Wahrzeichen der Gerechtigkeit gesehen, und deshalb seien alle ihre Vertreter zur amerikanischen Kom- misswn gekommen, um dort Unterstützung berechtigter Wüusck)e und Ansprüche zu suchen, ohne sie jedoch zu finden. So seien die Koroaner, Chinesen, Aegypter, Irländer, Esten, Letten und Litauer Um die Hoffnung betrogen, worden, daß Wilson es mit der von ihm ausgestellten Forderung des Rechtes ber Selbstbestimmung ohne Ansehung der Parteien und Interessen ernst gemeint habe. „Als Italien einen soliden Block deutscher Be- völkerung in Oesterreichisch^-Tirvl beanspruchte, gab Herr Wilson diesem Anspruch trotz fes Protestes fer Mitglieder seines eigenen Sekretariats sein« Zustimmung. Als Deutsch-Oesterreich feinen Wimich kundgab, sich mit fern neuen Deutschland SU vereinigen — seine einzige Möglichkeit für eine legitime unabhängige Existenz —, wurde ihm dieses Recht abgeiprochen. Es blieb Herrn Wilson vorfehalten, in seiner Rede bei fer Iiückkehr bie brutale Wahrheit zu verkünden, daß bie „S elbstbestim- ^u^igsklau sel" kein Prinzip gewesen sei, sondern lediglich Prvpag.mda, um bie Völker auszu- hetzen, „bie bisher von ber Macht abhängig waren, bie. fer eteg zertrümmert hat". Selbst ihre Be- Ttetung ist nicht Herrn.Wilsons Tat: Revolution und Volte^rheblmg, nicht bie Pariser Gerechtigkeit, waren bie Garantien für ihre Ansprüche." Aehnliche Beketmtnisse legt Berte, dec offenbar ein wirklicher Idealist ist, über die „Mrüstungssarce" Mlsons und das Feilschen um den Völkerbund ab. Die Stimmung Kegen Mlson wächst in Amerika. Auch die Frauenwelt rückt von diesem merkwürdigen Menschheitsvater ab. Ein in „Womens International Bulletin" erschienener offener Brief an den Präsidenten ist allen Deut- Men wahrhaft aus dem Herzen gesprochen, ^vir geben hier einige Stellen daraus wieder: „An ^xe, Woodrow Wilson, Präsident fer Vereinigten Staaten, richten wir eine Botschaft ^ener amerikanischen Frauen, deren Hoffnungen auf eme bessere Weltordnung nach fern ^Hcge ferch Ihre unb Ihrer Kollegen Handlungen vm Friefensrat zertrümmert wurden. Voller Stau- uiib Entsetzen waren wir Zeugen, wie Sie em Prmzrp fer Temokratte unb fer internationalen Gerechttgkeit nach dem anderen auf gegeben haben: trotzdem Sie selbst diese Priu- ■ 'Schien öerfünfet ferten; trotzdem Sie selbst bas ' amerikanische Volk veranlaßt hatten, für diese Prinzipien seine Kraft einzusetzeli unb fein Blut zu vergießen. Obschmi die Völker der Welt allgemein an- 1 erkmmt, obschon sie selbst verkündet hatten, daß ein i jgierechter Friede nur fei offenen Türen möglich ' itoar, schlossen Sie sich hinter verschissenen. - m. wo. xLU iahe. Sneng'lerM- i- B aller Sorten. , , ^^.rronik,, Koldener SitM ,u e--'" :.ä ,u 201. uren m Paris ein und unternahmen es, mit •n ober drei anderen Mäunerii die Probleme fer leit zu lösen, ohne den Völkern eine Gelegenheit ju geben, zu hören oder gehört zu werfen. Und die Sästuß-Enttäuschnug kam mit fern Friedensvertrag unb fern Völkerbund, über die das amerikanische Volk, ungeachtet Ihres Votvs, sich ^nformatron verschaffte. Uns erscheinen biete Dokumente voni Geiste der Autokratie geschaffen, von ber Toteuhwid derselben Müclfte der wftt- WaftlicEen Ausbeutung inü> des Imperialismus geformt, die die schreckliche K^amität fes großen Krieges über die Welt gebrackst Hafen. Hinter ber scheinbar wunderlichen geographischen Neugestaltung erkennen wir bie Pläne einer kleinen Gruppe Finanjmänne r für die wirtschaftliche Beferrschiung der Welt. Wir sehen, wie Rußland für die Interessen der Bonds bluten muß, fee sich in Händen ftmrzösischer und amerikanischer Bankiers befinden. Wir [efeit, wie Mitteleuropa „zur Strafe" gekreuzigt wird, um in ZuLmft seine Nidustrielle Mttfewerbung zu verhindern. Ltzir sel-en den nahen Osten als ein Sch-chlbrett, aus fern um die ökonomische Kmtvslle Asiens gespielt wird. Wir können keine Prophezeiung darüber wagen, welchen Beschluß schließlich der Senatsausschuß in Washington über den Friedensvertrag fällen wird — aber so viel ist sicher, daß weite Kreise in Amerika von Wilsons Werk keineswegs erbaut sind. Selbstverständlich sind da meist praktische und egoistische Gründe maßgebend, aber es ist doch auch allmählich überall bekannt geworden, daß Wilsons politisches und persönliches Charakterbild häßliche Flecken trägt. So hat z. B. sein Berater Lansing, mit dem er sich entzweit hat, ausdrücklich erklärt, von den „14 Punkten" sei bei den Beratungen des „Obersten Rates" überhaupt niemals die Rede gewesen. Senator Knox hat die Unbegreiflichkeiten bei der Handlungsweife des Präsidenten ebenfalls vor aller Welt mit schonungslosen Worten nach- gewtesen. Rt. 206 Ter Gtehinrr JInjttge» erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Vczugzpreis: monatl.Rlk. 1.60, vierteljährlich Mk. 4.80; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Alk. 1.50; durch die Post Mk. 4.50 oiertel- jährl. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: für die Schristleituiigll2 Lertag,6teschäftestelle51 Anschritt für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Sranffurt a. in. U686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen wird Br;ugsaiielle Rohr nachliewiesen. inftalt Waldbvi rSbause«. (101800 in wie 6t für 15, Ost. ober v. Ausnahme in it tzamiüe ydunaimHauSdaü 8aMben-Anslbiud. u. irozi» wird nach treinlunh uergütet. gen bevorzug!. Schr. ebote unter 10191 an (Siebener «n-eiger. f k Nack ferner 5)arftdlintg hat Seidel die Ober- Irihrng über den ganzen Betrieb im Gymnasium yeführi. Soviel er gesehen habe, habe ihn auch Hausmann bei allen wichtigen Entscheidungen gesagt. Seidel habe immer vom Erschießen gesprochen irnb sich gegen Kameraden und Gefangene frevelhaft benommen Tag für Tag habe er den Revolver tu der Land gehabt und auf Denunziatiomm sofort mit Haftbefehlen geantwortet. Im Luitpoldgymna- sium habe in den lebten Tagen unt> auch am 30. April ständig ein Ausschuß getagt, bestehend aus den Führern wie Levien, Levin e-N i s - sen, Seidel u. a. Nachmittags habe Seidel den schriftlichen Befehl Eglhofers zum ßkifcLiwtb mit den Worten empfangen: „Endlich, darauf warte ich schon lange. Eglhofer hat nun eingesehen, daß er es so machen muß." Als die Leute ihre Löhnung wollten, habe Seidel gesagt, erst müßten Die Geiseln erschossen' werden, sonst seien feine Leute mehr "dazu da. Die Erschießuirg der Geiseln durch 8 bis 10 Mann sei von Dausmann geleite: worden. Er selbst habe die Exekution nicht mit anschen Toitnen und den Dos "verlassen. Dem Angeklagten wurde eine Uhr m i t K e t t e und ein Ring ab- Mnommen, die die Angehörigen von drei der er- mordcteten Geiseln bestimmt als ihr Eigentum be» zeichnen. Demgegenüber erklärt Desselmann, daß er diese Gegenstände schon im Februar durch Tausch erworben habe. Ten »weiteren.Angeklagten Josef Seidel, Johann Scksmitte'e. Johann Dannes, Johinu Fe hm er amt) Wilhelm Mftmaier liegt die Anklage zur Last, xnit die -Geiseln geschossen zu haben, was jednh sämtliche entschieden in Abrede stellen. Wenn sie Seutat gegenüber nruh der Tat von ihrer Tat erzähl t haben, so sei das zu Unrecht oder, wie einer der Angeklagte:: behauptet, im Rausch geschehen. S“cr Angeklagte Sch mittele schildert ausführlich, wie .Fürst Thurn und Taxis vom Richtsatz noch einmal dem Seidel vorgeführt wurde, wie dieser, von Soldaten umringt, in der Kanzlei mit dem 'Auszahlen der Löhnung beschäftigt war. Ter Fürst Habe sich ans dm Zahltisch stützend und weinend, vb.wmals feine Unschuld beteuert und gebeten, dem sRevolutionstribunal übergeben zu werden. Ein Soldat hätte gerufen: „Tie Menge im Dof verlangt seinen Tod!", uni) ein anderer: „Wird der Kuß bald erschossen?" Ta habe Hursmann ge- isagt: „Raus mit ihm!" Tie Verhandlungen werden morgen fortgesetzt. Aus dem besetzten Gebiet. Berlin, 3. Sept. (Wolff.) Die „B. Z." meldet aus Euskirchen: Mehrere Einwohner von Euskirchen hatten britische Besatzungs- truppen überfallen, wobei ein Engländer getötet wurde. Der Stadt Euskirchen wurde dafür eine Geldbuße von 110 000Mk. auferlegt. Der Haupttäter, ein Arbeiter namens Küpper, wurde vom britischen Kriegsgericht zum Tode verurteilt und er- schossen. fm. Mainz, 3. Sept. Die seit etwa 3.4 Tagen abgeschaffte Vorzensur wurde von General Mangin von neuem über die tnehrheitssozialiftische Mainzer „Volks- Rettung" verhängt, weil sie „durch Verbreitung lügenhafter Nachrichten Unruhe in Die Bevölkerung getragen habe". Das Blatt chatte in der beanstandeten Nummer die Nachricht von der Verhaftung Dr. D o r t e n s gebracht. fm. Groß-Gerau, 2. Sept. Groß- iGerau mit 6000 Einwohnern hatte bisher eine französische Besatzung von 10 500 Mann. Im Park ist längst der letzte Hirsch nieder- gestreckt und wehe dem, der ein Wort der Kritik wagt. Ein Besenbinder hatte einem Bekannten, der gerade vorüberging und ihn Inach seiner Arbeit fragte, scherzend gesagt: „mit meine Bese wern noch die Franzose 'nausgekehrt." In diesem Moment flitzte ein französischer Radfahrer vorbei, meldete den Vorfall, dec dem Besenbinder IVe Jahre Zuchthaus einbrachte! Ein eigenes Kapitel ist der Verkehr mit der Weiblichkeit. 19 Burschen, welche die Franzosenliebchen mit Zopfabschneiden bedrohten, wurde der Prozeß gemacht. Sie erhielten Strafen bis zu vier Jahren Gefängnis. Dta. K o b l e n z, 3. Sept. Der Chef der französischen Militärverwaltung des Nieder- iahnkreises teilt in einer Bekanntmachung mit, daß den deutschen Beamten die Ablegung des neuen Eides unter An- droüung schwerer Strafen verboten sei. Ans dem Reiche. Verbesserungen des Postverkehrs. Mit der Eröffnung der Leipziger Messe wird ein fuiifentclegraphisck^er Schnellverkehr zwischen Leipzig Telegraphenamt und Berlin Haupttrie- graphenamt vom Rrichspvstmrnisterium eingerichtet. Dadurch erfährt das im Bau begriffene deutsche Binnen-Fun kennetz einen willkommenen Zuwachs. Oeffentliche Funkstellen, die unmittelbar mit Berlin verkehren können, sind außerdem in Hamburg, Königsberg (Pr.), Leipzig, Hannover, prankfuri (Main,, Darmstadt und Dortmund geschaffen worden. Die Arbeiten für die Errichtung weiterer Funkstellen in Breslau, Konstanz, Stettin und Braunsclyvcig bcftnden sich im Gange. Für den internen deutschen Luftschissverfehr ist eine besondere Linie Berlin-Friedrichs Hafen errichtet worden. Außerdem waren bisher für die Zwecke der Nationalversammlung zwei Verbindungen mit Schnellverkehr zwischen Berlin und Weimar in Tätigkeit. Um den Verkehr mit allen diesen Funkstellen bewältigen zu können, sind die Funkeinrichtungen beim Haupttelegraphenamt in Berlin erheblich erweitert worden. Uebcr Berlin erhalten die Funkstellen des Reiches Anschluß an die Großstationen für den bestehenden internationalen Verkehr. Sämtliche Funkstellen sind mit Gerät neuester Art ausgerüstet. Ta sie mir ungedämpften Wellen arbeiten, besitzen sie bei verhältnismäßig geringem Energieaufwand eine genügende Reichiveite für den unmittelbaren Verkehr innerhalb Deutschlands und machen eine scharfe Abstimmung der Wellen möglich. Hierdurch wird die bei einem Funkennetz mit zahlreichen Stationen sich ergebende große Schwierigkeit der WellenVerteilung wesentlich gemildert. Die Außerbetriebsetzung der noch vorhandenen und zur Aufnahme in das neue Verkehrsnetz ungeeigneten Militärstationen ist erfreulicherweise bald zu erwarten. Denn der Verkehr dieser Stationen stört naturgemäß den Betrieb auf dem allgemeinen öffentlichen Verkehrsnetz des Reichs- postmiisistkriums und das umsomehr, als diese Militärstationen noch mit älterem Gerät für gedämpfte Wellen arbeiten, die sich nicht so scharf absttmmen lassen. Gegen die Zersplitterung des Meßwesens. Leipzig, 3. Sept. (Wolff.) Die in der A u s s ch u ß s i tz u n g der Zentralstelle für die Interessenten der Leipziger Mu st ermesse gefaßte Entschließung lull folgenden Wortlaut: „Die am Vorabend der Leipziger Herbst- •muftermeffe 1919 in Leidig versammelten Mit- glieber des Ausschusses der Zentralstelle für die Interessenten der Leipziger Mustermessen E. V. sehen mit wachsendem Erstaunen immer wieder Pläne zur Schaffung neuer Messen neben der Leipziger Mustermesse auf tau eben und — wenn auch nur vorübergehend — „reifen". „Krine Konkurrenz für Leipzig" ist das Geleitwort, , das diesen Schöpfungen mit auf den nach den bisherigen Erfahrungen nur kurzen Lebensweg^egeben wird. Die Zentralstelle hätte gegen eine Kvukurrenz für die Stadt Leipzig nichts einzuwenden. Sie wirft sich nicht zum Hüter der lokalen Interessen Leipzigs auf. Wogegen sie sich aber mit aller Entschiedenheit wendet, das ist die Gefahrenquelle, die die Zersplitterung des Meßwesens für die deutsche Volkswirischrft bedeutet. An dem Mittelpunkt, in dem Herzen des Reichs sollen sich Angebot und Nachfrage in Meßwaren begegnen. Der Fabrikant und der Grossist sollen die Möglichkeit eines vereinfachten, Zeit und Geld sparenden Verkaufs, der Händler Sie Möglichkeit eines Besuchs und eines lleberblicks über die Stiftungen eines großen zentralen Jnkandsmarltes und internationalen Handelsplatzes haben. Diese bedeutsamen, gerade in der nächsten und weiteren Zukunst zum Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft, insbesondci'o aber zur Wiederanknüpfung der Handelsbeziehungen mit dem Ausland unbedingt notwendigen Aufgaben können nicht erfüllt werden, wenn der Begriff der deutschen Messe, die auf Grund Jahrhunderte alter Entwickelung ausschließlich durch Leipzig repräsentiert wird, verwischt werden soll. Tas Ausland bewundert die Leipziger Messe und beneidet um uns sie. Bei uns selbst aber wird von einigen Seiten vernicht, die Weltstellung der Leipziger Messe berabsumrnbent. Tie zahlreichen durch die „Zentralstelle" (mit ihren 7000 Mitgliedern) vertretenen deutschen Industrien, die am Äusfuhr- handel lebhaft Äntell haben, protestieren hiergegen und crflären, daß sie die Beteiligung an einer anderen als an der deutschen, d. h. Leipziger Messe ablehnen. Sie erwarten von der Regierung des Reiches und der Negierung der Gliedstaaten sowie von den Volksvertretungen, daß sie die Leipziger Messe mit aller Kraft zum besten unseres Vaterlandes fördern und keine Pkäne zur Zersplitterung des Meßwesens unterstützen naetben. Aus Braunschweig. Braunschweig, 3. Sept. (Wolff.) Wie die „Braunschweigische Landeszeitung" meldet, traten die Unabhängigen heute aus der L a n d e s v e r s a m m l u n g mit der Begründung aus, daß die Landesversammlung dadurch gegen den parlamentarischen Anstand verstoßen habe, Saß sie die Führer der Unabhängigen nicht habe zu Worte kommen lassen. Berlin, 3. Sept. Die BlÄtter zeigen die Entbindung der sicheren He r feVgi n Viktoria Luise von Braunschweig von einem Kmaben an. Clreikcnde Gymnasiasten. Stettin, 4. Sept. Nach Dem „Berl. Lok.-Anz." sind in Greifswald die Schüler des Gymnasiums in den Streik getreten, weil die von ihnen gestifteten Kaiserbilder und Büsten während der Ferien entfernt worden sind. In einem Telegramm an das Kultusministerium bitten sie um Wie- deranbnngung der Bilder. Aur Hessen. Die hessische Schule und die Weimarer Verfassung. Ter Präsident des Landesbildungsamts, Tr. Strecker, entwickcltc am _am:tig in einer Versammlung m Tarmstadt ausführlich die B bcutung, die Li günstigem unb ungünstigem Sinn die Schul- artitti der neuen Reichsverfassung für Hessen haben: Für Diejenigen deutschen Gebiete, welche schon seit Jahrzehnten die Simullanschule, das htißt die ton» f4i'ionell gemischte Schule, in welcher nur der Religionsunterricht getrennt erteilt wird, haben, ist der Artikel 146 in der Weimarer Verfassung ein schwerer Stein des Anstoßes. Es soll trotzdem nicht verkannt werden, daß die übrigen Schulart!kiel ein, M indestprogramm Tür das neue deutsche Unter» richts- und Er^iehungÄvcseii aufttellcii, mit dem gerade auch moderne Pädagogen durchaus zufrieden, lein können. Wenn die Lel/rerbildung so feftgdegt wird, daß der Besuch einer höheren Lehranstalt und anschließend eine wissenschaftlich pädagogische Fachbildung voraussichtlich die 9äorm werden wird, ist das erfreulich. Auch bi: Gltich^ellungjder Lecher in ihren Rechten und Wichten mit den Staatsbeamten entspricht der Würde wie den Wünschen des Standes. Taß bas gesamte Schulwesen unter der Aussillft bes Staates steht, bedeutet für manche ßänber einen Fortschritt, nachdem in anderen sich diese Praxis längst bewährte. Ob die Unentgclt- lich'kcit der Lernmittel in Volks schalen und Fvrt- lnlduugsschiuleii sich überall wird durchführen lassen bleibt angesichts der allgemrinen Finanzlage noch ziveifelhaft, ebenso wie der Umfang, bi welchem minderbemittelten Eltern Erziehungsbtil/ilfen werden gegeben werden können. Toch ist die Feststellung der guten Absicht ebtftiDeilen schon zu begrüßen. Ter erste Abschnitt bes 146. Artikels legt die Einheitsschule fest und wirb deshalb in allen pädagogisch sottschrittlichen Kreisen willkommen geheißen werden. Es ist an eine Grundschule gedacht, auf der sich das mittlere unb höhere SckMlwesan ausbauen soll. Es soll dieser Aufbau der Mannig- faitigfcit der Lebens berufe Recl^nung tragen und i*eninad,i auch das Fachschulwesen umfassen, und bie Kinder sollen bi die verschiedenen Zweige dieser Schule, nach Anlage unb Neigung, nicht nach sozialer oder fern fei iLvnefler Stellung der Eltern, verteilt werben. Int Interesse dieser Eviheitssckyile müssen die privaten Schulen kontrolliert werden. Private Vorschulen sind Eünftig undenkbar, weil sie ja sonst die gemebtsame Grundschule illusorisch machen würden. Tie Bildungs- und Erziehungsziele werden in der Weimarer Verfassung gleichfalls? in modernem Geiste aufgestellt. Zur persönlichen Tüchtigkeit muß bie berufliche kommen. Persönlichkeftskültur und Gemeinschostskultur werben so bieinander verflochten, wie es der Natur der Sache eittspricht. Zur Staatsbürgerkunde kommt der Arbeitsunterricht. Bloße verstandesmäßige Bildung wird also mit Recht als unz urrick,end empftinden. Alle Werte der butschen Kultur, der deutschen Sprache, Literatur, Musik und Kunst werden in der künftigen Schule einen breiteren Raum haben clls bisher. Tie Ver-i fassung will also nicht eine im äußerlichen Sinne „nationale Erziehung^", sio-ndern eine Erziehung im Geiste des deutschen Volkstums. Ter Religionsunterricht wird als o-rdentliches Lehrfach anerEannt, aber unter Aussicht des Staates. Tie Empfindungen Aiidersdenfesioer soklen im • Unterricht der öffentlichen Schiülen geschvitt werden. Mit all diesen Bestimmungen könnte man einverstanden sein. Wenn nur der 2. Absatz des Artikels 146 nicht wäre! Er Mit vollständig aus dem Nähmen heraus. Er verleiht jeder Gemeinde das Recht, mit Hilfe des Antrags von ein paar „Er- riehungsbewcktigten" in das Schulwesen des Landes eine Bresche zu schlagen . An Stelle der gvorb- neben Tenwkratie, bic durch das -Ovgcui der Volksvertretung ihre Schule schafft, setzt dieser Absatz ein regelloses Entscheidungsrecht von lokalen Aulv- ritäten, das an Bolschewismus streift. Tie Ausgabe wird sein, das kommende NtichZgesetz so zu beeinflussen, daß bie Fehler unb Unklarheiten der Verfassung ridjitig^ritrlU werden. Tas Neichs- s ch u l a m t, das nicht mehr zu vermeiden sein wird, muß einen genügend starken Einschlag füSbeutfdxr Kultur erhallen, damit wir der Gefahr einer Berliner Uniformierung entgehen. Wie arbeiten die Ministerien? Wir lesen im „Darmst. Tagl. Anz.": In der Stadtverordnetensitzung am 21. August haben sozialdemokratische Stadtverordnete Sen hohen Stromverbrauch im Landestheater bemängelt. Zwei Familien, von denen die eine „von hoher Stelle protegiert" sei, haben im Monat für 1500 Mk. Strom verbraucht. Eine Beschwerde sei unerledigt geblieben. — Gegen biefe Kritik Hal sich Derr Minister Dr. Fulda im hiesigen „Vollsfreund" in einer Weise verteidigt, bie nicht gerade darauf hindeutet, baß zwischen ihm unb leincm Parteiblatt ein vertrauliches Verhältnis besteht. Derr Dr. "Fulda legt dar, baß der Herr Finanzminister, dessen Angelegenheit die Erledigung der Beschwerde war, sich in Weimar befand und daß deshalb er — Tr. Fulda — die Dinge in die öanö nehmen mußte. Die Untersuchung fei mit aller Beschleunigung durchgeführt worden. Für den Feinersteh.mden ergeben sich cim zir wohnen und orSentlich verpflegt zu werden und sich von allen beruflichen oder anderen Sorgen und Mühen des Jahres auszuruben und zu crljokn, um dann frisch gestärkt die Pflichten des Lebens wieder aufzunehmen. Es ist dabei nicht nur an bie Stabt* buben" griracht worben, auch an bie vielen Andern im Bunde, die unter dem schweren Druck der Gegenwart eine kurze Ausspannung nötig haben. Das Ferienheim ist das ganze Jahr geöffnet, unb wer nicht im SoNrmer droben verweilen kann, bem stehl es im Winter zum nervenstärkenden Schneespori zur Verfügung. Für Verpflegung, vollstänbige gute unb ausreichende TageS ko st ufro., fordert der Bund 3 bis 5 Mark. Für Mitglieder, bic die Erholung am nötigsten haben, aber nicht ausreichende Mittä besitzen, sollen Freistellen gesck-afsen werden.^ Ter Zuspruch ist aber mit der Zeit so gr5® geworden, daß bie varhanbenen Räume nicht reichen, unb die Verwaltung mehr Kräfte braucht. Um angrenzende Räume unb Gelände für den gleichen Zweck umbauen zu können, bedarf es arößeoer Mittel, die auf dem Wege von Sammlungen und Wohl tätigke §fon jerteit durch die Vereine aufgebradx werden sollen. Ter hiesig.' Wartburg-Verein gibt zu diesem Zwecke am Tonncrstag den 11. September im Saale des Hotels Crinlprn ein Konzert, dessen Reinertrag für das Heim verwandt werden soll. (Näheres siehe Inserat.) Auch ist dem Wartburg-Verein Feuilleton. Adolf Pichler als Deutscher. Bor (lintert Jahren, am 4. September 1819, tourte in Erl, unweit Kufftein, Adolf Pichler geboren, der als Dichter, Gelehrter unb Bvlks- erzieher bestes Ansehen in feiner Tiroler Heimat »tno& unb wohl auch auf die Erhaltung der deutschen Gefimumg m Oesterreich großen Einfluß hatte. Wie er geachtet wurde von seinen Landsleute, beiviescn die Feiern seines 70. und 80. Geburtstages, bic allgemeine Volksfesttage in Tirol waren. Bald nach fernem achtzigsten Geburtstage, ernt 15. November 1900, starb er. lieber feine eckt deutsche Gesinnung geben seine Tagebücher Ausschluß. Sehr bemerkenswert ist zum Beispiel, was da unterm 1. Dezember 1870 zu lesen: „Zum Sckluß will ich noch, von der leidenschaftlichen Tcil- nahine er^iblen, mit der ich den Ereignissen des deutschen Krieges folgte; wie bei all den Heldentaten mein Herz zwischen Jubel und Sorge hin juni> her geworfen wurde, daß ich gar manche Nacht schlastos lag. Nur ungern ging ich in die Sommerfrische, und ich weiß es einem Freunde nvch immer großen Twik, daß er mir die Berichte, welche ich telegraphisch erhielt, sogleich durch einert Boten zumittt'lte. Ich werbe mich der Angst stets erinnern, in welcher ich. nach einer Lügennachricht Dom Siege der Franzosen, die ein Beamter der Süd bahn verbreitete, am Ufer des Sees qualvolle Stunden verbrachte, bis der Bauer, den wir noch srät Abends nach Jenbach gesandt, uns aus zuver- läfjigcr Quelle Serubigung bradjte. Mit verzcl)- lenber Sehnsucht erwaritic ich Tag für Tag am Ufer den Kahn, der die Zeitungen brachte; gegen Wiener, welche Napoleon den Sieg wünschten, fuhr ich sckwft los, unb ich erinnere mich noch lachend des zerkritzelten Gesichts eines Hoßrates, dem ich die Tepesche von Wörkh vovlas. Ich war nicht der Einzige; Unterinnthal auf und erb wogte die Be- gtisterung selbst unter den Bauern, und deswegen gelang es, beträchtliche Beiträge für die deittsich-n Beommbeten zu sammeln. Hu Ehren des Sieges von SBrifprnbirrg zündeten wir Feuer an, der '.ffec Jäger Karl lud die Böller, daß sie krcuhend im Widerhall der Berge durch bte DAer unsere Freud?, verkündeten. Ter erste September war ein schöner Tag. Ich stieg mit meinen Kindern hinauf aus Den Münz, diese Hochiwarte, von der ntttn weit hinaus auf die bayerische Ebene sieht. Nach 12 Uhr er» rtickten wir den Grat. Ms wir uns gelabt, füllte ick, ein Glas mit rotem Tiroler Wein und brachte in Gesellstl^aft etlicher Fremden, dir zu uns? gestoßen waren, rin Horl> auf beit Sieg der Deutschen aus. Tann schleuberte ich dis leere Glas an den Felsen, daß bie Splitter ivrilhin flogen unb rief: „So nrog' es allen Fernden bes deutschen Volkes ergeben, im Osten wie fm Weiten!" Ich backte dabei an die Russen. Es war gerade ein Uhr, die Stunde, wo Napoleon zu Sedan bie Waffen streckte. Das erfuhr idi schon am nächten Mittag, unb ich werde stets des intercnanien ZxpalleS auf dem Münz adtenfen." Pichler hat auch damals in kernigen Siebent feinem lebendigen deutfchm Natto- ualgefühl kräftigen Aiübruck glliecknl. Aber auch spater noch bat er stets und überall für das Deutsche htm in Oesterreich gekämpft, und diese seine Mi- fdtiu-ungen waren Nrohl die Ursache, daß er ungc» bicholick. lange warten mußte, ehe er die Lehrersteile am Innsbrucker Gymnasium mit einer Professur an der dortigen Universität vertauschen konnte. * — Vom W berheit 3 ilrbung frt fanben fei hierbei tont imb ein vom degrüßu «fegramm Wortlaut; Mgslager ( mübtDollen endlich m bii men ent! btrzlichci Ausdruck ein mn denen!ar Aen allen, i und dem & Kwt mit ib M in in Ptifincr, - "ngsousschui L'ebigShvh, Porte ist $on ^beschir i." tragen, sr Quin ^'ttmrgen ii 2* M bei! Könnet frot auch i &«U9- an (t. *e für bie Ä " Aei^ .tzedi- « - hBöfab toor(v,, y.Cl mit Mer $d' “r ixit ler berrL^s den, dn.0 in ^d°ch^?-h- '“‘ÄW.S? . ^lürtirfe ' seine macht bn*9-^ »LZ ve» ? WuiL05 $ m;Var' jungen 1 ®£r' 611,1 »itn l„S,irr Wtfflt «i .Datraten. iu, wg Ä SdaiS 2>mmcr, August ^ikr tret eüv lernbundes ins Le- ft. Vorsitzen- T- -Ltellvertcela Emel und Hein, schloss« sich zusammen, f&n. Lechem deinrich W«th und Heinrich aitadt gründeten <°ntöenbK wurde Wilhelm Leon« als Beisitzer ÄLuer. > Land. :n 4. Sept. 1919 heyrndundrtz. sein Gießen, da siege in imfarr Äadt mit feinen fttita- 'm schm beßrdm dm üi feine Mglietrr Stoben im Soge!»- incr Mrtigtn Lu fr en Sd'öntru ist es '»SÄ’IE tzs» hisve «berO^ i -hr ^olzvoE'^. ,nft Tnbern eine Eisen- '^"^eicheni' kaum Laii^ «-ad au! JE rr geöffnet, imb wer eilen trnn.bemytgi irtmben StWvort ing, vollständige «ute iw., fordert der Bund er, die die Erhalun, jt ausreichende Mittel -schassen wettet mit der Zeit.^gra« nen Raume mcht m--r W dm» mb Gelände sur.tei u können, bäars 6 n Leg? v-m bamm- akeuskvnzerten L.LKZ ÄnXÄ ^Darrburg-Lerem ThtarfcHf nnb ITnterfHitnmg des Publikums durch Adresscnnngabc von Personen, welchen das Such blatt noch zu gestellt werden soll. Meteorologische Beobachtungen der Station Gietzen. Datum Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit ®rai> der Bewölkung in Zehntel der sichtbaren Himmelsfläche Wetter 3. 9. 3. 9. 4. 9. nm. abbsJ om. I 22.2 14.8 12.9 8.9 9.8 10.0 45 78 90 3 0 5 heiter, trocken warm nachts Tau Höchste Temperatur am 3. 9. =22.4°, 4. 9. ----14.4*. Niedrigste „ „ 3.9. -= 4.8’, 4. 9. ---10.2'. jede Gabe SN ErnrichtitngtzkgegenstLnden herzlich willkommen, um soviel Mitglieder (besonders diu Jugend unserer Stadt) wie möglich ausnehmen au können. Näheres darüber mitzuteilen, ist der JugenvPfleger und Sekretär der Evangel. Gesamt- gemeinde, Herr W. Engels hier, jederzeit gerne bereit. Die Erhöhung der Cisenbahnfahrprc:fe. Wie bereits gemeldet, soll am 1. Oktober der Perslmentorif, Gepäck- und Exprcßgutfrachten um 50 Prozent erhöht werden. Wie eine Berliner Nachrichtenstelle erfälxrt, wird sich die Erhöhung auf alle P e r so n en s a h r k a r t en mit Ausnahme der Militärfahrkarten erstrecken. Die neuen Schnellzugzuschlagskarten werden für die erste Zone tu der 1. und 2. Klasse 3 Mk., in der 3. Klasse 1.50 Mk. betragen, für die 2. Zone in der 1. und 2. Klasse 6 Mk., für die 3. Klasse 6 Mk. Die dritte Sone sieht in der 1. und 2. Klasse eine Erhöhung von 9 Mk. und in der 3. Klasse von 4.50 Mk. vor Gleichzeitig tverden auch die neuen Mrrrdestsahr- preise für Schnellzüge für die 1. Klasse auf 2 3.50 Mark, die 2. Klasse auf 15 Mk. und die 3. Klasse mit 7.50 Mk. festgesetzt. Die im Verkehr befindlichen Fahrkarten werden weiter ausgegeben mit einem Ueberdruck der neuen Fahrpreise in schwarzer Farbe. * ** AuS dem Militärwochenblatt. Dem Oberstabsarzt Dr. Platz (Gießen) wurde der Abschied bewilligt. Oberst Fchr. von Bibra, bei Kriegsbeginn beim Stab des Jnf.-Regts. 118, wurde in OKmehmigung seines Llbschiedsgechchs mit der gesetzlickien Pension und dem Charakter als Generalmajor zur Disposition gestellt. Oberstleutnant v. d. Armee Frhr. Truchseß von und zu Wetzhausen, bei Kriegsbeginn Korn, b. Trainabteilung 10, Hauptmann Roose, im Jnf.-Regl. 116, wurde der Abschied mit der gesetz- lichen Pension und der Erlaubnis zum Tragen ihrer Regts.-Unisorm bewilligt. ** Zur Heimkehr der Kriegsgefangenen hat das Oberkvnsistvrium an die evangelischen Pfarrämter nachstehendes Ausschrci- ben gerichtet: Was wir lauge vergeblich ersehnt und erhofft, wird nun eintretcn: Unsere Gesaugenen kehren wohl in Kürze Heini. Wie Sic in den langeni Kriegsjahren daraus bedacht waren, den Zusammenhang zwischen dec Heimat unb der Front aufvcäit -u erhalten und mit den im Feld stehenden oder rm Lazarett weilenden oder in Gefangenschaft befindlichen Gemeindegliedern nach Möglichkeit in 'Verbindung zu bleiben, so werden Sie sich auch nach Kräften der zuruckkehrrnden Gefaugnreri annehmen, die wohl zum Teil vor dem körperlichen und seelischen Zusammenbi-nch stehen und vielfach den Weg ins bürgerlich)" Leben auss neue suchen Müssen. Wenn auch die Gefangenen vereinzelt zurückkommen werden, unb es deshalb nicket immer möglich sein wird, eine gemeinsame kirchliche Feier zu veranstalten, so werden Sie dvchl in dieser Hinsicht tun, was sich tun läßt und auch da mit den Zurückkehrenden den Weg ins religiös-kirchliche Leben ebnen helfen. Wir weisen raxfy darauf hin, daß Willlommengrüße von mancherlei Stellen, so vom evangelischen Pre^verband für Deutschland und vom Volksbund zum Schutz der deutschen zerregs- und Zivilgefangenen zu beziehen sind. ** Im hiesigen Durchgangslager erschien gestern, wie uns von der Kommandantur mitgeteilt wird, im Auftrage der Reichscegierung der mehrheilssozialistische Abgeordnete Thöne (Kasiel), Mitglied der Nationalversammlung, zur Begrüßung der am Dienstag hier eingetcoffcnen Kriegsgefangenen. An die auf freiem Platze im Lager versammelten Heimgekehrten richtete er herzliche Worte des Willkommens. Er schilderte dann die wirtschaftliche und politische Lage unseres Vaterlandes, forderte auf, im Unglück nicht zu verzagen, ermahnte zu Arbeit und Ordnung, und warnte vor den Umtrieben der terroristischen Minderheit. Seine sachlick)en, von politischer Parteifärbung freien, zu Herzen gehenden Ausführungen fanden bei den Zurückgekehrten reichen Beifall. Hierbei wurde ein vom Reichspräsidenten Ebert und ein vom Reichskanzler Bauer einnegangenes Begrüßungstelegramm verlesen. Tas Telegramm des Reichspräsidenten hat folgenden Wortlaut: „Berlin, den 2. Sept. 1919. An Turcl)- gangslager Gießen. Den nach unausgesetzten und mühevollen Anstrengungen der Reichsregierung endlich in die Heimat zurückgekehrten Kriegsgefangenen entbietet der Reichspräsident herzlichen Willkommensgruß mit dem Ausdruck einer warmen Teilnahme an den ausgestandenen lanyen Leiden und Entbehrungen. Möge ihnen allen, die solange fern von ihren Angehörigen und dem Vaterlande waren, ein frohes Wiedersehen mit ihren Lieben und eine glückliche Zukunft in der Heimat beschieden sein. I. A.: Dr. Meißner. — Heute abend versammelt der Empfangsausschuß die Heimgekeyrten zu einem U n terhaltungsabend in dem Saale der Liebigshöhe. — lieber Eintreffen weiterer Transporte ist noch nichts Näheres bekannt. ** Von der Bezirkssparkasse wird uns geschrieben: Um den Wünschen der Sparer auf b e s cb l e u n i g t e A b f e r t i g u n g Rechnung zu trag- n, kommen die bish-er von den Sparern über Teilrückzahlungen ihrer Guthaben auszuswl- lenden Quittungen nunmehr in Wegfall, indem Quittungen über Rückzahlungen von den Sparern nur noch bei Auflösung des Kontos (also bei Gauz- abhebungen) verlangt werden. Einzahlungen können auch jederzeit in bargeldloser Weise durch Uekerneisungen oder Eiuz ah ungen auf Postscheck- konto Nr. 5979 Amt Frankfurt a. M. — Zählkarten an Kassenschalter II erhältlich —, ober auch über Reichsbankgivokonto oder das Konto der Sparfaste bei der Hessischen Girozentrale in Darmstadt erfolgen. BeiNückzahlungen muß das Sparbuch stets vorliegen. .** Der Landesverbandder hessisch. H a u s b e s i tz e r,v e r e i n e, der in Darmstadt tagte, wählte zu seinem ersten Vorsitzenden Sdadt- Vevordneten H a u r y - Darmstadt an Stelle des bisherigen Vorsitzenden Grünewalb-Mainz. In der Ausfprackje über die Mieteinigungsämter wurde Högt, daß diese Aemter nicht nach allgemeinen Rrchtlti'.ien arbeiten. Uebereinslimmung herrschte darin, daß nur Mietsteigerungen in Form von prozentualen Zuschlägen zu den Friedensmieten fest gesetzt werden, während die Höhe der Proz.'nt- fätze selbst in den einzelnen Städten verschiedm sei. Es soll darauf hingetvirkt Iverdcn, daß die Berechnung der Mieten auf andere Grundlagen gestellt wird, daß sich der Steuerivert.des Hauses mit 7 Prozent brutto verzinst. **EinPrivatgasthofderGießener Braun st einbergwerke ist am letzten Sonntag an der Leihgesterner Kreisstraße, landschaftlich Ichön gelegen, in Betrieb genommen nwedeu. In erster Linie bient her Gasthof den Bedürfnissen der auf den Feririegruben beschäftigten Beamten und Arbeiter, jedoch ist vorgesehen, auch der hiesigen Bürgerschaft einen Teil der Gasträume zum Verkehr frcizugeben. Die Verwaltung des Gasthofes ist Herrn und Frau Weiß aus Gießen übertragen worden. ** B e si tzwechsel. Tas bisher im Besitze von Valentins Erben beftndlick)e Anwesen Krof- dorfer -Ltraße 17 wurde für 40 000 Mark von Schutzmann Ne her gekauft. Schiutzmann Peter Mag o l b verkaufte sein in Beuern stehendes Haus für 15 000 Mark an Frau Teubner Witwe in Atzbuch und erwarb in Gießen das Haus von Ruhls Erben, Bruchstraße 16, zum Preise von 24 000 Mark. ** Freibank. Freitag, 5. September, nachmittags 1—3 Uhr, werden die sttummern 20U1 bis 2100 beliefert. ** EinKirchengeincindetag, zu dem alle evangelischen Kirchenvorstände ber Provinz Starfenbursj eingeladen werden, soll Montag den 22. Leptember zu Darmstadt abgehalten werden. Professor D. Dr. Schian hat den Hauptvortrag zugesagt über „Tie neue kirchliche Lage und die evangelischen Kirchen gemeinden in Hessen". **. I Tn Lichtspielhaus wird bis ein- schließlich Freitag abend das sechSaktige Filmwerk ,,D i e P r o st i t u t i v n" aufgeführt. Dieser Titel, der lercht die Auffassung ertvecken kann, daß cs sich nm einen der berüchtigten Aufklcwungsfilme handle t|t sehr unglücklich gewählt. Tas Stück an sich ist alles andere als ein Appell an die niederen 'Instinkte der Menschen. Tas Thema ist dezent be- l-andelt und wächst im Verlauf der Hmrdlung zu einer Anklage gegen Staat und Gesellschaft. Unter der meisterhaften Regie Richard Oswalds sind packende Szenen .zufammengestcllt worden. Tie Träger der Hauptrollen, alles bekannte und berühmte Namen, haben Thpen geschaffen, die weit über das im Film gewohnte hrnausgehen. Kreis Friedberg. --- Vilbel, 4. Sept. Parteisekretär Rech- tien aus Worms hat am 1. September sein Amt als Bürgermeister der Stadt Vilbel angetreten. bz. Bad-Nauheim, 3. Sept. Wie der ,^ad-N. Ztg." berichtet wird, sollte gestern abend im Thalysienhof eine geschlossene Ver- a m m l u n g stattftnden, zu der nur ein geladene I Gaste Zutritt haben sollten. Als Redner war ein ! Herr WindHwser in Aussicht genommen. Die Veranstaltung richtete sich gegen die Juden. Ter Redner konnte nicht zu Wort kommen, er wurde niedergeschrien und schließlich die elektrisckie Beleuchtung ausgeschaltet. In der Dunkelheit soll es zu wüsten Szenen gekommen sein, unter anderem wurde auch ein Glasdach zertrümmert. Tie herbeigerufene Polizei räumte den Saal und stellt,' die Ruhe wieder her. G> Aus der Wetterau, 3. Sept. Tie Erntearbeiten sind nun beendet, lieber all ist die Dreschmaschine in Tätigkeit. Der Ertrag der Winterfrucht ist durchweg vorzüglich. Ter Morgen Weizen hat durchschnittlich 15 Ztr. geliefert. T:e Grummeternte hat bereits überall begannen; der Ertrag ist mittelmäßig, da das Futter infolge des trockenen Wetters in den letzten Wochen auf den Wiesen prüf gegangen ist. Sehr reich ist die Apfel- und Birnenernte. Hessen-Nassau. fm. Frankfurt, 3. Sept. Der Magistrat hatte bekanntlich beschlossen, die Holzbestände in den Haushaltungen aufzunehmen und eine Ratio- nierungdes Holzes eintreten zu lassen. Dieser Beschluß wird nicht zur Ausführung kommen, da man ihn ans verschiedenen Grüichen falten ließ. — Fran kfurt a. M., 3. Sept. Eine feit längerer Zeit von ihrem Mann getrennt lebende Frau drang heute früh in die Woh- mntg ihres Gatten und suchte eine Versöhnung mit diesem herbeizuführen. Als dies nicht gelang, versuchte sich die Fran mit einem Revolver zu erschießen, wurde aber von dem Manne daran gehindert. Sie flüchtete sich darauf in die Küche und schnitt sich hier die Pulsadern auf, so daß sie schn»erverlebt dem Kvgirkenhause zugeführt werden mußte. Kirdtc und Schute. I. Die gestrige Kreislehrertzer-i f a m m l u it g auf der Liebigshöhe war von allen Lehrern des Kreises Gießen besucht. Ter Vorsitzende, Kreisschulinfpektivr Pwfessor Tr. Alles, gab nach kurzen Begrüßungöwvrten dem Lehrer P l o ch - Grunberg das Mort zu dein Dorttag „Eltcrnrat und Schule". Ellern und Schule seien in erster Linie zum Erziehungswesen berufen. Ter Lehrer müssen dahin wirken, datz bildimgs- rtcunMiffpc Leute in den Schulvorstaiü) kommen, ^as Bollsschulivesen müsse Volks fache tverden. Tic Schule dürfe nicht abhängig werden vom Staat oder der Kirche, sie dürfe weder der Engherzigkeit? der Klerikalen noch dem Parteihader ausgcliefcrt werden. Tas Ziel der Erzieliung muß die nationale Einheit sein. Tie Wiederaufrichtung des Vaterlandes werde erreicht durch Erziehung zu Mtional- bewußtsein, Religiosität und Sittlichkeit. — Tie Beiträge zur Kreislehrerbücherei wurden in Anbetracht der hohen Bücherpreise erhöht. Auf Anregung des Vorsitzenden wurde die Abhaltung eines Fortbildungslehrgang.s beschlossen, welcher voraussichtlich in der Aula der Universität stattfindet. Tann erfolgte die Wahl dreier Vettreter der Lehr.w« schaft zum Kreisschulrat. Auf Antrag des Bezirks- lelwervereins Lick- wurde mit allen gegen rind Stimme beschlossen: Tie Kreislehrerlivitterenz des Kreises Gießen lprickft die bestimmte Erioartung aus, da»ß aus Standesinteresse fein Lehrer mehr am Leichensingen (Leichxnsingen bei Beerdigungen) teilnimmt. VermtiscS-ter. , * Feindliche Filmhe tze. Die schwedische Zeitung „Stockholms Tagbald" brachte kürzlich mis einer amerilanischen Filmzeitung die Nachricht, daß der frühere deutsche Kronprinz während seines Besuches in Holland von einer amerikanischen Gesellschaft gefilmt worden sei. Da- bei habe, der Photograph sich eines teckmischen Kunstgriffes bedient und die Mfnahme so her- gestellt, daß der Kronprinz hinterher in einer Film-Komödie auftritt. Natürlich wußte der Kronprinz von diesem Schwindel nichts. Durch diesen Mißbrauch ist es gelungen, den Kronprinzen und die übrige Hohenzollernsamilie in einer höchst lächerlichen Umgebung erscheinen zu lassen. „Stock- liolms Tagblad" nennt dieses Vorgehen „einen weiteren Beweis zu den vielen anderen von der edlen Gesinnung der Sieger". — Tas Verhalten der Feinde tann nach den vielen, dem deutschen Empfinden fremden Mitteln der Verhetzung in Wort und Bild nicht mehr überraschen. Erftenlich ist es aber, daß auch das neutrale Ausland vom Abscheu ersaßt wird gegenüber solchen Schamlosigkeiten. fn. Die Haarnetze der Militärverwaltung. Da generell die Weisung ergangen war, gewisse Mengen von Dcrtil.varen zu beschlagnahmen imb die Haarnetze mangels einer andern Klassifizierungsmöglichkeit den Textilwaren zugerechnet werden, wurden von beit Kriegswirt- schaftsstellen 25 000 Gros Haarnetze beschlagnahmt und so in sinnlosester Weise dem regulären Handel entzogen. Da nun die Haarnetze beim besten Willen innerhalb des Heeres keine Verwendung finden konnten, lagerten sie den ganzen Krieg hindurch in irgendeinem SpeiAr, um jetzt der Vergessenheit entzogen und dem Kleinhandel wieder zugeführt zu werden. * Die Wvhnungsverhältn isse tn alte r Zert. In der jetzigen Zeit der allgemeinen Wonnungsnvt und der eingeschränkten Sttaßende- leuchtung in den Städten dürste ein Vergleich mit den Verhältnissen in der sogenannten guten alten Seit angebvacht sein. Noch vor reichlich 300 Jahren waren in den Städten des nördlichen und mittleren Europas die meisten Häuser aus Holz gebaut und wie die Lehmhütten der Landbevölkerung nur mit etroö und Rohr bedeckt. Tas Jrmere war mit einfachen Tischen und Bänken ausgestattet, Stühle kannte man noch wenig. Ter städtische Arbeiter von heute würde aber 'auch die gotischen Burgen und Lchllösser kaum bewohnbar gefunden haben. Im schlosse des Königs Heinrichs VIII. von England z. B., der in der ersten Hälfte des 16. Jahrhundert^ regiertt, waren die Treppen voll Unrat, das Zimmer des Königs selbst noch> mit Rohr und Schilf bedeckt, und nur das Zimmer des Königs und der Königin heizbar, die anderen Räume blieben kalt. Dje Straßen der Städte wiesen kein Pflaster auf und bildeten daher den größten Teil des Jahres eher Sümpfe als Wege. Ter Hausunrat wurde einfach aus die Straße geworfen, ebenso wurden die Tüngerhaufen in die unmittelbare Nähe der Häuser gelegt. Selbst Schweine liefen um die Zeit noch in den Straßen von Berlin umber. Es ist also nicht verwunderlich, daß ansteckende Krankheiten bei diesen Zuständen große Verbreitung sanden und viele Opfer hinwegrafften. Wer auf Reinlichkeit hielt, konnte die Straße nicht betreten, sondern mußte getragen werden, reiten oder sich fahren lasten. Mit der Beleuchtung roar es ebenso trostlos, da es eine Straßenbeleuchtung nicht gab, Fremde konnten daher abends die Städte nur mit Fackelbeleuchtung passieren, soweit sie bei der allgemeinen Torsperre überhaupt durch- gelassen wurden. Büchertisch. — ZurAufklärungüberdasSchick- sal Vermißter gelangt zurzeit ein Snch- blatt kostenlos zur Verbreitung, in welches vermißte ehemalige Kriegsteilnehmer aller Truv- pengattungen ansgeführt sind. Tas Blatt wird nach allen Gegenden Deutschlands versandt und werden besonders Bahnhofswirtschaften, Banken, Cafes, Friseurgeschäfte, Gastwirte, Hotels, Vereine ulw., ferner auch bereits zurückgekehrte Gefangene gebeten, desselbe, falls noch nicht erhalten, ungesäumt vom Verlag des Kriegs-Vermißten-Such- btatt, Berlin SW 48, Friedrichstr. 248, kostenlos anzusordern. Ter Verlag erbittet gleichzeitig die Letzte Nachrichten. Die Rückführung der Gefangenen. Bad Homburg, 4. Sept. (WTB.) Vom Stab der Truppe Rhein wird uns mitgeteilt, daß, nachdem jetzt in den 3 Durchgangslagern Gießen, Meschede, Limburg je 3000 Mann Gefangene ein- getraben sind, die Erledigung ihrer Versorgungs-- angelegenheiteii schnell in Angriff genommen worden ist, daß die Ueberführung in die Hei mat in den nächsten Tagen erfolgen kann. Weitere Gefangenen-Transporte werden in den nächsten Tagen erwartet. Aus der Pfalz. M ünchen, 3. Sept. „Bert. Lokalanz.". General Fay olle in Kaiscrslau tern hat die vom bayerischen Milnsterpräsidenteii wegen der schweren Vorgänge in L nd'wigsha fen erbetene Unterredung a baelehn t mit der Begrün düng, er habe lediglich für die Aufrechterhaltung der Ordnung zu fjrgen, und diese werde durch die örtlichen deutschen Behörden unter der Kontrolle der ftanzösischen Behörden vorgenomm>en. Zur Volksabstimnmng in Oberschlcsien. Berlin, 4. Sept. Zum Vertreter Polens bei der Bolksabstimmungskommission für Oberschlesien wurde der frühere Reichstagsabgeordnete Korfanty ernannt. Die von den Polen verschleppten Dmtschen. V e r l i n, 4. Sept. (W. B.) Von unterrichteter Seite tvird mitgeteilt, daß die von den Polen verschleppten Deutschen bis spätestens Donnerstag frift) von der polnischen Regierrmg zurückgegeben werden. Aus Estland. Mi tau, 4. Sept. (WTB.) Tie Sv wj et- regierung wandte sich an die estnische Regierung mit Fried ensvorsch lägen auf der Grundlage der Unabhängigkeit des estnischen Staates. Der Beamtenausschutz der Deutschnationalen Volkspartci. Berlin, 4. Sept. Der Beamtenaus- schuß der Deutschnationalen Volkspartei beschloß eine Kundgebung, in der erklärt wird, daß die Beamteir den in der Reichsverfassung verlangten Eid leisten iverden, aber sich das Recht Vorbehalten, im Rahmen der durch die Verfassung gegebenen Möglichsten ander< staatliche Zustande zu erstreben. Die braunschweiger Unabhängigen. Braunschweig, 3. Sept. (WTB.) Tie „Braunschw. Lclndeszeitung" berichtigt ihre heutige Meldung dahin, daß die Unabhängigen nicht ans der Landesversammlung ausgetreten sind. Sie sind ausgezogen und leisten O b st r u k 11 o n. Aus Ungarn. Budapest, 3. Sept. (WTB.) Tas ungar. Kvrr.-Bureau meldet: Tie sttafrechtliche Unter- suchung gegen Michael Karolyi ist eingeleitet. Amerikas Handel mit Deutschland. Washington, 4. Sept. (W. B.) Das Kriegshandelsamt hat die Einfuhr einer solchen Menge von Farbstoffen aus Deutschland erlaubt, daß der Bedarf der amerikanischen Fabrikanten für sechs Monate gedeckt wird. Die Washingtoner Arbeiterkonferenz. Paris, 4. Sept. (W. B.) Giemen cean hat beim Obersten Rat bewirkt, daß Deutschland und seine Verbündeten zur Teilnahnte an der Washingtoner Arbeiterkonferenz aufgefordert w-rden. Schleifung der Kopenhugener Land- bcfeftigungen. Berlin, 4. Sept. Laut „Deutscher Allg. Zeitung" erfährt „Politiken", daß der dänische VerlLidigungsminister M u n k in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der sogen, militärischen Ab- wicklmrgskommission einen Vorschlag auf die sofortige Schleifung des größten Teiles der Kopenhagener Landbefesligungen porgelegt hat. Früh- und Herbstgemüse. Berlin, 4. Sept. (W. B.) Die Reichsstelle für Obst- und Gemüse setzt, um für die Abgrenzung von Früh- und Herbstgernüse einen festen Anhalt zu haben, den 9. Septernbdr als den allgemeinen Zeitpunkt an, bis zu dem Früh- gemüse seitens der Anbauer den Erwerbern zlvew Abnahme angeboten fein muß. Brand in der Hirschberger Papierfabrik. Hirschberg, 4. Sept. (W. B.) Die Fa-- brikationsräume der Hirschberger Papierfabrik G. m. b. H. sind heute durch Feuer zerstört worden, so daß der Betrieb völlig ruht. OB O1718T 9 Darmstädter | Pädagogium| Telephon Nr. 2354 Privatschule mit Jeder einzelne h»t die Pflicht für Arbeit zte sorgen Niemand halle mit AnHrSgen zurück Schlafzimmer 860, 1000, 1350 1650.1850,2200 gute Schreinerarbeit Achtung! — Achtung Treffe Freitag mit einer großen Sendung dein Lehrziel des Gymnasiums, des Realgymnasiums und der Oberrenlschule bis Oberprima. — Vorbereltnng ae! alle Schulpraiaageu auch für Damen. — Eintritt jederzeit. ««D Ellas, Herdweg 56'/r« Küchen 275, 375, 000, 850, 950, 1250 Kiefer und Pitchpine tenaä- Bl Worte ein. Verkauf zu den billigten Preisen Ecke Löwen- aaffe u. Babubofstraßc 25 von 8 Uhr morgens ab. Heinrich Ferber. (X> Anh.A.Brumlik Gießen I.Zumam käk Besichtigung meiner Ausstellung ohne Lrauf- zwang — Versand durch ganz Deutschland Achtung! i kirotze Sendung EinM- und 8nlat-8nrken i 100 Lt. 12-15 91) und Zwiebel cingelrsffk». Verkauf Freitag früh von 8 Uhr an am Felsen- feiler und Neustadl 19. Fro^cli. Televhon 21X5. Buchdruckerei J. Weinert Ä’enenwcg 9 Gießen Q o schnellstenr unb preiswert angefrrligt. > J Mit Mustern stehe -» * gern zu Diensten. I Eroher Lager in Sriefpapier-llaffetten. ♦ X vesuchsiatten, vantkarten, verlobungr- ♦ Vermählung»., 6eburts» ♦ X und llrauer-Drucksachen $ X werden in feinster Ausführung in der ♦ Infanterie-Re^. Nr. 110 Mer Mel«) 1. Kompagnie Wer gibt Ansknnft Jabneniunker-UnlerofnzierS Fritt Rücker auS Niidesbeim a. 3tb., verwunder und vermutlick) in englische Gefangenschaft geraten nm 20. Oktober 1918? Auskunft erbeten an Herrn Karl Haubach, Wieben, Liebigftraßc 17. 1017145 Versteigerung. SamStaa den <». September, Dorrn, io Ubr. laffe ich in meinem Hofe folgende Gegenstände gegen Barzahlung versteigern: 10ti08D 1 l)tllri*tnt komckettt Eßzimmer-kinriW«^ bestehend auS: 1 Büfett, 1 Lisch 95:130 cm mit zwei- Auszügen, 6 Stühlen, 1 Etagöre, 1 Spiegel 80:110 cm, 1 Sofa, 1 Serviertisch,- ferner 1 dunkeleich. Herren- zimmerttsch 120:80 cm, 1 neues Manino, 1 Garten» Hütte. Apotheker ProbHt, Grtinberßr. 4 Uhr nachmittags statt. 017179 Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem nner- forschlichen Ratschluss gefallen, gestern früh 7*/4 Uhr meine innigstgeliebte, herzensgute Frau, die treusorgende Mutter unseres lieben Kindes, unsere unvergessliche, liebe, gute Tochter, Schwester und Schwägerin ElisabetheBecker geb.Schmidt im blühenden Alter von 27 Jahren nach kurzem, schwerem Leiden zu sich in die Ewigkeit zu rufen. In tiefer Trauer: W. Becker und Kind Familie W. Schmidt VII. Familie H. Schmidt Familie W. Becker I Grossen-Buseck, 4. September 1919. Die Beerdigung findet Freitag den 5. September, Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen Otto Brückel für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden, die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Weber sowie für die herzliche Teilnahme seiner Kameraden, den Vereinen und für den erhebenden Grabgesang des Gesangvereins Germania sagen wir innigen Dank. Ferner danken wir unserer treuen Krankenschwester für ihre liebevolle Pflege und allen denen, welche unseres lieben Entschlafenen während seines langen Krankseins in Liebe gedachten. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Bruckel II., Spenglermeister Lang-Göns, den 3. September 1919. 10243 | Vermietungen | Pension BrandlI GutmöbLZimrnerm. Verpflegung, Bad. TeL 1085. Gut möbl. Zimmer t Dauermieter zu vermiet. «nun Bismarckstr. 9 I. Frdl. möbl. Zimmer per 15. Sept, zu oertn. AiTisi MarburgerStr.68 Brate heUe Werirztalt- rlnee,®a8u cleftr.Slraft mit grobem Hofraum und lirenerEinf. per sof. z.vm. Müh. Lüberltr. 19.___ Mr kleines sahen, oder später zu mieten gebucht. Schr. Angeb. uni. 017096 an den Gteft. An». | Mietgesuche | Auf 1. April 1920 od.srüh. »u mieten evtl, zu kaufen gesucht gut ausgestattete Wohnung von 6 — 9 Zimmern oder entsprechendes «Einfamilienhaus. tene| Angebote erbeten an I>r. Hummel, Frei» Lura i. Br., FuchSstr. 10. Duz. Bunter sucht eiuflich mödl. zimuitt rn. Pension. Schr. Angeb. u. 017165 an d. Gieft. Anz. SZimmer-Wobnuug gegen 4- oder 5-Ztmmer- Wohnung zu tauschen gesucht. 017190 __Ederttratze 6 I. 3-Zimmer-Wobn. von kinderl. Ehepaar sof. oder Oki. gef. Schr. Angeb. u. 017160 a. d. Gieb. Anz. erb. Kl" Simmet 2Belten zu mieten gesucht. Sckrifil. Angebote unt. 017147 an den Gteft. Anz. Möbl, Zimmer, Nähe Liebig str^ für sofort von alt. Kaufmann ges. Ang. a. Nürsten, Hotel Lenz. M7IW Möbl. Zimmer mit ob. ohne Pension gesucht. Schr. Angeb. unter 017167 an den Gies;. Anz. ÄMH.ScIttiiwr mit teilweiser Kücken be- Nutzung für kleine Mahlzeiten gesucht von Mitglied des Stadttheaterö. Schr. Angeb. mit Preis undBeschreibung bis zum 6. 9. 19. unter 10241 an den Gieb. Anz. erbeten. förillrflt 4-15. Okt. möbl.. Wtlliajs gut heizb. Zim., am liebst, m. voll. Pension, i. d. Nähe der Veterinärklinik. Schr. Angeb. unt. 017184 a.d.Gieft. Anz. erb. zur Werkstatt geeignet, zum i. Oktober zu mieten gesucht. Sckristl. Angebote unt. 017173 an den Gieft. Anz. verkehrsreiche Lage, für besser. OEI1 Spezialgeschäft per sofort ober spät, zu mieten gesucht. Off. unt. T. U. 14899 an Haasensteiu L Vogler A. G., Frankfurt o. Main. 10222hv | Stellenangebote! Hulgkiilhkchbkik sucht für ihre erstklassigen Fabrikate Vertreter '.'Jur solche Herren wollen sich melden, die in den einschlägigen Geschäften nut eingesührt sind. Schristl. Angebote unter 10163 an den Gieb. An». Tüchtige, selbständige Monteure per sofort für Haus- installation gesucht. Max Weiflbäcker, Süd-Anlage, »i* äuverlasstae 10135 Gattersäger vcr sofort gesucht. DarmstätHer Holzindustrie, Darmstadt, Weiterstädter Strabe 80. Zwei Gehilfen für sofort gesucht. 017152 Zutt, Weibb.- u. Anstr.-Gesch., Marburger Strahe 56. Dchmiedegeselle nef.017“3 E. Euler, Asterweg 15. „LAneistergestilie sindet dauernde Beschästi' gung b. Karl Schäfer, Herrenkleidermacher, oitim) Hungen. Kräftiger Hann (Schlaffer bevorzugt», der eine Bandsäge bedienen kann, sofort gegen hoben Lohn gesucht. H. Abel, Wetzstelnstrafte 19' I. oni“ Heiter & « Kutscher gesucht 10244 Hubn. Rittergaffe. Ein tüchtiger Schäfer rum sofortigen Eintritt gesucht. ttcmelndeStaBßen- rei, Post Grünberg. ig#0 Pflegerin, welche auch die selbständ. Führung des Haushaltes mit übernimmt, zu einem älteren Ehepaar gesucht. Beihilfe vorhanden. Näh. loisi Wilbelmsir. 5 p. Saubere Lauffrau oder Mädchen f. einige Stunden vormittags ges. 017188 Marktplatz 2. Wir suchen zum sofortigen Eintritt eine durchaus tüchtige BiWltem. ES kommen nur Damen in Frage, die bereits solch einen Posten begleitet haben. Schr. Ang. mit Zeugnisabschriften u. 10189 an den Gieb. Anz. still empfohlenes Fräulein oder besseres Mädchen aus guter Familie, das befähigt ist, einen gut bürgerlichen Haushalt selbständigzuführen, auch Im Nähen bewandert ist, alöbald ges. Zweitmädck. vorhanden. Schr. Angeb. unt.017117 a. d. Gieb. Anz. Einfaches Fräulein oder besseres Mädchen zur Erlernung des Haushaltes in einen Gasthof aufs Land zum 1, Oktbr. 1919 gesucht. Etwas Nähen erwünscht. Schr. Angebote mit Bild u. Ge- haltsanspr. unt. 10118 an den Gieftetter. Anzeiger. Gesucht zum 1. Oktober perfekte 101,4 Stenographistin und Schreibmaschinen- Schreiberin. Anfänge- rinnen kommen nicht in Betracht. — Meldungen nachm. iio. 4 und 5 Uhr. Rechtsanwälte Geh. Justizrat Metz a. Schiink, Liebigstr. 15. Bkreiferisükil sucht per sofort 10212 Andreas Euler, Zigarrenkistensabrik, Steinstrahe 7. Zur Leitung unserer Fabrik-Kantine wird tüchtige Kochfrau gesucht. Eintritt spätestens 1. Oktober. 10214 BänningerG.m.b.H., ________Glichen._______ Suche ein besseres, tücht. kann.Näh. i. d. GeschäsiSst. des Gies;en. Anz. 017088 Tüchl. krall. Dienstmädchen sürHauö- und Feldarbeit sofort ob. 1. Okt. gesucht, loon August Kammer, Metzgerei, Nidda. UM vom Lande gegen hoben Lohn für Haushalt aus sofort ober später gesucht Ost Anlage 36 p. Der C. C. der Starkenburgla 10202 IX XI Ferien Vertreter. Unterfertigter C. G erfüllt hiermit die traurige Pflicht, seine lieben A. H. und La.GR von dem am L Sept. 1919 zu Homberg a. d. O. erfolgten Ableben seines A. H. Justizrat OtmarWeidig (1852) geziemend in Kenntnis zu setzen. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege allen unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Jakob Reuschling III. Heuchelheim, 3. September 1919. Pauline Römer im Alter von 15 Jahren sanft entschlafen ist. 10230 Heuchelheim, den 2. September 1919. Helene Römer Wilhelmine Römer Marie Römer Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß heute nacht 12 Uhr unsere liebe, unvergeßliche Tochter und Schwester Die trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Römer V. u. Frau geb. Becker Die Beerdigung findet Freitag den 5. September, nachmittags l1/, Uhr vom Trauerhause Bachstraße 52 aus statt. Gesucht wird für bald oder später ein ordentliches älteres Mädchen für den Haushalt. Fa- milienauschlub wird zu- getagt. Schr. Angeb. mit Gehaltsanfvr. unt. 10175 q. d. Gieb- Anz. erbeten. Dicht. Mädchen gesucht. Frau Stolte, 016628 Lahnstr. 28. Ich suche in meinen kleinen Haushalt für 15. Sept, ober später ein tüchtiges Mädchen evtl. AuSbilse. 016979 Frau Anna Sntbud), Nord-Anlage 12. Wegen Verheiratung meines Mädchens suche für meinen kl. Haushalt gegen hohen Lohn per 15. Sept. ob. 1. Okt. ein gut- empsohl-Mädch., d.i.Kücke u.Haush. erfahr.ist.Wasch- srauvorh. Frankl.Str.581. ZweitiMell für Haushalt sofort ges. Frau Ludwig Herbert, Mäusburg 1 mnn (Eingang Wagengaffe». Dienstmädchen sofort oder später gesucht. Frau Tichy, •ne* Seltersweg 43. Mt.UWeu gesucht, am liebsten vom Lande. Wirtschaft zum Krokodil, Wistmar.""^» »E°°sMädchen gesucht Näheres 017183 ____Aliccstrabe 26 p. Mädchen in frauenlosen Haushalt für alle Arbeit sofort ges. Rechtsanwalt Fischer, «17H* Bahnhosstr. 65. Sülite Flickerin ges. Fran von Eisenbart, Wilhelm irr. 12. 017151 Jüngeres Laufmiidchea oder Lauffrau für vormittags ges. l10159 Zu erfrag. HAasburg 16. LnnsUstöisten sucht. Näheres zu erfr. im Laden bei E. Koch, SelterSweg 75. 017128 Lanfmädchen 2 Stdn. vormittag- ges. oi7i« Franks. Str. 3III. Lehrmädchen mit guter Schulbildung gesucht. 10137 Franz Bette, ______Mäusburg 10. Mädchen in Küche und Hausarbeit erfahren zum 15. Sevt. ob. 1. Oktober in kleinem Haushalt gesucht. ,cr,Ä Wetzlar, Harbachttr. 19 j Stellengesuche} Junger Marrn 21 Jahre, sucht Stelle alö Verkäüißr; in ManufaktuF- Aelierer Mann sucht Stelle als 10168 Kutscher Kellerarbeiter oder Heizer Angeb. unt. XV. 491 an Ann.-Erv. C. HoMenhelm, ________Coblen s.________ Znngcr Bursche (elternlos) nimmt Stelling als Wärter in einer Klinik an. Schristl. Angebote unt. 017143 an den Gieh. Anz. Fräulein, 21 I., mufft tKlavier), a. gut. Farn. u. sehr solid, sucht Stell, sof. ob. sväterin bess. Haus als fff ult» z 2Kinbern (keine ölUyC Schulaufgab.), im Koch. u. Näh. n unersahr., Putz- u. Waschfr. muh geh. werb. Schr. Ang. mit Geh. u. 017136 an d. Gieb. Anz. Suche für meine 18jähr. Tochter, welche die Handelsschule besucht u. daö Schneidern erlernt hat, pausende Stelle in besserem Hause. 0J7012 Th. Poths, Rödgen bei (Siehe«. Junges besseres Mädchen sucht Stelle für nachmitt, zu.Kindern. Schr. Angeb. u. 017189 an d. Gieh. Anz. | Verkäufe | Die Auftraggeber kleiner Verkaufs-Anzeigen werden gebeten, unter ollen der» art!gen Angeboten ihre Adresse tStrahe, Hausnummer und Stock, werk) zu veröffentlichen. Soll die Adresse verdeckt bleiben, so wolle man schriftliche Angebote unter der ynxetqennummer fordern Auskunft über Adreffen u. s. f. durch die Geschäftsstelle kann nicht erteilt werden. iÄUMweio Ä ""'"KavlauSgaffe 19IL Gute Milchziege zu verkaufen. 017197 ______Bctzberg Nr. 13. 2 starke PieicnMktt in 'Dreietager iNormal- maft», zu verkauf. Lehrer Bun, Grüniugen. 017,71 Ein massives JexrelwrstnstliiiS mit 3x4 u. 3X5 Zimmer- ivodn.. Wart. u. Hinteraeb. in beit. Lage einer Kreisst. Oberh. zu uert Schristl. Ang, unt. 10237 a. ix G. A. Ein kleiner Transportwagen 4täbr. mit Federn, Länge 1,80 Mir. 95 Ztm. breit, Nadhvhc 65, fast neu und zirka 40 sehr gut erh. starke Fabrikschemcl zu oertaufen. 110229 Angutt Kilblngcr. Seltersweg, 79. (Gebraucht., daovelspänn. tirasmäher abzugeben. Wicoeck, Alienbusecker Str. 35.101,1 2 (int crst.Festerbkttcn paffend für 4 Plumeaur, preiswert zu verkauien Müblstrafie 31 L Möbel verkauf. 1 c:ofa, verschied. Betten m. Patentmatratz., verschied. Kleiderschränkt, Kückenschränke und mehrere Anzüge preiswert abzng. 017155 Mrckeuplatz 11 L, Ecke Sckloftgasse. Brofler Tisch mit versohl. Schublade zu verkaufen. Anzusehen zw. 8—12 Uhr. Licbiastr. Gl v. 1017142 grackanzug, Smoking, Gebr^ck, hell- gestrichener Tisch mit 4 Stühlen billig zu verk. «7133 Diez*traOe 4 p. Ein Herr.-Ueberzieber und bellbl. Bluse z. oert O17,3‘ Erednerttr. 16M Ueberzieher fast neu, zu verkaufen Liebigstraste 71 y. iomca 8(6r.$aiclf lasier $.1. Wild. Bender, Gastwirt 017,70 Rodhelms.4.B. Neue MeibniasWe m.sichtb. Schritt u. Norm.» Tastatur für 4ii0 Mk. ver- käuilich. Schristl. Angeb. u. 017132 o. d. Gieb. Anz. Fahrrad i mit Bereifung z. verkauf Tentelslastfläriehen 9. MTnrnbarren u. Kinderwagen z.vk. oniu Lrtdwigstrasre 76. Kiadarliege- o. Sitzwagen m. Nickelgestell u. Gummibereifung zu verkaufen. Weserstraße 7 p. I017146 neuer KilldttNMU it. °17 ^Ludwigftrasie 2611. Ein Kinderwagen noch gut erhalt., zu verk. oihw Eeltersw. 35 N. H. Ein Zvlinderbut und ein Ebavean-Clac,beide neu, iFriedenSware» und ein Frauen-Kavvotbut (Streun» zu verk. 017139 Ederstraste 1, v, r. Ledn-Listulrauze» auch als Mavve z. brauch., foro. saft n. Hängematte mit Stäben zu verkaufen. on »eo Kr olderfer Str. II1. ßiiterfi. lötiiiMit ku oert017117 Crednerstr.lSL 3 neue 3ioilaniii(ie von 160—220 Mk. zu verk. onw Wetzsicinstr. 36, v. Zaft neues Kleid für schlanke Fig. zu verk. O171W Katbarineng. 12. 3 Zentner Whbirnen zu verkaufen. 10203 Getneinderechn. Hublitz, Trais-Horloff. —rctrrar1—&& Ur Liebhaber! Schöne Schmetterling- u. Stciniammlung z. vk. 017175 etevbauitr. 3 v. o o | Kaufgesuchs | Bin gebrauster kö-el zu kauf, gesucht. Näh. bei Ferd. Jochem, GonierS- tirdjen b. Laubach. 10199 Fimmcrose» zu kauf. gef. Schr. Angeb. unt. 10211 a. d. Gieh. Anz. Wslhliliede zu kauf. ges. Schr. Angeb. unt. 10210 a. d. Gieh. An». Ich zahle die höchst. Preise für getragene Herren- und flamenkleider 017156 fowie Möbel aller Art. W. Schmidt, _____Kirchenvlav 11L 20—2öAZaftg Buchen-, Eichen- u. Tannenholz bei sofort. Barzahlung zu kaufen gesucht. 016766 Phil. Jacobi, Aus der Back 4, Hinter der Stantkirche. Eichen- Stammholz in gröberen u. kleineren Partien zu kaufen ge sucht. Off. unt. E. W. 78S an Rudolf üonse, Würzburg.______1'721)83 Gktrag. Kleiber sowie Wäsche, Uhren, Gold- u. Silbersachen und Schuhe m kauft 1 - Jakob Ott 017161] Neuen Baue 17. Mehrere 1000 Waggons ßreiiuljoli jeder Art, per sofort laufend lieferbar, zu lausen gesucht. HeciilsM L Komalz, iomchenD!ricke wmm. bat, jjt er- t n. toirb cr!., dasj. Lagen bki,^uch- r,aridcro^Lache 01'zeiiiberg.wird, S$udi Weg. gute Bel Dll-Aul. 23. UI« Ä W1W ttjßfoten und Brusr , Stummelschwanz u. band. H. Römer. derg 17. (017191 'erkoren ir suchen ioiort mM %tt, Güter, -and- fa., Wantjöte, Ziege- .MWn, Häuser sür laDüftlltait. «aus tubt. Ängcb. a.b.2t. lldwittichastsbank, lin.V24. lOLilo Sevt., 6 llhr nachm. r Nordweilecke deö werkswald- iWei'tt Idr. Mm g. M tts.slr.3i 11.0llD* Vereine LchchW^tt- wngsimng für . Stadt und den mdfre'.s Siegen. niitriMk “gOeffl*e,,mb Qontafl den 8.5töt«, m. lOUbr, fin *n d'RaubcM, RA« itrSutßUttnC-ueUt IkkbmiÄ M “ ren gedenke und ihn gebeten, ihr den kleinen Sven mitzugeben. Ta war es in seinen Augen heiß und zornig aufgel-oht und er hatte nichts weiter et nüber t als: »Nein, das.Kind bleibt in seines Vaters Hause. Hier soll es gedeihen, hier soll es Wurzel fassen, nnd nicht draußen im fernen Land." Noch sah Sven im Geiste den todeswehen Blick m Ragnas Au gelt, als sie ihm leise sagte: „So machst du es mir immöglich, das Versprechen, das ich Sigrid gab, zu halten, du nimmst mir das Kind?" Wie heiße Zärtlichkeit itxzr es da in ihr emporgewallt, wie .gern hätte er die ernsten, trüben Augen sonnig aufftrahlen sehen, aber er durste nicht. ^utgrgnete er, „ich bitte dich sogar, das Versprühen, das du Sigrid gabst, zu erfüllen, ja, ich tue noch mehr, ich fl-ehe dich an, verlaß meinen Jungen nicht, nimm ihn an dein reiches, liebewarnres.Herz, und gib ihm Nur einen kleinen Teil von dem, um was sein Vater nicht bitten" darf. Bleibe frier, Ragna. Hier zu sein ist dein Recht. Laß deine Heimat auch die meines Kindes sein. Sieh," fuhr er wärmer werdend fort, „ich will dir ja nie in beit Weg kommen — ich will Svendburg, "ich will mein Kind meiden, wenn du willst, Jahr und Tag, nur bleibe in Svend- frurg." Und sie war geblieben, und er war gegangen, denn fernab voneinander, so hatte ihm Ragna be- deuttt, mußten ihre Lahnen gehen. Ragna httte die zwei Jahve, wie er aus ihren spärlichen Briefen wußte, gut ausgcnutzt. Sie hatte nicht nur sein Kind und die alte Gräfin Svendburg. die todkrank aus dem Süden damals mit ihnen heim- gekehrt, gepflegt, sondern sie hatte auch auf Svendburg redlich gearbeitet, und Blatt um Blatt war aus ihrer Feder hinausgeflattett in die Welt. Bor entern Jahr, da hatte auch die Großmama, die in den letzten Monaten ganz gelähmt gewesen, itoc müden Augen für immer geschlossen — Ragna als ihren Schutzengel noch im Verscheiden segnend. Sven war damals weit fort in Australien gewesen. Er wußte, daß Ragna ein stilles, weltfremdes Leben ljiec geführt, nur zweimal im Jahr unterbrochen durch den Besuch von Arne Lorenzen, mit dem Ragna im eifrigen literarischen Brief- Verkehr stand. O, nne Sven diesen Menschen haßte, der ihm nie etwas zu Leide getan, und den er kaum kannte, und nun, wo er, Sven, es endlich geivagt, heimzukehren, da würde Ragna vielleicht kommen und sagen: „Meine Mission ist hier zu Ende — ich gebe nach Berlin, da erwartet mich mein eigenes Heim, meine Freunde, mnne Arbeit. Willst du dich nicht von deinem Kinde trennen, so muß es bei dir bleiben unb jch — die Fremde — muß weiter ziehen." Sven knirschte hörbar mit den Zähnen. Etwas wie nrillke Verzweiflung flammte in ihm auf, wenn er sich vorstellte, daß Ragna allein für sich leben sollte, nicht mehr auf Svendburg, vor allen Stürmen geborgen. Ost hatte er sich das Wiedersehen mit Ragna und mit dem Kinde ausgemalt, — süß, berauschend. Er hatte sich vorgestellt, sie würde frei seiner Ankunft am Strande stehen und in ihren Augen würde es austeuchten wie Sonnenglanz, — die Liebe, die sie einst zu ihm gehabt. Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen) Nr. 206 Donnerstag, 4. September WY Verdienste Hoehschulttachrichten. = Frankfurt a. M., 2. Sept. Aus Aw regung der Universität Frankfurt nnb anderer wissenschaftlicher Institute wurde in der Gemar kung La rn m e r s pt e l bei Offenbach a. M. ein 8000 Quadratmeter grosses Gelände erworben, auf dem eine Station fürexpcrimentell» Therapte emclftet werden soll. Die Station soll ui erster Lime der Aufzucht von Kleintteren zu wisjenschastlickten VersuckZm dienen. O Schlitz, 2. Sept. Der hieswe Turnverein veranstaltete gestern ein Schauturnen, das sich eines starken Besuchs erfreute und dem deutschen Turnen zahlreiche neue Freunde zu- führte. Neben dem Geräteturnen und den volkstümlichen Hebungen nehmen das Keulen- und Faljnenschwingen das Interesse der Zuschauer besonders in Anspruch. Turne». 4 Bad-Nanheim, 2. Sept. Beim Feldbergturnen errang der hiesige Männerturnverein in der Oberstufe zwei 19. Preise mit 61 Punkten, der Turnverein 1860 den 20. Preis mit 60 Punkten. Der Turnverein 1860 wird zum Besten der heimkehrenden kriegsgefangenen Turner eine turnerische Wohltätigkeitsveranstaltung abhalten, in deren Mittelpunkt der Reigen „Die vier Jahreszeiten" stehen wird, der kürzuch frei einem Jamilienabend des Vereins bereits so großen Anklang gefunden hat. r. Leihgestern, 3. Sept. Der Turner Geometer Otto Schäfer front Turnverein 1893 errang auf dem Feldbergturnen in der Oberstufe unter 648 Mitbewerbern mit 57 Punkten den 24. Preis. vermischte». * Sprachreinigung im Gerich ts - s aail. Es handelt sich in einer Kölner Schöffen- gerichtssache um Veruntreuung fron Gegenständen, die sich in einem Karton befanden. Nachdem immer wieder das Wort „Karton" gebraucht wurde, sagte der Vorsitzende Amtsgerichtsrat Dr. Imhoff: „Jch weiß nicht, weshalb alle Welt „Karton" sagt, wrr haben doch das wunderbare Wort „Schachtel". ^Ja," fiel der Verteidiger ein: „Dadurch könnte unter Umständen sich jemand gekränkt fühlen." * Der Kampf um den kurzen Rock. In der Rue de la Paix, dem Pariser Mivdv- mittelpunkt, ist jetzt ein erbitterter Kanttff entbrannt, der zwischen den Schöpfern der neuesten Modelle und den ausländischen Einkäufern aus- gewehten wird. Es ist der Kampf um den kurzen Rock und den bloßen Rücken. Tie Amerikaner verlangen, daß die Röcke länger werden, und man hat sich entschließen müssen, de nfür das Ausland hesttmmten Modellen einige Zentimeter anzu- setzen. Tie für Paris bestimmten Röcke freilich bleiben so kurz wie zuvor. Rur bei den .Abend- toiletten ist man zu einer Länge zurückgekehrt, bei der der Rock den Boden berührt. Noch gröheve Proteste erregte der Rückenausschnitt, der bis zu einer geradezu Lmwahrscheinlichen Länge hinab- steigt. In diesem Punkte aber zeigten sich die französischen Modekünstler unerbittlich; sie erklärten, daß bei der geringsten Aenderung des Rücken- ausschnittes die ganze künstlerische Wirkung bei Toiletten vernichtet würde. Die neue Mode stehe und falle mit dem bloßen Rücken. gehend Ortsanwesenden dementsprechend verbilligt zu liefern. Der Kommunalverband des Aufenthalts- orts hat nach Anweisung des Reichsernährungs- ministeriums das auf ihn entfallende Drittel des Verbilligungsaufwandes endgülttg zu tragen. Landkreis Gießen. r. Leihgestern, 3. Sept. Tas in hiesiger Gemarkung befindliche Ton werk Hütten- berg ist fron dem bisherigen Besitzer P. Wilhelm Wilfon zu Gießen an Herrn Krause aus W e il bürg übergegangen. Tie Kaussumme ist rncht bekannt. Tas Wett, das mit allen modernen Einrichtungen versehen ist, hat während der Kriegs- zett stillgetegen und konnte auch bis jetzt infolge Kohlenmangels den Bettiefr nach nicht wieder auf» nehnien. Tre vorhandenen Bestände an ungebrannt ten Lehm steinen find von dem Gießener Braunstein berg werk erworben und werden in diesem Zustand zum Bau von Beamtenwohnungen vettoanDt. Auch die ebenfalls hier befindliche Fabersche Ziegelei konnte ihren wahrend der Kriegsjahre sttllgelegten Betrieb ans Mangel an Kohlen bis jetzt nicht wieder aufnelftnen. r- Lerhge ft e r n, 3. Sept. Die Getreideernte unserer Gemarkung ift nun völlig geborgen. Der Ertrag dürfte eine gute Mittelernte abgeben. Die Kartoffeln, die einen guten Ansatz hatten, leiden unter der anhaltenden Trockenheit. Ta die hiesigen Landwitte bis jetzt mit Kohlen nicht beliefert wurden, kann mit dem Drusch der Getreideernte noch nicht begonnen werden. Bis jetzt ift nur eine Dreschmaschine hier in Tätigkeit, die auf dem Gemeindedreschplatz für Kleinbauern drischt. Starkenburg und Rheinhessen. dta. Darmstadt, 3. Sept. Die neue Sprelzeitdes Landestbeaters wird am Sonntag, den 7. September, mit einer Aufführung fron Wagners „Meistersingern fron Nürnberg" eröffnet. Das Schauspiel beginnt seine Tätigkeit am Dienstag, den 9. September, mit her Erstausführung oon Walter Hasenclevers „Antigone". Für Mittwoch, den 10. September, sind Neueinstudierungen fron „Cavalletta rusticana" und „Bajazzo" angesetzt. sw. Beerfelden, 3. Sept. Hier sowie in Sensfrach, Schöllenbach, Finkenbach, Falken-Gesäß und Hammelsbach zerstörte ein Hagel weiter die Hoffnungen, die man auf die reichliche Ernte gesetzt hat, vollständig. Die Hafer- und Gerften- ernte wie die Kartoffelernte ift ebenso vernichtet wie die vielversprechende Gemüse- und Obsternte. Hesfrn-Nassau. — Frankfurt a. M., 2. Sept. DieStadi- verordnetenversammlung bewilligte in ihrer heutigen Sitzung den Stadtverordneten eine jährliche Dienftaufwandsentschädigung von 600 Mark und eine Summe zur Beschaffung von Liebesgaben für die heimkehrenden 5000 Frankfutter Kriegsgefangenen, außerdem sollen jeder Familie eines Gefangenen 5 Zentner Holz unentgeltlich zu- gewiesen werden. Den stÄstischett Angestellten wurde die bisherige Teuerungszulage für weitere drei Monate bewilligt. Die Deckungsfrage für diese neue Millionenfrelastung soll vorläufig unberührt bleiben. Mit der Verstadtlichung einer Anzahl gemeinnütziger, aber finanziell leistungsschwacher, Vereine wird nunmehr der Anfang gemacht. Vorerst werden die Vereine für Kindergärten und Kinderhorte sozialisiert. Dem Magistrat wurde aufgegeben, weitere Vereine, die für die Verstadtlichung reif sind, namhaft zu machen. ALrche und Schule. X Fr an kfUrt a. M, 3. Sept. Der Evangelische Pfarrverein für Hessen hielt gestern vormittag im Hotel Metropol-Monopot seine diesjährige Hauptversammlung ab. Ter Vor- sitzcnb: De k a n I a udt - P la n i g, der aus dem besetzten Gebiet herbeigeeilt war, begrüßte die Versammlung und erstattete den Jahresbettckft, der ■ einen erfreulichen Mitgliederzuwachs des Vereins, der jetzt fast 400 Mitglieder umfaßt, feststellen kennte. Nach den üblichen Berichten des Rechners unb Schriftleiters folgte ein Vortrag des Pfarrers Schrimpf- Hirzenl.-ain über die Organisten frage. Tie Versammlung stimmte einmütig dem Standpunkt des Vortragenden zu, daß der 8 50 des Volksschulgesetzes, der seinerzeit durch den Staat und nicht durch die Kirche geschaffen sei, baldmöglichst fallen muß und auch fallen kann, fraß, die, Kirche aber durch Einrichtung von Organistenschulen für die entsprechende Heranbildung fron geeigneten Laienkräften in solchen Gemeinden zu sorgen habe, in denen der Organist auf Grund eines freien Vertrags den Organistendicnst nicht mehr übernehmen wolle ober könne. Es folgte ein Vortrag von Pfarrer Weck-Steinfurth, der die eben wieder besonders zeitgemäße Frage des Religionsunterrichtes auf Grund von neun vorliegenden Leitsätzen behandelte. Ter Vortragende setzte sich n. a. besonders mit den Forderungen von Schulrat Scherer auseinander, verlangte die Beibehaltung des konfessionellen Religions- unterrichte in der bestehenden Simultanschule, unter Ablehnung von irgend welchem Religionsersatz, ferner Fachaufsicht für den Religionsunterricht, Zuziehung einte Vertreters der Kirche für das hessische Bildungsamt, wenn anders dieses Ami wirklich ein Ministerium für Bildung, Kunst und Wissenschaft sein wolle, Reformen ffti Katechismus, Gesangbuch und Biblischen Geschichte. Leider konnte infolge der vorgeschrittenen Zeil (eilte Besprechung des Vortrags mehr stattffnden. Tie Versammlung ettlätte sich jedoch im großen und ganzen mit den Leitsätzen einverstanden und nahm eine dementsprechende Entschließung an. Um Vs3 Uhr schloß der Vorsitzende nach einem Schluß- lieb die Tagung. und einer neuen Wirtschaft, das er ahnte, den gewaltigsten Eindruck, der sich noch vier Jahrzehirle f Väter in „Wilhelm Ateisters Wanderjahren" wiederspiegelt. „Bereick-ert mit Erfahrung und Wissen", wie in den Tag- und Jahresheften auf- zeichnet, keh ‘c er heim, und in Bettelten an das Ilmenauer Bergbauamt suchte, er sogleich feine Beobachtungen für das heimische Hüttenwesen nutzbar zu machen. Interessant genug ist der schlesische Bergbau", schrieb er an Voigt. In dem Gedicht, das er am 4. September in das Fremdenbuch der Tarnowitzer Fttedrickisgrube erntrug, nahmen ihm die Oberschlesier es freilich sehr übel, daß er sie „fern fron gebildeten Menschen" nannte. Tvch entljält es zugleich, die goldenen Motte: „Nur Verstand und Redlichkeit helfen, es führen die beiden Schlüssel zu jdglichem Schatz, welchen die Erde verwahrt." Die Entdeckung der oberschlesischen Industrie. Die außerordentliche Bedeutung Oberschlefterrs für das Wirtschaftslebens wird uns gegenwärtig durch die Streiks und Unruhen sowie durch die "Furcht eines möglichen Verlustes des Landes so recht vor Augen geführt. Und doch ist es noch nickst 150 Jahre her, daß man ftch der Schätze benmftt zu werden begann, die im Boden dieses bis dahin unbeachteten und verachteten Gebietes f(flimmerten, und erst seit etioa einem Jahrhundert spielt Oberschlesien im deutschen Witt- Büchertisch. — Philipp Krämer, Ernst Ludwig Zwingenberg. Der Roman einer Kindheit. Furche-Verlag, Berlin. Preis in Steifdeckel 3,60 Mk. ' konnten in den sieben Jahren nur 180 Wock>en arbeiten. Als bann im Jahre 1768 ergiebigere Erzlager in Oberschlesien entdeckt wurden, verbot der .König die Einfuhr fron Roheisen und Rohstahl aus Oesterreich und zehn Jahre später auch die Einfuhr des schwedischen Eisens. Tie schlesischen Hütten erhielten nun eine einheitliche Leitung. Ihr erster Organisator, der Oberforstmeister Rehbantz, hatte klagen müssen, er sei zugleich Baumeister und Ingenieur, Attillettst und Mechanckus, Schmelzer und Former, Bergmann und Kvhlenschwehler in einer Person. Sein Nachfolger, der hochverbiente Graf Reden, an den freute noch die dankbare Eriimerung in Ofrerschle- sien wach ift, wurde als Direktor des Breslauer Bergamtes der Bahnbrecher für die neue Industrie. Das alte Dorutteil gegen die Festigkeit des schle- fifefren Eisens, das der Förderung hindernd ent- gegengeftanben hatte, wurde nun überwunden, und Versuche erwiesen den stauirenden Fachmännern, baß die schlesischen Barren sich schwerer zerreißen ließen, als die so viel gerühmten schwedischen. Auch die kostbaren Steinkohlenlager waren bis dahin völlig vernachlässigt worden, denn frei Dem Holzreichtum Oberschlesiens verweirdete man ferne Kohlen zur Feuerung und begnügte sich z. B. damit, aus den Plesser Steinkohlen Ruß für die Schwärzung her Wachsleinwand herzu- stellen. Noch 1786 verbrauchte man in Oberschlesien nur 50 000 Scheffel Steinkohlen, und erst der weitere Ausbau der Industrie sowie die Ver- ttngerung der Transpottkosten machten die ober- schlesische Kohle für das übrige Deutschland nutzbar. Immerhin tat schon damals der Breslauer Kammerdirektor fron Klöber den prophetischen Ausspruch, ,,die Beschaffung billiger Feuerung durch den SterTttohlenbau werde dem Lande mehr nützen, als es durch den Bau von Gold- und ©Überminen geschehen könne." Beim Tode des großen Königs waren in dem lange verachteten Oberschlesien 47 Hochöfen und 185 Eisenhämmer in Betrieb, deren Produktton auf 21819 Zentner Gußeisen, 123 840 Schmiedeeisen, 2000 Stahl und 1200 Eisenblech im Gesamtwerte von 532 000 Talern berechnet wurde. Ten wahren Aufschwung Oberschlesiens konnte freilich erst bas Zeitatter der Dampfmaschine heran f- führen, das damals eben anbrach. Friodttch der Große hatte nvch^ kurz vor fernem Tode auf einen Bettcklt seiner nach England gesandten Techniker über James WattS Erfindung hin den Bau einer „Feuermaschiine" für die Fttedrichisgrube bei Tar- nowitz besohlen, in der die Bleisörderung Mit glänzendem Erfolge aufgauommen worden war. Diese erste TaMpsmaschine tn Deutschland wurde 1788 aufgestellt, unb zwei Jahre später frewundette sie hier Goet Heber seinem Besuch in Ofrerschlesien. 1796 erfolgte dann die Einweihung des ersten Kvkshochofens auf der Gleiwitzer Hütte, unb bannt war die Kohle erst in ihr Recht eingesetzt, konnte nun erst ihre wertezeugende Macht entfalten. In diese Frühzeit der oberschlesischen Industrie fällt die kurze Studienreise, die Goetsie mit dem Herzog unb dem Grasen flteben vom 2.—10. September 1790 unternahm. Auf den Tichter, der damals seine ganze Kraft an den Ausbau des Ilmenauer Bergwerkes setze, machtte dieses Heranwachsen einer neuen Welt Aus Stabt und Land. Gießen, den 4. Sept. 1919. ** Amtliche Personalnachrichten. Tem Schulamtsanwärter Wilhelm R e u h l aus Gambach, Kreis Friedberg, wurde ehre Lehrerstelle an der Volksschule zu Sellnrod, Kreis Schotten, übertragen. Erledigt ist die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schstckstelle zu Her- chenhain, Kreis Schotten. Mit ifrr ift Orgr- nistendienst verbunden. Dem Inhaber der Stelle kann eilte Ortszulage bewilligt werden. Weiter ift die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulftelle zu Elbenrod, Kreis Alsfeld, erledigt. Mit der Stelle ist Organisten- und LektzoreNdicnst verbunden. Arn 29. August wurden in gleicher Trensteigenschaft der Fi-mnzamtmaun beim Finanzamt Offenbach I, Hermann Fourier, zur Zeit in Tarmstadt, an das Finanzamt Darmstadt I unb der Finanzamtmann beim Finanzamt Offenbach I, Philipp Best, an das F-inanzamt Offenbach II versetzt vom Tage ihres Dienstantritts an, dem Finanzamtmann Fritz K ü m m e l, zur Zeit in Offenbach, die Stelle eines Finanzamtmanns bei dem Finanzamt Tarmstadt I unb dem Finanzamt- mann Karl B o ck, zur Zeit in Darmstadt, die Stelle eines Finanzamttnanns bei dem Finanzamt Tarmstadt I übertragen. ** Telegrammverkehr mit dem besetzten Gebiet. Nach^ einer neueren Anordnung der französischen Besatzungsbehörde ist der Telegrammverkehr zwischen dem mrbesetz- ten Deutschland unb der französischen Besatzungs-- zone nunmehr vollständig freigegeben, doch ift die Benutzung der Vorkriegs-Ehiffresevdes noch nicht zugelassen. Tie Telegramme sind über Mainz ober Ludwigshafen (Rhein) au leiten, weil sie d-ott kontrolliert werden. Wegen derUusammen- brängung des Verkehrs auf die beiden Zrvairgs- sammelstellen muß mit Verzögerungen in der Beförderung gerechnet werden. ** Die Post gibt Kredit. Zur Förderung des bargelbl>ojen Zahlurrgsverfehrs treten im Betriebe der Post am 1. Okdsber eine Reihe von weiteren Erleichterungen ein. Der Meiftfr'trag der Wertzeichen, die vor Gutschrift der lieber» Weisung oder des Schecks perabsiolgt werden, wird von 100 auf 300 Mk. erhöht. Nachnahmesendungen können bis zu jedem für Nachnahme ^lässigen Betrag mit Ueberroeifung ober Scheck eingelöft werden. Bisher durfte dies nur bis zu 300 Mk. zu gleicher Zeit geschehen. Auch frei Postanfträgm braucht die Gutschrift nicht mehr abgekartet zu werden. Ausgenommen bleiben Postpootestauf- träge und Postaufttäge mit dem Vermerk „Sofort äurücf" usw. Ein Vorschuß als Sicherheit für gestundete Telegramm gebühren wird nicht mehr verlangt. Tie Telegramme müssen nur noch mit dem Namen ober Stempel der Firma versehen werden. Auch auf die Sicherheit für die Mindesteinnahme aus Fernsprechstellen mit Automaten kann verzichtet werden. **Auslandslefrensmittel für Kurgäste usw. Der preußische Staatskommissar für Volksernährung! hat am lo. Juli verfügt, daß Anträgen von Kur- und Badegästen und anderen nur vorübergehend Ortsanwesenden auf Belieferung mit Auslandslebensmitteln stets stattzugeben ist, wenn aus den Abmeldebescheinigungen des Heimatsortes der Kur- unb Badegäste hervorgeht, daß sie die in Betracht kommenden AuslandslÄensmittel-Zu- ätzkarten "bei ihrer Abmeldung abgegeben haben. Diese Anordnung, die auch der Auffassung des Reichsernährungsministers entspttcht, deckt sich mit dem Grundsatz, daß der vorübergehend Orts- ann>efenbe, falls er in die Lebensmittelversorgung des Aufenthaltsortes ausgenommen ist, hinsichtlich der Zuteilung aller Lebensmittel genau so zu behandeln ift, wie der einheimische Bewohner. Die Auslandslebensmittel sind auch den nur vorüber- schaftsleben eine Rolle. Es ist eines jener unvergänglichen Verdienste Friedrich des Großen, daß er die ungeheuren Zukunftsmöglichkeiten wenigstens ahnte, die sich in diesem entferntesten Teile der ncuenoorbenen Provinz darbst en, und so ist er zum eigentlichen Entdecker der oberschlefiscken Industrie geworben. Die ersten ftaatlitfxm Hochöfen, die in Schlesien 1753 errichtet wurden, sollten nicht nur dazu dienen, Geschütze für den drohenden Krieg zu ver- fertigen, sondern der König erklärte gleich anfangs: „Die Wette sind nicht dazu da, um ewig Bomben zu gießen." Es sollte sogleich mit der Herstellung fron Guß- und Schmiedewaren, fron Stahl, Draht und Blech begonnen werden. Im Siebenjährigen Kriege mußten dann allerdings diese frühesten oberschlesischen Werke Munition her- ftellen, doch wurden sie wiederholt vom Feinde verwüstet, und die beiden wichtigsten Hochöfen, die oon Malapane und der Kreuzburger Hütte, würde, alte Schranken nicht achtend, in ftam- mender Leidenschaft hervvrbrechar, und er würde die Hohe, Reine an seinem Herzen halten unb jubelnd zu ihr sprschen, loffen unb ahne Scheu: „Ragna, ich liebe dich!" O, nur einen Moment wenigstens die Liebe in ihren Augen austeuchten sehen, nur einen Augenblick ihr bbondes Haupt, in seliger Versunkenheit an seine Brust pressen. So hatte er geträumt, gehofft, noch während der > Uefrerffahtt hatte ein Lächeln seinen Mund getonnt, weil die Hoffnung ihm süße SBurte zu- ftüsterte, die er selbst wünschte. Unb bann war alles so anders gekommen. Ragna hatte allewings am Strande gestanden, als ihn boS Schiff über bas Ddeer trug, aber ihre Hand hatte die des lleinen Sven, der im weißen Kleidchen wichttg ihr zur Seite trippelte, nicht losgelassen und als er mit einem Satz ans Ufer sprang, ba hatte sie das Kind hoch emporgehoben und in feine ausgebreiteten Arme gelegt. Da batte er die kleine, weiche Kindergesiatt, die sich erst fdjeu unb dann zutraulich an ihn schmiegte, fest an feine heftig pochende Brust gedrückt und Ragnas Hand hatte er nur ehrfurchtsvoll an seine Lippen gezogen, unb dann waren sie, das Kind zwischen sich, langsam zur Svendburg durch dunllen Wald emporgestiegen. Uefrer alles mögliche hatten sie den Nachmittag geplaudett, gemeinsam mit dem Kinde yttpielt, aber ein jeder hatte vermieden, tiefer liegende Fragen aufzuwerfen. Tazwischen hatte Sven heimlich sich an Ragnas Schönheit berauscht. Wie trunken waren chr oft seine Blicke gefolgt, wenn sie sich zu dem Kinde liebreich Hemieder beugte. Wie herrlich war ihre Gestalt, wie hlütensttsch ihre Wangen, wie gesponnenes Gold ihr Haar. Nur in den Augen, da lag, es zuweilen ifrie unergründliches Leid, und als hätte „Sehnsucht sie meinen gelehrt". Unb als sie fron ter Abendtafel aufffcntben, da hatte Ragna mit fast, wie es schien, hartem Tone zu ihm gesagt: „Darf ich dich, wenn ©frtr schläft, noch einen Augenblick im Wohnzimmer sprechen?" Er hatte wohl gesehen, wie bitter schmerzlich es da in ihren Augen aufgezuckt war, aber er hatte Lescfevregen. Und nun stand er hier unb wartete. O. er wußte ja, was sie ihm sagen wollte, sagen mußte und doch überkam es ihn, als müßte er alles nieten treten und Ragna an sich reißen, denn es war ihm, als ginge mit Ragna fein Leben. Grollend flog sein Blick über die Tafel. DK alte Ehaja war wohl närttsch. Was sollte der Wein, was die Blumen und die Früchte, wo es galt Abschied zu nehmen, Abschiü» fürs Leben? Wie empörend die Kerzen hell aufflackerten. War es nicht, als hielten sie Totenfeier? Er hatte immer geglaubt und gehofft, daß der flammende Blitzstrahl, dieser einzigen, großen Leidenschaft, der in sein Herz gefallen, und den Ragna empfunden, mit ihr eng verwachsen war, daß nur ihr Zartgefühl, das Anbenfen an die geliebte Schwester sie die Scheidewand ausrichten ließ, aber seitdem er Ragna wiedergesehen, ba glaubte er nicht, daß es nur Stolz war, der sie von ihm trennte, sondern — Er kam nicht weiter. Tie, von der sr wachend gettäumt, stand fror ihm. In der hellen Tämmerung, die trotz der brennenden Kerzen im tztemach herrschte, schimmerte ihr weißes Kleid tote Schwanen gffieder. (Schluß folgt.) ßong«el & Appel, Giehen, eingetragen : Dem Betriebsleiter .Heinrich Appel in Gießen ist Prokura erteilt. Gießen, den 30. August 1919. 1O2O6B Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinignng in der Gemarkung Kleiir-Linden. Nachstehend bringe ich die Bekanntmachung des Hessischen Feldbereinigungskommissärs vom 21. August 1919 zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 2. September 1919. 10226B Ter Oberbürgermeister: Keller. Bekanntmachung. Diejenigen beteiligten Grundeigentümer, weiche beabsichtigen, auf ihren dem zwangsweisen Beizug zum Feldbereinigungsverfehren unterliegenden Grundstücken Bauwerke zu errichten, welche nach den Bestimnnmgen der allgemeinen Bauordnung einer polizeilichen Genehmigung nicht bedürfen, wozu insbesondere auch Feldscheuern, Brunnen, Gruben, Einfriedigungen und dergleichen gebären, werden aufgefordert, vor Ausführung des Baues durch Vermittlung der Hessischen Bürgermeisterei der Vvllzugskommission von ihrer Absicht Anzeige zu machen und deren Genehmigung strachzusuchen, da bei Nichteinhvlung sowie bei Versagung der Genehmigung auf solche Anlagen im Fcldbereinigungsverfahren keinerlei Rücksicht genommen werden wird. Ferner ist erforderlich, bet beabsichtigter Neuanlage von Obstbaumstücken der Bollzugskom- ntissian vorher Mitteilung zu machen, da auch auf solche im Laufe deS Feldbereiniaungsverfahrens keinerlei Rücksicht genommen werden kann, wenn die Genehmigung nicht ein geholt war oder versagt werden mußte. Der Hessische FeldberemiglmgÄkommissär. gez. Dr. Jann. Bekanntmachung Betr.: Festsetzung von Höchstpreisen für Früh» zwirbeln. Tie Reichsstelle für Gemüse imb Obst in Berlin bat den ErzeugerhöchftpreiS für Fru^wiebeln mit ^fertiger Wirkung auf 12 Pfennig je Pfund festgesetzt. Diese Preisfestsetzung bezieht sich auf Ware erster Güte. Ueberschreitnngen vorstehender Höchstpreise werden nach der BundeSratsvervrtmung vom 8. Mai v. IS. gegen Preistreiberei (Reichs-Gesetz Blatt S. 309) mit Gefängnis und mit einer Geldstrafe bis zu 200 000 Mk. ober mit einer dieser Strafen bestraft. Mainz, den 30. August 1919. Hess. Landes-Gemüsestelle, Berwaltungsabteilung Der Borsitzende: Werner, Regrorungsvat Betr.: Wie oben. Dir Hessische Landes-Gemüsestelle, Benval- tuvstSabteilung, an die Bürgermeistereien der Landgemrinden des Landes. Unter Hinweis auf vorstehende Bekannt- mackmng beauftragen wir Sie, diese in Ihren Gemeinden ortsüblich bekanntzumachen. Zuwider- Ixmdlungen sind zur Anzeige zu bringen. Mainz, den 30. August 1919. Der Vorsitzende: 102368 Warner, Regierungsrat. Hotel Kobel Liebigftraße 9. Süßer und Rauscher Apfelwein eigener Kelteret. ,««. Zigaretten Engi. u. A inerik. la Mark., band., liefert jed. Quant laufend geg. Akkred. bei Deutfch.Bonkrrler.PreiS proMille300Mk.abTrier Bervackung zu Selbstk. Ammern dk Co.,Trier« Eulenpflltz 9. ,WMP KmBricsminkeil \ Katal.send.grat.lGeg.I8SÄ. Rlch.B»rtt,Brmn>wil| la. Aufnehmer in grau Mk. 2.73 u. 3.2», „ weiß „ 4.76. [970? Fraa» Sette,MäuSburglO. (nniniiTiiiiniiJiiiiiiiiiiiiniiiiniiim 3«nge Friseyse nimmt Shmbeit an. Äri fieren u. Cnbnlieren tu und außer dem Hause.. otea7.\ Watttorttr. 24 I. WMMIIIIMMWW» Packpapiere in Bogen und Rollen Lederpappen ------- Echt ------- Pergament Pergamentersatz Verffaud- Schachteln in all. gangbaren GrSßeo am Lager. Besondere An» fertigung. in kürzest. Frist Eierschachtel« für 6 biS 48 Stück Inhalt empfiehlt *■ 3. Weinert Gießen Papierwarengroßhaudl. Echachtel-Fabrikatiou Jcrnruf 2J5 • nniewroeg S Zigaretten deutsches Fabrikat, rehte belle Ware, beliebte u. bekannte Marken, an Waft- wirtschaften und Wieder- oetfduf. billigst adzug. bet L. J. Teitlerr *TU1 Dammstraße S», v.