Stettag, 4. Juli 1919 169. Jahrgang Erster Blatt Abordnung ein und verbreitete sich zunächst I sammelten 800 Mitglieder des Gtettxitjdxifi' über oic Streiklage in Frankfurt. Aus seinen Aus- Bundes 2eut]d>er Eisenbahner der Ortsgi iührungen sprach Die Ueberzeugung, daß es sich I Tarmsbadt mißbilligen einst immig • 4 *• ■ M - 1 < cf ti " 1 . 2 .... - . — — .. , l. ' ...... . < 1* /i • F 1 rtl A I D rYTKWT tlidjen »rls gruppe den Der .Sympathiestreik' der Eisenbahn ~L^elßeiBPBD. anßcftertten im Frankfurter Direktionsbezirk ist noch einmal hell ausgeflammt, und es heißt. g abend 8 Ubr: den -Eisenbahnern das Slreikrcchi tokder zu xtifty- burdj ' pesagt wurde, das; die Eiuführung .des 9täte, f h ft e ms Vom Minister. g e ne- nti gt und bi6 men. ein gesetzlid/ uinschn-iebeires Sttekreck>' mit Sd^idjr' dem 4. d.M^ abenbi 8 t fiatt. 6 £ 1 •£ n voo Eiotritlökarte, iält Merlin am Markt um einen Teilstreik handele. Er erklärte ferner, daß auch die Frankfurter Bezirksleitung von Anfang an gegen den Streik gewesen sei, von den Massen aber zur Ausrufung des Streiks g e - zwungen worden sei. Von der Frankfurter Streikleitung überbrachte er die Aufsorderuny für Die Gießener Eisenbahner, solange im Streit zu verharren, bis von Franksurt aus abge- blasen werde: dies werde voraussichtlich noch im Lause der Nacht geschehen. — Neserveführer M u h l war für sofortigen Abbruch des Streiks, wenn es sich Herausstellen sollte, daß von einem Generalstreik keine Rede sei. — Oberbahn- Entschließung zu unterstützen." In der Sitzung war Ministerialdirektor Neumann anwesend, der erklärte, daß die Regierung bereit sei, zu vermitteln. In den Eiseu- bahuwerkstät'en wcroen die Arteten für die Entente misgcsührt. Heute nachmittag soll eine neue Versammlung über Beilegung des Streiks be- chließen. assisleut De t r 6e trat nochmals für schleu n r gen Abtransport der in Gießen durch den Streik fest gehaltenen fremden Gäste ein. Er war ferner bei Fortsetzung des Streiks sür Aufrechterhaltung der A r b e t t e r z ü g e. — Gülerboden- arbeiler Venner agierte lebhaft sür F 0 r t - setzung des Strerks, indem er die Ausführungen des Zugführers Simon a n z w e i s e l t. — Oberbauarbeiter Pseifer war dar Ansicht, daß rm. Darmstadt, 4. Juli. Gestern und heute ruhte hier der Zugverkehr. Tie Eilenbahn- Noch kein Ende des Eisenbahn-Ausstandes Ur. 153 Ter Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Kann- und Feiertags. B-zngrpreir: monatl. AN. 1.60, viertel« jährlich W. 4.80; durch Äbhole- iu Zweigstellen monatl. Mk. 1.50; durch die Post Mk. 4L0 viert el- jätjrl. auSfcht. Beslellq. s^rnsprech - Auschlüsie: >ür die Schri'lleitunql 12 Berlag.GefchästssteUeSI AnschristsurDrabeuach- nchleu: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: crankfurl 0. M. 11686 lungs- und Schiedsgerichtsverfahren ersetzt wrrdcrr. Gefordert wurde ferirer die praktisdM Anerkemnnrg der Eisenbahnergewerlsd>aften als Taiifvertrags- vrgane. Zur bevorsteheirden Preissenkung der Lebensmittel forderte der Verbandstag, daß die auf» gewendeten Staatsgelder tofrflid) bat Verbrauchern, nicht dem Zwiscklmhmrdel, zugute teilt* men. Tie übrigar Besdstüsse bezogen sich auf Errich'tung eines selbständigen Li-asserl. LLintuii?'. e riums, Fragen der Wrrtfd>aftspolitrk und Spetzial- ragen der einrelnen Bedienftetengmptxat. annciljme oon Mnitije« s. Die Xagesmimmer DU zum Nachmittag vorher otrnejebcVcrbmdtichkeu Preis sür 1 mm höhe für An eigenv.34mmZreitr örtlich 15 Pf., auswärts 18 Ps., für Reklame- an zeigen von 70 mm Breite 48 PI. Bei Platz- t>ovfcbnii20u, Autfchlag. Hauvtjchriitleuer: Aug. Goeg. Verantwortlich fnt Politik: Aua. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Ncmhold Zenz; für den Anzetgenteü: v. Beck: sämtlich ui Gießen effiseei1 Tanz undTheater verhafteten Arbeiter sich bereits in Freiheit befänden, so daß die Hauptziele des Streiks als e r rei ch t angesehen werden könnten. — Unter» asfistent Stephan schloß die Versammlung mit der Erklärung, daß man Freitag vormittag 9 Uhr im Cas 6 Leib nochmals zusammen kommen wolle, um die beiden anderen nach Frankfurt entsandten Vertreter zu hören und bann unter allen Umständen die Entscheidung über Abbruch oder Fortdauer des Streiks zu fällen. Hier Tag! swaldsgaxteu die Gießener Eisenbahner anderNaseherum- g e s ü h r t würden und macht der Streikleitung Den V 0 rwurs, daß sie vor Einstellung der Arbeit nicht versud)t habe, auf dem Verhandlungswege etwas zu erreichen. Er glaubte, daß das Ansehen der Eisenbahner durch den Streik schtoer gelitten habe. — Stadtv. Zugführer Simon wies die Vorwürfe i£Len ner s r zurück. Er teilte ferner mit, daß ihm in Frankfurt umiNiii, toseld, welcher das rein >er,r>!t und keine ermüden- rren jeint, aber Dafür aller- Drefluren und rein künsi- en, iii für ledermanns Ge- rorge getragen. lischt Zwischrnspiele vokzüglichcn Clowut men Auguste. Wörner 5 Ion deS 2D. ßabrhundent! ude weibliche Pfschologir. ^herbem: 1 Glanznummern. 0127$ nö preiswert 01 । Diuptrn flitze ’inBrUfpuP1«'^1^ »Pttrnchmm। a u s gc brache neu Streik und lehnen die Verantwortung sür die daraus entftebenben Folgen ab, da er etnc fdtfvcre Schädigung des deut schm Volkes herbeisührt und auch nidxt voir der Grvß- Organisation der Arbeiter angeordnet ist, also nur einem Teilstreik darstellt. Sie erklären sich bereit, den Eisenbahnverkehr soweit wie möß- lid) mit allen erlaubten Mitteln au r» rechtzuer halten um> erfuchm die Bevölkerung, ihre im Sinne der AUgenteinl-eit gefaßte ,wa Die vSchfte daß auch andere Stellen, in Kassel und Hannover, davon „angesteckt" worden sind. In der Bevölkerung hat man für diese Bewegung nicht das mindeste übrig: auch die Veamten- 'chast weiß, daß das Lahmlegen des Verkehrs In’uLe geradezu ein Verbrechen ist. Wir glauben, daß auch viele Arbeiter nicht daran denken würden, die Arbeit zu verlassen, wenn nicht unruhige Elemente das Heft in die Hand genommen hätten. Was soll man dazu sagen, daß in Franksurt jetzt ein „Oberzugrat" die Lage beherrscht! Es wird uns zuverlässig mit- iieteilt, daß auch mit Flugblättern des Spartakusbundes gearbeitet wird, die für die Räterepublik Propaganda machen. Damit erhält die Bewegung einen politischen Charakter, der die noch Sck;wankenden und Unentschlossenen cntschieden auf den Boden der Ordnung und Gerechtigkeit weisen muß. Und es gibt Gott fei Dank noch vernünftige Arbeiter und Beamten genug, die sich den Wahnwitz nicht lange gefallen lassen werden. Die Versammlungen, die im Verlaufe des gestrigen Tages und heute früh hier in Gießen geführt worden iind, waren freilich vielfach von radikalen Rednern beherrscht: es ist ja aber bekannt, daß die Besonnenen und Arbeitswilligen sich bei solchen Gelegenheiten nicht vordrckngen, sondern schweigen. Eine Abstimmung ist bis zur Stunde noch nicht erfolgt, weil man über die allgemeine Lage des Streiks im Ungewissen ist. Man hat jedoch Streikposten erwählt, die Telephonzentrale, das Telegraphen- lmreau und die Stellwerke besetzt! Wer hätte dies in unserem ehedem so wohlgeordneten Staatswesen sür denkbar gehalten! Die Minderheit knebelt die Mehrheit und Allgemeinheit! Denn vom Gießener Bahnhof war zu erführen, daß in der vergangenen Nacht und | uuch heute morgen der Personenverkehr nach Müllen Richtungen hin ausrechterhalten worden »war. Es tonnten auch einzelne Güterzüge mit »Vieh und Lebensmitteln befördert werden. 1 Pendelverkehr ließ sich dadurch bewerk- 7 cflteÄ e ti H £ $ - & £ $« ^5? c s&g £VÄ Ulnngh Srdu'tt- * rautr-Drod|o^R ♦ tntztkwfützrung iw Gieße« Gebäude und Verwaltungen werden vcm Streikposten überwacht. In den Kreisen der ©tieiflcirjng nimmt man an, daß sich mich die Bezirk» Öan- nover, Kassel und Erfurt der Bewegung anfchltcßen werden. Im Übrigen hat sich die Bergung, von belanglosen Zwischenfällen abgesehen, bis jetzt ruhig vollzogen. Aus Bad Dornburg wird (Kmett)et, daß dort am Donnerstag früh Soldaten sich des Bahnhsls bemäditigen wollten: doch rourde der Versuch rasch unterdrückt. Ausstand auch bei der Main-Ncckar-Vahn. Sei del berg, 4. Juli. (WTB.) Die Ar- beiter und Beamten der M a i n—N eckar-Bahn ind seit heute in den Ausstand getreten. VerbandStag der Gewerkickp-st deuifckjer Eiseu- bahner und Starrtschediensteter. Elberfeld, 2. Juli. £>ter tagte am 29., 30. Juni und 1. Juli ein außerordentlicher Ver- bandstog der Gewerksthast deutscher Eiienvaliner und Staatsbediensteter. Vertreten waren 800 Ortsgruppen durch 170 Vertreter. Als Ergebnis der dreitägigen Verhandlimgen werden 2kfdjlitfic geatzt, in denen entgegen den wilden Eifeirbahner- räten uad> Frankfurter, Hamburger und Erfurter Neuster die Sd>affung einer geordneten Jnterefscn- Vertretung auf demokratischer Grundlage, die Ein- bezielMng zum .mi^ndefstm der Eifenbalmbetritl>s- beamten hr das Betriebstätegesetz imi) Die Neuordnung des Beamtenred^ces gefordert wurden. Gegen die -vilden (ä.fenbafjiterftreirä wurde scharf Stel- timg genommen, ebenso auch gegen die Versuche, Gießen, 4, Juli. Um 9 Uhr vormittags wurde die gestern abend abgebrochene V e r f a m nv* lungder streikenden Eifenbahnarhei- lerim Cas6 Leib fortgesetzt. — Dreher StrauV, Mitglied der gestern fnad> Frankfurt entsandten Abordnung« fordert die Versammlung auf, die streikenden Frankfurter Eisenbahner voll und ganz zu unterstützen und mit aller Energie am Streike sestzuhalten. — Hilfsarbeiter Degen, der ebenfalls in Frankfutt war, ist auch für Beibehaltung des Streiks und fordert erte .Verschärfung des Streiks durch sofortige Besetzung der Telephonzentrale und der Stellwerke. — Unterassistent Stephan teilt mit, daß er heute früh mit dem Frankfurter Bezirksoorsitzenden telephonisch gesprochen und von diesem die Aufforderung erhalten habe, unter allen Umständen am Streike fest zuhalten und ihn nicht vorzeitig auf eigene Faust abzubrechen. Eine Abstimmung über Beibehaltung oder Abbruch des Streiks ist bis zur Stunde (V2II Uhr) noch nicht erfolgt. Es wird nun eine 12köpfige Streiklei- tung gewählt, die int Hotel Kobel ihr Bureau cinridjten soll. Es werden weiter Abord- nunacn gewählt, die die Stellwerke und die Telephon zentrale sowie das Telegraphenbureau der Eisenbahn sofort besetzen sollen. Von der Versammlung werden ferner 60 Mann als Streikposten gewählt. Bahnmeister Rademeier spricht sich eindringlich für sofortigen,Abbruch des Streiks aus; er ist überteuert, daß das Ansehen der Eisenbahner durch bat Streik sehrgelitten habe. Unterassistent Stephan weist die Ausführungen des Vorredners zurück. Zugführer Otter glaubt nicht, daß Freiwilligen truppen zur Unterdrückung des Streiks aufgeboten werden. Lokomotivführer Simon bemängelt, daß die Streikleitung n-chts unternehme, um sich über die Lage (bei den Nachbardirektione n klar zu werden. Weiter fordert er, daß die Streikleitung Leute tznr Verfügung stellt, die die Vorarbeiten und den Transport von Lebensrnitteln ufw. bewerkstelligen, damit die Arbeitswilligen für andere Arbeiten zur ^Aufrechterhaltung des Betriebes frei werden. Ein Limburger Arbeiter erklärt, daß die Lim- bürget Beamten einstimmig beschlossen hätten, sich nicht an dem Streik zu beteiligen. Der Vorsitzende der Limburger A r b e i t e r ist ebenialls nicht für den Streik. Die Limburger Arbeiter seien nicht für einen Teilstreik. Zur Zeit arbeitet in Limburg noch alles. Eisenbahnassistent Detr6e bittet die Versammlung, den s^weis zu erbringen, daß die An- ivesenden so diszipliniert sind, ihn mit Ruhe anzuhören. Er fragt, ob die Anordnung auf Streik von Berlin gekommen sei oder von Frankfurt? Ein Teilstreik sei entschieden zu verwerfen: die Beamtenschaft werde ihn jedenfalls nickst mitmachen. Er betont die große Verantwortlichkeit der Eisenbahner tmd macht der Streikleitung den Vorwurf, daß sie nichts getan habe, sich über die &erl)ältnifl‘e im Neich zu unterrichten. Er fordert die Versammlung auf, unter allen Umständen über die Fortsetzung des Streiks sofort aktzustimmen. Die Versammlung dauert weiter. Die Stellungnahme der DannstäÄter Eisen- bahubeamten. Da- Urteil im Mordprozeß Klüber. Halle a. S., 3. Juli. (WTB.) Im Pro- zeß wegen Errnorimng des Obertentnantd oon SH über , der am 2. März in Halle nach dem Einrücken der Regi?rnngstruppen während der Unruhen von einer Menschenmenge in den Fluß gestoßen und durch Schüsse schwer verletzt unterging, wurde das Urteil nach zehntägiger Verhandlung vor dem Sck)wurgericht gefällt. Von den 11 Angeklagten wurde der Invalide Otto Bauer wegen Mordes zum Tode verurteilt- wegen Bet Hilfe zum Morde erhielten der -schauspieler Heinrich Gierhold 13y2 Jahre Zuchthaus, der Handlungsgehilfe Rudolf Richter 12 I a h r e und der Geschirrführer Kürt Kyrttz 10 Jahre Zuchthaus: wegen Totsck^lags erlstelt der Mechaniker Erich Fiedler 9 Jahre Zuchthaus. Tie übrigen Angeklagten erhielten Zuchthaus- und Gefängnisstrafen. Ein KriegSgefangcnen-Anfstand. Amsterdam, 3. Juli. (WTB.) „Tailv Ehrvnicle" meldet, daß am 2. Juli im Gefangenenlager von Oswetry 2000 Kriegsgefangene aufsässig -würben. Es heißt, daß sie ihre Mittagsration nicht reclstzeitig erhalten lKtven. Tie Gefangenen hätten sich mit Stücken bewaffnet und gedroht, an^ngreifen. Englische Verstärkungen hätten den Aufstand mit bewaffneten Baioilett unterdrückt. Lloyd George über den Gericht»hos gegen den Kaiser. Amsterdam, 3. Juli. (WTB.) Reuter. Lloyd George teilte im Unterhause mit, das; der Gerichtshof zur Aburteilung des Kai- 'ers seinen Sitz in London haben werde. Es verlautet, daß die an Holland zu richtende Ans- lieserungsnote von 22 oder 23 Macksten unter- ckwieben sei. Tas Gerichtsverfahren »Derbe von einem Ausschuß geregelt, den die Alliierten zur Turchsührung der Frirdensbedingnngen errichten. Ter Gerichtshof wird aus fünf Richtern bestehen. Man hofft, daß die Gerichtsverhand- hingen im Herbst ftattjinben werden. Man erwartet zuversichtlich, daß der Kaiser zugegen sein wird, da seine Auslieferung von sämtlick-cn alliierten und assoziierten Mächten gefordert wird. Man „erwartet" und „fordert" von Holland hoffentlich vergebens. Auch die 22 oder 23 „Mächte" haben das Völkerrecht zu achten. Beratungen in Gießen« Gießen, 4. Juli. Tie streikenden Eisenbahnarbeiter versammelten sich gestern nachmittag 4 Uhr abermals im Coss Leib. Nachdem Unterassistent Stephan mitteilte, daß die n a ch F r a n k f u r t entsandte Abordnung noch nicht zurück sei, wurde von Oberbahnassistent Detric eine Entschließung der Beamte n sch ast zur Verlesung gebracht, die in einer um 1 Uhr abgehaltencm Versammlung von förmlichen Vorsitzenden der hiesigen Fackwerbände einstimmig angenommen worden war. In dieser Entschließung hüßt es, daß die Gießener Beamten- schast den Arbeitern gegenüber sich so verhalten will, wie es die Arbeiterschaft gelegentlich der Turchsetzung der Teuerungssordenmg den Beamten gegenüber geplant hatte, mit anderen Worten, die Beamten verrichten ihren D i e n st weher, weigern sich aber, irgendwelche Arbeiten der streikenden Arbeiter zu übernehmen. Die Beamtenschast sehe sich jedoch gezwungen, Gewerkdisziplin zu halten und die Beschlüsse des Teutsck»en Eisenbah:ibeamtenbundes zu befolgen. Aus ihrer Mitte erklärt die Gießener Beamtenschaft weiter, daß sie einem Teilstreik ober verstecktem politischen Machwerk den Rückendehre, da sie Diener des Volksganzen und nicht einer politischen Richtung sei. — Güterbodenarbeiter Benner suchte zu betoev sen, daß ein Generalstreik im ganzen Reich nickst spontan ausbrechen könne: er müsse, wie seinerzeit die Revolution, pon Ort zu Ort übergreifen. Er sprach dahw gegen Abbruch des Streiks, auch wenn es sich um einen Teilstreik handeln sollte. — Oberschaffner Dachner (Frankfurt) schilderte die Streiklage in Frankfurt und behauptete, baß es sich bei dieser Bewegung nicht um einen von Frankfurt inszenierten Putsch, sondern um die Ausfühnmg einer von Berlin gegebenen Parole handele. — Oberbahnassistent Detrie forderte schleumge Maßnahmen, um in der Bevölkerung die schon vorhandene M i ß st i m- mung gegen die Äsenbahner nicht noch weiter anwachs«: zu lassen. So fei vor allem dafür Sorge zu tragen, daß allen den Personen, die wegen der Verkehrseinstellung in Gießen zurückgehalten werden, so bald wie möglich Gelegen^it zur Rückkehr in ihre Heimat gegeben werde. — Unterauistent Stephan hielt ebenfalls die Wegschasfung der hier angesammel- ten Reisenden, des Viehs und der Lebensmittel für notwendig, wollte aber erst die Rückkehr der Frankfurter Abordnung erwarten. — Es wurde eine aus drei Arbeitern und einem Beamten bestehende Abordnung gewählt, die nach Kassel fahren soll, um sich an Ort und Stelle von den dortigen Verhältnissen zu überzeugen. — Hier wurde die Versammlung vorläufig abgebrochen. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Sroillingsranöbrud u. Verlag: Vrühl'sche Unio.-Vuch- u. Zteindruckerei R. Lange. Zchrlftleituug, Gefchäftrftelle u. Druckerei: Zchulftt. 7. Minister-RuhtgehSIter in Hessen. Ein auf dem Umschlag mit dem Stempel des Staatsministeriums versehener Brief, von dem uns im übrigen unbekannt blieb, wer der Verfasser ist, beschäftigt sich in polemischer Weise mit einer Notiz der „Wormser Zeitung", welche die bekannte Ruhegehalts-Vorlage angegriffen hatte. Es werden zuerst folgende Sätze des, wie es in dem Manuskript heißt „Organs der Wormser Ueberpatrwten" zitiert: In Beamtenkreisen hat der sozialdemokra- bische Versuch, den Parteiministern das Recht auf Ruhegehalt zu verschaffen, größtes Erstaunen hervorgerufen. Es ist für die Beamten nickst ganz leicht, sich daran zu gewöhnen, daß die höckstten — und bestbezahlten — Stellen im Lande künftig dem eigentlichen Beamtenstande nicht offen stehen sol- ten, sondern Leuten Vorbehalten bleiben, die außer einer bewährten Parteigesinnung zunächst nichts mitzubringen brauaben. Die Jagd nach diesen obersten Stellen aber wäre in der Tat fürchterlich, wenn ein kurzes Einnehmen des Mimsterstuhles das Recht auf lebenslänglichen Genuß von 50 Proz. des Ministergehalts zur Folge hat e. Wenn nun die Gehalte der hessischen Minister mit 15 000 Mk. an* gegeben werden, so dars doch nickst übersehen werden, daß zu diesem Gehalte noch die Nebeneinnahmen als Abgeordnete der Volkskammer und als Mitglied der Nationalversammlung treten — Beträge, die mindestens nochmals aut 18000 Mk. zu bemessen smd. Der Ministerpostcn ist also ein guter Posten auch ohne Ruhegehalt!" Dazu wird in dem erwähnte 1 Darmstädter Brief in sehr ausführlichen Darlegungen Stellung genommen, aus denen wir das Wesens liche hiermit entnehmen: „Muß doch jeder Beamte, der sich nicht lediglich vom bloßen N.id leiten läßt, wisten, daß bte Behauptung, unsere höchsten Stellen leiert oon Leuten besetzt, die nichts miüubruiasn Öattea^ die Streikbewegung sich wieder verschärft haben: aber das kann eine Tendenzmeldung )er Frankfurter Streikführer fein. Es find folgende Meldungen eingelaufen: Der Streik in Berlin. < Berlin , 4. Julr . (WTB.) Tie Straßenbahn. die Hoch- und Untergrundbahn ! sowie bte Omnibusse sind infolge des Stniks auch heute noch untätig» Ter Verkehr nach den tiorar ten wird, wenn auch unregelmäßig,duvch- ^esührt. Die Stadt- und die Ringbahn werben infolge des Lokmwlivmangels erst in etwa drei bis vier Tagen wieder arbeiten. Heute nachmittag sollen wieder Verhandlungen stvttfinden. Die Bewegung in Frankfurt. -- F r a n k f u r t, 4. Juli. Die Lage in der Cisenbahnerbewegung int Direktionsbezirk Frankfurt scheint sich noch weiter zu verschärfen. Die Bahnhöfe stehen nach wie vor unter strengster Kontrolle. Sie dürfen seit üestern abend nur von Personen betreten werten, die sich durch einen von der Oberzug- leitung gestempelten Ausweis legitimieren. 8on den Nachbarbezirken liegen bis zur Stunde noch keine bestimmten Nachrichten vor, ob sie sich dem Streik anschließen werden. Zn leitenden hiesigen Streikkreisen will man wissen, daß sich in der vergangenen Nacht auch Hannover und Kassel dem im Widerspruch mit Nachrichten der Frank- Nim Widerspruch mit Nachrichten der Frankfurter Blätter, wonach die Beamten und Arbeiter in Kassel sich weigern, sich am Streik M beteiligen. Die Streikleitung ist auch der Ansicht, daß der Streik heute in Berlin in verschärftem Maße wieder ausgenommen toirb. Es soll Aussicht bestehen, daß die R e- flictung zu Verhandlungen bereit ist. Der Streit wird, wie man die Lage in hiesigen btreikkreisen beurteilt, nur noch von kurzer Dvuer fein. Kohlenzüge zwischen besetztem und unbesetztem Gebiete verkehren. Die Stimmung der Bevölkerung ist sehr gegen die streikenden eingenommen, da infolge des gestrigen Schulfchluffes taufende Fa- Milien verreisen wollten und nun daran gehindert sind. Frankfurt a. M., 4. Juli. (WTB.) Der streik der Frankfurter Eisenbahner v«t durch die Einbeziehung ber anderen Stationen tas Direktionsbezirks eine wesentliche Verschärfung wahren. AufallenStationenruhtnun- Dehr der Beiried Me eüachahnstEisÄM ' Freitag '■Wen Auf ber Liebi gsh öhe wurde abends 8 Uhr die Versammlung fortgesetzt. Die nach Frankfurt entsandte Abordnung war immer noch nicht zurück. Untcrassistent Stephan teilt mit, daß der Abtransport der sich hier ansarnrnelnden Lebensrnittel nsw. begonnen habe. Wetter stellt er ausdrücklich fest, daß es sich nicht um einen politischen Streik, sondern lediglich um einen solchen wirtschaftlicher Natur handelt. Auch für wilde Streiks, d. h. solche ohne ausdrückliche Anordnung der Verbandsleitting feien. . die Gießener Arbeiter nicht zu haben. — Um r/°10 beam ten hielten gestern morS^r cme Vcr^amiw Uhr endlich traf Stadtv. Zugführer Simon als lung ab, m ber folgende (5ntjd)11 e Bung »W tat bk C sten Widerspruchs der Ottsbewvl>ner das Llttegeo biefer1 ' denkmaU . 1 5? ft qa eit 1914 _______ _____ Seum IV., Wilhelm Haas, Friedrich Götz und Gustav Bach U.; seit 1917: Hermann Böck. als 4 Söhne. Vermißt sind Ber: Rudolf Rack, Karl Kfe- Sm $ «*faj an bi M; hi ein. unterm Arm. Da sagt die eine Schöne zu der andern: „Du, Josefine, guck enrol, der Frar- ™ «u zos hat X-Been!" Sofort dreht sich der Soldat ~ öer Ak Fo vertragliche & "dveiidigkat, hiergr 'M „och Magert peroing^ m l>kDg a Wurden. In h, K Seminare hat eine Vorlage z geerntet wurden. Bis dann der obere Grund geöffnet wurde, trat bann sehr häufig Regenwetter ein, und die Wiesenbesitzer mußten sich ort tagelang plagen, um ihr Heu in Sicherheit zu bringen. Jetzt haben alle Wiesen zusührende Wege, und die Heuernte wickelt sich in diesem Jahre daher, begün* ßigt noch durch das trockene Wetter, in etwa 10 Tagen »wilkommen ab. Als vergangene Woche der Regen einsetzte, waren auch die letzten Wiesen in der Hauptsache abgeerntet Man konnte sich in den letzten Tagen wieder an dem interessanten und eigenartigen Bild erfreuen, das Lich alljährlich zur Zeit der Heuernte bietet: Wagen hinter Wagen fuhren, schwer mit Heu beladen, vom frühen Morgen bis zum späten Abend tn ununterbrochener Kette durch die Stadt, dabei die alten mrd sonst so stillen Straßen belebend. Ein Bild, das von neuem wieder beredtes Zeugnis aWegtc von der Fruchtbarkeit und dem Rttchsiim des oberen Wettertals, das auch noch eine Reihe der umliegenbert Orte, wie Langsdorf, Birklar, Dorf-Güll unb Eberstadt, teilweise mit Winterfutter versorgen muß. Mancher Bauer der Umgebung, der seit altersher auf ben\ Lickier Wiesgrunde ein bekannter Gast war, konnte in diesem Jahre jedoch nicht teil- haben cm dem Ertrag der Heuernte. Denn etwa 80 Morgen Wiesengelände des Fürsten und des Martenstifts, die sonst immer zur öffentlichen Versteigerung kamen, waren dieses Jahr von der Stadt gepachtet und in kleineren Parzttlen nur an hiesige» EinNwhner vergeben worden. Im allgemeinen war die diesjährige Heuernte nur eine Mittelernte mit durchschnittlich 10 bis 15 Zeichner Ertrag auf dem großen Morgen. In guten Lagen gab es jedoch auch Wiesen, die 20 Zentner abgeworfen haben. Der Qualität nach ist das geerntete Futter durchweg vorzüglich Neues Heu ist bereits für 30 bis 40 Mark pro Zentner verlauft worden. Kreis Alsfeld. ** A l s f e l d, 1.‘ Juli. Der Unterricht cm der Gewerbeschule nahm am 2. November 1918 mit 20 Schülern seinen Anfang; die Handwerke>- zeichenschule zählte 38 Schüler, die in 2 Klassen unterrichtet wurden. Die infolge der Demobilmachung zurückgekehrten beiden Fachlehrer nahmen anfangs Januar ihre Lehrtätigkeit wieder auf. Im Berichtsjahr wurde wiederum ein Nähkursus ür Frauen uno Mädchen abgehalten, der im Sommer von 17 und im Wmter von 15 Teilnehmerinnen besucht war. Einem weiterhin ausgetretenen Bedürfnis wurde entsprochen durch Ver- anftaihmg eines Buchführungskurses mit Berück- ichttgung des Umsatzsteuergesetzes: die Teilnehmerzahl belief sich aus 22 Schüler und Schülerinnen. Kreis Lauterbach. # Schlitz, 4. Juli. Auf der Generalver- ammlimg der A kticngesell schäft Leih- unb Sparkasse für den Amtsgerichisbrzirk Schlitz wurde Fabrikant Fr. Zöller für die Zeit eines Jahres zum Driektor gewählt. Der landwirtschaftlichen Wrnterschule zu Lauterbach wurde ein einmaliger Beitrag von 300 Mk. bewilligt. Für den von einem Brandunglück schwer betroffenen Konrad Neinwald in Sandlofs wurden zum Aufbau einer neuen Hofreite 800 Mk. bewilligt. Lanvkvets Gießen. -m.. Hungen, 4. Juli. Infolge des teilweise noch bestehenden Streiks der Eisen balcher traf der um V27 Uhr planmäßig erwartete Zug von Gießen nad) Gelnhausen heule früh nicht ein, weshalb viele Reisende den Weg n-ad> der Bahn mnsonst gemackst hatten. Nach Gießen gina ein Zug um V»7 Uhr ab, jedoch konnte man nicht erfahren, ob Züge zurüwgehen, wie überhaupt keine sichere Auskunft zu erlangen ist. Auch gestern abend gingen die Züge in der Richtung Gießens Gelnhausen nicht wie sonst alle zurück und heute sollen bie Fahrten noch fraglülser fein. GLich, 2. Juli. Bei der diesiährigen Heuernte in unseren ausgedehnten Gründen im WettertÄ machte sich zum erstenmal die segensreiche Wirkung der Fel d bereinigu n g geltend. Früher mußte der sich in einer Länge von 2 Stunden von Kolnhrusen bis Ober-Bessingen er* streckende weit unb breit bekannte Sidjcr ,,Wies- örund" immer in drei Abteilungen nacheinander „aufgefan" werden, da es den meisten Wiesen an zuführenden Wegen fehlte. Leute, die ihren Wiesenbesitz ausschließlich auf dem oberen Grund hüten, mußten dann müßig zusehen, wie bei fdfönem Wetter der untere und mittlere Grund ab- unterstützung .hätten. Bei solch „glänzenden Aussichten" märe allerdings die „fürchterliche Jagd" des Wormser nach den obersten Stellen burdxuiä erklärlich. Für Hessen wäre das aber eine höchst bedenkliche Situation, beim dann mürben die „obersten Stellen" nur noch von reichen Leuten oder von leichtferttgen Mensclxn angenommen werden können und angenommen wecken. Tiefe Er- Uvgungen sind es bereu auch, die die hessische Regierung zu ihrer Vorlage veranlaßten unb zwar erst nachdem wegen des Mangels jeber Sicherheit mr die Zukunft der Persomm eine Gefahr der Sprengung der Regierung in die S-rfdjcinung trat. Dabei ist noch festzuhalien, daß saft alle Gliedstaaten, auch die kleinen, wie Sachsen-Weimar, in biefer Richtung bereits beschlossen haben. Uebrigens wtrd nach der Vorlage „der lebenslanglick-e Genuß ber.50 Prozent des Minisüngehalts^^ nur so lange aus gezahlt, als bet Glückliche nicht infolge anbei* weiter Anstellung ober Verwendung im Staats- bienft ober sonstiger Tätigkeit ein ständiges Ein- fiommere bezieht, das eiusclstieglich des Ruhegelfalts d<^ Tiensteinkommen übersteigt, das er als Mitglied des Gesamtministeriums bezog. Und nun seien noch einige Bemerkungen über bxe Gehalte der hessischen Minister gemacht. Der Beamte der Wormser Zeitung rechnet recht flott neben den 15000 Mk. Jahreseinkommen noch die Nebeneinnahmen als Abgeordneter der Volkskam- imer unb als Mitglied ber Nationalversammlung mindestens nochmals 18 000 Mk. heraus unb meint 'weisheitsvollt: „Der Minister posten ist also ein Mter Posten auch ohne Ruhegehalt!" Ja, wenn ferne Unterstellung jutreffenb wäre, so würde das stimmen, allein sie ist eben nicht zutreffend. Un- sere l/esi,schen Minister haben als Abgeordnete der Volkskammer keinen Pfennig Nebeneinnahme, und vre drei Minister, die Mitglieder der Nationalversammlung sind, brauchen, wenn sie in Weimar oder Bersin fein müssen, mehr als die Aufwandsgelber drnbrmgen und wenn sie nickt dort sein müssen! oder können, fo wird ihnen für jede Stzung, in der ftt fehlen, ein Abzug von 30 Mk. gemacht." Wtr sind der Meinung, es fei trotzdem ungerechtfertigt, einem Minister, der vielleicht nur einige Wochen im Amte ist, Ruhegehalt zu gewähren. Von „Neid" kann da keine Rebe fern. Man könnte vielleicht bestimmen, baß Minister, die eine bestimmte Zahl von Jahren am Amte sind, gesetzlich festgelegte Ruhegehälter beziehen. Wenn man bagegen einroenbet, daß auch bei solcher Regelung Streberei unb Kleberer sich bemerkbar machen.würden, so sind die daraus erwachsenden Gefahren doch -weit geringer. Denn eine größere Spanne der Amtstätigkeit schafft doch allerlei Gelegen- yerten zu prüfen und zu urteilen; einen uiv- seergneten und unbefähigten Minister wird sich das Volk nicht lange gefallen lassen. Die- lenigen, die bei aller persönlichen Eignung durch den Gang und Weckisel der Politik schon nach kurzer Frist zum Ausscheiden genötigt sind, müssen dieses „Risiko" in Kauf nehmen und sich anders zu Helsen wissen. Kreis Schotten. e Schotten, 1. Juli. Das altbekannte Hotel mr „Post" imrrbe heute von dem neuen Besitzer, Metzgermeister Friedrich Schlörb, wieder eröffnet. — Am 20. Juli feiert der hiesige Turn- unb Gesangverein fein 60jahriges Stiftungsfest. O O ber lais, 30. Juni. Aus unserer Gemeinde starben folgende 24 Krieger den Soldaten- tod: Richard Böck, Karl König, Karl Schädel, Gustav Nies, Rudolf Böck, Rudolf Nies, Adolf Kirchhof, Karl Kirchhof, Friedrich Fritz, Gustav Schneider, Otto Bach, Adolf Rack, Wilhelm Hirtz, Lehrer Heinrich Görg, Albert Bach, Otto Hahmel, Gustav Seum II., Karl Senin II., Hermann Eich, Friedrich Häbmel, Ludwig Noll, Adolf Nies, Gust Böck IV. und Heinrich Nies. Das größte Opfer mußten bte Emst Nies Eheleute bringen. Sie verloren nicht •—— *’ 1 - * Art- Stadt nnd Land. Gießen, ben 4. Juli 1919. Die alte Klinik. Wie mr erfahren, ist die Stadt Gießen vor kurzem mit ihrer Klage gegen ben Reichsmili- tärflskus auf Räumung der Asien Klinik vom hiesigen Landgericht abgewiesen worden. Die Stadt hatte das Gebäude zu Kriegsbeginn dem Reichsmilitärfiskus bis 6 Monate nach Friedensschluß als Lazarett zur Verfügung gestellt. Sie beantragte Räumung, .weil das Gebäude durch die Benutzung als Lazarett schwer gelitten hat und die Stadt der Räume bedarf, um sie teils als Verwaltungs- räume der Bürgermeisterei, teils als Kleinwohnungen einzurichten. Das Gericht stand bei Abweisung der Klage ohne weitere Beweiserhebung auf dem Standpunkt, daß die Inanspruchnahme der Klinik pach dem Kriegsleistungsgesetz beute noch möglich ist, da der in § 32 des Gesetzes bestimmte Zeitpunkt noch nicht bekannt- gegeben sei. Weiterhin ist das Gericht der Ansicht, daß das Kriegsende noch nicht ein- ve treten fei und daß die Umstände, bte nach zöejöuptung der Klage sich als vertrags- widriger Gebrauch des Leihgegenstandes dar- lan-n,oCb-ie c?^öeitiye Herausgabe gemäß $ Ä.o Ziffer 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches «nicht rechtferttgen. Die Stadt Gießen wird jedenfalls gegen das Urteil Berufung einlegen. ' 0 9 Höchstpreise für Gemüse, keine Höchstpreise für Frühobst. Berliner Hamburger und andere großstädtische Blatter berichten feit einiger Zett über Höchstpreise die örtlich ober bezirksweise von den amtlichen Stellen für einzelne Gemüsearten festgesetzt sind Nicht selten werden diese Höchstprcisiestietzungen so auSgelegt, als habe sich die Reichssleile für Gemüse und Obst naclsträalich zu einer Aendernng ihres noch im Frühjahre ben Höchstpreisfestsetzungen argen über ablehnenden Standpunktes veranlaßt ge- jehen. Bisweilen Wick sogar angebeutet, die Höchst« 1-5* WZ tfieriuft betrag,^ Ex bat tiIe Jffiw unD saad^bci iMielcu. _ I KikhcM ho: I Sie ordentliche A ■Aflft sand Monta Er, im Meu ba Erorsihende des tineroulb, begrü von den großer Wien ba dm Aus V ßellverttetende EsorDr.Be °g Et. siaaur spra-t Ejinalrat Professor IllmveMaus Ihochschlllgeselhchaft E Mehl brachten. mr. Sindlingen, 2. Juli. In Smd'i fingen war am vergangenen Damstug das Pfuul Fleisch ohne Marken für eine Mark w kaufen. Sinolingen ist ein Hauptetappenort beii franLöfischen Besatzung und die Vorräte müsse.', bei der warmen Witterung möglichst schnell a»< gesetzt werden, daher der ungeheuer billige Pre S mr. $8 ie5 haben , 3. Jul». Ein Fcuerwebr- mann, der einen französischen Offizier tt ich ' "t für bas Staatsoerbrcch« erhcit für ihre Zukunft zu gewähren, jo daß diese „Glücklichen", wenn sie den Ministerstuhl aufgeben würden und fein Vermögen hätten, die Anwartschaft aut — nun auf das Armenhaus ober die Armen- Krieges 1870 seine Stelle an trat, befindet ft/ sich nunmehr nahezu 50Jahre im Besitz cec- selben Familie. A Aus der SBe11erau, 1. Juli. Jnfol^ «roßen Trockenheit tritt das Ungezieser mai« Ijenbaft auf. Außer dem Gemüse ivvrben jetzt bii Obstbäume befallen. Insbesondere tritt bie Blee, kaus in verheerender Weife auf. Auch bie Ll:^ laus, bie in diesen Wochen ihre Paarungszeit hu. Gnufo jetzt unbedingt vernichtet werden, da cq Schübling jetzt am besten kenntlich unb infolge dz trodenen Wetters vermehrungsfähig ist. Unbebhiy ettorderlich ist jetzt für bie Obstbäume eine stach Wasserzufuhr, am besten in Form von flüssig« kDungstoffen. Ein burchgreisender Regen läßt leite immer noch auf sich warten. -m. Aus ber Wetterau, 3. Juli. Ueba der ganzen Wetterau ging gestern abend und ioah. rend ber Nacht ein erquickender und auch xiemlidj durchgreifender Regen nieder. Damit sind ch Aussichten, für die Futtergewächse bedeutend bessq geworden und es ist nun auch aut eine gute Kn- toffel- und Fruchternte zu hoffen. Starkenburg und Rheinhessen. ch. Aus Rheinhessen, 30. Juni. Du Reben sind in ihrer Entwicklung bis jetzt gw vorangekommtzn unb auch bie Arbeiten in de, Weinbergen wurden flott gefördert. Die Blüte Hai allenthalben schnell und gut eingesetzt und bürrtt auch einen glatten Verlauf nehmen. Gegen das 2p drum wurde das Sck,wefeln allenthalben durchs führt, ebenso das Spritzen Legen die Peronospoiü. In geschäftlicher Hinsicht ist es etwas ruhiger go worden, Pie Preise aber sind hoch geblieben. Tai Stück 1918er kostete 7000—9000 Mk. unb mehr. Hessen-Nassau. Frankfurt a. M., 2. Juli. (W. B.) Dir auch uns übermittelte Nachricht, baß die ftanzösi- scheu Truppen bei dem Rückmarsch am Tage ba FriedensunterZeichnung zwischen Frankfurt a. M. und Mainz in einem wahren „Verni ch tnngs. taumet" wie bie Vandalen gehaust hätten, öer« anlaßte bas Zivilkommissariat für den preußische, Teil des Abschnittes LV b:r neutralen Zone einer Besichtigung des Aufmarschgeländes svM zur Vernehmung zahlreicher Augenzeugen des Bor- und Rückmarsches und der Behörden ber in Fragil kommenden Otte. Tie gewissenhafte unb ijettour Besichligung ergab, daß, von wenigen unbermeib1 sichere Beglciierschernungen rein militärischer Natm abgesehen, an ben aufgestttltLN Behauptungen keiM wahres Wort ist. = Frankfurt a. M., 2. Juli. Bei schs lebhaften Verkehr wurde heute ein Markt f üq Ar beits-und Luxuspferdeveranstalttt,te: von 800 Pferden beschickt war. Zum erfterniinn waren auch amerikanische Pferde zumSSepj kauf ausgeboten. Das gesamte Material war guj gepflegt unb stammte aus festem Besitz, so daß dir! Zeit des wilden An- unb Verkaufs vorüber zu sei» scheint. Für beste Arbettspferbe zahlte man bis m 7000 Mk. Der Markt wurde geräumt. [] Marburg, 2. Juli. Heute wurde hm j unter großer Beteiligung der oberhessischen Landjugend der althistorische Marbucgek Kirschenmarkt abgehalten. Während bei! den beiden letzten Kirschenmärkten in den letz-1 ten Kriegsjahren die begehrten Früchte völlig fehlten, gab es heute Kirschen, das Pfund zu 2,50 Mk. Mehr zu nehmen, was anfangs absichtigt war, hatte die Marktpolizei ber. boten. Auch sonst gab es mancherlei Sachen^ die man lange in den Verkaufsständen utr^ mißte. f] Laasphe, 2. Juli. Der in dem Döch | chen Lützel bei Hilchenbach verhaftete Wildem Ernst Rön hat eingestanden, der Mördekj der Lehrerin Frl. v. Gottberg aus Stift Keppel zu sein. Aus dem besetzten Rheingebiet. v. Aus dem besetzten Gebiet, 30.Juni. Aus Neustadt wird folgcndrt Vorfall erzählt: In der Hauptstraße stolziere« zwei junge Mädchen. Vor ihnen her geht ein französischer Soldat mit einem Laib Brv! Kreis FriedÄerg. t 0,?V5kberg, 2. Juli. Tie Firma Trapp unb Münch hat wie ui den Vorjahren den Hin- terbliebeneu ber im Kriege Gesa!lenere 1000 Matt unb ben Kriegsbeschädigten 500 Mk. gestiftet. ** Friebberg, 2. Juli, Der Unterriebt an der Gewerbeschule, der am 4 November 1918 begonnen hatte, mußte mit Rücksicht auf bie auswärtigen Schüler wegen ber burch ben Rücktransport der Truppen verursachten unzulänglichen Balmverbmbungen vom 20. November 1918 bU 6. Februar 1919 wieder geschlossen werden. Der Wiedereinttttt ber aus dem Felde zurückgekehtten beiden Gewerbelehrer machte eine Nsiaufftellung des Stundenplanes erforderlich, wobei zugleich Rücksicht auf die Gasersparnis unb bie rwch immer unpünktlich verkehrenden Bahnzüge genommen wer- den. mußte. Wegen ber einige Wochen bauernden Unterbrechung des Unterrichts wurde das Winterhalbjahr bis zum 15. April 1919 verlängert. Durch die erfolgte Neuaufnahme von Schülern, die ihren Schulbesuch wegen Einberufung zum Heeresdienst unterbrechen mußten, ist bie Besuchsziffer bei ber Tagesschule aut 44 gestiegen. Die Handwerker- zeichen>äMle wurde von 72 Sck>ülern befugt, die auch um Unterricht der gewerblichen Fottbildungs» chule teilgenommen haben. . **Garnbach,3. Juli. Der hiesige Polizei- und Ortsdiener Jakob Gustav Petry feiert heute sein 25jähriges Dienstjubiläum. ** Gewe rbliche Verbraucher von mindestens 10 Tonnen Kohld, Koks und Briketts monatlich müssen laut Bekanntmachung des Reichskommissars für die Kohlenverteilung vom 4. April 1919 (Reichsanz. Nr. 81) die üblichen Meldungen in der Zeit vom 1. bis 5. Juli erneut erstatten. Aenderungen in den Bestimmungen über die Meldepflicht find gegenüber dem Vormonat nicht eingetreten. Die Meldekarten sind bei den bekannten Stellen (Orts- oder Bezirkskohlen-, Kciegswirt- chafts-, Kriegsamtsstelle, bzw. der an ihre Stelle getretenen Zivilverwaltungen) zum Preise von 35 Pf. für ein Meldekartenheft mit 4 Karten (40 Pf. mit 5 Karten) nebst Wortlaut )er Bekanntmachung sowie von 10 Pf. für eine Einzelkarte erhältlich. ** Freilichtbühne. Zum Besten er* b 11nbeter Krieger fand auf Veranlassung von Tr. Bernbeck im Hvkl Einhorn am Mittwoch ein Wohltätigkeitsabend statt, bessere Verlauf ben Beweis erbrachte, daß bie „Waldbühne" unter der künstlerischen unb bewährten Leitung von Frau Mendelssohn - Bartholdy noch immer rege ist. — Ein kleines Orchester unter der verständnisvollere Leitung des Stud. Trautmann hatte sich zusammengesunben unb umrahmte ben Abend mit sauber heoausgearbeiteleii kleineren Werken von Gluck und Händel. — Auf ber Bühne — bie, fo gut es eben ging —einen Wald vorstellte, wurde ein Singspiel von P. Meinhold von einigen Damen der Gesellschaft mit Anmut unb Frische auf geführt. Den brnstellettschen Höhepunkt das Abends erreichten unstreitig bie von Fräulein Brandenburg einftubierten Tanze. Der rausck-ende Beifall der zahlreich erschienenen Gäste, die ben großen Saal fluten, .verlangte öfters Wiederholung. — In Frau Müller-Bangert lernten wir ehre bedeutende Gesangskünstlerin kennen, die Lieder von Wagner, Gtteg, Hildach, Sieger unb Abt darbvt. Die gut geschulte, umfangreiche Stimme klmig bis hinauf zu den höchsten Lagen ebenso volltönend wie abgerundet unb schmiegsam. — lieber ben Ertrag des Abenbs unb die zur Verfügung gestellten Liebesgaben wird eine besondere Notiz berichten. ** Der Nationale Studentenbund hält Sonntag, abends 8 Uhr, iin Einhorn seinen ersten Vorttagsabend ab, für den D. Tra ub, Vtttglied der Mtionalversammsiing gewvrmen ist Der Eintritt ist für Mitglieder ber Hochschule und Sttibenten frei. Für bie Bürgerschaft sind Karten rm Vorverkauf in der Buchhandlung Aug. Frees, Seltersweg, zu haben. ** Die Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Studenten veranstaltet Samstag den 5. Juli, 8V< Uhr, im großen Saale des Hotels Einhorn einen öffentlichen Vortrag, ,in dem Dr. Alfons Paquet, einer der »esten Kenner Rußlands, über: Das revo- utionäve Rußland" sprechen wird. ** Der Wartburg-Verein Gießen oeransdaltete gestern abend im Johannis-Saal einen musikalischen Abend zum Besten ber Jugeredsüttorgc des Vereins. Ter Saal, bis auf den letzten Platz besetzt, war schon einige Tage vorher ausverkauft, ein Zttchen, daß die musi- kaliichen TarlnLttmgen des Vereins sich ber Schätzung weitester Krttse erfreuen. Auch für 'gestern abend war wieder ein sehr schönes Programm zufammengestetsi. Ter Wattburg-Verein schont es ich zur Aufgabe $u machen, in seinen musikalischen Abenden alte Volkslieder zu bringen, ivas besonders zu begrüßen ist Ten Spielern wurde reicher Beifall gefpenbet. Sie mußten sich am Schlipp zu einer Zugabe entschließen. v ** Z V!us B lurn enfeld gibt infolge des Esienbahnerstretks bts einschließlich Sonntag rveitere Vorstellungen in Gießen. Näheres im Anzeigenteil. **JrnLichtspielhaus Bahnhofstraße wird heute zum letztenmal „Die Ehre für den Vater" gegeben. Ab morgen bis Montag gelangt „Ausgestoßen aus der Gesellschaft" oder „Der gelbe Paß", ein Schauspiel in 4 Akten rur Aufführung. Ferner: „Papas Junge"! Lustspiel tn 3 Akten. ** Wetter. Wolkig bis heiter, Gewitterneigung. Teperatur mag geändert, wechselnde Winde< Preisfestsetzungen feien jetzt ohne Zurren bet Reichs-1 stelle ober gar entgegen beten Absicht erfolgt. Beides ist falsch: Zunächst beruhen die örtlich unb bezirksweise getroffenen Preisfestsetzungen ausschließlich auf Anocknunyen ber Reichssklle. Diese hatte ferner nur — wie auch ber Oesfent- lichkeit wiederholt mitgeteilt worben ist — für solche Gemüsearten, Die ben Gegenstand von Lie- ferungsverträgeu zwischen Gemeinben unb Anbauern bilden können, unb zwar für Erbsen, Bohnen, Kohlrabi, Zwiebeln, Kohl unb Möhren Höchstpreise beschlossen. Denn ohne solche wäre der Abschluß unb bie Erfüllung von Lieserungsverträgen der wichtigsten Grundlage beraubt. Für andere Gemüse- arten, als für Diejenigen, über die Lieferungs- Verträge abgeschlossen werden können, sind Höchstpreise weder festgesetzt, noch in Aussicht genommen. Das Frühobst hat die Reichsstelle, bem feit dem Vorjahre nahezu allgemein geäußerten drin- genben Wunsch nach Wiebereinsetzung des freien Handels in seine alten Machtbefugnisse nachgebend, in diesem Jahre von allere einschränkendere Bestimmungen fteigelasfen. feiet e ber iÖ. Armee rnackst bekannt, daß der freie Vr- kauf von Futtermitteln, der Lin unbesetztni 6uh?le 1 Klf5tÄ ’ EÄtü! 1 | uni. ajcaucmuueue yaoen nix 'pain' ; einr rnf^, Ju: Bitte, nehmen Sie!" und überreicht den Lüü Brot den Mädchen, die ganz verblüfft ba» 19ImS über waren, wie prächtig der Franzose das - Säume be§ ff: psälzer Deutsch übersetzt hat. lchn mären" fK ch. Rüdesheim, 1. Juli. Ein mit flau- : öans Mevrr zösischen Offizieren besetztes Auto fuhr durch M .toorben ' A seren Ott, wobei eine Frau dem Auto in ben We? lief, so daß sie fast überfahren wurde. Der FülM des Fahrzeugs gab diesem eine schnelle WeredE zur Seite, wodurch es aber umstürzte und is Stücke ging. Einer ber Ofsiziere erlitt erheb!ch Verletzungen. Tie Leute aus dem Dorfe eil» zu Hilfe. der Wetter Datim 4.7. 8.1'. BAD-NAUHEIM LudwlcstraDe 13 Telephon 65 4881V Frühstückskarte. 7 3 10 15.8 12.3 11.1 wechselnd bewölkt nachts Nebel 4 7. —12.1'. 5 st E 3 t, c-i Q- L, B -o M K 5 An den Vortrag schlossen sich vortrefslrche Probet, oberhessischer Kunst an, die Derr Pros. Dr. CH. Rau ch vorführte. Es waren größtcn- teils neue Aufnahmen, die das Kunstwissenschaftliche Institut mit Hilfe der Hochschulgesellschaft in einer neuen Reihe von Vcrösfentliämngen den weitesten Kreisen zugänglich machen will. Höchste Temperatur am Niedrigste „ , Gießen, 3. Juli. Nachdem breitere Kreise Oeffeirtlichkeit bereits Kenntnis der folgenden „Hupfeld's Diele“ Täglich abends: trslklass. musikal. Darbietungen. Nachmittagstee ^tw*£1^ta0?8tb°i Konzert „Hupfeld’s Weinstuben“ Tinge erhalten haben, ist es notwendig, den Sachverhalt neutral festzustellen. Tie Anschläge der „Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Studenten" am schwarzen Brett der Universität wurden wiederholt beschmutzt und abgerissen. Auf mehrfache Bescl«werde hin griff der Rektor ein und verksot ausdrücklich jedes unbefugte Entfernen der Anschläge. Trotzdem wurden sie immer wieder abgerissen. Ta die Utriversitatsbehörden diesen mt<* verantwortliclien Uebergrisfen einzelner Studenten machtlos gegewüberstel)en, brachten Mitglieder der V o l k s h o ch s ch u l k u r f e die Sack^ vor die Oeffenllichkeit, um so den rein geistigen Beßre- bungen der „A. s. St." vor solch ungeistiser Bekämpfung zu sächtzen. nm. abds. DDL 3. 7. = 20.3°, 3.7.= 7.2*, Kirchliche Nachrichten. Israelitische Rtlig(on$g:meiitbe. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, 5. Juli: Vorabend 7.30 Uhr; morgens 8.30 Uhr; abends 8.55 und 9.35 Uhr. Israelitische Religionraefellschaft. Samstag den 5. Juli Sabbatfeier; Freitag abend 7.45; Samstag vormittag 8.00; Nachmittag 4.00; Sabbatausgang 9.35. — Wochcngottesdienst: morgens 6.30, abends 7.30. Meteorologische veobochtungen der Station Lietzen. 9.1 9.0 9.8 68 85 99 3. 7. 3. 7. 4. 7. S §£c — v 3nfl. Kn der Hand «ichen statistischen Materials hat Oberbürger- h.istn: Gl Ls sing dem städ.ischcn Kollegium fei mederschmetterndes Bild von dem wrrt- «Hasrlichen Niedergang Wiesbadens fctcottt. Neben der Kriegszeit hat be-vnders die lefefrung durch die Franzosen der Stadt unheÜ- Wunden geschlagen. Tie K.i.'gsjahre brarl-ten ■ genübet den Feudenorif ern einen AuSsa'.l von 450 000 Kurgästen ober 53 Prozent, sechs fjoiiate Besatzung ergaben eine Minderung des IxaibenbefucfhS um 82 Prozent. Für die Miegs- bedeutet das einen Ausfall von 58 Mtll. fcctf bei einem im Kur- und Lotelbetrieb Wieo- icüens tiwcfii.rten Kapital von 200 Mill. Mark. Kc katasrr"pl)ale Lage dec Kurt-idusttie wird durch foj Verbot der Einreise aus dem unbesetzten L utschlmid verstltärft uird reißt die der Kur nahe- fetzndcii Gewerbe allgemach mit ins Verderben, geit 6 Monaten 'arbr et die Stadt in der Kur- »rwilhing mit 6 Prozent der Fivd'nsemnohm'.'n. ; r Verlust beträgt bi.'Ijcr 3310000 Ms. Wirl- ^ritliche Zusammenbrüche sind unvermeidlich. Tie fcabt hat alle Mittel angtivenixt, um die Einest aus dem unbei'etzten Tentsch'and zu ermög- liüm und sand habet die Unterstützung aller Beuchen; ein greifbarer Erfolg war bisher nicht a erzielen. uno Etwetkvrrper flnb bU Vrunvdaustetne der lebenden Substanz. Nach allen neueren Erfahrungen geht es eben in dieser Substanz viel physikalischer und chemischer zu als man jemals gedacht hat. Lier gilt unseres Liebigs Wart, daß der Organismus bem Forscher zwar noch Un* begriffenes genug aber nichts Unbegreifliches dar- teilt. Man darf erwarten, daß die Physiologie und die physiologische Elpnnie Der Welt dereinst noch große Ucberraschungen bereiten werden. Vieles deutet man daraus hin, daß die lebende Substanz aus dem Urmeere flammt, im Wasser leben noch heutzutage die niedersten Lebcioesen. Mit der fortschreitenden Entwicklung der, Erde ind teilweise die Geschöpfe dem Wasser entstiegen und im Lause unermeßlicher Zeiträume bis zu der jetzigen h^hen Eutwinlungsstuse gelangt. Aber noch heute gemahnt uns an unsere Her- kunft die Pflanze, sie bezieht noch immer von der ursprünglich gemeinsamen Mutter, der Sonne, die Energie zum Ausbau lebender Substanz aus toter und schafft direkt für uns die Mittel unserer Existenz: die Lebensenergien sind Sonnenenergien. Tie Entstehung des Lebens auf der Erde mit Lilie des Sonnenlichtes muß aber in Abhängigkeit von der Erdentwicklung angesehen werden. Nehmen wir diesen, noch große Möglichkeiten in sich bergenden Entwicklungsgedanken an, so werden wir hoffen dürfen, daß der kommenden Menschheit die Wege zu noch höherer Kulturstufe offen stehen, als wir sie haben erreichen können. zum Bürgermeister gewählt. rr. Schlitz, 2. Juli. Bei der Bürgermeisterwahl wurde Fritz Niepoth mit 731 Stimmen gegen 4 Stimmen, die zersplittert waren, als Bcrussbürgermeister unserer Stadt gewählt. K Trais-Horloff, 2. Juli. Bei der gestrigen Bürgermeister wähl wurde unser leithenger Bürgeriwister Born mann mit lu7 Stimmen wiedergewähtt. 2 S'im men lauteten auf eines unserer Grmrtuderatsmitg'.ieder H. Rudlos, der aber nicht als Kandidat ausgestellt war. Trais- Horloff hat 256 Stimmberechtigte. Tie starke Wahlbelci igung war mithin eine Vertrauenskundgebung für Bornmann. rr. Uetzhausen, 3. Juli. Unser bisl)erigcr Bürgermeister Schäfer wurde am Sonntag ein» iimmig wiederg'wäi-lt. Hochschrilnaehrlcbterr. ^Marburg, 2. Juli. An der hiesigen Universität wird vom 22. Sept, bis 20. Dez. ein zweites Zwischensemester eingelegt. Die Zulassungsbedingungen find etwa >ie gleichen wie bei dem ersten Zwischen- emester. Das Wintersemester beginnt am 5. Januar und endet am 31. März 1920. — Prof. Dr. Mewes in Hamburg hat den an ihn ergangenen Ruf als Nachfolger des verstorbenen Anatomen Geheimrat Gasser nicht angenommen. Kir^e und Schule. rm. Darmstadt, 3. Juli. Die Großherzogliche Lofkirchc im alten Residenzschloß hat als solche zu bestehen ausgehört-. Zum letztenmal öffneten sich am letzten Sonntag ihre Pforten zu einem Abschiedsgottesdienst, zu dem sich eine zahl- reidie Gemeinde, in deren Mitte die Großherzvg- liche Familie mit den jungen Prinzen, eingefunden hatte. Die Kirche wird nunmehr von der evangelischen Stadtgemeinde übernommen und der „Schloß- gemeinde" als Gotteshaus überwiesen. Mit dem Abschiedsgottesdienst war die Einweihungsseier für einen vom Gro ßherzog gestifteten Gedenkstein für die im Kriege Gefallenen verbunden. Die Stiftung, in Stein gehauen, ist neben dem Altar angebracht und trägt die Inschrift : „Unseren Helden sei ewiger Dank. Ennish Ludwig " Darmstadt, 3. Juli. Laut Verordnungsblatt für die evangelische Landeskirche ist durch Vertrag mit dem Fürsten Isenburg und Büdingen und bem evangel. Kirchenvorstrmd das isenburg- birsteinsche Patronat über die eoang. Kirche zu Offenbach aufgehoben und das Prüfen- tatio ns recht für die erste und zweite Pmrr- stelle erloschen. Eben« bat Freiherr von Clofen- QHtnterobe auf das Patronat und Präsentations- reckft für die evang. Kirche zu Höchst a. d. Nidder verzichtet. Offenbach a. M., 3. Juli. Mit Einver- ständnis der hiesigen Stadtverordnetenversammlung und der Offenbacher Kreiöfchulkommission wurden in diesen Tagen vierzig S ch u l st e l - len der städtischen Volksschulen mit hiesigen Schulverwaltcrn und Sckiulverwalterinnen definitiv besetzt. Außerdem wird ein Auslandslehrer ton der Stadt übernommen und vier Stellen werden zur demnächstigen Besetzung für auswärtige Lehrer ausgeschrieben. Aunst und Wissenschaft. Musik und Theater in Frankfurt. In den letzten Junitagen hat die diesjährige, lang ausgedehnte „Wintertlonzertsaison einen krönenden Abschluß gesunden. Vor einem großen Kreis von Musik-Liebl^abern und -Freunden spielte an fünf auseinander folgenden Abenden das berühmte Ross-Quartett aus Wien sämtliche Stteichguartette von Beethoven in geradezu vollendeter Weife und wurde auch für seine meisterhaften Sunftkifhmgen förmlich enthusiastisch gefeiert. Im Theater ist es, da Oper und Schauspielhaus Ferien haben, stiller geworden. Das ,,Neue Theater", das nrteber einen ergötzlichen Sommerzyklus verspricht, hat ein einaktiges, durchaus vorrevolutionäres Lustspiel von Hermann Sudermann „Tie ferne Prinzessin" »um erstenmal aufgeführt. Mit dem — von Rostano entlehnten — Titel ist bereits das Wesentlichste über das recht unterhaltende, keine höheren literarischen Ansprüche ftdlenbe Stück gesagt. Es gehört jener fernen Zeit an, da einfallslustige Kandidaten der Philologie in „ferner" Troubadour Verehrung „Ferne" Prinzessinnen tieben mochten, sich e?och ängstlich davor wahrten, dieses ferne Ideal persönlich kennen zu lernen. Natürlich kommt aber diese Begegnung vor lunsern Augen doch zustande und gibt dem Autor Gelegenheit, eine Szene von guter Theaterwirkung aus die Bühne zu stellen. — Unter Herrn Hellmers Regie ward das Lustspiel besonders von £>errn Wallburg und Frl. Schwär z trefflich gespielt und batte einen freundlichen Publr- kmnserfolg. tt Hermann Ostheim gewählt. o. Geiß-Nidda, 2. Juli. Bei der heutigen Bürgermeister wähl wurde der bisherige Bürgermeister Adolf Lind mit 271 Stimmen einstimmig wie der gewählt. Es stimmten 75 °/o der Wahlberechtigten ab. Bürgermeister Lind steht nun seinem Amt 22 Jahre vor. Tie Gemeinve bat ihm durch feine WicderwM das beste Zeugnis und den schönsten Tank für feine Amtsführung ausgestellt. — Bei der vor .einigen Wochen abge Hutt men Gemeinderat-iwa hl .stimm len im ganzen nur 30 Wähler und Wählerinnen ab. Es war nur ein Wahloorfchlag vorhanden. Gewählt nnrrben 9 Bauern und 3 Arbeiter. — Es ist Aussicht vorhanden, daß nächsten Sonntag unser bisheriger verdienter Beigeordneter Ludwig Lind ebenfalls einstimmig wiedergewählt wird. f. Gonterskirchen, 30. Juni. Zn der gestrigen Bür germei st erwähl waren zwei Kandidaten ausgestellt: Unser bidberiger Bürgermeister Lind und der Landwirt Otto Graf. Gra erhielt 66 Stimmen, Lind 195, also etwa dreimal soviel wie sein Gegenkandidat. Es ist das dritte- mal, daß er zum Bürgermeister gewählt wird. Im ganzen haben von 340 stimmberechtigten Personen 251 von ihrem Wahlrettz Gebrauch gemacht, also 71 Proz., gegenüber 37 Proz. bei der Gemeinderatswahl. In 14 Tagen soll die Beigeordnetenwahl stattfinden. Unser bisheriger Beigeordneter Lind will sich wegen seines Gesundheitszustandes nicht wieder aufstellen lassen. Sonstige Kandidaten sind bis jetzt noch nicht bekannt. no. Nieder-Ohmen, 2. Juli. Wie schon gemeldet, setzte gestern gelegentlich der Sei* geordnetenwahl äußerst rege Agitation em. Es wurden von etwa 720 Wahl berechtig , en 654 i Stimmen abgegeben. Ter Kandidat der Bürger- I -setzten MeinM. m besetzten Geb, i eustadt wirb m liderhaupchrabestoM -n. Vor ihnen her it mit einem & sagt die eine Schon s LttdaMd--» noiselle b^en M l v< unö überreicht b ": d"-g-« prächtig d-l 6-«- ■*6rS K-i d-r An!- \ Leute aus dein rau. cutt I wird q^dnn MM-das 2 hlun^cu ^WrsLau I tlung V-A ist ein 5 S-l-L-ll fammlang vmn 30. Juni 1919 im Anschluß etonnt fein mußte, daß der Sehend- mittelausschuß n»d> beftand, wenn auch die neue Lebensmitteldeputation noch nicht gewählt war. (Anmerk. d. Red.: Mit der Anftösung des- alten Stadtverordnetenvollcgiums beftuno auch der Lebensmittelausschuß als svlckter nicht mehr.) Außerdem ist Gießen in der glücklichen Lage, über eine genügende Auswahl von beniährten lind reellen Käifee- und Kolonialwaren-Gwß- und Kleinhändler zu verfügen. Ein Gutachten von dieser 'Seite mußte auf alle Fälle, bei einem Einkauf eines Millionen-Objektes eingeholt und in AnbettackZl der Fachleute berikfftätigt werden. Selbst wenn das Lebensmittelamt, trotz ab- ebnenden Standpunktes der Gutachter, sich zu dem Einkaus entsckftoß, wäre es unbedingt geboten genesen, einen Fachmann bem Vertreter des Lebensmittelamtes beizuordnen. Wenn nun weiterhin Herr Dr. Seib ansülnt, daß die hiesigen Klcinhandelsgesckiäfte zur ba»1 maligen Zeit, Schmalz zu 18 bis 20 Mk., Kaffee' zu 20 bis 30 Mk. das Pfund und Schokolade zu 5 bis 6 Mk. die Tafel vervansten, so muß hinzugefügt werden, daß auch der Konsumverein SckMalz zu 18 Mk. [häterbbi zu 17 Mk. das Pfund ebenfalls verkaufte. Bei all den Artikeln Tarnen aber' nur ganz geringe Mengen in Betracht, roeld^e einzelne, zirka 10 Prozent der hiesigen Lebens-' mittclbänblcr, Mr Befriedigung ilyrer Abnehmer einkauften. Kern Kvlonial>varenl)ändler hätte aber die entbchilickien Luxusartikel „Kaffee und SchoVo-. lade" auf Grund ferner Kundenliste in solchen.' Mengen, pro Kopf y*—Vt Pfund Kaffee und 1—2 Tafel Schotzlüade, cingeDauft! Tamit entfällt auch die Unterstellung, als hätten die Einsender der Eingabe das öffentlich^ Interesse zu Gunsten eigenen Vorteils, aus den Augen verloren. Um fb eigenartiger berührt diese Anklage, als gerade von Seiten des Lebensmittelamtes — wir erinnern nu r an die letzte ungleichmäßige Belieferung mit Gemüsekonserven in Büchsen — offenbar gegen das JMeresie der 9UIgemeine heft verstoßen worden ist. Gerade die Kleinhändler vertreten durchaus jenes Interesse unfr rjünfdien absolut feine Aushebung der Zwmrgs- nirtschaft für rationierte Lebensmittel, so lange nicht genügendes Angebot vorhanden ist. Mit dem Herrn Stadtv. Winn ist nur zu wünschen, daß der Kleinhändler mehr berücksick,-^ tigt wird, auch ist es zu begrüßen, daß Herr Stadtv. Sckrnmhl gegen die Ansckauung energisch Front mad>te, daß die hiesigen Groß- und Klein- Ijanbler mit dem Schiebertum in einemAtem^ z u g e genannt werden. Wrr hoffen, daß obige Zeilen dazu beitragen, in der nächsten Stadtverordnetensitzung die einzeln angeführten Punkte unserer Eingabe zu würdigen; denn in ganz Deutschland, selbst in den luchsten Regierungskreisen ist man sich vollständig einig darüber, daß nur der freie Handel die Preise der Lebensmittel auf ein erträgliche^ Maß zurückfL'hrt und das Schiebertum vollständig befeitigt. Der Schutzverein der LebenSmittelhLndler in Gießen. e im ^*1 (mi .vl“ bit % J 5.clterqu D (v !'ng gefcri'ftL?1* d Widenter un. J n uieber Ä 'n» auchT^^tel tfe 3o.,Nt . i&s-d fcs «ÄStfsj ^-Nassini. ($8.8) J Nachricht, daß die frn>J 9 Mfchen tfranljint a w °gM„Bernicht»U hatten, ntfta für bat Drtutifl LV In neuMeu 3^1 « «ufrair^iäi-tej J !^horten der in faJ k gemifmhafx und #3 atz. Von toenipi unuerma ngen crin muitiri^r leftelüzn Behaupümgen M : a. M., 2. Juli. Bei J ade heute ein Markts» uspferdevnanstaltet,i Ichickl war. Zum crltnrJ anifchePserdezumU > gesamte Material nxir j aus festem BM so dahl und VerkMs's Vorüber;u 1 >eitspferde zahlte man Ml !t wurde geräumt. 2. Juli Heute wurde a iligung der oberhessW althistorische Maichutcl abgehalten. Wiihmo n Irschenmärkten in btnjd je begehrten Früchte rill tt Kirschen, das Pfund s nehmen, luaH anfangs K te bit Warttwlwi xr 6 es mancherlei Sach« en PeftLnMvdrn 'm ,2. IM. Der in dm 2V icnbad) verhaftete MIW igestanden, der Mortl . Gottberg ausStlit^ Gictzcner yochschrilgesellschast. Die orbentlid* Hauptversammlung der Ge- dx'fdjaft fand Montag, 30. Juni, nachmittags UI)r, im großen Hörsaal der Universität statt. )tr Vorsitzende des Vorstandes, Herr Justizrat Irünewald, begrüßte die Versammlung und piach von den großen Ausgaben, die den Uni- chitäten bei dem Ausbau Deutschlands zufallen, fre stellvertretende Vorsitzende, Herr Geheimerat ziafessor Dr. Bebaghel, erstattete den Jahres- criibt. Hierauf sprach der Rektor, Herr Geh. Sriiijütalrat Professor Dr. Strahl den Dank tr Universität aus für wertvolle Förderung, die « Hochschulgesellschaft in der kurzen Zeit ihres zestehais der Universftät schon hat zuterl werden Die Gießener Hochschulgesellschaft hat sich ttotz c durch den Krieg geschaffenen Verhältnisse einer «friedigenden Entwicklung zu erfreuen gehabt. Bi' Zahl der Mitglieder ist auf 445 gestiegen, ftit Teil des Vermögens ist in Stiftungen fest- idegt. Von ihnen ist die Stiftung des Herrn tzh Kommerzienrats S. Heichelheim her- »iiohebm, die für eine Professur für Handels- »issenschaft beftimmt ist; es ist bereits eine Be- aiur.g für diese Proseffur erfolgt; der Berufene oirb am 1. Oktober sein Amt antreten. Die Gesellschaft ist mit mehreren Veröf- ientlichungen hervorgetrelen, über die wir »eimrächft berichten werden, außerdem mit einer lieche von Vorträgen, die sich eines guten Besuchs |n erfreuen hatte. Die Hochfchulgesellschaft hat Gelegenheit ge- iait, die Landesuniversität durch Bewilligung von Geldmitteln erl)eblich zu unterstützen. Geldmittel Irnb zugeflossen den Seminaren der theologischen, mristischen und philosophischen Fakultät, dem phy- Mvgischen, landwirtschaftlichen, botanischen, kunst- vissmichastsichen Institut und bet medizinischen Muttät. Um dem größten Notstand der Uni» teßtät abzuhelfen, hat sich die Gesellschaft die ^rebenmg der Seminare besonders angelegen Dn lassen. Seit der Errichtung des Vorlesungs- > 'üudes im Jahre 1879, das für kleine Verhaltest berechnet war, hat sich in dem Lchrbettieb |r meisten Fächer der philosophischen Fakultät |n wesentlicher Umschwung vollzogen. Die Se- kiirare haben eine Bedeutung erlangt, die noch toi 30 Jahren unbekannt war; heute zählt die t>h losovl)sick>e Fakultät nicht weniger als 11 Semi- ja-e, die bis jetzt im Vorlesungsgebäude unterbracht waren. Es haben sich, zumal der Besuch te Universität stark zugenommen hat, räumlich jani unerträgliche Verhältnisse heraus gebildet. Die Notwendigkeit, hier gründlichen Wandel zu schaffen, burbe noch gesteigert durch die Forderungen, öie beuerdings in bezug auf das Auslarrdsstudium er» loben wurden. In richtiger Erkenntnis der Nötige der Seminare hat die Regierung im Sommer 19LS eine Vorlage zugesagt, die den Ständen « Herbst zugelien und den Erwerb zweier lauter in der Nähe des Vorlesungsgebäudes |r Seminarzwecke zum Gegenstand haben sollte. Im eine rafritere Abhftse zu ermöglichen, hat die lochtä'ulgescklschast ein gegriffen und das Haus mdwigstraße 19 zunächst für sich selbst erworben. Eie Raume des Hauses, soweit sie von Mietern klaffen waren, sind unter der Leitung von Archi- M Hans Meyer für ihre neuen Zwecke berge* Bditet worden. Im Mai ist das Haus in den «sitz des Staates übergegangen. Im Anschluß an die Hauptversammlung sand jtn $ o r t r a g von Herrn Professor Dr. K. B ü r - Itr statt, dar sich eines außerordentlich starken Kriuchs zu erfreuen hatte. Der Vortragende mach über korstellungen von der Entstehung des Lebens auf der Erde. Tie höheren lebenden Wesen, welche heutzu- P8e die Erde bevölkern., sind als das vorläufige Btoglieb einer.Entwicklungsreihe aufzufassen, die W ganz einfache Lebewesen zurückgeht. Für die Mstenschast hat die Beantwortung der Frage nach MA Ursprung dieser einfachsten Lebewesen einen •falberen Reiz. [ Nach einem Ueberblick über den Ausbau der Wnderbaren lebenden Substanz, über ihre Physik Mischen imb chemischen Eigmschastcn, die inneren M> äußeren Lebensbedingungen und die wesent- Men Lebensersck>cinungen ging der Vortragende M! die Thwrien ein, welche sich der Wissenschaft Mcr die Entstehung des Lebens auf der Erde ge* Rfat hat und zwar auf die Schö.vfungstheorie, Theorie der Weltorganismen, die Preyersche Mvtte und die Urzeugungstheorie in Verbindung der Pflüg-rschen Cyantheorie und der Allen- WM Stickstvffthevrie. 1 Tann naiym der Vortragende Stellung zu die- W Theorien und kam zu dem Resultat, daß die Wang des Problems auf bet Erde selbst gesucht Mden muß. wofür eine Reihe merkwürdiger Be- ^«chtungen und auch neuere chemische Erfahrun- sprechen. Nach ewigen, ehernen, großen Ge- ist eben auch die Entstchung und Entwick- Mg lebender Substmiz vor sich gegangen. Zwar Wes bis jetzt noch nicht gelungen, die Probe aufs Wempel zu machen und lebende Substanz synthe- barzustellen, bei dem heutigen Stande der Mfrnschäft hätte aber auch nur der krasseste Zu- W wr Synthese dieser Substmrz führen können; [.«'Titenbe Erfolge auf dem Wege zu diesem Ziel M find aber schon erreicht. So ist es ßntil eVird)cr, dem (Hfcmifer der Berliner Universität, sangen, einen Stoff darzustellen, der alteEigen- • witen eines einfachen Eüveißtörpers aufweist. Die llommunalwahlen. ** Allendorf a. d. Lahn, 2. Juli. Am Sonntag den 6. Juli ftndet die Wahl eines 93ei/ georoneten statt. Als Kirndidat ist Ludwig Binz II. aufgestellt. K Bermutshain, 2. JuU. Bei der Bur- germei st erwähl wurde der bisherige Bürgermeister Jost wiedergewählt. . -s- BerSrod, 2. Juli. Zur Ge mernde- ratswahl lag nur ein Wahlvokschlay vor. Wiedergewählt sind Christian Schwalb, Plnl. Hofmann I., Karl Gerhard, Heinrich Kutickier IIL, Wilh. Hammel, Phil. Döring, Johs. Böcher II., neugewählt wurden Ludwig Hainbach, Heinrich Schmitt, Wilh. Herzberger, Georg Botz, Wfth. Mugvld. — Die gestrige B ürger meister- wähl verlies ebenso glatt, da nur ein Bewerber, der bisherige Beigeordnete Becker, ausgestellt war, ber mit 154 Stimmen gewählt wurde. Von 243 Stimmberechtigten wählten 160. Ter mm- mehrige Attbürgermcister Reuschling hatte auf eine Wiederwahl wegen feiner 76 Jahre verzichtet. # Blofeld, 29. Juni. Zum Beigeordneten wurde der Landwirt Georg Wilhelm N o h l mit 97 Stimmen gewählt. Ein Gegenkandidat war nicht aufgestellt. Sämtliche Wahlen in hiesiger Gemeinde wurden einstimmig geführt und verliefen ohne jegliche Störungen und Streitigkeiten. z. Crainfeld, 30. Juni. Bei der hiesigen Gemeinderatswahl wurden Hemrich Müller VI., Landwirt, Heinrich Fritz II., Landwirt, Heinrich Fritz IIL, Landwirt, Karl Baum- vach, Landwirt, Heinrich Flach II., Schreiner- meister, Johannes Räuber IIL, Schmiedemeister, Friedrich Schmelz, Wagnermeister, Wilhelm Hofmann, Gastwirt. Johannes Meinhardt, Gastwirt, Heinrich Occhler. Bäcker, Heinrich Möller, Schreiner, Andr. Neuner, Sckmeidermeister, gewählt. Gegen die Wahl war Beschwerde am Kreisamt Lauterbach eingelegt worden. Dec Beschwerdeführer ist aber Ende der vorigen Woche vomKreisausschuß lostenfällig abgewiesen worden, die Wahl somit für gültig erklärt. Bei der gestrigen Bürgermeisterwahl erhielt der bisl)erktze Bürgermeister Heinrich G a n ß II. 226 Stimmen. Ein Gegenkandidat war nicht aufgestellt. ** Dorf-Gill, 1. Juli. Am 6. Juli findet hier die Beigeordnetenwahl statt. Die, Agitation geht, wie es hier immer der Fall ist, ziemlich geheim vonslatten. Wie verlautet, sind drei Kandidaten in Aussicht aenommen, darunter auch ein weiblicher, Georg Knopper, Jakob Sames und Frau Köhres. _ L. Eckartsborn, 3. Juli. Als neuer Bürgermeister unserer Gemeinde wurde Landwirt Bechtold der schon früher einmal das Amt versehen hatte, gewählt. Der bisherige Bürgermeister Krempel hatte auf eine Wiederwahl verzichtet. h. Echzell, 2. Juli. Bel der geftrigtn Deigeordnetenwahl erhielt der bisherige Beigeordnete Phil. Stoll II. die meisten Stimmen. Ein im letzten Augenblick noch aufgestellter Kandidat der Linken brachte es knapp über 100. Herr Stoll erfreut sich hier allgemeiner Wertschätzung. Seine Wiederwahl wird allgemein bt- grüßt. — Tie Bei g eo r dnete n wa hl gestern in Gettenau verlies sehr ruhig. Es wurde Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter triefet Rubri! stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Zur Sebensmittelversorgung. Obwohl wir in Anbetracht der nächsten Montag in der Stadtverordneten-Versammlung bevor' stehenden Generaldebatte über bte StebenSmiltel- Versorgung Gießens eine Reihe von ,,Eingesandts zurückgennesen haben, geben wir nachstehende Zuschrift des Schutzverbandes der Menihätndler wieder. Ter R-chenschaftsberichK den Herr Stadtamt. buböi Dr. Seid in der Atadtocroitwetev^«» lichem Landwrrr Vrter «arle IL, erhtelt davon 353, der Kandidat ber Sozialdemokraten, der Landwirt Ernst Kratz I., 297 Stimmen. 4 Stimmen loaren ungültig. Carle wird also der Nachfolger eines Vaters, des bisherigen SBeigeoebneten Äonr. Carle, der hohen Alters wegen auf eine Wieherns hl verzichtet hatte. — Peter Carle wurde vor kurzem gelegentlich der Generalversammlung der Spar- und Tarlelmskasse auch zum Rechner ge» wählt, da fein Vater, der bisherige Rechner, das Rechneraml niebergelcgt hatte. rr. Nieder-Stoll, 2. Juli. Besgeordnetec konrad Quanz wurde mit allen abgegebenen Stimmen zum Bürgermeister gewählt. wa. Odenhausen, 3. Juli. Der bisherige lellvertretende Bürgermeister Kaufmann Nachtigall wurde mit 140 Stimmen ein- timmig als Bürgermeister gewählt. Nächsten Sonntag ftndet die Beigeordnetenwahl statt. § Sichenhausen, 2. Juli. Bei ber Bärger m e i st e r w a h l wurde der älteste Sohn des Altbürgermeisters, Wfthelm Fischer, einstimmig =s Eine künstlerische Sehenswürdigkeit ------ „Hupfeld's Privat-Hotei“ _____________Stallung. - Aatohalle. Ernst Hupfeld’sche Weingroßhandlung Hervorragende Weine. - Venand nach auswärts. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem schweren Verluste unserer lieben Tochter und Schwester, sowie für die überaus zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sagen wir herzlichen Dank. 013000 Kimilie Stiebt. Beeter nebst allen Angehörigen. Gtehen, SelterSweg 52. itötetgesuche | Vermietungen | M 6-Ziffifflßr-Wohnung sasort zu vermieten. Schr. Anaeb. unter 013102 an de« Sied. Anzeiger. ÄkstzlierteS Zimmer zu verrnieicn 0130,5 V«, 1» II. 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