Samstag, 4- Jaiiuar W 169. Zayrgang Erstes Blatt «-.nnahme oon Anzeige» f. die Sai"esiuimmer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeVerbuidlichkeit Zeilenpreise: für örtliche Anzeigen 25'Bf.,fürau S'.vnrtigf 30 Pf., für Jtcflamen Mk.1.-uedst 2Ou,o'5cue* rungsznscklag;Platzvor- fdicift 20 % Aufschlag. Hauotschriuieiier: Aug. Goen. Verantwonlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Neinhold Zenz: für den Anzeigenteil: iD. Bed; sämtlich in Gieß en M.3 Der Sirtzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntag). - 2'eilcmen: vietzencr,?üniiliendlütter; Kteislkdl für ten Kreis Lietzen. Bezugspreis: mona 11. J) 1 f. 1.35, vi e v tel- filhrlich Mt. 4.05; din ch Abhole- iu Zweigstellen monatl Mk. 1.25; durch die Dost Ätk. 4.05 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. tsernipiecb - Anschlüsse: fürdie§chrütleitung112 Bering, Geschüsl^sielle51 Anschri'tsürTrahtnach- ^chken: Anzeiger Eietzen. » General-Anzeiger für Oberhefsen...... StDtaingsninMnid u. öerlag: Vrühl'sche llniv.-viich^U. Stei»druckerei K. Lange. Lchrisüsttung, Srschäftsstell« u. Druckerei- Schulst;. 7. WochtnrLWllck. I Wir müssen uns immer mehr ans M-s sonderliche gclvühnen. Dieses Vierteljahr seit dem Ausbruch der Nevolution in Deutschland steckt voll buntfarbener Ereignisse, die indessen alle einen dumpfen, hölzernen Klang haben, ganz anders als sonst die großen lieber raschungen der Weltgeschichte. Es fehlt das' Ausgereifte; dafür stecken wir, ähnlich toie vor einiger Zeit Rußland, wie in einem polrtt- schen Treibhause. Alles geht im Geschwindschritt: Die Demobilisierung und, wenn wir an die bevorstehende Nationalversammlung denken, die politische Erneuerung. Wir schrien sie herbei, weil ihre schleunige Verwirklichung unbedingt notwendig ist, und wir scheuen uns doch beinahe, die Nationalversammlung, die ein ehrwürdiges Glied unserer alten deutschen Geschichte sein soll, in einem Atem zu nennen mit den spukhaften Tumultszenen der letzten Wochen, mit dem traurigen Wirrwarr, den wir um uns sehen. Zu viele unserer Volksgenossen gebärden sich noch, als wollten sic ihre Unreife recht erweisen, mit der sie in einigen Tagen den Gang an die Wahlurne antreten. Noch sind ja die Tage der — Nadaulust und Arbeitsscheu. Längst sind die Geister zur großen Sache gerufen worden. Gras Brockdorff-Nantzau, der neue Staatssekretär des Auswärtigen, hat mit aufrütteln- dcn Worten sein Programm verkündet; — ie- doch einzelne Lagerfeuer terroristischer Gesellen, wie in Bremen und Allenstein, lohen noch auf, und die neue Regierung der Mehrheits- sozialisteir ist bisher noch nicht zu flottem Handeln gekommen. So sitzt der Berliner Polizeipräsident, Eichhorn, noch im Amte, von dem der „Vorwärts" berichtet, daß er am Weihnachtsabend an streikende Arbeiter zum Aufruhr die Waffen habe verteilen lassen. Er will nicht freiwillig zurücktreten, wie seine Couleur-Brüder in der Regierung, und er füllt die Kunstpausen der Mehrheitsgewalthaber mit seinen! Trotze aus. Die Regierung hat auch noch nicht den Mut gefunden, die unter der Vorspiegelung falsck)er Tatsachen von Spartakus-Genossen erpreßien Beschlüsse des Kongresses der Arbeiter- und Soldatenrätc auf legalemLLege wieder zu beseitigen. Hindenburg spricht zweifellos im Namen der großen Mehrheit des Heeres, wenn er die Abschaffung der Nangunterschiede für eine Un- nröglichkeit erklärt. Es ist eine üble Groteske, daß wir unter einem solchen geradezu bolschewistischen Zeichen der Zeit in die Wahlen für die Nationalversammlung eintreten sollen Die Mähler werden sich indessen verständigen und auch auf solche Zeitfragen entschlossen zu antworten wissen. Die Vorsorge der Regierung für den Grenzschutz i m O st e n hat es bisher nur zu ungenügenden Maßregeln gebracht. Mit voller Hand wurden den Polen Zugeständnisse verteilt — aber sie wollen die ganze Provinz Posen an sich reißen! Jetzt schlägt dem Kabinett Ebert doch vielleicht das nationale Gewissen. Man hört, daß es in Gemeinschaft mit dem Zentralrat über die Grenz Verteidigung Beratungen abhält. Ob es sich bestätigt, daß eine ansehnliche Truppenmacht von Freiwilligen den polnischen Eroberern nach Posen entgegengeschickt wird, bleibt abzuwarten. Es ist bezeichnend, daß der frühere Oberst Gädtke im „Vorwärts" einen Alarmrus ausstößt. Die Festung Posen liege nur noch 240 Kilometer östlich von Berlin; gehe mit ibr die ganze Provinz Posen verloren, so lägen unsere Ostgrenzen nur noch 120 Kilometer von Berlin ab. Das bedeute dann für Deutschlands Zukunft das gleiche, wie vor 400 Jahren die Schlacht von Tannenberg für die deutschen Orden. Es sei die allerhöchste Zeit, daß genügend starke rrichsdeutsche Truppen nach dem Osten geschickt würden, um die Polen nicht nur wieder zurückzudrängen, sondern ihnen auch die Mafien abzuuehmen und ihre Organisationen aufzulösen. Wir wollen hoffen, daß dieser militärische Sachkundige in Berlin gehört wird! An dem beim Jahreswechsel von der Reichs reg ierung veröffentlichten Programm über die neuen Finanzmaßnahmen und Steuern ist nicht viel auszusetzen. Auch wenn eine bürgerliche Mehrheit aus den Wahlen zur Nationalversammlung hervorgeht, wird das Steuermesser tief einschneiden müssen. Staatssekretär Schiffer würde auch in einer anderen Regierung sich nicht viel abhandeln lassen. Aber die Experimente, die die Sozialdemokratie jetzt mit stark verkürzter Arbeitszeit, allzuweit gehender Vergesellschaftung von Betrieben usw. vornehmen möchte, werden kurze Berne haben. Da werden nationale Notwendigkeiten milfvrechen. Auch die deutsche Ar- beit muß Riesenverluste wettmachen und neue Werte schaffen. Dem nahenden Frieden kann man nicht mit bloßen Theorien entgegengehen. Er zwingt uns, ob es ein Gewaltfriede oder ein Verständigungsfriede ist, seine Gesetze auf. Wie auf Verabredung haben unsere Gegner in unsere innere Neuordnung wenig hineingesprochen. Graf Brockdorff-Rantzau Hat oie törichte Unterstellung erwähnt, als sei die deutsche Revolution nur „gemacht" worden, um Verpflichtungen und Verschuldungen auszubiegen. Auf die deutschen Wünsche in bezug auf die Wahlen in den linksrheinischen Gebieten hat die Entente bisher nur kurz sich vernehmen lassen. Die Wahlen und ihre Vorbereitung werden, außer in Elsaß-Lotyringen, ge- 'tattet; im übrigen bleibt die Sphinx der Fremdherrschaft jenseits des Rheines stumm und unbttoeglich liegen. Wir wollen uns von den weihnachtlichen Liebenswürdigkeiten der Amerikaner in Coblenz nicht sinnlos bezaubern lassen, denn die alsbald darauf folgende Meldung, daß vom 1. Januar ab aller Verkehr zwischen hüben und drüben-eingestellt werde und daß die ganzen Nheinlande vom übrigen Deutschland hermetisch abgesperrt würden, gibt uns ein schweres Rätsel auf. Der französische Ministerpräsident Clemenceau hat. in feiner letzten Kammerrede über seine Unterredung mit dem Präsidenten Wilson folgenden Ausspruch getan: „Wilson hat mir gesagt, er werde versuchen, mich zu überzeugen, vielleicht wäre ich es aber, der ihn überzeugen würde. Nichts kann eine bessere Verständigung erhoffen lassen als diese Aeußerung." Wenn man sich vorhält, daß Clemenceau im Gegensatz zu Wilsons Völkerbundpläne das alte System der Koalition gegen Deutschlano befürwortete, wobei chm die große Mehrheit der Kammer zustimmte, so muß man sich beizeiten auf eine ungünstige Konstellation hei der Friedenskonferenz gefaßt machen. In England kann Lloyd George mit seiner Gewaltpolitik nach dem Ergebnis der Wahlen ebenfalls auf eine Mehrheit sich stützen. Clemenceau hat ferner noch geäußert, England sei mit seiner Hilfe gleich zur Stelle gewesen, während Amerika habe auf sich warten lassen; das müsse bei den Friedensbesprechungen zur Geltung kommen. Man fielet, der alte „Tiger" fühlt sich an Englands Seite stark genug, um dem amerikanrsckien Weltfriedensrichter entgegenzuknurren. Es kommt nur darauf an, toer de'n festeren Willen hat. Man sollte annehmen, daß die deutsche Diplomatie noch gute Trümpfe in der Hand hat, und wir sind gespannt darauf, wie der neue deutsche Staatssekretär des Auswärtigen sie nächstens ausspielen wird... Lin Protest der Obersten Heeresleitung in Spaä. Berlin, 2.Ion. Tie deutsche Waffenstill fta n d kom m i ssion teilt mit: Anläßlich der unerhörten Bergelvaltigamg, der die deutschem Truppen im Osten unterworfen werden sollen, hat nach den übereinstimmenden Kundgebuuc^n Per Reichsregierung imb der Wasfenstillsiandskoinmif- fton nunmehr auch die deutsche Oberste Heeresleitung in Spaa ausdrücklich u.a. erklären hissen: Artikel 12 und 13 des Was fen- still standsabkom mens forderten ursprünglich sofortige Zurückziehung der deutschen Truppen im Osten. Auf die därtsche Anregung, die ebenso im deutschen Interesse Ivie in dem der Allgemeinheit erfolgte, wurde der Wortlaut geändert. TeutsMland hatte damit nicht die Verpflichtung übernomme/r, uit Osten für Ordnung zu sorgen., sondern lediglich die Berechtigung erhalten, erst allmählich zu räu.- mcn. Tas Oberkommando der Alliierten bat offen* bar anfänglich diese Auffassung geteilt. Die von Deutschland freiwillig übernommene Aufgabe, im Osten für Ordnung zu sorgen, wurde erfüllt, so- langge kies möglich Ivar. Ter Rückmarsch wurde erst angeordnet, als sich die deutschen Truppen zu sch nach und auch zu unzuverlässig erwiesen. Die Alliierten wurden hiervon unterrickstet. Nachdem im Vertrag vereinbart war, daß die deutschen Truppen möglichst lange im Osten verbleiben sollten, mußte erwartet werden, daß die Alliierten, wenn sie wirklich Wert darauf legten, die kleinen Völker des stens zu schützen, die Deutschen nickst geradezu verhinderten, ihre Aufgabe durchzuführen. Dies i)t aber tatsächlich der Fall gewesen. Die Alliierten erfroren sich jetzt zwar solidarisch mit der polnischen Regierung, sie haben aber z. B. nicht zu verlstndern versucht daß die Polen die Eisenbahnen nach Deutschland abschnitten und damit die Lebensiw'ig ichieic dstr l die Berücksicht i 71mg der Wünsckie ixu (irrer. Ter Sv, / Die Republik Srotz-Heffen. Herr Geheimrat Prof. Dr. Sommer schreibt uns: Infolge des Aufsatzes im Gießener Anzeiger vom 12. 1918, „eine Republik Groß.Hessen", sind mir nicht geschädigt werden, er forderte die Abschaffung her Patronatsrechke, eine Aniderung in bei Wakst der Kirchenvorstände, der Synoden und des 5hm« schnitts'ommanderrr: Kommandntur Wiptx:rfürtb). 3. Von Honnefs bis Lorch ernschließlickH (Ab- schnifts.ommandeur: Kommandantur Westerburg) 4. Eon Lorch ausschließlich bis Zur Schwerzer Grenze (Abschnittskammandeur: Kommandantur ** Der Soldatenr at der Lagerkomman dantur teilt mit: Donnerstag vormittag war eine französische Kommission, bestehend aus einem General« I oberarzt, einem Stabsarzt und einem Hauptmann aus Mainz hier anwesend, um das Gefangenenlazarett zu besichtigen und sich von dem Zustand der Patienten zu überzeugen. Gestern nachmittag wurden 50 von ihnen durch eine französisch, amerikanische Kom« m 1 1 i t A n rm ft ahn/i O6* । Ein Telegramm Hindenburg». Berlin, 2. Jan. Die „Freiheit' veröffentlicht das angeblich vertrauliche Telegramm Hindenburgs an dasArmeeoberkommando Ob er oft, das sich gegen die Beschlüsse des Rätekongresses wendet. Das Telegramm hat der „Freiheit" zufolge folgenden Wortlaut: Ich erkenne die von dem Zentral, rat der A.« u. S «Räte gefaßte Resolution betreffend Derordnung über das Heerwesen, insbesondere in b?r Stellung der Offiziere und Unteroffiziere nicht an. Ich bin der Auffassung, daß eine solche tief in das Leben der Ration und des Heeres einschneidende Veränderung nicht von einer einseitigen Ständevertretung, sondern nur von der durch das ganze Volk berufenen Rationalve sammlung getroffen werden kann. Das Heer sieht nach wie vor zu der Regierung (Ebert und erwartet von dieser Regierung, daß die von ihr gegebene Zusage über den Bestand des Heeres und die Richtlinien über die Vefugnifse der Vertrauensmänner der Heeresleiiung als maßgebend anerkannt und da. mit dem Offizier, und Unterosfizierkorps ermöglicht wird, weiter Dienst zu tun. Ich bin in diesem Sinne bei der Regierung vorstellig geworden. Es bleibt deshalb bei den bisher gegebenen Befehlen. Aus Staöt rind Land. G ießen, den 4. Januar 1919. •• Die gestrige Wählerversammlung der Ientrumspartei fand im Stadttheater statt und führungen das Grundprinzip der Gennssrnsfreilunt lauf religiösem Gebiete, klynte alle unbeirrt) igteri (Singri ne des Staates in die Rechte der Stirne ab !unb gab einen Ueberblick über die l)essische Siirrficnx Verfassung und die reclstliche Stellung der 5?irrfie Volksstaat der christlichen Kulturwerte niet entbehre» könne. Ihre Forderung sei Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Ordnung. Hierauf ergriff Frau Rechtsanwalt Peters das Wort und machte cs allen christlich gesinnten Frauen zur Pflicht, an die Wahlurne zu treten, um zu verhüten, daß eine Trennung von Kirche und Staat damit im Zusammen ong eine (Ent- christlichung der Jugend und letzten Endes eine (Ent« christlichung des Familienlebens cintreten werde. Ge- rade die Frau als Hüterin des Family rtedc .s muffe es vor dieser Gefahr bewahren. Hierauf sprach Rechts« anwalt Ruh.Seligenstadt über die neue Zeit und ihre Pflicht. Der Katastrophe des deutschen Volkes gegenüber werde das Zentrum den Freimut und die Schärfe der Kritik haben. Bei der Schuldfrage dürfe man trotzdem nicht in den Michelfehler verfallen, ben Balken nur im eigenen Auge zu sehen. Auch di« feindlichen Staatsmänner hätten schwc s'r Schuld auf ihren Schultern zu tragen. Die Grunde des Zu- lammenbruchs sah der Redner in der langen Dauer des Krieges und der damit verbundenen Entsittlichung, in der Geheimdiplomatie, der lieber ähung der eignen Kraft und der der Bundesgenosien, der lieber» «HMI SRnthrgnr M8 s-mneff -Mchlieblich («b-lpart« »«, mob« « »«Ion« 6« 3«,ur.r...paxu1 n, «--------; auf pnfittDem christlichem Standpunkt, sei aber nettw konfessionelle Partei. Sie verlange die Freiheit jeoe» Einzelnen und sei der Ueberzeuzung, daß der neu« eine Reihe von Justimmungserklärungen mit ausführlichen Aeußerungen zugegangen. Außerdem hat in der Deutschen (früher Norddeutschen) Allgemeinen Zeitung, die der jetzigen Reichsrcgierung nahe steht, in Nr. 655 vom 25. Dezember 1918 Prof. Dr. Hans F. Helmolt in einem Aufsatz: „Aufgaben der National- Versammlung 11." dazu in folgender Weise Stellung genommen: „In den jüngsten Wochen waren an Be- strebungen, sich unter Losung aus Preußen zu verselbständigen oder sonstwie die deutsche Landkarte zu ändern, namentlich folgende zu verzeichnen: 1. (bett, die Republik Rheinland-Westfalen), 2. „der Gedanke, aus Hessen-Nassau, dem Kreise Wetzlar und dem bis- herigen Großherzogtum Heffen einen Freistaat Groß- Heffcn zu bilden." Dann heißt es weiter: „Unter dieser Voraussetzung will es mir scheinen, als ob folgende Neugliederung Aussicht nicht nur auf Billigung durch die Nattonaloerfammlung, sondern namentlich auch auf organische Eingewöhnung Haden sollte: 1. Ost-und Westpreußen; 2. Schlesien,- 3. Branden« bürg; 4. Niedersachsen; 5. Hamburg; 6. Bremen; 7. Thüringen; 8. Odersachsen; 9. Rheinland-West« falen; 10. Hessen, das ist Hessen-Nassau, Exgroßherzogtum und linksrheinische Pfalz mit 5 Millionen Einwohnern und der Hauptstadt Frankfurt am Main; angeschlossen: Heidelberg und Mannheim; 11. Schwaben, das ist Württemberg und Badens 12. Franken; 13. Bayern; 14. Oesterreich; 15. hoffentlich Elsaß- Lothringen. Hier wird unter Nr. 10 mein Plan durch Hin« Zunahme der zur Zeit bayrischen Rheinpfalz, so- wie von Heidelberg und Mannheim in einer Weise erweitert, der ich besonders, was die beiden badischen Städte betrifft, vorläufig nicht zustimmen kann. Die angedeutete Aufhebung von Baden mit Verteilung an Württemberg und Groß-Hessen halte ich für einen Fehler, gegen den Baden selbst sicher Einspruch er« heben wird. Besonders wäre eine Hinzunahme von Heidelberg mit seiner Universität zu einem Großhessen, das schon drei Universitäten, Marburg, Gießen und Frankfurt, umfaßen wurde, für beide Teile bedenklich. Heidelberg gehört ethnologisch und g<-ographisch zu Baden. Anstatt dieses aufzuheben, wäre es sogar bester, Baden durch die Nheinpfalz vielleicht mit Ausdehnung der Grenze von Rheinhessen zu erweitern, wenuman dieRheinpfalzunterErgänzung van Bayern durch Salzburg und Tirol, wie es bei Helmolt unter Nr. 13 gedacht ist, abtrennen will. Helmolt zitiert dann die Worte von Nadolny in der Deutschen Allgemeinen Zeitung (oom So. 22.12.1918): „Solche Umgruppierung kann nicht auf höheren Be- fehl der Nationalversammlung erfolgen; sie muß, als Parole ausgegeben, von den Gemeinschaften selbst ausgehen, die sich zusammengehörig fühlen" und sagt am Schluß: „In der Tat, die Einzelgeblete müssen ihr Geschick und das ihrer Nachbarschaften selbst bestimmen, allerdings nach reiflicher Prüfung auf gesetzmäßige Weise. Der Nattonaloerfammlung bliebe dann die letzte Entscheidung darüber, gegebenenfalls eine linde Berichtigung verbesserungsbedürftiger Um. gruppierungen vorbehalten. (Eine Unmenge alten Unrechtes und Unrates würde mit dieser Dismem. brierung Preußens und dem, was sie im (Befolge hätte, weggeräumt werden, zum Heile des gesamten aus tiefer Not und Zerschlagenheit sich neu erhebenden Vaterlandes." Es ist also jetzt tatsächlich notwendig, sich über das Schiksal des alten Hestens und des bisherigen Großherzogtums klar zu werden, damit nicht bei der Verfassungsarbeit der Nationalversammlung ungenügend vorbereitete Deschlüste mit Ucberraschnn- gen gefaßt werden. In dem Programm der politt- schen Parteien kommen diese wichtigen Fragen bis. her nicht gunr Ausdruck, es ist daher nötig, sie un. abhängig von den Parteien zu behandeln, was ge- schehen wird. Dabei muß, wenn das alte Kurhesten mit Kastel ebenso wie Nastan und der Kreis Wetzlar in dieses Groß-Hessen eingezogen wird, vor ollem die Frage geprüft werden, wo die Ientraü dieses Gebietes liegen soll, das Helmolt in seinem Aufsatz den südwestdeutschen Eckfeiler des Reiches nennt. Zur Besprechung dieser Fragen soll noch vor den Wahlen zu der Nationalversammlung am Sonntag den 5. Januar, früh 11 Uhr, eine öffentliche Versammlung in Gießen stattfinden. Dem ber habe Luden borff der Reichsreg-ierung durch den Kriegsminister mitlrilen lassen: „Sagt, was Ihr von mir wollt, ich arbeite nicht gegen Euch, stelle mich vielmehr, unter Wahrung meiner Ueberzeugnng, lohnt auf den Boden des durch die Abdankung des Kaisers (Sftooibeiten. Aber ich muß um Euren Schutz gegen die Nachstellungen und Bersolgungen unreifer, gegen mich ausgehetzter Elemente bitten, nicht um meinetwillen, sondern für diejenigen, die mich anfznnehmen bereit sind. Seid Ihr praktisch nicht in der Lage, mir diesen Scl/utz ui gnoähren, dann bitte ich um Euer Einverständnis damit, daß ich für einige Zeit ins Ausland gehe, bis sich die Verhältnisse in Deutschland wieder gefestigt haben. Ich betone fcbrr, daß ick darauf warte und jede^rit bereit bin, Rechenschaft über mein Handeln und Wollen vbzulegen." Am Abend desselben Tages Würbe Ludendorfs sMitgeleilt, die Neichsregierung sei mit ferner Reise in Has Ausland einverstanden. Es wird dann weiter ausgeführt, daß Ludendorfs durchaus der Marrn sei, seine Geschäfte selbst zu führen, und die Zeit kommen werde, wo er seinen Angreifern onttoorten werde. Alle Wett erzähle jetzt, Luden dorff habe durch seine maßlosen Forderungen einen Verständigunasfti.-den verhindert. Demgegenüber erhebt der Verfasser die Frage: Hatte denn bk Äkichsleitung. als sie sich auf den Boden des Ver- Mndigungssriedens stellte, irgenbeate Gewißheit, daß ein leidlicher Friede jeden Tag zu haben fei? Diese Frage heische Antwort, denn der unselige Glaube, es wäre bei gutem Willen ein leichtes gewesen, zu einem Verstäirdigungsfrieden zu gelangen, Ijabe in erster Linie Hermat und Front tampfmübe gemacht. Seit Ludendorss im Aligus: 1916 in die Oberste Heeresleitung berufen wurde, sei ihm von feiner Seite, auch nicht txm der Neichsleitnng, die Möglichkeit eines solchen Friedens gezeigt worden. Der Verfasser kommt dann aus die Vorgänge irmnittelbar vor dem Rücktritt Lrrdendorffs zu sprech.m. Ludendorss drängle nach energisckvm Hairdeln, die Lage in Europa mußte sich verschlech lern imb jede Verschttchtcricng mußte ungünstig auf die Verhandlungen wirken. Nicht Nerven- Zusammenbruch, nicht Zagl)afttgkeit oder Furch! waren der Grund für das Drangen Ludendorsss, sondern die klare inü> wohlliegründete Ueberlegmug. Die Lage kann sich verschlechtern, je sckstechter aber die militärische Lage ist, um ssHchm'rer 1 Derben die zu erwartenden Bediugmtgen fein. Ludendorss verttat, nachdem der Beschluß, in Verband! ringt" einzutreten, gefaßt toordeir war, daß jedes iocitcrc Blutvergießen, auch nur um 24 Stunden, ver mieden werden müsse, da jeder Augenblick zur Verschlimmerung der Lage, ja selbst zum Durch druch führen könnte. Aber Lrrden dorff bat niemals «sagt, die Westftmtt ist nur noch 24 Stundeir zu halten. Auch betonte er scharf, daß bei Bcdingun gen, die das deutsche Leben i>edrobten, toeiter ge kämpft werben müßte, solbst auf die Gefahr, hin geschlagen zu werde,:. Prinz Max von Baden schreibt in seiner kürz lich veröffentlichten Darstellung dieser Vorgänge Nunmehr erklärten die militärischen Autorttäten, daß sie sich in ihrer Beurteilung der Lage am 1. Oktober getäuscht hätten. Prinz Max mö-re sagen, welch" militärische Autorität bas erklär: habe: Ludeirdorsf war es nicht. Er habe den seit August l>e schritte neu Weg nicht verlassen. Der Artikel schließt: Subenbinff ist gegangen, schwerstm Herzens und voll Bitterkeit. Nie war ein Menschmlos harter. Klarsten Erstnmens, treuester Hingabe und stärkstem Wottcw blieb nafr? vor dem Ziel bo . Vollbringen vevstigt. Haß und Verleumdung sind ihm gefolgt. In guten Tagen jubelnde Hnmnen, in der Folge gehässige Angriffe. General Silben-’ dorff ist jederzeit bereit, für sein Handeln einzu- ........ ... - .... ..bschmtte: 1. Vo über holländischen Grenze bis steh<-n, aber eines darf er beanspruchen, nicht un-, nördlich vom Brückeirkopf ^ölir-Ratu gen (91b- gehört verurteilt zu werden. I schnittslomuumdeur.^ Xvuimaiüxuitut ALescl). 2, Karlsruhe). 1. stkicht wehrpfl'chttge Zivilverlonen erhalten die Erlaubnis zur Einreise in das besetzte Gebiet von dem Kommandeur desjenigen Abschnittes ber neuttalen Zmte, in dessen westlicher Verlängerung bas Reiseziel gelegen ist. 2. Ordnungsgemäß eitt- lassene Wehrmlich'ige, welche vor dem Krieg 11. 8. 1914) nicht in dem besetzten Gebiet gewohnt haben, erhalten die Einreiseerlaubnis ebenfalls je nach der geographischen Läge ihres Reisezieles Poq dem obenerwähnten zuständigen Abschnittskommandeur. 3. Ordnungsmäßig entlasseiteWehrpflichtige, die schon vor dem Krieg int besetzten Gebiet anfässuk ivaren, dürfen ohne besondere Erlaubnis einrersen. 4. Ordmmgsmäßig aus dem Militärdienst entlassene deutsche Dämmte, bereit Familien sich bei Kriegsausbruch auf dem linken Nl-einuser befanden ober erst im Verlauf des Krieges dorthin gekommen sind, dürfen ebenfalls ohne besondere Erlaubnis einreisen. Entlassungspapiere, die etwa von Soldatenräten ausgestellt sind, gelten bei dem Oberkommando ber Allierten nicht als ordnungsmäßig. 5. Zivilpersonen, denen zur Vorbereitung der Wahlen für die Naftonal-- verfammlung eine ber Leitnirgen der Pol irischen Parteien Deutschlands einen besonderen Auftrag für die Wahkgitation im besetzten Gebiet erteilt hat, erhalten Einreiseerlaubnis vom Neichsamt Eine norwegische Stimme über den Frieden. Kristiania, 2. Jan. (WTB.) In „Tagbladet" tritt der Stört hing Präsident in warmen Worten für den Frieden ein, um den jetzt die ganze Welt einen harten Kamps auskämpse. In diesem Streit könnten bie Neutralen nicht unbeteiligte Zusciumer bleiben, sondern sie müßten aktiv am Ausbau eines Friedens mitarbeiten, txm dessen Gestaltung auch ihr nationales Dasein abhängig sein werde. Aber der Widerstand, den es hierbei zu über« nnnben gäbe, sei mächtig. Deshalb scharten sich letzt alle, die mit Sorge und Bekümmcrung den Frieden in Gefahr sähen, um Wilson, zu beffen Einfluß sie noch Vertrauen Tratten. Aber die ganze Welt sei mit ängstlicher llnfid>crbcit erfüllt. In Deutschland sei das atte System völlig zusammeu- gebrotlten, aber es seien in dem rmglücllichm Lande anarchistische Zustände zu besürrtsten, toeitn nicht Deutschland durch den Frieden die Möglichkeit für einen wirtschaftlichen unb nationalen Ausbau erhalte. Leider zeigten aber die Sieger hierfür kein wachsendes Verständnis, im Gegenteil, es deute vielerlei auf die Ausbreitung einer bedauerlichen Reaktion hin, sonne darauf, daß der Geist des Imperialismus, des Machtgläubnrs und des Militarismus, den man bei Deutschland so lange und opferfreudig bekämpft habe, jetzt sein Haupt wieder chei den Siegern zu erheben suchte. Jetzt predige man offen einen Giemaftfrieben, der nur Erbitterung und Rachcgesühl bei den Bestersten Hervorrufen und die Keime zu neuen Kriegen in sich tragen müsse. Lius allen Schichten der KrieNuhrendeer und Neutralen steifte zu Wilson, von dem das Schicksal der ganzen Welt abhänge, ein Notschrei auf, daß er an fernen 'Grundsätzen für das zukünftige Zusammenleben der Nationen im Völkerbund festhalre, damit nicht alles Blick in innen Jahren vergeblich geflossen sei. Bei dieser furchtbaren tirge könne niemand ruhiger Zuschrner bleiben. Alle hätten die Berpfliclftung, ihre Meinung offen herauszufagen. Tie norwegische Regierung sollte deshalb die Jnr- tiative ergreifen, damit ber Stört bin g iirfammm mit den Naticnialversammlungen der übrigen mckdi- fdjen Li eiche eine (rntfdjiie&ung fasse, rvorin der brennende Wumch nach einesn Frieden zwi- s ch e n allen V ö l k e r n auf der tzft-undlaae von Wilsons Gnindsätzen zum Ausdrrlck koimne, fowir der Wunsch stiorwegens, einem Völkerbund aller Völker beizutreten, der in freundschaftlichem Zu- sammeimürken wiccher aufbauen könne, was der Krieg zerstört habe. Aus der belgischen Arbeiterpartei. A m st e r d a m, Z. Jan. (WTB.) Wie „Al- gemeen Handelsblad" aus Brüssel meldet, tnurde bei der Beratung der Leitung der belgischen Arbeiterpartei am 1. Januar über die Frage der Teilnahme an der Lausanner Konferenz Huy sm ans wegen des Zusammengehens mit den deutschen Mehrheitssozialisten angegriffen. L e q u e u sagte, die belgische Arbeiterpartei rönne erst dann mit den deutschen Sozialisten zusammcnkommen, wenn diese ihre Mißbilligung über die Unterstützung der imperialistisck)en Politik ausgesprochen haben würden. Das scheint auch die Ansicht der Mehrheit der Parteileitung zu sein. Wau- t ers sagte> der Krieg sei noch nicht aus. Ein Jusammengel?en mit Sck)eidemann würde eine törichte Brüskierung der öfsentlick)en Meinung sein. Vandervelde sagte, er sei nicht immer derselben Ansicht wie Huysmans gc- inesen. Stockholm wäre für die Internationale eine Katastrophe geworden. Aber Huysmans habe sich nicht vor der Parteileitung, sondern vor der Internationale zu verantworten. Er, Vandervelde, denke über die deutschen Mel>r- heitssozialisten nicht viel günstiger als Lequeu. Aber jetzt, wo der Krieg tatsächlich vorbei sei, fei die Frage, ob manmitderdeutschen Mehrheit zusammenkomme oder nicht, nicht mehrvongroßer Bedeutung. Er n»erde ihr bei Gelegenheit selbst scharfe Vorwürfe machen. Mit Rücksicht aus den Völkerbund unb den Kamps gegen den überall auftauchenden Länderhunger, der in 20 Jahren wieder zu einem Kriege führen könnte, sei der Zusammenschluß aller Kräfte erwünscht. Rach der geschickten Verteidigung Huysmans, der sich Vandervelde anschloß, und oie Internationale als unentbehrlich in dem Kampfe gegen den Chauvinismus und den ^künftigen Wirtschaftskrieg erklärte, beschloß Die Parteileitung auf Antrag Vandervcloes, sechs später zu ernennende Delegierte ohne bestimmte Rkandate zu der interalliierten Konferenz nach Lausanne zu entsenden, aber die Frage der Teilnahme an der internationalen Konferenz noch näher zu erivägen. 'Ter Verkehr mit den deutschen besetzten Gebieten. Berlin, 3. Jan. (WTB.) Die demsche Waffenstillstandssommifsion teilt mit: Do über die Brstimnkulgen, ivelche für die Einreise in das Don der Enteitte besetzte deutsche Gebiet gelten, vielftch UnNarhcit herrscht, wird folgenbti in Erinnerimg gebracht: Die neutrale Zone zerfällt von Norden und) Süden in vier watt ber Ossift-we in die,em Volksheere. Weitere Auskünfte erteilt die bmi Leutnaitt Mulzer gZettele Geschäslvs.ellc des National Verbandes, Eerliu- Tempelhof, ftuingimbeuftrnbe 5. — Auch die Deutsch nationale Volkspartei (Berlin SW. 11, Bernburger Straße 24/25 L Ixit einen Ausschuß für Offiziere begründet, der bei der Regierung bie Belange ber O,ftfteve zu Der» treten hat. Tic Geschäfte dieses Ausschusses führt Major Solger, Berlin N 39, Reiniacitdorfer Straße 4. Gewerkschaftlicher Zitsammenschlust der Akademiker. Ter Reichsousschuß der dlkademifchen Vcrufs- ftände, dem bereits 220 000 Akademiker bei getreten sind, erstrebt den gewerlfchaftlickrezr Strammen sÄuß ber atabemi>‘dien Bcrussstäirde einWieüIicb ber Student en zur Wahrung der gem'ftnsamen Interessen imb zur Förderung der beutfrf'e;1. Kultur. Er tritt für die Freiheit der Wissensch.rfl unb ber geistigen Arbeit, sowie für ben Ansdcui ber hentfrt)Cii Hochfrtutlcn ein und iordert für Ange- ftorige aller Fakultäten die Möglichkeit, in ben Verwaltungsdienst zu treten. Er verlangt ferner au^reirtym >e V^'soldung für alle geistigen Arbeiter fcntb für die Akademiker höheres Einiommen in Rücksicht eno ben Außvcmd für die Ausbildinig, im freien Benise Schutz gegen unlauteren bewerb: für die Beamten das Recht, mit 60 Ja I ren init Höchstpension in den Ruhestand zu treten, Erhöhung der Pension und Bezüge der Hinterblie- ^•nen, Entschädigung der Anurirter während bet Wartezeit, Stftxmdien für den Borbereittingsdie'itst; Kammern für sämtliche akademischen Stände, Peit- sions- mtb llnterstutzungskasse für freie und nicht beamtete Akademiker, Stellenvermittlung, Berufsberatung, Regelung der sozialen Fürsorge für Stu- hcittm. Vor ollem fordert er die foforttge Einberufung der Natümalveriammlimg und eine feiner Dedeutmrg eiftkprechende Vertretung in der Nationalversammlung, um babin zu wirken, daß in dem künftigen (^nnetniDefen die Arbriismöglickckrit der geistigen Arbeiter gesichert ist. Auch für die Zwischenzeit werden entfpretbenbe Forderungen auf» (gcftcUt. Ter Reichsnusscknlß treibt keine Partei- volittk; er verlangt aber von feinen Mitgliedern, daß sie sich einer politischen Par!ei airsthließen, um fomerbalb der Partei für die Ziele des Verbandes $u wirken. Ausftmft erteilt: Reichsausschuß der Dka^emi- schnt Vcrr sstäude, Berlin E. 2, Dureauhaus Börse, Burgstraße 28, Zimmer 37, 2 Tr. Ludendyrff; KoHe beim Kriegsende. Berli n. 3. Jan. Zu den zahlreichen An- 'ßriffen auf Ludendorff nimmt im „T a g" eine offeulmr gut unterrichtete Persönlichkeit das Wort, um „Feststellungen im Interesse der Wahrheft^ zu marhen. Dabei bespricht sie in erster Lime ben Rücktritt des Generals. Am 13. N^ mar ftl)r gut, befonöers auch von Fraueu, besucht stttorttimS UM» kne VerücksiäftlMNg d Reccksanwalt Peters eröffn eie als ckorsihender die OXmernden bei der Anstellung der Pfarrer. Ter Svi Dervimmtung unb legte bas Programm ber Zentrums« ziatdernokrat Stephan wrdert^ FrriheiL beä nationalen Egoismus auswuchs, ber Verkennung des Rechtsgcdankens, der unter cen Völkern aufgerichtet werden sollte und in einer Uebertrc ung des Macht- 'gedankens, und in einer Dernachläfsigun.; der politt- chen Kriegsführung gegenüber der polittschen Offen- ioc der feindlichen Staatsmänner. Weitere Gründe eien das Fehlen des sozialen Leutnants mit staatsbürgerlicher Erziehung, die falsche Politik im Innern, die mit allem zu spät kam und ganz besonders das System der Verhetzung, das der Sozialismus von Innen nach Außen getragen habe. Die Revolution habe das Maß des Un-stücks voll gemacht. Die rote Fahne sei das Leichentuch Deutschlands ge- worden. Die Schärfe der Waffensttllstandsbedingungen stehe im Zusammenhang mit der Revolution, die uns machtlos gemacht habe. Wir brauchten Frieden, Ordnung, Brot, Freiheit, Arbeit. Wer sie bringe, sei willkommen. Die deutsche Revolution habe noch keines dieser Güter gebracht. Sie bringt einen schlechten Frieden. Sie habe die polnische und tschechische Gefahr über das entwaffnete deutsche Volk a_e- bracht. Sie habe eine Klassenherrschaft in Willkür und ohne Recht errichtet, der wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenbruch, die Gefahr der Hungersnot, die Unsicherheit des persönlichen (Eigentums und eine Kirchenfeindlichkeit verschuldet. Die Revolution könne keine Lebensnotwendigkeiten schaffen. Der Ueberm litarismus habe uns um den Sieg gebracht, die Revolution sei daran, uns um den Frieden zu bringen. In die deutsche Nationalversammlung und hessische Volkskammer gehörten 3beenDcrtreter, ow große Zukunftsgedanken vertreten, und keine Interessenvertreter. Die christliche Dolkspartei des Zentrums biete hierfür die vollste Gewähr. Wahlteä nisch bemerkte der Redner noch, daß für eine Verbindung der Wählerlisten des hessischen Zentrums mit den früheren Nationalliberalen und dem frü« Heren Bauernbund Derstündnis vorhanden fei. - Hieraus führte Rechtsanwalt Schröder-Friedberg in längerer Ausführung an Hand der Geschichte des Zentrums ben Nachweis, daß das Zenttum eine nicht konfessionelle christliche Partei sei und dies jederzeit durch die Tat bewiesen habe Das Zentrum sei der parlamentarische Träger der deutschen sozialen Reform gewesen. Zum Schlüsse dankte der Vorsitzende allen Anwesenden für ihr Erscheinen, fo berle zu reger Werbetätigkeit auf und teilte mit, daß auch die hessische Ientrumspartei ein Wahlbureau in Gießen et- richten werde. ** Trennung von Staat und Kirche In der gestrigen, felyr stark besuchten dffetttlirtrn Versammlung ber Deutschen dem-ftratischeu Partei im Fürstenhvf widerlegte zunächst Professor Tr. Bo u s f e t den ber Partei gemachten Vorwurf, he drücke sich um diese Frag« herum, und sie unter-- scheide sich in dieser Frage von der national liberalen Pariri; er befinde sich nrit seinen Au ft ü Irrungen in liebertinftirnmiing mit den anfgestellttn Kandidaten und mit der Zentral leitung der Dem»- frntifd)en Pariri. Sodann ging er in ausführlictrer Weise auf das Problem ein, er schilderte das mittel* elterliche Kirckienwrien, wo Satt und Stirdjc zusammen eine Einheit bildeten unb oft um die Vor- berrfdyaft stritten, Ivie Luther durch die Zertrümmerung der Hierarchie eine Trennung des weltlirt^n Regiments von dem kirchlichen Staate fx>r^-rte„ aber nicht durchdrang, wie benut in den einzelnen Staaten die evangelischen Fürsten die Oberer iMer and) der Kirche waren, wie im modernen Staate, in dem jeder nach seiner Fasson selig werden konnte, das System der privilegierten Ktrchen eirtftwio und im 19. Jahrhundert in der evongeliscl)en Kirckte kirchliche Belwrdert eingesetzt wurden urfb ixe Laienvertretung darin Platz fand, aber der Landr^i^rr immer als oberster Bisckwf die kirchlichen Gesetze ihnftionierte. Mit dem Rücktritt der Fürsten sei fiim eine Neuordnung nötig geworden, die in Frankreich radikal durchieführt worden sei, wie tnrt jetzt auch bei uns der derzeitige SVnltu ZMinister Adolf Hoffmann zu tun beabsich.igt habe. Er pernrie.- mf Holland, England, Älmerila mtb den .ManUm Basel, der uns als Muster dienen tbnnc; er verlangte die (Erhaltung der Vottokirche, in die jeder Ira irin- geboren tverbe und in der jeher das Wahlrecht habe, solange er nickst aus der Kirche aus-getreten sei. Desweiteren fori>erte er die finanzielle St stellun^ ber Existenz der Kirche durch das Rottt der Be- fbcucnmg, überhaupt eine Lösung der Frcuze durch wohlwollende Achtung vor den Skditen ber Kirche; ferner die Lluftecksterhattung des Religionsuntev« richtes in der Schule im Rahmet, des ge'anrtni staatlich-.m Unterrichtes unter Ausschluß dr-s ttJe- nüssenszwanges gegen Lehrer uitd Kinder: der Religionstmterrickst solle getrennt nach Konsessio. nen, aber keine-kirchliche Vorbereitung fein, er s.rtle die Glaubenslehre ausschließen, sich mis die biblinl-o Geschichte brichränken und frei oon Jnwleranz freu. Die theologische Fakultär der Universität müsse durch Umwandlung in eine religiöstvissensck>aftli ft- plbteihmg erbalten bleiten, das Dognuriische grijüre fns Seminar. Tie .stvnsenmtiven hätten nntev Stöcker früher die Tretrnung von Staat und Kirche durchmhrctt wollen, um die liberale Miirderheit zu- gi rüsten ter Oribohnrie aus der 5tird)c hinaus zu« treiben. Prof. Michel forderte in seinen AuS» o Konzert (5tteid)aiu|in) Oer ahttnen Regtmentsmusik des Jnf.-Reyts. 116 statt. ** Schwarz - Weih-Lichtspiele Sekters- w eg 81. 2lb heute bis Montag gelangt das Detektiv-Schauspiel „Der Teilhaber" zur Aufführung. Das Lustspiel „Die Küchen-Jrgw" vervollständigt das Programm. Landkreis Gießen. ? Allendorfa. d. Lahn, 4. Jan. Die deutsche Volkspartei veranstaltete in der Linde eine Wahlversammlung, die von etwa 80 Personen besucht war. ? Klein-Linden, 3. Jan. (Eine sehr stark besuchte Wählerversamlung hielt die deutsche Volkspartei heute Abend in der deutschen Eiche ab. Die Versammlung verlief sehr ruhig und sachlich. ** Lin denstruth, 3. Jan. Der Unteroffizier Ludwig Deines in der 4. Komp. Res.-Inf.-Rgt. 87, der feit 23. Oktober 1918 vermißt gemeldet wurde, hat jetzt geschrieben, daß er sich gesund in englischer Gefangenschaft befindet. b. Steinba ch, 2. Ian. Res. Gg. Schäfer, Feldart.-Ngt. 221, 4. Batterie, welcher W rem 31. 10. 1918 vermißt wurde, befindet sich int ixt« wundet und geiund in englischer Gefangenschaft. Kreis Vü-ingen. # Nidda, 3. Jan. Eine Bürgerwehr, der etwa 100 gediente Leute angehören, wurde hier gegründet. Ihr Zweck ist, Eigentum und Leben der Bewohner zu schützen in engem Zusammenwirken mit der Polizei. Führer der Wehr wurde Ger chtsvollzieher Reuter. — Das Fest der Goldenen Hochzeit feierten Rentner Kraft und Frau in voller Rüstigkeit. # Oberau, 3. Jan. Fürs Vaterland starb der Unteroffizier Ludwig Wenzel, Inhaber des Eisernen Kreuzes erster und zweiter Klasse und der Hessischen Tapferkeitsmedaille. Kreis Friedberg. da. Friedberg, 3. Jan. Als einziger Punkt der Tagesordnung wurde in der letzten Stadtverordnetensitzung der Protest des A.- u. S.- Nates Friedberg gegen die in voriger Sitzung beschlossene Wahl eines neuen Bürgermeisters durch die derzeitige Stadtverordnetenversammlung behandelt. In eingehender Erörterung, an der sich die Beigeordneten Windecker und Falck, sowie die Stadtverordneten Leuchtgens, Langsdorf und Ihl beteiligten, wurde festgestellt, daß der Einspruch des A.- u. S.-Rates der rechtlichen Unterlage entbehre und die Verwal- tung vollständig lahm gelegt werde, wenn man ihm siatigebe. Ein Antrag, über den Protest zur Tagesordnung überzugehen, fand keine Mehrheit, dagegen wurde einstimmig beschlossen, einen Protest an die schenke! amputiert, werden mußte. -Lunwyl otr Amputatwnsstumpf bis heule noch nicht, völllip ge- l)eUt ist, gewährte die Landesversick-crungsanstalt nur die Krankenrerrte (für vorübergehende Invalidität). Auf die vvn dem Versicherten durch Vermittlung der Vcrwundeten-Beralnugsslelle Gießen eingelegte Berufung wurde die Landesversichc- rungsanftalt vom Oberversichermtgsamt zur Zah- lung der Invalidenreirte (statt Krankenrente) verurteilt. — Der Pflasterer W. G. von hier, dessen Erwerbsfähigkeit während des Krieges durch Krankheit in wesentlichem Maße herabgesetzt ist, erhielt ebenfalls nur die Krankenrente, obtooty. keine Aussicht besteht, daß er in absehbarer Zeit in ixt Lage ist, das für ihn maßgebende Lohndrittel zu verdienen. Außerdem hatte die Laudesi>?rsicherimgs- anstalt bei Per Berechnung der Rente nicht die Zeit berücksichtigt, loährend welcher der Versicherte bereits in einem Feldlazarett krank darniederlag. Auf die durch die Verwnndeten-Bcraluugsstelle eingelegte Berufung wurde die Landes Versicherungsanstalt auch hier zur Zahlung der Jnvatioen- rente, und zwar zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt verurteilt, so daß eine Nachzahlung von 160 Mark erfolgt. * Kirchliche Nachrichten. In der Stabt- Kirche wird Sonntag vormittag 9'/, Uhr nicht Pfarrassistent Schäfer, sondern Pfarrer Liz. Dr. Adolph predigen. "Freibank. Montag, 6. Januar, werden von 2-4 Uhr die Nm. 1451-1550 beliefert. •• Die Wachter des Gießener Wach- und Schließ-Instituts fanden bei ihren nächtlichen Revisionen im Jahre 1918 folgende Unregelmäßigkeiten vor: 10771 offene Haustüren; davon wurden 10528 von ihnen geschlossen und bei den übrigen das Schließen veranlaßt. 11242 offene Tore, 71 offene Waschküchen, in 86 Fällen wurde das Schließen der Keller veranlaßt, ebenso bei 12 offenen Läden. 55 offene Fabriken und 35 offene Lagerhäuser. Bei 168 parterre gelegenen Fenstern wurde das Schließen veranlaßt, in 417 Fällen wurde brennend gebliebenes Licht gelöscht, 95 steckengebliebene Schlüssel konnten den Abonnenten sofort wieder abgeliefert werden. 8 offene Wasserleitungen wurden abgestellt und zwei Wasserrohrbrüche entdeckt, in 2 Fällen wurde Feuer entdeckt und mit Hilfe der Hausbewohner gelöscht, 25 lose Pferde wurden angebunden, 7 Obdachlose wurden aus den zu bewachenden Häusern entfernt, 8 Einbrecher wurden festgenommen und 4 Einbrüche konnten vereitelt werden. ** Auf der Liebigshöhe findet morgen Sonntag, nachmittags 4'/, Uhr, das erste große MilitärtMßtwwnieit'xntcÄtiic», titt. öürfe feine Dtttvern, |ßr bie Mvche eiuzieheir; er rückte aber weit ab Vvn d-m Z'oealeu des Adolf Hofjincom, indem er bie Eiistenzsicherheit der Kirche bei der Trennung vom! Staate porbnie. Pros. Dr. Schien undProi. Tr. Rolvfs traten einzelnen Aussül>rungen der Ret'ncr entgegen irroter Beruftmg auf die Frank- furtec Zeitung, tou eben Über durch die benuyfra» tischen Redner widerlegt, indem sie hervorhoben, daß diese Zeitung kein offizielles Organ der Partei fei, jban der Bonours der kirchlichen Gleick-gültig- fielt die Nationallibemlen so gut treffe, wie die ehenralige fo^schrittliche Volkspartei, und daß in der Frage der Tremrung van Staat und Kirche fern Grund liege zur Trennung der beiden Parteien bei der jetzigen Wahl, weil ja auch aus dem Programm der notümallibevalerr Partei diese Frage enthalten sei. SH diesen Auseinandersetzungen entstand vielfach Unruhe, .Beifall und Widerspruch. Bedauert wurde, daß ein Zusammengehen der Natiouallibe- taten mit den Demokraten in Hessen gescheitert sei. ** D i e Deutsche demokratische Partei hielt in den letzten Tagen eine Reihe recht gutbesuchter und würdig verlaufener Versammlungen in Rödgen, Oppenrod, Steinbach, Albach, Treis, Allendorf, Mainzlar, Staufenberg, Annerod, Garbenteich und Hausen ab. Die Stimmung der Versammlungen wurde auch da, wo von gegnerischer Seite Einwände vorgebracht wurden, nirgends ernstlich getrübt. Die Zuhörer zeigten den behandelten Gegenwartsfragen gegenüber ein überaus reges Interesse ünd dre Partei hat berechtigten Grund zu der Hoffnung, guten Anklang gefunden und gute Aussichten im bevorstehendeu Wahlkampf zu haben. ** AuS dem Stadltheaterbureau. Auf die heute statt findende Vorstellung von „D e r Kau fmann von Venedig" welche als zehnte im Freitags-Abonnement zählt, sei auch an dieser Sielle letztmalig aufmerksam gemacht. Am Montag ber 6. Januar gelangt als 11. DienStags-Abonne- ment-Borstelliing Lessings „Emilia G a l o t t i" Kur Ausführung. In den Hau Pirolen sind beschäftigt die Damen Allner, Doerr und Marcks, stHoie die Heroen Teleky, Vo l ck, Hanser inih Her es. Die Spielleitung liegt in Händen von Mvlf Teleky. ** Invalidenversicherung. Der KriegSbesck-ädigte H. O., früher in einem hiesigen Lazarett, jetzt in Eubach, wurde am 24. Dezember 1917 derart verwundet, daß ihm ber linke Oberhesstsche Regierung gelangen zu lasten, in dem gebeten wird, den Einspruch des 21.« «. S -Rates gegen den Beschluß der Stadtverordnetenversammlung als unberechtigt zurückzuweisen. # Assenheim, 3. Jan. Jn einem Feldlazarett in Rußland starb nach schwerer Krankheit Friedrich Bartmann. tzochschrrlnachrrchteir. = Frankfurt a. M, 3. Jan. Für den weiteren Ausbau der volkswirtschaftlichen Fakultät der Universität Frankfurt sind Verhandlungen mit dem Heidelberger Soziologen und Volkswirtschaftler Prof. Max Weber und dem Berliner Rationalökonomer Prof. Franz Oppenheimer zur Uebernahme vor Profesturen eingeleitet. Vermischtes. Brand eines GctreidemagazinS in Londoi * Amsterdam, 3. Jan. (WTB) Rach einer Reu- iermelbung aus London brannte dort gestern ein großes Getreidemagazin ab, wobei Lebensrnittel im Wette von 1 Million Pfund Sterling verloren Ringen. Der den Gebäuden zugefügte Schaden beträgt eine halbe Million. Es war so gut rote nichts versichert. Don amtlicher Seite wurde die Vernichtung von so riesigen Mengen von ßebensmitteln als eir# nationale Katastrophe bezeichnet. Raubmord an einem Geldbriefträger. Berlin, 3. Ian. (WTB.) Im Hotel „Adlon" wurde heute vormittag der 58jährige Geldbricf. träger Oskar Lange erdrosselt aufgefimbcn. Die Tat muß gestern vormittag geschehen sein, nachdem Lange schon einige Bestellungen ausgeführt hatte. Er hatte bei Antritt des Bestellgwtaes 8000 Vtark in bar und 41 Geldbriefe mit hohen Beträgen bei sich. Die Bestell- und Geldbtteftusche wurde bei dem Ermordeten unbeschädigt, aber leer vorgefunden, das Geld und die Geldbriefe waren geraubt. Tas Zimmer, in dem der Mord entdeckt wurdch gehörte zu einer Flucht von Räumen des ersten Stocks, die bis gestern ein angeblicher Hausbesitzer v. Winterfeld aus Ham- (ntrg imrehatte. Auf die Ermittlerng des Verbrechers fetzten die Oberpostdirektton und die Kriminalpolizei ic 5000 Mark Belohnung aus. * Nürnberg, 2. Jan. In einem Anfall von Sdjroermut verübte hier der bekannte Flieger- Oberleutnant Roeth Selbstmord. (Er war mit dem Pour le mente ausgezeichnet. Darrel Gießen, den 4. Januar 1919 215 D GeWerbebankzuEießene.s.m.d.h Wer setzt 0198 em Telephon 1226. 227D Der Vorstand Kleidern. 0217 Näh. Hammstrahel4lr. L Geschäfts-Empfehlung Stroh, Bau-u.Möbel au Der Eivbernskr 0264 Der verehelichen Einwohnerschaft von Gießen und Umgebung zur gefälligen Kenntnis, daß Ich Ederstraße4 eine Katharine Heß Gustav Maahs Verlobte Femspre chanschluß . Nr. 232. Wilhelmstraße 21. MW Aus dem Heeresdienst entlassen, habe ich meine Praxis wieder aufgenommen. Sprechstunden von 8-9vorm.,2-3 nachm. Professor Dr. Knell Kreisveterinärarzt Die Einschränkung der Beleuchtung zwingt uns, die Schalter vom 6. I. Mts. ab nachmittags vorübergehend zu schließen. Kassestunden 8’A—1 Uhr. JMhl f? k. üstertortiMer Rt'™lö tu Grieck. u. Lat. tägl.gesucht. Schriftl. An- geböte mit Preis unter 191 an den Gießener Anz.erb. Vom 6. Januar ab halte Ich Sprechstunden Werktags vormitt, von 8—9 und nachmittags von 21/2—3V> Uhr. Dr. Geyer Seltersweg 81. Telephon 740. —.................... . ......r—.—- i l | Verschiedenes! Versteigerung. Montag den 6. Ian. d. I. nachm. 2>/, Uhr versteigere ich zwangsweise geg. bar im Darmstädter Haus «Wallwrstraße): Kleiderschr., 1 Kanavee, 1 vollst. Bett, 1 Büfett, 1 Pferd it. v. a. Gegenstände. 223 Heßler, Gerichtsvollzieher. Eommerg?re8sea k. jed. i. 10 Tag. gänzl. beseit. AuSk. kostenl. g.Nückln I'raa äraa Braaiaabarg- Erseselu, Beeile Ä. 65. Dr. Erb Lvdvrigirtranc 5,1. r.............—.......-..............................ini Deutsche Volkspartei. Mitglieder-Versammlung Montag, «. Januar 1016 abend» 71/, Uhr im „Postretter". Tagesordnung: Die Einheitsschule. Wir laden unsere Mitglieder herzlich hierzu ein. Rehme ab 2. Januar meine Berufstätigkeit wieder auf. Dr. Reinewald Facharzt für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten Gießen, Liebigstraße 32. Sprechstunden: Wochentäglich von 10-1 Uhr vormittags und 3-5 Uhr nachmittags. 26 Nach Wiederaufnahme meiner Praxis habe ich jetzt auch mein mediko-mech. Institut u. Röntgenkabinett wieder eröffnet. Prof. Brüning Spezialarzt für Chirurgie und Orthopädie Giessen, Friedrichstrasse 11. Fernruf Nr. 656. Sprechstunden 10—12 Uhr wochentags. haltener Amblisä in. Aufsatz zu kaufen ges. Schriftl. Angeb. nut. 0240 an d. Ätest. Anzeig erb. Ein gebt., gut erhaltener Bodcluchlltton zu kaufen gesucht. Schr. Angeb. unter 262 an den Gieß. Anzeiger erbeten. Atta dem Felde turäck gekehrt, habe Ich mich in Gießen als praktischer Tierarzt niedergelassen. Aus dem Felde zurück, habe ich meine Praxis wieder auf genommen. s«° Sprechstunden: 3^/,—9l/2, 3—4 Uhr Dr. W olf, prafct.Arzt,W alltorstr.48 Telephon-Nummer wird noch bekanntgegeben. Lang-Göns Neujahr 1919 Schreinerei eröffnet habe. Gießen, den 2. Januar 1919. : Wir beginnen im Jan. Sonderkurse ffirörwactae,taniien iQrKrieosißilnehmer : Buchführ., Handels- : künde, SpracKRech- : neu.Stenograph, Ma- ; ecbinenschreib. naw. : ObigeFacherwerden ■ auch in Privatunterr. ; erteilt. Nähere Ausk. : rnündl. od schriftlich durch ,otD Vogtsche Priyathanöelssciiulg i Qoothcstr. 32. ToL2864 Hafer fnufeu gesucht. 213 Wi l belmstraffe 1V. Conr. Sauer Söhne, Fulda kunstgewerbliche Werkstätten. Geschäftsgründung 1882. Ausstellungsräume u. Muiie zimmer in östöck. Neubau, mit Personen- auizt'g, in neuzeitlicher, erstklassig. Aufmachung. Da die Vorräte in trockenen, gutgevstealen Hölzern fast überall verschivindend klein flnb und frischgefälltes Holz 2—3 Fahre trocknen muß, bevores zu guten, haltbaren Möbeln verarbeitet werden kann, so ist es für jeden, der Bedarf hierin hat, ratsam. sich durch baldigen Kauf zu sichern, zumal durch die gesetzlich verringerte Arbeitszeit l8-Stundentas> und fortwährendes Steigen der Löhne auf billigere Preise für lange Zeit hinaus nicht zu hoffen ist. 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Mi Iverbe Stellt Witeil toonlü restliche die Bo höht jii «ruf 12 &n*a(f fiönint] Wtm- bnqcni unzurc toenn 1 fiirtb N bis 10 gc(id aus jt Ulf» 1 einiger eingn? eingm'i entjalle Für Jbie bei ihrem schweren Verluste erwiesene Teilnahme sagt aufrichtigsten Freund, dem wir allzeit ein werden. innigsten Dank. Die ucstraucrnden Hinterbliebenen: Frau Marie Neuschliug und Kind. Nödgen, den 3. Januar 1919. 15k lagen wir treues Gedenken bewahren Verein Bavaria. Farn. W. Waxenbach Wwe. Farn. läch. Fink nebet allen Angeh»ri Na nu ar, uachnnttaas 37* llbr • Die Rose vonStambul AbcndS 7‘/i Hbr: Die bessere Hälfte Schwank in drei Akten von Arnold u. Bach. M Bui I I I ■Ä Nr. 3 Zweites Matt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Sie öffentliche Sicherheit in Gietzsn. 22 Gie ßen, 3. Jan. 1919. Einer ber letzten Polizeiberichte machte die be- rncrkenSwcrte Hestsiellimg: „die ö fmilichre Sickur- hcit hat and) in Gießen nachgelassen." Ter ruhe- liebende Bürger wiro^sich trotz der Erfahrung^ der Silvesternacht an den Kops gegriffen und gefragt haben, lü-e dies ntöglich ist, da doch seit einigem Wochen die Pvliz eimannschcrteil dnrch eine Sid«er- heitsinel,'!- von 40 9J?anit verfftärkt worden sind. Unb dennoch läßt sich ine Tatsache nicht (eiunten. Tie öffentliche Sicherheit ist in einer Weise in Gießen gesahrdet, daß jedermann Bedenken tragen muß, feine Frau oder Tochter bei Anbruch der Tuncel- hcit allein über die Straße gefen zu lassen. Es ist dies keine Uebertreibung. (Ls mag als Beispiel nur nochmals auf die Vorfälle der Nenjnhrsnacht hin- gewieseit und der besonders krasse Fall angeführt fein, daß in den letzten Tagen eine Frau von 68 Jahren um 3/47 Uhr an der Käufer feite der Süd-Anlage zwijchm Bleich- und Goetheftraße v o n einem Soldaten überfallen und ihres Pelzes, ihres Mantels und il-rer Geldtasche beraubt worden ist. Hiermit müssen wir die bedauerliche Feststellung machen, daß ;aft en soll. Wir haben uns mit dem hiesigen Polizeiamt in Verbindung gesetzt und über den Sicherheitsdienst der Stadt Gießen folgende Feststellungen gemacht. Es sind augenblicklich im Dienst 21 Sckutzlente, hinzu kommen noch 2 S?timntalschutzleute und 1 Gewerbeschutzmann, also insgesamt 24. Vier weitere Stellen sind ausgeschrieben. Hinzu kmnmen noch 8 Hilfsschutzleute, so daß sich die Zahl der städtischen Sicherheitsbeamten aus vorläufig 32 Mann beläuft, d. h. wenn alle dienstfähig sind. Tas Verhältnis von einem Schutzmann auf weit mehr als Lausend Einwohner ist an und für sich schon völlig kunzureichend, wird aber noch viel ungünstiger, wenn man bedenkt, daß sich ihre Tätigkeit auf Tag sunü Nachtschichten verteilt. So wird ganz Gießen bis 10 Uhr abends von nur 5Schutzleuten> gesichert. Tas mag in Friedenszeiten genügt haben, ist aber in der heutigen Zeit, wo alle Bande frommer Scheu gelöst sind, ein fast wirkungsloser Schutz. Nickst viel besser steht es um die N a ch t. Es gehen bann 6 Schutzmannspatrouillen, bestehend aus je 1 Schutzmann und 1 Hilfsschutzmann, jalso 12 Mann. Tie Stadtverwaltung hat vor einiger Zeit das Unzulängliche dieser Bewachung eingesehen und eine Sicher heitstvache von 40 Mann eingerichtet, die in zwei Schichten abwechseln. Es entfallen davon /ruf die Nacht 20 Mann, von denen 8 in ihrem Wachtlokal in Bereitschaft bleiben. Tie restlichen 12 mußten aber bis vor wenigen Tagen die Wache auf dem Güterbahnhof versehen, die letzt vom aktiven Negiment gestellt wird. Durch sie erhöht sich der Patwnillnünenst in der inneren Stadt auf 12 Patrouillen ----- 24 Mann. Taß auch diese Bewachung nicht genügt, beweist außer den Rul-e- ftöriingen der tägliche Polizeiberickst, nach dem die (Zahl und der Wert gestohlener Objekte von Nacht zu Nacht in erschreckender Weise zunimmt. Die Frage, ob die Gefangenen, die sich jeder Freil)eit erfreuen, für die Unsicherheit mit verantwortlich zu machen sind, wird vom Polizeiamt eitt- schiedeu verneint. Sie haben sich toohl vielfach mit Frauenspersonen zweifelhafter Art abgegeben, benahmen-sich aber sonst mustergültig. Mle Magen sind immer wieder auf deutsche Soldaten Aurückzuführen. Der einzelne Schutzmaim, selbst die Patrouille ist ihnen gegenüber machtlos. Wohin soll es führen, wenn in der Neujahrsnacht die Soldatenwache an der Lahnbrücke nach der Stadt zu scharf gesclwssen hat, wenn in der Sergfaferne ein Maschinengewehr (!) in Tätigkeit gesetzt wurde, rocirn aus der Oberrealschule, in der Einquartierung liegt, und aus fast allen Lazaretteti Leuchtraketen und scharfe Schüsse gefeuert wurden? Ist es ein Wunder, wenn sich die Jugend an dieser Art „Sport" zu betetiigen sucht? Tie Polizei hat ihre Schuldigkeit getan imd bereits ein ganzes Arsenal von Waffen beschlag- nahmt. Einem 15jährigen Bengel wurden ab- genommen: ein Jnfanteriegewehr, eine Lencht- raletenPistole, ein Tornister, ein Brotbeutel mit Handgranaten, ein Tornister, ein Brotbeutel mit Feldflasche, über 100. scharfe Jnfanieriegeschosse, Platzpatronen, Leuchttantten, mißerdem Mützen und andere „Andenken" von Kriegsgefangenen, insgesamt ein ganzer Waschkorb voll. Die Mutter des Jungen bat den Schutz nanu, ihm doch diese Gegenstände „zu seinem Vergnügen zu lassen"! Abgesehen von der Gefährlichleit handelt es sich hier um Hceresgnt, das wiederum von Soldaten unberechtigwrtoecse. verschleudert roorfit ist. Eine neue Staatsverordnung gibt der Polizei schärfere Handhabe, im Verdachtsfaile Haussuchung danach zu veranstalten. Dadurck; wird vieles gebessert werden, aber darum Heben Polizei und Sicherheitswache immer noch machtlos, wo sie ruhesiören- den Soldaten gegenübertreten sollen. Gewiß ist es eine begrüßens werte Errungenschaft, daß auch der Soldat über seine persönliche Freiheit verfügt und nachts fast unbeschränkten Urlaub hat. Ist es darum nötig, diese Freiheit zu lmhestörenden Umtrieben zu mißbrauchen, die die öffentliche Sick-nh.it gefährden? Hier wird auch die frühere Polizeistunde kaum Wandel schaffen, denn wer sich von 11 bis 3 Uhr nachts in den Sttaßen herumtreibt, wird dies auch von 10 Uhr ab tun. Die Polizei hat ihre Schuldigkeit getan und tut sie noch, aber sie kann nichts leisten, was über ihre Kräfte geht. Hier muß mit aHem Nachdruck die Frage erhoben werden: wo bleibt der Soldateu- rat, der in seiner erstell Bekanntmachlng die Ruhe und Sicherheit der Stadt garantiert hat? Ihm dürste doch wohl in allererster Linie die Ausgabe zufallen, die eigenen Kameraden in Zucht intb Ordnung zu erhalten, sie widrigenfalls durch einen frühen Zapfenstreich an die Kaserne zu binden. Die Bürgerschaft hat das Recht, zu verlangen, daß der Soldatenrat seine Garantien einlöst und die Ruhe und Sicherheit wieder herstellt. Fühlt sich der Soldatenrat nicht imstande dazu, so muß die Bürgerschast zur Selbsthilfe greifen intb aus ihren Reihen eine Sicherheits- Wehr bilden. Nebenher muß aber auch die Stadt Gießen die Zahl ihrer Sichwl-ci sorgane, sei es Schutzmann- schast ober Sicherheitswehr, erhöhen, und wenn es eben geht, trotz der erforderlichen Lichtersparnis die Straßen etwas ausgiebiger erhellen. • Arrs Stadt und Land. Gießen, den 4. Januar 1919. LU. Immatrikulation. Mittwoch den 8. Januar 1919, mittags ll"/. Uhr pünktlich, findet in der Kleinen Aula des Universitäts-Gebäudes (Lud- wigstraße 23) die letzte feierliche Immatrikulation für das Wintersemester statt ** Trennung von Kirche und Staat. Da in den Kreisen der hiesigen evangelischen Gemeinde über die beabsichtigte Trennung von Staat und Kirche eine lebhafte Beunruhigung entstanden ist, sa hat der Gesamtkirchenvorstand zur Beruhigung und Aufklärung auf Sonntag den 5. Januar, nachmittags 5 Uhr, eine Versammlung aller erwachsenen evangelischen Gemeindeglieder in der Zohanneskiiche anberaumt. Redner werden sein: Professor v. Dr. Schian, Hauptlehrer Knauß, Frau Martha Sievers, Landgerichtsrat Schrnahl und Pfarrer Bechtolsheirner. Kirchliche Versammlungen, in denen diese Frage behandelt wurde, fanden unter großem Zustrom der Bevölkerung statt. In Darmsta t war am vorigen Sonntag die Beteiligung in der Turnhalle am Woogsplahe so groß, daß eine Parallelversammlung in dec Stadtkirche abgehalten werden mußte; auch hier fanden Hunderte keinen Einlaß. ** DieIuckerversorgung. Amtlich wird mitgeteilt: Don Behörden, Privaten und der Presie wird vielfach gefragt, ob der Bevölkerung nicht mehr Jucker zugeteilt werden konnte, da doch der Heeres- verbrauch zurückgegangen sei. Gelegentlich wird auch das Gerücht verbreitet, die Rationierung des Juckers werde bald ganz aufgehoben werden. Dadurch werden Hoffnungen erweckt, die sich nicht erfüllen lasten. Eine gewisse Erleichterung der Zuckerwirtschaft tritt durch die Demobilisierung des Heeres ein. Der Bedarf für den unmittelbaren Verbrauch des Heeres betrug etwa ein Drittel, der Bedarf für die Herstellung von Munition etwa ein Achtel der an die übrige Bevölkerung verteilten Menge. Der letztere Bedarf fällt ganz fort, der erstere verringert sich, da die Zuckermengen, die die Kommunalverbände an die Entlassenen zu verteilen haben, kleiner sind. An sich würde wegen dieser Ersparnisse die Monatskopsmenge der Bevölkerung um ein Geringes erhöht werden können, wenn nicht, und da liegt der Kernpunkt, gerade die Zuckerwirtschaft des Jahres 1918/19 besondere Vorsicht erheischte. Denn die zur Verfügung stehende Zuckermenge wird sicher geringer fein als im letzten Fahre. Vielfach ist angeregt worden, die Kopfmenge für die Bevölkerung durch die Einstellung der Süßigkeitenherstellung zu verbestern. Die so erzielte Verbesserung würde nur sehr unbedeutend sein und im ganzen Fahre nur ryenig mehr als ein P und Zucker auf den Kops der Bevölkerung ausmachen. Dagegen würden bei Einstellung dieser Fabrikation über 1400 Betriebe, darunter reichlich 1200 kleinere Betriebe, zum Stillstand kommen und etwa 25 000 Arbeiter brotlos werden. « Letzte Nachrichten. Rücktritt der Unnbhäugigcii aus der preußischen Regierung. Berlin, 3. Fan. Fn einem Schreiben an den Berliner Ientralrat gaben die unabhängigen sozialistischen Mitglieder der preußischen Regierung Ströbel, Adolf Hoffmann, Dr. Rosenfeld, Dr Graf Arco, Dr. Breitscheid, Paul Hoffmann, Hofer und Simon bekannt, daß sie aus ihren Aemtern zurücktreten. Sie begründen ihren Entschluß damit, in ihrer Ansprache mit dem Ientralrat habe sich er- geben, daß eine erfolgreiche Vertretung ihrer in den । in der Regierung infolge der mehrheitssozialistischen Zusammensetzung des Ientralrates unmöglich geworden und ihnen durch das Ausscheiden der Unabhängigen aus dem Rate der Volksbeauftragten der notwendige Rückhalt bei der Reichsregierung geraubt worden sei. Der unmittelbare Grund zu ihrem Rücktritt sei die Tatsache, daß von ihnen verlangt worden sei, ohne weitere Prüfung der Ernennung des Obersten Reinhardt zum preußischen Kriegsminister zuzustimmen. Dcr Verkehr mit den besetzten Gebieten. Berlin, 4. Fan. Die deutsche Waffenstillstandskommission teilt mit: Rach Mitteilung des Oberkommandos der Alliierten ist der Handelsverkehr zwischen Holland und den besetzten Rheinlanden unter Vorbehalt der Anwendung der Zolltarife frei. Die deutsch-holländische Grenze ist offen. Die belgischen Behörden werden jedoch die Aussicht über diesen Verkehr ausüben, um sich dadurch genaueste Kenntnis der nach beiden Richtungen hin erfolgenden Sendungen zu verschaffen, und um später alle zweckmäßigen Maßnahmen vorzuschlagen. Marschall Foch teilt mit, daß für die Wahlen zu den Landesvertretungen der deutschen Bundesstaaten, von denen Bcsihteile durch die Entente besetzt sind, die gleichen Erleichterungen wie für die Wahlen zur Nationalversammlung gelten. Es ist der Wunsch Marschall Fochs, die Wahlgeschäfte in den befehlen Gebieten, selbst wenn sie nur die Errichtung von Landtagen bezwecken, in weitgehendstem Maße zu erleichtern. Die Heimbcsördcrung der deutschen Kriegsgefangenen. Berlin, 3. Fan. iWTB) In der Frage der Erleichterung des schweren Loses unserer Kriegsgefangenen haben die Bemühungen der Deutschen Waff enstillstandsko mmission endlich ein Anfangsergebnis gebracht. Die Engländer haben nunmehr versprochen, daß aus England 800 schwerverwundete Deutsche auf dem Seewege über Rotterdam zurückgesandt werden sollen und erklärten sich ferner bereit, 400 gleichfalls schwerverwundete Kriegsgefangene auf dem Wege über die Front nach Köln zurück zu befördern. Außerdem wollen die Amerikaner das in ihren Güven zurückgebliebene Sanitätspersonal über Koblenz nach Deutschland zurückschicken. Die deutsche Kommission hat die Alliierte» dringend gebeten, diesem Beispiele baldmöglichst allgemein zu folgen. Deutsche Waffenstillstandskommission. Der deutsche Gesandte in Luxcnidnrg ausgewiesen Berlin, 3. Fan. (W.T.B.) Die „Deutsche Allgemeine" meldet aus dem Haag: Der deutsche Ge- sandte in Luxemburg, Herr von Buch, ist aus dem Großherzogtum ausgewiesen worden. Die Entente und die Verstaatlichung der Bergwerke. Bern, 4. Fan. Der „Temps" erfährt, daß die von dem Ientralkongreß der Arbeiter- und Soldatenräte befürwortete Verstaatlichung der Bergwerke, die durch den Rickkauf der Bergwerke seitens des Staates erfolge, ein neues Mittel für die Entente fei, sich die Geldentschädigung, auf die sie ein Recht habe, zu sichern. Man könne die verstaatlichten Bergwerke für eine angemessene Frist an Organisationen abtreten, die sie zugunsten der Entente, als der Gläubigerin des Deutschen Staates, ausnützen würde. Dagegen nimmt der „Temps" sehr energisch Stellung gegen die Vereinheitlichung des deutschen Eifenbahnnetzes, das lediglich die Führerschaft Preußens über die anderen Staaten bedeuten würde. Gegen übertriebene Lohnforderungen. Berlin, 3. Jan. (WTB.) Amtlich. Waren angesichts der langen Dauer des Krieges und der damit itotaxntbig verbundenen Verteuerung aller Lebensverhältnisse die Löhne der Arbeiterschaft von Jahr zu Jahr erheblich gestiegen, so Samstag, 4. Zamiar My erreichten sie in neuester Zeit auf Drängen ber Arbeiter vielerorts eine Höhe, de en. weitere Steige- nmg nicht mehr mit der herrschenden Teuerung gerechtfertigt werden kann. Zu solo en Söhnen kann eine nutzbringende Arbeit nicht mehr geleistet werden, vielmehr muß das gesamte Wirtschaftsleben zum Erliegen kommen. Dadurch aber würde die Not des s tzw-ergeprüstew Vaterlandes ins Grenzenlose ivachsen und ein, Elend entstehen, unter bem die Arbn. er schäft selbst! am meisten leiden würde. Tie preußische Regierung, des Ernstes der Lage sich voll be.vußt, sah sich daher veranlaßt, folgende Verordnung zu erlassen.' Tie Lohnbewegung unter der Arbeiterschaft nahm in letzter Zeit nach Art und Umfang eine Entwicklung an, die die.schwersten Bechra^ttmgen erwecken und weite Gebiete der Gü'e.eczeugung zum Erliegen bringen muß. Die beklagenswerte, aber unvermeidliche Folge davon kann nur Arbeitslosigkeit, Hunger und Elend fein, Tie Betriebe des Staates unterliegen in dieser Beziehung den gleichen wirtschaftlichen Beengungen wie die privaten. Weder der Bergbau, die Eisenbahn, noch alle übrigen Staatsbetriebe können es längere Zeit ertragen, daß ihre Ausgaben die Einnahmen übersteigen. Diese Gefahr ist aber bereits' in bedrohlichem Maße eingetreten. Es wird deshalb zur gebiete risch-m Plicht der Staatsreg ic rung, bent Anwachsen der Lohnausgaben über das Ntaß des, Erträglick>en hinaus mit Festigkeit ent- gegenzutreten. Tie Fachminister werden daher ersucht, an sie herantretwrde Lohnsorderungenl zwar in voller Würdigung der jetzigen Bedürfnisse der Arbeiterschaft, aber auch sorgfältig daranf^bti zu prüfen, ob nicht durch Betoilligung den in Frage! kommenden Betrieben Lasten au,er:eit ioerben, bte' sie nicht ertragen können, ohne zu erregen, und die somit die gesamte Finanzgebahrung des Staates gefährden. In diesem Falle sind Lohnforderungen zurückzuweisen. Streikbewegung im Ruhrgebiet. Mülheim (Ruhr), 4. Fan. Auf den Zechen Humboldt und Iiesche des Mülheimer Bergwerkvereins sind die Belegschaften in den Streik getreten. Auch die Belegschaft des Schachtes Kronprinz legte die Arbeit nieder. Duisburg, 4. Fan. Die Streikbe wegung, unter den Bergarbeitern greift jetzt auch auf die linksrheinischen Zechen über, auf denen ein Teil, der Belegschaften ausständig geworden ist. Bisher: sind die Zechen Diergart und Mewissen in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Belegschaft von Rheinpreußen I lehnte den Anschluß an den Streik ab. Als auf der Zeche Mewissen eine Anzahl Streckender der Aufforderung der belgischen Sicherheitswache zum AuSeinandergehen keine Folge leisteten, machten diese von der Waffe Gebrauch, wobei ein Streikender verletzt wurde. Ei» blutiger Zusammenstoß in Oberschlesien. Königs Hütte, 4. Jan. Wie der „Ober.« schlesische Kurier" meldet, kam es gestern nachmittag 4 Uhr vor dem Gebäude der Berginspektivn zu einem Z us amm e n st 0 ß zwischen ft r ei Een» den Bergarbeitern und Militär. Im Gebäude der Berginspektiou war ein Maschineic> gcwehr ausgestellt. Als einige junge Bursche:: bar Zaun überstiegen imd anscheinend die Wache an» greisen wollten, wurden aus dem Maschinengewehr zunächst Alarmschüsse abgegeben. Ein junger Bursche wollte mit dem Revolver auf das Fenster schießen, in dem sich das Maschinengelvehr befand, worauf die Wache mit Maschinalgewehrsener antwortete. Zahlreiche Personen der unt en an gesammelten Menge wurde:: getroffen. Bisher sind 20 Tote und eine Menge Verwundet» s e st g e st e 111. Beuthen, 4. Fan. lieber den Vorfall in Königshütte wird weiter gemeldet: Die Beleg- schast der fiskalischen Königshütte trat heute erneut in den Ausstand. Die aufrührerische Masse forderte vor allen Dingen die (Entfernung der Truppen aus Königshütte. Aus dem Wege zu dem Gebäude der Berginspektion stellten sich Polizeibeamte der Menge entgegen. Sie wurden mißhandelt und teilweise entwaffnet. Die Masse verlangte den Zutritt zu dem Verwaltungsgebäude, welches eine Abteilung Fäger besetzt hielt. Diese machte den Leuten klar, daß sie nur in Form einer Deputation Zutritt erlangen könnten. Die Vorstellungen blieben erfolglos und es kam zu dem gemeldeten Zusammenstoß. Abends 7 Uhr wurde der Belagerungszustand über Königshütte verhängt. Die Ruhe war um diese Zeit noch nicht wieder ganz hergestellt. 9 Das al t bewährte Nervenpnlver Krampie l Kervinnm e>r„ Werl derApotheke in Frank "art, Blain W wird ärztl. gerne, verordn, bei Krämpfen IPreiM I3k. 5.—. zu naben durch die 183hv Privileg. Schwaueu-Apoiheke in Frankfurt, Vsln 61. Best 100/oHiiemogl,84,7oEisenbr.u.(j°/oEnzianbitterst- N mndttfM Mülciitt to Scan Aichil JcM. Roman von H. A. Adams. Nachdruck verboten. Fortsetzung 45 Er führte Galahad nach seinem gewohnten Frühstückslokal, einen: unterirdischen Teehause. Als sie in das Hinterzimmer eintraten, geleitete her Jüngling Galahad nach einem mit Schutzwänden versehenen Abteil, das Aehnlichkeit mit einer Laube hatte. Auf billige, aber wirkungsvolle Art war es mit ungeheuren . nach gemachten Glyzinien geschmückt. Mit jähem Schmerzgefühl wanderten Galahads Gedanken zurück nach jener andern Laube; aber dort waren die Glyzinien bereits verblüht. Die - Blüten waren fort. Das stille Grün, da^ all die Schönheit und die Hoffnungen dieser Erde bedeckt, hatte an- gefangen, die rankenden Zweige einzuhüllen. Nun würde es nicht mehr lange währen, bis auch eine andre Lieblichkeit von mitleidigem Grün zugedeckt war . . . Die Aehnlichkeit beider Lauben schien Galahads Begleiter nicht aufgefallen zu sein. „Ich habe sie gestern abend gesprochen," begann Galahad ungeduldig. „Sie?" Der junge Mann dehnte seinen Frageton in die Länge. „Sibyl natürlich, sagte Galahad. „O, natürlich Sibyl." Er schaute den älteren Mann an, als ob der mit ihtn spiele. „Was wünschen Sie diesmal von mir?" „Sie müssen heute abend zu ihr kommen." „Warum denn?"" „Warum? Gibt es da irgendein „Warum", wenn sie Sie liebt?" Galahad kam außer sich. „Aber Sie wissen doch sicherlich, .Herr Jones, daß es nur eine kindische Einbildung ist; sie hat so lauge geträumt, daß ihr nun ihr Traum als Wirklichkeit erscheint. Sie gefiel mir natürlich sehr: gut, aber, offen gesagt, es war nichts als eine dumme Tändelei. Es war entzückend, so mit ihr zu- sammenzu kommen, und sehr vergnüglich, unsre Verabredungen zu treffen und sie in: gehenden zu sprechen. Aber in Wirklichkeit fesselt sie mich durchaus nicht. Zuerst meinte ich, daß ich sie liebe, aber dann —" „Aber sie liebt Sie!" rief Galahad ganz unglücklich. So war denn alles vorbei, und Sibyls flüchtiges, zerbrechliches Glück lag geknickt und zitternd in seiner Hand. Ein Wort konnte es vollends ganz vernichten und sie dazu. „Nein, sie liebt mich nicht," sagte der junge Manu, nachdem er die Speisekarte gründlich durchgelesen hatte. „Sie glaubt es zu tun, aber innerhalb eines Monats wird sie alles vergessen haben und mir dankbar sein, daß ich es sie beizeiten merken ließ." „Innerhalb eines Monats —" begann Galahad uno brach ab vor der grausen Leexe des Gedankens. „Aber sie glaubt an Ihre Liebe, sie glaubt unerschütterlich fest daran," schloß er. „Sie irrt sich aber; Sie wissen, daß sie sich irrt." „5könnten Sie sie denn nicht, um ihr gefällig zu sein, in dem Glauben lassen — nur für ein Weilchen noch?" „Es würde die ganze Sache nur noch verschlimmern, wenn ich es ihr dann doch sagte. Sie muß es ja einmal erfahren. Es ist besser, es sie jetzt erraten zu lassen. Aber Sie bestellen nichts, Herr Jones." Galahad bestellte blindlings — die ersten drei Sachen aus der Speisekarte, lauter Suppen. „Könnten Sie es ihr nicht sagen?" fragte der junge Mann, als sich die Kellnerin von ihrer Verwunderung erholt hatte und aufgeklärt worden war. Es klang wirkliche Angst in seiner Frage mit. „Aber es bedeutet so viel für sie," wandte Galahad ein. „Es bedeutet noch mehr für mich, Herr Jones." Galahad war erstauu.t i:ber den Ernst des jungen Mam:es. Hvrace sprach rasch weiter. „Es gab eine Zeit, zu der ich es getan haben würde — gerade um ihr Schmerz zu ersparen, aber jetzt ist es etwas andres. Ich liebe sie nicht — ich habe sie nie geliebt. Ich wußte das nicht, bis id) jenes andre Mädchen ~* „Jenes andre Mädchen?" „Bis ich iei:es andre Mädchen traf." „Eine andre Liebelei!" „Nein!" fuhr ihn der junge Mann an. „Dies ist etwas andres, dies ist eine ernst gemeinte Sache. Si? will mich heiraten. Das heißt, wenn ihre Ellern eftuvilligen. Davon härrgt alles ab, Herr Jones." Es kam Galahad vor, als ob der junge Manu sich persönlich an ihn wende. Als ob es Galahad etwas anginge, wen der junge Mann heiratete — jetzt, da 'er Sibyl nicht liebte! „Sie sehen, es wäre ein Unrecht gegen mich selbst," fuhr Horace schnell fort und vergaß sein Essen darüber. „Und es wäre auch ein Unrecht gegen s i e. Sie können von mir nicht verlangen, daß ich diese Posse mit Sibyl weiterspiele. Weni: mein Mädchen etwas davon zu hören bekäme! — Und ich würde doch sonst alles tun, was Sie von mir verlangten, Herr Jones." „Und das ist das einzige, un: was üh Sie bitte," sagte Galahad, erstaunt ob dieser ganz neuen Unterwürfigkeit des Jünglings. Horace war es augenscheinlich aufrichtig darum zu tun, ihn zu besänftigen. (Galahad war entschlossen, bei: Angriff zu verschärfen, obgleich er Jirfj keinen Grund für Hora ces plötzliche Weichheit der:?en konnte. (Fortsetzung folgt.) fVermietungen"] 5-0 Zimmer-Wobn, L Etage, hl (flnri.,Wias»a- ■traie 2«ztfe Moltkeur. \ o. 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HüIffßirM'fNAckH LMliz itn4.3«KB«1919 abenöS 7.30 UOr auf der „Liebigshöhe". Vollzähliges Erscheinen dringend geboten. 045 Der Vorstand. Montag den 6. Ian. abends 8 Uhr findet im Saale des Gerverkschastshauses, Lonystrasts, mit polit. Vortrage statt. Hierzu sind alle Unteroffiziere des Standortes Gießen mit ihren Verwandten, oreunden und Bekannten freundlichst eingeladen. Der Vorstand. 046 Frannsliiiiy der DhMh WWIA MM! Dienstag, 7.Januar, abends I^UHr. Es werden sprechen: Stau Slse Roloff über „grau unbStaaf$= bürgertum" und herrprofcssor0r.§ch!an. Männer und Frauen aller Stände sind eingeladen. Freie Aussprache. 206D Alle Wähler 5 «erhalten Aufklärung durch den leichtverständlich gehaltenen Leitfaden: „wie wählen wir die Abgeordneten zur Nationalversammlung und Zur Hess. Landettammer". (Von Univ.» Prof. Dr. Vmelin-Gieren.) Preis 20 Pf. Zu beziehen durchs die Buchhandlungen oder direkt von 0. Münchow'scher Verlagsbuchhandlung, Gießen. Preutzijch-Süddeutsche Ulassen-Lotterle. Die Ziehung der 1. Klaffe beginnt wieder am 7. Januar. CaUJLAJLJL ä -%v|^ ^5 ^io ^20 ^$0 Klafft find au beziehen durch die Lotterie-Einnehmer u Gienen: Buchacker glimm Legler Ncurn Ääiitll Wnlltorsttaße 63 Siid-Anlageü Jernspr. 877 Fernfvr. «37 Fernsvr. 82 oa Die ZiebmagSlistcu kosten bei freier Zusendung 80 Pf. für alle 5 Stlaffeit 15J> Nachdem die liberale Einigung für das ganze Reich an der । WtfeiW der Demokratie1 gescheitert ist, sucht dieselbe Demokratie angeblich führerlos gewordene Anhänger der alten nationalliberalen Partei mit allen Mitteln zu sich hmüberzuziehen. Sie bedient sich dazu unter anderem einer Erklärung einiger einstiger nationalliberaler Politiker. Dazu stellen wir fest, daß diese Erklärung voischnell und zu einem besseren Zweck, als den des Jetzt ist be Zelt für und 0183 Lebertrao-Eiulsion, bestes Kräftigungsmittel für Kinder 'Liebigshöhe Sonntag den S. Januar 1919 Grosses Militär-Konzert (Streichmusik) der aktiven Regimentsmusik des Infanterie- Regiments Nr. 116. Leitung: Obermusikmeister Löb er. Anfang 41/, Uhr. [0t2fl] Anfang 41/, Uhr. Stimmenfanges abgegeben wurde. — Sie dennoch dazu benutzen zu wollen, bedeutet Mißbrauch. ... Dieser Mißbrauch ist um so größer, als die Erklärung MesÄi W, die W zötipop sind. Sind nicht auch zahlreiche frühere führende Mitglieder der Fortschrittlichen Volkspartei inzwischen zu den rechtsstehenden Parteien übergetreten, ohne sich im Sinne ihrer neuen Partei an ihre alten Parteifreunde mit einem solchen Lockruf zu wenden? Dev Vovsternd dee DeMtscheM Volksprater. EvangeS. VoEks-Ve^sammlung am Sonntag den 5. Jan. 1919 nachm. 5 Uhr in der Johanneskirche Trennung von Staat und Kirche Redner: Prof. D. Dr. Schian, Hauptlehrer Knauss, Frau Martha Sievers, Landgerichtsrat Schmahl, Pfarrer Bechtolsh ei mer. 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Möhl Karl Möhl OT7e Marktplatz 23 III. Stock. NB. An einemPrivat-Tanzkursus können noch einige Damen u. Herren teilnehmen u. nehmen wir Meldungen bis spätestens 15. Jan. entgegen. Stad t M l ssi 0 n Gietzen, straK-1'4. Jeden Sonntag nachm. 3 Uhr: Erklärung der Heiligen Schrift. 0151 Jeden Sonntag abd. 8'/, Uhr: ^ieliaiitse Vorträge. Jeden Mittwoch, S'/s Uhr: Bibelstunde. Der Eintritt ist völlig frei für alte. Wir Helden jedermann herrlich Willkomm««. Familien-Konzert Sonntags von 4 Uhr ab l" Kaffee Astos*ia Empfehle eigene Konditorei, vorzügl.Getränke. Caf6 Ernst Ludwig Inhaber: Aug. Rath Täglich: KONZERT Eigene Konditorei. 93 Sonntag den 5. Januar findet um 4 Uhr im ttWMkMZMöMMii Grosses om Militär-Konzert statt. Ausgeführt von der gesamten Regiments-Musik des JR.-I.-Bt. 230. Abends 8 Uhr: Abschiedskräazchen. Z™ Cafe Amend Samstag und Sonntag 150 Künstler-Konzert Schwarz-Weiß-Uchtspiele 0 Seltereweg 81. 137a ■ Nachdem die 16» Lichtspielhaus | M H: s 8 Spannend. Detektiv-Schauspiel in 4 Akten. Mit dem berühmten, beliebten und spitzfindigsten Detektiv Phantomas. Rolf Loer als Phantomas. o ♦ ♦ w » « ►1 ,M W. H ! DieKüchen-Juno Ein Lustspiel-Schlager in 3 Akten. Mit Helene Voee in der Hauptrolle. H ►4 ►4 s iiiiiiiiiuiimiiiiiiiiiiin in mm niiiiii ii iiiHiiniiiiiiiiiiiiii nun । Programm von Samstag Ion 4. Jannar bla Inkl. Äontag den 6. Jannar I. Film unserer Phantomas-Serie 1919 öer Teilt*!! lqÄ te Ä Ittttzr. (r. 116 aus dem Felde bzw. Urlaub zurückgekehrt ist, wird sie das gewerbliche Spielen wie früher aufnehmen. Bestellungen jeglicher Art Musik sind an Obermusikmeister Loeber, Grosser Steinweg 17, 7,\i richten. Bahnhofstrasse 34 mmiiiiiiiiiiMiiuiuiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiniHiiiiiiiMmiimiiii Heute V' Der Weg, der Zur erdamnmis Mrt. (Das Schicksal derAenneWoiier) I. Teil. Aufklärungsfilm in 6 Akten. Aufgenommen unter dem Protektorate des Deutschen Nationalkomitees zur Bekämpfung des Mädchenhandels! Dieses wertvolle Filmwerk schildert die Verhältnisse streng realistisch, verhüllt nichts schamhaft und gebt keiner noch so peinlichen Konsequenz aus d-Wege. Ein Kulturfilm von größtem Werte, alle Mädchen und Frauen müssen denselben sehen. Beginn der Vorstellungen: 400„ 530, 700 und 830 Uhr. Allo VorgäasUsaagea ae?gohoocn. Das Lichtspielhaus ist täglich von 4his 10 Öhr geöffnet **a iialito:: fciitteole Ernst Chaliier^ Neuenweg 9. rr-.,T-r^.-r‘rrvv>rrv,irrvyv‘TV«iRrivvvvv-i', m-rri'i’nri'i>t Einqrrartierurrgskohlerr. Der Rcichskoinmissar für die Kohlenverteilung intie für die im HeereS-Rückzugsgebiet belesenen y'erforgitnnSljeAirfe Sonderlieierungcn an sog. Deiiwt'ilinacliunaökoblen (Vrennuoffe für Einauar- tieriinfl^roecie) zugesaat. Der Relchskommsisar keilt uns ictjt ober das folgende mit: «Die ficflcntvöriiße außerordentlich ernste Drennitofflage zivinat mich dazu, die für Demo- bilmachunqs?,wecke verwendeten Brennstoffe den betreffenden Dersorgungsbezirken ans das fcffgc« lebte Hausbrandiahreskonlina.ent anzurechnen. Bet Wiedereintritt günstigerer Verhällniste werde ich gewiß gern prüfen, wie weit ich den Wünschen der einzelnen Gemeinden gerecht niet’ den kann, ttnd stelle anheim, mit seinerzeit einen ausführlich begründeten Antrag aus Erhöhung der IahteLüesermenge einzureichen." Hiernach sind wir genötigt, die bereits vetauS gabten DemobiimachungSkoblen anznrechnen. Gteßen, den 3. Januar 1919. 161B Cn8toblen;tellc der Stadt Gießen: Sie ding. Bekanntmachung. Bett.: Svarmeialle. Bekanntinachuua. Nr. 8/1. 18. ST. 9i. A. vom 2f>. März 1918. Gegenstände aus Svarmetallen tKunser, Messing,Bronze,Nickel, Aluminium u.Zinni, welche noch bei der kommunalen Sammelstelle lagern, können an die Borbesitzer bedingungsweise zurückgegeben werden. Die Bedingungen sind bei dem stadt. Elektrizitätswerk biß 15. ds. NiS. nnebm. von 2—5 Ubr, Zimmer 1, e nzusehen. 138c Mctalliammelstelle Wieben Stadt. (2lckrrizitätswerk: Stolte. Solzvkröerlrttvli'idtrÄllhtEl^kii. Montag den Januar 1919, Vormittage» O'I-j Ubr beginnend, werben in den Waldungen der Stadt Gießen im Bezirk des Foritmans Arft Feriiewaid' versteigert: 72 Stück (Sieben«5?erbitangen mit 3,93 Kestm. Jn- balt zuDeichsetn u. Langwieden geeignet» 731 „ HichteN’Derb taugen mit 57,35 Fenm. Ü6 Nm. Eichen’Nuhscheit 12,20 Meter lang, Svaliervfostcn, 1060 Wellen Eichen-Neisia 100 „ Fichlen-Reistn 23,4 Nm. Eichenstockholz 8,0 „ Kiefermlockholz 11,8 „ Fich^enstockbolz. Tie Zusammenkunft ist auf der KreiSstratze Annerod—Steinbach an der Strangswiese. ('Ziesten, den 30. Dezember 1918. 148B Ter Oberbürgermeister. I.V.: Grünewald. Bekanutmachtsng. Studierende, welche sich um das iroiiuiier$fcn- rat Siegmund Heicvelbcim'Stivcndiu>n im jdljr- licbett-Betrage von 500 Mark bewerben wollen, haben Ihre Gesuche bis zum 15. Avril d. I. schrift- licb an den Engeren Senat zu richten unter Beifügung von Zeugnissen über Befähigung, Fleis; und Berinögensverhältntsse. Zur Bewerbung berechtigt sind diesmal jüdftche Studierende der Universität Gießen, sowie der bisherige Inhaber des Stipendiums. Gießen, den 2. Januar 1919. Die LandeSuniverfftät. Strahl. 170B Bekanntmachung. Unsere Gcineindemitglicder, die Anspruch auf den Bezug von Lazzos für das Osterfest 1919 erheben, werden aufgesordcrt, sich bis spätestens den 22. Januar 1919 bei Herrn Mehrer Marx in unserem Gmeindehause, Lony- straße 4, Dtontags und Mittwochs vormittags 9—12 Uhr dieserhalb zu melden. Spätere Anmeldungen können leine Berücksichtigung finden. Brotkartenauöweiv ist vorzulegcn. Gießen, den 2. Januar 1919. Der Vorstand der israel. Ncligionsgemeinde Gießen. S. Heichelheim. ,r«0 Möbel-Verkauf. Montag den 6. Januar van 10 Uhr an werden Bleichstraße 23III erbteilungShalber verkauft: Betten, Schränke, Waschtisch, Kommode, Spiegel, Tische, Gasherd, Dezimalwaage, Regulator, Postuniformcn und noch Lcr- schicdenes. 0146 Näheres bei Friedrich Keil, Wcidengassc 1 I. Zur Enthebung von Neujahrsaratulationen gingen noch für die :Stlciutinberbcninbrnniinlt Gaben ein von Metzgermeisier Schreiner und Familie und Berlagsbuchhändler Nah und 3rau. liMnlmg ni IMiiisi tauch Lokomobilen und ErvloitouSotoiein, sowie von maschinellen Stulagcu jeder Art, '' .veUci - benrbcttnng bis 70(0 i" m Vange, uo.rntmml '.«• 8fotü Sari Seit, NasLimstdrik, Siege!;, cernivrecl-er 2098. I Zuschneide - Lchranstail * Kaiser-Allee 14 a. M ^te vcrKcbicdcncn Kurse i!nP!aßneln eik, P Musterzctchnen, Zuschnetden u. A»fertigen von S jä Kleidern oller Art beginnen am G. 3mtuar. *3 ® Anmeldungen nimmt jederzeit entgegen « Ä i LSna Petri. sj Rann' c-.hpn jjllnn !pf n-kirt in iedsr gGvänachlca Ulub uJullüll Alibi nll ÄexitatlBoi^ sli rda n. pre »• wert die Brfihl'sebe Unlv.-Dracterel, B. Lange, BleSee Der geehrten Ginivvhnersckmst von Gienen und meiner werten Zlundschaft hierdurch die Mitteilung, daß ich meine Metzgerei am Montag wieder eröffne. I Marken werden an genanntem Tage entgegen* genommen. K9 Jäkel) Konz, Metzgeiei, Landgral-Pliilii’p-Piatz 9 Itreisblatt für öen (Stegen 4 Januar WW Nummer 2 Jnhaltö-Nebersicht: Wahlen zur verfassunggebenden deutschen Nattonalversa^nnlnng. - Demobilmachuna. - Tien'islnnden des Grundvnchamies. ö. 6. 7. 8. wir halten; ans denen nicht die Person mindestens eines Bewerbers unzweifelhaft $n erkennen ist: die eine Verwahrung oder einen Vorbehalt gegenüber allen Gewählten enthalten; die Warnen ans versch.eoenen Wahtvorschlä- gen enthalten: die misichließlich auf andere als die in beit, öfsentlich bekanntgegebenen Wahlvocschlägeu anfgeführten Personen lauten. Staats kam miisars in dessen an erwerbstätige Frauen und Mäücl-en. Unser Ersuchen vom 9. De;eml>er 1918 bringen hiermit in gefällige Ermuemug. Gießen, den 24. Dezember 1918. Kreisamt Gießen. I. V.: Langermann. darauf zu richten, das; die zur Ausgabe gelangenden Umschläge amtlich obgefteinpelt, nicht mit Kennzeichen versehen unb leer sind. 8. Damit der Wähler seinen Stimmzettel gegen Beobachtung geschützt in den Umsckstag zu stecken vermag, sind in den Wahllokalen besontxne. mit entsprechenden Vorrichtungen versehene Tische aufznstellen, oder es muß ein der Beobachtung unzugänglicher, mit dem Wahllokale in unmittelbarer Verbindung stehender l^esonderer Raum vor- Händen sein (Art. 41 der Wahlverordnung). Die in Äbs. 1 erwalxnten Vorrichinngen müssen derart beschaffen fein, das; die Kontrolle der Stimmabgabe durch dritte Personen nicht möglich ist. Es ist nicht erforderlich, das; die Person des Wählers selbst der Beobachtmg ganz entzogen ist, sondern es genügt, wenn die Vorrichttrng so be- idwficn ist, das; das Dineinlegen des Stimmzettels in den Umschlag von dritten Personen nicht bcob= achtet werden fann. Ist ein Nebenraum vo-lrauden, der dann übrigens mir durch das Wahllata! betretbar sein darf, auch gegen Eiübticke von cmsten drtrch die Fünfter geschützt sein muß, so ist in diesetn Raume ein Tisch aufzustellen, an welche-.: der Wähler heran treten farm, um unbeobachtet den Wahl zettel in den Umschlag legen zu können. Das gleiche gilt beim Vorlxrndensem mehrerer Rebenräume. Sind kerne solche verfügbar, so ist entweder a) der Isolier raum durch einen Verschlag burch verstellbare Wände aber durch nndurchftclmgr Vorlstmge und dergleichen im Wahllokale selbst l)erzustellen und mit einem Tische zu verselten, oder b) es sind em oder mehrere Nebenttfck-e mit SSorritaugen in angemessener tzöhe (Bretterverschlag, Vorhang, Kasten oder bergt.) zu versehen, welck>e den Wähler vor Beobach-ung sckuGeu. Sind mehrere Tische ausgestellt. >'o sind dieselbe:! voneinander so al^uscheiden, daß der an dem einen Tisck>e stehende Wähler den au dem anderen Tische steheirden Wähler nicht (»evlxtchten kann. In Abstimmungsbezirken mit mehr als 500 Wählern sollen mindestens zwei der im Aos. 1 er- wähnten Vorrichtungen vorbanden sein. Um eine mißbräuchliche Änatisyolchnahn« he- 8 14. Die Stimmzettel sind außerhalb des Wabl- rc Steiuimng erfaIrren wird, und auf die Borschrist des § 35 Äbs. 2 der Wahlordnung l>esonders aus- nterffam zu ntackten, da ein Verstoß gegen diese Bestimmung die Ungültigfcit der Wahl zur Folge Alchen kann: b) bei der Wahlbandltmg selbst genau nach den Vorsckrriften der §§33—15 bet Wahlordnung zu Versalien und über die Wrhlhandlung ein Protokoll narb Formular C, das Ihnen zugegmrgen ist, auf- -un rinnen; c) diesem ?äal'lvrotr>loll die Gegenliste imt> die Wählerliste, welckre beide bei dem Sckstuß ter Wahlhandlung vom Wahlvorstand zu unterschreibet: sind, sowie diejenigen Sttmmzettel unb Umschläge, über iueldrc es einer Besästnßfaffung des Wahlvor- standes bebun't batte, beizufügen; d) alle Stimmzettel unb zur Verwendung gekommenen Unrschläge, die nickst irach § 44 der Wahl» ordmmg dem Wxthlpvotokoll Iitriuirüger sind, in Papier einzufchlagen, zu versie.ieln und aut» zuben ghren, bis die Wialst fitr gültig erklärt wot> bcu ist. 5. Nach § 48 der Wahlordnung müssen tue Wahlprolvkrlle spätestens am 22. Januar 1919 ui Sonderraums nach Möglichkeit auszuschließen, tU es zweckmäßig, die Vorrichtung derart einzunchten, daß diese vom Tische der Orts-Wahllommrsnon wenigstens ba.i einem Beisitzer insoweit überleben werden kann, um zu kontrollieren, daß sie mir zu dem Zwecke unb nur solange benutzt wird, als es die Hineinlegung des Stimmzettels in den Umschlag notwendig macht.. Gegen jebe mißbräuchliche Benutzung des Absonderungsraumes, insbesondere auch gegen längeres Verweilen einzelner Wähler oder anderer Personen in dem Jsolierraume, ist von der Orts-Wahllommission alsbald und nachdrücklich einzuschrriten. 9. Falls infolge von Transportfebwierigkeiteu die Wahlzettelumschläge nicht rechltzeittg in den Besitz der Wahl vor stel-er gelangen können, treten gemäß Art. 43 Abs. 2 der Wahl Verordnung die Bestimmungen über bte Abgabe der Sttmmzettel in Umschlägen und über die Benutzung des al>geson- derten Tisches oder Raumes außer Kraft. In diesem Falle haben die Wähler den Stimmzettel zusam- mengesaltet dem Wahlvorstek-er zu übergeben. Tic Wahlvorsteher sind hierauf besonders hinzuweisen 'Nach § 29 Abs. 2 in der Fassung der Verordnung vom 19. Dezember 1918 zur dlbräiderung der Wahlordnung jur die Wahlen zur verfassunggebenden deutschen Notionalversummlung ist es in großen Stimmbezirken zulässig, daß die Wahlen gleichzeitig in zwei verschiedenen Räumen desselbeir Gebäudes vorgenommen werden, sofern die Wählerlisten nach Gesck'leütckeru getrennt oder angelegt send ober sonst geteilt werben können. Voraussetzung hierfür rst, daß beideWahlräumea^llev arge schriebenen Ernrichtungen enthal- ten v in dem zw eiten Wahlraum der Stellvertreter des Wahlvorstehers die Wahl leitet mrd für den zweiten Wahlraum ein besonderer Schriftführer be ft eilt wird. 10. Im Wahlraum ist je ein Albdruck des Reichswahlgesetzes, der Wahlordnung und der nach § 28 der letzteren für den Wahlkreis erlassenen Bekanntmachung ausiulegen. Die Wahlvorsteher smd hierauf besonders hinzuweisen. 11. Nachdem die Frauen attiv und passiv wahlberechtigt sind, müssen sie ebenso wie die Männer zu den 2lemtern und Vertrauensposten zttgelassen werden, die das neue Wahlrecht für die Stimm- berechtigten vor sieht. Sie sind also insbesondere befugt, als Wahlvorstel-er oder Beisitzer oder Pro- tokollfülster in den Wahlvorständen tätig zu wer* den. Zur Beseitigung etwa auftretender Zw.ifel machen wir Sie hierauf besonders aufmerksam. Gießen, den 2. Januar 1919. Kreisamt Gießen. abfolgung der Umschläge an die Wähler die ^ünbcl, in denen je 50 Umschläge zusanrmeürgepackt sind, nacheinander an^ubvertuen und ztr verwendeit. Wird ein Bündel angebrockten, so ist stets der Papier- treifen, der die Umschläge zusammen hält, zu lösen. b) Tie Umschläge werden an die Wähler durch eine von der Ortswablkommission zu bestimmende Person (z. B. Gemeindedieuer), die sich in der Nälu' des Zugangs zu dem in Ziffer 9 erwähnten abgesonderten Tische oder Raume auszulxtlten hat, verabreicht. Durch andere als diese Persoiren, bereu Namen in das Protokoll an der vorgeschricbenen. Stelle aufzunehmen sind, darf die Abgabe von Umschlägen nicht stattfindeu, ebensorvenig dürfen die Umfchlä'Te an anderen Stellen, etwa auf dem Vorstands tifckpe oder in dem Jsolierraume, zur Benutzung für die Wähler aufgelegt fein. Ter Wahl Vorsteher hat darauf zu achten, daß bei der Wahl sparsam mit den Umschlägen verfahren Ivird. Tie Umschläge dürfen nur an Wähler und an jeden Wähler nur in einem Exemplare gegeben werden. Die Verabfolgung eines weiteren Umschlages ist in der Siegel nur dann statthaft, loenn die aus gegebenen Umschläge infolge Beschadigrmg, Kenntlickp- machung oder bergkridm nicht mehr verwendbar oder wenn sie in Verlust geraten sind. Die mit Verabreichung der Umschläge an die Wähler betrauten Personen haben ilyr Vuigenmcrt Betr.: Die Wahlen zur verfassunggebenden deutschen Natioiualversammlung. An den Oberbiirffermeister zn Gießen nnd die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. 1. Tie Bürgermeister werden auf die Besttm- mimg des §6 der Wahlordnung vom 30. November 1918 (Rrick)s-Gefetzbl. S. 1353) besonders aufmerksam gemadTt. . 2 Zur Jnstruieruna der Bürgermersvereien über den M'chtuß der Wählerlisten bemerfen wir mit bezug auf §§ 7 und 8 der Wahlordnung das Folgende: a) Tie briden Stücke der Wählerliste, die im Falle von Streichungen infolge erhobener Einsprachen gleichmäßig berichtigt tverden müssen, ftnb am Dienstag den 14. Januar 1919 von der Bnrr.-ermcisterei abzusch'iesM und zu inrter» schreiben. Auf dem für den Wühlvorsteher bestimmter Stück ist uadi Vorfckwift der Anmerkrma auf Seite 4 des Vordrucks für die Wählerliste nach denr Wort: „jirf)ti;nn Papier hergestellt sein: sie find in der erforderlichen Zahl bereüjubatten. § 37. Der Wähler, der seine Stimme abgeben uriH. nimmt einen abgestempelten Umschlag aus der £>mii> einer Person, die der Wabivorsland in der 'Nähe des Zuganges zu dem Nebcirranm oder Nebentische (§ 33 Abs. 3) aufgestellt bat. Er begibt sich sodann in den Nebenraum oder an den stiebenttsch, steckt dort feinen Sttmm'.ettel in den Umschlag, tritt an den Vorstandstism, nennt feinen Nattten und auf Erfordern ferne Solputng und übergibt, sobald der Schriftführer ben Namen in der Wählerliste aufgefunden hat, den Umschlag mit dem Stimmzettel dem WchlVorsteher ober dessen Stellvertreter, der ihn sofort uneröfhtet in die Wahlurne legt. Wähler, die durch körperliche Gebrechen behindert sind, ihre Sttmmzettel rigenbänbig in den Umschlag zu legen und diese dem Wahlvorsteher zu übergeben, dürfen sich der Beihilfe einer Lertrauensperson. bedienen. Sttmmzettel, die nicht in dem abgestempeltrn Umschlag oder die in einem mit einem riennzeick-eir versel-enen Umschlag abgegeben werden, hat der Wahlvorsteher zurückzuweiien, ebenso die SfimiM zettel von Wählern, die sich nicht in den Nebew» raum ober an den Nebentisch begeben habe». 8 42. Ungültig sind Stimmzettel, 1. die nicht in einem amtlich abgestempelten Umschlag oder die in ei,rem mi: einem Keim» Zeichen »-rsehenen Umschlag übergeben worben sind; 2. die nicht von weißem Papier sind; 3. die mit einem Kennzeichen versehen sind, 4. die keinen oder feinen lesbaren 9tamcn mb* Bctannirnachung. Bett.: Die Wahlen zur verfassunggebenden deutschen Nationalversammttlng. Wir bringen hiermit die Vorschriften über die Beschaffenheit der Sttmmzettel und deren Abgabe (§§ 14 und 16 Rei chswa hl setzos und § 34 Abs. 1, 37 Abs. 2—4, 42 der Wahlordnung zur Kenntnis der Wähler. Die im § 34 Abs. 1 enthaltenen Vorschriften über die Beschaffenheit der Stimmzettel sind teils solckie, deren Nichrbeachttrng nach § 42 Ungültig» (eit der Sttmmzettel zur Folge hat, teils Ord» mmgsvorschriften, deren Uebertrcten einen Rechtsnachteil nicht nach sich zieht. Im ersteren Falle finb die Worte ..muffen" „dürfen nicht" „sind", im letzteren Falle ist das Wort „sollen" gebraucht. Die Vorschriften über die Größe der Stimmzettel sind demnach nicht berartig bindend, daß geringe Abweichungett den Sttmmzettel ungültig machen würden. Immerhin dürfte auf ttrnlichste Cinhalttmg der r<»rgeschriebenen Größe von 9:12 Zenttnreter zu halten sein. Gießen, den 2. Jammr 1919. Kreisamt Gischen, I. B.: Weicker. die §>ände des Wahlkommissars, Geh. Legationsvat Tr. Neidhart in Dannft.rdt, Staatsministerium, Neckar strafte 7, gelangen. Um den rechtzeitigen Eingang sicherzustellen, beaniftcag-m wir Sie, die Wabl- protokolle mit sämtlichen zügelst,rigen Schriftstücken (vgl. Ziffer 4 c) unverzüglich, aber jedenfalls,fx> ;Veitig durchBotenan uns einzusenden, daß dieselben spätestens im Laufe des 21. Januar 1919 hierher gelangen. 6. Die bei der Wahl nicht zur Verwendung gekommenen Wahlzettelumfchläge sind voll dem Wahlvorsteher an uns einznsenden. 7 a. Tie für die Wahl bestimmten Wahlzettel- umschläge gehen Ihnen alsbald zu. Tie Umschläge find alsbald nach Eintreffen der Sendung nackMi- zählen. Uns ist der richtige Empfang umgrijenb be- richtlich zu bestätigen. Die Bürg^rmeisterere,! haben die Umschläge bis zur Wahl sorgfälttg unter Verschluß zu nehmen. Sie werden ausdrücklich daraus aufmerksam gemacht, daß die Wahlzettelum-schläge nicht etwa mit dnn Stempel der Bürgermeistereien versehen )verben dürfen. Wie bereits oben erwähnt, find die bei einer Wahl nicht zur Verwendung gelangten Umschläge dem Pwtiokoll anzuschließen und durch die Wahl- kommission an das Kreisamt einzusenden. Um die Prüfung der an die Bürgermeistereien verteilten, aber nicht zur Verwendung gelangten Wahlzettel- umschläge auf ihre Wiederverwerrdbarikeit zu erleichtern, Weifen wir die Wahlvorsteher an, bei Ver- Mehrcre in einem Umschlag enthaltene gleich- lMlteni>' Sttmmzettel gelten als eine Stimme: in einem Umschlag enthaltene, ouf verschiedene Personen lautenbc Stimmzettel sind ungültig. Die gültigen Stimmzettel find ohne Rücksicht auf ihre Vollständigkeit und die Reil>enfolge der Benennungen den einzelnen Wahloorschägen gfliiu- rechnen. töctanni;nati)iing. Betr.: Demobilmaebung; hier Aufruf dess