ZVilliirgrrrmdöruck u. Verlag: Srühl'sche Univ.-Vuch- u. Zteindruckerei R. Lange. Zchriftleitung, Gefchäflrftelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Nationale Erinnerungen. Gestern war der Erinnerungstag von Die deutsche Verfassung von der Entente angefochten. Versailles, 3. Sept. WTB.) Nach dem „Journal" hat die j u r i st i s ch e Kom Mission der Friedenskonferenz ihren Bericht über die deutsche Verfas- s„u n g fertiggestellt und der Friedenskonferenz übermittelt. Sie vertritt die Ansicht, daß Artikel 2 und 61 der Verfassung gegen Artikel 86 des Friedensvertrages vyn Versailles verstoßen. Der oberste Rat entschied, daß die deutsche Regierung innerhalb von 15 Tagen die deutsche Verfassung abzuändern habe. Der Zrledensverttag mit Gesterreich. Französische (üewaltttiaßregelrr in Birkenfeld. « Oldenburg, 3. Sept. (WTB.) Am letzten Samstag hat der franzöjische Kommandant den Birkenfelder Landesausschuß auf“ gelöst und die Mitglieder der oldenburgischen Negierung abgesetzt, weil die berufene Vertretung des Landes in Uebereinstimmung mit der olden- Aus dem besetzten Gebiet. Die Ludwigshafener Borgänge. Mannheim, 2. Sept. (Wolff.) Tie fr in», zösische Besatznngstehörte in Ludwigshafen hat den gestern noch nicht entlassenen Po^bountew Fuhrmann auch heute noch nicht freigelassen. Tie Arbeiterschaft hält an dieser Freilassung unbedingt fest, so daß der Generalstreik schließlich auszubrechen droht. Verhandlungen hierüber schweben noch. Tie Beerdigung des getöteten Dost-. daß die in englischer Hand in Frankreich befindlichen Kriegsgefangenen im Abtransport nach der Heimat begriffen seien. In den letzten Tagen seien täglich 1000 Kriegsgefangene in Deutschland eingetroffen. Die Zahl wird sich von heute voraussichtlich auf 3000 täglich erhöhen. Der Wiederaufbau der zerstörten Gebiete. Berlin, 2. Sept. (Wolff.) Dieser Tage fanden zwischen den beteiligten Reichsbehörden und der Waffen stillstandskommission Verhandlungen statt, die sich auf die Ueberlettung großer Arbeitsgebiete der Wafsenstillstandskommission auf die demnächst damit zu betrauenden ReichSstelben bezogen. Nach Maßgabe dieser Besprechungen geht sofort das den Wiederaufbau betreffende Ar-, leitsgebiet unter vorläufiger Beibehaltung der bisherigen Arbeitsräume aus das Reichswirtschasts- ministerium über. Aus der Unterkommission fite' die Rückgabe der aus Belgien und Frankreich' w eg ,g e f ü h r t e n Maschinen ist ein dem aus- wärtigen Amt unterstehendes Kommissariat gebildet und Herrn Kommerzienrat Tr. Guggen- heimer übertragen worden. In gleicher Weise wurde dem bayerischen Legationsrat Freiherrn von Stein die Bearbeitung der Rückgabe der Jrnanzdokumenbe und Kunstgegenstände übertragen. Annahme von Anzeigen f. die Laqesnuinmer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeVerbmdlichkeit Preis für \ mm höhe für An-.eigeuv.34mm Breite oithm 15 Uf., auswärts 18 Vs., für Reklame- anzeiqen von 70 mm Breite 48 Vf. Bei Plah- vorschrisi20°/.A>!sfchlag. Hauvtschri'tleiier: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den ädrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den AnzeigeiiKil: v. Beck; fämtli in Gießen l fessor Q u i d d e (München), Dr. H e i l - berg (Breslau), von Gerlach (Berlin), Eduard de Neufville (Frankfurt a. M.), Dr. Fried (Bern) — ein so schwaches deutsches Gewissen besitzen, bei solchen „Feststellungen" mitzuwirken. Wir sehen doch in der Gegenwart jeden Tag deutlicher, wie die Entente-Staaten Macht vor Recht ergehen lassen und wie sie sich das Zeugnis ausstellen, daß sie ber der Vertretung ihrer Interessen von keinerlei Skrupeln und Zweifeln geplagt werden. Soeben stellen sie an unsere deutsche Regierung die Zumutung, die deutsche Verfassung müßte binnen 15 Tagen an den Punkten abgeändert werden, wo sie von der Möglichkeit eines Zutritts Oesterreichs in den deutschen Reichsverband spricht! Sie stützen sich dabei auf den famosen Friedensvertcag, in dem uns derlei Bemühungen untersagt seikm. Wir haben wahrlich Grund, uns zu besinnen, was wir einst waren und galten und was wir heute sind! Wir müssen uns an der früheren Glanzzett unseres Deutschen Reiches doch öfter das nationale Gewissen schärfen! Gestern war der Erinnerungstag von Sedan, und wenn auch keinerlei festliche Kundgebungen in der Oeffentlichkeit damit verbunden wurden, so haben doch zweifellos Biele im stillen Herzen das Einst und Heute überdacht. Unsere hessische Regierung hatte das Muster des preußischen Ministers nicht nachgeahmt, der es für nötig gefunden hatte, in einem plumpen Erlaß das Flaggen öffentlicher Gebäude aus Anlaß des Sedan- 3es zu untersagen. Fahnenschmuck war cm vorhanden; er galt den aus der Gegenschaft heimkehrenden Kriegern. Oberst Reinhardt. Berlin. 2. Scht. Ein Offiziersteltvertreter Neuendorfs von der Brigade Reinhardt hatte vor einigen Tagen im „Vorwätts" einen offenen Brief an den Obersten Reinhardt gerichtet, worin er diesem vorwaf, daß er bewußt mit allem ihm zu Gebote stehenden Mitteln für die Wiederherstellung der Monarchie agitiere und selbst vor dem Mißbrauch der Kommandogewalt für seine Zwecke nicht zurückschrecke. Der Brief vetteidigte den Verband inaktiver Unteroffiziere und Mannschaften Deutschlands gegen den Vorwurf, eine die Truppe verhetzende Politik zu treiben und mit dem republikanischen Führerbund in Gemeinschaft zu steten. Es sei höchste Zeit, die Regierung und die Oessentlick>keit auf das regierungsfeindliche Treiben des Obersten Reinhardt aufmerksam zu machen, für den in der Reichswehr kein Platz mehr sein dürfe. Oberft Rein Hardt aickwortet heute auf diesen Brief mit folgenden Schreiben an die Redaktion des „Vorwärts": „Mein Wunsch fürs Vaterland im Augenblick ist vor allem Ordnung. Weil ihr sich Neuendorff nicht fügte, ist er entlassen worden. Daß bei den augenbliÄichen Zuständen einem Feld- und Frontsoldaten gelegentlich ein recht derbes Wort über die Lippen fährt, wird wohl niemanden wundern. An die Wiederkehr einer Monarchie im Augenblick ist wohl nicht zu denken: sie verbietet schon die Entente. Das weiß auch Ihre Redaktion. Ich vermag daher in Ihrem Artikel mir den Versuch zu erkennen, sich für kommeicde Unruhen bei den radikalen Parteien noch schnell in günstiges Licht zu setzen: auch dies bezweckt wohl die Gründung des republikanischen Führerbundes in Ihren Räumen. 'Sie können nicht verlangen, daß man zusieht, wie Sie und Ihre Anhänger sich allmählich der Zerwühlung der Truppe widmen. Diese weiß genau, daß sie für die kommenden Zeiten treu Zusammenhalten muß, wenn sie bestehen will. Nicht um Republik oder Monarchie wird es sich demnächst im Lande handeln, sondern um Arbeit und Ordming. Ich kann die Redaktion nur bitten, sich hierbei zu beteiligen. So wird sie Deutschland am meisten nützen und auch nur dann wieder Männer finden, die ihr Helsen, wie am 11. Januar." Der „Vorwätts" nennt den Ton des Schreibens anmaßend und unverschämt, und sagt, daß Oberst Reinhardt durch die Wendung des Briefes über die Monarchie seine Gesinnung auf das deutlichste enthüllt und verlangt ein Einschreiten Noskes gegen den Obersten Reinhardt. „Dieses Berliner Gegenstück," so schreibt er, „zum Münchner Herrgott hat schon lange genug sein Unwesen getrieben. Für diesen Mamr ist in der republikani- 'chen Wehrmacht kein Platz. Die siegesbewußte Anmaßung, mit der er schreibt, zeigt zur Genüge, wie iwtwendrg die Gründung einer republi- kmlischen Abwehrorganisation gegen derattige Monarchist isck'ie Wühler und Umstürzler gewesen ist. Wir verlangen vom Rcichswehrminister, daß er bieiau Treiben ein Ende macke und zwar auf dem Wege, den ihm Oberst Reinhardt selber gewiesen bat." Die Rückkehr der Gefangenen. B e r l i n, 3. Sept. (WTB.) Die Reichszentralstelle für deutsche Kriegs- ; und Zivilgefangeue gibt bekannt. Der Schmuggclprozeß gegen den Prinzen zu Wied. Berlin, 2. Sept. (Wolff.) Nach einem Bei richt der „B. Z." erschienen in der heutigen Verhandlung des Schmuggelprozesses gegen den^P ringen zu Wiedin Trelleborg nur Tr. v. Stockhausen mit dem Stockholmer Advokaten L i s f o r ß , während die Sck)wcigerin teS Prinzen, die Gräfin von Svlms-Wildenfels, selbst nicht zugegen war. Ter schivedisck-e Advokat erklärte, Prinz Wied hätte dttngende Gründe fite die Ausfuhr der Schätze. Tie Sicherheitsverhält^ nisse in Deutschland seien so ungenügend, daß <5 gefährlich gewesen fci den Schatz dort zu belassen^ Tas Recht zur Ausfuhr leite er ans ferner E x-< territvrralität als ehemaliger ü r ft* von Albanien her. Er suchte um Erlaubnis- zur Ausfuhr nach. Da ine Antwort aber fror* aussichtlich noch sehr lange auf sich warten lassen? würde, sei er zur Selbsthilfe geschritten. Es trete nicht feine Absicht, die schwedische Zollbehörde um die ihr zukommende Steuer, die bei dem Wett deS Schatzes UM 6 Millionen Kronen etwa 270 000 Kronen, also eine Million Mark, betragen hätte, zu bringen. Ter Zollfiskal Hallström nüber* sprach dem Vertreter des Pttnzen Wied in jeder Weise. Er be{tritt, daß die beiten beim Schmuggel Ertappten die Msicht gehabt hätten, die Schätze zu verzollen. Aus Anttag des Rechtsanwaltes wurden die Berhandlungen auf den 29. September vertagt. Bon Interesse ist, daß seinerzeit jmar eine ganze Menge Leute den Vorgang beobachtet, aber nichts für die Anhaltung ter beiten Deutschen getan haben. Diese wurde erst auf Veranlassung des Assistenten Jönsson vorgenommen. Falls die schwedische Behörde die Beschlagnahme ter Wertsachen ausspricht, bekommt die schwedisch? Regierung nur ein Viertel des gesamten Wertes, während drei Viertel Item Angeber Jönsson zufallen würden. Aber sollten wir die Erinnerung an die Zeit der Reichsgründung ganz in unseren Herzen auslöschen? Sollen wir die stolze Zeit des nationalen Aufstieges seit 1871 aus ^grundsätzlichen" Bedenken verwerfen, weil wir jetzt ja in der rühmlicheren Atmosphäre einer Republik lebten, deren Präsident gegenwärtig auf seiner Rundreise durch die Hauptstädte der Einzelstaaten sich die beste Mühe gibt, zur nationalen Einigung aufzurufen. Wie schlecht und aufreizend das erwähnte Fahnenverbot in manchen doch wohl auch gut deutschen Kreisen unseres Volkes, ganz abgesehen von den oppositionellen Parteien der Rechten, gewirkt hat, geht aus folgender Zuschrift hervor, die wir von einem Geistlichen eines Nachbardorfes von Gießen erhalten: ...Tie fast mrglaubliche Zumutung, die Uns von gewisser Seite gestellt wurde, daß wir jede Erinne- ntug an den großen Tag von Sedan und was damit zufammenhängt, auS unserem Gedächtnis austilgen, jedes Zeichen ter Erinnerung an diese öroße peit, wie z. B. Aushängen von Fahnen, ängstlich meiden sollten, um unsere Feinde nichck zu verdrießen, ist so recht ein Zeichen unserer Zeit, ater em trauriges, und beweist, wie weit wir heruntergekommen sind. Ein Volk, das feiner ssvoßen Vergangenheit vergißt, das feine großen Toten vergißt und verachtet, hat das Recht seiner Exrstenz verwirkt und ist vfis zum Untergang Wir toeuen batet eine solche Zumutung mit Entrüstung zmcklck und Men damit nicht allein zu stehen Wer die große Zeit von 1870 erlebt hat, kann gar nicht anters denken und handeln, sonst macht er nch'/um Verräter an den heiligsten Gütern unseres Volkes und Vaterlandes." Man kann diejenigen Deutschen, die eine Monarchie für die beste Staatssorm Deutschlands halten, doch nicht einfach niederknüp- veln. Freiheit des Wortes mrd der Gesinnung perbürgt uns doch auch unsere neue Verfassung. Wir halten eine solche Agitation, wre sie jetzt der Alldeutsche Verband entfacht, für falsch und schädlich, denn wir sind der Meinung, daß man der Entwicklung unseres Reiches und Volkes nicht mit stürmischen Forderungen vorgreifen soll, die nur den inneren Arader vermehren und uns auch nach außen hin schaden. Aber das Bekenntnis zur Monarchie an sich ist zu respektieren! Es gefällt uns jedenfalls entschieden besser, als der Klub jener deutschen Pazifisten, der sich letzt vom „Rat des internationalen Friedensbureaus" in Bern hat beglückwünschen lassen dafür, „daß er die Verantwortung Deutschlands und Oesterreichs am Ausbruch des Weltkrieges unumwunden zugegeben und die dem deutschen Heere zur Last gelegten Ausschreitungen verurteilt hat" In der Resolution dieses Rates wird auch denjenigen österreichischen und deutschen Pazifisten volle Anerkennung ausgesprochen, „die während des Krieges durch ihr mutiges Auftreten für die pazifistische Idee sich die Verfolgung der Behörden zugezogen haben". Das Friedensbureau hat ferner über die Ursachen des Weltkrieges und die Verantwortlichkeit folgende Feststellungen gemacht: . „Was die allgemeinen Ursachen des Welt- kneges anbetrifft, jo haben nach Ansicht des Rats alle Völker, besonters die großen, ihren schweren Teil ter Verantwortung, aber Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Rußland und die Türkei Haven durch Unterdrückung ter nationalen Minter- wten, Deutschland und Oesterreich-Ungarn durch vw zweimalige Gefährdung des Erfolges der Frie- vmskvnferenz, Deutschland, Oesterreich-Ungarn dadurch, daß sie den militäri- fwen ^hicl>ten eine fast unbeschränkte politische wÄH "Nen üierroiegenben acn allgemeinen Ursachen 3 auT geladen. Ueberdies S.-nfe"11 Ursachen i>eä Krieses wir- mit ^nrrtoc1,n besondere Willens- tnflmlunc nut voller Ueberlesnng den AnSbruch der Katastrophe h-rb-igesahrt hätten. In dieser Be- l*n8 in den entscheiden- teil ~ag. i oas Wiener Kabinett rüdbalbos unterstützte und Rußland und Frankreich den Krieg er- llätte, die Verantwortlichkeit für den Krieg auf sich geladen." Wir bedauern, daß deutsche Pazifisten — die Vertreter Deutschlands und Oester- ■ Deichs an den Sitzungen des Rats sind Pro- i bnrgischen Landesregierung den Anschluß Birkenfelds an die preußische Rheinprovinz erstrebt. Es wurde in Birkenfeld eine neuerevolutionära Provinzialregierung eingesetzt. Tas oldenburgische Staatsministerium Hal scharfe Verwahrung gegen diese verfassungswidrige Gewaltmaßregeln eingelegt. Das Schicksal der deutschen Luftflotte. Berlins. Sept. (WTB.) Zn der englischen Meldung von oerZerstörungzwölfauszu- liefernder Luftschiffe erfahren die „Politisch-parlamentarischen Nachrichten": Von ten zerstörten Luftschiffen luaren einige bereits während des Krieges abmontiert Worten, weil sie unbrauchbar geworden waren. Sieben Luftschiffe wurden von ten Mannschaften im Anschuß an die Vorgänge in Scapa Flow zerstört. Die Fragen des OftenS. Haag, 3. Sept. (WTB.) Der „N^uwe Courant" meldet aus Neuyork, daß die M i t- g lieber der amerikanischen Mission für den nahen Osten der amerikanischen Delegation in Paris Bericht erstattet haben. Sie melden, daß die meisten Türken für ein amerikanisches Mandat seien. Der Libanon jedoch gebe Frankreich den Vorzug. Die Syrier verlangen, daß Palästina mit Syrien vereinigt werde. Sie sind gegen den Zionismus, da nur 10 Prozent der augenblicklichen Bevölkerung jüdisch seien. Militärische Einberufungen in Elsaß-Lothrin-en. Berlin, 3. Sept. (WTB.) Nach ter „Teut- scken Allgemeinen Zeitung" melden französisch: Blätter, daß die Jahrgänge 1918 und 1919 in Elsaß-Lvthringen in ten nächsten Tagen unter die Fahnen berufen werten. Sie werten in eigens gebildeten Verbänden mit «risässijschen Unteroffizieren und Osfi- ^ieven in Bcsancon, BeHott, Reims mrd Nancy in tert gamifonierente Regimenter eingereiht werten. Nach ter gleichen Quelle wird in Paris ein amerikanisches Flugzeuggeschwader gebildet, das die Polen im Kampfe gegen die Bolschewisten unterstützen soll. Eine Botschaft Wilson- an die Arbeiter. H a a g , 2. Sept. Reuter meldet aus Washington: Präsident Wilson richtet aus Anlaß des Arbeitertages eine Botschaft an die Arbeiter, in der er eine Konferenz der Arbeiter und Industriellen einberuft, die darüber beraten soll, wie eine Verbesserung des Verhältnisses zwischen Kapital und Arbeit zustande gebracht werden und die gesamte Lohn- frage auf eine andere Grundlage gestellt werden könnte. Die Kabinettsbildung in Ungarn. Wien, 2. Sept. (Wolff.) Tie Blätter melden übereinstimmend aus Budapest, daß die Bemühungen des Ministers Heinrichs zur Bildung eines Kabinetts einen günstigen Erfolg haben. Wenn das Kabinett auch formril unter der Führung Heinrichs stehen tvird, so handelt es sich doch in erster Linie um die Einsetzung eines Ordnungsministcriums, das den Charakter HHgkdl,es-Huszar-Garami tragen werte. Die italienische Balnta. 1 m fter bant, 2. Sept. (Wolffs Laut Pressen bure>>- Radio meldet die „New Park Sun", daß mit ter Möglichkeit gerechnet wird, daß die italienische Valuta fo tief fällt, daß ter Wett des Liv: nur mehr Vio Dollar betragen wird. Tie „New Pork Tribüne" schreibt, ter Tiefstand ter ausländischen Valuta könne nur dadurch beseitigt werden, daß ein internationales Kreditsystem zur Finanzierung ter von Ea-* oopa vorgenommenen Käufe errichtet werte. S t. G e r m a i n, 3. Sept. (WTB.) AuS dem Inhalt des österreichischen Friedensvertrages ist im wesentlichen gegenüber der Fassung vom 20. Juli folgendes hervorzuheben: Bei den politischen und militärischen Bestimmungen bleibt ter Eingang unverändert. Deutsch- Oester reich wirb somit nur unter dem Namen „Republik Oesterreich" anerkannt und wird im Falle der Ratifizierung des Friedensvettrages von dem Augenblick der Kundmachung im Staatsgesetzblatt an „Oesterreich" heißen. Der Artikel betr. den Völkerbund ist unverändert. Bezüglich ter Grenzbestimmungen wurde den nachdrücklichen Gegenvorstellungen der Friedensdelegation nicht Rechnung getragen. Eine Aenterung wurde nur msosem zugesagt, als die Stadt Radkersburg und die a m linke uMur-Ufer gelegenen Gemeinden Steiermar ks bei Deutsch- Oesterreich verbleiben. Wrstungarn bleibt ohne Voltsabstimmung in der schon bekannten Abgrenzung Teutsch-Oesterreick zugesprochen, weil der Volkscharakter und das Nationalempfinden den Anschluß unzweideutig erheischen. In Bezug auf die Staatsbürgerschaft wurden insoweit Aenderun- gen vorgenommen, als die verworrenen Bestimmungen in den einzelnen, die verschiedenen Staaten betreffenden Abschnitten zusammengesaßt worden sind. Ter Artikel über den Minoritätenschutz enthält einerseits die selbstverständliche Bestimmung, daß Oesterreich jede in Deutsch-Oesterreich Heimat berechtigte Person als deutsch-österreichischen Staatsbürger anerkennt und anderseits die ganz unverständliche Vorschrift, daß jede auf deutsch-österreichischem Gebiete geborene Person Teutsch-Oesterreicher sein soll, sofern ihr nicht vermöge ihrer Geburt eine andere Staatsbürgschaft zukommt. Zugunsten Italiens, Tscheckw-Slowa- kiens unö Jugo-Slawiens wirrten verschicteue Ausnahmen zugestanden, die miteinander int Widerspruch stehen. In den Fragen der Staatsbürger- fefaft sind sonnt nach Abschluß des Friedensvertrages chaotische Zustande zu gewärtigen. In ten Vorschriften über den Minoritätenschutz sind die direkten Forderungen gegen die bisherigen Ver- fassilngsvorschristen weggeblieben. Auch in ten militärischen Bestimmungen wird an der Verpflichtung zur Haltung eines Söldnerheeres und zur Abschaffung jeder obligatorischen Dienstpflicht festgehalten. Bezüglich ter Waffenfateikation wird die Herstellung von Jagdwaffen freigegeben. Die Verpflichtung zur Ablieferung, Zerstörung und Entwaffnung sowie zu einer bestimmten Art der Behandlung und Benutzung von Seeschiffahrtartikeln wird auf jene Artikel beschränkt, die sich auf deutsch-österreichischem Gebiet? befinden. Im übrigen ist den Anträgen der deutsch-österreichischen Delegation auch bezüglich der militärischen Bestimmungen nicht Rechnung getragen worden. Eine allgemein neu aufgenommene Bestimmung (Artikel 68) erklärt die Unabhängigkeit Oesterreichs für unveränderlich, außer mit Zustimmung des Rates des Völkerbundes. Ht. 205 Der Siebener Anz«k-er erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. vezugspreir: monatl.Rtt.l.60, vierteljährlich Alk. 4.80; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Mk. 1.50; durch diePost Mk.4.50 viertel- jährt, ausschl. Bestellq. Feruiprech - Anschlüsse: für dicS chnftleitung 112 Verlag,GeschänsstelieSl Anschrift sürDrahtuach- richten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Frankfurt a. BL H686 Erstes Blatt 169. Jahrgang Mittwoch, 3. September sysy GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Gemüse-Höchstpreise. (Erje. ger. 20 P 38P 45 Pf. Ti- Preise verstehen sich auf daS Pfund und Ware erster Güte. Ueberfchreikungen »vrftvben* auf Ware Bei- 55 Pf. 25 Pf. . ** Ober-Bessingen, 3. (Sept. Lier trat eine Ortsgruppe des hessischen Bauernbundes bis Leden. Es haben sofort 36 Landwirte ihren tritt erklärt. öroHjanbels» 40P. 'pflichtet, Ersatz zu leisten. Auch der oft vorgebrachte Ermvand, daß auf der zum Umtausch vorgezeigten Hä fte ja bte Nummer d r Note sei, kann sich, wie obiger Paragraph 4 pes Bankgesetzes klar zeigt, auf keinerlei gesetzliche Grundlage stützen. Zum ©d>lu5 sei noch besonders darauf hingewiesen, daß es eine beliebte, aber auf die Unachtsamkeü des lieben Nächsten speku- B e r l i n, 3. Sept. Aus dem besetzten Gebiet erfährt die „Tägl. Rundschau": Tief bewegend ist das Schicksal eines evangelischen Pfarrers in K., der seit Dezember v. I. sein Haus der Besatzung ein* räumen mußte und für sich und seine Familie nur ein Schlafzimmer und ein kleines Wohnzimmerchen behielt. Er hat an dem Sonntag der schwebenden Fciedensunterzeich- mung vom Wiederaufbau Deutschlands ge- -sprochen, und zwar lediglich in moralischem, 'sittlich-religiösem Sinne. Einige anwesende französische Offiziere nahmen mißdcutliche Worte aus dem Zusammenhang heraus. Die Vorlage des Manuskriptes und alle Erklärungen halfen nichts. Er wurde mit sechs Monaten Gefängnis bestraft, die er nun verbüßt. ch. VonderMosel.l. Sept. Auf der steilen Straße im Martertale in der Cochemer -Endert ereignete sich ein schweres Autounglück. Der wegen seiner Gefährlichkeit seit alter Zeit den Namen „Martertal" führende Berg wurde von einem mit französischen Zivilpersonen besetzten Kraftwagen befahren. Dabei verlor der Lenker wohl die Gewalt über das Fahrzeug und dieses reifte in die Tiefe. Zwei Insassen blieben tot und einige trugen Verletzungen davon. Das Fahrzeug wurde zertrümmert. Die Toten und Verwundeten und der Wagen wurden nach Cochem geschafft. = W iesbaben, 1. Sept. Bei entern Schieber in der Emser Straße beschlagnahmte die Gewerbeposizei 200 Ztr. Zucker. öer Höchstpreise werden wegen Preistreiberei mit Eejangms und mit Geldstrafe bis zu 200000 Mark ober mit einer dieser Strafen bedroht. trotz aller Schwierigkeiten vvnstatten gehen würde. Hieran schloß sich ein Rundgang des Reichspräsidenten durch verschiedene Meßlchufer an, während NoSke sich zu einer Truppenbesichtigung begab. Beschaffungsbeihilfen für Beamte. Berlin, 2. Sept. (Wolsf.) In den Kreisen preußischer Staatsbeamter herrscht noch vielfach Unklarheit über den Stand der Frage der einmaligen Be scha fsungs be ihil fe, die, wie bereits mitgeteilt, in Höhe von 500 Mk. für Ledige, 1000 Mk. für kinderlos Verheiratete und 200 Mk. für jedes zu berücksichtigende Kino geplant ist. Tie Reichsfinanzverwaltung war, da die Nationalversammlung nock< tagte, in der Lage, fosvrt die Zustimmung des Haushattsausschuss.s zu dieser HilsS- maßnahme einzuholen. Es wird daher die Auszahlung an die Reichsbeamten voraussichtlich um Mitte September erfolgen können. Für die preußischen Beamten wird sich die Zahlung ansck^ießen, ol-ald die Zustimmung der Landesversainrnluiuz do .liegt. Tie Volk. Vertretung wtick sich mnnittetiar nach ihrem für Mitte September in Aussichit genommenen Zusammentreten mit einer entsprechenden Vorlage der preußischen Staatsregierung zu (xian'cn haben. Aus dem Reiche. Ebert und Noske auf der Leipziger Messe. Leip z i g, 2. Sept. (Wolff.) Reichspräsident Ebert und Reichswehrminister Noske sind Irute vormittag zum Besuch der Leipziger Messe, im Sonderzug von Dresden Vommend, hier einge- ti offen, wahrend der Rrichisivirtschaftsministcr Robert Schmidt bereits seit gestern in Leipzig weilte. Mit ihnen kamen u. a. Staatsminister Uhlig und Ministerialdirektor im Reichswirt- schastsministerium Müller. Tie Herren wurden am Bahnhos tom Oberbürgermeister Tr. Rothe und Vertreter des Meßamtes empfangen und in Automobilen nach dem Meßamt geleitet, wo eine offizielle Begrüßung durch den Oberbürgermeister stattfand. In feiner Erwiderung hob Ebert hervor, daß er gern und freudig der Änladung zum Be- suche der Messe Folge geleistet habe, nicht deshalb, weil damit einem ferner Herzenswünsche entsprochen, wurde, sondern weil er biefen Besuch mrgesichits der Bedeutung als Ehrenpflicht angesehen habe. Er freue sich, daß man in Leipzig gleich nach dem Zusammenbruch wieder an die Arbeit gegangen sei, die nicht nur der inneren Wirtschaft, sondern auch dem Welthandel gelte. Ta die Arbeit die Quelle aller Kultur fei, iverbe die Welt bald wieder erkennen, was DcutsciiLond in fulturefier Hinsicht zu leisten vermöge: die Welt werde abec auch erlernten, daß sie die deutsche Industrie und den deutschen Handel nicht entbehren könne, und sie werde einsehen, daß es Torheit sei, den Versuch, zu machen, Teutschland von friedlicher Mitarbeit auszuschließen. Bon allen Hemmnissen, die sich dem Aufbau entgegenstrilen, müßte man vor allem eines überwinden lernen, nämlich die Verzagtheit, die sich noch in weiten Kreisen geltend mad;»?. Gelinge dies, dann könne man getrosten Schrittes weiter marschieren. — Ter Reichs Präsident fand mit seinen Ausführungen den lebhaften Beifall der Anwesenden. Ter Direktor des Meßamts, Dr. Köhler, gab sodann einen geschichtlichen Ueber- blick über tue Messen. Nachdem Geh. Kvnunerzien- rat R a s e n t ha l über die Jnfarmativnsrrise durch das neutrale Ausland berichtet inib weiter fesl- aefttlt batte, daß die Arbeiter in den Meßindustrien durchaus arbeitswillig seien und die Produktion mit größter Anspannung zu fördern suchten, überbrachte der sächsisch' Minister des Innern Uhlig, Grüße der sächsischen Regierung und sprach bte Hoffnung aus, daß, wenn die seelische Erkrankung unseres Volkes erst überwunden sei, der Aufflieg -geordneten Stellen derartige Erklärungen und Versicherungen ihrer Vorgesetzten einfach nicht beachtet haben. Mannheim, 2. Sept. (Wolff.) Ti" „Pfalz- Zentrale" mclbct: Die Regierung brr Pfalz gibt imttrm 31. August 1919 eine amtliche Mit - teilung über die traurigen Vorgänge in Ludwigshafen heraus, die von allen pfälzischen Blättern veröffentlicht werden muß und deren .Veröffentlichung die sianzösische Behörde „genehmigt" hat. Dieser Kommentar gibt eine so harmlose Erklärung des Ueberfalls auf das Postgebäude in Ludwigshafen, daß man aus den ersten Blick sieht, daß es sich um eine Dar- ftrHimg handelt, die von der franzöftschen Be- satzungsbehörde vorgefchrieben wurde. Nach dieser Bluttat toäre die Ludwigshafener Bluttat lediglich darauf zürückzuführen, daß ein französischer Polizist auf der Tveppe des Hauptpostamtes hinffel; in seiner Aufregung dann zum Revolver •griff und drei deutsche Beamte, die in seiner Nähe waren, nie der schoß. Bezeichnend für die Auslass mrg des Regierungspräsidiums ist jedoch der Schlußsatz: „Für den Fall, daß die Untersuchung der amtlichen deutschen Stellen gegenteilige Tatsachen zutage fördern wird, behalte ich mir ausdrücklich die mir geeignet crschci- n e n d e Richtigstellung v o r." Es ist zu hoffen, daß diese Richtigstellung recht bald erfolgen wird, denn die deutsche Bevölkerung hat ein Recht darauf, zu erfahren, wie diese beutfeben Beamten von französischen Kriminalisten niedergesäwffen wurden. Oder ist das Leben eines französischen Soldaten mehr wert als das eines deutschen Postbeamten - Alldeutscher Verbandstag. Berl in, 1. S?pt. Ter Gesa m t v o r stand des „Alldeutschen Verbandes" hat ge» uern in Berlin getagt, um Programmänderungen, die durch die lebten Ereignisse notwendig geworden ftnbf vorzunehmen. Rechtsanwalt Etaß aus Mamz erklärte in seiner einleitenden Ansprache den Novemberumsturz als „das größte palitisclte Vrboechen Der We^tgescksichte!" Tie Manier des angeblich neuen Regimes seien im Grunde die Trahtzieher des alten! Der Bries Hindenburgs an Michaelis vom August 1917 7et eine Betätigung für die alldeutsche Politik während des Krieges. Ter geschäftsiühcende Ausschuß will mit allen gegen eine Stimme dem Derbmid ein La-e3 B kenntnis zur Monarchie barschagen. 2er V rband gedenkt dabei nicht bei einer Restsn- fatwn nach französisck)em Muster mitzuwirk.'n. Ihre Notwendigkeit muß twm Balke anerkannt ivcrden. ehe sie stattfinden kann, und das Herr schergeschlccktt selbst müßte leine Rückkehr erarbeiten. Auch muß der neue Monarch der all- deutsckxen Auffassung vom Herrschertum ent prechen. Freiherr von Vre t i nyho ff-S cheel erklärte: Rückkehr zur Ddonarchre und Reaktion feien nickü dasselbe. Tas Kaisertum sei mi einer frei- heitlichen Verfassung sehr wvhl verträglich. Ter alldeutsche Verband verlange die Rüclgeivinnung der uns ceraubten Gebiete Stück für Stück aus den Händen der Räuber. Das ist die Forderung einer deutschen Jrredmta. Ter dritte Punkt ist die Einreihung Teuffch-Oesterreichs in d*s Teutsche Reich. Auch für sie lxält der Alldnitsche Ber- banban dem Erlösungsgedanlen fest. Tonn wandle er sich gegen die Borherrsck>aft des Judentums. Justizrat Dr. Rosin aus Wien überbrachte die Grüße brr „Großeeutsck>en Bereinigung" der deutsch-österreichischen Nationalrersammlung. Die Herrsckaft des Kaufes Habsburg sei für immer vorbei. Falls sie wiederfel/rat sollte, würde man kurzen Prozeß mit ilir machen. Man würbe sich selbst mit den rabilälsten E emen ten zu ih'er D.- ' kämpftmg verbinden. Sie seien Anhänger der Ein- 1 Verleihung TriUsckteOesterrrichH in Dentsii^and, sie verlangen einen Hohenzollern, aber feinen Habsburger. Tarrn wurde die Abänderung des Programms i in den einzelnen Punkten beschlossen. ; Aus Stadt und Land. Gießen, den 3. Sept. 1919. Wann werden beschädigte Geldscheine eingelöft? Tiefe in der heutigen Zeit des Papiergeldes immerhin aktuelle Frage sei hier einmal behandelt, nachdem sich die Fälle l/äufen, wo halbe Ein- und Zweimarkscheme zur Reichsbank gebracht werden, um dieselben gegen unbeschädigte umzutauschen. Meist haben die Ueberbringer solcher Hälften dies: vollwertig in Zahlung genommen, weil sie irgeirb wann einmal gesprächSnrise gehört haben, daß die ReickjSbank verpftichtet fei, für beschädigte Noten Ersatz zu leistens ober weil ihnen dies die Personen, die ihnen die Hälfte in Zahlung gaben, mit dem Brustton der Ueberzegung einznreden wußten. Ta iich, wie gesagt, solche Fälle bedenNich mehren, liegt der Gedanke so nahe, daß es auch Leute gibt, die es als ein gutes Geschäft betreiben, aus einem ganzen Sck-ein zwei vollwertige halbe zu machen, und so auf die einfachste Art 100 Prozent zu verdienen. Auf die Unwffsmheit anderer Leute zu ft» kulieven, hat sich von jeher gut rentiert. Es erscheint angebrackst, der breiten Oeffent lichtete, bc solchen Tin gen oft nur mit der zweifelhaften Kenntnis des Hörensagens gegen übertritt, den unzweideutigen Paragraplsen 4 des Bansge'ettes. in wel- ckpem bi? Ersatzpflicht der Noten ausgebenden Bank sierende Selbsthilfe der Besitzer Vvn halben Schemen i|t, zwei rechte oder z:vei linke Hälften, Deren Nichtzuiammengehörigkcit schon bei ober- fläcklichem Hiniehen zu erkennen ist, zu einem ganzen Schein zusammenzukieben. Wer sich vor B.-rlusten bewahren will, dem bleibt die kleine Mühe pickt erspart, bei Entgegennahme falcher Sck.ein? dieselben auf obenange ührte Falle hin' zu prüfen. Zwei zusammengehöiende Hä ften eines Scheines sind besonders daian zu erkennen, baß m den hierbei auseinandergerissenen groß gedruckten Worten wie „Tar.ehenska'seniätein" iXk-r „Reicksschu:Denverwallung" bei Äufeinanderhateon der Hchslen nickst mehrere Buchstaben fehlen, wie meist zu beobachten ist, wemi die Hälften durch Beichneiden aneinander gepaßt sind. ** Für Gemüse find ab 1. September für Hesien und den Regierungsbezirk Wiesbaden ftst- gcnde Höchstpreise seitgesetzt: Äleinbanteb# 50 Pf. 50 Pf. Aur Hessen. Die oberhkf'ische Bauernbewegung. # e t a m m b e i m, 3. Sept. Im der Geiß'- schen Wiitsck^i t wurde eine Ori g uppe deslH effv» schenBauernbundes ge^cüiidet, ixr 52 Mit- stlt der beit arten Vor.itzender wurde H i. rickr Heß, Stellvertreter Richard Schmidt, Sch iuführcr Peter Braun VII., Beiliber Bollbrecht Meub, Heinrich ^chenk VI. und Wilhelm Rau. In Staden wurde eine Ortsgruppe gekündet, der 27 Mitglieder beitraten, in Dorheim traten 40 Mitglieder einer Ortsgruppe bei. Vorsitzender wurde Georg Wilhelm Reuß, Stellvertreter Christian Gottl>arb 3if erwalters See fand gestern unter ungetruer '-großer ®eteiJiguHg der Ludwigshafener Äastilke- rung statt, lieber die Vorgänge am letzten Freitag an Ludwigshafener Hanptr-oitamt gibt die pfälzische Regrerung mit Genehmigung der französi- fchen Besatzurrgsbehörde euren amtlichen ftommen» a'te mit dem General ,Fayo11e, Oberbefehlshaber der sianzösifchelr Heeresgruppe in der Pfa z, eine Be- kpvechlmg, in dec General Fayolle den Regicrungs- präsidentm die Versicherung gab, daß die Be-: sa.ungsb.h rden tu der Pfalz tüchen Frage, -die eilte rein deutsche Angelegenheit sei, unbedingte Neutralität beobachten würden. Temgemäß sei allen Gruppen und a.len Parteien vhrre Unterschied dec Richtung grundsätzlich die vollste Freiheit gefvähr'eistet, die pfälzische Frage in Wort unb Schrift, in Bersammlunge:, wie in der Presse, sack'ich zu erörtern. Voraus'etzung ser lediglich, baß bei der Behandlung bei pfälzischen Fvage jeber Angriff unb jede Unterstellung gegen» über bet französischen Regierung und der sran- iöfifdien Armee unter allen Umstünden unlerbieirx. Tazu ist zu bemerken, daß bis jetzt die unter- Bei der stäbt. Obst» und Gemüse-» stelle kommen morgen und bie folgenden Tage Weißkraut, Gelberüben, Roterüben, Kahlraben, Römisch kahl, Gurten, Aepfel unb Birnen »um Berkans. * Gefangenenheimkehr. Unter dem Klange der Glocken zog gestern nachmittag der erste größere Transport unserer etiblichi aus Fem-- deshand erlösten Brüder durch die schon seit langem zum freund4ichien Willkomm geschmückten Sttaße« unserer Stadt. Es nuten 955 Mann: bis auf vier Kranke alles gesunde unb unverwundete Männer. Sie kamen aus englischer GesM'.genschast vow' Lainmellager von Calais. Es waren durchveg von der Sonne sehr gebräunte Leute in Didjeftaltiyn, oft. Phantastischen Uniformen. Tie Leute fnlxn meist ernst brem. Lastet doch allen diesen vielfach fdon seit Jahren von ihrer Familie abwesenbeir Männern die drückende Frage der Ungeivißheit auf der Seele: wie wird's zuhtuie ausselien? — Tie Anteilnahme der Bevölkerung Idjt diesmal er srcul ick erweise sehr rege: rvahrscheiuliä!' eine- Folge der reck.tzeitigen Anmeldmig des Transports. Besonders auch die weibliche Jugend bereitete Den# Heimkehienden einen freundlichen Emvfaug, der auch durchaus begründet war, denn den treuen Landsleuten waren draußen walnlich kerneilei Zärtlichkeiten zuteil geworden. — der Kommandantur des hiesigen TurchgaugSlagers wird uns noch mitgeteilt, daß in zioei bis drei Tagen mit weiteren größeren Transporten zu rechnen fet ** Stellen für heimkehrende Kriegsgefangene in der Reichswehr. Zur Tutchsührung der Verminderung des HeeteS auf Grund des FriedenSveritages sind tünftigbiit Neu an Werbungen unb Neueinskeslnngen in bie Reick-swehr verboten. Für -urLkkebrende Kriegsgefangene unb bie bei Abwicklungffie.len zurück- gelxiltcnen Kapitulanten wirb eine beitimmte Anzahl von Unteroffizier- unb Ndamiftiafts-Ltellei« osf-engehalten werden. Es cmpftehlt sich- daher nicht, zum Zivecke der Meldung noch Vostspielige Reifen zu Werbestellen oder Truppenteilen zu unterneh, nehmen, da sie ohne Erfolg fein werden. ** Heber 3 V« M illionen für Kriegerwaisen! Die Krieger-Fecht- anstatt, eine her großen Wvhlsahrtsein- richtungen des Deutschen Kriegerbundes, hat seit ihrem Bestehen (1884) bis zum Jahresabschluß 1918 durch kleine Sammelbeiträge die gewaltige Summe von rund 3 250 000 Mark für die Waisenhauszwecke des Deutschen Kriegerbundes aufgebracht. Der Deutsche Kriegerbund besitzt heute bereits fünf Waisenhäuser, zwei weitere sind im Entstehen. ♦♦ Tie Ausgabe der Holz zettel -um Bezugs des ftäbtifdxm Brennlw »'s sinoet morgen nicht statt. Tie Ausgabezeiten werden neu geregelt unb bemnächst bekanntgegeben. ♦♦ Pakete auS Amerika. Auf den Zollämtern lagern gegenwärtig Tausende von Paketen aus Amerika, die ihre Empfänger nicht erreichen können, weil die Ein fu hrbewil- für beschädigte Noten klar formuliert wird, in Er- mnerung zu bringen. Er lautet: „Für beschädigte Noten hat die Bank (die Rrichsbank) Ersatz zu leisten, sofern der Jnl^aber einen Teil der Not: vräientiert, welcher größer ist als die Hälfte." Wird also, wie in den oben angeführten Fällen, genau die Hälfte einer Note präsentiert, so ist die Bank nicht ver) " i)öt5ftpreU Stangenbohnen 32 Pf. Buschbohnen 32 P . Wachs- u.Perlbohnen 38 P . Pufibohnen 15 P . Erbsen 30 P. Ragna Gvendburg. y io man von Anny Wothe. kNachdruck verboten.) Fortsetzung 49. „Sven, mein kleiner Sven," bauefite die jung? Frau, erschüttert die Sxmb auf die überquellmden Augcn pvessend. /r3ft cs möglich, du Gute, Einzige. Tas hast du gewagt, die gefahrvolle Reise mit dem Kinde, nur um deiner armen, kleinen, verirrten Schwester das Sterben leicht zu machen, o, wie soll ich dir danken, bitte, laß sie kommen, laß sie zu lyir, die Zeit eilt und es dunkelt bald." „Tu wrrst leben, Sigrid, für dein Kind wirst du lebm!" „Stein," sagd? Sigrid hart. „Ich will nicht," dann richtete sie ihre Augen groß und glänzend nach der Tür, durch welche Ragna soeben ein paar Worte sprach-. Ernst, düster, bleich, die dunklen Haare an den Schläfen leicht ergraut, ftanb Sven auf der Sckfwelle und trat langsam zögernd auf Sigrids Lager M. Sie sah mit einem unbeschreiblichen Blick von Wechi und 8teue zu ihm auf, so daß er vollständig entwaffnet, mit fast angstvollen Augen auf die hinfällige Gestalt blickte, bie seine bar» ««reichte Hand mit einem leifan Wehelaut an bie Lippen zog. „B?rgib, vergib, Sven," schluchzte sie, „vergib mir alles, was ich dir getan, damit ich ruhig sterben kann — cs, ist so süß zu nihen." „Tu hast gebüßt, Simid," sagte er sanft, die Locken van ihrer fieberheißen Stirn streichend — „idinx-r gebüßt für den kurzen Trmim von Glück, «r keiner Ivar. Um diesen da," sagte er mit wclx'm Lackeln auf das tintig zappelnde Kind, das Ragna herein trug, ireifcnD, „laß uns versuchen, auch ohne Li-cbe zu leben, als treue Freunde, a'.s gute Ka- ntvnit>*n, damit unser Kind den Sonnenfdjeüi des lElteru Hauses nicht entbehrt." Sigrid bedeckte Svens Hände.mit Küssen und Tränen und als man ihr bas Kind reichte, bas mit großen, erschrockenen Augen zu seiner Mutter auf» lab, da ging eS wie ein Leuchten über bad blasse Antlitz. Sie beugte sich über das rosige Kinderantkitz und bewegte murmelnd die Lippen. Keiner verstand bie Worte, aber Ragna und Sven wußten, baß es ein Gebet war. Unb dann legte sie das Zttnd tief aufatmenb in Ragnas Arme unb sagte leise: „Versprich mir, ihn zu erziehen, so gut, so rein, fo svamm wie du. Sein Vater wird damit zufrietx'n sern. Es ist mein hei. igstes Be.inack)Mis an dich, die ich liebe und deren Große mir ein Traum — ja lächele nur — ein süßer Traum erst ganz gezeigt." „Glaube mir Ragna," ju^r sie leise fort, „in den stillen Tagen meiner Leidenszcit hier, hab? ich es tief und heiß empfunden. Nicht im Weltgetriebe da draußen blüht uns ^as echte und wahre Glück, fanbmi daheim in beschaulicher Stille int Leben und Wirken für die Ftrmilie, für das Glück der Unfern, da wurzelt die Seligkeit, die das Weib hoch emporhebt, bis dort hinauf, wo die Ad er kreisen. Nicht die Ruhmessck>wnnge trägt auiwärts äu der glänzenden Sonnenhöhe, sondern bi? Liebe allein trägt uns hoch — hoch empor!" Jäh brach sie ab — ihre heißen Lippen suchten das Händckien des kleinen Sven, das sich ihr entgegen streckte, zu küssen, dann sank sie mit einem leisen, ächzenden Laut zurück. Ragna wiegte das Kind auf ihren Armen. Sigrid ließ es mit einem süßen, wehen tiädFht gcichehen. „Wie ist das Sterben schön!" sagte sie leise, tvohlig die Sorten Glieder unter der Teck? delwed, „komm Sven, setze dich zu mir und laß mich an deinem Herzen jd^afen — schlafen — ich!äsen!" Sven hielt bas rotgoldene Köpfchen lautlos an seiner Brust. Mit einem Blick unsagbarer, er- bainrenb.T Liebe sah er auf fein junges Weib hernieder, bas hier, bas fühlte er, sich zum ewig?n Schlummer neigte. Ter Sonne letzter Strahl verglomm unb zitterte noch einmal über bie rotglänzenbe Haar- maffe an seiner Brust, dann sank der letzte Funken still ins Meer. Noch einmal hob Sigrid den Blick, leuchtend umschloß er das jauchzende Kind und Ragna, die es auf den Armen hielt, dann irrte ein Lächeln, süß und kinberhaft über bie bleichen Züge und dann wcrr's vorbei. Wie ein befreiter Vogel flatterte ihre S?ele zum Licht. Tas Kinb haschte jauchz-enb nach den duftigen Rosen da draupen, deren Blüten entblättert im Windhauch starben. Nun wül ich dich tragen, mein Mück, mein Traum, Mein Lieb, hock über das Weltenall, Wie -rinft der Abler bie Nack)tiaall Barg unter weichem Schwinge.!säum. Ich will dich wiegen im Sonnensck>ein. In golbnem Friebcai, weltentrückt. Und du sollst fingen teifbcglückt, Tein Liebeslied für mich allein. Prinz Emil von Schönaich-Cavolath. Zwei Jahve, oft zu kurz für das Glück und lang, unendlich lang und gualvoll für bm, welchen das Glück mridtt. Nach langer Wanderung wir Graf Sven endlich nach Svendburg zurückgekehrt. Er stand im Wohnzimmer am geöffneten Fenster und blickte hnnaus auf das Me?r, das rin sanfter Windhauch in fronte W?!len zwang. Die großen, hohen Flügeltüren des Gemaches, die nach dem Garten führten, wa'.ten weit geöffnet. Betäubend zog der Tuff dcr Rosen ins Zimmer, die da draußen in Fülle blühten. Heiß flackerten die Kerzen bei großen Kandelaber, bte auf dem Kaminsims brann- tot. Aus einem Tischchen davor stand eine vor. roüban W«n um kränzte Schale voll buftiger Erd- tertjen und blutrot funkelte köstlicher Wem in krysda! lenen Kelcl-en. Alles mahnte zum Genuß, aber dumpf und schwer lag es auf Sven. Es war ihm, als müßte er eriticken in seinem eigenen woh.igen Heim. Hinaus, nur wieder hinaus, war der einzige Gedanke feiner Seele. Am Nachmittage war et brimgefomm.m. Es hielt ihn nicht länger in der Fremde. Tie Sehnsucht nach seinem Jungen machte ihn krank. Eine anbete Selm sucht bürste er nicht haben. TaS hatten ihm bamals RagnaS große ernste Augen deutlich gesagt, als er ausgezogen war, :>m ihr, wie er sich sagte, Platz zu machen. Unb wie gern bnttc er es doch gefeiten, wie befaeligte ihn der Gedanke, sie als Hüterin seines Kindes in dem alten schlöffe zu wissen, gewissetnraßen als einen Teil fernes Herzens. „Ohne Sigrid kehre ich nicht wieder zurück," l-atte er damals vor zwei Jahren an Ragna geschrieben, und er hatte Wort gehalten Aber wie anders wat ber (rinzug gewesen, al- er ihn sich gedacht. Tot und starr, Orangenblüten in den tufot Locken, das bleiäte Geichlchen von einem GlückS- lädteln übersonnt, ho hatte man sie eingesorgt, die Frau, bie ihm so bitter weh getan, und der er doch nicht zürnen konnte. Wie ein holde« Frühlingskino war sie ihm noch im Tode erschicnen, imi> voll bitterer unb schmerzlicher Reue hatte er empfunden, baß er es nicht verstanden, bte zarte WmiberblÜte zu hegen unb zu pflegen. Im Verein mit Ragna hatte er Sigrid aus dem Süden Iteimgebracht, damit sie in heimatlicher Erde, in icm stillen dunklen Schloßpark, den sie so feixt geliebt, schlafen konnte und au Gruben von allem Leib. Es war gerabc der Lenz in- nordische L.ind »tezogen, als sie bdmfamcn. Alle Wege umblüht >in blauen De-lchen, alle Lüsche gcsckmückt mit Invspendem Grün. Unb der Leine Sven batte dazu gelacht unb gejauchzt unb ganze ©üidjd ion halbzetdrückte« Aeilchat auf Sigribs Grab geworfen. (Fortsetzung folgt.) ALL lint SiHS ? 4 J? ^r. w m?lenr Wttbt k.$ tor .n^ H8^ r^ eise. P. c!te» 11 to&nittao btt » Lämä ^ücktm $traS wndek ^.ÜEU «MgeilWt vov^ sakm .len bteiai dirlfvch inulie abtotlcnbeit «r Ungewißheit w'r cmSsehen? - ^1. hxir bieimat «WM eine. •9 des Transports, itffiö bereitere beij mEinvfaiy, der dern den treuen mcklich fröiertei - ®on btt W MMLtztri toub xi bß Met Tagen 'nen zu rechnen sä. heimkehrende r Reichswehr. btnutg des Heeres es >md tinftirtiit tDunget in ine fltlyttnbt Stiege* ingz iit Atn zurück- ra befummle 8j> iKoMakS-LieHea M sich daher nickt, ) dstspielige Rrisen teilen zu unternch, itverdm. ifliontn für ieger-Fecht- Uohlfahrtsein- iegnbrmdes, hat dis zum Jahres* LammibriuL-e t rund 3250000 szwecke des Deut- acht. Der Deutsche Breits fünf Wai- tm Entstehen. Solz-eitel M t z-s ratbd nurM n werden neu 0t* -geben. ifa. Aus den M« lausende von Pa- . Empfänger W xinfuhrbeml- WichnWechU i aber duM und nü)m,alsnuiva ixn dem. W*' er hemM-nNA । der FreM F n er nicht W-*”* groß- «*JW SS« ssf» ^Aagru gv> lüden rn^A vin a»a» AlSi» E Ll K t. »ue hatte er ver>^' Im vrr- »u P^'bem Lüden nV Erde, Nl 63 ie>- F>. d" °-» «l1'", issrvi^n v, jjanD 5 Ü^iS und Ä Si- 43> Kreis Schotten. Schotten, 3. Sept. Nach Beschluß des Kreisansschusses wurden die Gemeinderats-- wählen von Burkhards und Wohnseld für ungültig, die Wahlen des Wilhelm Fiscl)er zu Schönhausen und Adolf Roth von Glashütten als Bürgermeister für gültig erklärt. , # Sellnrod, 3. Sept, Goldene Hochzeit feierten die Johannes Frey V. Eheleute. Krcls Friedberg. = Friedberg, 3. Sept. Tic Stadtverwaltung beabsichtigt, im kommenden Frühjahr ein gröberes Gelände in der Näl-e der Stadt in Stücken von 200 Quadratmeter als Gartenland zu verpachten. — Tie Firma David Krämer, Koh- lcnhandlung, Hanauer Straße, hat sich mit der Farma Gustav Schwarz u. Söhne, Kohlcnhandlung, vereinigt. Ter neue Name der vereinigten Firmen lautet: Gustav Schwarz u. Söhne, G. m. b. H., Abteilung II., Kohlen und Baumatreialien. Ans dem AmLsverkündigurrgsblatt. ** Tas Amtsverkündigungsblatt Nr. 82 von«. 2. September enthält folgende Bekanntmachungen: Verordnung über die Preise für Phosphordüngemittel. Verordnung über die Preise für Stickstoffdüngemittel. Verordnung über die Bildung einer Preisausgleichsstelle für Thomas- phosphatmehl. — Bekanntmachung zu der Ver- ordming des Bundesrats über künstliche Düngemittel vom 3. August 1918. — Verordmmg über künstliche Düngemittel. — Errichtung einer Bäckec- zwangsinnung für den Landkreis Gießen. — Ausschluß unzuverlässiger Personen vom Handel. — Feldbereinigung Dreis an der Lumda. Tic Preise für Phosphor säure- düngemittet sind neu festgesetzt worden. Tie Preise für Superphosphate find für zwei Gebiete festgesetzt. Gebiet I umfaßt Deutschland mit Aus- nalMe der Freistaaten Bayern (einschließlich Pfalz), Württemberg, Baden, der Provinzen Starkenburg und Rheinhessen, des Freistaates Hessen und der Hohenzollernschen Lande. Gebiet II umfaßt die von Gebiet I ausgenommenen Gebietsteile. Sie betragen für 1-Kilogrammprozent zitratlösliche Phorsphorsäure im Gebiet I 418 Pf., im Gebiet II 410 Pf. Maßgebend ist der Höchstpreis des Gebietes, in dem die Vollbahnstation des Empfängers; liegt sie im Gebiet II, so gilt der Höchstpreis ab Frachbausgangsstation Bingen. Zahlung: Barzahlung mit V/j vom Hundert Abzug. Die Preise für Thomasphosphatmehl be- t.agen für 1 Kilogrammprozcnt Gesamtphosphor- säure 67 Pf. und zitronensäurelösliche Phosphor- säure 78 Pf. JndenPreisenfürStickftoffdünge- mittel sind ebenfalls einige Aenderungen eingetreten. Eine Preisausgleichs st elle für T h o m a s p h o s p h a t m e h l wird zur Regelung dcS Preisverhältnisses zwi chen den im Inland her- gestellten und dem eingeführten Thomasphosphat- mehl errichtet Diese Preisausgleichsstclle untersteht dem Reichswirtschaftsministerium. Durch eine Umlage werden die Mittel aufgebracht, welche zur Förderung der Einfuhr und zum Ersatz des Ausfalls von Frachtvorteilen in den Fällen erforderlich sind, in denen die Lieferung nach Orten südlich der Linie Lengeler — Prüm — Gerolstein — Mayen — Andernach — Koblenz — Gießen — Marburg — Treysa — Hersfeld — Bebra — Eisenach — Weimar — Jena — Eisenberg — Crossen — Zeitz — Altenburg — Glauchau — Chemnitz — Aue — Johanngeorgenstadt ab rheinisch-westfälischen Werken erfolgt. Mit der Umlage wird das Thomasphosphatmehl belegt, welches vom 1. August ab aus eigener Erzeugung als Düngemittel abgesetzt worden ist. Zur Zahlung der Umlage ist der Erzeuger verpflichtet. Bis auf weiteres werden folgende Umlagebeträge festgesetzt: für ein Kilogramm (Äesamtphosphorsaure 33 Pf., für ein Kilogramm zitronesäurelösl. Phosphvrsäure 39 Pf. Wer Thomasphosphatmehl erzeugt ,hat der Preisausgleichsstelle oder der sonst dazu bestimmten Stelle bis zum 15. jedes Monats, erstmalig bis zum 15. September für die Zeit vom 1. August bis 31 .August schriftlich anzumelden, wieviel Thomasphosphatmehl er im vergangenen Monat abgesetzt hat unter Angabe des Gehalts an Ge- amtphosphorsäure oder zitronenlöslicher Phosphorsäure. Beim Verkauf von Thornasphosphat- mehl darf die Umlage dem Preise zugeschlagen werden, auch wenn dadurch der Höchstpreis über» chritten wird. Für Thomasphosphatmehl, das vom 1. August ab auf Grund eines vor Inkrafttreten dieser Verordnung geschlossenen Vertrags geliefert wird, kann neben dem vereinbarten Preise ein Betrag in Höhe der auf die gelieferten Mengen entfallenden Umlage gefordert werden, auch wenn durch den Zuschlag der Höchstpreis überschritten wird. Tie Umlagebeträge werden nach Anweisung des Reichswirtschaftsministeriums neben den obengenannten Zwecken zur technischen imb wirtschaftlichen Förderung der Kunstdüngeranwendnng in der Landwirtschaft und zur Deckung der Unkosten der Pveisausgleichstelle verwendet. Die gewerbsmäßige Herstellung von Mischungen aus schwefelsaurem Ammo-1 tiyung noch Nscht geregelt ist. Es handelt ftc6| Am Lebensmittel, also um Gegenstände, ine rwcy immer nicht im Ueberfluß bei uns vorhanden und die bei längerer Lagerung dem Verderb ausgesetzt sind. Die deutsche Valuta wird durch solche .Auslandssendungen in keiner Brife berührt, weil dafür ja keine Gegenleistung in Bar nach Amerika tzurückf ließen Unter diesen Umständen ist es also tun verständlich, warum sich die oberste Zollbehörde nicht zu ciirer generellen Verfügung ausrafft, daß Pakete aus dem Ausland dem Empfänger aus- Bulicfem sind, wenn dieser einwandfrei nachweisen Kann, daß es sich um Liebcsgabensenüungen Handelt. ** Entwendet '.vurde am 31. August, abends gegen V-12 Uhr, von einer Bank in der Süd-Anlage neben der Jvhanneskirche ein schwarz- orauer zweireihiger Wintcrulster, in dem sich ein Paar graue Glacehandschuhe, ein weißes Taschentuch und vier Schlüssel befanden, und ein schwarz- seidener Handbcutel, der ein weißes Taschentuch, rin kleines braunes TamenportemVnnaie mit etwa, 6 Mk., eine Nagelfeile, ein kleines Messerchen und 5 Schlüssel enthielt. Für Herbeischaffung der Sachen und Ermittelung des Täters sind 50 Mk. Belohnung ausgesetzt. — Am Donnerstag, den 28. August wurde in dem Schalterraum des Postamtes in der Bahnhofstraße eine schmale längliche Lackleder-Handtasche entwendet. Tie Tasche ist hell- lila gefüttert und enthält, ein..Gefach, in dem sich ein silbernes Portemonnaie mit 20 Mk., ein Visitenkarten äsckchen mit Visitenkarten auf den Namen „Kätl)e Brauer", ein Hundertntarkschein mit rotem «Stempel uno ein weißes Tasck-entuch, gezeichnet rot M. W.", befanden. — Ferner wurde durch Einsteigen in ein offenes Fenster in der Augenklinik 125 Mk. gestohlen. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die hiesige Kriminalpolizei. ** De r Maschinenbauer-Gesangverein beschloß am 27. August in seiner &e- «reralversammlung in Zukunft den Namen „Gesangverein Frohjinn" zu fuhren. Anlaß zu der Nantensänderung gab die allgemein bestehend« Auffassung, cs könnten nur im Maschinenbau beschäftigte Leute Mitglied dieses Vereins werden. ** Geschäftsjubiläum. In der Nott; kn uplerer gestrigen Nummer über das Jubiläuni bei brr Firma Gg. PH. Gail ist richtig zu lesen: Heinrich Aubel. Landkreis Gießen. -m. Langsdorf, 3. Sept. Unter beit gestern Stad) Gießen Mrückgekehrten Gefangenen befindet sich auch ein Sohn unseres Ortes, Heinrich Pauli. Er war feit drei Jahren in englischer Gefangenschaft; seit einem Jahr traf keine Nachricht mehr von ihm ein. Umso größer ist die Freude seiner Altgehörigen, den schon totgeglaubten nun bald wieder in ihrer Mitte zu haben. ga. Grün berg, 2. Sept. In der letzten Gemeindcratssitzung wurde folgendes mitgctcilt: Auf einer Bürgermeisterversammlung bie in Gießen statt fand, teilte das K'reisamt mit, das; die Beauftragten des Viehhandelsverbandes, die bet den Landwirten das Vieh zum Abschlackten -u beftimmen batten, infolge der Erlebnisse während der letzten Bauerttben^gung ihr Amt nicht mehr anszuüben gedächten. Ta die BcmernvMtnt- yungen freiwillige Lieferung versprvck;en hätten. Mle, gestützt auf dieses Versvrechen, der «erftuf.i gemacht werden, das ftlr die Versorgung mrbedingt nötige Vieh ohne Zwischenvermitllung zu beschaffen. Nacki der Umlage für die einzelnen Orte des /Kreises hätte die Stadt Grünberg wöchentlich^ 2 Kälber und 2 Rinder aufzubrrngen. Tie Bürger- meiiter wurden nun beauftragt, festzustellen, ob «in ihren Orten dio Möglichkeit einer derartigen sveiwüligen Lieferung besteht. Zur Erörterung im Gemeinderat waren die beiden landwirtschastlichen Mitglieder des Arbeiter- und Bauernrats Auaust Frank und Ghriftobb Trinkaus IV., sowie der Ka- tastDer Oberbürgermeister. I. V.: Grünewald. Frühbirnen-Versteigernng. Donnerstag den 4. September d. Js., sollen an der Kreisstraße „Lich—Eberstadt" die Früh- birnen von etwa 20 großen Bäumen versteigert werden. Anfang um 10 Uhr norm, am Bahnhof Hos- gill-Dorfgill. Gießen, den 2. September 1919. Der KveiSbauiiispettor des Kreises Gießen. Cellarius. (101848 Gustav Braun u. Frau Liesel geb. Trinkaus danken herzlichst für die anläßlich ihrer Vermahlung so zahlreich erwiesenen Aufmerksamkeiten Gießen (Seltersweg 50), August 1919. .................—LW Dr. med. Kockerbeck Zahnarzt 10177 verreist bis 10. September Allgemeiner Küfertag der selbstünd. Küfermeister der Republii Hessen betreffs: Landes-Verband am 7. September 1919, vormittaaS 10 Ilbr, im Saale^Zum Storchen"«?rautfurta.M.,Saalgassel. Tagesordnung: 1. Gründung des Verbandes 2. Wahl deö Vorstandes 3. Einteilung in Kreis-Verbönden 4. Verschiedenes. Vertreter sind die Herren Syndikus Schiittler- Darmstadt und Sekretär Sternbeck des Süddeutschen Verbands. Wegen der Dringlichkeit, ist es Pflicht eines jeden selbständigen Kniermeisters zu erscheinen. I. A.: Jakob Schober, Küsermeister. Bensheim, 29. Atlgust 1019. 10198 schwarzen Crepe äs Chine | ZE" Englische "ME Zigaretten Original „6oid Fiake“ wöchentlich ca. 1000 Mille, verzollt und versteuert, ab Die» lieferoar. Theodor Bieitgen, Jin- n. Mort Zigarren- n. Zigarettengroßhandl., gegr. 1885 Diez Kn efler Lahn ioi83 Fernruf 284. Drahtanschrift: Bleitgen Diez. Achtung! Hausfrauen! Linmachbohnen omn Einmachgurke« Verkaufe morgen Donnerstag auf dem Brand- Platz schöne Einmach- n. Salataurken, Bobucn, Weißkraut, Tomaten u. Zwctschen. Fr. Huhn. Sch reib maschinell-Reparaturen aller Systeme erledigt prompt msrv Franz Vogt & Co., Giessen Goethestr. 32. Telephon 2064. 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