M. 256 Ter Lietzener Anzeige» erscheint läßlich, außer Sonn- und Feiertags. vezngrpreir: rnonotL M k. 1.60, vierteljährlich Mk. 4.80. durch Abhole- u. Zweigstellen monakl 1.50; durch diePostMk.b.-vierteL- jährl. ausschl. Br iellg. Ferniprech - Anschlüße: für bie SchriftleitungN2 Verlag,0 efchäftsstellebl AnfchristfürTrahtuach- richten: Anzeiger Gießen. postschecktonlo: Krankfurt a. M. U686 169. Jahrgang 5amstag, J. November 1919 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen SwlMngzrunddruck u.Verlag: vrühl'sche Unio.-Vuch- u. Zteindruckerei N. Lange.Zchristleitung, Geschäftsstelle ».Druckerei: Zchulstr. 7. Annahme von Anzeigen s. tue ec Deutschen Volks- Partei lehnten mil einer temperamentvollen Gereiztheit jede Belehrung darin ab, und zwar gerade mit Berufung auf das jetzt gültige parlamentarische System, das die Mitte! an die Hand gibt, ein Ministerium zu beseitigen. Verfügte die Regierungsmehrheit über keinen anderen, besseren Sachkenner als den Mann, der weitesten Volkskreisen als mit Schuld an unserem nationalen Elend schwer belastet erscheint? Die allgemeinen finanz- und wirtschaftspolitischen Weisheiten, diö er zur Hebung unserer Valuta vorbrachte, erinnern an die Pfauenfedern, mit denen in der Fabel der Häher sich schmückte, ohne damit beliebt zu werden. Daß der neue Rechshaushalt einige Milliarden weniger beansprucht als derjenige des abgelaufenen Revolutionsjahres liefert auch noch keinen Befähigungsnachweis des Herrn Erzberger. Die Opposition zollte ihm ein VorschußmißLrauen für alles, was er noch zur Regelung unserer Finanzoerhältnisse zu tun gedenkt. Die Ablehnung des Etats durch eine beträchtliche Minderheit schafft keinerlei Regierungskrisis, die auch im gegenwärtigen Augenblick durchaus nicht zu wünschen wäre. Wenn aber Herr Erzberger in dem Prozeß gegen Helfferich straucheln und zu Fall kommen sollte, wird es der Negierungsmehrheit wohl nicht schwer fallen, einen geeigneten Ersatzmann auf seinen Platz zu stellen. Die Vernehmung vethmann yollwegr. Berlin, 31. OKI. (Wolff.) Der zweite Unterausschuß des parlamentarischen Untersuchungsausschusses, der die Friedensmöglichkeiten untersuchen soll, nahm heute seine Arbeiten mit der Vernehmung des früheren Reichskanzlers von Vethmann Hollweg wieder auf. Die Verhandlungen fanden diesmal im großen Saale drs Hauptausschustes im Reichstagsgebäude statt. Um 10* 9 Uhr eröffnete der Vorsitzende, Abgeordneter Warmuth, die Sitzung, nahm zuerst die Vereidigung des früheren Reichskanzlers, der in Begleitung seines einstigen Unterstaatssekretärs Wahn sch affe erschienen war, vor und richtete dann an Vethmann Hollweg folgende drei Kernfragen: 1. Aus welchen Gründen ist das Friedensangebot vom 12. Dezember durch die Ientralmächte erfolgt, trotzdem eine Friedensaktion Wilsons durch Deutschland angeregt und bis spätestens Ende Dezember in sichere Aussicht gestellt war? 2. Aus welchen Gründen sind Wilson die konkreten Friedensbedingungen nicht mitgeteilt worden? 3. Aus welchen GrünLrcn hat die politische Reichsleitung die von ihr angeregte Friedensaktion Wissons nicht weiter betrieben und statt ihrer ihre Zustimmung zur Führung des rücksichtslosen U-Boolkrieges gegeben? Berlin, 31. OKI. (Wolff.) Der frühere Reichskanzler v. Dethmann Hollweg, der gegenüber des Vorsitzenden am Ieugentisch Platz genommen hat, ging in längeren, weit ausholenden Darlegungen auf den gesamten Fragenkomplex ein und faßte seine Antwort dahin zusammen: Der Berliner Zentralstelle war zweifelhaft, ob der Friedensschritt: Wil. s o n s überhaupt erfolgen werde und ob er »och in eine günstige militärische Lage fallen würde. Die Berliner Zentralstelle zog daher, um den militärischen Zeitpunkt nicht zu verpassen, um durch eine öffentliche Aktion zu den Völkern der Entente vorzudringen, den Weg des öffentlichen Friedensangebots vor. Zu der zweiten Frage äußert sich der frühere Kanzler dahin, daß die positiv ausgesprochene Bitte um vertrauliche Mit« teilung der F r i e d « n s b e d i n g u n g e n erst in die allerletzte Periode vor dem Bruch mit Amerika gefallen sei. Einen breiten Raum in feinen Betrachtungen nahm die Frage der Zustimmung zum U»Bootkri.eg ein. Die Ober ft e Heeresleitung forderte den U-Bootkrieg mit voller Entschiedenheit. Hintxi dieser Forderung der Obersten Heeresleitung stand ein gewaltiger Teil des Volkes. Mit erhobener Stimme schloß er, daß die Mehrheit des deutschen Vo Kes und feine gesetzliche Vertretung das Ucbergewicht der militärischen Leitung gewollt habe, und daß es wohl nur einem Manne non der Autorität Bismarcks möglich gewesen wäre, auch in einer solchen Lage einheitliche Führung zu erzielen. Die weiteren Verhandlungen wurden auf nachmittags 4 Uhr vertagt. Berlin, 31. Okt. (WB.) In der Nachmittags- sitzung des Untersuchungsausschuffes wurde mit der Vernehmung Bethmann-HoUwegs fortgefahr^n. Auf eine Reihe von Fragen antwortete von Bethmann- Hollweg, daß er konkrete Bedingungen seines Wissens Graf Dernstorff nicht mitgeteilt habe, Oesterreich-Ungarn sei über die Wilsonsche Friedens- aktton orientiert worden, er sei aber im Moment außerstande, genauere Auskunft zn geben. Auf den Hinweis, daß er die Friedensvermittlung W^ons angeregt auf der anderen Seite aber Wilson nicht mitgeteilt habe, daß wir selbst eine Friedansaktion unternehmen wollten, erklärte Dethmann, er habe beide Aktionen gegeneinander abgewogen und geglauot, zwei Eisen im Feuer haben zu sollen. Er könne nur wiederholen, daß bie Friedensaktton Wilsons durch unser Friedenangebot nicht beeinträchttgt worden sei. Auf die Frage, daß ein Gegensatz zwischen der Obersten Heeresleitung und dem Reichskanzler hinsichtlich der Zensur bestanden habe, erwiderte von Bethmann-Hollweg, daß weite Kreise des deutschen Landes der ehrlichen Ueberzcugung gemein seien, daß der unbeschränkte U-Bootkneg das einzige Mittel sei, uns zu retten, und solche Ueberzeugung lasse sich oud) nicht durch Iensurmaßnahmen totmachen. Auf den Einwurf, daß er damals pessimistisch über den Kriegsausgang dachte, erwiderte v. Bethmann mit Nachdruck, daß er niemals pessimistisch gewesen sei. (Er habe vom ersten Tage an die Lage als ernst auf- gefaßt L Ernst und Pessimismus seien ihm aber zwei ganz verschiedene Dinge. Hätte er im Reichstag den Pessimismus vertreten, dann wären wir sofort zu- sammengebrochen. Da sei es seine Pflicht gegenüber dem Volke und der Armee gewesen, den Mut aufrechtzuerhalten. Auf die Frage Dr. Davids, ob nichts geschehen sei, die deutsche Presse auf die Friedensaktion Wilsons einzustellen, sagte Vethmann, daß es seine Aufgabe war, nachdem der U-Bootkrieg einmal beschlossen war, die Wirkung dieser Waffe nicht irgendwie in Zweifel zu ziehen. Nächste Sitzung 4. November. Japan und der Friedensvertrag. Amsterdam, 31. Okt. (Wolff.) Dio „Times" meldet, daß der japanische geheime Staatsrat den Friedensv ertrag mit Deutschland angenommen hat. Tokio, 31. Okt. (WTB.) Der Friedensver- trag ist heute ratifiziert worden. * Die Arbeiterschutzkonfcrenz in Washington. Amsterdam, 31. Okt. (Wolff.) Das Preßbüro Radio meldet aus Annapolis über die internationale Arbeiterschuhkonfereuz in Washington: Alfonso (Balas legte eine Entschließung vor, daß Deutschland und Oesterreich von der Konferenz über internationale Gesetzgebung nicht aus« geschloffen werden können. Ein italienischer Delegierter erklärte, die Nichtteilnahme beider Länder würde wahrscheinlich eine nachteilige Wirkung Haden. Carlier-Belgien sagte, aus moralischen Gründen könne er nicht für die Entschließung stimmen, aus wirtschaftlichen nicht dagegen. Maiham-Belgicn sagte, er und Cenis stimmten dafür aus wirtschaftlichen Gründen. Auf Anttag des holländischen Delegierten Dr. Nelens wurde die Debatte geschloffen. Die Entschließung wurde mit 47 gegen 1 Stimme an» genommen. Die Konferenz genehmigte als Mitglieder des Ausschusses zur Prüfung der Beglaubigungsschreiben Sir Malcolm Delevigne-England, Carlier- Belgien und Quedegeest-Holland. Washington, 31. Okt. (Wolff.) Havas. Die internationale Arbeiterschutzkonferenz hat mit allen gegen eine Stimme der Zulassung der deutschen und österreichischen Delegierten zur Konferenz zu- gestimmt. Frauenrecht in England. London, 31. Okt. (Wolff.) Das Unter- haus hat mit 171 gegen 81 Stimmen beschlossen, daß auch Frauen künftig in der Lordkammer Sitze haben können. , Deutsch-litauische Vereinbarung. Kowno, 31. Okt. (Wolff.) Zwischen den deutschen und litauischen Behörden ist eine Ver-- einbarnng mit Wirksamkeit vom 2. November über folgende Punkte zustande gekommen: 1. Festlegung einer neutralen Z o n e, 2. der^Bahnkwf Radzi- wilischki bleibt für die Räumungszxut deutsch, 3. zur Untersuchung der Zusammenstöße zwischen den litauischen und den deutschen Truppen tritt am 2. November eine gemischte Kommission in Roft sieni zusammen. Der Verteidiger von Maubeuge vor Gericht. Paris 31. Okt. (Wolff.) Havas. Heute hatte sich vor einem besonderen, aus Generälen gebildeten und von Divisionsgcneral Iaistro präsidierten Kriegsgericht General C o u r b i e r, der Verteidiger von Maubeuge, ang-cklagt der Kapitulation und Uebergabe des Platzes, zu verantworten. Acht höhere Offiziere und Subalternoffiziere hatten ßch gleichzeitig wegen Verlassen des Ortes zu verantworten. General Courbier hat im Ium und Juli d. I. Aussagen gemacht, die zu bem Beschluß führten, den General vor ein Kriegsgericht zu stellen. Bekanntlich hat Maubeuge am 7. September nach 14tägiger Belagerung kapituliert. Damals gab General v. Zwehl dem General Eourbier den Säbel zurück in Anerkennung des guten Widerstandes. In der Gerichtsverhandlung werden lediglich die Akten zur Verlesung gelangen, und sodann wird die Vertagung ausgesprochen werden, um dem untersuchenden Offizier die Beendigung der Ermittlungen zu ermöglichen. Staattzkanzler Renner über die Lage Oesterreichs. Wien, 31. OKI. (Wolff.) Den Blättern zu- folge hielt StaptsKanzler Renner in einer Wählerversammlung eine Rede, wobei es zu heftigen Szenen mit Kommunisten kam, von denen eine Anzahl bei Versuchen, den Staats* Kanzler zu unterbrechen, mit Gewalt aus der Der- fammlung entfernt wurde. Nach Wiederherstellung der Ruhe erklärte Renner gegenüber den Kommunisten: Sie wollen die Vergewaltigung, wir die Demokratie. Die Kommunisten verlangen von mir, daß ich eine Diktatur a.ifrichte und Andersdenkenden meinen Willen aufnötige. Das ist ungerecht und unmöglich. (Lebhafte Zustimmung.) - Der Staatskanzler erklärte hierauf über die Zukunft Oesterreichs: „Wenn uns keine Möglichkeit gegeben wird, zu leben, dann werden die Massen, jeden Widerstand brechend, den Anschluß an Deutschland stürmisch fordern. Das sage ich im vollen Bewußtsein meiner Verantwortlichkeit. Es muß nicht so kommen, und ich darf h ffen, daß die Ententemächte ihre Pflicht tun werden. 3d) habe meine Politik darauf eingerichtet: Wir werden künftighin Völkerbundspolitik, nicht Anschluß- und nicht Revanchepolitik machen. Die Maizzutcilung an die Branereieu. Der verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung folgende Anfrage unterbreitet worden: Die nicktbayerischen Brauereien des Reichs befinden sich zur Zeit in einer großen Notlaae. Tie Malzbestande sind fast restlos abgezehrt und es bestehl noch keine Aussicht, in absehbarer Zett eilte Zuteilung an Gerste letzter Ernte zu erlangen, obwohl dieselbe sowohl nach Menge wie nach Oua- li'ät gut ausgefallen ist. Wird.den Brauereten du Gerste weiterhin vorenthalten, so mutz die Lrchltc- ßung der meisten derselben erfolgen, womit viele Angestellte und Arbeiter des Brauerei- und Gast- wirt^gewerbes brotlos würden, An den icßtcio sind die Gerstezuteilungen immer geringer (ytoorLxn; die norddeutschen Brauereien erhalten nur fünf vom Hundert des Friedensvcrbrauchs, Wahrend die bayerischen bevorzugt wurden, zur Zeit fünfzehn vom Hundert des Malzverbrauchs ein gelagert haben sollen und weitere Ansprüche erheben. Den großen bayerischen Brauereien fom men außerdem die Konti:mente für das früher in das Ausland exportierte Bier zu statten. Wir fragen, ob der Reichsrcgierung bieft Zurücksetzung der nich.tbaperischcn Brauereien bekannt ist und welche Schritte sie zu ergreifen gedenkt, um die drohende Sin- stell ung der Betriebe und die schwere Schädigung der Konsumenten, deren Genußmittel beschränkt sind, zu verhindern? vclg sche Rätter in Letttschla«». Äw'terba«, 1. Nov. (WTD.) „Telegraaf- ans SrlfizI: Das Ministerium für Wiederaufbau machte in einer amtlichen Mitteilung die D e - tvohner der verwüsteten Gebiete auf die Verteile aufmerfcte.m, die ihnen o ar ans erwachsen, wenn sie Artikel, die d'« französisch c Industrie äugen, btidilid) nicht liefern kann, in Deutlchland kaufen. Einkäufe m Deutfe^ind wären sowohl in ihren» als auch iw Interesse de^Wcchtelkurtes gelegen. Für (Ete- hälfe in Denschland sei jetzt keive besondere Erlaub, nis mehr nöt g and die Zollbehörden haben Auftrag, all« Waren, aus die der vorgeichriebene Zoll erl gt werben Karn, parieren zu lasten. Die belgische Re. -i'erung richte' in Wiesbaden ein Informationsbureai für betzijche Juiufer «ix. Die Kampftage in Ruhlanü. Amsterdam, 31. OH. (Wolff. In dem amt. lichen Heeresbericht vom 29 OH erkennt General Judenitsch an, bah seine Offensive gegen Peters, bürg »oege^ mangelnder Unterstützung .nicht die erwarteten'JVoTgen" gehabt habe Der Feind habe seine 2Ii'•riffe wieder aufgenommen. Während der Nacht seien keine Landungs-b eilungen nach Kron, stadt gesondt worden, obgleich die Friinng die weihe Flagge gehißt hab«. Infolge dieser Nachlosigkeit uxtje IC^I areber die rot* Flagge. Die Geschütze von Kron, labt bedrohten seinen lmben Flügel. Pulkowa, Zars- ioj« Selo, Pawlowsk nnd Dosono hätten den Bol. chewisten übe-lassen werden müssen. Die Estländer nölten Plesbai geräumt Helsin gsors, 31. OH. (Wolff ) Havas. Unter dem 29. Oktober wird berichtet, bah alle »n. griffe auf der Petersburger Linie mit großen Ber- lüsten für die Bolschewisten rnriubgelchlagea worden sind. Nach einer grstzeu Schlacht zwischen Krasnoje Selo und Garschina sei die 2lrmee des Generals Fubenttj h l>is ftrasnoje Selo vorgerückt and habe 1500 Gefangene gemacht. Englische Truppen in Rußland. Rotterdam, 31. OH. (Wolff) Churchill er- Klärte tm en gl ich en Unterhaus, daß in Rußland nur noch 200 Freiwillige seien Ende Marz mürben die britische i Heere aus Frankreich und Flandern zurückgezogen sein. Dann werde das gesamte britische Heer 300000 Mann betragen. Aus dem Reiche. SchnefftsilettSpröwien für Äirtofftffkfmingrn. Berlin, 1. Roo. (WTB.) Um eine stärkere Kartoffelablieferuyg nach den Dedarfsoer. bänden zu erreichen, sind zur Beseitigung der äugen, blickt chen Transportschwierigkeilen vom Gsenbahn. Ministerium einschne denb« Maßnahmen auf dem Ge- biete des Verkehrswesens geplant Damit gleichzeitig, trotz bereits teilweise erfolgter Einmietung von Kartoffeln, eine verstärkte Kartoffelli-ferung erfolgt, wird mit Wirkung vom 3. November angeord. r.ct, daß für jeden bis zum 15. Dezember auf die Luflaae abgelieferten Zentner Speisekartoffeln neben i>en bisherigen auf Grund der Verordnung vom 15. Juni festgesetzten Höchstpreisen und Zuschlägen eine besondere Schnelligkeilsprämie von2Mk. gezahlt werden darf. YBrtere Erwägungen über die Gewährung von Lieferungszuschlägen bei Erfüllung eine, größeren Teils als die abzuliefernd« Menge sowie über , die ZuoerfLgungsteUung von Düngemitteln an Landwirte zwecks vermehrter flartcffelabtieferung schweben. Eine Erstattung der Zuschläge ans Reichsmitteln kommt nicht in Frage. Die technische Nolhilfe. Berlin, 31. Oktbr. (Wolff.) Die .Technische Nothilfe" teilt mit: Zm Gegensatz zu den Falschmeldungen der .Freiheit- ist zu betonen, daß die Grube Leopold in Bitterfeld bereits unmittelbar vor dem Ersaufen stand, als die technischen Nothelfer eintrafen. D e Stadt Bitterfeld war ohne Licht und straft. Die Arbeiter führten nicht einmal die notwendigsten Natstandsarbeiten aus. Das Eingreifen der Technischen Nothilfe ging reibungs. los oonsiatten. Ihre Mitglieder kamen mit Arbeitern kberhaupt nicht in Berührung und im Werk ist nicht der geringste Schaden angerid)td worden. D r Betrieb wurde bis zur Wiederaufnahme der Arbeit durch bü Werkarbeiter von der technischen Nothils« vollkommen störungslos aufrechterhalten. EödDestdeatsche flanatyFänt. Stuttgart, 31. 0kt. (Wolff.) Die Schwierig- heiten, die der Verwirklichung der s Ü d w e ft d e u t - schen stanalvläne bisher infolge der Waster- virhältn Ife des Neckars im Wege standen, sind, ate der südwestoeutsche stanaloerein m'tteilt, durch eine in den jüngsten Wochen gelungene stonstrukt on einer and) in den Gestehungskosten sehr vorteilhaften Schleuse ohne Wasser erbraud) beseitigt. Damit rückt das Neckarprojekt für die Berbindung vom Rhein bis zur Donau an eine hervorragende Stelle. Ter Iührkstlisi der Revolution. München, 31. Okt (Wolff.) Das Reich,, wehrgruppenkommando München lehnte die Forderung der Sozialdemokraten und der Unabhän. gigen ab, das Verbot zur Feier des Jahrestages der Revolution aufzuheben. Au» 5taM nnd fanö. Gießen, Den 1. Nov. 1919. Abermalige Einschrankuig de» Bersonen- vcrtehrs. Der Personenverkehr der Staatsbahnen muß in seinem ganzen Bereich erheblich eingeiajränht werden. Die Knappen Kotzlenvorräte und die betriebsfähigen Lokomottoen müffen der Beförderung von stöhlen, Kartoffeln und anderen lebenswichtigen Gütern dienen. Die Einschränkung ist von langer Hand vorbereitet undin den jetzigen Winterfahrplan vom 5- Oktober vor- gesehen. Dom Montag den 3. November an, oliv nur 8 Tage nach ber Einschränkung des Sonn, togsoerkehrs, fallen sämtliche Schnell- und Personenzüge aus, von benen etn Punkt im Fahrplan betagt, baß sie nur bis auf weiteres verkehren. Wegen der UeberfüOung der verbleibenden Zu e muß wleder der Fahrkartcnverkauf beschränkt ober geschloffen werben usw. Reiseerlaubnisscheine sind wegen der schlechten Erfahrungen auch Diesmal nicht beabsichtigt. Die Heizung ber ersonenzüge. Die EisenbahndirektiorrFrankfurt teilt mit: Wie im vorigen Winter muß auch während des kommenden Deizzeitraums die .Heizung ber Züge zur Herabminderung des Kohlenverbrauchs soweit trgenb angängig, erngeschränkt werben. In erster Linie wirb für eine ordnungsmäßige Heizung, der Fernzüaena: Möglichkeit Sorge getragen. Wir rinb deshalb notgebwigen zu ber Maßnahme veranlaßt, die Personenzüge des Nahver- k e h r s und des größten Teils ber Nebenbahnstrecken des Eisenbahndirektionsbezirks Frankfurt am Main von einer Beheizung gänzlich aus» zuschliehen. Den Fahrgästen wird deshalb empfohlen, sich durch Winterschuh Kleidung, Decken und dergleichen vor Kälte zu schützen. Wir müffen selbst damit rechnen, daß auch in den Fernzögen nicht immer ausreichend geheizt n erben bann. Es darf angenommen werden, daß Die Fahrgäste den obwaltenden Umständen volles Verständnis ent» gegen bringen. Beschwerden über mangelhafte De- Heizung der Züge werden im allgemeinen Keine Berücksichtigung finden Können. Vetaustaltunge«. Samstag : Stadttheater, „(Egmont41, Trauerspiel von Goethe mit der Beethooenschen Musik, 7 Uhr. - Lichtspielhaus „Die Insel der Glücklichen" mit Carola Toelle und da, Luftspi I „Nicht doch Männe'. - Schwarz-Weih-Theater „Das Geheimnis des Hotel!• mit Pola Negri, „Ein Scheidungsgrund' und „Der- tauschte Rollen'. Sonntag: Stadttheater „Die fünf Frank, furter", Lustspiel von start Rößler, 3 Uhr; „Da, Dreimäberlhaus', Gastspiel Hermann Schramm vom Frankfurter Opernhaus, 7 Uhr. - stonzertverein, Paula Werner-Jensen, stonzertsängerin aus Berlin, am stlavier der stomponist Prof. Dr. Arnold Mendelssohn aus Darmstadt, Neue Aula, 6 Uhr. — Liebig-Museum, Liedigstraße 12, 7. Dolksvorlesung, Experimentalvorttag von Fr. F. Werner über volks- tümliche Arzneimittel mit Stte fzügen in das Gebiet ber modernen Arzneimittellehre — Oberhessischer stunstverein, Gemäldeausstellung von 11 bis 3 Uhr. — Kunstsammlung im Neuen Schloß, 11 bis 1 Uhr geöffnet (nur Sonntags unentgeltlich). - Die An- lagenmufih fällt aus. - Liebigshöhe, Streichmusik ber Reichswehrkapelle unter Leitung des Oderkapell- (Siebener Stadttheater. Ein Geschlecht. Tragöbie von Fritz » Unruh. Gießen, 31. Ott. 19. Wir wollen uns klar darüber sein, daß der Beifall nach dem Fallen bti Borhanges nickt der Dichtung, sortbern der Darstellung galt Tie Aeuße* hmgen, bte man in ber Garderobe ausfing, be- fafltm eS eindeutig aenug. daß Inhalt uub Sinn der Tichlung — die Äennzeichnung Tragödie wider- spricht dem Dollen des Werkes — von dem Gros der Zuhörer kaum geahnt, gesckvoriar denn begriffen wurde. Erne neue Griühlswelle ist vt der jungen Tichtergeneration ausaebrandct, dir machtvoll mitreißt, wo sie nach den tintig! üben ßviben drS Arieffes den Boden für sich benitet findet, aber wie m dürrem Sande sich verlaufen muß, wenn sie an einer entl.^enen Insel, wie Gießen, anrollt, wo man in Kenntnis deZ gefühlsmäßigen Widerstandes moderne Dramen kaum herauszubrrngen wagte. Mag man diese Art der Dichtung Erpresfionis- struS nennen oder wie man sonst will Eines bat ste der Borkriegsdicktung voraus, die writhm- trogende Zdee^für die sie sich leidenschaftlich, fena- tisch einsetzt. Alfred Kerr, Hal irgend einmal auf eine Rundfrage etwa so beantwort et: „Tie Dich- tung nach bnn Kriege wird chaotisch oder banal sein. Banal, weil sie tausendmal wiederholen wird, daß Vrieg Mord intb Mord Verbrechen ist." ES liegt eine Wahrheit darin, aber eS steht doch Hütter diesem Werke und verwandten Dichtungen die große flammende Id« der Mcnsckmil ebe. die nicht einmal so neu ist, sondern das Evanae ium oer Bergpredigt von der trilnhv unserer Zett auS bi . den Worten unserer Sprache predigt Mau kann dos (Erlebnis Krieg von einer zweifachen Warte auS gestalten. Entweder von der Grabenper'vektive aus. wie es der Franzose Barbusse in „DaS tVener", dem vielleicht wert- vollsten Romane biefcj skriegeS, getan hat. um dann gleich am deduktiv zu dem großen Mrnsch- ^eilSvroblem zu gelangen. - Iedewa'IS ist dieser Versuch auch tn dein mir noch unbekannten Drama „Tie Wandlung" des in die Wirbel der Mün- ckcncr fRätercgimmg hineingerifselren Sttidenten Ern'i, Toller ver'ucht — Ober, man gestaltet dieses Ellcdtüs wn oben her unb friitaflijcTt cs nickt in ter zu üll trn Einzelpcrsönlichtctt, sondern in ti)vif:e-icn Bestatten Tiefen Versuch hat Fritz von Unrn6 in seiner Dichtung „Em Geschlecht" unternommen, dem ersten Teil einer Trilogie In wenigen Gestalten, den Kindern einer Mutter, zwingt er die verschiedenen Dirkungsformen des Krieges zum schärfsten Aufeinanderprallen zusammen. Eine Auslassung deS Leiters bitier Aufführung Über die verschiedene Darstellung des Stückes in Frankfurt und Wien enthält folgenden Satz: „In dem ältesten Sohne revoltieren durch bad Kriejss- erlebniS lo-gebunben alle Gefühlskräfte gegen diese Welt der falschen Begriffe, symbolisiert in dem Quell allen Leben»: der Mutter." Damit ist tatsächlich ein anderer Kern ber Dichtung bloßgelegt, di« Frage nach dem Sinn des Gebärens, wenn die Frucht sinnlos dem wertvernichtenden Moloch Krieg in den Rachen geschleudert nrirb. Cs möge ein weiteres Zitat dem Berichte Über einen Dorttag des Dramaturgen Dr. A. Kuckhofs vom „Reuen Theater" in Frankfurt.. „Das neue Drama und die neue DLHue", entnommen fein, ba A biefm Gedanken- gang rchch weiter ver» gt: „2cm (vissonär.n, ekstatischen) neuen Drama fehlt der Gegenspieler, es spiegelt sich bte Welt im Melden, »t strahlt sie aus. Erbeutet man io nicht Fritz tx>n Unrute ^Ein Geschlecht", man wirb es nie begreifen: Die Mutter ist bie einzige Gestalt, die Krick.n sind nur Zustände ihrer selbst." Tirier Gebankt ent'pricht durchaus dem 8Bren ber Kunst, bic man Expressionismus nennt. Eine Idee, die nicht gegen ein: andere Idee ringt, fordern für bte Prapag.ucka gemacht wird. Ihre Träger Besessene der Idee, die Handlung Ekstase und Aufsckrei, yit 06, tns Metapto ische hinüber» greifend. Richt Familienttagöbie sondern Menschheits- brama. Erne solche Kunst, die sich nicht an den engen Krers der Kunstverständigen roenten, sondern aut die breiteste Masse auswirffen will, wird unrettbar ins Abstrakte verblüffen, wenn sie sich nickt an stärkste, brutalste Mittel der Bühn.'n» tvraäncx* und ter Sprache anklammert. Es muß »-sag! merken, daß Unruh sich focar all zu ehr daran wrllammrrt Lerne Verglercke f eisen, ob» nvbl das Bfblem der Mutter als G^'ichl»cht.<- Problem im Mittelpunkte steht, zu einseitig um die Leruol'pdäre Sie sind bri al.er traeblifvn Duckt und Gedra- gtheit — be vn svntaktiich.» Mittel üi.’t nicht brrübrt fein mögen — durch die 6ä:ifunn aridnwdt unb auch nicht immer bi b- raft Urrruh siebt auch noch nickt über seinem Stoff. Dreies, im einzelnen Lufzu- weisende, bleibt ungeklärt, fprunabaft, Derrfltfelt In dieser Dichtung herrscht beinahe weniger Er- meisters Loder, 4 Uhr. — Lichtspieltheater wie Samstag. Mvntag: Stadttheater, Galeotto, Drama in 3 Auszügen und einem Dor piel von IosL Eschegaray. 7 Uhr. - Hoiel Einhorn, Oeffenlliche Derfamrnlung der 3ertrumspartel Mittelschullehrer Sckwarz, Frank- furt, Mitgl'ed der Nationalversammlund und des Unteriuchungsausjchuffes spricht über poliltsche Tages- fragen. 7' , Uhr - Gewerbehaus, Diskussionsabend der Zugendgruppe der D. D. P. 8 Uhr. Nur Mit. glieber habenZutrilt. - Lichtspieltheater wie Samstag. ** Amtliche Personalnackrichten. In ben Ruhestand v.'rietzt wurde am 27. £ hoher rer vor tragend Rat bei der 'Abteilung für öffentliche Gesunvhei 5pflege des Ministeriums des Innern und LaiwgeistütSveteriuLrarzt Geh.imer Ober- mebijinalcat Professor Tr Gustav Lorenz auf fern Nachsuchen unter Lnerlenirung seiner dem Staate geleisteten Dienste mit Wirkung vom 30. November Ick Is ab. "Allerheiligen -Allerseelen. Die beiden katholischen Feiertage, die dem Gedenken der Toten gewidmet werden, sind unveränderliche Feiertage mit dem unverrückbaren Datum des 1. und 2. November. Heute ist der Allerhe>ligentag, ber in katholischen Gegenden als Feiertag zweiten Ranges gefeiert wird. Die Schulen siud geschloffen, die Seid) öfte nur wie an Sonntagen geöffnet Der morgige 2IUer|eelentag hat die gleiche Bedeutu g, wie ber Totensonntag, der später, aber ebenfalls noch im Monate November gefeiert wird. '♦ Kartoffelbezugscheine. Auf Beschluß der städtischen ßeLensmittel-Dcputation werden vom 5. November 1919 ab Kartoffel»Bezugscheine nicht mehr ausgestellt ** Infolge ber Einführung des Branntweinmonopols mit seiner w^'ent- lich erhöhten Abgabenbelastung des Branntweins besteht rin besonderer Anreiz, Branrttweiubreune- rrien, hauptsächlich ff ernenn Umsangs, h i.ckich zu betreiben, ohne bte erforderliche Anmeldung bei der zuständigen Steuerbehörde zu erwirk«-', weiterer Anreiz besieht auch zum Schmuggel mit f&ranntiorin. Derartige Berrehlung tl g gen das Gesetz über das Branntweinmonopol nwjen im Interesse ber Allgemrinheit mit allen zu Gebote stehenden Mitteln verhindert werden. Der Präsident ber Branntweinmonopolverwaltung hat sich baber bereit erklärt, solch.n Personen, b:e derartige Verfehlungen aufiticcft ober durch ihre Angaben die Aufdeckung ermöglicht haben, hohe Belohnungen zu gewähren. Mitteilungen über solche Verehlun- gen sind an das zuständige Hauptsteueramt Gießen zu richten. *• Oberhessischer Kunstverein. Obgleich die Ausstellung erst vor acht Tage neu beschickt war, hat schon wieder eine durchgreifende Aenderung der aus- gestell en Werke stattgefunden. Dies wird gewiß zum erneuten Besuch der Ausstellung Anlaß geben, zumal der geschätzteste Künstter Professor TBalter Fir e mit einer Kollektion seiner Arbeiten, worunter auch ein großes Triptychongemälde „Der Arbeiter' sich befindet, vertreten ist. Weiter gelangten noch zur Aus. stellung Werke von P. Burmeister, R. Eurry, E. Lang. München, H Koberstein, E. Perrich-Berlin, K. Pelka- Hildesheim, F. Tenhagen-Amsterdam und andere mehr. Die Ausstellung ist morgen Sonntag von 11—3 Uhr und an Werktagen von 11-1 Uhr geöffnet. ** Der Turnverein von 1 846 begebt am 8. November sein Winterfest, bas sich stets eines großen Zuspruches erfreute. Es wird schon hrute daraus hingewresen, daß rau Mitglieder Zutritt haben. LandkrriS Gikhen. q (Brünberg, 31. Oki. Der hiesige ® e • öeroeoereln hat beschlossen, den Unterricht an der Ieichenschule von Sonntag auf Mittwoch zu oer- legen und gleichzeitig gewerblichen Fortbildungs- unterricht damit zu verbinden. Es geschieht dies einesteils, um einem Wunsche der Zentralstelle für Ge- werbe nachzukommen, zum andern aber auch wegen der Derkehrsnvt an den Sonntagen, da der Fachlehrer, Herr Bausekretär Haller-Gießen, sowie ein Teil der Schüler du ch Aussallen der Züge am Erscheinen verhindert lind. Kurz vor Kriegsausbruch hatte dcrGewerbe- verein schon einmal den Werktagsunterricht in Der- binbung mit gewerblichem Fortbildungsunterricht ein- geführt. Durch Einziehung eines Lehrers, sowie Abhaltung vieler Lehrlinge infolge Fehlens der Meister konnte die Sache damals nicht ausrecht erhalten wer» pressionismus, als ein Dynamismus, ber gewalttätig Wortvöye, Personen, Geschehnisse aufein- anbet türmt unb türmt unb türmt. Sie hat eine dynamische Kurve, tne straff vorn Anfang bis AusAang gespannt ist, in ber alles Geschehen pausenlos, atemlos oorüberstampst, vorübcrhetzt Die Wirkungen erschlagen sich vielfach selbst, weil das schärfste Ausfassungsvermra n rin'ach auf die Dauer versagt. Selbst bte zahlreichen Lyrismen vermögen bic erforderliche Entspannung nickt zu vermitteln. Man begreift es, daß anläßlich der Frankfur'er Uraufführung in einer frntif nach den vermittelnden Ruhepunkten de* gelangen. Chores verlangt wurde Denn es steckt trotz des scheinbaren Widerspruches manches in dem Werke, loaö zur klassischen Dichtung hinweist. Das Netzattoe deS $krte3 ist in dnn Borher- ?esagten grölAentetts aufgeroiricn. Es kommt noch inzu, daß es, beim Herausstellen des Mutter- problems derartig zersetzend in bte tiefsten und heiligsten Un ergründe des Blutes hinrinleuchtet, daß der Aufbau auf einer neuen Griühlsdasts nachher zu schnell, zu wenig fundiert, und daher zu wenig glaubhaft ist. Der tteyUioe Teil bet Dichtung ist Mtfet als ber positive, bie Anvage stärker herausgearbeitet, als die Forckeruna Die Mensch- heitöidee umsch'ießt das Mutlerproo em nicht restlos, sondern beinahe ist eS umgeffchrt. Das Pofi ioe ber Dichtung ist neben bereits Gewertetem ber rücksichtslose Mut zur Aussage, »ut Kampfansage an den Geist beS Krieges, um so ersbaunlicher, als das Wert bereits im -ommer 1915 be».nmrn unb im^Herbst 1916 vollendet wurde. Tos Positive ist ferner, was man ionft un^er tjem Namen Tendenz verurteilt, was aber hier ui höchsten MenschteitSibeolen bin- rtrifl. Unb Darum i.t bie Dichu-.ig. um auf bic Parenthese zu Anfang zurückzukvmmen, keine Tragödie. Denn Menicken zerschllen nkf< an der Moira, dem unabän erlicken Lchick'al, simdern sie ovfern fick für t4e )!»<, um sie in den virnen ber iroch l'n'ewusiten fiegCcft aurTammen zu las en. Ti Darstellung wurde von den gleichen Kräften des Frankfurter Lcktauspieldaufes vermittelt, i* cS b-'rt zur Uraufführung brachten, ^ie war g-ntj auf das Tapi t wende eingestellt und auf Ni» Dynamische. Der Schrei, aus dem der Erpressionis- :nu# gckoven wurde, ging durch bie ganze Auf- ührung uir> brach am schmerzlichsten hervor aus dem Munde des feigen Lohnes. Manches sprachlich x^ertnofie und zum Berf ünbins E-i.Uty ging zwar m dem befrigen Rdvthtnus verloren, aber die ilunx deS Werfics Tonnte nicht schir jar her vorgeben, unb man mußte Ostern 1916 bi« mttflfrtoeile zurückgegangene Schülerzahl zu einer Klaffe oer. einigen unb wieder Somlagsunterridjt einführen. v, fianggöns, 31. Okt Heute vormittag würbe der Landwirt Wilhelm Luh von seinem eigene» Dferbe geschlagen. Ob innere Verletzungen entstanden sind, konnte noch nicht festgestellt werden. - Mittags g-gen 2 Uhr fuhr der Sohn des Landwirts Zohan» Georg Ohly mit seinem Pferd ins Feld. Aus dem Wagen befand sich das 16jährige Dienstmädchen: durch ein schnell oorbeifahrendes Auto scheute bas Pferd, wodurch das Mädchen vom Wagen fiel und eine schwere H rnerschütterung davonlrug. Die Insassen des Autos kümmerten sich nicht um bie Schwerverletzte u b machten sich davon. Ein zweites Auto, bas vorbeikam, nahm sich der Schwerverletzten an unb brachte sie m ihre Wohnung 9n letzter Zeit mehren sich die Klagen über das rücksichtslose Fahren eines Teils ber Autolenker. Sogar in den Ort chaften wird bas Tempo nicht vermindert, hier müßte von den aufsichtführenden Beamten ganz energtid) oorqegangee werden: sollte alles nichts helfen, so müßten die Gemeinden zur Selbsthilfe schreiten. - Degen 3 Uhr ertönte ber Ruf: Feuer! Es brannte die Scheune ber Otto Watz Witwe nieder. Durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr blieb bas Feuer auf seinen H-rd be chränkt. Der Witwe Watz find sämtlich« Sttoh- unb Futtervorräte, sowie saft die ganze Wäsch« o.rbrannt, die zum Trocknen in ber Scheune aufqe» hängt war. lieber bie Entstehungsuttache ist nichts bihantti. 3m Jahre 1913 brannte dieselbe Scheuer nieder. -m. Lick, 31. Cft. Eine Bahnfahrt in ben zwischen Giessen und öungen vertz hrrnden Ar» beifer^ügen gvtert nickt zu den Annrtpn lickfit trift Die Äagrn ungeheiz'., Irin Lickt, fast fein Abteil ohne zerbrockme Zrnstcr — un et bitten Zuständen ist ber Arber.er g-xoungen, tag'ick in den becor- ftvbenbat langen Sin erm n t n h n- und herzu- sabren. Zn eutylmm Abteilen f>rt man sick brrrttf ge-yn den fallen Lusriug geck'lten, m mnn die Fensteröffnungen mit Brettern junagclte. Trotz dieser Zustände ertebm sich fortgesetzt Ixe Fahrpreise, auck bet Arbeiterwochenkarten Nun soll von Montag ab wieder eine Nauerrrng in Kratt treten, die den Arbei er bedeutend sckrdigen wird Die Wo» (tentar'en sollen nur noch an Montagen zu lösen fern Eine Karte, die Mitte der Woche geleit, ist am SamS ag verfallen Wie oft imrd der Arbeiter aber durch iTrairffr it ober sonstige Umstänte gezwungen sein, in der Wocte noch ei.K mme Karte zu nehmen. Auch dn den Feiertagen, nri er gar nicht zur Arbeit fährt, muß ber Arbeiter durch d.eje Umvillen erregende Neuerung feinen Tribut an bte Lahn leisten. KreiS Lchottrn. E Laubach, 31 Okt. Bestem wurden 38 Unten Offiziere, welche 12 Fahre beim Militär gedient habe«, von der hiesigen Abwicklungsstelle entlaflen. Sie trtiee in den Iivildienst, teils zur Eisenbahn und Post, Irifs In den Städten zur Schutzmannschast und Gendar- merie über. Starkenburg und Rheinhessen. n. Offenback a. M., 31. Okt. Die gdlmt veranstaltete Stadtverordnetenversammlung bewilligte für alle Arbeitnehmer! her Stadt (Arbeiter, vllfsarbeiter, ®e:ncnHett„ Beamte!' und Lehrer) eine einmalige Wirt- schastsbeihilfe, wofür rund 3 Müllione» Mark aufzubringen sind. Verheiratete erbalten 1000 Mk., Ledige 6Ö0 Mk, Iugendlicte unter 18 Jahren 30 Prozent der VeSgcnbribilfe. Lindere zulage beträgt 2ÜO Ml., Notstaicksarbeiter aw halten je nach Alter 12-5— 400 Mk Dir Forte« nmg der Erwerbslosen wird dem Finanzausschuß überwiesen. Zur Deckirag dreier erneuten große» Ausgabe wird beschlossen, ein 7. unb 8. Ziel Gemeindesteuern zu erheben, wozu jedoch nur die Personen mit einem Entkommen über 10000 Mari berangezogen werden sollen, den Preis für Einheitsgas von 30 auf 33 Ps. zu erhöhen unb eine Vergnügungssteuer eimuiübren. — Der Schaffung der Stelle eines S (b u larztes tm Hauptamte wird zugestimmt. — Für Maßnahmen zur Behebung der Wohnungsnot werden 200 000 Mk. beroilliat — Bürgermeister Porth stellt die grundlosen Gerüchte, wonock von hier auS Kartoffeln verschoben worden seien, richtig und gibt die Maßnahmen bekannt, die zur Erlassung ber Winterkartoffeln ergriffen werden sollen. hoben werden. Dafür hätte bie Beleuchtung gedämpfter, die Personen sühouertenhafter zusammen" schtietzend, fein dürfen. Es luäre mancher 2*ene zu gute gekommen, dir allzu gocll vvr dem stll- biUmaiartigen L>uttergründe stand. Die Mutter, die Zenttalgestalt, wurde Dee Marie Antor verkörpert. Ihre Darftdümg war gewaltig Obwohl sie im Schlüsse in dem eksta-> tischen tzinüberschreiten qt die Zukun't noch hun mimentaler hätte herauswachsen können. Es ist auch die Frage, ob nicht ein dunkleres Organ diese Urmutter einer Menschheit noch zwingenderen Ans- druck verlieben hätte. Der älteste Sohn, der (hn* pörer, ber den Aufruhr seines Blutes wild hkd- ausschrrit und an den letzten Toren der Erkenntnis rüttelt, wurde von Karl Ebert in lodernden Ans* bcüd)en, in taumelnder Besessenheit gen eben. Er war Stein der losgeprellt, seine Bahn durch« saust, zerschmettert^, was ihm entgegen fleht, ins Weltall dinausstürzend nrie em glühender Meteor. Der zweite Sohn, Pans König, das feige, angfW verzerrt« Blld des Schreckens ist in stummes Spiet gebannt, bis auf den zweimaligen Aufschrei des nnmben Tieres. Aber das stumme Spiel war eines der stärksten Erlebnisse. Dee jüngste Soh» Jakob Feldhammer, in die Sxinblung knapp einbezogen, erhöhte den lieg haften Aus klang durch die Helle Fanfare seiner Stimme. Die Tochter, in die das Blut des Aufrührers binüberzünbet, wurde in Gerda Müller dis in die letzte Fiber des Pantherleibes verdeutlicht. Das war lernten» des, sinnengepeitschtes Ttiebleben. .Die beibm Soldaten führ er wurden von Robert Taube unb Alexander Engel» plastisch bmgeftdlL Au» ber Gruppe der Soldaten sorachm Gustav Wartung unb Hans N e r k i n g. — Unübertrefflich war da» Zusammenspiel, da» auch die kleinste Geste biürtnäßig in die Grurv-^'Ortung eirtbew* Ol-erregi Vux Lartungtet damit ui) rn Li den m i rerlxift g z-.ngt, welche Äuigmcn eine moder« Regie sich stellt und löst. Selbst wenn bie gany Darbietung auf sicht- lidrt Unverständnis irie^ muß man es der Leitung unterer Bühne doch danken, daß sie die Bekamt schäft mit dem Werke p-rmittelte. Wir bof en auch, die überragende Schauspielkunst der Franfi' furter Kräfte öfter in Gie>>n p sehen Damü aber das Publikum nicht nod) äutter.ib irreaefübet wird und einen wri.eren Akt erwartet, n>enn das S ück zu Ende ist, möge man nicht auf oern Thea erzettcl grössere Pau en durch langatchalten- bes Glockenzeichen ankändigen lasten. «. vor Darmstadt 021006 WHechefabrlk Aasetenerhaus Diez su d. Lahn Tüchtiger Chauffeur gesucht. 020987 xixrixxxxix: :xxx: x zu mieten evtl. Haus zu kaufen gesucht, am liebsten Bahnhofstraße. Schriftliche Angebote unter 021004 an den Gießener Anzeiger erbeten._____________________ Mtcrcs ÜRäödjen oder Fra» zur Führung eines fl. Haushalts ges. 021000 Steiustr. 78 I. [XXXXXZXXXXXXXXXXXXXXXXXXX. Magener&Schlötel Frankfurt a. M., Goethestr. 9 u. 1 1 Neue Herbst-Mäntel In Velour de lalne, Flausch u. and. Stoffen Reine Wolle in allen modernen Farben 295.—, 585.—. 550.-, 780.— uaw. Ml.öltmSMÄeii das kochen kann, zu bal digem Eintritt gesucht. 021009 Moltkettr. 16. EhrendoKtorendiylom von der philosophischen Fakultät in Bonn überreicht. Ausstellung Ernst Eimer und G. Segantini in Darmstadt. 5~6 Zigarren- und Wickelmacher bei gutem Lohn gesucht. Georg IC roller, Zigarrenfabrikation Taub. Mädchen oder Frau, a. liebsten v. Lande, nir einige Stunden vorm. gesucht. Frau Peters, Bahnhosstraire 54. OttBlt In der Kunst Halle am Nhemtor, die bis vor kurzem die vielumstrittene erste Ausstellung der Darmstädter Sezession barg, hat zur der in Darmstadt schaffende, in Oberhe ssen be- gegen hohe Vergütung sofort gesucht. 020940 Ludwig Herbert. Zigarren-u.Wetnhandlg, Gießen. Mäusburg 1. Bessere LandwiNsiochier möchte ohne Vergütung in befs. Privatbaus gründ!, den Haushalt erlernen. Familienanschlun u. gute Behandlung Bedingung. Auskunft wird erteili «W1 Franks. Ltr. «1»'. Vertreter gesucht! ? Leistungsfähige chemische Fabrik sucht im Kreise (Rieften allerorts tüchtige Platzvertreter zum Verkauf von erstklassigen Motoren- äten, Terpentin-Ersatz, Huf» und Wagenfetten und anderen technischen Beten und Fetten. Jnieress. wollen Anfrage richten an Hermann V. Ullrich. General-Vertreter, Tffenbach a. Ht, Sprendl. Landstratze 5. Führerschein II und III b, der gleichzeitig in der Werkstatt mithilft, sofort gesucht. Automobil-Zentrale Wilh. Hamel Frankfurter Straße 82. 12443 Durch das Städtische Arbeitsamt Cassel wird für die kaufmännische Abteilung eines grög. industr. Unternehmens eine gewandte Stenotypistin die bereits Bureauerfahrung besitzt, zu mögt, sofortigem Eintritt gestickt. Bewerberinnen mit Kenntnissen der englischen u. französischen Sprache werden bevorzugt. Bewerbungen mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften und Gebaliöansorüchen unter N. A. 4645 an die ALA, Berlin SW 19. 12372A für deutsche Kinder wieder einmal deutsche Märchenbücher geschrieben und gtdruckt werden, wird Ernst Eimer einer der beruiev'iften Illustratoren sein. — In den unteren Räumen hängt einje Kollektion von Bildern des in der Schweiz leben- (:>en Malers Gothardo Segantini, die durchweg vor dem Krieg entstanden sind, in den Jahren 1905—1910, also ein Urteil über das Öe Schassen des Künstlers nicht zulassen. Die chasten unD auch wohl der St. Sebastian sind Produkte der Tätigkeit des Künstlers in Italien Südliche Sonne und Farbenfreude, Reichütm an Blüten und Blumen zeichnet die Mlder aus. Dennoch kann man nickt recht warm werden vor diesen Bildern. Bei aller Farbigkeit und Diel- Zur Errichtung einer Generalagentur unseres gemeinnützigen Unternehmens mit anerkannt günstigen Tarnen und Be> dingungen suchen wir geeigneten Herrn, der auf Grund feiner bisherigen r.ätig- kett in der Lage ist, eine große Bertreter- organisation zu schaffen. Weitgehendste Unterstützung wird zugestchert. Führung anderer Branchen gestattet nn»A Deutsche PM-!8ersichmiiG-A.-8. Berlin-Schöneberg, Häbnelstr. Nr. 15a Geschästtlokal Wäsche Näherin welche auch im Maschi neneticken bewandert ist, 12376 findet angenehme und dauernde Stellung C. Ä. Hartmann Festung bis zu einem Jahre, oder Arrest oder Geldstrafe oder Verweis, 2. gegen den Bestraften innerhalb der letzten 10 Jahre vor den Gnadenerlassen, also nach dem 2 7. Januar 1916, 1917, 1918 nicht wieder auf Strafe wegen eines Verbrechens ober Vergehens gerichtlich erkannt ist. Heber Vermerke, die tm Strafregister gelöscht sind, dars nur den Gerichten, den Behörden der Staats anwoltschaft, sowie aus ausdrückliches Ersuchen den höheren Verwaltungsbehörden Aus Fünft erteilt werden. Auch die Ortspolizeibehörden werden um Löschung des bett essenden Vermerks in der polizeilichen Strasliste ersucht. Dem Verurteil ten ist aus Anfrage Auskunft zu erteilen, ob eine Strafe gelöscht ist. , Stammtisch. Das Aufgebot enthält nur dieNomen, alle Zusätze, wie geschieden, unehelich, verwitwet usw.. bleiben weg. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst, Sonntag, 2. Nov., RcformationSfest Kollekte für den Gustav-Adolf-Verein. In d. Stadtkirche. Vorm. 9V» Uhr: Pst Becker 11: Kinderk. f. b M für 9). Nachm. 5: Frauenverein d. NöatttzäusArni. — In d Jo Hanneskirche. Bonn. 91/» (zugl. Mil. Gottesd.): Pst. Ausfeld. 11: Kinderk. f. b. Jo- hanneegcm.: Pst. Ausield. dlbds. 5: Pst. S*W» tnieteimer. Beichte u. Feier d hl. AbmdmMS f. Lulas- a Johannesgem. Anme dimg. w. vorb. b. b Gemeind.pirn. erb. Abds. 1 ?8: Vereioifi. d. kon firm, männl. Jugend d. J?hanncsgem. -- Mm tag, 3. N^v., abds. V28: Bereinig d ^ynfimt. mäiml. Jugend d. Lukasgem. — Frettag., >. 9bv., abds V26: Bereinig, d. bnfirm. ioeible - Jugmd d. Zohannesgem. - Sonntag, 2. Noo., Reformations fest. Dorm. 10: Kirchberg. Kollekte. Hl. Abendmahl f. Staufenberg. Nachm. l*/2: Lollar. Katholische Gemeinde. Samstag, 1. 91od., nachm. 4 u. abds. 8 Uhr: Ge legenh. z. hl. Deichte. - Sonntag, 2. Nov., 21. Sonn tag n. Pfingsten. 67.: Gelegenh. 3. hl. Beichte. 7: Hl. Messe. Kommun, d. Männer u. Jünglinge. 8: Aus teilung d. hl. Komm. 9: Hochamt m. Pr. 11: Hl. Messe m. Pr. Nachm. 4'/,: Iungstauen-Kongrega ton. 5 u. abds. 8: Gelegenh. 3. hl. Beichte. 5* ,: Rosenkranz andacht m. Segen. 6: Predigt,- darauf Andacht f. d. Verstorbenen. - Montag.3. Nov..Allerseelen. Vorm o. 6 Uhr an: Gelegenh. z. hl. Beichte. 6-8: Hl. Messen 8: Seelenamt f. alle Verstorbenen d. Pfarrei. heimatete Maler Emst Eimer, der auch iii der Äusstelluug des oberhessischen Kunstvereins in Gießen vertreten war, eine umfangreiche Kollektion feiner Arbeiten ausgestellt, die einen nm- affenden Ueberblick über bas gesamte Schaffen, des Künstlers gewähren. Im großen Oberlicht- saal, inmitten seiner heimischen Motiven entstammenden Gemälde , hängt sein Selbstbildnis, bas wie kaum ein anderes Ernst Eimers künstlerisches Mollen und Können zeigt. Kriegsbilder enthält die große Kollektion nur wenige. Aber dieses Wenige ist gut und all denen vielsagend, die den Kni.'g erlebt staben. Tie nächste größere Gruppe sind die Arbeiten, die wir von früheren Ausstellungen kennen. Den ganzen Oberlichtsaal füllen diese Landschaften aus der hessischen foeimut, Volks- lppen, Interieurs, Bauernhäuser, enge winklige Gassen, Fachwerkbauten, Menschen und Tiere bei der Arbeit (Bauernarbcitl. Natur ist es, die den Künstler immer wieder fesselt und zu neuer Tätigkeit rtiat. Und immer muß Sonne dabei fein, um feine: Kolorit Leben und Buntheit zu leihen. Seine Maltechnik ist locker, breit und manchmal auch flächig, aber feine Farben leuchten uno er sieht Lust und Sonne. Was aber Ernst Eimer von einer ganz neuen, bisher weniger ober gar nicht bekannten Seite seiner Kunst zeigt, sind die Märchenbilder. Er hat seine Kunst hinübergetragen in das Reich der Träume, der Märckien. Und ist auch in dieser neuen vielversprechenden Entfaltung seines Kunstkönnens ein Heimatkünstler geblieben in des Wortes bester Teutung. Wackowcben malt er wie nur der deutsche Wald es gchiert, Tiere und Menschengebilde, die man nie gesehen, die man aber träumt, greifbar nahe, roerm man losgelöst von der Zeitschwere im Walde liegt, sich zurückver- setzt in Zeiten glückvoller Kindheitötage. Nicht sonderlich groß in der Erfindung cknd Phantasie, aber von ausgeprägter Eigenart sind diese Bildchen, auch wenn ein Gedanke variiert öfter nneder- kehrt. Wie wenio verfügt Eimer über hervorragendes zeichnerisches Können. Diese gute handwerkliche Grundlage mag es mit sich bangen, daß die Bildchen bei allen Vorzügen des ruhigen, ab- gehörten Kolorits von ausgeLeichneter illuftrtw tiver Wirkung sind. Die Gestalten der Waldmann chen und 4oeibtein sind von fannrüymt Hu- 8tuet Siubetuen suchen zu sofort Wohn- und Schlaf »Immer. Schristl. Angeb unter 021030 a. d. Gieß. Anzeiger. 2- ob. SZimmer-Wob- uuufl mit Nücke gesucht. Schristl. Angebote unter 020950 an den Gieß. Anz. rägl.l sr Mf z>! verdien dis । v J'IU Näheres t. Prosv. Äob. Sckultz, Adreffenoerl., Köln 249. lüAtifl. RMticiScr uni) rin TWmdcr für dauernd gesucht, ruoso W. Engelhardt. 5 Schneider finden noch dauernde Beschäftigung bei Tornbuich & Binder, 12412 Wetzlar. Jünmc Serfäuferin evtl. Lehrmädchen v. Haushaltungsgeschäft gesucht. Schrtfil. Angeb. u. 12460 au d. Gieß. Anz. Gewandtes, williges Mädchen bei hohem Lohn und guter Behandlung gesackt »«’s Nord Anlage 31 I. Marburger Str. 66. Bratet zursrläss. Mädchen tagsüber ob. ganz gesucht. Frau H. Aibach, 0M001 Frankfurter Str. 34. Zu Weihnachten (cotl. früher oaer sväters wird In ein Geschäfts-HauS (Weißwaren) einer kleineren Stadt bei Stutt« gart ein durchaus ehrlich. Mädchen für leichte Hausarbeit gesucht. Fertigkeiten im Kochen sind nickt erforderlich. Guter Lohn, gute Kost und sehr gute Be- handl. Schrift!. Angebote u. 12346 an d.Gieß. Änzetg. Zuverlässiges Mädchen von 8—1 ober 2—7 Uhr zu zwei SHnbern sofort gesucht. Ö21003 Frau Marie Kable, Liebigstraße 80. Mädchen 8-M Über gesucht. 020942 Frankfurter Str. 3». Mädchen str güttera u. 3Rtl!tn seirigkeit deL Kolorits beeinträchtigt dieses eine gewisse Sprödigkeit, wie vielleicht in der technischen Eigenart der Malweise begründet ist. Der römischen Campagne fehlt das sonnendurchflutete Leben der Natur. Die Porträts an sich lebensvoll und sicher gut charakterisierend, lassen kalt, gleichwohl der konventionelle St. Sebastian, an Dem die noch fliegenden Pfeile zu schwer und unmöglich wirken. Zweifellos vorhandenem Können ! fehlt noch die Vollendung. Es müßte von Interesse sein, neuere Werke 'L-egantinis zu sehen, dem vielleicht mit der Ausstellung dieser Bilder lein großer Dienst erwiesen wurde. • I *D o r m ft a b t, 31. DM. Das Landestheater brachte Puccinis „Boheme" in Neueinstudierung. Hervorzuheben ist die außerordentlich sorgfältige 3n= zenierung durch Regisseur tzeythekker, der in An- ehnung an Leoncaoallos gleichnamige Oper das zweite Bild, das im Innern des Kaffeehauses spielt, ins Freie verlegte und dadurch Gelegenheit gewann, zu einer prächtigen (Entfaltung eines bewegten Volks- lebens. Allerdings stand diese Inszenierung in etwas gewaltsamen Widerspruch zu der Auffaffung des Kompo- nisten, der sein Stück um di Weihnachtszeit spielen laßt. Die Mimi fang Frl. Wühler, gesanglich und darstellerisch sehr ansprechend. Herr (Bioberger gab den Poeten Rudolf. Don den übrigen Darstellern ist der Maler Warcell des Herrn Heuser und die Murette der Frl. Dungbauer rübmenb zu nennen. Zu dem Gesamteindruck trug wesentlich die Orchesterbegleitung unter Leitung des Kapellmeisters v. Pander bei. Gittge;andt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teincib, der als Vorsteher des ftäbtifcfy n Lr-b-.msmittelamts, wie wir amrehmen auch Einblick in die Verwaltung des Kvnrilnmalverdands bat, zu fctdier Behauptung fiontnrt, die direkt den Landwirten von Etz.^tadt ixn Vorwurf macht, daß sie ihrer Ablirferungspslicht nichit genügt hätten. Wir stellen einwandfrei fest, daß die Gemernde Ebcrstadt bis jetzt 22 Waggons (je 200 Zentner) verladen und zwar mit ganz geringer Ausnahme nach dem 15. Septemb.r zu dem festgesetzten Höchstpreise von 7.25 Mk. per Ztr. Nun wären wir Eberstädter Landwirte Herrn Tr. S^ib und den Stadtvevordneten von Gießen dankbar, wenn sie uns Aufklärung verschaffen wollten, da die Stadt Gießen, wie ja Tr. Snb in der obengenannten Stadtvervrdnebensitzung angibt, bloß mit 4 Waggon beliefert wurde, wo die fehlenden 18 Waggon hingekommen sind. Vvkcskasten der iMaftion* K. v. Im Januar 1916, 1917 und 1918 erging jeweils ein Gnadenerlaß für das Reich imd int Anschluß daran in Dessen, wonach in den Strafregistern A>o löschen waren alle 10 Jahre zurückliegenden Strafen, wenn 1. der Bestrafte keine andere Strafe erhalten hatte als Gefängnis bis zu einem Jahre oder Wmghlhkii gts. 124408 Frauenklinik. Ein Landwirt in ben 50er Ä ß-WIttm v. 45—55 I. ohne Kinder, welche bie landmirtschafll. Arbeit versieht. Siäh. i. b. Geschst. b. Gieß. Anz. Haushälterinnen Köchinnen, sowie MSd- chen aller Art erhallen gute Stellen nach hier u. auswärts gegen hohen Lohn durch 021063 Krau Marg. Herr, geroeib§mäqtfle Stellenvermittlerin, ©onnenftr.6 Laiifa ol Mädchen für vormittags gesucht. 021075 Dammttr. 36 1. Nähmädchen zur Aushilfe gesucht. 12472V Med. Klinik. Ruhiger Mieter sucht für 1. Avril 1920 schöne 4 Z. 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Hoffentlich rosten die Wagen nicht an. — Frankfurt a. M., 31. Okt. Nach dem Ge- ruß von gehamstertem Fleisch erkrankten am Montag alle Mitglieder einer Familie in der Mark. grafenftrafje an schweren Dergiftungserscheinungen. Die ganze Familie wurde dem Diakoniffenhaus $u» geführt. Während sich einige Mitglieder der Familie bald wieder erholten, ist eine 24jährige Tochter geworben und eine andere Tochter l egt lebensgefährlich erkrankt darnieder. Linaehende Untersuchung über die Art der Vergiftung und der Herkunft des Fleisches sind eingeleitet. = Königstein i.T^ 31. Okt. Hier wurden Der- schiebungen von Lebensmitteln aufgedeckt, die durch Angestellte beim Landratsamt andern Orten und Schiebern zugestellt wurden. Die Waren waren für die hiesige Bevölkerung bestimmt. Eins finanzielle Schädigung Ist für ben Kreis nicht eingetreten, ba eine Versicherungsgesellschaft den Schaden gedeckt hat. — Dom Westerwald, 31. Okt Dem Kreise Westerburg waren 100 Zentner Kleie für bessere Milchlieferung in Aussicht gestellt Da aber trotzdem die Milchlieferung sich sonderbarerweise nicht bewerte, wurde die Kleie ben Kreisen Oberwesterwald und Ufingen überwiese». Kriegsgefangenen-Heimkehr. Cichel sachsen, 28 ON. Aus englischer Gefangenschaft kehrten zurück: W. Emrich, O. ötp» peil, D Bicttcnheimer, O. Kaiser; aus amerikanische Gcfausenschaft kam A. Weber. E. L a u b a ch, 31. Okt. Durch Flucht aus sibi- rischer Gefangenschaft sind in die Heimat seither zurückgekehrt: Zohannes Schombert, Friedrich Weisel, Kari Becker. Aus englischer Gefangenschaft find zurückgekommen: Georg Laut, Friedrich Stotz. 3n englischer und französischer Gefangenschaft befinden sich bis jetzt noch: Friedrich Frank, Wilhelm Frank, Friedrich Knöß, Willi (Elbe, Wilhelm Jochem, Franz Kraft unb Thristian Frank. Auf den Schlachtfelbern sind aus unserer Stabt 42 Mann gefallen. ICunft «nd Wissenschaft. Aührhllndcrifeier der Düsseldorfer «unilalademie. Düsseldorf, 1. Noo. (WTB.) Heute begeht lit Düffeldorf er Kunstakademie den Hundertjahrtag ihrer Wiederbegründung durck Preußen. Die „Dvffel- fcnrfer Nachrichten- veröffentlichen aus diesem Anlaß einen Artikel aus der Feder des Kultusministers Haenisch, der zur Zeit in Düffeldorf weilt und an tr r Feier teilnimmt. Es sind eine Reihe von Fest, lichkeiien vorgesehen, die heule vormittag ihren An- fing nahmen. Morgen vormittag findet dann die Eröffnung einer Ausstellung von Kunstwerken aus d, m Besitz der Akademie statt. Ium ersten Mal ro-irb der überreiche Bestand der Akademie an alten Homälden, über 15000 Handzeichnungen älterer Meister unb über 30000 alter Radierungen und S liche ausgestellt. Wie die „Düffeldorfer Nachrichten" ft ner melden, wird Akademiedirektor Kröver das Lchneidergescllkß für dauernd gesucht. Lohn je nack Vciitunn 15 bis 80Di. oro Wocke bei freier Station. Auf Wunsch Ausbildung im 9lnprobieren und Zufckneiden. Georg 18. Korcll Helpershaiu b. Ulrichuein. ! >8ie bi. „ •ÄAf ^55'S 5^ | "wr Wak rtnhau . ftin«n ; 6®ie fah hi,» b,w"" MS SLl.n Vxi’ unb htt-», teä W in Krall treten, bir ^'9tn wirb. Die Uv- ? iu löftt ortmrbber Arbeitet ate OMunx« neue Karle ju nehmen, er gar nicht z«r Arbeit dich Umälen et- 31 Tribut an bit SBaji rchttrn. ■ Testern wurden 38 Uri» beim Militär gebient hakt Stelle entlassen. Sie k» ir Eisenbahn und Post,» utzmannschast und te. mb Rhtinhtfsm. M., 31. Okt. ti tefftet .blvervrbnkltnvn- tt für alle Lleilnchrner tzilssarbkiler, Btiimnett, eine einmalige Diit« Mir runb 3 Mvna iö. 8erbdni/de eidallen M Jugcnblid* uiila r ßttigenteitiift, Luider- , ?'o/|latiwirt)eitn v - 400 M. 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Lieh, den 1. November 1919. Gestern verschied sanft nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden in der Klinik zu Gießen unsere liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Danksagung. Allen denen, die unserer lieben Entschlafenen während ihrer Krankheit Gutes erwiesen und uns bei unserem Verluste teilnehmend zur Seite standen, sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden, insbesondere Herrn Pfarrer Eidenmüller für die trostreichen Worte am Grabe unseren herzlichsten Dank. Im Namen aller Hinterbliebenen: Familie Kaspar Jung VIII. 020941 Todesanzeige. Die Beerdigung findet am Sountag, dem 2. November, nachmittags 2 Uhr, in Grüningeu statt Klein-Linden, 28. Oktober 1919. Heute morgen verschied sanft nach längerem Leiden im 82. Lebensjahre unsere treusorgende liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Schwägerin Han Lina Schenck zu Schwsinsherg Wie. geb. Lotz. . Im Namen der Hinterbliebenen: Fritz Freiherr Schenck zu Schweinsberg, Hauptmann a. D. Georg Freiherr Schenck zu Schweinsberg, Regierungsassessor a. D. Louise Freifrau Schenck zu Schweinsberg geb. von Senarclens-Grancy Johanna Freifrau Schenck zu Schweinsberg geb. Rief Marie Freifrau Schenck zu Schweinsberg geb. Lotz und 7 Enkelkinder. Kirtorf und Gießen, den 31. Oktober 1919. Die Beerdigung findet in aller Stille auf dem Familiengute Rülfenrod statt. 12469D Dies zeigt tiefbetrübt an Im Namen aller Angehörigen Frau Heinrich Plitsch Wwe, Grüningen, den L November 1919t Fräulein Adele Weicker Lehrerin i. R. der höheren Mädchenschule zu Giegen. Gießen, den 31. Oktober 1919. Beerdigung findet in der Stille statt. Heute starb nach kurzem eiben vantsagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme, an dem Heimgange unserer heben Entschlafenen sagen wir allen auf diesem Wege herzlichen Dank. Zamilie Theodor Simon Samilie Ludwig Vach. Gießen, den 31. Okt. 1919. 0?l08l (61025 neuen Friedhof- au-. Cito ttrctzschmar. 12385 Gießen, den 31. Oktober 1919. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden un- sereS lieben Entschlafenen sagen wir herzlichen Dank. Frau Anna Amendt geb. Metzger Willy Amendt Lina Amendt Frau KätheKretzschmar geb.Ameidt Todes-Anzeige. Berwandien, Freunden u. Bekuuulen die schmerAlichr Mitteilung, dast heute früh 5 Ubr mein lieber Mann, Bruder, Schwager. Onkel und Grohvater Peter Borre nach langem schweren Leiden sanft ent- schlafen ist. In tiefer Trauer: ♦Iran Anna Borre Familie Adam Schaum Samilie Marie Schaub Familie Karl ❖eil. (Sieben, den 31. Oktober Iftlft Tie Beerdigung findet statt Montag den 3. November 1919 vom Portale des 1 lcnbt B. Metzger ^gung. ^?vrisr herzlich« 5 H'"sche,den un- Wenen jagen wit Borte ’n8cibra'«lll!m, >« ^arieİuw he $tön^c1?aub l°btt i9ig KZiLrz 0210». ischmargrh.AwrA ftr* 123$ Oktober 1919. iltrl. Hanges Abbildungen. 5uSip?lmfa5lif(lt,onS unge;ieferocriilgttna 7,9E «>460. Blencr Mm Äonbonsabr. 7,50. Pienr° chenlabr.M. äJlüQereiti' Lnei ML. Rübenbln mbr 7,fto. Cbitroeln u. Cb ■ ennem7K Eliialadr.LS W: u. Molkereiorodukie Öl Ich.rellechnik 5,:.O. ,Ueili Denl Geinusekonlerven;. e 21,60. Tabakbau u. Ta^. v'abr. 9L. TerLchub-r- ifteitepperei 19,80. SL-ft- n- itKelitenniobeOiertni !uhkremeS u. l'eberpu(rr!.'! i. Mnnacherbandbu-t li 5 MVDerSiiiooveM!«^'- omobillechnik 16 Mm 1,50. Das Automobil 1651 ^urkurius L50. Mod. 6lef lif 1L SiarFrtromanUwnll r550. Ichwachitromorakukn ter SM 6M b. 6/ehti utb f Mont eleter. Selent , Ärafianloflen 4,8k tzv ark'irom 4,70. ^tne- jud) int L^wachnrom. . Meiiton b. leletiiniit Mrwvardeiter 7.01 l Der Mechaniker >'! M . DerGalvanoiechoikeN i HO. üandwirisch. Mal-M ) L Selbitannieldunsi: s.Ma!chiniiien u.Hki er- Veichenbeller M «w Ter Heizungsmonieur id i igstnstallaieur M Waw 0. Maschinenichloncrei,V i8L DerDreberaisÄe-bn^ ; «25. aierungen7,K. Derrchuac. 6Senbau 28. W ?n UK Äien u. Schwei,t_ ). Mctallätzen 6. ■SSI®» WSW 2a*be^iK14j6 $ur; Wt8%"ÄÄf* kHKKKZT irKW sHsK r kKiKW | MZK- kKZW1 »SÄ««/ Nr. 256 Zweites Blatt Mahnahmen gegen die wohnungrnot. Von dem Juristen, der im „Gießener Anzeiger" Dom 27. Oktober die Maßnahmen ■neaen die Wohnungsnot in Gießen kritisch beleuchtet hat, geht uns heute abermals eine Stellungnahme zur Entgegnung des städtischen Wohnungsamtes zu: gm 2. Blatt des Gießener Anzeigers vom ktober 1.919 ist eine Antwort des städtischen Wohnungsamtes aus den Artikel in Nr. 249 ab< gedruckt. Wenn noch einmal aus diese Zuschrift geantwortet wird, so geschieht das selbstverständlich nur im Interesse der Sache und ohne jede Spitze gegen das Woonungsamt. Die Antwort des Wohnungsamtes geht gar nicht aus den Kern der geäußerten Bedenken ein. Daß es nicht nur sür einen Juristen, sondern auch für jeden verständigen Laien klar ist, welche Auf- gabeu nach den Gesehen und Berordmingeu ein Einigungsamt lMietcinigungsamt) und die Ge- rneindebehörde (Wohnungsamt) Haden, ist gar nicht bestritten. In welchem Maße aber in Gießen die Tätigkeit der beiden Organisationen ineinander überyespielt hat. dürste wohl eine Prüfung der erlaßenen Anordnungen ergeben. Es ist auch eißen« artig, daß ein Zusammenarbeiten beider Aemter dadurch gewährleistet sein soll, daß der Schrift- führer des Mieteinigungsamtes zugleich der Ge- schästssührer des Wohnungsamtes ist; bei allen derartigen nebeneinander, aber aus ein Ziel hin arbeitenden Organisatwnen tonn das Zusammenarbeiten nur durch die gemeinsame Oberleitung und Oberaufsicht herbeigeführt werden. In der Zuschrift des städtischen Wohnungsamtes wird weiter gesagt, daß der Zuzug nach Gießen durch die Stadtverwaltung bereits im Mai b. I. verboten sei. Wenn man axr die Veröffentlichungen in der Zeitung nacholättert, so sieht man, daß die Genehmigung des Hessischen Landes- Arbeits- und Wirtichaftsamts zu diesem Verbot, erst Ende Juni veröftentlicht worden ist. Welchen Personen der Zuzug nach Gießen gestattet werden muß, worüber fick das Wohnungsamt in längeren AuSlührungen verbreitet, fit ja hinlänglich bekannt und in dem Artikel in Nr. 249 gar nicht in Frage gestellt: daß das Wohnungsamt aber erklärt, es könne die Aninahmesähigkeit der Stadt für Studenten nicht seststellen, oogftich in dem genannten Artikel ein Weg dafür gewiesen war, erscheint doch recht bedenklich, denn es bedarf doch keines weiteren Hinweises, daß dec übermäßige Zuzug von Studenten die Räume den einheimischen Familien wegnimmt. Wenn weiter das Wohnungsamt hinweist auf die Berordnungen des Hessischen Landes-Arbeitsund Wirtschaftsamts, welche für die Frage der Beschlagnahme übergroßer Wohnungen in Betracht komme, so hat es offenbar noch nicht er- Tarmt, woraus es ankommt und was ja gerade der angegriffene Artikel erwähnt hat, daß nämlich die Gemeindebehörde die Anordnung der Beschlagnahme übergroßer Wohnungen, zu der fragliche Verordnung sie ermächtigte, tatsächlich noch nicht erlassen hal. Sie war im Schlußsatz der Bekanntmachung des Oberbürgermeisters vom 6. Juni 1919 im Gietzener Anzeiger Nr. 131 in Aussicht gestellt, ist aber in einer vechtsgültiMN Form noch nicht veröffentlicht worden, wie wohl bei einer Beschwerde eines Hausbesitzers oder eines Mieters über derartige Anordnungen eine Beschwerde- inftanz oder das Gericht feststellen würde. Für die Lösung derartig wichtiger Fragen, tote die Behebung der Wohnungsnot, hat eine städtische Behörde unbedingt die Mitarbeit der Bürgerschaft notwendig, und in dieser Richttmg anregend zu wirken, ist nur der Zweck der beiden Verösfentiichungen gewesen. Hoffentlich tragen sie dazu bei, gerade die Gießener Bürgerschaft aus ihrer Teilnahmiosigkeit aufzurütteln und die Stadtverwaltung in ihren Bemühungen zu unterstützen. Hierher gehört auch die Frage der unnützen Verwendung der beschlagnahmten Baumaterialien, worüber die Baupolizei und der Demobilmachungs- ausschuß der Stadt Gießen zu wachen hätte; vielleicht nimmt ein oder der andere Bürger Gießens einmal zu dieser Frage Stellung, nachdem er sich die Mauerbauten eines Bauunternehmers in der Süd-Anlage angesel-en hat. Der Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhessen. Verhandlung vom 18. Oktober 1919. 1. Die Arbeiterschaft der Firmen Heyligen- staedt, Schaffstaedt und Bänninger in Gießen hatte darüber Beschwerde geführt^ daß die Akkordentlohmmg die Erwartungen bet toeitem nicht erfüllt habe, daß die Teuerung aller Lebensverhältnisse inzwischen derart gestiegen sei, Das Glück der andern. Original-Roman von Erich Eben stein. Copyright 1916 by Ordner & Comp., Berlin W 30. kNachdruck verhorn.) Fortsetzung 39. xvm. Acht Tage tonen vergangen. Qualvolle Tage für Magnus. Jede Stunde, j^be Minute wartete er, das Harald Molkern kommen werde, um Mo- deslas Hand zu erbitten. Aber es geschah nichts. Wohl kam Harald zu- tafeilen abends auf ein Stündchen herüber, saß toben Modesta und plauderte mit ihr, eher es schien, als könne er sich zu keinem bestimmten Entschluß ausrafien. In seinem Blick Ivar eine gewisse unruhig: Unentschlossenheit, die Magnus reizte. Und w'nn er mit dem Freund allein war, dann fühlte er deutlich, daß dieser stets mit dem Wunsche kämpfte, mit ihm über Modesta zu reden, diesen Wunsch aber dann doch roieber unterdrückte. Magnus fiel es gar nicht ein, ihm zu Hilfe zu kommen. Was ging ihn das Liebesglück Liber -Unglück der beiden an? Nur insofern wünschte er ungeduldig endlich eine Entscheidung, damit er seine eigenen Leb mssstcine danach einrichten föne. Tenn das war zur fixen Idee in ihm geworden: Sein etgeues Unglück und die innere Leere seines zukünftigen Lebens würde nicht zu ertragen sein, wenn das wahre Glück sich so nahe daneben kein Nestchen baute. Und nur darum, redete er sich ein, war er heimlich b wütend auf Harald, weil dieser zu keinem Entschluß kommen konnte. Nebenbei litt er Qualen unter Evelyns plötzlich zu Tage getretener Zärtlichkeit. Sein Wert war in ihren Äugen entschieden Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Obeicheffen) Samstag, h November 1914 daß eine Teuerungszulage von 30 Proz. auf die vor einiger Zeit festgesetzten Löhne gefordert werden müsse. Die Arbeitgeber gaben zu, daß baö Akkordwesen noch Mißstände enthalte, die Fabrikation sei aber vollständig geändert worden, cs seien noch Versuche nötig, und man werde in einiger Zeit zu einer Beseitigung etwaiger Unstimmigkeiten gelangen. Es sei auch richtig, daß die Lebensmittelpreise allenthalben bedeutend in die Höhe gegangen seien, was man bei der Beantwortung der Forderung der Arbeiter nicht habe ooraussehen können: im Gegenteil, damals habe man noch mit einer reichlichen Ernte und mit einer Senkung der Preise bestimmt rechnen dürfen. Inzwischen habe man sich überzeugt, daß man grundsätzlich, wenn auch nicht in der von den Arbeitern verlangten Höhe, eine Teuerungszulage bewilligen müsse. Die mit den Parteien gepflogenen Verhandlungen führten zu einer Verständigung, wonach eine Teuerungszulage von 20 Proz?' zugestanden wurde. (Näheres siehe Bekanntmachung.) 2. In der Streitsache des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands, Bezirksbureau Gießen, gegen die Gesellschaft für Beton- u n d Eisenbetonbau kam aus Grund der Verhandlung, bei der die Arbeitgeberin glaubte sich daraus berufen zu können, daß ihr Rechtsvorgänger eine kündigungslose Auflösung des Arbeits- Verhältnisses im Basaltwerk in Saasen vereinbart gehabt habe, eine Verständigung zustande. (Näheres siehe Bekanntmachung.) 3. Ter Deutsche Transportarbeiterverband hatte gegen eine Anzahl Gießener Firmen den Antrag gestellt, daß ein neuer Tarifvertrag festgesetzt werden möge. Ein Teil der Firmen hat sich mit den in Betracht kommenden Fuhrleuten verständigt. In der Verhandlung wurde mit einigen Firmen, die erschienen waren, die Sachlage durchgcsprochen. Es wurde alsdann beschlossen: Die Verhandlung wird ausgesetzt, um den Antragstellern Gelegenheit zu geben, die Angelegenheft weiter aufzullären, und sich mit den einzelnen Firmen, wo es nötig sein sollte, ins Benehmen zu setzen. Falls erforderlich, wird erneute Anrufung des SchlichtungsauSschusfes anheimgestellt. 4. Die Verhandlung über dock Antrag des Transportarbeiterverbandes gegen Karl Vorbach, Okarben, siel aus, well angezeigt worden war, daß der Arbeitgeber sich mit seinem Fahrer verständigt falte. 5. Aus bringendes Ersuchen des obersten Betriebsleiters der Butzbach-Licher Eisenbahn war beschleunigte Verhandlung angesetzt worden, dcu bei der Butzbach-Licher Eisenbahn — angeblich wegen Lohnforderung — Streik ausgebrochen war. Es handelte sich um einen Sympathiestreik für Forderungen, die allgemein vom Hauptausschuß der Angestellten des Lenzschen Bahntonzecns gestellt worden waren und über die nach dem Tarifvertrag ein Schiedsgericht entscheiden sollte. Für den Schlichtungsausschuß in Gießen sollte lediglich in Frage kommen, die beschleunigte Wiederaufnahme des öffentlichen Verkehrs zu erzielen und deshalb in dieser Richtung einzuschreiten. Nachdem man sich mit den ^Beteiligten ins Benehmen gesetzt hatte, stellte es sich heraus, daß eine förmliche Verhandlung nicht mehr nötig war, da inzwischen der öffentliche Verkehr wieder auf genommen worden war. Aus dem Amtsvcrküudignugv-latt. *♦ Da s Amtsverkündigungsblatt Nr. 113 vom 30. Oktober enthält: Sitzung des Provinzialtags. — Tie Versorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln. — Einrichtung von Fortbildungsschulsparkassen. — Ausführung des Tenk- ntalschutzgesetzes; hier: Ausgrabungen und Funde. — Urlaubsfaendigung des Kreisveterinärarztes Professor Tr. Knell. — Räude. Eine öffentliche Sitzung des Provinzialtages der Provinz Oberhessen finbet Samstag, den 1. Nov., vormittags 91/» Uhr, im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes in Gießen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Konstituierung des Provinzialtags, 2. Entscheidung über die Gültigkeit der Wahl der Mitglieder des Provinzial- tags, 3. Festsetzung der Tagegelder und Reisekosten der Mitglieder des Provinzialtags und des Pro- vinzialausschusses, sowie der Ersatzmänner, 4. Entscheidung über die Gültigkeit der Wahl der Mitglieder und Ersatzmänner des Provinzialaus- schusses. Einrichtung von Fortbildungs-- schulsparkassen. Angesichts des bevorstehen- oen Beginns des FortbftdungssckMlunterrichts lenkt die Kreisschulkommission die Mfmerksamkeit der Schulvorstände des Kreises auf die Fortbildungs- schulsparkassen. Da unter den gegenwärtigen Zeitumständen die jungen Leute fortbildungsschulpflichtigen Alters größeren Verdienst als sonst erzielen, liegt es im erziehlichen unb volkswirtschaftlichen Interesse, daß sic zu Spareinlagen veranlaßt werden. Sie werden sich hierzu um so williger entschließen, wenn ihnen leicht zugängliche Einrichtungen geboten toerben. Ta, wo es die Verhältnisse irgend gestatten, wirb deshalb die Einrichtung von Fortbichungsschulsparkas^en dringend empfohlen. Ausgrabungen unb Funde. Ta ohne vorherige Anzeige bei der zuständigen Behörde Ausgrabungen von Altertümern vorgekommen sind, sieht sich das Kreisamt Gießen veranlaßt, auf die Bestimmungen des Tenkmalschutzgesetzes sowie auf ,die Anzeigepflicht und die behördlichen Anordnungen bei Ausgrabungen und Funden hinzuweisen. Interessenten haben vor beabsichtigten Ausgrabungen sowie nach gelegentlich gemachten Funden die vorgeschriebene Anzeige durch Vermittlung der Bürgerlueistereicu an das Kreisamt zu erstatten. Kreisveterinärarzt Professor Tr. Knell hat seftren Dienst ivieder angetreten. Erloschen ist die Räude unter dem Pferde bestand des Mtbürgermeisters Hirz in Watzenboni unb Ludwig Vogel zu Großen-Buseck. Tien st nachrichten des Kreis amte s. 1. Nack Amtsblatt des Ministeriums des Innern vom 22. September ds. Js. führen die Kreisstraßenmeister künftig die Amtsbezeichnung „Bau- sekrctär". 2. An Stelle des in den Ruhestand getretenen Kreisstraßenmftsters Rohrer ist Bausekre- tär Enders in Gießen mit'der Versetzung der Tienstgeschäfte im 1. Baubezirk beauftragt worden. Ausfall von Zügen. Die Eisenbahnbirektivn Frankfurt a. M. teilt mit: Der Mangel an Kohlen unb bie Not- wenbigkcit, weitere Betriebsmittel sür die Beförderung von Lebensrnitteln und Brennstoffen freizumachen, zwingen, nachstehende Züge von Montag den 3. November ab bis auf weiteres ausfallen zu lassen. Sz. 1) 81 Frankfurt H. ab 7.20, Gießen an 8.52, ab 9.01, Hagen an 12.44, Essen an 1.50 Sz. D 82 Essen ab 4.31, Hagen ab 5.50, Gießen an 10.05, ab 10.15, Frankfurt H. an 11.3 abends Pz. 773 Frank,urt H. ab 10.03, Marburg an 1.32 „ 776 Marburg ab 1.28, Frank urt H. an 5.08 „ 1657 Wetzlar ab 6.25. G eßen an 6.45 abds. „ IC22 Dillenburg ab 8.29, Wetzlar an 9.26 „ 1654 Gießen ab 10.42, Wetzlar an 11.02 „ 1623 Wetzlar ab 11.12, Dillenburg an 12.16 „ 1658 Gießen ab 7.00 abds., Wetzlar an 7.20 abends „ 414 Gießen ab 6.00 abds., Limburg an 8.17 abends „ 409 Limburg ab 7.33, Gießen an 9.53. „ 3171 Dillenburg ab 10.00, Straßebcrsbach an 10.41 „ 3168 Straßebersbach ab 7.41, Dillenburg an 8.22 „ 506 Gießen ab 8.20, Gelnhausen an 10.31 „ 505 Gelnhausen ab 1.05, Gießen an 3.36 „ 555 Gießen ab 12 32, Fulda an 3.33 ,, 554 Fulda ab 8.58, Gieren an 11.57 „ 4335 Grünberg ab 9 00, Londorf an 9.38 „ 4338 Sbnborf ab 10.30, Grünberg an 11.09 ,. 7933 Nidda ab 9.31, Scholten an 11.06 „ 4184 Schotten ab 7.46, Nidda an 8.30 „ 4733 Bad SalzscUirf ab 11.00, Niederaula an 12.20 „ 4734 Niederaula ab 12.35, Bad Salzschlirf an 2.51. ( Kricgsgesangenen-Heimkehr. ** Der Empfangsausschuß für heimkehrende Kriegs- und Zivil- gefangene veranstaltete am letzten Ztonners- tag wiederum einen Unterhaltnngsabend für Heim- gekehrte. Dr. Schneider begrüßte die Ato tvesenden durch eine kurze Ansprache, worauf der Gesangverein „Liedertafel", her sich zum dritten Male gütigst zur Verfügung gestalt hatte, einige sehr gut zum Vortrag gebrachte Lieder zu Gehör brachte, die durch viel Beifall belohnt wurden. Lehrer Valentin Müller hielt eine sehr schöne Anspracfa, die von den Zuhörern mit großem Dank ausgenommen wurde. Einer von den Heimkehrern tzab ebenfalls ein Lied zum besten und ein anderer dankte int Namen seiner Kameraden für den Abend. Damen des Roten Kreuzes und Volksbundes sowie Schwestern vom Lager verteilten wieder Liebesgaben. Zum Schlug sprach Dr. Schneider noch einige Worte unb wünschte den Heimkehrern eine glückliche Reise in die Heimat. Grobfeuer. Gelnhausen, 31. Okt. (WTB.) (rin Großfeuer äscherte in der vergangenen Nacht die hiesige K r e t s m ü h l e ein, in welcher die gesamten Getreidevorräte für die Versorgung des .\bxiied Gelnhausen lagerten. Das Gebäude ist vollständig ausgebrannt. Auch einige Nacfaargebäude, auf bie das Feuer über griff, finb niedcrgebramft. Zwei Personen wurden schwer, mehrere andere leitfa verletzt. Der Schaden beläuft sich aus mehrere Millionen Mart. Die Enrstehungsursache des Brandes ist bisher iwch unb.Eannt. Lctztc 2lteden Mittwoch abend 8*1, Uhr: Einiuhrnng in die Heiliga Sch,ist. _____ Eintritt frei sür Jedermann. BessaräebctÄ“ti^wirktiLschmecl<1 Pascossan, ges. gesell, j Unentbehrlich bei schwachen u. znrflekßebllebenen Kindern, stärkend und appetitanregend, msskel- b. kuoehcnblldend, hervorragende Erfolge bei dungegen SCrOfUlOSB UHÖ fe». ‘XVzu nehmen. 1 Schachtel, ausreichend-nir etwa vier Wochen, M.3.—. Zn halien Ib Apethekenj!. Droeerlei. fach- gestiegen, und sie bemühte sich, ihm di.'s auf alle LLeise zu zeigen. Was ihn früher hochbeglückt hätte, ihre Liebenswürdigkeit und das sanfte Eingechen auf seine Wünsche, das ekelte ihn jetzt, wo er mit kaltem Blick ihre Mottve ditrchschaute, unsäglich an. Mit fast übermenschlicher Anstrengung nur gelang es ihm, äußerlich eine gleichmäßig freuitdliche Mime beizubehalten. Und dabei war Modeste nun fist täglich drüben m Schönau! Magnus begriff gar nicht, wie ihre Mutter dies dulden konnte. Hatte di: denn gar keiften Stolz? Aber Mama Losenstein hatte vor allem Sorgen. Von Emmy kamen so trostlose Briefe. Tie Arme konnte sich gar nicht in ihre Verlassenheit finden, obwohl sie sich bis zur Unvernunft durch Arbeit zu betäuben suchte. Und dann Modeste, die so stftl unb scheu Herumschlich, so oft Kopfschmerzen vorschützte, um nicht einmal zu den gemeinsamen Mahlzeit m erscheinen zu müssen, and trotz guter Luft und Küfa milch so gar keine roten Backen bekommen wollte! Auch, wollten ihr Modestas Tränen von damals abends gar nicht aus dem Kopf. „Fehlt dir etwas, mein Liebling? Willst du nickt Vertrauen zu mir haben?" fragte sie sie einmal, als sie ganz allem waren, zärtlich besorgt. Aber Modeste schüttelte den Kops. „Gar nicÄs, Mama. Nur das Nichtstun tut mir nicht gut. Ich habe hier so gar keine bestimmte Tätigkeit . . „Aber was wolltest du denn tun?" „Hier — nichts! Doch sehne ich mich nach Wien zurück, um ernstlich lernen zu können. Tu neift doch, ich will den Kfitoergartenkursus machen," „Und das wäre dir lieber, als hier sein, wo es so schön ist?" fragte die Mutter ungläubig. Modesta senkte den Kopf tief, damit die Mutter das wehe Zucken um ihren Mund nicht sehen tonne. „Ja," sagte sie leise. Tie Gräfin lächelte über Matna Losensteins Beslorgnisse. „Seyen Sie, liebe Freundin, Modesta ist eben ein sehr tief und stolz veranlagter Charakter, gar nicht was man mit dem Durchschnitt der jungen Mädchen vergleichen könnte. Wie ihre Erscheinung ist auch ihr Inneres apart. Und ich glaube, sie befindet sich jetzt in einer Krise ihres Innenlebens, die ihr mehr zu schaffen nracht als anderen Mädchen. Etwas Ungeahntes, Uebermächttges ist über sie gekommen, und sie kämpft dagegm an — toetjrt sich! Es ist der Kampf einer stolzen, jungfräulichen Seele gegen die Allmacht der Liebe." „Sie meinen, daß sie Harald Woltern liebt?" fragte die Mutter lächelnd, der diese Atmahme gar nicht unlieb gewesen wäre. „3a. Und ich glaube, wir tun am besten, Modefta ganz sick selbst zu überlassen, bis sie aus sich heraus zu voller Klarheft kommt. Ihr Drang zur Einsamteft, ihre Scheu vor Menschen, die besonders in der letzten Zeft so deutlich zutage tritt, deutet darauf hm, daß sie selbst vielleicht noch nicht weiß, was in ihr vorgeht. Sie ist ja noch so jimg! Wie soll sie nicht erschrecken vor dem Gedanken, daß ein fremder Rtensch plötzlich nim so ganz Besitz von ihrer Seele ergreift ? Uebertaffen Sie sie ruhig sich selbst und — Tante Luise auf Schönau. Je heimischer sie sich dort fühlen lernt, desto weniger fremd wird ihr auch Harald erscheinen. Unb er ist ja ein so guter lieber Mensch, sie werden gewiß beide sehr glückUch werden, wenn sie sich erst gesunden haben." . Das klang alles so wahrscheinlich. Mama Losenstoin begriff zuletzt gar nicht, daß ihr die Eri'lärung nicht selbst gekommen war. Tausend Kleinigkeiten, die ihr jetzt einfielen- bestätigten ja die Annahme der Gräfin. Modesta war verliebt — das erklärte ihr verändertes, ungleiches Benehmen. Man überließ sie also scheinbar unbeachtet; sich selbst, und Frau Losenstein gab sich den An-- schein, als glaubte sie Modesta ernstlich, daß alle diese in Schönau verbrachten Stunden einzig und allein dem Kindergarten gewidmet waren, den die alte Komtesse dort eingerichtet hatte. Indessen: fühlte sich Modesta tief unglücklich und hatte nur einen Gedanken: „Könnte ich doch fort von Rettenegg!" j Die harten Worte Evelyns, sie habe versucht, sich zwischen sie und ihren Bräutigam zu drängen, brannten rote Feuer in ihrer Seele. Und das andere Wort — das vom Schönauer, der vielleicht nicht Ernst machen würde, jagte ihr die Scham in die Wangen, so oft sie daran dachte. Einen ganzen Tag und eine ganze Nacht hatte Modesta gebraucht, um es überhaupt zu begreifen. Dann fatte sie es jäh auf geschreckt wie ein Peitschenhieb. War es möglich, daß man glaubte, sie ging« — darum nach Schönau? Wo sie doch nie im entferntesten daran gÄach^ fatte, seine Freundlichkeit könne etwas anderes sein als eben nur — Freundlichkeit. Freilich, jetzt, ivo sie durch Evelyn geweckl war . . . Aber wohin sollte sie denn gehen, da sie um der Schwester Mißtrauen wftlen sich in Rettenegg kaum mehr zu zeigen wagte? (Fortsetzung folgt) t zu 12401V 3. 2L: Raab. Gießen, ocn 1. November 1919. 124320 verkaufen. 12445 % 020988 verkaufen. 021032 im Pfau. ric N »II Ri u. 01 verkaufen. öeötiö 8srte»ßr«Sk 11. tücher um au Teuerung#- Kenntlich zu Hessische Handelskammer Gießen: I. D.: Schirmer, Kommerzienrat. limMm wollt. RulKtitülHdi. nuterbaUen, au verkaufen 021060 Gderttraße 1 11. Abend-Kurse Begkin Anfang November 1 Baar feste braune Herreustiefel neu. Wr. 42/43, AU verkauf ”Neuenweg 36 11L Oberhessen. 124026 il 8' ki « in 11 GoterhJ Ali öerf , Wine Einmal dunkel lu Avvcrk. 019826 : G Ai: r u. oi an crr atc ver ügen, ersucht werden, im 3 n«< teresse der Algemeinheit von den trnctr ausgestellten Bezugsscheinen keinen Gebrauch gii machen: 2. die Ortswhlenstelle angennexn worden ist, künftighin bei Au^siellun' von Bezugsscheinen die i'dmrtlübe Erklärung abzunelMea. daß der Antragiieller tatsächlich nur noch für weniger a'A 14 Tage Brennstosie besitzt: . 3. Zuwider anülung n ge en di se Borschmil mit BeronenNtchung der detre, enden Namen ge» ahndet werden sollen. Eine Revision der Haushal- ttnrgen ist beabsichtigt. i^ießen, den 29. Oktober 1919. 12425E Der L berdürgermeister. (OrtslohteMteÜe.) Lüster für GaS und Elektrisch tu verkaufen 021083 Hofmannftraste 6. Krautständer (Steingut) zu ver kaufen. Schirren- bergerWcg 49aIIat>OTn Mehrere hundert Mir. gebr. Drahtccfleeht (für Garten geeignet) zu M-tilpulz liefert wegen Ausgabe dieses Artikels weit unter BreiS 020907 Moritz Köhler, GlBSSßn,_Ne2Stad[79. Gräschwita - leiMü - Zwirn für lianduftberel schwarz u weiß emosichlt billigst Frans Belte, 9781s MäuSburg 1<1 Mta la Polsterang und Friedensbezug empfiehlt gm Jakob Münch, Wetzlar, I>ua«R«aa Jfr. Bekanntmachung. Betr.: Kartofielbejussi'cheine. Auf Beschuß oer städtischen Leb ensm ittel - Devuration werden vom 5. November 1919 ab Kartoffel-Bezugs chnne nicht mehr ausgestellt. Gießen, den 30. Oktober 1919. 12426B Der Oberdürgermeistcr Lebensmittelamt). Mobiliarversteigeruug. WegzugShalber kommen amDienstagden (4. November, n achm. 1,30 Uhr begin- mend, in der Villa „Fehling" in Dorlar am Block zur öffentlichen freiwilligen Ver- isteigerung gegen sofortige Barzahlung: Herrenzimmer-Einrichtung idunSel-eichen): Bücherschrank, Sck>reibtisch mit Sessel, Tisch, 2 Lederstühle, Standuhr, Plüsch- fofa, elektr. Hängelampe, 2 lederne Klubsessel. Verschiedenes: sElektt. Speisezimmer-Hängelampe, pol. Ausziehtisch iNußb.), lack. Schreibtisch mit Aufsatz, eintür. kllleiLerschrank, polierter Serviertisch, pvl. Säule Nußbaum), Marmor-Waschtoilette (passend für Aeizte-, weis;, cmaül. Waschosen mit Ablaßhahn, Rcgulawr, Kamin-Einsatz Ösen, Weinschrank, Eisschrank, Kinderwagen, 60 Grammophonplatten, jGtcil. Lasen stall, Flaschen. 100 Emmachgläser, tflT. Markise für Veranda, kl. Knochenmühle, . Ösen. Vorratsschrank, 2 kleine Anlegeleiter^ Scheibenbuchse,' 22 Hühner, 9 junge Bäumchen ISpalierobst, 2 desgl. Hochstamm usw. | Die Gegenstäiche (Friedenswäresind teils fast mai und befinden sich in sehr gutem Zustande toro ist deren Besichtigung am Tage der Verweigerung von vorm. 9 Uhr ab gestattet. SBtSar, den 30. Oktober 1919. 12431V Carl Rompf, Steighausplatz 23. Fernspr. 43.________ An- u. Verkauf iiion Lumpen, Gisen.Me- tollen, Knochen, Pa- picr, Flaschen, gebe. Maichinen. Ü7K Louis Rothenberger iUenenveett. Telepb. 171. Radikale Vertilgung fcer Manie, Ratten, <>amficr, 'Itfübimanic, Wanzen, Fldde.Echwa- ben, Staterlnfcn. Bmei- leu niro. Unichavlich für Menschen. Haustiere und Wild. Vcbbrdl. 2iner- krnnung. Vertrieb: II. Ilana, ISiehen, donosttahc 2. (LiittN SeUdifh unö | slMMmdW starke, nroüfrüdbtine Straucher.emvneblt Gärtnerei Dönges, Marduraer Str. 67. la Pnizlnmpen Tflrvorlun .'Ilbfrifbürit Vianavabeien. Patent Tcppichkfovfereuipsiehl! Ludwig Kohlenmann IV. Bletchstraße 12, 020701 Befanutmachnng. Tas von der Stadt Gießen auägexbme Lriegs Notgeld in 23-Mk.-. 10 Mk.», 5-Mk.-' imb bO-Ps.-Älieinetl ist aus den 1. April 1919 zur Einlösung aufgerusen wor- den. Die Stadtverordneten Versammlung hat nunmehr als letzten Einlösungstermin den 1. Dezember 1919 festgesetzt. Nach biffcm Tag werden die Notgeldscheine von der Stadtkas|e nicht mehr angenommen. Zn gültigem Umlauf bleiben die ÄtiepSnot« geldstücke in Metall im Werte von 50 Vi. und 10 Vf. 12 457B Gießen, den 30. Oktober 1919. Ter Over Bürgermeister. Z. B : Lrenzrtn. prelflro, fow. ca. 7M Siek. We-tt i 1JM) Mark. abAuaeben. Näheres Wetzlar, Pariaar Strait IL 0210.6 Goni-Me (billiger wie I.edcr) in vorziiglicher Qnali- tät und allen Gronen cmvfieblt Moritz Köhler, Gießen, Neustadt 79. Medizinal-LeberlraD lÄrlm-Msioo empfiehlt ’*«• Adler-Drogerie — ÄrltereweE 31) — vormals Otto Schaaf. Inhaber W.WaldaohmKt, __Apotheker. Spiegel Flurgarderoben Sessel in aroüer Auowabl ein- getroffen bei Philipp Henkel, Donnenstraße 11. 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Gießen wegen Kündigung von Arbeitern in dem Da>allwerk in Saasen. 3n der Verhandlung vom 18.10.1919 haben die Parteien folgenden Vergleich geschlossen: Die Firma erklärt sich bereit, den Arbeitern Löffler und Keil 8 Tage, Sommer und Görnert 6 Tage, Pfeiffer 12 Tage, Häuser und Heuser 3 Tage zu vergüten und zwar zu dem damaligen Stundenlohn. Heber den heutigen Lohnausfall der Beteiligten erhält die Antragsgegnerin eine Aufstellung seitens der Antragsteller und verpflichtet sich, den heutigen Lohnausfall Wohnhaus 2x4»3immcr« u. Mnnf.» Wohn., (Serien mit Obstbaumen ti. Bleichvlatz, im östl. Stadtteil, au Selbst» fünfer preiswert au verkaufen. Schr. Angeb. unt. 020883 a. d. Gieß. Anz. erb. sGües Hans entbaltend 3 mal 4 Zimmer il Bad und eine bald ireliDcrbcnbc 3-Ziptmer- wobnung, preiswert zu Behördliche Anzeigen. Bekanutmachung. In linier Genossenschaflsregnter wurde heule die urch Statut vom 10. September 1919 errichtete 6nu und Verkaufsgeiwssenschaft der Bäckermeister Gießen und llmgegenü, eingerragene Genossenschaft mit beschränkter Ha tpflich: »u Gießen, eingetragen. GegenstMid des Unternehmens i|t der aememichaftliche Betrieb von Geschäften, die zur Vebnna der wirtschaiUichen Lage des Bäckerhaud- werks dienen, insbesondere der Ein- und Berkauf aller zum Betriebe des Bäckcrgewerbes erforderlichen Gegenstände. Die von bet Gciwsscmfckxift ausgehenden Bekannttnachungen erfolgen unter der Firma in bet „Hessischen Bäcker- uno stvnditof Zeitung". Die Höhe oer Haftsumme beträgt 100 Mark: die Zahl her GeschSstsmiteile ist auf 10 feit» gesetzt. Der Borstand besteht aus 5 Mitgliedern: Jakob Klülgelhösfer, Gießen : Carl Svamer, Reis» ktrchen: Georg F-orbach, Gießen: Wilh. Scheid I., Bellersheim: Heinrich Weimar, Gießen. Tie Wil- lenser^ärunq'n oes Vorstandes er'olgcn durch mm» bestens zwei Mitglieder: die Zeichmtng geschn.-ht, üü>em zwei Mitglieder der Firma ihre Namens- vnterschritt beifügen. Die Einsicht der Liste der Genosten ist wahrend der Drenststunden des Gerichts jedem gestattet. G i eß en, den 29. Oktober 1919. 12 4386 _______ Hessisches Amtsgericht, KOW.AitttiU oer Psb. 1 Mk., zu uert Dorf Giill, i. Schulbau». | Xsulgeructis | EilllkMvciii zu faulen aeiucht. 4>ammitrake 7 L Kauarikiiosistl» kauft Berthold, Frei bur« i. B-, Ronra Moderner Kragen MMaß für 70 Mk. au vetkaufeu Liebisstr. S7III. schöne 0210.4 Pelzgarnitur für 80 M. au verkaufen. Asterwet 20. ? cäSftC'ltififl i iBabweantti für il bi» (Nr 43—44. btlltq abzugeb ' 12 ,abr. zu oerk. (0'1087 Kralfltrfar Str. 42 f. BdsrstraSa II, Uatarä. f Schaumberger L Cohn Marburger Straße 22. In der Gemntkuug RsShkiA t. 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