Nr. 229 Der Siehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Vezvgrpreis: monatl. M k. 1.60, viertel- jährlich Mk. 4.80; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Mk. 1.50; durch diePost Mk.5.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Fernsprech - Anschlüsse: für die Schristleitung112 Verlag,Geschäftsstelle^ Anschrift sürDrahtnach- richten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Zranksntt , er schildert die Anfänge unserer Marine, erzählt höchst anschaulich fesselnde Einzelheiten über Besuche bei Bismarck, der seinen Groll nicht verbarg, auch wenn ihm nach seiner EntlassunA Aufmerksamkeiten an- lgetragen wurden. Schon dieser Teil des Buches ist alles andere denn byzantinisch gefärbt, denn Tirpitz kritisiert sehr freimütig das öfter nicht gerade taktvolle Verhalten des Kaisers bei dem Altreichskanzler, der denn! auch einmal in unauffälligem Zusammenhang aber doch mit merkbarer Betonung dem Kaiser gegenüber geäußert habe: „Mit diesem Offizierkorps können Eure Majestät sich freilich alles erlauben; ist es einmal nicht mehr da, wird es ganz anders sein." Anttbedeutungsvollsten sind natürlich die Kapitel des über 500 Seiten starken Buches, die von der Entstehung und dem Verlauf des Krieges handeln. Es kann hier nur das Wichtigste angedeutet werden. >Tirpitz stellt vor allem klar, daß nicht etwa e c es gewesen sei, der von Anfang an auf den U-Bootkrieg gedrängt habe. Noch Ende 1914 hat ec in einem Schreiben an Admiral v. Pohl, der für Ende .Januar die Eröffnung J U-Bootkrieges ankündigen wollte, ausdrücklich davon abgeraten. Er hielt das Verfahren und die Methode für verfrüht. Während Tirpitz allenfalls für eine U-Bootblockade der Themse eintrat, erfolgte zu seiner völligen Ueberraschung am 4. Fe- bruar/1915 die bekannte Kriegsgebiets- und U-Bootserklärung. Dann freilich, nachdem der Fehler einmal gemacht war, galt es nach Herrn v. Tirpitz' Meinung fest zu bleiben, und als er sowohl wie der Admiralshabschef in diesem Februar in einer telegraphischen Meldung fichj darüber äußern sollten, „ob und in welchem Mäße eine Gewähr dafür übernommen werden könnte, daß innerhalb sechs Wochen nach Beginn des neuen Handelskrieges England zum Einlenken gezwungen sein würde," ließen die beidmr folgendes Telegramm nach Lötzen abgehen: „Staatssekretär und Admiralstabschef sind überzeugt, daß England 6 Wochen nach Beginn des neuen Handelskrieges einlenken wird, wenn es gelingt, von Anfang an alle für diese Kriegführung verwendbaren Machtmittel energisch einzu- fetzen," Wir hatten uns, so fügt Tirpitz in seinem Buche hinzu, „über das Telegramm des Kabinettschefs und die zu erteilende Antwort des längeren den Kopf zerbrochen. Wir gewannen die Ueberzeugung, man wollte uns durch die Anfrage wegen der 6 Wochen zu einer verneinenden Antwort zwingen und dann den Rückzug vor Amerika ausschließlich durch unser Votum rechtfertigen. Ich entsinne mich noch der Worte des Admirals v. Capelle: „Auf eine dumme Frage gehört eine dumme Antwort." Die weitere Verschärfung des U-Boot- krieges wurde von General v. Falkenhayn selbst angeregt, als die Frontlage schwieriger geworden war. Da empfahl um den Jahreswechsel 1915 und 1916 Tirpitz „eine Art Sperrung *be§ Handelsverkehrs mit England". Zum entscheidenden iVortrag beim Kaiser wurde Tirpitz gar nicht zugelassen; ev meldete sich am 8. März krank und erhielt Postwendend die Aufforderung, seinen Abschied einzureichen. Zur Begründung seines Standpunkts sagt Tirpitz: , "Ter U-Boots krieg, im Frü hja hr 1916 schran- tenlod ausgenommen, enrhielt unsichere Faktorei iuc I^>e strategisch--politisch-wirtsch;aftliche Berech- ^tun9- .-Per cs läßt sich heute gewisser als je lagen, daß er die Engländer zu einer versöhn- ! n • *-.1 m m V n 9 gebvcrch«t hatte, die sich zwar wioyl nie Vo kläglich und unverständig geäußert hatte, irre die Friedensresolutivn unserer Reichs- lagödemvkratt: von 1917 —dazu iini> die Engländer em zu politisches Volk —, aber materiell für und cmnehmbaren Fftedensschluß ausgcreicht hatte. Im Fruhmhr 1916 war freilich kein Monat mehr zu verlieren — nicht nur n>>gen des Wachstums der feindlichen Abwehrmaßnahmen, sondern auch wegen d^ Rückgang unserer eigenen Widerstandskraft. Wenn dann nich längstens einjährigem Frachtraumkrieg in England die Mot gefühlt worden wäre, würden die Moral unseres eigenen Volkes und seine Kraftreserven noch so hoch g-standeu haben, daß wir die Wirkung ab'.varten kennten. Für die durch- schlagende Kraft eines damals unternommen m Üb-ootskriegs und für die Lebensgefahr, die damit über England schwebte, laim ich letzt eine lang: Relhe englischer Bekenntnisse Mi führen, welche nn- sere Demokratie und anbere Interessenten vergeblich in Vergessenheit sinken lassen möchten. Noch 1917, eiar Jahr zu spät, 'roaren wir dicht vor dem Ziel, so daß man erkennen konnte, daß der Uboots- krieg, auch nur ein.halbes Jahr früher begonnen, noch durchgcschilagen haben würde." Im übrigen führt der Großadmiral Klage darüber, daß teilt einheitlicher Oberbefehl zur See bestand. Der Kaiser wollte sich den entscheidenden Einfluß selbst Vorbehalten, und das Marinekabinett übernahm die Verantwortung. Tirpitz selbst wäre gern, wie er zuge- teht, Oberbefehlshaber geworden. Sein ur- prünglichec Kriegsplan war, eine offene S> / chlacht mit den Engländern zu suchen und dafür auch die Grobkampfschiffe einzusetzen, denn, so argumentiert er, die Flotte hat uns, wie die Dinge kamen, int Kriege nichts genützt, iijib jetzt liegt sie auf dem Meeresboden. Wir hätten den Schiffsbestand der Engländer mindern müssen, dann hätte ihr Ansehen Einbuße erlitten, und es hätte nicht die ganze Welt zu Verbündeten gewinnen können. Tirpitz hält den Bruch mit Rußland für einen Kardinalfehler der deutschen Politik. Wir hätten nach seiner Meinung einen cmtiengtischen Bund suchen müssen: „Hättm lirir, statt „Hans Dampf in allen Gassen" zu spielen, die Weltmachtbezichungen, durckgeführt, auf denen die Weltpolitik beruht, so würden lültr uns, mit Hilfe Japans vielleicht, gegen die Möglichkeit des Weltkrieges überhaupt lwben sickern können. Noch« 1915 oder 1916 konnte Japan den Krieg durch« eine Geste becnb-cn, rocrat nicht gar ihm eine entscheidende.Wendung zu un-, seren Gunsten geben. Voraussetzung war, daß lüir uns mit Rußlano verständigten. Wir mußten mit der asiatischen Großmacht ein Bündnis auf Tod und Leben fuctien. Tie Amerikaner nahmen Teutschland vor bent Kriege in jeder Hinsicht sehr ernst und hatten ein feines Gefühl für unsere aufslcigende Kraft.' Warteten wir noch einige' Zeit im Frieden die Entwicklung ab, so wuchsen die uns und den Amerikanern gemeinsamen Interessen von Jahr zu Jahr. Als wir 1914 in den Krieg hineinschlitterten, war eine der schwersten Folgen dieser furchtbaren Tatsache, daß wir die angelsächsische Gemeinbürgerschaft, anstatt sie einzuschläfern, erst redn zur Entwicklung brachten." Wenn man auch zu der Ansicht kommen mag, daß manches von den Plänen des Großadmirals zu gewagt erscheint, so stehen doch Männer wie ec und Ludendorff sehr hoch über dem schwächlichen rmd schwa-ikenden Charakter eines Bethmann-Hollweg, dessen Halbheiten uns so zum Verderben geworden sind. Wir werden auf das intereffante Buch von Tirpitz noch weiter zurückkommen müssen. Die heererausgaben. Berlin, 30. Sept. (Wolfs.) Im Haushalt-' aus schuß »der Nationalversammlung erklärt der Reichswehrminister, daß die beabsichtigte Verringerung der Heeresausgaben nicht - habe eiu- treten können int Hinblick auf die Vorgänge im Osten. Statt den Abbau eintreten zu lassen, müßten dorthin mehr Leute geschickt werden, um die heimatlichen Gebiete gegen Einfälle der Bolschewisten zu sichern. Die spartakisttschen Unruhen in Oberschlc- sien erforderten ebenfalls ein stärkeres Aufgebot an Reichswehr. Die Ruhe sei dank derselben wieder hergestellt und die Kohlenförderung sei im Steigen. Der Minister ging daun auf die Verhältnisse in Kurland näher ein und gab der Hoffnung Raum, daß die zurückberufenen Mannschäften auch im Hinblick auf die getroffenen Maßnahmen, wie Lohnentzug und Verlust der Versorgungsansprüche dm gegebenen Verhältnissen Rechnung 'tragen und zurückkehren würden. Wie die in russische Dimste übergetretenen Mannschaftm zurückgeholt werdm tonnten, dafür wisse er noch keinen Weg. Bei den Heereskosten feien noch die Ausgaben für die zur Entlassung kommen dm zahlreickmn Soldatm und Gefangenen eingestellt. Die Stärke der Reichswehr belaufe sich zur Zeit auf rund 4 0 0 00 0 M ann. Die Bestände feien aber stark im Schwinden, da die Werbung feit l1/« Monaten untersagt fei und viele der Soldatm ausschiedm. wenn sie Arbeits- getegenbeit gefunden hättm. Er werde schließlich die Anwerbung wieder in Aussicht nehmen müssen. * Die Zurückführung der Gefangenen. B e r l i n , 30. Sept. (WTB.) Die Reichszentralstelle für Kriegs- und Zivilgefangene teilt mit: Bei der deutschen Waffenstillstands- kommission ging eine neueNoteder eng- lischen Waffen still st and skommis- s i o n ein, worin erklärt wird, die Heimschaf- fung der deutschen Gefangenen aus Aegvptcn werde in Kürze beginnen. Die Heimschaffung der Gefangenen aus den anderen britischen Kolonien sei in die Wege geleitet. Eine Prügelei in der italienifchen Kammer. B er n, 29. Sept. (WTB.) Auf die während der Abstimmung von N i t t i gemachte Drohung, sich über die von dem Reform- ozialisten Raimondo gestellte Frage, ob die Regierung etwas über die Art der piskufiwn des Friedensvectrages sagen wollte, mcht äußern zu können, versuchten die Sacchiften die Weiterführung der Abstimmung zu ver-I hindern. Der SozialistMediglianostürzte sich darauf auf R a i m o n d o und es entstand eine allgemeinePrügelei,an dermindestens 50 Abgeordnete teilnahmen. In dem Durcheinander wurden vielen Abgeordneten die Kleider vom Leibe gerissen. Die Unruhe erneuerte sich immer wieder, bis endlich Nitti erklären konnte, daß seine Aeuße- rungen mißverstanden worden seien und daß er durchaus nichts gegen die Diskussion der Friedensverträge einzuwenden habe. Die Abstimmung konnte dann gegen Mitternacht zu Ende geführt werden. Die Regierung erhielt eine Mehrheit von 60© tim men. Neuwahlen in Italien. Bern, 30. Sept. (Wolff.) Durch gestriges königliches Dekret ist die i t a l i e n i sche Depu - ticrtenkammer aufgelöst worden. Die Wahlen sind zum 10. Oktober ausgeschrieben wor- dm. Senat und Kammer werden am 1. Dezember zusammmtretm. Tie Auflösung der Kammer finbet in der Presse vorerst 'wenig ernsten Widerspruch. Irgendwelche Umbildungen im Kabinett find vorläufig nicht zu erwarten. Ebenso ist die Erörterung der Friedensverträge damit bis auf weiteres, vertagt. Bern, 30. Sept. (Wolfs.) Dittoni, der in den letzten Kammersitzungen einen unbestreitbar starken Erfolg errungen hatte, der aber, wie die Kammerauflöfung zeigt, sich nicht zur Uebernahine der Macht entscheiden konnte, ivill unverzüglich feine Tätigkeit in Paris 'wieder ausnehm m in der Hoffnung, dach n4 eine günstige Lösung der Fiurnesrage zu erzielen. Sein tatkräftiges Bestte- Len und feine klaren Darlegungen über die auswärtige Lage haben die Gefahr der Jsoli'rung Italiens vorläufig befeitigt und lassen die Frage der endgültigen Regelung der italimischm Ansprüche offen. Der Handel Englands mit Deutschland. Haag, 27. Sept. Aus London meldet der „Telegraaf": In einem gestern veröffentlichten Weißbuch drängt die Handelskammer darauf, den Handel mit Deutschland wieder kräftig aufzunehmen. Es sei zu wünschen, daß die englischen Kaufleute alles tun, um sich einen Platz in Zentraleuropa zu sichern. Unternehmungen finanzieller oder kommerzieller Art haben keinerlei Erlaubnisscheine mehr nötig. Alle Waren, die von Deutschland nach England eingeführt werden, genießen dieselben Rechte wie die aus anderen Ländern. Die Bedingungen der russischen Sowjetregierung. A m st e r d a m, 30. Sept. (WTB.) Das Pressebureau Radio yreldet aus Lyon, daß in Washington amtliche Nachrichten eingetroffen sind, nach denen die russische Sowjetregierung bereit wäre, Friedensunterhandlungen unter folgenden Bedingungen einzuleiten: Sturz des Sowjetregimes, Einstellung der Hinrichtungen, Abschaffung des Terrors, Erteilung eines Freigeleits für 12 Bolschewisten- führer, darunter Lenin, Trotzty und Sinowjew, die sich nach Südamerika begeben wollen. Dieser Vorschlag der Bolschewisten werde den französischen und amerikanischen Diplomaten in einem neutralen Lande übermittelt werden. Man glaubt, daß Wilson eine neue Negierung vor Zusammentritt der Konstituante in Rußland anerkennen werde. ♦ Judenmißhandlungen in Oesterreich. Wien , 30. Sept. (Wolff.) Die Blätter melden aus Wiener-Neustadt: Als gestern nachmittag der Zug aus Oedenburg in dem ungarischen Kurort Sauerbrunn ankam. wurden die jüdischen Passagiere, etwa 30, von Soldaten, die unter dem Kommando Szekler Offiziere einen Kordon bildeten, beim Verlassen des Zuges bei der Legitimierung und beim Ausgange mit Ohrfeigen und Fußtritten, sowie Stößen mit dem Gewehrkolben traktiert. Auch Leute, die nur für Juden gehalten wurden, und Dmtschoestxureicher wurden mißhandelt. * Bulgarien. Paris, 29. Sept. (Wolff.) Dem „Temps" wird aus Softa gemeldet, daß die Veröffentlichung derFriedensbedrngungen große B c st ü r> zuug hervorrief. Einzelne Blätter tragen einen schwarzen Trauerrand. Kaffees und öffentliche G:-. bäube wurden auf Anordnung des Ministers d.'s Innern zum Zeichen der Trauer um 9 Uhr geschloffen. Tie Zeitungen erklären, daß d;r Vertrag unannehmbar fei. Es heißt indessen, daß die öffentliche Meinung nach und nach zu einer gemäßigten Einschätzung der für Bulgarien geschaffenen Lage gelangt. Aus dein Reiche. Die Untersuchung über die Schuldfrage. Berlin, 30. Sept. (Wolff.) Der parlamentarische Untersuchungsausschußder Nationalversammlung zur Prüftmg der Schuldfrage des Krieges beschloß,, eine Reihe von Untersuchungsausschüssen einzufetzm, die einzelne Punkte besonders untersuchen sollen, wie Völker- rechlsfragen, die belgische Angelegenheit, insbesondere die Maßnahmen gegen Zivilpersonen in den besetzten Gebieten, die armenische Frage usw. Die Vrotversorgung. Berlin, 30. Sept. (Wolff.) Tie fdjton seit geraumer Zeit vielfach dringend verlangte itiebtiga A nsm a h lung des Brotgetreides, die ein wohlschmeckenderes und bekömmlicheres Brot ergibt, wird nach Auskunft der Reichsgetreidestelle in der Mitte des Oktobers verwirklicht werden. Walrrcnd bisher Roggen unt> Weizen eine Ausmahlung von 94 Prozent erfahren .hatten, wird Stcggicn nach dem 15. Oktober mir zu 82 Prozent und Weizen zu 80 Prozent ausgemahlen. Bei Gerste erfolgt die Herabsetzung bis zu 75 Prozent. Es ist Har, daß die Folgen der niedrigeren Ausmahlung sich niicht schon vom 16. Oktober ab xin Gestalt von besserem Brot bemerkbar macken können. Vielmehr müssen die vorhandenen imt> bis 15. Oktober ent-- sl eh enden Mehlbestände aufgearbeitet werden. Je. nach dem Umfang der Vorräte an 94pnozentigcm Mehl kann in den einzelnen Kommunalverbäiideii das bessere Brot erst einige Zeit später vom Bäcker hergestellt werden. Tie roefentlidfie Qualitätsverbesserung des Brotes ist natürlitfi auch auf die Gestehungskosten des Brotes nicht ohne Einftuß, wozu noch der gegen das Vorjahr höhere Getreidepreis, der Mahllohn und die sonstigen Erhöhungen der Unkosten (Kohlen usw.) treten. Ta es nicht möglich ist, die Differenz zwischen den jetzigen und den künftigen Preisen gänzlich mis Reichsmitteln zu begleichen, wird sich die Erhöhungfdes Brotgetreides nicht umgehen lassen. Das Ende des SeemannSstrciks. Bremen, 30. Sept. (Wolff.) Wie die Blätter berichten, scheint der Streik im hiesigen Hasen nach der Annahme folgender Resolution, die in einer Versammlung von streikenden Transportarbeitern, wozu auch 40 Angehörige des Seemcmnsbundes erschienen, gefaßt wurde, sein Ende erreicht zu haben. Die Resolution lautet: Die Versammlung erklärt, daß die Arbeit in der Voraussetzung aufgenommen wird, daß von feiten der Arbeitgeber keine Maßregelnn- gen stattfinden, weder bei Seeleuten noch bei Hafenarbeitern. Die fremden Hafenarbeiter haben den Hafen sofort zu verlassen. Wer bis Samstag den 4. Oktober nickst die Arbeit aufnimmt, hat die Konsequenzen selber zu tragen. Es wird angenommen, daß die Hafenarbeiter jetzt die Arbeit wieder anfnehmen werden. Bis dies aber festeht, werden die Freiwilligen ihre Tätigkeit fortseben. Die Reeder loerden voraussichtlich die Forderung, daß auch die streikenden Seeleute nicht gemaßregelt werden sollen, annehmen. Aus dem besetzten Gebiet. Zwei deutsche Zivilpersonen von französischen Wachtposten erschossen. Ludwigshafen a. Rh., 30. Sept. (WTB.) Gestern nachmittag wurden vor der Badischen Anilin- und Sodafabrik zwei deutsche Zivilpersonen von französischen Wachtposten erschossen. Ein Arbeiter der Anilinfabcik stieß an einen patroullierenden Posten, wodurch es zu einem Wortwechsel und Ansammlung einer größeren Menge kam. Die Franzosen zogen sich in ihr Wachtlokal zurück und schossen von dort aus einfach in die Menge hinein, wodurch die zwei gänzlich unbeteiligten Personen getötet und einige verletzt wurden. Das Strcikrecht von den Franzosen anerkannt. wv. Worms, 29. Sept. Der ftanzösische Administrator in Bingen gibt bekannt, daß das Streikverbot im Bereich der 10. Armes aufgehoben ist. Unter einigen Vorbehalten, die nur Formfragen betreffen, besitzen die deutschen Arbeiter, Arbeftgeber und Behörden im Bereich der 10. Armee das von der deutschen Gesetzgebung geschaffene Rüstzeug, das sie in den Stand setzt, in fast allen Fällen mit eigenen Mitteln zu einer schnellen Lösung zu koiümen. Erst im Falle des Mißerfolges läge es dann an der französischen militärischen Besatzungsbehörde, jo nach der Schwere des Falles darüber zu befinden, wie und ob sie cinschreitcn will. 'Vjr ÄM (Ein neues Quartal beginnt heute für die Bezieher des Gießener Anzeigers. Wir gehen in einen Winter hinein, der die Notlage des deutschen Vaterlandes in ungeahntem Maße zu steigern droht. Wirtschaftliche Schwierigkeiten und innerpolitische Treibereien können allerorten zu Unzuträglich- keiten und Putschen führen. 3n dieser Seit rasch, zuverlässig und ohne Voreingenommenheit unterrichtet zu werden, ist der Vorzug den der Gießener Anzeiger seinen Lesern bieten wird. Außerdem wird er zur Zerstreuung an den langen Winterabenden für gediegenes Unterhaltungsmatenal und gute, 'spannende Nomane Sorge tragen. Bisher find uns die Leser stets auf unseren Wegen treu gefolgt, viele neue sind hinzugekommen und wir hoffen, daß auch in Zukunft sich dies nicht ändern wird. Verlag und Uedaktion. Nacht Der» noch große Frankfurts bedeutendstem Vürgermeister Dr. Franz Adickes errichtet Das Denkmal, ein Werk des Frankfurter Bildhauers Belz, wird schon während der Einfuhrmesse im Gipsmodell zu sehen isein. = Frankfurt a. M, 30. Sept. Tic Poti'.er Hot umfassende Maßnrhmen imd Anardnun- »nm Abbau deS Stra ne-ffen, der in den lebten »andels gc- n zu einem Täter wurden in der vergangenen haftet. In ihrem Besitz sand man Mengen von Falschschernen vor. Geheimer K o m m e r z i e n r a t ^eichetheim hat mit Rücksicht auf sein Hobes Alter und seine geschwächte Gesundheit das Amt des Vorsitzenden der hiesigen H an - delskammcr niedergelegt und ist in Würdigung seiner großen Verdienste von der Kammer einstimmig zum Ehrenpräsidenten ernannt worden. Der heimische handel hat Geheimrat Heichelheim, der schon seil 1. Januar 1880 Mitglied der Handelskam Strostenübel schlimmster Art g'warben nxir. «= Frankfurt a. M, 1. CTi. deute kommt bei L„ÄL, . Stein besÄ.......... - - Mannes in mittleren Jahren aus der i-hra ge- fr. Frankfurt a. M., 29. Hochsehulriachrichten. hl. Marburg, 30. Sept. Das durch Be rufung des Geh Medizimrlrats Professor Lex er nach Freiburg freigenrorbene Ordinariat der Gbi nrrgie sowie die Leitung der chirurgischen .Minik in Jena wurde d'm ovd Professor Dr. Nikolaus G u l e T c in Marburg übertragen. Au» Statt und Land. Gießen, den 1. Okr. 1919. Adreßbuch 1919. Wir machen darauf aufmerksam, daß das neu bearbeitete alphabetische Einwohner- und Kirmen-Verzeichms am 2., 3. und 4. Oktober während der üblichen Geschäftszeit in der Geschäftsstelle des Adreß- buch-Derlages, Schulstraße 7, zu jedermanns Einsichtnahme offen liegt Später verlangte Berichtigungen und Aenderungen können nicht mehr berücksichtigt werden. vrühl'sche Universitätr-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Sept. Au dem Festhallengelände wird auf Veranlassung des Konsuls Kotzenberg, dec die Mittel dazu zur Verfügung gestellt hat, ein Denkmal von von den Gästen erhoben, sämtlichen Ganhn^- engenenttn in die Annahme von Trinkgeldern bei ofvrtiaer Entlassung verboten. i ] Kirchhain, 30. ^ept. Bei der Hammuhle dem Torfe Anzefahr wurde die mit einem 'in beschwerte Seiche eines unb.Tannien *t.Gin Jubiläum der Postkarte. Am .1 EftW)cr wird die Postkarte 50 Jahre alt. Tic erste Idee dazu rührte von dem Staatssekretär d. Stephan her, der schon im Oktober 1865 auf dem 5. TcuGeben Postkongreß in Karlsruhe in einer Tentfdirift die Einführung eines „Post- blattes" Dorfdjlufl, damit aber nicht durchdrang. Am 1. CTtübcr 1869 itnirbc dann die „Korre- . soondciizkarte" zum erstenmal in Oesterreid) ein aesührt und zwar aus Anregung des damaligen Ministerialrats Tr. Herrmann. In Deutschland wurde die „Eorresvondcnzkar.'e" am 25. Juni 1870 rtngefübrt und im März 1872 ihr Name in „Post karte" umgeänbert. 3um Sohntarif der (ttastwirtschaftS- angestclltcn. Wui schreibt uns von beteiligter Seite: Ihre Notiz im „Gieß Anz " über Absdäuß eines Lohn-- itariss im Gastwirtsgewerbe möchte ich dahin berichtigen, daß dieser Tarif noch nicht abgeschlossen worden ist, sondern das zunächst nur die Angestellten mit diesem Taris am 23. September an die Arbeitgeber lerangetreten sind. Der -alte Tarif wurde von den Kellnern vor etwa fünf Wochen ocTihtbigt. Sie nahmen sich also zur Aus- «arbeilung des neuen Tarifs reidilich Zeil, während •fic von den Arbeitgebern verlangen, daß sie innerhalb ad)t Tagen ihr Einverständnis zu dem neuen Tarif erklären. Tiefe kurze Frist sollte wohl im Jöinblid aus das demnäckyt beginnende Semester einen gclinbcn Druck aus die Wirte ausüben. Was die Forderung der Kellner für Wirt und Gast bedeutet, dürfte kurz nachstel-endes Beispiel illuftricrcn Angenommen' Der Eiu- VausStnins einer Ftascbe Wein ist 10 Mk. Je nach Grost? und Eharakrer des Lokals dürsten in heutiger Zeit 30 bis 35 Prozent Geivinn hieran genommen werden \>tmu tritt, nehmen wir den höchsten Prozentsatz, 10 + 3,50 -- 13,50 4- 2Oon Dein steuer ergibt ein Verkaufspreis von 16,20Mk. Der ffefinct sordert aus diese 16,20 Mk llmsatz für seine verhältnismäßig gerrngfü"ige Leistung 1,62 Mt Verdienst wahrend dem Wirr an demselben Obiekr 3,o0 Mk. verbleiben, wofür er aber olle Spesen Heizung, Beleuchtung, Zinsen, Wäsche usw. zu tragen bat. Noch günstiger für die Kellner resv. ungünstiger für die Wirte stellt sich dis Ver- tzälnis, wenn ein- DobnungSredmung oder eine Speisenrechnimg als Beispiel angenornme-i wird. Dieser Tarifenhnurr sichert dem Kellner, je nach Größe und Charakter b.\< Geschäftes eine nwnailid?c Barneinnahmc von 700 bis 1200 Mk, wo»u stoch hiuzulvmmt freie Verpflegung und Dohnunc;, die ganz gering gerechnet mit 150 Mk. Vi veranichlagrn ist. KriegSgefaugcnen-Heimtchr. Die uns der Empsangsausschuß für l>.im kehrende Kriegsgefangene mittcill, treffe» I cnte mittag II Uhr 1475 für das hiesige Durchgangs lager bestimmte Heimkehrer ein. — Vor einigen Tagen brachten wir eine Anregung, die m den Abend- und Nachtstunden hier eintreifenben Gefangenen mit Fackelbeleuckstuui zum Lager zu flctcitm und gaben dabei der lieberzeugung Ausdruck, daß sich unter den Beständen des 4.iird^ gangslagers genügend Fackeln zu diesem Zweck finden würden, .hierzu teilt uns die Kommandantur des Durchgangslagers mit, daß sie nur über einen ganz geringen Bestand an Fackeln verfüge, die bei dec Verteilung bei Dunkelheit zur Beleuchtung der Plätze erforderlich seien. Tie Kommandantur habe aber beim Generalkommando die lleberweisung eines größeren Postens von Fackeln au5 Heeresbcständen beantragt und wird dann gern hiervon die nötige Zahl von Fackeln zur Verfügung stellen. Die neuen Fcrt.fprcchgebührcn. Die neuen Nebengebühren im Fernsprechverkehr liegen jetzt mit den Ansführungsbestimmun- gen zur Fernsprechgebührenordnung vor. Nebenanschlüsse auf dem Grundstücke der Hauptstelle kosten 40 Mark jährlich^ sonst 60 Mark Jeder Meter über 100 kostet 1 Mk. Bei Reihenschaltung betragen die Gebühren für eine Aintsleitling 60 Mark, für jede weitere 10 Mk. mehr, bei Benutzung von Gehäusen 80 und 10 Mk. usw. Private Nebenanschlüsse kosten auf demselben Grundstück 20, sonst 30 Mk., jede AnschilußlVse 12 Mk. Bei den öffentlichen F e r n s p rechst e l i e n kostet das Gespräch jetzt im Orts- und Nachbarortsverkehre 20 Pf., im Vorortsverkehr 40 Pf. Im Fernsprechverzeichnis kostet jede Druckzeile über drei von entern Teilnehmer 10 Mk. O-fnr Verlegung von Sprechstellen kostet in dem und l.'anbgemeinbeorbeumn gebildete Vorstand Kommunalverband ist bet Kreis, sofern nicht nach § 2 mehrere Kreise Kit einem Verband zin'ammengefaßt oder Aenderunger getroffen sind. Die den KommunalverbLnden uni Gemeinden auferlegten Verpflichtungen sind barf Deren Vorstand zu erfüllen. Ter Berbandsausschmk kann Grundsätze für die Führung der Berbands- geschäfte ausstellen. Insbesondere kann er eim GiNchäftsstelle zur Führung dieser Geschäfte einrichten und anordnen, nach 'welchen Grundsätzen ein Ausgleich zwischen Uebersckuß- imb Bedarfsgemein ceit im üommunalverbands bezirke stattfinden soll Tie für die Verwaltung und den Geschäftsbetrieb des Kommunalverbandes erforderlichen Geldmittel haben die beteiligten Kreise nach Maßgabe der Beschlüsse deS Kommuualverbandsausfchusses unter an teilweiser VeNellunq nack« der .Bevölkerungsziffer der letzten Volkszählung vvrlagsweise auszubringen. Gewinn und Verlust werden aus die beteiligten Kreise nach Ddaßaabe der Beschlüsse dc. Kommunalverbandsnusschulses verteilt. Tie Von den Vorständen der Kommunaloerbände zu erlassenden Vorschriften über die Versorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln sind dem Hessischen Landes- ernährmrgsamt zur Genehmigung vorzulegen. Tie Vorstände der Kommunalverbände haben geeignete Sachverständige mit der ständigen Ueberroo liung einer sachgemäßen Einkellerung (Einmieten) und Aufbenahrung der Kartoffeln zu betrauen. Bei ein Bedienungszufd lag von 10 Prozent und im I Kortosselerzeugern mit 200 Quadratmetern Kar- totclgciterbe für Logi^ und Frühstück 25 Prozent ’ toffelanbausläche uno weniger findet eine Sichxr^ in allen Gasthäusern und Hotels das Trinkgeld in Fortfall. Dafür wird auf Steife imb Trank 10. Lkwber 1900 stellvertretender Vorsitzen-! der, am 1. Februar 1909 Vorsitzender der Handelskammer geworden war, hat er dreier nicht nur sein bewährtes Wissen und feine (fr- sahrung zur Verfügung gestellt, sondern auch durch materielle Freiaedigkeit, belonders durch : Schenkung de- schönen Handelskammergebau- des, hohen Anspruch auf die Dankbarkeit des gesamten Handelsstandes sich erworben. Als Vorsitzender der Handelskammer war er zugleich deren Vertreter im Bezirkseisenbahn- rat Frankfurt a. M. sowie in dessen ständigem Ausschuß. Auch seiner langjährigen Tätigkeit als .Handelsrichter (fett 1. Januar 1892) tft heute zu gedenken. Herr Geheimrat Heichelheim steht wohl an der Spitze Derjenigen Mitbürger, die bis ins hohe Alter so lange Jahre unermüdlich im öffentlichen Leben Ehrenämter versehen haben. Daß er insbesondere auch in seiner Tätigkeit alsStadtver- o r d n e t e r das volle Vertrauen der Bürger- schäft besaß, ist unbestritten, wenn auch infolge der Äengriippierung der Parteien seine Wiederwahl versäumt ivurde. Möchte ihm noch ein langer und freundlicher Lebensabend beschie- den sein! .: .. ** Von der Landes-Universität Der neue Rekta r Pr 3 f. Tr. Kalbs! e i sd> hat heute die Geschäfte d s R'ktarals über nominell. Seine Sprechstunden find Montag, Mittwoch and Freitag ron 11'.—12*/_. Uhr, Bismarckstr 22. Am 22. September wurde der außerordentliche Prasessar und Pr.isektor am anawrniichen Institut der Landes-Unirersität Gießen Tr. Bruno Hcnueberg zu Gießen mit Wirkung vom I. Oktal,-r an ^uin ordentlichen Honorarprofessor in der medizinischen Fakultät der Landks-Universi- tät ernannt. ** Amtliche Per sott al nachrichten. Ter Lehramtsassessor Heinrich Schaaf aus Altenschlirf wurde mit Wirkung vom 1. Oktober zum Oberlehrer an der höheren Mäpch.-.rnschule in Gießen ernannt. Durch Entschließung des Landesamts für das Bildungswesen wurde der Lehramtsreferendar Dr. Wilh. G l r t s ch zu Gießen zum Lehramtsasscssor ernannt. Der Bauassessor Bauinipektor Ludwig V>o g t zu Darmstadt mrbe zum Krcisbaumspcktor ernannt. ** Monatskarten für b i c Straße n- ba hii werden ab heute zum Preise von 12 Mart ansgegeben. Die Anträge sind schriftlich an die Direktion des ElekttixitätswerkeS zu richten, unter Beifügung ein cd zum Auf Neven geeigneten Lichtbildes. ** Eine K o h l e n s ck> i e b n n g. Am Freitag den 26. Sept, imirbe hier auf dem Bahnhof ein gedeckter Wagen angel-alten, die Papiere lauteten auf Umzugsgut von Vor l-alle nach Großen-Linden. Ter Magen war aber in Wirklichkeit mit Stein^ kohlen für einen Gvoßen-Lindener Einwohner beladen. Die Sohlen wurden beschlagnahmt und der hiesigen >tohlenstelle überwiesen. ** Teutsche Bol kspartei. Tie gestrige von zahlreichen Angehörigen d.'S Mitteistand's bc suchte öfsentlid-e Versammlung besch^vß auf Grund eines umfassenden Referates des Herrn Revisors Mahr von der Zentralstelle für das Gewerbe in Taimstadt und eingchender Aussprache, sich voll uitb ganz her von der 18. ordentlichen Haupt- virjammlung des Verbandes Deutscher Olewerbe- vercine und Handwerkervereinigungen gefaßten Ne- folution anzuschließen, die folgenden Wortlaut hat: „Tie 18. ordentliche Hauptversammlung des Vorlandes Deutscher Gewerbevereine und Handwerker- üereintgungen erblickt in dem Rvichsnobopfer eine schwere Schädigung des deutschen Wirtschaftslebens, sie hält die geplante große einmalig? Vermögensabgabe vom Standpunkte steuerlicher Ger Öligkeit für bedenklich und wegen der Nichtffnbeziehung der großen (Stintmimen ohne Vermögen sowi: liegen der unabänderttchenFeMetzmig der Abgabe nach, dem Besitzstände am Stichtage für ungerecht. Tie Hauptversammlung des Verbands sieht in der steuerlich«! Wegnahme eine- Teils dr'S Betriebs- lapitals eine Lebensgefahr für die Selbständigkeit des gl werblichen Mittelstandes und ^mpfieh't angesichts der finanziellen Notlage des deutschen Reiches statt einer einmaligen Verrnögensahwb,' eine lausende Vermögenssteuer von etwa V» bis 3 v. H. in Verbindung mit einer entsprechend gestaffelten Reichseinkommensteuer." ** Kammerrnusikabend. Die vom Evangcl. Arbeiterverein für Sonntag in der Stadtkirche geplante Geistliche Musikaufführung muß infolge plötzlicher Verhinderung eines Mitwirkenden verschoben werden, dagegen findet an diesem Abend im Markussaal der erste Kamrnermnsikabend unter Mitwirkung bewährter Kräfte statt. Zur Aufführung gelangen Werke von Haydn, Mozart und Beethoven. Der Reinertrag des Konzertes soll für die Sterbekasse des Vereins Verwendung finden. Der Verkauf der Eintrittskarten wurde der Musikalienhandlung E. Challier übertragen. ** Experimentalabend Pasgueel- Barys. Wir verweisen iwchmals aus den heute abend im Saale des Hotel Ginborn sta«findenden Experimental Vortrag des bekannten Experimen- tal-Pfyckwlogen Pasgueel-Bary, der, wie uns mit» geteilt wird, zusammen mit der Berliner Shrimi - nalpolizei erfolgreich an der Aufklärung eines größeren Verbrechens aus psychometrische Weise arbeitete. ** 'Preußisch-Süddeutsche Klas - sen-Lotterie. Die Einlösung der Lose zur vierten Klasse muß unter Vorlegung des Vor- klassenloses bis yim 3. Oktober, abends 6 Uhr, geschehen. Die Freilose müssen gegen Rückgabe der Geirinnlose bis dahin in Empfang genommen werden. Landkreis Gießen. _ lp Hungen, 30. Sept. Auf dem gestrigen to di ro c i n c m a r 11 war eine Zufuhr von 299 Ferkeln uird Ein leg? m zu ver zeichnen. Dor Handel ging ziemlich lebhaft, doch verblieb ein llcberftnnb Bezahli wurden für 6 bis 7 Wochen alte Ferkel 50 bis 70 Mk. das Stück, für 8 dis 10 Wochen alte 80 bis 120 Mk. Einlegschwein? waren wenig aufgtthebcn und standen verhältnismäßig höh>r int Preis. Gerichtssaal. X Hanau, 29. Sept. Wegen Beleidigung durch die Presse batte sich heute vor bet Strafkammer der kommunistische Redakteur Gustav Hammer ans Frankfurt, der während der Beschtagnalmte des Hanauer An.zeu*ws terndj die Spartakisten für den politisch en Teil dieses Mattes veranl wörtlich zeichnete, zu verantworten. Am 30. Dez. v. I. erschien int Han. Anz. ein Artikel, überschrieben „Ein Held", der sich mit der Verlegung des Landratsamles von Hanau nach Frankfurt beschäftigte unb die Mitteilung enthielt, Landrat Schmid in Hanau habe bei seiner „Flucht" sich die Kreiskommunalkasse widerrechtlich angeeignet und diese mitgenommen. Vom Landrat Schmid war in dem Artikel als von einem Spitzbuben gesprochen fvorden. Für diese Nummer zeichnete verantwortlich' Redakteur Hammer, der heute vor den Schwirlen des Gerichts fhrnb. Der Staatsanwalt beantragte 1 Jahr Gefängnis, das Gericht erkannte wegen verleumderischer Beleidigung des Landratt Schmid auf 6 Monate Gefängnis und Ver« ösfentlichung des Urteils. X Marburg, 29. Sept. Das in den ersten Tagen des Monats August gegen die Führer der Hanauer Kommunisten gefällte Urteil der Marburger Strafkammer ist rechtskräftig geworden Der Staatsanwalt hat die Revision zurückgezogen Kreis Büdingen. La. Büdi ng en, 30. Sept. Durch unvorhergesehene Schwierigkeiten muß ter Beginn des ersten Semesters der B o l k s h o ch s ch u l e aut den 13 Oktober verlegt werden. Semesten'chluß wird 1 dann am 19. Dezember fein. Tie Einz-ichnung für die einzelnen Lehrgänge sind sehr zahlreich, ^»rch . die Verlegung des Semesteranfangs ist auch die Frist zur Efftzeichnnng auf den 6. Oktober verlängert worden. Kreis Alsfeld. oz. Alsfeld, 30. Sept. Der hiesige Verein der Schuhmachermeister hat folgende Preise für Schuhwaren und Reparaturen festgesetzt. Hierbei iiTurbe der bisherige gesetzliche Zuschlag für Unkosten und Gewinn bei Neuanfertigung um 10 bis 15 Proz. ermäßigt, so daß die neuen Prene um 20 Mk. pro Paar billiger find, als in benachbarten Städten. Es kosten ab 1. Oktober -Lvnn- tags-Herreiistiefel 150 Mk. Desgleichen xamen- stiescl 140 Mk., Rindiger-Mann schuhe 130 JÜit Drsgleickcn Frauerchalbscktuhe 98 Mk. Herren len und -Fleck 22^50 Mk. De-sglnicn Damen lh,.Ä) Mark Von einer Einkaiissvereinigung wurde wegen der iiirfidieren Lage vorerst abgesehen. Kreis Vniitcibadi. In Lauterbach, 29. Sept. Im Personell' zug 553 wurde einer Frau von einem ungefähr 20jährigen Bursckien eine Handtasche mit 32 Mk. und eine Fahrkarte gestohlen. Er benutzte die Gelegenheit aus Bahnhof Nieder Ohmen aus der vor kehrten Seite herauszuspringen und ging flüditig — Am Samstag morgen schoß sich ein IGjäbrign: Holzarbeiter heim Spielen mit einem Teschiug in die Hand. Er mußte sich in ärztliche Behandlung Qtaeben. ** Schlitz, 1. Oft. Heute tritt unser neuer Bürgermeister Nievoth sein Amt an. — Heute sind 21 Jahre seit Eröffnung der Eisenbahnstrecke Sdsiitz—Salzschlirf verflossen. =-= Schlitz, 29. Sept Eine Stiftung des Fabrikanten Friedrich Zöller ermöglicht die Anbringung aller- HauSwapven der bisherigen Bürgermeister der Stadt Schlitz im Rathaiisfaale. Tie künstlerisch ansgesührten Wappen wurden von dem hiesigen Malermeister Schrader au^gefübrt. Außerdem wurde aus städtische Kosten das Schützer Stadtwappeu, dessen Einzelheiten erst kürzlich fest- gestellt wurden, im Rathaussaale angebracht. Kreis Friedberg. ba. Butzbach, 30. Sept. In der letzten Sladtverordnetensitzung wurde u. a. beschlossen, beim Ministerium zu beantragen, daß ebenso wie die Stadt Friedberg und viele andere, ein Verbot des unerwünschten Zuzugs f ü r Butzbach erlassen wird, und zwar vorerst bis auf weiteres, und wenn dies nicht angängig, bann bis zum 20. Januar 1920. — Die Löhne der städtischen Arbeiter werden neu festgesetzt und betragen für männliche Arbeiter von 14—16 Jahren 70 Pf., von 16—20 Jahren L20 Mk. und über 20 Jahren 1,40 Mk. pro Stunde. oa F r i e d b e r g , 30. Sept. Die Wahlen zum Kreis ausschuß, die in der heutigen Sitzung des Kreistages stattfanden, hatten folgendes Ergebnis: von den bürgerlichen Parteien wurden gewählt: Rechtsanwalt Tr. v. Helinolt, Bürgermeister Schmidt (Oppershofen), Land wirt Richard Vorbach OR ob heim v d. H.), von bin sozialdemolratisch.-n Par.cicn Schreinermeist.'r Hch. Schaub (Büdesheim , Lagerhalter A r ni briift (Vilbel), Stadtverordneter Repp (Friede berg). Starkenburg und Rheinhessen. tm. Darmstadt, 29. Sept. Tic Stadtverwaltung hat ein Verbot des W irr stverkauss erlaffen. Danach ist der Verkauf von frischer Wurst nur den Schivemsmetzgern erlaubt. Tie Wurst darf nicht mehr als 2,80 Mk. tosten. Dauerwurst dürfen nur Metzger und Delilalesseng.'schäfte führen, wenn Zulassung und Preis vorlzer genehmigt sind. Zimiderhandlungen können nur mit Gefängnis ge ahndet werden. — Die am nächsten Domwrstag stattsindende Stadtverardnetensitzung bat nicht >ve niger wie 37 Punkte auf der Tagesordnung. Hessen-Nassau. Ein weiblicher Stadtrat? sm. Frankfurt, 30. Sept In einzelnen Xkreisen der Stadtverordneteir-Versammlung besteht dem Vernehmen nach die Absicht, einen besoldeten wei bl ichen Stadtrat zu wählen, für den erst noch ein Amt zu schaffen wäre. Als Kau didatinnen für die neue Stelle soll die Fraktion der Mehrheitssozialdemokraten die Frauen Stadtverordnete Henriette Fürth und Dr. Meta Quarck- Hammerschlag in Aussicht genommen haben. Aufhebung einer Falschmün-erbande. = Frankfurt a. M., 30. Sept. Die Kriminalpolizei hob abermals eine Falschmünzerbande auf, die satt einem halben Jahr Deutschland mit falschen 50-Markschcinen überschwemmten. Die langjährigen Angestellten einer hiesigen galvanoplastischen Anstalt, der Chemi- graph Georg Roth, der Photograph Ernst Dorn und der Mechaniker Bischos haben, unabhängig voneinander und in verschiedenen Zeit- abftänben, aber stets auf Anregung des Mechanikers Ludwig Au Ibach aus Amorbach und des Schiebers Franz Schwabe aus Frankfurt wohl- gelungene Klischees zur Herstellung von falschen 50 Markscheinen beider Ausgaben angefertigt. Mit diesen Klischees hat der Geschäftsführer des „Klingenberger Boten" in Slingenberg, Franz Kreber ungezählte Taufende von Scheinen im Buch- und (Steinbtucföerfahren gedruckt und durch die gernannten Personen in den Verkehr bringen lasten, besonders in Frankfurt und Aschaffenburg. Weiteren Mithelfern ist man auf der Spur. Sämtliche nt. Langgöns, 30. Sept. Die hiesig/ Ortsgruppe des ,,Hess. Innernbimbc»" ixit eine Sammlung für die Böckelspende veranstaltet, di> ben Betrag von 457 Mk. eingebracht hat In Anbetracht der Höhe der Summ.- und des llmftanb^, daß Tr. Böckel den Langaönfem ziemlich nabe gestanden bat. wurde dör Erlös bi rett m Dr.'Böcke l atgefübrt und zwar laut ,,^-ricb Neuen Tiges- zeuung" in der Weise, daß für 21,25 Mk. in einer bre'igen Zwiebackbäckerei Zwüback gekauft und mit- «««-', »i'l z,i »erbenten.' seil'«"Li,>ÄSeuidK landet. Die Sranffurter Messe. = Frankfurt a. M., 30. Sept Tic erste Frankftirter Messe wurde heute nachmittag in feierlicher Weise im Börsensaal eröffne: Nach herzlichen Begrüßungsworten des Oberbürgermeisters Voigt und des Präfidertten Laden- b u r g hielt Universitäts Professor Franz Appenheimer einen Festvortrag über die Messe und ihre Bedeutung für Frankfurt a. M. und den Wiederaufbau des deutschen Wirtschaftsledens. — Die Stabt bat reichen Flaggenschmuck angelegt. — Kurz vor der Eröffnung sand eine mehrstunbige Besichtigmig der Messeräume durch etwa hundert Pressevertreter statt. In dem Riesenbau der Festhalle, zahlreichen Hal len anbauten und 6 in der Nachbarschaft bekgeimi Schulen sind Ausstellungsräume für etwa 3000 Aussteller geschaffen woc» den. Da die Anmeldefrist für die Aussleller zu knapp bemessen war, mußten hunderte von An- inelbungen abgewiesen worden, darunter 200 Schweden. Tie Mehrzahl der Aussteller ut aus dem unbesetzten Deutschland, dock baden auch viele Firmen aus dem besetzten (gebiet die Ausstellung beschickt. In erfteulich reicher Zahl ist das neutrale Ausland vertreten; aber auch bisher feindliche Staaten haben durch Entsendung von Ausstellern den langjährigen Bann, der auf den Völkern lastete, gebrochen. — Die Mess-« netet in ihrer geschmackvollen und praktischen Anordnung nid)t zum wenigsten aber auch durch die Fülle der ausgestellten Erzeugnisse aller Art ein Bild eidlichsten Strebens und Wollens, nicht nur das deutsche Wirtschaftsleben durch harte Arbeit wieder oufaubaucn, sondern auch die zerrissenen Fäden zuischicn Teutschlattd und den bisher feinMidxn Staaten wieder anzuknüpfen. Vor allem will die Messe, wie in der Eröffnungsansprache betont wurde, ein starker Hort und ein lebendiges Bindeglied mit dem Mutterlande sein. — Welche toirt» chastliche Bedeutung der Messe beigelegt wird, erhellt daraus, daß bisher 40 000 Besuck-er angemeldet sind, das ist etwa die Hälfte der Leipziger Besuchszisseni. Es darf schon heute gesagt werben, baß bie Frankfurter Messe eine ständige, sich jährlich zweimal wiederholende Einrichtung sein wird. Aus dem Festhallengelände sollen an Stelle der jetzigen Bauten feste Gebäude, die allein Messezwecken bienen, errichtet werden. Die Stadt steht im Zeichen der Messe und der Reklame, die sich großzügig und durchweg ge schmackvoll an allen Stratzcneckcn und Plätz<-v brcitmacht. FRQSCKKPNlG (Jedes J}eff vierjefyntaglidj. für«MeutscheHäuÄ ttfV her, ! te- (und lckft >er- roth * ul rir?J b füg . img Buchführung Stenogr., Wasch., alle Handelsfächer. Anmeld.tägl. Prosp.frei Beginn der neuen Halbjahrcsklasse am 1. Oktober. (779t Privat-Handels-Schtüe „Hermes“ Gießen, Bahnhofslr.60 «■ Q Z § *8'-° <£> CO 82 Q u cs 8R 1" 5 a- c-e" 5 <3 ,o* xg K « s •§m Spitzbuben geiprochen ter zeichnete verantwort« rr heute M den SchM. Staatsamalt be- iis, das Gericht eckannli Beleidigung des Landrat. Gefängnis und «er- L-ut Das in den ersten .srsr- itrforsnnfl- i> w^^BcdaNsgeMlN LZSO lvttb^KevolM, £rteut. B ^®leseü‘ St W eure e» 1 yy hei affen G&udffjandlungen am Orte. KT QX)o ötjnen eine folcfye nietff bekannt B0T iff, beffetlen Sie unter Benntjuug des ziefrenffetjenden'ZQeffelfyettetsam&cfyat- pgg- ter des n&djffen JJaftamtes oder freim ggg- (Briefträger Öhres Beffefffre3ivfr.es. Zwei kriegsbeschäd. jg. Herren, 22 u. 27 I. alt, such. Bekanntschaft zwecks baldiger Heirat. Aus- führt. Angebote mit Bild bei Grippe ______________________ . . . . Ich erlebte, als ich im Krankheitsausbruch zum Karlssprndel griff, datz der Schleim sich in Gegenwart des Arztes in einer Weise löste, wie er es noch nicht erlebt hatte. Ihr dankb. Pf. Bachstein. Brauner JagM auf d. Namen Treff hör., abhand. gekommen. Geg. gute Belohn, abzugeb. bei Herrn. Wießler« 018934 Butzbach. Text. Ausnahmsweise timt jedoch bet kleinen Mewt gen von der Vorlage dieser Unterlagm abgesehen nerden, sofern eine Bescheinigung- der zuständigen Baupolizeibehörde oder des Bezirksw-ohnungstam- missars über die unbedingt erforderliche Baustoff- Menge beL926rad.it wird. Formularmäßige Freigabeanträge sowie Baustoffbedarfsnad/weisungssor- mulare sind bei den Bezirtswotmungsilommisiaren, Kreisämtern oder Oberbürgermeistern zu etl>ilten. Tie unter 1—3 genannten Baustoffe unterliegen einer Meldepflicht. Tie Meloung ist zu erstatten über die am 1. eines jeden Monats vorhandenen Bestände und über die int abgelaufenen Monat abgegebene Menge. Tic Meldungen sind auf Vor- drucke an die Danstoffbesdasfungs stelle Frankfurt a. M., Obermainstr. 51 (Telephon Hansa 9284) bis 3. jeden Monats zu richten. Tie Vordruchc können von dort bez-ogen werden. Preise. Tit Abgabe von Ziegel sabrrkat en hat zu den Ridstpreism zu erfolgen, die durchs den paritätisch zusammengesetzten Arbeitsausschuß der Baustoffbeschiaffung-s- stelle festgesetzt sind. Bis auf tveiteres gelten folgende Richtpreise: für Biauersteine 100 Mk. pro 1000 ab Werk, Biberschwänze tqes.) 1. Wahl 160 Mark pro 1000 ab Werk, Biberschränze (ges.) 2. Wähl 150 Mk. pro 1000 ab Werk, Biberschwänze ^ero. 1. Wähl 140 Mk. pro 1000 ib Werk, Biber schnäuze (gew.) 2. Wahl 120 Mk. pro 1000 ab Werk, Falzziegel (gew.) 1. Wahl 280 Mk. pro 1000 ab Werk, Falzziegel (gew.t 2. Wahl 260 Mk. pro 1000 ab Werk. Als Händlerverdienst, der in vorstehenden Preisen nickst enthalten ist, sind für Mauersteme 1OU,<> und für Tachiziegel aller Art IL'/eOo mit Rücksicht auf die heiltigen Verhältnisse festgeleg-t. Tie Preise für Zement und Kalt smd kie ortsüblickM. Im Interesse der Verbilliguns und Förderung der Bautätig-keit wird den Käufers dringend cinpsohlen, auf Einhaltung, dieser Preise zu äcksten. Ueberschreitungen durch Erzeuger oder Händler haben sofortige Entziehung, der Mhlen oder Materialienbclieferung zur Folge. Zuwidcthand- lunaen gegen die Verordnung können mit Gcfritg-- nisstrafe bis zu 5 fahren und Geldstrafe bis zu 100 000 Mk. bestraft werden, außerdem wird die weitere Baustoffzuteilung gesperrt. Tie Bekannt-, mackung ist mit dem 17. September in Kraft getreten. An- nnd Berkans aller Sorten Säcke,illgifflimi,Fackliich M. Tronik, 018811 Walltorstratze 71. Letzte Nachrichten. Eine neue Forderung von Deutschland. dlmsterdam 1. Okt. Der Oberste Na t beschloß, daß Deutschland d?n Erlös aus dem V e r k a u f 'd e s L u f t s ch i f f m a t c r i a l s den Alliierten auszuhändigen hat. Eintritt der Demokraten in die Regierung. Berlin, 1. Okt. Die Verhandlungen wegen des Eintritts der Demokraten in die Regierung haben noch nicht zu einem Ergebnis geführt. Wie der „Berl. Lokalanz." glaubt, macht zunächst das Betriebsrätegesetz den Unterhändlern der drei Parteien Kopfzerbreckf-en. Ein weiteres Hindernis für >den Wiedereintritt der Denwkraten in die Regierung bildet die Frage Erzberger. Dann stellen die Demokraten noch Forderungen auf, die sich auf rein innere Än- gclegenheileu erstrecken. Gestern nachmittag wurde der Versuch gemacht, eine Grundlage für Vereinbarungen zu finden. Gestern abend tagten die Mehrheitssozialisten und das Zentrum und heute rormittag wird die Demokcatisckp Fraktion zu- iammenttreten, um sich nochmals mit der Angelegenheit zu befassen. Eine Entsckfeidung wird kaum vor zwei über drei Tagen erwartet. Die oberschlesische Frage. Berlin, l.Okt. Im Abgeordncten- hause fand heute eine Besprechung schlesischer Abgeordneter mit der preußischen Staatsregierung und der Reichsregierung über die oberschlesische Frage statt. Der Minister des Innern Heine erklärte sich mit der Ernennung des Regierungspräsidenten von Oppeln, Bitta, zum Oberpräsidenien der neu-m Provinz Oberschlesien einverstanden. Darauf sprach der ?>en>rumssührer Porsch sein Einverständnis mit b;r Neuregelung aus. Der Ministerpräsident gab domn noch die Zusicherung, daß in dem neu zu bildenden Volksrate auch ein Mitglied der Deutsch-nationakm' Volkspartei vertreten sein werde. Er forderte dann Büchertisch. — L. St aackmann ,Leipzig. Gedenkblätter zum 1. Oktober. Ter Verlag L. Staackmann blickt am 1. Oktober auf sein 50jäh-riges Bestellen zurück und hat zu diesem Tage ein Werk heraus- gebrackst, das die Gründung und Entwicklung des verdiLnstvollen Verlegers dartut. Tas Buch wird besonders wertvoll durch Bildbeigaben der bet Staackmann verlegenden .Autoren und liderarischm Beiträge. — Erzberger, der Reichsverderber! Eine Anklageschrift mit allen Hauptaktenstücken von Dr. Heinrich Frenzel, Leipzig 1919, Verlag von Theodor Thomas. Preis 1 Mk. — Tie Weltliteratur. Tie neueste Nummer ist R. Kipling gewidmet und enthält Geschichten aus den indischen Bergen. — Ter Feldzug in Ostafrika von Hauptmann von Ruckkesckiell. Mit einem Vorwort von Littow-Vorbeck. Herausgegeben von der Deutschen Kolvniak-Kriegerspende. Hugo Barmühler, Verlag. Berlin-Lichterfelde. — Woran glauben wir evangelische Christen? Von Universitätsprofessor I). H. H. Sibert. * keine; LA ilber dst '^p e n- rt Q. und S'NiiÄ?'" bMÄ«* Ä LM.r ür die A ÄkL CT »nte I® tate arttitftnta Fisher fetnblicben 1 allem will die MgsMMche betont etn lebendiges Binde- FN--Welche n>irt- "M>e beigelegt niitb lOÄO Besucher an' * Öalrte der Leidiger u.Mte gesagt iverden, eme ständige, sich 'verholende Ein- dem Festhallengelande Bauten feste Gebäude, men, errichtet werden. :n der Messe und ba 1’9 und durchweg ge atzeneäen und Näßer fiettung nickst statt. Tie Ausfuhr vrm Kartoffeln 1 aus einem Kommunalverband ist nur mit Geneh- < migung des Vorstandes des Kvmmunalverbandes 1 urib die Ausfuhr aus Hessen nur mit Genehmegung der Landeskartosfelstelle zulässig. Tas JMnbictcn unö der Verkauf der Kartoffeln an andere Personen als an die von dem Lwmmunalverband Beauftragten ist, abgesehen von den Fällen, in denen ein Bezugsckein ausgestellt ist, verboten. Ebeuio ist der Enverb von Kartoffeln, abgesehen von den Ällen, in denen ein Bezugsckem ausgestellt nt, bei anderen Stellen oder Personen als den von b?n1 Kommunalverband Beauftragten, untersagt. Bezugscheine sind in der Regst nur füjr aus dem Bezirk des Kommunalverbandes zu liefernde Kartoffeln auszustellen. Beschlagnahme von Baumaterial. Zur Herstellung der dringend notwendigen Baustoffe und deren zweckmäßigen Verteilung sind besdilagnahmt: 1. Sämtliche vorhandenen und neu- erzeugicn sowie nadi Hessen eing.sührten Mengen von gebrannten und an Deren künstlichen Mauersteinen und Tachziegel aller Art (insbesondere gebrannte Hohlsteine, Kalksandsteine, Schwemmsteine, Sdlack-ensteitte, Zementstcme, nicht Zementröhreu>, die als Bor- oder Hintermauerftcine, Hartbrand- stcine, Klinker, Verblender, poröse Steine, Tecken-, und üochisteine, Formsteine, Tachziegel Verwendung finden können, sowie Trainageröhren aus Don, 2. Portlandzement, 3. Bau kalk. Don der Beschlag- nahmeanordnmtg werden betroffen: Natürliche oder juristisck'e Personen, gewcrblvchte oder landwirtschrft- lickl- UnternebmcT, öffefftlichrechstliche Körperschaften oder Verbände, die die Gegenstände erzeugen oder mit ihnen handeln. Besdilagnahmt können jederzeit — auf Antrag — werden die bei Bau- lwrrn oder sonstigen VerbrMtchern lagernden und in unwirtschaftlicher Weise zurückgehaltenen Bau- stoffart^n. Tic Freigabe erfolgt von Ziegel- crzeugnissen bei Mengen bis zu 3000 Backsteinen, 1000 Tachizregeln tntb 2000 Drainageröh- oen je Monat und Baustelle, Ze m e n t bei Mengen bis zu 500 kg = 10 Sack je Monat tmd Baustelle, Kalk bei Mengen bis zu 400 kg = 10 Sack je Monat mtb Baustelle, durch die für die Verbrauihs- stclle zuständige Bezirkswohnungskom- missarc (im unbesetzten Gebiet Kreisdirektoren)- im besetzten Gebiet die Kreisäm 1er, nach Vorlage einer ortsbehördlicken (Bürgermeisterei^ beglaubigten Tringlickststtsbescheinigung. In Städten über 10 000 Etnwohnern l)at die Freigabe auf Grund einer von dem städtischen Baupolizeiamt ausgestellten Tringlichkeitsbescheinigung durch den Oberbürgermeister zu erfolgen. Tie Freigabe aller über die vorgenannten Zahlen hinaus-, gebenden Mengen erfolgt durchl die >von der Bau-- ftofsverteilung ermächtigte Baustoffbeschaf- f un g s stelle für Hessen in Frankfurt a. M., Obermainstraße 51, Telephon Hansa 9284. Tie Freigabe erfolgt zmtäck>st nur für: Kleinwohnungsbauten (9tcubauten, Umbauten, Einbaut en oder '?lusbesserimgen^>, landwirtschaftliche oder bergbauliche Betriedsgebäude oder Reparaturarbeiten, ge- nerblichic und industrielle Bauten, soweit sie derVersorgnngdesVvlkes-mitGegen- ständen des täglichen Bedarfes die- n c n. Von den angeführten Bauten gelten ohne weiteres als dringlich, alle Wohnungsbauten, die durch, staatliche Baukostenzuschüsse oder aus anderen öffentlichen Mitteln unterstützt werden. Alle übrigen Bauten und Ausbesserungen bedürfen cinesl besonderen Nachweises ihrer imbedingten Tringlich^ m in äste r hat der Nativnalversammlung eine Denkschrift zur Valuta frage zugehen l rsftn, die deren Entwickelung während ter Kchiegsjahre * behandelt und dann ihre jüngste völlige Entiver- tung und ihre Ursachen und Wirkungen besprüht. Maßnalimen zur Hebung der Valuta seien innere Ruhe und Ordnung, geregelte Arbeit und strenge Sparsamkeit, ferner eine bessere Regelung der Ein und Ausfuhr und die Wiederherstellung der Zollgrenzen im Westen. Alle Finanzgeschäfte mit dem Auslande müßten der Kontrolle des Reichsftnanz Ministeriums unterworfen werten und die d?utsck)en BanNeiter müßten rege Fühlung mit ter Finanzwelt des Auslandes nehmen. Rottvendig. sei eine große internationale Anleihe zugunsten ter Länder mit entwerteter Valuta. Rohstoffe müßten uns auf Kredit oder gegen besonder: Zahlimgs- erleichterungen geliefert werten. Tas geschvun- bene Vertrauen des Auslandes zu uns würde wiederkehreu, wenn geregelte innerpvlitische Verhältnisse gesckwffen sind. Erforderlich ist auch bad Ente der Kapital- und Stenerftucht. Die Zuckervcrsorgung. Berlin, l.Ok.. Der Reichs rat beschäftigte sich gestern u. a. mit dem Entwurf einer Verordnung über den Verkehr mit Zucker. Ein Berichterstatter erklärte, es seien nock) nickst halb soviel Zucker-rüben an gebaut wie im letzten Friedenswirtschastsjahre. Daher könne mau nur mit einer Zuckererzeugung von 8 bis' 9 Millionen Doppelzentnern rechnen. Die Vertreter mehrerer Regierungen sprackien sich gegen die geforderte Preiserhöhung aus. Eine empörende Verhaftung in Posen. Bromberg, 30. Sept. (W.B.) Das Mitglied der preußischeu Landesversammlung, Gstwerk- schaftssekretär Stössel, ist in der Nacht von: Dvunerstag zum Freftag in Posen ohne jeden ersickstlickstn Grund verhaftet worden. Er wurde nacksts gegen 1 Uhr im Hotel aus seinem Bett geholt und unter Bedrohung seines Lebens wie ein gemeiner Verbrecher nach dem. Polizei- gesängnis geschleppt. Erst auf den energischen Einspruch seiner Posener Parteigenossen und nach umständlidstii Vernehmungen und Rückftagen ist Stössel wieder freigelassen worden. Oberbürgermeister Koch-Kassel zum Oberbürgermeister von Düsseldorf gewählt. Essen, 30. Sept. (WB.) Tie StadtveMrd- netensitzung wählte Oberbürgernveister K-och- Kasfcl zum Oberbürgermeister von Tüsseldorf. Fiume. Bern, 30. Sept. (W. B.) Wie auc- R 0 111 berichtet wird, hat die Regierung die Abspei-rung von Fiume durch Karabinieri verschärfen lassen. " Die Bevölkerung besitzt Lebensmittel für drei Monaten, während die Truppen eine solche nur für drei Wochen zur Verfügung haben. (Verlag von W. Vobach & Co.» Leipzig.) CZtlit den (Srafis-Beilagen : j.) öttuffrierte (£fyronik der Jett, 2.) Landarbeiten und L^dttbeitsbogeu, 3.) Jhafr.tifftje QDäff^e-Jeituug, 4.) (öas CReicf) der (Rinder. I I I Höchste Temperatur am 30. 9. — 13.8', 1. 10. Niedrigste „ „ 30.9.-= 5.7’, 1. 10. = 4.5°. Eieikoch- Apparate GBäser Gummi 011671 sehr billig. Carl Schunck Bahnhofstraße 62 (neben Cal6 Amend). r IM 16. ü.n. OIL ISIS' Nürnberger GeM-lottole tiöJüalflßcw.bar ohneAbi.M. 12500® i50000 120000 Empl.u. vers. auchu. Nachn. Emil Sinier I Hamborg, Holzdamtn 39. L sitto rochtrolt Bestellnng. J u. 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Oktober, nachmittags 4 Uhr statt. 01891S Für die herzliche Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben, treusorgenden Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Großmutter Frau Johanna Strack Wwe. geb. Klein sagen wir allen herzlichen Dank. Todes-Anzeige. Heute starb im Alter von 77 Jahren Fräulein Elisabeth Buff Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 29. September 1919. Danksagung. Für die unS bewiesene Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Mutter. Schwiegermutter und Großmutter sprechen wir unseren herzlichsten Dank ans. 018921 Im Namen der Hinterbliebenen: Georg Ritzel. Gießen, den 29. September 1919. 'lunger besserer Herr, stiller Mterer, sucht per sofort febiht möblierte 2 Zimmer eoiL auch ein geräumiges Zimmer. Schriftliche Angebote unter 018943 an den Gießener Anzeiger. [Stellenangebote | Leistiiuqssahiqe Korkfabrik sucht für Hessen 11. Hessen- Vertreter gegen Provision. Scbriitl. Angebote unter 11270 an den Gießener Anzeiger. Bin SdimicöcnfieUe gef Hcinr. 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Sie begann mit eiitan gut dem Iaßr.sler te.- Barjikent' n bie tische Siafsclung der DvrtVsa.de für den Paketverlehr Arrcbe und Schule« Den reckck afrwechslu f f über I auf "bic dentsr rte aus, Vorsitzende, K macht. Fortsetzung 18. sNachdruck verboten.) die zur log.) eriaßt hat, i>ju den toltzählig ver'amm.'l - tat Real sch ü'erir einen Vertrag. Mit Dankesworten des Vorsitzenden ait den Leiter dir Schule, T' rektor Stimmer, schloß die Tagung. sind, freigegeben, d) aus den int Auslände frei cingeFau'ten Rohstoffen sollen die Betriebe nach eigenem (fr messen frei, also auch unter eigener Firma Turnen. 4 $ a b =• 9? a u fr e i m, 29. Sept iutn> Tekan Guynrann. ergab sich u. > herbeizuschhretl. 7. E r h öhung der Eisenbahngüter- tarife. Einer Anregung des Herrn Wallach entsprechend, beschließt die .Handelskammer, an den Deutschen Industrie- und Handelstag das Er- füllten 3it richten, sich möglichst dafür einzufetzen, daß der Termin für das Inkrafttreten des erhöhten (Gütertarifs auf den 1. Januar 1920 hinausg^schv- ben wird. 8. Großhandel und Klein handel in' T e x r i l g e w e r b e. In einem Schreiben an be:t Deutschen Industrie- und Handelstag hat bic Handelskammer Einspruch gegen die Bestrebungen de- Großhandels im Lcxtilgewerbc erhoben, rode" e darauf abzielen, den Emkaufsvereiniaungen des Kleinhandels in diesem Gewerbe die Bezugsmög- lichke't unmittelbar beim Fabrikanten zu unterbinden. 9. Verzögerungen in der Telegramm-Beförderung. Bvrgebmnnrene Tc- fegramm Verzögerungen haben der Handelskammer Veranlassung gegeben, entsprechende Borstelluitgen bei der Telegraphenverwaltung zu erheben. Tar- niif ist der Handelskammer eilt Bescheid zugegangen, in luelchan die Ursachen der Verzögerung naher bargelegt und die Versicherung gegeben wird, daß das R nckispostministerium wie die Oberpostdirck- ttonen dauernd bemüht sind, die vorhandenen Schwierigkeiten mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu überwinden. der mittler.n und kleineren Seifenfabriken nicht! daß durch Hmzutritt von zwei Gemcinden, Griedel entsprechen und aller Wahrscheinlichkeit, zu den-1 und Ai anheim, der Verein letzt 76 ob?rbesü>ch- führen würden, wie sie in der Gemeinden u'.illaßr. Bei der Misst rnslritung te Aufhebung der Zwangswirt- l Basel ist Nie Anstellung eines Reis-hilwprediger - Las Glück der andern Original-Roman von Erich Eben stein. Copyright 1916 by Greiner & Camp., Berlin W 30. Sitzung der Handelskammer Sichen. Gießen, 23. Sept. 1919. Anwesend sind die Herren: Kommerzienrat Schirmer, Kommerzienrat Grünewald,Tiehm, Kommerzialrat Hoos, Jhring, Kommerzicurat.üung- fror, Noll, Nowack, .vo nrnerziairat 9iam)peck, Rohr, Stammler, Wallach und der Syndikus. 21 Mitgliedern .. Unterstaatssekretär Dr. Sero alb: Dre Unruhen wurden allerdings in den 'nersten Fallen von Mitgliedern der Gemeinden, nutzt von Fran- ctrt, erregt. Also ist die Gemeinde verantwortttch und es ist unmöglich', daß der Kreis dre Sllwden ;rt ihrem vollen Umfange tragen soll. Abg. Warmuth (D.Nl.): Die HaftvflM der Gemeinden solle nicht ganz ausgeschlachtet werden, zumal die Schäden nicht nur durch bte Tumultuanten, sondern auch bei der Abwehr verursacht worden sind. . .. sTO .. Um 6Vi Uhr vertagt das Haus bie Wetttt- berattmg auf morgen mittag 1 Uhr. Außerdem Interpellation Heinze (Valutafrage). Berlin, 30. Sept. (Wolff.) Der Nationalversammlung ging Heute der 9? ü t eint zu, tn dem u a. 133 334 000 M-k. zur Gewährung von KriegsteuerungsLulagen an Beamte und Lobnaugestellte fame an Ruhege haltsempsan- ger und Hinterbliebene angeiordert werden: ferner 1 4 Milliarden Mark für die Vettvaltung des Reickshecres, der Rrichs-Militärgerichte,^ ver hieichsmarine und für das Kommando ber schütz- truppcn sowie 15 Milliarden Marl für bie Ausführung des Friedens Vertrages, .insbesondere für öen Wiederaufbau sowie für sonstige Auswen- himgen anläßlich des Krieges. Der Notetat wuvde in der heutigen Sitzung des Haushaltsrusichusses! angenommen. ___________ billige un£> ob regierungsseitig Aeußwungrn dahin gefallen seien, daß wir bie Kriegsgefangenen nicht gebrauchen könnten. _ . Negierungskommrssar stuckten: zj-j un- quolifisierbare Vorgehen des „Blllsbund.es" hatte her englischen Regierung erst das , Material Le- 'ch asten, das diese gegen unsere Kriegsgefangenen ausipieltc. N-ich.skänjler Bauer hat niemals eine Äußerung iw hin getan, datz wir kern, Geld jur lieber! auf er hätten. Tie Regierung rst. bestrebt, alles zu tun, um zu verhüten, daß die Kn-gs- aefon gelten frage zu politisch m Zwecken gebraucht wird Es gcrei'f t ihr zur Genugtuung, daß der Heimtransport der Kriegsgefang-ei^n sich bisher glatt abgewickelt hat. Tie Kriegsgefangenen haben sich dankbar und erfreut gezeigt, daß fte von der Hermat in .herzlicher Weise willkommen geheißen wurden. _ c _ Es folgr die erste Beratung des Getetzent.vurses hetr. nie weitere vorläufige Regelung desR e i chs- houshaltes 1919. , Ter Notetat wird ut allen troet Lesungen ohne Aussprache erledigt. Bei der ersten Beratung des Gesetzentwurfes übet die durch innere Unnchen verursachten Schäden nimmt das Wort Wg. H e i m a n n (Soz.): Jede Haftung loko^ ter Gemeinden für die Schäden aus Unruhen mutz ausgeschlossen sein. Das Reich allein ist zuständig. Rechtlich ist auch die Abwälzung eines Drittels der Hauung auf die Gemeinden unhaltbar. Die zehr^ i auiendeii von Feftstellungsklagen würden auch wegsalleii und damit viele Kosten und Arbeit, iuenn oie Gemeinden ausgeschaltet werden. Der Redner beantragt Nebenveisung an eine Kommmion von 28 Mitgliedern. Wir können den Grundgedanken des Gesetzes nickst billigen, daß die Revolutwns- fdiübeit auf gleicher Grundlage ime bie Kiwgsscha- Oeit behandelt werden sollen. Abg. Bärwald (Dem.): Das Gesetz hetzt oeradezu eine Drämie auf bte Plüntnroimgen. Vielleicht kann man auch die Veranstalter der Plünderungen zu den Entschädigungen heranziehen, jdj eantragc Ueberweisung an eine Kommission von _ Nidda, 28. Sept. Gestern unb heute tagte hier der Bund freier Erzie he r. Es hatten sich dazu efrua 50 Damen unb Herren aus Hessen eingefunden. Lehrer Weber- Reuters leitete die Verhandlungen durch einen Vortrag über „SchulresHrm" ein, deren Ziel Hebung der Qualität des Einzelmenschen und Aufstellung eines richtigen (ch^iehungsideals sein müsse. Er forderte die Einheitsschule auf mehrstufiger Grundschule und wies auf die Schulverh ältnisse der Nach- bnrlaitiXT hin. An der Afussprache beteiligten sich Dr. Eorwvgh-Tarmstchst, Lehrer Holzhausen- Gießan, Koch-Friedberg und Direktor Neuendorst von der Türerschule in Hochwaldbausen. ' „Wie erbärmlich v-on ihm!" rief Modesta in flammender Entrüstung. „Das will er erst letzt — nach drei Jahren — entdeckt bähen r Frau Loienstein seufzte tief auf. „Wir wollen nicht richten letzt, mem Krnd. Emmy war feit Evelyns Verlobung sehr nervös, und wir wissen nicht, was sie Kornell geschrieben hat. Vielleicht glaubte er als Ehrenmann so handeln zu müssen, da das Verhältnis ja doch fast ans- lichtslos war. Wir müssen nun nur versuchen, Emmv über den Schlag hinwegzuhelfen durch doppelte Liebe und Schonung." Am Nachmittag saß Modestr allein im Wohnzimmer. Die Mutter war mit Lotte m den Haus- rauenverein gegangen, um sich wegm der Kochkurse 8ii erkundigen, und Emmy. lag ganz gebrochen mit heftigster Migräne im Bett. Sre hatte sich jede Gesellschaft verbcken. Evelyn aber, die schon vormittag bei Tante Ada gewesen war und niemand drheim eines Wortes gewürdigt hatte, batte das Hius gleich nach der Mutter verlassen. Modesta wußte auch> 'ohne Frage, daß sie ihren Vorsatz, mit Tante Ada ins Äpollotheater zu gehen, ausführen wollte. Sie merkte es an Evelyns trotziger Haltung, an ihrer großen Toilette itnb hatte auch gesehen, daß sie em Billett an Magnus geschrieben und es vor Tisch heimlich selbst friituntergetragen hatte, wahrscheinlich, um es einem Dienstmanne zur Bestellung zu übergeben. weiten Vortrag hielt T-r. N>eue nd-o r f s uaei „Kunst und Lehrerschaft" und führte aus, daß Kunst nodfr mehr Sache der Lchrerbildung werden müsse, we>m Kunst in die Schule kommen solle. Kunstgeschmack und Kmrstverständins müssen auso-bildet werden, um Kunst verständnisvoll ent- gegenzunehmM. Dann sprach Dr. Robert C>or- w e g h - Darmstadt sehr einbrudSbdn über ,^unft im System unlerer V-ol ksbild un g". Sem Borttag behandelte .hauptsächlich den Zusammenhang von Gefühl und Phantasie mit der Kunst, die erlebt werden muß. Er schilderie eigene erlebte Eindrücke und wie er seinen elfjährigen Sohn in die Kunst einführe. Den letzten Borttag hielt Maler Liebmann ton Hochwaldhausen über „Bilder betrachtang", die nicht nach Ge-etzen, Grundsätzen und Regeln, sondern nur nack realem Urteil erfolgen müsse. Beim Zeichenunterricht sollen bie Schüler die ©egenftanbe r t ch- tig betrachten lernen, damit sie diese aus dem Gedächtnis ^wiederzeichnen können. Zum Schlüsse erläuterte der Vorttagende noch an Hand der zahlreich ausgelegten Bilder von Ubbelohde Sck windt-Darmstadt, Gerttud Koch-Berlm und Ferdinand Steininger-Dresden die technische Herstellung von Original- und Truckradierungen, oon Tief-, Flach- und Hochdruck, Schabeblättern Und .Holrichnitten. Die Forderuiigen der, zweitägigen, sehr anregenden Verhandlungen lassen sich kurz Zusammen fassen in die Worte: schöpiernck^ Pädagogik, Organisation der allgemeinen Kunst, mehr Kunstverständnis der breiten Masse. ** Lauterbach, 29. Sept. Gestern und heute fand in unserer Stadt die Jahvesversamm- folgenden Vorsästäge gemacht werden: a) die Auflösmig des Seisensynbivates wird für den 1. Aprll 1920 vesttmmt ins Auge gefaßt und angefünbigi; b) bis dahin werden möglichst sogleich von jetzt ab die gegenwärttg ftillgelegten Betriebe an der Zuteilung von Rohstoffen durch das Syndikat beteiligt und jur Fabrikation wieder zugelassen; c) allen Betrieben der Seifen- unb Wasch- mittelindustrie wird von jetzt ab der freie Einkauf von Rohstoffen im Auslände, die Tie Baronin märe beleidigt, wenn ich es wi.'der- brächte, und für mich tefyalten kann ich es doch Damit steckte sie das Kuvert hl Mvdeftä- Gürtel und lies davon. Sie wäre trabet fast mit VLagnus ^akrmntcnV geprallt, bet eben die letzten Treppenstufm frer^, ausgestiegen kam. H Als er Modesta erblickte, nickte er ihr fröhlich zu „Nun - - bin ich etwa tut Gespenst, daß Sc mich so anseben, liebe Modesta?" fragte er lachend „Aber mir scheint gar, Sie wollen mich chchL einmal einlasseu." ,fabelt Sie berat Evelyns Billett nicht be- komnren?" stammelte M'odesta, nach Fassung ringend. „Nein. Zch war seit dem Morgen nicht tr meiner Wohnung. Wollte Evelvn etwas ton mir?' „Ja . . nein . . . sie schrieb Jhnrn ab für freute, weil sie krank ist, Sie hat Migräne . um liegt jn Bett. . Ein rasender Zorn gegen Evelyn, di. xnxmg, so zu lügen, preßtt üfr saft die Kehle 5 I strmmen. (Fortsttzung fW selben Mißständen führen würden, wie sie in der! Gemeinden umtaßk. Bei der Missimslritung i>> ßeberinbüjlrie bei Aush.bung der Zwangswirt-; Ba''^l ist Nie Anstellung eines Retswitt'r.remnr - fd?oft cin(iLi.eimatgcm:inde nötig wacht. An t unb Handel eine weniger schematische und nnprak-1 be^ yerstorbenen Airchenrates ar ne r murr«* tische Stafsclung t«r Vortosätze für ben Paketveriehr Hofprediger Widmann- Gedern tn ben Vorstono g. wählt. Tie Nechnungsablage durchs Ptarrer Vogel-Reichelsheim i W. ergab einen gün ftigen Vermögensbestand. Ter Borttag von Mis- sto-iiar S ck» i m m i n g , der für den erkrankten Missionssekretär Müller BM-l einsietreten war, k- andelte das Thema: „Un^re Missionsvslicht Vor eute". Er rief ehre sehr rege Aussprache hervor '>cutc nachmittag 3 Uhr hielt derselbe Redner. :cr als erster die Eingeboreirensprache in Nord gend deine Adresse. Besonders eine gewisse Frriin mm Brendler, die ganz entzidÜ.ton betitem damaligen Arrangement sei und sich wrgenommen habe, dich in die Mode zu bringen." Modesta i»ar erschrocken lurüdgrireten. „Tu h-aft ihr doch hoffentlich mcht meine Adresse gegeben?" „Nein. Ta hu mir ja erzähltest, welchen Tanz dir Evelyn gemacht hat. Abcr..minl«vm die Tinge doch anders. Es handelt l«h für. dtch um die Möglichkeit, dir eine fargmfrete Extstenz SU gründen — bte Baronin meint, du könntest dir mit der Zeit ein Hridengeld darntt v^trnen — da wirst du doch nicht wurde vom zweiten Vorsitzenden, Lehrer O ßwald, birrd eine längere Ansprache eingriertet, tn der er die Turner mahnte, treu zur deutschen Turnsachf'. zit stehen und mitzuallbetten am Wiederaufvau unseres schwergeprüften Vaterlandes. Turner Oß wrlld schloß seine mit dankbarem Beifall aufge- Ttöntmeneu Ansftihrungen mit einem „Gut Hetl" auf das Vateriand, dem die deutsche Turner,>Haft stets die Treue gehalten habe, bern sie auch ferner fr in in Treue dienen wolle. Gemeinsame Turnerlfeder- Schauturnen an den verschiedensten Geräten und : Tarbietungen der tzeckterriege und dec Turner : imienabteilung gestalteten ben geselligen Abend reckä adwechslungsreich. Mit einem „Gut Hell' scke Turnerschaft beschloß der erste junnyvovrv, U?ctufmanu Ph. Weiß, den Tag, der ganz im Dienste der Turnsache stand, unb dessen Arbeit nick t verwischt wurde durch Tantz und ob erst ä cki l i - V e r q n ü g u n g s s u ch 1, die sich der auch immer mehr in triefen Turnvereinen breit- Deutsche Nationalversammlung. Berlin, 30. Sept. 1919. 87. Sitzung. Prasioent F ehren back eröffnet di: Sitzung Itm 3 Uhr 20 Minuten. Ter Präsibent wünscht der Nalimllt^rsamm- tung einen gefegnttm Einzug in ihrem Berlriur Heim und gedenkt des v>rstorbmm Abgeardneten Ti Naumann, der sowohl f?ctöjrragcnb_il§ Men'ch wie als Parlamentarier gewesen «ei. Tas Haue hat fick' van den Platzen erhaben. Aul ter Tagriordnnug steten Anfragen. Aus oie Anfrage des Aba. H i l s i n (Ztr.-) b:tr. ,>te Unterstützung der Flüchtlinge aus El,atz- Lothringen Teltphsu Nttjl Pergament Pergamentersatz Versand- Schachteln in all. «anabaten Grötzen am Lager. Besondere An- fertiglmg. in kürzest. 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Portier 1 Modelltischler, 5 Metzger. 1 Hausmeister ober Verwalter 2 rechniker. 1 Walzer, 1 Käfer, 2 Zimmerleute, 1 Schachtmeister, 1 Brauer. 2 Oberkellner, 1 Kellner. Lehrlinge: 8 Kaufleute. 2 Schlosser. 1 Dvengler, 1 Schreiner, 1 Gartner. weibliche «bteilnug: Q» können eingestellt werben: I ». bei hiesigen Arbeitgebern: MehrereKdchtnnen, > erSlCJgrerunx;« 1 Äinbcrfraulclu tagsüber. Mäbchen tagSliber, Donncr-iag den «. Cltubcr, von nachm. 2 Ubr Dienstmäbchen, Laussrauen und -mädchen, 2 Lehr« ab, versteigere ich im Pfau, Rcm'taht 55, 1 fall mäbchen, 1 ältere Haushälterin, Putzfrauen, l neues Cosa. 1 Zlnkbadewanne, 1 Kirchenherd zwei perfekte Hausmädchen, tücbtlae Atteinmädchen, prima »>üttösen, 1 ovaler Criegel mit Goldrahmen, 1 Flickerin 40 trauen und Mädchen für Fabrik- l Schiilcrvult. 1 Zither, 2 Harmonikas, 1 Polyphon, Herrenhemden, Bettücher. Bettbezüge. 2 Znlindet' hüte, io Paar blaue Hosen 6 Hemden, 1 Partie Herren kleidet, 1 Stelnsammlung. £ Aauarien. zwei Schlitten. 3 Studentensäbel. 1 .Qinbcrbctt, Bilder und vilderrahmeu, 1 Paar Musikpaukdeckel, ein schwarzer Gummimantel, l Winterüverzieher,37Etttck Metermastlläbe, 1 stl'auchtlsch 1 silberne Herrenuhr, tthrkelten uftv., 1 Büfett (nuhbautnpoHcrtk 1 Bücherregal. 1 elettr. Kronleuchter 1 Küchenwage mit Gewichten. 1 Partie Ladenregale und Büfetts, sowie 6 Dörrapparate, 1 Partie Steinhüminer. Haushal tungft. Küchen- und viele Osebrauch?gegenllände, 4 vollständige Betten mit dazu gehörigen Heben zögen nnd Bettücher 4 Tischdecken, 6 Kolter und 6 Nachtbemden dein Lehreicl de» Gymnailums, dee Realgymnasiums und der OberroRlschulc bis Oberprima. - Terberelleag aal alle Selmlpriteagee nach für Damen. — Eintritt jederzeit. ™D ft. Elia«, lleriwcg 50' (7\tc glückliche Geburt eine? stnmmien zeigen hocherfreut an Wilhelm Fink u. Fran Katharina geb. 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