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Auf der am Nachdem die türkischen Delegierten sich bereit erklärt hatten, schon am Samstag die An uv ort auf die Forderungen der Ballanstaaten zu erteilen, hat der türkische F .hrer Reschid Pascha etwas später doch ersucht, die nächste sich würde unter solchen Umständen der fremde Rat nur dahin lauten können, Adrianopel aufzugeben. Allem Anschein nach wird es heute in London zu einem Abbruch der Verhandlungen kommen. Ob aber noch wesentliche Kriegsereignissc in Aussicht stehen, ist eine andere Frage. Am Samstag scheint wieder eine Seeschlacht stattgefunden zu haben, über deren Ausgang noch nichts bekannt ist. Viel- vom Vater auf den Sohn betrieben: heute nur noch bei H. u. E. Menzel. Die Stecknadel besteht aus 2 Teilen, deut unten zugespitzten Schaft und dem kugelförmigen Kopf. Als Material dient Messing. Der gerichtete Draht wird in einige Meter lange Stücke zerteilt und zu Bündeln von etwa 20 solchen Enden auf einer sog. Stockschcre in Stücke von doppelter Schastlänge zerteilt. Diese Stücke werden beiderseitig auf einem Spitzrad, das viel Aehn- lichkeit mit einem Schleisstein hat zugcspitzt. Der Arbeiter nimmt etwa 20 solcher Doppelnadeln in die linke Land und rollt sie durch eine Bewegung mit dem Daumen über das rasch sich drehende Spitzrad. Dann teilt er die beiderseitig zu gespitzten Schäüe und diese sind zum Ansetzen der Wpse fertig. Die Nadellöpse werden aus dünneni Mcssingdraht gefertigt, der aus einer Art Drehbank zu Spiralen gedreht und dann in kleine Stücke von zwei Um- wbedungen geteilt wird. dlachdenr die Spiralen durch Glühen erweicht sind, werden sie auf die Schäfte gdfleckt, und in den kugelförmigen Gesenken der Maschine festgeschlagen, wodurch der Nadelkopf entsteht. So wird nach Jahren ein Hausbetrieb eingehcn, der mit dem Grvß- betrieb nicht konkurrieren kann. Jahrl-underte sind diese fleißigen werblichen Schwierigkeiten Den „clou wird natürlich leicht ist es auch nur wieder eine „Demonstration" oder „Aufklärung" gewesen. Wenn Adrianopel in den nächsten Tagen fallen sollte, wäre es mit dem weiteren Widerstande der Türken sogleich vorbei. Das unglückliche Osmanenrcich könnte seinen Interessen aber nicht schlechter dienen, wenn es wieder eine innere Revolution entfachen wollte. Da würden drohend wieder neue „Probleme" den Bestand des Reiches bedrohen: Die armenische Frage, die Erschütterung wie wird'5 im Reichstag? Am Mittwoch finden sich die Herren M. d. R., die im alten Jahre nur einen halben Monat, vom 26. November dis zum 12. Dezember, getagt hatten, wieder in dem inschriftslosen Palast am Königsplatz zusammen, um die vor den Weih nach tsferien begonnenen Arbeiten fortzusetzen und wenn möglich noch einiges Neue dazu zu leisten. In dem vorweihnachtlichen Tagungsabschnitt haben vier Vorb'g n die erste Lesung passiert und befinden sich jetzt in den Ausschüssen. Es sind das der Reichshaushaltsvoranschlag, der Gesetzentwurf betreffend vorübergehende Zollerleichterungen bei der Fleischeinfuhr, das sogenannte Babygesetz, nämlich die Vorlage über die K i n d e r s aug f l a s ch c n, und endlich der G setzentwurf über den Verkehr mit Leuchtöl. Hiervon ist die" Nummer 4, nämlich die Petroleum Monopolvorlage, auf sehr ernstlichen Widerspruch gestoßen, und nach dem bisherigen Verlauf der Erörterungen ist es fraglich, ob der gesetzgeberische Gedanke der Regierung, eine Vertriebsgesell- schaft unter Reichsgarantie zu schaffen, verwirklicht werden wird. Dabei ist der Plan, das amerikanische Pr.vatmonopol Mechanische hauseeräte im Museum zu Kietzen. Aenn ich die Räume des Museums betrete, so fesseln mich üon all den vielen zum Teil künstlerisch ausgeführteg Gegenständen, welche sich seit Bestehen des Vereins hier angesammelt haben, besonders die Geräte, mit denen auf mechanischem Getriebe Stoff zum Hausgebrauch geschaffen wurde, oder auch solche, oie>zur Hausindustrie nötig waren. Von diesen Geräten soll nun im folgenden die Rede sein. , Hier fällt uns zunächst das zierliche Spinnrad in zwei Formen aut, die gewöhnliche Form und das Tellerrad. Heute, wo cs im bäuerlichen Haushalt fast überflüssig geworden ist, schmückt cs nur noch den Erker oder die gute Stubä der städtischen Hausfrau. Wer gedenkt noch der Zeiten, da bei Oellicht und Kicnspanfackel vom vollen Werken die Fäden durch die zitterten Hände der alten Muhme glitten. Oder denkt an die Winterabende, an denen cs in der Spinnstube surrte und aus den jugendlichen Kehlen der Burschen und Mädchen die Weisen des Volksliedes erklangen. Dem Spinnrad kommt der Webstuhl an Bedeutung und Verbreitung gleich. (In dem Museum befindet sich ein solcher von 1720.) Jedes echte Bauernhaus besatz seinen Wcbstuhl. Erstand in der unteren, geräumigsten Stube und wenn im Spätherbst die Feldarbeit zu Ende war, fertigte der Hausherr auf ihm nicht nur Leinen, sondern auch schwere Stoffe zur Bekleidung der Familienmitglieder an. Natürlich gab es auch Leute, die das Weben als Handwerk betrieben. Sodann fällt uns ein Gerät wegen seiner künstlerischen Ausführung auf: die Zipfelmützcn-Strickmaschine, die allerdings, schon zur Hausindustrie gehört. Die fertige Ware kam in den Handel. Absatzgebiete waren Kürhessen, hessisches Hinterland und Schwalm. Auch in Oberhessen wurden früher die Mützen getragen, was schon daraus hervorgeht, daß die Maschine noch vor einigen Jahren in Kirtorf bei Alsfeld im Betrieb war. Wir kommen nun zu einer Maschine, die wegen ihrer Einfachheit nicht so sehr auffällt, aber dennoch von sehr großem Interesse ist, weil ihr Betrieb heute noch in einigen Familien in Gedern (Oberhessen) neben der.Landwirtschaft einen Haupt- crwerbszweig bildet. Es ist dies eine Stecknadelmaschinc, ober richtiger ein Stecknadclstock. Diese Herstellung von Stecknadeln wurde seit Jahrhunderten in mehreren Familien Fay u. Wenzel Darmstädter Musikverein, u. a. Hofrat Winter ist der älteste Theatcrbeamter Deutschlands und Oesterreichs. — Ter Nachfolger Karl Hage manns aus dem Direktionssesscl des Deutschen Schauspielhauses ist immer noch nicht gewählt, doch scheint die Entscheidung unmittelbar bcvorzustehen. Von gut unterrichteter Seite ivird der Geheime Hofrat M a x Grube, der jetzige Intendant des Meininger Hof- tlwaters, als Nachfolger genannt. Und in der Tat scheint man sich auf diesen alten Theatcrmann, der nicht weit von sechzig ist, einigen zu wollen, wenn nicht in letzter Stunde der Dresdener Oberregisseur- Arthur Holz den Sieg davonträgt. Grube, der im Meiningertum großgewordene Regisseur, der innerlich mit der Moderne so gut wie keine Fühlung hat, ist jedenfalls literarisch und regiekünstlerisch das ausgesprochene Gegenstück von Hagemann. — Berliner Theaterbrief: „Fiorenz a" in den K a m m c r s p i e l e n. Aus Berlin wird uns geschrieben: Die Aufführung der „F ioren z a" von Thomas Mann in den K a m m e r s p i c l e n des Deutschen Theaters wird man zu jenen Aufführungen zählen müssen, die nicht schnell genug vergessen werden können. Man weiß, daß die dramatische Dichtung Manns leinen Bühnencharaktcr trägt, sie bringt keine dramatische Entwicklung, sondern stellt nur bereits vorhandene Gegensätze gegenüber, gibt im übrigen aber Zustandsmalcrci. Ihre großen Vorzüge liegen in der prachtvoll gepflegten Sprache, im Rhvthmus des Vortrages: und auch hier mehr ip dem Reiz der Worte, als in dem Reichtum der Gedanken. Eine Aufführung dieses Werks kann nur fruchtbar werden, .wenn Tonart und Tempo der Darstellung auf die .Hcrausarbcitung dieser sprachkünstlerischen Vorzüge das Hauptwerk legen. Die Regie der Kammcrftnclauf- führung betrat einen Irrweg, als sic durch Kürzungen und Theatra- lisrerung der Charaktere die dramatischen Mängel des Werkes zu verschleiern suchte. Noch schlimmer aber ist, daß dieser Irrweg schlecht beschritten wurde. Es war ein unerquicklicher Abend: und cs wäre unerträglich gewesen, wenn nicht Weg^cners Lorenzo bei ‘ dem letzten Zwiegespräch mit seinen Söhnen durch schlichte, in ihrer Dämpfung ergreifende Tone echten Gefühls mitten in die Schar indisziplinierter Marionetten einen Menschen gestellt hätte, dessen Größe durch seine unfreiwillige Einsamkeit wuchs. . _ , Wd. — (Sin weißer Affe. Eine außerordentliche ^eltenheck, nämlich einen echten Albino des sog. Java-Affen dem Haufe erst „ Samstag' abgehaltenen Konferenz, der Finanzminister der deutschen Bündes[tagten, die sich mit dieser brennenden — Hofrat Ludwig .......... beamte des Darmstädter Hoftheaters, feierte am Sonntag das Fest der vierzigjährigen ununterbrochenen Dienstzeit. Eine große Zahl geladener Gäste sand sich heute mittag 12 Uhr im Foper des Theaters ein, das festlich geschmückt war. Als erster sprach der Generaldirektor Dr. Eger, der dem Hofrat im Auftrage des Großherzogs das Ritterkreuz des Ludwigsordens überreichte. Im Namen des artistischen Vorstandes des Hofthcaters sprach der erste Kapellmeister Hofrat de Hapn, der nun seit 35 Jahren mit Winter zusammenarbcitet. Herr Knispcl sprach ini Namen der Bühncnmitgliedcr. Herr Dietrich sprach für die Mitglieder der Hofkapelle, Geheimrat Prof. Dr. Fromme im Namen des Gießener Theatcrvereins, Sanitätsrat Dr. Maurer für den Frage beschäftigte, sind entgegen anderweitigen Meldungen irgend welche Beschlüsse nicht gefaßt worden, uiro es hat sich dabei überhaupt nur um eine Vorbesprechung gehandelt. Bekanntlich ist aber der Regierung eine einigermaßen gebundene Marschroute vorgeschrüben durch den am 21. Mai v. I. vom Reichstage gefaßten Beschluß, welcher besagt: / „Die im Art. 5 des Gesetzes betreffend die Acnderungcn im Finanzwesen vom 15. Juli 1909 vorgesehene Ermäßigung der Zuckerstcuer tritt sechs Monate nach der Einführung eines Gesetzes, welches eine allgemeine, den verschiedenen Besitzsormcn gerecht werdende Desitzsteuer vorschreibt, spätestens am 1. Oktober 1916 in Kraft. Ter Gesetzentwurf ist" dem Reichstage bis zum 30. April 1913 vorzulegen." Auf die Anfrage, was Desitzsteuer sei, hatte der Reichsschatzsekretär Kühn damals geantwortet: „Unter Besitzsteuer verstehe ich die Steuer vom Vermögen oder vom Nachlaß, in ihren verschiedenen Nuancen und Konstruktionen. Alle einzelnen Steuern aufzuzählen, die nicht Besitz- fteuern sind, ist nicht möglich. Tas aber bemerke ich hier, daß nach meiner Auffassung die Erbschaftssteuer mit zu den Besitz- steucrn zählt." So viel man weiß, ist unter den Finanzministcrn der Bundesstaaten eine stärkere Sympalhie für die Reichserb- Männcr nach allen deutschen Gauen hinausgewandcrt, um ihre Wäre zu verkaufen, und darum ist es dankbar anzu erkenn en, daß das Museum eines der letzten dieser Stücke erworben hat, um1 den mir erklärend, die Gebener Nabel- zu können. T. Ko n st a n t ino p e l, 4. Jan. Ter Ministerrat, der das Ultimatum der Balkan delegierten beriet, dauerte von 10 Uhr vormittags bis 4y2 Uhr nachmittags. Die Sitzung gestaltete sich sehr bewegt. Der Ministerrat spaltete sich in zwei Gruppen. Die eine, an deren Spitze der Großwesir steht, setzte die Beratung über die Friedensfraae fort; die zweite, die aus dem Marine-, dem Finanz- und dem Minister der frommen Stiftungen und dem Unterstaatssekretär im Großwesirat besteht, beschäftigte sich mit der Frage der Flottenakiion. Einige Marinelieferanten nahmen an dieser Beratung teil. Gegen 4 Uhr telegraphierte das Ministerium des Aeutzeren den Bevollmächtig! en in London die neuen Instruktionen, die besagen, d i e Pforte halte a n dem Besitze der Archipel-Inseln und an der für das Wilajet Adrianopel festgesetzten Grenze fest. Man ist der Ansicht, daß die Entscheidung des Ministerrates den Abbruch der Friedensvcrhandlung m bedeute; doch wird der Ministerrat sich von neuem versammeln, um die Antwort der Balkandelegierten zur Kenntnis zu nehmen. London, 4. Jun. Die Balkan delegierten teilten dem Reuterbureau mit, daß, wenn die Türken, welche Vorschläge sie sonst auch machen mögen, am Mon- t a g nicht alle Forderungen hes Ultimata ms der Verbündeten erfüllen, die Verkündeten die ren Gesetzentwürfe betreffend die Neuregelung des P o st s ch ect ve r ke h r s und die Ausführung der revidierten Pariser Usb er ein kuuft z u m Schutze des ge- Eigentums dürften keine ernstlichen auf Montag anzusetzen, da er bestimmte Anweisungen seiner Regierung ab wart en wolle. Diese Anweis ung.m sind inzwischen so ausgefallen, wie aus dem Verhalten der Türken in London vorauszusehen war. Der türkische Ministerrat hat zwar stundenlang beraten, beharrt aber bei den bekannten Bedingungen"' und weigert sich, Adrianopel und die Inseln abzutrctmi Dabei wird indessen bekannt, daß in >. oustantinopel keineswegs allerorts Kriegsbegeisterung herrsche. Kiamil, der Großwesir, scheint eher für Nachgiebigkeit zu sein, wird aber von anderen gedrängt. Die inneren Schwierigkeiten spielen wieder mit. Gibt die Regierung den Forderungen der Balkansta.rten nach, so werden ihre Gegner, an deren Spitze die Jungtürken, sie zu stürzen suchen und innere Wirren stehen von neuem bevor. Andererseits scheint das Vertrauen in die Schlagfertigkeit des Heeres bei Tschataldscha sehr gesunken zu fein, und aus Adrianopel kommen auch keine gutzen Nachrichten. Die Festung soll am Ende ihres Widerstandes angetangt sein; unzufriedene Einwohner sollen sogar auf die Behausung des Kommandanten Schütri Pascha geschossen haben. So ist es denn ein Bild traurigster und beschämendster Hilflosigkeit, das die türkische Regierung wieder einmal bietet. Sie blickt sich nach Hilfe im Kreise der Großmächte um, nichts zu tun haben. Konstantinopel, 5. Jan. Ein heute in der Pri- vatwohnung des Grogwesirs abgehaltener Mini st er rat, der fünf Stunden dauerte, beschloß, auf den von den türkischen Bevollmächtigten am 3. Januar gemachten Vorschlägen zu beh ar ren und bei den Mächten neue Schritte z u un ternehmen. Ein türkisches Rundschreiben an die Mächte. Konstantinopel, 5. Jan. Die Pforte beauftragte ihre Botschafter, den M ächten in einem Rundschrei - ben zu erklären, daß die Türkei, um ihren Wunsch dar- zutun, den Frieden zum Abschluß zu bringen, alle möglichen Opfer bringen und auf alles Gebiet westlich vom Wilajct Adrianopel verzichten werde, aber gezwungen sei, auf den Besitz Adrianopel zu bestehen, das für die Verteidigung der Hauptstadt nötig sei. Die Pforte könne die Inseln des Archipels niemals aufgeben. Um aber ihre Friedensliebe zu beweisen, verzichte sie auf ihre Rechte auf Kreta. Die Pforte hofft, daß die Mächte die Logik der Beweisgründe anerkennen. Tie Jungliirken treten wieder in Aktion. Konstantinopel, 5. Jan. Die seit einigen Tagen verbreiteten Gerüchte über die Verständigung des Kriegs- Ministers mit den Jungtürken scheinen sich zu verdichten. Es haben schon Zusammenkünfte zwischen dem früheren Minister Talaai und dem Kriegsminister stattgefunden, der einigen jungtürkischen Offizieren hinter der Vertricbsanstalt stehenden Bank.onsor inm noch mehr geschraubt werden könnten als bisher. Es kann jedenfalls als ausgeschlossen gellen, daß die Regierungsvorlage den Ausschuß „glatt wie Oel" passieren wird, und es ist noch ganz ungewiß, in welcher, jedenfalls sehr erheblich abgeäuderten Form der Gesetzentwurf an das Plenum zurückgelangcn^vird. Zu den weiteren Vorlagen, die den Reichstag noch beschaftig"n werden, gehören vor allem die Gesetzentwürfe über das Verfahren gegen Jugendliche und betr. Aendemng der §§ 74, 75 und 76 Absatz 1 des Handelsgesetzbuches. Was die erstere Vorlage betrifft, so besteht über die grundsätzliche Seite der Frage allgemeine Ueber- cfnftimnniiig, und wenn auch über die EinzelheiGn der von der Regierung nach reiflichen Erwägungen und langen Vorarbeiten vorgeschlagenen Reg. lang im Plenum wie im Ausschuß eingehende Verhandlungen zu erwarten sind, so dürften sich doch dem Zustandekommen des mit Befriedigung zu begrüßenden Resormwerkes keinerlei ernstliche Schwierigkeiten entgegenstellen. Größere Meinungsverschiedenheiten bestehen gegenüber der zweiten Vorlage, welche die Neuregelung der K o n k u r r e n z kl a u s e l bezweckt, doch ist auch hier in der jüngsten Zeit eine Annäherung in den Anschauungen, die von den Arbeitgebern auf der einen und den Arbeitnehmern auf der anderen Seite vertreten werden, zu verzeichnen, so daß wohl zum Schluß “eine Einigung auf Grund der von. der Regierung vorgeschlagenen bezahlten Karenzzeit erreicht werd.n wird. Die beiden weiteren, noch auf dem Programm stehenden kleine- türkisches Rundschreiben ergangeji ist, auschei- huen eine Vermittlung nahezulegen. Natur- Nr. 4 Erstes Blatt 163. Jahrgang Montag. 6. Januar M3 Der Eichener Anzeiger Ä X’fck Wf Q Be;na4vrei erschein! täglich, außer ▼ WA ▼ monatlich7, Vi.,viertel- SonutagS. - Beilagen: / . a k A AL Ak ▲. A ▲▲ IgÄ Ak Ak A A A Ak Ak jährlich Alk. 2.20. durch viermal wöchentlich M WW TT Abhole- u. ZweigUellen »s 1 IzIbXIzlTIzr Jl 11X17H1117T blatt für den Breis Sichen HL |H 0| Hk vSk E E Ei H & Wz H H Hr H H W agfr U lährl. ausjchl. Beuellg. (Dienstag undFreiiag); AM Q Hk W Wl . W M M Afik W W M W?k Zeileiwreis: lokal Land- 9 B W v äuswärrs wirtfchastllche Zeitfragen M 'Sr Ehciredakteur: A (tzoetz. Fernfprech - Anschlüsse: M M WM Verantwortlich für den für die Redaktion 112, politnchen Teil: August Bf Heneral-Anzeiger für Gherhchen WM wr"Ä7^age^nnnnE Kotütionsörutf und Verlag der Bruhl'schen Univ.-Yttch- und Zteindruckerei H. Lange. Nedaktion, Lrpedition und Druckerei: Schulstratze 7. Laub"E.Heß^üch den bis vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße ;6a. Anzeigenteil: H. Beck. Verhandlungen abbr e chnn und vier Tage danach i uug । entsprechend den. Äestimmuugen des WassensMstandes die r-: Feindseligkeiten auf der ganzen Linie wieder aufnehmen. Eine etwaige türkische Anregung, die Angelegenheiten den Mächten zu überiragen, wiro als eine nur die Türkei angehende Frage angesehen, jnit welcher die Verbündeten durch ein Reichshandelsmonopol zu ersetzen, an sich auf vielfache Zustimmung gestoßen, aber nicht minder entschieden wurde -der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß man'am w _______ Ende mit der Vertriebsgesellschaft in der von der Regierung h^kämpftcu^Erchchastssteiier'nicht' so ’leichtU 'crreichen sein, vorgeschlagenen Form den Tcu el durch d n Beelzebub aus-' - ..... - - treiben könnte, d. h. daß die Petroleumv rbraucher von dem Kommandostel'len anvertraut haben soll, so dem früheren Mali von Bagdad, Oberst Ds99 int Garten befandet. Die beiden Tiere sind die einzigen, in Gefangenschaft lebenden, rein- weißen Affen und überhaupt die einzigen ausgewachsenen Albino- asfen, die der Wissenschaft bekannt geworden sind. — Ter unfricdlicke Morgan. Man schreibt uns aus New Pork: Baronin Bertha v. Suttner, die gegenwärtig eine Bortragstournee. durch die Vereinigten Staaten absolviert, war Ehrengast eines Banketts, das die New Dörfer Friedensgesell- schaft im Hotel Astor gab und dem der Milliardär Andrew Carnegie präsidierte. Während des Essens wurde der Baronin ein Ausschnitt aus einer Abendzeitung vor>gelegt. Es war dort eine Kabeldepesche aus Wien abgedruckt des Inhalts, daß Frau v. Suttner sich in einem Briefe an eine Freundin über eine Unterredung mit I. Pierpout Morgan ausgesprochen habe. Der große Finanzier, heißt es weiter, habe der Baronin auf ihr Werben um Mithilfe bei den Friedensbestrcbung-en kurz U3tb kühl geantwortet, er interessiere sich nicht für den Frieden. Frau v. Suttner las den Zeitungsausschnitt aufmerksam durch und gab ohne weiteres zu, daß er die Wahrheit enthalte. Sie erzählte dann noch folgende Einzelheiten: „Vor drei Wochen besuchte ich Herrn Morgan in seinem Hause, ausgerüstet mit einem Empfehlungsschreiben des Fürsten von Monaco, der Herrn Morgan als Gast des deutschen Kaisers kennen gelernt hatte. Ich zweifelte nicht daran, das? Herr Morgan für die Friedensbetvegung Interesse zeigen würde und sagte ihm, es sei nötig, die von Edward Ginn aus Boston eingeleitete Aktion tatkräftig -vu fördern. .Herr Morgan, dem ich in seiner berühmten Bibliothek an der Madison Avenue gegenüber saß, hörte aufmerksam zu. Als ich mit meinen Ausführungen ju Ende war, erklärte er, er interessiere sich nicht im geringsten für den Weltsrieden oder für irgend eine andere Friedensbewegung. Natürlich war ich von dieser kurzen Abfertigung überrascht uiid brach ine Unterredung sofort ab." Der Zeitungsausschnitt geriet auch in die Hände des beim Bankett anwesenden Präsidenten der Eolumbia-Universität, Nicholas Murray Butler, der ihn an Carnegie mit der Bemerkung weiterreichte: „Tas ist merkwürdig'" Carnegie setzte sich den Zwicker auf, las und fragte die Baronin ob der Inhalt korrekt sei. Sie antwortete bejahend Als man Carnegie fragte, tvaS er von Morgans Haltung denke, weinte n mit den Worten ab: ,Zch denke überhaupt nichts." Er las da Papier damr noch einmal durch, versank in tiefes Sinnen und schien sehr mißgestimmt. Aber auch späterhin weigerte er sich, die Angelegenheit zu kommentieren. 11 (18), Dezember 17 (21). — Dem Alter nach gingen an den Trai^ltar: 18—20 21- 24 25—59 30-34 35—39 40-49 50—59 60-69 Jahre 0 (0) 46(29(93(111) 39(47) 18'12) 14(10) 1(1) 2(1)Männer 28 (25) 92 (8 ) 55 (62> 26 (21» 101(18) 1 (6) 2 0) 0 ((•) Frauen Darnach entfallen in Gießen in den beiden letzten Jahren auf je 1000 Einwohner 6,65 geschlossene Ehen (gegen li Ehen). Gegenüber den Durchschnittszahlen der Ehe- chließungen im Reich mit 7,7, in Preußen mit 7,8, in Hessen mit 7,5 geschlossenen Ehen auf 1000 Bewohner ist Gießen also zurückgeblieben. Wenn man das Alter der Personen, die geheiratet haben, in den beiden letzten Jahren miteinander vergleicht, so ist festzustellen, daß im letzten Jahre bei den Eheschließungen eine kleine Verjüngung eingetreten st. Unter 30 Jahren heirateten im letzten Jahre 139 (130) Männer und 175 (169) Frauen. Während 1911 im Monat Juli die stärkste Zahl der Eheschließungen mit 30 Paaren rreicht wurde, hat 1912 der Wonnemonat Mai den'Iie- rord mit ebenfalls 30 Trauungen ausgestellt. * ■** Landesuniversität. Geh. Justizrat Prof. Dr. Arthur Benno Schmidt hat den an ihn ergangenen Ruf nach Tübingen angenommen. Prof. Dr. Schmidt, der als Vertreter der Lan.de'?'Universirät in der Ersten Kammer eine weit über seine Lehrtätigkeit hinausgehende Wirk- amkeit für die Universität und das Land entfaltete — namentlich auch als Berichterstatter über juristische Fragen —, wurde am 20. Mai 1861 in Leipzig geboren. Er studierte von 1880—1884 in feiner Vaterstadt Rechtswissenschaft, war 1885—1888 in der juristischen Praxis, wurde 1887 Privatdoz.ent in Leipzig, 1889 ordentlicher Professor der Rechte an der Latzdesuniversität und 1897 Mitglied des hessischen 'Verwaltungsgerichtshofes. Am 25. November 1900 wurde Prof. Dr. Schmidt Geh. Justizrat. — Zum Nachfolger des Geh. Hofrats Prof. Netto ist Prof. Dr. Georg Faber von der Universität Königsberg in Aus- |k§t genommen. Prof. Faber ist 1877 zu Kaiserslautern geboren. 1902 erwarb er in München den Doktorgrad. 1901/1902 war er Assistent an der Münchener Technischen Hochschule, 1902—1905 Gymnasiallehrer in Traunstein und Würzburg. 1905 wurde Faber Assistent und Privatdozent an der Technischen Hochschule zu Karlsruhe.' 1909 folgte er einem Rufe als a. o. Professor nach Tübingen als Nachfolger von Prof. L. Maurer. Ostern 1910 kam Faber als Nachfolger von Prof. Neuschle an die Technische Hochschule zu Sttlttgart und am 1. April 1912 nach Königsberg, als Nachfolger von Prof. Schönfließ. * *Zi t h er k lu b. (Verspätet eingegangen.) Am 1. Januar feierte der Gießener Zicherklub feine Weihnachtsbescherung. Es tonnten dank der Unterstützung der Bürgerschaft 3 0 bedürftige Kinder vollständig gekleidet werden. ** Das karnevalistische Konzert, das die Große Gießener Karneval-Gesellschaft gestern nachmittag in Steins Garten veranstaltete, nahm einen sehr schönen Verlauf. Obermusikmeister Lö b e r hatte eine sehr wirkungsvolle Spielfölge ausgestellt, und die Kapelle bemühte sich unter seiner sicheren Leitung wicht vergeblich um den Beifall der Zuhörer. Besonders großen Erfolg hatte der Radau-Marsch, sowie der von Herrn Löber verfaßte und der Gießener Karneval-Gesellschaft gewidmete Narhalla-Marsch. Die inusikalischen Darbietungen würden durch einige gemeinschaftliche Lieder und mehrere Couplets abwechselungsvoll unterbrochen. i ** Die grünen Rabattmarken der Rabatt- Sparvereinigung des D e t a i l l i st e. n-V e r e i n s G i e ß e n, die laut Aufdruck am 31. Dezember 1912 eigentlich verfallen gewesen sind, werden audf später noch eingelöst, wenn die Micher, die solche Marken enthalten, im Monat Januar vorn Ausschuß -abgestempelt worden sind. (S. Anzeige in der heutigen dcurnmer.) * * Brand. Der Wächter Nr. 7 des Gießener Wach- unb Schließ-Instituts bemerkte in der Nacht aus Sonntaa Feuerschein in einem Hause in der Wi l h e l in st raße. Ei weckte die Bewohner des Hauses, mit deren Hilfe das Feuer gelöscht werden konnte, ohne daß weiterer Schaden entstand. • • Vorsicht. Aus der Lesehalle am SelterStor wurde in der vorigen Woche einem Besucher der Ueberzieher gestohlen. Da dies der erste Fall nicht ist, erscheint Vorsicht nm Platze. '* OeNentliche Lesehalle. Im Dezember wurden 2 2 9 4 Bände a u s g e l i e h e u. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1042, Zeitschriften 409, Jugendschrifien 280, Literatur- gesclnchte «, Bersdiehtuugeu und Dramen 42, Länder- und Völkerkunde 69, Kulturgeschichte 30, Geschichte und Biographien 146, Kunstgeschichte 18, Naturwissenschaft und Technologie 134, Heer- und Seewesen 33, Haus- und Landwirlschaft 10, Religion und Philosophie 36, Siaatswissenscha't 13, Sprachwissenschaft 10 und öremdiprachliches 14 Bände. Nach auswärts kamen 78 Bände. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Heubach i. O., 5. Jan. Ein Eifersuchts- drama spielte sich in der Nacht zum Sonntag hier ab. Der 30 Jahre alte Metzger Peter Zier es schoß auf den ebenso alten Jakob Wolf mit einem Revolver und verletzte ihn schwer durch einen Schuß in die Lunge. Zieres eilte dann in die Wohnung der Braut des Wolf, mit Namen Marie Hofferberth, und gab auf sie einen Schuß ab, der sie leicht verletzte. Hierauf ging er nach Hause und legte sich ins Bett. Erst heute früh gelang es zwei Gendarmen, Zieres festzunehmeu. Er-kam in das Untersuchungsgefängnis nackig Groß-Umstadt. Der Zustand des Verletzten gilt als lebensgefährlich. h. Langen, 5. Jan. Der Gemeinderat, der in seiner Mehrheit aus Sozialdemokraten besteht, beschloß vom 1. April ab die unentgeltliche Abgabe aller Lernmittel an sämtliche Volks schul er. DaS bedeutet eine Mehrausgabe von 3000 Mk. Kreis Wetzlar. ^Wetzlar, 6. Jan. Der Mikrophotograph Nikolaus Befort, der auch in Gießener wissenschaftlichen Abreisen durch seine mikrophotographischen Arbeiten bestens bekannt ist, begeht heute sein 25jähriges Arbeitsjubiläum im Hause E. Leitz. ' Hessen-Nassau. X ROdheiin a. d. Bieber, 5. Jan. Am Samstag nachmittag fand unter äußerst reger Beteiligung die Hauptversammlung der Sparkasse statt. Au Stelle des verstorbenen Aufsichtsratsmitgliedes Wilhelm Moos wurde Landwirt. Ph. G e r l a cb neu gewählt. Der Jahresumsatz beträgt weit über eine Million. — Der Gesangverein ,Liedertrauz^ brarfite am Sonntag abend seinem Dirigenten Lehrer Höhnzu seinem 60. Geburtstag ein Ständchen. Herr Höhn hat den Verein gegründet und nahezu 25 Jahre geleitet. Gastwirt Wilh. Bender hielt eine Ansprache und der Vorstand überreichte ein Angebinde. ? Bieber bei Rodheim, 5. Jan. Ein großer Leichenzug bewegte sich heute nachmittag von hier nach dem Rodheimer Friedhof. Der Veteran 9tceb wurve vegraven, Der ferner Tvctittar' psticht im 83. JufaMerie-Regimeut genügte und den Feldzug gegen Frankreich mitgemacht hatte Tas Kaiser-Wilhelm-Regiment in Gießen hatte auch diesmal ein Trommler- und Pscisenkorps abgesandt. sj Marburg, 5. Jan. Wie bestimmt verlautet, sind die Verhandlungen wegen Erwerb eines größeren Uebunqs- vlatzes für das Jägerba taillon westlich unserer Stadt bei dem Dorfe Cyriaxweimar jetzt abgeschlossen und zwar m der Weise, daß das Gelände von der Militärverwaltung zunächst gepachtet und später käuflich erworben wird. tc. Usingen, 5. Jan. Die Kaiserin hat der Vorarbeiterin Christiane Ernst in Arn o l ds ha in in 9lnerfenmmg ihrer mehr als 60jährigen Dienste im Staatswalde das goldene Kreuz verliehen. Gießener Strafkammer. Gießen, 4. Jan. In Notwehr will der Landwirt K. Sch. von Nieder-Gemünden gehandelt haben, der wegeir Körperverletzung vom Schöjfengericht in Homberg mit 6 Wochen Gefängnis bestraft worden war und mit der Berufung gegen dieses Urteil Freispreck-ung bezweckt. Der Angeklagte und sein Gegner, der Arbeiter G. B., beide angetrunken, waren bei einem Scheibenschießen in Nieder-Gemünden aneinander geraten. V. hatte nach ttirzem Wortstreit dem Angeklagten eine Öhrfeige gegeben uub war dann davougelausen. Sch. lief ihm wach, faßte ihn von hinten am Rocke und versetzte ihm einen Tritt gegen den Unterschenkel, der einen Bruch der Knochenröhre verursachte. Die Strafkammer sprach den Angeklagten von Strafe und Kosten frei. Nur teil w eisen Erfolg hatte die Berufung der Arbeiter L. M. und F. M. in Homberg gegen die von dem Schöffengericht Homberg gegen sie wegen Körperverletzung ausgesprochenen Strafen. Die Strafkammer bestätigte die gegen F. M. erkannte Geldstta,' von 5 Mk., änderte aber die Gefängnisstrafe von 3 Tagen, zu der der noch unbestrafte L. M. verurteilt worden war, in eine Geldstrafe pou 15 Mk. um. Berilfungsverwerfuug. Unentschuldigt ausgeblichen war der Friseur O. E. in Orteu- berg, der - vom Schöffengericht Otteuberg wegen Bedrohung und Benutzung eines Messers bestraft worden war. Seine Berufung wurde kvstenfällig verworfen. Körperverletzungen. Der Arbeiter L. M. von Homberg hatte einen Mitarbeiter, weil dieser ihn bei seinem Arbeitgeber verklatscht hatte, zu Boden geworfen, getreten und geschlagen und eineit anderen Arbeiter ohne nennenswerte Veranlassung mit einer Latte geschlagen. Tie von ihm gegen das Urteil des Schöffengerichts Homberg eingelegte Berufung hatte keinen Erfolg. (Berichts f aal. Ein Nachspiel zu den Landtagswahlen. rb. Darmstadt, 5. Jan. Die Laudtoasivabl in Hessen im vorigen Herbst hotte fehl noch vor dem luefigen Amts.ieiietst ein Raebsviel Die varleivoliistehen Kämpfe waren and) im rbetn- hef'ijchen Wahlkreise Wörrstadt recht en egte, wo sich die Kandidaten Pfarrer Korell und der bgueriibüudlerische Führer Wolf in '21 dich geaennberftanben. Bald nach der Wahl brachte die hiesige ,Lib. Wo l eiisehr." einen Artikel, in welchem u. n. he muotet ivorden war, daß Bürgermeister Kreis von Lber-SaulHeim. als Vorsitzender des Wahlauss'tnisses absichtlich mehrere auf Den Namen Koielt lautende Stimmzettel als auf den Namen Wolf lontend verlesen und somit eine schwere Fälschung begangen habe. Dieser Vorwurs stützte sich auf eine von einem Einwohner namens Köster, der Miiglied des •2i;ahl.iu§idniffe6 war, aufgeiiellte schriftliche Erklärung, die dieser zu dem Zwecke verfaßt hatte, fie einem Abgeordneten seiner Va tei zur Benntznng in der Kammer zu übergeben. Der Bürgermeister stellte gegen den veraniwortlichen Redakteur K u H 1 in a n n nnd gegen Köster Strafantrag. Der von den beiden Angektagten versuchte Wahrheitsbeweis f t eiterte. Es hatte schon damals seitens der 'Nainzer Staatsanwalt'chaft wegen der Sa-te eine Untersuchung stattgefunden, die jedoch mit Einstellung des Verfahrens endete In der jetzigen Verhandlung rvnrde nun 'estgestestt, daß Kreis sich in einem einzelnen ivallo beim Verlesen des Namens geirrt, also keineswegs ein absichtliches Vergehen begangen habe. Das Gericht billigte dem Angeklagten Köster den Schutz des § 193 des Strafgesetzbuches zu, da er seine BeHguvtung lediglich zur orduungsmäßigeii Geltendmachung seiner staatsbürgerlichen Rechte nnfgeftellt Hat und erkannte gegen ihn auf Freisprechung. Dem mitait icflagteu Redakteur Kuhlmann wurde aber die Wahrung berechtigter Interessen nach § 193 nicht zuge- fprochen und er zu einer Geldstrgfe von 100 Mark und Tragung sämtlicher Ko:en, soivie zu den Puvlikationskosten verurteilt. Httit>crfitäts4lacbrid?tetu — Die technische Hochschule in Karlsruhe hat von Herrn und Frau Krupp von Bohlen-Halbach in Essen eine Schenkung von 200 000 Mark erhalten, die der Schaffung eines den mobernen Ansprüchen genügenden Forschungslaboratvriums für mechanische Technologie gewidmet ist. CuHicbitfabrt. Mülhausen i. E., 4. Jan. NachL»em der Flieger Faller in den letzten Tagen bereits ztvei Flugweltrekorde an sich reißen konnte, gelang es ihm heute nack)mittag, einen weiteren, vollständig neuen Flugrekord aufzustellen Faller flog auf dem Habsheimer Flugplatz auf seinem „Aviatik-Doppeldecker" (Militärtyp) mit sieben Personen, also zusammen acht Personen, während sechs Minu ten 48 Sekunden. Die Gesamtbelastung ohne Bettiebsstofs betrug 563 Kilogramm. vermischte». Ein deutscher Dampfer gerammt. Ter Tampfer Luckenbach" ist gestern abend in der Chesa- iieate-Bay gesunken. An Bord befanden sich der Kapitän, eine Frau, und 21 Seeleute. Acht Manu, darunter der zweite )ffizier, wurden aus der Takelage gerettet, in der sie sich sechs Stmwen lang in furchtbarem Sturme festachalten hatten. Tic übrigen waren von der Kälte erstarrt einer nach dem anderen ins Meer gefallen. — Zu dem Untergang des Dampfers wird gemeldet, daß das Unglück infolge eines Zusammenstoßes mit dem britisck'.ii Frachtdampser „Jndrakaula" erfolgte. Ter- ,^Jndrakaula" rettete echs Mann von der Besatzung, während 14 Mann ertranken. Ter Frachtdampfer, der auf Strand gesetzt werden mußte, frattc den Tampfer „Luckenbach" mü-tschiffs getroffen und ihn in zwei Teile geschnitten. * * Ein Bankkrach in Kaufbeuren. Julius Ger- Hauser, der Inhaber des Bankl-auses Josef Gerhanser in Mnnj teuren, ist seit Montag verschwunden. In einem Briefe an ben Prokuristen der Firma teilte er mit, daß er infolge verfehlter Spekulationen an auswärtigen Börsen große Verluste erlitten hab? uu> deshalb der Konkurs auzumelden fei. Seiner Fran, die' völlig ahnungslos war, sei hiervon Mitteilung zu macfyen. Er selbst werde den Tod suchen. Die Behörden scheinen aber nicht nn Die Ausführung dieser Absicht zu glauben. Der Staatsanwali in Kempten hat einen Steckbrief hinter Gerhanser erlassen, dessen Spur bis Seeg bei Füssen verfolgt wurde. Ntau vermutet, baß G. über die Grenze geflüchtet ist. Der Brief Gerhausers 'an seinen Prokuristen rief in Kaufbeuren die größte Bestürzung hervor. Eine Reihe größerer Geschäfte ist durch den Zusammenbruch des Bankhauses stark in Mitleidenschaft gezogen, außerdem Stisrungeu und zahlreiche Vereine. Auch viele kleine Bauern und Fabrikarbeiter kommen um ihre Spargroschen. Tie Folge war ein gewaltiger An)turm auf die übrigen Kanfbenrer Privatbanken. Darunter gen. toic einen Mitarbeiter, raaildjt batte, zu Hoden ■nen anderen Arbeiter Vct.lc Stltiagen. Tie Ws vomberg eingelegte . 8Cn' San. un^ mit ber^n hmu in niiung an^Ä9tc W 'ni aneiS?Qrcn bei • floaten n einen Sn ,a^ nröhte £?■3Cgcn den Di" 1,1g °F' änderte bon lo Rk. um. ^^lnOrt^ M ‘ 5)t0^"9 UNd • -eine Heruiung ÄUS ' und FAnu . ^,Cirertotjg I^S h?'n der N .Qrh in)h1Prf ^Ot= im ei. . er‘6nninifi *** L ilfieeblen. ' l .a-wadl in Men im hieüaen -mtt.irM ein waren auch im rbetn« ', 'fo Uch die Kandidaten e Trübtet ffiolf in Mch brachte die bieüqe ,Lid. • t 'fliiotel ii'orben wat, tun als Vorsitzender des i! Namen ftoieli lautende lend Detlefen und somit ieler Porwuri stützte sich Kö'iet, der Miiolieb des che Wläruno, die bietet twrtnelen leinet Pa iei en. 2er Siirnerineiiier 'tut Hub!mann unb m bftöett Anqettaalen tt schon damals seilens er Las-e eine Unter- :eliuna des ^er'ahtens :öe nun ’enae'iellL daß i '«er leien des Namens ■ergeben begangenJ'abe. ;n Boiler den Sdmtj i er teure Vehauvlung tung seiner float? bürget* tte gegen ibn auf irret- deut Rubintann wurde nad) § 193 nicht zuae- 100 Warf und Iragung ingtü'ten oeruncilt. richten. ,.rilbe hat von »erxn 1 anc Sdxnfung ivjta .-ne? ben modernen adoratorinm^ ffr bet W ■mri AmwiUnbr^ uapla? Mfl“““ "7 ieb® s-S® mU, ' i iyti MMU- EU »w-drM Ker bet rnn- ff? .je sich sechs ttti. “* hatten- 2'c ,fll8fSb® anderen'N" 'S wird gemein"' D? ml dem l lw^Sta!oulfl" rf,Ä ,4 gjjann ^tc W —h-ti r,: Teile ,bn fll F1 att^ uflb in ;pyr bad ' ’v potng (rr s.'lbss k Meteorologische veobachtungen der Station Gieße». ‘C Wetter S ”5 » i^il 0 6. Höchste Temperatur am 4. bis 5. Januar liebe verordnet und empfiehlt sich von selbst. I«7) 2 2 2 S SSE 8 10 10 10 88 93 80 Jan. 1913 Bed. Himmel H ii Regen QHebnafie „ Niederschlag: 0,7 mm. 54.7 55,4 55,4 2,e 9 1 2’s-. -Ztz K c es nicht bis ins Altertum zurück, sondern erklärte für ihre Lieblingsepoche die Zeit des Direktoire. Aber es ist bezeichnend, daß sie damit einem Kostüm die Palme verlieh, das eine Nachahmung des antiken Kleides darstellt. Phantastischere Märchenflüge schlägt nur eine einzige der antwortenden Damen ein; Mlle. Renouardt sehnt sich zurück nach der Welt der Scheherezade, nach den Wundern von Tausend und einer Nacht. Sie möchte eine Perserin ein ' unter Harun al Raschid und persische Kleidung tragen. Aber was entzückt die Schauspielerin so an diesem Kostüm des Orients? „Ich finde die persische Kleidung so ideal," erklärte sie, „weil sie ganz einfach ist, weil sie dem Körper ferne natur lichen Linien läßt und den Gliedern ihre Freiheit gestattet." Was an diesen Neujahrshoffnungen der Pariser Modedamen interessant ist, das ist die immer stärker hervortretende Tendenz zur Einfachheit, zur weiten fließenden Form des Gewandes, in dem die Frau nicht ein Kunstwerk von Gnaden ihrer Schneiderin ist, sondern dem sie selbst durch den Rhythmus ihres Wesens Gestalt und Form verleiht. Mehr und mehr strebt man heraus aus dem engeren Panzer der Konvention, in .den die Mode die Frau immer wieder einschließt. Man sehnt sich nach der leichten frühlingshaften Grazie, in die die Antike die Schönen hüllte.. Wenn freilich mit den .Wünschen dieser Damen Ernst gemacht würde, wenn ihre Sehnsucht nach der Vergangenheit durch irgend ein Zauberwort sich erfüllte, dann würde es ihnen vielleicht gehen wie dem Helden des Andersenschen Märchens von den Galoschen des Glücks, den das erlebte Ideal der Vergangenheit mit Schaudern und Entsetzen erfüllte. . .■ Preis der großen Flasche M. 3.—, in Apotheken erhältlich, sicher von (C6/1) UuiversitätS Apotheke und Hirsch Alvotbeke zu Gießen. geschlossenen Werke von 160 485 t gegenüber 132 052 t im gleichen Zeitraum des Vorfahrs- erreichen. Infolge der Auflösung des Mitteldeutschen Braunkohlensyndikats ist ein schärferer Wettbewerb zahlreiche^ mittelbeiiticber Werke auch im Absatzgebiet des Ver- kau'svereins der hessischen Braunkohlenwerke eingetreten, der die Berkauispreife nachteilig beeinflußt. Tie Nachfrage nach Braunkohle und Briketts ist jedoch lebhaft geblieben, so daß erwartet wird, daß der 'Ausfall avi Preise, der durch die Konkurrenz herbei- ge'ührt ist, durch Mehrabsatz im. Gewinnergebuis wett gemacht ivird. Ter Jahresabsatz für 1911 betrug 324 817 t gegen 288 604 t int Vorsatz» e 09 -01 1,9 4Z Ein Soldat erschossen. Mainz-Mvmbach, 6. Jan Nach voraus gegangen nem heftigen Streit wurde der Kanonier Schnelz vom 3. Fußart.-Regiment erschossen. Mehrere an dem Streit beteiligte Burschen wurden verhaftet, doch ist bei' Täter noch nicht ermittelt. \ 4 3 42 42 Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen für Dienstag, den 7. Jan. 1913: Meist trüb, leichte Niederschläge, Temperatur wenig verändert; Südwestivlude. Handel. - Der Verkaufsverein der Hessischen Braun- o bleu merke, G. m. b. H, konnte im letzten Halbjahre in oben Braunkoi len und Briketts einen Gesamtumsatz aller ihm an- ]Nervöfe und 6 c Ich wäcbte finden in Veciferrin (Ovoiedthineisen) ein anerkannt vorzügliches Nrästigungs- und Bclebuugsmittcl. ES führt dem Organismus die nötigen Elemente zu, wodurch eine normale Blutbilduua, eine günstige Ernährung dcS ganzen Körpers und eine Kräftigung der Nerven erfolgt. Lcciscrri» wird deshalb mit Vor- + 2,6'0. — 0,1 ° C. « =-. 2 t» 4. „ 5. verbeugen. § 5: Diesem Erlaß unterstehen nicht Offiziere, Soldaten und Mitglieder der Polizei, für die eine besondere Grußform vorgesehen ist. § 6: Ter Gruß der Frauen unterliegt dem § 2 und 3. mit der Einsck-lrankung, daß. sie ihren Hut nicht abzu- nehmen haben. Ter dratonisckM Erlaß des Präsidenten erregt, luic das Journal des Debats berichtet, in Peking große Aufregung, ist er doch nur einer unter anderen, die die gesamte Kleidung unb deren Schiritt regeln und als Tracht zu amtlichen Gelegenheiten je nach dem Anlasse Gehröcke, Smokings und Zylinder europäischen Vorbildes als Gesetz vorschreibt. — H il m j r des Auslandes. „Wie ich höre, ist Jones jetzt int Holzhandel, tätig." — ,^Ja, aber nur im kleinen Maßstabe." — „Wie das?" — „Er hausiert mit Zahnstochern." — Kurgast: „Und ist die Verpflegung bei Ihnen gut?" Pensionsinhaber : ;,Ob die Verpflegung gut ist? Aber Mann! Sehen Sie ich doch nur mal die Größe von unseren Fliegen an!" — Vater (zu der hübschen Tochter seines alten Freundes): „Adieu, mein Kind. Ich will dich heute nicht küssen; ich bin zu stark erkältet." Sein Sohn (eifrig): „Kann ich etwas für dich tun, Vater?" — Professor der Chemie: „Sollte bei diesem Experu ment etwas schief gehen, könnten wir und das ganze Laboratorium mit uns himmelhoch in die Lust fliegen! Treten Sie uäher'heran, meine Herren, damit Sie mit besser zu folgen vermögen." — Ein Künstler, der den größten Teil seines Lebens int Quartier Latin verbrachte, erzählt von der Sparsamkeit eines Franzosen, der von einer Pension von fünf Franken wöchentlich lebte und sein eigenartiges System folgendermaßeit erklärte: „Tie Sache ist sehr einfach! Sonntags gehe ich zu einem guten Freunde und speise da so großartig und soviel, daß ich bis Mittwoch nichts melr brauche.' An dem Tage esse ich in meinem Restaurant eine große, selfi große Schüssel Kaldaunen und Zwiebeln. Ich eile mich vor Kaldaunen und ebenso vor Zwiebeln, unb zusammen machen sie mich so .elend, daß ich vor Sonntag keinen ?lpvettt Weder habe. Die Sache ist sehr einfach!"' (Tit-Bits.) £_e SM'?'" Erstickungstod. In H ay d enh o f bei I arm e n sand ' man die siebenköp'fige Famsilie des Arbetters Old en berg be- l sinnungslos auf. • Ein Arzt rettete fünf Personen, darunter ein jüngeres Kind. Der 19jährige Sohn war bereits tot. Das Unglück ist durch zu frühes Schließen des Ofens entstanden. * Raub. Aus Prenzlau wird gemeldet: Bei dem angeblich beraubten Wertbrief handelt es sich um einen plump an- gelegten Schwindel. Der Bries war bcretts bei seiner Absendung mit Papierschnitzetti gefüllt. Der Absenderist der Direktor Po- dolski von der hiesigen Gasmesfersabrtk Ebeltng & Co. Podolski befand sich in Zahlungsschwierigkeiten unb suchte stch so zu retten. Er befindet sich in Untersuchungshaft. . * ,Selbstbeköstigun g". Wir bertchteten Ende Oktober, daß einem Mainzer Wirt auf der Straßenbahn von einem Kellner . das Portemonnaie mit einem größeren Geldbeträge jgtttohlen wurde. Der Kellner wurde einige Tage darauf verhaftet und von dem Gelde des Wirtes noch 27 Mk. beschlagnahmt. Nach Verurtetlung des Diebes machte der Wirt eine Eingabe an die Staatsanwalt,chatt auf Herausgabe des beschlagnahmten Geldes. Er erhielt die Mitteilung, daß die 27 Ml. für Selbstbeköstigung des Kellners in der Untersuchungshaft barauf'gegangen seien. Der Wirt wendete sich an das Justizministerium in Darmstadt, unb bort würben ihm jetzt die 27 Mk. ausbezahlt. . kf. E i n Meiste r ft ü cf der Chirurgie. In Reiv Port hat jüngst ein großer 'Aerztekongreß stattgesnnben, zu dem übet 3 00 Cbirurgen znfammengekonimen waren. Während der Woche, wo sie tagten, sind über 50 0 pveraliouen ans efühit worben. Unter diesen vei bient eine wegen ihrer Kühnheit unb- zugleich Merkwürdigkeit besonders hervorgehoben zu iverden. Dr. Robert Abbe hat uäinhcl) nach einer ganz neuen 'DI et höbe eine Striktur der Speiseröhre geheilt. Es handelte sich um einen Patienten, der sieh die Sveiseröhre verätzt hatte; die Verätzung war ausgebeilt und an ihrer Stelle war eine dicke Narbe entstanden, die die Nahrnugs- anfnahwe fast unmöglich machte. Tie Svei'eröhre ist nun wegen ihrer Lage auf gewöhnlichem Wege beinahe unerreichbar und die Chirurgen geben zu ihr nicht gerne blutig ein, außer wenn der Pattent nicht anders zu retten ist. Tr. Abbe wählte nun folgende Methode: er führte zunämst mittels einer Schlunbsoiide einen Seideii'aden bis in den 'Dlagen hinab; dann legte er durch die Bauch decke hindurch den 'Dingen frei, öffnete ihn durch einen kleinen Schnitt und ergriff den Faden. Das obere Ende war inzwischen durch einen Assistenten in der KeH-gegend mit einer Klammer getagt worden und darauf wurde der Faden nach der Art einer Säge hin und her bewegt, bis die Narbe durchschnitten war. Tic Magenwunde verheilte natürlich, da der 'Dingen vollkommen ge« (unb war, rasch, und der Patient konnte nach ein paar Tagen, in denen er nichts batte effen dürfen, geheilt entlassen werden. - 6) r o ß e Kinder. Halte eifern Kmbe zwei Gegenstände hin, von denen der eine wertvoll, aber unscheinbar, bet andere glt ernb, aber wertlos ist; gib acht, es gtei t nach diesem, nicht nad) jenem, weil es sich durch den Schein blenden läßt. Leiber aber gibt es unter den Teutidien auch viele Erwart jene, die das Schillernde, von außett Bestechende dem Echten vorziehen, dem es - an der glänzmden Außenseite fehlt - große Kinder l Wie sie die ausländische Ware der gleichwertigen oder besseren heimischen vor- ziel en 'diese ist ja „nicht weit her“), so greifen sie aud),^ wenn es fid) um den Wettbewerb eines durch Betonung unb Form auf fallenden Fremdwortes mit einem schlichten deutschen Worte Handelt, nach jenem es ist ausländischer Herkunft, darum ist es ferner. Wir denken hier gar nicht an jene Fremdwörter, bereu deutsche Ersatzwörter sich noch nicht alliemein eingebürgert haben; nein, wir Haben lediglich solche im Arme, die jeder bei gutem Willen ver° meiben konnte. Wie vornehm klingen bodi Diner, Souper, Menu, Lnn<-h oder gar Dejeuner dinatoire gegenüber sestessen (Festmarl). Mittagbrot. 'Abendessen, Speiseiolge. Frühstück; wie ganz astders hört es sich an, wenn der O'-eichäftsmann von seinem Etablissement als von seiner Gartenwirtscha't, Fabrikanlage u. bergl. redet, wenn er en erros et en dörail Handel treibt statt Groß- unb Kleinhandel; wieviel höflicher ist es, wenn wir pardon statt Verzeihung erbitten, wie ganz anders strahlt bie Besuchs- — o nein, otc Visitenkarte mit dem weltmännischen p. p- c. als mit u. A. z. n., das doch nur deutsch ist! Wer ivaate wohl (<• shocking!), vor yrauenolnen ;n derbem Deutsch zu sagen, er schwitze, wo dock) das französische transpirieren — genau dasselbe sagt? Und wer wird wohl die smli i't oent'chen Ausdrücke Stabreim, Traueisv'el statt her ge- l ehiter klingenden Wörter Alliteration und Tragödie gebrauchen, w er nicht lieber brillant, famos, exzellent, exquisit sagen Natt prächtig, bereitd), ausgezeichnet, großartig u. a. m. ? O, daß mir ^eutlcven nachdem wir voltii di nuinttg geworden sind, es doch enblich auch auf dem sprachlichen Gebiete würden! Daß dem Svott der Ausl an er über unsere kindliche Vorliebe für das Bunte, ftreinöe endlich der Boden entzogen würde! .Reü sein ist alles- sagt Shatesveare. R. Palleske iLandeshut i. Schl.i. — Der moderne chinesisch« Grußkomment. Pugn- schikai der Präsident der chinesischen Republik, hat nun, um einem längst gefühlten Bedürfnis abzuhelfen, in einem amtlichen Dekret dem Volle Chinas mitgeteilt, nnc es> fortan einander zu grüßen bat. Tie Bestimmungen des neuen Zeremoniells lauten: § 1 - Zum Gruße wird der Hut gelüstet unb der Oberkörper vorgebeilgt. § 2: Während der großen offiziellen Zeremomen wird der Hut abgenomineu unb sich dreimal verbeugt. 8 3: Bei gesellschaftlichen Veranstaltungen erfolgt die Verbeugung nur einmal. 8 4: Am der Straße lüftet man den Hut, ohne sich zu tt. Ä. Ällch bte Firma Fvey ü. Schäfer zu leiden, die als erstes Haus in Kttufb-euren gilt. Ungestüm forderten zahlreiche «fort- ihre Einlagen von dem Bankhaus zurück. Von früh 8 Uhr bis abends dauerte der Ansturm des Publikums, das unt feine Ersparungen bangte. Durch die Hand des Chefs des^ Baut Hauses Karl Frey wurden in dieser Zeit rund H/2 Millionen Mark ausbezahlt. Dann versagte die Nervenkraft Freys. Seiner Sinne nicht mehr mächtig, sttirzte er.ins Freie und erschoß sich vor den Augen seines zu Besuch im Elternhause weilenden Sohnes. Das Bankhaus unirde sofort geschlossen. — Zum Fall Gerhauser sei noch mitgeteilt, daß der Konkitrsverwalter an die aufgeregte Menge ein Flugblatt verteilen ließ, in dein mitgeteilt wird, daß die bei dem Banklmuse deponierten Gelder nicht angegriffen seien. Die Passiven sollen, wie schon gemeldet, 2,40 Mill. Mk betragen, die Aktiven gerüchtweise etwa V2 Mill. Mk. Die näheren Feststellungen bleiben abzmvarteu. * Zu den großen Unterschlagungen in Braunschweig wird gemeldet: Der Buchhalter Auerbach und der Kaufmann Weber, die das Bankhaus Gebr. Löbbecke L Co. in Braunschweig um 450 000 Mk. schädigten, wurden bet Lehn - d 0 rf unweit Braunschweig erschossen ausgesunden. In der Mhe lag die Leiche eines jungen Mädchens, wahrscheinlich die Geliebte des Webers. — Dazu wird von anderer Seite gemeldet: Die polizeilichen genauen Ermittelungen haben ergeben, daß die bei Lehndorf gefundenen Leichen mit den flüchtigen Defraudanten Auerbach und Weber nicht identisch sind. Wie die „Landeszeitting" mitteilt, sind es die Leichen zweier Arbeiter, die ettva 2o ^ahre alt sind: das erschossene Mädchen dürfte etwa 23 Jahre alt gewesen sein. Die Leichen sind noch nicht revognosziert. Aus Briefen, die gestern abend noch geschrieben wuroen, dürste redoch die Feststellung der Persönlichkeiten sich unschwer ermitteln lassen. Es scheint ein Liebesdrama vorzuliegen. > ¥ Für Erholungsbedürftige und leichtere Ivlflldimn Kranke..w®n^besücht. HW M S1 Me* I S" Kuranstalt Hofhelm I. T. I ■ ■ W ■ _ ■ ■ i/i Stunde v. Frankfurt a.M. Prospekte M ■ V* W Wil durchDr.Schulze-Kahleyse,Nervenarzt Letzte Nachrichten. Türkischer Optimismus — diplomatische Befürchtungen. :/: Köln, 6. Jan. (Priv.-Tel.) Ein hoher türkischer Staatsbeamter teilte dem Konstantinopeler Korrespondenten der „Kölnischen Zeitung" mit, daß die Türker in wirtschaftlicher und geldlicher Hinsicht bedeutend weniger gelitten habe, als die Staaten des Balkanbundes. Diese hätten ihre ganze militärische Kraft eingesetzt, und infolgedessen sei ein vollständiger Stillstand in der Landwirtschaft, der Industrie und dem ganzen wirtschaftlichen Leben eingetreten. — In diplo matischen Kreisen in Konstanttnopel befürchtet man, daß bei der Wiederaufnahme der Feindseligkeiten der Kampf noch mehr als seither den Charakter eines Glaubenskrieges annehmen werde. Schon mis diesem Grunde sollten die Mächte auf baldigen Friedensschluß drängen, um Blutvergießen zu verhindern. Ruffisch-österreichische Verhandlungen über Albanien. :/: Petersburg, 6. Jan. (Priv.-Tel.) Zwischen der öfter» reichlichen unb der russischen Regierung sind gegenwärtig Ver- l-andlungen über die zukünftigen Grenzen Albaniens im Gange. Voraussichtlich kommt eine Einigung auf der Grund läge zustande, daß Serbien und Montenegro die Teile Albaniens erhalten, deren Bevölkerung ausgesprochenen serbischen .Charakter hat. • Der Bischof von Limburg-ft. Limburg, 6. Jan. Der Bischof von Limburg, Tr. Dominicus Willi, ist nach fünfzehnwöchiger Krankheit gestorben. Dr. Willi war 40 Jahre Priester und 15 iJahrc Bischof. Zprachecke der Allgemeinen Deutschen §prachverein5. • ® ä r In e r be u t fd). Man hol bie Absicht, einen Rofen- ftamm ober =ftrmich zu kaufen und verlangt von dem Garnier einige Namen zu hören. „Wünschen Cie Remontant- ober Nmsette- ober B''urbon-Hebryd Rosen kstatt: - . Hybrid ...!)? Sehr zu empfehlen sind Gloire Lyonnaise. Mervcille de Lyon. Perle des blanches, Madnnie Eng6nic Verdier, Eclair, Prince Camille de R han, Princesse de B6arn, Sonvenir de William Wood, Boule de Neiire, Bonguet d’or. Reve d’or, Belle Lyonnaise. Etoile de France!“ Tiefer Schwall fremder Namen raujeht vorüber, ohne baß fid) eine wirklich denische Bezeichnung bazwifchen finöel. Tabei sind es Rosen, bie in einer deutschen Gärtnerei gepflanzt und gewachsen Unb I glicht viel besser fleht es mit den Namen von Obstbäumeu: Pariser Rambonrreinette. Orleansrrinette,Tbe Qneen, Herzogin von Amronleme. Le Lectier, Triumphe de Vienne, solche und ähnliche '' amen leuchten uns in einer deutschen Stadt bei einer deutschen Gartenbau» ausstellimg, von deutschen Gärtnern ausgestellt, entgegen. Es erscheint immer noch manchem „vornehmer", statt unserer reidien Sprache allerhand Spradibrocken anderer Länder zu gebrauchen. Welche Schwierigkeit macht aber auch bie Aussprache und - Rechtschreibung dieser fremden Namen! Wie selten Hört, und wieviel seltener noch sieht man sie richtig! Kleine Tageschronik. Bei Ruppertsgrün (Oberpfalz) wurden zwei Weichenwärter, die nachts einem Güterzuge ausweick-eu wollten, aul dem anderen Gleis von dem Norbsüdexpreßzug Berlin—München überfahren unb getötet. . Ein in Münster (Wests.) auf Urlaub weilenber Leutnant zur See, der Sohn eines hohen Beamten, versuchte, da er leinen Hausschlüssel vergefieit hatte, von einem Baum aus in jein Schlafzimmer zu klettern. Dabei brach ein Ast des Baumes und der Leutnant stürzte so unglücklich, daß er bald daraus st a r b. In Berli n wurde die Tochter eines Schullehrers verhaftet, die an einer großen Zahl von Persönlichkeiten Erpressungen versucht hat. Sie hat an Rektoren, Lehrer, Hausbesitzer usw. Briefe gerichtet, in denen sie diese aller möglichen Verbrechen beschuldigte unb ihnen brohte, alles an bie Oeffentlichkeit zu bringen, wenn sie nicht eine bestimmte Summe an eine angegebene Chiffre,ab- schickttn. ^ailfnttinn§toittoc Emich in Charlottenburg verübte gestern nacht S e l b st m 0 r b , inbem sie sämtliche Gashähne öffnete unb sich mit einem Messer bie linke Hanb fast vollständig durch- schuitt. Die Witwe hat die Tat aus Gram über die Erkrankung ihrer Tochter an einem Gemütsleiben verübt. In Plauen i. Vgtl. wurde der 15jährige Kaufmanns- lehrling Kurt Gabe im Keller eines Hauses in der Schilbstraße durch Beilhiebe ermorbet aufgesunden. Es liegt Raubmord vor Gabe war heute vormittag von seinem Clsef beauftragt worben, einen Geldbetrag von 650 Mk. auf der Post abzuhvlen. Seitdem ist er verschwunden. Bei Rörmond (Niederlande) sind zwei Güterzüge in voller Fahri zu s-a mm en g e sto ß e n. Zwei Eisenbahnbeamte wurden getötet: viele Wagen sind zertrümmert worden. In der verflossenen Nackst wurden auf dem Pariser Dorort- friedhof Levallois 110 Gräber von einem Unbekannten verwüstet. . In Karlsburg (Ungarn) wurde der Gutsbesitzer Roior und dessen Gattin ermordet ausgefunden. Als Täter wurde der 24jährige Sohn ermittelt. Er soll die Tat aus Rache verübt haben. Zu welcher Zeit mö'Men Sie als schöne $rau gelebt haben? Diese Frage, über die schon so manche Dame nachgedacht hat, macht die französische Zeitschrift „La Vic Heureuse" zum Gegenstand einer Umfrage, die sie einigen der bedeiltendsten unb elegantesten Schauspielerinnen Frankreichs vorgelegt hat. Das Resultat war überraschend: fast alle diese Frauen, die durch ihren Beruf gewöhnt sind, in die Stimmungen unb Gewänber so vieler Zeitalter zu schliipsen, entschiebm sich für bie Antike. Da nun einmal für die Frau eine geschichtliche Epoche mit der Mode, die in ihr getragen wurde, zufammenfällt, so gaben sie dem griechischen Kostüm den Vorrang. Die berühmte Trägöbin der Comedie Franeatse, MUe. Sorel, bie bie majestätischen Röcke im Stil Lubwigs XIV. in ben Dramen Corneillcs unb Racines so trefflich zu tragen weiß, fühlt sich boch nicht wohl in diesen pompösen Roben. „Griechenland allein", so antwortete sie, „hat den wahren Kult der - Schönheit gehabt. Dort 'betete man jene göttliche Harmonie des 1 Körpers an, die unsere Toiletten vernichten. Hüllen wir uns 1 also in die langen graziösen Draperien mit ihrem weichen unb 1 zarten Faltenwurf, bereit Einfachheit bie Anmut, der Frau ver- : klärt." Aehnlich äußerten sich Mlle. Provost, Mlle. Monna : Delza und andere bekannte Sterne der Pariser Bühnen. Ihr ; Traum und ihre Sehnsucht liegt im alten Hellas, dort allein ■ finden sie bie Moben loicbcr, die Harmonie der Linien, einfache . Anmut unb Freiheit ber Bewegungen, gewährt. Eine Sck-au- i spielerin, Mlle. Mabeleine Carlier, ging mit ihren Wünschen „Mit Kanonen nach Spatzen schiessen“ der Volksmund, wenn er Kraftleistungen oder Aufwendungen bezeichnen will, die in gar keinem Verhältnis zu dem erreichbaren Zwecke stehen. Auch die Hausfrau bedient sich dieses verschwenderischen Mittels, wenn sie, um eine gute Suppe herzustellen oder um Bouillon im Hause zu haben, teures frisches Fleisch auskocht, anstatt das ungefähr 3mal billigere Liebigs Fleisch-Extrakt zu benutzen. Mit einem geringen Zusatz von „Liebig verbessert man alle Speisen und gibt namentlich Gemüsen einen Wohlgeschmack, der sich, äusser mit frischem Fleisch, durch kein anderes Mittel erzielen lässt. Man verlange Ausdrücklich Liebig’s Fleisch-Extrakt Schlosser-Lehrling i 0130 kann eintreten Gießener Wach- und Schließ 6 Zimmer Gesellschaft mit Filiale in Wetzlar GIESSEN Telephon 939 Neuenweg 52 of« o Gäste sind willkommen. 214 B. Nuhn, Lollar. 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